RA-MICRO Software GmbHLiquidiert

Am Borsigturm 56, 13507 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Potsdam HRB 21694
Eingetragen
19.12.2008
Branche
Großhandel mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und SoftwareTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Büromaschinen, Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und SoftwareEinzelhandel mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software
Gegenstand
Die Herstellung und der Vertrieb von Software für Juristen und angrenzende Berufs- und Unternehmensgruppen sowie der Vertrieb von spezifischer Hardware zu deren Unterstützung.

Historie

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Management

NameRolle
Volker Wolter
seit 14.9.2010
Geschäftsführer
Peter Dr. Becker
seit 19.12.2008
Geschäftsführer
Prokura

Konzern- und Jahresabschlüsse

RA-MICRO Software GmbH

Kleinmachnow

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2008 bis zum 31.12.2008

Lagebericht

1. Konjunkturelle Lage

Die Parameter der konjunkturellen Entwicklung auf dem Anwaltsmarkt, Entwicklung der zugelassenen Rechtsanwälte sowie die Anwaltsdichte im Bundesgebiet, setzten ihren Trend adäquat der Vorjahre fort.

1.1. Entwicklung der zugelassenen Rechtsanwälte

In 2008 hat sich die Anzahl der zugelassenen Rechtsanwälte weiter erhöht. Absolut betrachtet wurde laut der Bundesrechtsanwaltskammer in 2008 erstmals die 150.000-Grenze überschritten. Insgesamt waren 150.375 Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen zum 01.01.2009 in der Bundesrepublik zugelassen. Das ist ein absoluter Zuwachs in Höhe von 3.467 Rechtsanwälten.

Der prozentuale Zuwachs der zugelassenen Rechtsanwälte in Deutschland betrug 2,36 Prozent. Das ist eine Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 0,5 Prozent. Somit wird der negative Trend der Zuwachsrate zugelassener Rechtsanwälte in Deutschland der letzten 10 Jahre fortgesetzt. Seit dem Jahr 1998, welches einen Zuwachs von 6.412 Rechtsanwälten und eine Wachstumsrate von 7,53 Prozent verzeichnen konnte, hat sich der Anstieg in den zurückliegenden zehn Jahren deutlich auf fast die Hälfte reduziert. Laut Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer wird sich das Wachstum weiter deutlich verlangsamen.

Festgehalten werden kann jedoch, dass im Gebiet der Münchener Rechtsanwaltskammer mit 18.364 Rechtsanwälten weiterhin die höchste Anzahl der zugelassenen Rechtsanwälte vertreten ist. Gefolgt wird diese Rechtsanwaltskammer von der Rechtsanwaltskammer Frankfurt mit 16.844 zugelassenen Rechtsanwälten und der Rechtsanwaltskamer Hamm mit 13.225 zugelassenen Rechtsanwälten.

1.2. Anwaltsdichte nach Bundesgebiet

Für das Jahr 2008 ist keine separate Erhebung bzgl. der Anwaltsdichte in den einzelnen Rechtsanwaltskammer seitens der Bundesrechtsanwaltskammer erfolgt. Festgehalten werden kann jedoch, dass ein nennenswerter Zuwachs von drei bis vier Prozent dabei ausschließlich in den fünf Kammerbezirken mit großen Städten und Ballungszentren zu verzeichnen ist. Das bedeutet, dass sich hier ca. 45 Prozent der Anwaltschaft konzentriert. Der Zuwachs in den verbleibenden Regionen belief sich auf ca. ein bis zwei Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern konnte sogar erstmals ein Rückgang festgestellt werden.

Aufgrund dieser Entwicklung wird der starke Wettbewerbsdruck, dem die Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ausgesetzt sind, weiter bestehen bleiben. Nur eine am Bedarf des Marktes ausgerichtete Spezialisierung und die fachliche Kompetenz durch Fortbildung kann die Antwort der Rechtsanwälte auf diese Entwicklung sein. Das entspricht den Zahlen des Jahres 2008, in welchem ein bemerkenswerter Zuwachs an Fachanwälten zu verzeichnen ist. Nach Einführung von vier neuen Fachanwaltschaften im Jahr 2006 und einer weiteren Fachanwaltschaft im Jahr 2007 gibt es mittlerweile 19 Fachanwaltsschaften. Im Jahr 2008 wurde der 20. Fachanwaltstitel auf der Satzungsversammlung beschlossen, der am 01.07.2009 in Kraft trat. Die Gesamtanzahl der verliehenen Fachanwaltstitel stieg in 2008 auf 35.919 im Vergleich zu 32.747 aus dem Vorjahr.

Durch diesen hohen Wettbewerbsdruck sind die Rechtsanwälte gezwungen, bei der Bewältigung des Kanzleialltags unterstützende Instrumentarien einzusetzen, die u. a. die Neuerungen der Branche berücksichtigen. Hier setzt die RA-MICRO Kanzleisoftware an, mit deren Einsatz die Bewältigung der gesamten Kanzleiorganisation im Sinne einer Optimierung der Mandantenbetreuung erleichtert und unterstützt wird.

Des Weiteren ging die RA-MICRO Software GmbH auf die Marktentwicklung der zugelassenen Rechtsanwälte im Bundesgebiet ein und passte in 2008 das Händlernetz kontinuierlich daraufhin an.

2. Marktumfeld und Branchensituation

Der Markt der Anbieter für Anwaltssoftware ist auch in 2008 aufgrund der sinkenden Wachstumsraten der zugelassenen Rechtsanwälte in Deutschland weiterhin hart umkämpft. Daher spielt neben der Gewinnung neu zugelassener Rechtsanwälte - in 2008 3.467 Rechtsanwälte - auch die Gewinnung von zugelassenen Rechtsanwälten, die im Kanzleibetrieb eine Anwaltssoftware von Wettbewerbern nutzen, eine bedeutende Rolle. Dieser Wettbewerb dient dem einzelnen Rechtsanwalt, der sich aus der Vielzahl der bestehenden Anwaltssoftwareanbieter ein für sich optimales Kanzleiprogramm mit den entsprechenden Leistungsmerkmalen und Preisstrukturen auswählen kann.

So konnte die RA-MICRO Software GmbH in 2008 festhalten, dass 112 Rechtsanwaltskanzleien durch RA-MICRO Vertriebspartner überzeugt werden konnten, von einer Konkurrenzanwaltssoftware auf die RA-MICRO Kanzleisoftware umzusteigen. Diese gewonnenen Rechtsanwaltskanzleien (Umsteiger) erhöhten bei der RA-MICRO Software GmbH die Lizenzen der installierten Arbeitsplätze um 523, das sind 24,5 Prozent der lizenzierten Arbeitsplätze des Neukundengeschäftes. Die Übersicht zeigt, welche wichtige Rolle der Kundenzuwachs, abgebildet in Verträgen und Arbeitsplätzen, von Programmumsteigern spielt. Für das Geschäftsjahr ist eine Reduzierung gegenüber dem Vorjahr für die Anzahl der Verträge und die Anzahl der Arbeitsplätze zu verzeichnen.

3. Geschäftsentwicklung

Die RA-MICRO Software GmbH erzielte in 2008 in einem unverändert anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld einen deutlichen Umsatzwachstum. Eine positive Wachstumsrate kann der Umsatz aus der Programmpflege und -miete verzeichnen.

3.1. Gesamtumsatzentwicklung

In 2008 hatte die RA-MICRO Software GmbH das ambitionierte Ziel, den Umsatz für das Wirtschaftsjahr zu steigern. Mit einem Umsatzerlös in Höhe von 21,07 Mio. € übertraf die RA-MICRO Software GmbH das gesteckte Ziel um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Umsatzstärkstes Produkt ist die RA-MICRO Kanzleisoftware, die 97,2 Prozent des Umsatzes generiert. Die weiteren 2,8 Prozent des Umsatzes setzen sich schwerpunktmäßig aus den Handelsumsätzen und sonstigen Umsätzen zusammen.

Als Hauptgrund für diese Entwicklung sieht die RA-MICRO Software GmbH ihre klare Produktstrategie, die zusammen mit der fundierten Branchenkenntnis und einem überlegenen Lösungsangebot das Vertrauen der Kunden gewinnt.

3.2. Entwicklung Programmpflege und Programmmiete

Maßgebend am Umsatzergebnis trug das Kerngeschäft - die Programmpflege und Programmmiete - zur Erreichung des Zieles bei. In diesem Geschäftsfeld lag eine Steigerung auf 20,48 Mio. € und um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr vor.

Der effektive Pflegezuwachs pro Monat zum Ende des Jahres konnte gegenüber dem Vorjahr als konstant eingeschätzt werden. Dieser Zuwachs wird berechnet durch die Differenz der Pflegemehreinnahmen (Bestandskunden, bei denen die Pflegezahlungen in 2008 einsetzten, Bestandskunden mit Programmerweiterungen sowie Neuverträgen) und der Pflegereduzierung (Kündigungen von Bestandskunden und Programmreduzierungen).

Die RA-MICRO Software GmbH konnte in 2008 802 neue Lizenzverträge mit 2.129 Arbeitsplätzen gewinnen. Damit konnte das Ergebnis des Vorjahres verbessert werden, da dieses eine Steigerung der abgeschlossenen Lizenzverträge in Höhe von 18,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt.

Zum 31.12.2008 wies die RA-MICRO Software GmbH Pflegebestandskunden in Höhe von ca. 12.300 Kunden auf. Das ist eine Zuwachsrate in Höhe von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Grafik gibt einen Überblick über das stetige und kontinuierliche Wachstum des Kundenstamms der RA-MICRO Software GmbH. Sie hat damit ihr Ziel, die Marktführerschaft für Anwalts-EDV in Deutschland im Geschäftsjahr 2008 weiter auszubauen, erreicht. Diese Analyse erfolgt auf internen Berechnungen.

4. Entwicklung der Ertragslage

Im Wirtschaftsjahr 2008 ist ein Rückgang des Jahresüberschusses für die RA-MICRO Software GmbH im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Maßgebend hierfür war die Umstellung von Kauflizenzen auf Mietlizenzen, so dass die Händlerprovision nicht mehr vom Kunden, sondern von der RA-MICRO Software GmbH bezahlt wurden. Der von der RA-MICRO Software GmbH erzielte Rohertrag konnte auf einem ähnlichen Niveau des Vorjahres stabilisiert und sogar leicht gesteigert werden.

Der Jahresüberschuss nach Steuern betrug 2,13 Mio. €, was eine negative Wachstumsrate in Höhe von 14,1 Prozent bedeutet.

5. Entwicklung der Betriebsaufwendungen

Den größten Posten der Aufwendungen im Geschäftsjahr 2008 stellt der Posten sonstige betriebliche Aufwendungen (47 Prozent), gefolgt von den Personalkosten (36 Prozent) und den Materialaufwendungen (15 Prozent) dar.

5.1. Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent auf 6,88 Mio. €. Die Personalaufwandsquote betrug 32,7 Prozent und wies eine leichte Steigerung gegenüber dem Niveau des Vorjahres auf.

Die erhöhten Personalkosten resultieren aus der gestiegenen Mitarbeiterzahl, insbesondere im Produktionsbereich. Zum Ende des Berichtsjahres waren 132 Mitarbeiter bei der RA-MICRO Software GmbH beschäftigt. Von den Mitarbeitern befanden sich vier Mitarbeiter im Mutterschutz bzw. Elternzeit. Das Unternehmen bildete in 2008 acht Auszubildende aus.

Die Personalstruktur zeigt, dass über 50 Prozent des Personalbestandes im Produktionsbereich eingesetzt werden. Im Hinblick auf die schnelle Entwicklung im IT-Bereich sowie dem Wissen um die Bedeutung der Mitarbeiter als wichtigstes Kapital der Gesellschaft legt die RA-MICRO Software GmbH ein großes Augenmerk auf die Fort- und Weiterbildung sowie die Qualifizierung der Mitarbeiter. Da es nur im hochqualifizierten und hochmotivierten Team möglich ist, die hochgesteckten Ziele der Gesellschaft zu erreichen, soll der Übertragung von direkten Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten auf einzelne Mitarbeiter oder Teams zukünftig eine erhöhte Bedeutung zugemessen werden.

Das Erkennen und die Bindung leistungsstarker Mitarbeiter an unser Unternehmen, die volle Ausschöpfung unserer Personalressourcen und die kontinuierliche qualitative Entwicklung unserer Mitarbeiter sind auch zukünftig die Hauptaufgaben der Personalpolitik.

5.2. Materialaufwendungen

Die Materialaufwendungen betrugen in 2008 2,98 Mio. €. Die Supportaufwendungen bilden hierbei den größten Posten. Mit diesem Ergebnis liegt für die RA-MICRO Software GmbH eine Reduzierung der Aufwendungen um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau vor.

Die Supportaufwendungen konnten trotz steigendem Supportaufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent reduziert werden . Die RA-MICRO Software GmbH stellt den einzelnen Support Centern Leitungskapazitäten zur Verfügung, um dem bundesweiten Supportwachstum Rechnung tragen zu können. Das Supportvolumen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent.

Ziel ist es, die Qualität des Supports für den Kunden permanent auszubauen. Maßnahmen in 2008 waren die Betreuung des 1st Level Supports durch den 2nd Level Support und die kontinuierlich durchgeführten Supporttreffen. Der Support der RA-MICRO Software GmbH ist über die Branche hinaus ein Vorbild für Kompetenz, Zuverlässigkeit und Tempo. Mehr als 50 Mitarbeiter sind werktäglich bundesweit in unseren Supportcentern für den Support von RA-MICRO erreichbar.

5.3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Berichtsjahr von 6,78 Mio. € auf 9,11 Mio. €. Im Wirtschaftsjahr konnten nachfolgende Veränderungen bei den größten Aufwandsposten verzeichnet werden. Die Lizenzgebühren reduzierten sich von 2,18 Mio. € auf 2,05 Mio. €, die Messe- und Werbungskosten erhöhten sich von 1,27 Mio. € auf 1,37 Mio. €, die Raumkosten erhöhten sich von 0,96 Mio. € auf 1,20 Mio. € sowie die Verkaufsprovisionen von 50 T€ auf 1,15 Mio. €.

Für zukünftige Geschäftsjahre stellt sich die RA-MICRO Software GmbH das Ziel, durch eine weiterhin strikte Ausgabendisziplin und die kontinuierliche Trennung von nicht betriebsnotwendigen Altverträgen eine deutliche Kostenreduzierung zu erzielen.

5.3.1. Werbung

Die Werbeaufwendungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2008 um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die RA-MICRO Software GmbH erhöhte ihre Marktpräsenz mit einem verstärktem Auftritt in juristischen Fachpublikationen, welche weiterhin durch bundesweite Mailingaktionen untermauert wurde. Im Jahr 2008 wurde die RA-MICRO Software GmbH bei der Vermarktung der RA-MICRO Produkte von Werbeagenturen betreut.

Die Kampagne "RA-MICRO wir schaffen mehr" wurde aufgrund der guten Resonanz des Vorjahres neu aufgelegt und verlängert. Die Kernaussage lag im Mehrwertgehalt der Nutzung der RA-MICRO Kanzleisoftware, der daraus resultierenden Zeitersparnis und der Optimierung der Mandantenbetreuung.

5.3.2. Vertrieb

Ausschlaggebend für die Entscheidung der Anwälte, die RA-MICRO Kanzleisoftware einzusetzen, ist neben dem guten Namen, der eine Marktführerschaft widerspiegelt, und des deutlichen Kosten-Nutzen-Effekts der innovativen Software, der leistungsstarke rundum Vorortservice durch unsere rund 50 Vor-Ort Partner.

Die Unternehmensentwicklung hängt zum großen Teil von den Vertriebserfolgen der Vertriebspartner ab, welche auch das Aushängeschild der RA-MICRO Organisation sind. Die stets aktualisierte Homepage mit aktuellen Informationen zum Produkt und zur Organisation, die intensive Händlerbetreuung durch das Unternehmen sowie standardisierte Verträge sind weitere Garanten für das bestens positionierte Vertriebspartnernetz. Mit einem einheitlich zentral vorgegebenen und gesteuerten Werbeauftritt, einer zentralen Koordination der Aktionen des Vertriebsnetzes sowie einer permanenten Markenpflege unterstützt die RA-MICRO Software GmbH das Vertriebspartnernetz intensiv bei deren Vertriebsaktivitäten.

Nachfolgende Maßnahmen zur Unterstützung der Vertriebsparten wurden im Berichtsjahr realisiert:

Einführung eines neuen Vertriebsmodells

Die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation der deutschen Rechtsanwälte machte es erforderlich, das langjährig erfolgreiche Lizenzierungskonzept zu überarbeiten und den Händlern neue Vertriebsargumente zu ermöglichen, um im hart umworbenen Anwaltsmarkt den bestehenden Marktanteil aufrecht zu erhalten bzw. weiteren Marktanteil gewinnen zu können.

Autorisierung von drei neuen Vertriebspartnern

Hierfür wurde das jeweilige Vertriebsgebiet analysiert und ausgewertet sowie der Vertriebspartner beim Aufbau seiner Vertriebsaktivitäten unterstützt.

Teilnahme an überregionalen Messen

Zusammen mit den Vertriebspartnern zeigte die RA-MICRO Software GmbH Präsenz auf der CeBIT in Hannover, dem Anwaltstag in Berlin, dem EDV-Gerichtstag in Saarbrücken und anderen mehr. Des Weiteren wurden in Zusammenarbeit mit den Händlern regionale Anwaltstage sowie Tage der offenen Tür ausgerichtet.

Bundesweite Anwendertreffen

Im Berichtsjahr wurden 10 Anwendertreffen bundesweit durchgeführt. Die Schwerpunkte der jeweiligen Veranstaltungen lagen auf der Vorführung der Neuerungen und der Empfehlungen für einen effizienten Praxiseinsatz der RA-MICRO Kanzleisoftware.

Bundesweites Mailing

Gemeinsam mit den Händlern wurden große Mailingaktionen gestartet. Diese dienten z. B. der Vorstellung des neuen Vertriebsmodells bzw. der Bekanntmachung von E-TV.

Regionale Vertriebstreffen

Im Berichtsjahr wurden drei regionale Vertriebstreffen zur Unterstützung der RA-MICRO Händler in Potsdam, Hagen und Ludwigsburg durchgeführt.

6. Entwicklung der Vermögensstruktur

6.1. Vermögenswachstum und Bilanzstruktur

Die RA-MICRO Software GmbH reduzierte ihre Bilanzsumme im Jahr 2008 von 8,78 Mio. € im Vorjahr um 2,3 Prozent auf 8,57 Mio. €.

Das dem Unternehmen zur Verfügung stehende Eigenkapital reduzierte sich um 867 T€ auf 5,73 Mio. €. Damit liegt eine Eigenkapitalquote in Höhe von 66,9 Prozent vor, was eine Reduzierung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 8,3 Prozent bedeutet. Die Eigenkapitalrentabilität beträgt 37,2 Prozent.

6.2. Entwicklung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 127,5 T€ reduziert sich gegenüber dem Vorjahr um 41,4 T€. Die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 206,8 Prozent und betrugen 853,3 T€. Diese Steigerung beruht im Wesentlichen auf dem neuen Provisionsmodell.

6.3. Liquidität

Die Barliquidität ist aufgrund der Einführung des neuen Vertriebsmodells im Wirtschaftsjahr auf 24 T€ gesunken. Damit liegt für die RA-MICRO Software GmbH eine Barliquidität in Höhe von 1,2 Prozent vor. Neben der Barliquidität standen dem Unternehmen zum Geschäftsjahresende unbesicherte Kreditlinien in Höhe von insgesamt einer Million € zur Verfügung.

Die Liquiditätssituation der RA-MICRO Software GmbH ist damit als sehr gut einzuschätzen und versetzt sie jederzeit in die Lage, den finanziellen Verpflichtungen pünktlich nachzukommen.

6.4. Investitionen

Im Berichtsjahr wurden Investitionen vorwiegend im Bereich Sachanlagen als Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen getätigt. Diese Investitionen wurden für Hard- und Softwareausstattung zur Produktivitätssteigerung des Unternehmens vorgenommen.

7. Forschung und Entwicklung

Der Bereich Forschung und Entwicklung nimmt auch weiterhin im Unternehmen eine Schlüsselposition ein.

Im Wirtschaftsjahr 2008 standen neben der laufenden Modernisierung der RA-MICRO Kanzleisoftware die weitere Entwicklung von speziell auf den Anwaltsbereich zugeschnittenen Produkten im Fokus der Anstrengungen. Ein RA-MICRO Entwicklungsschwerpunkt lag in 2008 im Bereich der multimedialen Anwenderunterstützung. So wurden über 30 multimediale Hilfeclips in die RA-MICRO Masken und Online-Hilfen aufgenommen. Im Rahmen der Programmentwicklung wurde der Bereich elektronische Dokumente neu strukturiert. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, die Rationalisierungsmöglichkeiten der elektronischen Dokumentenbearbeitung und -verarbeitung besser auszunutzen sowie mit dem elektronischen Ausbau der Justiz und Verwaltung mitzuhalten und diesen mit RA-MICRO in Zukunft immer enger zu verzahnen. Im Rahmen der neuen virtuellen Server- und virtuellen Arbeitsplatz-PC-Technologie wurde weiterhin die RA-MICRO Kanzleisoftware an diese neue Technologie angepasst. Für das Jahr 2009 stehen weiterhin die Programmmodernisierung im Hinblick auf die neue Microsoft-.net-Programmier-Technologie, die Herstellung weiterer optional nutzbarer SQL-Datenbanken für die RA-MICRO Datenhaltung, die Umstellung der RA-MICRO Druck- und Dokumentenausgabenfunktion auf eine zentrale Dokumentenausgabe, die alle modernen Möglichkeiten des E-Dokumentenaustausches nutzen kann sowie ERV im Fokus.

Zur Gewährleistung einer permanenten Qualitätssicherung sowie der Unterstützung im Bereich der Programmentwicklung wurde der Bereich Programmcontrolling weiter ausgebaut.

8. Chancen und Risiken

8.1. Chancen der zukünftigen Entwicklung

Eine solide, sichere Grundlage für die Sicherung und den Erfolg des Unternehmens bildet seit über zwei Jahrzehnten die ständige Entwicklung der RA-MICRO Kanzleisoftware und deren ständige Anpassung an die immer wieder neu entstehenden Marktbedingungen. Des Weiteren bildet eine solide Grundlage für den Fortbestand des Unternehmens der ständig wachsende Kundenstamm, dessen Grundlage der Programmpflege- und Supportvertrag bildet.

Der Mehrwert der RA-MICRO Kanzleisoftware ergibt sich aus der äußerst komfortablen Bedienung und dem exakt aufeinander abgestimmten Zusammenwirken der einzelnen Programmteile sowie der Integration modernster Online-Dienstleistungen. Zeitersparnis und Steigerung der Kanzleieffizienz sind der greifbare Mehrwert, den es gilt, im Sinne der RA-MICRO Kanzleisoftware-Anwender weiter auszubauen und gegenüber der Konkurrenz als Wettbewerbsvorteil zu nutzen.

Alle von der RA-MICRO Software GmbH und ihren Mitarbeitern ausgehenden Aktivitäten sind darauf gerichtet, den prosperierenden Kurs des Unternehmens fortzusetzen.

8.2. Risikofaktoren

Im Vordergrund des unternehmerischen Handels steht aufgrund des stetigen Wachstums unserer Gesellschaft das frühzeitige Erkennen, die Analyse, die Bewertung und das Management von Risiken. Dabei spielt die regelmäßige Kommunikation auf allen Ebenen, insbesondere zwischen den Geschäftsführern, eine entscheidende Rolle. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, sind derzeit nicht zu erkennen.

Bilanzielle Risiken, soweit sie bis zur Bilanzerstellung erkennbar waren, wurden durch entsprechende Rückstellungen berücksichtigt.

Elementarrisiken werden durch einen umfassenden Versicherungsschutz abgedeckt.

Das Vertriebs- und Marktrisiko wird durch die Strategie der ca. 50 kompetenten, selbständigen Vertriebspartner im gesamten Bundesgebiet minimiert. Die ständig wachsenden regelmäßigen Programmpflege- und Mieteinnahmen verschaffen der RA-MICRO Software GmbH zunehmend eine weitestgehende Unabhängigkeit von konjunkturell bedingten Absatzschwankungen im Bereich des Neuvertriebs.

Länderrisiken sind für die RA-MICRO Software GmbH nicht von Bedeutung, da der Markt auf das Bundesgebiet beschränkt ist.

Forderungsausfallrisiken waren durch die breite Streuung des Kundenstamms sowie des straff organisierten Forderungsmanagements in keiner nennenswerten Höhe zu verzeichnen.

Ein Abhängigkeitsrisiko von Lieferanten besteht nicht, da das Unternehmen fast völlig aus eigenen Ressourcen produziert.

Produktrisiko, d. h. den erheblichen Innovationsvorsprung des RA-MICRO Kanzleisoftware-Produkts zu verlieren, wird durch einen umfangreichen Patentschutz begrenzt. Darüber hinaus erfolgt durch das Unternehmen und das Vertriebspartnernetz eine umfassende Marktbeobachtung, um auf die Bedürfnisse der Zielgruppen schnell reagieren zu können. Eine ständige Weiterbildung der Mitarbeiter in neuen Technologien und eine damit einhergehende ständige Forschungs- und Entwicklungstätigkeit mit schlanken Strukturen sollen auch weiterhin einen soliden Innovationsvorsprung sichern.

Finanzielle Risiken werden durch das im Rahmen des Risikomanagements aufgebaute und optimierte kurz- und mittelfristige Liquiditäts- und Ertragsüberwachungssystem aufgefangen bzw. minimiert. Das System gibt die Möglichkeit, etwaige Risiken durch Planabweichungen frühzeitig zu erkennen, um rechtzeitig gegenzusteuern. Die Sicherstellung einer stets angemessenen Liquidität bei einer Ertragsentwicklung innerhalb der Planung ist die wichtigste Aufgabe des Finanzcontrollings.

Fremdwährungsrisiken bestehen für das Unternehmen nicht.

Personalrisiken durch Schlüsselpersonen bzw. Mitarbeiterveränderungen können den Erfolgskurs kurzfristig ausbremsen, eine tatsächliche Gefährdung der Unternehmensentwicklung ist dadurch aber nicht abzusehen. Die Personalpolitik des Unternehmens ist so ausgerichtet, dass das Personalrisikoweitestgehend minimiert wird.

9. Besondere Geschäftsvorfälle

Im Geschäftsjahr 2008 fanden nachfolgende Geschäftsvorfälle statt:

Mit Urkunden-Nr. 428/2008 und 429/2008 des Notares Hellmut Sieglerschmidt, Berlin, vom 20. November 2008 verlegt die RA-MICRO Software GmbH den Firmensitz von Berlin nach Kleinmachnow. Die Geschäftsanschrift lautet Heinrich-Hertz-Straße 1c, 14532 Kleinmachnow.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 28.10.2008 wurde den Geschäftsführern Herrn Dr. Peter Becker und Erwin Nowotny für das Geschäftsjahr 2007 Entlastung erteilt.

10. Strategie und Aussichten

10.1. Strategien

10.1.1. Ausbau unserer Marktführerschaft

Ziel als führender Softwareanbieter für den deutschen Anwaltsmarkt ist es, die Unternehmensstrategie in dem weitestgehend aufgeteilten Nischenmarkt und im ständigen Verdrängungswettbewerb der starken Marke RA-MICRO, die für langjährige Zuverlässigkeit und Innovationsstärke steht, dahingehend auszurichten, mit den trendsetzenden Innovationen, überproportional Marktanteile zu gewinnen und die marktführende Stellung weiter auszubauen.

Die regelmäßigen Programmpflegeeinnahmen aus den aktiven Pflegeverträgen verschaffen den finanziellen Rückhalt, den die RA-MICRO Software GmbH für die massiven Investitionen in die ständige Verbesserung der Produkte sowie die Stärkung der Marke benötigt. Damit verschafft sich die RA-MICRO Software GmbH einen erheblichen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern.

Der bundesweit organisierte, hoch qualifizierte und technisch bestens ausgestattete RA-MICRO Anwendersupport ist ebenfalls ein unverkennbares Markenzeichen des Unternehmens.

10.1.2. Marktgerechte und innovative Produkte

Die RA-MICRO Software GmbH verfügt über eine erstklassige Produktpalette, deren Technologie unserer Einschätzung nach den Mitbewerber weitestgehend überlegen ist.

Die enge Verzahnung mit der RA-MICRO Anwenderschaft, d. h. der kontinuierliche Kontakt mit den Rechtsanwälten und die daraus resultierenden Verbesserungsvorschläge, ermöglichen eine laufende Anpassung an die Erfordernisse einer modernen Kanzleisoftware und -organisation, so dass die RA-MICRO Kanzleisoftware eine praxiserprobte Software von Anwälten für Anwälte auf technisch höchstem Niveau ist und auch in Zukunft bleiben wird.

10.1.3. Optimale Kostenstruktur

Die Unternehmensstrategie des ausgelagerten Vertriebsnetzes erlaubt es, mit einem sehr schlanken Verwaltungs- und Kostenapparat auszukommen und damit schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können. Anders als Mitbewerber, die mit eigenen Vertriebseinheiten und der dazugehörigen Kostenstruktur arbeiten, kann die RA-MICRO Software GmbH autorisierte Händler gegebenenfalls austauschen, wenn diese die erwarteten Standards nicht erfüllen können. Diese schlanke Kostenstruktur erlaubt es, RA-MICRO Händlern sehr gute Margen zu bieten und damit auch weiter in den Vertrieb zu investieren.

Ein klares Kostenmanagement dient dem Ziel, die Rentabilität der Gesellschaft ständig weiter zu erhöhen.

10.2. Ausblick

Nachdem die RA-MICRO Software GmbH das im Ausblick für das letzte Geschäftsjahr gesetzte Umsatzziel erreicht hat, ist die RA-MICRO Software GmbH auch für das Geschäftsjahr 2009 zuversichtlich, einen Umsatz in Höhe von mehr als 20 Millionen € zu erzielen.

Die Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2009 zeigen, dass die RA-MICRO Software GmbH weiterhin stabile Absatzzahlen verzeichnen kann. Im ersten Halbjahr 2009 konnte ein Zuwachs von ca. 60 Prozent an Neulizenzen und Arbeitsplätzen im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Einführung des neuen Vertriebskonzeptes erzielt werden.

 

Berlin, im Dezember 2009

RA-MICRO Software GmbH

Die Geschäftsführung

Dr. Peter Becker

Erwin Nowotny

Bilanz

Aktiva

  31.12.2008
EUR
31.12.2007
EUR
A. Anlagevermögen 4.541.574,90 4.799.914,91
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 105.660,72 80.076,72
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 105.660,72 80.076,72
II. Sachanlagen 1.808.616,75 2.151.931,13
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 718.510,00 1.370.952,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.090.106,75 780.979,13
III. Finanzanlagen 2.627.297,43 2.567.907,06
1. sonstige Finanzanlagen 2.627.297,43 2.567.907,06
B. Umlaufvermögen 3.936.097,40 3.903.414,33
I. Vorräte 1.113,27 415.594,43
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.842.952,32 1.652.492,56
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 127.508,80 168.962,79
2. sonstige Vermögensgegenstände 3.715.443,52 1.483.529,77
III. Wertpapiere 67.939,14 326.301,15
1. sonstige Wertpapiere 67.939,14 326.301,15
IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 24.092,67 1.509.026,19
C. Rechnungsabgrenzungsposten 98.644,64 77.459,67
Bilanzsumme, Summe Aktiva 8.576.316,94 8.780.788,91

Passiva

   
  31.12.2008
EUR
31.12.2007
EUR
A. Eigenkapital 5.735.120,59 6.602.510,07
I. gezeichnetes Kapital 512.300,00 512.300,00
II. Kapitalrücklage 17.362,77 17.362,77
III. Gewinnrücklagen 79.617,13 79.617,13
IV. Gewinnvortrag 2.993.230,17 3.510.355,16
V. Jahresüberschuss 2.132.610,52 2.482.875,01
B. Rückstellungen 1.656.382,61 1.540.639,14
C. Verbindlichkeiten 1.164.662,83 612.419,09
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 853.279,51 277.552,43
2. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 49.768,71 43.900,83
3. sonstige Verbindlichkeiten 261.614,61 290.965,83
D. Rechnungsabgrenzungsposten 20.150,91 25.220,61
Bilanzsumme, Summe Passiva 8.576.316,94 8.780.788,91

Gewinn- und Verlustrechnung

  1.1.2008 - 31.12.2008
EUR
1.1.2007 - 31.12.2007
EUR
1. Rohergebnis 20.108.470,63 17.862.926,26
2. Personalaufwand 6.886.613,62 6.108.147,07
a) Löhne und Gehälter 5.988.672,15 5.325.611,47
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 897.941,47 782.535,60
3. Abschreibungen 457.208,81 900.996,52
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs 457.208,81 440.457,98
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 460.538,54
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 9.114.176,30 6.786.388,41
5. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 17.670,00 8.840,00
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 143.914,50 132.140,23
7. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 401.994,94 94,14
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.454,08 4.380,73
9. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 3.406.607,38 4.203.899,62
10. außerordentliche Aufwendungen 0,00 166.701,97
11. außerordentliches Ergebnis 0,00 -166.701,97
12. Steuern vom Einkommen und Ertrag 1.267.294,20 1.548.836,52
13. sonstige Steuern 6.702,66 5.486,12
14. Jahresüberschuss 2.132.610,52 2.482.875,01

Anhang

1. Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

1.1. Allgemeine Angaben

Der vorliegende Jahresabschluss der RA‑MICRO Software GmbH wurde gemäß den §§ 240 ff., 264 ff. HGB aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Gemäß § 265 Abs. 6 HGB wurde die Bezeichnung einzelner Bilanzposten sowie von Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ihrem tatsächlichen Inhalt angepasst. Die Bilanz wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die größenabhängigen Erleichterungen gemäß § 288 HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften wurden von der Gesellschaft in Anspruch genommen.

1.2. Angaben der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die einzelnen Bilanzposten

Die Gegenstände des immateriellen Anlagevermögens und des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden entsprechend der aufgrund steuerlicher Vorschriften festgelegten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear über einen Zeitraum von 2 bis 50 Jahren vorgenommen. Abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind und deren Anschaffungskosten- oder Herstellungskosten 150,00-1.000,00 € betragen, werden in einem Sammelposten erfasst, der über fünf Jahre aufzulösen ist.

Die Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen werden mit dem durch die Versicherung mitgeteilten Aktivwert zum 31. Dezember 2008 angesetzt. Die Bewertung der Ware erfolgt zu Anschaffungskosten. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nominalwert abzüglich erforderlicher Einzelwertberichtigungen angesetzt. In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von T€ 2.987 enthalten. Davon haben Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von T€ 2.243 und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 220 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bewertet. Die Bewertung der flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten umfasst gemäß § 250 Abs. 1 HGB allein Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Für ungewisse Verbindlichkeiten werden Rückstellungen in dem Umfang gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Für die sich aus der betrieblichen Altersversorgung ergebenden Verpflichtungen werden Pensionsrückstellungen in Höhe des versicherungsmathematisch ermittelten Teilwertes gemäß § 6a EStG bei Anwendung eines Rechnungszinsfußes von 6 % und unter Zugrundelegung der Richttafeln 2005 G von Dr. Klaus Heubeck gebildet. Die Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten umfasst gemäß § 250 Abs. 2 HGB Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

2. Erläuterungen zur Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung

2.1. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens sowie der Abschreibungen im Geschäftsjahr 2008 sind diesem Anhang beigefügt.

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt € 512.300,00.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die Gewerbesteuerrückstellung (T€ 0,3)

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Gehaltsansprüche und Tantiemen (T€ 333,9), für noch nicht genommenen Urlaub sowie Überstunden (T€ 111,6), Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten (T€ 289,4) sowie Rückstellungen für Jahresabschlusskosten (T€ 35,0).

Die Zusammensetzung sowie Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten:

    Mit einer Laufzeit von
Verbindlichkeiten Gesamt
bis zu 1 Jahr
1 bis zu 5 Jahren
mehr als 5 Jahren
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 853.279,51 853.279,51 0,00 0,00
Verbindlichkeiten Beteiligungsunternehmen 49.768,71 49.768,71 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 261.614,61 261.614,61 0,00 0,00
  1.164.662,83 1.164.662,83 0,00 0,00

2.2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Lizenzgebühren (T€ 2.054), Messe- und Werbekosten (T€ 1.557,1), Vertriebsprovisionen (T€ 1.160,3) sowie Raumkosten (T€ 1.203,7).

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen in Höhe von T€ 1.276 auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und mit T€ ‑8,7 auf Vorjahre.

3. Sonstige Angaben

3.1. Sonstige nicht aus der Bilanz ersichtliche finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestanden Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:

(Angaben in T€)

Art der Verpflichtung 2007 2008 2009
Raum-Mietverträge 961 992 1.069
069Anlagen Miet- und Leasingverträge 0 5 3
Fahrzeugleasingverträge 35 66 76
GESAMT 996 1.063 1.148

Des Weiteren bestehen eventuelle Verpflichtungen aus Dividendengarantien, die im Zusammenhang mit dem Verkauf von Aktien der DictaNet Software AG im Jahre 2002 stehen. In den Kaufverträgen garantiert die RA‑MICRO Software GmbH, dem Erwerber eine Dividende von maximal 10 % auf das eingesetzte Kapital (€ 166,67 je Aktie) für 5 Jahre zu zahlen, beginnend mit der Dividendenberechtigung für das Geschäftsjahr 2002.

Aus dieser Garantie können sich für die RA‑MICRO Software GmbH folgende Zahlungsverpflichtungen ergeben: In 2008 für das Geschäftsjahr 2008 € 60.900,00. Es bestehen Avalverbindlichkeiten gegenüber der Dresdner Bank AG in Höhe von € 5.112,90. Gegenüber der Berliner Volksbank eG besteht ein Avalkreditrahmen in Höhe von € 370.000,00 für Mietbürgschaften gegenüber verschiedenen Gläubigern. Die tatsächliche Inanspruchnahme beträgt zum 31.12.2008 € 133.498,00.

3.2. Organe, Organkredite und Aufwendungen für Organe

Der Geschäftsführung der RA‑MICRO Software GmbH gehörten im Geschäftsjahr 2008 folgende Personen an:

Herr RA Dr. Peter Becker (Einzelvertretung)

Herr Erwin Nowotny

Die Gesamtbezüge der Geschäftsführungsmitglieder für das Geschäftsjahr 2008 betragen € 925.117,74.

3.3. Angaben der Zahl der Beschäftigten Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2008 waren durchschnittlich 111,25 Angestellte beschäftigt (Vorjahr: 97).

4. Gewinnverwendungsvorschlag

Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn einen Betrag von € 3.000.000,00 an die Alleingesellschafterin auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

 

Berlin, Dezember 2009

RA‑MICRO Software GmbH

Die Geschäftsführung

Dr. Peter Becker

Erwin Nowotny

Anlagespiegel

  Anschaffungs- u n d Herstellungskosten
  Stand am 1.1.2008
Zugänge
Abgänge
Stand am 31.12.2008
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 324.790,60 67.168,34 5.283,62 386.675,32
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.638.353,55 303.064,43 897.844,00 1.043.573,98
2. Andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.172.867,67 761.972,04 240.329,11 2.694.510,60
  3.811.221,22 1.065.036,47 1.138.173,11 3.738.084,58
III. Finanzanlagen        
1. Rückdeckungsansprüche Lebensversicherung 373.604,09 59.390,37 0,00 432.994,46
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 2.194.302,97 0,00 0,00 2.194.302,97
  2.567.907,06 59.390,37 0,00 2.627.297,43
Summe Anlagevermögen 6.703.918,88 1.191.595,18 1.143.456,73 6.752.057,33
  Abschreibungen
  Stand am 1.1.2008
Zugänge
Abgänge
Stand am 31.12.2008
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 244.713,88 41.579,34 5.278,62 281.014,60
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 267.401,55 75.755,43 18.093,00 325.063,98
2. Andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.391.888,54 339.874,04 127.358,73 1.604.403,85
  1.659.290,09 415.629,47 145.451,73 1.929.467,83
III. Finanzanlagen        
1. Rückdeckungsansprüche Lebensversicherung 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
  0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 1.904.003,97 457.208,81 150.730,35 2.210.482,43
  Buchwerte
  Stand am 01.01.2008
Stand am 31.12.2008
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 80.076,72 105.660,72
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.370.952,00 718.510,00
2. Andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung 780.979,13 1.090.106,75
  2.151.931,13 1.808.616,75
III. Finanzanlagen    
1. Rückdeckungsansprüche Lebensversicherung 373.604,09 432.994,46
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 2.194.302,97 2.194.302,97
  2.567.907,06 2.627.297,43
Summe Anlagevermögen 4.799.914,91 4.541.574,90

Außerplanmäßige Abschreibungen beim Anlagevermögen und beim Umlaufvermögen zur Vorwegnahme künftiger Wertschwankungen

1.1.2008 - 31.12.2008

Die außerplanmäßigen Abschreibungen im Anlagevermögen nach § 253 Abs. 2 Satz 3 HGB betragen 401.994,94 EUR.

1.1.2007 - 31.12.2007

Die außerplanmäßigen Abschreibungen im Anlagevermögen nach § 253 Abs. 2 Satz 3 HGB betragen 94,14 EUR.

Berichtsprüfung

Bestätigungs-/Versagungsvermerk/Bescheinigungstext

Nach dem Ergebnis unserer Prüfung erteilen wir dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2008 sowie dem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2008 der RA-MICRO Software GmbH, Berlin, den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk:

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der RA-MICRO Software GmbH GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2008 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriftenliegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Berlin, 20. November 2009

HVR Revision GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Gerd Marschall, Wirtschaftsprüfer

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