Stammdaten

Register
Amtsgericht Ansbach HRB 137
Vorher
Pröll-Chemie GmbH
Eingetragen
31.1.1969
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenBearbeitung und Veredlung von KunststoffwarenGroßhandel mit Anstrichmitteln
Gegenstand
Gegenstand geändert, nun: Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von anwenderspezifischen, funktionalen Druckfarben und Lacken für die Siebdruckund Tampondruck-Technik.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Silke Dr. Kupfer
seit 1.10.2019
Prokura
Michael Anderle
seit 1.10.2019
Geschäftsführer
Reinhard Port
seit 12.11.2002
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
63.37%
36.63%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Reinhard Port
Treuchtlingen
435.650 €
63.37%
Daniela Port
Hannover
251.785 €
36.63%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Pröll GmbH

Weißenburg i. Bayern

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

A. Grundlagen des Unternehmens

Die Pröll GmbH entwickelt, produziert und vertreibt weltweit anwenderspezifische, funktionale Druckfarben und Lacke für die Siebdruck- und Tampondrucktechnik.

Die Forschung und Entwicklung findet im Zentrallabor, die Produktion in zwei separaten Produktionshallen ausschließlich am Standort Weißenburg i. Bay. statt.

Der Vertrieb erfolgt durch die Vertriebstochtergesellschaften Pröll Services GmbH in Deutschland und Österreich, Proell, Inc., St. Charles, IL, in USA, Kanada und Mittelamerika, Proell Ink Trading Shanghai Co., Ltd. in China sowie in sonstigen Ländern entweder im Wege des Direktvertriebs oder durch qualifizierte Fachhändler mit Schwerpunkt auf den technischen Siebdruck.

1. Beschaffung

Die Rohstoffbeschaffung bei 53 Hauptlieferanten erholte sich zum Ende der Coronapandemie ungeachtet fortdauernder politischer Krisen (zweites Jahr des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 mit anschließendem Gaza-Krieg) und war jederzeit gewährleistet. Absatzbedingt ging die Beschaffungsmenge um 6,6% gegenüber dem Vorjahr zurück, aufgrund des Einkaufs niedrigpreisiger Rohstoffe reduzierte sich der Einkaufswert insgesamt um 20,4% bzw. im Durchschnitt um 14,7% pro Kilogramm Rohstoff.

Infolge einer rückläufigen Wirtschaftslage sowie nach Stabilisierung der Lieferketten konnte ein genereller Rückgang der Rohstoffpreise gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Im Einzelnen schwächten sich die Preise unter anderem für Buntpigmente um 2,5%, Weißpigmente um 6,5% und Bindemittel unterschiedlicher Harze um 4,9% ab, wohingegen Additive um 1,0% teurer wurden. Die Preislage bei Lösemitteln entspannte sich zum Vorjahr sogar um 28,3%, blieb aber dennoch um 22,5% über dem Vor-Corona-Preisniveau von Dezember 2019.

Ein unternehmensintern geführter Rohstoffpreisindex bezogen auf einen über alle Rohstoffe gewogenen Durchschnittsbeschaffungspreis ergab zwar zum Ende Dezember 2023 eine um 7,5% gesunkene Beschaffungspreisquote zum Vorjahr, jedoch lag diese Quote bezogen auf das Vor-Corona-Preisniveau von Dezember 2019 immer noch auf einem hohen Wert von 18,7%.

Verpackungsmaterialien verharrten bei geringen Schwankungen auf hohem Preisniveau von 34,8% bezogen auf das Vor-Corona-Preisniveau von Dezember 2019 (Weißblechgebinde bei 83%, Kunststoffgebinde bei 24%). Hingegen bewegten sich Containerfrachten zurück auf Normallevel.

Eine Steigerung der Energiekosten konnte aufgrund bereits in 2020/21 abgeschlossener, langfristiger Strom- und Erdgaslieferverträge vermieden werden.

2. Forschung und Entwicklung

Im Bereich Forschung und Entwicklung sowie Qualitätssicherung waren 40 Arbeitnehmer der Fachrichtung Chemiker/in, Chemie-/Lackingenieur/in und Laborant/in beschäftigt.

Der Schwerpunkt der Entwicklungstätigkeit lag auf der Optimierung der Farbsysteme für die IMD/FIM-Kunststofftechnologie ("In-Mold Decoration/Film Insert Molding") sowohl im Hinblick auf Verdruckbarkeit und Klimabeständigkeit bestehender Lösemittelfarbsysteme als auch auf potenzielle Eignung wässriger bzw. biobasierter Rohstoffe. Ferner wurden aktuelle UV- bzw. Dual Cure-Schutzlacke unter dem Aspekt einer Aushärtung unter geringerer UV-Dosis, einer erhöhten Witterungsbeständigkeit und einer antimikrobiellen Wirkung überarbeitet. Die Prüfung wasserbasierter Farbsysteme zwecks Haftung auf unterschiedlichen Kunststoff- bzw. Glassubstraten wurde intensiv weiterverfolgt. Die Weiterentwicklung von Zweikomponenten-Einbrennfarben zur Dekoration von Flachglas im Innen- oder Außenbereich konzentrierte sich nachfrageorientiert auf Farbtöne mit sehr hoher optischer Dichte (Tiefschwarz und Titanweiß). Der Schwerpunkt im Bereich der Entwicklung von Standardfarben wurde auf die Entfernung des Lösemittels Cyclohexanon sowie auf eine beschleunigte Aushärtung nach dem Druck gelegt.

Eine hohe Zahl an Laborkräften war unverändert mit dem Austausch einstellungs- bzw. einstufungsbedrohter Rezepturbestandteile bzw. der Auswahl alternativer Rohstoffe für unterschiedliche Farb- bzw. Lacksorten beschäftigt.

Marketingaktivitäten wurden in Form von 8 Konferenz- bzw. Messepräsentationen, 238 Kunden- bzw. Außendienstbesuchen sowie 35 hausinternen Schulungen in der Druck- und Anwendungstechnik durchgeführt.

Das IMD/FIM-Center erlangte nach Fertigstellung aller Werkzeuge (Verformen, Stanzen, Spritzgießen) die volle Einsatzfähigkeit zur Erstellung von Musterbauteilen sowie Schulung von Kunden und Mitarbeitern.

3. Investition und Finanzierung

Der Schwerpunkt der Neu- und Ersatzinvestitionen in Höhe von T€ 509 (Vorjahr: T€ 981) lag auf der Anschaffung von Betriebs- und Geschäftsausstattung (T€ 189) und Firmenfahrzeugen (T€ 95) sowie auf Anzahlungen für eine neue ERP-Software (T€ 204) und eine zu erneuernde Abluftreinigungsanlage (T€ 8).

Die Finanzierung erfolgte durch Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (siehe C) Ziff. 3.2).

4. Personal- und Sozialbereich

Der Personalstand (ohne Geschäftsführer) belief sich im Durchschnitt auf 102 Arbeitnehmer/innen am Standort Weißenburg (Vorjahr: 101), unter Einbeziehung der Vertriebstochtergesellschaften insgesamt auf 146 Arbeitnehmer/innen (Vorjahr: 146).

Im Geschäftsjahr ausgeschiedene 12 Arbeitnehmer/innen, darunter 4 Renteneintritte, wurden allesamt durch Neuzugänge ersetzt.

Die Vergütung der technischen, kaufmännischen und akademischen Arbeitnehmer/innen erfolgt auf Grundlage der zwischen dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) geschlossenen Manteltarif- und Einzeltarifverträge. Die Gehälter der Führungskräfte sind individuell vereinbart und von Tarifsteigerungen bzw. sonstigen Tarifbestimmungen ausgenommen.

Im Rahmen der Chemie-Tarifrunde 2022 der Chemischen Industrie für den Tarifbezirk Bayern wurde im Tarifabschluss vom 18. Oktober 2022 mit Laufzeit bis zum 30. Juni 2024 zum einen zwei Inflationsgeldzahlungen in Höhe von je € 1.500,-- (je € 500,-- an Auszubildende) mit jeweiliger Fälligkeit zum 31. Januar 2023 und zum 31. Januar 2024, zum anderen die Erhöhung der Tarifentgelte und Ausbildungsvergütungen um jeweils 3,25% mit Wirkung zum 1. Januar 2023 und zum 1. Januar 2024 vereinbart.

Zudem wurde der für das Kalenderjahr 2023 maßgebliche "Zukunftsbetrag" als von der Geschäftsführung festgelegte, jährliche Einmalzahlung in Höhe von 23,0% eines monatlichen Tarifentgeltes plus Zulagen vergütet.

5. Managementsysteme

Die Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitsschutz-Managementsysteme nach ISO 9001, 14001 und 45001 wurden rezertifiziert.

6. Leistungsindikatoren

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren, mit denen die Geschäftsführung das Unternehmen steuert, sind das Rohergebnis, der Cashflow sowie die absolute Höhe des Jahresüberschusses.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut Statistischem Bundesamt sank das Bruttoinlandsprodukt 2023 in Deutschland preisbereinigt um 0,3% gegenüber dem Vorjahr. Ebenfalls nahm die Wirtschaftsleistung im verarbeitenden Gewerbe um 0,4% ab, insbesondere aufgrund starken Rückgangs der Produktion in der energieintensiven Chemieindustrie um 10,4%.

Bedingt durch zehn Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) ab 2022 mit der Konsequenz eines Refinanzierungszinssatzes der Banken für Kredite der EZB von aktuell 4,5% sank die Inflationsrate von 10,5% im Oktober 2022 auf 2,9% zum Jahresende 2023.

Die deutsche Lack- und Druckfarbenindustrie verzeichnete bei 1,47 Mio. t verkaufter Lacke und Farben im Jahr 2023 einen Absatzrückgang von 3,0% gegenüber dem Vorjahr, hingegen stieg der Branchenumsatz aufgrund inflationsbedingt höherer Verkaufspreise um 2% auf 6,1 Mrd. Euro.

Während der Absatz von Autoserienlacken um 18% und Reparaturlacken um 2% zulegte sowie bei Industrielacken noch ein Anstieg von 1,5% zu verzeichnen war, trat bei Bautenfarben ein Mengenrückgang von 4% und bei Holzschutz- und Möbellacken von 9% ein. Zum wiederholten Mal stark rückläufig war das Segment der "Druckfarben" mit einem Rückgang der Absatzmenge an Publikations- und Verpackungsdruckfarben um 13% auf nunmehr 183.000 t. Insgesamt wurden Druckfarben für Publikationen und Verpackungen im Wert von 810 Mio. Euro verkauft.

Für das Geschäftsjahr 2024 prognostiziert der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V., in dem etwa 200 zumeist mittelständische Lack-, Farben- und Druckfarbenhersteller organisiert sind (90% der Branche mit 9 Mrd. Euro Umsatzvolumen und 25.000 Arbeitnehmern), eine fortschreitende Schrumpfung der Produktion um 2% aufgrund nach wie vor sinkender Nachfrage, dies jedoch bei inflationsbedingtem Anstieg des Branchenumsatzes um 1% auf 6,2 Mrd. Euro.

2. Geschäftsverlauf

Nach dem Ende der Coronapandemie stieg die Absatzmenge der Pröll GmbH zunächst bis Mai 2023 um durchschnittlich 10,8% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Unmittelbar darauf trat jedoch die Schrumpfung der Gesamtwirtschaft in Deutschland ein, was zu einem Rückgang der Absatzmenge um 11,5% in der zweiten Jahreshälfte 2023 führte.

Insgesamt wurde bei ca. 70%iger Kapazitätsauslastung eine um 15 t bzw. 2,5% rückläufige Gesamtverkaufsmenge von 555 t (Vorjahr: 570 t), verteilt auf 98 Farb- bzw. Lacksorten, zu 44% im Inland und zu 56% im Ausland (davon zu 14,5% in China und zu 12,2% in USA) abgesetzt.

Diese war folgenden Produktsegmenten zuzuordnen:

- Wasser-, Lösemittelfarben und UV-Lacke aus Auftragsfertigung: 198 t / 36%

- Lösemittelfarben für den technischen Sieb- und Tampondruck: 175 t / 32%

- Siebdruckfarben für die IMD/FIM-Kunststofftechnologie ("In-Mold Decoration/Film Insert Molding"): 139 t / 25%

- Wasserbasierte Siebdruckfarben und Drucklacke: 24 t / 4%

- UV-Siebdruckfarben, UV-Drucklacke zum Oberflächenschutz: 19 t / 3%

In Anbetracht zwar abgeschwächter, aber unverändert über dem Vor-Corona-Preisniveau liegender Rohstoffkosten wurden alle Artikel einer weiteren Verkaufspreiserhöhung von 5% zum 1. April 2023 in Europa sowie zum 1. Oktober 2023 in USA, jedoch nicht in China, unterzogen und abgesehen von zwei kundenindividuellen Ausnahmen vollständig umgesetzt.

3. Lage des Unternehmens

3.1 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 konnte, wie erwartet, ein verbessertes Rohergebnis von T€ 10.630 erzielt werden. Der Zuwachs um T€ 328 bzw. 3,2% gegenüber dem Vorjahr (T€ 10.302) resultierte in erster Linie aus Auftragsfertigung sowie einer steigenden Nachfrage nach wasserbasierten Siebdruckfarben.

Der Personalaufwand erhöhte sich trotz der auf Dezember 2023 vorgezogenen, zweiten tariflichen Inflationsgeldzahlung nur leicht um insgesamt T€ 5 bzw. 0,1% auf T€ 6.701 (Vorjahr: T€ 6.696).

Die prozentuale Quote des Personalaufwands (T€ 6.701) zum verbesserten Rohertrag (T€ 10.630) reduzierte sich synchron auf 63,0% (Vorjahr: 65,0%).

Die Abschreibungen auf Sachanlagen blieben nach Fertigstellung des IMD/FIM-Technikums mit T€ 874 (Vorjahr: T€ 872) nahezu konstant, wohingegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um T€ 118 bzw. 4,2% auf T€ 2.953 (Vorjahr: T€ 2.835) stiegen.

Die Erträge aus Gewinnabführung der Pröll Services GmbH erhöhten sich um T€ 46 auf T€ 262 (Vorjahr: T€ 216), da sich abgesehen von der Umsatzsteigerung des inländischen Farb- und Serviceleistungsgeschäfts auf T€ 8.657 (Vorjahr: T€ 8.632) die erzielten Roherträge der Vertriebstochtergesellschaft um T€ 44 bzw. 1,5% verbesserten.

Der Aufwand für Ertragsteuern steigerte sich um T€ 58 bzw. 438% auf T€ 71 (Vorjahr: T€ 13).

Trotz schwankender Geschäftslage konnte erneut ein verbesserter Jahresüberschuss von T€ 192 (Vorjahr: T€ 38) erzielt werden, so dass die letztjährige Ergebnisprognose positiv bestätigt wurde.

3.2 Finanzlage

Der Finanzierungsbedarf wurde in voller Höhe aus dem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (T€ 2.493) gedeckt.

Kapitalflussrechnung 2023
T€
Vorjahr
T€
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 2.493 -3.058
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -508 -963
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -1.950 2.150
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 35 -1.871
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 152 2.023
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 187 152

Die Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung, unter anderem in noch ausstehende Werkzeuge für das IMD/FIM-Center, die Erneuerung von Firmenfahrzeugen sowie Anzahlungen für eine neue ERP-Software und eine zu erneuernde Abluftreinigungsanlage in Höhe von zusammen T€ 509 wurden vollumfänglich aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert.

Unverändert bestanden nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in ausreichender Höhe zur jederzeitigen Liquiditätsbeschaffung.

3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme verminderte sich um T€ 1.602 auf T€ 19.759 (Vorjahr: T€ 21.361).

Die Eigenkapitalquote lag bei 79,6% (Eigenkapital T€ 15.731 zu Gesamtkapital T€ 19.759) und sichert somit künftigen Finanzierungsbedarf in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.

Die Eigenkapitalrentabilität (Jahresüberschuss T€ 192 zu Eigenkapital T€ 15.731) lag bei 1,2%.

3.4 Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage spiegelt die anfängliche wirtschaftliche Erholung nach Ende der Coronapandemie wider, welche nachfolgend in eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung in Deutschland mündete, von der auch die Pröll GmbH durch rückläufige Verkaufsmengen betroffen war.

C. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

1. Prognosebericht

Die globale Lage ist geprägt durch vier aktuelle Kriegsereignisse, dem am 24. Februar 2022 begonnenen russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 verbunden mit dem Gaza-Krieg der Israelischen Armee gegen die Hamas, den seit 19. November 2023 laufenden Angriffen der politisch-militärischen Bewegung der Huthi-Milizen aus Jemen auf die internationale Handelsschifffahrt im Roten Meer und dem militärischen Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah sowie dem Iran seit dem 1. April 2024.

Vor dem Hintergrund möglicher negativer Auswirkungen erwartet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Jahresgutachten vom 8. November 2023 für das Jahr 2024 nur ein geringes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,7% (laut Bundesregierung vom 24. Februar 2024 sogar nur 0,2%), verbunden mit einer abgeschwächten Inflationsrate von 2,6% bei gleichbleibend hohem Leitzinssatz der EZB von 4,5%.

In Anbetracht weiter steigender Energiekosten (CO 2 -Abgabe auf Benzin, Heizöl und Gas) und regulatorischer Belastungen ist sowohl mit einer gedämpften Konsumnachfrage als auch bedingt durch die verfassungsrechtliche Schuldenbremse mit nicht ausreichenden staatlichen Wachstumsimpulsen für dringend notwendige Investition in den Wirtschaftsstandort zu rechnen.

Ebenso geht der Verband der Lack- und Druckfarbenindustrie von einem weiteren Absatzrückgang an Lacken und Farben in Höhe von 2% im Jahr 2024 aus, welcher jedoch inflationsbedingt durch einen um 1% höheren Branchenumsatz kompensiert werden könnte.

Zu Anfang April 2024 verzeichnet die Pröll GmbH einen positiven Geschäftszuwachs von 5,5% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum, der im Wesentlichen aus einem um 65% gestiegenen Absatz an unterschiedlichen Farbsystemen im Exportgeschäft resultiert, während sich die Verkäufe im Inland an Automobilzulieferer von IMD/FIM-Kunststoffbauteilen um 37% abgeschwächt haben. Dieses gespaltene Absatzszenario bedarf der weiteren Beobachtung im laufenden Geschäftsjahr, um gegebenenfalls zum späteren Zeitpunkt eine Prognose ableiten zu können.

Sollte die aktuell hohe Nachfrage im Export bei deutlich höherer Mengenausbringung die Marktschwäche des inländischen Automobilzuliefergeschäftes kompensieren können, ist mit einem um 5% bis 10% steigenden Rohergebnis sowie in gleicher Größenordnung verbesserten Cashflow und Jahresergebnis 2024 zu rechnen.

2. Risikobericht

Das Risikomanagement dient dazu, organisatorische Prozesse mithilfe derer Risiken frühzeitig erkannt werden können, zu entwickeln, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Das Risiko steigender Rohstoffpreise ist aktuell auf ein erhöhtes, bis auf weiteres aber stabiles Niveau beschränkt, so dass derzeit keine Verkaufspreiserhöhung erforderlich ist.

Dem Verfügbarkeitsrisiko wird durch laufende Beschaffung und Bevorratung in der Größenordnung eines jeweils prognostizierten Jahresbedarfs Rechnung getragen (vorbehaltlich der Haltbarkeit). Bei strategischen Rohstoffen ist stets ein mehrjähriger Vorratsbestand angelegt.

Zwecks Überwachung der operativen Kostenentwicklung und stets aktueller Kalkulation der Verkaufspreise ist das kaufmännische Controlling mit einer kaufmännischen Fachkraft besetzt.

Das Finanzrisiko in Form des Liquiditätsrisikos, Verbindlichkeiten bei Fälligkeit nicht begleichen zu können, ist aufgrund ausreichend liquider Mittel, laufender Liquiditätsplanung, striktem Forderungseinzug und nicht in Anspruch genommener Kreditlinien als niedrig anzusehen.

Das Zahlungsausfallrisiko von Kunden wird in Krisenzeiten permanent überwacht. Ein wesentlicher Zahlungsausfall ist bislang nicht gegeben.

Die Fremdfinanzierung von Investitionen, insbesondere zum Zweck einer umwelttechnischen Erneuerung langjähriger Produktionsanlagen sowie einer energetischen Gebäudesanierung, hat sich infolge stark gestiegener Bankzinsen für Investitionskredite von vormals 1,55% auf aktuell 4,85% signifikant verschlechtert. Die Folgekosten (Zinsen, Abschreibungen) derartiger, nicht unmittelbar produktbezogener Modernisierungsmaßnahmen lassen sich nicht mittels Verkaufspreiserhöhung an Kunden der nachgelagerten Wertschöpfungskette weiterbelasten, sondern erfordern eine nachhaltige Geschäftsausweitung, gegebenenfalls unterstützt durch eine öffentliche Förderung derartiger Finanzierungskosten.

Das IT-Risiko einer Unterbrechung der elektronischen Datenverarbeitung wird durch eine jährliche Basisprüfung ITQ in Bezug auf IT-Infrastruktur und IT-Sicherheit adressiert. Zudem wird eine Informationssicherheitsrichtlinie mit konkreten Sicherungsmaßnahmen erarbeitet.

Das Absatzmarktrisiko in Form der technologischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit der deutschen Chemie-, Automobil- und Maschinenbauindustrie sowohl von chinesischen Vorlieferanten als auch von lokalen Produktionsstätten (z.B. Verbundstandorten) sowie von chinesischen Kunden hat sich trotz politischer Warnungen vor einem Konflikt zwischen China und den USA über die staatliche Anerkennung von Taiwan nicht vermindert. Zudem ist die chinesische Binnenkonjunktur bedingt durch Immobilienkrise und abgeschwächten Konsum rückläufig. Letzteres trifft jedoch weniger lokale Zulieferer und Hersteller von Elektroautos chinesischer und europäischer Marken. Dementsprechend profitiert die Proell Ink Trading Shanghai Co., Ltd. von dem farb-, druck- und kunststofftechnischen Fachwissen der langjährigen Mitarbeiter, der Farbmischkompetenz im Labor und der jederzeitigen Lieferfähigkeit aus dem Farblager vor Ort.

Umweltrelevanten Herausforderungen (Klimawandel) und entsprechenden gesetzgeberischen Anforderungen (European Green Deal, Immissionsschutz) wird nach wie vor mit folgenden Maßnahmen begegnet:

- Recherche und Einsatz geeigneter nachhaltiger bzw. biobasierter Rohstoffe bei der Neuentwicklung bzw. beim Rohstoffaustausch bestehender Druckfarben und Lacke

- Fokussierung der Entwicklung auf wasserbasierte Druckfarben bzw. UV-Farben/Schutzlacken

- Baubeginn der aktivkohlebasierten Abluftreinigungsanlage für organische Lösemittel

- Planung der energetischen Verbesserung des Verwaltungsgebäudes und einer Werkhalle

- Planung von Ladesäulen für Elektromobile für Besucher und Mitarbeiter.

3. Chancenbericht

Chancen für die auszubauende Positionierung der Pröll GmbH in der Kunststoffbranche bestehen unverändert in der Entwicklung von Druckfarb- bzw. Lacksystemen für Applikationen in der Kunststofftechnik, insbesondere im Rahmen der Integration elektronischer Funktionen für Bedienelemente im Automobilinnenraum sowie für großflächige Außenanwendungen bei Elektromobilen.

Demgemäß wird der Schwerpunkt auf folgende Aktivitäten gelegt:

- Einsatz des IMD/FIM-Centers mit Schwerpunkt auf Kundenschulungen und -projekten

- Beginn der ERP-Migration mit geplantem Echtstart zum 1.1.2025

- Intensivierung der IT-Sicherheit und des kaufmännischen Controllings

- Intensivierung der Vertriebsaktivitäten in Europa, Thailand und Indien durch Schulung technischen Vertriebspersonals lokaler Fachhändler.

D. Schlussbemerkung

Dieser Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf Einschätzungen und Erwartungen der Geschäftsführung beruhen. Ereignisse, die außerhalb des Einflussbereiches der Gesellschaft liegen, beeinflussen somit die Strategie, Geschäftsaktivitäten und das Jahresergebnis.

 

Weißenburg i. Bay., den 28. März 2024

gez. Michael Anderle

gez. Reinhard Port

Bilanz

AKTIVA

31.12.2023
EUR
Vorjahr
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 28.622,00 32.768,00
2. Geleistete Anzahlungen 204.711,56 0,00
233.333,56 32.768,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.594.605,00 5.940.676,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 591.764,00 732.239,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.406.825,00 2.495.845,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 29.290,00 176.230,75
8.622.484,00 9.344.990,75
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.946.741,41 1.946.741,41
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.634.670,00 5.342.220,00
2. Unfertige Erzeugnisse 231.911,00 173.023,00
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 761.385,00 872.018,00
5.627.966,00 6.387.261,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 819.689,47 544.936,57
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.890.495,10 2.507.978,79
3. Sonstige Vermögensgegenstände 364.152,38 349.385,93
3.074.336,95 3.402.301,29
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 186.506,43 151.502,73
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 67.615,03 95.785,46
19.758.983,38 21.361.350,64

PASSIVA

31.12.2023
EUR
Vorjahr
EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 687.435,00 687.435,00
II. Kapitalrücklage 9.399.226,39 9.399.226,39
III. Gewinnrücklage
Andere Gewinnrücklagen 5.306.853,45 5.306.853,45
IV. Gewinnvortrag 145.418,14 607.405,88
IV. Bilanzgewinn 192.076,93 38.012,26
15.731.009,91 16.038.932,98
B. RÜCKSTELLUNGEN
Sonstige Rückstellungen 181.822,00 268.965,76
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.200.000,00 4.650.000,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 326.960,16 167.746,26
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.564,59 25.564,59
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 100.000,00 100.000,00
5. Sonstige Verbindlichkeiten 193.626,72 110.141,05
3.846.151,47 5.053.451,90
19.758.983,38 21.361.350,64

Gewinn- und Verlustrechnung

2023 Vorjahr
1. Rohergebnis 10.629.614,44 10.302.566,78
2. Personalaufwand 6.701.148,49 6.696.165,12
a) Löhne und Gehälter 5.665.833,59 5.687.341,85
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.035.314,90 1.008.823,27
- davon für Altersversorgung: EUR 22.368,34 (Vorjahr: EUR 25.700,23)
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 874.435,47 872.006,95
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.953.145,08 2.834.511,74
5. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 261.701,93 216.067,86
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.855,82 15.380,34
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 2.833,33 (Vorjahr: EUR 6.257,11)
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 81.279,10 58.721,26
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 70.616,32 13.126,85
9. Ergebnis nach Steuern 213.547,73 59.483,06
10. Sonstige Steuern 21.470,80 21.470,80
11. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 192.076,93 38.012,26

Anhang

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Pröll GmbH, Weißenburg i. Bay., eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Ansbach unter der Registernummer HRB 137, wurde nach den §§ 242 ff., 264 ff. des HGB und den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf. Bei der Aufstellung wurden daher die größenabhängigen Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften in Anspruch genommen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind Vermerke zur Bilanz im Anhang ausgewiesen.

Die geltenden handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften wurden unter Berücksichtigung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit beachtet.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses wurden im Einzelnen die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt.

Anlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten nach § 255 Abs. 1 HGB aktiviert und werden planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (3-5 Jahre) linear abgeschrieben. Die Abschreibungen erfolgen im Jahr des Zugangs zeitanteilig. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen wird im Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen und rechtlichen Eigentums mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (5-15 Jahre) abgeschrieben. Der Umfang der Anschaffungskosten entspricht § 255 Abs. 1 HGB. Die Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2. HGB enthalten die Einzelkosten für Material und Fertigung, die Sonderkosten der Fertigung den angemessenen Teil der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear vorgenommen. Im Jahr des Zugangs erfolgt die Abschreibung zeitanteilig. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bis € 800,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und ihr Abgang unterstellt.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder bei Vorliegen von voraussichtlich dauernder Wertminderung zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots werden bis zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für eine dauernde Wertminderung nicht mehr bestehen.

Umlaufvermögen

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren sind mittels Einzelfeststellung der Anschaffungskosten beziehungsweise zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden mit den Materialeinzelkosten, Materialgemeinkosten zuzüglich Fertigungskostenzuschläge inklusive Fertigungslöhne, die für jede der Produktionsgruppen Farben, Firnisse und Verdünner gesondert ermittelt wurden, bewertet. Somit wurden neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der Gemeinkosten sowie fertigungsbezogene Abschreibungen des Anlagevermögens berücksichtigt. Der Ermittlung der Fertigungskostenzuschläge liegt ein Betriebsabrechnungsbogen für die Zeit von Januar bis Dezember 2023 zugrunde.

Auf Altbestände sind wegen des Verwertungsrisikos angemessene Abschläge vorgenommen worden.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennwert oder mit Ihren Anschaffungskosten angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken bei zweifelhaften Forderungen werden durch entsprechende Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Uneinbringliche Forderungen werden auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben.

Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung in Höhe von 3% auf die Nettoforderungen, gekürzt um die bis Berichterstellung ausgeglichenen Forderungen, ausreichend Rechnung getragen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nennwert angesetzt.

Als Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden gemäß § 250 Abs. 1 HGB Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, abgegrenzt.

Eigenkapital

Der Ausweis und die Darstellung des Eigenkapitals erfolgen nach § 272 HGB. Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennbetrag angesetzt.

Rückstellungen

Rückstellungen werden für alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste gebildet. Dabei wird vorsichtig bewertet und alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden nach § 253 Abs. 2 HGB auf den Abschlussstichtag mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre der Deutschen Bundesbank abgezinst. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen wurden soweit erforderlich bei der Ermittlung des Erfüllungsbetrags berücksichtigt.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Grundsätze der Umrechnung von Fremdwährungsposten in Euro

Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgt mit dem Devisenkassamittelkurs am Entstehungstag. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr werden am Abschlussstichtag zum Stichtagskurs umgerechnet.

Erläuterungen zu den Posten der Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in Form eines Anlagespiegels als Anlage zum Anhang dargestellt.

Zinsen für Fremdkapital werden bei keinem Posten des Anlagevermögens aktiviert.

Finanzanlagen

Die Zusammensetzung des Anteilsbesitzes ist der nachfolgenden Zusammenstellung zu entnehmen.

Unternehmen Eigenkapital Ergebnis Kapitalanteil
in %
Pröll Services GmbH, € 238.762,54 0,00 100
Weißenburg i. Bay. *
Proell Inc., St. Charles, Illinois, USA € 682.786,89 -€ 43.718,57 100
Proell Ink Trading Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China € 2.346.689,15 € 244.739,55 100

* Mit der Pröll Services GmbH besteht seit 23.02.1994 ein Ergebnisabführungsvertrag.

Die Werte entsprechen den nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüssen. Die Umrechnung der Fremdwährungswerte erfolgte für das Eigenkapital sowie für das Ergebnis mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. Die Erhöhung des Eigenkapitals der Proell Ink Trading Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China ist durch Thesaurierung des Gewinns im Jahr 2023 entstanden. Die Verminderung des Eigenkapitals der Proell Inc.,St. Charles, Illinois USA ist durch den im Jahr 2023 entstandenen Verlust, wie oben dargestellt, entstanden.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Warenlieferungen an Tochtergesellschaften in Höhe von T€ 1.576 (Vj. T€ 2.262) sowie sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 315 (Vj. T€ 246).

Alle Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Sonstige Rückstellungen

31.12.2023
31.12.2022
Urlaubsansprüche 61.300,00 59.000,00
Stundenguthaben 2.037,00 34.100,00
Gewährleistungsverpflichtung 73.400,00 69.500,00
Schwerbehindertenausgleichsabgabe 8.085,00 12.600,00
Lizenzgebühren 0,00 56.765,76
Übrige 37.000,00 37.000,00
181.822,00 268.965,76

Verbindlichkeiten

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt sich wie im Vorjahr um eine Darlehensverbindlichkeit gegenüber der Tochtergesellschaft Pröll Services GmbH.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern handelt es sich wie im Vorjahr um eine Darlehensverbindlichkeit gegenüber dem geschäftsführenden Gesellschafter, Reinhard Port.

Die Verbindlichkeiten sind wie folgt strukturiert:

Restlaufzeit
≤ 1 Jahr
> 1 Jahr
davon > 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 700.000 2.500.000 0
Vorjahr 1.950.000 2.700.000 900.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 326.960 0 0
Vorjahr 167.746 - 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.565 0 0
Vorjahr 25.565 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 100.000
Vorjahr 100.000 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 193.627 0 0
Vorjahr 110.141 0 0
Restlaufzeit Gesamt
davon gesichert
31.12.2023
31.12.2022
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.200.000 3.200.000
Vorjahr 3.581.459 4.650.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 326.960
Vorjahr - 167.746
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 25.565
Vorjahr 0 25.565
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 100.000
Vorjahr 0 100.000
Sonstige Verbindlichkeiten 0 193.627
Vorjahr 0 110.141

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch eingetragene Grundschulden sowie durch eine Sicherungsübereignung in ausreichender Höhe gesichert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten:

31.12.2023
31.12.2022
aus Lohnsteuer Dezember 95.245 92.164
im Rahmen der sozialen Sicherheit 8.790 0
Übrige 89.592 17.977
193.627 110.141

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Leasingverträgen in Höhe von € 97.797,00.

Erläuterungen zu den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Rohergebnis

Von der Aufgliederung der Umsatzerlöse wurde aufgrund der Erleichterung für mittelgroße Kapitalgesellschaften gemäß § 288 Abs. 2 HGB abgesehen.

Im Rohergebnis sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von € 28.897,17 (Vj. € 78.328,44) enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von € 40.743,89 (Vj. € 31.376,79) enthalten.

Ertrag aus Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag

Mit Wirkung vom 23. Februar 1994 hat die Pröll GmbH mit Ihrer Tochtergesellschaft Pröll Services GmbH einen Gewinn- und Beherrschungsvertrag abgeschlossen. Der hier ausgewiesene Ertrag in Höhe von € 261.701,93 stellt die Ergebnisübernahme dar.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Neben dem von der Gesellschaft selbst erwirtschafteten steuerlichen Einkommen ist die Gesellschaft Steuerschuldnerin hinsichtlich der über Ergebnisabführungsvertrag verbundenen Organgesellschaft.

Sonstige Angaben

Organe

Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte die Geschäftsführung der Gesellschaft durch die Geschäftsführer

- Herr Michael Anderle, Mühlstetten, Geschäftsführer Vertrieb

- Herr Reinhard Port, Treuchtlingen, Assessor

Der einzelvertretungsberechtigte Geschäftsführer, Herr Reinhard Port, ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Von den Angaben über die Gesamtbezüge der Organe wurde gemäß § 286 HGB abgesehen, da sich anhand dieser Angaben die Bezüge eines Mitgliedes dieser Organe feststellen lässt.

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

Die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer setzt sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt zusammen:

Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung 40 Vorjahr: 39
Verwaltung und Vertrieb 38 Vorjahr: 39
Produktion 24 Vorjahr: 23
102 101

Vorschlag über die Ergebnisverwendung

Der im Geschäftsjahr erzielte Jahresüberschuss zum 31.12.2023 in Höhe von EUR 192.076,93 zuzüglich vorgetragenem Bilanzgewinn 2022 in Höhe von EUR 145.418,14, insgesamt EUR 337.495,07, soll in Höhe eines Teilbetrages von EUR 200.000,00 gemäß eines Ergebnisverwendungsvorschlags an den geschäftsführenden Gesellschafter Reinhard Port ausgeschüttet werden.

 

Weißenburg i. Bay., 28. März 2024

Pröll GmbH

Michael Anderle, Geschäftsführer

Reinhard Port, Geschäftsführer

Anlagenspiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 547.409,03 11.298,40 0,00 0,00 558.707,43
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 204.711,56 155.580,75 155.580,75 204.711,56
547.409,03 216.009,96 155.580,75 155.580,75 763.418,99
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 15.135.838,00 0,00 0,00 0,00 15.135.838,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.506.080,52 0,00 0,00 0,00 3.506.080,52
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.132.692,23 284.837,07 0,00 126.958,69 7.290.570,61
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 176.230,75 8.640,00 -155.580,75 0,00 29.290,00
25.950.841,50 293.477,07 -155.580,75 126.958,69 25.961.779,13
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.125.279,41 0,00 0,00 0,00 2.125.279,41
2.125.279,41 0,00 0,00 0,00 2.125.279,41
28.623.529,94 509.487,03 0,00 282.539,44 28.850.477,53
Abschreibungen
Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Zuschreibungen Stand 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 514.641,03 15.444,40 0,00 0,00 530.085,43
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
514.641,03 15.444,40 0,00 0,00 530.085,43
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 9.195.162,00 346.071,00 0,00 0,00 9.541.233,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.773.841,52 140.475,00 0,00 0,00 2.914.316,52
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.636.847,23 372.445,07 125.546,69 0,00 4.883.745,61
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
16.605.850,75 858.991,07 125.546,69 0,00 17.339.295,13
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 178.538,00 0,00 0,00 0,00 178.538,00
178.538,00 0,00 0,00 0,00 178.538,00
17.299.029,78 874.435,47 125.546,69 0,00 18.047.918,56
Buchwerte
Stand 31.12.2023
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 28.622,00 32.768,00
2. Geleistete Anzahlungen 204.711,56 0,00
233.333,56 32.768,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 5.594.605,00 5.940.676,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 591.764,00 732.239,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.406.825,00 2.495.845,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 29.290,00 176.230,75
8.622.484,00 9.344.990,75
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.946.741,41 1.946.741,41
1.946.741,41 1.946.741,41
10.802.558,97 11.324.500,16

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Pröll GmbH, Weißenburg in Bayern

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Pröll GmbH, Weißenburg in Bayern - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Pröll GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, 16. Mai 2024

BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Tretow, Wirtschaftsprüferin

Horn, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der Pröll GmbH wurde am 31. Juli 2024 festgestellt.

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