Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 336254
Eingetragen
3.1.1995
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Halten und Verwalten von Beteiligungen und Grundstücken sowie die Herstellung und der Vertrieb von Produkten und Kontrollsystemen für Transportmaterial, insbesondere von Bremstechnik.

Finanzübersicht

Historie

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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Haldex GmbH

Heidelberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

A. Grundlagen des Unternehmens

I. Geschäftsmodell

Der Haldex Konzern ist weltweit tätig und produziert, entwickelt und vertreibt hochwertige und innovative Lösungen für die Nutzfahrzeugindustrie. Der Schwerpunkt liegt dabei im Bereich Bremssysteme und Luftfederungstechnologie. Haldex ist Marktführer in verschiedenen Produktkategorien, unter anderem bei Gestängestellern für Trommelbremsen. Haldex hat eine wesentliche Position als globaler Bremsenspezialist. Zu den Kunden gehören die wichtigsten Lastkraftwagen- (LKW) und Anhängerhersteller. Dabei setzt Haldex auf langfristige Partnerschaften und bewährte Konzepte. Hauptumsatzträger mit über 50% ist der Aftermarkt, gefolgt von Anhänger (30%) und LKW (20%).

Im weltweiten Vergleich liegt der Haldex Konzern im Marktanteil nach Knorr-Bremse und Wabco an dritter Stelle.

Anfang des Jahres 2020 agierte die Haldex GmbH noch als Produktionsstandort in den Bereichen Bremsanlagen, Druckluftmanagement und Luftfederung. Im Oktober 2019 wurde von der Gruppe entschieden die Haldex GmbH zu restrukturieren. Die Entwicklung wurde geschlossen und die Verantwortlichkeiten wurden von dem Entwicklungsstandort in England/Mira übernommen. Im März 2020 wurde ein Sozialplan und Interessensausgleich unterzeichnet. Die eigene Fertigung wurde im Juni 2020 ebenfalls endgültig geschlossen und von externen und internen Dienstleistern übernommen. Seit Juli 2020 ist die Haldex GmbH nur noch als Handelsgesellschaft tätig.

Die Restrukturierung wurde mit der geplanten Schließung der Transfergesellschaft zum 31.12.2021 abgeschlossen. Es sind keine Verfahren anhängig und alle Zahlungen sind getätigt.

Die Haldex GmbH ist für die EBS (Electronically controlled brake system) Produkte Lizenznehmer von Haldex AB, deswegen konnten die Restrukturierungskosten für die EBS Linie an die Haldex AB weiterbelastet werden.

B. Wirtschaftsbericht

I. Entwicklung von Gesamtwirtschaft und Branche

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 um 2,7% höher als im Vorjahr. Die deutsche Wirtschaft war somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, konnte sich allerdings im Jahr 2021 wieder etwas erholen.

Das BIP in 2021 ist nach einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal um 2,3% gefallen, im 2. Quartal mit 10,6% dann stark gewachsen. Im 2. Halbjahr schwächte sich das Wachstum deutlich ab und lag bei 1,8% in Q3 und 1,2% in Q4. Damit lag die heimische Wirtschaftsleistung um 1,8% über dem Vorjahr.

Besonders der private Konsum nahm im 4. Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal ab, während die staatlichen Konsumausgaben zunahmen. Die Bauinvestitionen gingen gegenüber dem 3. Quartal 2021 zurück. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ergibt sich für das gesamte Jahr 2021 ein Wachstum des BIP um 2,6 % (auch kalenderbereinigt).

Im Gesamtjahr 2022 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber 2021 um 1,8% gewachsen und somit hat sich die Erholung nach Corona fortgesetzt. Der positive Trend hat sich aktuell ebenfalls im Geschäftsjahr 2023 sich fortgesetzt. Im Jahr 2021 war das Wachstum allerdings durch Lieferkettenprobleme und Materialmangel begrenzt. Dies hat die Entwicklung im Nutzfahrzeugmakt und auch bei Haldex beeinflusst.

Die internationalen Märkte für schwere Nutzfahrzeuge (> 6 Tonnen) konnten sich im vergangenen Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr 2020 größtenteils erholen. Lieferkettenprobleme und der damit verbundene Materialmangel wirkten sich jedoch dämpfend auf die Dynamik aus. Dadurch konnten viele Märkte das Erholungspotenzial nicht vollständig ausschöpfen.

In Europa (EU, Europäische Freihandelsassoziation EFTA und Vereinigtes Königreich) stieg 2021 der Absatz von schweren Nutzfahrzeugen gegenüber dem Vorjahr um 17% auf rund 320.000 Lkw. Nach einem erheblichen Rückgang der Lkw-Neuzulassungen im Jahr 2020 konnte die Teilregion Westeuropa (EU-14, Vereinigtes Königreich und EFTA) im Jahr 2021 ebenfalls einen Zuwachs verbuchen: Die westeuropäischen Märkte für schwere Nutzfahrzeuge legten gegenüber 2020 um rund 10% zu. Dies entspricht einem Absatzvolumen von rund 250.700 Einheiten. Von den fünf größten Absatzmärkten für schwere Nutzfahrzeuge in Europa erzielten Italien (+27%), Spanien (+10%) und das Vereinigte Königreich (+10%) zweistellige positive Wachstumsraten. Frankreich und Deutschland setzten gegenüber 2020 jeweils 6% mehr Lkw ab. Trotz der positiven Wachstumsraten konnten die europäischen Top 5 im vergangenen Jahr ihr Vor-Corona-Niveau nicht erreichen - einzige Ausnahme: Italien, das seinen Absatz von schweren Nutzfahrzeugen im Jahr 2021 um 13% gegenüber 2020 steigerte.

Am 18. August 2022 hat SAF HOLLAND aus Bessenbach bei Aschaffenburg verlautbart, dass sie mehr als 90% der Aktien der Haldex Gruppe kontrollieren und erfolgreich übernommen haben. Zum Ende der Annahmefrist am 16. August 2022 hätten die Haldex Aktionäre rund 68,35% der Papiere angedient. Zusammen mit den bereits gehaltenen 25% kontrolliert SAF-HOLLAND demnach gut 93% der Haldex Aktien. Beide Unternehmen treten damit als führende Fahrzeuglieferanten in Amerika und Europa auf. Das sich dadurch ergebende Wachstumspotential, in der weiteren Durchdringung der Märkte, weist damit ein für die Zukunft nicht unerhebliches Wachstumspotential für die kommenden Jahre auf.

Der Nettoumsatz zeigte in der gesamten Haldex Gruppe eine starke Verbesserung im vierten Quartal 2021und erreichte 116 Mio. EUR (Vj. 99 Mio. EUR), was einem organischen Wachstum von 19% entspricht. Amerika und Europa verzeichneten ein starkes organisches Umsatzwachstum von 21% und 29%, während die Region Asien einen organischen Umsatzrückgang von 8% verzeichnete. Das Aftermarket-Segment wuchs um 17% organisch. "Ebenso war ein organisches Wachstum von 38% für das Trailer-Segment zu verzeichnen, und dass unser verstärkter Fokus auf dieses Segment Ergebnisse zeigt. Wir sehen eine verbesserte Nachfrage unserer Kunden, und nach unserer Einschätzung externer Marktdaten nehmen wir weiterhin Marktanteile ein", so der CEO Jean-Luc Desire in einem Interview zum Jahresendreport für das Wirtschaftsjahr 2021. Der Nettoumsatz für das gesamte Jahr belief sich auf 474 Mio. EUR (412 Mio. EUR), was einem organischen Wachstum von 15% entspricht.

Die Rohstoff- und Komponentenpreise sowie Fracht- und Logistikkosten haben im Laufe des Jahres 2021 stetig und schnell zugenommen und die Einschränkungen in der Lieferkette waren im vierten Quartal gleichbleibend, was sich auf das Ergebnis auswirkte. In Übereinstimmung mit anderen Branchenakteuren erhöhte Haldex die Preise für das Aftermarket-Geschäft und für OEM -Kunden in Amerika und Europa im November bzw. Dezember. Die ergriffenen Maßnahmen hatten jedoch im vierten Quartal keine volle Wirkung. Haldex wird weiterhin Maßnahmen ergreifen, um die Lieferung von Produkten an Kunden rechtzeitig und kostengünstig sicherzustellen. Die angespannte Situation auf den Rohstoff-, Fracht- und Energiemärkten beeinflussten auch das Geschäft in 2022.

II. Darstellung des Geschäftsverlaufs und der Lage der Gesellschaft

1. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Das operative Geschäft wird anhand unternehmensinterner Kennzahlen (KPIs) gesteuert. Zu diesen zählen Umsatzerlöse und das Ergebnis nach Steuern.

Der Bereich Produktqualität wird unter anderem an Kennzahlen zu Lieferanten- und Kundenreklamationen, FTPR (First Time Pass Rate) sowie kunden- und lieferantenseitiger Liefertreue gemessen. Die Produktqualität wird dabei gleich nach der Fertigstellung auf Funktionalität und Gebrauchsfähigkeit hin untersucht. Ausschüsse werden entsprechend vermerkt und ausgewertet. Diese FTPR Kennzahl spielt jedoch für die Haldex GmbH, nach Auslagerung der Produktion i.W. nach Ungarn, eine nur noch untergeordnete Rolle. Ein Indikator zur Kundenzufriedenheit (nicht finanzieller Leistungsindikator) wird anhand der innerhalb einer gemessenen Periode registrierten Garantierückläufer bzw. Kundenreklamationen dargestellt.

Die Kapitalbindung bei den Beständen zum Jahresende des Geschäftsjahres 2021 lag bei 0,0 € (Vorjahr 0,0 Mio. €), da die Bestände seit Mitte 2020 zur Schwestergesellschaft nach Ungarn transferiert wurden.

2. Ertragslage

Der Umsatz der Haldex GmbH lag im Geschäftsjahr 2021 mit 45,4 Mio. € über dem Vorjahreswert von 38,7 Mio. €. Dies entspricht einem Zuwachs von 17 %. Der Umsatz liegt über dem erwarteten Umsatzniveau.

Verkäufe an verbundene Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Mio. € gestiegen (44,5 Mio. € in 2021 vs. 37,6 1 Mio. € in 2020). Dieser Effekt ist im Wesentlichen auf die wirtschaftliche Erholung nach Corona zurückzuführen.

Verkäufe an Dritte reduzierten sich um 0,2 Mio. €. auf 0,9 Mio. €. Dieser Rückgang erklärt sich durch Umstellung von Direktlieferungen zum Logistikcenter.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind auf 1,0 Mio. € gefallen (Vorjahr 6,2 Mio. €). Im Wesentlichen beeinflusst durch den Wegfall der Weiterbelastung der Restrukturierungskosten EBS (4,1 Mio. €), die Umgliederung von Materialverkäufen nach Schließung der eigenen Fertigung (0,5 Mio €), sowie der Auflösung von Pensionsrückstellungen (0,5 Mio. €) im Jahr 2020.

Die Materialaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr wertmäßig von 27,7 Mio. € auf 35,5 Mio. € gestiegen. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand in Relation zu Umsatzerlösen zuzüglich Bestandserhöhung abzüglich Bestandsminderung) hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht und lag bei 80,9 % (Vorjahr 71,6 %). Diese Entwicklung ist auf die Umstrukturierung aufgrund der vollständigen bezogenen Waren und den damit verbundenen veränderten Einkaufsbedingungen mit den Konzerngesellschaften zurückzuführen.

Der Personalaufwand reduzierte sich von 6,1 Mio. € auf 1,9 Mio. €. Der Rückgang erklärt sich im Wesentlichen durch die Reduzierung der Anzahl der Mitarbeiter nach der Restrukturierung sowie der Aufwendungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 7,3 Mio € auf 2,9 Mio € gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf Aufwendungen im Zusammenhang mit der im Vorjahr durchgeführten Restrukturierung zurückzuführen, einzig der Vertriebsaufwand ist durch den höheren Vertriebsfokus nach der Restrukturierung auf 1,5 Mio. € (Vorjahr 1,2 Mio €) angestiegen.

Das Ergebnis nach Steuern ist im Vergleich zum Vorjahr von 2,1 Mio. € auf 4,4 Mio. € angestiegen, was über den Erwartungen lag. Die Vorjahresprognose wurde damit übertroffen. Im Wesentlichen resultiert dies aus einer durch die Restrukturierung hervorgerufenen verbesserten Kostenstruktur. Der Jahresüberschuss ist im Geschäftsjahr 2021 von 2,0 Mio. € auf 4,3 Mio. € angestiegen.

3. Vermögenslage

Bei der Vermögenslage ergeben sich signifkante Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Die Bilanzsumme ist von 29,5 Mio. € auf 18,9 Mio. € gesunken. Das Anlagevermögen liegt mit 2,2 Mio. € (Vorjahr 2,5 Mio. €) unter dem Vorjahreswert. Die Investitionen lagen bei rund 0,4 Mio. € (Vorjahr 5,9 Mio. €). Grund hierfür ist im Wesentlichen die Restrukturierung und die Verlagerung der Fertigung. Die Abschreibungen liegen mit 0,7 Mio. € auf Vorjahresniveau. Abschreibungen bestehen im Wesentlichen für Werkzeuge bei Lieferanten, sowie für die an Ungarn vermietete EBS Produktionslinie. Die Anlagenintensität (Anlagevermögen geteilt durch Bilanzsumme, ohne nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag) erhöhte sich von 22,2 % im Vorjahr auf 45,2 %.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind von 7,7 Mio. € in 2020 auf 2,4 Mio. € in 2021 gefallen. Dies ist durch die Begleichung der Forderungen gegen die Haldex AB, hauptsächlich resultierend aus der Restrukturierung erklärt.

Sämtliche Bestände wurden bereits im Rahmen der Restrukturierung in 2019 nach Haldex Ungarn transferiert, wodurch das Umlaufvermögen zum Jahresende bei 0 € (Vorjahr 0 Mio. €) lag.

Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich für die Haldex GmbH ein positives Jahresergebnis in Höhe von 4,3 Mio. € (Vorjahr 2,0 Mio. €). Einschließlich des Verlustvortrags in Höhe von - 29,9 Mio. €, welcher auf die Verschmelzung in 2019 zurückzuführen ist, beläuft sich das negative Eigenkapital auf - 14,0 Mio. € (Vorjahr - 18,3 Mio. €), welches in dem Posten "Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" ausgewiesen ist. Bei gleichbleibender Entwicklung könnte das das negative Eigenkapital in 2025 wieder ausgeglichen sein. Da keine externen Kredite bestehen haftet nur die Haldex AB.

Die sonstigen Rückstellungen sind um 0,8 Mio. € auf 0,7 Mio. € (Vorjahr 1,5 Mio. €) gesunken. Grund für den Rückgang ist im Wesentlichen der Verbrauch der Restrukturierungsrückstellung. Für die nicht abgeschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen ist noch eine Rückstellung in Höhe von 0,1 Mio. € ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 0,8 Mio. € auf 1,0 Mio. € (Vorjahr 1,8 Mio. €) stichtagsbedingt gesunken.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind von 14,8 Mio. € auf 6,9 Mio. € in 2021 gefallen. Diese Veränderung ist nicht durch Lieferung und Leistung für Produkte verursacht, sondern auf verminderte Konzernumlagen nach der Restrukturierung sowie der Saldierung der Cash-Pool Forderungen zurückzuführen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind von 1,1 Mio. € auf 0,1 Mio. € aufgrund von deutlich geringeren Gehaltszahlungen gesunken.

4. Finanzierung und Finanzlage

Finanzierung

Die kurzfristige Liquidität wird über die Guthaben bei Kreditinstituten, das Cashpool Konto sowie durch die Darlehen der Muttergesellschaft Haldex AB, Landskrona/Schweden gesichert. Gemäß Konzernstrategie werden die Darlehen mit Laufzeiten bis zu 3 Monaten ausgestellt. Bei Bedarf erfolgt kurzfristig die Aufstockung bzw. Verlängerung der Darlehen. Eine Bereitstellung der Darlehen erfolgt innerhalb weniger Tage.

Die zum Stichtag bestehenden Leasingverhältnisse belaufen sich zum Stichtag auf zwölf Firmenfahrzeuge und einer Büromiete.

Zur nachhaltigen Sicherung der Finanzierung wurde mit Datum vom 3. Mai 2023 eine harte Liquiditätsausstattungsgarantie zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit mit einer Laufzeit von 26 Monaten seitens der Mutter Haldex AB erteilt. Diese dient zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die Gesellschaft ist also weiterhin von der finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft abhängig.

Finanzlage

In 2021 beliefen sich die liquiden Mittel (Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten zuzüglich Forderungen aus Cashpool) auf 16 T€. Im Geschäftsjahr 2020 beliefen sich die liquiden Mittel auf 9 T€. Die Cashpool-Rahmenvereinbarungen sieht einen Kreditrahmen von € 3,0 Mio vor.

Die Eigenkapitalquote ist aufgrund der Verlustvorträge negativ.

Das Investitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände belief sich im Jahr 2021 auf 0,4 Mio. €. Die Investitionen betrafen im Wesentlichen Equipment am Standort Ungarn und bei Sublieferanten.

Den Investitionen in Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen standen Abschreibungen in Höhe von 0,7 Mio. € gegenüber. Laufende Leasingverpflichtungen bestehen nur für Firmenfahrzeuge und Kopiergeräte.

5. Produktion

Aufgrund der Umstrukturierung in 2019 ist die Produktion an konzerninterne Gesellschaften ausgelagert worden. Dementsprechend hat die Haldex GmbH seit Juli 2020 keine eigenen aktiven Produktionsstätten mehr.

6. Personal- und Sozialbereich

Zum Jahresende 2021 betrug die Mitarbeiterzahl am Standort Heidelberg 20 (Vorjahr 24), wobei die durchschnittliche Mitarbeiterzahl in 2020 aufgrund der Restrukturierung wesentlich höher lag.

Die Struktur des Personalaufwandes erfolgt außertariflich. Ein Betriebsrat ist nicht vorhanden. Das Entlohnungssystem besteht ausschließlich auf Monatslohn. Darüber hinaus gibt es eine erfolgsabhängige Vergütungsregelung für Mitarbeiter im Salesbereich und leitende Angestellte. Die betrieblichen Sozialleistungen bestehen aus betrieblicher Altersversorgung, der Möglichkeit zum E-Bike-Leasing (über Gehaltsumwandlung) und Jubiläumsleistungen.

7. Sicherheit, Qualität und Umweltschutz

Die konsequente Einhaltung von Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsrichtlinien und eine hohe Qualität sind grundlegende Anforderungen der Haldex GmbH. Jeder einzelne Mitarbeiter ist dafür verantwortlich. Die Sicherheit am Arbeitsplatz steht an erster Stelle.

Arbeitsunfälle werden gezielt durch geeignete Unfallschutzmaßnahmen und regelmäßige Arbeitsschutzunterweisungen vermieden.

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Die von der Geschäftsführung in nachfolgendem Risiko- und Chancenbericht gesehenen Risiken und Chancen werden in absteigender Reihenfolge für die Gesellschaft beschrieben . Alle Risiken werden dabei als moderate eingeschätzt.

I. Risikobericht

Beschaffungspreisrisiken

Es bestehen feste Verträge mit konzerninternen Unternehmen, daher besteht nur ein geringes Risiko.

Mit der Verlagerung von Teilen der maschinellen Fertigung an externe Partner ist die Abhängigkeit von Zulieferern und das damit einhergehende Beschaffungspreisrisiko als verringert einzustufen. Aufgrund der jedoch derzeitigen globalen Herausforderungen in der Beschaffung und der logistischen Bewältigung der Zulieferungen von Produkten, können negative Auswirkungen auf die Haldex Gruppe und damit auf die Haldex GmbH nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Insbesondere im Zusammenhang mit Halbleitern sowie erhöhten Fracht- und Materialkosten muss fortgesetzt mit Einschränkungen gerechnet werden. Dieser Situation wirkt die Haldex durch enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten und durch regelmäßige Besuche und Bewertung der Lieferanten sowie den Aufbau einer Mehrlieferantenstrategie für die wichtigsten Materialien, entgegen. Ebenso werden Entwicklungen von Rohstoffindices eng überwacht. Über bestehend Verträge und über Kundenverhandlungen werden Mehrkosten für Rohstoffe, Logistik und Energie an die Kunden weitergegeben.

Wettbewerbsrisiken

Der Fahrzeugmarkt ist ein wettbewerbsintensiver Markt mit niedrigen Margen. Haldex muss sich seit der Übernahme durch SAF Holland in diesem Markt nicht mehr als Kleinster gegen die beiden umsatzstärkeren Wettbewerber behaupten. Durch die Übernahme von SAF Holland ist eine stärkere Marktdurchdringung und bessere Kundenbindung möglich, wie sie nur durch eine ca. zwei Milliarden Company als Marktteilnehmer erreicht werden kann. Im Vordergrund steht dabei flexibel auf die Bedürfnisse der Kunden zu reagieren und durch Verbesserung der Qualität der Produkte, die Kosten aller Beteiligten zu senken und die Lebenszeit der Produkte zu verlängern. Haldex setzt vermehrt auf Partnerschaften mit LKW-Herstellern. Generell durchläuft Haldex einen intensiven 'Bid Board Prozess' bei dem Preis, Material, Volumen und Technologierisiken überprüft werden, bevor ein strategisch wichtiger Kundenvertrag unterzeichnet wird. Als überwiegend interner Lieferant an andere Haldex Gesellschaften liegen die Wettbewerbsrisiken allerdings bei den Tochterunternehmen der Gruppe, die die Verträge mit den externen Kunden unterhalten.

Liquiditätsrisiken

Die Haldex GmbH ist ausschließlich über die schwedische Muttergesellschaft Haldex AB fremdfinanziert. Zur nachhaltigen Sicherung der Finanzierung wurde mit Datum vom 3. Mai 2023 eine Patronatserklärung zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit mit einer Laufzeit von mindestens 26 Monaten seitens der Mutter Haldex AB erteilt. Die Haldex GmbH kann dadurch jederzeit seine fälligen Zahlungsverpflichtungen gegenüber anderen Stakeholdern uneingeschränkt nachkommen.

II. Chancenbericht

Ausbau Aftermarktgeschäft

Die Lebenszeit eines Nutzfahrzeuges beträgt mehr als 15 Jahre. Deshalb wird der Ausbau des profitableren Aftermarktgeschäfts weiter forciert. Dafür sollen Produkte so entwickelt werden, dass die unterschiedlichen Nutzungsperioden und die kundenspezifischen Anforderungen abgedeckt werden können. Über spezielle Workshops sollen insbesondere die Servicecenter als Kunden gewonnen werden.

Im Rahmen des Haldex-Berichtes zum Jahresende 2021 wird durch die erfolgreiche Kombination von strukturellen Einsparprogrammen von ca. 16 Mio. € und einer im Dezember 2021 verlautbarten Vision -fahren in einer sichereren und grüneren Welt- ein 21% iges organisches Wachstum bestätigt und ein weiterer Ausbau vorhergesagt.

Mit dieser Vision treibt Haldex neue Bremssysteme voran und bewegt sich ggü. anderen Marktteilnehmern der Branche im vorderen Bereich. Die Lösungen beziehen sich auf eine verbesserte Bremsstabilität und einer umweltschonenderen Energieeffizienz. Durch den Ausbau von strategischen Partnerschaften kann Haldex Bestehendes hinterfragen und zugleich unabhängig bleiben. Die Strategie basiert dabei auf den drei Säulen:

a. Optimierung des Geschäftsmodells,

b. Erfassung der strategischen Chancen sowie

c. Nachhaltigkeit in das Geschäftsmodell zu integrieren.

Die Haldex Gruppe strebt bis 2025 einen Umsatz von 617 Mio. € sowie eine nachhaltige zweistellige operative Marge an.

III. Prognosebericht

Voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung

Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 wird mit einem Umsatz von ca. 40 Mio. € gerechnet. Für das Ergebnis nach Steuern erwartet die Haldex GmbH einen leichten Rückgang. Der operative Profit liegt, bedingt durch nicht weitergegebene Preissteigerungen, bei ca. 12% und somit 2 Punkte unter dem Niveau von 2021. Die Umsatzerwartung basiert auf dem vorläufigen Ergebnis 2022. Für das Geschäftsjahr 2023 wird aufgrund von angepasster Transferpreise ein leicht steigender Umsatz sowie Jahresergebnis erwartet.

Das wirtschaftliche Umfeld befindet sich durch Krieg, Sanktionen und eine stetig steigende Inflation in einem Spannungsfeld welche zu Liefer- und Produktionsengpässen aber auch zu steigenden Rohstoff- und Verbraucherpreisen geführt haben. Die weitere wirtschaftliche Erholung von Haldex bleibt hiervon beeinflusst. Die Auswirkung in 2022 und 2023 ist jedoch limitiert auf Preiserhöhungen von Lieferanten, bei unveränderten Transferpreisen.

 

Heidelberg, den 12. Mai 2023

Haldex GmbH

Jörg Schulz, Geschäftsführer

1 Korrektur der Vorjahresangabe

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021
31.12.2020
A. Anlagevermögen    
I. Sachanlagen    
1. Technische Anlagen und Maschinen 731.657,91 981.784,25
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 662.320,66 867.589,98
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 538.857,50 395.617,50
  1.932.836,07 2.244.991,73
II. Finanzanlagen    
Sonstige Ausleihungen 218.551,40 228.849,54
  2.151.387,47 2.473.841,27
B. Umlaufvermögen    
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 208.220,27 623.827,93
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.382.350,64 7.713.889,40
3. Sonstige Vermögensgegenstände 146.572,50 318.380,85
(davon aus Steuern € 88.504,65; Vorjahr € 165.670,07)    
  2.737.143,41 8.656.098,18
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 16.246,76 9.361,29
  2.753.390,17 8.665.459,47
C. Rechnungsabgrenzungsposten 26.434,54 17.795,39
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 14.009.964,62 18.328.990,61
  18.941.176,80 29.486.086,74

Passiva

   
31.12.2021
31.12.2020
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital (DM 500.000) 255.645,94 255.645,94
II. Rücklagen 11.317.132,91 11.317.132,91
III. Verlustvortrag -29.901.769,46 -31.937.388,74
IV. Jahresüberschuss 4.319.026,00 2.035.619,28
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 14.009.964,62 18.328.990,61
B. 0,00 0,00
Rückstellungen    
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 10.253.695,65 10.270.032,00
2. Sonstige Rückstellungen 746.993,93 1.510.170,56
C. Verbindlichkeiten 11.000.689,58 11.780.202,56
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 959.209,47 1.817.223,06
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6.918.815,31 14.766.340,91
3. Sonstige Verbindlichkeiten 62.462,44 1.122.320,21
(davon aus Steuern € 38.647,38; Vorjahr € 1.104.726,42)    
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 0,00; Vorjahr € 0,00)    
  7.940.487,22 17.705.884,18
  18.941.176,80 29.486.086,74

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021
2020
1. Umsatzerlöse 45.411.110,32 38.713.486,72
  45.411.110,32 38.713.486,72
2. Sonstige betriebliche Erträge 995.624,16 6.189.763,87
(davon Erträge aus Währungsumrechnung € 895,78; Vorjahr € 248.713,72)    
  46.406.734,48 44.903.250,59
3. Materialaufwand    
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -35.455.627,79 -27.660.418,68
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 0,00 -69.706,98
  -35.455.627,79 -27.730.125,66
4. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter -1.953.446,54 -5.371.477,26
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 70.791,55 -693.196,11
(davon für Altersversorgung € 316.040,83 Vorjahr € -179.586,00)    
  -1.882.654,99 -6.064.673,37
5. Abschreibungen auf Sachanlagen -662.371,94 -655.295,83
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.948.722,41 -7.330.844,30
(davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung € -4.277,18 Vorjahr € -312.015,06)    
  5.457.357,35 3.122.311,43
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 -6.933,39
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.096.362,11 -1.050.781,19
(davon an verbundene Unternehmen € -225.210,11; Vorjahr € -179.629,19)    
(davon Aufwendungen aus Aufzinsung € -802.407; Vorjahr € -871.152,00    
  -1.096.362,11 -1.057.714,58
8. Ergebnis nach Steuern 4.360.995,24 2.064.596,85
9. Sonstige Steuern -41.969,24 -28.977,57
10. Jahresüberschuss 4.319.026,00 2.035.619,28

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

I. Allgemeine Angaben

Die Haldex GmbH hat ihren Sitz in Heidelberg, Heinrich-Fuchs-Straße 96, und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim (HR B 336254).

Der Jahresabschluss wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Haldex GmbH ist zum Bilanzstichtag 31.Dezember 2021 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i.S.d. § 267 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 HGB.

Die Haldex GmbH ist zum 31. Dezember 2021 mit T€ 14.010 bilanziell überschuldet. Es wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung bilanziert, da zur Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft wurde mit Datum vom 3. Mai 2023 eine harte Patronatserklärung mit einer Laufzeit von 26 Monaten durch die Haldex AB abgegeben. Die Gesellschaft ist weiterhin von der finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft abhängig.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde unverändert nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB in Euro (€) aufgestellt.

Die Wertangaben im Anhang beziehen sich grundsätzlich auf je 1.000 € (T€).

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Bilanzierung und Bewertung der Aktivposten

Anlagevermögen

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird entsprechend der Nutzungsdauer (3 bis 10 Jahre) um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen linear ab dem Zeitpunkt der Nutzungsbereitschaft.

Seit dem 1. Januar 2008 werden angeschaffte oder hergestellte, abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, deren Anschaffungskosten € 150 nicht übersteigen, sofort als Aufwand erfasst.

Wirtschaftsgüter ab € 410 werden gemäß § 7 EStG linear abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzliche außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Die geleisteten Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

Bei den Finanzanlagen werden die unter den sonstigen Ausleihungen ausgewiesenen Rückdeckungsversicherungsansprüche zum Aktivwert, der der Mitteilung des Versicherers entnommen wurde, bilanziert.

Vorräte

Zum Geschäftsjahr endend zum 31. Dezember 2020 wurden die Vorräte vollständig an die Haldex Ungarn transferiert und weisen auch zum 31.Dezember 2021 somit einen Bestand von T€ 0 aus.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt.

Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Es wird eine Pauschalwertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gemäß Konzernvorgabe nach einem Fälligkeitsraster berechnet.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitraum darstellen.

Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag

Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt. Zum 31. Dezember 2021 ist das Eigenkapital durch Verluste vollständig aufgebraucht. Es wird ein " nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" in Höhe von T€ 14.010 (Vorjahr T€ 18.329) auf der Aktivseite ausgewiesen.

Bilanzierung und Bewertung der Passivposten

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung der Mathilde Kolckmann Mathematische Sachverständige für betriebliche Altersversorgung (IVS), Lorch, nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method/PUC Methode) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2021 bekannt gegebenen durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre abgezinst (1,87%, VJ 2,3%). Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre (1,35%. VJ1,6%) beträgt T€ 755 und unterliegt einer Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB n.F.

Es wurde von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht, wonach für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristigen Verpflichtungen bei der Abzinsung pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt wird. Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungssatzes werden im Finanzergebnis dargestellt. Die Änderung der zukünftig zu erwartende Entgelt- und Rentensteigerungen wurden bei der Ermittlung des Verpflichtungsumfangs berücksichtigt.

Aufgrund der Änderungen durch das BilMoG wurden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zum 1. Januar 2010 neu ermittelt. Der ermittelte Unterschiedsbetrag zwischen der Rückstellung nach altem und neuem Recht in Höhe von T€ 1.690 wird bis spätestens zum 31. Dezember 2024 in jedem Geschäftsjahr zu mindestens einem Fünfzehntel angesammelt. Die Zuführung des Geschäftsjahres 2021 beträgt insgesamt T€ 112. Die zum 31. Dezember 2021 verbleibende Unterdeckung beläuft sich auf T€ 339.

Die wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen

in % GJ 2021 GJ 2020
Rechnungszinssatz 10 Jahre 1,87 2,30
Erwartete Lohn- und Gehaltsentwicklung 0 0
Erwartete Rentenentwicklung (je nach Personengruppe) 1,80 1,80
Durchschnittlich zu erwartende Fluktuation (altersabhängig) von 0 bis 20 von 0 bis 20

Unter den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird auch die Rückstellung für Zuwendungen an die Unterstützungskasse ausgewiesen. Nach der Auflösung der U-Kasse im Juni 2006 wurde die Pensionsverpflichtung von der Haldex GmbH übernommen. Die Berechnung der Rückstellung erfolgt auf Grundlage der oben aufgeführten versicherungsmathematischen Berechnung.

Die Rückstellung für Jubiläumsverpflichtungen wird nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method/PUC-Methode) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Dabei wird der fristenkongruente durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre in Höhe von 1,35 % (VJ 1,6%) angewendet.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Anzeichen für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Verbindlichkeiten sind gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten liegen nicht vor.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Finanzanlagen

Es handelt sich ausschließlich um die Aktivwerte von nicht saldierungspflichtigen Pensionsrückdeckungsversicherungen, welche sich jährlich ratierlich abbauen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Alle Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen, wie im Vorjahr, den Lieferungs- und Leistungsverkehr der Gesellschaft. Es bestehen keine Forderungen gegenüber dem Gesellschafter. Die zeitlich unbegrenzte Cashpool-Rahmenvereinbarungen sieht einen Kreditrahmen von € 3,0 Mio vor. Im Geschäftsjahr sind die Cash-Pool Forderungen unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unternehmen ausgewiesen.

Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene und voll eingezahlte gezeichnete Kapital beträgt unverändert T€ 256.

Die Kapitalrücklage beträgt nach der Verschmelzung T€ 11.317 (Vorjahr T€ 11.317).

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag beträgt T€ 14.010 (Vorjahr T€ 18.329).

Rückstellungen

Zum 31. Dezember 2021 betragen die Pensionsrückstellungen insgesamt T€ 10.254 (Vorjahr T€ 10.270). Im Geschäftsjahr 2020 wurde eine Differenz in Höhe von T€ 485 zwischen den versicherungsmathematischen Gutachten und den bilanzierten Pensionsrückstellungen ausgebucht. Die Korrektur wurde ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von T€ 747 (Vorjahr T€ 1.510) wurden im Wesentlichen für Aufwendungen von Gewährleistungsansprüchen T€ 108 (Vorjahr T€ 105), ausstehende Lieferantenrechnungen T€ 181 (Vorjahr T€ 196), Rückstellung Bonus T€ 161 (Vorjahr 0), Urlaubsansprüche und Arbeitszeitkonten T€ 49 (Vorjahr T€ 97), Sondervergütungen T€ 26 (Vorjahr T€ 33), Restrukturierungskosten T€ 105 (Vorjahr T€ 1.000), Jubiläumsleistungen T€ 6 (Vorjahr T€ 7), Bilanzprüfungskosten T€ 75 (Vorjahr T€ 84) , Rückstellung variable Fertigungskosten T€ 31 (Vorjahr 0) sowie Berufsgenossenschaft T€ 4 (Vorjahr T€ 14) gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten betragen T€ 7.940 (Vorjahr T€ 17.706) und gliedern sich wie folgt:

31.12.2021 31.12.2020
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 959 T€ 1.817 T€
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr 959 T€ 1.817 T€
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 6.919 T€ 14.766 T€
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr 6.919 T€ 14.766 T€
Sonstige Verbindlichkeiten 62. T€ 1.122 T€
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr 62. T€ 1.122 T€

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten neben den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen, wie im Vorjahr, T€ 9.500 aus Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der Haldex AB. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen wurden die Forderungen aus Cash-Pool mit der Haldex AB in Höhe von T€ 6.071 (Vorjahr T€ 32) saldiert ausgewiesen.

Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr Darüber hinaus beziehen sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausschließlich auf den Lieferungs- und Leistungsverkehr der Gesellschaft. Die Verbindlichkeiten gegen den Gesellschafter betragen insgesamt T€ 3.429 (Vorjahr T€ 9.468). Darin enthalten sind die aufgeführten Darlehensverbindlichkeiten sowie die Forderungen aus Cash-Pool.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse resultieren hauptsächlich aus dem Verkauf von Bremsanlagen und Produkten der Luftaufbereitung und Luftfederung. Die Aufteilung ergibt sich wie folgt:

nach Konzernzugehörigkeit:

2021 2020
T€ % T€ %
verbundene Unternehmen 44.516 98,0 37.580 97,1
Fremde Dritte 895 2,0 1.133 2,9
  45.411 100,0 38.713 100,0

nach Ländern:

2021 2020
T€ % T€ %
Frankreich 29.134 64,2 21.622 55,9
Schweden 15.632 34,4 12.573 32,5
Ungarn 467 1,0 3.995 10,3
Deutschland 71 0,2 240 0,6
China     215 0,6
Belgien 48 0,1 49 0,1
USA     4 0,0
Sonstige 59 0,1 15 0,0
  45.411 100,0 38.713 100,0

nach Produktlinie:

2021 2020
T€ % T€ %
Air Suspension 15.300 33,7 11.385 29,4
EBS 14.396 31,7 13.902 35,9
Valves 10.870 23,9 7.442 19,2
Air Treatment 1.271 2,8 1.288 3,3
Misc Air Supply 423 0,9 552 1,4
Actuators 1.009 2,2 1.015 2,6
Compressors 172 0,4 134 0,4
Sonstige 1.970 4,3 2.995 7,7
  45.411 100,0 38.713 100,0

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzten sich wie folgt zusammen:

2021 2020
Sonstige betriebliche Erträge 996 T€ 6.189 T€
Weiterbelastung für Restrukturierungsaufwendungen   4.097 T€
Erträge aus konzerninternen Weiterbelastungen 848 T€ 954 T€
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1 T€ 506 T€
Erträge aus der Währungsumrechnung 1 T€ 249 T€
Erträge aus Materialverkauf an Unterlieferanten   25 T€
Sonstige 146 T€ 358 T€

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen T€ 1 (Vorjahr T€ 506).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die größten Einzelposten in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von T€ 2.948 (Vorjahr T€ 7.331) waren wie folgt:

2021
T€
2020
T€
Konzerninterne Lizenzgeb. 1.402 983
Patentkosten 281 258
Konzernumlagen 203 1.539
Restrukturierung 184 2.036
Miet/Leasingkosten 180 446
Fremde Dienste 94 250
Reise/Übernachtungskosten 81 66
Rechts u Beratungskosten 75 417
Reise/Übernachtungskosten 81 66
Versicherungen 51 124
Instandhaltung 23 149
Fracht u. Verpackung, Zölle 2 285
Sonstige 292 712
  2.949 7.331

V. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Leasingverpflichtungen bestehen zum Ende 2021 lediglich für 11 Geschäftsfahrzeuge und 2 Drucker. Die Leasingkosten hierfür liegen bei T€ 80 pro Jahr. Der Leasingzeitraum für die Fahrzeuge beträgt generell 3 Jahre.

Für die Geschäftsräume in Heidelberg Rohrbach besteht ein Mietvertrag mit Festmietzeit bis 30.9.2025. Die Jährliche Miete beläuft sich auf T€ 60. Bis zum Ende der Festmietzeit fallen für die Jahre 2022 bis 2025 noch T€ 235 an.

Mitarbeiter

Zum Jahresende 2021 betrug die Mitarbeiterzahl am Standort Heidelberg 20 (Vorjahr 24). Alle Mitarbeiter sind Angestellte, davon zwei Geschäftsführer.

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2021 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von T€ 4.319 ab. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in voller Höhe, wie im Vorjahr, auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführer

Stephan Kulle, Meschede, Deutschland (Executive Vice President EMEA) ab 23.12.2019 bis 18.4.2023

Jörg Achim Schulz, Ammerbuch, Deutschland (Managing Director, Haldex GmbH, Heidelberg) ab 15.1.2021

Gesamtbezüge der Organmitglieder und der ehemaligen Organmitglieder

Ein Geschäftsführer hat Bezüge von der Gesellschaft bezogen. Angaben zu Gesamtbezügen der Geschäftsführung entfallen nach § 286 Abs. 4 HGB.

Die Pensionsrückstellungen ehemaliger Geschäftsführer belaufen sich auf T€ 219 (Vorjahr T€ 229).

Honorar Abschlussprüfer

Das Honorar des Abschlussprüfers für Abschlussprüfungsleistungen beträgt T€ 40 (Vorjahr T€ 53).

K onzernverhältnisse

Die Haldex GmbH ist ein Tochterunternehmen der Haldex AB, Landskrona/Schweden (oberstes Mutterunternehmen).

Der Konzernabschluss der Haldex AB bezieht die Haldex GmbH mit ihrem Tochterunternehmen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 ein (größter und kleinster Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich.

 

Heidelberg, 12. Mai 2023

Haldex GmbH

Die Geschäftsführung

Jörg Schulz, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens 2021

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2021
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Umbuchungen
T€
31.12.2021
T€
I. Sachanlagen          
1. Technische Anlagen und Maschinen 13.015 230 0 0 13.245
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.397 0 23 0 14.374
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 396 142 0 0 539
  27.809 372 23 0 28.158
II. Finanzanlagen          
Sonstige Ausleihungen 229 0 11 0 218
  229 0 11 0 218
  28.038 372 34 0 28.376
Kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte
01.01.2021
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
31.12.2021
T€
31.12.2021
T€
31.12.2020
T€
I. Sachanlagen            
1. Technische Anlagen und Maschinen 12.034 479 0 12.513 732 982
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.529 183 0 13.712 662 868
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 539 396
  25.563 662 0 26.225 1.933 2.246
II. Finanzanlagen            
Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 218 229
  0 0 0 0 218 229
  25.563 662 0 26.225 2.151 2.474

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Haldex GmbH, Heidelberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Haldex GmbH, Heidelberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Haldex GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 31. Oktober 2022

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Ralf Worster, Wirtschaftsprüfer

ppa. David Schubert, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2021 wurde am 16.05.2023 festgestellt.

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