MOOG Unna GmbHLiquidiert

Max-Born-Straße 1, 59423 Unna, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamm HRB 3653
Vorher
Lust DriveTronics GmbHLTi REEnergy GmbH
Eingetragen
7.2.1992
Branche
Herstellung von TurbinenHerstellung von MehrzweckindustrieroboternHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit Motorantrieb
Gegenstand
Gegenstand geändert; nunmehr: Herstellung und Vertrieb von Pitch Kontroll-Systemen und Komponenten für die Nutzung im Bereich der Windenergie.

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Uwe Dr. Klossowski
seit 2.3.2015
Geschäftsführer

Konzern- und Jahresabschlüsse

MOOG Unna GmbH

Unna

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2016 bis zum 30.09.2017

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der MOOG Unna GmbH, Unna, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2016 bis 30. September 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen im Anhang und im Lagebericht hin. Dort ist ausgeführt, dass die gesetzlichen Vertreter planen den operativen Geschäftsbetrieb bis zum Ende des Geschäftsjahres 2017/2018 einzustellen und die Gesellschaft daraufhin zu liquidieren. Der Jahresabschluss zum 30. September 2017 wurde daher unter Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt.

 

Heilbronn, 20. Juli 2018

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Heller, Wirtschaftsprüfer

Weichand, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 30. September 2017

Aktiva

EUR EUR 30.09.2016
TEUR
A. Anlagevermögen      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände      
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.810,04   9
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00   167
    17.810,04 176
II. Sachanlagen      
1. Bauten auf fremden Grundstücken 0,00   273
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 160.891,10   1.074
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00   24
    160.891,10 1.371
III. Finanzanlagen      
Anteile an verbundenen Unternehmen   0,00 300
B. Umlaufvermögen      
I. Vorräte      
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.003.852,62   3.268
2. Unfertige Erzeugnisse 178.100,78   574
    1.181.953,40 3.842
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände      
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.028.757,53   6.989
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 30.722.858,76   10.353
3. Sonstige Vermögensgegenstände 40.965,61   224
    33.792.581,90 17.566
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten   214.860,66 168
C. Rechnungsabgrenzungsposten   179.104,66 182
    35.547.201,76 23.605

Passiva

     
 
EUR

EUR
30.09.2016
TEUR
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital 512.000,00   512
II. Kapitalrücklage 926.810,33   927
III. Gewinnvortrag 9.922.737,68   9.923
    11.361.548,01 11.362
B. Rückstellungen      
1. Rückstellungen für Pensionen 113.609,00   111
2. Sonstige Rückstellungen 14.800.400,22   2.851
    14.914.009,22 2.962
C. Verbindlichkeiten      
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 8.634,30   0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 820.959,89   977
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.252.031,92   8.179
4. Sonstige Verbindlichkeiten 190.018,42   125
davon aus Steuern EUR 86.606,00 (Vj. TEUR 118)      
    9.271.644,53 9.281
    35.547.201,76 23.605

Gewinn- und Verlustrechnung für 2016/2017

EUR EUR 2015/2016
TEUR
1. Umsatzerlöse 22.587.383,77   33.535
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 23.430.811,51   31.803
3. Bruttoergebnis vom Umsatz   -843.427,74 1.732
4. Vertriebskosten 929.205,48   1.147
5. Allgemeine Verwaltungskosten 2.868.468,81   2.518
6. Forschungs- und Entwicklungskosten 4.585.510,45   4.561
7. Sonstige betriebliche Erträge 29.717,26   1.435
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 19.135,27 (Vj. TEUR 3)      
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 17.586.088,68   1.319
davon aus Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 0,00
(Vj. TEUR 0)
     
    25.939.556,16 8.110
9. Betriebsergebnis   -26.782.983,90 -6.378
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   65.655,95 52
davon an verbundene Unternehmen EUR 59.983,95 (Vj. TEUR 89)      
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung EUR 5.672,00 (Vj. TEUR 6)      
11. Abschreibung auf Finanzanlagevermögen   300.000,00 0
12. Ergebnis nach Steuern   -27.148.639,85 -6.430
13. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags übernommener Verlust   27.148.639,85 6.430
14. Jahresergebnis   0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2016/2017

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gesellschaft weist die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 HGB auf.

Die Bilanz ist in der nach § 266 HGB vorgeschriebenen Form erstellt. Die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 3 HGB.

Von dem Gliederungsschema des § 275 Abs. 3 HGB wurde gemäß § 265 Abs. 5 HGB hinsichtlich des Ausweises der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung abgewichen. Da die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung einen wesentlichen Umfang annehmen, werden sie gesondert ausgewiesen. Diese Aufwendungen dienen im Wesentlichen der Entwicklung neuer Anwendungsbereiche und Produktgenerationen und werden demnach nicht dem Herstellungsbereich zugeordnet.

Die Gesellschaft ist unter der Firma MOOG Unna GmbH mit Sitz in Unna im Handelsregister des Amtsgerichts Hamm unter der Nummer HRB 3653 eingetragen.

Umstellung auf die Vorschriften des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG)

Ab dem Geschäftsjahr 2016/2017 sind die Vorschriften des BilRUG zu beachten.

Die Vorjahreszahlen der Umsatzerlöse sind aufgrund der Neufassung von § 277 Abs. 1 HGB durch das BilRUG nicht vergleichbar. Bei Anwendung des § 277 Abs. 1 HGB in der Fassung des BilRUG hätten sich die Umsatzerlöse des Vorjahres von TEUR 33.535 um TEUR 1.619 auf TEUR 35.154 erhöht. Die aus den sonstigen betrieblichen Erträgen umgegliederten Erlöse betreffen im Wesentlichen Mieten und Provisionen.

Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Aufgrund der Rahmenbedingungen, der Ergebnisse der vergangenen Jahre sowie der fehlenden positiven Zukunftsperspektive wurde seitens des Gesellschafters die Entscheidung getroffen, den operativen Geschäftsbetrieb bis zum Ende des Geschäftsjahres 2017/2018 einzustellen und die Gesellschaft zu liquidieren. Aufgrund der beschlossenen bzw. geplanten Liquidierung der Gesellschaft wird der Abschluss unter Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Im Einzelnen wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Soweit keine weitere Verwendungsmöglichkeit durch Verkauf an Dritte oder innerhalb des Konzernverbunds anzunehmen ist, wurden die immateriellen Vermögensgegenstände außerplanmäßig abgeschrieben. Ebenso wird der Geschäfts- und Firmenwert aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft vollständig außerplanmäßig abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Soweit keine weitere Verwendungsmöglichkeit durch Verkauf an Dritte oder innerhalb des Konzernverbunds anzunehmen ist, wurde das Sachanlagevermögen vollständig außerplanmäßig abgeschrieben.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte an verbundenen Unternehmen außerplanmäßige abgeschrieben, da bei dem Tochterunternehmen auch von einer Liquidation auszugehen ist.

Die Vermögenswerte des Anlagevermögens werden trotz Veräußerungsabsicht weiterhin aus Informationsgesichtspunkten in der Bilanz als Anlagevermögen ausgewiesen.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu Einstandspreisen oder mit dem niedrigeren beizulegenden Wert (Niederstwertprinzip) unter Berücksichtigung von Eingangsfrachten, Lieferantenskonti und Lieferantenboni.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Zinsen für Fremdkapital wurden in die Herstellungskosten des Vorratsvermögens nicht eingerechnet. Auch Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Darüber hinaus wurde aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft und den damit einhergehenden wesentlichen Verwertungsrisiken der erwartete Restbestand des Vorratsvermögens zum Ende des operativen Geschäftsbetriebs vollständige außerplanmäßig abgeschrieben.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge in Höhe von 1 % auf die Nettoforderungen berücksichtigt.

Die Rückstellungen für Pensionen werden nach der ratierlich degressiven Anwartschaftsbarwertmethode unter Verwendung der "Richttafeln 2005 G" ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 3,77 % (Vj. 4,08 %) p. a. gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung verwendet. Rentensteigerungen wurden mit 1,50 % (Vj. 1,50 %) berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst, bei einer Restlaufzeit bspw. von 8,5 Jahren mit einem Zinsfuß von 2,35 %.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen davon-Vermerke Währungsumrechnung enthalten nur realisierte Währungskursdifferenzen.

III. Angaben zur Bilanz

Die Auswirkungen auf die Vermögens- und Finanzlage der geplanten Liquidation der Gesellschaft und der daraus resultierenden Abkehr der Annahme von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit werden in den einzelnen Abschnitten im Folgenden dargestellt.

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund der Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sind in einer gesonderten Spalte im Anlagenspiegel dargestellt. Insgesamt wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen in Höhe von TEUR 1.530 erfasst.

Vorräte

Aufgrund der mit der geplanten Liquidation der Gesellschaft einhergehenden wesentlichen Verwertungsrisiken wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Vorräte in Höhe von TEUR 2.928 erfasst.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten TEUR 27.193 (Vj. TEUR 6.501) gegenüber der Gesellschafterin MOOG Holding GmbH & Co. KG, Böblingen, sowie TEUR 3.530 (Vj. TEUR 3.852) aus Lieferungen und Leistungen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr alle eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Aufgrund der Tatsache, dass weitere Konzerngesellschaften der MOOG Gruppe von Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich Windenergie betroffen sind wurden die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen um TEUR 1.426 erhöht.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 11 und unterliegt einer Ausschüttungssperre. Das Vorliegen einer solchen Ausschüttungssperre hat mangels ausdrücklicher Regelung jedoch keine Auswirkung auf die Höhe des abzuführenden Ergebnisses aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Garantieverpflichtungen (TEUR 2.491), Personalmaßnahmen aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft wie bspw. Abfindungen (TEUR 4.976) und drohende Verluste aus dem bestehenden langfristigen Mietvertrag (TEUR 5.785) gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten TEUR 10 (Vj. TEUR 77) gegenüber der Gesellschafterin MOOG Holding GmbH & Co. KG, Böblingen, TEUR 6.955 (Vj. TEUR 6.674) Cash-Pool-Verpflichtungen und TEUR 287 (Vj. TEUR 428) aus Lieferungen und Leistungen.

Zudem hat die Gesellschaft ein Darlehen bei einem verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.000 aufgenommen, dessen Restlaufzeit über ein Jahr beträgt.

Alle anderen Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Angaben zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB

Aufgrund der Tatsache, dass für sämtliche bestehende Miet- bzw. Leasingverträge, aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften bilanziert werden, entfällt die Angabe dieser Geschäfte unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Haftungsverhältnisse

Gemäß § 73 AO haftet die Gesellschaft als Organgesellschaft für die im Rahmen der Organschaft bestehenden Steuerverbindlichkeiten des Organträgers.

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Auswirkungen der geplanten Liquidation der Gesellschaft und die daraus resultierende Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf die Ertragslage werden unter den Abschreibungen auf Finanzanlagen sowie unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen dargestellt.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich nach Regionen wie folgt auf:

1.10.2016-30.9.2017
TEUR
1.10.2015-30.9.2016
TEUR
Europa 16.384 26.300
Asien 4.715 5.229
Südamerika 1.218 1.923
USA / Kanada 257 83
Australien 13 0
Gesamterlöse 22.587 33.535

Die Umsatzerlöse wurden für das Geschäftsjahr 2016/2017 erstmals entsprechend der Neudefinition des § 277 Abs. 1 HGB in der Fassung des BilRUG ausgewiesen. Sie entfallen in Höhe von TEUR 21.314 auf Umsatzerlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und in Höhe von TEUR 1.273 auf sonstige Lieferungen und Leistungen insbesondere aus Mieten und Provisionen.

Materialaufwand

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren TEUR 18.222 (Vj. TEUR 28.556).

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen TEUR 287 (Vj. TEUR 37).

Personalaufwand

a) Löhne und Gehälter TEUR 5.435 (Vj. TEUR 5.870)

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung TEUR 1.192 (Vj. TEUR 1.350), davon für Altersversorgung TEUR 71 (Vj. TEUR 53).

Abschreibungen auf Finanzanlagen

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen ausschließlich die MOOG Control Equipment (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 3).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten außergewöhnliche Aufwendungen in Zusammenhang mit der geplanten Liquidation der Gesellschaft in Höhe von TEUR 17.330 und setzen sich wie folgt zusammen:

Außerplanmäßige Abschreibungen Sachanlagevermögen: TEUR 1.076

Außerplanmäßige Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte: TEUR 154

Außerplanmäßige Abschreibungen Vorräte: TEUR 2.928

Erhöhung Einzelwertberichtigungen auf Forderungen: TEUR 1.426

Außerplanmäßige Abschreibung sonstiger Vermögensgegenstände: TEUR 34

Erfassung diverser Rückstellung (insb. Rückstellung für drohende Verluste aus

schwebenden Geschäften und Rückstellungen für Personalmaßnahmen aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft wie bspw. Abfindungen):TEUR 11.712.

V. Sonstige Angaben

Abschlussprüferhonorar

TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 52
Steuerberatungsleistungen 7
Gesamt 59

Anteilsbesitz

Währung Beteiligung
%
Eigenkapital in TRMB 1) Ergebnis in TRMB 2)
MOOG Control Equipment (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China RMB 100 261.776 3.562

1) Eigenkapital zum 31. Dezember 2016 (Jahresabschluss nach lokalem Recht).
2) Ergebnis vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 (Jahresabschluss nach lokalem Recht).

Mitarbeiter

Die Zahl der Mitarbeiter betrug in 2016/17 im Durchschnitt 97 (Vj. 122).

Geschäftsführung

Geschäftsführer ist Dr. Uwe Klossowski, Schwelm.

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Bezüglich der Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird von der Befreiungsvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Nachtragsbericht

Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung, die sich auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken, sind - mit Ausnahme der geplanten Liquidation der Gesellschaft - nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten.

Konzernverhältnisse

Bezüglich der Aufstellungspflicht eines Teilkonzernabschlusses wird von der Befreiung gemäß § 292 HGB Gebrauch gemacht.

Die MOOG Unna GmbH sowie ihr Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss der MOOG Inc., East Aurora/NY/USA, als höchster Konzernspitze einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird nach US Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) aufgestellt. Er wird in deutscher Sprache im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen US-amerikanischer (US-GAAP) und deutscher (HGB) Rechnungslegung in Bezug auf den Konzernabschluss der MOOG Unna GmbH sind nachfolgend ausgeführt.

Hinter der deutschen und der US-amerikanischen Rechnungslegung stehen grundsätzlich unterschiedliche Betrachtungsweisen. Während die Rechnungslegung nach HGB das Vorsichtsprinzip und den Gläubigerschutz in den Vordergrund stellt, ist die Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen für den Kapitalgeber das vorrangige Ziel der US-amerikanischen Rechnungslegung. Daher wird auch der Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse - sowohl über verschiedene Geschäftsjahre hinweg als auch von unterschiedlichen Unternehmen - sowie der periodengerechten Erfolgsermittlung nach US-GAAP ein höherer Stellenwert eingeräumt als nach HGB.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Nach ASC 805 und ASC 350 bestehen für immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenserwerbs erworben werden, umfangreiche Aktivierungsvorschriften. Dies gilt auch für solche Werte, die das handelsrechtliche Kriterium des Vermögensgegenstands nicht erfüllen. Nach US-GAAP ist ein Geschäfts- oder Firmenwert aus Unternehmenserwerb nicht planmäßig abzuschreiben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest zu unterziehen und gegebenenfalls außerplanmäßig abzuschreiben. Nach HGB ist dagegen eine Aktivierung mit nachfolgend planmäßiger Abschreibung erforderlich.

Latente Steuern

Durch die Vorschriften des BilMoG wurde eine weitgehende Harmonisierung in der Berechnungssystematik und Bewertung der latenten Steuern erzielt. Nach § 274 HGB sind steuerliche Verlustvorträge nur dann zu berücksichtigen, wenn in den kommenden fünf Jahren eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Nach HGB besteht für einen aktiven latenten Steuerüberhang ein Ansatzwahlrecht, nach US-GAAP müssen aktive latente Steuern angesetzt werden.

Rückstellungen

Die Möglichkeiten zur Bildung von Rückstellungen sind in der US-amerikanischen Rechnungslegung erheblich restriktiver geregelt als nach HGB. Rückstellungen sind nach US-GAAP zu bilden, wenn eine Verpflichtung gegenüber einem Dritten besteht, die Inanspruchnahme wahrscheinlich ("more likely than not") und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Rückstellungsbetrags zuverlässig schätzbar ist. Rückstellungen nach HGB sind mit dem erwarteten Erfüllungsbetrag zu bewerten und bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr abzuzinsen. Der Diskontierungszins orientiert sich nach US-GAAP an Renditen, die am Bilanzstichtag für erstrangige, festverzinsliche Unternehmensanleihen erzielt werden. Nach HGB ist dieser Zins grundsätzlich ein der Laufzeit entsprechender durchschnittlicher Marktzins der vergangenen zehn (Vorjahr: sieben) Geschäftsjahre. Bei Pensionen kann vereinfachend eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen werden.

 

Unna, 19. Juli 2018

gez. Dr. Uwe Klossowski, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens 2016/2017

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.10.2016
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
30.9.2017
EUR
1.10.2016
EUR
Zugänge
EUR
A. Anlagevermögen            
I. Immaterielle Vermögensgegenstände            
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 330.893,66 39.700,00 0,00 370.593,66 322.360,17 16.486,43
2. Geschäfts- oder Firmenwert 400.000,00 0,00 0,00 400.000,00 233.335,00 26.667,00
  730.893,66 39.700,00 0,00 770.593,66 555.695,17 43.153,43
II. Sachanlagen            
1. Bauten auf fremden Grundstücken 359.777,33 8.240,82 23.900,00 344.118,15 86.690,69 25.116,44
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.798.516,69 153.458,05 103.627,10 2.848.347,64 1.724.605,21 402.830,03
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 24.270,76 158.017,79 0,00 182.288,55 0,00 0,00
  3.182.564,78 319.716,66 127.527,10 3.374.754,34 1.811.295,90 427.946,47
III. Finanzanlagen            
Anteile an verbundenen Unternehmen 300.000,00 0,00 0,00 300.000,00 0,00 0,00
  4.213.458,44 359.416,66 127.527,10 4.445.348,00 2.366.991,07 471.099,90
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Zugänge aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen *)
EUR
Abgänge
EUR
30.9.2017
EUR
30.9.2017
EUR
30.9.2016
EUR
A. Anlagevermögen          
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.937,02 0,00 352.783,62 17.810,04 8.533,49
2. Geschäfts- oder Firmenwert 139.998,00 0,00 400.000,00 0,00 166.665,00
  153.935,02 0,00 752.783,62 17.810,04 175.198,49
II. Sachanlagen          
1. Bauten auf fremden Grundstücken 254.219,22 21.908,20 344.118,15 0,00 273.086,64
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 639.398,88 79.377,58 2.687.456,54 160.891,10 1.073.911,48
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 182.288,55 0,00 182.288,55 0,00 24.270,76
  1.075.906,65 101.285,78 3.213.863,24 160.891,10 1.371.268,88
III. Finanzanlagen          
Anteile an verbundenen Unternehmen 300.000,00 0,00 300.000,00 0,00 300.000,00
  1.529.841,67 101.285,78 4.266.646,86 178.701,14 1.846.467,37

*) Außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund der Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016/2017

A. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1. Entwicklung der Branche und Gesamtwirtschaft

Die MOOG Unna GmbH entwickelt, produziert und vermarktet elektrische Antriebslösungen und Wechselrichtersysteme in der Branche "Regenerative Energien". Das Unternehmen besitzt eine langjährige Tradition im Bereich der Windenergie und zählt hier zu den führenden Anbietern von elektrischen Rotorblatt-Verstell Systemen.

2. Produkte, Produktion und Beschaffung

Das Produktspektrum der MOOG Unna GmbH reicht von Komponenten für anspruchsvolle Antriebssysteme (Antriebsregler und Antriebsmotoren) bis hin zu kompletten Schaltschranksystemen für den Bereich der regenerativen Energien. Durch die Zugehörigkeit zum MOOG Konzern kann die MOOG Unna GmbH auch die Ressourcen des weltweiten MOOG Netzwerks im Gruppenverband nutzen, vor allem in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb und Finanzen.

3. Umsatz- und Auftragsentwicklung

Die Umsatz- und Auftragsentwicklung stellte sich im Geschäftsjahr 2016/2017 im Vergleich zum Vorjahr schwächer dar. Sowohl das System- als auch das Ersatzteilgeschäft fielen schwächer aus und entsprachen beim Auftragseingang und Umsatzvolumen nicht den Erwartungen. Treiber hierfür waren u.a., dass insbesondere beim Ersatzteilgeschäft ein größerer Kunde aufgrund eines schwachen Geschäftsverlaufs deutlich weniger Umsatz generierte. Zudem sorgte das anspruchsvolle internationale Umfeld dafür, dass auch die Umsätze mit Schwestergesellschaften hinter den Erwartungen zurück blieben.

4. Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Aufgrund dieser Rahmenbedingungen, der Ergebnisse der vergangenen Jahre sowie der fehlenden positiven Zukunftsperspektive wurde seitens des Gesellschafters die Entscheidung getroffen, den operativen Geschäftsbetrieb bis zum Ende des Geschäftsjahres 2017/2018 einzustellen und die Gesellschaft zu liquidieren. Aufgrund der geplanten Liquidierung der Gesellschaft wird der Abschluss unter Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt.

5. Personal- und Sozialbereich

Beschäftigt wurden zum Ende des Geschäftsjahres am Standort Unna 93 (Vj. 101) Mitarbeiter. Davon entfallen auf die Entwicklung, Projektierung, Qualitätssicherung und den Vertrieb 44 Mitarbeiter.

B. Darstellung der Lage

Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der geplanten Liquidation der Gesellschaft und daraus resultierenden Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit werden in den folgenden Abschnitten im Einzelnen dargestellt.

1. Vermögenslage

Das langfristig gebundene Vermögen verringerte sich signifikant um TEUR 1.668 (-90,3 %) auf TEUR 179 (Vj. TEUR 1.847). Die Verminderung ist im Wesentlichen auf außerplanmäßige und planmäßige Abschreibungen zurückzuführen.

Soweit keine weitere Verwendungsmöglichkeit durch den Verkauf an Dritte oder innerhalb des Konzernverbundsanzunehmen ist,wurden die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen außerplanmäßig abgeschrieben. Ebenso wurde der Geschäfts- und Firmenwert aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft vollständig außerplanmäßig abgeschrieben.

Das Finanzanlagevermögen betrifft ausschließlich die MOOG Control Equipment (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai, China. Aufgrund der Tatsache, dass bei dem Tochterunternehmen auch von einer Liquidation auszugehen ist, wurden die Anteilsrechte vollständig außerplanmäßig abgeschrieben.

Die Vorräte sind um TEUR 2.660 (-69,2 %) auf TEUR 1.182 (Vj. TEUR 3.842) gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen mit außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von TEUR 2.928 aufgrund von der geplanten Liquidation der Gesellschaft einhergehenden wesentlichen Verwertungsrisiken zurückzuführen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie aktive Rechnungsabgrenzungsposten erhöhten sich um TEUR 16.223 auf insgesamt TEUR 33.972 (Vj. TEUR 17.748). Bedingt durch den höheren Verlust im Geschäftsjahr 2016/2017 (TEUR 27.149 gegenüber TEUR 6.430 im Vorjahr), der wesentlich beeinflusst wurde durch außerplanmäßige Abschreibungen und Aufwendungen aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft, hat sich auch die damit verbundene Forderung gegenüber der MOOG Holding GmbH & Co. KG, Böblingen, aufgrund der Verlustübernahme durch den bestehenden Ergebnisabführungsvertrag um TEUR 20.692 erhöht. Gegenläufig wirkte der Anstieg der Einzelwertberichtigungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen um TEUR 1.426, da weitere Gesellschaften des MOOG Konzerns von den Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich Windenergie betroffen sind.

Es bestanden Guthaben gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 215 (Vj. TEUR 168).

Die MOOG Unna GmbH nutzt den MOOG Cash-Pool zur Konzernfinanzierung. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 8.252 (Vj. TEUR 8.179) sind hiervon mit TEUR 6.955 (Vj. TEUR 6.674) betroffen.

Die Rückstellungen erhöhten sich um TEUR 11.952 auf TEUR 14.914 (Vj. TEUR 2.962). Die Erhöhung resultiert insbesondere aus der Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (TEUR 5.785) und der Rückstellungen für Personalmaßnahmen aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft wie bspw. Abfindungen (TEUR 4.976). Darüber hinaus hat sich die Garantierückstellung leicht erhöht.

2. Finanzlage

Die Verminderung der EigenkapitaIquote auf 32,0 % (Vj. 48,1 %) ist ausschließlich auf die erhöhte Bilanzsumme und dabei insbesondere durch die Bildung von Rückstellungen aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft zurückzuführen.

Trotz eines negativen Cashflows im Geschäftsjahr bedingt durch ein zu niedriges Bruttoergebnis vom Umsatz in Verbindung mit höheren Kosten ist die Gesellschaft durch die Nutzung der Konzernfinanzierung in der Lage, den Zahlungsverpflichtungen unter Nutzung von Skonto nachzukommen.

Auch zukünftig soll die Zahlungsfähigkeit durch die MOOG Inc., East Aurora unterstützt werden. Diese hat eine bis zum 31. Dezember 2018 beschränkte Patronatserklärung abgegeben. Damit hat die oberste Muttergesellschaft zugesagt die Gesellschaft mit ausreichend finanziellen Mittel ausstatten, um sämtliche Verbindlichkeiten zu begleichen.

3. Ertragslage

Die Ertragslage - vor Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - kann im Wesentlichen durch einige Eckdaten der MOOG Unna GmbH im Zweijahresvergleich dargestellt werden:

2016/17 2015/16
Umsätze (in TEUR) 22.587 33.535
Personalaufwand (in TEUR) 6.627 7.220
Personalintensität (in %) 29,3 20,5
Investitionen (in TEUR) 359 438
Jahresergebnis vor Zinsen, außerordentlichen Aufwendungen und Steuern (in TEUR) -9.453 -6.378
Umsatzrentabilität (in %) -41,9 -18,1
Finanzergebnis (in TEUR) -66 -52

Die Verminderung der Umsatzerlöse um 32,6 % beruht im Wesentlichen auf den reduzierten Verkäufen an Großkunden.

Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2016/2017 seinen Umsatz mit etwas mehr als 70 Kunden realisiert. Die 5 größten Kunden vereinen etwa 81 % des Gesamtumsatzes auf sich.

Bedingt durch den Rückgang der Umsätze um 32,6% haben sich auch die Herstellkosten um 26,3 % reduziert. Das operative Jahresergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessert werden. Dies liegt neben den gesunkenen Umsätzen wesentlich an bestehenden Fixkosten, die das Ergebnis im Geschäftsjahr 2016/2017 belasten.

Darüber hinaus hat die beschlossene Liquidation der Gesellschaft und die daraus resultierende Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit wesentlichen Einfluss die Ertragslage. Neben Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 300 wurden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 17.330 erfasst. Diese Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen und belasten das Ergebnis signifikant:

Außerplanmäßige Abschreibungen Sachanlagevermögen: TEUR 1.076

Außerplanmäßige Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte: TEUR 154

Außerplanmäßige Abschreibungen Vorräte: TEUR 2.928

Erhöhung Einzelwertberichtigungen auf Forderungen: TEUR 1.426

Außerplanmäßige Abschreibung sonstiger Vermögensgegenstände: TEUR 34

Erfassung diverser Rückstellung (insb. Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften und Rückstellungen für Personalmaßnahmen aufgrund der geplanten Liquidation der Gesellschaft wie bspw. Abfindungen): TEUR 11.712.

Der Verlust in Höhe von TEUR 27.149 (Vorjahr: TEUR 6.430) wird aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags durch die MOOG Holding GmbH & Co. KG, Böblingen, übernommen.

C. Risiko- und Prognosebericht

1. Risiken und Chancen

Auch das Geschäftsjahr 2016/2017 war branchenweit durch enormen Kostendruck aufgrund von tendenziell geringeren Einspeisetarifen für Strom aus WKA geprägt, der von den OEM oder WKA-Betreibern auch an Komponenten und Systemlieferanten inkl. Lieferanten von Pitchsystemen und Komponenten weitergegeben werden. Entsprechend wurde Anfang des Geschäftsjahres 2016/2017 begonnen mit strukturierten Kostensenkungsprojekten die Herstellkosten zu senken. Aufgrund der insgesamt schwachen Binnennachfrage im europäischen Raum und der damit verbundenen geringeren Einkaufsvolumina werden die Kostenreduzierungen oftmals durch Preiserhöhungen aufgrund von Mindermengenzuschlägen kompensiert.

OEMs betreiben zunehmend Insourcing bzw. haben sich strategisch entschieden, Pitchsysteme zunehmend in die eigene Verantwortung zu nehmen. Dies birgt das Risiko, dass anstatt von Pitchsystemen vermehrt Pitchkomponenten zum Einsatz kommen, die durch die OEM selbst technisch in deren Systeme integriert werden.

Neben den beschriebenen operativen Risiken und Chancen ergeben sich aus der geplanten Liquidation der Gesellschaften weitere Risiken und Chancen.

Es bestehen insbesondere Verwertungsrisiken und -chancen bspw. beim Abverkauf des Lagerbestands oder bei der Untervermietung der geleasten Immobilie. Grundsätzlich sind mit der geplanten Liquidation der Gesellschaft Bewertungsrisiken und -chancen für einzelne Bilanzpositionen wie bspw. Rückstellungen verbunden.

2. Prognosebericht

Im Nahzeitbereich wird die operative Geschäftstätigkeit der Gesellschaft voraussichtlich über einen wesentlichen Zeitraum des folgenden Geschäftsjahres 2017/2018 hinweg fortgeführt und daraufhin planmäßig gegen Ende des Geschäftsjahr 2017/2018 eingestellt um die Gesellschaft zu liquidieren.

Daher wird mit stark rückläufigen Umsatzerlösen gerechnet.

Darüber hinaus wird mit einer gegenläufigen Ergebnisentwicklung gerechnet, da sämtliche Stand heute vorhersehbaren Risiken aus der Verwertung und der geplanten Liquidation der Gesellschaft in dem Jahresabschluss des Geschäftsjahrs 2016/2017 als außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögensgegenstände oder Rückstellung erfasst sind.

 

Unna, 19. Juli 2018

gez. Dr. Uwe Klossowski, Geschäftsführer

Der Jahresabschluss zum 30. September 2017 der MOOG Unna GmbH, Unna, wurde in der Gesellschafterversammlung am 27. Juli 2018 festgestellt.

 

MOOG Unna GmbH, Unna

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