Stammdaten

Register
Amtsgericht Darmstadt HRB 100666
Vorher
Degussa Vierte Vermögensverwaltungs-GmbH
Eingetragen
18.4.2002
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenHerstellung von pharmazeutischen GrundstoffenHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Die Herstellung, die Weiterverarbeitung und der Vertrieb von chemischen Erzeugnissen, insbesondere von Cyaniden und ihrer Vorund Zwischenstufen, ferner die Forschung und Entwicklung sowie die Durchführung aller mit dem Geschäftsgegenstand in Zusammenhang stehenden Geschäften.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Jendrik Noack
seit 29.5.2024
Prokura
Prokura
Heiko Müller
seit 18.8.2020
Prokura
Andreas Lippert
seit 13.7.2020
Prokura
Martin Krämer
seit 13.7.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
AI Plex (Luxembourg) Finance S.à r.l.LUX
85.00%
AI Plex (Luxembourg) S.à r.l.LUX
15.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Röhm Holding GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

CyPlus GmbH

Darmstadt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

der CyPlus GmbH

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen der Gesellschaft

1.1 Gesellschaftsstruktur und Geschäftsmodell

1.2 Forschung & Entwicklung

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliches Umfeld

2.2 Geschäftsverlauf

2.3 Lage

2.4 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3 Chancen- und Risikobericht

3.1 Chancen- und Risikomanagement

3.2 Gesamtsituation Chancen und Risiken

3.3 Chancen und Risiken "Märkte und Wettbewerb"

3.4 Chancen und Risiken "Recht/Compliance"

3.5 Risiken "Prozesse/Organisation"

4 Prognosebericht

4.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

4.2 Zukünftige Geschäftsentwicklung / Ausblick

1 Grundlagen der Gesellschaft

1.1 Gesellschaftsstruktur und Geschäftsmodell

Gesellschaftsstruktur

Die CyPlus GmbH ist eine deutsche Kapitalgesellschaft mit Sitz und Geschäftsanschrift in Darmstadt. Die Gesellschaft ist Teil der weltweit tätigen Röhm-Gruppe. Diese wird mittelbar von Fonds gehalten, welche von der Private Equity-Gesellschaft Advent International beraten werden.

Alleinige Gesellschafterin der CyPlus GmbH ist die Röhm Holding GmbH. Mit der Röhm Holding GmbH, Darmstadt, hat die CyPlus GmbH mit Datum vom 29. Oktober 2019 einen Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Der Vertrag gilt rückwirkend ab dem 1. August 2019 und bildet die Basis für die ertragsteuerliche Organschaft.

Organisation

Im Geschäftsjahr war die CyPlus GmbH unverändert in die Gesamtstrategie der Röhm-Gruppe eingebunden. Die Röhm-Gruppe ist ein führender Anbieter im Bereich der Methacrylat-Chemie weltweit. Im Berichtsjahr erfolgten keine Veränderungen in der Geschäftsleitung.

Geschäftstätigkeit

Das Geschäft der CyPlus GmbH umfasst im Wesentlichen die Herstellung und Vermarktung von Cyaniden. Die Gesellschaft produziert Natriumcyanid in fester und flüssiger Lieferform sowie Kaliumcyanid in fester Lieferform. Ein Großteil des Umsatzes wurde im Berichtsjahr im Gold- und Silberbergbau erzielt. Der Hauptanwendungsbereich des Natriumcyanids ist der Bergbau, bei dem das Produkt zur Gewinnung von Gold und Silber eingesetzt wird. Mit Kaliumcyanid werden Abnehmer mit dem Schwerpunkt Oberflächenbehandlung beliefert. Darüber hinaus erbringt die CyPlus GmbH Technologiedienstleistungen.

Die Produktionsanlage der CyPlus GmbH befindet sich in Wesseling bei Köln. Der Standort wurde Ende der 1950er Jahre von Vorgängergesellschaften der Röhm-Gruppe gegründet. Die Anlage unterliegt permanenter Wartung, Instandhaltung sowie interner und externer Prüfung. Die Verwaltung befindet sich seit Juli 2020 am Hauptverwaltungsstandort der Röhm-Gruppe in Darmstadt. Der Umzug des Labors von Hanau in das Innovationszentrum in Worms wurde im Oktober 2023 abgeschlossen.

1.2 Forschung & Entwicklung

Die CyPlus GmbH vergibt Aufträge an externe Forschungsunternehmen und führt Entwicklungsarbeiten in einer eigenen Einheit in der Gesellschaft durch. Der Bau des neuen Innovationszentrums in Worms wurde im Jahr 2023 abgeschlossen. In Worms werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten künftig an einem Standort der Röhm-Gruppe gebündelt und unsere Innovationskraft weiter gestärkt.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Wirtschaftliches Umfeld

Langsame Erholung mit sich verstärkenden globalen Divergenzen 1

Nachdem die Weltwirtschaft Ende 2022 ihren Tiefpunkt erreicht hat, erwies sie sich 2023 als widerstandsfähig, auch wenn die Nachwirkungen der Pandemie, der russischen Invasion in der Ukraine und der Lebenshaltungskostenkrise aufgrund der hohen Inflation das Wachstum bremsten. Auch eher zyklische Faktoren wie die restriktive Geldpolitik zur Bekämpfung der Inflation, die Rücknahme von staatlichen Unterstützungsleistungen angesichts hoher Verschuldung und extreme Wetterereignisse haben eine rasche Erholung negativ beeinflusst. Hinzu kommt, dass China - nach einem kurzfristigen Aufschwung nach dem Wegfall der COVID-19-Einschränkungen Anfang 2023 - erneut ein langsameres Wachstum verzeichnete. Die anhaltende Krise im Immobiliensektor untergräbt das Vertrauen der Hauskäufer, was zu einem weiteren Rückgang der Immobilieninvestitionen und der Immobilienpreise führte. Das Vertrauen der chinesischen Kunden ist weiterhin gedämpft, auch aufgrund der Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt. Die schwächere Auslandsnachfrage sowie die geopolitische Unsicherheit belasten die Industrieproduktion, die Unternehmensinvestitionen und die Exporte Chinas.

Obwohl verschiedene Herausforderungen für die Weltwirtschaft fortbestehen, hat der Gegenwind im Laufe des Jahres 2023 nachgelassen. Die durch die Pandemie unterbrochenen Lieferketten haben sich weitgehend normalisiert, und die globalen Finanzbedingungen haben sich entspannt. Die Inflation ist allmählich zurückgegangen und unter Kontrolle gebracht worden, wird aber voraussichtlich über dem Niveau vor der Pandemie bleiben. Der Dienstleistungssektor hat sein Comeback fortgesetzt, wenngleich sich das Wachstum aufgrund der Annäherung an das präpandemische Niveau verlangsamt hat. Die postpandemische Verlagerung des Verbrauchs auf den Dienstleistungssektor, die höheren Lebenshaltungskosten, die nachlassende politische Unterstützung, die restriktiveren Kreditbedingungen und die allgemeine geopolitische Unsicherheit belasten jedoch das verarbeitende Gewerbe mit Rückgängen bei der Industrieproduktion, den Investitionen und dem internationalen Warenhandel. Das Wachstum war also ungleichmäßig und führte zu zunehmenden globalen Divergenzen. Während sich die USA dank des starken Konsums widerstandsfähiger als erwartet zeigten, blieb der Euroraum aufgrund der größeren Belastung durch den Krieg in der Ukraine und der steigenden Energiepreise hinter den Erwartungen zurück. China wurde durch die Krise im Immobiliensektor und die verbleibenden Auswirkungen der pandemiebedingten Abschwächung gebremst. Auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern lag das Wachstum noch unter dem Niveau vor der Pandemie.

Extreme Wetterereignisse führten uns erneut die Auswirkungen des Klimawandels und seine immer stärkeren negativen Folgen für die Gesundheit der Menschen und die Wirtschaft vor Augen. Der Juli 2023 stellte mit der höchsten dokumentierten Temperatur eines Monats im globalen Durchschnitt einen alarmierenden Rekord auf, und in verschiedenen Regionen kam es erneut zu katastrophalen Überschwemmungen, Hitzewellen und Waldbränden.

In seinem World Economic Outlook Update vom Januar 2024 prognostiziert der IWF einen Rückgang des globalen Wachstums von 3,5 % im Jahr 2022 auf 3,1 % im Jahr 2023. Diese Entwicklung wird von den fortgeschrittenen Volkswirtschaften angetrieben, in denen eine stärkere Dienstleistungstätigkeit durch eine schwächere Industrieproduktion in Verbindung mit nationalen Besonderheiten ausgeglichen wird. Für etwa 90 % der fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird für 2023 ein geringeres Wachstum als 2022 prognostiziert. Die globale Inflation wird voraussichtlich von ihrem Höchststand von 8,7 % im Jahr 2022 auf 6,8 % im Jahr 2023 (Jahresdurchschnitt) zurückgehen.

Für die Eurozone schätzt der IWF für 2023 ein schwaches BIP-Wachstum von 0,5 %, während die Erwartungen für Deutschland aufgrund des hohen Anteils des verarbeitenden Gewerbes und der Auswirkungen der Energie- und Erdgaspreise sogar einen leichten Rückgang von -0,3 % erwarten lassen. Für Frankreich wird dank eines Aufholprozesses in der Industrieproduktion und einer soliden Auslandsnachfrage ein BIP-Wachstum von 0,8 % prognostiziert. In Italien und Spanien wird mit einem Wachstum von 0,7 % bzw. 2,4 % gerechnet, was die Erholung der tourismusbezogenen Dienstleistungen in den südlichen Volkswirtschaften widerspiegelt.

Die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs hat ebenfalls mit einer strafferen Geldpolitik zur Bekämpfung der hohen Inflation und mit hohen Energiepreisen zu kämpfen, was sich in einer BIP-Wachstumsschätzung für 2023 von 0,5 % widerspiegelt.

Für Russland wird ein Anstieg des BIP um 3,0 % erwartet, nach einem Rückgang von -1,2 % im Jahr 2022. Der Anstieg spiegelt erhebliche fiskalische Anreize, starke Investitionen und einen robusten Konsum in einem angespannten Arbeitsmarkt wider.

Für die Vereinigten Staaten wird für 2023 ein BIP-Wachstum von 2,5 % prognostiziert (2022: 1,9 %). Dies beruht auf einem resilienten Konsumverhalten, einem immer noch angespannten Arbeitsmarkt und stärkeren Unternehmensinvestitionen. Auch die expansive Finanzpolitik hat diese Entwicklung unterstützt.

Für Mexiko wird ein BIP-Wachstum von 3,4 % prognostiziert, für Brasilien von 3,1 %.

Die Prognose für China für 2023 liegt mit einem BIP-Wachstum von 5,2 % über dem Vorjahr (2022: 3,0 %), aber unter den Wachstumsambitionen des Landes. Diese immer noch relativ schwachen Wachstumsaussichten sind ein Resultat der anhaltenden Immobilienmarktkrise, des schwindenden Vertrauens und der geringeren Investitionen. Die Projektion für Japan geht von einem Anstieg des BIP im Jahr 2023 um 1,9 % aus. Für die aufstrebende und sich entwickelnde Region Asien wird für 2023 ein Wachstum von 5,4 % erwartet.

Indiens BIP wird 2023 voraussichtlich um 6,7 % wachsen, nach 7,2 % Wachstum im Jahr 2022.

Nach einem Wachstum von 1,9 % im Jahr 2022 wird in der BIP-Projektion für Südafrika ein leichtes Wachstum von 0,6 % im Jahr 2023 erwartet.

1 Quellen: IWF World Economic Outlook, Oktober 2023; IWF World Economic Outlook Update, Januar 2024

2.2 Geschäftsverlauf

Der Goldpreis lag mit rund 1.940 USD je Feinunze im Jahr 2023 über dem Vorjahresniveau von 1.800 USD je Feinunze. Da sich die Cash-Kosten in der Bergbauindustrie deutlich unterhalb dieses Preisniveaus befinden, ist der wirtschaftliche Betrieb der Minen weiterhin gegeben. Der globale Natriumcyanid-Markt verzeichnet weiterhin ein Wachstum, dessen Fortsetzung auch für die kommenden Jahre erwartet wird.

Das Wirksamwerden der Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung und die schwächere globale Nachfrage führten im Jahr 2023 zu sinkenden Rohstoffpreisen. In Europa gingen auch die Erdgaspreise deutlich zurück und normalisierten sich wieder nach dem Höchststand im Jahr 2022, der durch die Kürzung der russischen Gaslieferungen verursacht wurde. Die sinkenden Rohstoffpreise haben insgesamt einen positiven Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der CyPlus GmbH, da sich unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Regionen verbessert hat

Neben dem Produktgeschäft entwickelt die Gesellschaft das Portfolio von Technologien und Dienstleistungen weiter. Es ist ein wichtiges Ziel, die Kunden beim sicheren Umgang mit bzw. beim optimalen Einsatz von Cyaniden zu unterstützen. Ein signifikanter Teil dieses Portfolios sind Anlagen im Zusammenhang mit innovativen Logistikkonzepten, die mit dem Produktgeschäft verbunden sind. Darüber hinaus beinhaltet das Produktportfolio auch Technologien, die cyanidhaltige Rückstände aus dem Laugungsprozess auf der Mine neutralisieren, sowie Systeme, die eine automatische Messung und Dosierung von Cyaniden ermöglichen.

2.3 Lage

2.3.1 Ertragslage

Im Berichtsjahr erzielte die CyPlus GmbH einen im Vergleich zum Vorjahr leicht höheren Umsatz von 86.884 T€ (Vorjahr: 80.962 T€). Die Verkaufsvolumina befanden sich auf einem zum Vorjahr vergleichbaren Niveau während sich die Verkaufspreise leicht erhöhten. Insgesamt lagen die Umsatzerlöse auf einem zufriedenstellenden Niveau. Durch die gesunkenen Rohstoffkosten, die nur mit Verzögerung weitergegeben werden konnten, ist die Bruttomarge im Vergleich zum Vorjahr von 23,6 % auf 28,3 % angestiegen.

Die Vertriebskosten der Gesellschaft liegen im Berichtsjahr mit 12.946 T€ (Vorjahr: 13.928 T€) unter Vorjahresniveau. In Relation zu den Umsatzerlösen liegt die Quote bei 14,9 % (Vorjahr: 17,2 %) und damit deutlich unter dem Niveau des Vergleichszeitraumes.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten liegen bei 730 T€ (Vorjahr: 1.177 T€). In Relation zu den Umsatzerlösen beträgt die Quote 0,8 % (Vorjahr: 1,5 %) und liegt damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

Die allgemeinen Verwaltungskosten summieren sich im Berichtsjahr auf 3.449 T€ (Vorjahr: 3.511 T€). In Relation zu den Umsatzerlösen liegt die Quote bei 4,0 % (Vorjahr: 4,3 %) und damit auf Vorjahresniveau.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen in Höhe von 1.537 T€ (Vorjahr: 1.572 T€) sind mit 626 T€ (Vorjahr: 1.011 T€) Erträge aus der Fremdwährungsdifferenzen enthalten. Daneben sind periodenfremde Erträge von 783 T€ (Vorjahr: 505 T€) aus der Auflösung von Rückstellungen, Ausbuchung von Verbindlichkeiten und von Wertminderungen auf Forderungen enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Berichtsjahr auf 1.007 T€ (Vorjahr: 1.510 T€) reduziert. Wesentlicher Bestandteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Fremdwährungsdifferenzen in Höhe von 792 T€ (Vorjahr: 1.183 T€).

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit erhöhte sich im Berichtsjahr auf 8.034 T€ (Vorjahr: 577 T€). Die EBIT-Marge betrug 9,2 % (Vorjahr: 0,7 %) und befindet sich damit deutlich über dem Niveau des Vergleichszeitraumes.

Das positive Zinsergebnis in Höhe von 218 T€ (Vorjahr: -844 T€) umfasst insbesondere die Zinserträge aus dem Cash Pool.

Unter Berücksichtigung des Zinsergebnisses und der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergibt sich für das Berichtsjahr ein Ergebnis vor Gewinnabführung in Höhe von 8.249 T€ (Vorjahr: Ergebnis vor Verlustübernahme in Höhe von 266 T€). Das Ergebnis vor Gewinnabführung lag daher deutlich über Vorjahresniveau und wurde vollständig gemäß Gewinnabführungsvertrag an die Gesellschafterin Röhm Holding GmbH abgeführt.

Prognose-Ist Vergleich

Aufgrund des Rückgangs und der Stabilisierung der Rohstoffpreise haben sich unsere Margen stabilisiert. Daher liegt das Ergebnis vor Gewinnabführung für das Geschäftsjahr 2023 im Rahmen der Erwartungen.

2.3.2 Finanzlage (Kapitalstruktur und Investitionen)

Finanzierung: Finanzierungspolitik

Die CyPlus GmbH ist seit dem 1. August 2019 in das zentrale Finanzmanagement der Röhm-Gruppe eingebunden. Wesentliche Ziele des Finanzmanagements sind die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit und die Begrenzung von Refinanzierungsrisiken. Im Mittelpunkt des zentralen Liquiditätsrisikomanagements steht ein konzernweiter Cashpool, in welchen alle wesentlichen Gesellschaften der Röhm-Gruppe einbezogen sind. Um den Finanzbedarf der CyPlus GmbH im Geschäftsjahr zu decken, wurden Liquiditätsüberschüsse aus dem Cashpool genutzt. Der Liquiditätsbedarf der CyPlus GmbH war durch die Einbindung in den konzernweiten Cashpool und durch den Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr jederzeit gesichert. Zum Berichtsjahresende betrug der positive Saldo (Forderung gegen Röhm GmbH) 27.769 T€ (Vorjahr: 14.767 T€). Zusätzlich verfügte die CyPlus GmbH über Bankguthaben in Höhe von 11 T€ (Vorjahr: 474 T€).

Finanzwirtschaftliches Risikomanagement

Im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit ist die CyPlus GmbH Währungs-, Zins- und Preisrisiken ausgesetzt. Zur Reduzierung bzw. Eliminierung der Währungsrisiken wurden auch derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Abgesichert wurden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in fremden Währungen. Ziel des Risikomanagements war es, Ergebnis- und Cashflow-Schwankungen zu reduzieren. Damit sollte das Ergebnis vor Risiken, die sich aus Marktschwankungen von Devisenkursen ergeben, abgesichert werden. Eine ausführliche Darstellung der Sicherungsziele und -strategien im Umgang mit Währungsrisiken findet sich im Kapitel 3.3 Chancen und Risiken "Märkte und Wettbewerb" dieses Berichts unter den Ausführungen zu Finanzmärkten sowie zu Beschaffung.

Investitionen

Im Berichtsjahr wurden 314 T€ in Sachanlagen investiert, nach 619 T€ im Vorjahr. Die Investitionen in Höhe von 331 T€ liegen unter dem Niveau der Abschreibungen von 1.214 T€.

2.3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich auf 46.234 T€ (Vorjahr: 41.967 T€) erhöht. Es gab die nachfolgenden wesentlichen Veränderungen zwischen den Bilanzposten auf der Aktiv- und Passivseite.

Das Anlagevermögen lag mit 7.304 T€ unter dem Niveau des Vorjahres von 8.191 T€. Die Anlagenintensität, die den Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen widerspiegelt, reduzierte sich auf 15,8 % (Vorjahr: 19,5 %).

Deutliche gesunkene Rohstoffkosten führen zu einem deutlich niedrigeren Niveau bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen im Berichtsjahr. Der Bestand an fertigen Erzeugnissen liegt aufgrund niedrigerer Rohstoffkosten deutlich unter dem Niveau des Vergleichszeitraumes. In Summe sind die Vorräte auf 7.326 T€ (Vorjahr: 15.598 T€) gesunken.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Berichtsjahr auf 1.751 T€ (Vorjahr: 37 T€) angestiegen und befinden sich oberhalb des Vorjahresniveaus, da ein geringeres Volumen Teil das Factoring Programms war. Im Berichtsjahr beträgt der Betrag der offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche an eine Factoringgesellschaft verkauft wurden, 5.533 T€ (Vorjahr: 7.975 T€). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich auf 28.289 T€ (Vorjahr: 16.416 T€) erhöht und enthalten insbesondere Forderungen aus dem Cashpool.

Das Eigenkapital beträgt zum 31.12.2023 unverändert 8.348 T€ (Vorjahr: 8.348 T€) und entspricht einer Eigenkapitalquote von 18,1 % (Vorjahr: 19,9 %). Die Anlagendeckung (Eigenkapital zu Anlagevermögen) liegt bei 114,3 %, nach 101,9 % im Vergleichszeitraum.

Durch den Abschluss eines langfristigen Dienstleistungsprojektes weist die CyPlus GmbH im Geschäftsjahr keine bereits erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen aus (Vorjahr: 7.200 T€).

Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 5.897 T€ (Vorjahr: 5.286 T€) spiegelt die erhöhte Auslastung der Produktionsanlage in Wesseling wider. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen liegen mit 12.301 T€ (Vorjahr: 940 T€) deutlich über Vorjahresniveau. In dieser Position wird unter anderem die jährliche Gewinnabführung an den Gesellschafter ausgewiesen. Zum Ende des Berichtszeitraumes liegt das Ergebnis vor Gewinnabführung bei 8.249 T€ (Vorjahr: Ergebnis vor Verlustübernahme in Höhe von 266 T€). Zusätzlich werden Verbindlichkeiten aus Röhm-Gruppen internen Lieferungen und Leistungen in dieser Position zusammengefasst. Diese sind im Berichtsjahr aufgrund höherer Produktionsmengen auf 4.052 T€ (Vorjahr: 914 T€) gestiegen.

2.4 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.4.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

Die CyPlus GmbH ist seit dem 1. August 2019 vollständig in die finanzielle Unternehmenssteuerung der Röhm-Gruppe integriert. Die finanzielle Unternehmenssteuerung der Röhm-Gruppe erfolgt auf der Basis eines konsistenten, wertorientierten Kennzahlensystems. Die Steuerungskennzahlen dienen der Beurteilung des wirtschaftlichen Erfolgs der Gruppe und zielen auf die Steigerung des Unternehmenswertes durch profitables Wachstum und Rentabilitätsverbesserung ab.

Die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren in der Röhm-Gruppe sind das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und nach Bereinigungen) und das Working Capital und somit der operative Cashflow.

Die Steuerung des operativen Geschäfts in der Röhm-Gruppe erfolgt anhand der Organisationsstruktur, die eine Steuerung der Geschäftsbereiche, nicht aber eine Steuerung auf Ebene der Legaleinheiten vorsieht. Kennzahlen werden daher nicht für die einzelne Legaleinheit abgegrenzt.

Die Steuerung der Legaleinheit CyPlus GmbH erfolgt daher unverändert insbesondere auf Basis des Ergebnisses vor Ergebnisabführung.

2.4.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeitende

Im Berichtsjahr 2023 waren durchschnittlich 67 Mitarbeitende (Vorjahr: 71) bei der CyPlus GmbH beschäftigt.

Qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind die Basis für die Erreichung unserer strategischen und operativen Ziele und damit ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Sowohl der Verlust von besonders leistungsfähigen Mitarbeitenden als auch Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Einstellung von qualifizierten neuen Mitarbeitenden und von High Potentials können grundsätzlich in diesem Zusammenhang ein Risiko darstellen.

Im Rahmen des allgemeinen Personalcontrollings werden entsprechende Kennzahlen zur Fluktuation analysiert. Bei Bedarf werden durch Human Resources (HR) in Zusammenarbeit mit Vertretern der anderen Unternehmensbereiche Maßnahmen eingeleitet, um die Verfügbarkeit von notwendigen Ressourcen in quantitativer und qualitativer Weise sicher zu stellen. Moderne Steuerungs- und Controllinginstrumente unterstützen das HR-Controlling und die strategische Personalplanung. Das Einstufungs- und Vergütungssystem von Röhm stellt ein leistungsgerechtes Vergütungs- und Bonussystem sicher. Das Bonussystem vereint dabei die Erreichung persönlicher Ziele sowie der Unternehmensziele.

Ein strukturierter Nachfolgeprozess unterstützt die rechtzeitige Nachbesetzung von kritischen Positionen.

Diversität und Inklusion

Damit die CyPlus GmbH auch weiterhin ein innovatives und wachsendes Unternehmen bleibt, sind die Mitarbeitenden sowie deren unterschiedlichen Perspektiven und kreativen Ideen von entscheidender Bedeutung. Um Vielfalt und Inklusion (Diversity & Inclusion - "D&I") bei Röhm zu stärken wurde im Jahr 2022 eine D&I-Organisation in der Gruppe implementiert. Mithilfe einer datenbasierten Analyse wurde in Deutschland der Status Quo insbesondere im Hinblick auf Geschlecht und Alter analysiert sowie ein D&I Council etabliert. Das D&I Council ist für die Initiierung von D&I-Maßnahmen sowie als Multiplikator von D&I-Themen im Unternehmen zuständig. Im Jahr 2022 wurden bereits verschiedene kleinere Maßnahmen umgesetzt, wie ein regelmäßiger und für alle offener D&I-Stammtisch, Kommunikation zu D&I, oder auch geschlechtsneutrale Toiletten. In den Nachfolgeplanungsprozess wurden zudem spezifische Vorgaben zur Beachtung von D&I aufgenommen sowie in Abteilungsmeetings oder auch bei der globalen Managementkonferenz D&I Workshops durchgeführt. Im Jahr 2023 wurden mit einem großen Teil der Personen in Führungspositionen in Deutschland, einschließlich der in Deutschland ansässigen GLT-Mitglieder (Global Leadership Team), Schulungen zum Thema "Unconscious Bias" durchgeführt, um ein Bewusstsein für unbewusste Vorurteile bei der Entscheidungsfindung im Allgemeinen, aber auch bei Personalentscheidungen und -prozessen wie Einstellung oder Beförderung zu schaffen. Außerdem haben wir eine Vollzeitstelle für einen D&I Manager geschaffen.

Da bei der Röhm-Gruppe in Deutschland insgesamt und auch im Speziellen in den oberen Führungsebenen bislang Frauen stark unterrepräsentiert sind, wurde für Deutschland das Geschlecht als ein D&I Schwerpunkt festgelegt. Die Röhm-Gruppe hat sich daher selbst zum Ziel gesetzt, den Anteil an weiblichen Mitarbeitenden in Deutschland bis Ende 2030 auf mindestens 35 % zu steigern. Ende 2023 liegt der Anteil an Frauen an der Gesamtbelegschaft bei 19 %, der Anteil am globalen Führungsteam bei 8 %.

Um die Verpflichtung der Röhm-Gruppe gegenüber D&I auch nach außen deutlich zu machen, hat die Röhm-Gruppe im Mai 2022 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Diese stellt eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Förderung und Schaffung eines Arbeitsumfelds dar, das frei von Vorurteilen ist und in dem allen Mitarbeitenden unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft Wertschätzung entgegengebracht wird.

Sicherheit und Umwelt

Das Sicherheitsleitbild der Röhm-Gruppe und der Rahmen zur Sicherheitskultur geben Struktur und Richtung für die Unternehmensziele und Aktivitäten vor. Wir verpflichten uns zur Sicherheit auf allen Ebenen und haben das Ziel "Null Unfälle". Der Schutz und die Verantwortung für die Umwelt sowie die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden und Kunden sowie unseres Umfelds stehen für die Röhm-Gruppe an erster Stelle und sind Teil unserer Grundwerte. Besonders wichtig ist uns, dass die Sicherheitsrisiken in Bezug auf den Betrieb unserer Produktionsanlagen und die Vermarktung unserer Produkte minimiert werden, dabei aber auch Zukunftschancen im Bereich der Nachhaltigkeit erschlossen werden können. 2022 wurde zur weiteren Entwicklung einer Sicherheitskultur mit der Initiative "lebensrettende Regeln" ein neues Sicherheitsrahmenwerk ausgerollt, welches aus den Leben rettenden Regeln und einer Reihe begleitender grundlegender Sicherheitsregeln besteht.

Ein modernes integriertes Business Management System mit Bezug auf Umwelt, Sicherheit, Gesundheit, Qualität und Energie bildet die verlässliche Basis. Weitere wesentliche Elemente bilden die Arbeits-, Anlagen- und Transportsicherheit. Unsere EHS-Praktiken (Environment, Health, Safety) in unserem Business Management System sind die Basis für operative Exzellenz und gelten für die Röhm-Gruppe weltweit. Basierend auf den Ergebnissen interner und externer Prüfungen, Betriebsinspektionen und Begehungen leiten wir spezifische Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Prozesse und Tätigkeiten ab.

Die CyPlus GmbH erfüllt die Anforderungen der ISO Normen 9001, 14001 sowie 50001, handelt nach den Richtlinien des International Cyanide Management Code (ICMC), der Responsible Care Charter von ICCA (International Council of Chemicals Associations) und erfüllt die internen Vorgaben für Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Qualität (USGQ) der Röhm-Gruppe. Dies wurde sowohl bei internen als auch bei externen Audits, die durch die DQS (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen) durchgeführt wurden, bestätigt. Im Jahr 2023 wurde in Hanau und Darmstadt ein internes Audit sowie ein externes Überwachungsaudit im Rahmen des integrierten Managementsystems der Röhm Holding GmbH unter Teilnahme der CyPlus GmbH nach ISO 9001, 14001 und 50001 durchgeführt.

Entsprechend den Anforderungen des International Cyanide Management Code (ICMC) wurden für 2023 Teilabschnitte von Lieferketten einem routinemäßigen Due Diligence Audit unterzogen und die Berichte an externe Zertifizierer übermittelt. Dies betraf die Lieferketten für Europa und die Türkei. Die Lieferkette für Ägypten wurde als "Signatory" bis April 2024 verlängert. Für 2024 ist die Rezertifizierung einer europäischen Lieferkette sowie Due Diligence Audits für Finnland und die Türkei geplant. Die Supply Chain für Ägypten soll erstzertifiziert werden. Des Weiteren wurden alle Transportstrecken einer Risikoanalyse unterzogen und wo notwendig detaillierte Streckenanalysen durchgeführt.

Im Zusammenhang mit REACH (Registration, Evaluation and Authorization of Chemicals) arbeitet das Konsortium weiter an der Aktualisierung der Dossiers für Natriumcyanid und Kaliumcyanid und wird diese Aktualisierung im ersten Halbjahr 2024 abschließen. Die aktualisierten Dossiers werden dann auch als Grundlage für außereuropäische Registrierungsaktivitäten verwendet. Verzögert wurde die Einreichung der Aktualisierungen durch Diskussionen innerhalb des Konsortiums. Die Vorregistrierung in der Türkei für die Cyanide ist erfolgt und die CyPlus GmbH wurde als Lead Registrant nominiert. Die Deadline für die Registrierung wurde seitens der Türkei auf 2026 verschoben. Für das Vereinigten Königreich wurde der weitere Export bis zur vollständigen Registrierung bis 2026 sichergestellt.

Im Fokus der Bemühungen um maximale Sicherheit stehen nicht nur unsere eigenen Mitarbeitenden, sondern auch die für die Röhm-Gruppe tätigen Mitarbeitenden von Fremdfirmen. Die Kennzahlen Unfallhäufigkeit und Ereignishäufigkeit bzgl. Anlagensicherheitsereignissen sind unsere wichtigsten nicht-finanziellen Kennzahlen und werden auf Gruppenebene betrachtet. Im Berichtsjahr 2023 blieb die Anlagensicherheitskennzahl RPSIR (Röhm Process Safety Indicator Rate) mit 0,58 RPSI pro 1 Mio. Arbeitsstunden (Vorjahr: 0,36) unter der selbst gesteckten Obergrenze von 0,85. Die TRIR (Total Recordable Incident Rate) lag bei 0,72 Ereignissen pro 200.000 Arbeitsstunden (Vorjahr: 0,65) und hat damit die selbst gesetzte Obergrenze von 0,55 in 2023 nicht eingehalten. Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine tödlichen Unfälle verzeichnet. Aus den Unfalldiskussionen und Ereignisanalysen wurden wertvolle Hinweise für die zukünftige Vermeidung von Unfällen und Ereignissen abgeleitet und an die Mitarbeitenden kommuniziert.

Als Zeichen unseres Bekenntnisses zu verantwortlichem Handeln hinsichtlich des Schutzes der Umwelt und der Gesundheit und Sicherheit der Menschen, der Stärkung der Managementsysteme sowie unseres Einsatzes für nachhaltiges Produzieren und Wirtschaften hat die Röhm-Gruppe im März 2020 die Responsible Care Global Charter des International Council of Chemical Associations und die Leitlinien für Responsible Care des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. (VCI) unterzeichnet.

Nachhaltigkeit

Die CyPlus GmbH ist seit dem 1. August 2019 in die konzernweite Nachhaltigkeitsstrategie der Röhm-Gruppe eingebunden.

Wir sind der festen Überzeugung, dass langfristiger wirtschaftlicher Erfolg nur im Zusammenspiel mit der Übernahme ökologischer und sozialer Verantwortung erreicht wird. Daher ist es für die Röhm-Gruppe wichtig, den positiven wie negativen Beitrag unserer Geschäftstätigkeit auf die Erreichung der Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zu ermitteln. Die SDGs unterstützen uns als Unternehmen dabei, unsere eigene Nachhaltigkeitsstrategie im Hinblick auf ökonomische, soziale und ökologische Bedeutung weiterzuentwickeln und daraus abgeleitet Innovationen voranzutreiben, neue Geschäftschancen zu identifizieren und diese auch zu nutzen. Bei der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie spielt die Wesentlichkeitsanalyse eine zentrale Rolle. Die Wesentlichkeitsanalyse bestimmt, welche Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen von besonderer Bedeutung sind und daher im Fokus des Nachhaltigkeitsmanagements stehen sollten.

Bereits 2020 hat die Röhm-Gruppe eine Nachhaltigkeitsstrategie unter dem Namen "TRACK 2030" erarbeitet. Unter TRACK 2030 bündelt die Röhm-Gruppe alle Aktivitäten und Projekte mit Bezug auf Nachhaltigkeit. Dabei wurden mit fünf Fokusthemen die für die Gruppe relevantesten Nachhaltigkeitsthemen festgelegt. Diese sind: Klima, Ressourcen, Wasser, gefährliche Stoffe, und Sicherheit im Umgang mit chemischen Erzeugnissen. Zielgrößen und Maßnahmen zu diesen Fokusthemen werden derzeit sowohl auf Ebene der Gruppe als auch in den Geschäftsbereichen definiert und nachgehalten.

Seit 2022 ist die Röhm-Gruppe Teil der "United Nations Global Compact" Initiative, um unsere Verpflichtung zu Einhaltung von Menschen- und Arbeitnehmerrechten, Umweltschutz sowie Anti-Korruption zu bekräftigen.

Unser Handeln bezüglich Nachhaltigkeit machen wir transparent, indem wir uns auch im Geschäftsjahr 2023 einer externen Bewertung durch EcoVadis unterzogen haben. Als Ergebnis dieser Prüfung wurde an die Röhm-Gruppe wie im Vorjahr das EcoVadis Siegel in Gold verliehen. Damit wurden unsere Bemühungen um stetige Weiterentwicklung und Verbesserung auch von unabhängiger Stelle anerkannt und bestätigt. Das EcoVadis Rating ist in der chemischen Industrie für Kunden und Lieferanten in Europa ein wichtiger Indikator für Nachhaltigkeit bei Entscheidungen über den Abschluss von Einkaufs- oder Verkaufsverträgen.

Bereits jetzt leisten unsere Prozesse und Strukturen, Produkte und Dienstleistungen - entlang der gesamten Wertschöpfungskette - einen messbaren Beitrag zur Einsparung von Rohstoffen, Energie und CO 2. Als weiteres Zeichen unserer Verpflichtung gegenüber der Umwelt und der Vermeidung von Mikroplastik hat sich die Röhm-Gruppe dem Operation Clean Sweep ® -Programm angeschlossen und zugesichert das Ziel "Zero Pellet Loss" anzustreben.

3 Chancen- und Risikobericht

3.1 Chancen- und Risikomanagement

Risikostrategie

Die Röhm-Gruppe verfolgt ein konzernweites internes Chancen- und Risikomanagement (im Folgenden insgesamt als Risikomanagement bezeichnet). Ziele unseres Risikomanagements sind die möglichst frühzeitige Identifikation von Risiken und die Entwicklung von Maßnahmen zur Minimierung und Gegensteuerung. Zur optimalen Wahrnehmung von Chancen sollen diese ebenfalls frühzeitig erkannt und verfolgt werden. Unternehmerische Risiken gehen wir nur ein, wenn wir überzeugt sind, dadurch den Unternehmenswert nachhaltig steigern und dabei gleichzeitig mögliche negative Auswirkungen dauerhaft begrenzen zu können.

Aufbau und Organisation des Risikomanagements

Die CyPlus GmbH ist vollständig in das gruppenweite Risikomanagement integriert, welches dem Group CFO zugeordnet ist. Die originäre Risikoverantwortung liegt bei den Geschäfts- und Funktionsbereichen. Dies beinhaltet die Früherkennung von Risiken sowie die Abschätzung ihrer Auswirkungen. Zudem müssen geeignete Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen (falls verfügbar) eingeleitet sowie die interne Kommunikation der Risiken sichergestellt sein. Auf allen Ebenen der Röhm-Gruppe ist die systematische und zeitnahe Risikoberichterstattung ein wesentliches Element der strategischen und operativen Planung, der Vorbereitung von Investitionsentscheidungen, der Ermittlung von Hochrechnungen sowie weiterer Management- und Entscheidungsprozesse. Das Risikokomitee mit Vertretern aller Geschäfts- und wesentlicher Funktionsbereiche nimmt die Aufgaben der Validierung der konzernweiten Risikosituation vor und definiert angemessene Gegenmaßnahmen.

Gemäß unserer konzernweit gültigen Risikomanagement-Richtlinie werden Einzelrisiken systematisch erfasst und verwaltet. Sie werden hinsichtlich ihrer möglichen Schadenshöhe (Auswirkung) und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet und mit ihren Erwartungswerten dokumentiert. Die Bewertung erfolgt analog zur aktuellen Mittelfristplanung über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Planung erfolgt dabei Legaleinheiten-übergreifend über Geschäfts- und Funktionsbereiche. Chancen und Risiken sind dabei als positive bzw. negative Abweichungen von der Planung definiert. Die Organisationseinheiten führen einmal jährlich in Verbindung mit der Mittelfristplanung eine umfassende Risikoinventur durch. Für dabei erkannte Risiken werden Sicherungsmaßnahmen (soweit verfügbar und sinnvoll) benannt, umgehend eingeleitet und deren Umsetzung zeitnah verfolgt. Die identifizierten Risiken und die jeweiligen Gegenmaßnahmen werden regelmäßig im Risikokomitee besprochen.

3.2 Gesamtsituation Chancen und Risiken

Die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung der Röhm-Gruppe und damit auch der CyPlus GmbH sind geprägt durch die Entwicklung der Energie- und Erdgaspreise, der Verfügbarkeit von Rohstoffen sowie von deren Preisen und von der Entwicklung der Verkaufspreise sowie der Kundennachfrage. Obwohl die COVID-19-Pandemie für beendet erklärt wurde, stellen die Nachwirkungen der Pandemie, einschließlich der hohen Inflation und der Zinssätze, immer noch eine Herausforderung für die wirtschaftliche Entwicklung dar und die Erholung verläuft langsam. Für den anhaltenden russischen Krieg gegen die Ukraine ist noch kein Ende in Sicht. Der Krieg hat erheblichen Druck auf die Energie- und Gasmärkte, insbesondere in Europa, ausgeübt. Obwohl die Energie- und Gaspreise wieder gesunken sind, hat sich die ohnehin schwächere Kostenposition Europas im Vergleich zu den Produzenten in Asien, Nordamerika und dem Nahen Osten weiter verschlechtert. Ein Übergreifen des Gaza-Konflikts auf andere Länder der Region könnte sich negativ auf die globale Wirtschaftsentwicklung auswirken. Die Inflation und die Zinssätze sind zwar von ihren historischen Höchstständen zurückgegangen, bleiben aber auf einem hohen Niveau. China hat die Immobilienkrise noch nicht überwunden und kämpft daher mit einem ungewöhnlich niedrigen Wachstum. Insgesamt sind die Aussichten für die Weltwirtschaft derzeit noch von hohen Unsicherheiten und einer langsamen Erholung geprägt. Es wird jedoch erwartet, dass das Jahr 2024 vor allem in der zweiten Jahreshälfte eine moderat positive Entwicklung bringen wird, vorausgesetzt, die Bedingungen im Jahr 2023 stellen den Tiefpunkt des Zyklus dar.

Wesentliche Risiken für die Röhm-Gruppe sind daher derzeit der Anstieg von Rohstoff- und Energiepreisen sowie die punktuellen Störungen in der Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energie, sowie die Entwicklung der Absatzvolumina und der Verkaufspreise. Die hohe Inflation stellt für die CyPlus GmbH nicht nur ein Risiko in Form von Preisanstiegen auf der Einkaufsseite dar, sondern auch auf der Absatzseite aufgrund eines Rückgangs der Kaufkraft und von Investitionen durch Endkunden. Als Folge der operativen Risiken ist auch das Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko gestiegen. Wechselkurs- und Zinsänderungen, die Margenentwicklung und die zunehmende Bedrohung durch elektronische Angriffe stellen weitere bedeutende Risiken dar.

Zunehmende Extremwetterereignisse in Folge des voranschreitenden Klimawandels stellen weiterhin ein Risiko für die Entwicklung der globalen Wirtschaft und auch für die Entwicklung der Röhm-Gruppe dar. Die Green Deal-Strategie der Europäischen Kommission, welche zum Ziel hat aus Europa bis 2050 den ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, und deren Auswirkungen auf die Umwelt- und Energiepolitik hält für Röhm Herausforderungen aber auch Chancen bereit. Neue oder strengere Vorgaben für Chemikalien und höhere Energiepreise in Deutschland können die künftige Ertragslage der Röhm-Gruppe negativ beeinflussen. Der unerwartete Wegfall der russischen Erdgaslieferungen hat für zusätzlichen Druck auf die notwendige Transformation der Energieerzeugung weg von fossilen Brennstoffen hin zu grüner Energie und auf die Energiepreise in Europa gesorgt. Die nötige Transformation der Industrie zur Erreichung der Klimaziele bietet aber auch Chancen, zum Beispiel für die Entwicklung und Vermarktung neuer, nachhaltigerer Produkte oder ressourcenschonenderer Produktionsprozesse und Technologien.

Wesentliche Chancen sieht die CyPlus GmbH in der weiteren Optimierung der Nutzung der Verbundstruktur, für die Röhm-Gruppe günstige Entwicklungen von Rohstoffpreisen sowie in der weiteren Erholung der Weltwirtschaft. Ein Ende des Krieges in der Ukraine im Wege eines Friedensvertrags zwischen Russland und Ukraine würde ebenfalls Chancen für die künftige Entwicklung der Wirtschaft und auch der CyPlus GmbH bieten, jedoch ist eine solche Lösung derzeit nach wie vor nicht absehbar.

Maßnahmen zur Verringerung der Risiken stellen unter anderem allgemeine wirtschaftliche Gegensteuerungsmaßnahmen, eine laufende, engmaschige Liquiditätssteuerung und -planung, die Evaluierung von zusätzlichen Kapitalbeschaffungsmaßnahmen sowie insbesondere in Bezug auf die Risiken aus Gaspreis-, Wechselkurs- und Zinsänderungen der Einsatz von Sicherungsinstrumenten dar. In den folgenden Kapiteln werden die wesentlichen Einzelrisiken und Einzelchancen sowie weitere Chancen und Risiken innerhalb der jeweiligen Kategorien beschrieben.

Die identifizierten Risiken, denen die CyPlus GmbH ausgesetzt ist, haben unter Berücksichtigung der ergriffenen bzw. geplanten Maßnahmen derzeit weder einzeln noch in Wechselwirkung miteinander nach Einschätzung der Geschäftsführung bestandsgefährdende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Aufgrund der erheblichen Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine, die Energie- und Gaspreise in Europa, die nach wie vor hohe Inflation und das Zinsniveau sowie das kaum vorhersehbare Ausmaß und die Dauer der schwachen und langsamen wirtschaftlichen Entwicklung wird die Lage der Röhm-Gruppe in regelmäßigen Abständen sorgfältig beobachtet. Situationsbedingt werden neue bzw. erweiterte Maßnahmen zur Begrenzung der Auswirkungen auf die Röhm-Gruppe definiert und umgesetzt.

Die für die CyPlus GmbH relevantesten Risiken wurden auf Grundlage des möglichen Nettoeffekts und der Eintrittswahrscheinlichkeit zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 wie folgt kategorisiert und klassifiziert:

Risikokategorie Risikoklassifizierung
Absatzmärkte Hoch
Liquidität Hoch
Einkauf und Beschaffung Hoch
Energiemärkte und Emissionshandel Hoch
Investitionen Hoch
Produktion Mittel
Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Qualität Mittel
Finanzmärkte Mittel
IT und Datensicherheit Niedrig
Personal Niedrig
Recht und Compliance, inkl. geistiges Eigentum Niedrig
Prozesse und Organisation Niedrig

3.3 Chancen und Risiken "Märkte und Wettbewerb"

3.3.1 Absatzmärkte

Von wesentlicher Bedeutung für die CyPlus GmbH ist die Entwicklung der Gold- und Silberbergbauindustrie. Stabile Gold- und Silberpreise auf gutem Niveau wirken sich förderlich auf die Exploration neuer Lagerstätten aus und entfalten mittel- bis langfristig eine positive Wirkung auf die Nachfrage nach Cyaniden und somit auch auf den Absatz der CyPlus GmbH.

Die konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft bietet für die CyPlus GmbH sowohl Chancen als auch wesentliche Risiken. Eine Verstärkung oder Abschwächung des wirtschaftlichen Wachstums zum Beispiel durch den Ukraine-Krieg, Inflation, politische Entwicklungen, sich weiter verändernde Zins- und Währungspolitik oder durch Entwicklungen in wichtigen Schlüsselsektoren (wie beispielsweise der Minenindustrie) kann Auswirkungen auf die Nachfrage in den für die CyPlus GmbH relevanten Teilmärkten haben. Eine Eskalation der politischen Konflikte in Europa, dem Nahen Osten und insbesondere dem Krieg in der Ukraine könnten die konjunkturelle Dynamik weiter dämpfen. Derzeit stellen die schwache Nachfrage in wichtigen Endkundenindustrien, der Preiswettbewerb, eine immer noch hohe Inflation und Zinsen, sowie Energiekosten, die größten Risiken für die CyPlus GmbH dar.

Die weltwirtschaftliche Entwicklung beeinflusst die Ergebnis- und Cashflow-Entwicklung der CyPlus GmbH. Die Röhm-Gruppe begegnet den konjunkturellen Risiken durch kontinuierliches Monitoring des makroökonomischen Umfelds, durch Optimierung der Kosten - und Organisationsstrukturen sowie der Wettbewerbspositionen im bestehenden Geschäft.

Neben der allgemeinen Nachfragesituation birgt auch der intensive Wettbewerb in verschiedenen Marktsegmenten Chancen und Risiken. Diese können sowohl aus der Nachfrage in einzelnen Märkten als auch der Wettbewerbssituation in unterschiedlichen Industrien resultieren. Veränderungen der Nachfrage können sich spürbar auf den Absatz und Umsatz unserer Geschäfte auswirken. Auch aus dem Klimawandel können sich in den Geschäftsbereichen sowohl Chancen als auch Risiken ergeben. Die wachsende Nachfrage unserer Kunden nach ressourcenschonenden Produkten kann deutlich zunehmen mit entsprechend positiver Wirkung auf unser Geschäft. Zusätzliche regulatorische Eingriffe oder wetterbedingte Ereignisse können zum einen die Kosten der Produktion belasten und Lieferengpässe verursachen und zum anderen zu steigender Nachfrage nach den ressourcenschonenden Produkten führen. Der EU Green Deal und dessen Umsetzung in die deutschen, nationalen Gesetze birgt ebenfalls Chancen und Risiken. Einerseits erhöht die Transformation zu einer CO 2 -neutralen Produktion den Druck auf Energiepreise und Herstellkosten. Andererseits werden dadurch aber auch Innovationen und Investitionen in klimafreundlichere Technologien gefördert. Um Risiken zu reduzieren, beobachtet die CyPlus GmbH die spezifischen Entwicklungen akribisch und arbeitet eng mit den Kunden zusammen, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Wir analysieren zudem laufend unsere Produktionsprozesse und -technologien und verbessern stetig diese hin zu erhöhter Effizienz und mehr Nachhaltigkeit.

Spezifisch auf besondere Herausforderungen ausgerichtete Taskforces, wie zum Beispiel die COVID-19- oder die Erdgas-Taskforce, werden bei Bedarf kurzfristig zusammengestellt und solange beibehalten, wie es die sich stetig verändernde Situation erfordert. Dies erlaubt eine laufende Evaluierung der Lage und die schnelle Ergreifung angemessener Maßnahmen. Dabei stehen die Gesundheit und der Schutz der Mitarbeitenden, die Aufrechterhaltung des operativen Betriebs sowie die Sicherstellung der Verfügbarkeit ausreichender Liquidität im Vordergrund. Die sich mit der Krise dynamisch verändernden Absatz- und Beschaffungsmärkte, die Lieferketten sowie die Logistiksituation werden von uns aufmerksam beobachtet und wo möglich die Produktion an die geänderte Nachfrage- oder Angebotssituation angepasst. Dies umfasst die Prüfung von Maßnahmen zur temporären Reduktion von Produktionskapazitäten und Fixkosten, zum Beispiel durch das Mittel der Kurzarbeit, aber auch die Evaluierung und Analyse zusätzlicher Finanzierungsquellen.

3.3.2 Finanzmärkte

Die Steuerung von Liquiditäts-, Kreditausfall-, Währungs- und Zinsrisiken sowie der Risiken im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen erfolgt grundsätzlich zentral für die Röhm-Gruppe. Dabei wird jede wesentliche finanzielle Risikoposition erfasst und bewertet. Auf dieser Grundlage führen wir gezielt risikobegrenzende Absicherungsmaßnahmen durch. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich im Zusammenhang mit korrespondierenden Grundgeschäften eingesetzt.

Im Währungsbereich werden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Zur Absicherung von Rohstoffpreisschwankungen bei Erdgas kommen längerfristige Einkaufskontrakte sowie derivative Swapgeschäfte zum Einsatz. Zur Sicherung der Versorgung mit Emissionszertifikaten zur Erfüllung von gesetzlichen Abgabeverpflichtungen werden bei Bedarf auch Termingeschäfte verwendet.

Ein Teil der Vermögenswerte und Schulden sowie der Umsatzerlöse der CyPlus GmbH fallen in Währungen an, die nicht der Berichtswährung Euro entsprechen. Die wesentliche Fremdwährung der CyPlus GmbH ist der US-Dollar. Alle geplanten oder in Form von Forderungen und Verbindlichkeiten bilanzierten Zahlungsströme, die nicht in Euro denominiert sind, unterliegen Chancen bzw. Risiken aus Wechselkursänderungen. Netto-Risikopositionen aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden über derivative Sicherungsgeschäfte reduziert.

Zur Steuerung und Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Röhm-Gruppe existiert ein zentrales Liquiditätsmanagement, dessen Kern ein konzernweites Cashpooling mit der Röhm GmbH als Cashpool-Führer ist. Die Liquiditätslage der Gruppe wird durch die zentrale Treasury-Abteilung laufend überwacht und durch eine kurz- und mittelfristige Liquiditätsplanung gesteuert. Das oberste Ziel ist die Sicherstellung der jederzeitigen Verfügbarkeit von ausreichender Liquidität. Darüber hinaus sichert eine Revolving Credit Facility (RCF) über € 300 Millionen die Verfügbarkeit von Finanzmitteln in der Röhm-Gruppe. Im Berichtsjahr 2023 wurde der RCF teilweise temporär als Kredit in Anspruch genommen; alle Kreditziehungen wurden nach kurzer Zeit wieder zurückgezahlt

Um den derzeit erhöhten Liquiditätsbedarf inmitten eines unerwartet schwachen wirtschaftlichen Umfelds sicher zu stellen, hat die Röhm-Gruppe im Geschäftsjahr 2023 zusätzliche Finanzierungsmittel aufgenommen. Dies erfolgte durch Gewährung eines Darlehens von einem verbundenen Unternehmen, durch die Ausweitung des EUR Term Loans sowie durch den Sale-and-Leaseback des Energiebetriebs in Worms. Die Röhm-Gruppe überwacht nicht nur die kurzfristige Liquidität sehr genau, sondern auch die Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten und ergreift nötige Maßnahmen, sollten zusätzliche Mittel erforderlich sein. Dies umfasst eine weitere Erhöhung der Term Loan-Fazilitäten, neue Gesellschafterdarlehen sowie auch die Evaluierung weiterer Sale-and-leaseback-Optionen.

Die Röhm-Gruppe hat zur Finanzierung der Akquisition sowie zur Finanzierung des operativen Finanzierungsbedarfs mit Wirkung zum 31. Juli 2019 ein Senior Facilities Agreement (SFA) mit einem Bankenkonsortium abgeschlossen. Unter dem SFA muss die Gruppe bestimmte Informationspflichten gegenüber dem Bankenkonsortium erfüllen und unter genau definierten Umständen bestimmte Finanzkennzahlen einhalten. Die CyPlus GmbH ist Teil der Garantiegeber unter dem SFA. Bei Nichteinhaltung der Bestimmung des SFA könnte im schlimmsten Fall eine sofortige Fälligstellung der Kredite erfolgen. Der Geschäftsführung sind keine Anzeichen oder Sachverhalte bekannt, die einer Erfüllung der Auflagen entgegenstehen.

Im ersten Quartal 2024 hat die Röhm-Gruppe eine "Amend-and-Extent" ("A&E") Transaktion bezüglich des Senior Facilities Agreement eingeleitet, durch welche die Laufzeit um zwei Jahre auf Juli 2028 verlängert wird sowie eine weitere Ausweitung der Term Loans ermöglicht wird. Die A&E-Transaktion wurde am 16. April 2024 erfolgreich abgeschlossen und das entsprechende "Amendment and Restatement Agreement" unterzeichnet. Die Transaktion sieht auch weitere Mittel aus einem Gesellschafterdarlehen von Advent vor, um den Liquiditätsbedarf für LiMA weiter zu unterstützen. Derzeit werden die zur Umsetzung der Transaktion erforderlichen gesellschaftsrechtlichen Beschlüsse und Intercompany-Darlehensverträge finalisiert. Der Erhalt der noch ausstehenden zusätzlichen Mittel von Advent im Zusammenhang mit dieser Transaktion ist für Anfang Mai 2024 vorgesehen. Sollte die Umsetzung der A&E-Transaktion entgegen der Erwartung der Geschäftsführung nicht im Mai 2024 abgeschlossen und die von Advent zugesagten Mittel erhalten werden, würde der geplante Liquiditätsbedarf im Laufe der nächsten zwölf Monate eine Lücke aufweisen. Sollte diese Lücke nicht anderweitig geschlossen werden können, läge darin eine mögliche Unsicherheit, die den Fortbestand der Gruppe und damit auch der Gesellschaft gefährden würde. Diesem von der Geschäftsführung als sehr gering eingeschätztem Risiko begegnet die Gruppe durch die Verfolgung von weiteren alternativen Finanzierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel weiteren Sale-and-leaseback-Geschäften.

Durch die Einbindung in den konzernweiten Cashpool der Röhm-Gruppe und durch den Cashflow der laufenden Geschäfte war der Liquiditätsbedarf der CyPlus GmbH im Berichtsjahr jederzeit gesichert.

Zugleich Chancen als auch Risiken ergeben sich aus einer möglichen Veränderung der Bewertungsparameter unserer Pensionsverpflichtungen. Veränderungen insbesondere des Zinssatzes, aber auch der Sterbewahrscheinlichkeiten, Gehaltssteigerungsraten und Rentensteigerungen können eine Veränderung des Barwertes der Pensionsverpflichtungen bedingen, was unmittelbar zu veränderten Aufwendungen für die Pensionspläne führen kann.

3.3.3 Beschaffung

Die CyPlus GmbH ist abhängig von der Preisentwicklung wesentlicher Rohstoffe, insbesondere von direkt oder indirekt aus Rohöl gewonnenen petrochemischen Rohstoffen. Diese Risiken werden durch Optimierung der globalen Ausrichtung der Einkaufsaktivitäten, wie zum Beispiel der Erschließung neuer Märkte sowie durch den Abschluss marktgerechter Verträge abgesichert. Zur weiteren Verringerung der Rohstoffpreisrisiken ist es das Ziel, etwaige Rohstoffpreisvolatilitäten (Risiko wie Chance) anteilig oder in vollem Umfang mithilfe von Formelpreisverträgen in der Wertschöpfungskette weiterzugeben, sofern dies die Wettbewerbssituation zulässt.

Als übergeordnetes Ziel ist in der Beschaffungsstrategie die Sicherstellung der Rohstoffverfügbarkeit unter bestmöglichen wirtschaftlichen Konditionen verankert. Kurz- oder mittelfristige Einschränkungen der Verfügbarkeit von Vor- und Zwischenprodukten stellen Risiken dar, die im Zuge der COVID-19-Krise oder auch in Folge des Ukrainekrieges nochmals deutlich an Bedeutung gewonnen haben. Neben der Vorbereitung von Lieferantensubstitutionen in Notfällen beobachtet die Röhm-Gruppe kontinuierlich die wirtschaftliche Lage ausgewählter Lieferanten für wichtige Rohstoffe, um Engpässe antizipieren und Risiken abwehren zu können.

Ein zentrales Beschaffungsthema ist auch die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien in der Wertschöpfungskette. Die Röhm-Gruppe erwartet von ihren Lieferanten, dass sie unsere Grundsätze unternehmerischer Verantwortung teilen. Daher hat die Röhm-Gruppe für Lieferanten einen Verhaltenskodex aufgelegt, der auf den Prinzipien des UN Global Compact, den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie der Responsible-Care ® -Initiative basiert.

Die Röhm-Gruppe hat sich dem BME (Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.) angeschlossen, da dessen Verhaltenskodex ("Code of Conduct") auf den zehn Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen basiert und somit eine internationale Anwendung ermöglicht. Die Beachtung dieser Prinzipien liegt den vertraglichen Beziehungen mit unseren Lieferanten zugrunde.

3.3.4 Personal

Für den aktuellen und künftigen wirtschaftlichen Erfolg der CyPlus GmbH kommt den Beschäftigten eine zentrale Bedeutung zu.

Als weltweit tätiges Unternehmen achtet die CyPlus GmbH die Grundsätze der internationalen Charta der Menschenrechte, die zehn Prinzipien des UN Global Compact, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen sowie die Arbeits- und Sozialstandards der ILO. Die Einhaltung aller Arbeitsgesetze ist von besonderer Bedeutung.

Um den Anforderungen entsprechend qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und dauerhaft zu binden, ist die CyPlus GmbH in das Personalmanagement der Röhm-Gruppe eingebunden. Die Röhm-Gruppe bietet weltweit vielseitige Beschäftigungsmöglichkeiten, systematische Personalentwicklungsmaßnahmen und eine wettbewerbsfähige Vergütung. Die Röhm-Gruppe unterstützt als verantwortungsvoller Arbeitgeber den Großteil der Mitarbeitenden in der Absicherung von Risiken wie Unfall oder Invalidität sowie durch betriebliche Altersversorgungsmodelle entweder direkt oder durch Beitragszahlungen an externe Einrichtungen. Auch darüber hinaus werden Unterstützungsprogramme angeboten, beispielsweise durch die Sozial- und Mitarbeitendenberatung oder betriebliches Gesundheitsmanagement. Damit ist die Röhm-Gruppe für Mitarbeitende und sich Bewerbende ein attraktiver Arbeitgeber, was wir mit spezifischen Employer Branding-Kampagnen intern wie extern bewerben. Die Röhm-Gruppe pflegt intensive Kontakte zu Universitäten und Berufsverbänden, um geeignete Nachwuchskräfte für das Unternehmen gewinnen zu können. Sowohl das Employer Branding als auch viele interne Aktivitäten sind auch auf Vielfalt und Inklusion ausgerichtet, womit die Röhm-Gruppe die Attraktivität für Talente, Fach- und Führungskräfte weiter steigert.

Im Rahmen der Personalplanung werden regelmäßig die kurz- und mittelfristigen Bedarfe ermittelt und frühzeitig Maßnahmen abgeleitet, um den aktuellen und künftigen Personalbedarf zu decken. Dies wird durch einen strukturierten Prozess zur Nachfolgeplanung für kritische Positionen unterstützt.

Eine wichtige Quelle für die Deckung des Personalbedarfes ist auch die bedarfsgerechte Ausbildung und Übernahme von Trainees und Auszubildenden. Damit werden mögliche Personalrisiken nach Möglichkeit abgedeckt.

3.3.5 Produktion

Die CyPlus GmbH ist als Chemieunternehmen den Risiken von Betriebsunterbrechungen, Qualitätsproblemen und unerwarteten technischen sowie informationstechnologischen Schwierigkeiten ausgesetzt. Der Ausfall unserer Produktionsanlage in Wesseling kann einen signifikanten negativen Einfluss auf die Geschäfts- und Ertragsentwicklung nehmen und darüber hinaus auch Personen- und Umweltschäden zur Folge haben. Richtlinien zu Projekt- und Qualitätsmanagement, eine hohe Qualifikation der Mitarbeitenden und die regelmäßige Wartung unserer Anlagen im Rahmen eines fortlaufenden Wartungs- und Instandhaltungsplans sowie regelmäßige interne wie externe Prüfungen gewährleisten eine wirksame Minimierung dieser Risiken. Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden an Anlagen und Werken sind in einem wirtschaftlich vertretbaren Maße versichert, sodass die wirtschaftlichen Folgen von möglicherweise eintretenden Produktionsrisiken weitgehend abgesichert werden. Gleichwohl können nicht vorhersehbare Einzelereignisse Risiken darstellen.

Auch die unbedingte Beachtung der Hygiene- und Distanzvorschriften zur Eindämmung von Infektionskrankheiten wie COVID-19 sind zur Aufrechterhaltung des Produktionsbetriebs von elementarer Wichtigkeit. Eine Notfallplanung mit Sicherstellung einer Mindestbesetzung von unbedingt erforderlichen Positionen, sofortiges Handeln bei Feststellung einer Infektion eines Mitarbeitenden und Ergreifen von angemessenen Maßnahmen zur Begrenzung der Infizierung weiterer Mitarbeitenden haben dabei höchste Priorität.

3.3.6 Investitionen

Investitionen sind hinsichtlich der Einhaltung des geplanten Umfangs und des Umsetzungszeitpunkts der Projekte mit Risiken behaftet. Diesen Risiken begegnen wir durch bewährte strukturierte Prozesse, welche die disziplinierte Umsetzung von Investitionsvorhaben gewährleisten. Noch nicht begonnene und auch bereits laufende Projekte werden stets auf sich verändernde Entwicklungen in den jeweiligen Märkten überprüft und gegebenenfalls verschoben.

3.3.7 Energiemärkte

Die CyPlus GmbH ist in das Energiemanagement der Röhm-Gruppe eingebunden. Zum Einsatz in Chemie- und Infrastrukturanlagen benötigen wir Energiemengen aus verschiedenen Quellen. Der Hauptanteil entfällt auf Erdgas und Strom. Die Röhm-Gruppe beobachtet die Entwicklung der nationalen und internationalen Energiemärkte fortlaufend und agiert entsprechend risiko- und kostenbewusst. Um den Auswirkungen der aktuellen Energiekrise in Europa entgegenzuwirken werden Erdgas und Rohstoffe, welche mit Erdgas in Zusammenhang stehen, im Einklang mit unserer Produktionsplanung im Vorfeld so weit wie möglich und ökonomisch sinnvoll durch Festpreisgeschäfte oder Derivate abgesichert. Das Energiemanagement der Röhm-Gruppe prüft zudem laufend die mögliche Inanspruchnahme von staatlichen Unterstützungsprogrammen zur Abmilderung der hohen Energie- und Gaspreise und verfolgt die diesbezüglichen politischen Diskurse sowie die Gesetzgebung auf nationaler und europäischer Ebene aufmerksam.

Soweit erforderlich beschafft die Röhm-Gruppe Emissionshandelsberechtigungen (CO 2 -Zertifikate) innerhalb definierter Risikostrategien. Ziel ist es, Risiken und Chancen der volatilen Energiemärkte in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen. In Abhängigkeit von der Entwicklung der Rahmenbedingungen können hier zusätzliche Kosten entstehen.

Für Anlagen, die dem europäischen Emissionshandelssystem unterliegen, können sich Belastungen aus der zukünftigen Ausgestaltung der vierten Handelsperiode (2021 bis 2030) und dort insbesondere aus einer Verschärfung von Benchmarks, die der kostenlosen Zuteilung von CO 2 -Zertifikaten zugrunde liegen, ergeben. Neben den Energiemärkten beobachtet die Röhm-Gruppe laufend auch die Entwicklungen im Emissionshandel und leitet daraus unter Beachtung von Risiken und Kosten adäquate Maßnahmen ab. Im Vordergrund steht derzeit die preisliche Absicherung für physisch benötigte Strom- und Erdgasmengen. Im weiteren regulatorischen Umfeld der Energiemärkte ist für die Gesellschaften der Röhm-Gruppe in Deutschland insbesondere von Bedeutung, wie sich die Entlastungen aus den Gesetzen für die Strom-, Gas und Wärmepreisbremsen auswirken.

Mögliche Belastungen können aus dem durch die Energiewende getriebenen Anstieg der Stromnetzentgelte einschließlich weiterer staatlich induzierter Kostenbestandteile sowie aus möglichen grundsätzlichen Änderungen der Netzentgeltsystematik resultieren.

Insgesamt ist die CyPlus GmbH bei einzelnen Energieträgern aufgrund der spezifischen Angebots-/ Nachfragesituationen und der politischen sowie geopolitischen Entwicklungen gewissen Marktpreis- und Kostenschwankungen ausgesetzt. Hier bieten sich sowohl Chancen als auch Risiken, denen die Röhm-Gruppe durch sehr enges Monitoring begegnet, um bei Bedarf schnell und angemessen reagieren zu können.

3.4 Chancen und Risiken "Recht/Compliance"

Die Chancen und Risiken der Kategorie Recht/Compliance sind im Vergleich zu denen im Umfeld Märkte und Wettbewerb deutlich schwieriger zu quantifizieren, da sie neben den finanziellen Auswirkungen häufig auch Einfluss auf die Reputation des Unternehmens haben und/oder strafrechtliche Aspekte mit sich bringen. Für bekannte Rechts- oder Compliance-Risiken, sofern sie nach unserer Einschätzung wahrscheinlich eintreten werden, treffen wir bilanzielle Vorsorge.

3.4.1 Compliance, Recht und regulatorische Rahmenbedingungen

Compliance umfasst das regelkonforme Verhalten im geschäftlichen Umfeld. Wesentliche Compliance-Vorgaben sind im Verhaltenskodex der Röhm-Gruppe festgelegt. Danach sind zum Beispiel jede Form von Korruption, einschließlich sogenannter Beschleunigungszahlungen, sowie Verstöße gegen kartellrechtliche Vorgaben ausdrücklich verboten. Risiken können sich aus der Nichtbeachtung der entsprechenden Regeln ergeben. Die Sensibilisierung und umfassende Schulung der Mitarbeitenden durch Präsenztrainings und/oder E-Learning-Programme tragen dazu bei, diese Compliance-Risiken zu minimieren. Der Verhaltenskodex gilt weltweit verbindlich für alle Mitarbeitenden und die Organe sämtlicher Röhm-Gesellschaften. Die Einhaltung der Regelungen des Verhaltenskodex wird von allen Mitarbeitenden und Organen erwartet und sie sind verpflichtet, sich über seinen Inhalt zu informieren sowie an entsprechenden Schulungen teilzunehmen.

Verbindliche Handlungsgrundsätze, verankert in unserem Code of Conduct, gelten für alle Mitarbeitenden, ob vor Ort im Werk oder im Management, und geben klare und überprüfbare Orientierung für persönliches Verhalten und Führung vor.

Die CyPlus GmbH achtet auf die Einhaltung der Menschenrechte entlang ihrer Wertschöpfungskette. Um entsprechende Risiken zu minimieren, fordern wir von unseren Lieferanten die Einhaltung der Verhaltensrichtlinie des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.

Die CyPlus GmbH ist grundsätzlich rechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese resultieren beispielsweise aus Rechtsstreitigkeiten, wie privatrechtlichen Schadensersatzansprüchen, oder Verwaltungs- bzw. Bußgeldverfahren. Im operativen Geschäft unterliegt die Gesellschaft Haftungsrisiken, insbesondere in der Produkthaftung sowie dem Patent-, Steuer-, Wettbewerbs-, Kartell- und Umweltrecht. Auch Änderungen von Regulierungen des öffentlichen Rechts können eine rechtliche Risikoposition begründen oder diese materiell verändern.

Zur Absicherung der finanziellen Folgen von gleichwohl eingetretenen Schäden wurden Versicherungen bezüglich Sachschäden, Produkthaftung und anderer Risiken abgeschlossen. Soweit erforderlich, hat die CyPlus GmbH für rechtliche Risiken Rückstellungen gebildet.

In steuerlicher Hinsicht können sich Risiken im Zusammenhang mit der unterschiedlichen Wertung von Geschäftsprozessen, Investitionen und Restrukturierungen seitens der Finanzverwaltung, Steuerreformen in einzelnen Ländern sowie aus potenziellen Nachzahlungen aufgrund von Betriebsprüfungen ergeben.

3.4.2 Schutz von geistigem Eigentum und Know-how sowie Informationssicherheit

Innovationen haben einen ganz wesentlichen Anteil an unserem unternehmerischen Erfolg. Deshalb ist der Schutz von geistigem Eigentum und Know-how von zentraler Bedeutung. Gerade im Hinblick auf die immer enger werdenden Märkte und die Globalisierung der Geschäfte sind wirksame Maßnahmen zum Schutz des Wettbewerbsvorsprungs zu Eckpfeilern der Investitionstätigkeit geworden. Insbesondere beim Neubau von Produktionsanlagen in bestimmten Ländern sind unsere Geschäfte dem Risiko ausgesetzt, dass geistiges Eigentum selbst durch Patente nicht in hinreichendem Umfang geschützt werden kann. Ebenso birgt der Transfer von Know-how in Joint Ventures und andere Kooperationsformen das Risiko, dass Kompetenzen von der CyPlus GmbH abfließen.

Die Steuerung der Aufgaben zur Reduzierung und Vermeidung dieser Risiken wird von unserem gruppeninternen Intellectual Property Management Team wahrgenommen.

3.4.3 IT- und Datensicherheitsrisiken

Elektronisch verarbeitete Informationen und Datensicherheit sind entscheidende Faktoren für den Erfolg der Röhm-Gruppe. Dem nachhaltigen Schutz von Informationen sowie der Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von IT-gestützten Geschäftsprozessen kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Die Kompromittierung dieser Systeme und Informationen kann zur Beeinträchtigung unserer Geschäfts- und Produktionsprozesse führen.

Um diese und das damit verbundene Wissen innerhalb sowie außerhalb des Konzerns vor Cyber-Kriminalität (auch digitale Wirtschaftsspionage, Manipulation durch elektronische Angriffe) zu schützen sowie derartige Risiken zu minimieren, hat die Röhm-Gruppe eine Strategie zur IT-Sicherheit entwickelt sowie organisatorische und technische Maßnahmen etabliert. Die sichere Nutzung von Informationssystemen wird durch konzernweit verbindliche Richtlinien und Regelungen beschrieben und im Rahmen eines internen Kontrollsystems forciert und überwacht.

Angesichts einer kontinuierlich wachsenden starken Bedrohungslage prüft die Röhm-Gruppe die Schutzmaßnahmen regelmäßig, setzt notwendige Gegenmaßnahmen risikobasiert um und passt diese, wo immer notwendig, an. Durch zum Teil verpflichtende Schulungen und stetige Informationen beispielsweise im Intranet sorgt die Röhm-Gruppe dafür, dass das Thema IT-Sicherheit im Bewusstsein der Mitarbeitenden steht. Dabei werden die besonders schützenswerten streng vertraulichen Informationen der Röhm-Gruppe ermittelt und entsprechende Schutzmaßnahmen veranlasst; gleichzeitig werden die Führungskräfte für das Thema sensibilisiert.

3.4.4 Umweltrisiken (Umwelt, Sicherheit, Gesundheit, Qualität)

Als verantwortungsbewusstes Unternehmen der chemischen Industrie bewertet die CyPlus GmbH fortlaufend ihre Risiken durch den Betrieb von Produktionsanlagen, den Transport ihrer Roh-, Hilfs- und Endprodukte sowie durch die Vermarktung ihrer Produkte (in der Weiterverarbeitung bzw. Anwendung). Diesen Risiken begegnet das Unternehmen mit dem Verständnis von Sicherheit und verantwortlichem Handeln als ganzheitlicher Managementaufgabe als Teil der Unternehmenskultur, die auf allen Hierarchieebenen - von der Geschäftsführung über die Führungskräfte bis zu den Mitarbeitenden - im Sinne des Sicherheitsleitbildes "Safety First" gelebt wird.

Es kann jedoch trotz aller technischer und organisatorischer Maßnahmen nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass im Falle eines Ereignisses in einer Produktionsanlage oder auf dem Transportweg beispielsweise Energie- oder Stofffreisetzungen erfolgen, die ggf. die Gesundheit der Mitarbeitenden (eigene oder solche von Fremdfirmen) oder der Nachbarschaft gefährden. Zur Minimierung der Risiken im Ereignisfall hat die CyPlus GmbH ein Notfall- und Ereignismanagement organisiert, das alle notwendigen Maßnahmen zur unmittelbaren Gefahrenabwehr und die zugehörigen Verantwortlichkeiten regelt. Dieses System wird regelmäßig geschult und mit Hilfe von Übungen trainiert. Eingetretene Ereignisse werden sorgfältig analysiert, um daraus Lehren zur Risikominderung zu ziehen und gegebenenfalls entsprechende notwendige Maßnahmen zu implementieren und derartige Ereignisse in der Zukunft zu vermeiden.

Das gemäß ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 zertifizierte integrierte Business Management System für Qualität und Umweltschutz wird ständig weiterentwickelt und verbessert. Die im Rahmen des Business Management Systems durchgeführten Audits werden auch dazu genutzt, den kontrollierten Umgang mit den vorgenannten Risiken zu prüfen und zusätzlich die Compliance-Anforderungen hinsichtlich USG (Umwelt, Sicherheit, Gesundheit) regelmäßig zu überprüfen. Zur Sicherstellung, dass alle USG Compliance-Anforderungen und deren Änderungen den verantwortlichen Personen bekannt sind, hat das Unternehmen eine systematische Rechtsnachverfolgung aufgebaut.

Im Rahmen der Produktsicherheit sollen mögliche Gesundheits- und Umweltrisiken im Portfolio frühzeitig erkannt und bewertet werden, um einen sicheren Umgang mit den Produkten zu gewährleisten. Produkte mit hohem Gefahrenpotential werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von der Rohstoffbeschaffung bis zur Abgabe an die industriellen Kunden - betrachtet. Den Kunden werden alle erforderlichen Informationen für den sicheren Umgang mit unseren Produkten einschließlich deren Entsorgung zur Verfügung gestellt. Dazu zählen beispielsweise Sicherheitsdatenblätter oder Broschüren zum sicheren Umgang mit den Stoffen beim Transport, der Lagerung oder der Verarbeitung. Produktverantwortung umfasst selbstverständlich auch die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben zur Herstellung und dem Inverkehrbringen der hergestellten Produkte, wie zum Beispiel die Europäische Chemikalienverordnung REACH oder das Global Harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS).

Weitere Umweltrisiken können durch den Klimawandel entstehen. Diese machen sich schon heute beispielsweise durch akute Wetterereignisse (Starkregen bis hin zu Stürmen) oder mangelnde Wasserverfügbarkeit, wie z.B. Niedrigwasser im Rhein, bemerkbar. Neben diesen potenziell negativen direkten Auswirkungen des Klimawandels, sehen wir uns auch Risiken, die aus möglichen strikteren umweltrechtlichen Vorschriften resultieren (z.B. CO 2 -Debatte, Klimagesetz), ausgesetzt.

Im Zuge des Verkaufsprozesses (2019) haben wir uns sehr intensiv mit möglichen Altlasten an unseren Standorten beschäftigt. Die hierzu erstellten Umweltreports haben keine wesentlichen neuen oder zusätzliche Umweltrisiken offengelegt. Für die erforderliche Sicherung bzw. Sanierung von bekannten Altlastenrisiken hat die CyPlus GmbH ausreichende bilanzielle Vorsorge getroffen, zudem wurde eine Umweltversicherung abgeschlossen. Neben einem im Rahmen der strukturierten internen Prozesse ermittelten möglichen Anpassungsbedarf der Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen können, beispielsweise durch Veränderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen, gegebenenfalls weitere, ungeplante Zuführungen zu Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen notwendig werden.

3.5 Risiken "Prozesse/Organisation"

Die Kategorie Prozess- und Organisationsrisiken stellt die Schnittstelle des Risikomanagements zum internen Kontrollsystem (IKS) dar. Risiken in dieser Kategorie entstehen in der Regel aus konkreten Prozessschwächen. Dies schließt neben allgemeinen Prozessschwächen insbesondere auch Risiken im IKS und dem rechnungslegungsbezogenen IKS ein. 2021 haben wir besonders unsere rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollen analysiert und die Schlüsselkontrollen in einer Risiko-Kontroll-Matrix zusammengefasst. Diese stellt die Basis für eine Neustrukturierung unseres rechnungslegungsbezogenen IKS dar, welches besser auf die Bedürfnisse der Röhm-Gruppe zugeschnitten ist. Dies umfasst die in 2022 begonnene regelmäßige Selbstüberprüfung der Wirksamkeit der Kontrollen und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Dabei ist unser Ziel, stets ein funktionsfähiges und wirksames IKS zu gewährleisten, welches jedoch auch den mittelständischen Strukturen der Röhm Rechnung trägt.

Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich an der weiteren Verbesserung und Optimierung unserer Prozesse und Organisationsstrukturen. Dabei liegt unser Augenmerk auch auf der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung unserer Prozesse. Das in 2021 gestartete und am 1. Januar 2024 in den Produktivbetrieb überführte neue ERP-System SAP S/4Hana als Ersatz unseres vom Voreigentümer übernommenen SAP ERP Systems spielt dabei eine zentrale Rolle. Dieses Projekt birgt die große Chance der Vereinfachung und Standardisierung unserer Prozesse, beinhaltet jedoch auch erhebliche Risiken für die Röhm-Gruppe für den Fall, dass die Funktionalitäten des neuen Systems die Anforderungen der Funktions- und Geschäftsbereiche nicht erfüllen oder grundlegende Fehler enthalten. Zur Minimierung dieser Risiken wurden für das Projekt ein engmaschiges Projektcontrolling und eine transparente Governance-Struktur aufgesetzt.

4 Prognosebericht

4.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für 2024 erwartet der IWF in seinem World Economic Outlook Update vom Januar 2024 eine weiche Landung auf der Grundlage einer moderaten Inflation und eines insgesamt langsamen, aber stetigen Wachstums. Allerdings zeigen die Volkswirtschaften nicht das gleiche Maß an Widerstandsfähigkeit. Während die Vereinigten Staaten und mehrere große und sich entwickelnde Märkte wie erwartet stärker wachsen, hat der Euroraum mit einem deutlich gedämpften Wachstum zu kämpfen, das auf eine schwache Verbraucherstimmung, hohe Energiepreise und eine Schwäche des zinssensiblen verarbeitenden Gewerbes und der Unternehmensinvestitionen zurückzuführen ist. Die Risiken für die Aussichten sind überwiegend ausgewogen. Auf der einen Seite könnten ein schnellerer Rückgang der Inflation, eine längere fiskalische Unterstützung und eine schnellere Erholung der chinesischen Wirtschaft zu einem stärkeren Wachstum führen. Auf der anderen Seite könnte der Gaza-Konflikt in der Region weiter eskalieren und sich negativ auf die Öl- und Gasexporte auswirken. Auch die Angriffe im Roten Meer und der immer noch andauernde Krieg in der Ukraine sowie extreme Wetterkapriolen bergen das Risiko von erneuten Unterbrechungen der Lieferketten und erhöhten Kosten. Trotz einer erwarteten sich fortsetzenden langsamen Erholung liegen die globalen Wachstumsprognosen für 2024 und 2025 immer noch unter dem historischen Jahresdurchschnitt von 3,8 % für den Zeitraum 2000-2019.

Die weltweite Inflation wird voraussichtlich von schätzungsweise 6,8 % im Jahr 2023 (Jahresdurchschnitt) auf 5,8 % im Jahr 2024 und 4,4 % im Jahr 2025 zurückgehen. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird die Inflation jedoch voraussichtlich schneller zurückgehen als in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Die meisten Volkswirtschaften mit einem Inflationsziel dürften ihre Ziele bis 2025 erreicht haben.

Der World Economic Outlook Update des IWF vom Januar 2024 prognostiziert für 2024 einen weiteren Rückgang der Ölpreise um etwa 2,3 %. Die Preise für andere Rohstoffe als Brennstoffe werden den Prognosen zufolge im Jahr 2024 leicht um durchschnittlich 0,9 % sinken.

Auf der Grundlage der oben genannten makroökonomischen Annahmen und der jüngsten Entwicklungen wird im World Economic Outlook Update vom Januar 2024 ein leichtes Wachstum der Weltwirtschaft von 3,1 % im Jahr 2024 und 3,2 % im Jahr 2025 prognostiziert. Das Wachstum des Welthandelsvolumens wird den Prognosen zufolge weiterhin auf einem eher niedrigen, aber stabilen Niveau von 3,1 % im Jahr 2023 bis 3,3 % im Jahr 2024 bleiben, bevor es im Jahr 2025 auf 3,6 % ansteigen dürfte.

Der IWF erwartet, dass die Eurozone im Jahr 2024 nur um 0,9 % und Deutschland um 0,5 % wachsen wird. Für 2025 prognostiziert er ein Wachstum von 1,7 % für die Eurozone und 1,6 % für Deutschland. Für die USA wird ein Anstieg des BIP um 2,1 % im Jahr 2024 und um 1,7 % im Jahr 2025 erwartet. Nach den Erwartungen des IWF wird China im Jahr 2024 um 4,6 % und 2025 um 4,1 % wachsen. Für Indien wird für 2024 ein Wachstum von 6,5 % prognostiziert, gefolgt von weiteren 6,5 % im Jahr 2025. Die anderen Schwellenländer wie Mexiko und Brasilien werden im Jahr 2024 ebenfalls ein Wachstum von 2,7 % bzw. 1,7 % verzeichnen. Für 2025 wird für Mexiko ein BIP-Wachstum von 1,5 % und für Brasilien ein BIP-Wachstum von 1,9 % prognostiziert.

4.2 Zukünftige Geschäftsentwicklung / Ausblick

Auf der Grundlage der makroökonomischen Prognosen und der allgemeinen Marktstimmung erwarten wir einen langsamen Start in das Jahr 2024 mit einer breiteren Erholung ab der zweiten Hälfte des Jahres 2024. Die Erholung und weitere wirtschaftliche Entwicklung der Weltwirtschaft ist derzeit nur schwer vorhersehbar und kann sich ebenso wie die aktuell bestehenden Krisen und Konflikte dynamisch entwickeln. Daher werden wir auch weiter bereits eingeleitete Maßnahmen zur Reduktion der Kosten beibehalten und weitere, angemessene Maßnahmen prüfen. Nicht dringende Ausgaben und Projekte werden laufend analysiert und gegebenenfalls verschoben. Die CyPlus GmbH beobachtet zudem die Preisentwicklung von Rohstoffen, Energie und Logistikkosten sehr genau, da diese aufgrund der oben genannten Rahmenbedingungen und Entwicklungen einer hohen Volatilität unterliegen. Trotz der derzeitigen Herausforderungen sind wir von der mittel- und langfristigen positiven Entwicklung und der grundsätzlich hohen Beständigkeit unseres Geschäfts überzeugt.

Für das Geschäftsjahr 2024 planen wir, aufgrund weiter reduzierter Volatilität der Rohstoffmärkte, mit deutlich höheren Absatzmengen. Insgesamt erwarten wir für 2024 einen Umsatz deutlich über dem Niveau von 2023. Auf der Beschaffungsseite gehen wir von im Wesentlichen gleichbleibenden Öl- und Erdgaspreisen aus, wobei wir mit einem moderaten Anstieg der Energiekosten rechnen.

Für das Ergebnis vor Ergebnisabführung für das Geschäftsjahr 2024 wird mit einer leichten Verbesserung gegenüber 2023 gerechnet. Die Kennzahlen zur Arbeitssicherheit sollen 2024 wieder das gute, niedrigere Niveau von 2021 erreichen.

Die in diesem Lagebericht enthaltenen Aussagen über die zukünftige Entwicklung beruhen auf Einschätzungen der Geschäftsführung nach bestem Wissen und Gewissen zum Zeitpunkt der Aufstellung. Diese Aussagen sind naturgemäß einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen, die, falls sie eintreffen, zu anderen Ergebnissen als prognostiziert führen können.

 

Darmstadt, 26. April 2024

CyPlus GmbH

Die Geschäftsführung

Stefan Welbers

Martin Krämer

Bilanz zum 31.12.2023

CyPlus GmbH, Darmstadt

AKTIVA

Anhang TZ 31.12.2023
in T€
31.12.2022
in T€
Immaterielle Vermögensgegenstände 96 193
Sachanlagen 7.208 7.998
Anlagevermögen (1) 7.304 8.191
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 844 1.680
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 1 192
Fertige Erzeugnisse und Waren 6.481 13.726
Vorräte (2) 7.326 15.598
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.751 37
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 28.289 16.416
Sonstige Vermögensgegenstände 1.200 931
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3) 31.240 17.384
Flüssige Mittel 11 474
Umlaufvermögen 38.578 33.456
Rechnungsabgrenzungsposten (4) 352 321
Summe Aktiva 46.234 41.967

PASSIVA

Anhang TZ 31.12.2023
in T€
31.12.2022
in T€
Gezeichnetes Kapital (5) 50 50
Kapitalrücklage (6) 8.263 8.263
Gewinnrücklagen (7) 35 35
Eigenkapital 8.348 8.348
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16.730 17.378
Sonstige Rückstellungen 2.407 2.390
Rückstellungen (8) 19.137 19.768
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 7.200
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.897 5.286
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.301 940
Sonstige Verbindlichkeiten 551 424
Verbindlichkeiten (9) 18.749 13.850
Rechnungsabgrenzungsposten (10) 0 1
Summe Passiva 46.234 41.967

Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anhang TZ 01.01.2023 - 31.12.2023
in T€
01.01.2022 - 31.12.2022
in T€
Umsatzerlöse (11) 86.884 80.962
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (12) -62.256 -61.831
Bruttoergebnis vom Umsatz 24.628 19.131
Vertriebskosten (12) -12.946 -13.928
Forschungs- und Entwicklungskosten (12) -730 -1.177
Allgemeine Verwaltungskosten (12) -3.449 -3.511
Sonstige betriebliche Erträge (13) 1.537 1.572
Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) -1.006 -1.510
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 8.034 577
Zinsergebnis (15) 218 -844
Ergebnis vor Ertragsteuern 8.252 -267
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (16) -3 1
Ergebnis vor Gewinnabführung 8.249 -266
Erträge aus der Verlustübernahme 0 266
Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführter Gewinn 8.249 0
Jahresfehlbetrag 0 0

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

I. Grundlagen des Jahresabschlusses

A) Allgemeine Erläuterungen

Die CyPlus GmbH hat ihren Sitz in Darmstadt und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Darmstadt (HRB Nr. 100666).

Die CyPlus GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Der Jahresabschluss der CyPlus GmbH ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Die CyPlus GmbH hat mit der Röhm Holding GmbH, Frankfurt am Main, einen Gewinnabführungsvertrag geschlossen. Der Vertrag bildet die Basis für eine ertragsteuerliche Organschaft.

Im Interesse der Klarheit werden in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einige Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten werden als gesonderter Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde zudem um die freiwilligen Zwischensummen "Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit" und "Ergebnis vor Ertragsteuern" sowie "Ergebnis vor Gewinnabführung" erweitert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 3 HGB aufgestellt.

B) Bilanzierung und Bewertung

Im ersten Quartal 2024 hat die Röhm-Gruppe, in deren Finanzierung die CyPlus GmbH eingebunden ist, eine "Amend-and-Extent" ("A&E") Transaktion bezüglich des vom 31. Juli 2019 datierenden Senior Facilities Agreement eingeleitet, durch welche die Laufzeit um zwei Jahre auf Juli 2028 verlängert wird sowie eine weitere Ausweitung der Term Loans ermöglicht wird. Die A&E-Transaktion wurde am 16. April 2024 erfolgreich abgeschlossen und das entsprechende "Amendment and Restatement Agreement" unterzeichnet. Die Transaktion sieht auch weitere Mittel aus einem Gesellschafterdarlehen von Advent vor, um den Liquiditätsbedarf für die Errichtung eines neuen Werkes in USA zur Herstellung von Methylmethacrylat (Projekt LiMA) weiter zu unterstützen. Derzeit werden die zur Umsetzung der Transaktion erforderlichen gesellschaftsrechtlichen Beschlüsse und Intercompany-Darlehensverträge finalisiert. Der Erhalt der noch ausstehenden zusätzlichen Mittel von Advent im Zusammenhang mit dieser Transaktion ist für Anfang Mai 2024 vorgesehen. Sollte die Umsetzung der A&E-Transaktion entgegen der Erwartung der Geschäftsführung nicht im Mai 2024 abgeschlossen und die von Advent zugesagten Mittel erhalten werden, würde der geplante Liquiditätsbedarf im Laufe der nächsten zwölf Monate eine Lücke aufweisen. Sollte diese Lücke nicht anderweitig geschlossen werden können, läge darin eine mögliche Unsicherheit, die den Fortbestand der Gruppe gefährden würde. Diesem von der Geschäftsführung als sehr gering eingeschätztem Risiko begegnet die Gruppe durch die Verfolgung von weiteren alternativen Finanzierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel weiteren Sale-and-leaseback-Geschäften. Der Jahresabschluss der CyPlus GmbH ist daher unverändert unter der Going Concern-Prämisse aufgestellt worden.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig über ihre voraussichtliche betriebliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Als betriebliche Nutzungsdauer gelten grundsätzlich drei bis sieben Jahre. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlicher dauerhafter Wertminderung vorgenommen. Sollte der Grund für eine frühere Wertminderung nicht mehr bestehen, erfolgt eine Wertaufholung. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten der selbsterstellten Sachanlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind, sowie angemessene Bestandteile der allgemeinen Verwaltungskosten, der Aufwendungen für soziale Einrichtungen, freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung.

Zinsen für Fremdkapital werden nicht einbezogen.

Die Anlagengegenstände werden planmäßig linear abgeschrieben. Der Bemessung der Abschreibungen der einzelnen Sachanlagegruppen liegen folgende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern zugrunde:

Fabrik-, Geschäfts- und Wohnbauten 10 bis 40 Jahre
Betriebsvorrichtungen 10 bis 25 Jahre
Maschinen und Apparate 6 bis 10 Jahre
Tank- und Verteilungsanlagen 15 bis 20 Jahre
Labor- und Forschungseinrichtungen 5 Jahre
Fahrzeuge 5 bis 20 Jahre
EDV-Anlagen 3 bis 7 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu einem Wert von 250 €, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zeitpunkt ihres Zuganges als Aufwand erfasst. Anlagengegenstände deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten über 250 €, aber nicht über 1.000 € liegen, werden im Jahr ihres Zuganges in einen Jahressammelposten eingestellt. Dieser wird im Jahr der Bildung sowie in den folgenden vier Geschäftsjahren jeweils zu einem Fünftel abgeschrieben. Nach ihrer Vollabschreibung werden die Sammelposten ausgebucht.

Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sollte der Grund für eine frühere Wertminderung nicht mehr bestehen, erfolgt eine Wertaufholung.

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Die Anschaffungskosten werden nach der gewichteten Durchschnittsmethode ermittelt. Die Herstellungskosten umfassen neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Werteverzehr des Anlagevermögens. Fremdkapitalzinsen werden nicht berücksichtigt. Die Wahlbestandteile (soziale Einrichtungen, allgemeine Verwaltung etc.) werden in die Herstellungskosten der Vorräte einbezogen. Bestandsrisiken aus verminderter Verwertbarkeit, erhöhter Lagerdauer oder Ähnliches werden durch Abwertungen berücksichtigt.

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bilanziert.

Besonderen Risiken im Forderungsbestand wird durch Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen konzernfremde Kunden wird durch Pauschalwertberichtigungen in Höhe von 1,5 % (Vorjahr: 1,5 %) berücksichtigt. Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden nicht in die Berechnung der Pauschalwertberichtigung einbezogen.

Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalbetrag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen erfolgt gemäß § 253 Abs. 1 und 2 HGB nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren für Leistungszusagen (Projected-Unit-Credit-Methode). Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Entgelten und Renten berücksichtigt. Die Bewertung basiert wie im Vorjahr auf den biometrischen Grundlagen der "Heubeck-Richttafeln 2018 G".

Die Pensionsrückstellungen sowie sonstige langfristige Personalrückstellungen für Altersteilzeit, Pensionsurlaub, Vorruhestand, Entgeltfortzahlung im Todesfall, Jahresleistung und Jahresurlaub im Versorgungsfall, Jubiläum und Teileder Langzeitkonten werden versicherungsmathematisch berechnet.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 S. 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich im Falle von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und im Falle sonstiger Rückstellungen aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergibt, abgezinst. Gemäß § 253 Abs. 6 S. 2 HGB unterliegt der Unterschiedsbetrag in Höhe von T€ 256 (Vorjahr: T€ 1.198), welcher der Differenz zwischen der Pensionsrückstellung bewertet mit dem zehnjährigen Durchschnittszins zum Bilanzstichtag und der Pensionsrückstellung bewertet mit dem siebenjährigen Durchschnittszins zum Bilanzstichtag entspricht, abzüglich hierfür bilanzierter passiver latenter Steuern, der Ausschüttungssperre. Die Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 HGB wird nicht als Abführungssperre umgesetzt.

Die Abzinsung der Rückstellungen erfolgt unter Ausübung des Wahlrechts gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 und 3 HGB für eine angenommene Laufzeit von fünfzehn Jahren. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2023 wird der entsprechende von der Bundesbank veröffentlichte Zinssatz zum 31. Dezember 2023 verwendet. Er beträgt per 31. Dezember 2023 für die letzten sieben Geschäftsjahre durchschnittlich 1,74 % (Vorjahr: 1,44 %) und für die letzten zehn Geschäftsjahre durchschnittlich 1,82 % (Vorjahr: 1,78 %).

Die bei der versicherungsmathematischen Bewertung der Verpflichtungen zugrunde gelegten sonstigen wesentlichen Prämissen sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen:

in % p.a. 31.12.2023 31.12.2022
Künftige Entgeltsteigerungen 2,50 2,50
Fluktuation 3,00 3,00
Künftige Rentensteigerungen 2,00 2,00

Die Zusagen für Langzeitkonten enthalten zwei Komponenten. Die erste Komponente umfasst die als Rückstellung bilanzierten Verpflichtungen für tarifliche Einmalzahlungen, Urlaub während der Freistellungsphase sowie die Schlussförderung. Die Anwartschaften mit noch nicht vereinbarter Schlussförderung sind mit der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme gewichtet worden.

Die zweite Komponente beinhaltet die laufenden Arbeitnehmer- und Arbeitgebereinbringungen in ein individuelles Wertguthabenkonto, welches durch eine doppelseitige Treuhand insolvenzgesichert ist. Bei dieser Komponente handelt es sich um eine wertpapiergebundene Zusage gemäß § 253 Abs. 1 HGB. Der Verpflichtungsumfang entspricht dabei dem Zeitwert der hinterlegten Vermögenswerte von T€ 2.317 (Vorjahr: T€ 2.567). Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB werden die Vermögenswerte, die zur Insolvenzsicherung der Verpflichtungen aus dem Wertguthabenkonto bestimmt sind, mit diesen Verpflichtungen verrechnet. Die historischen Anschaffungskosten der Vermögenswerte betrugen T€ 2.765 (Vorjahr: T€ 2.769). Soweit Marktwerte für die Vermögenswerte vorliegen, bestimmen diese den beizulegenden Zeitwert. Die Vermögenswerte entsprechen den Marktwerten zum 31. Dezember 2023 aus dem Spezialfonds der Metzler Trust e.V., Frankfurt am Main.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen in ausreichendem Umfang alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie werden mit dem Betrag der voraussichtlichen Inanspruchnahme, dem Erfüllungsbetrag, bilanziert. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Bei den Posten für Anlagevermögen, Vorräte, Forderungen, Sonstige Vermögensgegenstände, Rückstellungen für Pensionen, sonstige Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten bestehen Differenzen zwischen der Handels- und Steuerbilanz, die insgesamt zu einem Überhang aktiver latenter Steuern führen. Auf eine Aktivierung des Aktivüberhangs wurde gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden bei Entstehung mit dem Transaktionskurs umgerechnet und mit dem am Stichtag geltenden Devisenkassamittelkurs bewertet. Posten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden imparitätisch bewertet, wobei positive Wertansätze unberücksichtigt bleiben. Bei Posten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden auch positive Wertansätze berücksichtigt.

Die Bewertung der Cashpool-Forderungen und -Verbindlichkeiten und der Bankbestände erfolgt zum Devisenkassamittelkurs am Stichtag.

Die Umsatzerlöse werden unter Abzug von Erlösschmälerungen und unter Kürzung der Umsatzsteuer und aller sonstigen direkt mit dem Umsatz verbundenen Steuern ausgewiesen.

Als Umsatzerlöse werden Erlöse aus dem Verkauf von Erzeugnissen und Waren ausgewiesen, die einen Bezug zum normalen Absatzprogramm aufweisen. Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen werden als Umsatzerlöse erfasst, insofern ihnen ein Leistungsaustausch zugrunde liegt.

II. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Positionen des Anlagevermögens und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr sind im Anlagenspiegel als Anlage zum Anhang dargestellt.

In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen in Höhe von T€ 1.214 (Vorjahr: T€ 1.791) sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 127) enthalten.

(2) Vorräte

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 844 1.680
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2 192
Fertige Erzeugnisse und Waren 6.481 13.726
7.327 15.598

(3) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2023
Restlaufzeit Gesamt
in T€ bis 1 Jahr über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.751 0 1.751
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 28.289 0 28.289
davon gegen Gesellschafter 357 0 357
Sonstige Vermögensgegenstände 1.200 0 1.200
31.240 0 31.240
31.12.2022
Restlaufzeit Gesamt
in T€ bis 1 Jahr über 1 Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 37 0 37
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 16.416 0 16.416
davon gegen Gesellschafter 266 0 266
Sonstige Vermögensgegenstände 931 0 931
17.384 0 17.384

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen gliedern sich wie folgt:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Finanzforderungen 27.769 15.033
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 164 414
Sonstige Forderungen 357 969
28.289 16.416

Zum 31. Dezember 2023 beträgt der Betrag der offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche an eine Factoringgesellschaft verkauft wurden, T€ 5.533 (Vorjahr: T€ 7.975).

(4) Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten im Geschäftsjahr beträgt T€ 352 (Vorjahr: T€ 321) und beinhaltet im Wesentlichen die Abgrenzung für Versicherungsrechnungen.

Eigenkapital

(5) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert T€ 50.

(6) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage in Höhe von T€ 8.263 ist ebenfalls unverändert und resultiert im Wesentlichen aus Forderungsverzichten der früheren Gesellschafter.

(7) Gewinnrücklagen

Der Bilanzposten beinhaltet nur andere Gewinnrücklagen.

Die, bei der erstmaligen Anwendung des BilMoG, ergebnisneutral gebildeten Rücklagen betragen T€ 35 (Vorjahr: T€ 35).

(8) Rückstellungen

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16.730 17.378
Sonstige Rückstellungen 2.407 2.390
davon entfallen auf
Personal 1.560 1.465
übrige sonstige Rückstellungen 845 925
19.137 19.768

In den übrigen sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen enthalten.

(9) Verbindlichkeiten

31.12.2023
Restlaufzeit
in T€ bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.897 0 0 5.897
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 12.301 0 0 12.301
davon gegenüber Gesellschafter 8.379 0 0 8.379
Sonstige Verbindlichkeiten 551 0 0 551
davon aus Steuern 93 0 0 93
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 46 0 0 46
18.749 0 0 18.749
31.12.2022
Restlaufzeit
in T€ bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 7.200 0 7.200
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.286 0 0 5.286
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 940 0 0 940
davon gegenüber Gesellschafter 20 0 0 20
Sonstige Verbindlichkeiten 424 0 0 424
davon aus Steuern 109 0 0 109
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 38 0 0 38
6.650 7.200 0 13.850

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen gliedern sich wie folgt:

in T€ 31.12.2023 31.12.2022
Finanzverbindlichkeiten 8.249 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.053 915
Sonstige Verbindlichkeiten 0 25
12.301 940

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus der Ergebnisabführung gegenüber der Röhm GmbH, Frankfurt am Main, in Höhe von T€ 8.249 (im Vorjahr Forderung: T€ 266).

(10) Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten stellt die Anpassung des Verbrauchs der Pensionsrückstellung da, zwischen dem kalkulierten und tatsächlichen Verbrauch und wird im Folgejahr wieder komplett aufgelöst.

III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(11) Umsatzerlöse

Die regionale Differenzierung der Umsatzerlöse stellt sich wie folgt dar:

in T€ 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Inland 7.745 8.549
Übriges Europa 32.670 30.654
USMCA 4.813 4.765
Lateinamerika 5.924 5.657
Asien 8.850 2.825
Afrika, Australien, Ozeanien 26.882 28.512
86.884 80.962

(12) Funktionskosten

Als Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen sind die Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse und die Anschaffungskosten der abgesetzten Handelswaren ausgewiesen. Außer den leistungsbezogenen Kostenbestandteilen für Material, bezogene Fremdleistungen und Personal gehören hierzu auch die dem Herstellungsbereich zuzurechnenden planmäßigen Abschreibungen, die Reparaturkosten, Verbrauchsteuern und Zölle, sowie die Wertminderung des Vorratsvermögens.

Die Vertriebskosten enthalten neben den Kosten der Vertriebsorganisation und der Vertriebslogistik auch die Kosten für Werbung und des Außendienstes. Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die Kosten für Forschung, sowie für Produkt- und Verfahrensentwicklung. Die allgemeinen Verwaltungskosten betreffen die Leitungs- und Verwaltungsstellen, die nicht dem Herstellungs-, Vertriebs- sowie Forschungs- und Entwicklungsbereich zugerechnet sind.

(13) Sonstige betriebliche Erträge

in T€ 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Erträge aus Währungsdifferenzen *) 626 1.011
übrige Erträge 50 56
Periodenfremde Erträge:
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen/ Ausbuchung von Verbindlichkeiten 779 233
sonstige periodenfremde Erträge 83 272
1.537 1.572

*) Hierin enthalten sind unrealisierte Kursgewinne in Höhe von T€ 108 (Vorjahr: T€ 91).

Der Ausweis der Erträge aus Währungskursdifferenzen erfolgt gemäß dem Saldierungsverbot des § 246 Abs. 2 HGB auf Bruttobasis. Diesen ausgewiesenen Erträgen stehen Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen gegenüber, die unter wirtschaftlicher Betrachtungsweise als Einheit zu werten sind. In einer Nettodarstellung hätten sich Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen in Höhe von T€ 166 (Vorjahr: Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen T€ 171) ergeben. Der Posten sonstige periodenfremde Erträge beinhaltet im Wesentlichen eine Anpassung von Personalverbindlichkeiten.

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

in T€ 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Aufwendungen aus Währungsdifferenzen *) 791 1.183
Bildung von Rückstellungen 1 0
übrige Aufwendungen 124 201
Periodenfremde Aufwendungen:
Sonstige periodenfremde Aufwendungen 90 126
1.006 1.510

*) Hierin enthalten sind unrealisierte Kursverluste in Höhe von T€ 196 (Vorjahr: T€ 117).

(15) Zinsergebnis

in T€ 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 678 49
davon aus verbundenen Unternehmen 676 48
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -460 -893
davon aus Aufzinsung von Rückstellungen -174 -567
davon an verbundene Unternehmen 0 -203
218 -844

Der Zins- und Zinsänderungsaufwand aus den Pensionen in Höhe von T€ 180 (Vorjahr: T€ 564) ist in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten.

(16) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ein Aktivüberhang der latenten Steuern von T€ 2.123 (Vorjahr: T€ 1.994) bei einem individuellen Steuersatz von 30 % (Vorjahr: 30 %). Die Gesellschaft macht von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch, so dass sich insgesamt kein Ausweis latenter Steuern in der Bilanz ergibt.

IV. Sonstige Angaben

(17) Periodenangaben

Materialaufwand

in T€ 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 43.280 52.104
Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.340 2.141
45.619 54.245

Personalaufwand

in T€ 01.01.-31.12.2023 01.01.-31.12.2022
Löhne und Gehälter 6.136 6.337
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.490 4.055
davon für Altersversorgung 321 2.885
7.626 10.392

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

In der Gesellschaft waren durchschnittlich 67 Mitarbeiter (Vorjahr: 71 Mitarbeiter) beschäftigt.

Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter 2023 2022
Leitende Angestellte 2 2
außertarifliche Angestellte 12 15
Tarifangestellte 53 54
67 71

Wirtschaftsprüferhonorar

Die Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers erfolgen im Konzernanhang der AI Plex (Luxembourg) S.à r.l., Luxemburg.

Angaben nach § 285 Nr. 3 und Nr. 3a HGB

zum 31. Dezember 2023
T€
Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen
fällig 2024 179
fällig 2025 146
fällig 2026 139
fällig 2027 139
fällig 2028 139
fällig nach 2028 2.313
Summe 3.054
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0
Bestellobligo aus Investitionen 5
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0
3.059

(18) Derivative Finanzinstrumente

Für alle bestehenden derivativen Finanzinstrumente wurden im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses die Marktwerte ermittelt, wobei der Marktwert angab, wie sich eine Glattstellung des Derivats am Bilanzstichtag auf das Ergebnis auswirken würde. Der Marktwert der Devisentermingeschäfte errechnete sich als Barwert auf Basis der am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassakurse sowie der Terminaufschläge und -abschläge im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

Die Bilanzierung der Marktwerte erfolgte imparitätisch: Negative Marktwerte wurden als Drohverlustrückstellungen ausgewiesen. Die Ergebnisse für Bildung und Auflösung der Rückstellungen wurden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. Erträgen erfasst. Zum 31. Dezember 2023 betragen die Drohverlustrückstellungen für negative Marktwerte T€ 11 (Vorjahr: T€ 8).

Um die Kursänderungsrisiken aus gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung aus dem operativen Geschäft abzusichern, hatte die CyPlus GmbH zum 31. Dezember 2023 offene FX-Termingeschäfte im Nominalwert von T€ 3.509 (Vorjahr: T€ 1.465).

Die Steuerung der Währungsrisiken der CyPlus GmbH erfolgte zentral bei der Schwestergesellschaft Röhm GmbH, Darmstadt, durch die konzernweite Treasury-Abteilung. Die Röhm-Gruppe setzte zur Reduzierung der Währungsrisiken marktübliche Devisentermingeschäfte ein, die ausschließlich im Zusammenhang mit den korrespondierenden Grundgeschäften aus der originären unternehmerischen Tätigkeit entstanden, die ein dem Sicherungsgeschäft gegenläufiges Risikoprofil aufwiesen. Ziel des Währungsmanagements ist es, das operative Geschäft gegen Ergebnis- und Cashflow-Schwankungen infolge von Kursänderungen abzusichern. Die Gesellschaft hat keine Bewertungseinheiten gebildet.

Zum Bilanzstichtag bestanden bei der CyPlus GmbH folgende derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken. Nominal- und Marktwerte der Geschäfte wurden mit den Kursen des Bilanzstichtages umgerechnet.

Nominalvolumen Marktwerte
31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
in T€ Positiv negativ positiv negativ
konzerninterne derivative Geschäfte
Devisentermingeschäfte 3.509 1.456 121 42 65 8

(19) Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen im Sinne des § 285 Nr. 21 HGB bestanden nicht.

(20) Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft ist zusammen mit anderen Gesellschaften der Röhm-Gruppe Garantiegeberin für die Gruppenfinanzierung unter dem Senior Facilities Agreement vom 17. Juli 2019. Zum Bilanzstichtag betrug der Nominalbetrag der Darlehen unter dem SFA € 1.622 Mio. (Vorjahr € 1.532 Mio.). Ausgehend von der Lage und erwarteten weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Gruppe ist eine Inanspruchnahme nach Einschätzung der Geschäftsführung nicht absehbar.

(21) Ergebnisverwendung

Der Gewinn für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurde aufgrund des bestehenden Gewinn-/ Verlustabführungsvertrages an die Röhm Holding GmbH abgeführt.

(22) Organe der Gesellschaft

Mitglieder der Geschäftsführung:

Stefan Welbers, Rodenbach, Managing Director CyPlus GmbH

Dipl.-Kaufmann

Martin Krämer, Bad Homburg v. d. Höhe, Group CFO Röhm-Gruppe,

Dipl.-Kaufmann

(23) Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Die Angaben zu den Bezügen der Geschäftsführung unterbleiben in Anwendung der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB.

(24) Einbeziehung in den Konzernabschluss der AI Plex (Luxembourg) S.à r.l.

Die CyPlus GmbH wird in den nach den IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellten Konzernabschluss der AI Plex (Luxembourg) S.à r.l., Luxemburg (kleinster und größter Kreis), einbezogen. Der Konzernabschluss der AI Plex (Luxembourg) S.à r.l. ist unter der Geschäftsanschrift der Gesellschaft erhältlich und wird im Unternehmensregister veröffentlicht.

(25) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im ersten Quartal 2024 hat die Röhm-Gruppe eine "Amend-and-Extent" ("A&E") Transaktion bezüglich des Senior Facilities Agreement eingeleitet. In Bezug auf diese Transaktion verweisen wir auf die Ausführungen in Abschnitt B) Bilanzierung und Bewertung.

Es sind keine anderweitigen wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, welche im vorliegenden Abschluss berücksichtigt werden müssen, bekannt.

 

Darmstadt, 26. April 2024

CyPlus GmbH

Die Geschäftsführung

Stefan Welbers

Martin Krämer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Vortrag 01.01.2023
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Umbuchungen
T€
Endstand 31.12.2023
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.039 17 0 0 1.056
1.039 17 0 0 1.056
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.592 0 0 0 2.592
2. Technische Anlagen und Maschinen 17.043 27 18 308 17.360
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.586 25 125 0 1.485
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 895 262 0 -308 849
22.116 314 143 0 22.287
23.155 331 143 0 23.343
Kumulierte Abschreibungen
Vortrag 01.01.2023
T€
Zugänge
T€
Abgänge
T€
Umbuchungen
T€
Endstand 31.12.2023
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 846 115 0 0 961
846 115 0 0 961
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 465 131 0 0 596
2. Technische Anlagen und Maschinen 12.333 862 15 0 13.180
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.321 106 125 0 1.303
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
14.119 1.099 140 0 15.079
14.965 1.214 140 0 16.039
Buchwerte
Buchwert 31.12.2023
T€
Buchwert 31.12.2022
T€
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 96 193
96 193
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.996 2.127
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.180 4.711
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 183 264
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 849 895
7.208 7.997
7.304 8.191

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die CyPlus GmbH, Darmstadt

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der CyPlus GmbH, Darmstadt, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der CyPlus GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "B. Bilanzierung und Bewertung" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "3. Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts.

Dort wird ausgeführt, dass im ersten Quartal 2024 die Röhm-Gruppe, zu der auch die CyPlus GmbH gehört, eine "Amend-and-Extent" ("A&E") Transaktion bezüglich des Senior Facilities Agreement eingeleitet hat, durch welche die Laufzeit um zwei Jahre auf Juli 2028 verlängert sowie eine weitere Ausweitung der Term Loans ermöglicht wird. Die A&E-Transaktion wurde am 16. April 2024 erfolgreich abgeschlossen und das entsprechende "Amendment and Restatement Agreement" unterzeichnet. Die Transaktion sieht auch weitere Mittel aus einem Gesellschafterdarlehen von Advent vor, um den Liquiditätsbedarf für LiMA weiter zu unterstützen. Derzeit werden die zur Umsetzung der Transaktion erforderlichen gesellschaftsrechtlichen Beschlüsse und Intercompany-Darlehensverträge finalisiert. Der Erhalt der noch ausstehenden zusätzlichen Mittel von Advent im Zusammenhang mit dieser Transaktion ist für Anfang Mai 2024 vorgesehen. Sollte die Umsetzung der A&E-Transaktion entgegen den Erwartungen der Geschäftsführung nicht im Mai 2024 abgeschlossen und die von Advent zugesagten Mittel nicht erhalten werden, würde der geplante Liquiditätsbedarf im Laufe der nächsten zwölf Monate eine Lücke aufweisen. Diesem von der Geschäftsführung als sehr gering eingeschätztem Risiko begegnet die Gruppe durch die Verfolgung von weiteren alternativen Finanzierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel weiteren Sale-and-lease-back-Geschäften.

Wie in den Angaben in "Abschnitt B) Bilanzierung und Bewertung" im Anhang sowie in den Angaben in Abschnitt "3. Chancen- und Risikobericht" im Chancen-, Risiko- und Prognosebericht des Lageberichts dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an dem Fortbestand der Gruppe aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 26. April 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Mangels, Wirtschaftsprüfer

Göbell, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss der CyPlus GmbH zum 31. Dezember 2023 wurde am 7. Juni 2024 festgestellt.

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