Stammdaten

Register
Amtsgericht Leipzig HRB 23784
Vorher
PeCe Electronic Design GmbHI2SE GmbH Intelligent Electronic Systems Solutionsin-tech smart charging GmbH
Eingetragen
19.7.1993
Branche
Herstellung von elektronischen Bauelementen a. n. g.Herstellung von elektrischem InstallationsmaterialHerstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für Kraftwagen
Gegenstand
Die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von elektronischen Baugruppen und Zubehör. Gegenstand ist auch die Beratung auf den vorgenannten Gebieten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Thomas Wagner
seit 17.7.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Friedrich & Wagner Holding GmbH
50.00%
AG München
50.00%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Friedrich & Wagner Holding GmbH
Germany
26.000 €
50.00%
AG München
Germany
26.000 €
50.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

chargebyte GmbH

Leipzig

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

für das Geschäftsjahr 2023

1 Einleitung

Im Geschäftsjahr 2023 konnte die chargebyte GmbH ihre Position als einer der führenden Anbieter im Bereich Elektromobilität-Ladekommunikation weiter festigen. Trotz der Herausforderungen auf globaler Ebene und in der Branche hat das Unternehmen bedeutende Fortschritte in verschiedenen Geschäftsbereichen erzielt. Dieser Lagebericht soll einen umfassenden Überblick über die finanzielle Lage, die operativen Leistungen und die Markttrends geben, die diese Aktivitäten beeinflusst haben.

2 Grundlagen des Unternehmens

2.1 Geschäftsmodell der Gesellschaft

Das Geschäftsmodell besteht aus der Entwicklung und Produktion von Produkten (Hard- und Software) und damit zusammenhängenden Dienstleistungen zur Ladekommunikation in der E-Mobilität. Kunden sind dabei sowohl internationale Ladesäule-Hersteller als auch internationale Fahrzeughersteller. Es handelt sich dabei um B2B (Business to Business) Vertragsbeziehungen, das Geschäft mit privaten Konsumenten liegt nicht im Fokus. Das Unternehmen ist unterhalb der Geschäftsführung nach Funktionen gegliedert:

·  Entwicklung, mit den verschiedenen Technologie- und Entwicklungs-Teams
·  Operations, mit Produktion, Logistik, Purchasing und Support
·  Commercial, mit Business Development, Sales, Marketing und Auftragsabwicklung
·  People & Organisation, mit Human Resources, IT &DevOps, Back Office und Compliance
·  Finance
·  Tochtergesellschaft in den USA
Die chargebyte GmbH beschäftigte zum 31.12.2023 73 Mitarbeiter. Diese verteilen sich über die Standorte Leipzig, Garching, Braunschweig und Ulm. Die Fluktuation lag mit unter 5 % weit unter dem Marktdurchschnitt und trug stark zum Erhalt von Know-how und Erfolg am Markt bei.

2.2 Forschung und Entwicklung

Die chargebyte GmbH investierte weiterhin in ihre Entwicklungs-Teams und stellte weitere Entwickler ein, so dass nunmehr 38 Mitarbeiter im Bereich der Produkt-Entwicklung tätig sind. Wesentliche Meilensteine in der Produktentwicklung: Ein vollumfängliches Automotive Ladesteuergerät ("Charge Control L") wurde zur Serienreife gebracht und kann seit 2023 auch an Hersteller und Zulieferer von Elektrofahrzeugen verkauft werden. Mit der Beteiligung am Everest-Open-Source Projekt und der damit verbundenen Integration der SW auf den Ladesteuergeräten der chargebyte GmbH wurde das Leistungsangebot und damit der potenzielle Kundenstamm deutlich erweitert. Durch die Entwicklung der "Charge-Coupled Devices" (ladungsgekoppelte Bauteile) hat das Unternehmen nun eine resourcensparende,
kosteneffiziente und damit wettbewerbsfähige Lösung für den zukünftigen, großvolumigen Markt der Gleichstrom-Wallboxen. Die hochvolumige Produktfamilie der PLC-Stamps wurde durch einen "Multi"-Stamp erweitert, der es ermöglicht verschiedene Hersteller des strategisch wichtigen PLC-Chips einzusetzen. Des Weiteren wurde das Angebot an Evaluierungs-Kits erhöht, um den Kunden das Testen und die Integration unserer Produkte zu erleichtern.

3. Wirtschaftsbericht

3.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2023 war von wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt, die durch geopolitische Spannungen, steigende Rohstoffpreise und Überkapazitäten bei Kunden verursacht wurden. Dies ist begründet zum einen durch schwächere Nachfrage beim Endkunden aufgrund auslaufender Förderprogramme und zum anderen voller Lager bei Kunden, die nach den Lieferkettenproblemen in den Jahren 2020 bis 2022 sowie im 1. Halbjahr 2023 noch auf Vorrat bestellt hatten.

Die Markttrends in der E-Mobility-Branche sind geprägt durch folgende Faktoren.

· Nachhaltigkeit und Regulierungen: Die globale Bewegung hin zu umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln wurde durch strengere Emissionsvorschriften und staatliche Förderprogramme verstärkt. Dies führte zu einer erhöhten Nachfrage nach Elektrofahrzeugen (EVs) und Ladeinfrastruktur.
· Infrastrukturentwicklung: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur war ein wesentlicher Treiber für das Wachstum des Marktes. Die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte hat weltweit erheblich zugenommen, was die Akzeptanz von EVs weiter fördert.
· Standardisierung der Kommunikation zwischen Lade-Infrastruktur und Fahrzeug: Ein wesentlicher Fortschritt in der E-Mobility-Branche war die Einführung und Verbreitung des ISO 15118 Standards. Dieser Standard regelt die Kommunikation zwischen Elektrofahrzeugen und der Ladeinfrastruktur, was die Interoperabilität und Benutzerfreundlichkeit erheblich verbessert. Die chargebyte GmbH hat sich als führendes Unternehmen in diesem Bereich positioniert, indem es Lösungen entwickelt, die diesen Standard implementieren und somit die nahtlose Integration und Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Ladepunkten ermöglichen.

3.2 Geschäftsverlauf inkl. Strategischer Ausrichtung

Trotz der geschilderten Herausforderungen im Marktumfeld konnte die chargebyte GmbH nahe dem Vorjahresvolumen abschließen. Während das Jahr 2022 noch geprägt war durch die Abarbeitung des Backlogs an Aufträgen, die aufgrund von Lieferketten-Engpässen in 2021 nicht ausgeführt wurden, zeigte insbesondere das 4. Quartal 2023 branchenweit eine Reduktion der Kunden-Bestellungen. Dies ist als temporär anzusehen und wird auch 2024 noch anhalten. Aufgrund der insgesamt starken Nachfrage ist aber bereits ab 2025 wieder mit Wachstum zu rechnen.

Um der steigenden Nachfrage insbesondere im nordamerikanischen Markt gerecht zu werden, wurde im August 2023 die chargebyte Inc. als Tochter-Firma in South Carolina, USA gegründet. Diese fokussiert sich auf Vertrieb/Marketing und Kunden-Support. Die Nähe zum Kunden ist wichtig zur langfristigen Umsatzsteigerung.

Mit der Teilnahme am Projekt "EVerest" hat sich die chargebyte GmbH der weltweit größten Initiative für open source Lösungen der Elektromobilitätsbranche angeschlossen und ist seit 2023 aktiver Kontributor in diesem Projekt. Mit dem Initiator Pionix GmbH wurde ein entsprechender Kooperationsvertrag geschlossen.

Auch die Teilnahme am Forschungsprojekt "BiFlex Industrie" findet in einem großen und namhaften Konsortium statt und wird vom Bund mit mehreren Millionen Euro gefördert.

Eine weiter strategische Initiative im Jahr 2023 war die Übernahme der österreichischen nymea GmbH, wodurch das Produktportfolio um eine Software für das Heim-Energie-Management (HEMS) erweitert wurde. Das Closing fand am 2. Januar 2024 statt.

3.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.3.1 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 erzielte die chargebyte GmbH einen Umsatz von € 17,1 Mio., was einem Rückgang von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Rückgang ist bedingt durch die geschilderte Reduktion der Kundenabrufe aufgrund auslaufender Förderprogramme und voller Lager bei Kunden, die nach den Lieferkettenproblemen in den Jahren 2020 bis 2022 und 1. Halbjahr 2023 noch auf Vorrat bestellt hatten.

Das operative Ergebnis (EBIT) konnte trotz rückläufigem Umsatz gehalten werden und liegt mit € 2,1 Mio. oder 12,4 % vom Umsatz. Dies ist das Ergebnis eines verbesserten Produkt-Mixes mit höheren Roh-Margen. So konnten mehr Produkte verkauft werden mit hohem Software-Anteil und niedrigeren variablen Kosten.

Der Material-Einsatz in % vom Umsatz ging von 59,3 % im Jahr 2022 auf 51,8 % zurück, was für das Geschäftsjahr 2023 einen Rohertrags-Marge von 48,2 % ergibt im Vergleich zu 40,7 % in 2022.

Die Personalkosten stiegen aufgrund des weiteren Aufbaus der Software-Kompetenz in der Entwicklung von 20,8 % vom Umsatz in 2022 auf 29,0 % in 2023.

3.3.2 Vermögenslage

Insgesamt hat sich die Bilanzsumme der Gesellschaft auf € 12,5 Mio. erhöht. Die Bestände an Rohmaterial, unfertigen und fertigen Erzeugnissen stiegen von € 2,7 Mio. auf € 4,8 Mio. und repräsentieren 38,3 % der Bilanzsumme. Der Anstieg ist bedingt durch die niedrigere Nachfrage im 4. Quartal 2023. An der Vermarktbarkeit der Bestände bestehen keine Zweifel. Die Kennzahl Lagerbestand, welche zur Unternehmenslenkung verwendet wird, ist unter der unternehmensinternen Zielgröße, konnte zum Vorjahr jedoch verbessert werden.

Liquide Mittel stiegen von € 1,7 Mio. in 2022 auf € 3,2 Mio. in 2023. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen € 2,2 Mio. oder ca. 1,6 Monatsumsätze. Die anderen Vermögenswerte sind vergleichbar mit den Vorjahren.

3.3.3 Finanzlage

Die chargebyte GmbH verfügt weiterhin über eine solide finanzielle Basis. Die Eigenkapitalquote beträgt 56,6 %. Dies ist eine sehr gute Basis für zukünftige Investitionen, Expansionen und ermöglicht es auch, ein temporär rückläufiges Geschäft in 2024 zu überbrücken.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind mit € 1,3 Mio. unverändert und Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten sind von € 1,2 Mio. in 2022 auf € 2,7 Mio. in 2023 angestiegen aufgrund der Abnahmeverträge für Rohmaterial und Auftragsfertigung. Diese Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen repräsentieren ca. 1,9 Monatsumsätze.

3.3.4 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die Steuerung des Unternehmens erfolgt über eine Reihe von finanziellen und nicht-finanziellen Key Performance Indikatoren (KPI), darunter sind die wesentlichen:

· Rohertrags-Marge der verkauften und produzierten Produkte · Der Lagerbestand · Fluktuation der Mitarbeiter
4 Prognosebericht

Für das kommende Geschäftsjahr ist von einer Reduktion des Volumens aufgrund der vorgenannten Markt-Faktoren auszugehen, eine Rückkehr zu Wachstum ist ab 2025 auszugehen.

Bestandsgefährdende Risiken sind nicht zu erkennen und die Strategie der Erhöhung des Software-Anteils in den Produkten führt zu einer noch höheren Differenzierung im Markt und steigender Rohertrags-Marge durch höhere Wertschöpfung.

Aufgrund niedrigerer Umsätze in 2024 wird das Ergebnis vor Zinsen und Steuern negativ werden und unter dem Ergebnis von 2023 liegen. Ab 2025 wird es wieder steigen um spätestens ab 2026 wieder in den Ziel-Korridor von 5 %-10 % vom Umsatz zu kommen. Dabei ist die Optimierung der Prozesse und der Kostenbasis ein wichtiger Teil des Management-Prozesses und trägt zur Steigerung des Ergebnisses über die nächsten Jahre bei.

Die Gründung der Tochter-Gesellschaft in den USA wird dabei einen wesentlichen Beitrag zur Umsatz- und Ertragssteigerung leisten.

Der Lagerbestand wird stetig weiterentwickelt, um die Lieferfähigkeit gewährleisten zu können. Die Mitarbeiterzufriedenheit und niedrige Fluktuationsrate stehen weiterhin im Fokus der Unternehmenstätigkeit.

Sofern unser Lagebericht in die Zukunft gerichtete Annahmen und Schätzungen enthält, ist zu berücksichtigen, dass gerade in der schnelllebigen Elektro-Mobilitäts-Branche erhöhte Unsicherheit von Prognosen in Bezug auf die tatsächlichen Ergebnisse besteht.

5 Chancen- und Risikobericht

5.1 Risiken

Die Risiken für die chargebyte GmbH sowie die mitigierenden Maßnahmen lassen sich wie folgt zusammenfassen und in den folgenden Risiko-Klassifizierungen zusammenfassen:

Schadensklasse
Qualitativ
Quantitativ
Wahrscheinlichkeitsklasse
Qualitativ
Quantitativ
1
Sehr gering
0 - 0,5 Mio. EUR
1
Unwahrscheinlich
0% - 19%
2
Spürbar
> 0,5 Mio. EUR - 1 Mio. EUR
2
Gering
20% - 39%
3
Bedeutsam
> 1 Mio. EUR - 2 Mio. EUR
3
Mittel
40% - 59%
4
Erheblich
> 2 Mio. EUR - 4 Mio. EUR
4
Hoch
60% - 79%
5
Bestandsgefährdend
> 4 Mio. EUR
5
Sehr hoch
80% - 100%
Rangfolge
Risiko

Schadensklasse
Wahrscheinlichkeitsklasse
1
Make or Buy Entscheidung von Kunden

2
2
2
Potentieller Taiwan Konflikt

2
2
3
Konsolidierung im Kundenbereich

2
1
4
Cyber-Risiken

1
2
5
Abhängigkeit von einem Auftragsfertiger

1
1
6
Fachkräftemangel

1
1



1. Make or Buy Entscheidungen von Kunden. Kunden könnten die Produkte der chargebyte GmbH durch Eigenentwicklungen ersetzen. Dies begegnet die chargebyte GmbH mit aktiver Mitarbeit am Industrie-Standard und einer aktiven Entwicklungs-Roadmap, was es für Kunden sehr aufwändig macht, selbst die Entwicklung zu machen. Das Risiko wird mit Schadensklasse 2 und Wahrscheinlichkeitsklasse 2 eingestuft.
2. Ein potenzieller Taiwan Konflikt und Auswirkungen auf die Verfügbarkeit der in Taiwan gefertigten Chips. Die chargebyte GmbH hat bereits seine Produkte auf verschiedene Chip-Typen und -Hersteller befähigt. Darüber hinaus werden langfristige Rahmenverträge mit großen Distributionspartnern und Komponentenherstellern abgeschlossen, um Lieferungen abzusichern. Dadurch ist eine bestmögliche Mitigation gegeben. Das Risiko wird mit Schadensklasse 3 und Wahrscheinlichkeitsklasse 2 eingestuft.
3. Konsolidierung im Kundenbereich. Da der E-Mobility Markt noch vergleichsweise jung ist, findet am Markt eine Konsolidierung von Anbietern statt. Die chargebyte GmbH hat bereits erfolgreich eine stärkere Diversifizierung der Kundenbasis erreicht und arbeitet daran weiter. Das Risiko wird mit Schadensklasse 2 und Wahrscheinlichkeitsklasse 1 eingestuft.
4. Cyber-Risiken. Ein erfolgter Cyber-Angriff auf einen Hosting-Dienstleister für das vormalige ERP-System in 2023 hat dazu geführt, dass alle Prozesse hierzu noch einmal untersucht wurden und ein Wechsel des ERP-Systemhauses erfolgte, dass einen stärkeren Schutz vor Cyber-Risiken gewährleistet. Das Risiko wird mit Schadensklasse 1 und Wahrscheinlichkeitsklasse 1 eingestuft.
5. Abhängigkeit von einem Auftragsfertiger. Dieses in der Vergangenheit bestehende wesentliche Risiko ist bereits durch Diversifizierung auf mehrere Auftragsfertiger mitigiert. Das Risiko wird mit Schadensklasse 1 und Wahrscheinlichkeitsklasse 1 eingestuft.
6. Fachkräftemangel. Dank des sehr performanten Rekrutierungs-Prozesses, im Wesentlichen durch Mitarbeiter-Referrrals, und einer sehr niedrigeren Fluktuationsrate ist dieses Risiko eher unwesentlich. Das Risiko wird mit Schadensklasse 1 und Wahrscheinlichkeitsklasse 1 eingestuft.

5.2 Chancen

1. Das Spezialisten-Image der chargebyte GmbH und Sichtbarkeit am Markt haben sehr stark zugenommen. Der gesamte E-Mobility Markt wird auch mittel- und langfristig stark wachsen. Auch zukünftig ist allerdings mit kurzfristigen Transformations-Schwankungen zu rechnen.
2. Neben dem europäischen Markt wachsen die Märkte in USA, Indien und Asien sehr stark. Die chargebyte GmbH hat sich mit seiner Tochtergesellschaft in USA und Kooperationen in Indien und Asien sehr gut aufgestellt.
3. Stärkere Fokussierung auf Software im Vergleich zu Hardware in den Produkten. Die Strategie ist es, den Software-Anteil in den Produkten zu erhöhen. Dies ist auch bereits in 2023 erfolgreich umgesetzt durch eine Verstärkung des eigenentwickelten Software-Anteil. Dies erhöht die eigene Wertschöpfung mit einhergehend höherem Rohertrag und reduziert die Abhängigkeit von Komponenten-Zulieferungen.
4. Geschäftsfelderweiterung zu Energie Management Systemen für Gebäude. Der Markttrend geht zu einer stärkeren Vernetzung von E-Mobilität und Gebäude-Energie-Management-Systemen. Die Akquisition der in Wien ansässigen nymea GmbH zum 1.1.2024 ist ein wichtiger Schritt für an diesem Markt zu partizipieren.
5. Wiederkehrende Wartungs- und Lizenzumsätze. Bisher ist ein Großteil der Umsätze noch Einmal-Produkt-Verkauf. Ziel ist es jedoch durch intelligente Wartungs- und Lizenzumsätze wiederkehrende Umsätze mit Kunden zu generieren.

5.3 Gesamtaussage

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Chancen die Risiken überwiegen und die Risiken ständig einem Monitoring unterliegen mit den verbundenen Mitigation-Maßnahmen. Das Geschäftsjahr 2023 war für die chargebyte GmbH erfolgreich. Trotz der Herausforderungen auf globaler und branchenspezifischer Ebene konnten die strategischen Ziele erreicht werden und die Marktposition gestärkt werden. Wir blicken optimistisch in die Zukunft und sind als Spezialanbieter für Ladekommunikation gut aufgestellt, um von den positiven Markttrends in der E-Mobility-Branche zu profitieren.

Dieser Lagebericht spiegelt die aktuelle Lage der chargebyte GmbH wider und wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Wir bedanken uns bei unseren Mitarbeitern, Kunden und Partnern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung.

Unterschrift der Geschäftsführung

Leipzig, den 4. November 2024
Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 807.213,83 749.729,05
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 23.075,60 105.757,33
II. Sachanlagen 587.659,29 643.971,72
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 568.792,12 632.636,67
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 18.867,17 11.335,05
III. Finanzanlagen 196.478,94  
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.283,13  
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 187.195,81  
B. Umlaufvermögen 11.655.440,05 8.457.971,18
I. Vorräte 4.799.474,43 2.741.751,86
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.691.972,87 3.978.071,42
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 22.150,50 22.150,50
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 3.163.992,75 1.738.147,90
C. Rechnungsabgrenzungsposten 62.903,62 3.664,54
Aktiva 12.525.557,50 9.211.364,77

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 7.089.111,41 5.408.308,15
I. Gezeichnetes Kapital 63.000,00 63.000,00
II. Kapitalrücklage 2.496.083,18 2.496.083,18
III. Gewinnvortrag 2.849.224,97 1.324.754,16
IV. Jahresüberschuss 1.680.803,26 1.524.470,81
B. Rückstellungen 1.029.132,47 816.150,72
C. Verbindlichkeiten 4.407.313,62 2.986.905,90
1. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.296.060,34 1.246.860,34
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.296.060,34 1.246.860,34
2. sonstige Verbindlichkeiten 3.111.253,28 1.740.045,56
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 3.111.253,28 1.740.045,56
Passiva 12.525.557,50 9.211.364,77

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 9.143.887,73 7.546.783,76
2. Personalaufwand 4.941.568,32 3.812.704,14
a) Löhne und Gehälter 4.043.511,44 3.207.908,83
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 898.056,88 604.795,31
davon für Altersversorgung 2.419,25 1.555,94
3. Abschreibungen 206.114,58 120.334,00
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 206.114,58 117.884,00
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten   2.450,00
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 1.870.823,79 1.538.257,18
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 17.605,56 -3.935,34
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 55.837,95 32.050,00
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 410.225,86 515.032,29
8. Ergebnis nach Steuern 1.676.922,79 1.524.470,81
9. sonstige Steuern -3.880,47  
10. Jahresüberschuss 1.680.803,26 1.524.470,81

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter der Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften gem. §§ 264 ff. HGB sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die chargebyte GmbH ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB und hat die größenabhängigen Erleichterungen gem. § 288 Abs. 2 HGB in Anspruch genommen.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB angewandt.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: chargebyte GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Leipzig
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Leipzig
Register-Nr.: HRB 23784

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Steuerlich sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter wurden im Zugangszeitpunkt sofort vollständig abgeschrieben.
Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:

-  Beteiligungen zu Anschaffungskosten
-  Ausleihungen zu Anschaffungskosten

Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt.

Die Roh-, Hilfs-, und Betriebstoffe sind grundsätzlich zu den fortgeführten Durchschnittspreisen oder zu den niedrigeeren Börsen- oder Marktpreisen vom Bilanzstichtag angesetzt. Die Börsen- oder Marktpreise sind aus den Tageskursen des Beschaffungsmarktes zum Bilanzstichtag abgeleitet worden.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Die liquiden Mittel wurden mit dem Nennwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Stichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimme Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Eigenkapital wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigem Erfüllungsbetrag für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Ein Rechnungsabgrenzungsposten auf der Passivseite wurde nicht gebildet.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden.

Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt.

Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagegegenstände ist im Anlagenspiegel dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine Umgliederung der Anlageklassen vorgenommen, was zu einer abweichenden Darstellung zum Vorjahr führt.

Gemäß § 285 Nr. 11 HGB wird über nachstehende Unternehmen berichtet:

Die Gesellschaft besitzt die folgenden 100%-igen Tochterunternehmen. Die Angaben zum Jahresergebnis sowie zum Eigenkapital beziehen sich dabei auf das Geschäftsjahr 2023:



Firmenname / Sitz
Jahresergebnis
Eigenkapital
chargebyte Inc.
n/a
10.000,00 USD


Angabe zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und zu den sonstigen Vermögensgegenständen

Der Betrag der sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt 45.540,41 EUR (Vorjahr: 45.500,41 EUR). Die restlichen Beträge der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Angaben zu sonstigen Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen i. H. v. 310.356,39 EUR (Vorjahr: 398.869,64 EUR) sind sämtlich kurzfristig und enthalten folgendes:

- Rückstellungen für Personalkosten i. H. v. 167.902,98 EUR (Vorjahr: 179.640,55 EUR)
- Rückstellungen für Gewährleistungen i. H. v. 85.453,41 EUR (Vorjahr: 183.625,09 EUR)
- Rückstellungen für Abschluss und Prüfung i. H. v. 57.000,00 EUR (Vorjahr: 35.604,00 EUR)

Angabe zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten

Der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt 4.216.847,22 EUR (Vorjahr: 2.986.905,90 EUR).

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 2.511.398,51 EUR sonstige finanzielle Verpflichtungen. Hierbei handelt es sich um Verpflichtungen aus bestehenden Mietverträgen sowie Leasingverträgen. Innerhalb eines Jahres sind hiervon ca. TEUR 453 fällig.

Im Einzelnen beinhalten diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:



Fällig


Fällig 2024
2025 bis 2028
Fällig ab 2029

EUR
EUR
EUR
Mietverpflichtungen
392.662,86
1.570.649,17
359.389,86
Leasingverpflichtungen
59.944,68
128.752,51

Summe
452.606,97
1.699.401,68
359.389,86

 

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsaufwendungen gegenüber verbundenden Unternehmen in Höhe von 49.200,00 EUR (Vorjahr 32.050,00 EUR) enthalten.
Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 75 (Vorjahr: 56).

Geschäftsführung

Als Geschäftsführer bestellt und im Handelsregister eingetragen sind:

Herr Thomas Wagner, Altomünster
Ist ein Geschäftsführer bestellt, ist er einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, wird die Gesellschaft gemeinschaftlich durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer mit einem Prokuristen vertreten. Im Übrigen macht die Gesellschaft von der Schutzklausel gem. § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Auf die Angabe des Abschlussprüferhonorars wird unter Verweis auf § 288 Abs. 2 HGB i.V.m. § 285 Nr. 17 HGB verzichtet.

Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses

Die Geschäftsführung schlägt vor den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Zum 1. Januar 2024 hat die chargebyte GmbH 100% der Anteile an der nymea GmbH erworben.

Daneben ist über keine weiteren Ergeignisse von besonderer Bedeutung zu berichten.

Unterschrift der Geschäftsführung

sonstige Berichtsbestandteile


gez. Herr Thomas Wagner (Geschäftsführer)


Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 09.12.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

des unabhängigen Abschlussprüfers

An die chargebyte GmbH, Leipzig
Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der chargebyte GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der chargebyte GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und
· vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.

Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
· gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
· beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
· ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

· beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
· beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;
· führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

München, den 8. November 2024
INTARIA AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Rechtsanwälte

 

Fabian Galler, Wirtschaftsprüfer

Michael Steck, Wirtschaftsprüfer

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