Stammdaten

Register
Amtsgericht Essen HRB 24698
Eingetragen
21.6.2013
Branche
Einzelhandel mit Kraftwagenteilen und -zubehörGroßhandel mit Kraftwagenteilen und -zubehörTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehör
Gegenstand
Der Kfz-Werkstattbetrieb sowie der Vertrieb von Ersatz- und Zubehörteilen für Kraftfahrzeuge sowie von sonstigen Erzeugnissen für Kraftfahrzeuge und Maschinen sowie die damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen an oder rund um Kraftfahrzeuge.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Benjamin Simonkovics
seit 29.6.2016
Prokura
Carsten Gründgens
seit 18.7.2014
Prokura
Stefan Kulas
seit 21.6.2013
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

pitstop.de GmbH

Essen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2019 bis zum 30.09.2020

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019/2020

(einschließlich Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit bei der pitstop.de GmbH)

1. Wirtschaftliche Entwicklung und Entwicklung der Gesellschaft

1.1 Entwicklung des geschäftlichen Umfeldes und eigene Stellung im Markt

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Covid-19-Pandemie hat in 2020 alle anderen Einflussfaktoren wie Handelskonflikte und das weiterhin schwierige geopolitische Umfeld überlagert. Die Weltwirtschaft befindet sich einer tiefen Krise.

Für die Industrieländer prognostiziert der IWF nun gegenüber der Juni-Prognose eine weniger schwere Rezession für 2020, wegen unerwartet guter Wachstumsdaten im 2. Quartal 2020. Auch die erwarteten negativen Wachstumsdaten der Weltwirtschaft von -4,9 Prozent auf nun -4,4 Prozent haben sich leicht verbessert. Diese Prognose ist aber wegen der dynamischen Entwicklung der Covid-19-Pandemie mit hohen Unsicherheiten behaftet.

(Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht November 2020, Analysen und Berichte)

Entwicklung in Deutschland

Infolge der Stilllegung zahlreicher Wirtschaftszweige zur Eindämmung der ersten Covid-19- Pandemiewelle erlitt die deutsche Wirtschaft im Frühjahr 2020 einen historischen Wirtschaftseinbruch. Das Bruttoinlandsprodukt fiel in den Monaten April bis Juni 2020 im Vergleich zum Vorquartal um 10,1 %. Mit der Lockerung des harten Lockdowns hat im Mai 2020 ein wirtschaftlicher Erholungsprozess eingesetzt.

(Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, September 2020)

Der Lockdown im Frühjahr 2020 wirkte sich ebenfalls negativ auf die bislang robuste Binnenkonjunktur aus. Die privaten Konjunkturausgaben entwickelten sich deutlich negativ. Der Export deutscher Unternehmen ist eingebrochen, ebenso die Investitionsneigung deutscher Unternehmen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich und der Staat unterstütze die betroffenen Unternehmen durch eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes. Im dritten Quartal 2020 erholte sich die Binnennachfrage wieder und die Wirtschaft wuchs um 8,2 % im Vergleich zum historisch niedrigen Vorquartal.

Die Ifo-Konjunkturprognose für den Herbst 2020 geht aber davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft erholen wird und im vierten Quartal 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Das Ifo-Institut prognostiziert für das Jahr 2020 eine um voraussichtlich 5,2 % unter dem Vorjahr liegende Wirtschaftsleistung. Für das Jahr 2021 wird eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 5,1 % und für 2022 von 1,7 % erwartet.

(Ifo Konjunkturprognose Herbst 2020: Deutsche Wirtschaft weiter auf Erholungskurs)

Entwicklung im Kfz-Teile- und Servicemarkt

Während des coronabedingten Lockdowns im Frühjahr 2020 ist die Fahrleistung in Westeuropa um 10 bis 15 Prozent gesunken. Dies hat kurzfristig die Umsätze geschmälert, die mit Kfz-Reparaturen, Wartung und Ersatzteilen erzielt werden.

(AMZ.de/kfz-servicemarkt-ende-des-wachstums)

Eine Studie der Bain & Company geht davon aus, dass in den kommenden Jahren der Fahrzeugbestand noch wächst, der zunehmende Anteil von Fahrzeugassistenzsystemen sich verschleißmindernd auswirkt. Auch wird der zunehmende Anteil von Elektrofahrzeugen den Aftersales-Umsatz reduzieren. Die Studie geht davon aus, dass sich bis 2035 die Aftersales- Umsätze in Deutschland um 3,7 % Prozent verringern werden. Für den Zeitraum bis 2030 wird in der Studie noch ein moderater Rückgang um 2 % vorhergesagt.

Laut ZDK reduzierte sich der Umsatz im Kfz-Service 2019 um 10,9 % auf 30,0 Mrd. EUR, wobei die Werkstattumsätze der Händler enthalten sind. Zurückgegangen ist 2019 auch die Werkstattauslastung, und zwar auf 83 % gegenüber 86 % im Jahr davor.

(Sparkassen-Branchenreport 2020 Kfz Werkstätten, WZ 45.2, Seite 6)

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verzeichnet ein weiter steigendes Durchschnittsalter bei den Personenkraftwagen. Dies ergibt ein Durchschnittsalter der zugelassenen Pkw von 9,6 Jahren (Vorjahr 9,5 Jahre). Alleine aus dem zulassungsstarken Jahr 2009 in Folge der Umweltprämie sind von zehn neu zugelassenen Pkw noch acht im Bestand.

(Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), Kurzbericht, Steigendes Durchschnittsalter bei den Personenkraftwagen)

Von den 47,1 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw wiesen am 1. Januar 2020 rund 40 % ein Alter von 10 und mehr Jahren auf.

Dies hat auch Auswirkungen auf den Reparaturaufwand. Der durchschnittliche Reparaturaufwand pro Fahrzeug stieg 2019 auf EUR 180 gegenüber EUR 177 im Jahr davor (+1,7 %).

Sparkassen-Branchenreport 2020 Kfz Werkstätten, WZ 45.2, Seite 8)

Der Marktanteil der freien Werkstätten betrug im Jahr 2019 insgesamt 43 % und war damit gegenüber dem Jahr zuvor (36 %) deutlich angewachsen.

(Sparkassen-Branchenreport 2020 Kfz Werkstätten, WZ 45.2, Seite 8)

Im Jahr 2019 wurden 36.600 beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbes gelisteten Meisterbetriebe ab einer Umsatzgröße von EUR 17.500 aufwärts gezählt.

Die Umsatzrentabilität in der Branche betrug nach Berechnungen der Sparkassen-Finanzgruppe 10,4 % in 2016. Für 2017 bis 2019 rechnet die Sparkassen-Finanzgruppe aufgrund des gestiegenen Lohnniveaus mit einer sinkenden Rentabilität. Ursächlich für diese Erwartung ist zudem, dass aufgrund neuer Diagnosesysteme durch einen weiter steigenden Elektronikanteil zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen erforderlich werden.

(Sparkasse Finanzgruppe Branchendienst, Branchenreport Kfz-Werkstätten 2018)

Entwicklung der Gesellschaft

Das Unternehmen befand sich bis zum ersten durch Covid-19 verursachten Shutdown im März 2020 sowohl in der Umsatz- als auch in der Ertragsentwicklung deutlich über dem Niveau des Vorjahres und auf damit auf sein - guten Weg, die selbstgesteckten Ziele zu übertreffen. Abweichend von der Strategie anderer Marktbegleiter und auch zugunsten der Kunden, insbesondere den Flottenkunden, entschied sich die Geschäftsführung, den Betrieb unter verstärkten Hygienemaßnahmen aufrecht zu halten. Hierbei kam es dem Unternehmen zugute, dass das Management auf allen wesentlichen Ebenen konstant besetzt ist und daher ohne Reibungsverluste bei der Entscheidungsfindung schnell und effizient die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden konnten. Innerhalb von wenigen Wochen wurden Hygienekonzepte umgesetzt, die Filialen mit Spuckschutzwänden und Hygieneartikeln versorgt, gemeinsam mit dem Betriebsrat eine GBV Kurzarbeit abgeschlossen und mit dem Bankenpartner zusätzliche liquide Mittel erarbeitet, sodass für den Fall eines starken Umsatzeinbruchs die Liquidität abgesichert werden hätte können. Ganz entscheidend war dann in den Folgemonaten die stetige und klare Kommunikation in die Kundschaft und an die Mitarbeiter. Dadurch ist es gelungen, die erste Lockdown-Phase als funktionierende Einheit zu überstehen und wichtige Lieferketten nicht erst wieder anlaufen lassen zu müssen. Trotzdem führte die Beeinträchtigung durch den ersten Lockdown zu erheblichen Umsatzeinbußen in den so wichtigen Saisonmonaten April und Mai. Diese Umsätze ließen sich auch in den Folgemonaten nicht wieder aufholen.

Kurz vor dieser Phase war Anfang Februar 2020 das Signing zu einem Unternehmenskauf erfolgt, nach welchem 19 unter der Marke Globus Reifencenter firmierenden Werkstattbetriebe im Laufe des Jahres 2020 übernommen und auf pitstop umgestellt werden sollten. Die Anfang März 2020 begonnene Übernahme kam durch den Lockdown nach der Übernahme der ersten zwei Werkstätten zum Erliegen und konnte erst im Juni 2020 wieder aufgenommen werden. Ab diesem Zeitpunkt erfolgte jede Woche eine Übernahme und Renovierung ins pitstop-Layout. Die übernommenen Werkstätten ergänzen die deutschlandweite pitstop-Netzabdeckung und erzeugen anorganisches Wachstum zur Flankierung der Wachstumsstrategie.

Parallel wurde im Sommer 2020 die neue Warenwirtschaft und damit das zentrale IT-System nach dreijähriger Entwicklung ausgerollt. Damit wurden sämtliche Prozesse in den Filialen als auch in der Zentrale völlig neu definiert und digitalisiert. Bei der Software handelt sich es um eine eigene Softwarelösung, die es dem Unternehmen ermöglicht, Veränderungen und Prozesse schnell und effizient umzusetzen und sie bildet eine wesentliche Basis für zukünftige Anforderungen. Zudem läuft die Verarbeitung und Speicherung in der Cloud. Als große Herausforderung erwies sich der Roll-out aufgrund der verschärften Hygienemaßnahmen und Covid-19-Vorgaben, da zentrale Schulungsveranstaltungen unterbleiben mussten.

Kurz vor Ende des Geschäftsjahres 2020 wurden dann - ebenfalls unter den zuvor genannten Einschränkungen - noch sämtliche Werkstattersatzwagen ausgetauscht. Zukünftig erhalten die Kunden 280 größere Golf Kombi und 50 E-UPs mit Elektroantrieb.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr ist es zudem gelungen, die Fahrzeuge der ADAC-Straßenwacht komplett im Reifen- und Räderbereich zu betreuen. Die getroffene Wahl des ADAC für pitstop als Partner unterstreicht die vor Jahren begonnenen Bemühungen zu einheitlichen Qualitäts- und Servicestandards. Zudem wurde mit Deutschlands größtem Kfz-Versicherer, der HUK Coburg, eine Partnerschaft gestartet und in der Region rund um Hamburg ein Pilotprojekt für qualifizierten Werkstattservice gestartet.

Schließlich konnte auch im Jahr 2020 erneut die Zertifizierung für die Inspektion nach Herstellervorgaben durch den TÜV Rheinland erreicht werden. Als einziges Unternehmen in Deutschland mit mehr als 50 Werkstätten ist pitstop damit gelungen, seit vielen Jahren in Folge diesen Zertifizierungsprozess erfolgreich zu durchlaufen.

Alle diese arbeitsintensiven Aufgaben und Schritte können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das zurückliegende Geschäftsjahr nur aufgrund eines sehr guten Starts einigermaßen zufriedenstellend abgeschlossen werden konnte. Die Auswirkungen durch Covid-19 waren in Summe erheblich. Durch das anorganische Wachstum und das Schließen einiger unrentabler Standorte konnte der Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden. Die mit der Integration der neuen Standorte einhergehenden Kosteneffekte und die Belastungen durch weiterlaufende Kosten während des Shutdowns führten zu einer Ergebnisverschlechterung gegenüber dem Vorjahr, wenngleich ein positives Ergebnis ausgewiesen werden kann. Die Geschäftsleitung setzt auch zukünftig auf organisches und anorganisches Wachstum. Mit Ausnahme der eingeschobenen Rumpfgeschäftsjahres 2018, welches der Verlegung des Jahresabschlusses auf den 30.09. diente, konnte das Unternehmen wiederholt zeigen, dass es dauerhaft ertragreich sein und in auch in schwierigen Zeiten erfolgreich wirtschaften kann.

1.2 Unternehmensstruktur

1.2.1 Rechtlicher Aufbau des Unternehmens

1.2.2 Organisationsstrukturen, Leitung und Kontrolle

Das Unternehmen wird durch den Geschäftsführer Herrn Stefan Kulas sowie die Prokuristen Carsten Gründges und Benjamin Richel geführt. Die Aufgabenteilung erfolgt mittels Geschäftsordnung und im Rahmen monatlicher Geschäftsleitungssitzungen sowie Führungs- kräfte-Meetings.

Mit dem langjährigen Partner der pitstop.de GmbH im Reifengeschäft, der Bridgestone SA mit Sitz in Brüssel, wurde eine Minderheitsbeteiligung an der Kulas Holding vereinbart. Die Kulas Holding hält 100 % der Anteile an der pitstop.de GmbH. Unter Datum vom 7. Dezember 2018 hat das Bundeskartellamt das Zusammenschlussvorhaben genehmigt. Mit dem Eintritt des Minderheitsgesellschafters ist keine Änderung der Organisationsstruktur sowie der Leitungs- und Kontrollprozesse verbunden gewesen.

Die interne Steuerung erfolgt aufgrund ständiger Analysen und Überwachung der Planansätze.

Umsatz, Rohertrag, EBIT und EBITDA und Lohnkosten sowie gängige Kennzahlen zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage bilden die Grundlage eines turnusmäßigen Berichtswesens an die Geschäftsleitung.

Darüber hinaus stehen eine Vielzahl ein- und verkaufsseitiger Informationen, Statistiken und Steuerungsinstrumente zur Verfügung.

2. Erläuterungen zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Oktober eines Jahres bis zum 30. September des Folgejahres. Hintergrund für die Umstellung des Geschäftsjahres war, dass so mit dem stärksten, aber auch witterungsabhängigsten 4. Quartal eines Kalenderjahres gestartet wird. Dadurch lassen sich Investitionen besser anhand des zu erwartenden Geschäftsverlaufes steuern und Einfluss auf die Ertragslage nehmen. Zudem wird der Planungsprozess für das jeweils folgende Geschäftsjahr auf die ruhigeren Sommermonate verschoben und die Inventur kann im umsatzschwachen Monat September stattfinden.

2.1 Ertragslage

2019/2020 2018/2019 Veränderung ergebnisbezogen
TEUR % TEUR % TEUR
Umsatzerlöse 105.192 100,0% 105.296 100,0% -104
Materialaufwand -33.864 -32,2% -34.242 -32,5% 378
Rohergegbnis 71.328 67,8% 71.054 67,5% 274
Ordentliche betriebliche Erträge 241 0,2% 280 0,3% -39
Personalaufwand -43.652 -41,5% -43.479 -41,3% -173
Abschreibungen -1.726 -1,6% -1.537 -1,5% -189
Sonstige Aufwendungen einschließlich sonstiger Steuern -25.389 -24,1% -24.932 -23,7% -457
Betriebsergebnis 802 0,8% 1.386 1,3% -584
Zinserträge 27 0,0% 13 0,0% 14
Zinsaufwendungen -139 -0,1% -73 -0,1% -66
Finanzergebnis -112 -0,1% -60 -0,1% -52
Ergebnis vor Ertragsteuern 690 0,7% 1.326 1,3% -636
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -396 -0,4% -312 -0,3% -84
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 294 0,3% 1.014 1,0% -720

Die Umsatzerlöse verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 104 TEUR. Bei einer verbesserten Wareneinsatzquote von 32,2 % konnte der Rohertrag um 274 TEUR verbessert werden.

Die ordentlichen betrieblichen Erträge haben sich um 39 TEUR verringert.

Neben den Personalaufwendungen bilden die Mietaufwendungen den größten Aufwandsposten der Gesellschaft. Die Positionen Personalaufwand und sonstige Aufwendungen fielen im Vergleich zum Vorjahr um 630 TEUR höher aus. Grund hierfür war hauptsächlich die Übernahme und Inbetriebnahme im Zeitraum März bis September 2020 von 19 Globus Filialen. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) verringerte sich im Periodenvergleich von 2.923 TEUR um 395 TEUR auf 2.528 TEUR.

Bedingt durch die starken Implikationen der COVID-19-Pandemie weicht das Ergebnis im Geschäftsjahr 2019/2020 deutlich von der Größenordnung ab, welche die Geschäftsführung im Rahmen der in 2019 erfolgten Planung für den entsprechenden Zeitraum vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 prognostiziert hatte.

2.2 Finanzlage

Die Finanzlage ist aufgrund der Herausgabe des Genussrechtkapitals im Nominalwert von EUR 10.000.000,00 positiv. Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über Bankguthaben in Höhe von 5.316 TEUR sowie unterwegs befindlichen Einzahlungen von 669 TEUR und Kassenbeständen von 133 TEUR. Dem stehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 7.600 TEUR gegenüber.

Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2019/2020 stets in der Lage ihre finanziellen Verpflichtungen zu begleichen.

2.3. Vermögenslage

30.09.2020
TEUR %
Aktivseite
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.893 7,2%
Sachanlagen 9.000 34,2%
Finanzanlagen 3 0,0%
10.896 41,4%
Umlaufvermögen
Vorräte 3.959 15,0%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.325 5,0%
Forderungen gegen Gesellschafter 20 0,1%
Sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten 3.995 15,2%
Flüssige Mittel 6.119 23,3%
15.418 58,6%
26.314 100,0%
Passivseite
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 25 0,1%
Bilanzgewinn 1.515 5,8%
Genussrechtskapital 3.986 15,1%
5.526 21,0%
Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Mietunterdeckungen 211 0,8%
Rückbauverpflichtungen 305 1,2%
Darlehen 8.487 32,3%
9.003 34,2%
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 2.354 8,9%
Erhaltene Anzahlungen 463 1,8%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen 0,0%
und Leistungen 7.554 28,7%
Sonstige Verbindlichkeiten und 0,0%
Rechnungsabgrenzungsposten 1.414 5,4%
11.785 44,8%
26.314 100,0%
30.09.2019 Veränderung
TEUR % TEUR %
Aktivseite
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.298 6,9% 595 45,8%
Sachanlagen 7.722 40,9% 1.278 16,6%
Finanzanlagen 3 0,0% 0 0,0%
9.023 47,8% 1.873 20,8%
Umlaufvermögen
Vorräte 2.508 13,3% 1.451 57,9%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.228 6,5% 97 7,9%
Forderungen gegen Gesellschafter 20 0,1% 0 0,0%
Sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten 3.755 19,9% 240 6,4%
Flüssige Mittel 2.361 12,5% 3.758 >100,0%
9.872 52,2% 5.546 56,2%
18.895 100,0% 7.419 39,3%
Passivseite
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 25 0,1% 0 0,0%
Bilanzgewinn 1.446 7,7% 69 4,8%
Genussrechtskapital 3.986 21,1% 0 0,0%
5.457 28,9% 69 1,3%
Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Mietunterdeckungen 250 1,3% -39 -15,6%
Rückbauverpflichtungen 274 1,5% 31 11,3%
Darlehen 1.236 6,5% 7.251 >100,0%
1.760 9,3% 7.243 >100,0%
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 1.688 8,9% 666 39,5%
Erhaltene Anzahlungen 424 2,2% 39 9,2%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 8.431 44,6% -877 -10,4%
Sonstige Verbindlichkeiten und
Rechnungsabgrenzungsposten 1.135 6,0% 279 24,6%
11.678 61,8% 107 0,9%
18.895 100,0% 7.419 39,3%

Das Anlagevermögen der Gesellschaft steigt im Saldo an. Die Zugänge zum Anlagevermögen betreffen Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen. Der Anstieg bei den immateriellen Wirtschaftsgütern resultiert aus der Entwicklung einer neuen Warenwirtschaft und der Filialsoftware. Bei den Sachanlagen schlägt sich hauptsächlich die Übernahme und Ausstattung der neuen Filialen nieder. Nach Verrechnung der Abschreibungen des Geschäftsjahres in Höhe von 1.726 TEUR ergibt sich der Buchwert zum Abschlussstichtag in Höhe von 10.896 TEUR.

Die Vorratsbestände zum 30. September 2020 haben sich um 1.451 TEUR erhöht. Dies resultiert hauptsächlich aus der höheren Bevorratung von Winterreifen.

Das Eigenkapital setzt sich aus dem Stammkapital von 25 TEUR, dem Bilanzgewinn von 1.515 TEUR und dem Genussrechtskapital von 3.986 TEUR zusammen.

Die Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Mietunterdeckungen und Rückbaukosten als langfristige Rückstellungen und insbesondere Personalrückstellungen im kurzfristigen Bereich.

Die Geschäftsleitung ist mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2019/2020 mit Ausnahme der Umsatzentwicklung trotz der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie im Wesentlichen zufrieden.

2.4 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

2.4.1 Kundenbelange

Unser Unternehmen fühlt sich der Servicequalität und Kundenzufriedenheit verpflichtet. Aus diesem Grund setzen wir nicht nur auf modernste Werkstattechnik, sondern auch auf Know-how unserer Mechaniker und Meister.

pitstop.de beschäftigt rund 1.350 gut ausgebildete Mechaniker, Mechatroniker und Kfz- Meister, die regelmäßig in neuen Techniken und Reparaturmethoden weitergebildet werden. Ein Schulungsschwerpunkt liegt auch im Bereich Kundenservice. Wir streben einen offenen und fairen Dialog mit unseren Kunden an. Wir setzen für unsere Kunden unseren Fokus auf Transparenz unserer Leistungen, Kalkulationen und Rechnungen. Unseren Kunden bieten wir an, unseren Meistern und Mechanikern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Fahrzeugannahme und Fehlerdiagnose sind für den Kunden transparent.

2.4.2 Mitarbeiterbelange

Neben regelmäßigen Fortbildungsmaßnahmen bieten wir unserem Mechaniker, Mechatroniker und Kfz-Meister eine leistungsorientierte Vergütung mit regelmäßigen Leistungszulagen. Da wir uns als Familienunternehmen verstehen, werden auch Kinderbetreuung, Krankengeld sowie Meisterlehrgänge bezuschusst. Ein Gleitzeitkonto ermöglicht flexible Arbeitszeiten. Für uns zählt jeder einzelne als Persönlichkeit, dem wir das sichere Gefühl geben, dass seine Arbeit im Team anerkannt und gewürdigt wird.

3. Chancen und Risiken

3.1 Beschreibung der auf die pitstop.de GmbH wirkenden Risiken und Chancen

3.1.1 Risiken

Rechnungslegungsbezogene Risiken

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (nachstehend "IKS") der pitstop.de GmbH dient dazu, Risiken anlässlich von Finanzberichtserstattungen zu minimieren, die darin bestehen, dass Falschdarstellungen in Berichten enthalten sein könnten, die einen nicht nur unwesentlichen Einfluss auf die Entscheidung der internen und externen Informationsadressaten haben. Mithilfe des IKS werden Fehlerquellen identifiziert und die Risiken der Berichterstattung begrenzt. Das bei der Gesellschaft implementierte interne Kontrollsystem stellt sicher, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Rechnungslegung sicher und vollständig umgesetzt werden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Für die pitstop.de GmbH bestehen folgende finanzwirtschaftlichen Risiken:

Preisänderungsrisiken,

Ausfallrisiken sowie

Liquiditätsrisiken.

Zu "Preisänderungsrisiken"

Die Gesellschaft hat sich im Rahmen ihrer Geschäftsstrategie auf ein paar wenige Lieferanten fokussiert und langfristige Belieferungsverträge abgeschlossen, die das Risiko von Preisänderungen erheblich reduzieren und u. a. langfristig wettbewerbsfähige Konditionen für den Bezug von Waren und Dienstleistungen sicherstellen sollen.

Zu "Ausfallrisiken"

Die pitstop.de GmbH sieht sich hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Geschäftspartner in geringem Maße Ausfallrisiken ausgesetzt.

Zu "Liquiditätsrisiken"

Die Gesellschaft operiert mit Ausnahme geringer Bestände an Schmierstoffen und gängiger Filter im Bereich der Ersatz- und Verschleißteile quasi lagerlos und lässt sich an jedem Standort von den Zulieferern durchschnittlich dreimal täglich beliefern. Dennoch wurde der durchschnittliche Reifenbestand deutlich gesenkt und weitestgehend auf eine auftragsbezogene Bestellung von Reifen umgestellt. Zudem wurden Rückgabemengen mit den Hauptlieferanten für Reifen vereinbart, sodass auch das branchenübliche Bestandsrisiko in der Warengruppe Reifen reduziert ist.

Die Gesellschaft verfügt über ausreichend liquide Mittel, um ihren Verpflichtungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb jederzeit termingerecht nachzukommen und die im Geschäftsplan vorgesehenen Investitionen zu tätigen.

Markt- bzw. Beschaffungsrisiken

Für die pitstop.de GmbH bestehen folgende Markt- und Beschaffungsrisiken.

Zu "Marktrisiken"

In den zurückliegenden Jahren führten steigende Öl- und Kraftstoffpreise zu einer zurückgehenden durchschnittlichen Jahresfahrleistung je Kraftfahrzeug und in Folge auch zu weniger Wartungen und Instandhaltungen sowie Reparaturen. Des Weiteren haben Fahrzeuge neuerer Generation längere Wartungsintervalle und Kundenbindungsmaßnahmen der OEMs nehmen zu.

Auch hat sich der Trend, Werkstattleistungen im Internet zu buchen und Preise zu vergleichen, fortgesetzt.

In dieser Entwicklung sehen wir im Vergleich zur freien Werkstatt auch eine Chance für die Gesellschaft. Die Zukunft des Wartungs- und Reparaturmarktes wird von der komplizierten Technik bestimmt werden. Die Autofahrer werden verstärkt Fachwerkstätten in Anspruch nehmen müssen. Für den Erfolg von pitstop.de wesentlich ist die richtige personelle Besetzung der Filialen. Nur durch den richtigen Unternehmer vor Ort und ein fachlich versiertes Team lässt sich die heutige Herausforderung im Dienstleistungsbereich an Fahrzeugen meistern. Der ungehinderte Zugang zu den notwendigen Fahrzeugdaten ist trotz Änderung der Vertikal GVO noch immer durch die Hersteller stark limitiert. Hinzu kommt die Tendenz, Servicenachweise zunehmend elektronisch zu führen. In diesem Kontext wird man sich auch in den kommenden Jahren weiterhin der zunehmenden Digitalisierungsentwicklungen im Kfz-Markt stellen müssen.

Nach Auffassung des Zentralverbandes Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) wird die steigende Zulassungszahl von Elektroautos bis zum Jahr 2025 nur leichte Auswirkungen auf den Service-Umsatz des Kfz-Gewerbes haben.

(Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK), Pressemitteilung vom 18.10.2018 "E-Mobilität beeinflusst After Sales bis 2025 nur unwesentlich")

Weniger Wartungsaufwand bei reinen Batteriefahrzeugen stehen höhere und komplexere Wartungsarbeiten bei Hybridfahrzeugen gegenüber. Die tatsächliche Entwicklung des langfristigen Wartungsumsatzes hängt von der weiteren Entwicklung der Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen ab. Nach unserer Auffassung werden kurz- bis mittelfristig keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der pitstop.de GmbH erwartet.

Die Verhängung von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge der EURO Norm 5 sowie 1 bis 4 hat viele Halter nach wie vor verunsichert. Während die Diskussionen über Nachrüstsysteme im Hard- oder Software Bereich und deren Finanzierung durch Politik und Wirtschaft abgenommen hat, dominiert aktuell die Diskussion über Elektrofahrzeuge. Dies schlägt mit Zeitverzug auf die freien Kfz-Werkstätten und Werkstattketten durch. Erste Auswirkungen zeigen sich bereits.

Wachstumshemmend wird sich weiter der Mangel an Fachkräften auswirken, auch wenn erste Trends darauf hindeuten, dass sich der Arbeitsmarkt für uns durch Massenentlassungen in der Automobilindustrie und deren Zulieferer entspannt.

Zu "Beschaffungsrisiken"

Die Gesellschaft bezieht ihre Waren und Dienstleistungen im Wesentlichen von sechs Geschäftspartnern, mit denen langjährige Vereinbarungen bestehen. Während Ersatzteile vorwiegend über die Unternehmen PV Automotive GmbH und die STAHLGRUBER AG bezogen werden, bestehen für den Reifenbezug Geschäftsbeziehungen zu dem Minderheitsgesellschafter Bridgestone Deutschland GmbH, Continental AG und GettyGo GmbH. Dienstleistungen, insbesondere die Prüfleistungen im Rahmen der Haupt- und Abgasuntersuchung, werden vom TÜV Rheinland bezogen. Das Beschaffungsrisiko wird aufgrund der vorhandenen Wettbewerbssituation weiterhin als gering eingeschätzt. Alle Lieferanten könnten notfalls durch andere Mitbewerber ersetzt werden.

Risiken aus dem IT-Umfeld

Die Abhängigkeit der Gesellschaft von IT-Systemen ist unverändert erheblich. Die Zielsetzung war es, das gesamte IT-System in eine Cloud zu überführen und so Zugriffsrisiken durch die dezentrale Struktur zu minimieren. In diesem Zuge wurde eine komplett neuartige Warenwirtschaft samt POS-Software und Steuerungssoftware für die Zentrale entwickelt, die eine Live-Verarbeitung und -betrachtung zulässt. Dies wird die Effizienz deutlich steigern und bildet die Plattform für alle wichtigen Innovationsschritte der Zukunft. Die völlige Vernetzung und Überführung in ein Cloudbasiertes System wurde im Laufe des Geschäftsjahres abgeschlossen und bildet somit eine zukunftsweisende Basis für weitere Digitalisierungsschritte.

Investitionsrisiken

Die Geschäftsführung sieht Investitionsentscheidungen aufgrund der langfristigen Kapitalbindung und der Höhe des Kapitaleinsatzes stets als risikobehaftet an. Investitionen in die Werkstattausstattung und die Mietobjekte werden daher analysiert und mit der gebotenen Sorgfalt abgewickelt. In einem sich technisch ständig weiterentwickelnden Markt sind regelmäßig zukunftsweisende Investitionsentscheidungen zu treffen, um mit dem technischen Fortschritt der Fahrzeuge mithalten zu können. Im Gegensatz zu den herstellergebundenen Werkstätten ist das Risiko von Fehlinvestitionen jedoch deutlich geringer, denn bevor die klassische Zielgruppe (Fahrzeuge älter als drei Jahre) die Filialen erreicht, kann die technische Entwicklung und die Aufrüstung bei den Herstellern mit ausreichend Vorlauf beobachtet werden. Investitionsbedarf ergibt sich auch durch immer neue Richtlinien für den Betrieb von Kfz-Werkstätten. Die Gesellschaft sieht sich auch auf diese Investitionen gut vorbereitet, sodass hieraus keine bestandsgefährdenden Sachverhalte zu erwarten sind.

Risiken aus COVID-19

Seit Februar 2020 hat sich COVID-19 auch in Deutschland verbreitet, nachdem die Virusausbreitung zuvor auf die Provinz Wuhan / China begrenzt war. Ab Mitte März 2020 wurden Maßnahmen zur Prävention durch die Bundesregierung und die Landesregierungen in Deutschland getroffen, die einen erheblichen Einfluss auf das Wirtschaftsleben in Deutschland hatte bzw. mit dem zweiten Lockdown ab 2. November 2020 immer noch hat.

Mit einem Sofortprogramm: "Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen" hat die Bundesregierung ab März 2020 versucht, die negativen Auswirkungen auf deutsche Unternehmen einzudämmen. Diese Maßnahme betreffen insbesondere die vereinfachten Zugangsvoraussetzungen für das Kurzarbeitergeld und diverse Soforthilfeprogramme zur Liquiditätsunterstützung von Unternehmen. Auch die pitstop.de hat von diesen Maßnahmen profitiert und zum einen in geringen Maße Kurzarbeitergeld sowie ein KFW-Darlehen über 8,0 Mio. EUR in Anspruch genommen.

Für die pitstop.de ergeben sich COVID-19 bedingt erhöhte Risiken in einigen Bereichen:

Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr sowie verbreitete Arbeit im Homeoffice führen zu deutlich gesunkenen Fahrleistungen und damit der Nachfrage nach Instandhaltungsmaßnahmen an Fahrzeugen.

Die aufgrund von Kurzarbeit eingeschränkte Verfügbarkeit unserer Mitarbeiter erfordert eine effektivere Einsatzplanung und höhere Flexibilität.

Die Auswirkungen dieser Einflussfaktoren auf unser Geschäft werden laufend beobachtet und analysiert. Die Geschäftsführung hat das existierende Planungs- und Berichtserstattungssystem. Die Möglichkeiten der Kurzarbeit wurden zeitweise genutzt, um Überkapazitäten auszugleichen.

Zudem wurde bei der pitstop.de ein Hygienekonzept in Kombination mit Abstandsregelungen installiert. Unsere Werkstätten blieben auch in Zeiten des nationalen Lockdowns geöffnet und blieben damit ein verlässlicher Partner unserer Kunden.

Entwicklungsbeeinträchtigende oder bestandsgefährdende Risiken werden - mit Ausnahme der vorgenannten Risikofaktoren aus der COVID-19 Pandemie - nicht gesehen.

3.1.2 Chancen

Die Marke pitstop hat einen hohen Bekanntheitsgrad und steht für eine preisgünstige Alternative zur Vertragswerkstatt und der freien Werkstatt. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge steigt weiter, und damit auch die Bereitschaft der Autofahrer, von der Vertragswerkstatt zu einer günstigeren Alternative zu wechseln. Die Fokussierung des Unternehmens liegt auf der Qualität. Dieses zeigt sich einerseits in Qualität der verbauten Teile, denn es wird ausschließlich auf Erstausrüsterqualität gesetzt. Andererseits wird die Servicequalität durch massiven Schulungseinsatz und externe Unterstützung weiter vorangetrieben.

Wie in den Vorjahren sehen wir weitere Chancen in der Flächendeckung der Gesellschaft sowie in der Umstellung des Geschäftskonzeptes auf verschiedene Vertriebskanäle. Der Web-Shop über www.pitstop.de wird ständig weiterentwickelt. Durch die Flächenabeckung werden erhebliche Wachstumspotenziale im Bereich von Flotten gesehen. In der Akquise von Großflotten, Versicherungskooperationen und Verbänden liegt in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der vertrieblichen Strategie. Erste Erfolge konnten bereits verzeichnet werden. So verbringt der ADAC mittlerweile seine gesamte Flotte an Schutzfahrzeugen und Mietwagen zu pitstop. Auch die HUK hat mit pitstop eine Partnerschaft begründet und die Parteien führen Gespräche über den Ausbau der Partnerschaft.

Das Unternehmen bietet damit als Werkstattkette für den Kunden die Möglichkeit, Dienstleistungen selbst und fahrzeugspezifisch zu kalkulieren und zu buchen. Dabei erfolgen auch die Bezahlung und die Terminierung des Auftrages bereits über das Internet, sodass sichergestellt ist, dass zum vereinbarten Termin die Bühne für den Kunden frei ist und die notwendigen Ersatzteile bereits vor Ort sind. Damit bietet das Unternehmen den transparentesten und effektivsten Service an, ohne dabei eine Fülle an Ersatzteilen vorrätig halten zu müssen.

Es gibt zwar auch andere IT-Dienstleister, die sich auf die Kalkulation und die Vermittlung von Werkstattservice ausgerichtet haben, diese verfügen jedoch über kein eigenes Filialnetz und binden lediglich freie Werkstätten ein. Hierbei bestehen aber erhebliche Probleme bei der Sicherstellung eines einheitlichen Qualitätsstandards, denn dies erfordert wie in einer Werkstattkette eine hohe Überwachung und Kontrolle sowie die Möglichkeit der Einflussnahme. Nur Werkstattketten verfügen aber über den dafür notwendigen Durchgriff.

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2018 ist die pitstop.de GmbH stiller Gesellschafter der Point S Deutschland GmbH. Point S Deutschland bündelt über die Zentrale insbesondere den Reifeneinkauf der Gesellschafter und verschafft diesen somit deutliche Einkaufsvorteile gegenüber dem Einzelbezug.

Durch die Vereinbarung einer Minderheitsbeteiligung der Bridgestone SA mit Sitz in Brüssel, eröffnet sich für die pitstop.de GmbH die Chance, sich ihrerseits in der Region DACH an anderen Unternehmen zu beteiligen. Gleichzeitig erhält die Gesellschaft durch die Anbindung an den Weltmarkführer im Reifenbereich Zugang zu innovativen Mobilitätslösungen und -entwicklungen.

4. Zukunftsgerichtete Aussagen

Das Unternehmen schöpft unverändert weniger als ein Prozent des freien Reparaturmarktes in Deutschland ab und ist deshalb mit Ausnahme einiger frequenzbringender Warengruppen wie Reifen weniger als früher von allgemeinen Marktentwicklungen und Witterungsverhältnissen abhängig.

Die Planung der pitstop.de GmbH ging von einem überdurchschnittlichen Wachstum im Geschäftsjahr 2019/2020 im Vergleich zur allgemeinen Branchenerwartung aus, da sich die neuen Flottenkunden und die Innovationen der letzten Jahre positiv auswirken sollten. Aufgrund der Covid-19-Pandemie konnte diese Planung nicht gehalten werden. Nach der Entwicklung bis zum 28. Februar 2020, d.h. bis Mitte des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2019/2020 schienen sich diese Planungen zu bestätigen bzw. übertroffen zu werden. Bedingt durch die Covid 19-Pandemie konnte die Ergebnisplanung nicht gehalten werden. Die Planung für das Geschäftsjahr 2020/2021 geht davon aus, dass der Umsatz und das Jahresergebnis stark davon abhängen wird, wie sich die Covid 19-Pandemie in Deutschland weiter entwickeln wird. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass Umsatz und Jahresergebnis in einem optimistischen Szenario sich auf Höhe der ursprünglichen Planung für das abgelaufene Geschäftsjahres 2019/2020 bewegen wird.

Für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit ist neben des weiteren Netzausbaus und den digitalen Prozessen zur Effizienzverbesserung von erheblicher Bedeutung, dass die Mitarbeiter dem technischen Wandel in der Branche folgen können und als Kette prozesssicher agieren. Dafür wird das Unternehmen zum Ende des Kalenderjahres 2021 eine neue Zentralverwaltung samt integriertem Trainingscenter in Mülheim beziehen. Die Errichtung des Gebäudekomplexes, welches die Gesellschaft als Mieter beziehen wird, hat bereits begonnen.

4.1 Prognosebericht

Das für das Geschäftsjahr wichtige erste Quartal hat wie geplant begonnen, auch wenn bislang noch kein richtiger Wintereinbruch zu verzeichnen ist. Insgesamt ist der im September aufgestellte Plan aufgrund der durchlaufenen Erholungsphase und den neu hinzugewonnen Standorten wieder ambitioniert ausgefallen. Die ersten zwei Monaten zeigen sowohl im Umsatz als auch in der prognostizierten Ergebnisentwicklung jedoch eine Planverfehlung, wobei die Ergebnisse auf dem guten Vorjahresniveau liegen. Im November machte sich jedoch der "Lockdown Light" sowie der fehlende Wintereinbruch bemerkbar. Zudem wurde ab dem 16. Dezember 2020 ein weiterer "harter" Lockdown seitens der Bundes- und Landesregierungen beschlossen. Auch wenn Kfz-Werkstätten weiterhin geöffnet bleiben dürfen, ist mit starken Beeinträchtigungen bei der Kundenfrequenz zu rechnen. Vorsorglich wurde daher ab Mitte Dezember für rd. 1/4 der Filialen Kurzarbeit angemeldet. Die Einschränkungen werden sich jedoch zunächst begrenzt auswirken, da anders als im Frühjahr 2020 der Lockdown nun in eine umsatzschwache Zeit fällt und aufgrund der bevorstehenden Impfungen der Bevölkerung gute Chancen bestehen, dass die zweite Saisonphase ab April 2021 ganz normal abgewickelt werden kann. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass das im September 2020 geplanten Ergebnis mit einem operativen Ergebnis von 3,5 Mio. EUR EBITDA mittlerweile als ambitioniert eingestuft werden muss, hat jedoch keine Bedenken, dass sich ein Ergebnis zwischen der Planung und dem Vorjahr einstellen wird.

5. Zusammenfassende Beurteilung

Der vorgelegte Lagebericht, ergänzt um den Abschluss der pitstop.de GmbH, vermittelt ein zutreffendes Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2019/2020.

 

Essen, den 20. Dezember 2020

Stefan Kulas

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit bei der pitstop.de GmbH

Zum 6. Juli 2017 ist das Entgelttransparenzgesetz in Kraft getreten, welches zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern dient. Es ist für Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten verpflichtend anzuwenden. Somit ist gemäß der §§ 264 und 289 HGB ein Bericht zu Gleichstellung und Entgeltgleichheit zu erstellen. In diesem Bericht sollen Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Maßnahmen zur Herstellung der Entgeltgleichheit für Frauen und Männer dargestellt werden.

Seit dem 1. Januar 2020 besteht bei der pitstop.de GmbH zudem eine Gesamtbetriebsvereinbarung zur Vergütung, die dafür Sorge trägt, dass die sämtliche Entgeltleistungen transparent und vergleichbar sind.

Der Bericht beinhaltet nach Geschlecht aufgeschlüsselte Angaben zur durchschnittlichen Gesamtzahl der Beschäftigten sowie zur durchschnittlichen Zahl der Vollzahl- und Teilzeitbeschäftigten.

Maßnahmen zur Förderung von Gleichstellung

Bei der pitstop.de GmbH ist die Vielfalt der Mitarbeiter selbstverständlich, unabhängig von Nationalität, Geschlecht, religiöser und politischer Gesinnung, sexueller Orientierung, Alter oder möglicher Behinderung.

Die Anerkennung und Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters bietet Chancengleichheit für alle. Es sind viele Mitarbeiter unterschiedlicher Nationalitäten in unserem Unternahmen tätig.

In den Filialen sind weibliche Mitarbeiter unterrepräsentiert, da der der Beruf des Mechanikers mit unter 2% von Frauen erlernt wird. Von den 1.251 Mitarbeitern waren im Geschäftsjahr nur 57 weiblich, was einer Quote von 4,5 % entspricht. In leitenden Funktionen waren 14 Frauen tätig.

Amtsgericht Essen, HRB 24698

Bilanz zum 30. September 2020

AKTIVSEITE

Vorjahr
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Nutzungs- und Mietrechte 232.557,00 281.658,00
2. Entgeltlich erworbene Software 1.660.083,00 7.133,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 1.009.376,98
1.892.640,00 1.298.167,98
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 979.035,00 1.121.756,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.246.102,00 4.535.705,18
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.773.643,00 2.064.567,00
4. Anlagen im Bau 982,24 0,00
8.999.762,24 7.722.028,18
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 2.500,00 2.500,00
(Summe Anlagevermögen) 10.894.902,24 9.022.696,16
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren 3.959.499,55 2.507.769,53
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.325.401,73 1.227.931,78
2. Forderungen gegen Gesellschafter 20.307,77 20.179,77
3. Sonstige Vermögensgegenstände 3.655.924,70 3.502.800,37
5.001.634,20 4.750.911,92
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 6.118.799,57 2.361.024,71
(Summe Umlaufvermögen) 15.079.933,32 9.619.706,16
C. Rechnungsabgrenzungsposten 339.354,40 252.223,70
26.314.189,96 18.894.626,02

PASSIVSEITE

Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Bilanzgewinn 1.514.826,65 1.445.645,09
III. Genussrechtskapital 3.986.005,54 3.986.005,54
5.525.832,19 5.456.650,63
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 484.307,45 75.500,00
2. Sonstige Rückstellungen 2.385.605,08 2.136.830,28
2.869.912,53 2.212.330,28
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.600.000,00 0,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 462.932,41 424.178,40
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.554.395,35 8.430.316,75
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.950.108,48 2.271.149,96
davon aus Steuern EUR 358.617,88 (Vorjahr EUR 386.406,28)
17.567.436,24 11.125.645,11
D. Rechnungsabgrenzungsposten 351.009,00 100.000,00
26.314.189,96 18.894.626,02

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020

Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 105.192.355,20 105.295.942,77
2. Sonstige betriebliche Erträge 240.509,10 279.998,33
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Waren -33.863.964,59 -34.241.451,35
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -35.907.003,96 -35.742.152,37
b) Soziale Abgaben -7.744.595,00 -7.737.062,55
-43.651.598,96 -43.479.214,92
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.726.148,28 -1.536.806,86
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -25.389.412,89 -24.932.373,04
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 26.697,75 12.694,62
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -138.522,61 -73.139,40
davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen EUR 17.218,28 (Vorjahr EUR 46.698,46)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -396.310,23 -311.519,97
10. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss 293.604,49 1.014.130,18
11. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.445.645,09 431.514,91
12. Ausschüttung an den Genussrechtsinhaber -224.422,93 0,00
13. Gewinnvortrag 1.221.222,16 431.514,91
14. Bilanzgewinn 1.514.826,65 1.445.645,09

Anhang für das Geschäftsjahr 2019/2020

I. Wesentliche Bewertungsgrundlagen

Die pitstop.de GmbH hat ihren Jahresabschluss unter Beachtung der für große, nicht kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften aufgestellt. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren.

Die pitstop.de GmbH hat ihren Sitz in Essen und wird beim Amtsgericht Essen unter HRB 24698 geführt.

Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Oktober eines Jahres bis zum 30. September des Folgejahres.

Die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Abschlusses für das Geschäftsjahr zum 30. September 2020 entsprechen den handelsrechtlichen Vorschriften:

Die Bewertung erfolgt unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Die Gegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, bilanziert.

 

Die (linearen) Abschreibungen orientieren sich - soweit handelsrechtlich zulässig - an den steuerlichen Vorgaben zu Nutzungsdauern. Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu EUR 1.000,00 (geringwertige Wirtschaftsgüter) werden entsprechend der steuerlichen Regelung nach § 6 Absatz 2a EStG in zwei Gruppen unterteilt. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 250,00 werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten über EUR 250,00 bis zu EUR 1.000,00 werden in einen Sammelposten eingestellt. Der Sammelposten wird im Jahr der Anschaffung sowie in den vier weiteren Jahren zu je einem Fünftel aufgelöst. Die Auflösung des Sammelpostens erfolgt unabhängig von der tatsächlichen Nutzungsdauer sowie von Abgängen innerhalb der fünf Jahre.

Folgende Nutzungsdauern werden unterstellt:

- Software 5 Jahre
- Bauten auf fremden Grundstücken Laufzeit des Mietvertrages zzgl. Verlängerungsoption
- Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 14 Jahre
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15 Jahre

Für den Werkzeugbestand ist gemäß § 240 Abs. 3 HGB ein Festwert angesetzt worden.

Die Bewertung der Waren baut auf dem Mengengerüst des neuen Warenwirtschaftssystems auf. Die Bewertung erfolgt auf Basis der Anschaffungskosten. Im Zuge der Umstellung auf die neue Warenwirtschaft sind alle Artikel überprüft und notwendige Einzelabwertungen für Lageralt- und Schrottartikel vorgenommen worden. Weitere Teilwertabschreibungen wurden zum 30. September 2020 (Vorjahr 4 %) nicht vorgenommen.

Die Forderungen sind zum Nominalbetrag abzüglich Einzelwertberichtigungen bewertet. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge in Form von pauschalen Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten angesetzt. Wertberichtigungen sind, soweit erforderlich, gebildet worden.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurde für verschiedene Ausgaben vor dem Abschlussstichtag gebildet, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Steuerlatenzen sind im Jahresabschluss nicht berücksichtigt worden. Es bestehen aktive latente Steuern, die auf steuerlichen Verlustvorträgen sowie temporären Differenzen zwischen der Handels- und Steuerbilanz - insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Wertansätze bei den Rückstellungen für Drohverluste und Rückbauverpflichtungen - beruhen. Für die Berechnung der aktiven latenten Steuern wird ein Körperschaftsteuersatz in Höhe von 15,83 % und ein Gewerbesteuersatz in Höhe von 15,40 % zugrunde gelegt. Von dem Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde kein Gebrauch gemacht.

Rückstellungen werden auf der Grundlage von Verträgen, unternehmensinternen Aufzeichnungen oder Berechnungen sowie Schätzungen nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in der Höhe gebildet, in der mit einer zukünftigen wirtschaftlichen Belastung der Gesellschaft gerechnet werden muss (notwendiger Erfüllungsbetrag). Rückstellungen für Mietunterdeckungen mit einer Restlaufzeit von mehl' als einem Jahr werden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre entsprechend § 252 Abs. 3 Satz 1 HGB abgezinst.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten wurde für Einnahmen vor dem Abschlussstichtag gebildet, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die erstatteten Sozialversicherungsbeiträge für das Kurzarbeitergeld sind als Aufwandzuschüsse mit dem betreffenden Personalaufwand verrechnet worden.

II. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

1. Bilanz

a) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2019/2020 ist im Anlagenspiegel, auf der letzten Seite dieses Anhangs, dargestellt.

b) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Darlehensforderungen in Höhe von 1.281 TEUR (Vorjahr 1.256 TEUR) sowie Forderungen aus geleisteten Kautionen in Höhe von 51 TEUR (Vorjahr 52 TEUR) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Die Restlaufzeiten der übrigen in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen liegen unter einem Jahr.

c) Genussrechtskapital

Die Gesellschaft hat Genussrechte ausgegeben, die von der Immobilien-Treuhand Schifferstraße GmbH (ehemals: Pit-Stop Systempartner GmbH) gezeichnet wurden. Der Nominalbetrag des Genussrechts im Zeitpunkt der Ausgabe betrug EUR 10.000.000,00. Nach den Genussrechtsbedingungen erfolgt eine vorrangige Verlustbeteiligung des Genussrechts am Jahresfehlbetrag (vor Stammkapital und sonstigem Eigenkapital). Dem Genussrechtsinhaber wurde das Recht eingeräumt, das Genussrecht bis zum ursprünglichen Nominalbetrag wieder aufzufüllen, soweit dieses wegen der Verlustbeteiligung verringert ist; von diesem Recht hat der Genussrechtsinhaber keinen Gebrauch gemacht.

Das Genussrecht erfüllt die Kriterien für einen Ausweis als handelsrechtliches Eigenkapital.

d) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Personalrückstellungen (1.242 TEUR, Vorjahr 977 TEUR) sowie Rückstellungen für Mietunterdeckungen (275 TEUR, Vorjahr 415 TEUR) und Rückbauverpflichtungen (364 TEUR; Vorjahr 348 TEUR).

e) Verbindlichkeiten

Über die Fälligkeiten der Verbindlichkeiten gibt die nachstehende Tabelle Auskunft:

davon mit einer Restlaufzeit von davon mit einer Restlaufzeit von davon mit einer Restlaufzeit von
Gesamtbetrag 30.09.2020 (30.09.2019) bis zu einem Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.600.000,00 1.600.000,00 6.000.000,00 0,00
(0,00) (0,00) (0,00) (0,00)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 462.932,41 462.932,41 0,00 0,00
(424.178,40) (424.178,40) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.554.395,35 7.554.395,35 0,00 0,00
(8.430.316,75) (8.430.316,75) (0,00) (0,00)
Sonstige Verbindlichkeiten 1.950.108,48 1.062.631,18 0,00 887.477,30
(2.271.149,96) (1.034.432,26) (0,00) (1.236.717,70)
Gesamt 17.567.436,24 9.079.958,94 0,00 887.477,30
(11.125.645,11) (9.888.927,41) (0,00) (1.236.717,70)

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten eine Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 887 TEUR (Vorjahr 1.236 TEUR) mit einer Laufzeit von mehr als 5 Jahren.

2. Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse wurden im Inland sowie in geringem Maße mit im Ausland ansässigen Unternehmen und Personen erzielt. Wesentlich sind die Umsatzerlöse mit Reifen sowie Brems- und Fahrwerkstechnik. Zunehmende Bedeutung erlangt der Absatz von Ersatzteilen und Dienstleistungen mittels Internet.

Die Entwicklung einzelner Produktgruppen unterliegt saisonalen Schwankungen, in den typischen Reifenwechselzeiten Frühjahr und Herbst werden absolut betrachtet die höchsten Umsätze erzielt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 verzeichnen Umsätze mit Reifen entgegen dem Markttrend einen leichten Bedeutungszuwachs, ebenso konnten mehr Inspektionsteile verkauft werden als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Andere Produktgruppen konnten die Vorjahreswerte nicht immer vollständig erreichen, sodass insgesamt ein leichter Umsatzrückgang von 1,6 % zu verzeichnen ist.

III. Sonstige Angaben

a) Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB

Am Abschlussstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften in Höhe von 61 TEUR (Vorjahr 42 TEUR) sowie aus der Haftung für fremde Verbindlichkeiten in Höhe von 11 TEUR (Vorjahr 11 TEUR).

Die Gesellschaft geht Haftungsverhältnisse nur nach Abwägung aller Risiken und nur in Zusammenhang mit der eigenen Geschäftstätigkeit ein. Bis zum Aufstellungszeitpunkt lagen der Gesellschaft keine Erkenntnisse über Haftungsinanspruchnahmen vor. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen wird als nicht wahrscheinlich eingeschätzt.

b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus Miet- und Pachtverträgen resultieren Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 76.938 TEUR (Vorjahr 73.830 TEUR).

Aus der Übernahme der GLOBUS-Reifencenter hat sich die pitstop.de GmbH zur Zahlung eines umsatzbezogenen Zusatzkaufpreises verpflichtet. Bemessungsgrundlage ist der in Zeitraum vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 erzielte Umsatz der Filialen. Soweit der Umsatz einen vertraglich fixierten Umsatz in niedriger zweistelliger Millionenhöhe übersteigt, ist die pitstop.de GmbH zur Zahlung eines einmaligen Zusatzkaufpreises für den übersteigenden Betrag verpflichtet. Der Anfall des Zusatzkaufpreises kann zum derzeitigen Zeitpunkt nicht eingeschätzt werden. Bei Anfall wird mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag gerechnet.

c) Geschäftsführung

Die Gesellschaft hat einen Geschäftsführer:

Stefan Kulas, Rechtsanwalt und Steuerberater, ist einzelvertretungsberechtigter Geschäftsführer.

Von der Befreiung gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird Gebrauch gemacht.

d) Honorare des Abschlussprüfers

Das Abschlussprüferhonorar betrug im Geschäftsjahr 2019/2020 EUR 27.775,00. Steuerberatungsleistungen fielen in Höhe von EUR 13.957,25 an. Sonstige Leistungen betrugen EUR 1.066,50.

e) Anzahl der Arbeitnehmer

Zum 30. September 2020 wurden im Durchschnitt 1.233 Arbeitnehmer (1.222 Vollzeitkräfte und 11 Teilzeitkräfte) beschäftigt.

f) Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, dass Ergebnis des Geschäftsjahres 2019/2020 auf neue Rechnung vorzutragen.

g) Nachtragsbericht

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag über die in einem Nachtragsbericht zu berichten wäre, haben sich nicht ereignet.

Wir verweisen darauf, dass die Auswirkungen des Coronavirus COVID-19 auf unser Geschäft derzeit noch nicht zuverlässig quantifiziert werden können. Siehe auch die Erläuterungen im Lagebericht, Kapitel 3.1.1 und 4.

 

Essen, den 20. Dezember 2020

Stefan Kulas

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Wert 01.10.2019 Zugänge Abgänge Umbuchungen Wert 30.09.2020
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Nutzungs- und Mietrechte 493.156,34 0,00 327,75 0,00 492.828,59
2. Entgeltliche erworbene Software 632.177,88 723.748,57 11,44 1.009.376,98 2.365.291,99
3. Geleistete Anzahlungen 1.009.376,98 0,00 0,00 -1.009.376,98 0,00
2.134.711,20 723.748,57 339,19 0,00 2.858.120,58
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.981.862,93 141.648,92 4.546,54 0,00 3.118.965,31
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.715.698,27 1.582.600,22 84.021,53 0,00 8.214.276,96
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.774.099,36 1.207.201,59 43.979,64 0,00 5.937.321,31
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 982,24 0,00 0,00 982,24
14.471.660,56 2.932.432,97 132.547,71 0,00 17.271.545,82
III. Finanzanlagen 2.500,00 0,00 0,00 0,00 2.500,00
16.608.871,76 3.656.181,54 132.886,90 0,00 20.132.166,40
Abschreibungen Bilanzwerte
Wert 01.10.2019 Zugänge Abgänge Wert 30.09.2020 30.09.2020 30.09.2019
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Nutzungs- und Mietrechte 211.498,34 49.101,00 327,75 260.271,59 232.557,00 281.658,00
2. Entgeltliche erworbene Software 625.044,88 80.175,55 11,44 705.208,99 1.660.083,00 7.133,00
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.009.376,98
836.543,22 129.276,55 339,19 965.480,58 1.892.640,00 1.298.167,98
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.860.106,93 281.151,92 1.328,54 2.139.930,31 979.035,00 1.121.756,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.179.993,09 829.302,22 41.120,35 2.968.174,96 5.246.102,00 4.535.705,18
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.709.532,36 486.417,59 32.271,64 3.163.678,31 2.773.643,00 2.064.567,00
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 982,24 0,00
6.749.632,38 1.596.871,73 74.720,53 8.271.783,58 8.999.762,24 7.722.028,18
III. Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 2.500,00 2.500,00
7.586.175,60 1.726.148,28 75.059,72 9.237.264,16 10.894.902,24 9.022.696,16

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die pitstop.de GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der pitstop.de GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der pitstop.de GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensfortführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Duisburg, den 21. Dezember 2020

PKF Fasselt Partnerschaft mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Rechtsanwälte

Müller-Kemler, Wirtschaftsprüfer

Blaskiewicz, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 30. September 2020 ist der Gesellschafterversammlung vom 3. März 2021 festgestellt worden.

Protokoll der Gesellschafterversammlung der pitstop.de GmbH, Essen

Die Kulas Holding GmbH & Co. KG ist die alleinigen Gesellschafterin der pitstop.de GmbH, Essen. Unter Verzicht auf alle Form- und Fristerfordernisse traten die Gesellschafter zu einer Gesellschafterversammlung zusammen und haben Folgendes beschlossen:

1.

Der Jahresabschluss zum 30. September 2020 mit einer Bilanzsumme von EUR 26.314.189,96 und einem Jahresüberschuß von EUR 293.604,49 wird festgestellt.

2.

Von dem Jahresüberschuss werden

a)

EUR 202.808,13 an den Genussrechtsinhaber Immobilien-Treuhand Schifferstrasse GmbH gemäß § 2 der Genussrechtsvereinbarung vom 30.09.2013 EUR am 29.06.2021 als Vergütung ausgezahlt,

b)

EUR 90.796,36 auf neue Rechnung vorgetragen.

3.

Dem Geschäftsführer Herrn Stefan Kulas wird Entlastung erteilt.

4.

Zum Prüfer des Jahresabschlusses 2021 wird die PKF FASSELT SCHLAGE Partnerschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Rechtsanwälte, Duisburg, gewählt.

 

Essen, den 03.03.2021

Kulas Holding GmbH & Co. KG,

diese vertreten durch die Kulas Verwaltung GmbH,

diese vertreten durch Herrn Stefan Kulas

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