dormakaba EAD GmbHLiquidiert

Dorma Platz 1, 58256 Ennepetal, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRB 718253
Vorher
Kaba Mauer GmbH
Eingetragen
14.12.2004
Branche
BeteiligungsgesellschaftenHerstellung von Schlössern und Beschlägen aus unedlen MetallenHerstellung von Ausbauelementen aus Metall
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Die Entwicklung, die Herstellung, der Vertrieb und Handel von und mit Produkten und Systemen für Sicherheits-, Automations- und Betriebsorganisationsanwendungen, sowie alle damit zusammenhängenden Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Markus Seeland
seit 30.8.2022
Prokura
Rafael Casajús
seit 12.7.2022
Geschäftsführer
Oliver Squar
seit 9.6.2022
Geschäftsführer
Patrik Eigenmann
seit 7.6.2022
Prokura
Bastian Möller
seit 7.6.2022
Prokura
Georg Schreiber
seit 20.10.2021
Prokura
Marc Moosmann
seit 13.6.2018
Prokura
Bernd Lieding
seit 13.6.2018
Geschäftsführer
Ralf Laufer
seit 13.6.2018
Prokura
Prokura
Rainer Cyrus
seit 13.6.2018
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

dormakaba EAD GmbH

Villingen-Schwenningen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2020 bis zum 30.06.2021

Lagebericht

I. Grundlagen der Gesellschaft

1. Organisation

Die dormakaba EAD GmbH fasst alle Aktivitäten des Segments AS EMEA (Access Systems Europe, Middle East and Africa) in Deutschland in eine juristische Einheit zusammen und besteht aus folgenden internen Berichtseinheiten:

A. KBS (Bereich EAD) mit Standorten in Villingen-Schwenningen, Rutesheim und Bonn.

Geschäftszweck der KBS ist die Entwicklung und Herstellung von Geräten und Lösungen zur Zeit- und Betriebsdatenerfassung, Zutrittskontrolle sowie deren Integration in die marktführenden ERP Systeme.

Bonn und Rutesheim sind reine Entwicklungsstandorte, während in Villingen-Schwenningen neben Entwicklung auch Supply Chain, Produktion, Vertriebsunterstützung und Verwaltung beheimatet sind.

B. KMH (Bereich SAL) mit Standorten in Velbert und Bad Berka

Die KMH entwickelt, produziert und vertreibt mechanische und elektronische Sicherheitsschlösser sowie andere Lösungen und Zubehör für den Tresorbau und die Bankeneinrichtungsindustrie sowie Hochsicherheitstürschlösser. Weiterhin fungiert sie als Vertriebsorganisation und Service-Hub im EMEA-Raum für die in den Schwesterunternehmen in den USA und der Schweiz hergestellten Safelock-Produkte.

Die 100%ige Tochterunternehmung Mauer Thüringen GmbH in Bad Berka arbeitet als verlängerte Werkbank voll integriert mit Schwerpunkt auf Erstellung von Teilen und Baugruppen, aber auch von Fertigprodukten.

Dem "operating model" der dormakaba Gruppe folgend ist der Bereich Produktentwicklung operativ und führungstechnisch in den segmentweit organisierten Funktionsbereich "Product Development" eingegliedert, während der Bereich Fertigung, Logistik und Materialwirtschaft in gleicher Weise dem ebenfalls Segmentweit aufgestelltem Bereich "Operations" zugeordnet ist. Product Management und Business Development sind in der Einheit "GBO" (Global Business Owner) zusammengefasst.

2. Ziele und Strategien

dormakaba verfolgt auf Konzernebene im Bereich AS (Access Systems) die Strategie der Innovationsführerschaft. Entsprechend umfangreich sind die R&D Aktivitäten innerhalb des Segments AS EMEA und somit auch bei der dormakaba EAD GmbH.

3. Steuerungssystem (bzw. wertorientierte Unternehmenssteuerung)

Unsere zentralen, steuerungsrelevanten Kennzahlen sind insbesondere der Umsatz und das EBIT. Daneben nutzen wir die Gross Margin,das EBITDA und NWC (net working capital). Die monatliche Konzernberichterstattung folgt dem Umsatzkostenverfahren nach SWISS FER. Die laufende Geschäftsentwicklung wird auf Geschäftsleitungssitzungen analysiert, die in der Regel monatlich stattfinden. Auf Ebene der Segmente findet monatlich ein sogenanntes "monthly performance review" (mpr) statt, in welchem die wirtschaftliche Entwicklung im Detail analysiert und bewertet wird. Die Berichterstattung erfolgt monatlich in Konzerneinheitlicher Form unter Nutzung des HFM (Hyperion Financial Management) Systems. Methodisch verwenden wir hierfür das Umsatzkostenverfahren. Im Geschäftsjahr wurde die Konzernberichterstattung ergänzt um einen jeweils auf 12 Monate voraus ausgelegten rolling-forecast, der monatlich aktualisiert wird und die jeweils aktuellen Geschäftsentwicklungen berücksichtigt.

4. Technologie und Innovation (bzw. Forschung und Entwicklung)

Der Einsatz von "SAFe ®" (Scaled Agile Framework - Essential) als Modell für die agile Organisation der Produktentwicklung ist inzwischen vollständig etabliert mit sehr positiven Ergebnissen hinsichtlich der Einhaltung von Projektergebnissen (Zeit, Umfang und Kosten). Das Safe Modell entwickelt sich selbst aber auch weiter und bezieht zukünftig neben der reinen Entwicklung auch umgebende Bereiche wie Produktion, Service und Marktgesellschaft verstärkt mit ein.

Die strukturelle Organisation innerhalb PD und GBO wurde nicht geändert und orientiert sich nach wie vor an den Hauptproduktgruppen: Terminals, MATRIX PRO/ONE, EACM, B-COMM, Controller & Reader sowie Safelocks.

Im Cluster Terminals lag ein Schwerpunkt in der Fertigstellung einer großen OEM Anwendung sowie der Implementierung einer Dual-Stack Lösung IP v4 und IP v6. Die Sicherheit der Lösungen gegenüber neusten Angriffsmethoden wird mittels Security Analysis und externen Penetration Tests regelmäßig überprüft.

MATRIX wurde so weiterentwickelt, dass es Mulit-Mandantenfähig ist und somit auch als hoch skalierbare Cloud Lösung im MATRIX PRO Umfeld angeboten werden kann.

In MATRIX ONE wurde die leichte Installation und Konfiguration für den indirekten Vertrieb über Distributoren weiterentwickelt.

EACM, unser System für SAP-integrierte Zutrittskontrolle und Zeiterfassung wird mittelfristig B-COMM ERP ablösen und der Bereich Solution Engineering unterstützt aktiv die Migrationskampagnen.

Im Zukunftsprojekt Porthos arbeiten wir in mehreren Teilprojekten mit dem Ziel, eine einheitliche, cloudbasierte Plattform für alle heutigen Applikationen zu schaffen. Dieses Projekt ist auf mehrere Jahre ausgelegt. Mit der technischen Vorbereitung der Komponenten für die Nutzung in einem IoT (Internet oft hings) Umfeld haben wir die Grundvoraussetzungen geschaffen. Aktuell sind die ersten Funktionsmodule in Umsetzung für Anwendungen, die als Hybrid-Installationen parallel mit heutigen Lösungen betrieben werden können.

Die im Cluster C&R (Controller und Reader) erstellte neue Controller Generation wird derzeit im Feld eingeführt bringt den Kunden mehr Funktionalität, Performance und Sicherheit und kann sowohl in klassischen On-Premise oder zukünftigen Cloud Lösungen eingesetzt werden.

Der Bereich Mobile Access überzeugt durch innovative Lösungen, wie das sogenannte Tap Go Verfahren um Türen, Gates oder Schleusen zu öffnen, ohne die App explizit starten zu müssen.

Ein grosses Augenmerk lag auf der Entwicklung von System Lösungen, die die verschiedenen Produkt Cluster der dormakaba miteinander verbinden wie zum Beispiel Electronic Access mit Fluchtwegs Steuerung, Door Hardware und Entrance Systems.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das gesamte Geschäftsjahr 2019/20 stand im Zeichen der weltweiten Corona Pandemie. Durch umfangreiche innerbetriebliche Schutzmaßnahmen konnten wir den Geschäftsbetrieb das gesamte Jahr über ohne Ausfälle aufrechterhalten.

Ein Großteil der Belegschaft, hauptsächlich im Bereich Produktentwicklung, Produktmanagement und unterstützender Logistikabteilungen hat weitgehend im Homeoffice gearbeitet. Die Produktion wurde hingegen durchgehend vor Ort unter Schaffung geeigneter Schutzmaßnahmen weitergeführt. Auftragsrückgänge zu Beginn des Geschäftsjahres wurden am Standort Schwenningen mit Schließtagen kompensiert, am Standort Velbert in geringem Umfang mit Kurzarbeit. Dabei ist es gelungen, stets sehr kurzfristig auf die aktuelle Lage zu reagieren.

Entgegen unserer Befürchtung zu Beginn des Geschäftsjahres wegen der Corona Pandemie verlief die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Branche unter den gegebenen Umständen gut. Der Gesamtumsatz konnte gegenüber Vorjahr sogar gesteigert werden, und zwar um 6,3%. Die regionale Entwicklung war allerdings unterschiedlich. Vor allem in der Vertriebsregion South (Spanien, Portugal, Italien und Frankreich) waren die Umsätze rückläufig während in UK Benelux, DACH und Asia/Pacific Zuwächse erreicht wurden.

Insgesamt war die regionale Umsatzverteilung ähnlich wie im Vorjahr, die Region DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz) mit Schwerpunkt Deutschland bildete auch im Berichtsjahr den mit Abstand stärksten Absatzmarkt.

2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Wir sehen für unser Geschäft folgende globale Wachstumstreiber:

Urbanisierung.

Steigender Wohlstand.

Demografischer Wandel.

Sicherheitsbedürfnis (Gebäude, Anlagen sowie Wert- und Geldbestände, insbesondere auch IT security).

Technologische Entwicklung, wie z.B. die zunehmende Digitalisierung.

Zusätzlich ist durch die COVID-19 Pandemie ein zunehmender Bedarf an berührungslosen Lese- und Zugangssystemen entstanden.

Digitalisierung kann aber durch Änderungen von Geschäftsmodelle oder Nutzungsgewohnheiten von Kundengruppen auch zum Wachstumshemmnis werden.

Die Corona-Pandemie könnte hier einen weiteren Schub in Richtung der bargeldlosen Bezahlprozesse liefern, da die von Verkäuferseite gewünschte kontaktlose Zahlung zu einer Veränderung der Zahlungsgewohnheiten bei vielen Menschen geführt hat.

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Reise- und Kontaktreduzierungen haben vor allem im ersten Teil des Geschäftsjahres fortgesetzt zu Projektunterbrechungen oder -verschiebungen geführt. Daraus resultierten in dem Bereich der Projektschlösser im ersten Halbjahr weiterhin reduzierte Umsätze. Diese konnten durch die Übernahme der Umsätze eines französischen Kunden teilweise ausgeglichen werden. Dadurch konnte dieser Produktbereich sich insgesamt noch leicht positiv gegenüber dem Vorjahr entwickeln.

Im Geschäftsfeld EAD befinden wir uns grundsätzlich nach wie vor in einem attraktiven Marktumfeld. Die Notwendigkeit, Transparenz in der Erstellung der Wertschöpfung zu gewährleisten, besteht weiterhin und ist ein wesentlicher Treiber für Investitionen in betriebliche Abläufe, wie sie z.B. mit Lösungen zur Betriebsdatenerfassung optimiert werden können. Ein weiteres Wachstumsfeld im EAD Bereich stellt der Trend zu smarten Zutrittslösungen dar.

3. Marktstellung dormakaba, Markt und Wettbewerbssituation

Der bereits seit längerem zu beobachtende Trend einer Verschiebung der Nachfrage hin zu Gesamtlösungen hat sich im Berichtsjahr weiter fortgesetzt. Das Angebot von SaaS Lösungen (Software as a Service) und Cloud basierenden Anwendungen steigt stetig. Damit verbunden entstehen neue Geschäftsmodelle, die wir durch entsprechende Entwicklungsprojekte aktiv adressieren. Die einheitliche Dachmarke "dormakaba" steigert den weltweiten Bekanntheitsgrad und die wirtschaftliche Stabilität ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für Industriekunden, die auf eine langjährige Zusammenarbeit setzen.

Im Bereich der SAL hat sich der Wettbewerb weiter konsolidiert, in dem ein lokaler Anbieter die Zusammenarbeit mit einem Wettbewerber angekündigt hat und damit ein Wettbewerber als aktiver Marktteilnehmer aus dem Markt ausscheidet. Das bedeutet einen reduzierten Wettbewerb und dadurch verbesserte Chancen insbesondere auch im mechanischen Produktbereich.

4. Vertrieb

Der Vertrieb erfolgt im Bereich des Geschäftsfeldes EAD ausschließlich über die Konzern-Vertriebsgesellschaften in den einzelnen Ländern. Ausnahme ist hier die strategische Partnerschaft mit einem direkt belieferten Kunden, sowie Direktlieferungen im Rahmen des sogenannten Agenturmodells nach Ägypten.

Im Bereich SAL wurden Vertrieb und Service für das Vertriebsgebiet EMEA von den dezentralen Verkaufsorganisationen (RMOs) auf eine zentrale werksangebundene Verkaufsorganisation übertragen, um innerhalb dieses Nischenmarktes eine konzentrierte Kundenbetreuung und-versorgung sicherstellen zu können und die Service- und Beratungsqualität zu steigern. Die Umstellung fand in mehreren Stufen statt.

Der Vertrieb über die RMOs erfolgt für DACH und EMEA nunmehr lediglich noch im Markt CH, sowie GB und in einigen Märkten außerhalb der Region DACH und EMEA.

Die Organisationseinheit BIZ, die die direkte Betreuung Anfang des Geschäftsjahres übernommen hat, wurde im Laufe des Geschäftsjahres weiter aufgebaut und gestärkt.

5. Produktion und Logistik

Um unterschiedliche Anforderungen, wie hohe Varianz durch konfigurierbare Geräte, schwankende Auftragseingänge, kurze Lieferzeiten, niedrige Lagerbestände, kurzer Auftragshorizont und Qualitätsansprüche auf hohem Niveau ausbalancieren zu können, ist die Fertigung in VS-Schwenningen unterteilt in Basisproduktion und Endmontage inkl. Test. In der Basisfertigung werden anonym Komponenten gefertigt und auf Lager gelegt, sodass bei Eingang des Kundenauftrags dieser unter Verwendung der vorgefertigten Komponenten schnell assembliert, getestet und versendet werden kann. Um die Vielzahl der möglichen Gerätekonfigurationen handhaben zu können, setzen wir konsequent den SAP Konfigurator ein.

Im Rahmen eines Konzernprojektes wurde die Basisfertigung, also im Wesentlichen die SMD Bestückung von Leiterplatten inkl. der dazugehörigen Tests für ganz Europa in Ennepetal zusammengeführt. Ziel ist es, durch Konzentration an einem Standort die ansonsten an mehreren Stellen erforderlichen Investitionen in Maschinen und Ausrüstung auf den neuesten technologischen Stand zu bringen, optimal auszulasten und Synergien aus der Bündelung zu schöpfen. Der Transfer von Schwenningen nach Ennepetal erfolgt in mehreren Wellen und wird Ende des Kalenderjahres 2021 abgeschlossen sein. Im Gegenzug werden mehrere, heute teilweise noch von außerhalb des Konzerns zugekaufte Produkte zukünftig in Schwenningen gefertigt.

Im Bereich SAL wurde das Hauptaugenmerk auf die Steigerung der Liefertermintreue und der Erzielung einer weiterhin sehr guten Qualität gelegt. Dazu wurde Verbesserungsprojekte gestartet und erfolgreich umgesetzt.

Die Niederlassung Bad Berka stellt neben einigen Endprodukten weiterhin alle eigengefertigten Vorkomponenten inkl. der montagefertigen Schlüsselsätze für die Endmontage der Safelocks her.

Die Produktion der Safe- und Hochsicherheitsschlösser zeichnet sich weiterhin durch ihren Variantenreichtum, oft kleine und schwankende Bedarfsmengen, hohe Qualitätsansprüche und verkürzte Lieferzeitanforderungen der Kunden aus. In diesem Bereich werden Teile und Baugruppen vorgefertigt, um dann in einem zweiten Schritt im Endmontage- und Prüfungsprozess jeweils mit Bezug zum Kundenauftrag fertiggestellt zu werden (BTO).

6. Umsatz und Ertragslage

Insgesamt betrugen die Umsatzerlöse im Berichtsjahr TEUR 65.098,3 gegenüber TEUR 61.256,4 im Vorjahr. Entgegen den Erwartungen entwickelte sich die Nachfrage im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz der Corona Pandemie positiv. Somit konnte eine Steigerung der Umsatzerlöse von 6,3% gegenüber Vorjahr erzielt werden (vgl. GuV) und die Prognose aus dem Vorjahr von leicht sinkenden Umsatzerlösen übertroffen werden.

Im Geschäftsfeld EAD stiegen die Umsätze gegenüber Vorjahr um 4,8%. Zuwächse wurden hauptsächlich in der Vertriebsregion UK / Benelux, China und USA erzielt, während das Geschäft in der Region South (Fr, PT, ES, IT) Corona bedingt unter Vorjahr lag. Enthalten ist der Umsatz aus einem mehrjährigen Entwicklungsprojekt in Höhe von TEUR 1.1693.

Im Produktbereich SAL stiegen die Umsätze um 10,6% gegenüber Vorjahr. Mit dem Projekt "Welcome back" wurde die zuvor durch die jeweiligen Vertriebsgesellschaften ausgeübte Marktverantwortung weitgehend in Velbert gebündelt. Grund hierfür ist die Besonderheit des Geschäftsfelds mit Hochsicherheitsschlössern, z.B. für Haftanstalten. Das hierfür erforderliche Spezialwissen war in den Ländergesellschaften nicht überall ausreichend vorhanden. Diese Umstrukturierung führte zu einer Verschiebung von Intercompany Umsätzen hin zu Drittgesellschaften.

Im Berichtsjahr wurde für die bereits erwähnte Verlagerung der Basisproduktion von Schwenningen nach Ennepetal und des damit einhergehenden Stellenabbaus eine Restrukturierungsrückstellung in Höhe von TEUR 1.375 gebildet, die den Personalaufwand entsprechend erhöht hat. Neben den Anpassungen der Löhne und Gehälter sind darüber hinaus gegenüber Vorjahr zusätzliche Personalkosten angefallen für die Folgewirkungen aus dem Umstieg in die Tarifbindung sowie für den Aufbau von Urlaubs- und Gleitzeitsalden im Bereich der Entwicklung.

Die in den Vorjahren ausgeübte sogenannte Hub Funktion für das Segment AS EMEA, d.h. die Zusammenführung und Weiterverrechnung von Kosten wie Group IT, Segment IT, Marketing und Management fee für das gesamte Segment, wurde Konzernseitig anders organisiert und entfällt damit seit Beginn des Berichtsjahres für die dormakaba EAD GmbH, Betriebsteil DE0004. Damit reduzieren sich sowohl sonstige betriebliche Erträge als auch sonstige betriebliche Aufwendungen um rund 37 Mio EUR, bzw. 35 Mio. EUR. Beide Posten zeigen nun die rein operativen Kosten.

Der Personalaufwand reduzierte sich gegenüber Vorjahr um rd. 15%. Grund ist einerseits die im Vorjahr eingebuchte Restrukturierungsrückstellung für den Transfer der Basisfertigung i.H.v. 1,4 Mio EURund andererseits eine veränderte Abrechnung der IT Kosten, die zu rd. 2,1 Mio. niedrigeren Personalkosten führt. Der größte Teil hieraus ist nun via Intercompany Leistungsverrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Das EBIT wurde gegenüber Vorjahr handelsrechtlich unter Einbeziehung des oben erwähnten Entwicklungsprojektes um 27% gesteigert. Damit wurde die Vorjahresprognose eines leichten Rückgangs des EBIT übertroffen.

Das Ergebnis vor Gewinnabführung verbesserte sich um rd. 2,1 Mio. EUR (+46%). Hauptgrund ist neben Volumeneffekten und Kosteneinsparungen die oben erwähnte, im Vorjahr eingebuchte Restrukturierungsrückstellung über rd. 1,4 Mio. EUR.

7. Finanzlage und Vermögenslage

Finanziert wird die Gesellschaft aus eigener "free cash flow" Generierung sowie innerhalb des dormakaba Konzerns. Auf Stufe Konzern werden Liquiditätsüberschüsse und -bedarfe über einen cash pool täglich gesammelt bzw. gedeckt. Bankkredite werden nicht in Anspruch genommen.

Investiert wurde im Berichtsjahr neben der Arbeitsplatzausstattung hauptsächlich in Maschinen (SAL) aber auch in Test- und Analyseequipment sowie in die Modernisierung und Aktualisierung der vorhandenen IT Infrastruktur.

Die Summe der Aktiva wurde von 35,3 Mio EUR auf TEUR 34,0 Mio. EUR reduziert (vergl. Bilanz). Hauptgrund sind die durch die Umsatzrealisierung eines Entwicklungsprojektes abgebauten unfertigen Erzeugnisse. Gegenläufig stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als Folge der höheren Umsätze an. Ebenfalls erhöht sind die Lagervorräte, um mögliche Ausfälle in der Lieferkette auffangen zu können und unsere eigene Lieferfähigkeit sicherzustellen.

Die Rückstellungen betrugen zum 30. Juni 2021 TEUR 17,3 Mio. EUR (vergl. Bilanz) und reduzierten sich gegenüber dem Stichtag 2020 um rd. 0,9 Mio. EUR. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der bereits erwähnten Restrukturierungsrückstellung. Gegenläufig waren um 0,4 Mio. EUR höhere Pensionsrückstellungen.

8. Mitarbeiter

Im Jahresdurchschnitt waren 261 (Vorjahr: 270) Mitarbeiter beschäftigt. Zusätzlich wurden 8 (Vorjahr: 8) Auszubildende beschäftigt.

III. Chancen- und Risikobericht

1. Internes Kontrollsystem

Für die Hauptprozesse:

Purchase - order to cash

Sales - order to cash

Fixed assets

Payroll

Inventory

bestehen separate Prozessbeschreibungen unter IKS-Aspekten. Diese werden im Rahmen des Jahresabschlusses regelmäßig auf Wirksamkeit hin geprüft.

2. Risikomanagementsystem und Risiken

Die wesentlichen Risiken werden in einer "risk analysis matrix" erfasst und bewertet. Entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Verringerung bestimmter Risiken werden innerhalb der Geschäftsleitung diskutiert und beschlossen. Spezifische Hauptrisiken sind:

Ausfall wichtiger IT Systeme, aufgrund technischer Probleme oder Sabotage.

Risiken aus Entwicklungs- oder Produktionsfehlern, die zu Fehlfunktionen der Geräte führen können.

Dadurch, dass Fakturen i.d.R. in der Lokalwährung des Empfängers gestellt werden, ergibt sich ein grundsätzliches Währungsrisiko.

Am Beschaffungsmarkt sehen wir teilweise drastische Preissteigerungen für unterschiedliche Materialien und Engpässe in der Verfügbarkeit wichtiger elektronischer Bauteile.

Hinsichtlich Corona gehen wir davon aus, dass im Wirtschaftsjahr 2021/22 aufgrund der voranschreitenden Immunisierung keine wesentlichen Einschränkungen am Absatzmarkt mehr zu erwarten sind.

Im Juni 2021 erfolgte die Überprüfung und erfolgreiche Zertifizierung nach

ISO 9001:2015 - Qualitätsmanagement

ISO 14001:2015 - Umweltmanagement

ISO 45001:2018 - Arbeitsschutzmanagement

Im Berichtsjahr wurden die vorhandenen Notfallpläne ("Emergency Action Plan" und "Business Continuity Plan") überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.

Chancen

Weiter anhaltendes bzw. noch steigendes Bewusstsein für Datenschutz, Datensicherheit und Datenintegrität.

Durch Corona verstärkte Nachfrage nach berührungslosen Authentifizierungssystemen.

Bessere regionale Durchdringung des Marktes durch verbreiterte Präsenz als Folge der Fusion von Dorma und Kaba, insbesondere in den Bereichen Asien und Südamerika.

Bei Investitionsentscheidungen in Organisationsabläufe und Sicherheitskonzepte ist für unsere Kunden die wirtschaftliche Stabilität oft ein wichtiger Faktor.

Durch hohe Investitionen in die Entwicklung neuer Software (Porthos EACM, Jay-cloud) werden neue Geschäftsmodelle entwickelt, welche das künftige Wachstum unterstützen werden.

Auf- und Ausbau des ertragreichen Lösungsgeschäfts

Im Bereich SAL sehen wir die Möglichkeit, durch die weitere Intensivierung der Kundenbearbeitung aus der gestärkten Einheit BIZ (Geschäftsentwicklung) für die Direktkunden eine weitere Steigerung der Umsätze gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr zu erreichen.

Weiterhin erwarten wir von der Einführung der neu entwickelten 700er Serie, einer Serie von neu entwickelten elektronischen Safeschlössern, im Laufe des Geschäftsjahres gute Chancen auf zusätzliche Umsätze.

Bei der Hochsicherheitsschlösser eröffnen sich durch das Interesse verschiedener Bundesländer mögliche neue Chancen auf steigende Umsätze.

IV. Prognosebericht

Nachdem die deutsche Wirtschaft in 2020 und im Winterhalbjahr 2020/2021 weiter unter der Corona-Pandemie litt, wird eine Erholung im Gesamtjahr 2021 des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland erwartet. So rechnet der Sachverständigenrat mit einem jahresdurchschnittlichen Wachstum von 3,1% und für das Kalenderjahr 2022 von 4%.

Marktprognose

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2021/22 keine signifikanten Corona-bedingten Negativeinflüsse am Absatzmarkt. Aktuell kritisch ist allerdings die Situation am Beschaffungsmarkt mit teilweise erheblichen Preissteigerungen und Engpässen in der Verfügbarkeit wichtiger elektronischer Teile wie Chips und Speicherbausteine. Hier besteht das Risiko von Umsatzausfällen mangels Lieferfähigkeit. Für die Gesellschaft sehen wir aufgrund der Stellung im dormakaba-Konzern und den beschriebenen Chancen eine positive Entwicklung für das Geschäftsjahr 2021/2022.

Insgesamt planen wir eine leichte Steigerung der Umsatzerlöse von rd. 2,3% sowie eine leichte Steigerung des EBITs gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/2021. Basis hierfür ist neben einer detaillierten bottom-up Planung der Kosten die Abstimmung der Umsatzbudgetierung mit den dormakaba Marktgesellschaften nach Vertriebsregionen sowie spezielle, Konzern-weit definierte Initiativen, sogenannte ASI (Additional Specific Initiative) um ganz bestimmte Geschäftsfelder zu adressieren. Beispiele sind Upgrade Kampagnen, um die Bestandsinstallationen mit aktuellen Lösungen auszurüsten oder das Segment Airports. Weiterhin ist für 2021/22die Übernahme von bislang in anderen dormakaba Werken gefertigten Geräten zur elektronischen Zutrittskontrolle (c-lever) geplant, was ebenso zu Umsatzsteigerung beitragen wird.

 

Villingen-Schwenningen, 30. Juli 2021

Geschäftsleitung

Bilanz zum 30. Juni 2021

Aktiva

30.06.2021
30.06.2020
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 141.418 281.206
141.418 281.206
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 392.976 423.865
2. Technische Anlagen und Maschinen 894.559 831.064
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 617.011 967.785
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.375 0
1.910.921 2.222.714
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 255.700 255.700
255.700 255.700
2.308.039 2.759.620
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.053.225 4.167.543
2. Unfertige Erzeugnisse 1.965.084 3.700.532
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 2.378.931 1.866.072
4. Geleistete Anzahlungen 129.504 0
8.526.743 9.734.147
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.407.770 1.451.343
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 20.109.423 20.600.383
3. Sonstige Vermögensgegenstände 20.139 163.968
22.537.332 22.215.693
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 90.705 23.214
31.154.780 31.973.054
C. Rechnungsabgrenzungsposten 581.554 538.028
34.044.373 35.270.702

Passiva

30.06.2021
30.06.2020
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 819.100 819.100
II. Kapitalrücklage 2.770.589 2.770.589
3.589.689 3.589.689
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 14.074.801 13.653.090
2. Sonstige Rückstellungen 3.178.828 4.535.860
17.253.629 18.188.950
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 58.091 1.072.505
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.178.094 1.125.613
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.262.528 10.076.278
(davon gegenüber Gesellschaftern EUR 6.583.727; VJ: TEUR 4.500)
4. Sonstige Verbindlichkeiten
(davon aus Steuern EUR 574.686; VJ: TEUR 524) 702.342 1.217.667
13.201.055 13.492.063
34.044.373 35.270.702

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021

2020/21
2019/20
1. Umsatzerlöse 65.098.269 61.256.447
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 41.682 324.789
65.139.951 61.581.235
3. Sonstige betriebliche Erträge 4.007.846 40.893.586
69.147.797 102.474.821
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -17.150.053 -16.517.396
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -4.107.109 -2.581.368
-21.257.162 -19.098.764
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -18.948.093 -22.170.920
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -3.380.138 -3.165.645
-22.328.231 -25.336.565
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -617.056 -709.596
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -17.151.353 -51.724.040
8. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 23.909 31.411
davon an verbundenen Unternehmen EUR 23.909 (VJ: TEUR 31)
-17.744.500 -52.402.225
7.817.904 5.637.267
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon an verb. Unternehmen EUR 0 (VJ: TEUR 0) -1.230.219 -1.131.040
10. Ergebnis nach Steuern 6.587.685 4.506.227
11. Sonstige Steuern -5.944 -7.682
12. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführte Gewinne -6.581.741 -4.498.545
13 Jahresüberschuss 0 0

Anhang für das Geschäftsjahr vom 01. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021

I. Allgemeine Angaben und Währungsumrechnung

Die dormakaba EAD GmbH hat ihren Sitz in Villingen-Schwenningen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Freiburg (HRB 718253).

Der Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 wurde nach den Vorschriften der §§ 238 ff. und §§ 264 ff. HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) unter Anwendung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde dabei nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sind gem. §256a HGB - unter Berücksichtigung des Imparitätsprinzips - mit dem Stichtagskurs (Devisenkassamittelkurs) bewertet.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode über in der Regel drei bis fünf Jahre vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. In die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen werden neben direkt verrechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten einbezogen. Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern betragen zwischen 3 und 13 Jahren.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungs- oder Herstellungswert bis EUR 800 werden im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben.

Im laufenden Jahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Betriebs- und Geschäftsausstattungen vorgenommen.

Umlaufvermögen

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren erfolgt zu den Anschaffungskosten, erforderlichenfalls mit dem niedrigeren beizulegenden Wert. Absatz- und sonstigen Risiken wird durch angemessene Pauschalabschläge Rechnung getragen.

Geleistete Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

Die unfertigen und fertigen Leistungen/Erzeugnisse sind mit den Herstellungskosten, das heißt zu Material- und Fertigungseinzelkosten zuzüglich angemessener Zuschläge für Material- und Fertigungsgemeinkosten bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Einzelwertberichtigungen wegen drohender Uneinbringlichkeit werden aktivisch von den Forderungen abgesetzt.

Die flüssigen Mittel sind zu Nennwerten erfasst.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 2,09%. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,7 % und ein Anstieg der Bemessungsgrundlage von 2,8 % unterstellt sowie eine Fluktuation von 3,2 % unterstellt. Der Rententrend wurde mit 1,6 % angenommen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle bis zur Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und Verpflichtungen in angemessenem Umfang. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Berücksichtigung angemessener Preis- und Kostensteigerungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit einem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre abgezinst.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen (Anteilsbesitz) setzen sich wie folgt zusammen:

Angaben zum Anteilsbesitz

Name Beteiligungsquote
%
Eigenkapital
T€
Jahresergebnis
T€
Unmittelbare Beteiligungen
Mauer Thüringen GmbH, Bad Berka 100 256 24
1) vor Ergebnisabführung

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Das Anlagevermögen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020/2021 (Anlagespiegel)

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.07.2020
Zugänge
Abgänge
Umbuchung
30.06.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.746.910 6.375 30.795 0 1.722.491
1.746.910 6.375 30.795 0 1.722.491
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.904.836 0 0 0 2.904.836
Technische Anlagen und Maschinen 5.992.088 11.934 8.170 -5.390 5.990.462
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.457.764 169.505 77.513 5.390 10.555.146
19.354.688 181.439 85.683 0 19.450.444
Finanzanlagevermögen
Anteile an verbundenen Unternehmen 255.700 0 0 0 255.700
255.700 0 0 0 255.700
21.357.299 187.814 116.478 0 21.428.634
Abschreibung
01.07.2020
Zugänge
Abgänge
Umbuchung 30.06.2021
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.465.705 139.788 30.795 0 1.574.698
1.465.705 139.788 30.795 0 1.574.698
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.480.971 30.889 0 0 2.511.860
Technische Anlagen und Maschinen 5.161.024 99.741 1.948 1.173 5.259.990
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.489.979 346.637 61.396 -1.173 9.774.047
17.131.974 477.267 63.344 0 17.545.897
Finanzanlagevermögen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0
18.597.679 617.055 94.139 0 19.120.595
Restbuchwerte
30.06.2021
30.06.2020
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 147.792 281.206
147.792 281.206
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 392.976 423.865
Technische Anlagen und Maschinen 730.472 831.064
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 781.099 967.785
1.904.546 2.222.714
Finanzanlagevermögen
Anteile an verbundenen Unternehmen 255.700 255.700
255.700 255.700
2.308.039 2.759.620

Umlaufvermögen

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig.

Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen entfallen T€ 783 (Vorjahr: T€ 489) auf die Gesellschafterin. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten zudem T€ 11.732 (Vorjahr: T€ 6.265) aus dem Cash Pooling. Insoweit besteht eine Mitzugehörigkeit zum Posten ''Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten''.

Latente Steuern

Latente Steuern werden ausschließlich - sofern erforderlich - bei der Organträgerin dormakaba Holding GmbH & Co. KGaA berücksichtigt.

Rückstellungen

Rückstellungspflichtige Pensionsverpflichtungen bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 14.075.

Aus der Veränderung vom sieben- auf den zehnjährigen Durchschnittszins resultiert ein Unterschiedsbetrag in Höhe von T € 1.543. Für diesen Differenzbetrag zur bilanzierten Pensionsverpflichtung besteht grundsätzlich eine Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB soweit dieser das frei verfügbare Eigenkapital übersteigt.

Die sonstigen Rückstellungen teilen sich wie folgt auf:

2020/2021
T€
Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 2.486
Ausstehende Lieferantenrechnungen 452
Gewährleistungen, Preisnachlässe und Gutschriften 189
Aufbewahrung 64
Summe 3.190

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Verbindlichkeit gegenüber verbunden Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus laufenden Lieferungen und Leistungen. Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen T€ 6.584 (Vorjahr: T€ 4.500) auf die Gesellschafterin. Von den sonstigen Verbindlichkeiten bestehen T€ 701 (Vorjahr: T€ 524) aus Steuern. Sicherheiten in Form von Pfandrechten oder ähnlichen Rechten bestehen für die ausgewiesenen Verbindlichkeiten nicht.

Angaben zu Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse verteilen sich auf folgende Produktgruppen:

2020/21
T€
2019/20
T€
Electronic, Access and Data (EAD) 48.077 45.868
Safe Locks (SL) 17.022 15.388
65.098 61.257

Die Umsatzerlöse verteilen sich nach Regionen wie folgt:

2020/21
T€
2019/20
T€
Inland 23.060 22.081
Europäische Union 21.149 19.387
übriges Ausland 20.889 19.789
65.098 61.257

Die Umsatzerlöse und damit auch der Gewinn werden bei Werkverträgen grundsätzlich im Abnahmezeitpunkt der vereinnahmten (Teil-)Leistung realisiert; soweit zulässige Teilabrechnungen bestehen, wird der Umsatz bei Abnahme der Teilleistung ausgewiesen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten überwiegend Kostenbelastungen an verbundene Unternehmen, sind aber durch den Wegfall der sogenannten HUB Funktion für das Segment AS EMEA deutlich reduzierter als im Vorjahr. Analog haben sich auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in gleicher Größenordnung reduziert. Es sind periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 925 (Vorjahr: T€ 24) im Wesentlichen aus der Auflösung der Restrukturierungsrückstellung enthalten. Aus Währungsumrechnungen sind Erträge in Höhe von T€ 164 (Vorjahr: T€ 386) enthalten.

Die Aufwendungen für Altersversorgung belaufen sich auf T€ 202 (Vorjahr: T€ 20).

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind neben Prüfungshonoraren an PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Rahmen der Jahresabschlussprüfung in Höhe von T€ 58 (Vorjahr: T€ 50) auch Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von T€ 180 (Vorjahr: T€ 466) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von T€ 0 (Vorjahr T€ 19) enthalten.

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe T€ 1.225 (Vorjahr T€ 1.210) enthalten.

IV. Sonstiges

1. Geschäftsführer

Bernhard Gerhard Brinker; Düsseldorf, CFO dormakaba

Stephen Bewick, Brownshill/ GB, COO AS EMEA

Bernd Lieding, Unna, Geschäftsführung/ Standortleitung Velbert

Axel Modrack, Trossingen, Geschäftsführung/ Standortleitung Villingen-Schwenningen

Zur Vertretung der Gesellschaft sind jeweils zwei Geschäftsführer gemeinschaftlich oder ein Geschäftsführer zusammen mit einem Prokuristen befugt.

Da nur 2 Geschäftsführer Bezüge der Gesellschaft erhalten, unterbleibt die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

Ehemalige Geschäftsführer bezogen im Geschäftsjahr Pensionsleistungen in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 51). Die für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung und deren Hinterbliebene gebildete Pensionsrückstellung betrug T€ 871 per 30. Juni 2020.

2. Mitarbeiter

Im Jahresdurchschnitt waren 63 (Vorjahr 58) Produktionsmitarbeiter und 197 (Vorjahr 212) Angestellte in anderen Bereichen, zusammen 261 (Vorjahr: 270) Mitarbeiter beschäftigt. Zusätzlich wurden 8 (Vorjahr: 8) Auszubildende beschäftigt.

3. Haftungsverhältnisse

Am Bilanzstichtag bestehen keine vermerkpflichtigen Eventualverbindlichkeiten.

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Stichtag bestehen Verpflichtungen aus Mietverträgen von T€ 1.753 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen von T€ 1.255), davon fällig innerhalb eines Jahres sind T€ 721 und aus Leasingverträgen in Höhe von insgesamt noch T€ 202, davon fällig innerhalb eines Jahres T€ 88.

Zum Stichtag sind noch Bestellobligos in Höhe von T€ 1 offen.

5. Honorar des Jahresabschlussprüfers

Das Gesamthonorar für die Jahresabschlussprüfung beträgt T€ 58.

6. Mutterunternehmen / Konzernabschluss

Der Kreis der verbundenen Unternehmen der dormakaba EAD GmbH, Villingen-Schwenningen, umfasst das oberste Mutterunternehmen, dormakaba Holding AG, Rümlang / Schweiz und sämtliche Tochterunternehmen dieses Mutterunternehmens. Da die Gesellschaft und ihr Tochterunternehmen nach § 292 HGB in den Konzernabschluss der dormakaba Holding AG, Rümlang / Schweiz einbezogen wird, hat die dormakaba EAD GmbH, Villingen-Schwenningen darauf verzichtet, einen Teilkonzernabschluss aufzustellen. Der befreiende Konzernabschluss und Konzernlagebericht der dormakaba Holding AG, Rümlang / Schweiz sind einem nach § 291 Abs. 2 Nr. 1 HGB aufgestellten Konzernabschluss und Konzernlagebericht gleichwertig und werden nach den SWISS FER aufgestellt und geprüft. Unterschiede zwischen den SWISS FER und den deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften ergeben sich im Wesentlichen aus Zinsunterschieden der Pensionsrückstellungen.

Der Konzernabschluss der dormakaba Holding AG, Rümlang / Schweiz, die den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist bei der dormakaba Holding AG, Rümlang / Schweiz, oder über die Adresse: https://www.dormakabagroup.com/de/investoren/veranstaltungen-und-reports erhältlich und wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Mit der dormakaba Holding GmbH & Co. KGaA, Ennepetal, existiert ein Ergebnisabführungsvertrag.

7. Nachtragsbericht

Insgesamt werden die zusätzlichen Risiken aufgrund der COVID-19 Pandemie zum jetzigen Zeitpunkt nicht als existenzgefährdend eingestuft.

Der Einfluss auf die Liquidität durch die Verbreitung des COVID-19-Virus wird mit einem strikten Ausgabenmanagement auf allen operativen Ebenen abgemildert. Die eingeleiteten Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität sind zum heutigen Zeitpunkt ausreichend. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter der Annahme der Going Concern Prämisse.

Darüber hinaus gab es für das Geschäftsjahr 2020/21 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eintreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, liegen nicht vor.

 

Villingen-Schwenningen, 30. Juli 2021

Die Geschäftsführung

Axel Modrack

Bernd Lieding

Stephen Bewick

Bernhard Gerhard Brinker

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die dormakaba EAD GmbH, Villingen-Schwenningen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der dormakaba EAD GmbH, Villingen-Schwenningen, - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der dormakaba EAD GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 30. Juli 2021

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Denis Etzel, Wirtschaftsprüfer

ppa. Jens Rosenberger, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 30.06.2021 wurde am 28.09.2021 festgestellt.

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