Horn Glass Industries AG

Bergstraße 2, 95703 Plößberg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Weiden i. d. OPf (Weiden) HRB 2146
Eingetragen
7.12.1999
Branche
Herstellung von Trinkgläsern und anderen Haushaltswaren aus Glas a. n. g.Herstellung von Flaschen und anderen Behältnissen aus GlasHerstellung, Veredlung und Bearbeitung von sonstigem Glas einschließlich technischen Glaswaren
Gegenstand
Herstellung von Glasanlagen sowie verwandter Anlagen und Maschinen und alle damit verbundenen Dienstleistungen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ekaterina Firsova
seit 2.10.2017
Prokura
Stephan Meindl
seit 31.5.2006
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Horn Glass Industries AG

Plößberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Horn Glass Industries AG

1. Überblick zum Unternehmen Horn Glass Industries AG

1.1 Geschäftsmodell / Leistungsprofil

Die Horn Glass Industries AG (nachfolgend auch "Horn" oder "Gesellschaft" ist in der Herstellung von Glasanlagen sowie verwandter Anlagen und Maschinen und alle damit verbundenen Dienstleistungen tätig.

Die hohe Kompetenz von Horn basiert auf über 135 Jahren Erfahrung. Sie versetzt das Unternehmen in die Lage, Produkte mit höchster Qualität an die Kunden der Glasindustrie zu liefern. Horn bietet Lösungen und Dienstleistungen zur Realisierung von Kundenvisionen und -projekten in der Glasindustrie.

Mit Technologie-Know-How und Engagement entwickelt die Horn Glass Industries AG technisch anspruchsvolle Produkte und industrielle Verfahren und Dienstleistungen im Anlagenbau für Glasschmelzanlagen.

Der Schlüssel zur breit gefächerten Kompetenz von Horn in sämtlichen Bereichen der Glasschmelztechnologie liegt in der fundierten Kenntnis jeden einzelnen Prozessschritts: Horn ist der Spezialist für technologischen Fortschritt und Innovation rund um die Glasproduktion. Zusätzlich zu seinem Know-How über einzelne Komponenten wie z.B. Schmelzwannen hat Horn sein Portfolio stetig erweitert und ist heute einer der führenden Komplettanbieter für schlüsselfertige Anlagen. Von der ersten Planung bis zur Vollproduktion sowie ergänzender Dienstleistungen.

Weiterhin kann der Kunde das komplette Projektmanagement und die architektonische Planung nutzen. Bereits in der Konzeptions- und Planungsphase besteht die Möglichkeit, das Unternehmen in vielen Projekten als Produkt- und Systemlieferant einzubinden. Hierzu gehören auch technische Machbarkeitsstudien sowie die Erarbeitung von Finanzierungsmodellen.

1.2 Organisationsstruktur

Organisatorisch befinden sich im 100-prozentigen Besitz der Horn Glass Industries AG die Tochterunternehmen Horn Bau & Service GmbH sowie die JSJ Jodeit GmbH (vormals: Eurox Sauerstoff Mess-Systeme GmbH), die ebenfalls ihren Firmensitz in Plößberg haben. Die Firmen bilden eine aufeinander aufbauende Wertschöpfungskette und arbeiten bei der Realisierung der nationalen und internationalen Projekte zusammen. Durch diese Kooperation können Synergien ebenso in Know-how, Einkauf, Entwicklung und anderen Zentralbereichen genutzt werden.

Die Horn Bau & Service GmbH konzentriert sich auf die Bauausführungen und Errichtungen der Anlagen und stellt dafür die entsprechenden personellen Ressourcen zur Verfügung. Die Horn Glass Industries AG verfügt über die erforderlichen Ingenieure, Projektleiter, Metallarbeiter und Anlagenelektroniker sowie über die Softwareexperten und Verfahrenstechniker. Zur Montage der Anlagen werden bei Bedarf international qualifizierte Fachfirmen zusätzlich hinzugezogen.

Die JSJ Jodeit GmbH (vormals: Eurox Sauerstoff Mess-Systeme GmbH) konnte im Geschäftsjahr 2021 sein Portfolio durch Erwerb des Geschäftsbereichs Spezialglas im Bereich der Schmelzwannen erweitern. Die Experten von JSJ Jodeit GmbH können auf jahrzehntelange Erfahrungen aus der Praxis mit elektrischen Schmelzen vieler verschiedener Glaszusammensetzungen zurückblicken. Ebenso verfügen sie über Erfahrungen sowohl konventionelle brennstoffbeheizte Wannen als auch Wannen mit Oxyfuel-Technologie zu planen und zu bauen. Neben dem Hauptsitz in Plößberg hat die JSJ Jodeit GmbH noch eine Niederlassung in Jena.

Im Geschäftsjahr 2022 konnte die Horn Glass Industries AG durch Erwerb einer mittelbaren Beteiligung in Tschechien sein Portfolio für den Servicebereich in der Glasindustrie erweitern.

Die Horn Glass Industries AG war Ende 2023 mit weiteren 9 Tochtergesellschaften in den Ländern Tschechien, Malaysia, China, Kroatien, Ukraine, Indien und Brasilien präsent.

Die ausländischen Tochtergesellschaften halten zusätzliche Personalressourcen vor.

Die Organisation der HORN-Gruppe stellt sich wie folgt dar:

Ausländische Tochterunternehmen Höhe der Beteiligung
Horn Glass CZ s.r.o., Tschechien 100 %
Horn Glass Ukraine LLC., Ukraine 100 %
Horn Glass Brazil Ltda., Brasilien 100 %
Horn Glass India Pvt. Ltd., Indien 76,00 %
Horn Glass Asia Pacific SDN. BHD., Malaysia 100 %
Horn Moravia a.s., Tschechien 90 %
Horn Glass Slavonija d.o.o., Kroatien 87,06 %
Horn Glass Technology (Beijing) Co. Ltd., China 76 %
Glass Force a.s., Tschechien - mittelbare Beteiligung 75 %

Strategisches Ziel ist eine noch stärkere, weltweite Vernetzung und Zusammenarbeit.

Dem Unternehmen stehen eine eigene mechanische Produktionsstätte für Metall-, Rohrleitungs- und Maschinenbau sowie eine eigene Produktionsstätte für Schaltschrank- und Steuerungstechnikbau, in der die hierfür notwendigen Ressourcen in Eigenfertigung vorhanden sind, zur Verfügung. Mit der Investition in zwei neue Blech- und Stangenlagertürme, einem Schweißroboter, ein "MocCenter" sowie in eine Hochpräzisionsschneidanlage sichert Horn einen reibungslosen Fertigungsablauf und hat die Möglichkeit, noch flexibler auf Kundenwünsche reagieren zu können.

Das Unternehmen führt beim Kunden permanente, unter anderem auch im Zuge von Rahmenverträgen, komplette Serviceleistungen zur Wartung, Instandhaltung, Problembehebung und Entwicklung von Glasschmelzöfen durch. Somit können aus der Produktion entsprechende Erfahrungen für den Ofenbau gewonnen werden.

Das Unternehmen verfügt über eine eigene Abteilung "Forschung und Entwicklung". Ziel ist es bei bestehenden Produkten und Systemen die Verlässlichkeit, Profitabilität, Effizienz und Umweltverträglichkeit zu optimieren. Derzeit steht die Welt unter Druck, die globale Erderwärmung zu begrenzen. Daher liegt der Fokus im Bereich Forschung & Entwicklung darauf, umweltfreundliche Produktprozesse zu entwickeln.

1.3 Strategie

Unsere Strategie formuliert das Ziel unseres Unternehmens, sich zum weltweit führenden Anbieter im Anlagenbau für Glasschmelzanlagen zu entwickeln - Verantwortungsbewusst, Exzellent und Innovativ - unsere Kunden mit hochwertigen Produkten und Anlagen zu beliefern sowie Service zu gewährleisten. Wir erwarten dadurch, uns auch zukünftig als etablierter Anbieter auf dem Markt zu positionieren und damit unsere Profitabilität nachhaltig zu sichern.

Hierfür leiten wir folgende Ziele ab:

Zur Zielerreichung legen wir den Fokus auf die Ausrichtung an globale Trends, hier vor allem auf den Klimawandel und folglich auf das gesteigerte Klimabewusstsein sowie die Stärkung von Lieferketten. Der Klimawandel ist die Herausforderung unserer Zeit und erfordert zunehmend ökologische Verantwortung. Naturkatastrophen wie der Starkregen 2021 im Westen von Deutschland, die Erdbeben 2023 in der Türkei und in Syrien, weltweite Waldbrände oder die Rekordhitze mit Ernteeinbußen aufgrund Dürre in Europa haben weltweit dazu geführt, dass die Auswirkungen des Klimawandels in der Öffentlichkeit bewusst wurden.

Die Europäische Kommission hat zur Umsetzung des von den Vereinten Nationen beschlossenen "Übereinkommen von Paris" den European Green Deal beschlossen, um bis 2050 klimaneutral zu sein. Die daraus abgeleiteten Anforderungen an die Industrien erfordern und fördern die Forschung, um alternative Energiequellen zu nutzen.

Wir streben daher nach innovativen Technologien, die die Effizienz steigern und Emissionen verringern. Horn bietet bereits jetzt für seine Kunden Öfen mit Hybridbeheizung oder reiner elektroenergetischer Beheizung an.

Die Globalisierung, die sich auf die zunehmende Verflechtung der weltweiten Volkswirtschaften, der Politik und Kulturen bezieht, steigert den Wettbewerbsdruck und erhöht die Nachfrage nach wirtschaftlichen Produkten und Lösungen mit kurzen Entwicklungszyklen. Die Digitalisierung als Treiber der Globalisierung verstärkt diesen Aspekt. Derzeit befindet sich jedoch die Globalisierung durch den Russland-Ukraine-Krieg oder dem Krieg in Nahost im Wandel, was eine Diversifizierung erforderlich machen könnte.

Wir planen weiterhin als Technologielieferant für die komplette Wanne/Zinnbäder/Kühlkanäle aufzutreten, wobei die eigenen Systeme als Kernkomponenten integriert sind. Unser Ziel ist es, dem Kunden als Systemlieferant für die komplette Glasschmelzanlage inkl. Zinnbad und Kühlkanäle zur Verfügung zu stehen, um somit auch die Versorgung der Anlage mit den dazugehörigen Medien (Heizmedien, Wasser, Elektrizität) zu gewährleisten. Schulung, Training und Betriebssupport runden das Portfolio ab.

Horn ist so ausgerichtet, dass jeder Abnehmer weltweit einen festen Ansprechpartner hat. Schlüsselkunden werden im Vertrieb und Projektmanagement über eine Key-Account-Managementstruktur betreut. Ziel ist es, so schnell auf die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden zu reagieren.

Den Rahmen für unsere Strategie setzen verschiedene finanzielle und nichtfinanzielle Ziele: Wichtige nichtfinanzielle Ziele sind u.a. die Zufriedenheit unserer Kunden, das Engagement der Mitarbeiter sowie die Diversität in der Belegschaft sowie der Fortschritt bei unserer Marktpositionierung.

Das finanzielle Ziel von Horn definiert finanzielle Steuerungsgrößen für Umsatzwachstum, Kapitaleffizienz und Profitabilität sowie die Optimierung der Kapitalstruktur. Unsere Unternehmensstrategie ist auch die Sicherung von Liquidität, finanzieller Flexibilität und eine solide Finanzstruktur. Dies wird durch den Einsatz verschiedener Finanzierungsinstrumente gewährleistet. Der Ausbau und der nachhaltige Erhalt der Ertragskraft sind entscheidend für die Finanzierung des zukünftigen Wachstums.

Horn legt Wert auf eine dauerhafte solide, ausgewogene Finanzierungsstruktur. Ziel ist eine nachhaltige Eigenkapitalquote von mindestens 35 Prozent. Damit wollen wir uns eine nachhaltig gute Bonitätsbeurteilung bei den Banken und Lieferanten sichern.

2. Marktsituation

Die Glasindustrie ist stark von gesellschaftlichen Transformationsanforderungen und -trends betroffen. Auf der einen Seite sind dies internationale Eigentümerstrukturen, die Globalisierung, die Digitalisierung und der demografische Wandel. Auf der anderen Seite fordern die wachsenden internationalen klima- und energiepolitischen Anforderungen sowie die immer stärker werdenden Regularien die Branche stark heraus.

Der Markt für Horn umfasst lokale Märkte auf den fünf Kontinenten Europa, Asien, Australien, Afrika und Amerika. Deutschland und Europa bilden einen Geschäftsschwerpunkt. Seit Februar 2022 herrscht zwischen Ländern Russland und Ukraine eine militärische Auseinandersetzung. Durch die derzeitigen Sanktionen und Regularien wird dies langfristig zu einem Wegfall des Absatzmarktes in Russland führen. Eine Kompensation durch andere Märkte konnte bereits erreicht werden.

Modernste Technologien und hohes technisches und technologisches Spezialwissen, sind für die Produktion des weiten Spektrums der Glasschmelzöfen erforderlich. Daher gibt es weltweit nur eine geringe Anzahl von Unternehmen, die fähig sind, die Glasschmelzanlagen als Gesamtanlagenbauer zu realisieren.

• Flaschen- und Haushaltsglasproduktion

Glas als umwelt- und ressourcenschonendes und unbelastetes Verpackungsmaterial der Wahl gewinnt zunehmend an Popularität, was sich für uns durch ansteigende Marktanteile und durch jährliche Zuwachsraten in diesem Segment widerspiegelt. Zunehmende Wachstumsraten sind zu erwarten.

• Flachglas-/Floatglasproduktion

Verschiedene Institute berichten übereinstimmend, dass der Bedarf an Flachglas erwartet wird. Der am schnellsten wachsender Markt ist der Wirtschaftsraum Asia-Pacific. Nach wie vor ist China ein durch Billiganbieter dominierter Markt.

• Sonderglas

Bei Sonderglas und Spezialglas ist gemessen an unseren Auftragseingängen aus unserer Sicht nach wie vor eine stabile Marktsituation gegeben.

Die Corona-Krise hat wieder einmal gezeigt: Eine gesamteuropäische nachhaltige Industriestrategie ist wichtiger denn je. Die COVID-19-Pandemie hat erstmals alle Märkte betroffen. Der Ausgleich schwacher Märkte in einzelnen Ländern und Kontinenten durch prosperierende Märkte ist nicht mehr gegeben. Bei Investitionsgütern kann es daher zu Verschiebungen von Neuinvestitionen kommen, schlimmstenfalls zu deren Ausfall durch Marktbereinigung.

Moderne Produktionsstätten in Ost- /Mitteleuropa erhöhen den Wettbewerb auf den deutschen und europäischen Märkten. Digitalisierung und die Entwicklung von THG-armen Technologien könnten für einen neuen Restrukturierungsschub sorgen, was wir als Chance sehen.

Durch den in der Glasindustrie üblichen Verschleiß sehen wir bis dato eine stabile Nachfrage bei Reparaturen und Unterhaltsinvestitionen. Im Flachglassektor kann es durch die abgeschwächte Konjunktur im Bau- und Automobilsektor zu Beeinflussungen kommen, die schwer zu quantifizieren sind. Der Hohlglasbereich scheint selbst durch Corona nicht beeinflusst zu sein. Dies sehen wir insbesondere beim Verpackungsglas.

Chancen durch die Energiewende bestehen für die Glasindustrie darüber hinaus vor allem in der erhöhten Nachfrage nach umweltschonenden und energieeffizienten Produkten. Dies wird zu einer erhöhten Herstellung von Produkten führen wie z.B. Glasanwendungen für Photovoltaik-Anlagen und weiteren Spezialglasanwendungen. Die Solarindustrie z.B. erlebt derzeit einen besonderen Boom.

Viele Investoren steigen vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und der Klimakrise als auch aufgrund gesetzlicher Regularien auf eine Solaranlage zur Stromerzeugung oder als Heizsystems um.

3. Wettbewerbssituation und -vorteile

Die Geschäftsaktivitäten der Horn Glass Industries AG unterscheiden sich deutlich nach Art und Umfang. Sie reichen von der Lieferung von Komponenten und vergleichsweise kleinen Projekten bis hin zu Verträgen zum schlüsselfertigen Bau neuer Großanlagen (hier vor allem im Bereich Flach- bzw. Floatglas und Containerglas). Die Hauptwettbewerber der Horn Glass Industries AG variieren je nach Produkt. Beim Hohlglasbereich (Flaschen, Haushaltswaren), welches das ursprüngliche Marktsegment des Unternehmens war, gibt es mehrere kleine sowie einen ähnlich großen Wettbewerber auf dem deutschen Markt. Bei dem Bereich Flach- bzw. Floatglas wird der Markt von einer relativ geringen Anzahl von Unternehmen bedient. Im Geschäftsjahr konnten wir unsere Position in diesem Bereich festigen. Auf dem chinesischen Markt steht uns für den Bereich Gesamtanlagen ein großer Anbieter gegenüber. Durch die Erweiterung unseres Portfolios durch Kühlkanäle für Flachglas kann Horn das komplette sogenannte "Heiße Ende" (Schmelzwanne, Zinnbad, Kühlkanal) aus einer Hand anbieten.

Unsere Wettbewerbsposition stützt sich vor allem auf unsere vertikal stark integrierte Wertschöpfungstiefe, Erfahrung sowie Engineering- und Applikations-Know-how sowie technologisch anspruchsvoller Herstellungsprozesse. Zusätzliche Wettbewerbsvorteile sehen wir in der gesteigerten Kundennähe durch unsere Tochterunternehmen und damit unsere internationale Präsenz vor Ort.

4. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Das Unternehmen verfügt über eine eigene Abteilung "Forschung und Entwicklung". Ziel ist es bei bestehenden Produkten und Systemen die Verlässlichkeit, Profitabilität, Effizienz und Umweltverträglichkeit zu optimieren. Derzeit steht die Welt unter Druck, die globale Erderwärmung zu begrenzen. Daher liegt der Fokus im Bereich Forschung & Entwicklung darauf, umweltfreundliche Produktprozesse zu entwickeln.

Die steigenden Kosten für fossile Brennstoffe, zumindest in großen Teilen der Welt, und ein allgemeiner Druck zur Reduzierung der CO 2 -Werte um somit die globale Erderwärmung zu begrenzen, treiben Industrien zur Forschung an, um alternative Energiequellen zu nutzen. Wir müssen unsere Lebensweise und unsere Art, Dinge zu produzieren, ändern. Die Nachfrage in der Glasindustrie zeigt, dass Glas als umweltfreundliches Verpackungsmaterial gesehen wird, im Gegensatz zu Kunststoff. Da die gesamte Branche effizienter produzieren und die C02-Emissionen reduzieren muss, muss auch die Glasindustrie umweltfreundlichere Produktionsprozesse entwickeln. Wirtschaftliche Gründe sind die steigenden Preise für CO 2 -Zertifikate, die hohen Energiekosten aufgrund des Russland-Ukraine-Konflikts und der Mangel an fossilen Brennstoffen. Horn kann diesen Trend für die Glasindustrie bestätigen und verstärkte auch in diesem Geschäftsjahr Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um punktuelle und spezifische Lösungen für den einzelnen Kunden zu entwickeln. Die Nachfrage nach Schmelzaggregaten, aber auch kompletten Linien ist entsprechend hoch. Hierfür hat Horn nach wie vor konventionelle Anlagen, setzt aber gleichzeitig auf einen graduellen Übergang hin zu komplett mit regenerativen Energiequellen beheizten Anlagen. Diesen Übergang bietet Horn mit ausgereiften und marktfähigen Konzepten der Hybridtechnologie an. Aber auch die Anfragen für zukünftige Konzepte für ausschließlich mit regenerativen Energien befeuerte Anlagen werden erarbeitet. Horn ist hierzu an zwei neuen Forschungsprojekten Zero CO 2 und Green Glass 4.0 beteiligt.

Insgesamt hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr ca. T€ 1.343 (Vorjahr T€ 651) in Forschungsarbeit investiert.

5. Wichtige Leistungsindikatoren

5.1 Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz

Ziel der Horn Glass Industries AG ist es, Arbeitsunfälle und Berufserkrankungen vorzubeugen. Dazu sind Sicherheitsstandards etabliert worden. Aufgrund der wachsenden Anzahl von Auslandseinsätzen nimmt Horn die Sicherheitsdienste, Gesundheitsversorgung und arbeitsmedizinische Beratung und Betreuung durch die EHSS s.a.r.l. sowie durch die Betriebsärzte Dr. Kolbeck/Dr. Grab in Anspruch. Ebenso lag der Schwerpunkt auf der ergonomischen Optimierung der Arbeitsplätze und der Hygienevorschriften.

Für Horn ist oberste Priorität die uneingeschränkte Sicherheit der Arbeitnehmer, sowohl am Standort Plößberg, bei den Tochterunternehmen als auch bei Baustelleneinsätzen im In- und Ausland. Aufgrund der COVID-19-Pandemie hat Horn dauerhaft ein eigenes Krisenmanagement implementiert.

Die Energie- und Ressourceneffizienz soll bei Produkten, Systemlösungen und Serviceleistungen weiterhin gesteigert werden, um die Umweltbelastung zu verringern. Horn wird dadurch einen nachhaltigen Beitrag für die Umwelt leisten können.

5.2 Beschaffung

Zugekaufte Materialien sowie Fremdleistungen stellen eine wesentliche Aufwandsposition von Horn dar. Deshalb ist eine effiziente Wertschöpfungskette für unsere Profitabilität entscheidend. Ebenso ist es wichtig, Lieferantenbeziehungen zu pflegen und weiter auszubauen. Ziel ist eine zuverlässige Versorgung durch geeignete Lieferanten und Dienstleister sicherzustellen. Auch in 2023 intensivierten wir die Internationalisierung unserer Einkaufsaktivitäten und beobachteten fortwährend die Markt- und Preisentwicklungen, um die Sicherheit und Qualität der Materialien sicherzustellen.

5.3 Fertigung

Automatisierung ist ein Schlüsselelement der digitalen Produktion. Durch Investition in eine hochmodernes CNC-Dreh- und Fräszentrum "DMG Mori CLX450" inkl. einer Robo2Go-Roboterzelle zum Rüsten der Werkstücke konnten aufgrund der Automatisierung weitere Effektivitätssteigerungen hinsichtlich der digitalen Produktion und somit kurzer Durchlauf- und Reaktionszeiten erzielt werden und zugleich die Arbeitssicherheit verbessert werden.

5.4 Mitarbeiter

Moderne Produktion und Hochtechnologie - all das sind Facetten von Glasschmelzanlagen der Marke Horn. Der Werdegang und die Entwicklung der Horn Glass Industries AG sind von Beginn an eng mit der Entwicklungsgeschichte der Glasherstellung und -bearbeitung verknüpft. Unser Erfolg hängt maßgeblich von der Loyalität und dem Engagement unserer Mitarbeiter ab. Der Wettbewerb um eine vielfältige und hoch qualifizierte Belegschaft ist fortwährend hoch.

Oberstes Ziel der Horn-Personalstrategie ist es, das Unternehmen auch in Zukunft als attraktiven Arbeitgeber aufzustellen. Daher sehen wir die Bereitstellung gesunder und sicherer Arbeitsbedingungen sowie die Aus- und Weiterbildung von Beschäftigten als Schlüsselindikator für Erfolg und Nachhaltigkeit. Attraktive Arbeitsbedingungen und Entwicklungsperspektiven spielen dabei eine wichtige Rolle und bilden eine gute Grundlage, um den vielfältigen Herausforderungen unserer Mitarbeiter, der verschiedenen Arbeitsmärkte, des demografischen Wandels und der Digitalisierung zu begegnen. Wir unterstützen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben durch attraktive Beschäftigungsmodelle für unsere Beschäftigten.

Im Geschäftsjahr 2023 hat das Unternehmen 330 Mitarbeiter (Vorjahr: 310 Mitarbeiter) beschäftigt.

Durch die Teilnahme an Ausbildungsmessen erhielten junge Menschen die Chance, Horn als möglichen Arbeitgeber kennenzulernen. Auch bei der Nachwuchsrekrutierung setzen wir an, indem wir beispielsweise sogenannte Praktikumstage anbieten und so die jungen Menschen mit technischen bzw. gewerblichen Berufen vertraut zu machen. Horn arbeitete in der Berichtsperiode wieder intensiv mit Schulen und Hochschulen zusammen, um geeignete Nachwuchskräfte für das Unternehmen zu interessieren. Im Geschäftsjahr konnten wir 28 Auszubildende beschäftigen und wurden erneut als Ausbildungsbetrieb 2023 von der IHK ausgezeichnet.

Durch unsere internationale Ausrichtung beschäftigt Horn eine Vielzahl ausländischer Mitarbeiter und kompensiert damit auch anteilig den Fachkräftemangel.

Horn ist bestrebt, ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen, dass niemanden diskriminiert und somit die Vielfalt fördert. Das Diskriminierungsverbot ist in den unternehmensinternen Code of Conduct enthalten.

5.5 Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2023 konnten wir die geplanten Umsatzzahlen von T€ 101.540 annähernd erreichen.

Aufgrund des Projektgeschäftes und der daraus resultierenden Endterminierung konnte die geplante Gesamtleistung von T€ 125.890 und folglich das geplante EBT von T€ 4.855 jedoch nicht erreicht werden. Das Unternehmen hat einen EBT von T€ 4.630 erzielt.

Das Unternehmen konnte im Geschäftsjahr eine Gesamtleistung von T€ 98.454 (Vorjahr: T€ 91.725) ausweisen. Der Jahresüberschuss hat sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 822 auf T€ 3.100 (Vorjahr: T€ 3.922) reduziert.

Von den ausgewiesenen Umsätzen in Höhe von € 100,6 Mio. (Vorjahr: € 112,2 Mio.) wurden ca. € 23,3 Mio. (Vorjahr: € 14,6 Mio.) im Inland, € 5,3 Mio. (Vorjahr: € 9,9 Mio.) in der EU sowie ca. € 71,9 Mio. (Vorjahr: € 87,7 Mio.) in Drittländern erzielt.

Die Umsätze entfielen auf folgende Bereiche:

• Material/Fertigung € 87,7 Mio. (Vorjahr: € 93,3 Mio.)

• Konstruktion/Dienstleistung € 12,0 Mio. (Vorjahr: € 17,7 Mio.)

• Sonstige € 0,9 Mio. (Vorjahr: € 1,2 Mio.)

5.6 Investitionstätigkeit

Im Bereich Fertigung wurde in eine Maschine "DMG Mori CLX450" inkl. einem Entladesystem mit 6-Achs-Industrie-Roboter investiert. Die Maschine bietet die Kombination einer modernen Dreh- und Fräsmaschine, die bei der Herstellung erheblich mehr Bearbeitungsflexibilität bietet und somit eine höhere Wirtschaftlichkeit erzielt.

Um effiziente Lagermöglichkeit zu nutzen, wurden im Geschäftsjahr in zwei neue vollautomatisierte Lagertürme investiert.

Im EDV-Bereich konnten wir durch Investition die IT-Infrastruktur wesentlich verbessern. Gleichzeitig wurden Investitionen als Ersatz und zur Erhaltung bzw. Erweiterung unserer CAD-Anlagen vorgenommen. Weiterhin wurde im Geschäftsjahr 2022 Investitionen für den Bau einer 1000 kWp PV-Anlage begonnen, um unabhängiger von den steigenden Energiepreisen zu sein. Die PV-Anlage konnte Anfang 2024 erfolgreich ans Netz angeschlossen werden.

Alle Investitionen konnten aus dem laufenden Cashflow bezahlt werden. Zum Stichtag bestanden keine Investitionsverpflichtungen.

5.7 Wichtigste Vorgänge

Im Juli 2023 wurde an den Gesellschafter eine ordentliche Gewinnausschüttung in Höhe von gesamt € 1.962.000,00 geleistet.

5.8 Vermögens- und Finanzlage

Im Geschäftsjahr wurden insgesamt T€ 1.805 (Vorjahr: T€ 2.300) in das Anlagevermögen investiert. Die Reinvestitionsquote, bezogen auf die Abschreibung, betrug 176 % (Vorjahr: 245 %).

Das kurzfristig gebundene Vermögen hat sich im Geschäftsjahr um T€ 12.085 auf T€ 57.960 (Vorjahr: T€ 70.045) reduziert. Dies resultiert hier im Wesentlichen aus dem Rückgang der flüssigen Mittel.

Die Bilanzsumme reduzierte sich im Geschäftsjahr von T€ 79.436 in 2022 auf T€ 68.118. Dies resultiert hauptsächlich aus dem Rückgang der flüssigen Mittel.

Die Eigenkapitalquote hat sich folglich von 29,4 % auf 36,0 % erhöht.

Das kurzfristige Fremdkapital hat sich um T€ 12.458 reduziert, was im Wesentlichen durch die Auflösungen von Projekt-Rückstellungen sowie der erhaltenen Kunden-Anzahlungen zu begründen ist.

Der vereinfachte Cash-Flow aus dem Jahresüberschuss + Abschreibungen reduzierte sich von T€ 4.861 in 2022 auf T€ 4.129 in 2023.

Der Horn Glass Industries AG stehen Kreditlinien in Höhe von T€ 1.300 zur Verfügung. Diese werden aktuell nicht in Anspruch genommen. Außerdem bestehen unbefristete AVAL-Kreditlinien in Höhe von T€ 40.530 sowie befristete AVAL-Kredite in Höhe von T€ 10.610. Zum 31.12.2023 sind T€ 32.547 genutzt und T€ 18.593 frei. Die laufende Finanzierung erfolgt hauptsächlich über erhaltene Anzahlungen und Eigenmittel.

5.9 Ertragslage

Die Umsatzerlöse reduzierten sich im Geschäftsjahr auf T€ 100.570 (Vorjahr: T€ 112.237). Im Gegenzug ist eine Bestandserhöhung der fertigen und unfertigen Leistungen und Erzeugnissen um T€ 18.396 gegeben, so dass eine höhere Gesamtleistung von T€ 98.454 (Vorjahr: T€ 91.725) erzielt werden konnte.

Zum größten Teil wurden die Umsätze im internationalen Raum realisiert. Der Marktanteil im Inland ist hauptsächlich von Reparaturen und Instandhaltungen gekennzeichnet.

Der Materialaufwand erhöhte sich korrespondieren im Geschäftsjahr um T€ 9.474 und betrug T€ 68.142 (Vorjahr: T€ 58.668).

5.10 Chancen und Risiken

Das Geschäftsjahr 2023 war fortwährend geprägt durch geopolitische und weltwirtschaftliche Turbulenzen. Insbesondere der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit verschärften Sanktionen gegen Russland, sowie die in allen Sektoren hoch eingependelten Preise bestimmen all unser Handeln und haben Einfluss auf die Glasindustrie. So ist der Druck auf die Energietransformation hin zum Einsatz erneuerbaren Energien in der Glasindustrie weiterhin groß. Die Abwägung zwischen zukunftsfähigen oder zukünftigen Anlagenkonzepten und gleichzeitiger konkurrenzfähiger Glasherstellung jetzt und später, ist für unsere Kunden ein schwerlich auslösbarer Spagat. Horn ist bereits jetzt in der Lage umfassende Produktpaletten anzubieten. Ebenso gibt es bereits ausgearbeitete Lösungen für den sukzessiven Einsatz alternativer Heizmedien. Steigende Emissions-Gebühren werden die Glasindustrie dazu bewegen, auf nachhaltige Energieträger umzusteigen.

Glas ist ein einmaliges und inertes Material, wird vollständig aus natürlichen Ressourcen gewonnen und ist zu 100 Prozent recyclingfähig. Glas erfüllt sowohl in der Herstellung als auch in der Nutzung bereits viele Kriterien der Nachhaltigkeit und einer zirkulären Ökonomie. Vor allem in Zeiten des Wandels entdecken Verbraucher den Werkstoff Glas aufs Neue und sehen Glas als bevorzugtes Verpackungsmaterial. Glasverpackungen werden immer beliebter, denn Qualität und Genusswert des Inhalts sprechen für sich. Somit wird auch der Bedarf an Behältergläsern bzw. Verpackungsgläsern in Zukunft steigen. Aber auch im Flachglasbereich und bei sonstigen technischen Gläsern sehen wir eine starke Nachfrage. Dementsprechend ist die Nachfrage nach Schmelzaggregaten, aber auch kompletten neuen Linien entsprechend hoch. Der Nachteil ist jedoch die energieintensive Herstellung. Steigende Energiekosten und sinkende Energiesicherheit werden die neuen Herausforderungen der Zukunft sein.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Horn hat nach wie vor konventionelle Anlagen im Portfolio, setzt aber gleichzeitig auf einen graduellen Übergang hin zu komplett mit regenerativen Energiequellen beheizten Anlagen. Diesen Übergang bietet Horn mit ausgereiften und marktfähigen Konzepten der Hybridtechnologie an. Aber auch zukünftige Konzepte für ausschließlich mit regenerativen Energien befeuerte Anlagen sind erarbeitet.

Horn hat seine gesteckten Ziele und Vorhaben vorangetrieben. In strikter Verfolgung unserer Vision, wollen wir die aktuellen Ansprüche der Glashersteller aufgreifen und unsere Organisation kontinuierlich darauf ausrichten.

Die UN hat das Jahr 2022 zum International Year of Glass (IYOG) ausgerufen. Wir sehen hierdurch die Chance, dass das Produkt Glass mehr globale Präsenz einnimmt und dadurch eine Nachfrageanstieg auch für unsere Produkte eintritt.

Unsere Risikopolitik entspricht unserem Bestreben, nachhaltig zu wachsen sowie den Unternehmenswert zu steigern und dabei angemessene Risiken und Chancen zu steuern und unangemessene Risiken zu vermeiden, damit eine Bestandsgefährdung ausgeschlossen wird. Unser Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil der Planung und Umsetzung unserer Geschäftsstrategie. Hierzu haben wir ein Risiko- und Chancenmanagement-System implementiert, das in die bereits bestehenden Vertriebs-, Planungs-, Controlling- und Management-Informationssysteme integriert ist. Zudem wurde das bestehende interne Kontrollsystem (IKS), um wesentliche Parameter erweitert. Bei der Risikobewältigung wird nach dem möglichen Höchstschaden und Eintrittswahrscheinlichkeit priorisiert.

Die strategische Unternehmensplanung soll uns helfen, potenzielle Risiken und Chancen, lange vor wesentlichen Geschäftsentscheidungen abzuschätzen. Das interne Berichtswesen ermöglicht es uns, solche Risiken im Geschäftsverlauf genauer zu überwachen.

Als Frühindikatoren werden genutzt: der Auftragseingang inkl. der Kapazitätsauslastung, sowie die laufende Projektkalkulation.

Branchenchancen und -risken

Die Gesellschaft bedient Produktionsprozesse von Glas in verschiedenen Ländern. Ein stabiler und verlässlicher politischer sowie rechtlicher Rahmen bildet hierfür die Grundlage. Regulatorische Änderungen wie z.B. verschärfende Umweltauflagen können in den jeweiligen Ländern einen wesentlichen Einfluss auf die Absatztätigkeit der Gesellschaft haben. Hierzu gehören unter anderem steigende Energiekosten und Beschaffungskosten.

Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

Die Fähigkeit zur Finanzierung der Projekte ist notwendige Grundlage der Geschäftstätigkeit. Die Gesellschaft verfügt nach Meinung des Vorstands über ausreichende finanzielle Mittel sowie Finanzierungsmöglichkeiten. Hierfür wird die Reichweite der vorhandenen flüssigen Mittel laufend ermittelt sowie die potentielle Aufnahme von Fremdkapital basierend auf den bestehenden Fremdkapitallinien in der Planung berücksichtigt.

Währungsrisiken

Aufgrund unserer internationalen Aktivitäten sind wir in Einzelfällen Währungskursschwankungen ausgesetzt, die wir bei Bedarf durch derivate Finanzinstrumente absichern. Zum Geschäftsjahresende bestanden keine Devisentermingeschäfte.

Cybersicherheit

Datensicherheit, Schutz kritischer Systeme und sensibler Informationen vor digitalen Angriffen stellt ein Risiko für die Geschäftstätigkeit dar. Zur Unterstützung haben wir einen Vertrag mit einem externen Datenschutzbeauftragten vereinbart. Außerdem haben wir durch unsere eigene IT-Abteilung die notwendigen Vorkehrungen hinsichtlich Cybersicherheit getroffen.

Klimawandel

Der Klimawandel stellt für die Gesellschaft ein allgemeines Risiko dar.

Sonstige Chancen und Risiken

Im Bereich der sonstigen Risiken ist insbesondere das Risiko von Unfällen mit Auswirkungen auf Mitarbeiter oder Dritte sowie die natürliche Umwelt zu nennen. Solche Unfälle können zu Schadensersatzforderungen führen und darüber hinaus den Ruf des Unternehmens schädigen. Beides kann sich negativ auf die Ertrags- und Vermögenslage auswirken.

Gesamtbild der Risikolage:

Die wesentlichen Risiken für das Geschäftsmodell der Horn Glass Industries AG stellen Energie, Umwelt und Produkt dar.

Alle Risiken sind nach Meinung des Vorstands beherrschbar beziehungsweise in ihrer finanziellen und nicht finanziellen Auswirkung gering.

Den Risiken stehen Chancen aus der Umstellung des Produkt- und Leistungsangebots auf klima- und umweltschonende Abläufe für die Produktion von Glas.

5.11 Prognose für das Jahr 2024

Horn erhielt verschiedene Großaufträge im Jahr 2023. Basierend auf dieser Grundlage schätzen wir für 2024 eine positive Prognose und können unsere Auslastung sicherstellen und das geplante Wachstum im kommenden Jahr absichern.

Für 2024 erwarten wir basierend auf den zuvor genannten Chancen und Risiken sowie unserer Projektplanung ein Ergebnis vor Steuern zwischen T€ 4.200 bis T€ 4.500.

Dennoch sehen wir mit Sorge den Entwicklungen der nächsten Jahre entgegen. Bedingt durch den andauernden Krieg in Europa sowie in Nahost, aber auch durch die geopolitischen und weltwirtschaftlichen Turbulenzen, wird wohl auch die Glasindustrie in vielen Bereichen nicht unbeeinflusst bleiben und sich den Herausforderungen und der Volatilität der Märkte stellen. Nichtsdestotrotz geht die Geschäftsleitung nicht von bestandsgefährdenden oder entwicklungsbeeinträchtigenden Umständen aus.

Insgesamt sehen wir, auch bei derzeitiger Abschwächung der Weltwirtschaft, positiv in die Zukunft.

Zwar hat sich die Inflation abgeschwächt, die Preise für die Endkunden - die Verbraucher - gehen jedoch nicht auf Vorkrisenniveau zurück. Eine Verringerung der Kaufkraft hat zur Folge, dass weniger Glasverpackungen benötigt werden und die Unternehmen zurückhaltender bei Neuinvestitionen sind.

Jedoch wird ein steigendes Bewusstsein für Verpackungen aus Glas sowie der Boom bei medizinischen Verpackungsprodukten wird u. E. einen Nachfrageeinbruch ausgleichen. Ebenso wurde seitens der Politik ein Verpackungsgesetz vorgelegt, um Mehrwert zu stärken und auszubauen. Die Nachfrage nach Glas wird somit steigen.

Um unabhängiger von den steigenden Energiepreisen zu werden, wird eine Investition in eine 1.000 kWh Photovoltaik-Anlage mit Eigenstromverbrauch getätigt. Im Geschäftsjahr 2022 wurden hierzu die ersten Schritte eingeleitet. Im Frühjahr 2024 konnte die Photovoltaik-Anlage erfolgreich ans Netz angeschlossen werden. Gleichzeitig leisten wir im Zuge der Sustainability mit dieser Investition unseren ökologischen und ressourcenschonenden Beitrag. Um die CO 2 -Neutralität am Standort Plößberg voranzutreiben, ist es geplant, in eine Hackschnitzelheizung zu investieren. Weiterhin sind Investitionen für Betriebserhaltung sowie Softwaretechnologien vorgesehen. Im Bereich Fertigung soll in eine Sonderdrehmaschine für Elektrodenhalter und in eine Fräsmaschine investiert werden. Gleichzeitig planen wir eine weitere Modernisierung der Produktionsflächen. Das bestehende ERP-System soll permanent um digitale Geschäftsprozesse erweitert werden, um eine Effizienzsteigerung zu erzielen.

Im Frühjahr 2024 wird Horn durch Gründung einer weiteren Tochtergesellschaft in Rumänien seine Präsenz auf dem internationalen Markt verstärken und kann den steigenden Bedarf an hochwertiger Elektroinstallationsdienstleistungen somit gewährleisten.

5.12 Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Die seit Februar 2022 andauernde militärische Auseinandersetzung zwischen den Ländern Russland und Ukraine ist unverändert. Ebenso führen die Zunahme der regionalen Konflikte im Nahen Osten zu geopolitischen Spannungen. Dies wird auch in Deutschland aller Voraussicht nach zunehmend zu weiteren Folgen und Einschnitten führen. Die konkreten Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft und folglich auf unser Unternehmen können aktuell noch nicht verlässlich abgeschätzt werden.

5.13 Abhängigkeitsbericht

Nach § 17 AktG besteht für die Horn Glass Industries AG ein Abhängigkeitsverhältnis zur Certina Holding AG, Grünwald. Wir erstatten daher Bericht gemäß § 312 AktG, der folgende Schlusserklärung des Vorstandes enthält: "Nach den Umständen, die dem Vorstand zu dem Zeitpunkt, in dem berichtspflichtige Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, hat die Gesellschaft in jedem Fall eine angemessene Gegenleistung erhalten. Berichtspflichtige Maßnahmen wurden im Geschäftsjahr weder getroffen noch unterlassen."

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 10.158.732,82 9.391.167,11
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 129.379,08 108.175,08
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 129.379,08 108.175,08
II. Sachanlagen 9.276.031,05 8.529.669,34
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.342.489,12 4.432.538,12
2. technische Anlagen und Maschinen 3.233.820,65 2.615.648,65
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 606.689,00 600.540,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.093.032,28 880.942,57
III. Finanzanlagen 753.322,69 753.322,69
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 753.322,69 753.322,69
B. Umlaufvermögen 57.519.086,32 69.365.686,39
I. Vorräte 24.318.826,36 21.483.006,49
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.125.445,88 2.747.595,99
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 66.992.738,06 69.260.999,59
3. fertige Erzeugnisse und Waren 447.333,08 295.313,55
4. geleistete Anzahlungen 26.740.995,87 22.706.662,82
5. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 72.987.686,53 73.527.565,46
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 7.669.205,30 5.964.862,57
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.543.852,15 2.995.858,21
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 680.631,93 1.497.503,03
3. sonstige Vermögensgegenstände 1.444.721,22 1.471.501,33
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 25.531.054,66 41.917.817,33
C. Rechnungsabgrenzungsposten 440.979,96 679.623,08
Aktiva 68.118.799,10 79.436.476,58

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 24.509.543,71 23.371.293,68
I. Gezeichnetes Kapital 2.500.000,00 2.500.000,00
II. Gewinnrücklagen 250.000,00 250.000,00
1. gesetzliche Rücklage 250.000,00 250.000,00
III. Bilanzgewinn 21.759.543,71 20.621.293,68
davon Gewinnvortrag 20.621.293,68 18.984.554,23
B. Rückstellungen 6.503.960,63 17.534.871,60
1. Steuerrückstellungen 598.184,00 405.157,00
2. sonstige Rückstellungen 5.905.776,63 17.129.714,60
C. Verbindlichkeiten 37.104.894,76 38.530.311,30
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 2.793,28
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 26.864.252,14 34.517.365,49
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.165.515,81 1.544.106,79
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 633.824,38 484.335,47
5. sonstige Verbindlichkeiten 3.441.302,43 1.981.710,27
davon aus Steuern 2.141.315,25 870.189,77
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 495.121,17 384.659,12
D. Rechnungsabgrenzungsposten 400,00
Passiva 68.118.799,10 79.436.476,58

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Umsatzerlöse 100.570.721,73 112.237.899,94
2. Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2.116.242,00 20.512.710,38
3. sonstige betriebliche Erträge 850.532,14 949.029,46
4. Materialaufwand 68.141.703,80 58.667.860,96
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 46.210.758,53 45.359.216,88
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 21.930.945,27 13.308.644,08
5. Personalaufwand 18.014.434,10 16.567.554,84
a) Löhne und Gehälter 14.431.043,83 13.534.020,30
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.583.390,27 3.033.534,54
davon für Altersversorgung 143.280,01 140.366,62
6. Abschreibungen 1.028.414,37 938.231,77
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.028.414,37 938.231,77
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 8.369.955,40 11.075.582,54
8. Erträge aus Beteiligungen 360.772,31 43.822,28
davon aus verbundenen Unternehmen 300.000,00
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 765.171,87 71.420,71
davon aus verbundenen Unternehmen 35.878,33 8.270,00
davon Erträge aus Abzinsung 10.973,10 9.105,40
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 219.446,22 165.582,94
davon an verbundene Unternehmen 8.919,17
davon sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Abzinsung 37.376,00 43.368,00
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.529.422,33 1.423.437,88
12. Ergebnis nach Steuern 3.127.579,83 3.951.211,08
13. sonstige Steuern 27.329,80 28.471,63
14. Jahresüberschuss 3.100.250,03 3.922.739,45
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 20.621.293,68 18.984.554,23
16. Ausschüttung 1.962.000,00 2.286.000,00
17. Bilanzgewinn 21.759.543,71 20.621.293,68

Anhang

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

1.1 Gliederung

Die Horn Glass Industries AG mit Sitz in Plößberg ist beim Amtsgericht Weiden i.d.Opf. unter der Nr. HRB 2146 im Handelsregister eingetragen.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Kapitalgesellschaft im Sinne der §§ 264, 267 Abs. 3 HGB auf.

Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätzen nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 265 Abs. 1 Nr. 2, 266 ff. HGB), des Aktiengesetzes und der Satzung aufgestellt worden. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des HGB und des AktG aufgestellt.

Sofern es der Übersichtlichkeit diente, wurden bei Wahlrechten die Angaben im Anhang gemacht.

1.2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung wurde unter Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB vorgenommen.

Die Bilanzierung der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten sowie unter Berücksichtigung nutzungsbedingter planmäßiger Abschreibungen. Grundlage der planmäßigen Abschreibung ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes (§ 253 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 HGB).

Bei den immateriellen Vermögensgegenständen und den Sachanlagen werden im Wesentlichen nachstehende Abschreibungssätze und -methoden angewandt:

%
- immaterielle Vermögensgegenstände 10 - 33 1/3 linear
- Sachanlagen 4 - 33 1/3 linear

Die Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet worden. Bei abnutzbaren Vermögensgegenständen sind planmäßige Abschreibungen vorgenommen worden. Soweit erforderlich, sind die niedrigen beizulegenden Werte angesetzt worden.

Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis € 250,00 wurden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben.

Für Vermögensgegenstände deren Anschaffungskosten € 250,00 bis einschließlich € 800,00 betragen gemäß § 6 Abs. 2 EStG sofort im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu 100 % abgeschrieben. Die geringwertigen Wirtschaftsgüter wurden in einem laufend geführten Anlagenverzeichnis bzw. in der Buchführung unter Angaben der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten sowie des Anschaffungs- bzw. Herstellungsdatums erfasst.

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB).

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und geminderter Verwertbarkeit ergeben, wurden durch erforderliche Abwertungen berücksichtigt (§ 253 Abs. 4 HGB). Für die Ermittlung der Anschaffungskosten wird das Verbrauchsfolgeverfahren nach der Lifo-Methode angewendet (§ 256 Abs. 1 HGB).

Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse und Leistungen sind mit den Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten (§ 255 Abs. 2 HGB).

Die geleisteten Anzahlungen sind zum Nennwert bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Soweit bei den Forderungen Einzelrisiken erkennbar sind, wurde diesen Risiken durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Das latente Ausfallrisiko sowie das Zins- und Skontorisiko werden durch eine angemessene Pauschalwertberichtigung berücksichtigt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die ursprünglich auf fremde Währung lauten, wurden zum Devisenkassakurs am Abschlussstichtag gem. §§ 256 a Abs. 2 i. V. m. § 284 Abs. 2 Nr. 2 HGB bewertet.

Liquide Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt (§ 253 Abs. 1 HGB).

Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf temporären Differenzen zwischen Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise gem. § 274 HGB. Die sich ergebenden Steuerbe- und Steuerentlastungen werden unverrechnet angesetzt (§ 274 Abs. 1 Nr. 3 HGB).

Für die daraus resultierenden Steuerbe-/Steuerentlastungen wird von dem Aktivierungswahlrecht nach § 288 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht und auf die Aktivierung der aktiven latenten Steuern verzichtet. Der zur Berechnung der latenten Steuern verwendete Ertragssteuersatz liegt bei 30 %. Der Gewerbesteuer-Hebesatz beträgt 300 %.

Handelsrechtlicher Ansatz Steuerrechtlicher Ansatz Differenz
Aktivische Steuerlatenzen Aktivposten: (+) Passivposten: (-) Aktivposten: (+) Passivposten: (-)
Sonstige Rückstellungen (Abzinsung, notwendiger Erfüllungsbetrag) -5.905.776,63 € -5.686.739,73 € 219.036,90 €
Passive Steuerlatenzen Aktivposten: (+) Passivposten: (-) Aktivposten: (+) Passivposten: (-)
Aktivierung von Entwicklungskosten 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Ingangsetzungsaufwendungen 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Vorräte (unterschiedliche Verbrauchsfolgeverfahren) 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Summe 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Aktivüberhang (+) Passivüberhang (-) -5.905.776,63 € -5.676.739,73 € 219.036,90 €
Steuersatz (kombiniert) gerundet 1.771.732,99 € 1.706.021,92 € 65.711,07 €

Rückstellungen wurden für erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten nach den Grundsätzen kaufmännischer Vorsicht in angemessenem Umfang gebildet und mit dem Erfüllungsbetrag bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst (§ 253 Abs. 2 Nr. 1 HGB).

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag gem. § 253 Abs. 1 Nr. 2 HGB bilanziert.

Die Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften für Anschaffungen von Anlagegütern und Umlaufvermögen wurde mit dem Kurs im Zeitpunkt der Anschaffung vorgenommen. Forderungen und Verbindlichkeiten sind am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Aufwendungen und Erträge sind in die Gewinn- und Verlustrechnung zum jeweiligen Kurs der Zahlung eingegangen. Die Fremdwährungskonten bei den Banken werden mit dem am Bilanzstichtag maßgeblichen Kurs bewertet.

2. Erläuterungen und Angaben zu einzelnen Posten des Jahresabschlusses

2.1 Anlagevermögen

Im Geschäftsjahr wurden Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von insgesamt T€ 1.256 (Vorjahr T€ 649) getätigt. Vom Wahlrecht zur Aktivierung selbsterstellter immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde kein Gebrauch gemacht (§ 285 Nr. 22 HGB).

Die Entwicklung des Anlagevermögens (Anlagenspiegel) ist beiliegend dargestellt. Hieraus ergeben sich auch die Abschreibungen des Geschäftsjahres (§ 268 Abs. 2 HGB).

2.2 Forderungen

Alle in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres, d. h. bis zum 31. Dezember 2023, fällig.

2.3 Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind in Höhe von € 680.631,93 (Vorjahr: € 1.497.503,03) ausgewiesen. Forderungen gegenüber Gesellschafter und gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, bestehen am Abschlussstichtag keine (Vorjahr: € 0,00). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind innerhalb eines Jahres fällig.

2.4 Ausschüttungssperre

Es ist kein Betrag vorhanden, welcher der Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB unterliegt.

2.5 Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen setzen sich wie folgt zusammen:

2023
2022
1. gesetzliche Rücklage 250.000,00 250.000,00

Die gesetzliche Rücklage wurde gemäß § 150 AktG gebildet.

2.6 Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

2023
2022
Personalkosten 705.000,00 764.000,00
Nachlaufende Projektkosten 3.667.406,90 15.263.814,60
Abschlusskosten / Rechts- und Beratungskosten 165.900,00 165.900,00
Sonstiges 1.368.269,73 936.000,00
5.906.576,63 17.129.714,60

2. 7 Verbindlichkeiten

Alle Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Sonstige Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von € 2.141.315,25 (Vorjahr: € 870.189,77) sowie Verbindlichkeitne aus sozialer Sicherheit in Höhe von € 12.827,80 (Vorjahr: € 13.631,91).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen am Abschlussstichtag in Höhe von € 633.824,38 (Vorjahr: € 484.335,47). Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafer bestehen am Abschlussstichtag wie im Vorjahr nicht.

2.8 Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt:

Die Umsatzerlöse lassen sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt gliedern:

2023
2022
Material / Fertigung 87.713.554,87 93.322.192,71
Konstruktion / Dienstleistungen 12.020.957,20 17.669.592,44
Sonstige (VuV, Verwaltungspauschale, Abfallbeseitigung) 840.828,53 1.252.489,06
Anlagenbau - Großprojekte 0,00 0,00
100.575.340,60 112.244.274,21
Gewährte Skonti / Erlösschmälerungen -4.618,67 -6.374,27
Provisionen 0,00 0,00
Umsatzerlöse 100.570.721,93 112.237.899,94

Die Umsatzerlöse setzen sich nach geographisch bestimmten Märkten wie folgt zusammen:

2023
2022
Inland 2.325.209,04 14.633.504,53
Drittland 71.947.780,69 87.733.085,14
EU 5.337.732,00 9.877.684,54
79.610.721,73 112.244.274,21
Gewährte Skonti / Erlösschmälerungen -4.618,67 -6.374,27
Provisionen 0,00 0,00
Umsatzerlöse 100.570.721,73 112.237.899,94

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Devisentermingeschäfte (Zylinderoptionsgeschäfts oder Swapgeschäfte) in fremder Währung.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von € 34.295,32 (Vorjahr: € 106.363,16).

In den sozialen Abgaben und Aufwendungen sind Aufwendungen für die Altersvorsorge und Unterstützung in Höhe von € 143.280,01 (Vorjahr: € 140.366,62) enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen für Währungsumrechnungen in Höhe von € 72.641,79 (Vorjahr: € 52.401,29).

Das vom Abschlussprüfer fitas audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft berechnete Gesamthonorar für das Geschäftsjahr setzt sich getrennt nach Dienstleistungsarten wie folgt zusammen:

2023
2022
Abschlussprüferleistungen 28.500,00 25.000,00

Die Honorare für Abschlussprüfungen umfassen die Aufwendungen für die Prüfung des Einzelabschlusses, des Lageberichts und des Abhängigkeitsberichts.

Bei den Erträgen aus Beteiligungen handelt es sich wie im Vorjahr um Erträge aus verbundenen Unternehmen.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge in Höhe von € 765.171,87 (Vorjahr: € 71.420,71) enthalten Zinserträge von verbundenen Unternehmen von € 35.878,33 (Vorjahr: € 12.810,00). Gegenüber der Gesellschafterin sind Zinserträge in Höhe von € 0,00 (Vorjahr € 500,00) enthalten.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von € 219.446,22 (Vorjahr: € 165.582,94) enthalten wie Zinsaufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 8.919,17 (Vorjahr € 0,00). Gegenüber der Gesellschafterin sind keine Zinsaufwendungen enthalten.

3. Sonstige Angaben

3.1 Gezeichnetes Kapital der Gesellschaft

Das Grundkapital beträgt € 2.500.000,00 und ist in 2.500.000 auf den Inhaber lautende Aktien im Nennbetrag zu je 1 Euro eingeteilt.

3.2 Organe der Gesellschaft

3.2.1 Vorstand

Dem Vorstand gehörten im Berichtsjahr und bis heute an:

• Herr Stephan Meindl, Diplomingenieur (FH), Bärnau

(Vorstandsvorsitzender)

Herr Stephan Meindl ist einzelvertretungsberechtigt.

3.2.2 Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat gehörten im Berichtsjahr und bis heute an:

Herr Dr. Hans Wehrmann, Kaufmann, Grünwald (Aufsichtsratsvorsitzender)

Frau Heide Wehrmann, Kauffrau, Hannover (stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende)

Frau Vanessa Wehrmann, Kauffrau, Grünwald

3.3 Arbeitnehmer

Es wurden durchschnittlich 194 Angestellte (Vorjahr: 181), 108 gewerbliche Mitarbeiter (Vorjahr: 105) und 28 Auszubildende (Vojahr: 24) beschäftigt. Die Berechnung erfolgte gemäß § 267 Abs. 5 HGB.

3.4 Beteiligungsverhältnisse

Muttergesellschaft ist die Certina Holding AG, die 100 % der Aktien der Gesellschaft hält. Der Konzernabschluss für den größten Kreis an Unternehmen wird durch die Certina Holding AG, München, aufgestellt und beim Bundesanzeiger offengelegt. Die Gesellschaft ist nach §290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichts verpflichtet, braucht den Konzernabschluss aber durch die befreiende Wirkung des §291 HGB nicht aufzustellen, da die Certina Holding AG ihren Konzernabschluss und Konzernlagebericht offenlegt.

Die Gesellschaft ist an folgenden Gesellschaften beteiligt:

Eigenkapital
T€
Anteil
in %
letztes Jahresergebnis
T€
Horn Bau & Service GmbH, Plößberg ** 1830 100,00 223
Horn Glass CZ s.r.o., Tschechien 93 100,00 -9
JSJ Jodeit GmbH, Plößberg ** 0 100,00 -196
Horn Glass Ukraine OOO, Ukraine 54 100,00 6
Horn Glass Brazil Ltda., Brasilien 116 100,00 -10
Horn Glass Slavonija d.o.o., Kroatien 47 87,06 131
Horn Glass Asia Pacific SDN. BHD, Malaysia -257 99,998 -14
Horn Moravia a.s., Tschechien 773 90,00 188
Horn Glass Technology (Beijing) Co. Ltd., China 953 76,00 475
HORN Glass India Private Ltd., Indien 202 76,00 10

** Zum Zeitpunkt der Erstellung des Anhangs lagen für diese Firmen lediglich die Zahlen zum 31.12.2022 vor.

3.5 Haftungsverhältnisse

Zum Abschlussstichtag bestanden folgende Haftungsverhältnisse im Sinne von §§ 251 und 268 Abs. 7 HGB:

- Verpfändung Festgeldkonto Nr. 34661/348665960 der UniCredit Bank i.H. von € 2.122.000,00 zur Ausreichung eines Avalrahmens

- Verpfändung Liquiditätskonto DE98600501017441021940 der LBBW Bank über € 4.317.684,90 zur Ausreichung eines Avalrahmens

Zum Bilanzstichtag bestanden Anzahlungs- und Erfüllungsbürgschaften von € 31.335.172,63, Gewährleistungsbürgschaften von € 1.211.645,05.

Die Inanspruchnahme aus Bürgschaften und aus Akkreditiven schätzen wir aufgrund der gegenwertigen Bonität und des bisherigen Zahlungsverhaltens der Begünstigten als sehr gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen uns nicht vor (vgl. § 285 Nr. 27 HGB).

3.6 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen von T€ 282 bezogen auf die Restlaufzeit und aus Mietverträgen von T€ 42.

3.7 Bilanzgewinn

Der Bilanzgewinn entwickelt sich wie folgt:

3.8. Nachtragsbericht

Wesentliche Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Abschlussstichtag eingetreten sind, haben sich nicht ergeben.

3.9. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn in voller Höhe vorzutragen.

 

Plößberg, im Juli 2024

Stephan Meindl

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre,

der Aufsichtsrat der Horn Glass Industries AG hat im Geschäftsjahr 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben sorgfältig wahrgenommen. Wir haben den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Aufgaben überwacht. Dabei waren wir in alle grundlegenden Entscheidungen eingebunden. Der Vorstand informierte uns mit schriftlichen und mündlichen Berichten regelmäßig, umfassend und zeitnah über die wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung und bedeutende Geschäftsvorfälle.

Im Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat zwei Sitzungen in dem gesetzlichen Turnus abgehalten. Auch zwischen den Sitzungen standen die Mitglieder des Aufsichtsrats, insbesondere dessen Vorsitzender, in ständigen schriftlichen und mündlichen Kontakt mit dem Vorstand. Da der Aufsichtsrat den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend lediglich aus drei Mitgliedern besteht, bildet er keine Ausschüsse. An allen Sitzungen nahmen die Mitglieder des Vorstands teil, um Bericht zu erstatten und dem Aufsichtsrat Fragen zu beantworten.

Das Gremium befasste sich ausführlich mit der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Horn Glass Industries AG. Zu diesem Zweck berichtete der Vorstand fortlaufend und detailliert über die Geschäftsentwicklung des Berichtsjahres.

Der Vorstand hat den Jahresabschluss 2023 mit dem Lagebericht der Horn Glass Industries AG unterBeachtung aller gesetzlichen Vorschriften erstellt. Der Abschluss der Horn Glass Industries AG wurde von der fitas Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft München geprüft. Die Prüfung erfolgte aufgrund der Beauftragung durch den Aufsichtsrat, der damit einen entsprechenden Beschluss der Hauptversammlung vom 24.10.2023 umsetzte.

Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss einschließlich des Berichts zur Lage der Gesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Dokumente wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern fristgerecht zugeleitet, so dass eine eingehende Prüfung möglich war. Vorstand und Aufsichtsrat haben in der Sitzung vom 23.09.2024 beschlossen, die Feststellung des Jahresabschlusses der Hauptversammlung zu überlassen.

Der Aufsichtsrat erhob nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfungen keine Einwendungen und billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Teilkonzernabschluss der Horn Glass Industries AG. Der Jahresabschluss ist damit nach den Vorschriften des Aktiengesetzes festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem vom Vorstand unterbreiteten Vorschlag zur Gewinnverwendung an.

Der Aufsichtsrat hat ferner den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu den verbundenen Unternehmen der Horn Glass Industries AG geprüft. Gegen den Bericht und die Schlusserklärung des Vorstands waren keine Einwendungen zu erheben. Der Abschlussprüfer hat den Bericht des Vorstands über die Beziehungen der Horn Glass Industries AG zu den verbundenen Unternehmen in seine Prüfung einbezogen und diesen Bericht dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat festgestellt, dass der Abschlussprüfer seiner Prüfungspflicht in dem durch § 313 Abs. 1 Ziffer 1-3 Aktiengesetz vorgeschriebenen Umfang nachgekommen ist und den Bericht des Vorstands mit dem Bestätigungsvermerk versehen hat. Er hat weiterhin festgestellt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war.

Im Jahr 2023 kam es im Vorstand sowie im Aufsichtsrat zu keinen personellen Veränderungen

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren engagierten Einsatz und für die erfolgreiche Arbeit im abgelaufenen Jahr.

 

gez. Dr. Hans Wehrmann, Vorsitzender

gez. Heide Wehrmann, stv. Vorsitzende

gez. Vanesse Wehrmann

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 23.09.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Horn Glass Industries AG, Plößberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Horn Glass Industries AG, Plößberg - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Horn Glass Industries AG, Plößberg, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt.

Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Personengesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als bei Unrichtigkeiten das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 26.08.2024

fitas audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dirk Specht, Wirtschaftsprüfer

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