Kennametal Widia Produktions GmbH & Co. KG
Selbe AdresseHerstellung von Schleifkörpern und Schleifmitteln auf Unterlage
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Silke Stöckert seit 5.1.2026 | Geschäftsführer |
Simon Weber seit 14.11.2014 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Kennametal Europe GmbH | 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Kennametal Holding GmbHFürthKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2021 bis zum 30.06.2022Konzernlagebericht1. Grundlagen des Konzerns1.1 Geschäftsmodell Kennametals größtes Geschäftssegment "Metal Cutting" widmet sich der Entwicklung und Fertigung von Hochleistungswerkzeugen und Zerspanungsprodukten sowie Dienstleistungen und Services für verschiedene Endmärkte, einschließlich Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, allgemeiner Maschinenbau, Energietechnik und das Transportwesen. Zu den Produkten gehören Fräs-, Bohr-, Dreh, Gewinde- und Werkzeugbausysteme für die Herstellung von Flugzeugkomponenten, Triebwerksteilen sowie Getriebe- und Fahrwerkskomponenten; Lastkraftwagen und Automobilen, Schiffen und verschiedener Arten von Industrieanlagen. Im Geschäftssegment "Infrastructure" bietet Kennametal Oberflächentechnologien zum Verschleißschutz, Komponentenlösungen und Werkzeuge für den Bergbau und die Bauwirtschaft. Der Konzern produziert Wolframcarbid- und Keramikkomponenten, Straßenfräser, Werkzeuge für den Bergbau und die Bauwirtschaft sowie fortschrittliche metallurgische Pulver, vor allem für die Endmärkte Energie, Bergbau und Bauwirtschaft und den allgemeinen Maschinenbau. Der Konzernabschluss der Kennametal Holding GmbH umfasst Produktions-, Service- und Vertriebsleistungen für den weltweiten Konzern der Kennametal Inc. Die Produktions- und Serviceleistungen werden für den Weltkonzern erbracht, die Vertriebsleistungen werden für ausgewählte Geschäftsbereiche des Weltkonzerns in Europa und Indien getätigt. Die Produktion umfasst hauptsächlich Lohnfertigung von Bearbeitungslösungen sowie kompletten Werkzeugsystemen in den Industriebereichen rundlaufende Werkzeuge, Schneidkörper, Stahl-Produkte und Metallurgie. Die Servicefunktionen betreffen neben internen Verwaltungsleistungen für den Weltkonzern auch Logistik sowie Forschung und Entwicklung. Der Vertrieb ist in Regionalgesellschaften organisiert und in die Segmente "Metal Cutting und "Infrastructure" unterteilt. Die interne Organisations- und Berichtsstruktur bildet die Grundlage dieser Segmentierung der Geschäfte. Bedingt durch die Lohnbearbeitungsfunktion stehen die Hauptrohstoffe im Eigentum des übrigen Weltkonzerns. Unsere Beschaffungspreise sind in der Regel standortbezogen, die Verkaufspreise an den Restkonzern bzw. die Produktpreise an die Endkunden werden im Rahmen der weltweiten Konzernpreispolitik mit sachgerechten Aufschlägen kalkuliert. Die Produktion sowie unsere Serviceleistungen sind in die weltweite Qualitätssicherung von Kennametal eingebunden. 1.2 Forschung und Entwicklung Unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit führen wir größtenteils im Auftrag der Kennametal Inc. durch. Die Rechte hieraus gehören damit der Kennametal Inc. Die Kosten für diesen Bereich werden mit entsprechendem Aufschlag erstattet, diese Weiterbelastungen werden seit der Anwendung von BilRUG unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. 2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Berichtszeitraum (01.07.2021 bis 30.06.2022) war gesamtwirtschaftlich durch eine durchwegs schwierige konjunkturelle Lage geprägt. Der zunächst optimistische Ausblick, das Tief der COVID-19 Krise weitgehend überstanden zu haben, wurde die positive Gesamtstimmung schnell durch schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Inflation und Lieferengpässe getrübt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Einschätzungen verschiedener Indizes. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone startete mit einem Wert von 63,4 Punkten Ende Juni 2021, und verzeichnete im Geschäftsjahresverlauf einen kontinuierlichen Rückgang auf 52,1 Punkte Ende Juni 2022. Wir betrachten Deutschland als einen wesentlichen Einzelmarkt des Konzerns. Daher betrachten wir auch den ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland, der ebenfalls die Entwicklung unseres Berichtsjahres widerspiegelt. Während der Index Wert zum Ende unseres letzten Geschäftsjahres noch bei 101,3 lag, sank er zum Ende des ersten Quartals auf 99,3 dann weiter im Dezember auf 95,0 und fiel dann nach einer kurzen Erholung im Januar und Februar bis auf 92,2 Ende Juni. Der Konzern bedient unterschiedlichste Branchen, daher haben einzelne branchenspezifische Betrachtungen, für die Beurteilung des Konzerns keine Relevanz. 2.2. Finanzielle Leistungsindikatoren Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren für die Steuerung des Konzerns sind Umsatzerlöse, Operatives Ergebnis (EBIT) und EBIT im Verhältnis zu Umsatzerlösen. Die finanziellen Leistungsindikatoren stellen sich wie folgt dar:
2.3 Geschäftsverlauf und Lage des Konzerns Das abgelaufene Berichtsjahr lag insgesamt über den Erwartungen. In der ersten Jahreshälfte war trotz anhaltender globaler Lieferkettenschwierigkeiten eine deutliche Erholung der Märkte und gestiegene Nachfrage zu spüren. In der zweiten Jahreshälfte führte die Ukraine Krise zu einer zunehmenden Eintrübung der Märkte. Das Jahresziel konnten wir trotz eines zunehmend schwierigen Umfelds erfüllen und sind dadurch mit dem erreichten Ergebnis sehr zufrieden. 2.3.1 Ertragslage Das Geschäftsvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 13,1% auf 651,0 Mio. €. Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen stiegen nur um 9,8%, was zu einem Anstieg des Bruttoergebnisses vom Umsatz von 16,7% auf 19,1% führte. Einen großen Anteil an den verbesserten Herstellkosten hatte die indische Gesellschaft. Die Funktionskosten (F&E, Vertrieb, Verwaltung) sind gegenüber dem Vorjahr um 11,1 Mio. € auf 79,7 Mio. € gestiegen. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen höhere Vertriebskosten. Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 7,0 €. Dies resultiert im Wesentlichen daraus, dass im Berichtsjahr keine Restrukturierungsmaßnahmen durchgeführt wurden und daher keine Erträge aus der Erstattung von Restrukturierungskosten anfielen (Im Vorjahr noch 16,3 Mio. €). Durch Korrekturen der Rückstellungsbeträge zu noch in der Abwicklung befindlichen Restrukturierungsfällen entstand ein Ertrag in Höhe von 4,5 Mio. €. Die Erträge aus Währungsumrechnungen fielen um 5,4 Mio. € höher aus, die übrigen Erträge stiegen um 0,8 Mio. €. Die Erträge aus der Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens sanken um 1,5 Mio. €. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 6,9 Mio. € setzt sich im Wesentlichen aus dem Wegfall von Aufwendungen aus Restrukturierungsmaßnahmen (im Vorjahr 16,3Mio. €) sowie gegenläufigen Effekten aus der Währungsumrechnung (3,6 Mio. €) und den übrigen Aufwendungen die um 1,2 Mio. € höher ausfielen. Weiterhin entstand Aufwand in Höhe von 4,6 Mio. € aus der Rückzahlung von in Vorperioden erstatteten Restrukturierungsaufwendungen. All dies trug dazu bei, dass sich das operative Ergebnis (EBIT) gegenüber dem Vorjahr um 17,2 Mio. € auf 45,2 Mio. € erhöhte. Das EBIT im Verhältnis zum Umsatz stieg von 4,9% auf 6,9%. Das negative Zinsergebnis, welches zum größten Teil aus der Zinsaufwandskomponente der Pensionsrückstellungen besteht, sank leicht von 2,2 Mio. € auf 1,8 Mio. €. Von den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfällt auf das laufende Geschäftsjahr ein laufender Steueraufwand von 15,4 Mio. €, sowie ein latenter Steuerertrag von 4,2 Mio. €. Das Konzernjahresergebnis stieg um 13,0 Mio. € von 19,1 Mio. € auf 32,1 Mio. €. 2.3.2 Vermögenslage Die Bilanzsumme erhöhte sich von 578,3 Mio. € auf 612,6 Mio. €. Das Anlagevermögen erhöhte sich aufgrund eines höheren Investitionsvolumens zum Vorjahr um 9,1 Mio. €. Der Kassenbestand sank im Vorjahresvergleich um 11,5 Mio. €, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände hingegen erhöhten sich um 22,9 Mio. €. Wesentliche Ursachen hierfür waren der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen sowie im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition von insgesamt 16,8 Mio. € sowie die um 9,6 Mio. € höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bedingt durch das vergleichsweise höhere Geschäftsvolumen im letzten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die sonstigen Vermögensgegenstände hingegen reduzierten sich um 3,5 Mio. €. Das Eigenkapital erhöhte sich um 34,2 Mio. € auf 301,5 Mio. €. Im Wesentlichen trug dazu der Konzernjahresüberschuss nach Minderheitsanteilen in Höhe von 28,0 Mio. € bei. Eine Dividendenausschüttung der Kennametal India Ltd. verringerte den Gewinnvortrag aus dem Vorjahr um 1,5 Mio. €. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 46,2 % im Vorjahr auf 49,2 % im Berichtszeitraum. Die Rückstellungen verringerten sich insgesamt um 7,8 Mio. €. Dabei verzeichneten die Pensionsrückstellungen einen Anstieg um 5,9 Mio. €, der im Wesentlichen aus einem niedrigeren Rechnungszinssatz und höheren Verpflichtungen der Ansprungsberechtigten resultiert. Die Steuerrückstellungen erhöhten sich um 2,2 Mio. €. Die sonstigen Rückstellungen verringerten sich um 15,9 Mio. €, im Wesentlichen betrifft das den Rückgang der Restrukturierungsrückstellungen. Diese gingen durch Rückstellungsverbrauch sowie Auflösung um 14,4 Mio. € zurück. Die Verbindlichkeiten stiegen um 7,9 Mio. €, im Wesentlichen bedingt durch um 7,5 Mio. € höhere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Finanzierung. 2.3.3 Liquidität Die Finanzierung der Kennametal Holding GmbH und der verbundenen Unternehmen ist durch Einbindung in den Kennametal Inc. Konzern gewährleistet. Der Teilkonzern kann sich indirekt aus dem Konsortialkredit der Kennametal Inc. kurzfristig bis zu einem Betrag von 250 Mio. USD bedienen, dies wurde zum Stichtag des Geschäftsjahresendes nicht genutzt. Direkt verfügt der Kennametal Holding GmbH Konzern insgesamt über eine Kreditlinie von 30,5 Mio. €. Die Kreditlinien wurden zum Stichtag ausschließlich für Avale mit einem Gesamtbetrag von € 4,1 Mio. in Anspruch genommen. Operativ sind dem Konzern 34,5 Mio. € (Vorjahr 41,3 Mio. €) Liquidität zugeflossen. Trotz eines um 13,0 Mio. € höheren Periodenergebnisses aufgrund der guten Geschäftsentwicklung, einer um 5,3 Mio. € höherer Abschreibung aufgrund höheren Investitionsvolumens und ein um 9,1 Mio. € höherer Ertragssteueraufwand fiel der operative Cashflow um 6,8 Mio. € niedriger aus als im Vorjahr. Im Wesentlichen trugen dazu die um insgesamt 19,5 Mio. € niedriger angestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aus verbundenen Unternehmen sowie sonstige Verbindlichkeiten bei. Im Vorjahr fiel dieser Effekt höher aus, da wir zum Stichtag wieder höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgrund Erholung aus Covid-19 Beschränkungen ausgewiesen hatten. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 53,1 Mio. € (Vorjahr 91,4 Mio. €) setzt sich im Wesentlichen aus den Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 44,5 Mio. € (Vorjahr 29,0 Mio. €), sowie den Auszahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition in Höhe von 9,1 Mio. € (Vorjahr 69,9 Mio. €) zusammen. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit fiel mit 6,5 Mio. € positiv aus, im Vergleich zum Vorjahr sank er um 8,6 Mio. €. Grund hierfür ist im Wesentlichen eine um 8,4 Mio. € höhere Aufnahme von Finanzkrediten innerhalb der Kennametal Gruppe, welches im Wesentlichen durch Kreditrückzahlungen außerhalb der Teilkonzerngruppe der Kennametal Holding GmbH verursacht wurde, die aber im Rahmen der Cash-Pooling Tätigkeiten der Kennametal Holding GmbH zu einer Erhöhung der Verbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen geführt haben. 2.3.4 Investitionen Die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen beinhalten Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände (0,2 Mio. €) und Sachanlagevermögen (44,5 Mio. €). Der Umfang der Investitionstätigkeit liegt damit über dem Vorjahresniveau, welches Pandemie bedingt auf einem relativ niedrigen Investitionsniveau lag. Neben Ersatzbeschaffungen wurde weiterhin starker Fokus auf die Modernisierung und Optimierung der Fertigungs-, Planungs- und Materialflussprozesse gelegt. 2.3.5 Gesamtaussage der Geschäftsführung zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Konzerns Das Geschäftsjahr 2021/2022 war für den Kennametal Konzern zunächst durch eine Erholung der Absatzmärkte geprägt, was in der ersten Geschäftsjahreshälfte für höhere Umsätze als prognostiziert sorgte. In der zweiten Jahreshälfte führte spätestens der Beginn der Ukraine Krise zu Marktunsicherheiten und einem Rückgang des Umsatzzuwachses. Dennoch konnte bis Geschäftsjahresende eine positive Planerfüllung gehalten werden. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich von 28,0 Mio. € auf 45,2 Mio. €. Hauptursache für den Anstieg des Ergebnisses ist der Anstieg des Geschäftsvolumens im Vergleich zum Vorjahr. Mit der Geschäftsentwicklung sind wir insgesamt zufrieden, insbesondere da wir von einer deutlich moderateren Entwicklung ausgegangen waren. Durch die stetigen Investitionen in unsere Wettbewerbsfähigkeit, auch während Krisenzeiten, blicken wir trotz weiterhin schwieriger Zeiten zuversichtlich in die Zukunft. 2.4 Personal- und Sozialbereich Zum 30. Juni 2022 beschäftigte der Konzern 3.783 Mitarbeiter gegenüber 3.758 im Vorjahr. Mit den bestehenden Tarifverträgen zur Beschäftigungssicherung konnte das Augenmerk weiter auf die Modernisierung der Fertigung und die Verbesserung der Fertigungsprozesse gerichtet werden. Im Weiteren legen wir unser Augenmerk auf die kontinuierliche Verbesserung unserer etablierten Prozesse unter Einbindung und Qualifizierung unserer Mitarbeiter, sowie den nachhaltigen Ausbau und Entwicklung unserer sehr erfolgreichen Berufsausbildung. Hiermit erfüllen wir auch weiterhin unseren bildungspolitischen Auftrag in den Regionen, in denen wir tätig sind. Die durchgeführte Mitarbeiterbefragung ergab eine Steigerung der Zufriedenheit, die im Kontext der laufenden Veränderungen und im globalen Vergleich durchaus bemerkenswert war. Die in der Umfrage aufgezeigten Verbesserungspotentiale werden aufgearbeitet und weitere Schritte hieraus abgeleitet. Der Einfluss der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie nahm erwartungsgemäß im Laufe des Finanzjahres ab. Die notwendigen Maßnahmen konnten in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung unkompliziert und erfolgreich umgesetzt werden. Die Akzeptanz in der Belegschaft konnte fortgeführt und unser oberstes Prinzip der Sicherheit unserer Mitarbeiter untermauert werden. Die COVID-19 bedingten Marktveränderungen konnten durch den Einsatz von Kurzarbeit und die Reduzierung individueller Zeitkonten gut abgefedert werden. 2.5 Umwelt Unser Umweltmanagementsystems ist nach ISO 14001 und unser Energiemanagementsystems nach ISO 50001 durch den TÜV Süd zertifiziert. Beide Zertifikate haben Ihre Gültigkeit bis zum 10. Dezember 2023. Im September 2020 erfolgten die Re-Zertifizierungsaudits. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben an unseren deutschen Standorten wird mit Hilfe des Softwaretools QUENTIC überwacht. Die Ermittlung und Bewertung von Umweltkennzahlen zu Energieverbrauch für Strom, Heizung und Wasser ist bereits seit vielen Jahren realisiert. Konzernweite Statistiken und Ziele zur Reduzierung von Ressourcen sind definiert. Für das FY21 wurde ein Nachhaltigkeitsbericht für den Konzern veröffentlicht, für das FY22 ist ein weiterer Bericht geplant. 2.6 Sicherheit Mit vielen Maßnahmen verfolgt Kennametal seit langem das Ziel, keine Arbeitsunfälle mit Personenschaden oder andere Vorfälle wie Brände, Explosionen oder Stoffaustritte in die Umwelt hinzunehmen. Die Gesamtvorfallrate (TRIR = Total Recordable Incident Rate/Unfälle mit mehr als Erste-Hilfe-Maßnahmen) von Kennnametal beträgt global in diesem Finanzjahr 0,30 (Im Vorjahr 0,37) bezogen auf 200.000 Arbeitsstunden. Die Anzahl der Vorfälle in EMEA konnte damit weiter reduziert werden. Dabei bleibt das Langzeitziel bestehen, Null Unfälle zu erreichen, sowie andere Vorfälle zu vermeiden. Seit Ausbruch der Corona Pandemie liegt eine hohe Priorität auch auf einem umfangreichen Informations- und Maßnahmenkatalog zur Ansteckungsvermeidung. Über die gesetzlichen Vorgaben hinaus wurden umfangreiche Maßnahmen zur Eingrenzung und Beherrschung der Pandemie ergriffen. Dazu gehörten im vergangenen FY vor allem Testangebote an Mitarbeiter, Besucher und Fremdfirmen, sowie das Einhalten der gesetzlichen Vorgaben zur Maskenpflicht. 3. Chancen und Risikobericht3.1 Risikomanagementsystem Als international tätiges Unternehmen ist der Kennametal-Konzern allgemeinen unternehmerischen und branchenspezifischen Risiken ausgesetzt, wobei die Schwerpunkte externe, unternehmensstrategische Risiken und Prozessrisiken sind. Um Kennametal nicht bestandsgefährdenden Risiken und unkontrollierbaren Entwicklungen auszusetzen, ist ein Risikomanagementsystem implementiert. Wir verstehen dieses als integrativen Bestandteil der Unternehmensführung. Das Risikomanagementsystem ist neben den bereits bestehenden Controlling Instrumentarien darauf ausgerichtet, Risiken so weit wie möglich zu begrenzen und Chancen optimal zu nutzen. Das Risikomanagementsystem ermöglicht uns zeitnah Risiken zu erkennen, um die notwendigen Maßnahmen zur Risikobewältigung zu veranlassen. Kennametal lässt sich dabei von dem Gedanken leiten, dass Risiken nur durch die Übernahme eines erheblichen Ausmaßes an Eigenverantwortung und die Schaffung einer hohen Risikosensibilität auf allen Ebenen reduziert oder vermieden werden können. Das Risikomanagement wird als originäre Aufgabe der Leiter der Geschäftsbereiche sowie der Prozess- und Projektverantwortlichen verstanden. Die Risiken wurden in folgende Kategorien eingeteilt:
Um zu ermitteln, welche Risiken am ehesten bestandsgefährdenden Charakter aufweisen, werden die Risiken gemäß ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit kombiniert mit ihren Auswirkungen als "hoch", "mittel" oder "gering" eingestuft. 3.2 Risikoberichterstattung Die derzeitige wirtschaftliche Situation ist in allen europäischen Industrieländern angespannt, die Wachstumsaussichten sind aktuell schwer prognostizierbar. Die Absatz- und Marktrisiken folgen im Wesentlichen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Nachfrage auf den Abnehmermärkten in der Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie dem allgemeinen Maschinenbau. Dieses Risiko sehen wir auch in Bezug auf Lieferengpässe und damit einhergehenden höheren Preisen. Dabei besteht eine Risikoverknüpfung der Automobil- und Luftfahrtindustrie mit der nachgelagerten Zulieferer- und Maschinenbauindustrie. Aufgrund der derzeitigen Nachfrageabschwächung in der Automobil- und Zuliefererindustrie sowie der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung sehen wir Marktrisiken, die unsere volle Aufmerksamkeit verlangen. Auf dieser Basis stufen wir das weitere Absatz- und Marktrisiko als mittleres Risiko ein. Beschaffungs- und Produktionsrisiken, welche durch partielle Lockdowns in China, dem russisch-ukrainischen Krieg oder Lieferengpässen entstehen können, werden durch die Einbindung der Kennametal Holding GmbH und ihrer Tochtergesellschaften in den Kennametal Inc. Konzern begrenzt. Durch den im Konzernverbund eingesetzten Supply Planning Prozess, sowie das Ergreifen angemessener Maßnahmen zur Qualitätssicherung, werden die für uns im Teilkonzern bestehenden Risiken minimiert. Die strukturellen Anpassungsmaßnahmen der letzten Jahre sind entscheidend zur Sicherstellung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Mit Blick auf die Energiesicherung hat der Konzern enorme Anstrengungen unternommen, durch möglichst längerfristige Vertragsbindung und alternative Versorgungsmöglichkeiten das Beschaffungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Wir sind uns aber bewusst, dass die stark eingeschränkte Sicht auf die künftige Versorgung auch kurzfristig zu einem größeren Risiko führen kann. Aufgrund der aktuellen dynamischen weltwirtschaftlichen Entwicklungen stufen wir, trotz umfangreich getroffener Maßnahmen zur Risikoabmilderung, die Beschaffungs- und Produktionsrisiken als mittel ein. Risiken der Informationstechnologie entstehen durch die zunehmende internationale Vernetzung, vermehrtes mobiles Arbeiten und die damit verbundenen Möglichkeit des Missbrauchs von IT-Systemen. Mögliche Auswirkungen einer Cyber Attacke könnten z.B. der Ausfall zentraler IT-Systeme sein, die Preisgabe oder der Verlust der Datenintegrität von vertraulichen Daten aus Forschung und Geschäftstätigkeit, die Preisgabe personenbezogener Daten, die Manipulation von IT-Systemen in der Prozess-Steuerung oder eine erhöhte Belastung oder Beeinträchtigung von IT-Systemen durch Virusattacken. Durch unser IT Sicherheits-Managementsystem (basierend auf der ISO 27001 Zertifizierung) sehen wir uns gemäß dem Stand der Technik geschützt, und stufen daher das Risiko als mittel ein. Die Risikobetrachtung im Bereich Personal wird beeinflusst durch die Entwicklung des Absatzmarktes und die Verfügbarkeit von Fachkräften. Durch die bestehenden Flexibilitätsinstrumente (Gleitzeitkonten) und die bestehende Querqualifikationen wird dieses Risiko abgemildert. Der Rückgang verfügbarer Fachkräfte beeinflusst den Zeitraum zur Besetzung der Stellen. Wir stufen das personelle Risiko als insgesamt mittleres Risiko ein. Die Liquiditätsplanung wird in engster Abstimmung mit der Kennametal Inc. durchgeführt. Die Absicherung des Liquiditätsbedarfs geschieht im Wesentlichen über einen Konsortialkredit der Kennametal Inc. und der Kennametal Europe GmbH sowie den langfristig ausgereichten Unternehmensdarlehen der Kennametal Inc.. Die Verfügbarkeit dieser Mittel erachten wir auf absehbare Zeit als gesichert. Unsere Liquiditätsplanung beinhaltet keine staatlichen Überbrückungskredite. Auf Basis der Ergebnisse verschiedenster Liquiditätsszenarien stufen wir das Liquiditätsrisiko als gering ein. Risiken in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten beziehen sich auf Währungs- und Zinsrisiken. Währungskursrisiken werden durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Für Fremdwährungsforderungen bzw. -Verbindlichkeiten schließt die Kennametal Holding GmbH zur Absicherung des Währungsrisikos Kurssicherungsgeschäfte in Form von Devisentermingeschäften ab. Die Prolongation erfolgt rollierend mit einem Sicherungshorizont von i.d.R. einem Monat. Bewertungseinheiten i.S.d. §§ 298 Abs. 1, 254 HGB werden nicht gebildet. Wir stufen das Währungs- und Kursrisiko als gering ein. Zinsrisiken ergeben sich grundsätzlich aus vereinbarten variablen Zinsen. Insgesamt stufen wir das Risiko aus der Verwendung von Finanzinstrumenten aufgrund der guten Liquiditätslage und der vorhandenen Dispositionsmöglichkeiten als gering ein. 3.3 Gesamtbild zur Risikolage Die aktuelle Bewertung der Chancen- und Risikoposition des Konzerns lässt keine bestandsgefährdenden Risiken erkennen. Jedoch bleibt die geopolitische und wirtschaftliche Situation fragil und schwierig. Partielle Lockdowns in China, der russisch-ukrainische Krieg oder Lieferengpässe bei Rohstoffen und Komponenten werden weiterhin die Lieferketten weltweit belasten und zu höheren Preisen führen. Auch bei den Energiepreisen ist mit weiteren starken Anstiegen zu rechnen - wobei die Unsicherheit über eine stabile Energieversorgung immer größer wird. Hinzu kommt die hohe Inflation in vielen Ländern, die den Preisanstieg unterstützt, sowie ein schwacher EURO. Wir verfolgen die aktuelle Entwicklung intensiv, und bewerten regelmäßig deren Auswirkungen auf verschiedene Planungsszenarien. Dementsprechend finden diese Bewertungen Eingang in unsere kurzfristigen Umsatz- und Ergebnisplanungen. 3.4. Chancen Wir verstehen Chancen als Potentiale, die im Wesentlichen über einen Planungszeitraum von über 1 Jahr hinausreichen. Daher sind Chancen unserer Einschätzung nach quantitativ nicht prognostizierbar. Wir stellen nachfolgend eine qualitative Beurteilung dar. Der Teilkonzern befindet sich durch die Einbindung in den Kennametal Inc.-Konzern weltweit in guter Positionierung was Materialflüsse sowie Marktzugänge betrifft. Die konsolidierten Gesellschaften der Kennametal Holding GmbH sind auf den weltweit agierenden Konzern Kennametal Inc. ausgerichtet und werden somit hinsichtlich aller Synergien optimiert. Damit profitiert auch der Konzern von der Kompetenz und Leistungsfähigkeit des Weltkonzerns. Die Auslastung der Produktions- und Servicegesellschaften erfolgt durch die weltweite Nachfrage des Kennametal-Konzerns. Der Vertrieb verkauft die Produkte und kundennahen Leistungen des Weltkonzerns durch regional organisierte Vertriebsgesellschaften. Unsere fortlaufenden Maßnahmen zur Modernisierung und Vereinfachung der Produktionsprozesse werden unsere Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf Qualität und Herstellkosten sicherstellen. Die finanzielle Unabhängigkeit, die eigene Finanzkraft sowie die Einbindung in das Finanzmanagement des Weltkonzerns sichern die Finanzierungsmöglichkeiten im Europäischen Markt. Schließlich garantieren auch unsere hochqualifizierten und engagierten Mitarbeiter die Umsetzung unserer Ziele. 4. Prognose und künftige Entwicklung des Konzerns4.1 Vorjahresprognose Der zur Planung erwartete Umsatzanstieg in Höhe von rund 41 Mio. € (oder 7,1%) fiel aufgrund der Umsatzzuwächse in der ersten Jahreshälfte deutlich stärker aus. Insgesamt konnte ein um 75,5 Mio. € höherer Umsatz erzielt werden. Aus den Serviceverträgen mit der Kennametal Europe GmbH und der Kennametal Inc. wurde ein um 3,8 Mio. € höherer Umsatz erwirtschaftet als geplant, was auf eine höhere Kostenbasis aufgrund von Annualisierungseffekten im Teilkonzern zurückzuführen ist. Die Kennametal India Ltd. übertraf mit einer Umsatzsteigerung von 29,1% deutlich die zurückhaltende Prognose. Das geplante EBIT in Höhe von rund 37 Mio. € wurde um 7,8 Mio. € übertroffen. Das geplante EBIT von circa 6,1 % vom Umsatz fiel mit erreichten 6,9% etwas besser aus. Ursächlich hierfür war insbesondere ein um 8,5 Mio. € besseres Ergebnis der Kennametal India Ltd., die aufgrund der im Geschäftsjahr 2021 anhaltenden Einschränkungen aus der Corona Pandemie sehr konservativ geplant hatte. 4.2 Künftige Entwicklung Für das Geschäftsjahr 2022/2023 rechnen wir mit einem moderaten Anstieg der Absatz- und Umsatzzahlen. Wir erwarten zwar ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, sind aber optimistisch, dieses Umsatzziel zu erreichen, welches sich immer noch unter den vor der Corona Krise erzielten Umsätzen befindet. Den Umsatzzuwachs prognostizieren wir mit ca. 5%, bei einem um ca. 3 Mio. € höherem EBIT und einem EBIT in % vom Umsatz von ca. 7%. Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann vor dem Hintergrund der zahlreichen Unsicherheiten und durch die im Risiko- und Chancenmanagement aufgeführten Risiken und Chancen gegenüber den aktuellen Erwartungen abweichen. Eine verlässliche längerfristige Aussage zu treffen, sehen wir uns aufgrund der derzeitigen konjunkturellen und wirtschaftspolitischen Dynamik nicht im Stande. Wir verfügen im nächsten Geschäftsjahr über ein solides Investitionsbudget, welches neben allen notwendigen Ersatzbeschaffungen weiterhin insbesondere Neuinvestitionen zur Modernisierung und Effizienzsteigerung der Produktionsstätten beinhalten. Aufgrund der stabilen Finanzlage sind wir jederzeit in der Lage, den dadurch entstehenden Finanzmittelbedarf zu decken. Die Mittelplanung hierfür trägt diesem Bedarf entsprechend Rechnung. 5. ZweigniederlassungsberichtInnerhalb der Kennametal Holding GmbH Gruppe bestehen folgende Zweigniederlassungen, die sich allesamt im europäischen Ausland befinden. Die Zweigniederlassungen haben einzeln und in Summe keine wesentliche Bedeutung für den Teilkonzern.
Fürth, den 4. November 2022 Kennametal Holding GmbH Christoph Heckel, Geschäftsführer Simon Weber, Geschäftsführer Konzernbilanz zum 30. Juni 2022 (in T €)der Kennametal Holding GmbHAKTIVA
Konzerngewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022 (in T€)der Kennametal Holding GmbH
Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022 (in T€)der Kennametal Holding GmbH
Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022 (in T€)der Kennametal Holding GmbH
1) Den gemäß §§ 298 Abs. 1, 268 Abs. 8 HGB (T€ 11.612) und gem. § 253 Abs. 6 S. 2 HGB (T€ 28) ansonsten zur Ausschüttung gesperrten Erträge stehen ausreichend freie Rücklagen gegenüber, so dass keine Ausschüttungssperre entstanden ist. 2) In der Bilanz erfolgt eine Verrechnung der Geschäfts- oder Firmenwerte mit der Kapitalrücklage gem. § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB i.d.F. vor Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetztes. Ein verbleibender negativer Unterschiedsbetrag wird gesondert im Eigenkapital als "In Vorjahren mit Kapitalrücklage verrechneter Geschäfts- oder Firmenwert" ausgewiesen. Konzernanhang vom 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022 für das Geschäftsjahrder Kennametal Holding GmbHDer Konzernabschluss der Kennametal Holding GmbH ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Geschäftsjahr 2021/2022 (01.07.2021 bis 30.06.2022) nach dem - international vorherrschenden - Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) erstellt. (1) Konsolidierungskreis Neben der Kennametal Holding GmbH wurden 13 inländische und 18 ausländische Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergaben sich keine Änderungen im Konsolidierungskreis. (2) Konsolidierungsgrundsätze Die Abschlüsse der einzelnen Unternehmen werden grundsätzlich entsprechend den Vorschriften zur Einbeziehung in den Konzernabschluss nach einheitlichen Konzernbilanzierungs- und -bewertungsmethoden aufgestellt. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für Tochterunternehmen, die ab dem Geschäftsjahr 2011/12 erstmals in den Konzernabschluss einzubeziehen waren, nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 1 HGB. Hierbei werden zunächst die zum Zeitpunkt des Anteilserwerbs vorhandenen stillen Reserven und Lasten im Tochterunternehmen aufgedeckt und der Anschaffungswert der Beteiligung mit dem anteiligen neubewerteten Eigenkapital verrechnet. Ein sich hierbei ergebender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- und Firmenwert, ein passivischer Unterschiedsbetrag gemäß § 301 Abs. 3 HGB auf der Passivseite der Konzernbilanz nach dem Eigenkapital gesondert ausgewiesen und gemäß § 309 Abs. 2 HGB erfolgswirksam aufgelöst. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für Unternehmenserwerbe, die bis zum 30.06.2010 vorgenommen wurden, nach der Buchwertmethode, durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung nach § 301 HGB, gültig in der Fassung vor Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (nachfolgend "a.F."). Geschäfts- und Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung werden gem. § 309 Abs. 1 S. 3 HGB a.F. mit den Rücklagen verrechnet. Die Anteile anderer Gesellschafter wurden anhand des am Bilanzstichtag vorhandenen konsolidierungspflichtigen Eigenkapitals ermittelt und innerhalb des Eigenkapitals als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen . In den Vorräten enthaltene Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen wurden nicht eliminiert, da sie für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind. Die Schuldenkonsolidierung erfolgte durch Aufrechnung der Forderungen mit den Verbindlichkeiten zwischen den voll konsolidierten Unternehmen. Die sich daraus ergebenden Differenzen wurden ergebniswirksam verrechnet. Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge wurden gegenseitig verrechnet. (3) Währungsumrechnung Die Währungsumrechnung erfolgte nach den Vorschriften des § 308a HGB. Dabei wurden die Aktiv- und Passivposten der auf fremde Währung lautenden Bilanzen der ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Devisenkassamittelkurs, die Posten der Gewinn- und Verlustrechnungen mit dem jeweiligen Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Das Eigenkapital wurde zu historischen Kursen umgerechnet. Wesentliche Unterschiedsbeträge zwischen Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung aus der Währungsumrechnung wurden im Posten Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital ausgewiesen. Zum Bilanzstichtag ergab sich eine Differenz aus Währungsumrechnung im Eigenkapital in Höhe von 27,3 Mio. € (Vorjahr 31,6 Mio. €). Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Aus Vereinfachungsgründen erfolgt die unterjährige Verbuchung mit dem Devisenkassamittelkurs vom letzten Tag des Vormonats. Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Stichtag mit dem niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Bilanzstichtag mit dem höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Erstmalig kommt im Geschäftsjahr DRS 25.97 zur Anwendung, da die Türkei als Hochinflationsland eingestuft wurde. Daher wenden wir für die Einbeziehung unseres Tochterunternehmens Kennametal Kesici Takimlar Samayi ve Ticaret A.S. die Indexrechnung gemäß DRS 25.104 an. Dabei werden die nicht monetären Posten und korrespondierenden Erträge und Aufwendungen mit Hilfe eines Konsumgüterpreisindex an die Preisverhältnisse/Kaufkraft zum Stichtag angepasst. Durch die Indizierung entstand ein Ertrag in Höhe von T€ 238. (4) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Sämtliche in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Konzernunternehmen haben wir einheitlich bewertet. Immaterielle Vermögensgegenstände wurden, soweit entgeltlich erworben, zu Anschaffungskosten aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, in der Regel 3 Jahre, planmäßig linear abgeschrieben. Die Sachanlagen wurden konzerneinheitlich zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, bewertet. Dabei wurde grundsätzlich linear abgeschrieben. Geschäfts- oder Fabrikgebäude werden in der Regel über 25 Jahre abgeschrieben. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der technischen Anlagen und Maschinen beträgt überwiegend 5 bis 8 Jahre, die der anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 4 und 15 Jahre. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wurden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben, wobei aus Vereinfachungsgründen gleichzeitig ein Abgang unterstellt wurde. Sofern der niedrigere beizulegende Zeitwert niedriger als der Buchwert ist, erfolgt eine Abschreibung von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bei dauerhafter Wertminderung bewertet. Am Jahresende wird der Wert der Beteiligungen über eine "Discounted Cash Flow (DCF) Methode" überprüft. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Waren und geleistete Anzahlungen wurden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bzw. Tageskurs bewertet. Unfertige und fertige Erzeugnisse wurden mit den Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die Materialkosten und die der jeweiligen Fertigungsstufe entsprechenden Fertigungslöhne sowie Material- und Fertigungsgemeinkosten und den Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Freiwillige soziale Aufwendungen und die betriebliche Altersversorgung wurden in die Herstellungskosten einbezogen. Durch umfassende, systematische Reichweitenabschläge, verbunden mit der Verschrottung nicht gängiger Artikel, wurde eine ausreichende Risikovorsorge getroffen. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden offen von den Vorräten abgesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zu Nominalwerten/Anschaffungskosten oder niedrigeren Zeitwerten bewertet. Erkennbare Einzelrisiken wurden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wurde durch die Pauschalwertberichtigung auf Forderungen ausreichend Rechnung getragen. Die Ermittlung latenter Steuern erfolgt nach dem bilanzorientierten Konzept infolge der BilMoG-Einführung. Von dem Aktivierungswahlrecht des §§ 298 Abs. 1, 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird Gebrauch gemacht. Rückstellungen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten und erkennbare Risiken in angemessenem und ausreichendem Umfang gebildet. Die Pensionsrückstellungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen passiviert. Verbundene Unternehmen der Kennametal Holding GmbH sind alle Unternehmen, die verbundene Unternehmen der Kennametal Inc., Pittsburgh, USA sind. Die Umsatzrealisierung erfolgt mit Übertragung der wesentlichen Chancen und Risiken auf den Käufer. Die Forschungs- und Entwicklungskosten werden aus Gründen der übersichtlicheren Darstellung separat von den anderen Aufwendungen gezeigt. Die Bundesagentur für Arbeit erstattet in Deutschland einen Teil der Aufwendungen zur Sozialversicherung, die im Rahmen der Kurzarbeit entstehen. Diese Erstattungen werden nach IDW-Stellungnahme HFA 1/1984 i.d.F. 1990, Abschnitt 2 d2) mit dem Personalaufwand verrechnet. Sonstige Steuern in Höhe von T€ 895 werden den einzelnen Funktionsbereichen zugeordnet und nicht gesondert dargestellt, da diese in ihrer Gesamtheit unwesentlich sind. (5) Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die immateriellen Vermögensgegenstände bestehen im Wesentlichen aus entgeltlich erworbenen Rechten und Patenten sowie Software. Die Zugänge des Sachanlagevermögens bei den Tochtergesellschaften betreffen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen. Die Entwicklung des Konzernanlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt, der diesem Konzernanhang als Anlage beigefügt ist. (6) Finanzanlagen Zum 30.06.2022 bestand im Konzern eine 100% mittelbare Beteiligung an einem Tochterunternehmen (Widia India Tooling Private Limited, Bangalore, Indien über Kennametal India Ltd.) in Höhe von T€ 244. Auf die Einbeziehung in den Konzernabschluss wurde gem. § 296 Abs. 2 HGB verzichtet, da die Gesellschaft insgesamt von untergeordneter Bedeutung für den Konzern ist. (7) Vorräte Die Vorratsbestände enthalten erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von T€ 4.802 (Vorjahr T€ 2.953), die von den Buchwerten der Vorräte offen abgesetzt werden. (8) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat die Gesellschaft entsprechend der Werthaltigkeit Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Zur Berücksichtigung des allgemeinen Kreditrisikos wurde eine Pauschalwertberichtigung gebildet. Zweifelsfrei uneinbringliche Forderungen wurden ausgebucht. Forderungen gegen verbundene Unternehmen:
In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen in Höhe von T€ 225.762 (Vorjahr T€ 212.580) gegenüber dem Gesellschafter enthalten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände haben sämtlich kurzfristigen Charakter. (9) Derivate Für Fremdwährungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten schließen die Kennametal Holding GmbH und andere Konzerngesellschaften zur Absicherung des Währungsrisikos Kurssicherungsgeschäfte ab. Zum Abschlussstichtag bestanden offene fixe Devisentermingeschäfte zum Nominalwert von T€ 34.424 (Vorjahreswert T€ 31.760) und einem nach § 314 Abs. 1 Nr. 11 HGB beizulegenden Zeitwert (ermittelt durch den jeweiligen Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag) von T€ 34.466. Diese Devisentermingeschäfte werden nicht bilanziert, da sich hieraus keine Verluste zum Bilanzstichtag ergeben. Der Stichtagskurs weicht nicht wesentlich vom vereinbarten Terminkurs ab. Die Restlaufzeit beträgt bis zu einem Monat. Das Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten wird nicht ausgeübt. (10) Rechnungsabgrenzungsposten Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Steuervorauszahlungen sowie sonstige Ausgaben, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Periode nach dem Bilanzstichtag darstellen. (11) Aktive latente Steuern Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ein Aktivüberhang der latenten Steuern von T€ 22.198 (Vorjahr T€ 18.083). Für die Ermittlung der latenten Steuern wurden folgende Steuersätze zu Grunde gelegt:
Die ermittelten aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen mit T€ 16.397 aus den Unterschieden in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz bei den Pensionsrückstellungen und mit T€ 1.924 aus sonstigen Rückstellungen. Weitere T€ 4.231 sind auf die bestehenden körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge zurückzuführen. Hierbei wurde ein Planungszeitraum von 5 Jahren zugrunde gelegt. Von dem Aktivierungswahlrecht des §§ 298 Abs. 1, 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wird Gebrauch gemacht. Die ermittelten passiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen mit T€ 515 aus den Unterschieden in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz im Anlagevermögen. (12) Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der Kennametal Holding GmbH beträgt T€ 2.500 und ist zum Nennwert angesetzt. (13) Kapitalrücklage Mit Beschluss vom 08. April 2019 leistete die Kennametal Europe GmbH eine Einlage in die Kennametal Holding GmbH in Höhe von T€ 59.424. Diese Kapitalrücklage bleibt im Berichtsjahr unverändert. (14) In Vorjahren mit Kapitalrücklage verrechneter Geschäfts- oder Firmenwert Die aus den Erwerben bis zum 30.06.2010 resultierenden Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden entsprechend der Buchwertmethode mit den Kapitalrücklagen in Höhe von T€ 447.175 verrechnet (aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von T€ 489.077) bzw. in die Gewinnrücklagen eingestellt (passiver Unterschiedsbetrag von T€ 31.205). Der dadurch entstandene Posten "In Vorjahren mit Kapitalrücklage verrechneter Geschäfts- oder Firmenwert" beträgt T€ - 38.537. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Transparenz wurde der Eigenkapitalspiegel (entgegen DRS 22) daher um eine separate Spalte ergänzt, um diesen Posten separat ausweisen zu können. (15) Andere Gewinnrücklagen Die anderen Gewinnrücklagen enthalten weiterhin die aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG resultierenden erfolgsneutralen Anpassungsbuchungen (T€ 25.978) zum 1. Juli 2010. (16) Rückstellungen Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Pensionsrückstellungen werden mit den durchschnittlichen Marktzinssätzen der vergangenen zehn Geschäftsjahre abgezinst. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen der deutschen Gesellschaften werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach der Projected Unit Credit Method unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Zur Vermeidung von wesentlichen Abweichungen wurde der Rechnungszins (Stand 31.Mai 2022) auf den Bilanzstichtag (30. Juni 2022) prognostiziert. Dieser Zinssatz beträgt 1,78 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,5 % und Rentensteigerungen von jährlich 2,00 % bzw. 3,00 % (Sintec) unter Berücksichtigung einer Fluktuationswahrscheinlichkeit (gestaffelt nach Alter und Geschlecht) zugrunde gelegt. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 S. 1 HGB beträgt T€ 7.073.
Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in allen Ländern jeweils die aktuellen Sterbetafeln berücksichtigt. Bei den pensionsähnlichen Verpflichtungen handelt es sich um die aufgrund lokaler gesetzlicher Regelung erforderliche Gewährung von Zahlungen (Trattamento di fine rapporto, kurz TFR) an die Arbeitnehmer der italienischen Gesellschaft im Fall des Austritts aus dem Unternehmen. Der jährliche Sparbeitrag entspricht 7,41% des Jahreslohnes. Das Sparguthaben wird mit 1,5% zuzüglich 75% der landesüblichen Inflation verzinst. Der Berechnung wird derjenige Zinssatz zugrunde gelegt, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der von jedem berechtigten Mitarbeiter ratierlich während seiner Dienstzeit erdiente Anspruch wird als Rückstellung erfasst. Zum 30.06.2022 beträgt dieser T€ 2.610 (VJ T€ 2.607). Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach Maßgabe des Blockmodells gebildet. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 0,28 % p.a. bei einer Restlaufzeit von 2 Jahren und auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen (Projected Unit Credit Method). Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden für zum Bilanzstichtag bereits abgeschlossene Altersteilzeitvereinbarungen gebildet. Bei der Ermittlung der Rückstellung wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,5 % angenommen. Die gesetzliche Verpflichtung zur Insolvenzsicherung des Wertguthabens erfolgt mittels Bankbürgschaft. Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach der Projected Unit Credit Method unter Berücksichtigung einer Fluktuationswahrscheinlichkeit sowie einem Rechnungszinssatz von 1,37 % unter Annahme einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck verwendet. In den sonstigen Rückstellungen werden für sämtliche rechtliche oder faktische Verpflichtungen Rückstellungen ausgewiesen. Im Wesentlichen beinhalten die sonstigen Rückstellungen Personalkostenrückstellungen, Rückstellungen für Gewährleistungen und Altlasten (Umweltschutzrückstellungen) sowie ausstehende Rechnungen von Dritten. (17) Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegen Gesellschafter in Höhe von T€ 45.999 (Vorjahr T€ 41.809) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten von T€ 11.032 (Vorjahr T€ 11.011) sind allesamt kurzfristig. Es bestanden im Konzern am Bilanzstichtag keine durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherten Verbindlichkeiten. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen übliche Eigentumsvorbehalte. (18) Umsatzerlöse Seit dem Geschäftsjahr 2016/2017 werden folgende Erlöse - die in Vorjahren unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurden - unter den Umsatzerlösen ausgewiesen:
Zusätzlich werden aus den Funktionskosten den Umsätzen entsprechende Kosten in Höhe von T€ 63.171 (Vorjahr T€ 59.507) in die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen umgegliedert. Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
Der Konzern hat keinen Kunden mit dem er mehr als 10 % seines gesamten externen Umsatzes tätigt. (19) Kosten Forschung und Entwicklung Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beinhalten Personal- und Sachkosten sowie Abschreibungen und Gemeinkostenzuschläge. Unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit führen wir im Auftrag der Kennametal Inc. durch. Die Rechte hieraus gehören damit der Kennametal Inc. Die Kosten für diesen Bereich werden mit entsprechendem Aufschlag erstattet. (20) Sonstige betriebliche Erträge
Von hoher Größenordnung waren im Berichtsjahr die Erträge aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen (T€ 4.527). Diese stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Korrekturen der Rückstellungen bei der Widia Produktions GmbH & Co. KG, der Widia GmbH und der Kennametal Produktions GmbH & Co. KG. Da die Kosten für diese Maßnahmen ursprünglich von der Kennametal Europe GmbH übernommen wurden, erfolgte eine Rückzahlung der aufgelösten Beträge im Berichtszeitraum. Die periodenfremden Erträge setzen sich im Wesentlichen aus Erträgen aus der Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens in Höhe von T€ 403 zusammen. (21) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Von hoher Größenordnung waren im Berichtsjahr die Aufwendungen in Bezug auf Restrukturierungsmaßnahmen (T€ 4.617). Diese stehen im Zusammenhang mit Rückzahlungen von in Vorperioden durch die Kennametal Europe GmbH übernommen Restrukturierungsaufwendungen der Widia Produktions GmbH & Co. KG, der Widia GmbH und der Kennametal Produktions GmbH & Co. KG. Die periodenfremden Aufwendungen setzen sich darüber hinaus im Wesentlichen aus Verlusten aus der Veräußerung von Gegenständen des Anlagenvermögens in Höhe von T€ 194 zusammen. (22) Haftungsvergütungen
Hierbei handelt es sich um Haftungsvergütungen der Real Estate Gesellschaften an deren Komplementärin Kennametal Europe GmbH, die außerhalb des Konzerns der Kennametal Holding GmbH liegt. Die Zahlen des Vorjahres enthalten Korrekturen für rückwirkende vertragliche Veränderungen. (23) Zinsergebnis Das Zinsergebnis gliedert sich wie folgt:
(24) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Der Steueraufwand resultiert überwiegend aus der Kennametal Holding GmbH, der Kennametal India Ltd. und der Widia GmbH. (25) Materialaufwand
(26) Personalaufwand
(27) Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter
(28) Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung Die Bezüge des Aufsichtsrats für das abgelaufene Geschäftsjahr betrugen T€ 100 (VJ T€ 95). Die Angabe der Geschäftsführergehälter ist unter Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 314 Abs. 3 HGB unterblieben. Für ehemalige Geschäftsführer bestehen zum Bilanzstichtag Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 1.938 (VJ T€ 1.830). Im Geschäftsjahr wurden keine laufenden Bezüge für ehemalige Geschäftsführer bezahlt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung der Kennametal Holding GmbH sind separat unter dem Punkt "Organe der Gesellschaft" in den Anlagen aufgeführt. (29) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
(30) Nahestehende Unternehmen und Personen Als nahestehende Unternehmen gelten insbesondere die (verbundenen) Unternehmen des Weltkonzerns Kennametal Inc., soweit diese nicht in diesem Konzernabschluss konsolidiert sind. Die Geschäftsvorfälle betreffen Eigenproduktion, Handel und Lohnfertigung T€ 20.669 (Vorjahr T€ 22.695), Serviceleistungen T€ 65.305 (Vorjahr T€ 61.622) und bezogene Waren T€ 361.681 (Vorjahr T€ 330.461). Zum Bilanzstichtag betrugen die Forderungen T€ 231.385 (Vorjahr T€ 214.578), davon aus Finanzierung T€ 197.937 (Vorjahr T€ 188.798), die Verbindlichkeiten T€ 113.601 (Vorjahr T€ 106.913), davon aus Finanzierung T€ 64.381 (Vorjahr T€ 40.266). Die Preisgestaltung erfolgt nach marktgerechten Ansätzen. Als nahestehende Personen gelten die Mitarbeiter der Geschäftsführung und die Mitglieder des Aufsichtsrats. Außer den Vergütungen für die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat bestehen keine Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen. (31) Abschlussprüferhonorar Das Gesamthonorar für den Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020/2021 beträgt T€ 428 und entfällt auf Abschlussprüfungsleistungen. (32) Weitere Angaben zur Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfond entspricht dem Bilanzposten "Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Ertragssteuererstattungen in Höhe von T€ 822 (Vorjahr T€ 394) vereinnahmt und Ertragsteuerzahlungen in Höhe von T€ 10.903 (Vorjahr T€ 10.441) geleistet. Im Geschäftsjahr 2022 wurden T€ 76 periodenfremder Steuerertrag (im Vorjahr T€ 1.552) und T€ 1.955 periodenfremder Steueraufwand (im Vorjahr T€ 164) erfasst. (33) Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines Jahresabschlusses Die Kennametal GmbH, Kennametal Deutschland GmbH, Kennametal Produktions GmbH & Co. KG, Kennametal Real Estate GmbH & Co. KG, Kennametal Deutschland Real Estate GmbH & Co. KG, Rübig Real Estate GmbH & Co. KG, Kennametal Widia Real Estate GmbH & Co. KG, Widia GmbH, Kennametal Widia Produktions GmbH & Co. KG, Kennametal Infrastructure GmbH, Kennametal Logistics GmbH, Kennametal Shared Services GmbH und Kennametal Sintec Keramik GmbH haben von § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB (Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung, Prüfung und Offenlegung ihres Jahresabschlusses) Gebrauch gemacht. (34) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag (Nachtragsbericht) Vorgänge, von besonderer Bedeutung mit wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sind nach dem Ende des Geschäftsjahres nicht eingetreten. (35) Sonstige Angaben Die Kennametal Holding GmbH hat ihren Sitz in Fürth, Bayern, und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Fürth (HRB 7924). Die Kennametal Holding GmbH und ihre Tochtergesellschaften gehören zum Konzernkreis der Kennametal Inc., 600 Grant Street, Pittsburgh, PA 15219, USA. Die Kennametal Inc. stellt einen Konzernabschluss für den größten und zugleich kleinsten Kreis von Unternehmen auf, dem die Kennametal Holding GmbH angehört. Der Konzernabschluss der Kennametal Inc. ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich. Die Geschäftsführung wird der Gesellschafterin vorschlagen, den Bilanzgewinn der Kennametal Holding GmbH in Höhe von T€ 22.990 auf neue Rechnung vorzutragen. Die Aufstellung des Konsolidierungskreises als Bestandteil des Konzernanhangs ist in der Beteiligungsliste in der Anlage ersichtlich.
Fürth, den 4. November 2022 Kennametal Holding GmbH Christoph Heckel, Geschäftsführer Simon Weber, Geschäftsführer Entwicklung des Konzernanlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022 (in T€)der Kennametal Holding GmbH
1 inkl. Währungsumrechnungsdifferenzen 2 inkl. Bereinigung der Inflationseffekte aus Hochinflationsländern nach DRS 25 Beteiligungsliste der Kennametal Holding GmbH
*1) Ergebnisabführungsvertrag mit ihrer Muttergesellschaft *2) Produktionsunternehmen *3) Das Eigenkapital der Gesellschaft betrug zum 30.06.2022 T€ 1.687, Jahresfehlbetrag T€ 66. Organe der GesellschaftMitglieder des Aufsichtsrats - Arbeitgebervertreter:
Mitglieder des Aufsichtsrats - Arbeitnehmervertreter:
Mitglieder der Geschäftsführung:
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Kennametal Holding GmbH, Fürth Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Kennametal Holding GmbH, Fürth, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 30. Juni 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und dem Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Kennametal Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlage berichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Nürnberg, den 4. November 2022 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Marco See, Wirtschaftsprüfer Larisa Geppert, Wirtschaftsprüferin Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2022 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben ordnungsgemäß wahrgenommen. Insbesondere hat der Aufsichtsrat die Arbeit der Geschäftsleitung sorgfältig und regelmäßig überwacht. Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung Der Aufsichtsrat hat die Arbeit der Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021/2022 (1.7.2021 bis 30.6.2022) entsprechend seiner satzungsgemäßen und gesetzlichen Pflichten überwacht und beratend begleitet. Durch mündliche und schriftliche Berichterstattung informierte die Geschäftsführung den Aufsichtsrat über den aktuellen Geschäftsverlauf sowie die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Gesellschaft und über alle wesentlichen Entscheidungen. Im Geschäftsjahr 2021/2022 lag ein besonderer Schwerpunkt der Berichterstattung weiterhin bei der Entwicklung der Liquidität und der Sicherung der Finanzierung innerhalb des Konzerns. Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die aktuelle und zukünftige Entwicklung der verfügbaren Liquidität sowie die Entwicklung der Bank Covenants für den Konsortialkredit informiert. Dem Aufsichtsrat wurden die Markt- und Absatzsituation des Unternehmens vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die finanzielle Lage der Gesellschaft und der Tochtergesellschaften, deren Ertragsentwicklung sowie die Unternehmensplanung dargelegt. Im Rahmen der quartalsmäßigen Berichterstattung wurden jeweils Umsatz und Ergebnis der Europäischen Gruppe sowie des Gesamtkonzerns dargestellt. Die dem Aufsichtsrat aufgrund von gesetzlichen oder satzungsgemäßen Bestimmungen oder aufgrund der Geschäftsordnung zur Genehmigung vorgelegten Vorgänge prüfte er und besprach sie zeitnah mit den Geschäftsführern. Schwerpunktthemen der Aufsichtsratssitzungen Im abgelaufenen Geschäftsjahr traf sich der Aufsichtsrat zu drei regulären Sitzungen, in denen die Geschäftsführer ausführlich mit schriftlichen und mündlichen Berichten über die Lage und Entwicklung der Kennametal Holding GmbH und deren Tochtergesellschaften informierten. Schwerpunkte der Berichterstattung waren alle ergriffenen Maßnahmen, um die Auswirkungen der Pandemie, der Lieferkettenengpässe, und der Ukraine-Krise zu begrenzen, sowie die Entwicklung der verfügbaren Liquidität und die Sicherstellung der Finanzierung der Gruppe. Die Berichterstattung und Diskussion erstreckte sich auf die Bereiche Marketing und Vertrieb, Forschung und Entwicklung, Produktion, Personalentwicklung sowie Finanzen und das Risikomanagement. Im Einzelnen wurden in den drei Sitzungen die nachfolgenden Themen vertieft erörtert: In der Sitzung am 28. September 2021 lag der Schwerpunkt auf der aktuellen Geschäftsentwicklung im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2022, und der Vorstellung des Jahresplans. Der Jahresplan wurde vom Aufsichtsrat nur unter Vorbehalt genehmigt, da aufgrund der durch das aktuelle Geschäftsumfeld verursachten Unsicherheiten im Hinblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung das Board of Directors der Kennametal Inc. entschieden hat, einen offiziellen Geschäftsplan für das laufende Geschäftsjahr erst mit dem Ende des 2. Quartals zu veröffentlichen. Es wurde entschieden eine erneute Vorlage und Verabschiedung des Plans nur für den Fall erheblicher Abweichungen vom ursprünglichen Plan durchzuführen, was sich als nicht notwendig herausstellte. Weitere Schwerpunkte der Sitzung lagen bei der Entwicklung auf dem Automobilmarkt, der Liquiditätsentwicklung, und dem Risikomanagement der Kennametal Gruppe. In der Sitzung vom 25. November 2021 beschäftigte sich der Aufsichtsrat zunächst intensiv mit dem Jahres- und Konzernabschluss 2021, dem zusammengefassten Lagebericht, und dem Prüfungsbericht des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2021. Der Abschlussprüfer erläuterte die Prüfberichte einschließlich der Prüfungsschwerpunkte. Die Geschäftsleitung berichtete über den Konzernabschluss und die wesentlichen Einzel-Abschlüsse. Weitere Schwerpunkte lagen bei der Liquiditätsentwicklung, den Finanzergebnissen, und den Investitionstätigkeiten von Kennametal in den deutschen Werken. In der Sitzung am 27. April 2022 lag der Schwerpunkt auf der aktuellen Geschäftsentwicklung im 3. Quartal 2022, sowie auf möglichen weiteren Auswirkungen der Covid-19 Pandemie, der geopolitischen Unsicherheiten, und der globalen Versorgungsengpässe auf die Kennametal Gruppe und auf die Absatzmärkte der Gruppe. Ein Schwerpunktthema war der Stand der Maßnahmen zur Sicherung der Rohstoff- und Energiebereitstellung für die Europäischen Werke. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand beziehungsweise steht der Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigem Informationsaustausch mit der Geschäftsführung. Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat Folgende Änderungen in der personellen Zusammensetzung des Aufsichtsrats fanden im Geschäftsjahr 2022 statt: Herr Antonio Lopez hat sein Mandat als Vertreter der Arbeitnehmer und Stellvertretender Vorsitzender mit Wirkung zum 31.03.2022 niedergelegt. Mit dem Ausscheiden von Herrn Lopez rückte Herr Baierl als dessen Ersatzkandidat nach. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Lopez für die konstruktive und langjährige Mitarbeit. Änderung der Satzung und Geschäftsordnung Mit Eintragung ins Handelsregister zum 19.08.22 wurde die Satzung der Gesellschaft an die veränderten Anforderungen bezüglich Einladung und Durchführung der Aufsichtsratssitzungen angepasst. Insbesondere wurde die Durchführung der Aufsichtsratssitzungen als reine Präsenz-Sitzung erweitert um die Möglichkeiten der Durchführung als reine Video-Konferenz oder als Hybrid-Sitzung in welcher den Mitgliedern sowohl Präsenz als auch Video-Teilnahme und Abstimmung ermöglicht wird. Eine entsprechende Anpassung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats wurde erörtert und wird in der Aussichtsratssitzung am 24.11.2022 zur Beschlussfassung vorgelegt. Ausschüsse Eine Einberufung des Ausschusses nach § 27 Abs. 3 MitbestG und des Arbeitsausschusses war nicht erforderlich. Der Prüfungsausschuss hat drei Mal im Geschäftsjahr vor den Aufsichtsratssitzungen getagt. Schwerpunkte der Sitzungen waren das Liquiditätsmanagement im Konzern, die ergriffenen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung in den Standorten, die Arbeit der internen Revision, das Risikomanagement im Konzern, sowie Inhalt und Umfang der Abschlussprüfung des Wirtschaftsprüfers. Der Vorsitzende hat, in den sich anschließenden Aufsichtsratssitzungen, jeweils über den Verlauf dieser Prüfungsausschusssitzungen berichtet. Jahresabschluss Der von der Geschäftsführung vorgelegte Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 30.6.2022 sowie der zusammengefasste Lagebericht sind einschließlich der Buchführung von der PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Nürnberg, geprüft worden. Für den nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB aufgestellten Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht hat der Abschlussprüfer den im Konzerngeschäftsbericht abgedruckten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Prüfungsbericht für den Konzernabschluss enthielt die folgenden besonders wichtigen Prüfungsschwerpunkte:
Der mit 7,1% geplante Umsatzanstieg zum Vorjahr ist aufgrund der Umsatzzuwächse in der ersten Jahreshälfte stärker und liegt bei € 75,5 Mio. (13,1%). Hauptursache für die prozentuale Verbesserung des operativen Ergebnisses war die Rücknahme der temporären Absenkung der vertraglichen Zielmarge der "Limited Risk Distributor" Gesellschaften sowie die Erhöhung der "Cost-Plus"-Aufschläge der "Toll-Manufacturing" Gesellschaften. Die Anpassung der Transferpreise war aufgrund der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf Fertigungsvolumen und Absatzzahlen im Geschäftsjahr 2021 notwendig geworden, und wurde im Geschäftsjahr 2022 wieder auf die ursprünglichen Werte zurückgesetzt. Das geplante EBIT in Höhe von € 37 Mio. wurde um € 7,8 Mio. übertroffen. Das EBIT im Verhältnis zu den Umsatzerlösen liegt mit 6,9% auch über dem geplanten Ziel von 6,1%. Ursächlich hierfür war insbesondere das höhere Ergebnis der Kennametal India Ltd. (+ € 5,7 Mio.), die aufgrund der im Geschäftsjahr 2021 anhaltenden Einschränkungen aus der Covid-19 Pandemie sehr konservativ geplant hatte. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht im Rahmen der gesetzlichen Prüfung geprüft. Die Gesellschafterversammlung stellte in Anwesenheit des Aufsichtsrates den Jahresabschluss gem. §§ 42a, 46 Nr. 1 GmbHG fest. Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsführung sowie der gesamten Belegschaft für ihre Leistungen und ihren engagierten Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr und den Vertretern der Belegschaft für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse der Gesellschaft.
Fürth, den 24.11.2022 Der Aufsichtsrat Dr. Eberhard Rauch, Vorsitzender Der Konzernabschluss zum 30. Juni 2022 wurde am 24. November 2022 gebilligt. |
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