Mecklenburger Backstuben GmbHLiquidiert

17192 Waren (Müritz), DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Neubrandenburg HRB 195
Eingetragen
19.7.1990
Branche
Herstellung von DauerbackwarenGroßhandel mit Mehl und GetreideproduktenHerstellung von Backwaren, ohne Dauerbackwaren
Gegenstand
die Produktion und der Vertrieb von Lebensmitteln, insbesondere von Backwaren aller Art und gefrosteten Erzeugnissen, das Führen gastronomischer Betriebe sowie die Vermietung von Räumen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Kathrin Rossa
seit 5.8.2009
Geschäftsführer
Bärbel Neumann
seit 19.6.2006
Prokura
Günther Neumann
seit 19.6.2006
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Identifizierte Personen (3)

NameAnteil
30.33%
30.33%

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
33.34%

Gesellschafter

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

Germany
666.700 DM
33.34%

Beteiligungen

NameAnteil
33.34%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mecklenburger Backstuben GmbH

Waren (Müritz)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht 2022

1. Grundlagen der Gesellschaft

Der Geschäftszweck der Gesellschaft ist die Herstellung, der Vertrieb und der Verkauf von Backwaren.

Ein Großteil der Backwaren wird über die eigenen Filialen verkauft.

Bei den Produkten handelt es sich vorrangig um Brote, Brötchen und Feinbackwaren. Frischbackwaren werden ausschließlich in den eigenen Filialen angeboten oder über die Streckenbelieferung an Küchen, Kantinen, Kliniken oder Wiederverkäufer (Händler) geliefert. Der Export von tiefgefrorener Backware nach Skandinavien ist ein wichtiger Eckpfeiler des Vertriebes der Gesellschaft. Bei den Kunden für Tiefkühlbackwaren im In- und Ausland handelt es sich um den Lebensmitteleinzelhandel, aber auch um Caterer oder Großhändler.

Die tägliche Belieferung der 50 eigenen Filialen sowie der 188 Streckenkunden mit Frischbackware erfolgt flächendeckend in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Nordbrandenburg mit eigenen Lieferfahrzeugen.

Die Auslieferung von Tiefkühlbackwaren erfolgt ausschließlich mit Hilfe von Speditionen.

Es gibt in Deutschland drei Arten von Bäckereien. Das sind die Handwerksbäckereien, deren Anteil laut dem Verband der Großbäckereien mit sinkender Tendenz auf ca. 10 % geschätzt wird[1]. Filialbäckereien, die meist Teil eines Filialnetzes sind, liefern unverpacktes Brot und unverpackte Backwaren im Bedienungsverkauf. Kennzeichnend für diese Form der Bäckerei ist die zentrale Produktion, das heißt die Backwaren werden oft in den Filialen "just in time" fertig gebacken. Der Marktanteil wird auf 40 % geschätzt. Lieferbäckereien liefern verpackte und unverpackte Backwaren an den Lebensmitteleinzelhandel und an Discounter, aber auch Großverbraucher, wie Kliniken und Altenheime. Für den Lebensmitteleinzelhandel wird die Ware überwiegend verpackt für das Selbstbedienungsregal oder unverpackt für die Backstationen geliefert. Der Marktanteil der Lieferbäckereien wird mit leicht ansteigender Tendenz auf 45 % geschätzt.

Das Konzept der Mecklenburger Backstuben enthält, wie eingangs geschildert, Elemente aller drei Arten der genannten Bäckereitypen. Das ermöglicht einerseits flexibles Reagieren auf Veränderungen des Marktes, erfordert andererseits aber eine sehr komplexe Steuerung der Produktionsprozesse sowie aller inneren Abläufe. Die bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren sind die Betriebsleistung und das EBITDA.

[1] Verband Deutscher Großbäckereien e.V., Ausgewählte Strukturdaten zum Backmarkt in Deutschland, Seite 3, September 2020

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Entwicklung der Branche

Neben den Verschiebungen zwischen der handwerklichen und industriellen Herstellung von Backwaren vollzieht sich gleichzeitig auch innerhalb der Brot- und Backwarenindustrie ein tiefgreifender Strukturwandel, der mit einem anhaltenden Konsolidierungs- und Konzentrationsprozess durch Übernahmen und Zukäufe einerseits und Betriebsaufgaben andererseits einhergehen.

Ursachen für den anhaltenden Verdrängungswettbewerb ist der zunehmende Druck zur Anpassung an Veränderungen verschiedener Rahmenbedingungen. Zu nennen sind hier insbesondere das nicht nur durch Corona stark veränderte Verbraucherverhalten sowie starke Preiserhöhungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten. Auf die Veränderungen in diesen Bereichen reagieren die Unternehmen vor allem mit der Weiterentwicklung ihres Sortiments und der Straffung der Produktionsprozesse mit einhergehender digitaler Begleitung aller Prozesse in den Unternehmen.

Der industrielle Teil des Backwarengewerbes ist von Großbetrieben gekennzeichnet, die über eine eigene Logistik oder über ein externes Logistikunternehmen den Lebensmitteleinzelhandel, Großverbraucher und/oder eigene Filialen mit ihren Erzeugnissen beliefern.

Die in Deutschland produzierenden Großbäckereien sind zunächst in Liefer- und Filialbäckereien zu differenzieren. Die Lieferbäckereien verbreiten ihre Produkte größtenteils überregional, insbesondere über die verschiedenen Betriebsformen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH).

Der LEH bezieht dabei drei verschiedene Produktgruppen von den Lieferbäckereien:

• Verpackte und verzehrfrische (d.h. fertig gebackene) Brot- und Backwaren für das Selbstbedienungsregal (SB-Regal) in den Märkten,

• Verpackte und zum Teil tiefgekühlte Brot- und Backwaren, die der Konsument zu Hause aufbackt (ebenfalls für das SB-Regal in den Märkten),

• Bake-off-Ware (auch als Pre-bake-Ware bezeichnet), die frisch, gekühlt, halbgebacken oder tiefgekühlt in Form von Teiglingen von den Großbäckereien geliefert und im Markt in Backöfen fertig gebacken wird.

Bild

Abbildung 1: Kategorisierung der Unternehmenslandschaft

Quelle: https://www.boeckler.de/pdf/p_study_hbs_378.pdf , Seite 22, , Abruf: 19.04.2022

Neben der Belieferung des LEH setzen die Lieferbäckereien ihre Produkte frisch, teilgebacken und tiefgekühlt über die Gastronomie und andere Großverbraucher wie Krankenhäuser oder Hotels ab.

Neben der Konkurrenz durch den Lebensmitteleinzelhandel haben im Jahr 2022 insbesondere die Rohstoff- und Energiepreise sowie die dreimalige Erhöhung des Mindestlohnes den Bäckereien zu schaffen gemacht.

Vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Krieges sind vor allen Dingen die Preise für Mehl und Butter, aber auch die Gaspreise stark gestiegen. Beispielsweise sind die Erzeugerpreise für Weizenmehl im Jahr 2022 um über 38 Prozent gestiegen (Kundenservice statista).

Die steigenden Rohstoffkosten, sparsame Kunden und der höhere Mindestlohn mit den sich daraus ergebenden Veränderungen des gesamten Lohngefüges belasten die Bäckereien dauerhaft stärker.

Schon vor der Inflation haben sich die Verzehrgewohnheiten der Kunden geändert. Das Abendbrot verliert immer mehr an Bedeutung. Allein zwischen Januar und Mai 2022 kauften die Kunden bereits 8,2 % weniger Backwaren als noch im Vorjahreszeitraum (Energiekosten: Das Leid der Bäckereien in fünf Grafiken (wiwo.de), WirtschaftsWoche vom 17. September 2022)

Vor der Pandemie im Jahr 2019 haben die Kunden im selben Zeitraum noch rund ein Kilogramm mehr Brot pro Haushalt gekauft, berichtet die WirtschaftsWoche.

"Außerdem kaufen die Deutschen ihre Brötchen nicht mehr so häufig beim Bäcker. Tatsächlich machen die Bäckereien nur noch rund 32 Prozent des Umsatzes mit Brot und Backwaren aus, zeigen Daten der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) für den Zeitraum Januar bis Ende Mai 2022 ( Quelle: Wirtschaftswoche 17.09.). Zwischen Januar und Mai 2022 ging damit der Verkauf der Bäckereien sogar um zehn Prozent zurück. Auch die Bäckerfilialen im Supermarkt verloren 15 Prozent. Das könnte darauf hindeuten, dass die deutschen Konsumenten und Konsumentinnen in der Inflation auch an ihren Brötchen sparen."

"Nur die Discounter konnten mehr Backwaren verkaufen als im Vorjahreszeitraum. Aldi, Lidl und Co stehen mittlerweile für fast ein Viertel des Umsatzes mit Brot und Backwaren in Deutschland. Davon profitieren auch die Großbäcker, wie Lieken oder Mestemacher, die ihre Produkte vor allem in den Supermarktregalen anbieten. Der größte Brotbäcker Deutschlands ist mittlerweile Harry. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen einen Marktanteil von 37,8 Prozent an den im Lebensmittelhandel verkauften Brot und Aufbackwaren. Der Umsatz der Unternehmensgruppe hat sich in den vergangenen 15 Jahren beinahe verdoppelt. Mittlerweile verkauft Harry Brot und Aufbackbrötchen für mehr als eine Milliarde Euro im Jahr."

Wie am Markt insgesamt, sind auch die Verbraucherausgaben für Bio-Back- und Brotwaren 2022 gesunken, wobei sich für Bio-Backwaren - nach einem kräftigen Plus in 2021 - in 2022 stärkere Rückgänge abzeichnen als bei Bio-Brot.

Das Öko-Barometer 2022 stellt bei Intensivkäufern, also denjenigen, die angeben häufig oder ausschließlich Bio-Backwaren zu kaufen, ebenfalls einen deutlichen Rückgang von 9 % fest (Quelle: Allgemeine Bäckerzeitung, 04.03.2023).

2.2. Geschäftsverlauf

2.2.1. Umsatzentwicklung allgemein

Auch das Jahr 2022 stand wieder unter erschwerten Bedingungen.

So wurden die Coronaeinschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern erst ab Karfreitag (15. April 2022) vollständig aufgehoben. Durch diese Kurzfristigkeit fehlte ein Großteil der Touristen zu Ostern aber auch in der dann folgenden ungewöhnlich heißen Sommersaison. Das führte zu erheblichen Umsatzeinbußen in der eigenen Filialkette.

Ungewissheit und teilweise Unplanbarkeit - in Auswirkung der Folgen des Ukrainekrieges - bestimmten den Geschäftsalltag.

Gegenüber 2021 konnte dennoch der Jahresumsatz um 14,9 % erhöht werden. Dabei haben z. B. nachstehend aufgeführte Bereiche folgende Anteile an der Steigerung:

• Filialen +15,5 %
• Streckenkunden +58,3 %
• Tiefkühl Backwaren +8,9 %

Wegen der sich völlig unplanbar entwickelnden Rohstoffkosten, die dann noch mit teilweise fehlender Verfügbarkeit verbunden waren, stellte es eine Herausforderung dar, bestehende Lieferverträge unter dem Aspekt der notwendigen Wirtschaftlichkeit einzuhalten.

Zur Mitte des Jahres gelang es, einen größeren Auftrag im Bereich Tiefkühlbackwaren zu akquirieren, der einen wesentlichen Beitrag zur Auslastung der Anlagen und damit zur Senkung der Fixkosten leistete.

Die positive Entwicklung beim Ausbau der Streckenkunden ist ein Resultat der Veränderungen des Bedarfs der Marktteilnehmer in Verbindung mit unseren Akquisitionsaktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg.

2.2.2. Filialentwicklung

Einer deutlich besseren Umsatzentwicklung in unseren eigenen Läden und Cafés standen eine Reihe von externen Rahmenbedingungen auch in 2022 entgegen. Hierzu im Folgenden einige Fakten:

• Corona Verordnung schränkt den Tourismus bis Gründonnerstag ein - Lockerungen werden so kurzfristig entschieden, so dass Urlauber keine Planungssicherheit hatten

• ungewöhnlich heißer Sommer

• fehlende Touristen in Mecklenburg-Vorpommern in den Herbstferien

• eingeschränkte Verfügbarkeit von Arbeitskräften führt zu reduzierten Öffnungszeiten in Filialen

• hohe Jahresteuerungsrate von +7,9 % führt zu Kaufzurückhaltung der Kunden

Die strategische Entwicklung des Filialnetzes wurde dennoch weitergeführt. Neben der Schließung von zwei unrentablen Standorten wurden zwei Bestandsfilialen grundlegend erneuert und um fünf Filialen wurde unser Netz erweitert.

Wegen der gestiegenen Gesamtkosten war es erforderlich, im Laufe des Jahres drei Preiserhöhungen umzusetzen.

Der Kundenbon konnte im Vergleich zum Vorjahr um 13 % erhöht werden und die Stundenleistung der Verkäuferinnern erhöhte sich um 7 %.

Bei den Investitionen hatte die Anschaffung neuer Ofentechnik den Vorrang, die zu deutlichen Effizienzgewinnen führte.

2.2.3. Produktion

Auf Grund der behördlichen Anordnungen und der damit verbundenen fehlenden Auslastung der Produktionsanlagen wurde zu Jahresbeginn das Instrument Kurzarbeit in der Produktion genutzt.

Neben der weiteren Optimierung der Prozesse war die Vorbereitung oder auch schon Umsetzung von Maßnahmen der Digitalisierung eine Hauptaufgabe. Die Einführung einer neuen Software zur Silo- und Rezeptführung führte umgehend zu einer deutlich verbesserten Sicherheit beim Umgang mit Rezepturen.

Die Einführung eines neuen ERP-Systems als Cloud-Lösung wurde vorbereitet.

Investitionen bzw. Instandhaltungen wurden in folgenden Bereichen realisiert:

• Brötchenverpackungslinie

• Erneuerung Kleinkomponentenanlage

• MiWe-Durchlaufofen

• Vorbereitung des neuen Spiralfrosters

• Brötchenlinie

Folgende Audits wurden erfolgreich abgeschlossen:

• IFS International Featured Standards Food - Higher Level

• Bio Audit

• Energie-Audit nach ISO 50001

2.2.4. Beschaffung

Wegen der auch noch zu Beginn des Jahres 2022 anhaltenden Coronakrise sowie der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Folgen für den Rohstoffmarkt kam es zu teilweise weiteren erheblichen Steigerungen der Preise für Rohstoffe, Materialien, Ersatzteile oder auch Investitionsgüter.

Dank des gut organisierten Einkaufsmanagements und des Festhaltens an bewährten und stabilen Beziehungen zu unseren Lieferanten kam es trotz teilweise gesunkener Verfügbarkeit bei einzelnen Rohstoffen nicht zu bedeutenden Versorgungslücken. Für im Verlauf des Jahres akquirierte größere Aufträge gelang es, Kontrakte für die erforderlichen Rohstoffe abzuschließen.

Auf Basis eines Austauschplanes wurden in enger Zusammenarbeit mit der Produktions- sowie der Qualitätsabteilung überteuerte Rohstoffe gegen wirtschaftlich günstigere ausgetauscht, ohne dass es zu Qualitätsverlusten kam.

Zur Qualitätssicherung und zur Erfüllung der Auflagen aus den Anforderungen des IFS wurden externe Audits bei den jeweiligen Lieferanten durchgeführt.

Bei der Beschaffung achten wir darauf, möglichst so viel wie möglich in der Region einzukaufen. So konnten zur Umsetzung unseres Regionalkonzeptes weitere Lieferanten gewonnen werden.

2.2.5. Investition

Wegen der für das Unternehmen wachsenden Bedeutung der Tiefkühlbackware wurde als größte Investition des Jahres eine halbautomatische Verpackungslinie für Tiefkühlbrötchen in Betrieb genommen.

Die vorhandene Kleinkomponentenanlage wurde überholt und mit einer neuen Software ausgestattet.

Nach gründlicher Vorbereitung wurde die Planung für einen neuen Spiralfroster abgeschlossen, der im 2. Quartal 2023 seinen Betrieb aufnehmen wird (regionaler Lieferant).

Die Vorbereitung der Umstellung der externen Anbindung des Unternehmens auf Glasfaserleitung und ein gesichertes WLAN-Netzwerk konnte abgeschlossen werden.

Die Einführungen einer unternehmensweiten ERP-Lösung schreitet weiter voran.

Darüber hinaus wurden im Filialbereich zwei bestehende Filialstandorte umgebaut und fünf neue eröffnet. Zusätzlich wurde in moderne Ofentechnik investiert.

2.2.6. Finanzierungsmaßnahmen

In 2022 war das Unternehmen jederzeit in der Lage, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Bis zum Jahresende wurden vereinbarte Kreditlinien lediglich zu 34 % ausgeschöpft.

Die Liquiditätssituation entwickelte sich trotz aller aktueller Herausforderungen stabil und wurde durch den Zufluss durch Zahlungen aus der Überbrückungshilfe gestärkt. Die Abrechnung für die erhaltenen Überbrückungshilfen wird bis Ende Juni 2023 erfolgen.

Finanzierungen für Investitionen erfolgten im Wesentlichen durch Mietkauf, Leasing und aus dem Cashflow.

2.2.7. Personal- und Sozialbereich

Im Jahresdurchschnitt wurden bei den Mecklenburger Backstuben 448 Mitarbeiter (einschl. Auszubildende) beschäftigt. Im 1. Quartal 2022 wurde der Personaleinsatz aufgrund der durch die Corona-Maßnahmen bedingten Umsatzeinbußen entsprechend gesteuert, sodass für alle Betriebsabteilungen Kurzarbeit beantragt und, wenn erforderlich, in Anspruch genommen wurde. Teilweise wurden vakante Stellen nicht neu besetzt.

Seit dem 2. Quartal und mit der Lockerung der Corona-Maßnahmen stabilisierte sich der Umsatz, so dass die Kurzarbeit nicht fortgeführt werden musste.

Allerdings führte das steigende Arbeitspensum zu einem Anstieg der Krankenstände gepaart mit weiteren Corona-Erkrankungen. Daher wurde besonders Wert auf die etablierten Führungsinstrumente "Anwesenheitsmanagement" und BEM gelegt.

Schwerpunkt der Personalarbeit lag für den Sommer vor allem in der Sicherstellung der Personalbesetzung, um dem Personalbedarf mit einer angemessenen Personaldecke zu begegnen. Hier zeigten sich Herausforderungen im Filial- und Produktionsbereich, vor allem in Bezug auf Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Wechselbereitschaft neuer Mitarbeiter.

Zum neuen Ausbildungsstart 2022 konnten insgesamt 16 neue Auszubildene im Unternehmen begrüßt werden. Für die langjährigen Aktivitäten im Bereich der qualifizierten Ausbildung erhielt das Unternehmen zu wiederholtem Male die Auszeichnung Top-Ausbildungsbetrieb der IHK Neubrandenburg.

Neben der erfolgreichen Veränderung der Führungsstruktur im gesamten Produktionsbereich wurde auch Wert auf die Weiterbildung der Führungskräfte und Mitarbeiter in der Produktion gelegt. So konnte ein Schichtleiter seine Führungskraftausbildung erfolgreich abschließen.

Die gesetzlichen Mindestlohnerhöhungen zum 01.01.2022, zum 01.07.2022 und zum 01.10.2022 wurden in den betroffenen Lohngruppen umgesetzt. Der mit der Gewerkschaft und der betrieblichen Tarifkommission vereinbarte Firmentarifvertrag wurde neu verhandelt und bis zum 31.12.2022 angewendet.

Neben den bereits skizzierten externen Rahmenbedingungen erhöhten diese intensiven, kurzfristigen Steigerungen im gesamten Lohn- und Gehaltsbereich die Personalkosten signifikant, obwohl die Ecklohngruppen sich deutlich vom Mindestlohn differenzieren. Die weitere Entwicklung des Mindestlohns ab dem 01.01.2024 bleibt abzuwarten, aber bereits jetzt ist es die strategische Aufgabe, das Unternehmen auf weitere Steigerungen vorzubereiten und die richtigen Schwerpunkte für die Sicherung der Ertragsfähigkeit im Unternehmen zu legen.

2.2.8. Umweltschutz

Vom Unternehmen gingen keine Gefahren für die Umwelt aus.

Das bestehende Energiekonzept bildet die Grundlage aller weiteren Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches aber auch zum Schutz der Umwelt. Hierbei wurde die IST-Situation analysiert und tragfähige Konzepte für die Zukunft in den Bereichen Wärmerückgewinnung, Kälteerzeugung sowie Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erstellt. Zusätzlich gibt es eine Austauschliste für den Ersatz von energieintensiven Geräten.

Bei der Rohstoffbeschaffung achten wir bestmöglich auf die Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten und konnten zum zweiten Mal unseren eigenen Marienroggen am Südende der Müritz ernten, der ausschließlich für ein besonderes Brot verbacken wird.

Für den Aufbau des neuen, energieeffizienteren Spiralfroster konnte ein Unternehmen aus der unmittelbaren Nachbarschaft gewonnen werden.

Zur Realisierung des innerstädtischen Verkehrs arbeiten wir an einer Lösung zur Anbindung unseres Unternehmens an die von der Stadt Waren bereitgestellte neue Straße.

Mit unseren Handelspartnern arbeiten wir weiterhin an der Reduzierung des Verpackungsaufwandes u.a. an der Vereinheitlichung des Kartons.

In den Filialen wird bereits seit einiger Zeit auf den Einsatz von Mehrwegbechern gesetzt. Daher sehen wir die Einführung der Mehrwegpflicht ab Januar 2023 entspannt entgegen.

2.3. Darstellung der Lage

2022
TEUR
% 2021
TEUR
% 2020
TEUR
%
Anlagevermögen 12.313 70,6 11.795 73 13.368 76,8
Umlaufvermögen 5.020 29 4.329 26,8 4.023 23,1
ARAP 84 0,4 42 0,2 22 0,1
Bilanzsumme 17.416 100 16.165 100 17.413 100
Eigenkapital 8.232 47,2 8.600 53,2 7.558 41,8
inkl. Sonderposten
Fremdkapital 9.185 52.8 7.559 46,8 9.854 58,2
Umsatz 28.071 100 24.533 100 26.254 100
Jahresergebnis -312 -1,1 1.099 4,5 -1.452 -5,6
2019
TEUR
% 2018
TEUR
%
Anlagevermögen 14.864 74,7 16.077 78,9
Umlaufvermögen 4.976 25 4.257 20,9
ARAP 50 0,3 52 0,3
Bilanzsumme 19.890 100 20.386 100
Eigenkapital 8.826 44,4 8.558 42
inkl. Sonderposten
Fremdkapital 11.064 55,6 11.828 58
Umsatz 36.256 100 34.389 100
Jahresergebnis 325 0,9 554 1,6
Kennzahlen 2022 2021
1. Anlagenintensität
Anlagevermögen * 100÷ Gesamtvermögen 12.312.628,90 * 100 11.794.569,26 * 100
÷ 17.416.412,74 ÷ 16.165.402,58
= 70,7 % = 73,0 %
2. Eigenkapitalquote
Eigenkapital * 100 7.807.043,38 * 100 8.118.952,87 * 100
÷ Gesamtkapital ÷ 17.416.412,74 ÷ 16.165.402,58
= 44,8 % = 50,2 %
3. Nettoverschuldung
Fremdkapital 9.184.909,27 7.565.037,71
- flüssige Mittel - 585.450,80 - 591.925,93
= 8.636.647,03 = 6.973.111,78
4. Umsatzrentabilität
Jahresergebnis * 100 -311.909,49 * 100 1.099.149,26 * 100
÷ Umsatzerlöse ÷ 28.071.141,94 ÷ 24.533.102,82
= -1,1% = 4,5 %
Plan / Ist Abgleich Ist 2022 Plan 2022
Betriebsleistung in T€ 29.845 29.450
EBITDA in T€ 1.337 3.097
4,5 % 11,7 %

Die Entwicklung der wesentlichen Kennzahlen 2022 liegt über den Unternehmungsplanungen für 2022. Dennoch war es ein weiteres, sehr schwieriges Geschäftsjahr, was sich in den Kennzahlen widerspiegelt. Signifikanten Umsatzsteigerungen standen Kostensteigerungen in den Bereichen Personal, Rohstoffen und Sachkosten entgegen. Durch die erhaltenen Überbrückungshilfen und externe Finanzierungen wurde weiterhin in neue Anlagen und Maschinen investiert.

Obwohl exogene Faktoren hervorragend im Unternehmen verortet wurden, ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, bietet aber eine stabile Ausgangslage für die effiziente Weiterentwicklung in 2023.

1. Prognosen, Chancen- und Risikobericht

3.1. Wesentliche Risiken und Chancen

Die Darstellung der Chancen und Risiken erfolgt in absteigender Reihenfolge. Die Reihenfolge bezieht sich hierbei auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft unter Berücksichtigung der jeweiligen Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Risiken.

Auch in den ersten vier Monaten des Jahres 2022 waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Geschäftsbetrieb noch deutlich zu spüren. Einschränkungen in den Filialen aber auch in den gastronomischen Einrichtungen unserer Kunden haben weiterhin zu starken Umsatzrückgängen in allen Unternehmensbereichen geführt. Für das Jahr 2023 verbunden mit der Beendigung der weltweiten Pandemielage werden keine behördlich verordneten Schließungen erwartet.

Die besonders durch den Krieg in der Ukraine und durch Corona hervorgerufenen Störungen der Lieferketten führten u.a. bei Ersatzteilen zu sehr langen Lieferzeiten, so dass es zu teilweise längeren Ausfällen von Produktionsanlagen kommt oder zukünftig noch kommen kann. Hier bleibt abzuwarten, wann sich die Situation bezugnehmend auf Lieferzeiten und Kostenentwicklungen entspannen wird.

Steigende Rohstoffkosten, sparsame Kunden und der deutlich gestiegene Mindestlohn belasten die Bäckereien noch stärker. Hier ist eine Entspannung im Moment nicht absehbar und weitere Steigerungen des Mindestlohns sind ab 2024 zu erwarten.

Das Risiko von Arbeitskräftemangel v.a. in den Filialen verbunden mit einer deutlichen Veränderung der Arbeitsmoral vor allem in der Urlaubssaison kann einer besseren Umsatzentwicklung entgegenstehen.

Nicht eingeschätzt werden kann derzeit, welche Entwicklung die Personalkosten nehmen werden, hat doch der politische Einfluss auf die intensiven Erhöhungen des Mindestlohnes in 2022 zur weiteren Zunahme des Kostendrucks geführt und stellt ein Risiko dar.

Auch wenn sich das Konsumentenverhalten beim Verbrauch von Brot und Backwaren kontinuierlich verändert und im Zuge des Convenience-Trends , die drei Hauptmalzeiten am Tag vielfach durch kleine Snacks ersetzt worden sind, hat Brot nach wie vor eine hohe Käuferreichweite.

Daher sehen wir die Chance, die Brotkompetenz in den Filialen durch handwerkliche Produkte über die Weiterentwicklung der vorhandenen Manufaktur in der Produktion weiter auszubauen.

Trotz aller Herausforderungen liegen keine bestandsgefährdenden Risiken für die Gesellschaft vor.

Laut Ernährungsreport 2022 bevorzugen 82 % der Deutschen Backwaren mit Zutaten aus der Region. Diesen Trend nutzend, ergibt sich in den eigenen Filialen die Chance zur weiteren Etablierung von Markenprodukten und Vergrößerung des Filialnetzes.

Auch im Streckengeschäft besteht die Möglichkeit zu diesem Thema mit anderen großen Lieferanten zu kooperieren. Chancen liegen darüber hinaus in

- der Tourenoptimierung der eigenen Logistik mit Hilfe von KI-basierten Tools,

- der Abbau von verlustbringenden Kunden,

- der Erhöhung des durchschnittlichen Umsatzes pro Lieferstopp,

- die weitere Akquisition von Neukunden im Care Bereich und Einzelhandel,

- Belieferung von fremdgeführten Backshops,

- der Übernahme von Lieferkapazitäten auf Grund des Rückgangs von regionalen Bäckern unter der Berücksichtigung des eigenen Filial-Knowhows.

Im Bereich der Tiefkühlbackware kann das Sortiment weiter gestrafft und damit Effizienzen in der Produktion durch die Reduktion von Rüst- und Reinigungszeiten generiert werden.

Die Fähigkeit, relativ schnell auf Anforderungen des Marktes reagieren zu können, wird weiter ausgebaut. Hier liegt die Chance im weiteren Ausbau des Sortiments von handwerklichen Produkten v.a. für den Großhandelsbereich auf Grund von Kapazitäten in der hauseigenen Produktentwicklung und der Schaffung von technischen Voraussetzungen zur effizienten Produktion von kleineren Chargen.

Chancen in der Produktion liegen

- in der Erarbeitung eines technologischen Konzeptes zur Erhöhung der Auslastung bestehender Anlagen und der Evaluierung von älteren Anlagen unter der Berücksichtigung von Instandhaltungskosten,

- in weiteren Investitionen in Rationalisierung, Energieeinsparung und Verringerung körperlich schwerer Arbeiten,

- in der Teilautomatisierung von monotonen Prozessen,

- sowie im Ausbau von technologischen Möglichkeiten zur effizienten Produktion von handwerklichen Produkten

- und der Umsetzung des erarbeiteten Energiekonzeptes zur Hebung von Energieeinsparpotentialen.

Die Einführung des neuen ERP-Systems wird sich nachhaltig auf alle Prozesse im Unternehmen auswirken und bietet weitere Optimierungsmöglichkeiten.

Die Fortführung der Ausbildung von Fach- und Führungskräften bereitet die Basis für die fokussierte Weiterentwicklung des Unternehmens.

3.2. Prognose

Die pandemiedefinierten letzten drei Jahre in Kombination mit den externen Faktoren, Ukraine-Krieg und damit verbundenen Verwerfungen sowie die staatlich umgesetzten Steigerungen des Mindestlohns in äußerst kurzen Zeitabständen wurden durch die Arbeit am und im Unternehmen erfolgreich gemeistert.

Die Effekte dieser intensiven, restrukturierenden Arbeiten bilden die Grundlage für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens und der Rückkehr in die operative Gewinnzone.

Es ist davon auszugehen, dass die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie sowie die Unsicherheiten, die aus dem Ukrainekrieg resultieren, den Rückbezug auf die häusliche Umgebung sowie den Trend zu Regionalität bzw. regionalen Produkten, Transparenz, Gesundheit und Nachhaltigkeit verstärkt hat. Obwohl in Zeiten der hohen Inflation Konsumenten ihre Ausgaben auf einen preisoptimierten Einkauf richten, ist davon auszugehen, dass sich zukünftig wieder weitere Umsatzpotentiale verbunden mit der Positionierung als etabliertes, regionales Unternehmen erschließen lassen.

Vor diesem Hintergrund ist mit einer steigenden Betriebsleistung zu rechnen, der nach wie vor schwer zu kalkulierende Wareneinsatzkosten gegenüberstehen. Positiv sind erste Tendenzen für Preisentspannungen bei Rohwaren zu bewerten.

Nicht eingeschätzt werden kann derzeit, welche Entwicklung die Personalkosten auf Grundlage der Entwicklung des Mindestlohns verbunden mit tariflichen Forderungen nehmen werden.

In den Strukturkosten werden die langfristig vorbereiteten und sich in der Umsetzung befindlichen Maßnahmen der Unternehmensstrategie zur weiteren positiven Ergebnisveränderung beitragen. Dazu gehören u.a. solche Maßnahmen, wie Investitionen zur Rationalisierung der Tiefkühlproduktion, die schrittweise Anwendung des neuen Warenwirtschaftssystems, die Erweiterung der Filialkette und die Reduktion der Sortimentsbreite.

Basierend auf diesen vielfältigsten internen Maßnahmen und externen Optionen des Marktes ist ein deutliches Wachstum der Betriebsleistung und die positive Entwicklung des EBITDAs geplant. Auf dessen Basis eine Rückkehr in die operative Gewinnzone in 2023 erwartet wird.

 

Waren (Müritz), den 14. Juli 2023

Günther Neumann, Geschäftsführer

Kathrin Rossa, Geschäftsführerin

Dr. Christina Kohn, Geschäftsführerin

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

EUR
31.12.2022
EUR
(31.12.2021)
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 61.391,00 40.527,00
II. Sachanlagen 12.251.237,90 11.754.042,26
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte 1.152.599,38 973.635,12
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.281.647,74 2.763.379,04
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 585.450,80 591.925,93
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 84.085,83 41.893,23
17.416.412,65 16.165.402,58

PASSIVA

31.12.2022
EUR
(31.12.2021)
EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 1.022.583,76 1.022.583,76
II. Nennbetrag der eigenen Anteile -340.878,30 -340.878,30
III. Kapitalrücklage 240.833,34 240.833,34
IV. Sonderrücklage gemäß § 27 Abs. 2 Satz 3 DMBilG 1.145.403,32 1.145.403,32
V. Andere Gewinnrücklagen 340.878,30 340.878,30
VI. Bilanzgewinn 5.398.222,96 5.710.132,45
7.807.043,38 8.118.952,87
B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE ZUM ANLAGEVERMÖGEN 424.460,00 481.412,00
C. RÜCKSTELLUNGEN 1.256.516,02 1.002.349,46
D. VERBINDLICHKEITEN 7.898.492,72 6.479.814,75
E. PASSIVE LATENTE STEUERN 29.900,53 82.873,50
17.416.412,65 16.165.402,58

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2022

2022
EUR
(2021)
EUR
1. Rohergebnis 21.543.881,53 21.222.845,34
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -10.310.592,52 -9.297.837,81
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.085.233,71 -1.825.600,40
- davon für Altersversorgung: EUR 3.845,27 (Vj: EUR 2.755,07) - -12.395.826,23 -11.123.438,21
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.543.412,68 -1.699.058,88
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -7.810.868,00 -7.002.406,72
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 58.715,75 55.218,29
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 58.715,75 (Vorjahr: EUR 55.218,29) -
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -140.339,68 -193.302,27
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 6.987,38 -133.147,23
- davon aus der Veränderung latenter Steuern: EUR 52.972,97 (Vorjahr: EUR 82.873,50) -
8. Ergebnis nach Steuern -280.861,93 1.126.710,32
9. Sonstige Steuern -31.047,56 -27.561,06
10. Jahresfehlbetrag/-überschuss -311.909,49 1.099.149,26
11. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 5.710.132,45 4.610.983,19
12. Bilanzgewinn 5.398.222,96 5.710.132,45

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

HRB 195, Amtsgericht Neubrandenburg

A. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 der Mecklenburger Backstuben GmbH ist entsprechend den handelsrechtlichen Vorschriften sowie unter Beachtung des GmbH-Gesetzes aufgestellt worden.

Es handelt sich bei der Gesellschaft um eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt.

2. Aktiva

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Abschreibungen werden planmäßig nach der linearen Methode entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauern vorgenommen.

Für die Ausstattung der Filialen mit Geschirr, Besteck und Gläsern wurde ein Festwert i. S. v. § 240 Abs. 3 HGB in Höhe des durchschnittlichen Buchwertes während der Nutzungsdauer aktiviert. Zum 31.12.2022 wurde der Festwert der Filialen auf Grund der körperlichen Inventur angepasst.

Zum 31.12.2021 wurde der Festwert für die Ausstattung der Produktion angepasst.

Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert bilanziert.

Im Fall der geringwertigen Anlagegüter bis zu EUR 150,00 erfolgt die buchhalterische Erfassung sofort als Aufwand.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungskostenwert von EUR 150,01 bis EUR 1.000,00 werden im Jahr des Zugangs in einen Sammelposten eingestellt und über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren verteilt.

Die Abschreibungen auf Zugänge des beweglichen Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig.

Die Vorräte werden mit den Anschaffungskosten bzw. den Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Prinzips der verlustfreien Bewertung angesetzt. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen Gesellschafter und Sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert ausgewiesen. Erkennbare Einzelrisiken sind durch Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in ausreichendem Maße berücksichtigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält abgegrenzte Aufwendungen.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

3. Passiva

Eigene Anteile sind auf der Passivseite als Korrekturposten zum Eigenkapital ausgewiesen.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen betrifft Zuschüsse des Landesförderinstitutes Mecklenburg-Vorpommern und Investitionszulagen. Die ertragsmäßige Berücksichtigung durch die Erträge aus der Auflösung erfolgt zeitanteilig entsprechend der durchschnittlichen Nutzungsdauer der Anlagegüter.

Latente Steuern werden für die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz in den Bilanzpositionen Anlagevermögen, Forderungen und Rückstellungen sowie auf Verlustvorträge angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Die Berechnung erfolgte mit einem Steuersatz von 28,1088 %. Nach Saldierung der latenten Steuern ergibt sich zum 31. Dezember 2022 ein Überhang an passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 30.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in ausreichender Höhe gebildet worden.

Die sonstigen Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.

B. Angaben und Erläuterungen zu den einzelnen Posten

I. Posten der Bilanz

1. Einzelposten des Anlagevermögens

Die Entwicklung des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres für die Einzelposten des Anlagevermögens ergeben sich aus dem dargestellten Anlagenspiegel.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen Gesellschafter betreffen die für die GN verauslagten Rechnungen (TEUR 466), ein Darlehen einschließlich Zinsen, das der GN zur Ablösung einer stillen Beteiligung gewährt wurde (TEUR 635), sowie ein weiteres ausgereichtes Darlehen einschließlich Zinsen von TEUR 50. Die Darlehensgewährung erfolgte zu marktüblichen Konditionen. Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten debitorische Kreditoren von TEUR 50.

3. Aktive Rechnungsabgrenzung

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen im Voraus geleistete Kostenbeteiligungen und sonstige Kosten in Höhe von TEUR 84, die Aufwand für das Jahr 2023 und folgende Jahre darstellen.

4. Eigenkapital

Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Jahresverlust von EURO 311.909,49 erzielt. Damit beträgt der Bilanzgewinn EURO 5.398.222,96.

5. Sonderposten für Investitionszuschüsse und Investitionszulagen zum Anlagevermögen

Der Sonderposten betrifft die ausgezahlten Investitionszuschüsse aus den Zuwendungsbescheiden des LFI für förderfähige Sachanlagegüter (TEUR 424). Die Auflösung erfolgt über die durchschnittliche Nutzungsdauer der geförderten Sachanlagegüter von 8 Jahren, 10 Jahren und 33 Jahren.

6. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten vor allem Personalkostenrückstellungen von TEUR 522 und Rückstellungen für Prüfungs- und Steuerberatungskosten in Höhe von TEUR 36.

7. Verbindlichkeiten

Die Aufgliederung der Verbindlichkeiten ergibt sich aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel. Die Vorjahreswerte sind in Klammern angegeben:

bis zu 1 Jahr
EUR
Größer 1 Jahr
EUR
größer 5 Jahre
EUR
Gesamt
EUR
Verbindlichkeiten gg. Kreditinstituten 3.262.371,49 669.231,90 53.589,55 3.931.603,39
(2.912.229,97) (778.723,95) (0,00) (3.690.953,92)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 1.847.295,87 0,00 0,00 1.847.295,87
(1.403.512,02) (0,00) (0,00) (1.403.512,02)
Verbindlichkeiten Gesellschafter 91.076,66 0,00 0,00 91.076,66
(87.996,77) (0,00) (0,00) (87.996,77)
Sonstige Verbindlichkeiten 1.310.620,69 717.896,11 0 2.028.516,80
(1.196.914,87) (100.437,17) (0,00) (1.297.352,04)
Gesamtsumme 6.511.364,71 1.387.128,01 53.589,55 7.898.492,72
(5.600.653,63) (879.161,12) (0,00) (6.479.784,75)

Die zum Stichtag bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Darlehen (TEUR 3.932) sind durch Grundschulden und durch Sicherungsübereignungen besichert. Mit der Inanspruchnahme der Sicherheiten wird nicht gerechnet, da alle Darlehen pünktlich getilgt werden und keine Hinweise auf die Nicht-Erfüllung der Verbindlichkeiten bestehen.

Unter den sonstigen Verbindlichkeiten werden vorwiegend Verpflichtungen aus Mietkaufverträgen von TEUR 986 sowie Verbindlichkeiten aus Lohn- und Gehaltsabrechnungen in Höhe von TEUR 684 ausgewiesen.

II. Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

1. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten die Überbrückungshilfe III+ und 4 in Höhe von TEUR 1.042.

Darüber hinaus wird hier die Auflösung des für Fördermittel gebildeten Sonderpostens in Höhe von TEUR 57 und Anlagenverkäufe in Höhe von TEUR 10 dargestellt.

Versicherungsentschädigungen wurden in Höhe von TEUR 163 ausgezahlt. Periodenfremde Erträge fielen in Höhe von TEUR 194 an.

2. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Den größten Einzelposten in diesem Bereich stellen die Miet- u. Leasingaufwendungen für die Filialen in Höhe von TEUR 2.031 sowie die Energie- und Betriebskosten der Filialen von TEUR 539 dar. Für Objektreinigung und Instandhaltung betrieblicher Räume wurden TEUR 190 aufgewendet. Fahrzeugkosten fielen in Höhe von TEUR 841 an.

Darüber hinaus wurden im Wesentlichen Instandhaltungen und Reparaturen an der Betriebs- und Geschäftsausstattung mit TEUR 1.123 durchgeführt.

Versicherungen/Beiträge/Gebühren wirkten sich mit TEUR 252 und Werbe- und Reisekosten mit TEUR 80 ergebniswirksam aus.

Periodenfremde Aufwendungen sind in Höhe von TEUR 79 angefallen (Nebenkostenabrechnungen TEUR 10 und sonstige TEUR 69).

C. Sonstige Pflichtangaben

I. Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen

Über die in der Bilanz ausgewiesenen Schuldposten hinaus bestehen langfristige sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasing- und Mietverträgen in folgender Höhe:

Verpflichtungen aus 2022
TEUR
Gesamtverpflichtung
TEUR
Laufzeit diverser Verträge bis
Leasingverträgen (brutto) 261 532 längstens 2026
Mietverträgen (brutto) 1.750 6.354 längstens 2032
(fester Mietbestandteil)
Mietverträge (brutto) 48 450 längstens 2032
(geschätzter variabler Anteil vom Umsatz)

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt damit TEUR 7.436.

II. Mitarbeiter

Zum 31.12.2022 waren folgende nach Gruppen differenzierte Mitarbeiter beschäftigt:

2022
Geschäftsführer 3
Mitarbeiter 442
Auszubildende 20
465

Durchschnittlich waren 447 Arbeitnehmer i. S. d. § 267 Abs. 5 HGB beschäftigt.

2. Geschäftsführung

Geschäftsführer der Mecklenburger Backstuben GmbH sind:

Herr Günther Neumann, Dipl.-Ingenieur, Leiter Betrieb, Produktion und Vertrieb, Waren (Müritz);

Frau Kathrin Rossa, Dipl.-Kauffrau, Leiterin Verwaltung, Personal und IT, Waren (Müritz);

Frau Dr. Christina Kohn, Dipl.-Kauffrau, Leiterin Marketing und Filialvertrieb, Berlin.

Es unterbleibt eine Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung unter Hinweis auf die Schutzklausel § 286 Abs. 4 HGB.

Die Gesellschaft hat gemäß § 11 Gesellschaftsvertrag einen Beirat. Die Mitglieder des Beirats sind vor Jahren ausgeschieden. Neue Mitglieder wurden bisher nicht berufen.

 

Waren, den 14. Juli 2023

Günther Neumann, Geschäftsführer

Kathrin Rossa, Geschäftsführerin

Dr. Christina Kohn, Geschäftsführerin

Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Stand 01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
ANLAGEVERMÖGEN
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 372.681,84 225.262,95 192.046,45 405.898,34
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 12.877.887,75 41.936,75 0,00 12.919.824,50
Technische Anlagen und Maschinen 17.094.160,09 722.876,56 116.216,05 17.700.820,60
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.219.623,02 1.084.348,37 108.475,29 13.195.496,10
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 214.647,35 0,00 214.647,35
42.191.670,86 2.063.809,03 224.691,34 44.030.788,55
Gesamt 42.564.352,70 2.289.071,98 416.737,79 44.436.686,89
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
ANLAGEVERMÖGEN
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 332.154,84 13.001,50 649,00 344.507,34
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.746.105,36 286.290,75 0,00 7.032.396,11
Technische Anlagen und Maschinen 14.513.418,59 514.451,06 116.216,05 14.911.653,60
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.178.104,65 729.669,37 72.273,08 9.835.500,94
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
30.437.628,60 1.530.411,18 188.489,13 31.779.550,65
Gesamt 30.769.783,44 1.543.412,68 189.138,13 32.124.057,99
Bilanzwerte
Buchwert 31.12.2022
EUR
Buchwert 31.12.2021
EUR
ANLAGEVERMÖGEN
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 61.391,00 40.527,00
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.887.428,39 6.131.782,39
Technische Anlagen und Maschinen 2.789.167,00 2.580.741,50
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.359.995,16 3.041.518,37
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 214.647,35 0,00
12.251.237,90 11.754.042,26
Gesamt 12.312.628,90 11.794.569,26

Bestätigungsvermerk

Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde folgender Bestätigungsvermerk erteilt:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Mecklenburger Backstuben GmbH, Waren (Müritz)

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Mecklenburger Backstuben GmbH, Waren (Müritz) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Mecklenburger Backstuben GmbH, Waren (Müritz), für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Schwerin, den 14. Juli 2023

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
(Düsseldorf)

Dr. Siegfried Friedrich, Wirtschaftsprüfer

Marcus Carius, Wirtschaftsprüfer

Feststellung:

Der Jahresabschluss 2022 wurde am 25.09.2023 festgestellt.

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