Chronext Service Germany GmbHLiquidiert

Lichtstraße 25, 50825 Köln, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 78201
Eingetragen
10.4.2013
Branche
Großhandel mit Uhren und SchmuckEinzelhandel mit Uhren und SchmuckTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von feinmechanischen, Foto- und optischen Erzeugnissen, Uhren, Edelmetallwaren und Schmuck
Gegenstand
die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich des internationalen elektronischen Warenhandels (e-commerce), spezialisiert auf Schmuck, insbesondere Luxusuhren.

Historie

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Management

NameRolle
Frederike Knop
seit 11.10.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Chronext AGCHE
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Chronext AG
Switzerland
25.000 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

Chronext Service Germany GmbH

Köln

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva

31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und 151.451,38 230.003,38
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.242.615,13 1.103.751,09
3. immaterielle Vermögensgegenstände in der Entstehung 648.384,31 187.523,00
2.042.450,82 1.521.277,47
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 91.666,88 103.995,88
2. technische Anlagen und Maschinen 32.963,50 28.108,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 523.643,30 409.508,54
648.273,68 541.612,42
2.690.724,50 2.062.889,89
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Waren 11.456.991,96 10.646.478,87
2. geleistete Anzahlungen 1.304.021,54 2.110.410,68
12.761.013,50 12.756.889,55
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.816.886,90 2.454.300,23
2. Forderungen gegen Gesellschafter 1.877.693,03 885.027,56
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.070.281,12 2.772.175,12
4. sonstige Vermögensgegenstände 3.545.799,15 1.688.815,66
12.310.660,20 7.800.318,57
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.738.743,29 960.277,13
28.810.416,99 21.517.485,25
C. Rechnungsabgrenzungsposten 135.011,98 137.699,33
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 48.973.315,83 36.002.107,35
80.609.469,30 59.720.181,82

Passiva

31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Verlustvortrag -36.027.107,35 -23.632.549,18
III. Jahresfehlbetrag -12.971.208,48 -12.394.558,17
-48.973.315,83 -36.002.107,35
davon nicht durch Eigenkapital gedeckt 48.973.315,83 36.002.107,35
0,00 0,00
B. Rückstellungen
1. Sonstige Rückstellungen 887.018,75 1.072.407,79
887.018,75 1.072.407,79
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.766.959,29 8.121.089,58
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.885.455,63 2.126.077,31
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.795.885,28 1.689.847,90
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 59.015.100,96 46.589.476,05
5. sonstige Verbindlichkeiten 259.049,39 121.283,19
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 159.096,77 (Vj. TEUR 106)
79.722.450,55 58.647.774,03
80.609.469,30 59.720.181,82

Anlagenspiegel - handelsrechtlich zum 31.12.2019

Anschaffungs- und Herstellungskosten
alle Werte in EUR Stand am 1.1.2019 Zugänge Umbuchungen Stand am 31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 236.549,38 0,00 0,00 236.549,38
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.388.479,98 0,00 546.496,32 1.934.976,30
3. immaterielle Vermögensgegenstände in der Entstehung 187.523,00 1.007.357,63 -546.496,32 648.384,31
1.812.552,36 1.007.357,63 0,00 2.819.909,99
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 128.024,44 0,00 0,00 128.024,44
2. technische Anlagen und Maschinen 37.052,34 8.765,50 0,00 45.817,84
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 666.376,57 259.741,56 0,00 926.118,13
831.453,35 268.507,06 0,00 1.099.960,41
Summe Anlagevermögen 2.644.005,71 1.275.864,69 0,00 3.919.870,40
Abschreibungen Buchwerte
alle Werte in EUR Stand am 1.1.2019 Zugänge Stand am 31.12.2019 Stand am 31.12.2018 Stand am 31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 6.546,00 78.552,00 85.098,00 230.003,38 151.451,38
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 284.728,89 407.632,28 692.361,17 1.103.751,09 1.242.615,13
3. immaterielle Vermögensgegenstände in der Entstehung 0,00 0,00 0,00 187.523,00 648.384,31
291.274,89 486.184,28 777.459,17 1.521.277,47 2.042.450,82
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 24.028,56 12.329,00 36.357,56 103.995,88 91.666,88
2. technische Anlagen und Maschinen 8.944,34 3.910,00 12.854,34 28.108,00 32.963,50
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 256.868,03 145.606,80 402.474,83 409.508,54 523.643,30
289.840,93 161.845,80 451.686,73 541.612,42 648.273,68
Summe Anlagevermögen 581.115,82 648.030,08 1.229.145,90 2.062.889,89 2.690.724,50

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

2019 2018 
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 86.629.786,41 47.274.447,20
2. andere aktivierte Eigenleistungen 397.069,70 395.610,38
3. sonstige betriebliche Erträge 690.434,66 247.018,40
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 478.278,62 (Vj.: TEUR 112)
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 76.795.291,78 41.943.405,89
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 739.145,03 197.627,29
77.534.436,81 42.141.033,18
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.685.095,69 4.893.238,97
b) Soziale Abgaben 1.284.774,84 849.128,31
7.969.870,53 5.742.367,28
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 648.030,08 280.088,80
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 414.000,00 601.749,73
7. sonstige betriebliche Aufwendungen 11.927.288,40 10.065.365,49
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 413.724,94 (Vj.: TEUR 224)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.194.002,43 1.479.447,42
-davon an verbundene Unternehmen EUR 1.465.835,47 (Vj.: TEUR 1.316)
9. Ergebnis nach Steuern -12.970.337,48 -12.392.975,92
10. sonstige Steuern 871,00 1.582,25
11. Jahresfehlbetrag (-) -12.971.208,48 -12.394.558,17
12. Verlustvortrag -36.027.107,35 -23.632.549,18
13. Bilanzverlust (-) -48.998.315,83 -36.027.107,35

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019

1. GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT

Die Chronext Service Germany GmbH ("CHRONEXT") ist ein Tochterunternehmen der Chronext AG ("CHRONEXT Gruppe") mit Sitz in Köln. Sie betreibt einen Onlineshop für Luxusuhren, nebst angeschlossener Uhrenwerkstatt für Servicedienstleistungen rund um Luxusuhren.

CHRONEXT wurde im Jahr 2013 in Köln gegründet.

Die Gesellschaft erzielt einen Großteil ihres Umsatzes aus dem Verkauf von Luxusuhren über ihr eigenes Onlineportal. Zudem erzielt die Gesellschaft Umsätze durch Service- und Reparaturleistungen für Luxusuhren.

Die Kernmärkte der Gesellschaft sind Deutschland, Großbritannien und die Schweiz. Daneben werden Uhren in weitere EU- und Drittländer versendet.

Es wird erwartet, dass der Markt für Online-Käufe von Luxusuhren aufgrund einer zunehmenden Verbreitung des Internets, der wiederum durch eine wachsende Verbreitung von Smartphones und Tablets verstärkt wird, sowie einer erhöhten Kundenneigung Waren online zu kaufen, weiterwachsen wird. Zudem ist der Markt für gebrauchte Luxusartikel, der insbesondere Online stattfindet, von einer starken Wachstumsdynamik gekennzeichnet.

CHRONEXT strebt an, aufbauend auf seiner Marktposition, von diesem Trend zu profitieren und auch weiterhin stark zu wachsen.

CHRONEXT nutzt die gruppeneigene skalierbare Technologie. Diese Technologie wird laufend weiterentwickelt und an die immer steigenden Bedürfnisse des Business angepasst (Produktdarstellung sowie gesamte Kauf- und Bestellabwicklung).

Die von der Gesellschaft genutzte Technologie wird sowohl intern, als auch durch externe Berater entwickelt. Im Berichtsjahr wurden die eigenen Entwicklungsteams weiter auf- und ausgebaut. Wie im Vorjahr wurden eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten - soweit handelsrechtlich zulässig - auch bilanziell aktiviert.

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Der Markt für Luxusuhren ist sehr attraktiv. Der Kernmarkt der CHRONEXT war im Geschäftsjahr Deutschland; daneben wurden nennenswerte Umsätze in den weiteren Kernmärkten, insbesondere dem Vereinigten Königreich sowie der Schweiz, erzielt. Gemessen an den Exportzahlen der Schweizer Uhrenindustrie ist der deutsche Markt in 2019 der sechstgrößte der Welt und ist seit dem Jahr 2000 stark gewachsen, mit stabiler Tendenz auf weiterhin hohem absolutem Niveau:

Exportwert der Schweizer Uhrenindustrie Deutschland (in Mio. CHF, Quelle: https://www.fhs.swiss/fre/statistics.html):

Für den Gebrauchtuhrenmarkt liegen weiterhin keine offiziellen Marktzahlen vor. Wir erwarten, dass der Gebrauchtuhrenmarkt insgesamt von einer deutlich stärkeren Wachstumsdynamik gekennzeichnet ist. Das Gesamtvolumen sollte auf Basis eigener Schätzungen bei mindestens 10% des Neuuhrenmarktes liegen. Externe Studien sehen den Anteil von 2nd-hand Luxusgütern am Gesamtmarkt bei 7% in 2018 und erwarten einen Anstieg auf 9% in 2021 (BCG/Altagamma, 2019 Ture-Luxury Global Consumer Insight 6th Edition).

In Deutschland existieren im Online-Bereich einige Wettbewerber. Die wesentlichen direkten Wettbewerber in Deutschland sind Watchfinder und Watchmaster im Bereich Gebrauchtuhren und Montredo im Bereich ungetragener Uhren. Trotz des Wettbewerbs konnte CHRONEXT seine klare Marktführerschaft im Segment der transaktionellen Plattformen basierend auf dem Systrix Visibility Index behaupten und weiterwachsen.

Visibilitätsindex wesentlicher Wettbewerber in Deutschland (Quelle: Sistrix, 5. März 2020):

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung lässt sich wie folgt zusammenfassen: Nach einem globalen Wachstum von 3,6 Prozent im Jahr 2018 hat sich das globale Wachstum auf 2,9 Prozent im Jahr 2019 weiter verlangsamt. 1

1 World Economic Outlook, Jan 2020, Tentative Stabilization, Sluggish Recovery?

2.2 GESCHÄFTSVERLAUF UND VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Als wesentliche finanzielle Kennzahlen werden die Umsatzerlöse und das Jahresergebnis berücksichtigt.

Gewinn- und Verlustrechnung Chronext Service Germany GmbH nach HGB

2019 2018
in Tausend € in Tausend €
Umsatzerlöse 86.630 47.274
Rohergebnis 10.183 5.776
Personalaufwand (7.970) (5.742)
Abschreibungen (1.062) (883)
sonstige betriebliche Aufwendungen (11.927) (10.065)
Finanzergebnis (2.194) (1.479)
Sonstige Steuern (1) (2)
Jahresfehlbetrag (12.971) (12.395)
Verlustvortrag (36.027) (23.632)
Bilanzverlust (48.998) (36.027)

Das Rohergebnis beinhaltet im Wesentlichen die erwirtschafteten Umsatzerlöse aus Uhrenverkäufen abzüglich des Wareneinsatzes. Die Umsatzerlöse haben sich im Geschäftsjahr 2019 auf T€ 86.630 (Vj.: T€ 47.274) und damit im Jahresvergleich um 83% (Vj.: 46 %) stark erhöht. Grundlage des Wachstums ist die weitere Verfolgung unserer Wachstumsstrategie durch eine stetige Verbesserung der Customer Experience insgesamt (Produktsortiment neuer und gebrauchter Luxusuhren und Preise, Lieferzeiten und Logistikprozesse usw.) sowie Erweiterungen und Verbesserungen im Marketing.

Der Anstieg des Personalaufwands im Geschäftsjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr spiegelt den weiteren Aufbau von qualifiziertem Fachpersonal in den einzelnen Kernbereichen bei CHRONEXT wider. Die Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Arbeitnehmer hat sich von 102 im Vorjahr auf 147 erhöht.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2019 T€ 11.927 (Vj.: T€ 10.065). Der Anstieg um 18 % bei gleichzeitig deutlichem Umsatzanstieg spiegelt die weiteren Kostenoptimierungen wider; wesentlicher Treiber des Anstiegs waren höhere Marketingaufwendungen, die im Vergleich zum Vorjahr um 32% auf T€ 6.211 gestiegen sind. Die Kosten für externe Berater konnten im Geschäftsjahr weiter deutlich reduziert werden und betrugen T€ 590 (Vj.: T€ 2.388). Wesentliche weitere Aufwandspositionen waren die Technologiekosten von T€ 590 (Vj.: T€ 202) sowie Mietaufwendungen für Büro- und Verkaufsräume von T€ 535 (Vj.: T€ 448).

Das Finanzergebnis betrug im Geschäftsjahr 2019 T€ -2.194 (Vj.: T€ -1.479). Hierin enthalten ist Zinsaufwand im Rahmen der Konzernfinanzierung in Höhe von T€ 1.466 (Vj.: T€ 1.316).

Der Jahresfehlbetrag betrug im Geschäftsjahr T€ 12.971 und lag damit im Wesentlichen auf dem Niveau des Vorjahres (T€ 12.395). Positiv wirkte sich der gestiegene Rohertrag und weitere Kostenoptimierungen aus, die jedoch durch weitere Investitionen in das Team und den Auf- und Ausbau des Geschäfts sowie gestiegene Zinsaufwendungen kompensiert wurden. Insgesamt ist festzustellen, dass die durch Geschäftsführung im Vorjahr getroffene Prognose im Wesentlichen eingetroffen ist.

Bilanz nach HGB (Kurzfassung)

AKTIVA

31.12.2019 31.12.2018
in Tausend € in Tausend €
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 2.043 1.521
Sachanlagen 648 542
Total 2.691 2.063
Umlaufvermögen (zzgl. Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten)
Vorräte 12.761 12.757
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.817 2.454
Forderungen gegen Gesellschafter 1.878 885
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.070 2.772
Kassenbestände, Bankguthaben 3.739 960
Übrige Aktiva 3.680 1.827
Total 28.945 21.655
Summe der Aktiva 31.636 23.718

PASSIVA

Eigenkapital (48.973) (36.002)
Gezeichnetes Kapital 25 25
Verlustvortrag (36.027) (23.632)
Jahresfehlbetrag (12.971) (12.395)
Rückstellungen 887 1.072
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.767 8.121
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und erhaltene Anzahlungen 5.681 3.816
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 59.015 46.590
Übrige Verbindlichkeiten 259 121
Total 79.722 58.648
Summe der Passiva 31.636 23.718

Die Summe der Aktiva ohne Berücksichtigung des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags der CHRONEXT beläuft sich per 31. Dezember 2019 auf T€ 31.636 (Vj.: T€ 23.718); der Anstieg ist primär auf die liquiden Mittel infolge der erfolgreichen Finanzierungsrunde im Dezember 2019 sowie die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (aufgrund weiter gestiegenen Geschäftsvolumens im Konzernverbund) zurückzuführen.

Das Umlaufvermögen inklusive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt zum Bilanzstichtag T€ 28.945 (Vj.: T€ 21.655) und besteht zum größten Teil aus Vorräten sowie kurzfristigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die übrigen Aktiva in Höhe von T€ 3.680 (Vj.: T€ 1.827) entfallen primär auf Forderungen gegen Zahlungsdienstleister sowie Steuerguthaben.

Die CHRONEXT weist per 31. Dezember 2019 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von T€ 48.973 (Vj.: T€ 36.002) aus, der aus den aufgelaufenen Verlusten seit Aufnahme des Geschäftsbetriebs resultiert. Der Fortbestand der Gesellschaft ist durch die Aufrechterhaltung der Finanzierung durch die Gesellschafterin (siehe dazu Ausführungen im Chancen- und Risikobericht) abgesichert.

Die Rückstellungen der Gesellschaft betragen T€ 887 (Vj.: T€ 1.072). Diese betreffen primär Rückstellungen für Gewährleistungsfälle und Retouren (T€ 444, Vj.: T€ 370) sowie Rückstellungen für Personalkosten (T€ 247, Vj.: T€ 341).

Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft betragen T€ 79.722 (Vj.: T€ 58.648) und beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von T€ 59.015 (Vj.: T€ 46.590). Hierin enthalten sind die gewährten nachrangigen Darlehen der Gesellschafterin im Rahmen der Konzernfinanzierung sowie Konzernverbindlichkeiten aus Kostenweiterbelastungen.

Nachfolgende Übersicht veranschaulicht die Entwicklung des Finanzmittelfonds in den Geschäftsjahren 2019 und 2018.

Kapitalflussrechnung der Chronext Service Germany GmbH

2019 2018
in Tausend € in Tausend €
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (8.191) (26.007)
Cashflow aus Investitionstätigkeit (1.276) (1.781)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 12.246 22.383
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 2.779 (5.405)
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 960 6.365
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 3.739 960

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist negativ und betrug im Geschäftsjahr T€ -8.191 (Vj.: T€ -26.007). Die deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr ist durch einen niedrigeren Anstieg des Working Capitals getrieben; so ist das Vorratsvermögen im Jahresverlauf lediglich um T€ 4 (Vj.: T€ 7.376) gestiegen. Die operativen Verluste wirken sich weiterhin negativ aus.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit von T€ -1.276 (Vj.: T€ -1.781) entfiel - wie im Vorjahr - auf IT-Projekte (insbesondere das im Jahr 2018 neu eingeführte ERP/Warenwirtschaftssystem) und eigene Entwicklungsprojekte insbesondere im Bereich Online-Shop.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst erhaltene Finanzierungen und Kostenübernahmen der Gesellschafterin sowie die Aufnahme von Betriebsmittelkrediten und Bankdarlehen zur Finanzierung des Warenbestands im Geschäftsjahr.

Gesamtbeurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Zusammengefasst bewertet die Geschäftsführung die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in der Gesamtschau als positiv. Zwar ist die Vermögens- Finanz- und Ertragslage der CHRONEXT weiterhin in negativer Weise durch die bestehende Verlustsituation gekennzeichnet. Gleichzeitig konnte entsprechend der Vorjahresprognose indes die Marktposition weiter auf- und ausgebaut werden und damit weitere Schritte hin zum Erreichen der Gewinnschwelle unternommen werden.

Der Jahresfehlbetrag beläuft sich auf T€ 12.971 im Geschäftsjahr 2019. Durch die Bereitstellung von ausreichend Liquidität im Rahmen der Konzernfinanzierung war die fortwährende Liquidität des Unternehmens zu jedem Zeitpunkt gesichert. Per 31. Dezember 2019 belaufen sich die Darlehensverbindlichkeiten aus der Konzernfinanzierung auf T€ 44.589 (inkl. aufgelaufener Zinsen).

Mit Vereinbarung vom 7. April 2020 wurde die Fälligkeit bis zum 31. März 2021 verschoben. Unter der Voraussetzung einer weiteren Unterstützung durch die Muttergesellschaft gehen wir davon aus, dass auch zukünftig die fortwährende Liquidität gesichert ist.

Personalentwicklung

Im Geschäftsjahr 2019 beschäftigte CHRONEXT insgesamt, einschließlich aller Standorte, durchschnittlich 143 Mitarbeiter. Im Einzelnen waren das 125 Vollzeitarbeitnehmer und 14 Werkstudenten. Des Weiteren waren durchschnittlich 4 Praktikanten beschäftigt.

Im Dezember 2019 beschäftigte die CHRONEXT insgesamt 150 Mitarbeiter, davon waren 130 Vollzeitarbeitnehmer, 6 Praktikanten und 14 Werkstudenten.

3. CHANCEN- UND RISIKEN BERICHT

Die CHRONEXT ist als junges Unternehmen einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Um die Auswirkungen eines möglichen Schadens gering zu halten, werden angemessene Absicherungsstrategien angewendet. Die für CHRONEXT wesentlichen Risiken werden im Folgenden beschrieben.

Risiken

Operative Risiken:

Aufgrund der Auswirkungen der sog. Corona-Krise in 2020 besteht die Möglichkeit eines gesamtwirtschaftlichen Abschwungs mit entsprechendem Nachfragerückgang (siehe hierzu auch die Ausführungen im Nachtragsbericht) auf Kundenseite.

Infolge einer rückläufigen Konsumentennachfrage besteht für Chronext das Risiko negativer Effekte auf geplante Umsatzerlöse und Ergebnisgrößen. Allerdings ist die Gesellschaft durch ihre klare Fokussierung auf den Online Markt bei erwarteter steigender und möglicherweise durch die Krisensituation beschleunigter Online-Penetration in abgeschwächtem Maße betroffen. Zudem ist zu erwarten, dass das Ausmaß der zukünftigen Krisensituation durch entsprechende staatliche Programme zur Unterstützung der Wirtschaft und der Gesamtnachfrage - in Abhängigkeit von der Effektivität der Programme - abgemildert wird.

Finanzierungsrisiken:

Die CHRONEXT hat die Gewinnschelle noch nicht erreicht. CHRONEXT ist ein junges Unternehmen, das sich in der Wachstumsphase befindet. Insofern handelt es sich um Anlaufverluste. Durch diese ist das Eigenkapital aufgebraucht und CHRONEXT weist zum Stichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von T€ 48.973 aus. Ein positiver, operativer Cashflow konnte bislang noch nicht erwirtschaftet werden, so dass die Innenfinanzierungskraft im Geschäftsjahr nicht ausreichte, den Zins- und Tilgungsdienst du decken und den laufenden operativen Liquiditätsbedarf zu erwirtschaften. Insoweit ist CHRONEXT abhängig von externen Finanzierungsmitteln.

Durch ein gruppenweites Liquiditäts- und Finanzmanagement wird eine enge Steuerung der Cashflows innerhalb der Gruppe sichergestellt. In diesem Rahmen wird auch die Liquidität der Gesellschaft fortlaufend überwacht. Zur Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeiten einschließlich des Aufbaus des Warenlagers sowie um das weitere Wachstum zu finanzieren, wurde durch die Gesellschafterin weitere Liquidität zugeführt. Zudem konnten auch in 2019 weitere Finanzierungsquellen in Form von Bankfazilitäten erschlossen werden. Im Dezember 2019 sowie im Februar 2020 konnte durch die Muttergesellschaft eine weitere Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Chronext AG hat sich verpflichtet, im Rahmen der Konzernfinanzierung Mittel in ausreichender Form der CHRONEXT zufließen zu lassen, um den Liquiditätsbedarf der Gesellschaft im Prognosezeitraum (bis zum 31. März 2021) zu sichern. Neben der Finanzierung ist der mittelfristige Fortbestand der Gesellschaft von der erfolgreichen Umsetzung des Unternehmenskonzeptes und der Generierung entsprechender Gewinne abhängig.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Gesellschaft ihre Geschäftstätigkeit erst vor wenigen Jahren aufgenommen und die Gewinnschwelle noch nicht erreicht hat. Es ist nicht gewährleistet, dass sie in kurzer Zeit in der Lage sein wird, in Zukunft erfolgreich zu wachsen, Profitabilität zu erreichen oder positive Cashflows zu generieren. Durch die kontinuierliche Verbesserungen des Service Offerings, dem Erschließen weiterer Wachstumspotentiale im In- und Ausland, einer Fokussierung auf Effizienzsteigerungen gepaart mit positiven Entwicklungen der Ziel-Märkte sowie einer soliden Finanzausstattung einschließlich eines konzernweiten Liquiditätsmanagements im CHRONEXT Konzern ist die Gesellschaft unter Berücksichtigung von notwendiger Unterstützung durch die CHRONEXT AG gut positioniert, dauerhaft erfolgreich zu wirtschaften. Durch die Geschäftsführung wird daher eine positive Fortbestehensprognose angenommen.

IT-Risiken

Sollte CHRONEXT nicht in der Lage sein, seine IT Infrastruktur ordnungsgemäß zu betreiben, instand zu halten, zu vernetzen, zu skalieren oder zu verbessern, könnte dies wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftslage und Reputation haben.

Der CHRONEXT Online-Shop sieht sich - wie andere Online-Shops auch - in unregelmäßigen Abständen Hacking, Viren, Betrug oder anderen böswilligen Angriffen ausgesetzt.

Dritte könnten versuchen oder sogar erfolgreich sein, sich unerlaubten Zugang zu den Daten über Kunden zu verschaffen und diese Daten in der Folge in missbräuchlicher Weise verwenden, was den Ruf der CHRONEXT schädigen und sich nachteilig auf das Geschäft auswirken könnte.

Mit der Etablierung eines umfangreichen IT-Risikomanagements, mit Backup-Lösungen, mit der Verabschiedung eines Regelwerks zur Systemsicherheit und durch eine klare Regelung der Verantwortlichkeiten wurden die Grundlagen für ein kontinuierliches und nachhaltiges Risikomanagementsystem für diesen Bereich gelegt.

Personalrisiken

Personalrisiken können sich im Wesentlichen durch die eventuelle Fluktuation von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Schlüsselpositionen ergeben. CHRONEXT begrenzt diese Risiken durch leistungsgerechte Vergütungen und erfolgsabhängige Anreizsysteme sowie durch ein attraktives Arbeitsumfeld.

Chancen

Die starke Marktposition der CHRONEXT Service Germany GmbH wurde insbesondere durch die Weiterentwicklung der internen Prozesse und weiteres Wachstum in einem dynamischen, stark wachsenden Online- Markt bestätigt; wir erwarten, dass sich diese positiven Entwicklungen auch in zukünftigen Perioden fortsetzen.

CHRONEXT konnte seinen Umsatz im Geschäftsjahr um 83% steigern und ist damit deutlich schneller gewachsen als der Gesamtmarkt. Die Attraktivität des Online-Marktes für Luxusgüter wurde zudem auch durch erfolgreiche Börsengänge der Online-Luxusgüter Plattform Farfetch Ltd. sowie der Luxury Pre-Owned Plattform The RealReal in den USA bestätigt. Mit erfolgreichem Abschluss der Series E Finanzierungsrunde Ende 2019/Anfang 2020 ist CHRONEXT sehr gut aufgestellt, die eigene Marktposition weiter stark auszubauen und in diesem attraktiven Marktsegment erfolgreich zu sein.

Neben einem weiteren Wachstum im derzeitigen Kernmarkt Deutschland bestehen signifikante Wachstumspotentiale im europäischen und außereuropäischen Ausland. Zudem sind beide von der CHRONEXT bedienten Segmente im Online-Bereich, Neuuhren- sowie das Gebrauchtuhrensegment, von einer starken Wachstumsdynamik gekennzeichnet.

Forschung und Entwicklung

CHRONEXT ist als Online-Player sehr aktiv in der technologischen Entwicklung der eingesetzten Systeme. Insgesamt wurden in 2018 und 2019 € 2,9 Mio. Kosten in die IT Infrastruktur investiert wovon ca. € 2,6 Mio. aktiviert werden konnten (90% Aktivierungsquote). Dem stehen Abschreibungen in Höhe von T€ 672 entgegen.

Entwicklungsschwerpunkte lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr (wie auch schon im Vorjahr) auf dem gruppenweiten ERP-/Warenwirtschaftssystem, der Handelsplattform sowie dem Online-Shop.

4. AUSBLICK 2020

Der Fokus der Chronext Service Germany GmbH für das Geschäftsjahr 2020 liegt auf dem weiteren Wachstum bei gleichzeitiger Verbesserung der operativen Performance und weiteren Kostenoptimierungen.

Die Geschäftsführung erwartete vor Ausbruch der Corona-Krise, dass der starken Umsatzsteigerung der CHRONEXT in 2019 auch ein deutliches Umsatzwachstum in 2020 folgen wird. Es wurden operative Ergebnisverbesserungen erwartet, die das EBITDA sowie das Jahresergebnis deutlich positiv beeinflussen sollten. Insgesamt wurde aber aufgrund des Wachstumskurses weiterhin von einem im Vergleich zum Vorjahr verbesserten aber dennoch negativen Ergebnis ausgegangen.

Die Geschäftsaussichten haben sich durch das Eintreten der Corona Krise in 2020 eingetrübt. Während ursprünglich für das Jahr 2020 ein Anstieg der Wirtschafsleistung auf 3,3 Prozent prognostiziert wurde 2, sind diese Prognosen infolge der Corona Krise deutlich negativer. So könnte sich das Wachstum weltweit halbieren 3.

Wir beobachten die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise aufmerksam. Grundsätzlich wird sich eine anhaltende Wirtschaftskrise negativ auf die Nachfrageseite insgesamt auswirken. Gleichzeitig erwarten wir eine beschleunigte Transition vom Offline- zum Online Markt - insbesondere bei weiter anhaltenden Einschränkungen im Offline-Handel - der das Marktsegment von CHRO- NEXT vergrößert.

Auf Basis der derzeitigen Einschätzung gehen wir von einer vorübergehenden Kaufzurückhaltung infolge der Krisensituation aus. Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einem Umsatzvolumen, das bis zu 20% unter dem angestrebten Budget liegen könnte mit entsprechender negativer Auswirkung auf das Rohergebnis. Die von staatlicher Seite zur Verfügung gestellten Unterstützungsleistungen (z.B. Steuerstundungen, Bürgschaften über die KfW) prüfen wir im Hinblick auf mögliche Einsatzmöglichkeiten und werden sich positiv auf die Finanz und/oder Ertragslage auswirken. Covenantbrüche und mögliche Liquiditätsprobleme erwarten wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Die Prognose auf die vorgenannten KPIs ist mit Unsicherheiten behaftet, da eine genaue Einschätzung von Dauer und Auswirkungen aus der Ausbreitung des Corona-Virus aktuell nicht möglich ist.

Die Gesellschaft ist abhängig von der weiteren finanziellen Unterstützung durch ihre Muttergesellschaft, die Chronext AG.

2 World Economic Outlook, Jan 2020, Tentative Stabilization, Sluggish Recovery?
3 Tagesschau.de, Corona Auswirkungen auf die Wirtschaft, 2. März 2020

 

Köln, den 20. Mai 2020

gez. Ludwig Wurlitzer, Geschäftsführer

gez. Bastian Stöhr, Geschäftsführer

gez. Alexander Rausch, Geschäftsführer

Anhang für das Geschäftsjahr 2019

A. Allgemeine Angaben

Die Chronext Service Germany GmbH hat ihren Sitz in Köln und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln mit der HRB Nummer 78201.

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 244 ff und 264 ff HGB) aufgestellt.

Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Bilanzierung erfolgte entsprechend den Gliederungsvorschriften der §§ 266 ff. HGB sowie den ergänzenden Vorschriften des § 42 Abs. 3 GmbHG. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Im Jahresabschluss wurden die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen beibehalten. Die Ermittlung der Rückstellung für Gewährleistung erfolgt wie im Vorjahr auf Basis einer vernünftigen kaufmännischen Schätzung. Während diese Schätzung im Vorjahr auf Grundlage eines pauschalierten Betrages der Umsatzerlöse erfolgte, wird im laufenden Geschäftsjahr eine Projektion auf Basis historischer Erfahrungswerte, Zustand und Fehlerwahrscheinlichkeiten durchgeführt.

Die Bewertung wurde - trotz der bestehenden bilanziellen Überschuldung - weiterhin unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HBG) vorgenommen, da aufgrund der von der Muttergesellschaft gewährten nachrangigen Darlehen sowie von Banken eingeräumten Kreditlinien die Fortführungsprognose positiv ist. Der Jahresabschluss wurde daher unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt. Für Details zu den bestandsgefährdenden Risiken verweisen wir auf die Erläuterungen im Lagebericht unter Abschnitt 3. "Chancen und Risiken" unter dem Punkt "Finanzierungsrisiken".

Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Es wurden in Abstimmung mit dem Ansatzwahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB Aufwendungen für die Entwicklung der UX- und Shopkonzepte sowie diverser IT Applikationen als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert, bzw. hierauf aufgelaufene Kosten zunächst als immaterielle Vermögensgegenstände in der Entstehung bilanziert. Die Bewertung erfolgte im Einklang mit § 255 Abs. 2 und Abs. 2a HGB. Die Entwicklungskosten umfassen im Wesentlichen Freelancer und externe Agenturen sowie die Personalkosten eigener Mitarbeiter. Das Gesamtentwicklungsrisiko verbleibt bei den hier ausgewiesenen Projekten bei der Gesellschaft, so dass ein Ausweis unter den selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen erfolgt bzw. erfolgen wird. Bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung erfolgt der Ausweis unter den immateriellen Vermögensgegenständen in der Entstehung.

Darüber hinaus wurden Kosten im Rahmen der Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystems im laufenden sowie vorangegangenen Geschäftsjahr, welches aus Fremdleistungen und zu einem geringerem Bestandteil Kosten des eigenen Personals sowie eingesetzter Freelancer umfasst, als entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände angesetzt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige lineare Abschreibungen reduziert. Die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer wird auf der Grundlage steuerlich anerkannter Höchstsätze festgelegt. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von EUR 250,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; für geringwertige Anlagegüter mit einem Wert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wird ein in Vorjahren gebildeter Sammelposten weiterhin abgeschrieben. Dieser wird seit Aktivierung mit jährlich 20% abgeschrieben. Ein vorzeitiger Abgang bleibt unberücksichtigt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen lagen im Geschäftsjahr nicht vor.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag angesetzt. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die liquiden Mittel sind mit dem Nennwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben ausgewiesen, die vor dem Abschlussstichtag anfallen und erst zu einer bestimmten Zeit nach dem Abschlussstichtag Aufwand darstellen.

In der Position Verlustvortrag sind die kumulierten Verluste der Vorjahre enthalten.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Umrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung erfolgt grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag. Bei Vermögensgegenständen und Schulden mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird das Realisations- und Anschaffungskostenprinzip beachtet.

Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen gebildet. Der Ausweis erfolgt saldiert, soweit die passiven latenten Steuern durch entsprechende aktive latente Steuern auf die Verlustvorträge der Gesellschaft ausgeglichen werden können. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

C. Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Aktiva

Die Entwicklung einzelner Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel dargestellt, der diesen Anhang beigefügt ist.

Im Geschäftsjahr wurden Aufwendungen im Zusammenhang mit der Phase Zwei der Einführung eines neuen Warenwirtschaftssystem von insgesamt TEUR 546 (Vj. TEUR 1.110 für Phase Eins) unter den entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen aktiviert. Die Kosten des Warenwirtschaftssystems umfassen sämtliche aktivierungsfähige Kosten der Einführung, wie Kosten der beauftragten Agentur, Lizenz- und Entwicklungsgebühren und eingesetzte Freelancer TEUR 397 (Vj. TEUR 950) sowie Kosten für eigenes Personal TEUR 148 (Vj. TEUR 160).

Daneben werden im Geschäftsjahr immaterielle Vermögensgegenstände in der Entstehung in Höhe von TEUR 461 (Vj. TEUR 188) angesetzt. Hierin enthalten sind die Kosten für die Weiterentwicklung des Lieferantenportals der Gesellschaft sowie für die Entwicklungen des Webshops der Gesellschaft.

Insgesamt sind im Geschäftsjahr Kosten für Entwicklung in Höhe von TEUR 1.297 angefallen (Vj. TEUR 1.549).

In Höhe der angesetzten selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe von TEUR 799 (Vj. TEUR 417).

Mit Ausnahme von hingegebenen Kautionen in Höhe von TEUR 127 (Vj. TEUR 43) haben sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Kautionen haben eine Laufzeit zwischen zwei und fünf Jahren.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten mit TEUR 1.878 Forderungen gegen den Gesellschafter (Vj. TEUR 885). Die Forderungen gegen den Gesellschafter sowie gegen verbundene Unternehmen bestehen im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten insbesondere Forderungen gegen Paypal und sonstige Zahlungsdienstleister (TEUR 1.511, Vj. TEUR 886) sowie Forderungen gegen Finanzierungspartner (TEUR 326, Vj. TEUR 250).

Der Berechnung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 32,45 % zu Grunde gelegt. Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlich aus körperschaftsteuerlichen und gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen. Die aktiven latenten Steuern wurden nicht aktiviert.

Passiva

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Gewährleistungen & Retouren (TEUR 444, Vj. TEUR 370) sowie für Boni- und Urlaubsansprüche (TEUR 246, Vj. TEUR 341) gebildet.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleistungen und Ausleihungen in Höhe von TEUR 44.588 (inkl. aufgelaufener Zinsen, Vj. TEUR 38.988) gegenüber dem Gesellschafter. Diese sind am 31. Dezember 2021 fällig.

Im Geschäftsjahr wurde zudem ein neues Tilgungsdarlehen aufgenommen mit einer Laufzeit von 24 Monaten. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 14.767 sind TEUR 598 nach dem 31. Dezember 2020 fällig.

Alle weiteren Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse nahezu ausschließlich mit dem Verkauf von Uhren erwirtschaftet (TEUR 86.326, Vj. TEUR 47.166).

Abschreibungen und periodenfremde Aufwendungen & Erträge

Im Geschäftsjahr wurden Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens in Höhe von TEUR 414 (Vj. TEUR 602) vorgenommen. Davon sind TEUR 229 (Vj. TEUR 430) periodenfremd.

Daneben fielen im Geschäftsjahr periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 105 an, im Wesentlichen für Softwarekosten und Mietnachzahlungen (Vj, TEUR 5). Periodenfremde Erträge sind in Höhe von TEUR 35 (Vj. 0 TEUR) angefallen, welche im Wesentlichen Kostenerstattungen sowie Auflösungen von Rückstellungen des Vorjahres betreffen.

D. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Angabe zu hingegebenen Sicherheiten

Die Gesellschaft hat bis maximal zum 30. September 2027 dauernde Mietverträge für Geschäftsräume und Betriebsstätten abgeschlossen. Weiterhin bestehen Miet- und Leasingverträge für diverse Kfz sowie Büroausstattung mit einer Restlaufzeit zwischen 3 und 28 Monaten.

Infolge der am Bilanzstichtag bestehenden nicht kündbaren Verträge summieren sich die in den folgenden Jahren zu zahlenden Beträge wie folgt:

Miet- und Leasingverpflichtungen

2019 2018
TEUR TEUR
1 Jahr 401 349
2 Jahre 264 288
3 Jahre 110 158
4 Jahre 104 8
Folgejahre 78 0
Gesamt 957 803

Zum Bilanzstichtag waren Uhren in Höhe von TEUR 11.457 (Vj. TEUR 10.646) zur Besicherung von Bankdarlehen verpfändet. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

Es bestehen Avale in Höhe von TEUR 111 (Vj. TEUR 86) mit der Sparkasse KölnBonn zu abgeschlossenen Mietverträgen. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.

Geschäftsführung

Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2019:

Herr Ludwig Wurlitzer, Neustadt, (Kaufmann)

Herr Bastian Stöhr, Berlin, (Kaufmann)

Herr Alexander Raquet, (CMO) Köln, (bis zum 11. Dezember 2019)

Herr Alexander Rausch, (Kaufmann), Köln, Geschäftsführer (seit 21. Mai 2019)

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Die Bezüge der Geschäftsführung betrugen für 2019 EUR 608.176,44.

Mitarbeiter

Die Zahl der während des Geschäftsjahres durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter betrug 147 (Vj. 102).

Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Chronext AG, Zug/Schweiz, (kleinster und größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Der Konzernabschluss ist in den Geschäftsräumen der Chronext AG, Zug/Schweiz einsehbar.

Angaben über das Honorar des Abschlussprüfers:

Das für das Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers braucht nicht angegeben zu werden, da es in die Angaben im Konzernabschluss der Chronext AG einbezogen wird.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Februar 2020 hat die Chronext AG der Gesellschaft weitere liquide Mittel aus einer erfolgreich durchgeführten Finanzierungsrunde bereitgestellt. Zudem hat die Gesellschaft am 28. Februar 2020 ein weiteres besichertes Bankdarlehen in Höhe von TEUR 11.000 mit einer Laufzeit von 12 Monaten sowie unbesicherte Darlehen in Höhe von TEUR 1.500 und TEUR 2.400 mit einer Laufzeit von 12 bzw. 24 Monaten abgeschlossen.

Die internationale Weltgesundheitsorganisation hat am 30. Januar 2020 die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ,Covid-19' als "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite" erklärt. Im März 2020 wurden weitreichende Beschränkungen des öffentlichen Lebens in verschiedenen Ländern weltweit erklärt, welche erhebliche Auswirkungen auf die Lage und Entwicklung der Weltwirtschaft und sowie der Wirtschaft in Deutschland haben können. Daher ordnen wir dies als Vorgang von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag ein. Wir verweisen auf die Ausführungen im Lagebericht.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 12.971 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Köln, den 20. Mai 2020

gez. Alexander Rausch, Geschäftsführer

gez. Bastian Stöhr, Geschäftsführer

gez. Ludwig Wurlitzer, Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Chronext Service Germany GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Chronext Service Germany GmbH, Köln, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Chronext Service Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten

zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 20. Mai 2020

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Beckers, Wirtschaftsprüfer

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