Stammdaten

Register
Amtsgericht Kleve HRB 14221
Vorher
Weilchensee 830. V V GmbH
Eingetragen
22.6.2016
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Das Halten und Verwalten eigenen Vermögens, insbesondere das Halten und Verwalten von Beteiligungan an Unternehmen jedweger Rechtsform. Die Gesellschaft kann sämtliche Handlungen vornehmen und Maßnahmen treffen, die den Gesellschaftszweck unmittelbar oder mittelbar zu fördern geeignet sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Andreas Hausmann
seit 20.4.2023
Geschäftsführer
Hans-Joachim Müller
seit 23.8.2016
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

POLYPLAST MÜLLER GmbH

Straelen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

AKTIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.989.669 503.028
2. Geleistete Anzahlungen 7.008 4.274.954
4.996.677 4.777.982
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 20.570.684 16.895.717
2. Technische Anlagen und Maschinen 16.493.572 20.801.662
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.510.993 3.322.058
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.230.694 4.856.439
48.805.943 45.875.876
53.802.620 50.653.858
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 27.788.682 19.311.383
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 27.838.447 18.002.446
55.627.129 37.313.829
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 26.380.898 18.682.054
2. Sonstige Vermögensgegenstände 4.994.502 4.120.904
31.375.400 22.802.958
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 14.220.312 30.883.076
101.222.842 90.999.863
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 1.229.874 779.819
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 0 1.239.175
156.255.336 143.672.715

PASSIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 5.000.000 5.000.000
II. Kapitalrücklage 533 533
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 3.057.919 -78.399
IV. Gewinnvortrag 52.474.350 40.594.548
V. Konzernjahresüberschuss 23.539.950 13.554.710
84.072.752 59.071.392
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.872.261 2.610.976
2. Steuerrückstellungen 2.361.115 413.573
3. Sonstige Rückstellungen 6.141.171 5.689.458
11.374.547 8.714.007
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 27.238.556 51.885.687
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31.560.354 22.028.444
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 233.683 145.833
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.359.037 1.474.299
60.391.630 75.534.263
D. PASSIVE LATENTE STEUERN 416.407 353.053
156.255.336 143.672.715

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021

2021 2020
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 445.770.467 345.511.892
2. Erhöhung des Bestands an fertigen Erzeugnissen und Waren 9.836.000 223.609
3. Sonstige betriebliche Erträge 972.374 1.058.207
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebstoffe und für bezogene Waren -324.015.853 -236.009.263
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -194.838 -102.202
-324.210.691 -236.111.465
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -36.898.977 -34.891.271
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen -9.699.550 -9.081.801
-46.598.527 -43.973.072
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -10.627.496 -9.675.520
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -40.875.278 -37.133.329
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 151.558 50.868
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.311.485 -1.765.402
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -8.959.932 -4.234.565
11. Ergebnis nach Steuern 24.146.990 13.951.223
12. Sonstige Steuern -607.040 -396.513
13. Konzernjahresüberschuss 23.539.950 13.554.710

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

I. Allgemeine Angaben

II. Angaben zum Konsolidierungskreis und zum Konzernanteilsbesitz

III. Konsolidierungsmethoden

IV. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

V. Erläuterung zur Konzernbilanz

VI. Erläuterung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

VII. Erläuterung zur Konzern-Kapitalflussrechnung

VIII. Sonstige Angaben

IX. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

X. Ergebnisverwendungsvorschlag

XI. Geschäftsführung

I. Allgemeine Angaben

Die Polyplast Müller GmbH als Mutterunternehmen hat ihren Sitz in Straelen und ist im Handelsregister beim Amtsgericht Kleve unter HRB 3733 eingetragen. Der vorliegende Konzernabschluss wurde gem. §§ 290 ff. in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetztes (BilRUG) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Zahlenangaben im Konzernabschluss erfolgen grundsätzlich in T€.

Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde entsprechend § 275 Abs. 2 HGB das Gesamtkostenverfahren gewählt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten sowie Davon-Vermerke im Konzernanhang gemacht.

Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen entspricht der Stichtag des Jahresabschlusses dem Stichtag des Konzernabschlusses.

II. Angaben zum Konsolidierungskreis und zum Konzernanteilsbesitz

Mutterunternehmen ist die Polyplast Müller GmbH, Straelen. In den Konzernabschluss sind neben dem Mutterunternehmen alle Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss des Mutterunternehmens stehen ("Tochterunternehmen"), im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen worden.

Der Konsolidierungskreis umfasst - einschließlich der Polyplast Müller GmbH - acht inländische und zwei ausländische Tochterunternehmen.

Der Konsolidierungskreis setzt sich aus folgenden Tochterunternehmen zusammen. Die Kapitalanteile entsprechen den Stimmrechtsanteilen:

Firma Sitz Anteile
%
Colortech Inc. Brampton, Kanada 100
Colortech, Inc. Morristown, Tennessee, USA 100
PPM Management GmbH Straelen, Deutschland 100
PPM Asset GmbH & Co. KG Straelen, Deutschland 100
PPM Sales GmbH & Co. KG Straelen, Deutschland 100
PPM IP GmbH & Co. KG Straelen, Deutschland 100
PCW GmbH Eilenburg, Deutschland 100
PCW Property I GmbH Eilenburg, Deutschland 100
PCW Asset GmbH & Co. KG Eilenburg, Deutschland 100
PCW Management GmbH Eilenburg, Deutschland 100

Für das am 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr wird beabsichtigt, die Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Absatz 3 HGB bzw. § 264b HGB hinsichtlich der Offenlegung der Jahresabschlüsse der

PPM Asset GmbH & Co. KG,

PPM IP GmbH & Co. KG,

PPM Sales GmbH & Co. KG,

PPM Management GmbH,

PCW Asset GmbH & Co.KG,

PCW Management GmbH und

PCW GmbH

in Anspruch zu nehmen.

Zum 1. Januar 2021 wurden die Polyplast Global Engineering GmbH und die Polyplast Management GmbH auf die Polyplast Müller GmbH verschmolzen.

III. Konsolidierungsmethoden

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt grundsätzlich gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode. Für die Kapitalkonsolidierung von Tochterunternehmen, die erstmalig vor dem 1. Januar 2010 konsolidiert wurden, wird entsprechend Art. 66 Abs. 3 EGHGB weiterhin die Buchwertmethode im Sinne von § 301 Abs. 1S. 2 Nr. 1 HGB a.F. angewendet.

Ein sich aus der erstmaligen Kapitalkonsolidierung ergebender Geschäfts- oder Firmenwert wird über einen Zeitraum von 10 Jahren linear abgeschrieben.

Schuldenkonsolidierung

Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den konsolidierten Abschluss einbezogenen Unternehmen sind gemäß § 303 HGB gegeneinander aufgerechnet worden. Sofern hierbei Währungsumrechnungsdifferenzen entstanden sind, wurden diese erfolgsneutral verrechnet. Echte Aufrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam verrechnet; etwaige Steuerabgrenzungen werden dabei erfasst.

Zwischenergebniseliminierung

Zwischenergebnisse aus dem Verkauf von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens zwischen Konzerngesellschaften sind, sofern sie von wesentlicher Bedeutung waren, eliminiert worden. Auf diese Zwischenergebnisse entfallende Abschreibungen sind im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 ergebniswirksam korrigiert worden. Eine Eliminierung von Zwischenergebnissen in den Vorratsbeständen wurde vorgenommen, sofern diese für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

Sind an konzerninternen Transaktionen, die der Zwischenergebniseliminierung gemäß § 304 HGB unterliegen, (Konzern-)Unternehmen beteiligt, die in unterschiedlichen Währungen bilanzieren, wird das zu eliminierende Zwischenergebnis, das gegen den Bestandswert in der Bilanz des Empfängerunternehmens erfasst wird, in der Währung des Empfängerunternehmens bewertet. Die Veränderung zwischen dem Wechselkurs bei Lieferung und dem Kurs am Abschlussstichtag wird, soweit sie auf das Zwischenergebnis entfällt, erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung eingestellt. Für die Bewertung des in der Lieferungs- oder Leistungsperiode aus dem Konzernergebnis zu eliminierenden Zwischenergebnisses ist die Währung des Lieferunternehmens maßgeblich.

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Erlöse aus Innenumsätzen sowie konzerninterne Erträge sind mit den entsprechenden Aufwendungen gemäß § 305 HGB verrechnet worden.

IV. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Abschlüsse der Polyplast Müller GmbH und der übrigen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Im Konzernabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit den Posten der Passivseite und Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden, soweit dies nach den Vorschriften des § 246 HGB nicht ausdrücklich gefordert wird.

Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. Gewinne sind, soweit dies gesetzlich nicht ausdrücklich gefordert wird, nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Wirtschaftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden.

Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Konzerns ausgegangen. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet.

Die Bewertung der erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibung. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen.

Die Schätzung der betrieblichen Nutzungsdauer der Anlagengegenstände richtet sich nach den in Deutschland zulässigen steuerlichen Afa-Tabellen und nach den betriebsindividuellen Erfahrungssätzen.

Bei den Vorräten erfolgt der Ansatz der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips. Die Bewertung erfolgt mit dem gleitenden Durchschnittspreis. Fertige Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten angesetzt, diese umfassen die Material- sowie die Fertigungseinzelkosten. Des Weiteren wurden angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist, eingerechnet. Kosten der Verwaltung sowie Zinsen für Fremdkapital werden nicht berücksichtigt. Waren werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert angesetzt, soweit nicht Einzelabwertungen wegen Ausfallrisiken erforderlich waren. Die zur Absicherung eingegangen Zinssicherungsgeschäfte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Die Rückstellung für Pensionsverpflichtung wurde im Inland auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) ermittelt. Die Berechnung erfolgte auf Grundlage der projizierten Einmalbeitragsmethode (Projected Unit Credit Method-PUC). Dabei wurde ein Rententrend von 2,00 %, ein Gehalts- und Anwartschaftstrend von 2,00 % sowie detaillierte Fluktuationstabellen der Berechnung zugrunde gelegt. Abweichend von diesen Sätzen ist für die Pensionsverpflichtungen der Geschäftsführung ein Gehaltstrend von 1,00 % zu Grunde gelegt worden. Bei der Ermittlung des anzuwendenden Rechnungszinses wurde von der Bewertungsvereinfachung nach § 253 Abs. 2 S. 2 HGB Gebrauch gemacht. Es ergab sich entsprechend der Vorgabe der Deutschen Bundesbank ein Rechnungszins von 1,87 % bei Zugrundelegung des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen zehn Jahre. Es bestehen passivierte Pensionsverpflichtungen in Höhe von 2.821 T€.

Bei Zugrundelegung des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen sieben Jahre, der zum Stichtag bei 1,35 % lag, hätte sich eine Pensionsverpflichtung in Höhe von 3.116 T€ ergeben. Gemäß § 253 Abs. 6 HGB ergibt sich hieraus eine Ausschüttungssperre in Höhe der Differenz von 296 T€.

Die Steuerrückstellungen enthalten Steuerverpflichtungen aus laufenden Ertragssteuern.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in der Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um die zukünftigen Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden ebenfalls mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund von steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die latenten Steuern der inländischen Gesellschaften wurden mit dem inländischen Ertragssteuersatz von 29,23 % (2020: 29,23 %) berechnet. Die latenten Steuern der amerikanischen Gesellschaft wird mit einem durchschnittlichen Ertragssteuersatz von 23,70 % (2020: 24,17 %) berechnet. Die latenten Steuern der kanadischen Gesellschaft wird mit einem durchschnittlichen Ertragssteuersatz von 26,56 % (2020: 26,50 %) berechnet.

Innerhalb der Einzelabschlüsse erfolgt die Umrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bzw. zum Sicherungskurs. Ansonsten erfolgt die Umrechnung von Forderungen in Fremdwährung zum Anschaffungskurs oder zum niedrigeren Umrechnungskurs am Bilanzstichtag bzw. von Verbindlichkeiten in Fremdwährung zum Rückzahlungskurs beim Eingehen der Verbindlichkeiten oder zum höheren Umrechnungskurs am Bilanzstichtag.

Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen erfolgt gemäß § 308a HGB. Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgte zu historischen Kursen; die übrigen Posten in der Bilanz werden mit dem am Abschlussstichtag gültigen Mittelkurs umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Der Unterschied aus der Währungsumrechnung ist ergebnisneutral im Eigenkapital berücksichtigt worden.

Die Finanzinstrumente werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten oder mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet.

V. Erläuterungen zur Konzernbilanz

Die Bruttowertentwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2021 kann dem beigefügtem Anlagenspiegel entnommen werden.

Die Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben 167 T€ (2020: 68 T€) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen. Sie betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Factoring in Höhe von 2.132 T€, Vorsteuererstattungsbeträge in Höhe von 801 T€, Steuererstattungsansprüche in Höhe von 131 T€, Stromsteuererstattung in Höhe von 152 T€, Kreditorenbonus in Höhe von 945 T€ sowie derivative Finanzinstrumente in Höhe von 162 T€.

Die Angaben zu den Restlaufzeiten und zur Besicherung der Verbindlichkeiten ergeben sich aus nachfolgenden Tabellen:

Verbindlichkeitenspiegel zum 31.12.2021

Gesamtbetrag Restlaufzeit von
31.12.2021 < 1 Jahr 1 - 5 Jahren > 5 Jahre
Art der Verbindlichkeit T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 27.239 8.703 18.536
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31.560 31.560
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 234 234
Sonstige Verbindlichkeiten 1.359 1.359
(davon aus Steuern) 425
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) 59
Gesamt 60.392 41.856 18.536 0

Verbindlichkeitenspiegel zum 31.12.2020

Gesamtbetrag Restlaufzeit von
31.12.2020 < 1 Jahr 1 - 5 Jahren >5 Jahre
Art der Verbindlichkeit T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 51.886 34.787 16.055 1.044
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22.028 22.028
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 146 146
Sonstige Verbindlichkeiten 1.474 1.474
(davon aus Steuern) 394
(davon im Rahmen der sozialen Scherheit) 45
Gesamt 75.534 58.435 16.055 1.044

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten i.H.v. 27.239 T€ sind durch Grundschulden, Pfandrechte an beweglichen Sachen und ähnlichen Rechten sowie durch Sicherungsübereignungen besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen 234 T€ (2020: 146 T€) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und betreffen in voller Höhe Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter.

Die latenten Steuern werden saldiert ausgewiesen. Insgesamt hat sich für das Geschäftsjahr 2021 ein passiver Saldo ergeben. Die latenten Steuersalden können der nachfolgenden Aufstellung entnommen werden:

Betrag 2021 Betrag 2020
TEUR TEUR
Aktive Latente Steuern
Anlagevermögen 45 143
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20 129
Fertige Erzeugnisse und Waren 237 208
Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen 390 309
Sonstige Rückstellungen 47 35
Steuersubventionen 140 121
Verlustvorträge 0 1.345
Sonstiges 4 4
Summe 883 2.294
Passive Latente Steuern
Anlagevermögen 710 832
Fertige Erzeugnisse und Waren 98 82
Verbindlichkeiten 491 491
Sonstiges 0 3
Summe 1.299 1.408
Bilanzausweis passive latente Steuern 416 1.239
Bilanzausweis aktive latente Steuern 0 353

VI. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse des Konzerns in Höhe von 445.770 T€ verteilen sich nach geographisch Märkten wie folgt:

2021 2020
in T€ in T€
Europa 201.548 144.811
Nordamerika 244.222 200.701
Gesamt 445.770 345.512

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Währungsumrechnungen i.H.v. 499 T€ (2020: 245 T€) enthalten.

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersvorsorge und für Unterstützung in Höhe von 718 T€ (2020: 697 T€) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen i.H.v. 144 T€ und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 154 T€ (2020: 219 T€) enthalten.

In den Zinserträgen sind in Höhe von insgesamt 30 T€ (2020: 23 T€) Zinserträge aus Abzinsungen von Personalrückstellungen enthalten.

In den Zinsaufwendungen in Höhe von insgesamt 1.311 T€ sind 273 T€ (2020: 244 T€) Zinsaufwendungen aus Abzinsungen von Pensionsrückstellungen enthalten.

In den Steuern vom Einkommen und Ertrag sind Aufwendungen aus latenten Steuern i.H.v. 1.274 T€ (2020: 1.214 T€) enthalten.

VII. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die flüssigen Mittel des Konzerns durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Geschäftsjahrs verändert haben. Es wird zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit und aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds ist definiert als Summe aus liquiden Mitteln (14.220 T€; 2020: 30.883 T€) abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, im Wesentlichen aus Kontokorrentkrediten (4.530 T€, 2020: 30.941 T€).

Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird demgegenüber ausgehend vom Konzernjahresüberschuss indirekt abgeleitet.

Die Überleitung von der Ausgangsgröße in der Kapitalflussrechnung ergibt sich wie folgt:

2021 2020
in T€ in T€
EBITDA 44.894 29.576
- Zinsen 1.160 1.715
- Abschreibungen 10.627 9.675
- Sonstige Steuern 607 396
- Ertragssteuern 8.960 4.235
Konzernjahresüberschuss 23.540 13.555

VIII. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen mit 1.348 T€ im kommenden Jahr Miet- und Leasingverpflichtungen und mit 4.802 T€ in den darauffolgenden vier Jahren fällige Miet- und Leasingverpflichtungen sowie sonstige Verpflichtungen i.H.v. 200 T€.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

In Bezug auf die zum Bilanzstichtag bestehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat der Konzern Factoringverträge abgeschlossen und dadurch Forderungen zum Zweck der Verbesserung der stichtagsbezogenen Liquidität verkauft. Durch das Factoring erhöhte sich die Liquidität zum Bilanzstichtag um 16.311 T€, dem stehen Finanzierungskosten im Geschäftsjahr i.H.v. 172 T € aus dieser Maßnahme gegenüber.

Derivative Finanzinstrumente

Mit der Commerzbank AG ist am 1. Oktober 2008 ein Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte abgeschlossen worden. Folgende Zinscaps sind zum Bilanzstichtag unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen: Zinscaps mit einem Nominalbetrag in Höhe von 314 T€ mit einer Laufzeit bis 30.09.2024, einem Nominalbetrag in Höhe von 7.000 T€ mit einer Laufzeit bis 31.08.2026, einem Nominalbetrag in Höhe von 2.731 T€ mit einer Laufzeit bis 30.09.2026, einem Nominalbetrag in Höhe von 2.100 T€ mit einer Laufzeit bis 02.10.2027, sowie drei weitere Zinscaps mit einem Nominalbetrag von insgesamt 3.924 T€ mit einer Laufzeit bis jeweils 02.10.2024. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen sind die fortgeführten Buchwerte der erworbenen Zinsderivate in Höhe von 162 T€ ausgewiesen.

Abschlussprüferhonorar

Für die erbrachten Dienstleistungen der Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf (Konzernabschlussprüfer) sind Honorare für die Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von 126 T€ und sonstige Leistungen in Höhe von 14 T € im Geschäftsjahr 2021 als Aufwand erfasst worden.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Durchschnitt 700 Mitarbeiter beschäftigt. Davon sind 359 gewerbliche Mitarbeiter und 341 Angestellte.

Sonstige Angaben

Die Polyplast Müller GmbH und ihre Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss der Polyplast Vermögensverwaltung GmbH, Straelen, einbezogen, die ihrerseits den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis erstellt. Dieser Konzernabschluss ist bei der Gesellschaft erhältlich und wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

IX. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag liegen nicht vor.

X. Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung wird der Gesellschafterversammlung satzungsgemäß vorschlagen, aus dem Jahresüberschuss des Mutterunternehmens in Höhe von € 16.911.666,94 eine Ausschüttung in Höhe von 20 % vorzunehmen und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

XI. Geschäftsführung

Während des Geschäftsjahres 2021 waren Geschäftsführer:

 

Herr Hans-Joachim Müller, Kaufmann, Straelen

 

Herr Matthias Hildenbrand, Dipl.-Kaufmann, Rheurdt

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird unter analoger Bezugnahme auf die Schutzklausel des § 314 Abs.3 HGB i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

 

Straelen, 30. Mai 2022

Hans-Joachim Müller

Matthias Hildenbrand

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 Zugänge Umbuchungen Abgänge Währungs-
umrechnung
31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 8.825.212 1.056.440 4.583.823 0 389.771 14.855.246
2. Geschäfts- oder Firmenwert 161.454 161.454
3. Geleistete Anzahlungen 4.274.954 6.707 -4.432.344 0 157.691 7.008
13.261.620 1.063.147 151.479 0 547.462 15.023.708
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 31.614.239 904.826 3.450.924 0 1.089.526 37.059.515
2. Technische Anlagen und Maschinen 74.633.456 1.757.163 419.250 10.759 2.489.876 79.288.986
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.867.456 1.075.958 22.817 22.087 221.989 12.166.133
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.856.439 7.049.079 -4.028.651 0 353.827 8.230.694
1.21.971.590 10.787.026 -135.660 32.846 4.155.218 136.745.328
135.233.210 11.850.173 15.819 32.846 4.702.680 151.769.036
Abschreibungen
01.01.2021 Zugänge Abgänge Währungs-
umrechnung
31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 8.322.184 1.338.907 0 204.486 9.865.577
2. Geschäfts- oder Firmenwert 161.454 161.454
3. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
8.483.638 1.338.907 0 204.486 10.027.031
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.718.522 1.325.043 0 445.266 16.488.831
2. Technische Anlagen und Maschinen 53.831.794 6.966.308 132.087 2.129.399 62.795.414
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.545.398 997.238 22.084 134.588 8.655.140
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
76.095.714 9.288.589 154.171 2.709.253 87.939.385
84.579.352 10.627.496 154.171 2.913.739 97.966.416
Buchwerte
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.989.669 503.028
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0
3. Geleistete Anzahlungen 7.008 4.274.954
4.996.677 4.777.982
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 20.570.684 16.895.717
2. Technische Anlagen und Maschinen 16.493.572 20.801.662
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.510.993 3.322.058
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.230.694 4.856.439
48.805.943 45.875.876
53.802.620 50.653.858

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2021

2021 2020
EUR EUR
EBITDA 1) 44.894.345 29.575.842
+/- Zunahme / Abnahme der Rückstellungen 437.778 647.017
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge -252.303 -261.861
+/- Zunahme / Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -24.098.510 -8.499.109
+/- Zunahme / Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 8.551.265 2.842.789
+/- Verlust / Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 3 22.745
+/- Ertragsteuerzahlungen -6.338.991 -3.481.430
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 23.193.586 20.845.994
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -1.214.626 -2.064.941
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 0 24.724
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -10.651.366 -9.758.009
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -11.865.993 -11.798.226
- Erhaltene Zinsen 9.551 27.751
- Gezahlte Zinsen -1.038.108 -1.396.104
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 4.631.034 0
- Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-)Krediten -3.837.702 -3.949.208
- Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens -1.674.908 -677.118
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 71.910.133 -5.994.679
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 9.417.460 3.053.089
+ Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 330.724 -428.052
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode -57.788 -2.682.825
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 1) 9.690.397 -57.788

1) Für die Überleitung des Periodenergebnisses auf das EBITDA sowie die Zusammensetzung des Finanzmittelfonds am Ende der Periode siehe Abschnitt VII. des Konzernanhangs

Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2021

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklage Eigenkapitaldifferenz aus
Währungs-
umrechnung
EUR EUR EUR
Stand am 01.01.2020 5.000.000 533 2.783.296
Ausschüttung (Dividende)
Währungsumrechnung -2.861.695
Sonstige Veränderungen
Vortrag auf neue Rechnung
Konzernjahresüberschuss
Stand am 31.12.2020 / 01.01.2021 5.000.000 533 -78.399
Ausschüttung (Dividende)
Währungsumrechnung 3.136.318
Sonstige Veränderungen
Vortrag auf neue Rechnung
Konzernjahresüberschuss
Stand am 31.12.2021 5.000.000 533 3.057.919
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gewinnvortrag Konzern-
jahresüberschuss
Summe Eigenkapital des
Mutterunternehmens =
Konzerneigenkapital
EUR EUR EUR
Stand am 01.01.2020 41.271.666 0 49.055.495
Ausschüttung (Dividende) -677.118 -677.118
Währungsumrechnung -2.861.695
Sonstige Veränderungen 0
Vortrag auf neue Rechnung 0
Konzernjahresüberschuss 13.554.710 13.554.710
Stand am 31.12.2020 / 01.01.2021 40.594.548 13.554.710 59.071.392
Ausschüttung (Dividende) -1.674.908 -1.674.908
Währungsumrechnung 3.136.318
Sonstige Veränderungen 0
Vortrag auf neue Rechnung 11.879.802 -11.879.802 0
Konzernjahresüberschuss 23.539.950 23.539.950
Stand am 31.12.2021 52.474.350 23.539.950 84.072.752

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Grundlagen der Polyplast Müller Gruppe

Die Polyplast Müller Gruppe ist ein mittelständischer Konzern der Kunststoffindustrie mit Produktionsstandorten in Deutschland, den USA und Kanada. Sie ist damit der chemischen Industrie, die als volkswirtschaftliche Leitbranche gilt, zugeordnet. Das Kerngeschäftsfeld der Polyplast Müller Gruppe ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von Masterbatch und Compounds in Europa und Nordamerika.

Die Polyplast Müller GmbH (PPM) mit Sitz in Straelen fungiert in der Polyplast Müller Gruppe als Führungsgesellschaft und steht für den europäischen Teil des Masterbatch Geschäftes der Polyplast Müller Gruppe. PPM vertreibt, produziert und entwickelt Masterbatch für den europäischen Markt. Die Gesellschaften Colortech, Inc. (Tennessee, USA) (CTU) und Colortech Inc. (Kanada) (CTC) repräsentieren die Masterbatch-Aktivitäten in Nordamerika. Diese beiden Gesellschaften entwickeln, produzieren und vertreiben Masterbatch nahezu ausschließlich für Kunden in den USA und Kanada. Die PCW GmbH (PCW) mit Sitz in Eilenburg repräsentiert die Compoundaktivitäten der Polyplast Müller Gruppe in Europa. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Polyvinylchlorid (PVC), Polypropylen (PP), glasfaserverstärkte Polypropylen (PP GF) sowie Thermoplastische Elastomere (TPE). Darüber hinaus werden durch die PCW Produktionsleistungen innerhalb des Konzernverbunds erbracht.

Die europäischen Standorte der Polyplast Müller Gruppe nehmen für die Herstellung von Masterbatch die Position Nr. 5 im europäischen Wettbewerb ein. Die nordamerikanischen Standorte konnten ebenfalls durch die Herstellung von Masterbatch die Marktposition Nr. 5 im nordamerikanischen Wettbewerb erreichen. Die nur in Europa vorhandenen Aktivitäten im Bereich Compound sollen es der Polyplast Müller Gruppe mittelfristig ermöglichen, in diesem Produktsegment in Europa eine vergleichbare Wettbewerbsposition wie im Bereich Masterbatch einzunehmen.

Strategisch verfolgt die Polyplast Müller Gruppe unverändert das Ziel, mittels Fokussierung auf die Geschäftsfelder Masterbatch und Compound eine stabile Marktposition innerhalb der Top 5 der europäischen Unternehmen einzunehmen und sich als vollintegrierter Veredler im Wettbewerb zu differenzieren. Für den nordamerikanischen Markt wird ein analoges Ziel verfolgt, jedoch fokussiert auf das Geschäftsfeld Masterbatch.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Jahrhundert Pandemie mit dem SARS-CoV-2 Virus hält nach wie vor die Welt in Atem und war und ist damit ein signifikanter Einfluss auf die verschiedenen Volkswirtschaften. Die verschiedenen Wellen der Erkrankung verbunden mit den staatlich auferlegten Restriktionen hatten auch Einfluss auf den laufenden operativen Betrieb des Konzerns, wobei während des gesamten Geschäftsjahres jederzeit die Betriebstätigkeit vollumfänglich sichergestellt werden konnte.

Neben dieser globalen Problematik wurde die wirtschaftliche Entwicklung, neben der Refokussierung Chinas auf die eigene Volkswirtschaft, vor allem auch durch die Verknappung der Rohstoffe und dadurch die signifikante Preissteigerung für industrielle Vorprodukte auf breiter Front geprägt.

Durch Verknappung von Transportkapazitäten auf Grund von pandemiebedingter verzögerter Abfertigung in allen Verkehrsträgern waren die Lieferketten während des gesamten Geschäftsjahres nicht nur teilweise unterbrochen, sondern trugen durch die Unzuverlässigkeit innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette neben den Preissteigerungen vor allem auch zu einer geänderten Beschaffungs- und Absatzstrategie bei.

Vor diesem Hintergrund kommunizierte der Internationalen Währungsfonds (IMF) für das Jahr 2021 in seinem April Report vom Jahr 2022 einen weltweiten Wirtschaftsaufschwung in Höhe von 6,1 %. Für die USA wurde ein Wirtschaftsaufschwung in Höhe von 5,7 % (2020: -3,4 %) für das Jahr 2021 veröffentlicht. Für Kanada belaufen sich die entsprechenden Werte auf 4,6 % für das Jahr 2021 als auch -5,2 % für das Jahr 2020. Für die Kunststoffproduktion in den USA wurde für das Jahr 2021 ein Anstieg von 4,9 % gegenüber dem Vorjahr kommuniziert, der im Einklang steht mit einem Anstieg der Beschäftigten dieser Branche.

Für Deutschland wurde vom IMF im April 2022 für das Jahr 2021 eine wirtschaftliche Entwicklung in Höhe von 2,8 % (2020: -4,6 %) kommuniziert, für Europa sogar eine Veränderung in Höhe von 5,3 % für das Jahr 2021 (2020: -6,4 %). Der Verband der chemischen Industrie verlautbarte eine Prognose für die Chemie- und Pharmaproduktion von 4,5 % Wachstum von 2021 gegenüber dem Vorjahr.

Diese volkswirtschaftlichen Einflüsse und Branchenbegebenheiten stellten die wesentlichen Randparameter dar, vor deren Hintergrund sich die gewählte Wachstumsstrategie und die Aufstellung der Polyplast Müller Gruppe zu beweisen hatte.

2.2 Geschäftsverlauf

Die durch die andauernde Pandemie als auch die instabilen Lieferketten getriebenen gesamtwirtschaftlichen Randbedingungen waren ein Umfeld, die für den Geschäftsverlauf fortlaufend neue Herausforderungen ergaben und dennoch ist es im Geschäftsjahr 2021 gelungen, die Marktpositionierung weltweit auszubauen. In allen relevanten Märkten wurden die Absatzmengen deutlich gesteigert, so dass für die gesamte Gruppe eine sehr positive Entwicklung für das Jahr 2021 zu konstatieren ist. Die Umsätze haben sich durch die höheren Mengen bei gleichzeitig im Durchschnitt stark steigenden Rohstoffpreisen deutlich erhöht. Im Ergebnis wuchsen die Umsätze, auch durch Veränderungen des abgesetzten Portfolios, um 29,0 % an. Der Rohertrag konnte das Mengenwachstum von 14,9 % mit einer Steigerung von 19,9 % deutlich übertreffen. Über den Jahresverlauf waren jedoch Schwankungen - auch durch mehrere Wellen der Pandemie bedingt - zu verzeichnen. Die teilweise signifikanten Ausschläge in den einzelnen Regionen konnten durch die internationale Aufstellung für die Unternehmensgruppe ausgeglichen werden.

Der Konzern hat vor dem Hintergrund der langfristigen Wachstumsstrategie am Ausbau des Marktanteils festgehalten, auch wenn die Vertriebstätigkeit durch die in den Märkten in unterschiedlicher Häufigkeit und Ausprägung stattfindenden Lockdowns deutlich verändert und erschwert wurde. Im Rahmen der bereits langfristig verfolgten Wachstumsstrategie ist es dennoch gelungen, bestehende Kundenbeziehungen weiter auszubauen und diese stärker zu binden, sowie mit neuen Kunden in Kontakt zu kommen. In der Folge konnte der Umsatz im Geschäftsjahr erneut deutlich um 100.259 T€ ausgeweitet werden, bei einer Steigerung des Rohertrages um 19,9 % auf 131.396 T€, um somit eine breite und verbesserte Ausgangsbasis für die Folgejahre zu schaffen.

Insbesondere das Mengenwachstum konnte sich weltweit gegenüber der Branche und der Wirtschaft deutlich besser entwickeln. Insgesamt konnte der Konzern aufgrund der verfügbaren Produktionskapazität eine flexible Reaktion auf, im Jahresverlauf stark schwankende Kundenaufträge, zeigen. Der in der Vergangenheit und im Geschäftsjahr betriebene Ausbau bestehender Kundenbeziehungen, Produktinnovationen und die Erweiterung der Produktpalette waren hierbei Basis des Wachstums. Treiber im Geschäftsjahr 2021 war zusätzlich die Wahrnehmung des Unternehmens als stabiler und verlässlicher Partner, der trotz pandemiebedingter Herausforderungen und international sich erschwerenden Lieferketten, jederzeit lieferfähig war und darüber hinaus jederzeit die sehr volatilen Nachfragemuster bedienen konnte.

Des Weiteren generierten die veränderten Rahmenbedingungen der Menschen in den relevanten Absatzmärkten veränderte Bedarfe nach Produkten. Gleichzeitig wurden, vor dem Hintergrund der Unsicherheit über die zukünftigen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Pandemie sowie der deutlich steigenden Preise auf Grund unterschiedlicher Verknappung von Vorprodukten der Kunststoffindustrie teilweise diese Bedarfe überdurchschnittlich stark nachgefragt. An dieser Sonderkonjunktur konnte die Unternehmensgruppe über alle Standorte hinweg partizipieren und gleichzeitig die teilweise moderate Nachfrage aus dem industriellen Bereich und den vom Lockdown betroffenen Branchen kompensieren.

Im Ergebnis konnte ein Konzernjahresüberschuss von 23.540 T€ (2020 13.555 T€) erzielt werden.

2.3. Ertragslage

Die Umsätze beliefen sich im Geschäftsjahr auf 455.770 T€ (2020: 345.512 T€) und haben die Erwartungen auf Grund der stärkeren Absatzmengen als auch der gestiegenen Stückroherträge übererfüllt. Der Materialaufwand ist im Betrachtungszeitraum um 37,3 % signifikant angewachsen. Durch unterbrochene Lieferketten u.a. pandemiebedingt, aber auch durch fehlende Transportkapazitäten, lag nahezu für das gesamte Berichtsjahr 2021 eine Tendenz von anwachsenden Rohstoffkosten vor.

Die absolute und relativ stärkere Steigerung des Rohertrages resultierte im Wesentlichen aus der Steigerung der Menge und der Struktur des abgesetzten Portfolios. Die im Jahresverlauf auf Grund der Verknappung stark steigenden Rohstoffkosten konnten auf Grund der reduzierten Preissensitivität der Kunden weitergegeben werden. Der Rohertrag ist mit einem Wert in Höhe von 131.396 T€ im Vergleich zum Vorjahr um 21.772 T€ deutlich gestiegen.

Auf Grund der trotz der Pandemie guten Beschäftigungslage in Deutschland und Nordamerika mit nach wie vor einhergehendem Fachkräftemangel, wirkten hierbei die die Inflation übersteigenden Lohnsteigerungen negativ. Dennoch wuchs der Personalaufwand unterdurchschnittlich um 6,0 % auf 46.599 T€ an.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind zwar in Ihrer absoluten Höhe deutlich angestiegen, liegen mit einem Wachstum von 10,1 % ggü. dem Vorjahr jedoch deutlich unter dem Wachstum des Geschäftsvolumens. Wesentlicher Treiber neben der Menge war auch die deutliche Verteuerung für Transport- und Energiekosten.

Vor diesem Hintergrund konnte sich das operative Ergebnis, definiert als EBITDA, im Berichtsjahr durch das unternehmerische Handeln um +51,8 % auf 44.894 T€ (2020: 29.576 T€) steigern.

Im Ergebnis konnte bei nach wie vor hohen Abschreibungen ein Konzernjahresüberschuss von 23.540 T€ (2020: 13.555 T€) erzielt werden.

2.4 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Polyplast Müller Gruppe stellt sich gegenüber dem Vorjahr um 12.583 T€ (8,8 %) mit 156.255 T€ deutlich erhöht dar.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 10.787 T€ (2020: 9.758 T€) betrafen im Wesentlichen Kapazitätserweiterungen. Das um 6,4 % auf 48.806 T€ gestiegene Sachanlagevermögen stellt nun 31,2 % (2020: 31,9 %) der Bilanzsumme dar.

Das Working Capital, definiert als Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, steigerte sich auch durch Umsatzausweitung als Folge der Steigerung der abgesetzten Menge und der gestiegenen Preise für Vorprodukte gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich um 16.480 T€ auf 50.448 T€. Ebenfalls erforderte die gestörte Versorgungssituation und die pandemiebedingte Lieferverzögerungen eine erhöhte Vorratshaltung.

Der Bilanzposten "Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks" stellt sich gegenüber dem Vorjahr mit 14.220 T€ (2020: 30.883 T€) deutlich reduziert dar. Diese Guthabenführung bei nicht an der Finanzierung des Unternehmens beteiligten Banken stellt ein Teil der Maßnahmen des Risikomanagements der Gruppe dar, die im Rahmen der durch das SARS-CoV-2 Virus ausgelösten Pandemie eingeleitet worden sind. Auf Grund einer sich stabilisierenden Umfeld Situation wurde diese im Berichtsjahr reduziert.

Das Konzerneigenkapital erhöhte sich von 59.071 T€ wiederum deutlich um 25.001 T€ auf 84.073 T€ und stellt mit einer Quote von 53,8 % (2020: 41,1 %) sowohl relativ, aber auch absolut eine solide Basis für weiteres Wachstum in der Zukunft dar. Die Erhöhung wurde maßgeblich geprägt durch den Konzernjahresüberschuss in Höhe von 23.540 T€. Ausschüttungen an die Gesellschafter der Polyplast Müller GmbH erfolgten in Höhe von 1.675 T€. Ebenso wirkte im Eigenkapital die Veränderung aus Währungsumrechnung mit 3.136 T€ eigenkapitalerhöhend.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stellen sich gegenüber dem Vorjahr um 47,5 % deutlich reduziert dar. Neben der veränderten Guthabenführung hat der sehr starke Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit des Unternehmens hierzu beigetragen.

2.5 Finanzlage

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beläuft sich auf 23.195 T€ (2020: 20.846 T€). Dieser wiederholt starke Cashflow speist sich, trotz deutlicher Erhöhung der Working Capital Position, vor allem aus dem gegenüber Vorjahr auf 44.894 T€ gesteigerten EBITDA.

Infolgedessen konnten die Investitionen der Gruppe im Geschäftsjahr vollständig durch den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gedeckt werden. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beläuft sich auf 11.866 T€ (2020: 11.798 T€).

Die weiterhin verbleibenden Mittel deckten ebenso den Cashflow aus der Finanzierungstätig in Höhe von 1.912 T€ (2020: 5.995 T€) ab und ermöglichten unter anderen die Tilgung des mittelfristigen Fremdkapitals.

Insgesamt konnte trotz der signifikanten Investitionsauszahlungen und der deutlichen Working Capital Positionen (Saldo aus Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) durch die starke Ertragskraft ein operativer Cashflow erwirtschaftet werden, der die Verschuldung (gemessen als "Verbindlichkeit gegenüber Kreditinstituten" abzüglich "Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks") der Gruppe signifikant reduzierte, sodass sich auch die im Geschäftsjahr gezahlten Zinsen deutlich auf 1.038 T€ (2020: 1.396 T€) reduziert haben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die bestehende Finanzierungsstruktur in der Gruppe im kurz- und mittelfristigen Bereich erweitert und verlängert.

2.6 Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren sowie Gesamtaussage

Die Polyplast Müller Gruppe verwendet zur Steuerung des Einkaufs, der Produktion, des Vertriebs sowie der Zentralfunktionen diverse Kennzahlen bzw. Kennzahlensysteme, deren Komplexität der jeweiligen Steuerungs- und Führungsaufgabe nach Auffassung der Geschäftsführung angemessen ist.

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), sowie das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA). Dabei werden auch die sonstigen Steuern, die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden, den Steuern zugerechnet.

Um den Unternehmenswert zu steigern, strebt die Gruppe eine langfristige und nachhaltige Steigerung der beiden Leistungsindikatoren an. Das operative Ergebnis, definiert als EBITDA, ist außergewöhnlich stark um 51,8 % auf 44.894 T€ gestiegen. Das EBIT steigt ebenfalls deutlich um 72,2 % auf 34.267 T€. Beide Indikatoren übererfüllen, gerade auch vor dem Hintergrund der SARS-CoV-2 Pandemie, die für das 2021 geäußerten Erwartungen und setzen den mittelfristig positiven Trend der Vergangenheit stark fort.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sind für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder die Lage der Polyplast Müller Gruppe nicht von Bedeutung.

Trotz der nach wie vor vorhandenen strategischen, in die Zukunft gerichteten Aufwendungen lag der EBIT und EBITDA des Geschäftsjahres deutlich über der im Vorjahr für 2021 getroffenen Prognose, sodass die Geschäftsführung der Polyplast Müller Gruppe vor diesem Hintergrund die Prognose des Vorjahres, insbesondere unter Berücksichtigung der negativen Wirkungen der durch den SARS-CoV-2 Virus ausgelösten Pandemie, als übererfüllt ansieht.

3. Prognose, Chancen- und Risikobericht

3.1 Prognosebericht

Der Werkstoff "Kunststoff" ist ohne Sondereinflüsse einer weltweiten Pandemie nach wie vor mittelfristig sowohl in Europa als auch in Nordamerika ein weiterhin wachsender Markt. Das mittelfristige Wachstum bewegt sich dabei nach unserer Einschätzung je nach Produktgruppe zwischen 0,5 % und 3,0 %, wobei sich die Wachstumsraten, auch vor dem Hintergrund sich verschärfender ökologischer Diskussionen und der "normalen" Volatilität der Rohstoffpreise, stabil auf einem positiven Niveau bewegen sollten. Die kurzfristigen Perspektiven stellen sich auf Grund, der durch die nach wie vor unklare Entwicklung der SARS-CoV-2 Pandemie aber auch des Krieges in der Ukraine als unsicher dar, wenn auch zum Berichtszeitpunkt auf die Unternehmensgruppe noch keine negative Auswirkung erfolgte. Gerade der Konsumbereich als auch die Beschränkungen der internationalen Lieferketten haben bei gesicherter Verfügbarkeit von Rohstoffen, die lokalen Absätze getrieben und treiben diese nach wie vor.

Das Agieren im Markt erfolgt vor dem Hintergrund der sich ergebenden konjunkturellen und pandemiebedingten Entwicklung. Hierbei wird davon ausgegangen, dass sich im Jahr 2022 in Gänze eine insgesamt positive Entwicklung der Volkswirtschaften durch Nachlassen der Pandemie, der Wirkung der weltweiten Immunisierungskampagne, aber auch der Unsicherheit des Krieges in der Ukraine und der hieraus hervorgerufenen Ungewissheit v.a. in Hinblick auf die Energieversorgung Europas und vor allem Deutschlands ergibt.

Die weltweit fortgeschrittenen Impfkampagnen sowie die reduzierte Letalität im Zusammenhang mit der aktuellen Omikron-Variante des Virus machen Hoffnung, dass im weiteren Jahresverlauf 2022 wieder ein Stück weit Normalität einkehrt. Jedoch bleibt auch für das Jahr 2022 zu erwarten, dass Verwerfungen vor allem im Bereich der Frachtverfügbarkeit und -kosten, aber vor allem auch Energie massiv anhalten wird. Letzteres kann die Volkswirtschaften - gerade in den reifen Wirtschaften Europas - stärker beeinflussen als es aktuell ersichtlich sein mag.

Die dennoch positiven volkwirtschaftlichen Vorgaben werden auch Wirkungen auf die Unternehmensgruppe entfalten. Die konjunkturelle Erholung wird sich nach unserer Einschätzung zwar langsamer und schwankender ergeben als die Rückgänge des Vorjahres, jedoch bildet sie grundsätzlich kurzfristig betrachtet, eine brauchbare Ausgangsbasis für das Wirtschaften in der Zukunft. Sonderimpulse, die das Ergebnis 2021 zusätzlich getrieben haben, wie steigende Rohstoffpreise, das Wegbrechen von Lieferketten und die Fokussierung des Wettbewerbes auf die lokalen Märkte, als auch die Lageraufbauprogramme der Kunden zur Risikominimierung, werden sich jedoch nicht fortsetzen respektive umkehren.

So wurde auch vom IMF im April Bericht vom Jahr 2022 ein Wirtschaftswachstum in Höhe von +4,0 % für die USA kommuniziert. Für Kanada wird vom IMF ein Wachstum in Höhe von +4,1 % für das Jahr 2022 erwartet.

Die Aussichten für Deutschland als auch der EU weisen einen schwächeren positiven Trend auf. Für das Jahr 2021 wurde für Europa ein Wirtschaftswachstum in Höhe +2,8 % prognostiziert; für Deutschland +2,1 %.

Auch im kommenden Jahr wird die Wachstumsstrategie der Polyplast Müller Gruppe unverändert mit dem Ziel verfolgt die jeweilige Marktposition und das erzeugte Produktspektrum weiter auszubauen. Diese Aktivitäten ordnen sich in das Management der Krise ein. Der Fokus der vertrieblichen Aktivitäten ist neben dem Halten der bestehenden Kunden auch das Reaktivieren verlorener Kunden, indem die Firmengruppe beweisen kann, auch in unsicheren Zeiten ein verlässlicher lieferfähiger Partner zu sein. Dabei wird die Positionierung als einer der vollintegrierten Veredler beibehalten.

Volatile Rohstoffpreise der Produkte, neuerdings aber noch volatilere Energiepreise - vor allem Strom - beeinflussen ebenso die Geschäftsentwicklung, wie die Möglichkeit diese Schwankungen an die Kunden in kompetitiven Märkten weitergeben zu können. Sofern sich an den Rohstoffmärkten eine rationale Preisfindung ergibt, ist die Möglichkeit der Preisweitergabe bei Rohstoffen weiterhin gegeben. Die Rückkehr der Inflation für alle weiteren Güter stellt für die Gesellschaften eine neue Randbedingung dar. Seit der Finanzmarktkrise zeichneten sich die reifen Volkswirtschaften durch eine weitgehende Abwesenheit von Inflation aus. Diese ist nunmehr deutlich zurückgekehrt und setzt eine geänderte Anforderung an Preiseanpassungen des abzusetzenden Produktportfolios. Aktuell ist die Preiselastizität der Nachfrage auch für Masterbatch und Compound deutlich unelastisch. Daher geht die Unternehmensgruppe davon, aus die Wirkungen aus der Inflation - wenn auch zeitverzögert - im Pricing berücksichtigen zu können.

Es wird für das Geschäftsjahr 2022 damit gerechnet, dass sich die positiven Sondereffekte des Jahres 2021 nicht wiederholen werden. Die Unternehmensgruppe rechnet damit wieder auf den "normalen" Wachstumspfad zurückzukehren; einen Pfad, den die Gruppe im Jahr 2020 für die Folgejahre geplant hatte. Insofern wird für 2022 ein EBIT sowie ein EBITDA unterhalb des sehr guten Niveaus aus 2021, aber über dem Niveau des Jahres 2020 erwartet.

Die Wirkungen der geänderten und sich immer noch ändernden Bedingungen für die Wirtschaft auf Grund der Pandemie aber auch des Krieges in der Ukraine, der hierdurch ausgelösten Sanktionen gegenüber Russland als auch die ergriffenen oder zu ergreifenden Gegenmaßnahmen des Russischen Staates kann derzeit nicht final abgeschätzt werden. Jedoch ist festzustellen, dass für die Firmengruppe wesentliche Produktbereiche eine hohe Resilienz aufweisen und auch in Bedarfe des täglichen Lebens einfließen. Daher ist eine geringere, in jedem Fall aber zeitverzögerte Wirkung der gesamtwirtschaftlichen Lage auf die branchenspezifische Lage nach heutigem Stand zu erwarten. Entsprechend entfaltete die derzeitige Krise bis zum Berichtszeitpunkt noch keine negativen Wirkungen auf den Konzern im Verhältnis zu den vor der Ukraine Krise erstellten Prognosen.

Es werden abermals Investitionen im Wesentlichen in Infrastruktur und Kapazitätserweiterungen geplant, deren Höhe sich oberhalb des Niveaus des abgelaufenen Geschäftsjahres bewegen wird. Die pandemiebedingten Einschränkungen als auch die Störung der Lieferketten durch eingeschränkte Transportmöglichkeiten und Wirkungen auf die Lieferanten, können dabei jedoch zeitliche Verzögerungen der geplanten Investitionen bedingen. Der Liquiditätsbedarf kann im Rahmen der bestehenden Kreditlinien und -vereinbarungen finanziert werden, wobei der Konzern laufend die vorhandene Finanzierungsstruktur überprüft und ergänzt. Grundsätzlich kann ein zusätzlicher Liquiditätsbedarf auch aus dem weiteren Umsatzwachstum entstehen, gerade auch dann, wenn dieser bedingt durch die Rohstoffentwicklung, über das geplante Niveau hinausgehen sollte. Hierfür hat das Unternehmen ebenfalls Vorsorge getroffen.

Auch auf Grund der aktuell schwierigen Umfeldsituation in Europa und Nordamerika, geht die Geschäftsführung der Polyplast Müller GmbH davon aus, dass die erwartete Entwicklung der Vermögens- , Finanz- und Ertragslage der Gruppe stimmig zur Gesamtstrategie und insgesamt vor diesem Hintergrund als beherrschbar einzuschätzen ist.

3.2. Chancen- und Risikobericht

Die Polyplast Müller Gruppe verfügt über ein detailliertes Berichtswesen, welches führungsrelevante Informationen zeitnah zur Verfügung stellt. Diese Daten werden auf Managementebene analysiert und mit Aktionsplänen versehen.

3.2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Chancen und Risiken

Die Polyplast Müller Gruppe unterliegt den konjunkturellen Trends des europäischen und des nordamerikanischen Marktes, mit deren jeweiligen, zum Teil unterschiedlichen, Rahmenbedingungen wie Lohn- und Steuerentwicklungen, Kaufanreize etc., da eine Vielzahl der Kunden konsumnahen Bereichen zuzuordnen sind. Die Branche ist in allen relevanten Märkten durch Preisdruck gekennzeichnet, der zu einem permanenten Bedarf führt, die Produktion unter dem Gesichtspunkt der economics of scale zu verbessern, um Margenrückgänge durch Stückkostensenkungen zu kompensieren und im Preiswettbewerb bestehen zu können. Dem trägt die Polyplast Müller Gruppe an allen Standorten Rechnung.

Die plötzlich aufgetretene und aktuell immer noch dynamische Entwicklung der Pandemie im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2 Virus und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens als auch der unternehmerischen Aktivitäten, entfaltet eine Wirkung auf die Wirtschaft. Die Schwere der Wirkung ist je nach Branche unterschiedlich und kann insofern auch weiterhin eine Auswirkung auf die Unternehmensgruppe entfalten. Da jedoch wesentliche Produktbereiche eine geringere Konjunkturabhängigkeit aufweisen bzw. in Bedarfe des täglichen Lebens einfließen, ist ausgehend von den Erfahrungen des abgeschlossenen Geschäftsjahres, eine geringe Wirkung auf die branchenspezifische Lage zu erwarten.

Europa und damit auch Deutschland steht in den kommenden Jahren deutliche wirtschaftliche und politische Herausforderungen bevor. Tendenzen zu weiteren ökonomisch bedingten Wanderungsbewegungen und das politische Reagieren hierauf, können zu Hemmnissen für die weitere Entwicklung werden. Darüberhinausgehende Verwerfungen durch verstärkt machtpolitisch aggressiv agierende Regierungen in Russland und China verstärkten die Unsicherheit in der Wirtschaft mit bis dato noch nicht final einschätzbaren Folgen.

Mit dem Auftreten des SARS-CoV-2 Virus zum Jahresbeginn 2020 ist ein Risiko hinzugekommen, welches sich mindestens auch auf das Geschäftsjahr 2022 auswirken wird und dessen mögliche langfristigen Folgen für gesamtwirtschaftliche Entwicklungen in den für die Polyplast Müller Gruppe relevanten Märkten noch nicht final beurteilt werden können. Auch auf Grund der weitreichenden Maßnahmen, die unverändert zur Eindämmung der Pandemie in einzelnen Ländern bzw. Regionen ergriffen wurden, ist zumindest, Stand heute, keine weitere Verschlechterung zu erwarten.

Die verstärkt in Europa stattfindende Diskussion über Kunststoffe und Füllstoffe ist inhaltlich als kritisch und fehlgeleitet zu bewerten. Die derzeitige Ausweitung der Diskussion nach Nordamerika findet zeitverzögert und in abgeschwächter Form statt.

Die aus den europäischen Beschlüssen entstehenden gesetzlichen Vorgaben (Verbot von Tragetaschen, Pricing für Tragetaschen, Verbot von Einweggeschirr und Trinkhalmen etc.) sind in der direkten wirtschaftlichen Bedeutung derzeit für die Polyplast Müller Gruppe überschaubar, zumal nur 0,5 % des europäischen Absatzes betroffen sind. Ähnliche Tendenzen sind in Nordamerika - wenn auch in abgeschwächter Form - vorhanden. Gleichzeitig nutzte der Konzern die Chance, um das Angebot von nachhaltigen Alternativen - auch auf Biopolymeren bzw. Recyclaten - auszubauen.

Die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens wird unter anderem durch die Zertifizierungen des Umweltmanagementsystems nach DIN ISO 14001, der Zertifizierung des Umweltmanagementsystems mit ECOVADIS, als auch des Energiemanagementsystems nach DIN ISO 50001 in einzelnen Gesellschaften genutzt, um sich ergebende Chancen im Markt auf Grund des verbesserten Carbon Footprints zu nutzen.

3.2.2. Chancen und Risiken aus dem operativen Geschäftsbetrieb

Ein dauerhafter Produktionsausfall an einem Standort wäre ein signifikanter Risikofaktor, der teilweise durch eine Ausweitung der Produktion an anderen Standorten kompensiert werden könnte. Um dieses Risiko zu minimieren, werden regelmäßig vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Die kapazitätserweiternden Investitionen der Vergangenheit haben darüber hinaus freie Kapazitäten geschaffen, die dies zusätzlich stützen. Potenzielle Risiken aus dem laufenden Geschäftsbetrieb werden neben den kontinuierlichen prozessimmanenten Kontrollen durch geeignete betriebliche Versicherungen abgedeckt. Zudem werden prozesskritische Anlagenbauteile gelagert.

Ein vorübergehender Produktionsausfall durch Erkrankungen von Mitarbeitern an COVID-19 bzw. der teilweise hieraus resultierenden möglichen Teilschließung oder vollständigen Stilllegung einzelner Produktionswerke, baut die Unternehmensgruppe durch eine Vielzahl von Maßnahmen, auch zum Schutz der Mitarbeiter, vor. Eine begrenzte und vorübergehende Wirkung kann jedoch möglich sein.

Auf Grund der Produktstruktur können Veränderungen der Rohstoffpreise als auch der Verfügbarkeit von Rohstoffen große Auswirkungen auf das Ergebnis haben, soweit diese nicht durch Maßnahmen wie Multisourcing, eine vorausschauende, zunehmend gruppenweite Einkaufspolitik sowie Produktvariationen ausgeglichen werden können. Bei kurzfristigen Preissteigerungen wird versucht, diese an die jeweiligen Kunden weiterzugeben. Solange auf den Rohstoffmärkten keine Blasenbildung durch Spekulation oder Verknappung durch Änderung der Lieferketten oder Produktionsausfälle von Zulieferern eintritt, ist diese Möglichkeit der Preisweitergabe regelmäßig gegeben. Durch den Vertrieb werden am Markt vorhandene Chancen genutzt, z.B. durch permanente Produktvariationen und Rezepturanpassungen an Kundenbedürfnisse.

Den maßgeblichen Stromkosten, infolge des energieintensiven Fertigungsbetriebs, begegnet der Konzern zusätzlich durch die Implementierung von Technologien zur Senkung des Stromverbrauchs. Den Belastungen durch die knappheitsorientierte Bepreisung für Energie der kanadischen Produktionseinheit wird neben den Maßnahmen zur Energieeinsparung, durch Anpassung der Produktionszeiten an die preisgünstige Energieverfügbarkeit begegnet.

Die in Deutschland diskutierte Veränderung der EEG-Umlage bei einer noch nicht vorhandenen Entlastung durch die Carbon-Leakage-Verordnung von der ebenso über jede Erwartung hinaus angestiegenen CO 2 Bepreisung, stellt für die Gesellschaften als energieintensive Unternehmen ein wirtschaftliches Risiko dar.

3.2.3 Finanzierungs-, Zins- und Wechselkursrisiken

Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit und des Wachstums erfolgt aus dem erwirtschafteten operativen Cashflow, den durch ein Portfolio von Banken in Deutschland und Nordamerika zur Verfügung gestellten Krediten bzw. Kreditlinien, sowie der genutzten alternativen Finanzierung im Rahmen des in Europa betriebenen Factorings. Durch die vertraglichen Vereinbarungen steht diese Finanzierung der Gruppe in bedeutenden Teilen mittel- und langfristig zur Verfügung. Ergänzt wird die Fremdfinanzierung durch die Eigenkapitalbasis und die Thesaurierung von Gewinnen.

Gegen Währungs- und Zinsänderungsrisiken erfolgt eine Absicherung überwiegend dergestalt, dass die Finanzierung in den jeweiligen Ländern der zu finanzierenden Standorte erfolgt. Darüber hinaus werden selektiv derivative Finanzinstrumente zur Währungs- und Zinssicherung eingesetzt. Ferner werden mittelfristige Finanzierungen, mit entsprechender Zinsbindung bzw. -sicherung genutzt, um das Zinsänderungsrisiko zu begrenzen.

Aufgrund des derzeitigen Zinsniveaus, des von der Polyplast Müller Gruppe angenommenen Trends, als auch der Fristigkeit der gewählten Finanzierungsformen, erfolgt eine Absicherung gegen mögliche Risiken aus Zinsänderungen im kurzfristigen Finanzierungsbereich in Teilen. Die hierzu bestehenden derivativen Finanzinstrumente stellen jedoch nur betriebswirtschaftlich eine Absicherung dar, da eine Designation dieser Instrumente im Rahmen eines Hedge Accounting nicht erfolgt.

Aus dem laufenden Geschäftsbetrieb bestehen keine signifikanten Währungsrisiken, da die Standorte ihre Ein- und Ausgaben überwiegend in ihren jeweiligen lokalen Währungen tätigen bzw. Verkäufen in Fremdwährung entsprechende Beschaffungstransaktionen gegenüberstehen (sogenannter "natural hedge").

3.2.4 Beurteilung des Gesamtrisikos

Die Gesamtrisikolage der Polyplast Müller Gruppe ist in einem normalen Umfeld als niedrig anzusehen, stellt sich jedoch durch die nach wie vor dynamische Entwicklung der weltweiten Pandemie mit dem SARS-CoV-2 Virus als auch des Krieges in der Ukraine, als moderat erhöht dar. Der Geschäftsführung sind dennoch keine Risiken ersichtlich aus denen eine unmittelbare Gefährdung, auch vor dem Hintergrund des starken Jahres 2021, für den Fortbestand der Polyplast Müller GmbH als Konzernobergesellschaft oder des Polyplast Müller Gruppe insgesamt abgeleitet werden könnte.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Polyplast Müller GmbH, Straelen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Polyplast Müller GmbH, Straelen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Polyplast Müller GmbH, Straelen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, 30. Mai 2022

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Düsseldorf

Thomas Gloth, Wirtschaftsprüfer

Jonas Hagen, Wirtschaftsprüfer

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