Stammdaten

Register
Amtsgericht Iserlohn HRB 6370
Eingetragen
7.11.2007
Branche
Herstellung von Press-, Zieh- und StanzteilenHerstellung von PrüfmaschinenHerstellung von Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung
Gegenstand
Die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von Pressteilen, Schweißkonstruktionen und einbaufähigen Komponenten für Fahrzeug- und Maschinenbau sowie von Hand- und Maschinenwerkzeugen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Manfred Dr. Ihne
seit 8.8.2024
Prokura
Sven Pflüger
seit 5.2.2024
Prokura
Heiko Dr. Engels
seit 23.2.2022
Geschäftsführer
Thorsten Dr. Gaitzsch
seit 18.3.2021
Prokura
Thorsten Cramer
seit 7.11.2019
Geschäftsführer
Prokura
Frank Buchholzki
seit 11.2.2008
Prokura
Klaus Lawory
seit 11.2.2008
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

NameAnteil
94.00%
Arndt G. Kirchhoff Familienstiftung
2.00%
Dr. Johannes F. Kirchhoff Familienstiftung
2.00%
J. Wolfgang Kirchhoff Familienstiftung
2.00%

Gesellschafter
Beta

4 Gesellschafter

GmbH-Struktur

3 von 4 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Kirchhoff Automotive GmbH
Germany
5.640.000 €
94.00%
A**** G***** K********
120.000 €
2.00%
J******* F* K********
120.000 €
2.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Kirchhoff Automotive GmbH

Iserlohn

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.593.886 3.092.546
2. Geleistete Anzahlungen 864.080 1.611.160
5.457.966 4.703.706
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 122.433.644 122.345.955
2. Technische Anlagen und Maschinen 322.220.501 294.907.145
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 44.937.926 40.319.895
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 53.885.508 41.687.564
543.477.579 499.260.559
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 106.516 2.509.416
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.713.268 5.160.368
3. Beteiligungen 231.704 231.704
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1 1
5. Sonstige Ausleihungen 34.436 34.436
4.085.925 7.935.925
553.021.470 511.900.190
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 80.368.218 84.647.249
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 128.606.013 117.771.928
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 22.745.926 17.292.718
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -28.565.825 -15.979.277
203.154.332 203.732.618
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 196.379.301 157.697.789
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 67.281 188.637
3. Sonstige Vermögensgegenstände 13.688.458 20.514.409
210.135.040 178.400.835
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 100.408.444 74.338.130
513.697.816 456.471.583
C. Rechnungsabgrenzungsposten 9.591.595 9.003.494
D. Aktive latente Steuern 5.948.534 9.641.302
1.082.259.415 987.016.569

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
A. Eigenkapitel
I. Gezeichnetes Kapital 30.000.000 30.000.000
II. Kapitalrücklage 11.558.459 11.558.459
III. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -47.832.611 -57.002.105
IV. Bilanzgewinn 354.738.466 317.377.619
V. Nicht beherrschende Anteile 3.591.807 3.591.807
352.056.121 305.525.780
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 2.450.155 2.398.480
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 36.022.509 35.183.062
2. Steuerrückstellungen 15.206.001 13.548.900
3. Sonstige Rückstellungen 143.862.702 122.936.881
195.091.212 171.668.843
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 319.511.698 317.188.027
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 176.159.654 147.244.126
- davon Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten aus Reverse Factoring: € 3.803.553 (Vorjahr: € 2.846.283)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.409.009 8.258.830
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 10.000.000 10.351.900
5. Sonstige Verbindlichkeiten 25.171.540 23.920.172
- davon aus Steuern: € 7.516.600 (Vorjahr: € 6.854.106)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 3.788.300 (Vorjahr: € 3.835.409)
532.251.901 506.963.055
E. Rechnungsabgrenzungsposten 410.026 460.411
1.082.259.415 987.016.569

Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
Konzernjahresergebnis
(einschließlich Ergebnisanteilen von anderen Gesellschaftern) 47.412.747 44.604.686
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 77.324.163 67.586.066
-/+ Abnahme/Zunahme der Rückstellungen 22.283.007 -134.919
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 5.608.977 2.626.147
-/+ Wechselkursbedingte erfolgsneutrale Minderung/Erhöhung des Eigenkapitals 445.985 4.415.733
+/- Abnahme/Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -43.486.658 -51.709.864
-/+ Abnahme/Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 20.437.791 6.430.230
-/+ Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -7.188.234 -641.727
+/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 8.437.961 9.294.509
+/- Aufwendungen/Erträge aus der Veränderung latenter Steuern * 4.245.970 0
+/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 21.708.715 20.054.119
- Ertragsteuerzahlungen -20.025.566 -17.130.434
= CASH FLOW AUS DER LAUFENDEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT 137.204.858 85.394.546
+ Einzahlung aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 922.243 1.229.693
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -102.852.193 -97.248.837
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -1.768.005 -2.836.965
+ Einzahlung aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 100.000 0
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -800.000 -300.000
+ Erhaltene Zinsen 310.908 384.646
= CASH FLOW AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT -104.087.047 -98.771.463
+ Einzahlung aus der Aufnahme von Finanzkrediten 155.532.642 29.042.604
- Auszahlung aus der Tilgung von Finanzkrediten -93.465.580 -6.473.473
+ Einzahlung aus erhaltenen Zuschüssen 2.017.123 2.768.640
- Gezahlte Dividenden an Gesellschafter -3.200.000 -7.300.000
- Ausgleichszahlungen an andere Gesellschafter -703.800 -351.900
- Gezahlte Zinsen -8.559.580 -7.914.761
= CASH FLOW AUS DER FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT 51.620.805 9.771.110
ZAHLUNGSWIRKSAME VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELFONDS 84.738.616 -3.605.807
+/- Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 580.768 265.853
FINANZMITTELFONDS AM ANFANG DES GESCHÄFTSJAHRES 9.540.038 12.879.992
= FINANZMITTELFONDS AM ENDE DES GESCHÄFTSJAHRES 94.859.422 9.540.038

* Im Vorjahr wurde die Veränderung latenter Steuern als Ertrag (T€ 1.630) in der Zeile "Ertragsteueraufwand/-ertrag" ausgewiesen.

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Kapitalanteile Kapitalrücklage Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung Konzernbilanz-gewinn/-verlust, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Summe
T€ T€ T€ T€ T€
Stand am 01.01.2021 30.000 11.558 -73.927 280.425 248.057
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 0 0 44.253 44.253
Ausschüttung/Ausgleichszahlung 0 0 0 -7.300 -7.300
Währungsumrechnung 0 0 16.925 0 16.925
Stand am 31.12.2021/01.01.2022 30.000 11.558 -57.002 317.378 301.935
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 0 47.061 47.061
Ausschüttung/Ausgleichszahlung 0 0 -9.700 -9.700
Währungsumrechnung 0 0 9.169 0 9.169
Stand am 31.12.2022 30.000 11.558 -47.833 354.739 348.464
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/ Verluste Summe Summe
T€ T€ T€ T€
Stand am 01.01.2021 3.592 0 3.592 251.648
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 352 352 44.605
Ausschüttung/Ausgleichszahlung 0 -352 -352 -7.652
Währungsumrechnung 0 0 0 16.925
Stand am 31.12.2021/01.01.2022 3.592 0 3.592 305.526
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 0 352 352 47.413
Ausschüttung/Ausgleichszahlung 0 -352 -352 -10.052
Währungsumrechnung 0 0 0 9.169
Stand am 31.12.2022 3.592 0 3.592 352.056

Es können sich technisch bedingte Rundungsdifferenzen ergeben.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
1. Umsatzerlöse 1.625.435.700 1.265.142.817
2. Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 13.197.398 21.626.503
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 190.087 468.772
1.638.823.185 1.287.238.092
4. Sonstige betriebliche Erträge 62.847.560 41.191.649
- davon aus Währungsumrechnung: € 26.602.120 (Vorjahr: € 22.459.210)
1.701.670.745 1.328.429.741
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -917.401.953 -653.570.445
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -77.375.249 -65.358.943
-994.777.202 -718.929.388
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -298.116.191 -255.949.624
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -60.658.452 -54.463.489
- davon für Altersversorgung: € -2.379.606 (Vorjahr: € -3.256.803)
-358.774.643 -310.413.113
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -72.774.163 -67.586.066
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -184.535.028 -153.436.166
- davon aus Währungsumrechnung: € -28.777.578 (Vorjahr: € -23.260.472)
90.809.709 78.065.008
9. Erträge aus Beteiligungen 25 50
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 513.555 339.307
- davon aus verbundenen Unternehmen: € 190.180 (Vorjahr: € 156.081)
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Werpapiere des Umlaufvermögens -4.550.000 0
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -8.951.516 -9.633.817
- davon an verbundene Unternehmen: € -492.416 (Vorjahr: € -583.084)
- davon aus der Aufzinsung: € -736.469 (Vorjahr: € -837.699)
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -25.954.686 -20.054.119
- davon aus der Veränderung latenter Steuern: € -4.245.970 (Vorjahr: € 1.630.466)
14. Ergebnis nach Steuern 51.867.087 48.716.429
15. Sonstige Steuern -4.454.340 -4.111.743
16. Konzernjahresüberschuss 47.412.747 44.604.686
17. Nicht beherrschende Anteile -351.900 -351.900
18. Konzernanteil am Konzernjahresüberschuss 47.060.847 44.252.786
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 317.377.619 280.424.833
20. Ausschüttungen an die Gesellschafter -9.700.000 -7.300.000
21. Bilanzgewinn 354.738.466 317.377.619

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

I. Grundsätzliche Angaben

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde entsprechend den deutschen Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen in- und ausländischen Tochterunternehmen wurden entsprechend den gesetzlichen Vorschriften einheitlich nach den bei der Kirchhoff Automotive GmbH geltenden Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Die Aufstellung der Kapitalflussrechnung erfolgte unter Anwendung von DRS 21. Der Eigenkapitalspiegel wurde nach DRS 22 aufgestellt. Die Währungsumrechnung erfolgte unter Berücksichtigung von DRS 25.

Die Gesellschaft, Kirchhoff Automotive GmbH, ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Iserlohn unter der Handelsregisternummer HRB 6355 eingetragen.

II. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss 2022 wurden neben der Kirchhoff Automotive GmbH die im Verzeichnis der Konzernunternehmen unter XI. aufgeführten Gesellschaften einbezogen und vollkonsolidiert. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen verbundenen Unternehmen wurden einheitlich auf den Abschlussstichtag des Mutterunternehmens aufgestellt.

Die Kirchhoff Automotive Suzhou Co., Ltd., Suzhou (China) und die Kirchhoff Automotive Deutschland GmbH, Attendorn, sowie die KIRCHHOFF Automotive North America Holding GmbH, Iserlohn, wurden wie im Vorjahr als Teilkonzern einbezogen.

III. Konsolidierungsgrundsätze

1. Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung nach den §§ 300, 301 HGB wurde bei Erwerbsvorgängen vor dem 1. Januar 2010 nach der Buchwertmethode gem. § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung durchgeführt. Hierbei wurden die Wertansätze der Beteiligungen an den einbezogenen Unternehmen mit dem darauf entfallenden Anteil am buchmäßigen Eigenkapital der Gesellschaft verrechnet. Die Konsolidierung erfolgte auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung des Tochterunternehmens in den Konzernabschluss.

Bei Erwerbsvorgängen ab dem 1. Januar 2010 erfolgte die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode gem. § 301 Abs. 1 HGB.

Aktive Unterschiedsbeträge mit Firmenwertcharakter wurden als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und planmäßig abgeschrieben bzw. bei Unwesentlichkeit mit den Gewinnrücklagen insgesamt verrechnet.

2. Schuldenkonsolidierung

Ausleihungen und andere Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden gegeneinander aufgerechnet (§ 303 HGB). Aufrechnungsdifferenzen, die auf Wechselkurseffekten beruhten, wurden erfolgsneutral als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung bzw. bei untergeordneter Bedeutung sofort erfolgswirksam erfasst. Ergebnisauswirkungen aus der Fremdwährungsbewertung wesentlicher konzerninterner Darlehensbeziehungen im Jahresabschluss eines der einbezogenen Unternehmen wurden grundsätzlich erfolgsneutral als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung erfasst und erst bei Tilgung erfolgswirksam abgebildet (DRS 25).

Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse zwischen den Konzernunternehmen wurden eliminiert.

3. Behandlung von Zwischenergebnissen

Auf die Eliminierung von Zwischenergebnissen aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen wurde im Konzernabschluss gemäß § 304 Abs. 2 HGB verzichtet.

4. Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Aufwendungen und Erträge aus konzerninternen Lieferungen und Dienstleistungen sowie Zinsen wurden gegeneinander aufgerechnet.

IV. Währungsumrechnung

Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgte mit dem Devisenkassamittelkurs am Entstehungstag bzw. mit dem ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr wurden stets mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger waren § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht anzuwenden. Die Restlaufzeiten bestimmen sich nach vertraglich vereinbarten Laufzeiten.

Die Umrechnung der in Fremdwährung erstellten Jahresabschlüsse ausländischer Tochterunternehmen erfolgte für Bilanzposten (mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zum historischen Kurs umgerechnet wurde) zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag und für die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres. Differenzen aus der Umrechnung wurden als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen.

In früheren Geschäftsjahren bis einschließlich 2009 wurden nicht realisierte Währungskursverluste auf Darlehen zwischen Konzernunternehmen, die in den auf Fremdwährung lautenden Jahresabschlüssen von Tochterunternehmen imparitätisch als Aufwand erfasst wurden, im Konzernabschluss eliminiert und in dem Posten Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen. Auf Grund der Einführung des § 308a HGB und der damit von dem Gesetzgeber intendierten Vereinfachung der Währungsumrechnung wurde seit dem Geschäftsjahr 2010 keine Eliminierung solcher Kursverluste oder -gewinne im Konzernabschluss mehr vorgenommen. Die bestehende Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung wurde eingefroren.

V. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurden grundsätzlich nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie Sach- und Finanzanlagen wurden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen bewertet. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Von dem Wahlrecht des § 248 Abs. 2 HGB zur Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde kein Gebrauch gemacht. Bei Gegenständen, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, wurden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgten degressiv und linear auf der Grundlage der voraussichtlichen Nutzungsdauern der Anlagegegenstände. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungswerten im Rahmen landesspezifischer Wertgrenzen wurden, soweit steuerrechtlich zulässig, auch im Konzernabschluss im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Bei Finanzanlagen in fremder Währung wurde der historische Umrechnungskurs zu Grunde gelegt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag wurden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Zuschreibungen wurden vorgenommen, soweit die Gründe für eine dauernde Wertminderung nicht mehr vorlagen.

Geleistete Anzahlungen wurden mit ihrem Nominalwert angesetzt.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren, dem Niederstwertprinzip entsprechenden Wertansätzen. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgte auf Basis von gleitenden Durchschnittspreisen. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassten dabei die nach § 255 Abs. 2 Satz 2 HGB aktivierungspflichtigen Einzelkosten und angemessene Teile der Gemeinkosten, jedoch keine Fremdkapitalzinsen. Sofern Abschreibungen auf einen niedrigeren Börsen- oder Marktpreis bzw. beizulegenden Wert notwendig waren, wurden diese vorgenommen (§ 253 Abs. 4 Satz 1 und 2 HGB). Ein untergeordneter Teilbestand des Vorratsvermögens wurde aufgrund von nachrangiger Bedeutung abweichend von den vorgenannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach der Festwertmethode gemäß § 240 Abs. 3 HGB mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert angesetzt und in der Regel alle drei Jahre durch eine körperliche Bestandsaufnahme ermittelt, fortgeschrieben und bewertet.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen wurden gemäß § 268 Abs. 5 HGB insgesamt offen von den Vorräten abgesetzt. Die Bewertung der erhaltenen Anzahlungen erfolgte zum Erfüllungsbetrag.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert oder zu niedrigeren Stichtagswerten angesetzt. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde für das allgemeine Kreditrisiko eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt. Für zweifelhafte Forderungen wurden Einzelwertberichtigungen gebildet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in fremder Währung wurden analog zur Behandlung von Fremdwährungsverbindlichkeiten bewertet.

Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks wurden zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten wurden lt. § 250 Abs. 1 HGB auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag bilanziert, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Von dem Wahlrecht zur Aufnahme des Disagios bei Verbindlichkeiten in den Rechnungsabgrenzungsposten und zur Auflösung über die Laufzeit der Verbindlichkeiten gem. § 250 Abs. 3 HGB wurde Gebrauch gemacht.

Die aktiven latenten Steuern wurden bei sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauenden Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rechnungsabgrenzungsposten und Schulden und ihren steuerlichen Wertansätzen in Höhe der sich ergebenden Steuerentlastung oder Steuerbelastung unter Verwendung des jeweiligen nationalen Steuersatzes der Konzerngesellschaften angesetzt. Von dem Wahlrecht zur Bilanzierung eines Aktivüberhangs primärer latenter Steuern wurde gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB i.V.m. §§ 298 und 300 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht. Differenzen auf Grund von Konsolidierungsmaßnahmen wurden gem. § 306 HGB berücksichtigt und mit den Posten gem. § 274 HGB zusammengefasst. Steuerliche Verlustvorträge wurden innerhalb der in den nächsten fünf Jahren zu erwartenden Verlustverrechnung berücksichtigt. Soweit sich auf Ebene eines Steuersubjektes insgesamt eine Steuerbelastung ergab, wurden Verlustvorträge dieses Steuersubjektes in voller Höhe berücksichtigt.

Der Ansatz des gezeichneten Kapitals erfolgte zum Nennbetrag.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse beinhaltete öffentliche Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen, die entsprechend der Abschreibungsdauer der Investitionsobjekte aufgelöst wurden.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen (PUC-Methode) unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" ermittelt. Die Abzinsung erfolgte im Fall von Einzelzusagen basierend auf der angenommenen Restlaufzeit entsprechend § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB. Für allgemeine Zusagen wurde das Wahlrecht des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB ausgeübt und eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt. Es bestanden kongruente, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene Rückdeckungsversicherungen (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB), die mit den Pensionsverpflichtungen saldiert wurden.

Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten, für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie für unterlassene Instandhaltungen, die im folgenden Geschäftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden, in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen wurden pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren ergab.

Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Transaktionszeitpunkt und bei einem für das Unternehmen ungünstigeren Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag mit diesem bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr wurden vollständig mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet, da § 253 Abs. 1 Satz 1 und § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB nicht anzuwenden waren. Die Restlaufzeiten bestimmten sich nach vertraglich vereinbarten Laufzeiten; vorzeitige Tilgungsmöglichkeiten wurden dabei in Abhängigkeit von der subjektiven Tilgungsbereitschaft gegebenenfalls berücksichtigt.

Zeitraumbezogene Investitionszuschüsse von Kunden wurden passiv als Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und entsprechend der Laufzeiten der damit verbundenen Lieferverträge erfolgswirksam aufgelöst.

VI. Ergänzende Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Im Geschäftsjahr 2022 wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung auf Anteile sowie Ausleihungen an verbundene/n Unternehmen in Höhe von insgesamt T€ 4.550 gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB vorgenommen.

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist in dem Anlagenspiegel (Anlage zum Konzernanhang) dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Restlaufzeiten der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind nachfolgend im Forderungsspiegel im Einzelnen dargestellt.

Konzern-Forderungsspiegel zum 31. Dezember 2022

Restlaufzeit
bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren Summe
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 193.479.993 2.899.308 0 196.379.301
(Vorjahr) (157.697.789) (0) (0) (157.697.789)
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 67.281 0 0 67.281
(Vorjahr) (188.637) (0) (0) (188.637)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 12.920.111 762.734 5.613 13.688.458
(Vorjahr) (20.514.409) (0) (0) (20.514.409)
Gesamtsumme 206.467.385 3.662.042 5.613 210.135.040
(Vorjahr) (178.400.835) (0) (0) (178.400.835)

Rechnungsabgrenzungsposten

Die Position Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite beinhaltete Disagiobeträge in Höhe von T€ 1.229 (Vorjahr T€ 885) aus der Inanspruchnahme von Darlehen. Die Auflösung des Disagios erfolgte linear über die gesamte Laufzeit der Kredite.

Eigenkapital

Das im Gesellschaftsvertrag festgelegte Stammkapital der Kirchhoff Automotive GmbH betrug T€ 30.000 und war vollständig eingezahlt.

Pensionsrückstellungen

Der Rückstellungsbetrag wurde unter Berücksichtigung der nachfolgenden Trendannahmen ermittelt

Allgemein Bestimmte Einzelzusagen (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB)
2022 2021 2022 2021
Rechnungszinssatz 1,79 % 1,87 % 1,79 % 1,87 %
Rententrend 2,00 % 2,00 % 1,00 % - 2,00 % 0,00 % - 2,00 %
Anwartschaftstrend 3,00 % 3,00 % 0,00 % 0,00 %
BBG-Trend 3,00 % 3,00 % 0,00 % 0,00 %
Fluktuation 4,00 % 4,00 % 0,00 % 0,00 %

Der Unterschiedsbetrag aus dem geänderten Abzinsungssatz für Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB betrug T€ 1.965 (Vorjahr T€ 3.073).

Im Rahmen der Verrechnung gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 427 (Vorjahr T€ 432) mit dem beizulegenden Zeitwert von Deckungsvermögen in Höhe von T€ 357 (Vorjahr T€ 382) verrechnet und unter den Pensionsrückstellungen (T€ 70, Vorjahr T€ 50) ausgewiesen. Bei dem Deckungsvermögen handelte es sich um verpfändete Rückdeckungsversicherungen. Der beizulegende Zeitwert entsprach den Anschaffungskosten. Die Zinserträge aus der Erhöhung des beizulegenden Zeitwertes der Rückdeckungsversicherungen im Geschäftsjahr 2022 (T€ 2, Vorjahr T€ 13) wurden mit den Personalkosten verrechnet. Die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen betrugen T€ 711 (Vorjahr T€ 837).

Sonstige Rückstellungen

Der Zinssatz für die Berechnung der Jubiläumsrückstellungen sowie der Rückstellungen für Altersteilzeit lag bei 1,45 % (Vorjahr 1,35 %). Bei den Jubiläumsrückstellungen wurden, wie im Vorjahr, ein Lohn- und Gehaltstrend von 3,00 % und eine Fluktuation von 4,00 % angenommen. Die Berechnung der Altersteilzeitrückstellungen erfolgte unter der Annahme jährlicher Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,00 %.

Die Berechnung der Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften erfolgte unter Berücksichtigung der Vollkosten ohne allgemeine Vertriebs- und Verwaltungskosten.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestanden in Höhe von T€ 10.000 (Vorjahr T€ 10.352) gegenüber dem verbundenen Unternehmen KIRCHHOFF Automotive Holding GmbH & Co. KG.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten und deren Besicherung sind in dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel dargestellt.

Konzern-Verbindlichkeitenspiegel zum 31. Dezember 2022

Restlaufzeit
bis zu einem Jahr zwischen einem und fünf Jahren von mehr als fünf Jahren Summe
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 9.743.811 29.767.887 280.000.000 319.511.698
(Vorjahr) (97.176.955) (220.011.072) (0) (317.188.027)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 175.517.291 372.578 269.785 176.159.654
(Vorjahr) (147.244.126) (0) (0) (147.244.126)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.409.009 0 0 1.409.009
(Vorjahr) (8.258.830) (0) (0) (8.258.830)
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0 10.000.000 0 10.000.000
(Vorjahr) (351.900) (10.000.000) (0) (10.351.900)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 21.787.310 2.748.333 635.897 25.171.540
(Vorjahr) (20.824.041) (2.064.978) (1.031.153) (23.920.172)
Gesamtsumme 208.457.421 42.888.798 280.905.682 532.251.901
(Vorjahr) (273.855.852) (232.076.050) (1.031.153) (506.963.055)

Sämtliche Verbindlichkeiten waren nicht besichert.

Latente Steuern

Latente Steuern wurden unter Verwendung der folgenden nationalen Steuersätze der jeweiligen Konzerngesellschaften bilanziert

Deutschland 29,7 % bis 32,8 %
Irland 12,5 %
Spanien 25,0 %
Portugal 22,5 %
China 15,0 %
Ungarn 9,0 %
Kanada 25,0 %
USA 25,0 %
Mexiko 30,0 %

Die latenten Steuern beruhten auf Differenzen in folgenden Bilanzposten, wobei ein positives Vorzeichen eine Differenz kennzeichnet, die eine Vorwegnahme von künftigen Steuerentlastungen darstellt (aktive latente Steuern) und ein negatives Vorzeichen eine Differenz kennzeichnet, die eine Vorwegnahme zukünftiger Steuerbelastungen darstellt (passive latente Steuern).

01.01.2022 Veränderung
Differenz Latente Steuern Differenz Latente Steuern
T€ T€ T€ T€
Sachanlagen -8.802 -2.130 -16.761 -3.734
Finanzanlagen 159 48 0 0
Vorräte 496 275 -276 -60
Sonstige Vermögensgegenstände 56 5 35 3
Rückstellungen 33.514 9.373 -1.204 195
Steuerliche Verlustvorträge 20.027 2.286 -2.419 -179
Steuerliche Rücklagen -766 -251 42 14
Sonstiges 359 36 388 67
45.043 9.642 -20.195 -3.694
31.12.2022
Differenz Latente Steuern
T€ T€
Sachanlagen -25.563 -5.864
Finanzanlagen 159 48
Vorräte 220 215
Sonstige Vermögensgegenstände 91 8
Rückstellungen 32.310 9.568
Steuerliche Verlustvorträge 17.608 2.107
Steuerliche Rücklagen -724 -237
Sonstiges 747 103
24.848 5.948

Derivative Finanzinstrumente

Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe setzte derivative Finanzinstrumente zur Grundgeschäftsabsicherung ein. Im Wesentlichen betraf dies die Risikoabsicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Transaktionen aus dem Rohstoffbereich (Commodity-Swaps) für das Jahr 2022. Dieses Sicherungsgeschäft lief im Berichtsjahr vollständig aus. Weitere bzw. neue Sicherungsgeschäfte wurden in 2022 nicht geschlossen.

VII. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Definition des Finanzmittelfonds

Der Finanzmittelfonds umfasste liquide Mittel sowie jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten

31.12.2022 31.12.2021
Liquide Mittel 100.408.444 74.338.130
Jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten -5.549.022 -64.798.092
94.859.422 9.540.038

Die Entwicklung des Finanzmittelfonds war von der Refinanzierung im Mai 2022 geprägt. Die langfristige Ausgestaltung der neuen Finanzierung führte zu einer geänderten Zusammensetzung des Finanzmittelfonds. Im Vorjahr waren kurzfristige Finanzierungsbausteine im Finanzmittelfond enthalten, die nunmehr dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zugeordnet wurden.

VIII. Ergänzende Angaben zum Konzerneigenkapitalspiegel

Es bestanden ausschüttungsgesperrte Beträge nach § 268 Abs. 8 HGB auf Ebene des Mutterunternehmens in Höhe von T€ 2.398 (Vorjahr T€ 2.729) und auf Ebene eines Tochterunternehmens in Höhe von T€ 3.547 (Vorjahr T€ 3.335) sowie ausschüttungsgesperrte Beträge nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB in Höhe von T€ 707 (Vorjahr T€ 1.135) auf Ebene des Mutterunternehmens und auf Ebene von Tochterunternehmen in Höhe von T€ 1.257 (Vorjahr T€ 1.938). Von dem erwirtschafteten Konzerneigenkapital (Bilanzgewinn) standen dessen Gesellschaftern T€ 215.862 (Vorjahr T€ 199.279) unmittelbar für Ausschüttungen zur Verfügung. Die Ausschüttungssperren fanden keine Anwendung, da diese beim Mutterunternehmen durch genügend frei verfügbare Rücklagen gedeckt waren.

IX. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Regionen 2022 2021
T€ T€
Nord-/Zentral-/Südamerika 702.601 548.853
Sonstige Europäische Gemeinschaft 398.537 294.708
Deutschland 396.078 311.027
Asien/Afrika/Ozeanien 87.319 80.792
Sonstiges Europa 40.901 29.763
1.625.436 1.265.143

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen waren T€ 25.316 (Vorjahr T€ 14.950) aperiodische Erträge enthalten. Die periodenfremden Erträge resultierten im Wesentlichen aus Rückstellungsauflösungen. Weiter resultierten aus einer einmaligen Sale-and-Lease-Back Transaktion mit einem nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen Erträge in Höhe von T€ 6.570.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthielten periodenfremde Aufwendungen i.H.v. T€ 1.257 (Vorjahr T€ 1.126), die insbesondere aus Verkaufspreiskorrekturen und Kundenkompensation bestanden.

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betreffen mit T€ 18.699 das Geschäftsjahr 2023, mit T€ 4.246 die Veränderung von latenten Steuern und mit T€ 3.010 Vorjahre.

X. Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung beim Mutterunternehmen erfolgte durch die Geschäftsführer

Herr Stefan Leitzgen, Wiehl

(Chief Operations Officer)

Herr Hagen Reck, Buxtehude

(Chief Financial Officer)

Herr Dr. Thorsten Gaitzsch, Rheine

(Chief Technical Officer)

Die Vertretung der Gesellschaft erfolgte gemeinschaftlich durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen.

Geschäftsführerbezüge

Die Angabe der im Konzern gewährten Gesamtbezüge der Geschäftsführung für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2022 unterblieb gem. § 314 Abs. 1 Nr. 6 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB.

Bezüglich der Gesamtbezüge der ehemaligen Geschäftsführer für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen nach ihrer Amtszeit und den zugunsten ehemaliger Geschäftsführer des Mutterunternehmens gebildeten Pensionsrückstellungen unterblieb die Angabe in analoger Anwendung von § 286 Abs. 4 HGB.

Befreiungen von Tochterunternehmen gem. § 264 Abs. 3 HGB

Die in den Konzernabschluss der Kirchhoff Automotive GmbH einbezogenen Gesellschaften Kirchhoff Automotive Deutschland GmbH, Attendorn, und Kirchhoff Witte GmbH, Iserlohn, machten durch Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen von Befreiungsvorschriften des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch.

Durchschnittliche Arbeitnehmerzahl

Die Anzahl der Mitarbeiter ergab sich wie folgt

Jahresdurchschnitt 2022 2021
Gewerbliche Mitarbeiter 4.689 4.582
Angestellte 2.793 2.740
Auszubildende 192 74
7.674 7.396

Abschlussprüferhonorar

Das für das Geschäftsjahr 2022 berechnete Abschlussprüferhonorar ergab sich wie folgt

2022
T€
Abschlussprüfungsleistungen 232
Sonstige Bestätigungsleistungen 7
239

Geschäfte mit nahestehenden Personen

Geschäfte mit nahestehenden Personen, die nicht zu marktüblichen Konditionen zustande gekommen waren und für die Beurteilung der Finanzlage des Konzerns notwendig waren, ergaben sich nicht.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Es bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Operating-Leasingverträgen in Höhe von T€ 91.537 (Vorjahr T€ 82.204) (Gesamtverpflichtung jeweils bis zum Ende der Laufzeit). Sofern Vertragsverlängerungsoptionen bestanden, wurden diese in die Berechnung einbezogen, soweit eine Optionsausübung hoch wahrscheinlich war.

Bei den Miet- und Leasingverpflichtungen bestand das Risiko, dass sich der Zins bzw. Mietzins ändert und das Risiko eines zukünftigen Abflusses von liquiden Mitteln. Dagegen stand eine Verbesserung der aktuellen Liquidität und der Eigenkapitalquote sowie Chancen aus der Nutzung der geleasten oder gemieteten Vermögensgegenstände.

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag ergaben sich Haftungsverhältnisse der KIRCHHOFF Automotive Gruppe von insgesamt T€ 1.830 (Vorjahr T€ 5.070). Diese bestanden gänzlich aus Bürgschaften. Aufgrund der den Haftungsverhältnissen zugrundliegenden Geschäften und der Einschätzung der Bonität der Schuldner wurde nicht mit einer Inanspruchnahme aus diesen gerechnet.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Das Bestellobligo für Investitionen in das Anlagevermögen sowie für Vorräte ging mit T€ 102.718 (Vorjahr T€ 73.314) nicht über das übliche Maß hinaus. Die Gesamtverpflichtung aus Dienstleistungsverträgen betrug T€ 811 (Vorjahr T€ 1.640).

Ergebnisverwendung

Das Mutterunternehmen wies im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 einen Gewinnvortrag in Höhe von T€ 189.580 (Vorjahr T€ 180.854) und einen Jahresüberschuss in Höhe von T€ 26.283 (Vorjahr T€ 18.426) aus. Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens schlug vor, das Ergebnis des Geschäftsjahres auf neue Rechnung vorzutragen.

Konzernzugehörigkeit

Das Mutterunternehmen wird in den Konzernabschluss der KIRCHHOFF Automotive Holding GmbH & Co. KG, Iserlohn, einbezogen. Der übergeordnete Konzernabschluss ist im elektronischen Bundesanzeiger abrufbar. Durch die Aufstellung des Konzernabschlusses auf Ebene der KIRCHHOFF Automotive Holding GmbH & Co. KG entfiel die Pflicht zur Aufstellung eines (Teil-)Konzernabschlusses nach näherer Maßgabe von § 291 HGB. Die Aufstellung des (Teil-)Konzernabschlusses erfolgte auf freiwilliger Basis.

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben.

XI. Verzeichnis der Konzernunternehmen

In den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen

Unternehmen Sitz Anteil %
Kirchhoff Automotive GmbH Iserlohn
Kirchhoff Witte GmbH Iserlohn 94,00
Kirchhoff Hungária Kft. Esztergom, Ungarn 100,00
S.C. KIRCHHOFF Automotive Romania S.R.L. Bukarest, Rumänien 100,00
KIRCHHOFF Automotive Mexico, S.A. de C.V. Queretaro, Mexiko 15,00
Kirchhoff Automotive Deutschland GmbH Attendorn 94,00
KIRCHHOFF ESPANA S.L.U. Zaragoza, Spanien 100,00
KIRCHHOFF Automotive Portugal, S.A. Ovar, Portugal 100,00
Kirchhoff Ireland Ltd. Lisnennan/Letterkenney, Irland 100,00
KIRCHHOFF POLSKA Sp. z o.o. Mielec, Polen 100,00
Kirchhoff Automotive (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou, China 100,00
Kirchhoff Automotive (Shenyang) Co., Ltd. Shenyang, China 100,00
KIRCHHOFF Automotive North America Holding GmbH Iserlohn 100,00
KIRCHHOFF Automotive Canada Inc. Aurora, Kanada 100,00
KIRCHHOFF Automotive Mexico, S.A. de C.V. Queretaro, Mexiko 85,00
Servicios Directivos se Autopartes S.A. de C.V. Queretaro, Mexiko 100,00
KIRCHHOFF Automotive USA Inc. Troy, Michigan, USA 100,00
KIRCHHOFF Automotive Manchester Inc. Manchester, Tennesse, USA 100,00
KIRCHHOFF Automotive Atlanta Inc. Atlanta, Georgia, USA 100,00
KIRCHHOFF Automotive Waverly Inc. Waverly, Ohio, USA 100,00
KIRCHHOFF Automotive Tecumseh Inc. Tecumseh, Michigan, USA 100,00
KIRCHHOFF Automotive Dallas Inc. Garland, Texas, USA 100,00
KIRCHHOFF Automotive Lansing Inc. Lansing, Michigan, USA 100,00

Wegen untergeordneter Bedeutung wurden folgende Tochter-/ bzw. Enkelunternehmen gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen

Unternehmen Sitz Anteil%
Kirchhoff Mexicana, S.A. de C.V. Cholula, Puebla/Mexiko 99,99
KIRCHHOFF Mobility Geschäftsführung GmbH Hilden 100,00
KIRCHHOFF Mobility GmbH & Co. KG Hilden 100,00
KIRCHHOFF Mobility Austria GmbH Tresdorf, Österreich 70,00
KIRCHHOFF Mobility AG Stäfa, Schweiz 100,00
Kirchhoff Automotive Japan K.K. Hamamatsu, Japan 100,00
KIRCHHOFF Automotive France S.a.r.l. Guilherand Granges, Frankreich 100,00
Kirchhoff Automotive Korea Ltd. Seoul, Südkorea 100,00

 

Iserlohn, den 3. April 2023

Stefan Leitzgen, Geschäftsführer

Hagen Reck, Geschäftsführer

Dr. Thorsten Gaitzsch, Geschäftsführer

Entwicklung des Konzernanlagevermögens für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand 01.01.2022 Kursdifferenzen Zugänge
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.284.960 -3.437 1.695.160
2. Geleistete Anzahlungen 1.611.160 -1.057 160.469
14.896.120 -4.494 1.855.629
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 222.595.774 1.997.450 2.732.222
2. Technische Anlagen und Maschinen 740.545.574 14.281.244 47.908.832
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 155.619.056 -167.682 9.521.900
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 41.687.564 314.241 48.330.180
1.160.447.968 16.425.253 108.493.134
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 5.800.314 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 5.160.368 0 800.000
3. Beteiligungen 231.704 0 0
4. Ausleihungen an Unter- nehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.735.000 0 0
5. Sonstige Ausleihungen 34.436 0 0
13.961.822 0 800.000
1.189.305.910 16.420.759 111.148.763
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Umbuchungen Abgänge
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.420.243 -77.557
2. Geleistete Anzahlungen -906.492 0
513.751 -77.557
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.067.694 -18.288
2. Technische Anlagen und Maschinen 27.098.801 -23.033.817
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.738.598 -4.736.442
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -36.418.844 -27.633
-513.751 -27.816.180
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 -100.000
3. Beteiligungen 0 0
4. Ausleihungen an Unter- nehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0
5. Sonstige Ausleihungen 0 0
0 -100.000
0 -27.993.737
Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen
Stand 31.12.2022 kumuliert Stand 01.01.2022 Kursdifferenzen des Geschäftsjahres Abgänge kumuliert Stand 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 16.319.369 10.192.414 -12.675 1.620.688 -74.944 11.725.483
2. Geleistete Anzahlungen 864.080 0 0 0 0 0
17.183.449 10.192.414 -12.675 1.620.688 -74.944 11.725.483
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 229.374.852 100.249.819 372.765 6.327.853 -9.229 106.941.208
2. Technische Anlagen und Maschinen 806.800.634 445.638.429 8.513.823 53.350.535 -22.922.654 484.580.133
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 166.975.430 115.299.161 -23.681 11.475.087 -4.713.063 122.037.504
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 53.885.508 0 0 0 0 0
1.257.036.424 661.187.409 8.862.907 71.153.475 -27.644.946 713.558.845
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 5.800.314 3.290.898 0 2.402.900 0 5.693.798
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 5.860.368 0 0 2.147.100 0 2.147.100
3. Beteiligungen 231.704 0 0 0 0 0
4. Ausleihungen an Unter- nehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.735.000 2.734.999 0 0 0 2.734.999
5. Sonstige Ausleihungen 34.436 0 0 0 0 0
14.661.822 6.025.897 0 4.550.000 0 10.575.897
1.288.881.695 677.405.720 8.850.232 77.324.163 -27.719.890 735.860.225
Buchwerte
Stand 31.12.2022 Stand 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.593.886 3.092.546
2. Geleistete Anzahlungen 864.080 1.611.160
5.457.966 4.703.706
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 122.433.644 122.345.955
2. Technische Anlagen und Maschinen 322.220.501 294.907.145
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 44.937.926 40.319.895
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 53.885.508 41.687.564
543.477.579 499.260.559
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 106.516 2.509.416
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.713.268 5.160.368
3. Beteiligungen 231.704 231.704
4. Ausleihungen an Unter- nehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1 1
5. Sonstige Ausleihungen 34.436 34.436
4.085.925 7.935.925
553.021.470 511.900.190

Es können sich technisch bedingte Rundungsdifferenzen ergeben.

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

A. Grundlagen des Konzerns

I. Geschäftstätigkeit, Produkte & Technologien

Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe ist ein Automobilzulieferer für Strukturkomponenten im Bereich Body und Chassis sowohl für Personenkraftwagen (PKW) als auch für Nutzkraftwagen (NKW). Das Leistungsspektrum umfasst die Entwicklung, das Design und die Fertigung der Serienteile und auch die zur Produktion notwendigen Werkzeuge sowie die im Vorfeld benötigten Prototypen.

Zu den wichtigen Produktgruppen zählen Crash Management Systeme, Motorträger (Engine Cradles), Armaturenträger (Cross Car Beams), Vorderwagenmodule (Front Ends), Quer- und Längsträger, A-, B- und C-Säulen sowie größere Schweißzusammenbauten wie bspw. Bodengruppen.

Die Gruppe verfügt über die gesamte Prozesstechnologie kalter und warmer Umformtechnik, aller gängigen Schweißverfahren wie MIG, MAG und Laserschweißen sowie sonstige Fügeverfahren wie Clinchen, Kleben und Montage. Je nach Kundenwunsch stehen verschiedene Oberflächenbeschichtungstechnologien zur Verfügung.

Der Materialmix umfasst das gesamte Spektrum kalt und warmgewalzter Stähle, hochfester Stähle, Aluminium und auch sogenannter Hybridmaterialien aus der Verbindung der Metallkomponenten mit Kunststoffen und faserverstärkten Materialien.

Neben den Automobilmärkten ist der Konzern in zwei weiteren Geschäftsfeldern tätig, die beide auf Konzernebene mit jeweils unter 10 Mio. € Umsatz von untergeordneter Bedeutung sind. Eines ist die Fertigung von Handwerkzeugen, welche die Bereiche spezieller Schraubendreher, Bits und Zangen im Premiumsegment umfasst (Geschäftsfeld "Handwerkzeuge") und das andere der Umbau von Serienfahrzeugen im Hinblick auf die Bedürfnisse älterer oder eingeschränkter Personen (Geschäftsfeld "Mobility"). Das Geschäftsfeld Handwerkzeuge ist konsolidiert, das Geschäftsfeld Mobility aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht.

II. Konzernstruktur und -steuerung

Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe ist mit Standorten in West- und Osteuropa, in China sowie in den USA, Kanada und Mexiko vertreten, beobachtet ständig die Entwicklung der Automobilmärkte und folgt seinen Kunden ggf. auch in neue Länder.

Die interne Finanzberichterstattung erfolgt entsprechend der Konzernstrategie für zwei wesentliche Teilkonzerne: KIRCHHOFF Automotive Europa & Asien ("KAEA") und KIRCHHOFF Automotive Nordamerika ("KANA"). Unterhalb dieser beiden Teilkonzerne erfolgt die interne Berichterstattung nach Ländern sowie in der nächsttieferen Gliederungsebene nach Werken.

Die Entwicklung der KIRCHHOFF Automotive Gruppe wird sowohl auf (Teil-)Konzern-Ebene als auch auf Ebene der einzelnen Gruppengesellschaften / Werke eng vom Management gesteuert und verfolgt. Die hierfür maßgeblichen Leistungsindikatoren wurden im Einklang mit der Unternehmensstrategie mit Fokus auf die Sicherstellung von Wettbewerbsfähigkeit, Ertragskraft und Nachhaltigkeit festgelegt.

Zu den wesentlichen Leistungsindikatoren zählen insbesondere Umsatz (Wachstumskomponente), das Betriebsergebnis (EBIT = Earnings Before Interests and Taxes; Profitabilitätskomponente) sowie die Eigenkapital-Quote und der Nettoverschuldungsgrad (Net Debt Leverage = Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA).

III. Forschung und Entwicklung

Der Konzern betreibt Forschung und Entwicklung sowohl in Europa, in Nordamerika als auch in China. Er ist maßgeblich bei der Konzipierung von Produktgruppen und Werkzeugen beteiligt und betreibt einen eigenen Werkzeugbau. Entwickelt werden nicht nur neue Produkte, sondern auch innovative Prozesse und Einrichtungen. Der wesentliche Fokus liegt auf den Themen Insassenschutz, Leichtbau und Elektromobilität. Im Bereich der Produktentwicklung sind die Schwerpunktthemen die Verarbeitung von hochfesten Stählen und leichten Aluminiumlegierungen sowie deren Kombination in Form von hybriden Strukturen. Produkte sind unter anderem Stoßfänger, Frontendstrukturen, Instrumententafelträger und Fahrwerkskomponenten. Die Prozessentwicklung konzentriert sich auf die Optimierung bestehender Prozesse sowie auf die Automatisierung.

B. Wirtschaftsbericht

I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

1. Weltwirtschaftliche Entwicklung 2022

Die weltwirtschaftliche Entwicklung war im Geschäftsjahr 2022 durch eine hohe Inflation geprägt. Die von der COVID-19 Pandemie ausgelösten Lieferkettenprobleme setzten sich auch im Geschäftsjahr 2022 fort und führten zu Beginn des Jahres zu einem deutlichen Anstieg der Rohstoffpreise. Die Null-COVID Politik in China mit konsequenten Lock-Downs belastete die Situation zusätzlich. Der Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine im Februar sorgte für zusätzliche Lieferkettenunterbrechungen. Das hohe Preisniveau bei den Rohstoffen zog durch die Unsicherheiten des Krieges noch einmal deutlich an. Die internationalen Sanktionen gegen Russland führten zu massiven Preissteigerungen auf den europäischen Energiemärkten und ließen die Inflation weiter ansteigen. Die Anhebung der Zentralbankzinsen zur Inflationsbekämpfung verteuerte wiederum die Investitionen und belastete die Weltwirtschaft zusätzlich. Dennoch haben sich zahlreiche Volkswirtschaften im zweiten Halbjahr überraschend stark entwickelt. Die Ursachen waren in vielen Fällen nationale Förderprogramme sowie inländische Wachstumsimpulse. Der private Konsum lag über den Erwartungen und die Arbeitslosenquote in den USA lag auf einem historischen Tiefstand. Des Weiteren hatten sich die Energiemärkte schneller als erwartet an den Schock durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine angepasst und auch der milde Winter wirkte sich positiv auf die Energiepreise aus. Die Lage auf den Halbleitermärkten entspannte sich etwas, wobei der Mangel an Mikrochips voraussichtlich auch im Jahr 2023 präsent sein wird.

Der Anstieg der weltwirtschaftlichen Entwicklung in 2022 wurde vom Internationalen Währungsfonds (IWF) auf +3,4 % geschätzt. Im Vergleich zum Vorjahr (+6,2 %) ist das deutlich geringer, lag aber über den Erwartungen aus Oktober 2022 (+3,2 %).

Für die Industrienationen wurde für 2022 ein Wachstum in Höhe von +2,7 % (Vorjahr +5,4 %) ermittelt. In den USA lag das Wirtschaftswachstum bei +2,0 % und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (+5,4 %). Auch das Wirtschaftswachstum in Kanada war mit +3,5 % im Vergleich zum Vorjahr (+5,0 %) deutlich niedriger und in der Eurozone wurde mit +3,5 % das Vorjahr (+5,3 %) ebenfalls unterschritten. Während Spanien mit einem Wirtschaftswachstum von +5,2 % (Vorjahr +5,5 %) zum Spitzenreiter in Europa gehörte, rangierte sich Deutschland mit +1,9 % (Vorjahr +2,6 %) am unteren Ende der Tabelle ein.

Für die Schwellenländer war für 2022 ein durchschnittliches Wachstum in Höhe von +3,9 % (Vorjahr +6,7 %) angesetzt worden. Das größte Wachstum war in Saudi-Arabien (+8,7 %, Vorjahr +3,2 %) und in Indien (+6,8 %, Vorjahr +8,7 %) zu verzeichnen. Die rohstoffreichen Länder Basilien (Vorjahr +5,0 %) und Mexico (Vorjahr +4,7 %) blieben mit jeweils +3,1 % Wirtschaftswachstum deutlich unter dem Vorjahr. In China bremste der erneute Ausbruch der COVID-19 Pandemie den Aufschwung, sodass sich auf Jahresbasis ein Wirtschafswachstum von +3,0 % (Vorjahr +8,4 %) ergab. Die zunehmende Isolierung Russlands und die internationalen Sanktionen zeigten Wirkung und führten in 2022 zu einer Abnahme der Wirtschaftsleistung in Russland von -2,2 % (Vorjahr +4,7 %) 1.

1 IWF -World Economic Outlook Update January 2023

2. Entwicklung der Automobilbranche

Das Produktionsvolumen von PKW stieg im Jahr 2023 weltweit um + 8,1 % auf 70.419 Mio. Fahrzeuge. Die größten Anstiege waren in Deutschland, China, Mexiko und Kanada zu verzeichnen.

Produktion PKW
[Tsd. Stück] 2022 2021 %-Abw. %-Ant. '22 %-Ant. '21
WELT 70.419 65.172 8,1 % 100 % 100 %
EUROPA 13.280 13.434 -1,1 % 18,9 % 20,6 %
DEUTSCHLAND 3.480 3.096 12,4 % 5,0 % 4,8 %
SPANIEN 1.785 1.662 7,4 % 2,5 % 2,6 %
FRANKREICH 1.010 918 10,0 % 1,4 % 1,4 %
GROSSBRITANIEN 775 860 -9,9 % 1,1 % 1,3 %
REST EUROPA 6.230 6.898 -9,7 % 8,8 % 10,6 %
NAFTA 14.192 12.921 9,8 % 20,2 % 19,8 %
MEXIKO 3.281 2.945 11,4 % 4,7 % 4,5 %
KANADA 1.223 1.103 10,9 % 1,7 % 1,7 %
USA 9.688 8.873 9,2 % 13,8 % 13,6 %
AMERIKA o. MEX/ KAN/ USA 2.713 2.507 8,2 % 3,9 % 3,9 %
ASIEN 40.234 36.310 10,8 % 57,1 % 55,7 %
CHINA 23.524 21.010 12,0 % 33,4 % 32,2 %
JAPAN 6.566 6.619 0,1 % 9,3 % 10,2 %
Asien o. China / Japan 10.144 8.680 -16,9 % 14,4 % 13,3 %

Quelle: VDA Analysen zur Automobilkonjunktur 2022, Berlin, März 2023

3. Entwicklung der Fahrzeugproduktion der Deutschen Konzernmarken

Die Weltproduktion von PKW der deutschen Konzerne lag mit 13,0 Mio. Einheiten 6,6 % über dem Vorjahr von 12,2 Mio. Fahrzeugen. Sowohl die Inlands- als auch die Auslandsproduktion stieg gegenüber dem Vorjahr an. 2

2 VDA (2023, 2022, 2021)

Produktion deutscher Hersteller
2022 Anteil Vorjahr 2021
Mio. ∆ in % Mio.
Inlandsproduktion 3,5 26,9% +12,9 3,1
Auslandsproduktion 9,5 73,1% +4,4 9,1
Gesamt 3
Gesamt

3
13,0 100,0% +6,6 12,2
Produktion deutscher Hersteller
Anteil Vorjahr 2020 Anteil Vorjahr
∆ in % Mio. ∆ in %
Inlandsproduktion 25,4% -11,4 3,5 26,3% -25,5
Auslandsproduktion 74,6% -7,1 9,8 73,7% -14,0
Gesamt 3
Gesamt

3
100,0% -8,3 13,3 100,0% -17,4

Quelle VDA (2023, 2022, 2021)

II. Darstellung der Geschäftslage der KIRCHHOFF Automotive Gruppe

1. Ertragslage

Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe war im Geschäftsjahr 2022 mit sehr volatilen Kundenabrufen aufgrund von Lieferkettenunterbrechungen und mangelnder Halbleiterverfügbarkeit bei den Original Equipment Manufacturer (OEM) konfrontiert. Preissteigerungen auf dem Beschaffungsmarkt konnten nach erfolgreichen Verhandlungen mit Kunden teilweise weiterbelastet werden. Der vorzeitige Abschluss der Refinanzierung im Mai 2022 reduzierte die Finanzierungskosten und sichert die Liquidität für die nächsten Jahre.

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die KIRCHHOFF Automotive Gruppe einen Konzernjahresüberschuss in Höhe von 47,4 Mio. €, der um 2,8 Mio. € über dem Vorjahresergebnis lag. Zur verbesserten Ergebnissituation hatten insbesondere die Gesellschaften im Teilkonzern KAEA mit einem konsolidierten Gewinn in Höhe von 51,0 Mio. € beigetragen. Der Teilkonzern KANA konnte nicht an das profitable Ergebnis des Vorjahres anknüpfen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2022 einen Verlust in Höhe von -6,5 Mio. €. Im Konzernjahresüberschuss waren Konsolidierungseffekte zwischen den beiden Teilkonzernen in Höhe von 2,9 Mio. € enthalten.

Von Januar bis Dezember wurden Umsatzerlöse (nach Abzug von Boni und Rabatten) in Höhe von 1.625 Mio. € erwirtschaftet (Vorjahr 1.265 Mio. €) und unter Berücksichtigung von Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen eine Gesamtleistung in Höhe von 1.639 Mio. € (Vorjahr 1.287 Mio. €) erzielt. Damit lagen die Umsatzerlöse als ein wesentlicher finanzieller Leistungsindikator in der Gruppe +28,5 % und die Gesamtleistung +27,3 % über dem Vorjahr. Ausschlaggebend für die deutlichen Steigerungen waren insbesondere die höheren Umsatzerlöse aus dem Segment Stanz- und Schweißteile (+320,8 Mio. €), höhere Umsätze aus dem Werkzeugbau (+35,5 Mio. €) sowie höhere Schrotterlöse (+14,9 Mio. €). Die Umsatzerlöse aus dem Segment Handwerkzeuge waren um -0,6 Mio. € und die sonstigen externen Umsätze um -3,5 Mio. € rückläufig im Vergleich zum Vorjahr. Demgegenüber waren die von der KIRCHHOFF Automotive Gruppe gewährten Preisnachlässe und Rabatte um -6,9 Mio. € auf -21,7 Mio. € gestiegen.

Der Rohertrag konnte von 568,3 Mio. € auf 644,0 Mio. € gesteigert werden. Die Rohertragsmarge fiel insbesondere aufgrund der stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise um -4,8 % Punkte auf 39,3 %. Ein höherer Anteil an Umsätzen aus dem Werkzeugbau, der mit geringeren Margen verbunden war, wirkte sich ebenfalls negativ auf die Rohertragsmarge aus.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen um +21,7 Mio. € über dem Vorjahr. Ursächlich waren insbesondere höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (+9,5 Mio. €), höhere Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen (+6,2 Mio. €), die im Wesentlichen im Zusammenhang mit Sale-and-Lease-Back Transaktionen standen und höhere Wechselkursgewinne (+4,1 Mio. €).

Vor dem Hintergrund des höheren Auslastungsniveaus lagen der Personalaufwand um +48,4 Mio. € und die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen +5,2 Mio. € über dem Vorjahr. Die Personaleinsatzquote konnte mit einer flexiblen Personaleinsatzplanung und der Inanspruchnahme von staatlichen Unterstützungsprogrammen von 24,1 % auf 21,9 % gesenkt werden. Die Abschreibungen lagen insbesondere aufgrund der höheren Nettoinvestitionen in technische Anlagen und Maschinen über dem Vorjahresniveau.

Die höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen (+31,1 Mio. €) resultierten insbesondere aus - gegenüber dem Vorjahr - höheren Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen (+9,7 Mio. €), höheren Wechselkursverlusten (+5,5 Mio. €), gestiegenen Aufwendungen für Nacharbeiten und Qualitätssachverhalte (+4,5 Mio. €) sowie höheren Reise- (+2,1 Mio. €) und Frachtkosten (+1,7 Mio. €).

Insgesamt lag das EBIT als ein weiterer wesentlicher finanzieller Leistungsindikator der Gruppe mit 90,8 Mio. € um 16,3 % über dem Vorjahreswert (78,1 Mio. €). Getrieben von hohen Kostensteigerungen auf den Beschaffungsmärkten und einem höheren Anteil an Werkzeugumsätzen sank die EBIT-Marge von 6,1 % auf 5,5 %.

Das Finanzergebnis war um -3,7 Mio. € geringer als im Vorjahr und war insbesondere durch Abschreibungen auf Finanzanlagen im Zusammenhang mit einer nicht konsolidierten Gesellschaft in Höhe von 4,6 Mio. € gekennzeichnet. Vor dem Hintergrund einer verbesserten Struktur der Gruppenfinanzierung sowie geringerer unterjähriger Inanspruchnahmen eingeräumter Kreditfazilitäten verbesserte sich das Zinsergebnis im Geschäftsjahr um +0,9 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (-8,4 Mio. €; Vorjahr -9,3 Mio. €).

Der Ertragssteueraufwand lag im Geschäftsjahr 2022 mit 26,0 Mio. € um +5,9 Mio. € über dem Vorjahreswert. Der Steueraufwand resultierte mit 18,3 Mio. € aus dem Teilkonzern KAEA sowie mit 7,6 Mio. € aus dem Teilkonzern KANA. Er setzte sich zusammen aus 21,8 Mio. € laufendem Steueraufwand und 4,2 Mio. € latentem Steueraufwand (Vorjahr 21,6 Mio. € laufender Steueraufwand und 1,6 Mio. € latenter Steuerertrag). Der wesentliche Treiber für den Anstieg in den latenten Steuern war die Ausnutzung von steuerlichen Sofortabschreibungen auf Sachanlagevermögen in Kanada, die zu passiven latenten Steuern führten.

2. Investitionen

Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe hatte in 2022 mit insgesamt 104,6 Mio. € brutto ein höheres Investitionsvolumen in das immaterielle und das Sachanlagevermögen als im Vorjahr (100,1 Mio. €). Hiervon entfielen auf den Teilkonzern KAEA 55,8 Mio. € (Vorjahr 67,7 Mio. €) und auf den Teilkonzern KANA 48,8 Mio. € (Vorjahr 32,4 Mio. €). Die Investitionen dienten neben der Erhaltung bestehender Kapazitäten überwiegend der Kapazitätserweiterung für Neuaufträge an bestehenden Standorten.

3. Vermögenslage

Die Bilanzsumme betrug zum Stichtag 31. Dezember 2022 1.082,3 Mio. € und lag damit um +95,2 Mio. € über dem Vorjahreswert (987,0 Mio. €). Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren auf der Aktivseite die Nettoinvestitionen in das Sachanlagevermögen (+44,2 Mio. €) insbesondere an den Standorten in China, Deutschland, Kanada und den USA, höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+38,7 Mio. €) im Wesentlichen aus dem höheren Stanz- und Schweißteilegeschäft sowie ein höherer Bestand an liquiden Mitteln (+26,1 Mio. €).

Das Eigenkapital veränderte sich um den Konzernjahresüberschuss in Höhe von 47,4 Mio. € sowie um die Reduzierung der negativen Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung um +9,2 Mio. € (-47,8 Mio. €, Vorjahr -57,0 Mio. €). Hierzu trugen hauptsächlich die Währungsdifferenzen aus dem Teilkonzern KIRCHHOFF Automotive Nordamerika bei. Unter Berücksichtigung der nicht beherrschenden Anteile (-0,3 Mio. €) sowie einer Gewinnausschüttung in Höhe von -9,7 Mio. € konnte das Eigenkapital von 305,5 Mio. € um +46,6 Mio. € auf 352,1 Mio. € verbessert werden. Die bilanzielle Eigenkapitalquote stieg von 31,0 % auf 32,5 %.

Die sonstigen Rückstellungen waren mit 143,9 Mio. € um +20,9 Mio. € höher als im Vorjahr. Dabei lagen insbesondere die Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen (+9,0 Mio. €) sowie die Rückstellungen für erwartete Preisnachlässe (+7,1 Mio. €) und die personalbezogenen Rückstellungen (+5,2 Mio. €) über dem Vorjahreswert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren unter Berücksichtigung der Refinanzierung im Mai 2022 und der Investitionen in das Anlagevermögen nur moderat zum Vorjahr gestiegen (319,5 Mio. €; Vorjahr 317,2 Mio. €).

Die höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultierten insbesondere aus dem Geschäft mit Stanz- und Schweißteilen sowie aus Investitionen in das Anlagevermögen.

4. Finanzlage

Der Brutto-Cashflow in Höhe von 124,7 Mio. €, berechnet als Summe aus Konzernjahresüberschuss und Abschreibungen, lag insbesondere aufgrund der höheren Abschreibungen (+9,7 Mio. €) über dem Vorjahreswert (112,2 Mio. €). Der Aufbau des Working Capital um +23,4 Mio. € lag um -22,2 Mio. € unter dem Vorjahreswert und resultierte insbesondere aus der Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Aufbau von Rückstellungen (+22,3 Mio. €) überstieg den Wert des Vorjahres um 22,4 Mio. €. Die Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen (-7,2 Mio. €) standen überwiegend im Zusammenhang mit Sale-and-Lease-Back Transaktionen. Insgesamt ergab sich ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 136,9 Mio. € (Vorjahr 85,4 Mio. €).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf -104,1 Mio. € (Vorjahr -98,8 Mio. €) und spiegelte maßgeblich die höheren Investitionen in technische Anlagen und Maschinen wider. Damit lag der Free Cashflow des Geschäftsjahres 2022 mit +32,8 Mio. € deutlich über dem des Vorjahres (-13,4 Mio. €).

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug +52,0 Mio. € (Vorjahr +9,8 Mio. €) und war von der Refinanzierung im Mai 2022 geprägt. Finanzmittelabflüssen aus der Rückzahlung der alten und bestehenden Finanzierung standen Finanzmittelzuflüsse aus der neuen Finanzierung gegenüber und führten zu einem Nettozufluss von 62,1 Mio. €. Die langfristige Ausgestaltung der neuen Finanzierung führte zu einer geänderten Zusammensetzung des Finanzmittelfonds (freie Liquidität nach Saldierung mit der Netto-Inanspruchnahme kurzfristiger Finanzierungsbausteine). Im Vorjahr waren 64,8 Mio. € kurzfristige Finanzierungsbausteine im Finanzmittelfonds enthalten, die nunmehr dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zugeordnet wurden. Im Ergebnis waren der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit und der Finanzmittelfonds deutlich gestiegen, die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (+2,3 Mio. €) waren aber nur geringfügig höher.

Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende an die Gesellschafter in Höhe von 9,7 Mio. € ausgeschüttet, die aber nur mit 3,2 Mio. € zahlungswirksam war.

Neben der Verschiebung zwischen dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit und dem Finanzmittefonds wirkte sich der Free Cashflow positiv auf den Finanzmittelfonds aus. Der Finanzmittelfonds stieg im Geschäftsjahr 2022 um +85,3 Mio. € auf +94,9 Mio. €.

5. Zusammenfassende Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe erwirtschaftete in 2022 einen Konzernjahresüberschuss in Höhe von 47,4 Mio. €, der um +2,8 Mio. € über dem Vorjahresergebnis lag. Zur verbesserten Ergebnissituation hatte insbesondere der Teilkonzern KAEA beigetragen. Der Teilkonzern KANA beendete das Geschäftsjahr mit einem Verlust.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern konnte auch in einem schwierigen Marktumfeld deutlich erhöht werden. Kurzfristige Werksschließungen bei Kunden, signifikant gestiegene Rohstoffpreise sowie höhere Energie- und Logistikkosten konnten mit höheren Umsatzerlösen, besseren Schrotterlösen und gezielten Einsparmaßnahmen ausgeglichen werden.

Die Bilanzsumme war mit 1.082,3 Mio. € um 95,3 Mio. € höher als im Vorjahr. Investitionen in das Sachanlagevermögen, die Zunahme an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie ein höherer Bestand an Liquiden Mitteln waren im Wesentlichen hierfür ausschlaggebend. Die Finanzierung erfolgte insbesondere durch den positiven Free Cashflow, höhere Lieferantenverbindlichkeiten und höhere Rückstellungen. Die bilanzielle Eigenkapitalquote stieg von 31,0 % auf 32,5 %.

Unverändert positiv zeigte sich im Berichtsjahr auch der Net Debt Leverage (Nettoverschuldung 4 im Verhältnis zum EBITDA 5 ) als ein guter finanzieller Stabilitätsausweis, der sich mit 1,4 im Vergleich zum Vorjahr (1,8) noch einmal deutlich verbesserte.

4 Ggf. Rundungsdifferenzen

5 Bankverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing abzgl. Liquide Mittel zzgl. weiterer individueller Anpassungen gemäß Bankenvertrag

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

I. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023

Der folgende Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023 erfolgt auf Basis von statistischen Veröffentlichungen und individuellen Einschätzungen. Er ist von Unsicherheiten über den weiteren Verlauf des Krieges in der Ukraine gekennzeichnet. Die sich dadurch ergebenen geopolitischen Spannungen sind aktuell nicht abzuschätzen.

1. Weltwirtschaft 6

6 EBITDA inkl. weiterer individueller Anpassungen gemäß Bankenvertrag

Die weltwirtschaftliche Expansion wird sich im kommenden Jahr voraussichtlich deutlich verlangsamen. Höhere Finanzierungskosten werden die Investitionen und den Konsum bremsen. Die hohe Inflation lässt für die bevorstehenden Quartale eine konjunkturelle Schwächephase erwarten.

Der globale Wachstumstrend für 2023 wird vom Institut für Weltwirtschaft (IFW) im Dezember 2022 auf +2,2 % prognostiziert. Für die Europäische Union wird mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von +0,6 % gerechnet. Innerhalb Europas wird erwartet, dass der Wachstumstrend in 2023 in Italien bei +0,5 % und in Frankreich bei +0,3 % liegen wird. Ein etwas positiveres Bild zeigt sich in Spanien mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von +0,9 % in 2023. In Deutschland wird kein Wachstum erwartet und in den USA wird sogar mit einem rückläufigen Bruttoinlandsprodukt von -0,4 % gerechnet. Mit einem Anstieg von +1,8 % ist Kanada bei den fortgeschrittenen Volkswirtschaften am oberen Ende der Erwartungen angesiedelt.

In den Schwellen- und Entwicklungsländern wird für das Jahr 2023 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate in Höhe von +3,9 % gerechnet. Dabei zeichnet sich eine sehr heterogene Entwicklung ab. Während für Indien (+7,4 %) und China (+4,6 %) sehr deutliche Steigerungen erwartet werden, liegen die Erwartungen für Südafrika (+1,2 %) und Brasilien (+0,9 %) deutlich darunter. In Russland wird mit -2,8 % ein schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt erwartet.

2. Internationale Automobilmärkte

Für das Jahr 2023 rechnen die Autohersteller nun mit einem wachsenden Markt. Der Branchenverband VDA geht in seiner vorgelegten Prognose von 74,0 Millionen Pkw-Neuzulassungen aus. Das entspricht einem Plus von vier Prozent gegenüber 2022. Das Niveau vor der Pandemie wird jedoch deutlich verfehlt.

3. Unternehmensentwicklung

Die Verfügbarkeit von Halbleitern in der Automobilbranche wird sich im nächsten Jahr voraussichtlich etwas verbessern, wobei im Jahr 2023 weiterhin mit Engpässen in der Mikrochipversorgung gerechnet werden muss. Die internationalen Lieferketten werden sich sukzessive wieder zusammenfügen und die Stahl- und Aluminiumpreise werden voraussichtlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Auswirkungen aus den gestiegenen Lohn- und Energiekosten werden sich erst im Geschäftsjahr 2023 vollständig niederschlagen. Verhandlungen über Preisanpassungen mit Kunden wurden bereits begonnen, um die Auswirkungen auf die Margen der KIRCHHOFF Automotive Gruppe zu minimieren. Der Krieg in der Ukraine wird weiterhin negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe ist zuversichtlich, die anhaltenden Herausforderungen auch weiterhin erfolgreich zu bewältigen.

Unter Berücksichtigung der prognostizierten gesamtwirtschaftlichen Lage wird davon ausgegangen, dass sowohl der Umsatz als auch das betriebliche Ergebnis - als wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren - deutlich über dem Niveau des Jahres 2022 liegen werden. Die Eigenkapitalquote wird im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 voraussichtlich leicht steigen. Der Nettoverschuldungsgrad/EBITDA wird moderat über dem Wert zum Bilanzstichtag 31.12.2022 erwartet.

II. Risikobericht

1. Risikomanagementsystem

Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe hat ein allgemeines Risk Management System installiert, das in der Unternehmenskultur und den geschäftlichen Routinen verankert ist. Mit Hilfe dieses strukturierten Geschäftsprozesses werden Entscheidungen auf allen Managementstufen der Organisation unterstützt.

Das Management der Gruppe hat für eine strukturierte Risikoüberwachung sieben Risikokategorien definiert: (1) Market, (2) Global & Macro Political, (3) Operational, (4) Financial, (5) Environmental, (6) Social und (7) Compliance. Die Risikokategorie (Market) adressiert Änderungen des Marktes wie z.B. den Verlust von wesentlichen Kundenbeziehungen oder die Rohstoffpreisentwicklung und -verfügbarkeit. Vorkommnisse mit Auswirkungen auf das politische und ökonomische Marktumfeld werden in der Risikokategorie (Global & Macro Political) erfasst, genauso wie die Entwicklung des technischen Fortschritts und der Fertigungstechnik. Risiken aus dem operativen Produktionsprozess bspw. hinsichtlich der Produktqualität sowie die IT Sicherheit sind in der Risikokategorie (Operational) zu finden. Wesentliche Schwankungen von Fremdwährungskursen oder Zinssätzen, das Kreditrisiko der Kreditgeber und die Finanzierungsfähigkeit der Gruppe werden in der Risikokategorie (Financial) analysiert. In der im Geschäftsjahr 2022 neu geschaffenen Risikokategorie (Environmental) werden insbesondere Risiken im Zusammenhang mit den steigenden Anforderungen zur CO 2 Reduzierung erfasst und bewertet. In der Risikokategorie (Social) wird die Fähigkeit zur Mitarbeitergewinnung und -bindung bewertet. Risiken bei der Einhaltung von Menschenrechten und der Sicherstellung von guten Arbeitsbedingungen werden analysiert. Die Compliance Risiken und die Wirksamkeit der internen Controlling-Systeme werden in der Risikokategorie (Compliance) erfasst.

Die genannten Risikokategorien werden laufend überwacht, potenziell kritische Entwicklungen werden analysiert und adressiert.

Die Gruppe verfügt über eine detaillierte Planungsrechnung für das jeweilige Folgejahr auf Standardkostenbasis. Diese erlaubt es, die Abweichungen gegenüber der Planung nach Ursachen dezidiert zu verifizieren und entsprechende Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Zur Liquiditätssteuerung nutzt die Gruppe ein zentrales Liquiditätsreporting sowie eine mehrmals jährlich aktualisierte Jahresplanung. Für die mittelfristige Planung gibt es eine integrierte Planung über einen Fünfjahreszeitraum. Dazu werden auf Ebene der Einzelgesellschaften detaillierte Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen und Kapitalflussrechnungen erstellt und auf Ebene der Teilkonzerne sowie der gesamten Gruppe konsolidiert. Die laufenden und neuen Aufträge werden unter Berücksichtigung der dazu notwendigen Investitionen erfasst. Die Entwicklung der Preise auf den Beschaffungsmärkten, den Kapitalmärkten sowie die Entwicklung der Währungskurse in den für die Gruppe wichtigen Segmenten, werden laufend beobachtet; gegebenenfalls notwendige Maßnahmen werden daraus abgeleitet und umgesetzt. Hinzu kommen monatliche Berichterstattungen mit Plan-Ist-Vergleichen und monatliche rollierende Forecasts.

Die Gruppe verfügt über alle notwendigen Qualitätssicherungszertifikate und Systeme und überwacht die Einhaltung der jeweiligen gesetzlichen und gruppeninternen Umweltstandards mit Hilfe implementierter Sicherungssysteme und entsprechender Reports. Es erfolgen regelmäßig interne Audits in allen unternehmenswichtigen Bereichen.

2. Risiken auf den Beschaffungsmärkten

Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe ist hinsichtlich der volatilen Stahl- und Aluminiummärkte überwiegend durch Resale-Vereinbarungen mit den OEM Kunden gegen die Schwankungen der Stahl- und Aluminiumpreise gesichert. Soweit in dieser Hinsicht Risiken durch fehlende Resale-Vereinbarungen mit den Kunden nicht ausgeschlossen sind, werden, wie in der Vergangenheit, Verhandlungen über Materialpreisteuerungszuschläge auf die Verkaufspreise geführt werden.

Mit einem risikoorientierten Lieferantenmanagement und einer engen Überwachung der Lieferketten konnte den zum Teil erheblichen Verwerfungen auf den Beschaffungsmärkten entgegengewirkt werden. Die Versorgungsicherheit der Werke wurde mit den eingeleiteten Maßnahmen gewährleistet.

Es wird davon ausgegangen, dass sich die unterbrochenen Lieferketten weiter zusammenfügen. Der immer noch bestehende Halbleitermangel wird sich etwas verbessern, aber das Produktionsnetzwerk in der Automobilindustrie weiterhin beeinflussen und zu anhaltender Volatilität im Abrufverhalten der Kunden führen. Den daraus entstehenden Versorgungs- und Lieferkettenrisiken wird daher auch weiterhin durch gezielten Bestandsaufbau, enge Überwachung und Sicherungsmaßnahmen in den internationalen Lieferketten vorgebeugt.

Der Konflikt zwischen China und Taiwan im abgelaufenen Geschäftsjahr belastete insbesondere die internationalen Beziehungen zwischen den USA und China. Die politischen Spannungen zwischen den beiden Ländern könnten wachsen und die Weltwirtschaft nachhaltig negative beeinflussen. Die globalen Auswirkungen sind derzeit nicht abschätzbar. Im Rahmen einer Risikoanalyse hat die KIRCHHOFF Automotive Gruppe die wirtschaftlichen Beziehungen zu Taiwan bewertet, um bei potentiellen Lieferkettenunterbrechungen angemessen reagieren zu können.

Den geopolitischen Risiken wird mit angepassten Strategien auf dem Beschaffungsmarkt begegnet. Die Erschließung neuer Lieferquellen erfolgt vorrangig in der Nähe unserer Produktionsstandorte. Direkte Material- oder Rohstoffbezüge aus der Ukraine, Russland und Belarus hat die KIRCHHOFF Automotive Gruppe nicht. Die Bezüge aus Taiwan sind für die KIRCHHOFF Gruppe von untergeordneter Bedeutung.

Die hohen Preisdynamiken an den Energiemärkten in Europa stabilisierten sich und der Preisdruck nahm gegen Ende des Jahres 2022 ab. Den verbleibenden Risiken beim Einkauf von Strom und Gas wird durch eine veränderte Einkaufsstrategie und durch eine zentrale Organisation der Energiebeschaffung mit höherem Fokus auf Risikomanagement und Risikostreuung begegnet.

Insgesamt werden die Risiken auf den Beschaffungsmärkten als mittel eingestuft.

3. Risiken und Chancen aus den Absatzmärkten

Die Gruppe ist auf den Absatzmärkten dem für die Automobilzulieferindustrie typischen Preis- und Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Durch Erweiterung sowie Diversifizierung des Produkt- und Kundenportfolios und die ausgeprägte Präsenz auf unterschiedlichen Absatzmärkten (Internationalität) hat sich die Gruppe im Wettbewerbsumfeld zukunftsgerichtet positioniert.

Die Risiken aus der durch das COVID-19 Virus ausgelösten Sondersituation begrenzten sich im abgelaufenen Jahr im Wesentlichen auf den chinesischen Markt. Flächendeckende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft werden für das nächste Jahr nicht erwartet.

Fehlende Halbleiter waren im vergangenen Jahr wieder Gründe für temporäre lokale Produktionsunterbrechungen und Werksschließungen bei Kunden. Für das nächste Jahr wird erwartet, dass sich die Lage auf den Halbleitermärkten etwas entspannt. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass Kunden erneut temporäre Werksschließungen aufgrund unzureichender Mikrochipversorgung vornehmen müssen. Dies könnte einen Einfluss auf das Absatzvolumen der KIRCHHOFF Automotive Gruppe haben.

Der Krieg in der Ukraine führte insbesondere im ersten Halbjahr 2022 zu Unterbrechungen in den Lieferketten und zu kurzfristigen Werksschließungen bei Kunden. Die direkten Auswirkungen des Krieges und die Risiken auf den Absatzmärkten gingen im zweiten Halbjahr 2022 spürbar zurück. Der weitere Verlauf des Krieges wird einen großen Einfluss auf die internationalen Kapitalmärkte und die Weltwirtschaft haben. Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe hat keine direkten Kundenbeziehungen mit Gesellschaften in Russland, in der Ukraine und in Belarus.

Die Ankündigung der Reduzierung von staatlichen Förderungen für Elektrofahrzeuge ab dem nächsten Jahr führte zu Vorzieheffekten. Des Weiteren werden Risiken im Zusammenhang mit steigenden Finanzierungskosten bei Kunden und Endabnehmern erwartet. Die Investitionen könnten negativ beeinflusst werden und ein Rückgang des privaten Konsums könnten Auswirkungen auf die Absatzmärkte haben.

Die Automobilindustrie legt zunehmend den Fokus auf solide finanzierte und krisenerprobte Lieferanten. Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe hat sich in einem schwierigen Marktumfeld als zuverlässiger Partner für die OEMs bewährt und wird davon bei zukünftigen Ausschreibungen profitieren.

Insgesamt werden die Risiken auf den Absatzmärkten als mittel eingestuft.

4. Liquiditätsrisiken

Der Konzern ist hinsichtlich der Finanzierungsstruktur weiterhin gut für die Zukunft gerüstet. Die KIRCHHOFF Automotive Gruppe hat in 2022 ihre Fremdfinanzierung in wesentlichen Teilen neu strukturiert. Mit den durch diese Maßnahme bereitstehenden Finanzmitteln wurde gemäß den aktuellen Planungsrechnungen eine gefestigte Liquiditätssituation in den nächsten Jahren sichergestellt. Mögliche Liquiditätsrisiken aus der etwaigen Nichteinhaltung vereinbarter Finanzkennzahlen und Covenants werden aus heutiger Sicht nicht erwartet.

Liquiditätsrisiken werden daher insgesamt als sehr gering bis gering eingestuft.

5. Zinsänderungsrisiken

Der Konzern ist durch die variable Verzinsung der bestehenden Finanzierung wie auch schon in der Vergangenheit einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Der Markt wird weiter beobachtet, um ggf. Maßnahmen frühzeitig einleiten zu können.

Zinsänderungsrisiken werden derzeit als mittel eingestuft.

6. Fremdwährungsrisiken

Die Gruppe unterliegt vor allem durch die Aktivitäten außerhalb der Eurozone Fremdwährungsrisiken. Im Jahr 2022 waren insbesondere in den USA und in Polen das Finanz- und Transaktionsgeschäfts von Wechselkursänderungen betroffen.

Die Währungsentwicklung wird fortlaufend beobachtet, um im Bedarfsfall mit dem Abschluss externer Währungsgeschäfte gegensteuern zu können. Im Jahr 2022 überstiegen die Währungsverluste die Währungsgewinne; gegenläufig entwickelte sich die Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung.

Insgesamt werden die Fremdwährungsrisiken als mittel eingestuft.

7. Forderungsausfallrisiken

Die Ausfallrisiken auf Seiten der OEM sind grundsätzlich vernachlässigbar und auch für die anderen Kunden werden diese als sehr gering eingeschätzt. Die großen Tier-One-Kunden werden laufend einem Finanzcheck unterzogen, um hinreichend früh mit entsprechenden strategischen Kundengesprächen, bspw. im Hinblick auf eine Umstellung der Zahlungsbedingungen, reagieren zu können. Diese Finanzchecks werden den Gegebenheiten entsprechend angepasst. Darüber hinaus verfügt die KIRCHHOFF Automotive Gruppe über ein weltweit einheitliches und effizientes Forderungsmanagement, sodass Risiken sehr früh erkannt werden.

Insgesamt wird das Risiko von Forderungsausfällen als gering eingestuft.

8. Chancen

Ein insgesamt ambitioniertes Marktumfeld beinhaltet grundsätzlich immer auch Chancen. Die Mehrjahresplanung zeigt für die Gruppe auch für die nächsten Jahre weiteres Wachstum mit entsprechend positiven Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis. Zukünftige Wachstumschancen ergeben sich insbesondere aus dem weiteren internationalen Aufbau von Fertigungsstätten der Fahrzeughersteller, die es mit einheitlichen Technologie- und Qualitätsstandards global aufgestellten und das volle Spektrum der Services anbietenden Zulieferern erlauben werden, mit den Kunden weiter zu wachsen.

Das Management geht davon aus, dass sich die Situation bei der Halbleiterknappheit im Geschäftsjahr 2023 etwas entspannen wird und sich die Lieferketten zunehmend wieder zusammenfügen. Sobald sich die Situation normalisiert, ergeben sich weitere Chancen aus erwarteten Aufholeffekten.

Im Hinblick auf die bereits vorhandenen Werksstrukturen bestehen Chancen insbesondere bei Absatz- und Produktionssteigerungen der Kunden. Durch eine gegenüber der Planung höhere Auslastung der vorhandenen Produktionskapazitäten ergäbe sich neben dem zusätzlichen Umsatzvolumen auch eine verbesserte Fixkostendeckung und damit eine zusätzliche positive Auswirkung auf die Ertragslage.

Eine weitere Chance wird in der sehr stabilen finanziellen Situation der KIRCHHOFF Automotive Gruppe gesehen. Ein verstärktes Interesse der Kunden an stabilen Lieferanten könnte zu bislang nicht geplanten Aufträgen führen.

9. Zusammenfassung der Gesamtrisikosituation

Die Gesamtrisikosituation hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr leicht verbessert.

Die durch das COVID-19 Virus ausgelöste Pandemie hat seit dem 2. Halbjahr 2022 deutlich geringere Auswirkungen auf die allgemeine weltwirtschaftliche Entwicklung und auf die Entwicklung der KIRCHHOFF Automotive Gruppe.

Die Lieferketten- und Energiepreisrisiken aus den geopolitischen Spannungen und dem Krieg in der Ukraine haben im Jahresverlauf 2022 abgenommen. Direkte Kundenbeziehungen der KIRCHHOFF Automotive Gruppe mit Gesellschaften in Russland, in der Ukraine und in Belarus gab es nicht. Direkte Material- oder Rohstoffbezüge aus den drei vorgenannten Ländern hat die KIRCHHOFF Automotive Gruppe nicht. Der weitere Verlauf des Krieges wird einen großen Einfluss auf die internationalen Kapitalmärkte und die Weltwirtschaft haben. Für die KIRCHHOFF Automotive Gruppe könnten sind neue Risiken aus den indirekten Absatz- und Beschaffungsmärkte ergeben.

Des Weiteren könnten die politischen Spannungen zwischen den USA und China im nächsten Jahr wachsen und die Weltwirtschaft nachhaltig negativ beeinflussen.

Für das Jahr 2023 wird erwartet, dass sich die unterbrochenen Lieferketten weiter zusammenfügen und dass sich die Lage auf den Halbleitermärkten etwas entspannen wird. Die Rohstoffpreise werden voraussichtlich unter dem Vorjahresniveau liegen. Die Höchststände bei den Strom- und Logistikkosten aus dem Jahr 2022 werden wahrscheinlich nicht mehr erreicht. Etwaigen verbleibenden Risiken auf den Energiemärkten wird mit angepassten Strategien auf den Beschaffungsmärkten begegnet.

Die vorzeitige Refinanzierung im Mai 2022 hat die Liquiditätssituation für die nächsten Jahre sichergestellt und trägt zur Verbesserung der Gesamtrisikobeurteilung bei.

Allerdings werden auch neue Risiken im Zusammenhang mit den steigenden Finanzierungskosten bei Kunden und Endabnehmern sowie einer anhaltenden hohen Inflation erwartet. Sowohl die Investitionen als auch der private Konsum könnten negativ beeinflusst werden und Auswirkungen auf die Absatzmärkte haben.

Es bleibt, Stand heute, festzuhalten, dass die KIRCHHOFF Automotive Gruppe die Auswirkungen der Pandemie und Einflüsse des Krieges in der Ukraine bislang sehr erfolgreich abfedern konnte.

Insgesamt sieht das Management den Bestand der KIRCHHOFF Automotive Gruppe nicht gefährdet. Weder zum Abschlussstichtag, noch zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses bestehen bestandsgefährdende Risiken.

 

Iserlohn, den 3. April 2023

Die Geschäftsführung

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Kirchhoff Automotive GmbH, Iserlohn

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Kirchhoff Automotive GmbH und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Kirchhoff Automotive GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022.

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 3. April 2023

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
(Düsseldorf)

Thomas Gloth, Wirtschaftsprüfer

Patrick Helsper, Wirtschaftsprüfer

Angaben zur Billigung

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde in der Gesellschafterversammlung am 10.Mai 2023 gebilligt.

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