Advancis Software & Services GmbH

Monzastraße 3, 63225 Langen (Hessen), DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Offenbach am Main HRB 40958
Eingetragen
13.4.2004
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Informationsdienstleistungen
Gegenstand
Entwicklung, Vertrieb und Wartung von System- und Anwendungssoftware; Konzeption, Realisierung und Betreuung von Internetauftritten; Beratung und Dienstleistung in den genannten Bereichen sowie alle branchenverwandten Tätigkeiten, soweit keine staatlichen Genehmigungen erforderlich sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Andre Meiswinkel
seit 27.9.2024
Geschäftsführer
Lars Waldow
seit 1.8.2019
Prokura
Hartmut Nöll
seit 13.4.2004
Geschäftsführer
Jan Meiswinkel
seit 13.4.2004
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

70.00% identifiziert30.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

NameAnteil
35.00%
35.00%

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Wings TopCoFRA
29.43%
0.57%

Gesellschafter
Beta

3 Gesellschafter

GmbH-Struktur

2 von 3 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Advancis Holding GmbH
Germany
18.200 €
70.00%
Wings TopCo
France
7.653 €
29.43%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Advancis Software & Services GmbH

Langen (Hessen)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1) Grundlagen des Unternehmens

Die Advancis Software & Services GmbH, mit Sitz in Langen (Hessen), Deutschland, ist ein international führender Anbieter von Softwarelösungen im Bereich Sicherheits- und Gebäudemanagement und wird zu 100 % von der Advancis Holding GmbH, Langen (Hessen), Deutschland, gehalten. Für das Geschäftsjahr 2023 wird erstmalig ein Lagebericht erstellt. Das Unternehmen wurde 1994 gegründet und hat sich seither auf die Entwicklung von offenen, herstellerneutralen Softwarelösungen spezialisiert, die weltweit in verschiedenen Branchen wie Industrie, Gesundheitswesen, Bildung und Behörden eingesetzt werden. Das Hauptprodukt von Advancis ist die WinGuard Softwareplattform, die eine zentrale Verwaltung und Steuerung aller sicherheitsrelevanten Systeme und Prozesse ermöglicht. Dank ihrer Flexibilität und modularen Struktur lässt sich die Lösung individuell an die Bedürfnisse der Kunden anpassen. Advancis kooperiert eng mit Technologiepartnern, um umfassende und maßgeschneiderte Lösungen für ihre Kunden bereitzustellen. Advancis bietet ihren Kunden Life Cycle Services (LCS) an, die den Kunden kostenlosen Zugang zu aktuellen Software-Updates und zu ihrer Hersteller-Hotline ermöglichen. Darüber hinaus garantiert ihr Kompatibilitätsversprechen die Kompatibilität zu den angebundenen Subsystemen über die gesamte Vertragslaufzeit. Das Professional Service Team unterstützt die Partner und Endkunden bei individuellen Kundenanforderungen, Systeminstallationen und -migrationen, Upgrades, Proof of Concepts, Audits, Beratungsleistungen, Pflichtenhefterstellung, Konfigurationsanpassungen, individuellen Schulungen, Dashboarderstellung sowie bei weiteren individuellen Anfragen. Die Gesellschaft verfolgt eine langfristige Wachstumsstrategie und investiert kontinuierlich in die Weiterentwicklung ihrer Produkte, um auf die sich ständig ändernden Anforderungen der Kunden und des Marktes zu reagieren. Advancis legt dabei besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und Innovation, um zukunftsfähige Lösungen für modernes Sicherheitsmanagement zu bieten.

Die Advancis Software & Services GmbH verfolgte im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen folgende strategische Ziele:

Weiterer Ausbau der internationalen Marktpräsenz: Fokus auf die Erschließung neuer Märkte in Nordamerika und Europa, um die globale Reichweite der WinGuard-Plattform zu stärken und neue Kundenkreise zu gewinnen.

Release von WinGuard X5 auf der neuen AOP-Plattform: Einführung der neuesten Version der WinGuard Software, die auf der Advanced Operations Platform (AOP) basiert, um eine noch leistungsfähigere und skalierbarere Lösung für Kunden in verschiedenen Branchen zu bieten.

Erweiterung der Produktfamilie durch AIM als PIAM-Lösung: Einführung des neuen Produkts AIM als Physical Identity & Access Management (PIAM)-Lösung, um eine ganzheitliche Verwaltung von Identitäten und Zugriffsrechten zu ermöglichen.

2) Organisationsstruktur

a) Mitarbeitende

Für Advancis sind ihre Mitarbeitenden die wichtigste Ressource und der zentrale Bestandteil ihrer Unternehmensidentität. Im Jahr 2023 beschäftigte die Advancis Software & Services GmbH im Durchschnitt 91 Mitarbeitende (Vorjahr: 71), am Jahresende 96 Mitarbeitende (Vorjahr: 73).

b) Personalrekrutierung und -entwicklung

Der Arbeitsmarkt blieb auch im Geschäftsjahr 2023 eine Herausforderung für Unternehmen, insbesondere in der IT-Branche. Der intensive Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte und die angespannten Bedingungen für Professionals waren weiterhin spürbar. Trotz dieser Herausforderungen konnte die Advancis Software & Services GmbH durch gezielte Rekrutierungsmaßnahmen ein solides Personalwachstum verzeichnen.

Besonders hervorzuheben ist das starke Wachstum im Bereich Softwareentwicklung, wo netto 13 neue MitarbeiterInnen eingestellt wurden. Damit stärkt Advancis seine Innovationskraft. Zudem konnte das Vertriebsteam erfolgreich erweitert werden, insbesondere durch die Einstellung eines neuen Vertriebsmitarbeiters für den Raum Norddeutschland sowie die Gewinnung eines erfahrenen Branchenexperten für den neuen Bereich Global Account Management.

Nach der Corona-Pandemie konnte Advancis im Jahr 2023 auch wieder vermehrt persönliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen fördern. Traditionelle Events wie das Sommerfest und die Weihnachtsfeier fanden wieder statt. Diese Gelegenheiten haben den Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb des Teams gefördert und gleichzeitig die interne Kommunikation gestärkt.

Das Unternehmen konnte somit trotz der angespannten Arbeitsmarktlage zufriedenstellende Fortschritte bei der Personalgewinnung erzielen. Dank eines starken Employer Brandings und gezielter Anstrengungen zur Ansprache von Talenten ist es gelungen, sowohl Junioren als auch erfahrene Fachkräfte für Advancis zu gewinnen. Für 2024 plant Advancis, weiter in die Arbeitgebermarke zu investieren und die Personalentwicklung auszubauen, wenn auch geringer im Vergleich zu den Vorjahren.

3) Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und international waren auch im Jahr 2023 von einer angespannten Lage geprägt. Die anhaltenden Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, die Energiekrise und die steigende Inflation sorgten für Unsicherheiten in vielen Branchen. Der Fachkräftemangel verschärfte sich weiterhin, insbesondere in technologiegetriebenen Sektoren, während gleichzeitig die Zinsen stiegen, was die Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen hemmte.

Trotz dieser Herausforderungen konnte sich die IT- und Softwarebranche insgesamt stabil entwickeln. Unternehmen investierten vermehrt in digitale Transformation und Automatisierung, um Effizienzsteigerungen zu erzielen und sich wettbewerbsfähig zu halten. Diese Trends verstärkten sich auch durch die Notwendigkeit, aufgrund der gestörten Lieferketten und Energiepreise ressourcenschonendere Prozesse zu etablieren.1

b) Branchenbezogene Rahmenbedingungen Der Markt für Sicherheits- und Gebäudemanagementlösungen, in dem Advancis tätig ist, verzeichnete 2023 trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten eine robuste Nachfrage. Der PSIM (Physical Security Information Management)-Markt wächst kontinuierlich, getrieben von globalen Sicherheitsbedrohungen, die durch geopolitische Konflikte wie den Ukraine-Krieg verstärkt wurden. Besonders die Sicherung kritischer Infrastrukturen (KRITIS) stand im Fokus vieler Investitionen. Die steigende Notwendigkeit, komplexe Sicherheitsnetzwerke zu überwachen und zu steuern, hat das Wachstum des PSIM-Marktes beschleunigt, mit einer prognostizierten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 16,3 % bis 2029.2 Ein weiterer relevanter Markttrend ist die zunehmende Bedeutung von Cloud- und SaaS-Lösungen (Software as a Service). Unternehmen, die ihre IT-Infrastrukturen agiler und skalierbarer gestalten wollen, setzen verstärkt auf Cloud-basierte Dienste. Obwohl Advancis derzeit keine Cloud- oder SaaS-Produkte anbietet, steht die Einführung dieser Technologien auf der strategischen Roadmap des Unternehmens. Erste Projekte, die im Subscriptions-Modell laufen, zeigen eine beginnende Marktentwicklung, insbesondere im angelsächsischen Raum. Für das Geschäftsjahr 2023 spielte dieser Aspekt jedoch noch eine untergeordnete Rolle.

Die wachsende Nachfrage nach Effizienz- und Nachhaltigkeitslösungen prägt auch den Gebäudemanagementmarkt, in dem Softwarelösungen zur Automatisierung von Gebäudesystemen zunehmend gefragt sind. Hier verknüpfen sich physische Sicherheitslösungen mit modernen Technologien zur Steuerung von Energieeffizienz und Ressourcenmanagement. Advancis' WinGuard- und AIM Software, die eine zentrale Verwaltung von sicherheitsrelevanten Systemen und Gebäudemanagement-Anwendungen ermöglicht, passt sich diesen Trends an. Damit positioniert sich Advancis mittelfristig in einem wachstumsstarken Segment, das sich nicht nur auf Sicherheit, sondern zunehmend auch auf das umfassende Gebäudemanagement konzentriert.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Markt für Sicherheits- und Gebäudemanagementsoftware, gestützt durch globale Sicherheitsthemen und Effizienzanforderungen, ein kontinuierliches Wachstum aufweist. Advancis profitiert von diesen Trends und plant, sich in den kommenden Jahren noch stärker auf Themen wie Datenverarbeitung und Cloud-basierte Dienstleistungen zu fokussieren, um auf die sich wandelnden Marktanforderungen vorbereitet zu sein.

4) Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

a) Ertragslage

Die Advancis Software & Services GmbH verzeichnete im Geschäftsjahr 2023 ein solides Umsatzwachstum. Die Umsatzerlöse stiegen um 1,5 Mio. € auf 15,8 Mio. €, was einem Anstieg von 10 % im Vergleich zum Vorjahr (2022: 14,3 Mio. €) entspricht. Diese positive Entwicklung ist auf verstärkte Vertriebsaktivitäten und die Expansion in neue Märkte zurückzuführen.

Die Personalkosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 9,1 Mio. € (2022: 7,3 Mio. €), was einem Anstieg von 25 % entspricht. Der Hauptgrund für diesen überproportionalen Anstieg war die weitere Verstärkung des Entwicklungsteams, insbesondere im Zusammenhang mit der Fertigstellung des Backends der AOP-Plattform. Durch den gezielten Ausbau von Ressourcen und Kapazitäten wurden außerdem die Grundlagen geschaffen, um dynamisch auf zukünftige Markttrends, insbesondere im Bereich Cloud und Funktionserweiterungen, reagieren zu können. Diese Investitionen positionieren das Unternehmen gut, um in den kommenden Jahren flexibel auf die technologische Entwicklung und steigende Kundenanforderungen einzugehen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken dagegen leicht auf 2,6 Mio. € (2022: 2,7 Mio. €), was einem Rückgang von 3 % entspricht. Diese Position enthält zwei maßgebliche, gegenläufige Effekte: Zum einen den Rückgang der Aufwendungen für Freelancer in Höhe von 529 T€ und zum anderen den Anstieg der Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 207 T€.

Die Erträge aus Beteiligungen sanken von 500 T€ auf 100 T€ aufgrund geringerer Gewinnausschüttungen von Tochtergesellschaften im Vergleich zum Vorjahr.

Das EBITDA im Geschäftsjahr 2023 belief sich auf 4,7 Mio. € (2022: 5,1 Mio. €), was einen Rückgang von 8 % darstellt. Diese Entwicklung ist vor allem auf die gestiegenen Personalkosten zurückzuführen. Dennoch bleibt die EBITDA-Marge im Jahr 2023 mit 30 % weiterhin stabil und auf einem wettbewerbsfähigen Niveau.

Parallel dazu sind in Zukunft deutlich geringere Investitionen in das Produkt WinGuard X5 und die AOP-Plattform notwendig, da die wesentlichen Entwicklungsschritte abgeschlossen sind. Dadurch erwarten wir eine starke Skalierung bei gleichbleibenden Kosten. Diese Effizienzgewinne sollten sich positiv auf die Rentabilität in den kommenden Geschäftsjahren auswirken.

Insgesamt kann die Ertragslage der Advancis Software & Services GmbH für das Geschäftsjahr 2023 als zufriedenstellend angesehen werden. Trotz der gestiegenen Kosten, insbesondere im Personalbereich, konnte das Unternehmen durch seine Wachstumsstrategie und die Fokussierung auf neue Märkte solide Ergebnisse erzielen. Die geschaffenen Kapazitäten und die effizienteren Entwicklungsprozesse bieten eine starke Grundlage für zukünftiges Wachstum, bei gleichzeitig stabilen Kostenstrukturen.

b) Vermögenslage

Die Bilanzsumme von Advancis hat sich zum 31. Dezember 2023 von 9,2 Mio. € auf 11,0 Mio. € erhöht.

Auf der Aktivseite lässt sich dieser Anstieg hauptsächlich durch eine Zunahme der Beteiligungen an anderen Gesellschaften um 1,2 Mio. € erklären. Dies zeigt die strategische Ausrichtung auf Investitionen in infrastrukturelle und organisatorische Erweiterungen sowie die zunehmende Bedeutung von Beteiligungen als Teil des Unternehmenswachstums. Darüber hinaus haben sich im Vergleich zum Vorjahr die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöht (+0,9 Mio. €) und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringert (-0,3 Mio. €), was unter anderem auf eine Anpassung des Ausweises zwischen den beiden Bilanzposten zurückzuführen ist. Insgesamt betrachtet haben sich die Forderungen aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung um 0,7 Mio. €, erhöht.

Auf der Passivseite ist der Anstieg der Bilanzsumme auf die Erhöhung des Bilanzgewinns um 2,9 Mio. €, und damit einhergehend auch die Erhöhung der Steuerrückstellungen (+0,2 Mio. €) zurückzuführen. Gegenläufig haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter nach einer Gewinnausschüttung um 1,5 Mio. € verringert.

Zusammenfassend hat sich die Vermögenslage von Advancis solide entwickelt, gestützt durch gezielte Investitionen und eine Stärkung der finanziellen Mittel, die das Potenzial für weiteres Wachstum schaffen.

c) Finanzlage

Die Finanzlage der Advancis Software & Services GmbH ist im Geschäftsjahr 2023 als stabil und solide zu bewerten. Das Unternehmen verfügt über ausreichend liquide Mittel, um seinen laufenden Geschäftsbetrieb und zukünftige Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren. Ein wesentlicher Bestandteil der stabilen Finanzlage ist der hohe Anteil an wiederkehrenden Einnahmen (Recurring Revenue) aus den laufenden LCS-Verträgen, der im Geschäftsjahr 2023 ca. 5,8 Mio. € betrug. Diese wiederkehrenden Erlöse bieten Advancis eine hohe Planungssicherheit und tragen maßgeblich zur Liquiditätssicherung bei.

Darüber hinaus hat Advancis nur eine sehr geringe Abhängigkeit von Zulieferern und Materialaufwendungen (Cost of Goods Sold, COGS). Der Materialaufwand ist vergleichsweise gering, was das Unternehmen weitgehend von externen Kostenfaktoren unabhängig macht. Somit sind auch keine Liquiditätsengpässe aufgrund von volatilen Einkaufspreisen oder Lieferengpässen zu erwarten.

Alle laufenden Ausgaben und Investitionen konnten bisher stets aus dem operativen Cashflow bestritten werden. Darüber hinaus verfügt Advancis über zusätzliche Cash-Reserven, sowohl auf Ebene der Gesellschaft selbst als auch bei der Holding, die im Bedarfsfall als finanzielle Puffer dienen könnten. Diese Rücklagen gewährleisten eine solide Absicherung, auch in unsicheren Marktphasen.

Insgesamt weist Advancis eine gesunde Finanzlage auf, die es dem Unternehmen erlaubt, flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren und gleichzeitig ausreichend finanzielle Reserven für zukünftige Investitionen oder unerwartete Herausforderungen bereitzuhalten.

5) Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2023 hat die Advancis Software & Services GmbH erhebliche Anstrengungen in den Bereichen Forschung und Entwicklung unternommen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Unternehmens weiter zu stärken. Dabei lag der Fokus auf der Weiterentwicklung der bestehenden Produktfamilien sowie der strategischen Erweiterung des Portfolios. Insgesamt entfällt ein Anteil von rund 35% des Personalaufwandes auf Forschung und Entwicklung.

Ein zentrales Projekt im Jahr 2023 war die Fertigstellung der neuen Version WinGuard X5, die auf der AOP-Plattform basiert. Diese Plattform wurde als flexible, skalierbare Basis für zukünftige Erweiterungen und Integrationen entwickelt und ist auf die Bedürfnisse einer immer komplexeren Systemlandschaft ausgerichtet. Mit der abgeschlossenen Kernentwicklung der AOP-Plattform sind zukünftig deutlich geringere Investitionen in dieses Produktsegment erforderlich, was eine starke Skalierung bei gleichbleibenden oder sogar sinkenden Kosten ermöglicht.

Parallel zur Fertigstellung der AOP-Plattform hat Advancis seine Kompetenzen im Bereich der Cloud- und SaaS-Lösungen ausgebaut. Obwohl diese Technologien im Geschäftsjahr 2023 noch sehr vereinzelt in das Produktportfolio integriert wurden, sind sie Teil der langfristigen strategischen Roadmap. Die in diesem Jahr geschaffenen Ressourcen und Kapazitäten versetzen Advancis in die Lage, schnell und flexibel auf Markttrends und Anforderungen zu reagieren, insbesondere im Bereich der Cloud Readiness und der Automatisierung von Gebäudemanagementsystemen.

Darüber hinaus ist Advancis seit Juni 2021 Teil eines vom BMWK geförderten Forschungsprojekts im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) in der Leitstelle und im Leitstand, das bis September 2024 läuft. Dieses Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Anwendung von KI in sicherheitsrelevanten Umgebungen zu erforschen und weiterzuentwickeln. Advancis erwartet durch dieses Projekt starke Impulse in Richtung des Megatrends KI, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Insbesondere im Hinblick auf die Automatisierung von Sicherheitsprozessen und die intelligente Auswertung großer Datenmengen wird KI als Schlüsseltechnologie der Zukunft gesehen.

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wurden aus den laufenden Umsätzen finanziert, was die solide Finanzlage des Unternehmens widerspiegelt. Ein Großteil der Entwicklungsarbeit konzentrierte sich auf die Optimierung der bestehenden Produkte und die Schaffung neuer Funktionen, um den steigenden Anforderungen der Kunden, insbesondere in den Bereichen physische Sicherheit und Gebäudemanagement, gerecht zu werden. Auch die Einführung des neuen Produkts AIM als Physical Identity & Access Management (PIAM)-Lösung war ein bedeutender Fortschritt, der das Lösungsportfolio von Advancis erweiterte und neue Marktpotenziale erschloss.

Insgesamt trugen die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Jahres 2023 entscheidend zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit von Advancis bei. Durch die Kombination aus technologischem Fortschritt und Marktanpassung konnte das Unternehmen seine Position als einer der führenden Anbieter im Bereich des Sicherheits- und Gebäudemanagements weiter festigen.

6) Chancen- und Risikobericht

Die Advancis Software & Services GmbH operiert in einem dynamischen und wettbewerbsintensiven Marktumfeld, das sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Die folgenden Faktoren prägen die Chancen- und Risikolage des Unternehmens:

Risiken:

Ein Risiko besteht in den Investitionen in den US-Markt. Die Tochtergesellschaft in den USA befindet sich derzeit noch in einer defizitären Phase und ist auf finanzielle Zuschüsse aus dem Mutterunternehmen angewiesen. Zwar werden sehr positive Entwicklungen erwartet, doch stellt dies aktuell noch eine Belastung für die Finanzlage dar.

Zusätzlich hat Advancis im Jahr 2023 die Landesvertretungsgesellschaft Advancis Middle East GmbH übernommen. Diese Gesellschaft weist einen hohen Schuldenstand auf, jedoch zeigen sich bereits sehr positive Entwicklungen.

Darüber hinaus ist der intensive Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte als potentielles Risiko zu berücksichtigen.

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus den steigenden bürokratischen und organisatorischen Anforderungen. Dazu zählen Dokumentationspflichten sowie Zertifizierungsanforderungen. Diese regulatorischen Hürden erhöhen den administrativen Aufwand und könnten die Effizienz mindern.

Chancen:

Auf der anderen Seite bieten sich Advancis erhebliche Chancen, insbesondere durch die kostenneutrale Skalierbarkeit der Softwarelösungen. Die innovative Produktentwicklung, vor allem im Rahmen der AOP-Plattform, eröffnet dem Unternehmen die Möglichkeit, sich zukünftig als Plattformanbieter zu positionieren. Die AOP-Plattform bietet vielfältige Potenziale zur Expansion in neue Märkte wie Gebäudemanagement und Smart City-Lösungen.

Durch die Weiterentwicklung der AOP-Plattform und das breite Domänen-Knowhow innerhalb des Unternehmens positioniert sich Advancis als Softwareentwicklung-Powerhouse. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren und neue Produkte schneller und effizienter zu entwickeln.

Im Zuge des anhaltenden Ukraine-Krieges haben sich die politischen und regulatorischen Anforderungen im Bereich der kritischen Infrastrukturen (KRITIS) deutlich verschärft3. Die verstärkten Anstrengungen der Regierungen und die zunehmende Fokussierung auf den Schutz kritischer Infrastrukturen beflügeln den gesamten Sicherheitsmarkt. Für die Advancis Software & Services GmbH ergeben sich dadurch Wachstumschancen, da die Lösungen des Unternehmens bereits auf die physische Sicherheit und das Management kritischer Infrastrukturen ausgerichtet sind.

Darüber hinaus bietet die Rolle von Advancis als Datenintegrator und -harmonisierer immense Möglichkeiten. Diese Rolle stellt eine wichtige Grundlage im Zuge des Megatrends Künstliche Intelligenz (KI), das an zentraler Bedeutung gewinnen wird.

Fazit:

Trotz der bestehenden Risiken sieht die Advancis Software & Services GmbH erhebliches Wachstumspotenzial. Insbesondere die Weiterentwicklung der AOP-Plattform und die Nutzung von KI-basierten Technologien bieten Chancen, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern und zu stärken. Durch die robuste Finanzlage und die starke Positionierung im Markt sieht Advancis keine bestandsgefährdenden Risiken zum Bilanzstichtag oder zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses.

7) Prognosebericht

a) Erwartete Entwicklung zur Konjunktur und branchenbezogene Absatzmärkte

Die wirtschaftlichen Aussichten für 2024 bleiben durch die Unsicherheiten der geopolitischen Lage, insbesondere des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, gedämpft. Obwohl sich die globale Wirtschaft von den Folgen der Pandemie teilweise erholt hat, belasten anhaltend hohe Inflationsraten, steigende Energiepreise und die wirtschaftlichen Folgen des Krieges das Wachstum. In Deutschland wird erwartet, dass das BIP im Jahr 2024 nur moderat wächst, ähnlich wie im Jahr 2023, in dem das Wachstum aufgrund der Energiekrise und Materialengpässe bei 0,2 % lag. Investitionen bleiben aufgrund der hohen Inflation und steigenden Zinsen zurückhaltend, insbesondere in energieintensiven Industrien, was sich auch auf den IT- und Sicherheitssektor auswirken könnte.

Trotz dieser allgemeinen Konjunkturrisiken bietet der Sicherheitsmarkt, in dem Advancis tätig ist, weiterhin signifikante Wachstumschancen. Die zunehmenden Anforderungen an kritische Infrastrukturen (KRITIS) sowie der politische Fokus auf Sicherheits- und Resilienzmaßnahmen in Folge des Ukraine-Kriegs beflügeln diesen Markt. Insbesondere durch den verstärkten Einsatz von digitalen Sicherheitslösungen und PSIM (Physical Security Information Management) erwartet Advancis eine erhöhte Nachfrage nach seinen Produkten. Der weltweite PSIM-Markt soll in den kommenden Jahren laut Branchenanalysen mit einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 16,3 % zulegen und könnte bis 2029 einen Umfang von 3,5 Milliarden US-Dollar erreichen.4

b) Prognose 2024 Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet Advancis Software & Services GmbH eine deutliche Steigerung des Umsatzwachstums. Nach einem Umsatz von etwa 15,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2023 wird nun ein deutlicher Anstieg auf rund 20,0 Mio. € prognostiziert. Dieser Wachstumsschub wird vor allem durch solide Entwicklungen in den Kernmärkten, das zunehmende internationale Geschäft und gezielte Vertriebsmaßnahmen getragen. Dabei wird sich der Personalaufbau im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamen, was in Kombination mit einmaligen Ausgaben, die im Vorjahr getätigt wurden, die in der erwarteten Höhe nicht wiederkehren werden, zu einem deutlich höheren EBITDA führen dürfte.

Neben den Kernmärkten in Europa, allen voran Deutschland, Schweiz, Österreich und den Niederlanden, die nach wie vor eine verlässliche Basis bilden, setzt Advancis verstärkt auf eine weitere Internationalisierung.

Die Weiterentwicklung von WinGuard X5 schreitet im Jahr 2024 mit einem klaren Fokus auf Stabilität und Reife der Software voran. In der frühen Phase der Markteinführung wurden vereinzelt Zurückhaltungen seitens der Partner wahrgenommen, die jedoch rasch adressiert werden konnten. Nun stehen die weitreichenden Potenziale von WinGuard X5 im Vordergrund, wobei bereits 2024 positive Effekte aus diesen Optimierungen erwartet werden. Der Fokus liegt darauf, die Stärken der Software voll auszuschöpfen, um nachhaltige Ergebnisse und gesteigerte Marktakzeptanz zu erzielen.

Ein weiteres Ziel für 2024 ist es, das neue AIM-Produkt (Advanced Identity Management) erfolgreich in den Markt einzuführen und die Vertriebskanäle für dieses PIAM-Lösungsangebot aufzubauen. Dieses neue Produkt stellt eine strategische Erweiterung des Portfolios dar und soll sowohl bestehende als auch neue Kundenkreise adressieren.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt der Ausbau des internationalen Partnernetzwerks. Hier plant Advancis, sowohl bestehende Partnerschaften zu vertiefen als auch neue strategische Allianzen einzugehen. Dies soll nicht nur in den Kernmärkten, sondern vor allem in Wachstumsmärkten erfolgen.

Insgesamt blickt Advancis zuversichtlich auf das kommende Geschäftsjahr. Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten, die durch geopolitische Spannungen und makroökonomische Faktoren geprägt sind, erwartet das Unternehmen ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Die Konzentration auf internationale Märkte, die erfolgreiche Implementierung von WinGuard X5 und die Einführung neuer Produkte wie AIM werden voraussichtlich zu einem soliden Wachstum und einer Stärkung der Wettbewerbsposition beitragen.

 

Langen (Hessen), 23.10.2024

Die Geschäftsführung Advancis Software & Services GmbH

Jan Meiswinkel

Hartmut Nöll

Andre Meiswinkel

1 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Halbjahres-Konjunktur-Digitalbranche-waechst-stabil

2 https://www.mordorintelligence.com/industry-reports/physical-security-information-management-market

3 https://www.bmi.bund.de/DE/themen/bevoelkerungsschutz/schutz-kritischer-infrastrukturen/schutz-kritischer-infrastrukturen-node.html

4 https://www.marketsandmarkets.com/report-search-page.asp?rpt=physical-security-information-management-psim-market

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 4.403.715,13 3.164.939,35
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 18,00 18,00
II. Sachanlagen 640.433,00 591.003,00
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 70.919,00 75.984,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 569.514,00 515.019,00
III. Finanzanlagen 3.763.264,13 2.573.918,35
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.523.264,13 2.333.918,35
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 240.000,00 240.000,00
B. Umlaufvermögen 6.529.351,90 5.848.874,24
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.633.049,33 4.910.153,71
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.227.353,98 300.000,00
2. sonstige Vermögensgegenstände 4.405.695,35 4.610.153,71
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 367.971,09 28.272,21
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 896.302,57 938.720,53
C. Rechnungsabgrenzungsposten 87.835,50 187.329,00
Aktiva 11.020.902,53 9.201.142,59

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 5.495.880,05 2.487.941,15
I. Gezeichnetes Kapital 26.000,00 26.000,00
II. Gewinnrücklagen 1.000.000,00 1.000.000,00
III. Bilanzgewinn 4.469.880,05 1.461.941,15
davon Gewinnvortrag 1.461.941,15
B. Rückstellungen 2.152.184,78 2.066.112,72
C. Verbindlichkeiten 1.445.394,47 2.981.619,60
1. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 500.000,00 2.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 500.000,00 2.000.000,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 77.050,00
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 77.050,00
3. sonstige Verbindlichkeiten 868.344,47 981.619,60
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 866.600,58 981.619,60
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 1.743,89 0,00
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.927.443,23 1.665.469,12
Passiva 11.020.902,53 9.201.142,59

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 16.269.395,01 14.557.250,60
2. Personalaufwand 9.104.531,86 7.290.697,85
a) Löhne und Gehälter 7.792.242,26 6.010.201,86
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.312.289,60 1.280.495,99
davon für Altersversorgung 203.582,21 362.404,68
3. Abschreibungen 241.186,20 206.301,16
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 241.186,20 206.301,16
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.603.186,24 2.685.810,44
5. Erträge aus Beteiligungen 100.000,00 500.000,00
davon aus verbundenen Unternehmen 100.000,00 500.000,00
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 86.082,84 65.295,64
davon aus verbundenen Unternehmen 85.132,65
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.938,25
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 743.118,65 1.303.325,72
9. Ergebnis nach Steuern 3.763.454,90 3.631.472,82
10. sonstige Steuern 5.516,00 5.995,66
11. Jahresüberschuss 3.757.938,90 3.625.477,16
12. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.461.941,15
13. Ausschüttung 750.000,00 2.163.536,01
14. Bilanzgewinn 4.469.880,05 1.461.941,15

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Advancis Software & Services GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Langen (Hessen)
Registereintrag: 13.04.2004
Registergericht: Offenbach am Main
Register-Nr.: 40958

Angabe und Begründung der gegenüber dem Vorjahr abweichenden Form der Darstellung

Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen mit Ausnahme der folgenden Ausweisänderungen.

Im Vorjahr wurden in der Bilanz in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen in Höhe von 332.177,10 Euro gegen verbundene Unternehmen ausgewiesen, die aus Lieferungen und Leistungen resultieren. Darüber hinaus entfielen im Vorjahr 4.447,50 Euro in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die ebenfalls auf Lieferungen und Leistungen zurückzuführen sind.

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden im Vorjahr Beträge in Höhe von 164.875,55 Euro aus der betrieblichen Krankenversicherung als Aufwendungen für Altersvorsorge dargestellt, die im Geschäftsjahr 2023 unter den Sozialabgaben ausgewiesen werden.

Darüber hinaus entfielen im Vorjahr von den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen 64.099,97 Euro bzw. von den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen 4.938,25 Euro auf verbundene Unternehmen.

Rechnungslegungsgrundsätze

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bei der Bilanzierung und Bewertung sind im Jahresabschluss die Vorschriften des HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften angewandt worden.

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Abnutzbare bewegliche geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis 800,00 Euro werden analog § 6 Abs. 2 EStG sofort abgeschrieben.

Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:

- Beteiligungen zu Anschaffungskosten

- Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten

- Ausleihungen zum Nennwert

Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung für Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit 1,0% gebildet.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 480 TEuro und aus Darlehensforderungen in Höhe von 300 TEuro zusammen.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr und die beiden Vorjahre betreffenden noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich (779 TEuro) und für pauschal ermittelte Risiken aus Garantieleistungen (325 TEuro).

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Service- & Wartungsleistungen, bei denen die Leistungen erst in zukünftigen Jahren erbracht werden.

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppen Zahl
Arbeiter 0,00
Angestellte 87,00
leitende Angestellte 4,00
Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit 91,00
vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter 82,00
teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter 9,00

Organe der Gesellschaft

Der Geschäftsführung gehörten an:

Hartmut Nöll, Geschäftsführer (CTO), Bad Homburg

Jan Meiswinkel, Geschäftsführer (CEO), Erwitte

Die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung unterbleibt mit Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB.

Angaben über den Anteilsbesitz an anderen Unternehmen von mind. 20 Prozent der Anteile

Die Angaben über den Anteilsbesitz unterbleiben mit Verweis auf § 286 Abs. 3 Nr. 2 HGB.

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Mietverträgen (2.450 TEuro).

Vorgänge von besonderer Bedeutung

Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach Schluss des Geschäftsjahrs nicht ergeben.

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von 4.469.880,05 Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Langen (Hessen), 23.10.2024

gez. Jan Meiswinkel, Geschäftsführer

gez. Hartmut Nöll, Geschäftsführer

gez. Andre Meiswinkel, Geschäftsführer

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 23.10.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Advancis Software & Services GmbH, Langen (Hessen),

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Advancis Software & Services GmbH, Langen (Hessen), - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Advancis Software & Services GmbH, Langen (Hessen), für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Advancis Software & Services GmbH, Langen (Hessen), für das vorherige, am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr, die Grundlage für die Vergleichsangaben im Jahresabschluss und Lagebericht zum 31. Dezember 2023 sind, wurden nicht geprüft.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

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