Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik

Kalkstraße 218, 51377 Leverkusen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 56935
Eingetragen
13.9.1983
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenHerstellung von Düngemitteln und StickstoffverbindungenHerstellung von pyrotechnischen Erzeugnissen
Gegenstand
die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von chemischen Erzeugnissen, auch von explosions- oder sonst gefährlichen Stoffen, der Handel mit solchen Produkten sowie die Verwaltung eigenen und fremden Vermögens einschließlich Vermietung und Verpachtung von Grundbesitz und die Erbringung von Standort- und sonstigen Dienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Thomas Pahde
seit 12.4.2011
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert99.99% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Novasep Holding S.A.S.FRA
99.99%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Novasep Deutschland GmbH
Germany
21.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik

Leverkusen

Geschäftsjahr vom 01. April 2023 bis zum 31. März 2024

LAGEBERICHT

1. Geschäft und Rahmenbedingungen


Die DNES ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Novasep Deutschland GmbH, Leverkusen. Die DNES ist Teil der axplora-Gruppe mit Hauptsitz in Raubling / Deutschland. Die oberste Muttergesellschaft ist die European Medco Development 3 S.A.r.l. in Luxemburg.


Im April 2022 wurde der Contract Development and Manufacturing Organization-Teil, kurz CDMO-Teil der Novasep, zu dem auch die DNES gehört, an den britischen Finanzinvestor Bridgepoint veräußert. Seitdem tritt die Novasep gemeinsam mit der deutschen PharmaZell GmbH, Raubling, der indischen Beteiligung PharmaZell (India) Private Ltd., Vizag & Chennai und der italienischen Farmabios S.p.A., Gropello Cairoli als axplora-Gruppe am Markt auf.


Der einzige Produktionsstandort der Gesellschaft befindet sich in Leverkusen. Die DNES ist ein Partner der Pharma- und Agroindustrie und beliefert zusätzlich Kunden im Bereich der Feinchemie, insbesondere im Segment der Kunststoff- und Elektroindustrie. Die Gesellschaft hat ihren Fokus im Bereich der Auftragssynthese für hochenergetische chemische Reaktionen unter GMP (Good manufacturing practice)-Bedingungen für die Pharmaindustrie und unter ISO-Bedingungen für die Agro- und Feinchemieindustrie. Der Standort Leverkusen wurde mehrfach durch die Bezirksregierung Köln und die amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) ohne signifikante Beanstandungen auditiert. Die DNES bietet ihren Kunden Produktionskapazitäten über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes an; so können für die Forschungs- und Entwicklungsphase kleine Mengen im Gramm- und Kilogramm-Maßstab produziert werden. Für Produkte in der kommerziellen Phase kann die Gesellschaft Produktionskapazitäten im Umfang von einigen wenigen kg bis zu mehreren 100 t anbieten.


Im Nischensegment der hochenergetischen Chemie für die Pharma- und Agroindustrie sowie der Feinchemie gehört die Gesellschaft weltweit zu den führenden Anbietern. Die DNES vermarktet ihre Produkte weltweit, wobei der Fokus insbesondere auf Deutschland, Europa, den USA und Japan liegt, da die weltweit führenden Pharma-, Agro- und Feinchemieunternehmen hier ihre Produktionsstätten haben.


Die Gesellschaft bildet zusammen mit drei französischen Gesellschaften die Business Unit "CDMO" innerhalb der axplora-Gruppe. Im Markt der Kundensynthesedienstleister ist die Business Unit "CDMO" im Bereich ihrer Kerntechnologien weltweit führend.

2. Ertragslage


Das Geschäftsjahr 2023/24 war für die Gesellschaft durch einen rückläufigen Auftragsbestand bzw. geringer ausgelastete Produktionen im Vergleich zum Vorjahr geprägt. Die Herausforderung in 2023/24 bestand insbesondere darin, einerseits die Produkt- und Projektpipeline zu erneuern und andererseits die Kostenposition zu verbessern. Die instabile weltweite SupplyChain, die sinkende Nachfrage, der Trend zum Insourcing von großen Kunden, die steigenden Rohstoff- und Energiekosten und ein hoher Krankenstand bei Mitarbeitern bzw. Partnerfirmen belasteten das Geschäftsjahr 2023/24.


Die größten Umsätze im Geschäftsjahr wurden mit mehreren Pharma- und Agroprodukten für zwei deutsche Kunden erzielt. Zusätzlich stützten verzögerte Umsätze aus dem Geschäftsjahr 2022/23 die Umsatzsituation in 2023/24.


Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Berichtsjahr verlangsamt und lag im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Zu den belastenden Faktoren zählten insbesondere die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft sowie hohe Inflationsraten und eine restriktivere Geldpolitik.


Die gesamtwirtschaftliche Situation im Bereich der Kundensynthesedienstleister stellt sich weiterhin als sehr unterschiedlich dar. Insgesamt kann festgehalten werden, dass der Markt geprägt ist durch eine stark unterschiedliche Auslastung der einzelnen Marktteilnehmer. Dieses resultiert aus stark schwankenden Bedarfen der Kunden, der teilweise hohen Abhängigkeit von einem Produkt- bzw. einer Kundenbeziehung. Bedingt durch diese komplexe Wettbewerbssituation ist es schwierig, einen einheitlichen Markttrend festzustellen. Insgesamt kann man aber festhalten, dass die Kundensynthesedienstleister aktuell im Allgemeinen über eine Unterauslastung ihrer Produktionslagen klagen.


Das Wachstum des Pharmamarkts lag im Jahr 2023 bei etwa 9 %. Spätestens seit der Erklärung der Weltgesundheitsorganisation vom 05.05.2023 über das Ende der COVID-19-Pandemie hat sich die Aufmerksamkeit wieder auf die Vorbeugung und Therapie von Krankheiten durch bestehende und innovative Produkte zurückverlagert. Die Wachstumstreiber waren Immunologie, Endokrinologie und Onkologie. Die Anzahl der Neuzulassungen von neuen Medikamenten durch die FDA, die im Jahr 2016 auf den niedrigsten Wert der letzten 10 Jahre gesunken war (nur 22 Zulassungen für neue Produkte), lag in 2021 mit 50 Neuzulassungen auf dem Niveau der Zulassungen von 2018 bis 2020 (59 Zulassungen in 2018, 48 Zulassungen in 2019 und 53 Zulassungen in 2020). Im Jahr 2023 stieg die Zahl der Neuzulassungen auf 55. Der langfristige positive Trend zur steigenden Zulassung neuer Medikamente wird der Pharmaindustrie helfen, ihr Produktportfolio zu verjüngen. Nach einem Absinken der Neuzulassungen im Jahr 2022 (37) ist die Anzahl von Zulassungen in 2023 wieder auf das Niveau von vor der Covid 19 Pandemie gestiegen. Die konstante Zulassung neuer Medikamente zeigt das dynamische Wachstum auf dem Pharmamarkt.


Der globale Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt verzeichnete im Jahr 2023 ein minimales Wachstum von 0,1 %, dieses geringe Wachstum ist teilweise durch Zuwächse in den Segmenten Fungizide, Mais- und Getreidesaatgut, aber auch auf den Rückgang einiger Produktpreise und sehr lange Dürreperioden zurückzuführen. Darüber hinaus haben der Druck auf den Markt durch Generika sowie die anhaltend hohe Inflation und deren Auswirkungen auf die Kosten das schwierige Marktumfeld für Landwirte weltweit und für Crop Science weiter verschärft.


Das Segment der Feinchemie ist stark fragmentiert. Eine einheitliche Marktentwicklung lässt sich hier nicht feststellen.

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung


Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren, die auch zur internen Steuerung der Gesellschaft herangezogen werden, sind die Umsatzerlöse und das EBITDA. Der Umsatz der DNES im Geschäftsjahr liegt mit 75,0 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahrs (86,3 Mio. €) sowie unter dem erwarteten Wert von 84,2 Mio. €. Die Entwicklung der Umsatzerlöse wird im folgenden Abschnitt "Umsatzanalyse" erläutert. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022/23 verringerte sich das EBITDA von 1,9 Mio. € auf -1,7 Mio. € im Geschäftsjahr 2023/24 um 3,6 Mio. €. Zu Beginn des Geschäftsjahres war die Geschäftsführung von einem EBITDA i.H.v. 5,0 Mio. € ausgegangen. Die EBITDA-Marge (EBITDA/Umsatz) ist von 2,2 % im Jahr 2022/23 auf -2,3 % in 2023/24 gesunken. Die negative Ergebnisentwicklung in 2023/24 sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber dem Budget resultiert aus einem deutlich reduzierten Umsatz, einem gleichzeitig verschlechterten Produktmix, steigenden Rohstoff- und Energiekosten sowie einem steigenden Personalaufwand bei hohem Krankenstand und der daraus resultierenden reduzierten Produktionsauslastung. Im Laufe des Geschäftsjahres hat die Gesellschaft ein Maßnahmenprogramm aufgesetzt, um seine Kostenposition zu verbessern. Erste Ergebnisse können in 2023/24 bereits an den Einsparungen bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen abgelesen werden.


Der Jahresüberschuss vor Ergebnisverwendung verringerte sich von -4,0 Mio. € im Geschäftsjahr 2022/23 auf -8,3 Mio. € im Geschäftsjahr 2023/24; wesentliche Gründe hierfür sind die reduzierten Umsatzerlöse, die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten und die Margenreduktion über das gesamte Produktionsportfolio.

Umsatzanalyse


Im Zuge der Neudefinition der Umsatzerlöse gemäß Bilanzrichtlinienumsetzungsgesetz (BilRUG) wurden im Geschäftsjahr 2023/24 aus den sonstigen betrieblichen Erträgen 1,9 Mio. € in die Umsätze umgegliedert. Bei der folgenden Analyse der Umsätze wird dieser Betrag nicht gesondert berücksichtigt.


Der Umsatzrückgang im Bereich der Pharma-Produkte lag bei -2,9 Mio. € und gegenüber dem Budget bei -3,0 Mio. €. Getrieben war diese Entwicklung insbesondere durch Produkte für drei US-Amerikanischen Kunden, die im Geschäftsjahr 2022/23 zu hohen Umsätzen führten, im Folgejahr jedoch nicht mehr nachgefragt wurden, allerdings ursprünglich geplant waren. Der Kundenbedarf ist hier nicht jährlich gleichbleibend, sondern schwankt stark von einem Jahr zum anderen. Dieser Umsatzrückgang konnte nicht vollständig durch Umsatzsteigerungen bei anderen Produkten aus dem Pharma-Markt kompensiert werden.


Wie in den Vorjahren zeigte sich auch im Geschäftsjahr 2023/24 der für den Pharmamarkt typische Umsatzverlauf eines CDMO (Contract Development and Manufacturing Organization). Dieser ist gekennzeichnet durch eine stark jährlich schwankende Nachfrage der bestehenden Produkte (Kampagnenproduktion). Konstant gleichbleibende Absatzmengen über mehrere Jahre ergeben sich eher für Produkte, die sich bereits in der kommerziellen Phase befinden, aber auch kommerzielle Produkte werden teilweise nur alle 2-3 Jahre produziert.


Das Segment der Agrochemie liegt unter dem Vergleichszeitraum (-1,0 Mio. €). Hauptgrund ist hier eine geringere Nachfrage bei zwei Produkten eines deutschen Kunden, die auch durch Mehrumsätze eines neuen Produktes für denselben Kunden nicht vollständig kompensiert wurden. In diesem Segment konnte der geplante Umsatz erreicht werden.


Die Umsätze im Markt für Nitroglycerin-Produkte sind mit 5,0 Mio. € unverändert zum Vorjahr, liegen jedoch um 4,5 Mio. € unter dem Budget, da geplante Aufträge nicht beauftragt wurden.


Im Segment der sonstigen Produkte (Feinchemie / Kunststoff-Chemie) ist eine Reduzierung um 8,4 Mio. € auf 6,4 Mio. € zu verzeichnen. Der Rückgang ist bedingt durch Minderumsätze für Produkte eines US- sowie eines deutschen Kunden. Diese Produkte werden nicht jährlich in etwa gleichbleibender Menge nachgefragt. Der geplante Umsatz lag mit 10,2 Mio. € ebenfalls über dem Ist-Wert. Diese Planabweichung ist auf die insgesamt schlechtere Marktlage zurückzuführen.

Materialeinsatz


Der Materialaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Mio.€ gesunken. Im Vergleich zur Betriebsleistung (Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderung) stieg der Materialaufwandsanteil an der Betriebsleistung von 31,3 % in 2022/23 auf 34,9 % im Geschäftsjahr 2023/24. Diese Veränderung resultiert aus einem veränderten Produktmix.

Sonstige betriebliche Erträge


Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 0,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2022/23 auf 3,4 Mio. € in 2023/24. Maßgeblich hierfür waren der Verkauf des seit über 15 Jahren stillgelegten Standortes Troisdorf und der damit einhergehende Ertrag aus Anlagenverkäufen sowie der Auflösung einer Rückstellung.

Personalaufwand


Am Ende des Geschäftsjahres waren bei der Gesellschaft 306 Mitarbeiter (zum 31.03.2023: 334 Mitarbeiter) beschäftigt, des Weiteren hatte die Gesellschaft 24 Auszubildende (zum 31.03.2023: 24).


Der Personalaufwand liegt mit 32,2 Mio. € über dem des Vorjahres (31,7 Mio. €). Dieser Anstieg von 0,5 Mio. € ergibt sich insbesondere durch die gestiegenen Löhne und Gehälter sowie durch Restrukturierungsaufwendungen, gegenläufig reduzierte sich der Aufwand für Altersversorgung um 1,5 Mio. €.

Sonstige Positionen


Die Abschreibungen sind im Geschäftsjahr 2023/24 im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Mio. € leicht auf 5,3 Mio. € gestiegen.


Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Jahr 2023/24 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Mio. € gesunken. Haupttreiber bei den sonstigen Aufwendungen sind gestiegene Aufwendungen mit verbundenen Unternehmen (+1,3 Mio. €) aufgrund der Umstrukturierung durch den Verkauf der Novasep und die Zusammenführung in die neue axplora-Gruppe, dem gegenüber stehen Reduzierungen bei den sonstigen Fremdleistungen i.H.v. 1,3 Mio. €, im Bereich der Reparaturen i.H.v. ebenfalls 1,3 Mio. € sowie 0,5 Mio. € weniger Versicherungsaufwendungen. Diese Kostenreduzierungen ergeben sich unter anderem durch das im Geschäftsjahr 2023/24 eingeleitete Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Kostenposition der Gesellschaft.


Der Anstieg des Zinsaufwandes um 0,5 Mio. € ist vor allem in höheren Zinsen mit verbundenen Unternehmen und in gestiegenen Factoring-Zinsen begründet.


Unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden Körperschaftsteuern für Vorjahre ausgewiesen.


Die Gesellschaft konnte die nicht finanziellen Leistungsindikatoren zum großen Teil erreichen. Basierend auf dem Leitsatz zur Kundenorientierung wurde in 2012 eine Kennzahl zur Lieferbereitschaft eingeführt (OTIF = On Time In Full). Das OTIF-Ziel wurde mit 80 % erreicht (Zielwert >75 %). Für neue Produkte ist die Messgröße der sogenannte QQT (Quality Quantity Time)-Wert (Einhaltung von bestellter Qualität, bestellter Menge zum gewünschten Lieferzeitpunkt des Kunden). Der Zielwert lag bei >75 %; dieser wurde mit 90 % deutlich übertroffen.


Im Bereich des Umweltschutzes konnte die Gesellschaft den positiven Trend der letzten Jahre wieder aufnehmen; das strategische Einsparziel für elektrische Energie (5 % über 5 Jahre, d.h. 1 % p.a.) wurde im Geschäftsjahr 2023/24 mit 3 % deutlich übertroffen.


Der Zielwert für die Kennzahl für Arbeitssicherheit (TF1 = Anzahl von Unfällen mit Ausfalltagen bezogen auf geleistete Mitarbeiterstunden) liegt bei 5,0 und wurde in diesem Geschäftsjahr mit 5,4 knapp verfehlt.


Der Krankenstand ist mit 6,2 % unter dem Vorjahresniveau von 7,0 %; liegt aber weiterhin deutlich über dem Zielwert von kleiner 4 %.

3. Finanzlage


Die Gesellschaft hatte zum 31.03.2024 16 T€ Bankverbindlichkeiten, resultierend aus den Factoring-Transaktionen; die Finanzierung der Gesellschaft wird im Wesentlichen über das Cash-Management-System der Business Unit CDMO als Teil der axplora-Gruppe sowie aus dem Verkauf von Forderungen an eine Factoringgesellschaft realisiert. Zum Stichtag wurden Forderungen in Höhe von 18,3 Mio. € (31.03.2023: 14,0 Mio. €) veräußert.


Im Rahmen der Finanzierung ist die Gesellschaft weiterhin in das Cash-Management-System der ehemaligen Novasep-Gesellschaften integriert. Bedingt durch das Cash-Management-System weist die Gesellschaft zum 31.03.2024 eine verzinsliche Verbindlichkeit gegenüber der Groupe Novasep S.A.S, Pompey/Frankreich, in Höhe von 7,0 Mio. € aus (31.03.2023: 5,9 Mio. €).


Das Unternehmen erzielte einen positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von 5,6 Mio. € (einschließlich Zinszahlungen, die der operativen Tätigkeit zugeordnet wurden) und tätigte Investitionsausgaben von 5,6 Mio. €. Neben dem EBITDA im Geschäftsjahr von -1,7 Mio. € ergaben sich deutlich gesunkene Vorräte (-7,4 Mio. €) sowie reduzierte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (-5,3 Mio. €) und geringere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (-2,9 Mio. €) gegenüber dem 31.03.2023.


Das Nettofinanzergebnis liegt mit -1,1 Mio. € um 0,5 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Wesentlicher Grund dafür sind der weiterhin negative Saldo aus dem Cash-Clearing sowie erhöhte Zinsen für das Factoring.


Die Zusammensetzung des Finanzmittelfonds stellt sich wie folgt dar:

31.03.2024 31.03.2023
Mio. € Mio. €
Liquide Mittel 8,3 7,2
Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling -7,0 -5,9
1,3 1,3


Das Eigenkapital ist aufgrund des negativen Ergebnisses von 20,8 Mio. € zum 31.03.2023 auf 12,6 Mio. € zum 31.03.2024 gesunken. Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft lag dadurch zum Bilanzstichtag mit 22,5 % deutlich unter dem 31.03.2023 (31,3 %).


Die Gesellschaft ist im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren finanziellen Verpflichtungen nachgekommen.

4. Vermögenslage - Analyse der Bilanz


Die Bilanzsumme reduzierte sich deutlich von 66,6 Mio. € zum 31.03.2023 auf 55,9 Mio. € zum 31.03.2024. Diese Reduzierung resultiert im Wesentlichen aus den gesunkenen Vorräten (-7,4 Mio. €), den gesunkenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (-5,3 Mio. €) sowie dem niedrigeren Eigenkapital (-8,3 Mio. €) und den geringeren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (-2,9 Mio. €).


Das Vorratsvermögen (31.03.2024: 6,6 Mio.€) ist um 7,4 Mio. € im Vergleich zum 31.03.2023 gesunken; wesentlicher Grund hierfür ist die Veränderung an unfertigen Erzeugnissen (-1,3 Mio. €), fertigen Erzeugnissen (-1,9 Mio. €) sowie Rohstoffen (-5,2 Mio. €); die erhaltenen Anzahlungen haben sich hingegen leicht reduziert (-0,9 Mio. €).


Das Umlaufvermögen reduzierte sich im Geschäftsjahr um 11,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahresabschluss zum 31.03.2023. Der Anteil des Umlaufvermögens an der Bilanzsumme sank von 47,2 % zum 31.03.2023 auf 36,4 % zum 31.03.2024.


Die Gesellschaft investierte im Geschäftsjahr 5,6 Mio. € in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände. Die Investitionen lagen hiermit über dem Niveau der Abschreibungen (5,3 Mio. €).


Der Investitionsschwerpunkt lag im Geschäftsjahr auf Ersatzinvestitionen (1,6 Mio. €) und Investitionen zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen (2,5 Mio. €).


Die größte Einzelinvestition im Geschäftsjahr war die Anschaffung einer FlowChem-Anlage im Wert von etwa 1,1 Mio. €; zusätzlich wurden Sicherheitsabschaltungen an Reaktoren (SIL Maßnahmen) im Umfang von 1,0 Mio.€ im Geschäftsjahr 2023/24 installiert.


Das Anlagevermögen liegt bei absolut 35,5 Mio. € (31.03.2023: 35,2 Mio. €) sowie bei 63,5 % der Bilanzsumme (31.03.2023: 52,8 %).

Sonstige Positionen


Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich um 0,4 Mio. €.


Die Rückstellungen sanken vom 31.03.2023 zum 31.03.2024 um 0,3 Mio. €.


Die Veränderung gliedert sich wie folgt:

Pensionsrückstellungen: +0,4 Mio. €

Steuerrückstellungen: -1,1 Mio. €

Übrige Personalrückstellungen: +0,7 Mio. €

Sonstige Rückstellungen: -0,2 Mio.€


Die Reduzierung der Steuerrückstellungen betrifft mit 1,1 Mio. € die Zahlung von Grunderwerbsteuer, die sich aus dem Verkauf der Gesellschaft im Rahmen des Verkaufs der Novasep an den Finanzinvestor im Jahr 2022 ergab.


Die Zuführung zu den übrigen Personalrückstellungen betrifft mit 0,6 Mio. € die Bildung einer Restrukturierungsrückstellung.


Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten reduzierten sich um 2,9 Mio. €.


Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen liegen mit 14,3 Mio. € um 1,0 Mio. € über dem 31.03.2023.


Die Gesellschaft konnte all ihren Verpflichtungen nachkommen.


Die Gesamtsituation der Gesellschaft ist stabil.


Die Ergebnissituation ist im Vergleich zum Vorjahresergebnis verschlechtert und liegt unterhalb des Niveaus der Wettbewerber.

5. Forschung und Entwicklung


Forschungs- und Entwicklungsprojekte betreffen insbesondere von Kunden beauftragte Entwicklungen und Arbeiten zur Übertragung der Kundenherstellprozesse auf die Produktionsanlagen der Gesellschaft. Zusätzlich unterstützt die Forschung und Entwicklung die laufende Produktion bei bestehenden Produkten, um einerseits bestehende Prozesse zu optimieren und die Kostenstruktur zu verbessern und um andererseits bei Produktionsproblemen Lösungsalternativen zu entwickeln. Im Bereich Forschung und Entwicklung sind 12 Mitarbeiter zum Stichtag beschäftigt. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen liegen bei 2,6 Mio. €.

6. Risikobericht


Die Gesellschaft ist im Rahmen ihrer Tätigkeiten den üblichen Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ist jedoch, dass im operativen Geschäft nur solche Risiken eingegangen werden, die überschaubar sind und die durch die erzielte Rendite entsprechend prämiert werden. Die Geschäftsführung hat folgende Grundsätze risikobewusster Unternehmensführung vorgegeben:

Die Erzielung des wirtschaftlichen Erfolgs soll mit überschaubaren Risiken verbunden sein.

Keine Handlung oder Entscheidung darf ein existenzgefährdendes Risiko nach sich ziehen.

Ertragsrisiken müssen im kalkulierten Deckungsbeitrag angemessene Berücksichtigung finden.

Risiken mit unabsehbaren Folgen sind weitestgehend zu vermeiden.

Nicht vermeidbare Risiken sind so weit wie wirtschaftlich sinnvoll abzusichern.


Neben einem gruppenweiten Controlling-System mit voll konsolidierten Ist- und Planungsrechnungen, einem umfassenden monatlichen Gruppenreporting sowie regelmäßigen Besprechungen des Geschäftsverlaufs tragen geeignete Controlling-Tools zur Identifizierung, Analyse sowie Entwicklung geeigneter Gegenmaßnahmen bei.


Zur Abdeckung von möglichen Risiken aus der Produkthaftung hat die Gesellschaft ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem installiert, so dass sichergestellt werden kann, dass nur spezifikationskonforme Produkte an die Kunden ausgeliefert werden. Zusätzlich besteht für die Produkthaftung und für mögliche Risiken aus Umweltschäden ein umfangreicher Versicherungsschutz.


DNES benötigt in allen Bereichen des Unternehmens Mitarbeiter mit einem speziellen Knowhow, um die gefahrgeneigten Synthesen erfolgreich umsetzen zu können. Zur Sicherung dieses speziellen Know-hows hat die Gesellschaft einerseits eine Mitarbeiter-Nachfolgeplanung installiert, andererseits finden entsprechend kontinuierlich Schulungen statt.


Aufgrund der Tendenz zur Vereinbarung des Euros als Transaktionswährung und des damit überschaubaren Devisenrisikos bestehen bei der DNES keine derivativen Finanzinstrumente. Im Geschäftsjahr wurden Rohstoffe in Höhe von ca. 2,7 Mio. USD eingekauft und Umsätze über ca. 3,5 Mio. USD getätigt.


Zu den weiteren Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Bankguthaben. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, wird diesen durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken ist ein entsprechendes Mahnwesen installiert. Die Gesellschaft verkauft einen Großteil ihrer Forderungen an ein Factoring-Unternehmen und überträgt so das Ausfallrisiko dieser Forderungen an den Factoring-Partner. Zusätzlich versichert die Gesellschaft die nicht veräußerten Forderungen über eine Kreditausfallversicherung. Die Gesellschaft begleicht ihre Verbindlichkeiten innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen.


Die Gesellschaft ist auf unterschiedlichen Absatzmärkten aktiv, um so das Marktrisiko eines Marktes durch andere Märkte auszugleichen. Geographisch bearbeitet die DNES ihre Märkte weltweit, wobei der Fokus auf Deutschland, den USA, Europa und Japan liegt. Um die Abhängigkeit von einem Marktsegment zu reduzieren, ist die Gesellschaft neben dem Pharmamarkt auch auf dem Agro- und Feinchemiemarkt aktiv.


Die Gesellschaft liefert in vielen Fällen exklusiv ein Produkt an nur einen Kunden. Um dieses Absatzrisiko und damit verbundene Umsatzrisiko für diese Produkte zu minimieren, versucht die DNES langfristige Lieferverträge mit Abnahmeverpflichtungen mit ihren Hauptkunden abzuschließen.


Die Produkte, die DNES exklusiv an nur einen Kunden liefert, werden nur dann produziert, wenn ein entsprechender Kundenauftrag vorliegt. Durch diese Vorgehensweise wird verhindert, dass Exklusivprodukte produziert, aber nicht an den Kunden verkauft werden können.


Im Bereich der Beschaffung ist es Unternehmenspolitik der Gesellschaft, wenn immer es möglich ist, mindestens zwei Lieferanten für einen Rohstoff bzw. eine Dienstleistung zu nutzen. Bei Schlüsselrohstoffen arbeitet die Gesellschaft teilweise auch mit mehr als zwei Lieferanten zusammen. Um die Wettbewerbsposition der Gesellschaft zu stärken, nutzt die Gesellschaft im Rahmen der Rohstoff- und Investitionsgüterbeschaffung die internationale Einkaufsorganisation der axplora-Gruppe.


Die Betriebsprüfung für die Jahre 2017 bis 2019 wurde im Februar 2023 abgeschlossen. Hieraus ergaben sich Änderungen der Verlustvorträge, jedoch keine steuerlichen Auswirkungen auf Körperschaft- oder Gewerbesteuer.


DNES arbeitet bei der Erstellung der Steuerabschlüsse mit Experten zusammen, um das steuerliche Risiko zu minimieren.


Signifikante Risiken aus Rechtsstreiten werden aktuell nicht gesehen.


DNES ist in das Cash-Management-System der ehemaligen Novasep-Gesellschaften integriert, die Liquidität wird entsprechend garantiert. Die Geschäftsführung sieht keine Risiken bezüglich der Liquiditätsausstattung der Gesellschaft.


Durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die hierdurch stark gestiegenen Energiepreise und die gleichzeitige Verknappung von Erdgas ergaben sich neue Risiken für die Gesellschaft. Durch einen frühzeitigen Einkauf von Energie (Gas und Strom) konnte das Preisrisiko im Geschäftsjahr 2023/24 minimiert werden. Zur weiteren Minimierung des Preisrisikos beim Energieeinkauf wurde die Strategie des Energieeinkaufs überarbeitet. Um einen möglichen Produktionsausfall bei einer Gasmangellage zu vermeiden, hält die Gesellschaft Ersatzbrennstoffe bereit, um diese beim Ausfall der Gaslieferungen einzusetzen.


Rohstoffe oder sonstige Vorprodukte bezieht die Gesellschaft weder aus Russland noch aus der Ukraine. Die Gesellschaft hatte bereits vor Ausbruch des Ukraine Krieges keine Kunden in Russland oder der Ukraine.


Die aktuelle Krise im Nahen Osten betrifft die Gesellschaft nicht direkt, da sie keine Lieferanten in dieser Region hat. Die Lieferungen an einen Kunden in Israel können planmäßig umgesetzt werden.


Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken bestehen hinsichtlich des allgemeinen Geschäftsrisikos insoweit, als wesentliche Umsatzträger im Laufe der Zeit durch neue Produkte ersetzt werden müssen. Sachverhalte, die Auswirkungen auf bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken haben, sind aktuell nicht erkennbar. Aus diesem Grund geht die Geschäftsführung auch weiterhin vom Fortbestand der Gesellschaft aus.

7. Prognosebericht - Chancen und Risiken

Analyse und Bericht zur voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft


Wir erwarten, basierend auf den Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF), für das Jahr 2024 ein unterdurchschnittliches globales Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich, etwa auf dem Niveau des Vorjahrs. Die aktuellen Krisen und Kriege dürften die Weltwirtschaft weiterhin belasten, ebenso wie eine restriktivere Geld- und Fiskalpolitik.


Für die Geschäftsjahre 2024/25 und 2025/26 sieht die Geschäftsführung insbesondere durch die teilweise noch hohe Inflation, die stagnierende Wirtschaft in Deutschland sowie die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und im Nahen Osten ein sehr dynamisches Marktumfeld. Auf der einen Seite belasten die steigenden Kosten sowie die hohen Lohnabschlüsse die Kostenpositionen stark, auf der anderen Seite versucht die Gesellschaft diese Kostensteigerungen an die Kunden weiterzureichen. Durch die teilweise sehr große Zeitspanne zwischen Auftragserteilung und Produktionsauslieferung (>18 Monate) fällt dieses nicht immer leicht, da bestehende Verträge nachverhandelt werden müssen.


Durch den Verlust von umsatzstarken Produkten ist die Gesellschaft gefordert neue Produkte zu akquirieren, um so die Produktionsauslastung zu steigern. Die Gesellschaft hat in den letzten Monaten die Anzahl von Angeboten für großvolumige Aufträge deutlich erhöhen können. Die Herausforderungen für die nächsten zwei Jahre bestehen darin, die neuen Aufträge zu akquirieren und erfolgreich in die Produktionsanlagen zu übertragen.


Für den Pharma-Markt erwarten wir 2024 ein Wachstum von etwa 7 % (Vorjahr: +6 %). Innovative Produkte werden zum weiteren Wachstum beitragen und die Verluste, die durch Patentabläufe entstehen, mehr als ausgleichen. Es besteht aber weiterhin Unsicherheit, in welchem Umfang sich externe Faktoren, wie der Krieg in der Ukraine, Inflationsdruck und Reformen im Gesundheitswesen, auf den Pharmamarkt auswirken werden.


Für das Jahr 2024 erwarten wir eine Erholung des globalen Markts für Saatgut und Pflanzenschutz mit einem moderaten Wachstum von rund 2 %.


Auf Basis des Budgets erwartet die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2024/25 eine geringere Produktionsauslastung als im Vorjahr und einen Umsatz von ca. 63 Mio. €, das operative EBITDA wird sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023/24 aufgrund des erwarteten Umsatzrückgangs verschlechtern.


Die Gesellschaft wird die Maßnahmen zur Kostenoptimierung in 2024/25 fortsetzen, um so die Kostenpositionen zu verbessern und den Cashflow zu stützen.


Aus heutiger Sicht ist die überwiegende Anzahl der Produktionsanlagen bis Geschäftsjahresende nicht vollständig ausgelastet; die Herausforderung für das Geschäftsjahr 2024/25 ist es, neue Projekte zu akquirieren und diese Projekte zeitnah in den freien Produktionsanlagen zu produzieren.


Eine zusätzliche Unsicherheit ergibt sich aktuell aus der Reaktion der Kunden auf die unsichere Weltwirtschaftslage. Bestandsreduzierungs- und Insourcingprogramme und eine vorsichtige Auftragsvergabe bei Neuprojekten könnten das Ergebnis in 2024/25 weiter belasten.


Das Unternehmen erwartet auf Basis des Budgets 2024/25 einen geringeren Umsatz besonders im Bereich der Agro-Produkte. Für mehr als 2/3 des Umsatzes (ca. 75 %) liegen die Aufträge bereits vor.

Umsatzkategorie Umsatz Ist 2023/24 Umsatz Budget 2024/25
Pharma 43,8 Mio. € 37,7 Mio. €
Agro 17,9 Mio. € 7,1 Mio. €
Galenik 5,0 Mio. € 3,8 Mio. €
Sonstige Spezialitäten 8,3 Mio. € 14,0 Mio. €


Aufgrund der Konkurrenz aus Europa, den USA und Asien stehen die Preise für einige Hauptprodukte der DNES unter Druck.


Durch das geringe Wachstum in Deutschland und durch eine schwierige wirtschaftliche Situation eines wichtigen Inlandskunden erwartet das Unternehmen, dass sein Inlandsgeschäft sich weiter reduziert und an Bedeutung verliert. Mit neuen Anfragen aus Skandinavien und den USA soll der Rückgang des Inlandgeschäftes kompensiert werden. Bedingt durch die steigenden Kosten in Deutschland besteht die Gefahr, dass die Kunden der DNES Produktionen nach Asien verlagern werden.


Die Gesellschaft plant, ihr Geschäft im Marktsegment der Feinchemie weiter zu stabilisieren. Konjunkturbedingte Absatzschwankungen sind in diesem Segment typisch.


Im Segment der Agro-Chemie wird erwartet, dass Umsatzrückgänge bei bestehenden Produkten durch die Akquise neuer Produkte langfristig ausgeglichen werden und dass sich der Umsatz mit Agro Produkten im Geschäftsjahr 2024/25 auf historisch niedrigem Niveau bewegen wird.


Das Unternehmen erwartet steigende Umsätze im Nitroglycerin-Segment (Galenik). Auf der einen Seite wird es einen Rückgang im Bereich der etablierten Produkte geben, andererseits wird dieser negative Trend durch die Akquise von Neukunden insbesondere in den USA und mittelfristig in Asien überkompensiert.


Für das Geschäftsjahr 2025/26 wird aktuell ein leicht steigendes Auslastungsniveau prognostiziert. Bedingt durch die Lohn- und Gehaltserhöhungen in der chemischen Industrie, die steigenden Rohstoff- und Energiekosten sowie zusätzlichen steuerlichen Abgaben (CO2-Abgabe) nimmt der Kostendruck auf die Gesellschaft weiter zu. Zur Verbesserung der Kostensituation im Bereich der Energiekosten hat die Geschäftsführung die Umsetzung des Energiemanagementsystems nach ISO 50.001 weiter vorangetrieben. Zusätzlich wird die Gesellschaft die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen konsequent umsetzen und Kostensteigerungen an ihre Kunden weitergeben.


Die Geschäftsführung prognostiziert für 2024/25 ein negatives EBITDA von ca. 3,3 Mio. €, sieht aber trotzdem eine stabile Finanz- und Vermögenslage.


Die Investitionen werden im Geschäftsjahr 2024/25 mit etwa 2,6 Mio.€ deutlich unter dem Niveau von 2023/24 liegen.


Der Zielwert für die Messgröße der Liefertreue (OTIF) liegt für Standardprodukte für das Geschäftsjahr 2024/25 bei >90 %. Für Neuprodukte ist die Messgröße der sogenannte QQT (Quality Quantity Time)-Wert, welcher für 2024/25 ebenfalls bei >90 % liegt.


Durch die weltweite unklare wirtschaftliche Situation ist es auch für das Management der DNES schwierig, die langfristige Umsatzentwicklung vorherzusehen. Auf der einen Seite hat DNES sehr vielversprechende Produkte und Projekte für potenziell große Umsatzträger, auf der anderen Seite gibt es eine starke Konkurrenz aus Europa, den USA und Asien vor allem für die kommerziellen Produkte der DNES. Zusätzlich wird für einige Endprodukte, für die DNES Vorstufen herstellt, der Patentschutz in den nächsten Jahren auslaufen, wodurch es noch schwieriger wird, die zukünftigen Umsätze zu planen.


Die Entwicklung des EBITDA und die damit verbundenen Chancen und Risiken resultieren insbesondere aus der Umsatz- und Margenentwicklung und der hieraus resultierenden Auslastung. Auf der Kostenseite bestehen die größten Chancen und Risiken in der Lohn- und Gehaltsentwicklung und in steigenden Rohstoffkosten. Risiken, die aus Preisschwankungen für Energieprodukte resultieren, konnten durch den Abschluss von langfristigen Lieferverträgen für Teilmengen im Geschäftsjahr 2024/25 minimiert werden.


Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Geschäftsführung für die aufgestellte Prognose für die Geschäftsjahre 2024/25 und 2025/26 ein ausgeglichenes Chancen- und Risi-ken-Profil sowohl für den Umsatz als auch für das EBITDA sieht.


Die Herausforderung der Gesellschaft neben den kurzfristigen Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenposition und zur Steigerung der Auslastung in den kommenden Monaten besteht darin, das Produktportfolio in den nächsten Jahren weiter zu erneuern, die Profitabilität der bestehenden Produkte beizubehalten bzw. zu steigern und durch langfristige Verträge die Kunden an sich zu binden. Gleichzeitig wird die Gesellschaft kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Prozesse arbeiten, um so die Kostenposition weiter zu optimieren. Aus der Zusammenarbeit mit den anderen Gesellschaften in der axplora-Gruppe werden sich zusätzliche Chancen für die Gesellschaft auf der Absatz- und Beschaffungsseite ergeben.

 

Leverkusen, den 19. Dezember 2024


DYNAMIT NOBEL GMBH EXPLOSIVSTOFF- UND SYSTEMTECHNIK Die Geschäftsführung

Dr. Guido Wüllner Thomas Pahde

Bilanz zum 31. März 2024

Aktiva

31.3.2024 31.3.2023
Anhang EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände (1)
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 487.419,01 451
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 227.560,23 34
714.979,24 485
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.870.116,93 8.754
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.742.103,26 17.419
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.894.459,26 2.716
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.262.729,67 5.800
34.769.409,12 34.689
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 980,58 1
35.485.368,94 35.175
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.861.716,60 10.096
2. Unfertige Erzeugnisse 1.696.216,87 2.963
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 2.458.613,24 4.260
4. Erhaltene Anzahlungen -2.372.311,47 -3.253
6.644.235,24 14.066
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (2)
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.993.476,62 7.339
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 645.366,72 241
davon gegen Gesellschafter: EUR 4.400,00 (Vorjahr: TEUR 4)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.714.967,89 2.555
5.353.811,23 10.135
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 8.320.251,46 7.217
20.318.297,93 31.418
C. Rechnungsabgrenzungsposten 64.575,23 38
55.868.242,10 66.631

Passiva

31.3.2024 31.3.2023
Anhang EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 21.000.000,00 21.000
II. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 10.225,84 10
III. Verlustvortrag (Vorjahr: Gewinnvortrag) 169.242,31 3.786
IV. Jahresfehlbetrag 8.276.552,02 3.955
12.564.431,51 20.841
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 18.192.658,00 17.839
2. Steuerrückstellungen 222.559,14 1.371
3. Sonstige Rückstellungen (3) 4.271.525,27 3.812
22.686.742,41 23.022
C. Verbindlichkeiten (4)
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 15.723,04 10
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 15.723,04 (Vorjahr: TEUR 10)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.272.439,43 7.174
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 4.272.439,43 (Vorjahr: TEUR 7.174)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.303.603,81 13.279
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 14.303.603,81 (Vorjahr: TEUR 13.279)
davon gegenüber Gesellschafter: EUR 2.173.512,41 (Vorjahr: TEUR 1.738)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.025.301,90 2.305
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 2.025.301,90 (Vorjahr: TEUR 2.305)
davon aus Steuern: EUR 374.029,57 (Vorjahr: TEUR 454)
20.617.068,18 22.768
55.868.242,10 66.631

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. April 2023 bis 31. März 2024

2023/2024 2022/2023
Anhang EUR TEUR
1. Umsatzerlöse (6) 74.978.241,49 86.318
2. Verminderung des Bestands an fertigen
und unfertigen Erzeugnissen 3.169.270,25 5.307
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 417.375,44 706
4. Sonstige betriebliche Erträge (7) 3.387.543,61 931
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 24.462.968,20 23.991
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 575.867,14 1.329
6. Personalaufwand (8)
a) Löhne und Gehälter 26.137.022,16 24.428
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 6.085.687,22 7.279
davon für Altersversorgung: EUR 1.032.006,48 (Vorjahr: TEUR 2.559)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (9) 5.281.285,06 5.157
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (10) 19.751.988,19 22.271
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7.884,82 0
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (11) 1.143.112,92 615
davon an verbundene Unternehmen: EUR 405.279,30 (Vorjahr: TEUR 149)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (12) 130.664,77 71
12. Ergebnis nach Steuern -7.946.820,55 -2.493
13. Sonstige Steuern 329.731,47 1.462
14. Jahresfehlbetrag 8.276.552,02 3.955

ANHANG für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis 31. März 2024

Grundsätzliche Ausführungen zum Jahresabschluss

Vorbemerkungen


Die Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik ist eine Tochtergesellschaft der Novasep Deutschland GmbH, Leverkusen, (Novasep GmbH) und über diese ein Tochterunternehmen der Novasep Holding S.A.S., Lyon/Frankreich (Novasep Holding). Die oberste Muttergesellschaft ist die European Medco Development 3 S.A.r.l., Luxemburg.


Die Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik hat ihren Sitz in Leverkusen. Sie ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln unter der Registernummer HRB 56935.


Das Geschäftsjahr der Gesellschaft geht vom 1. April bis zum 31. März des Folgejahres.


Der vorliegende Jahresabschluss zum 31. März 2024 wurde nach den aktuellen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des HGB aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze


Der Abschluss der Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik ist nach konzerneinheitlichen, den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des GmbH-Gesetzes (GmbHG) entsprechenden Bilanzierungsgrundsätzen aufgestellt worden.


Die historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten werden wie nachfolgend beschrieben fortgeführt. Bei abnutzbaren Anlagegegenständen werden die voraussichtliche Nutzungsdauer ab dem ursprünglichen Anschaffungszeitpunkt und die Abschreibungssätze auf die historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten berechnet.


Entgeltlich erworbene Immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren um planmäßige, lineare Abschreibungen verminderten Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.


Nach § 248 Abs. 2 HGB wurden selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 Sätze 1, 2 und 2a HGB aktiviert und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer sowie bei Vorliegen einer voraussichtlich dauernden Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben.


Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen, bewertet. In die Herstellungskosten von selbst erstellten Anlagen wurden neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Grundsätzlich wird linear pro rata temporis abgeschrieben. Für Geringwertige Anlagegüter (Anschaffungskosten zwischen € 250 und € 1.000) wird seit dem 1. Januar 2008 ein Sammelposten gebildet, der über 5 Jahre abgeschrieben wird. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich ist.


Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 -10 Jahre
Immaterielles Anlagevermögen 3-5 Jahre
Gebäude 25-35 Jahre
Technische Anlagen/Maschinen 10 Jahre


Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt.


Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren werden mit Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Börsen- oder Marktpreisen des Abschlussstichtages bilanziert. Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden nach dem Durchschnittsverfahren ermittelt. Seit dem Geschäftsjahr 2009 bezieht sich der Durchschnittspreis auf die Einkäufe des letzten Geschäftsjahrs. Wesentliche Änderungen haben sich hierdurch nicht ergeben.


Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die angesetzten Herstellungskosten enthalten die Fertigungs- und Materialeinzelkosten, die Sondereinzelkosten der Fertigung, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.


Bestandsrisiken im Vorratsvermögen, die sich aus der Lagerdauer, einer geminderten Verwendbarkeit sowie aus anderen Gründen ergeben, sind durch Abwertungen berücksichtigt. Fertige und unfertige Erzeugnisse sowie Handelswaren, deren Erlöse nicht kostendeckend sind, werden verlustfrei durch retrograde Bewertung vom Verkaufspreis angesetzt.


Die erhaltenen Anzahlungen auf Vorräte werden mit dem Erfüllungsbetrag offen von dem Posten "Vorräte" abgesetzt.


Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide Mittel sind mit den Nennwerten abzüglich aller erforderlichen Wertberichtigungen angesetzt.


Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Auszahlungen ausgewiesen, die zu Aufwendungen nach dem Bilanzstichtag werden.


Das Gezeichnete Kapital sowie die Rücklagen und der Ergebnisvortrag sind mit dem Nennbetrag bewertet.


Die Rückstellungen sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Abdeckung der erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten erforderlich ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden zum Stichtag mit dem von der Deutschen Bundesbank bekannt gegebenen Zinssatz abgezinst. Als Zinssatz wird der durchschnittliche laufzeitadäquate Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre verwendet.


Die Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen sind den versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend nach der Projected-Unit-Credit-Methode mit dem Erfüllungsbetrag bilanziert. Basis hierfür sind die Richttafeln von 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, ein Rechnungszins von 1,83 % (Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB; 31.03.2023: 1,79 %), wie im Vorjahr eine Einkommenssteigerung von 2,50 % und wie im Vorjahr eine Rentenanpassung von 2,25 % sowie eine alters- und geschlechtsabhängige Fluktuationswahrscheinlichkeit. Die Abzinsung der Pensionsrückstellung und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt nach der Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre. Bei einer Abzinsung nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre in Höhe von 1,80 % (31.03.2023: 1,50 %) ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von zusätzlichen T€ 82 (31.03.2023: T€ 805). Dieser Unterschiedsbetrag ist nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrt.


Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.


Passive Latente Steuern aus dem steuerrechtlich unzulässigen Ansatz von unrealisierten Währungskursgewinnen sowie aus dem Ansatz selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände wurden mit aktiven latenten Steuern auf die handels- und steuerrechtlich voneinander abweichenden Wertansätze der Pensions-, Jubiläums- und Drohverlustrückstellungen sowie des Anlagevermögens verrechnet (verwendeter Steuersatz rd. 25 %). Über den Saldierungsbereich hinausgehende aktive Steuerlatenzen werden in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert.


Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden im Jahresabschluss mit dem Tagesmittelkurs zum Zeitpunkt der Ersteinbuchung bewertet. Am Abschlussstichtag werden auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr zum Stichtagskurs (Devisenkassamittelkurs) umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs angesetzt, soweit die Entstehungskurse nicht niedriger waren (bei Aktivposten) oder höher lagen (bei Passivposten). Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften in lokale Währung werden erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.


Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt entsprechend den vereinbarten Lieferbedingungen mit Gefahrenübergang.

Erläuterungen zur Bilanz


Die Entwicklung des Anlagevermögens der Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik ist, aufgeschlüsselt nach bilanziellen Anlageposten, aus dem Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) ersichtlich.

(1) Immaterielle Vermögensgegenstände


Dieser Posten umfasst sowohl entgeltlich erworbene Nutzungsrechte und EDV-Software als auch selbst geschaffene Vermögenswerte. Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres beträgt T€ 2.568. Die auf selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände entfallenden Entwicklungskosten belaufen sich auf € 183.195,07 (Vorjahr: T€ 159). Der zur Ausschüttung gesperrte Betrag aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände (§ 268 Abs. 8 HGB) beläuft sich auf T€ 487 (Vorjahr: T€ 451).

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände


Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten in Höhe von € 645.366,72 (Vorjahr: T€ 241) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.


Die Sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten mit € 1,3 Mio. (Vorjahr: € 1,0 Mio.) Sicherheitseinbehalte aus Forderungsverkäufen, mit € 0,3 Mio. (Vorjahr: € 0,5 Mio.) Forderungen aus Sicherheitsleistungen sowie mit € 0,9 Mio. (Vorjahr: € 0,9 Mio.) Forderungen aus zu erwartenden Steuererstattungen.


Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr bestehen wie im Vorjahr nicht.

(3) Sonstige Rückstellungen


Die Sonstigen Rückstellungen betragen€ 4.271.525,27 (Vorjahr: € 3,8 Mio.). Sie enthalten Beträge im Wesentlichen für Personalaufwendungen (T€ 3.340; Vorjahr: T€ 2.628), für ausstehende Rechnungen (T€ 180; Vorjahr: T€ 100) und andere ungewisse Verbindlichkeiten.

(4) Verbindlichkeiten


Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten in Höhe von € 6.219.502,35 (Vorjahr: T€ 6.186) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Darüber hinaus bestehen T€ 6.966 Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pooling gegenüber der Groupe Novasep S.A.S., Pompey/Frank-reich (Vorjahr: T€ 5.890).


Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit über 5 Jahre bestehen - wie im Vorjahr - nicht.

(5) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen sowie Angaben nach § 285 Nr. 3a HGB


Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren aus Miet-, Pacht-, Leasingverträgen und ähnlichen Verpflichtungen sowie aus beschlossenen und in Angriff genommenen Investitionsvorhaben. Aus den am Bilanzstichtag bestehenden Miet-, Pacht-, Leasingverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen ergeben sich für die nächsten Geschäftsjahre folgende Zahlungsverpflichtungen:

2024/25: T€ 819
2025/26: T€ 811
2026/27: T€ 793
2027/28: T€ 677
2028/29: T€ 652


Diese Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen technische Anlagen, EDV-Leistungen sowie Fahrzeuge. Des Weiteren ergibt sich aus dem Bestellobligo eine Zahlungsverpflichtung von T€ 510 (Vorjahr: T€ 247).


Haftungsverhältnisse bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(6) Umsatzerlöse

Aufteilung nach Geschäftsbereichen

1.4.2023 - 31.03.2024 1.4.2022 - 31.03.2023
T€ T€
Pharma 43.784 46.713
Agro 17.946 18.951
Galenik 4.991 4.975
Sonstige Spezialchemie 8.257 15.679
74.978 86.318

Aufteilung nach Regionen

1.4.2023 - 31.03.2024 1.4.2022 - 31.03.2023
T€ T€
Bundesrepublik Deutschland 44.202 41.076
Sonstige Europäische Union 8.527 13.843
Schweiz 8.476 10.020
Nordamerika 9.534 16.914
Asien, Mittlerer Osten 3.434 3.384
Sonstige 805 1.081
74.978 86.318

(7) Sonstige betriebliche Erträge

1.4.2023 - 31.03.2024 1.4.2022 - 31.03.2023
Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen 2.273.000,00 0,00
Erträge aus der Auflösung von Sonstigen Rückstellungen 796.199,73 239.166,29
Kursgewinne 198.984,61 308.506,09
Sonstige periodenfremde Erträge 0,00 835,64
Übrige betriebliche Erträge 119.359,27 382.721,23
3.387.543,61 931.229,25


Die übrigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Weiterberechnung von Kosten an Dritte.

(8) Personalaufwand


Bei den einzelnen Mitarbeitergruppen ergaben sich im Jahresdurchschnitt folgende Beschäftigtenzahlen:

(Angaben ohne Auszubildende) 1.4.2023 - 31.03.2024 1.4.2022 - 31.03.2023
Angestellte 148 144
Gewerbliche Arbeitnehmer 180 185
328 329

(9) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens


In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung in Höhe von € 69.527,10 (Vorjahr: € 0,00) enthalten.

(10) Sonstige betriebliche Aufwendungen

1.4.2023 - 31.03.2024 1.4.2022 - 31.03.2023
Aufwendungen mit verbundenen Unternehmen 8.137.016,98 6.811.314,22
Fremdleistungen 3.526.729,26 4.821.274,25
Reparaturen und Instandhaltungen 2.950.641,75 4.265.193,61
Miet-, Pacht- und Leasingaufwendungen 388.344,40 482.686,36
Währungsverluste 175.618,87 211.074,07
Übrige betriebliche Aufwendungen 4.573.636,93 5.679.888,31
19.751.988,19 22.271.430,82


Die übrigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Versicherungsprämien, Provisionen, Frachten, IT-Kosten sowie Verwaltungskosten.

(11) Zinsen und ähnliche Aufwendungen


Der Zinsanteil der Zuführungen zur Pensionsrückstellung ist im Zinsaufwand mit € 314.893,00 (Vorjahr: € 306.695,00) enthalten.


Auswirkungen aus der Änderung des Abzinsungssatzes werden im operativen Ergebnis ausgewiesen.

(12) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag


Hierbei handelt es sich um Körperschaftsteuern für Vorjahre.

Sonstige Angaben

Mutterunternehmen


Das Mutterunternehmen, welches den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die European Medco Development 3 S.A.r.l., Luxemburg. Der Konzernabschluss wird im luxemburgischen Unternehmensregister unter der Registernummer B242076 offengelegt. Eine deutsche Übersetzung des nach IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellten Konzernabschlusses wird von der Axplora Group GmbH, Raubling, beim Unternehmensregister offengelegt.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte nach § 285 Nr. 3 HGB


Wir haben zum Stichtag Forderungen in Höhe von T€ 18.332 (Vorjahr: T€ 14.038) an eine Factoringgesellschaft veräußert. Das Factoring dient der kurzfristigen Verbesserung der Liquiditätssituation und der Kapitalstruktur. Wir behalten jedoch zwecks Kundenpflege das Debitorenmanagement inne. Risiken aus dem Forderungsverkauf bestehen nicht.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Abschlussprüfung Andere Bestätigungen Steuerberatung Sonstige Leistungen
T€ T€ T€ T€
65 0 0 0

Geschäftsführung


Der Geschäftsführung gehören an:


Thomas Pahde, Geschäftsführer, Köln Dr. Sylke Hassel, Geschäftsführerin, München (bis 31. Oktober 2023)
Dr. Stephan Markus Haitz, Geschäftsführer (ab 1. November 2023 bis 1. Mai 2024)
Dr. Guido Wüllner, Geschäftsführer, Leverkusen (ab 1. Mai 2024)


Die Geschäftsführer üben ihre Funktion hauptberuflich aus.

Gesamtbezüge der Geschäftsführung


Auf die Angaben der gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung im Geschäftsjahr wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Pensionsrückstellungen für frühere Organmitglieder


Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und ihren Hinterbliebenen sind TEUR 332 zurückgestellt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag


Am 24. Oktober 2024 gegen 14:45 Uhr gab es an unserem Standort in Leverkusen ein Brandereignis in einer Produktionsanlage, in der wir Feinchemie-Produkte für den nicht pharmazeutischen Markt herstellen. Der Brand konnte am gleichen Tag zusammen mit der Berufsfeuerwehr Leverkusen gegen 20:30 Uhr gelöscht werden. Bei diesem Ereignis ist keine Person verletzt worden. Wir arbeiten gemeinsam mit den zuständigen Behörden an der Aufklärung der Brandursache.


Die Herstellung der Produkte, die nicht im betroffenen Gebäude gefertigt werden, ist nicht betroffen.


Die DNES hat über die axplora-Gruppe eine umfangreiche Versicherungsdeckung insbesondere für Sachschäden und Ertragsausfall. Zusätzlich besteht eine Betriebshaftpflichtversicherung.


Die Aufnahme des Schadens läuft aktuell, wir gehen derzeit von einem Gesamtschaden im unteren zweistelligen Millionenbereich aus.

 

Leverkusen, den 19. Dezember 2024


DYNAMIT NOBEL GMBH EXPLOSIVSTOFF- UND SYSTEMTECHNIK Die Geschäftsführung

Dr. Guido Wüllner Thomas Pahde

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis 31. März 2024

Bruttobuchwerte
Stand am 1.4.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.3.2024
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.547.605,59 183.195,07 0,00 0,00 1.730.800,66
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.800.350,64 30.636,18 203.575,60 0,00 3.034.562,42
4.347.956,23 213.831,25 203.575,60 0,00 4.765.363,08
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 39.628.838,29 103.675,40 73.964,30 816.522,39 38.989.955,60
2. Technische Anlagen und Maschinen 132.603.498,93 2.724.373,33 1.959.127,91 35.424,33 137.251.575,84
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.910.073,80 376.115,57 508.769,72 14.254,45 26.780.704,64
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.245.212,91 2.207.743,72 -2.745.437,53 0,00 7.707.519,10
206.387.623,93 5.411.908,02 -203.575,60 866.201,17 210.729.755,18
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 980,58 0,00 0,00 0,00 980,58
210.736.560,74 5.625.739,27 0,00 866.201,17 215.496.098,84
kumulierte Abschreibungen Nettobuchwerte
Stand am 1.4.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.3.2024 Stand am 31.3.2024 31.3.2023
EUR EUR EUR EUR EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.096.899,74 146.481,91 0,00 1.243.381,65 487.419,01 451
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.766.178,16 40.824,03 0,00 2.807.002,19 227.560,23 34
3.863.077,90 187.305,94 0,00 4.050.383,84 714.979,24 485
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 30.875.349,26 1.061.011,80 816.522,39 31.119.838,67 7.870.116,93 8.754
2. Technische Anlagen und Maschinen 115.184.320,91 3.326.512,80 1.361,13 118.509.472,58 18.742.103,26 17.419
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.194.045,31 706.454,52 14.254,45 23.886.245,38 2.894.459,26 2.716
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.444.789,43 0,00 0,00 2.444.789,43 5.262.729,67 5.800
171.698.504,91 5.093.979,12 832.137,97 175.960.346,06 34.769.409,12 34.689
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 980,58 1
175.561.582,81 5.281.285,06 832.137,97 180.010.729,90 35.485.368,94 35.175

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS


An die Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik, Leverkusen

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik, Leverkusen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik, Leverkusen, für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. März 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2023 bis zum 31. März 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 19. Dezember 2024


Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Marco Feldhoff Angela Schroeder
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

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