KUNERT FASHION GmbH
Julius-Kunert-Straße 49, 87509 Immenstadt i. Allgäu, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Rebecca Diana Schneider seit 11.11.2025 | Prokura |
Michael Bausch seit 29.4.2025 | Prokura |
Günther Baumgärtner seit 1.10.2024 | Geschäftsführer |
Liselotte Züllig seit 20.3.2023 | Prokura |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
grosso holding Gesellschaft mbH | 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
KUNERT FASHION GmbHImmenstadt i. AllgäuJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023I. Allgemeine Angaben Die KUNERT FASHION GmbH hat ihren Sitz in Immenstadt im Allgäu. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Kempten (Allgäu) unter HRB 12890 eingetragen. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie des GmbHG aufgestellt. Die KUNERT FASHION GmbH ist eine mittelgroße Gesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. II. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die im vergangenen Geschäftsjahr angewandten Grundsätze wurden unverändert fortgeführt. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten aktiviert und entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben, im Zugangsjahr zeitanteilig. Soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Sofern Gründe für frühere außerplanmäßige Abschreibungen wieder weggefallen sind, werden diese rückgängig gemacht. Die erworbene und aktivierte Marke Kunert besteht seit mehr als 100 Jahren und soll weiterhin genutzt werden. Obwohl es sich bei der Marke um eine Dachmarke handelt, die voraussichtlich zeitlich unbegrenzt genutzt werden kann, wird diese aus Gründen der Betonung des für immaterielle Vermögensgegenstände in besonderem Maße zu beachtenden Vorsichtsprinzips planmäßig abgeschrieben. Die dafür angesetzte Nutzungsdauer beträgt 15 Jahre. Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu den aktivierungspflichtigen Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um planmäßige und, soweit notwendig, außerplanmäßige Abschreibungen. Das Sachanlagevermögen wird unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Im Zugangsjahr wird die Abschreibung zeitanteilig verrechnet. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten über € 250,00 bis zu € 1.000,00 werden in einem Sammelposten erfasst und über fünf Jahre abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Ermittlung der Herstellungskosten erfolgt auf Basis der Plan-Herstellungskosten. Die Herstellungskosten beinhalten neben den direkten Fertigungs- und Materialkosten auch angemessene anteilige Gemeinkosten, herstellungsbezogene Verwaltungskosten sowie Abschreibungen. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder der geminderten Verwertbarkeit ergeben, wird bei der Bewertung durch entsprechende Abschläge Rechnung getragen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nennwert unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Erkennbaren Einzelrisiken ist durch entsprechende Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Dem allgemeinen Kreditrisiko unter Berücksichtigung noch anfallender Beitreibungskosten und Zinsen ist durch eine ausreichend bemessene Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Soweit in den Forderungen Fremdwährungsforderungen enthalten sind, sind diese mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die liquiden Mittel sind mit dem Nennwert angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten bezahlte Aufwendungen, die Zeiträume nach dem Bilanzstichtag betreffen. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in angemessenem Umfang. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert. Soweit in den Verbindlichkeiten Fremdwährungsverbindlichkeiten enthalten sind, sind diese mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Latente Steuern wurden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. III. Angaben zur Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der Anlagepositionen ist im Anlagespiegel gem. § 284 Abs. 3 HGB auf Seite 9 des Anhangs dargestellt. 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von T€ 174 (Vj. T€ 1.031). 3. Sonstige Vermögensgegenstände In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen aus Steuern in Höhe von T€ 27 (Vj. T€ 20), die erst nach dem Bilanzstichtag rechtlich entstehen, sowie Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von T€ 255 (Vj. T€ 340) enthalten. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten eine geleistete Einmalzahlung in Höhe von T€ 63 (Anschaffungskosten) aus dem Abschluss eines Zinscaps. Dieses derivative Finanzinstrument bezieht sich auf einen Nominalwert in Höhe von T€ 3.000. Der beizulegende Zeitwert betrug zum Bilanzstichtag T€ 37 und leitet sich vom Mid-Market-Preis ab. Der Buchwert zum Bilanzstichtag beträgt T€ 37. 4. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen teilen sich wie folgt auf:
5. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten teilen sich wie folgt auf:
Vorjahr:
Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen teilweise die üblichen Eigentumsvorbehalte. 6. Latente Steuern Die latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr um T€ 57 auf T€ 1.098 erhöht. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung sowie Bedeutung in Höhe von T€ 262 (Vj. T€ 489) aus staatlichen Ausgleichsleistungen. 2. Personalaufwand Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von T€ 2 (Vj. T€ 1) enthalten. 3. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von T€ 0 (Vj. T 1). 4. Erträge aus Beteiligungen Die Erträge aus Beteiligungen enthalten Erträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 501 (Vj. T€ 0). 5. Abschreibungen auf Finanzanlagen Die Abschreibungen auf Finanzanlagen beinhalten außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von T€ 360 (Vj. T€ 0). 6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten T€ 1 (Vj. T€ 1) aus der Aufzinsung von Rückstellungen. 7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen in Höhe von T€ 57 die Erhöhung (Vj. Verminderung T€ - 28) passiver latenter Steuern. V. Sonstige Angaben 1. Die Gesellschaft nutzt auch Vermögensgegenstände auf der Grundlage von Miet- und Leasingverträgen. Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen:
2. Durchschnittliche Beschäftigtenzahl Die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:
3. Angaben zum Anteilsbesitz
Vorjahr:
Die Wechselkurse gemäß § 256a HGB betragen am Bilanzstichtag: € 1,00 = CHF 0,92660 (VJ CHF 0,98510). 4. Geschäftsführer Herr Peter Gumbel, Langenargen (Bestellung durch Gesellschafterbeschluss vom 04.04.2023 mit Wirkung ab 01.04.2023; eingetragen im Handelsregister am 13.06.2023). Frau Mona Tschirdewahn, Immenstadt (Bestellung durch Gesellschafterbeschluss vom 05.12.2023 mit Wirkung ab 08.01.2024; eingetragen im Handelsregister am 28.02.2024). Herr Dominik Stracke, Tönisvorst (Abberufung eingetragen im Handelsregister am 28.02.2024). Die Angabe der für das Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder des Geschäftsführungsorgans unterbleibt im Jahr 2023, wie bereits im Vorjahr, unter Hinweis auf § 286 Absatz 4 HGB. 5. ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von € 1.264.188,43 auf neue Rechnung vorzutragen.
Immenstadt, den 14. August 2024 Peter Gumbel Mona Tschirdewahn Entwicklung des Anlagevermögens 2023 (Bruttodarstellung)
LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 20231. GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT 1.1 Gründung und Aufnahme des Geschäftsbetriebes Die neu gegründete Gesellschaft Kunert Fashion GmbH übernahm im Jahr 2013 die Assets sowie 227 Mitarbeiter der insolventen KUNERT Fashion GmbH & Co. KG i. l. in Immenstadt und führte die Geschäftsbeziehungen mit allen Kunden der KUNERT Gruppe sowie einem Großteil der Lieferanten fort. 1.2 Beteiligungen und Standorte Die KUNERT FASHION GmbH ist per 31.12.2023 im Besitz von folgenden Tochtergesellschaften.
Sitz der Gesellschaft und Hauptstandort der KUNERT FASHION GmbH sowie der Unternehmensgruppe ist Immenstadt, Deutschland. Darüber hinaus verfügt die KUNERT Gruppe über Handelsvertreter und Distributoren in Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kasachstan, Luxemburg, Polen, Russland, Schweden, Slowenien, Ungarn und der Volksrepublik China. 1.3 Geschäftsmodell Die KUNERT FASHION GmbH übernahm mit dem Geschäftsbetrieb der KUNERT Gruppe auch sämtliche Markenrechte für KUNERT und HUDSON. Im Segment der Damenstrümpfe ist KUNERT nach wie vor eine der führenden Marken mit sehr interessantem Entwicklungspotential. HUDSON bietet als trendige Modemarke sowohl Damen- als auch Herrenstrümpfe an. HUDSON ist nach dem Verkauf der Marke nicht mehr Eigentum der KUNERT FASHION GmbH. Der Verkauf der HUDSON Produkte läuft aus diesem Grund über eine Rücklizensierung. Die Gesellschaft bezieht Beinbekleidungsartikel im Fein- und Grobstrickbereich aus der ehemaligen Tochtergesellschaft TEMASA in Marokko und von Zukauf-lieferanten, in erster Linie aus Italien und der Türkei. Die Vermarktung erfolgt in ihren Kernmärkten über große nationale und internationale Kaufhäuser, über Damen- und Herrenausstatter, Wäsche- und Strumpfgeschäfte und über digitale Plattformanbieter. Mit den eigenen Online-Shops und dem Outlet Geschäft werden Endkunden auch direkt beliefert. Die KUNERT Gruppe hat ihren Absatzschwerpunkt in Europa. Dabei sind Deutschland, Österreich und die Schweiz die wichtigsten Absatzmärkte mit einem Gesamtanteil von rund 97 % am Umsatz des Geschäftsjahres. Deutschland ist mit rund 85% vom Gesamtumsatz immer noch der mit Abstand größte Markt für das Unternehmen KUNERT. Während die Länder Österreich, Schweiz und Niederlande von den Vertriebstöchtern der KUNERT FASHION GmbH bedient werden, erfolgt der Vertrieb in alle weiteren Länder Europas, wie auch der Export in außereuropäische Länder über die KUNERT FASHION GmbH. 2. WIRTSCHAFTSBERICHT 2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Im Gegensatz zu den Vorjahren war das Geschäftsjahr 2023 nicht durch die Corona-Pandemie geprägt und weckte bei unseren Endkonsumenten wieder die Lust auf "sich zeigen und sehen lassen". Somit waren neue Outfits auf den Wunschzetteln der Bürger, was uns deutlich zum Vorteil gereichte. Zu den umsatzbelastenden Faktoren gehörte neben dem andauernden Ukraine-Krieg auch die hohe Inflation. Dies führte weiterhin zu einer Verunsicherung beim Käufer und somit zu einer Kaufzurückhaltung, welche sich auch auf unser Weihnachtsgeschäft niederschlug. Wir hatten jedoch im Januar bereits einen sehr guten Start ins neue Geschäftsjahr. Im Laufe des Jahres, besonders im Sommer und Frühherbst, standen für die Konsumenten leider wieder andere Themen, wie Urlaube und Reisen, im Fokus. Dennoch gelang es der Kunert Fashion GmbH ein Umsatzplus von 11,1% gegenüber dem Vorjahr zu erzielen. Vergleichszahlen aus der Branche zeigen, dass wir uns hier auf einem guten Weg befinden und überproportional wachsen. Im deutschen Markt konnte der Umsatz um 6,7% ausgebaut werden. In den Märkten Österreich und den Niederlanden begann das Jahr bereits sehr verhalten. In beiden Ländern mussten wir bis Jahresende ein Minus von -4,2% bzw. -7,7% hinnehmen. Konträr verlief die Entwicklung in der Schweiz. Hier ergab sich ein Umsatzplus von 1,5% über das Geschäftsjahr. 2.2 Unternehmensspezifische Rahmenbedingungen Das Geschäftsjahr 2023 war erneut geprägt von größeren Herausforderungen. Nach dem Verkauf der Produktionsgesellschaft in Marokko 2020, begann der Prozess einer Neuausrichtung von KUNERT von einer Produktionsgesellschaft hin zu einer reinen Vertriebs- und Marketingorganisation. Dieses Vorhaben wurde im Laufe des Jahres weiter vorangetrieben und auch noch im Jahr 2023 abgeschlossen. Die Neueinführung des ERP-Systems ist mit dem GoLive am 01.01.24 in der Planung stark vorangetrieben worden und bedurfte einiger Ressourcen im personellen Bereich sowie auch vermehrt externe Dienstleister. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zwei Verkaufspreiserhöhungen aufgrund steigender Rohstoffpreise und veränderter Transportkosten durchgeführt. Die neue, klare Markenpositionierung zeigte bereits in den Vororderrunden, dass es sich gelohnt hat, das Produktportfolio zu überarbeiten. 2.3 Geschäftsverlauf Die gesteckten Umsatz- und Ertragsziele für das Geschäftsjahr 2023 konnten in diesem Jahr nicht erreicht werden. Die um TEUR 1.047 gegenüber dem Vorjahr erhöhten Umsatzerlöse in der Hauptwarengruppe zeigen ein positives Bild und sind getrieben durch mehrere Faktoren: Kunert und Hudson sind zwei stark platzierte Marken, speziell im deutschen Markt, die in den letzten 12 Monaten starke KPIs aufweisen. Neben den Umsatzsteigerungen überzeugen sie bei unseren Kunden insbesondere durch die geringen Abschriften und eine ordentliche Wareneingangskalkulation. Unsere beiden Marken KUNERT und HUDSON sind am Markt etabliert und wachsen durch Verdrängung in den Heimmärkten. Mit unterschiedlichen Sortiments- und Preisstrukturen bedienen die beiden Labels jeweils eine andere Zielgruppe und vermeiden somit weitgehend Marken-Kannibalismus. Unsere Verlässlichkeit als Lieferant konnte mitunter auch durch den in seiner Lieferperformance schwächelnden Wettbewerb unter Beweis gestellt werden. Starker Fokus lag auf dem Support der Handelspartner. Hier nahm man sich nach vielen Jahren wieder des Ladenbaus an und wird hier speziell im Jahr 2024 einen aktuellen und frischen Auftritt am POS sicherstellen. Der Ausbau digitaler Tools wurde weiter intensiv vorangetrieben und sorgte unter anderem durch Marketing-Maßnahmen in den neuen Medien für eine größere Reichweite. Gestützt durch diese Umsatzentwicklung, kombiniert mit zwei Verkaufspreiserhöhungsrunden in 2023 war es möglich, die in diesem Jahr erhöhten Kosten, speziell aufgrund der EDV-Umstellung und der nicht gegebenen Aktivierung unserer neuen Software, zu tragen und mit einem positiven Ergebnis in 2023 abzuschließen. 2.4 Unternehmensspezifische Rahmenbedingungen Die Marken KUNERT und HUDSON sind am Markt nicht nur aufgrund des hervorragenden Preis-Leistung-Verhältnisses bekannt, sondern sind auch mit zusätzlichen innovativen Funktionen versehen, die das Beinkleid erst einzigartig machen und uns in manchen Bereichen deutlich vom Wettbewerb abheben. Weiterhin befindet sich unsere Produktentwicklung mit ihrem Knowhow zur Gänze im eigenen Hause und hat gemeinsam mit dem Brandmanagement und dem Vertrieb nachfolgende Änderungen innerhalb der Produktfamilien und Sortimente in den letzten Jahren konzipiert und in 2023 konsequent umgesetzt: Eine komplette Überarbeitung der Kollektionen Hudson Men, Kunert und Hudson Damen Strick, sowie aller Feinartikel. Neue, frische und zusätzliche Farben punkten bereits in der Vororder und sind auf den Flächen sukzessive eingeflossen. Ziel ist es, sich moderner und zeitgemäßer am POS zu präsentieren, ohne dabei die Artikelvielfalt zu erhöhen. Es ist essenziell für das Unternehmen, die Garneinsatzmengen, die Anzahl der eingesetzten Garne und damit insgesamt die Kosten zu reduzieren. Darauf wird weiterhin vermehrt das Augenmerk gerichtet. Die KUNERT FASHION GmbH entwickelt sich verstärkt im Grobstrick-Bereich, da hier die größten Potentiale in der Zukunft liegen und in der Vergangenheit liegengelassen wurden. Das Projekt Nachhaltigkeit wurde im Jahr 2023 erfolgreich implementiert und kann so die nächsten Jahre weitergeführt und als Positionierungsmerkmal im Sinne des Unternehmens ausgebaut werden. 2.5 Ertrags- Finanz- und Vermögenslage 2.5.1 Ertragslage Die gesteckten Umsatz- und Ertragsziele für das Geschäftsjahr 2023 konnten in diesem Jahr nicht erreicht werden. Der insgesamt um TEUR 2.380,4 gegenüber dem Vorjahr erhöhte Umsatz spiegelte sich leider nicht im Ergebnis wider. Negative Faktoren waren hier größere Erlösschmälerungen und ein um 8,1% höherer Wareneinsatz als im Vorjahr. Die Ursache liegt zum einem im Produktmix zugunsten des Fein- und Sommersortiments. Auch die Nachfrage nach rohertragsstarken Winterartikeln konnte aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht gänzlich befriedigt werden. Einem um knapp TEUR 311 höheren Rohertrag in 2023, stehen um fast TEUR 227 weniger staatliche Beihilfen bei den sonstigen betrieblichen Erträgen als im Vorjahr entgegen. Die Personalkosten liegen mit TEUR 4.169 um TEUR 480 deutlich über dem Vorjahr. Dies ist in erster Linie bedingt durch eine mit durchschnittlich 57 FTEs deutlich zu hohen Mitarbeiteranzahl und für deren Rückführung auf ein gesundes Niveau in 2024 zu leistende aber bereits in 2023 zurückgestellte Abfindungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen befinden sich mit TEUR 7.150 3,5% über Vorjahresniveau. Innerhalb dieser Aufwendungen kam es zu nicht budgetierten Lizenzkosten und EDV-Aufwand bei der Systemumstellung auf Microsoft Dynamics BC14. Einen positiven Effekt gab es hingegen bei den Logistikaufwendungen sowie Energie- und Marketingkosten. Bei den Finanzierungsaufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Bankzinsen, Zinsen aus den Gesellschafterdarlehen und Zinsen aus dem Factoring der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Bei der Bank Austria konnten im Jahr 2023 die Darlehensverbindlichkeiten um TEUR 500 verringert werden. Der im Geschäftsjahr 2023 ausgewiesene Jahresgewinn beträgt TEUR 390. 2.5.2 Finanz- und Vermögenslage Das Vermögen der KUNERT FASHION GmbH besteht im Wesentlichen aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und liquiden Mitteln. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden mit 4,5 Mio. EUR ausgewiesen. Dies betrifft eine Kreditfinanzierung bei der Unicredit Bank Austria vom 16. November 2018. Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr betragen 2,8 Mio. EUR. Hierbei handelt es sich um Kreditverträge mit der grosso Holding GmbH. Die Liquiditätssituation der KUNERT FASHION GmbH ist mit gut zu bewerten und von Stabilität geprägt. Die Zahlungsfähigkeit war stets gegeben. 3. PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT Die KUNERT FASHION GmbH hat aufgrund der Neuausrichtung des Markenimages und der Innovation in neue Produktsegmente, sowie durch die umgesetzten Kosteneinsparungen geplant, auf dem positiven operativen Ergebnis 2023 aufzubauen und seinen Marktanteil im Jahr 2024 weiter auszubauen. Die Mehrlieferantenstrategie wird in 2024 weiter ausgebaut. Dies führt zu mehr Flexibilität und Zuverlässigkeit in der Lieferkette und ermöglicht im Einkauf gezieltere Evaluierungen bei den Lieferpartnern und deutlich verbesserte Preisvergleiche. Mit SML bedient man sich ab 2024 eines Partners, welcher im Bereich der Aufmachung ab Mitte 2024 das komplette Produktportfolio abdecken soll und somit den Einkauf, sowie die Logistik deutlich entlasten wird. Dies wird hier ebenso zu einer Kostenreduzierung im Personalbereich führen, wie auch im Bereich der IT, wo das Projekt, neues ERP-System, im Jahr 2024 abgeschlossen sein wird. Personelle Umstrukturierungen im Bereich Rechnungswesen/Controlling setzen hier ebenfalls finanzielle Ressourcen frei. Diese bereits teilweise seit Jahresbeginn 2024 umgesetzten Personaleinsparungen werden sich mit TEUR -88 deutlich bemerkbar machen. Die KUNERT FASHION GmbH unterliegt als Unternehmen der Textilbranche mit ihrem operativen Geschäft den konjunkturellen Chancen und Risiken der allgemeinen Entwicklung dieses Marktes. Aufgrund des hohen Umsatzanteils der Standardware ist das Unternehmen zwar weniger dem Risiko von modischen Trends ausgesetzt, wohl aber den Frequenzschwankungen im Einzelhandel und einem geänderten Kaufverhalten. Der weitere Ausbau im Bereich E-Commerce, durch die Positionierung auf weiteren Plattformen, die Optimierung unser Bild- und Textauswahlen für unsere Kunden, sowie der strategische Einsatz von erweiterten Marketinginstrumenten bei unseren Flächenkunden werden drei Schwerpunkte im nächsten Jahr darstellen. Grundsätzlich wird KUNERT im Jahr 2024 mit einer personell verstärkten Vertriebsmannschaft an den Start gehen. Mit einer neuen, zusätzlichen Leitung im Bereich der Key-Account-Kunden wird es gelingen, hier neue Kunden zu akquirieren und bestehende Geschäftsbeziehungen weiter auszubauen. Sofern die Lieferanten der Gesellschaft für Fertigwaren und auch Rohstoffe ihren Sitz in Ländern mit erhöhtem Risikopotenzial haben, sind mit der Beschaffung politische, wirtschaftliche und logistische Risiken verbunden, die zu Produktions-, Versorgungs- und Umsatzausfällen führen könnten. Die Sicherstellung der Supply-Chain ist somit notwendige Voraussetzung für die Aufrechterhaltung und Sicherstellung des Geschäftsbetriebes der KUNERT FASHION GmbH. Hier haben wir für alle wichtigen Produkte eine zweigleisige Beschaffungsstrategie aufgebaut. Das politische Risiko in den Produktionsländern unserer Fertiger wird von uns als derzeit gering eingestuft, da die politische und gesellschaftliche Lage weiterhin als stabil zu bezeichnen ist. Daher ist für das Geschäftsjahr 2024 nicht mit Produktions- oder Versorgungsengpässen zu rechnen. Aktuelle Rohstoffpreissteigerungen und Lieferzeiten werden genau verfolgt und, wo notwendig, Gegenmaßnahmen eingeleitet. Das neue ERP System wird uns hier zu einem hohen Grad in der Automatisierung führen. Speziell die neue Absatzplanung, sowie deutlich präzisierte Bestellvorschläge und automatisierte Prozesse in Verbindung mit unserem Logistikdienstleiter werden sich im Laufe des Jahres bemerkbar machen. Zusätzlich werden die Aktivitäten in neue Beschaffungsmärkte weiter vorangetrieben, um die Flexibilität, Kapazitäten und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Im Geschäftsjahr 2024 wird uns auch das Thema Lagerabbau und Altwarenvermarktung durchs Jahr begleiten. Auch hier wird es uns mit Hilfe der neuen IT möglich sein, schneller und effizienter neue Sortimente zu bilden und diese unseren Kunden anbieten zu können. Auch B-Qualitäten und Altware werden so erkenntlich sein und über bereits gefundene Partner vermarktet werden. Währungsrisiken ergeben sich für die KUNERT FASHION GmbH nur in vernachlässigbar geringem Maße, da fast alle Beschaffungs- und Vertriebsgeschäfte in EUR abgewickelt werden. Für alle aktuell erkennbaren rechtlichen Risiken ist ausreichend Vorsorge getroffen worden. Die Finanzierung der Gesellschaft basiert auf einer realistischen Schätzung der Umsatz- und Kostenentwicklung. Auf Basis des Budgets 2024 geht die Gesellschaft von einem deutlich positiven Cashflow aus. Das Factoring liefert einen wesentlichen Beitrag dazu. Ebenso die Versicherung der Kunden durch den Warenkreditversicherer Atradius.
Immenstadt, den 14. August 2024 Die Geschäftsführung Peter Gumbel Mona Tschirdewahn Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die KUNERT FASHION GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der KUNERT FASHION GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der KUNERT FASHION GmbH für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Kempten (Allgäu), den 14. August 2024 A
T G
Dr. Huber, Wirtschaftsprüfer Heider, Wirtschaftsprüfer Feststellung JahresabschlussDer Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde mit Gesellschafterbeschluss vom 02.12.2024 festgestellt. |
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