CS HOLDING GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jean Hubert Philippe Gérard Balleidier seit 27.4.2026 | Geschäftsführer |
Fabrice Christophe William Canonge seit 27.4.2026 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Centric Software, Inc. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
CONTENTSERV GmbHRohrbachJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bilanz zum 31.12.2022CONTENTSERV GmbHRohrbachAKTIVA
PASSIVA
Handelsrecht Gewinn- und Verlustrechnung vom 01.01.2022 bis 31.12.2022CONTENTSERV GmbHRohrbach
Handelsrecht Anhang für das Geschäftsjahr 20221. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Der Jahresabschluss der CONTENTSERV GmbH wurde für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH- Gesetzes aufgestellt. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Rohrbach. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ingolstadt unter der Nummer HRB 9164 geführt. Die CONTENTSERV GmbH ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i. S. v. § 267 Abs. 2 HGB. Von den größenabhängigen Erleichterungen nach 288 Abs. 2 HGB wurde teilweise Gebrauch gemacht. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt. Der Abschluss ist in Euro aufgestellt. Der Abschluss wurde unter Zugrundelegung der Going-Concern-Prämisse I. S. d. § 252 Abs. 1 HGB aufgestellt. Diese ist trotz der Ausnutzung der Kreditlinie über TEUR 1.580 gegeben. Der Grund für die Beanspruchung einer Kreditlinie liegt darin, dass die Wartungsumsätze der Perpetual Verträge überwiegend im Januar eines Jahres zu Erlösen bzw. zu Zahlungseingängen führen, die im vierten Quartal eines Jahres aufgebraucht sind, was noch nicht durch unterjährige Erlöse aufgefangen werden kann. Ende Januar 2023 wurde die Kreditlinie bereits nicht mehr in Anspruch genommen und zurückbezahlt. Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein positiver operativer Cashflow erwartet. 2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Immaterielle Vermögensgegenstände Die immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände von 3 bis 5 Jahren linear vorgenommen. Sachanlagen Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, deren Anschaffungskosten zwischen EUR 250,00 und EUR 800,00 betragen (GWG), wurden im Jahr des Zugangs sofort voll abgeschrieben und als Vollabgang dargestellt. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände von 3 bis 13 Jahren linear vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Guthaben bei Kreditinstituten Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert bewertet. Rechnungsabgrenzungsposten Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten wurden Einnahmen vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Gezeichnetes Kapital Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf EUR 100.000,00 und ist voll eingezahlt. Rückstellungen Die Rückstellungen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Bei der Bewertung wurden zukünftige Preis- und Kostensteigerungen sowie Zinseffekte berücksichtigt, sofern die Restlaufzeit mehr als ein Jahr beträgt. Die Steuerrückstellungen beinhalten die noch nicht veranlagten Steuern der Jahre 2022 und 2021. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Verrechnung Forderungen und Verbindlichkeiten wurden miteinander verrechnet (saldiert), sofern eine Aufrechnungslage gem. § 387 BGB in der Weise gegeben war, dass die gegenseitigen Leistungen zwischen denselben Personen bzw. Unternehmen bestanden, gleichartig und fällig waren. Liquide Mittel flossen in dem Umfang zu, wie die Forderungen die Verbindlichkeiten überstiegen. Sofern die Verbindlichkeiten die Forderungen überstiegen haben, erfolgte ein Mittelabfluss. Eine derartige Verrechnung wurde in 2021 nicht vorgenommen, es besteht somit eine abweichende Darstellung zum Vorjahr. Der im Vorjahr unverrechnete Saldo beträgt EUR 1.707.600,88. 3. Angaben zur Bilanz Anlagevermögen Hinsichtlich der Entwicklung des Anlagevermögens im Berichtsjahr verweisen wir auf den Anlagenspiegel. Forderungen
Die Gesellschaft erfasst Forderungen gegen ihre Kunden zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung. Zum Stichtag sind Forderungen in Höhe von TEUR 737 (i. VJ. TEUR 355) bilanziert, für die die Gesellschaft ihre Leistungserbringung noch nicht vollständig abgeschlossen hat. Der darauf entfallende künftige Umsatz wurde passivisch abgegrenzt. Zum Bilanzstichtag bestehen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 1.356 (i. VJ: TEUR 4.314) sowie Darlehensforderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 2.763 (i. VJ: EUR 0). Sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 164.150,97 (i. VJ: EUR 226.179,91) setzen sich wie folgt zusammen:
Rechnungsabgrenzungsposten Bei dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von EUR 2.464.797,41 (i. VJ: EUR 1.743.545,41) handelt es sich im Wesentlichen um jahresübergreifende Fremdleistungsverträge, davon EUR 2.233.517,52 (i. VJ: EUR 1.585.224,64) konzernintern. Eigenkapital Das Eigenkapital ist durch die Kapitaleinlage in Höhe von EUR 50.000,00 in die Kapitalrücklage, den Gewinnvortrag in Höhe von EUR 671.518,28 sowie den Jahresüberschuss 2022 in Höhe von EUR 111.781,52 geprägt. Des Weiteren besteht das gezeichnete Kapital unverändert im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von EUR 100.000,00. Rückstellungen
Die übrigen sonstigen Rückstellungen in Höhe von EUR 712.944,30 (i. VJ: EUR 1.184.657,98) setzen sich wie folgt zusammen:
Erhaltene Anzahlungen und Verbindlichkeiten
Zum Bilanzstichtag bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 1.579.945,76 (i.VJ: EUR 0) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 290.998,15 (i. VJ: EUR 265.764,53). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen im Geschäftsjahr EUR 20.838,91 (i. VJ: EUR 2.763.912,99). Diese resultieren in Höhe von EUR 0,00 (i. VJ: EUR 2.132.166,66) aus Darlehensverbindlichkeiten sowie in Höhe von EUR 20.838,91 (i. VJ: EUR 631.746,33) aus Lieferungen und Leistungen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Gesellschaftern betragen zum Bilanzstichtag EUR 20.838,91 (i. VJ: EUR 164.385,23). Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 208.013,21 (i. VJ: EUR 281.721,49) setzen sich wie folgt zusammen:
Passive Rechnungsabgrenzungsposten Bei dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 4.064 (i. VJ: EUR 1.905) handelt es sich im Wesentlichen um Erlöse, deren Leistungen auf das Folgejahr entfallen, davon EUR 1.384.374 (i. VJ: TEUR 4) konzernintern. Der Rechnungsabgrenzungsposten enthält abgegrenzte Umsatzerlöse über TEUR 652 (I. VJ.TEUR 355), für die bis zum Stichtag noch keine Zahlungseingänge erfolgten. Haftungsverhältnisse Es bestehen keine Haftungsverhältnisse i.S.v. § 251 HGB zum Bilanzstichtag. Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3a HGB In Höhe von insgesamt TEUR 296 (i. VJ: TEUR 244) bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen für Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen. Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen resultieren aus dem Leasing von Kraftfahrzeugen (TEUR 142) und der Anmietung von Büroräumen (TEUR 154). Die Kfz- Leasingverträge haben eine Laufzeit von drei Jahren. Der übrige Mietvertrag hat eine Restlaufzeit von einem Jahr. Es bestehen keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen mit verbundenen Unternehmen. 4. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 15.312.905,28 (i. VJ: EUR 16.411.400,73) wurden größtenteils in Deutschland erwirtschaftet. Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 0,00 (i. VJ: EUR 605,46) enthalten. Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 1.343,15 (i. VJ: EUR 929,49) enthalten. 5. Sonstige Angaben Organe der Gesellschaft Im Geschäftsjahr 2022 und bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses waren bzw. sind
zu alleinvertretungsberechtigten und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreiten Geschäftsführern bestellt. Vergütung der Geschäftsführer Da im Geschäftsjahr 2022 nur zwei Geschäftsführer ihre Vergütung von der Gesellschaft beziehen, nimmt die Gesellschaft die Befreiungsmöglichkeit des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch. Anzahl der Mitarbeiter Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer setzt sich wie folgt zusammen:
Gesellschafter
Wir verweisen auf die Nachtragsberichterstattung. Ergebnisverwendung Die Geschäftsführer schlagen vor, den Jahresüberschuss in Höhe von EUR 111.781,52 auf neue Rechnung fortzutragen. Konzernzugehörigkeit Das Mutterunternehmen der Gesellschaft, das den Konzernabschluss für den kleinsten und den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, in den die Gesellschaft einbezogen wird, ist die CS HOLDING GmbH. Der Konzernabschluss kann im Unternehmensregister eingesehen werden. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Transaktionen mit nahestehenden Personen bestehen mit verbundenen Unternehmen. Diese wurden auf Basis vorhandener Verrechnungsverträge abgerechnet. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die nicht zu marktüblichen Konditionen zustande gekommen sind, bestehen nicht. Nachtragsbericht Bisher sind noch keine negativen Auswirkungen aus dem Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine auf den Geschäftserfolg der Contentserv GmbH zu beobachten. Die Geschäftsführung verfolgt etwaige Effekte sehr eng, so dass - falls notwendig - schnelle Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Mit Wirkung zum 24. Juni 2022 wurde durch eine konzerninterne Umstrukturierung die CS Bidco GmbH, Schweiz, die mit Wirkung zum 2. August 2022 in Contentserv Swiss GmbH, Schweiz, umfirmiert wurde, neue Gesellschafterin der Contentserv GmbH. Bis einschließlich 23. Juni 2022 wurden die Anteile von der Contentserv Group AG, Schweiz, gehalten. 6. Unterschrift der Geschäftsführung
Rohrbach, 10. November 2023 Michael Kugler Michael Mack Anlagenspiegel zum 31.12.2022 Contentserv GmbH Rohrbach
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022A Grundlagen des Unternehmens 1) Geschäftsmodell Die Contentserv GmbH mit Sitz in Rohrbach an der Ilm besteht seit dem Jahr 2000. Sie ist Teil der Contentserv Gruppe, die mit dem Erwerb der Mehrheit (60%) der Geschäftsanteile an der Contentserv Gruppe durch den Finanzinvestor Investcorp im August 2019 über die Tourmalet Holdings Limited, Cayman Islands, entstand. Die CS HOLDING GmbH ist seitdem die oberste Muttergesellschaft der Contentserv Gruppe. Die restlichen Geschäftsanteile befinden sich in Privatbesitz. Zentraler Unternehmensgegenstand der Contentserv Gruppe und damit auch der Contentserv GmbH (Contentserv) ist die Entwicklung, der Vertrieb und der Cloud-basierte Betrieb einer Softwarelösung mit Anwendungen in den Bereichen Product Information Management (PIM), Master Data Management (MDM) und Marketing Experience Management (MxM). Die Contentserv Product Experience Plattform befähigt Markenunternehmen und Händler, die Erwartungen ihrer Kunden mit vielfältigen, relevanten und emotionalen Produkterlebnissen zu übertreffen. Contentserv wurde von Forrester Research als Strong Performer ausgezeichnet. Der Vertrieb der Contentserv Software erfolgt über eigene Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Belgien, USA und Japan, aber auch über Partner in Europa, Amerika und Asien. Die Contentserv GmbH ist der wesentliche Umsatzträger der Contentserv Gruppe. Sie ist jedoch auch Entwicklungsgesellschaft und als solche vor allem für die Steuerung der Unternehmensgruppe in den Bereichen (Weiter-)Entwicklung der Software und den Betrieb der Cloud Infrastruktur verantwortlich. Dies führt dazu, dass die Contentserv GmbH seit Anfang 2022 aufgrund einer Verlagerung der wesentlichen Entscheidungs- und Strategieführerschaft von der Contentserv Swiss GmbH, Ermatingen/Schweiz, auf die Contentserv GmbH Lizenzeinnahmen von den ausländischen Vertriebsgesellschaften aus dem Vertrieb der Contentserv Software erzielt. Im Gegenzug trägt die Contentserv GmbH die vollständigen Kosten für die Entwicklungsleistungen. Durch die Übernahme dieser Kosten sind etwaige Lizenzzahlungen abgegolten. Insofern fallen neben der Übernahme von Entwicklungsaufwendungen keine weiteren Kosten für das Geschäftsjahr 2022 an. Über den Erwerb des zugehörigen IP-Transferpaketes (bestehend aus den Rechten am Quellcode, der Marke und der Website) wird im vierten Quartal 2023 - nach Fertigstellung eines Bewertungsgutachtens - zwischen der Contentserv Swiss GmbH und der Contentserv GmbH verhandelt werden. Nach derzeitigen Erkenntnissen beträgt der potenzielle Wert für das IP-Paket in etwa 6 Mio. EUR. Sofern die Verhandlungen nicht zu einem Verkauf führen, sind sich die Parteien einig, dass stattdessen ab Januar 2024 eine Lizenzrate in Höhe von 5% p.a. anfällt. Die Entwicklung und das Qualitätsmanagement der Software werden vornehmlich in Europa vorangetrieben.
Im Jahr 2018 wurde entschieden, dass das Geschäftsmodell von Contentserv von dem Verkauf der Nutzungsrechte an der Contentserv Software (Perpetual License) sowie dem Betrieb auf der kundeneigenen IT-Plattform (On Premise) auf ein Software as a Service Modell (SaaS), d.h. der "Vermietung" der Nutzungsrechte an der Contentserv Software, umgestellt wird. Die Software wird nunmehr überwiegend über die von Contentserv bereitgestellte IT-Plattform betrieben (Cloud). Diese wird aus Deutschland und Portugal gesteuert. Die Implementierung der Projekte erfolgt mittlerweile überwiegend durch die Partner der Contenserv Gruppe und nur auf expliziten Wunsch des Kunden durch Contentserv selbst. 2) Forschung und Entwicklung Die Softwarebranche unterliegt naturgemäß einem schnellen, technologischen Wandel. Contentserv investiert daher kontinuierlich in die Neu- und Weiterentwicklung seiner Softwarelösungen. Dafür unterhält die Gruppe in Europa Produktmanagement-, Entwicklungs- und Qualitätssicherungsteams mit insgesamt 68 Mitarbeitern zum Jahresende, die die Software und begleitende Produkte weitestgehend selbst entwickeln. Entwicklungsaufwendungen werden nicht aktiviert. 3) Finanzielle Leistungsindikatoren Die Geschäftsführung steuert die Konzerngesellschaften im Wesentlichen auf Basis des realisierten Auftragseingangs "Annual Recurring Revenue", der daraus resultierenden Umsatzerlöse sowie dem EBITDA. 4) Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren Neben den Mitarbeitern sind zufriedene Kunden das wichtigste Asset von Contentserv. Auch 2022 kam es zu keinen nennenswerten Kündigungen von Verträgen. Dies gilt vor allem für die Wartungsverträge der Kunden, die das Perpetual Licence Modell gewählt hatten, aber auch für die neueren SaaS Verträge. Die Zufriedenheit der Kunden drückt sich auch dadurch aus, dass es Contentserv immer besser gelingt, sogenannte "On Premise"-Kunden in die SaaS-Umgebung zu migrieren. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit ist Contentserv sehr wichtig. So werden inzwischen regelmäßig Mitarbeiterbefragungen sowie -gespräche durchgeführt. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragungen fließen sodann in die strategischen Entscheidungen des Managements mit ein. B Wirtschaftsbericht 1) Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Das Jahr 2022 war in der ersten Jahreshälfte weiterhin von der Covid-19-Krise geprägt. Die Weltwirtschaft wuchs nach einem Wachstum von 6,0% im Jahr 2021 im Jahr 2022 um 3,1%. Das BIP der Europäischen Union stieg um 3,5% und in Deutschland um 1,8% 1 Mit der vollständigen Überwindung der Covid-19-Krise war für alle Nationen mit 2,9% ein weiteres Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 vorhergesagt worden. 2 Nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine waren die wirtschaftlichen Aussichten vor allem durch die Unsicherheit über die Energieversorgungslage sowie höhere Inflation, deren Ursache u.a. in den steigenden Energiepreisen lag, geprägt. 3 Die Inflationsrate im Euro-27 Raum erreichte mit 11,5% im Oktober 2022 ihren Höhepunkt und liegt im Juli 2023 immer noch 6,1% verglichen mit dem gleichen Monat im Vorjahr. 4 Für 2023 liegt die erwartete Inflationsrate im weltweiten Mittel bei 7%. 5 Für die Weltwirtschaft wird für 2023 ein Wirtschaftswachstum von 2,9% erwartet. Die Prognosen für Europa und Deutschland liegen bei 0,7% bzw. 0,1%. 6 Der globale Markt für Application Development Software wuchs im Jahr 2022 auf ein Volumen von 152 Mrd. USD (+7,7% im Vergleich zu 2021) an und konnte sich damit ein wenig von der Entwicklung der globalen Weltwirtschaft abkoppeln. Für 2023 wird ein Marktvolumen von 167 Mrd. USD prognostiziert, das im Jahr 2024 um weitere 7,7% ansteigen soll. 7 Für die weltweiten SaaS-Umsätze wird für das Jahr 2022 ein Volumen von 203 Mrd. USD prognostiziert (Europa 47,4 Mrd. USD). Im Jahr 2023 wird ein Anstieg auf 239 Mrd. USD (Europa 57,3 Mrd. USD) vorhergesehen, der sich im Jahr 2024 auf 263 Mrd. USD fortsetzen soll (Europa +12,1%). 8 Im Jahr 2022 war in Deutschland ein Anstieg der Umsätze mit Software auf 37,9 Mrd. EUR zu verzeichnen, der sich im Jahr 2023 mit einem Zuwachs von 3,6 Mrd. EUR auf 41,5 Mrd. EUR noch verstärkten soll. Für das Jahr 2024 wird mit einem weiteren Marktwachstum auf dann 45,7 Mrd. EUR gerechnet. 9 Der weiterhin seit Ende Februar 2022 stattfindende russische Angriffskrieg, sich normalisierende Lieferketten und die nach wie vor hohe Inflation stellen weiterhin Bedrohungen für die Entwicklung der globalen Weltwirtschaft dar. Diese sind in unserer Branche derzeit allerdings nicht merklich spürbar.
1
https://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.KD.ZG
(World Bank national accounts data, and OECD National
Accounts data files)
2) Geschäftsverlauf Der Kernabsatzmarkt von Contentserv ist weiterhin Europa und hier vor allem der deutschsprachige Raum. Das Geschäftsjahr 2022 war nur im geringen Ausmaß von Covid-19 geprägt. Persönliche Meetings mit dem Kunden vor Ort waren besser möglich, aber eine allgemeine Zurückhaltung für persönliche Treffen war durchaus noch spürbar. Aufgrund der Covid-Zeit sind die Contentserv Vertriebsmitarbeiter heutzutage gut geschult, das stark erklärungsbedürftige Produkt vor Ort bei potenziellen Kunden als auch Remote zu vertreiben. Die Umsätze im Geschäftsjahr betrugen 15.313 TEUR (Vorjahr 16.411 TEUR). Mit 12.499 TEUR stammen in etwa 82% (Vorjahr 9.565 TEUR bzw. 58%) der Umsätze aus Leistungsbeziehungen mit fremden Dritten und stellen somit echte Außenumsätze dar. Insgesamt stiegen die Außenumsätze um ca. 30% an. Der Rest ist Umsätzen aus Leistungsbeziehungen mit Konzerngesellschaften zuzuordnen. Der relativ starke Rückgang um 4.032 TEUR bei den Umsätzen aus internen Leistungsbeziehungen ist durch die Verlagerung des Ortes der zentralen Unternehmenssteuerung von der Schweiz nach Deutschland mit Wirkung zu Beginn des Jahres 2022 begründet. Bis zur Verlagerung hat die Contentserv GmbH ihre Kosten, die mit der Entwicklung der Software, dem Betrieb der Cloud und Verwaltungsaufgaben verbunden waren, an die Schweizer Muttergesellschaft weiterbelastet. Die internen Umsätze aus dieser Weiterbelastung beliefen sich im Jahr 2021 auf 4.912 TEUR. Seit 2022 erwirtschaftet die Contentserv GmbH ihre internen Umsätze über Lizenzeinnahmen aus den ausländischen Gesellschaften für deren Umsätze mit fremden Dritten. 47% (Vorjahr 30%) der Außenumsätze resultieren aus dem Verkauf bzw. der Vermietung der Contentserv Software. Diese Entwicklung war erwartet worden, da SaaS-Modelle zunehmende Akzeptanz auf dem Gesamtmarkt erhalten. Die Perpetual License Umsätze mit fremden Dritten hatten im Jahr 2022 einen Anteil von 20% an den gesamten Softwareumsätzen in Höhe von 5.878 TEUR (Vorjahr 31%). Service hatte einen Anteil von 9% (Vorjahr 14%) an den Außenumsätzen. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 sank der Anteil der Wartungsumsätze um ca. 9% auf nun 41% am Außenumsatz. Die stabile Kundenbasis aus Perpetual License Umsätzen ist der Grund für den nach wie vor hohen Anteil. Der Rückgang war jedoch erwartet worden, da vor allem das SaaS-Modell aktiv am Markt vertrieben wird. Die Erwartungen der Geschäftsführung in Bezug auf das Geschäftsjahr wurden erreicht. 3) Ertragslage Wesentliche Bestandteile der Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von 6.545 TEUR (Vorjahr 6.680 TEUR) sind mit 2.930 TEUR direkte Aufwendungen für die Auftragsentwicklung der Contentserv Software und dem Service hierfür, angefallen durch die Schwestergesellschaften in Indien und Portugal. Die Contentserv GmbH trägt mit Beginn 2022 vollständig die Aufwendungen für die weitere Entwicklung der Contentserv Software, die bis dahin durch die Muttergesellschaft getragen wurden. Dies gilt unabhängig davon, ob die Aufwendungen im Inland oder bei ausländischen Schwestergesellschaften anfallen. Der verbleibende Betrag sind Aufwendungen für Hosting, Lizenz- und Wartungskosten für Drittsoftware sowie bezogene Leistungen durch fremde Dritte. Neben den bezogenen Leistungen betrifft der weitere wesentliche Aufwandsposten von Contentserv die Personalaufwendungen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Durchschnitt 72 Mitarbeitende (Vorjahr 75) beschäftigt. Der Aufwand hierfür beträgt 6.300 TEUR (Vorjahr 6.843 TEUR). Im Geschäftsjahr 2022 werden sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 2.556 TEUR (Vorjahr 2.897 TEUR) verzeichnet. 57% entfallen auf verschiedene betriebliche Kosten (Vorjahr 68%). Unter anderem beinhaltet diese Position Beratungs- und Prüfkosten, Lizenzkosten für genutzte Software, Personalbeschaffung sowie allgemeine Verwaltungskosten. Die Raumkosten haben mit 169 TEUR (Vorjahr 244 TEUR) einen Anteil von ca. 7% an den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Werbe- und Reisekosten betragen 261 TEUR (Vorjahr 214 TEUR) im Berichtsjahr. Das Unternehmensergebnis wird, wie in der ganzen Contentserv Gruppe, aufgrund des geringen Anlagevermögens und der Abhängigkeit von den finanziellen Mitteln der Gesellschafter auf Konzernebene auf Ebene des EBITDA betrachtet und gesteuert, weswegen auf die Darstellung weiterer Aufwandspositionen verzichtet wird. Im Geschäftsjahr 2022 betrug das EBITDA 186 TEUR (Vorjahr 383 TEUR). Das Ergebnis liegt im Rahmen der Erwartungen. 4) Finanz- und Vermögenslage Finanzlage Die Ausstattung der Contentserv GmbH mit ausreichend finanziellen und liquiden Mitteln zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs ist grundsätzlich sichergestellt. Die Transformation des Geschäftsmodells vom Perpetual License Modell zum SaaS License Modell konnte im Berichtsjahr durch die Gesellschaft eigenständig finanziert werden. Im Sommer 2022 konnte die Einwerbung einer Kreditlinie im Umfang von 2,0 Mio. EUR erfolgreich abgeschlossen werden, welche zeitweise in Anspruch genommen wurde. Die Geschäftsführung sieht es aufgrund der aktuellen Einschätzung als überwiegend wahrscheinlich an, dass auch zukünftig alle vertraglichen Verpflichtungen eingehalten werden können. Die Geschäftsführung stützt sich dabei auf den regelmäßig stattfindenden Diskurs mit den Gesellschaftern der Contentserv Gruppe. Die Gesellschaft finanzierte den laufenden Betrieb im Geschäftsjahr weitestgehend aus dem operativen Cashflow. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen am Jahresende 21 TEUR. (Vorjahr 2.764 TEUR). Die Reduktion konnte hauptsächlich dadurch erreicht werden, dass die oberste Muttergesellschaft im Wege der Schuldübernahme ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 2.000 TEUR übernommen hat. Die Kreditlinie wurde zum Bilanzstichtag mit 1.580 TEUR in Anspruch genommen. Der Grund dafür ist, dass die Wartungsumsätze der Perpetual Verträge überwiegend im Januar eines Jahres zu Zahlungseingängen führen, die im vierten Quartal eines Jahres aufgebraucht sind, was noch nicht durch unterjährige Erlöse aufgefangen werden kann. Ende Januar 2023 wurde die Kreditlinie bereits nicht mehr in Anspruch genommen. Mit dem weiteren Wachstum von Contentserv wird sich die Liquiditätslage am Ende des Jahres verbessern. Im Geschäftsjahr 2022 war der Konzern durchgehend finanziert und somit die Contentserv GmbH ebenso. Für das Risiko, dass die Gesellschaft in der Vergangenheit und zukünftig nicht in der Lage gewesen sein sollte, fällige Verbindlichkeiten aus eigenen Mitteln auszugleichen, haben die Gesellschafter der obersten Konzernmutter CS HOLDING GmbH einen Support Letter unterzeichnet, in dem sie zusagen, die CS HOLDING GmbH mit finanziellen Mitteln bis zu einer Höhe von 2,1 MEUR auszustatten. Der Support Letter ist bis zum 31. Dezember 2024 gültig. Zusätzlich konnte die CS HOLDING GmbH mit einem der Gesellschafter einen Darlehensvertrag abschließen, der der Gesellschaft die Möglichkeit gibt, jederzeit ein Darlehen in Höhe von 500 TEUR abzurufen. Die Konzernführung hat weitere operative Maßnahmen ergriffen, um die Aufwandspositionen nicht überproportional zum Umsatzwachstum ansteigen zu lassen und die Contentserv GmbH in diese Maßnahmen eingebunden. Vermögenslage Im Verlauf des Geschäftsjahres wurden 17 TEUR für IT-Equipment sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert. Das Anlagevermögen zum Ende des Geschäftsjahres 2022 setzt sich zu 67% aus Betriebs- und Geschäftsausstattung (Vorjahr 63%) sowie 33% aus entgeltlich erworbenen Softwarelizenzen (Vorjahr 37%) zusammen. Leistungswirtschaftlich von Bedeutung sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum Bilanzstichtag in Höhe von 1.315 TEUR gegen fremde Dritte (Vorjahr 597 TEUR) und in Höhe von 4.119 TEUR gegen verbundene Unternehmen (Vorjahr 4.314 TEUR) bestehen. Darin enthalten ist ein Darlehen in Höhe von 2.763 TEUR (Vorjahr 0 EUR) an die oberste Muttergesellschaft der Contentserv Gruppe, die CS HOLDING GmbH. Zahlungsstörungen waren nicht zu verzeichnen. 5) Prognose-, Chancen- und Risikobericht Risikomanagement Die Contentserv GmbH ist im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit einer Vielzahl von Chancen und Risiken ausgesetzt. Unternehmerisches Handeln bedeutet, Chancen zu nutzen und etwaige Risiken möglichst frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und ihnen entgegenzuwirken. In regelmäßig stattfindenden Managementmeetings werden die Entwicklungen der einzelnen Tochtergesellschaften, aber auch einzelner funktionaler Bereiche diskutiert und Maßnahmen zur Ergreifung von Chancen bzw. Abwendung von Risiken verabredet sowie nachgehalten. Das interne Berichtswesen ist das Kernstück des Risikomanagements der Contentserv GmbH. Es ermöglicht das Controlling aller wirtschaftlich relevanten Eckdaten einzelner Tochtergesellschaften sowie einzelner Funktionsbereiche. Basis hierfür ist der jährliche Budgetierungsprozess sowie unterjährig stattfindende Forecast-Prozesse. Die jeweiligen Entscheidungsträger verfügen somit über zeitnahe und adäquate Informationen, die es ihnen ermöglichen, ihre Organisationseinheiten erfolgreich zu steuern und stetig weiterzuentwickeln. Gesamtwirtschaftliches Risiko Chancen und Risiken bestehen in erster Linie in marktübergreifenden Entwicklungen, wie der zunehmenden Notwendigkeit, sich als Unternehmen auf unterschiedlichen Kanälen zu präsentieren, der wirtschaftlichen Entwicklung der Absatzmärkte der Contentserv GmbH im Allgemeinen sowie von Fokusbranchen im Speziellen. Abhängigkeiten von einzelnen Kunden oder Branchen bestehen nicht. Der anhaltende Trend zur Verlagerung von immer mehr Daten und Datenverarbeitungsprozessen auf Server (Cloud) sowie die zunehmende Bedeutung des E-Commerce korrespondiert mit dem Kerngeschäft und der aktuellen Portfolio-Ausrichtung von Contentserv als Softwareanbieter und eröffnet damit ein Marktumfeld mit zahlreichen wirtschaftlichen Chancen. Dabei bewegt sich Contentserv in wettbewerbsintensiven Wachstumsmärkten mit einer Vielzahl von nationalen und internationalen Wettbewerbern. Einige dieser Wettbewerber können aus einer größeren Marktstellung heraus agieren und könnten ihre Angebote weiter in Richtung SaaS ausweiten. Dies könnte zu Marktanteilsverlusten und geringeren Wachstumschancen führen. Neu- bzw. Weiterentwicklungen könnten zu spät auf den Markt kommen oder nicht den angestrebten Markterfolg erzielen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Neuentwicklungen, trotz umfangreicher Tests, Fehler oder Sicherheitslücken enthalten, die den Markterfolg der Contentserv GmbH schmälern können. Finanzierung Die Contentserv GmbH finanziert sich überwiegend aus dem eigenen operativen Cashflow. Dies wird der Gesellschaft gemäß unseren Budgetplanungen auch in Zukunft gelingen. Zur Absicherung von zukünftigen Unsicherheiten konnte die Gesellschaft eine Kreditlinie mit einem Volumen von 2.000 TEUR sowie die direkte Gesellschafterin CS Holding GmbH ein jederzeit abrufbares Gesellschafterdarlehen im Umfang von 500 TEUR einwerben. Zur allgemeinen Sicherstellung der Finanzierung wird eine aktive Liquiditätsplanung vorgenommen. Betrieb Der Leistungserstellungs- und Bereitstellungsprozess der Gruppe erfolgt im Rahmen eines Public Cloud Modells. Durch allgegenwärtige Bedrohungen aus dem Internet könnten die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität der Systeme oder der darin gespeicherten oder verarbeiteten Daten gefährdet sein. Die Contentserv GmbH arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen der Sicherheit und Betriebsstabilität ihrer Server und Rechenzentren. Nichtsdestotrotz besteht ein niemals vollständig eliminierbares Ausfallrisiko für Server- und Infrastruktursysteme aufgrund unterschiedlicher Ursachen. Mithin besteht das Risiko vorübergehender Betriebsunterbrechungen für die Contentserv GmbH und deren Kunden. Zusätzlich ist die Infrastruktur dem Risiko gezielter Cyberattacken ausgesetzt. Hier besteht das Risiko, dass Störungen oder Systemausfälle die Leistungserstellung ganz oder vorübergehend beeinträchtigen könnten. Um dem entgegenzuwirken, hat die Contentserv GmbH für ihre Entwicklungspipeline eine sogenannte "Shift-Left"-Strategie eingeführt, die eine frühzeitige Erkennung und Behebung von Schwachstellen ermöglicht, um sichere und verlässliche Lösungen zu liefern. Wir führen kontinuierlich interne Penetrationstests für unsere Software, SaaS-Plattform, API-Gateway, Endpunkte, interne IT- und Cloud-Infrastruktur durch, um einen proaktiven Ansatz für das Management etwaiger Angriffsflächen und Schwachstellen zu gewährleisten. Unser Security Council, das wöchentlich einberufen wird, stellt sicher, dass die besten Sicherheitsmethoden auf allen Ebenen unseres Betriebs integriert werden und die ISO 27001-Norm eingehalten wird. Auch die Mitarbeiter der Contentserv GmbH können unter bestimmten Umständen ein Sicherheitsrisiko darstellen. Daher werden diese in Bezug auf sicherheitsrelevante Aspekte nicht nur sensibilisiert, sondern es bestehen strikte Richtlinien und Vorgaben für das Personal zur Nutzung und Behandlung der EDV-Systeme. Hochqualifiziertes Personal mit spezialisiertem Fach- und Technologiewissen, insbesondere in den Bereichen Entwicklung, Betrieb und Kundenbetreuung, ist für den nachhaltigen Erfolg der Gruppe unabdingbar. Die wachsende Nachfrage nach Spezialisten im IT-Bereich macht den Fachkräftemangel spürbar und den Wettbewerb um Mitarbeiter intensiv. Es besteht das Risiko, dass es der Gruppe nicht gelingt, hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und/oder zu halten. Um dem allgemeinen Personalrisiko entgegenzuwirken, werden mittels unterschiedlicher Maßnahmen einerseits attraktive Arbeitsbedingungen geschaffen bzw. kontinuierlich ausgebaut und andererseits auch Rekrutierungswege optimiert. Steuerrisiken In der Vergangenheit wurden durch die Unternehmensleitung wesentliche Unternehmensentscheidungen im Ausland getroffen. Basis hierfür waren Transferpreisregelungen innerhalb des Konzerns, die im Rahmen der Abschlusserstellung verifiziert und in ihrer Struktur durch Gutachten bestätigt wurden. Es kann dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Finanzverwaltung eine differenzierte Sichtweise bezüglich dieses Themas einnimmt. Mit einem Wechsel der Unternehmensleitung zum Anfang des Geschäftsjahres 2022 wurden Umstrukturierungen innerhalb des Konzerns in die Wege geleitet, die eine etwaige Anpassung des existierenden Transferpreissystems notwendig machen könnten. Die Analysen und Entscheidungsprozesse hierzu sind zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung begonnen, allerdings noch nicht abgeschlossen worden. Zusammenfassende Beurteilung Nach Einschätzung der Geschäftsführung liegen die wesentlichen Risiken in den Bereichen Finanzierung, Betrieb und Gesamtwirtschaft. Eine fortlaufende Optimierung und die damit verbundenen Maßnahmen werden diese Risiken so weit möglich auf ein Minimum reduziert. Prognosebericht Die Contentserv GmbH plant mit ihrer Software im laufenden Geschäftsjahr eine Umsatzsteigerung zum Vorjahr zu erreichen. Das Neugeschäft soll überwiegend als SaaS Modell vorangetrieben werden. Bestehende Kunden des Perpetual License Modells sollen nach Möglichkeit im Verlauf der kommenden Jahre auf das SaaS Modell migriert werden. Parallel dazu wird die Contentserv Software stetig weiterentwickelt und vor allem die Qualität optimiert, so dass Störungen in der Anwendung deutlich minimiert werden. Für das Geschäftsjahr 2023 wird, trotz des Ukraine-Krieges und der weiterhin unsicheren Lage hinsichtlich der Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds, ein Umsatz mit fremden Dritten von ca. 14,5 Mio. EUR bei einem positiven EBITDA von ca. 0,5 Mio. EUR durch die Contentserv GmbH angestrebt. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung sind keine negativen Auswirkungen aufgrund der Krise in der Ukraine sowie der wirtschaftlichen Eintrübung im Verhalten der Kunden zu beobachten. Für das Geschäftsjahr 2023 wird mit einem realisierten Auftragseingang von 15,6 Mio. EUR (Vorjahr Ist 12,8 Mio. EUR) geplant. Das erste Halbjahr 2023 konnte auf der Absatzseite (new ARR von 1,4 Mio. EUR) besser als geplant abgeschlossen werden. Veränderungen in der finanzwirtschaftlichen Performance im Jahr 2023 resultieren einzig aus einer Neugestaltung des konzernweiten Verrechnungspreismodells, das seine volle Gültigkeit ab dem Jahr 2023 entfaltet. Für das Jahr 2024 wird mit Umsatzerlösen von ca. 17 Mio. EUR sowie einer weiteren Steigerung des Auftragseingangs auf dann über 3 Mio. EUR gerechnet. Das Management der Contentserv GmbH ist überzeugt, die geeigneten und notwendigen Maßnahmen zum Erkennen und sicheren Steuern der sich intern, aber auch aus dem Markt ergebenden Herausforderungen getroffen und eingeleitet zu haben. Die skizzierten Risiken werden fortlaufend analysiert und durch das Management bewertet.
Rohrbach, 10. November 2023 Michael Kugler Michael Mack Der vorstehende, zur Offenlegung bestimmte und nach § 327 HGB verkürzte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 entspricht den gesetzlichen Vorschriften. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Contentserv GmbH, Rohrbach Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Contentserv GmbH, Rohrbach, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Contentserv GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, 10. November 2023 Mazars
GmbH & Co. KG
gez. Helge Schäfer, Wirtschaftsprüfer gez. Maximilian Stocker, Wirtschaftsprüfer HRB 9164Feststellung des Jahresabschlusses Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 23. November 2023 festgestellt. |
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