Martrade Shipping + Transport GmbH

Jägerhofstraße 19, 40479 Düsseldorf, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 30432
Eingetragen
14.1.1994
Branche
Vermittlungstätigkeiten für die GüterbeförderungErbringung von LogistikdienstleistungenGüterbeförderung in der Hochsee- und Küstenschifffahrt
Gegenstand
a) Die Durchführung, Organisation, Abwicklung von sowie die Beratung und Betreuung bei Speditions-, Logistik-, Lagerund Frachtgeschäften aller Art zu Lande, zu Wasser und in der Luft, insbesondere bei Schwer- und Spezialtransporten, dazu gehören auch Ingenieur- und Beratungsdienstleistungen im Bereich der Spedition und Logistik; b) die Anbahnung und Vermittlung von Geschäftsbeziehungen gem. a).

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Roman Grig
seit 15.11.2022
Geschäftsführer
Volodymyr Pochotov
seit 15.4.2016
Prokura
Thomas Johannes Mais
seit 21.5.2012
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Martrade Shipping + Transport GmbH

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 8,00 8,00
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 1,00 1,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 37.418,96 3.988,96
37.419,96
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.057.206,62 2.057.206,62
2.094.634,58 2.061.204,58
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe 483.893,44 498.279,96
2. Aufwendungen für noch nicht beendete Schiffsreisen 720.421,35 0,00
3. Geleistete Anzahlungen für nicht beendete Schiffsreisen 1.592.712,21 238.138,50
4. Erhaltene Anzahlungen für noch nicht beendete Schiffreisen -2.797.027,00 -736.418,46
0,00 0,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 332.459,47 439.503,76
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.483.501,82 3.124.543,12
- davon gegen Gesellschafter: EUR 1.760.073,26 (EUR 1.188.106,82)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.133.503,01 519.866,34
4.949.464,30 4.083.913,22
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.481.005,56 2.676.048,12
6.430.469,86 6.759.961,34
C. Rechnungsabgrenzungsposten 149.068,08 214.663,31
Summe Aktiva 8.674.172,52 9.035.829,23

PASSIVA

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 255.645,94 255.645,94
II. Gewinnvortrag 875.304,44 275.267,19
III. Jahresüberschuss 1.523.758,68 4.600.037,25
2.654.709,06 5.130.950,38
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 94.493,00 310.000,00
2. Sonstige Rückstellungen 963.549,92 2.779.711,94
1.058.042,92 3.089.711,94
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen 66.434,05 403.793,59
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 66.434,05 (EUR 403.793,59)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.163.954,52 209.622,24
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 2.163.954,52 (EUR 209.622,24)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.686.415,32 29.406,15
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 2.686.415,32 (EUR 29.406,15)
- davon gegen Gesellschafter: EUR 0,00 (EUR 0,00)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 13.605,75 48.658,22
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 13.605,75 (EUR 48.658,22)
- davon aus Steuern: EUR 11.631,33 (EUR 12.714,11)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 1.935,17 (EUR 931,22)
4.930.409,64 691.480,20
D. Rechnungsabgrenzungsposten 31.010,90 123.686,71
Summe Passiva 8.674.172,52 9.035.829,23

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023 Vorjahr
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 43.616.320,98 53.769.274,02
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an unfertigen Leistungen 719.991,92 -2.841.726,12
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.677.908,28 1.211.735,25
- davon aus der Währungsumrechnung: EUR 587.305,75 (EUR 635.559,95)
4. Aufwendungen für bezogene Leistungen 44.187.004,05 48.841.652,02
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 881.128,51 787.972,82
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 151.144,44 128.237,53
1.032.272,95 916.210,35
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 5.412,53 727.490,44
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.851.611,16 1.751.961,39
- davon aus der Währungsumrechnung: EUR 673.602,59 (EUR 273.595,62)
8. Erträge aus Beteiligungen 2.714.948,42 4.759.270,56
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 2.714.930,34 (EUR 4.759.270,56)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 18,08 324,26
10. Steuern vom Einkommen und Ertrag 127.163,15 60.000,00
11. Ergebnis nach Steuern 1.525.687,68 4.600.915,25
12. Sonstige Steuern 1.929,00 878,00
13. Jahresüberschuss 1.523.758,68 4.600.037,25

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben

Sitz der Martrade Shipping + Transport GmbH ist Düsseldorf. Die Gesellschaft ist unter HRB 30432 im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf eingetragen.

Für die Rechnungslegung der Gesellschaft im Berichtsjahr finden gemäß § 267 Abs. 2 HGB die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften Anwendung.

Alle Angaben werden in TEUR gemacht.

2. Angaben zur Gliederung des Jahresabschlusses

Die Gliederung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Saldenvorträge zum 1. Januar 2023 entsprechen den Ansätzen zum 31. Dezember 2022. Die Bilanzidentität gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB ist gewahrt.

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden erfolgt nach dem Grundsatz der Unternehmensfortführung (Going-Concern-Prinzip gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Die in der Bilanz ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet (§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB).

Das Realisationsprinzip und das Imparitätsprinzip sowie der Grundsatz der Vorsicht wurden beachtet (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB).

Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden wurden beibehalten (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB).

Die zum Bilanzstichtag in ausländischer Währung bestehenden Vermögensgegenstände und Schulden wurden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.

4. Angaben zur Bilanz

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.

Das Sachanlagevermögen wurde mit den Anschaffungskosten abzüglich angemessener planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Einzelanschaffungswert von nicht mehr als EUR 800,00 wurden im Geschäftsjahr 2023 in voller Höhe abgeschrieben.

Die Finanzanlagen wurden mit den Anschaffungskosten, zum Teil abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen bilanziert.

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus nachfolgendem Anlagenspiegel. Hieraus ergeben sich auch die Abschreibungen des Geschäftsjahres.

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023

ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Stand 01.01.2023 Zugänge 2023 Abgänge 2023 Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 37.210,62 0,00 0,00 37.210,62
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 156.041,70 38.842,53 0,00 194.884,23
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.057.206,62 0,00 0,00 2.057.206,62
Insgesamt 2.250.458,94 38.842,53 0,00 2.289.301,47
ABSCHREIBUNGEN
kumuliert bis 01.01.2023 Zugänge 2023 kumuliert auf Abgänge 2023 kumuliert bis 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 37.202,62 0,00 0,00 37.202,62
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 152.051,74 5.412,53 157.464,27
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Insgesamt 189.254,36 5.412,53 0,00 194.666,89
BUCHWERTE
31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 8,00 8,00
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 37.419,96 3.989,96
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 2.057.206,62 2.057.206,62
Insgesamt 2.094.634,58 2.061.204,58

Aufgliederung der sonstigen Rückstellungen:

2023 2022
TEUR TEUR
Claim-Verpflichtungen 464 455
Jahresabschlusskosten 117 143
Drohverlustrückstellungen 0 1.782
Personalkosten 78 130
Ausstehende Eingangsrechnungen 236 201
Übrige 69 69
964 2.780

Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten umfasst ausschließlich Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

5. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 213 (i. Vj. TEUR 536) enthalten im Wesentlichen Erträge aus Auflösung von Rückstellungen TEUR 169.

6. Sonstige Angaben

In 2023 beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich 9 Arbeitnehmer (i. Vj. 9).

Die Umstellung des gezeichneten Kapitals von DM auf Euro ist noch nicht erfolgt. Das gezeichnete Kapital beträgt DM 500.000,00.

Name und Sitz, die Höhe des Anteils am Kapital, das Eigenkapital und das Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses von Unternehmen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, ergibt sich aus nachfolgender Aufstellung über den Anteilsbesitz.

Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2023

Beteiligung 31.12.2023
Beteiligungen größer 20% Nominalkapital Originäre Währung EUR in %
1. MARTRADE GULF LOGISTICS FZCO, Dubai/Vereinigte 500.000 AED 123.210 EUR 99,8
Arabische Emirate 0,2
2. Martrade Logistics UK Holding Ltd., London/Großbritannien 500 GBP 577 EUR 75,0
25,0
3. Martrade Shipping Services Ltd., London/Großbritannien 500 GBP 577 EUR 100,0
Gesellschafter Jahresergebnis 2023 bilanzielles Eigenkapital 31.12.2023
Martrade Shipping + Transport GmbH IQ Martrade Holding und Management GmbH 1.529.028 EUR 6.493.792 EUR
Martrade Shipping + Transport GmbH IQ Martrade Holding und Management GmbH -10.255 EUR 26.251 EUR
Martrade Logistics UK Holding Ltd. -903 EUR -460.839 EUR

Am 31. Dezember 2023 bestanden folgende zukünftige finanzielle Verpflichtungen:

2023 2022
TEUR TEUR
Fällig innerhalb eines Jahres 2.535 3.650
Fällig innerhalb ein bis fünf Jahren 29 27
Fällig nach über fünf Jahren 0 0
2.564 3.677

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Ende des Geschäftsjahres waren nicht zu verzeichnen.

Mutterunternehmen im Sinne des § 285 Nr. 14 HGB ist die Martrade Logistic GmbH & Co. KG, Düsseldorf die einen Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Daneben wird die Gesellschaft bei der IQ Martrade Holding und Management GmbH in einen Konzernabschluss einbezogen, der den kleinsten Kreis von Unternehmen i.S.d. § 285 Nr. 14a HGB darstellt.

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführer ist:

Herr Dr.-Ing. Roman Grig, Ingenieur, Berlin.

 

Düsseldorf, den 19.07.2024

Der Geschäftsführer

Dr. Roman Grig

Lagebericht zum 31. Dezember 2023

INHALTSVERZEICHNIS / GLIEDERUNG

I. Geschäftsmodell der Gesellschaft

II. Wirtschaftsbericht

A. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

B. Geschäftsverlauf der Gesellschaft

C. Lage der Gesellschaft

1. Ertragslage

2. Finanzlage

2.1 Kapitalstruktur

2.2 Investitionen

2.3 Liquidität

3. Vermögenslage

4. Gesamtbeurteilung Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft III. Prognosebericht

IV. Chancen- und Risikobericht

I. Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die Gesellschaft betätigt sich als Betreiber von Seeschiffen, der Seetransporte auf der Basis langfristig und kurzfristig gecharterter Schiffe (Zeitcharter und Reisecharter) durchführt.

Als 100 %ige Tochtergesellschaft der IQ Martrade Holding und Managementgesellschaft mbH, Düsseldorf, ist die Gesellschaft in die von der Muttergesellschaft geführte Martrade- Unternehmensgruppe integriert, deren grundlegendes Unternehmenskonzept in der weltweiten Tätigkeit als System-Anbieter von Transport- und Logistiklösungen für international tätige Industrie- und Handelsunternehmen besteht. Der Schwerpunkt des Leistungsangebotes der Unternehmensgruppe liegt in den Geschäftsbereichen

Ocean Shipping,

Port- & Terminal Operations sowie

Logistics.

Der Geschäftsbereich Ocean Shipping der IQ Martrade Holding und Managementgesellschaft umfasst per 31. Dezember 2023 die Martrade Shipping + Transport GmbH ("MST") und die Tochtergesellschaft Martrade Gulf Logistics FZCO in Dubai ("MGL"), an der die Martrade Shipping zu 99,8% beteiligt ist sowie einige kleinere Tochtergesellschaften in Großbritannien.

Ocean Shipping bedient im Wesentlichen die Fahrtgebiete vom Schwarzen Meer und vom europäischen Nordkontinent nach Nahost, Indien, Pakistan, Südostasien und China sowie von Nahost und Indien in Richtung Mittelmeer und Ostküste USA. Transportiert werden überwiegend Stahlprodukte und trockene Massengüter sowie Projektladung. Transporte von Flüssigladungen werden nicht durchgeführt. Die MST ist im Wesentlichen für europäische Kunden tätig, während die MGL aus Dubai die Kunden auf der arabischen Halbinsel, in Indien und in Asien bedient.

II. Wirtschaftsbericht

A. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Nachfrage nach internationalen Seetransportleistungen und die Entwicklung des seeseitigen Ladungsaufkommens wird maßgeblich durch das globale Wirtschaftswachstum und die Entwicklung des Welthandels bestimmt.

Das Wachstum der Weltwirtschaft wird für das Gesamtjahr 2023 auf 3,2% geschätzt (Vorjahr 3,4%). Eine verhaltene Wachstumsdynamik verzeichneten sowohl die USA mit 1,6% (Vj. 2,0%) als auch der EURO-Raum mit 2,5% (Vj. 3,5%). Wachstumstreiber waren China mit 5,2% (Vj. 3,0%) und vor allem auch Indien mit 7,8 (Vj. 6,8%). Dagegen mussten die Länder des mittleren Ostens und Zentralasiens eine Verlangsamung ihres Wachstums auf 2,0% (Vj. 5,3%) und hier insbesondere Saudi-Arabien einen Rückgang um -0,8% (Vj. 8,7%) hinnehmen. Das wertmäßige Wachstum des Welthandelsvolumens an Gütern und Dienstleistungen stagnierte im Jahr 2023 nahezu mit 0,3% (Vj. 5,4%). 1

Die Entwicklung der Frachtraten in der internationalen Trockenschifffahrt, gemessen am Baltic Dry Index (BDI), war in den ersten beiden Monaten 2023 von einem starken Abwärtstrend gekennzeichnet und verzeichnete im weiteren Jahresverlauf bei hoher Volatilität einen Aufwärtstrend, der allerdings nicht nachhaltig war. Der BDI Index lag im Oktober 2023 rd. 15% unter dem Wert des saisonalen Durchschnitts der Jahre 2017-2022. 2

Der Markt für trockene Massengutschiffe hat sich im Jahresverlauf 2023 gegenüber dem Vorjahr deutlich abgeschwächt. Infrastrukturelle Engpässe aufgrund pandemiebedingter Unterbrechungen der Lieferketten, die zu Hafenverstopfungen geführt haben, wurden kontinuierlich abgebaut. Die Entspannung der Situation in den Seehäfen führte zum erhöhten Angebot an Schiffsraum und zu sinkenden Charterraten. Die Flottenbindung der trockenen Massengutschiffe durch Hafenverstopfungen sank von 31% im Januar 2023 auf 29% im Oktober. 3 Die Lockerung der COVID-Restriktionen in China und die damit verbundene Öffnung der chinesischen Wirtschaft für den Welthandel haben den erhofften Boom auf der Nachfrageseite nicht herbeigeführt.

Der ausgebliebene Getreideexport aus der Ukraine war der Haupttreiber der Senkung der Charterraten um 23% für Handysize-Schiffe im ersten Halbjahr 2023. Positive Treiber der Schiffsnachfrage sind der weltweit anhaltend hohe Bedarf an Kohle sowie deutlich gestiegene Exporte von Getreide und Sojabohnen aus Südamerika. 4

B. Geschäftsverlauf der Gesellschaft

Das für die MST traditionell wichtige Schwarzmeergeschäft hat im Berichtsjahr weiterhin deutlich unter dem anhaltenden Krieg in der Ukraine gelitten. Schiffstransporte, beispielsweise Stahl- und Getreideexporte aus der Ukraine sowie aus angrenzenden Nachbarländern werden zunehmend mit eigener Tonnage und nur in Ausnahmefällen mit Charterschiffen durchgeführt. Dies hat sich nachteilig auf die Zahl der Schiffsreisen und die Umsätze der Gesellschaft ausgewirkt. Während die Gesellschaft in der Vorkriegszeit (2021) 14 Verschiffungen aus dem Schwarzmeer (Stahl- und Getreide-Exporte aus Rumänien, der Ukraine und Russland) durchführen konnte, fiel die Anzahl der Reisen in 2023 auf 4 (Stahlexport aus Rumänien) zurück. Dies entspricht einem Rückgang von ca. 70%. Ebenfalls rückläufig, teilweise auch sanktionsbedingt, war der Rückgang des Ladungsaufkommens in der östlichen Ostsee und in den baltischen Staaten, einem weiteren wichtigen Markt der Gesellschaft. Diese Entwicklung belegt eindeutig, dass das Umsatzniveau und die Profitabilität der Gesellschaft ohne den anhaltenden Krieg in der Ukraine in 2023 auf einem wesentlich höherem Niveau gewesen wären.

1 Alle Zahlen: IMF, World Economic Outlook, April 2024
2 Danish Ship Finance: Shipping Market Review, November 2023.
3 Danish Ship Finance: Shipping Market Review, November 2023.
4 Danish Ship Finance: Shipping Market Review, November 2023.

Die MST wirkt diesen negativen Auswirkungen mit Neuausrichtung der Geschäftsakquisition entgegen. Positiv auf den Geschäftsverlauf im Jahr 2023 hat sich die Erschließung neuer Märkte und Kunden ausgewirkt. Hierzu zählen insbesondere die Verschiffungen von Stahlprodukten in die Karibik, den Mittleren Osten und in die USA sowie von Agrarprodukten aus Nord- und Südamerika nach Europa.

Ein neuer Akquisitionsschwerpunkt in 2023 waren Großprojekte im Röhren- und Anlagentransport für die Bereiche Wasser und Gas. Die gesetzlichen Anforderungen zur Renaturierung von Kohleförderstätten sowie zur Reduzierung von CO 2 -Emmissionen führt zur Erhöhung der Zahl der Pipeline Projekte, insbesondere in Deutschland und Westeuropa. Eine engere Kooperation mit strategischen Partnern soll die Position der Gesellschaft stärken und die Erfolgschancen in Ausschreibungsverfahren erhöhen.

Insgesamt transportierte die MST im Jahr 2023 1,4 Mio. Tonnen, was einem Zuwachs von 63% gegenüber dem Vorjahr (859 Tsd. Tonnen) entspricht. Von der Gesamttonnage wurden rd. 80%, entsprechend 1,12 Mio. Tonnen (Vj. 548 Tsd. Tonnen, Anteil 64%) direkt als Ladung eingebucht und rd. 20%, entsprechend 249 Tsd. Tonnen in Subcharter (Vj. 311 Tsd. Tonnen, 36%) transportiert. Damit reduzierte sich die in Subcharter transportierte Ladungsmenge gegenüber dem Vorjahr um rd. 10%.

Die Ladungsstatistik für das Berichtsjahr ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Während in der Tabelle nach Fahrgebieten "Subcharter" gesondert ausgewiesen wird, beinhaltet das Frachtaufkommen nach Ladungstyp auch die in Subcharter gefahrene Ladung.

Frachtaufkommen (in metrischen Tonnen)

nach Fahrtgebiet

Fahrtgebiet 2023 Vorjahr
Schwarz. Meer 114 32
Nordeuropa 402 171
Andere Fahrtgebiete 609 345
Subcharter 279 311
Summe 1.404 859

nach Ladungstyp

Ladung 2023 Vorjahr
Stahl (inkl. Röhren) 601 273
Düngemittel 49 0
Agrarprodukte 346 182
Andere Ladungen 408 405
Summe 1.404 859

Die Zahl der Schiffsreisen im Jahr 2023 erhöhte sich mit 50 beendeten Reisen (Vorjahr 28 Schiffsreisen) deutlich zum Vorjahr. Die Zahl beinhaltet für 2023 einen negativen Überläufer aus dem Vorjahr 2022. Auch im Jahr 2023 erfolgten neben den 50 im Kalenderjahr beendeten Reisen, 2 Reisen als sogenannte Überläufer in das Folgejahr. Hiermit sind Reisen gemeint, die erst im Jahr 2024 beendet wurden.

Trotz hohen Ladungsaufkommens im Jahr 2023 reduzierten sich die Umsatzerlöse der MST um EUR 10,2 Mio. auf EUR 43,6 Mio. (-18,9%). Ursächlich hierfür ist das gesunkene Marktniveau, das zu einem Umsatzrückgang pro Reise durch gesunkene Charter- und Frachtraten führte.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Umsatzerlöse sowie die Zahl der beendeten Schiffsreisen im Berichtsjahr gegenüber den Vorjahren.

Jahr Umsatzerlöse Beendete Schiffsreisen
TEUR Anzahl
2023 43.616 50
2022 53.769 28
2021 48.951 36
2020 46.274 46

Vor dem Hintergrund der sich verändernden Marktlage im Fahrgebiet Schwarzmeer bedient die MST vermehrt Kunden im östlichen Mittelmeer sowie im westlichen Schwarzmeer mit den Enddestinationen im US-Golf und in der Karibik. Die Gesellschaft konnte das Geschäft in diesem wachsenden Markt im Jahr 2023 mit einer Ladungsmenge von rd. 338 Tsd. Tonnen weiter ausbauen.

Die Aufnahme von Langzeitcharterschiffen war weiterhin ein bedeutender Teil der Geschäftsstrategie im Jahr 2023. Es wurden zwei Schiffe längerfristig eingechartert.

Die Tochtergesellschaft MGL hat im Jahr 2023 ca. 0,27 Millionen Tonnen (Vorjahr 0,7 Millionen Tonnen) transportiert. Wichtigste Ladungen waren trockene Massengüter wie Eisenerz (33%), und Kalkstein (27%) sowie Stahlprodukte, insbesondere Röhren und sonstiger Stahl (32%). Hauptfahrtgebiete waren Fernost, Indien und der arabische Golf. Die Zahl der durchgeführten Schiffsreisen betrug im Berichtsjahr 18 (Vorjahr: 28 Schiffsreisen). Der Jahresumsatz 2023 verringerte sich in Folge der gesunkenen Frachten wie auch der rückläufigen Zahl an Reisen auf EUR 12,8 Mio. ( USD 13,7 Mio.) verglichen mit EUR 39,2 Mio. ( USD 41,3 Mio.) im Vorjahr.

C. Lage der Gesellschaft

1. Ertragslage

Die Gesellschaft erzielte in 2023 einen Umsatz von EUR 43,6 Mio. (Vj. EUR 53,8 Mio.). Die Verringerung resultiert vorwiegend aus dem im Abschnitt B berichteten Rückgang in den Frachtraten (unter Berücksichtigung der höheren Zahl der durchgeführten Schiffreisen).

Das Rohergebnis verringerte sich im Jahresvergleich um EUR -1,5 Mio. auf EUR 1,8 Mio. Ursächlich hierfür waren, nach insgesamt schwierigem Geschäftsverlauf, insbesondere zwei Schiffsreisen nach Südamerika, die zum Jahresende aufgrund von Hafenverstopfung und operativen Problemen hohe Verluste verzeichneten. Hinzu kommen realisierte Verluste aus niedrigerer Subcharter in 2023. Aufgrund dessen wurde im Berichtsjahr ein operativer Verlust von EUR -1,1 Mio. (Vj. Verlust EUR -0,1 Mio.) erzielt. Das Finanzergebnis von EUR 2,7 Mio. (Vj. EUR 4,8 Mio.) hat auch im Jahr 2023 positiv zum Gesamtergebnis der Gesellschaft beigetragen, sodass sich nach Steuern ein deutlich positives Ergebnis in Höhe von EUR 1,5 Mio. (Vj. EUR 4,6 Mio.) ergibt.

2. Finanzlage

2023 2022
Eigenkapital 2.655 TEUR 5.131 TEUR
Eigenkapitalquote 30,7% 57,6%
Fremdkapital 5.988 TEUR 3.782 TEUR

2.1 Kapitalstruktur

Das Eigenkapital beträgt im Berichtsjahr EUR 2,7 Mio. gegenüber EUR 5,1 Mio. im Vorjahr. Auf Grund der Dividendenausschüttung hat sich die Eigenkapitalquote der Gesellschaft in 2023 auf 30,7% verringert (2022: 57,6%).

Die Nettoverschuldung (kurz- und mittelfristige Schulden saldiert mit liquiden Mitteln) beträgt zum 31.12.2023 EUR 4,51 Mio. (Vj. Nettovermögensposition EUR 1,1 Mio.). Der Anstieg der Nettoverschuldung resultiert im Wesentlichen aus einer Erhöhung der Verbindlichkeiten, verbunden mit einer Reduktion der Liquiden Mittel.

Das Working Capital (Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten) verringerte sich auf EUR 1,5 Mio. (Vorjahr. EUR 6,0 Mio.). Dieses ist im Wesentlichen auf die verschlechterte Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Insgesamt haben die Schulden der Gesellschaft kurzfristige Restlaufzeiten.

2.2 Investitionen

Wesentliche Investitionen wurden im Geschäftsjahr nicht getätigt.

2.3 Liquidität

Insgesamt veränderten sich die flüssigen Mittel im Jahresvergleich negativ von EUR 2,7 Mio. im Vorjahr auf EUR 1,5 Mio. im Berichtsjahr. Unter Berücksichtigung der Änderungen in den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beläuft sich der operative Cash Flow auf EUR 0,1 Mio. (Vorjahr EUR 2,1 Mio.). Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit beläuft sich auf EUR 2,7 Mio (Vorjahr EUR 4,8 Mio.) und ist im Wesentlichen auf die erhaltenen Dividende zurückzuführen. Die gezahlte Dividende in Höhe von EUR 4 Mio verringert den Cash Flow entsprechend. Die Gesellschaft ist ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit vollumfänglich nachgekommen.

3. Vermögenslage

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind von EUR 4,1 Mio. in 2022 um · EUR 0,9 Mio. auf EUR 5,0 Mio. in 2023 angestiegen. Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um EUR 0,6 Mio. auf EUR 1,1 Mio. Die sonstigen Rückstellungen verringerten sich um EUR 1,8 Mio. und belaufen sich im Berichtsjahr auf EUR 1,0 Mio.. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich von EUR 0,7 Mio. im Vorjahr um EUR 4,2 Mio. auf EUR 4,9 Mio. im Berichtsjahr.

4. Gesamtbeurteilung Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Das Geschäftsjahr 2023 war geprägt durch anhaltend schwierige Marktbedingungen insbesondere auch vor dem Hintergrund des weiterhin anhaltenden Ukrainekrieges mit nachhaltig negativen Auswirkungen auf das Kerngeschäft der MST. Diese konnten nur teilweise durch neue Kunden und Märkte ausgeglichen werden.

In der Gesamtschau war das Wirtschaftsjahr 2023 für die Gesellschaft zwar positiv, fällt aber sowohl hinsichtlich Umsatz als auch Ergebnis niedriger aus als erwartet. Die Lage der Gesellschaft wird vor dem Hintergrund des Marktumfeldes als günstig eingeschätzt.

III. Prognosebericht

Die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft sind nach Einschätzung des IWF (engl. IMF) stabil. Für 2024 und 2025 wird ein globales Wirtschaftswachstum von 3,2% erwartet. Verbessern wird sich lt. Prognose des IWF das Wachstum des Welthandelsvolumens, das mit einer prognostizierten Rate von 3,0% für 2024 nur leicht unter dem globalen Wirtschaftswachstum und in 2025 mit 3,3% geringfügig darüber liegt. Deutlich positive Wachstumsaussichten für die Jahre 2024 und 2025 werden für Indien mit 6,8% und 6,5% und in abgeschwächter Form für China mit 4,6% und 4,1% erwartet. 5

Nach einem schwachen Start in den ersten beiden Monaten des Jahres 2024 mit einem deutlichen Einbruch des BDI von rd. 3.400 Anfang Januar auf unter 1.400 Indexpunkte Mitte Februar, hat sich dieser im Laufe des März erholt und liegt nach weiteren Schwankungen zur Jahresmitte 2024 bei rd. 2.100 Indexpunkten. Die Marktaussichten fallen deutlich gedämpfter aus als in den Vorjahren. Das Flottenwachstum für trockene Massengutschiffe liegt 2024 bei 3,3%, in den kleineren Größenklassen (Ultramax, Kamsarmax) sogar bei nahezu 7%, während für den Gesamtmarkt lediglich ein Mengenwachstum von 1,3% erwartet wird. Höhere Wachstumsraten werden nur für Getreide (5%) und sonstige Massengüter, insbesondere Stahlprodukte aus China und für Düngemittel erwartet (4%). 6

Positiv für die Wachstumsentwicklung der MST wird sich die Kooperation mit einerm deutschen Logistikdienstleister auswirken. Mit der gegründeten Joint Venture Gesellschaft wurde ein Großauftrag für internationale Logistikdienstleistungen von Stahlrohren für ein Renaturierungsvorhaben in Deutschland mit Projektbeginn in Q4/2024 akquiriert. Dieser Auftrag stellt ein wichtiges Wachstumsprojekt des Unternehmens für die Jahre 2024-2027 dar.

5 Alle Zahlen: IMF, World Economic Outlook, April 2024
6 Danish Ship Finance: Shipping Market Review, May 2024

Vor dem Hintergrund des von Tonnageüberhang bei schwachem Wachstum des Welthandels gekennzeichneten Marktumfeldes sowie der Strukturierung des aquirierten Projektgeschäftes über eine Joint Venture Gesellschaft gehen die gesetzlichen Vertreter für das Jahr 2024 von einem rückläufigen Umsatz aus. Unter Berücksichtigung der positiven Ergebnisse der Firmenbeteiligungen wird für das kommende Wirtschaftsjahr ein insgesamt positiven Ergebnis prognostiziert. Für das Jahr 2025 werden eine deutliche Umsatzsteigerung und eine wesentliche Verbesserung des Ergebnisses erwartet.

IV. Chancen- und Risikobericht

Chancen und Ausblick

Chancen bieten neue Märkte und sich verändernde Handelsrouten. Der zunehmend wachsende südamerikanische Markt soll noch intensiver weiter entwickelt werden. Die Volumina der Düngermittel und der Agrarprodukte zeigen einen positiven Wachstumstrend. Die Gesellschaft konzentriert sich auf die Akquisition neuer Kunden in beiden Wirtschaftssektoren. Darüber hinaus sollen bestehende Kundenbeziehungen im Schwarzen und im Mittelmeer ausgebaut werden, um im Transatlantik Trade weiter konstant zu wachsen.

Die neu gegründete Projektgesellschaft stellt einen weiteren Wachstumsmechanismus für die Gesellschaft dar. Die Bündelung der Netzwerke und Kompetenzen beider Gesellschafter sowie das erste akquirierte Logistikprojekt bieten ein bedeutendes Wachstumspotential dar. Dabei soll der Fokus für weitere Ausschreibungen vor allem auf kommende Umweltprojekte im europäischen Umfeld sowie auf internationale Pipeline Projekte gelegt werden.

Unternehmensrisiken aus gesamtwirtschaflicher Entwicklung

Internationale Schifffahrtsmärkte werden in hohem Maße von den weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und konjunkturellen Schwankungen beeinflusst. Die Entwicklung der Frachtraten, die wesentliche Einflussfaktoren auf die Erlöse und Kosten der Seeschifffahrt darstellen, hängt vom Transportaufkommen und dem Kapazitätsangebot in einzelnen Fahrtgebieten ab. Weitere Risiken liegen in der Entwicklung der Rohstoff- und Agrarmärkte, dem Projektladungs- und Stahlmarkt sowie in Witterungseinflüssen und in einem sehr intensiven Wettbewerb, der auch durch eine wettbewerbsverzerrende Subventionierung nationaler Reedereien bedingt ist.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Das Geschäft der Gesellschaft wird fast vollständig in Fremdwährung (US Dollar) abgewickelt. Damit besteht das Risiko, dass die Margen aus den Geschäften aufgrund der Wechselkursentwicklung Schwankungen unterliegen und eventuell nicht ausreichen, die in Euro anfallenden Fixkosten zu decken. Die Gesellschaft nimmt nur vereinzelt Kurssicherungsgeschäfte vor, da der Zeitpunkt der Transfers in Fremdwährung im Regelfall nicht vorauszuplanen ist und zeitlich erheblichen Schwankungen unterliegen kann.

Sonstige Risiken

Die politischen Risiken durch den russische Angriffskrieg gegen die Ukraine betreffen die Gesellschaft weiterhin unmittelbar durch den Ausfall der Verschifffung von Exporten aus der Ukraine und die verhängten wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland.

Eine Gefahr für die Seeschifffahrt besteht seit Anfang 2024 durch den gezielten Beschuss von Schiffen durch jeminitische Huthi Rebellengruppen in der Passage vom Indischen Ozean in das Rote Meer. Die Ausweichroute über das südliche Afrika und Gibraltar verlängert die Transitzeit der Schiffe aus dem Arabischen Golf in das östliche Mittelmeer sowie Schwarzmeer um ca. 26 Seetage. Dies führt zu einer erheblichen Kostenbelastung auf der Handelsroute Fernost/Indien/Arabischer Golf und Europa, sodass zahlreiche Handelsgeschäfte im Bereich Bulk und Break Bulk auf diesen Transportrouten für den Seetransport unwirtschaftlich wurden. Ein Ende der Situation ist gegenwärtig nicht absehbar.

Risikomanagement

Das Risikomanagement ist aufgrund der sehr volatilen Schifffahrtsmärkte ein entscheidender Faktor für die zukünftige Ergebnisentwicklung. Durch die Fokussierung im Management auf diesen Bereich und durch die Erfahrungen aus speziellen Abweichungsanalysen im Rahmen der Kalkulationen konnte die Reaktionsfähigkeit auf diese Risiken wesentlich verbessert werden.

Insgesamt gehört es zur Strategie der Gesellschaft, durch Diversifizierung und die regionale Verteilung auf mehrere Länder die Risiken insgesamt und den Einfluss der dargestellten Einzelrisikofaktoren zu limitieren.

Zur Risikoabsicherung steigender Bunkerpreise wird ein Großteil der gruppenweiten Treibstoffbestellungen zentral gebündelt und vorausschauend gesteuert. Hierdurch können Preisschwankungen im Treibstoffmarkt kompensiert werden.

Das Liquiditätsrisiko wird durch entsprechende Instrumente auf täglicher Basis überwacht, Abweichungen werden analysiert und daraus resultierende Maßnahmen werden umgesetzt. Abweichungen von der geplanten Ergebnisentwicklung werden monatlich erfasst, analysiert und geeignete Maßnahmen werden ergriffen, um die Abweichungen auszugleichen oder wenigstens zu verringern.

Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikolage der Gesellschaft

Aus heutiger Sicht zeichnen sich keine, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdenden Risiken ab. Es wurden ausreichend Rückstellungen und Wertberichtigungen gebildet, um die vorhandenen Risiken wirtschaftlich abzubilden

Die Geschäftsführung ist davon überzeugt, die sich bietenden Chancen auch in Zukunft nutzen zu können, ohne dabei unvertretbar hohe Risiken einzugehen. Die in diesem Lagebericht enthaltenen Aussagen über die zukünftigen Entwicklungen beruhen auf Einschätzungen, die von der Geschäftsführung nach bestem Wissen und Gewissen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts vorgenommen wurden. Diese Aussagen sind naturgemäß einer Reihe von Unsicherheiten unterworfen, die, falls sie eintreffen, zu Abweichungen von den geplanten Ergebnissen führen können.

 

Düsseldorf, 22. Juli 2024

Der Geschäftsführer

Dr.-Ing. Roman Grig

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Martrade Shipping + Transport GmbH, Düsseldorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Martrade Shipping + Transport GmbH, Düsseldorf - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Martrade Shipping + Transport GmbH, Düsseldorf für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht der Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 07.08.2024

WP Westermann GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Dipl.-Kfm. Bernhard Westermann, Wirtschaftsprüfer

ppa. Dipl.-Kfm. Christoph Kneip, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 wurde gemäß Beschluss der Gesellschafterversammlung am 09.08.2024 festgestellt.

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