LBV Raiffeisen eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ulm GnR 690024
Eingetragen
17.2.1913
Branche
Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und FuttermittelnGroßhandel mit landwirtschaftlichen Maschinen und GerätenGroßhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Der Gegenstand des Unternehmens ist der gemeinschaftliche Einkauf landwirtschaftlicher Bedarfsartikel, der gemeinschaftliche Verkauf, Reinigung und Trocknung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die gemeinschaftliche Benutzung landwirtschaftlicher Betriebseinrichtungen und Maschinen, der Groß- und Einzelhandel mit Brennund Kraftstoffen, Baustoffen und sonstigen Waren. Der Betrieb einer Brotund Feinbäckerei mit Verkaufsstellen und Ladengeschäften sowie Betrieb aller Art zur Verwertung und Veredlung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Außerdem die Betreuung von Anbauund Erzeugergemeinschaften, falls solche im Interesse der besseren Vermarktung erforderlich werden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Wolfgang Haag
seit 4.2.2021
Vorstandsmitglied
Albert Meinikheim
seit 20.12.2017
Vorsitzender des Vorstands
Steffen Fröhlich
seit 13.7.2016
Vorstandsmitglied
Martin Dürr
seit 11.6.2015
Vorstandsmitglied
Rudolf Herrmann
seit 13.6.2013
Vorsitzender des Vorstands

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

LBV Raiffeisen eG

Schrozberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

I. Geschäftsmodell

Unternehmensstruktur und Geschäftstätigkeit

Die LBV - Raiffeisen eG, Schrozberg (Landwirtschaftliche Bezugs- und Verarbeitungsgenossenschaft), ist eine 1913 gegründete landwirtschaftliche Genossenschaft in Hohenlohe mit 919 Mitgliedern zum Jahresende

Im Laufe der Jahre hat sich die LBV zu einem modernen Handels- und Dienstleistungsbetrieb entwickelt. Die Genossenschaft ist heute mit über 550 Mitarbeitern (inkl. Teilzeitkräfte) präsent.

Ca. 60 % unseres Einzugsbereiches werden landwirtschaftlich genutzt. Die Fruchtbarkeit der Hohenloher Ebene ist insbesondere durch den Rapsanbau geprägt. Daher ist eines unserer wichtigsten Standbeine das Agrargeschäft. Dieses beinhaltet die Beschaffung und den Vertrieb von Futter- und Düngemitteln, Sämereien, Saatgut, Pflanzenschutzmitteln sowie Betriebsbedarf. Des Weiteren erfassen und vermarkten wir landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide und Raps.

Neben dem landwirtschaftlichen Geschäft werden eine Rapspresse in Blaufelden, Raiffeisenmärkte, in Schrozberg, Rot am See und Gerabronn, EDEKA-Märkte in Schrozberg, Gerabronn und Ilshofen, eine moderne Bäckerei mit mittlerweile 27 Verkaufsstellen, 6 Backmobilen und umfangreichen Schulverkäufen sowie ein etablierter Mineralölhandel betrieben.

In unseren Raiffeisenmärkten erhalten Sie alles rund um Haus, Garten, Floristik, Heimtier sowie Berufs- und Freizeitbekleidung. Dies umfasst auch Düngemittel, Sämereien, Pflanzen, Erden und Gartengeräte. Ergänzt wird unser Sortiment durch eine reichhaltige Auswahl an Getränken.

Unser Anspruch ist es auch künftig der führende Nahversorger in der Region zu bleiben.

Dank einer intensiven Mitglieder- und Kundenbeziehung konnten Umsatz und Marktanteile in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden. Wir wollen als starker Partner der Region die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichern. Unser großes Ziel ist es neue regionale Wertschöpfungsketten in unserer Region zu etablieren. Ein Projekt ist der Kichererbsenanbau in Baden-Württemberg zur nachhaltigen Versorgung mit regionalen, hochwertigen Proteinen. Unser Handeln ist langfristig ausgerichtet und geprägt von der Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern und Kunden und dem Genossenschaftsgedanken.

Ziele und Strategien

Wir sind stolz auf unsere tiefen Wurzeln in der Region. Das landwirtschaftliche Umfeld unterliegt derzeit fundamentalen Veränderungen. Als Partner der Landwirtschaft müssen wir unser Unternehmen und unser Geschäftsmodell stets an diese Veränderungen anpassen.

Wir sind daher davon überzeugt, dass unsere Strategie konstant weiterentwickelt werden muss, um sich den stets wandelnden Marktbedingungen anzupassen und den Trends in der Landwirtschaft und bei den Verbrauchern gerecht zu werden. Hierbei suchen wir intensiv nach neuen Wertschöpfungsketten, die unsere Landwirtschaft mit unserer Bäckerei und Einzelhandel verbindet. Beispielsweise seien hier die Vermarktung unseres Rapsöles in den Lebensmitteleinzelhandel oder Kichererbsen an EDEKA Südwest erwähnt. Zahlreiche regionale Rohstoffe wie Weizen, Dinkel, Emmer, Lein und Mohn werden bereits in unserer Bäckerei eingesetzt.

Bei der Leitung des Unternehmens steht das Ehrenamt uns stets unterstützend und beratend zur Seite. Der Vorstand stimmt die Strategie stets mit dem Aufsichtsrat ab. Das gemeinsame Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat besteht in der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes.

II. Geschäftsverlauf

1. Gesamtwirtschaftlicher Hintergrund 2023

Lage und Prognose der deutschen Wirtschaft

Die im nachfolgenden Bericht genannten Daten, sind im Wesentlichen auf Angaben des statistischen Bundesamtes, der deutschen Bundesbank und der europäischen Zentralbank entnommen.

Leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung

Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % im Jahr 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch.

Dämpfende Einflüsse überlagern sich

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen.

Inflation hemmt den Privatkonsum

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,8 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,2 %) sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (-4,5 %) erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,7 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,8 Prozentpunkten wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei.

Gespaltene Investitionskonjunktur

Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+3,0 % nach +4,0 %). Hier stützen die abnehmenden Lieferengpässe die Entwicklung, die eine sukzessive Abarbeitung der aufgestauten Auftragsbestände ermöglichten. Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Diese wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich, trotz eines witterungsbedingt günstigen Jahresauftakts, um 2,1 %. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen kaum Impulse für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus.

Schwacher Außenhandel

Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 1,8 % beziehungsweise 3,0 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang des Exportgeschäfts war die im Jahresverlauf schwächer werdende weltwirtschaftliche Gangart. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten die deutschen Exportunternehmen, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen wie der chemischen Industrie. Dämpfend auf die Importe wirkte wiederum die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Da die Importe jedoch stärker sanken als die Exporte, wirkte der Außenhandel als Ganzes rechnerisch mit einem Wachstumsbeitrag von +0,6 Prozentpunkten dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts entgegen.

Niedrigeres Finanzierungsdefizit des Staates

Die staatlichen Einnahmen expandierten 2023 mehr als die Ausgaben. Befördert wurde das Einnahmenwachstum vor allem durch steigende Sozialbeiträge und höhere Verkaufserlöse, unter anderem aus Anhebungen von städtischen Gebühren und von Eintrittsgeldern für öffentliche Einrichtungen. Stärkste Treiber des Ausgabenwachstums waren Anpassungen bei den Renten und Pensionen sowie höhere Zinsaufwendungen. Hinzu kamen umfangreiche Mehrausgaben zur Abmilderung der Energiekrise, wie die Zahlungen für die Gas-, Fernwärme- und Strompreisbremsen der Bundesregierung. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit gab in Relation zum nominal kräftig gestiegenen Bruttoinlandsprodukt leicht von 2,5 % im Vorjahr auf 2,0 % nach. Die staatliche Schuldenquote, die 2022 noch bei 66,1 % lag, dürfte auf rund 65 % gesunken sein.

Robuste Arbeitsmarktlage

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Mio. Menschen im Vorjahr auf 2,6 Mio. Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (+5,3 %). Zudem hielt der Beschäftigungsaufbau an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um rund 300.000 auf einen neuen Rekordwert von gut 45,9 Mio. Menschen.

Inflationsrate nach Höchststand etwas gesunken

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr.

Entwicklung der agrarpolitischen Rahmenbedingungen

(Quellen: "Jahresbericht Agrarwirtschschaft 2023", Deutscher Raiffeisenverband e.V.)

Internationale Agrarmärkte

Der Preisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) für die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse (FFPI) erreichte für das Jahr 2023 ein Ergebnis von 124 Punkten. Dieser sank um 13,7 % im Vergleich zum Jahr 2022. Der FAO-Preisindex sank im Dezember um 1,5 % im Vergleich zum November. Gesunkene Preisindexe von Zucker, Pflanzenölen und Fleisch wurden von den gestiegenen Indexen bei Milch und Getreide fast ausgeglichen.

Der FAO-Getreidepreisindex lag 2023 im Durchschnitt bei 130,9 Punkten. Dies stellt einen Rückgang von 15,4 % gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2022 dar. Nach dem Rekordjahr 2022 spiegelt der Getreidepreisindex trotzdem weiterhin gut versorgte Märkte wider.

Der FAO-Pflanzenölpreisindex erreichte 2023 einen Jahresdurchschnittswert von 126,3 Punkten. Dies entspricht einem Verlust von 32,7 % im Vergleich zu 2022.

Der FAO-Milchpreisindex lag im Durchschnitt für das Gesamtjahr 2023 mit einem Verlust von 17,3 % bei 123,7 Punkten. Diese Entwicklung ist auf die schwache Importnachfrage aufgrund hoher Mengen in den eigenen Ländern zurückzuführen. Preisrückgänge ergaben sich über alle Milchprodukte hinweg.

Auch der FAO-Fleischpreisindex sank im Jahr 2023. Er erreichte ein Jahresdurchschnitt von 114,6 Punkten und damit einen Verlust von 3,5 %. Der Rückgang ist auf höhere Exportmöglichkeiten von führenden Exportländern parallel zu einer verhaltenen Importnachfrage zurückzuführen.

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Getreide

Der weltweite Getreidemarkt wurde im Jahr 2023 weiterhin von den Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine und Wetterunbilden in wichtigen Anbaugebieten überschattet. Besonders herausfordernd waren erneut die Getreideexporte aus der Ukraine, die nach dem Ende des Schwarzmeerabkommens und durch einseitige Grenzschließungen von Anrainerstaaten zu erheblichen Unsicherheiten am Markt führten.

Die weltweite Getreideernte lag laut US-amerikanischem Landwirtschaftsministerium (USDA) mit 2,23 Mrd. t über dem Vorjahresniveau (+60 Mio. t). Grund für das insgesamt zufriedenstellende Ergebnis waren insbesondere gute Maiserträge in den USA und gute Ernten in der Schwarzmeerregion. Die weltweite Nachfrage stieg aber ebenfalls an und wird auf 2,21 Mrd. t und damit knapp unter der Produktion prognostiziert. Die Endbestände sinken jedoch auf 598 Mio. t. Allerdings gibt es dabei Unterschiede zwischen den beiden wichtigsten Getreidearten. Beim Mais wird nicht zuletzt aufgrund der guten Ernte in den USA mit einem positiven Saldo und damit einem Anstieg der Endbestände gerechnet. Beim Weizen hingegen dürfte die Nachfrage das Angebot nicht decken und die Endbestände leicht zurückgehen. Rechnerisch decken die gesamten Endbestände beim Getreide zirka 28 % des weltweiten Verbrauchs. Dieser Wert allein betrachtet, lässt den Schluss auf eine insgesamt weiterhin komfortable Versorgung zu, verkennt allerdings, dass weltweit mehr als die Hälfte der Weizen- und zwei Drittel der Maisvorräte in China gebunden sind und dem Weltmarkt damit nicht zur Verfügung stehen.

Trotz einer insgesamt komfortableren Versorgungsbilanz als im Vorjahr zeigte sich der Getreidemarkt auch weiterhin volatil. Preissprünge in einem Umfang wie im Vorjahr waren allerdings nicht zu verzeichnen. Sie waren auch nicht fundamental zu erklären, sondern vielmehr mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine und den damit verbundenen Befürchtungen für den Getreidemarkt zu begründen. Diese Sorgen waren auch mehr als berechtigt, denn die Schwarzmeerregion liefert rund 20 % der weltweiten Weizenexporte.

Die Getreidepreise sanken im ersten Halbjahr 2023 deutlich, nicht zuletzt aufgrund der kontinuierlichen Exporte aus der Schwarzmeerregion, die in der Summe auf dem Vorjahresniveau lagen. Politische Entscheidungen hinterließen trotzdem Spuren am Markt. So zogen nach dem Auslaufen des Getreidekorridors durch das Schwarze Meer im Juli die Notierungen kurzfristig wieder deutlich an. In der Folgezeit fielen sie wieder, auch weil die Exportmengen per Binnenschiff, Bahn und Lkw ausgebaut werden konnten. Für weitere Turbulenzen sorgten die einseitigen Grenzschließungen der Ukraine-Anrainerstaaten.

In der EU wurde nach Angaben der Europäischen Kommission (EU-Kommission) 2023 mit 269 Mio. t ein insgesamt enttäuschendes Ergebnis eingefahren, das dem des Dürrejahres 2018 entspricht. Wohl selten zuvor hatte die Branche mit Wetterunbilden in einem solchen Ausmaß zu kämpfen. Auf ein insgesamt feuchtes Frühjahr folgte in weiten Teilen Europas (u. a. Spanien und Italien, aber auch in weiten Teilen Zentraleuropas) eine große Trockenheit, die teilweise von massiven Regenfällen während der Ernte abgelöst wurden.

Die Versorgungsbilanz weist aber weiterhin ein positives Ergebnis auf. Der Getreideverbrauch in der EU wird im Wirtschaftsjahr 2023/2024 mit gut 257 Mio. t auf Vorjahresniveau prognostiziert. Die Endbestände sinken auf 47 Mio. t. Während die Nachfrage für die Ernährung weitgehend identisch ist, sinkt sie im Futtersektor spürbar. Steigende Umweltauflagen und ein sich zunehmend veränderndes Ernährungsverhalten führen zu weiter sinkenden Tierbeständen, insbesondere in Deutschland. Aufgrund der gesunkenen Erntemengen dürften die Exporte allerdings das Vorjahresniveau von rund 48 Mio. t (davon 32,5 Mio. t Weizen) nicht ganz erreichen. Vielmehr rechnet die EU-Kommission mit einer Exportmenge im Wirtschaftsjahr (WJ) 2023/2024 in Höhe von gut 46 Mio. t, davon 31 Mio. t Weizen.

In Deutschland schloss die Getreideernte 2023 erneut ein Anbaujahr mit erheblichen witterungsbedingten Herausforderungen ab. Die Herbstaussaat 2022 erfolgte weitgehend ohne Probleme, allerdings erwies sich die Frühjahrsaussaat aufgrund teilweise starker Niederschläge als schwierig. Eine sich anschließende Trockenphase wurde zur Erntezeit von teilweise massiven Niederschlägen abgelöst. In der Folge erwies sich die Getreideernte oftmals als extrem schwierig, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. Während im Westen und Süden die Ernte oftmals ohne große Einbußen eingefahren werden konnte, gelang dies im Norden und Osten nur verspätet und mit erheblichen Qualitätseinbußen. Teilweise waren die Äcker aber auch durch den Regen nicht mehr mit schweren Maschinen befahrbar, sodass die Ernte komplett ausfiel.

Trotzdem konnte mit 42,3 Mio. t eine insgesamt noch knapp durchschnittliche Ernte eingefahren werden, allerdings mit in vielen Fällen enttäuschenden Qualitäten. Insbesondere Roggen- und Weizenpartien erreichten oftmals nur noch Futterqualitäten. Auch litt die Braugerste in weiten Teilen erheblich unter Aufwuchs.

Die Erfassung war für die Genossenschaften vor diesem Hintergrund sehr herausfordernd. Oftmals mussten von den Landwirten alle verfügbaren Erntefenster genutzt werden. Dies führte dazu, dass verschiedene Getreidearten unterschiedlicher Qualitäten zur selben Zeit bei den Genossenschaften angeliefert wurden. Die Mitarbeitenden vor Ort haben sich den damit verbundenen Herausforderungen erfolgreich gestellt und die Partien je nach Qualität entsprechend separiert und aufgearbeitet. Die nicht für den menschlichen Verzehr geeigneten Partien werden je nach Qualität über den Tiermagen veredelt oder für die Energiegewinnung in Biogasanlagen genutzt. Die Branche ist in diesem Jahr dankbar, dass es diese Verwendungsmöglichkeiten gab.

Die Vermarktung war für die Raiffeisen-Genossenschaften erneut herausfordernd. Zum einen wurden die Risikomanagementsysteme durch Kursschwankungen gefordert. Auch zeigten sich Engpässe in der Logistik. Hier fehlen weiterhin ausreichend Lkw-Fahrer und auch die Anbindung an die Schiene ist oftmals weiterhin suboptimal. Drüber hinaus leidet der Getreidehandel wie auch der Handel insgesamt unter steigenden Kosten. Insbesondere die Einführung einer CO 2 -Komponente bei der Maut ab dem 1. Dezember 2023 führte nahezu zu einer Verdoppelung der Gebühren. Ein steigender CO 2 -Preis für Diesel verursacht weitere Kostensteigerungen.

Mit Sorge schaut die deutsche Getreidewirtschaft weiterhin auf die aktuellen politischen Entwicklungen in Brüssel und Berlin. Neben dem politischen Ziel der Extensivierung bereiten die zunehmenden Nutzungskonkurrenzen den Genossenschaften große Sorgen. Nach einer aktuellen Studie des Thünen-Instituts in Braunschweig können bis 2030 bis zu 600.000 ha Landwirtschaftsfläche durch Infrastrukturmaßnahmen, Wiedervernässung von Moorböden und der Errichtung von Freiflächen-Fotovoltaik-Anlagen der Landwirtschaft entzogen werden. Darüber hinaus müssen in diesem Jahr von den Landwirtinnen und Landwirten vier Prozent der Ackerflächen nach den Vorgaben der Gemeinsamen Agrarpolitik aus ökologischen Gründen stillgelegt werden. Die dadurch sinkende Getreideernte in Deutschland dürfte dauerhaft zu engen Versorgungsbilanzen und damit einem hohen Preisniveau führen.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie eine laufend wachsende Weltbevölkerung ernährt werden kann. Mitte November 2022 überschritt die Weltbevölkerung die Acht-Milliarden-Marke. Durch die jährliche Zunahme der Weltbevölkerung um rund 80 Mio. Menschen nimmt nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums die Nachfrage nach Getreide im gleichen Zeitraum um rund 40 Mio. t zu. Insofern dürfte der internationale Handel für die europäische und deutsche Getreidewirtschaft weiter an Bedeutung zunehmen.

Die Aussaat zur Ernte 2024 verlief witterungsbedingt teilweise ebenfalls herausfordernd. Insbesondere späträumende Kulturen wie Kartoffeln und Zuckerrüben konnten wegen starker Regenfälle nicht mehr geerntet werden. Damit war auch eine Aussaat von Winterweizen auf diesen Flächen nicht mehr möglich. Insgesamt ist die Aussaatfläche von Wintergetreide im Vergleich zum Vorjahr nach Angaben des Statistischen Bundesamts um insgesamt 4 % gesunken, beim Winterweizen sogar um gut 7 %. Welche Auswirkungen die teilweise massiven Überschwemmungen auf die Ackerkulturen haben werden, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Das vergangene Jahr hat allerdings erneut gezeigt, dass sich das Wetter immer mehr zur entscheidenden Größe in der Land- und Agrarwirtschaft entwickelt. Daher muss nicht nur der Klimaschutz forciert werden, sondern auch die Anpassung an sich verändernde Witterungsbedingungen.

Ölsaaten

Weltweit wird im Wirtschaftsjahr (WJ) 2023/2024 bei den Ölsaaten nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) erneut mit einer neuen Rekorderntemenge von 660 Mio. t gerechnet. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Plus von 25 Mio. t oder knapp 4 %. Grund für dieses erfreuliche Ergebnis sind weltweit solide Rapsernten sowie eine erneute Rekordernte bei den Sojabohnen in Brasilien. Die Nachfrage soll ebenfalls um gut 20 Mio. t (+3,1 %) ansteigen. Der Anstieg im Verbrauch bleibt aber hinter dem des Angebots, sodass die Endbestände leicht von 114 auf 121 Mio. t steigen sollen. Die Relation zwischen Angebot und Verbrauch beträgt trotz dieses Anstiegs weiterhin 19 %, da sich der Verbrauch ebenfalls spürbar erhöht.

Die Sojabohne ist mit einem Anteil von knapp 60 % weiterhin die wichtigste Ölsaat. Die weltweite Produktion wird für das WJ 2023/2024 aktuell auf rund 399 Mio. t geschätzt. Dieser Wert liegt deutlich über dem Vorjahresergebnis von 375 Mio. t (+7,5 %). Als wichtigstes Anbauland liegt weiterhin Brasilien auf Platz eins mit 157 Mio. t (-2 %). Die USA belegen mit 113 Mio. t (-3 %) erneut Platz zwei, gefolgt von Argentinien mit 50,0 Mio. t (+100 %).

Die wichtigsten Exporteure sind weiterhin Brasilien mit rund 100 Mio. t (+2 %), gefolgt von den USA mit 48 Mio. t (-12 %). Auf Platz drei befindet sich erstmals Paraguay mit 6,3 Mio. t (+3 %), das Argentinien mit 4,6 Mio. t (+10 %) auf Platz vier verdrängte. Auf der Importseite steht China mit 102 Mio. t erneut auf Platz eins, gefolgt von der Europäischen Union (EU) mit knapp 14 Mio. t. Auch diese Werte entsprechen den Vorjahren.

Die zweitwichtigste Ölfrucht weltweit stellt Raps dar. Hier wird für das WJ 2023/2024 nach Angaben des USDA mit einer globalen Produktion in Höhe von rund 87 Mio. t. (-2 Mio. t zum Vorjahr) gerechnet. Grund für dieses etwas schlechtere Ergebnis als im Vorjahr sind etwas geringere Ernteerwartungen in allen wichtigen Anbauregionen. Gleichwohl stellt das aktuelle Ernteergebnis den zweitbesten Wert aller Zeiten dar. Da die Nachfrage mit 86 Mio. t knapp der Produktion entsprechen soll, dürfte die Versorgungsbilanz enger als im Vorjahr ausfallen. Die weltenweiten Raps-Endbestände sollen um 3 Mio. t auf 7 Mio. t steigen.

Die infolge des Ukrainekrieges stark angestiegenen Preise fielen im Laufe des Jahres 2023 und erreichten zur Jahresmitte wieder das Vorkriegsniveau. Grund für diese Entwicklung ist u. a. eine komfortable Versorgungsbilanz. Auch fielen die Preise für Pflanzenöle im selben Zeitraum wieder erheblich. Knappheiten am Markt, wie z. B. im Jahr zuvor beim Sonnenblumenöl blieben weitgehend aus.

Die Ölsaatenernte 2023 in der Europäischen Union konnte trotz teilweise knapper Niederschläge erneut überzeugen. Insgesamt wurden mit 32,8 Mio. t deutlich mehr Mengen als im Vorjahr geerntet (31,3 Mio. t). Grund für dieses insgesamt gute Ergebnis sind leicht gestiegene Erntemengen bei allen Ölsaaten. Der Raps überstieg mit 19,8 Mio. t knapp das Vorjahresergebnis von 19,6 Mio. t.

Die europäische Rapswirtschaft ist bei einem geschätzten Verbrauch von 25 Mio. t wie in den Vorjahren auf erhebliche Importmengen angewiesen. Diese stammten bislang überwiegend aus der Ukraine, Australien und Kanada. Aus der Ukraine gelangten auch in diesem Jahr wieder große Mengen auf den deutschen und europäischen Markt. Allerdings gelangte die Ware, aufgrund der nach dem Auslaufen des Schwarzmeerabkommens Mitte Juli fehlenden Exportmöglichkeit über die Seehäfen, über Binnenschiffe und Bahntransport zu den Ölmühlen. Dies stellte die Branche teilweise vor große logistische Herausforderungen.

In Deutschland wurde trotz der teilweise knappen Wasserversorgung mit knapp 4,2 Mio. t ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielt. Die Hektarerträge erreichten zwar nicht das Niveau des Vorjahres, allerdings wurde dieser Umstand durch eine leicht gestiegene Anbaufläche kompensiert. Der Tiefpunkt des Rapsanbaus aus dem Jahr 2019 scheint damit überwunden zu sein. In jenem Jahr lag die Erntemenge lediglich bei 2,8 Mio. t. Allerdings wurde die Ernte 2023 von dem unbeständigen Wetter überschattet. Vielen Partien konnten nur mit Verspätung gedroschen werden und zeigten teilweise Auswuchs.

Die Aussaat zur Ernte 2024 erfolgte in der Summe weitergehend problemfrei. In verschiedenen Regionen konnten die Flächen aufgrund der späten Ernte und den Niederschlägen allerdings erst zum Ende des optimalen Aussaatfensters bestellt werden. Die Anbaufläche wird derzeit auf 1,1 Mio. ha prognostiziert. Dies entspricht einem Rückgang von knapp 5 %.

Die Vermarktung der Ölsaaten war für die Raiffeisen-Genossenschaften von vergleichbaren Herausforderungen geprägt wie im Getreidesektor. Die erneut von der Bundesregierung geführten Diskussionen über ein schrittweises Auslaufen von Biokraftstoffen bis zum Jahr 2030 führte zu zusätzlichen Verunsicherungen an den Märkten. Auch wird die Branche vor zusätzliche Herausforderungen bei der Nachhaltigkeitszertifizierung gestellt. So müssen u. a. zukünftig sämtliche Warenbewegungen innerhalb der Wertschöpfungskette Biokraftstoffe in eine Unionsdatenbank der EU eingetragen werden.

Futterwirtschaft

Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) lag im vergangenen Wirtschaftsjahr (WJ) 2022/2023 die Mischfutterproduktion bundesweit bei 21,8 Mio. t und sank somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 %. Vor allem im Bereich des Schweinefutters ist ein deutlicher Produktionsrückgang im Vergleich zum Wirtschaftsvorjahr zu verzeichnen. Dies zeichnet die prekäre wirtschaftliche Situation der schweinehaltenden Betriebe ab. Rasant steigende Kosten für Betriebsmittel und zunehmende gesetzliche Anforderungen standen wenig kostendeckenden Schlachttierpreisen gegenüber. Aus diesen Gründen ging die Produktionsmenge an Schweinefutter mit 8,89 % über alle Tierarten hinweg am stärksten zurück. Die hergestellten Mischfuttermengen für den Rinder- (-0,15 %) und Geflügelbereich (-1,59 %) blieben hingegen auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahreszeitraum. Trotz der Produktionsrückgänge im Bereich des Schweinefutters machte dieser Sektor mit 40 % der nationalen Produktion nach wie vor mengenmäßig den größten Anteil in der deutschen Mischfutterproduktion aus. So wurden nach Tierarten betrachtet, im WJ 2022/2023 etwa 8,2 Mio. t in der Schweinefütterung, 6,4 Mio. t in der Rinderfütterung und 6,2 Mio. t in der Geflügelfütterung eingesetzt.

Düngemittel

Gemäß Angaben des Statistischen Bundesamtes ging der Verbrauch an N- und K-Düngern im Wirtschaftsjahr (WJ) 2022/23 weiter zurück. Stabil zeigte sich lediglich der Phosphatdünger-Absatz. Die Mengen im Einzelnen:

- 1,04 Mio. t Stickstoffdünger (Vj. 1,10 Mio. t; -5,3 %)

- 0,12 Mio. t Phosphatdünger (Vj. 0,11 Mio. t; +1,4 %)

- 0,24 Mio. t Kalidünger (Vj. 0,38 Mio. t; -21,8 %) und

- 2,69 Mio. t Kalkdünger (Vj. 2,75 Mio. t; -2,0 %).

Der Aufwand an Nährstoffen je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche aus Handelsdüngern verringerte sich 2022/23 im Vergleich zu 2021/22 bei Stickstoff von gut 66 kg auf nur noch 62,5 kg, ein Niveau aus den 1960er Jahren. Kali und Phosphat sind bereits auf einem Allzeittief (abgesehen von 2008/09): Kali sank von 18,4 auf 14,4 kg, Phosphat stagniert mit etwa 7 kg auf Vorjahresniveau. Die Menge an ausgebrachtem Kalk variiert vor allem witterungsbedingt. 2022/23 lag diese mit 158,4 kg nur leicht unter dem Vorjahreswert von rund 161,6 kg/ha.

Die Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Düngemittel werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jeweils für Kalenderjahre ermittelt und auf Wirtschaftsjahre hochgerechnet. Demnach gaben die Landwirte im WJ 2022/23 insgesamt 3,2 Mrd. EUR für Handelsdünger aus, davon alleine 2,3 Mrd. EUR für Stickstoffdüngemittel, 304 Mio. EUR für Phosphat- und 148 Mio. € für Kalidünger, bevor die Preise im 2. Halbjahr 2023 wieder deutlich nachgaben.

Entsprechend gute Erlöse für landwirtschaftliche Erzeugnisse bis zur Ernte 2023 glichen die hohen Düngerkosten in etwa aus. Das betriebswirtschaftliche Risiko für Landwirte und Genossenschaften steigt jedoch mit der Variabilität der Preise.

Pflanzenschutzmittel

Gemäß Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden im Jahr 2022 in Deutschland 93.679 t an Pflanzenschutzmitteln (ohne inerte Gase) in den Verkehr gebracht. Das sind etwa acht Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen 16.170 t (-18 %) an inerten Gasen für den Vorratsschutz. Die Menge an parallelgehandelten Pflanzenschutzmitteln nahm gegenüber dem Vorjahr um 6 % ab und liegt nun bei 5.456 t und einem Marktanteil von 5,8 %. Die vom BVL ermittelten Absatzmengen für 2023 werden voraussichtlich im August 2024 veröffentlicht. Bei den BVL-Angaben bleiben Bestandsunterschiede in den Lägern des Handels unberücksichtigt.

Das Handelspanel der Raiffeisen Service GmbH (RSG) nutzt dagegen unmittelbar die Werte aus den Verkäufen genossenschaftlicher Agrarhändler an die Landwirtschaft. Die Gesamtmenge hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert (plus 1 %). Zuwächse gab es bei Fungiziden (+7,1 %). Herbizide gingen um 5,8 % zurück. Die eingesetzten Mengen hängen in erster Linie von Witterungseinflüssen und dadurch induziertem Krankheits- und Schädlingsdruck ab. 3 % Preissteigerung führten zu einem Umsatzanstieg um etwa 4 %.

Für reichlich Diskussionsstoff sorgte der Mitte 2022 von der Europäischen Kommission (EU-Kommission) vorgelegte Vorschlag für eine neue EU-Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (SUR). Danach sollte der Pflanzenschutzmittel-Einsatz bis 2030 halbiert, in "sensiblen Gebieten" gänzlich verboten werden. Außerdem weigerten sich verschiedene EU-Staaten - allen voran Deutschland - die EU-weite Genehmigung des Wirkstoffs Glyphosat zu verlängern. Auch das sorgte für Verunsicherung. Bei eindeutiger Faktenlage musste die Kommission die positive Entscheidung schließlich ohne eine qualifizierte Mehrheit im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (SCoPAFF) treffen. Daraufhin war das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gezwungen, das nationale Glyphosat-Verbot mittels Eilverordnung aus der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung zu streichen. Nun dürfen entsprechende Mittel - unter strengen Auflagen - weiterverwendet werden. Auch der SUR-Entwurf ist vorerst gestoppt. Im Europaparlament konnte keine Einigung zwischen den festgefahrenen Fronten erzielt werden. Allerdings hat das BMEL nun eine eigene nationale Reduktionsstrategie angekündigt. Ziel ist auch hier die Reduktion um 50 % bis 2030!

Saatgut

Den Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge wurde im Jahr 2023 Sommergerste auf einer Fläche von 321.600 ha angebaut und verzeichnete damit einen Rückgang. Die Anbaufläche von Hafer ging ebenfalls zurück, auf 141.400 ha. Bundesweit wurde eine Fläche von 472.200 ha mit Körnermais bestellt, was eine leichte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Der Anbau von Silomais und Grünmais ging auf 1,98 Mio. ha zurück.

Wie den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zu entnehmen ist, ging die Aussaatfläche bei der Herbstaussaat zur Ernte 2024 von Wintergetreide ebenso wie die von Winterraps zurück. Regional teils sehr feuchte Böden erschwerten die Aussaat.

Nach Hochrechnungen von Destatis wurde im Herbst 2023 Wintergetreide für die Ernte 2024 auf 4,9 Mio. ha ausgesät. Das ist ein Rückgang von 3,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Aussaatfläche von Winterweizen sank voraussichtlich um 203.800 ha auf 2,6 Mio. ha (-7,3 %). Eine Abnahme der Flächen ist in allen Bundesländern außer dem Saarland zu beobachten. Die größten Flächenrückgänge in absoluten Werten sind in Niedersachsen (-58.400 ha beziehungsweise -16,6 %), Schleswig-Holstein (-31.300 ha beziehungsweise -20,9 %) und Bayern (-23.500 ha beziehungsweise -4,8 %) zu erkennen.

Bei der Aussaatfläche von Roggen und Wintermenggetreide wird von einer Abnahme um 4,4 % (-7.400 ha) auf 600.700 ha ausgegangen. Die Aussaat von Triticale erfolgte auf 333.500 ha und bleibt damit auf dem Vorjahresniveau. Beim Anbau von Wintergerste ist eine geringe Vergrößerung der Aussaatfläche um 2,5 % (+31.500 Hektar) auf 1,3 Mio. ha festzustellen.

Mit Winterraps haben die landwirtschaftlichen Betriebe 1,1 Mio. ha Fläche bestellt. Damit verringert sich die Fläche um 4,7 % beziehungsweise um 54.800 ha.

Nach Angaben des Getreidefonds Z-Saatgut e. V. (GFZS) gab es im Betrachtungszeitraum 2022/2023 ein Z-Saatgutwechsel bei Getreide von 58 % und damit einen Prozentpunkt weniger als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr.

Für die Marktgrößen und -entwicklungen liegen für das Kalenderjahr 2023 Daten aus dem Handelspanel der Raiffeisen Service GmbH vor. Die verkaufte Menge an Saatgut-Sommerungen lag 15,8 % unter dem Vorjahr. Besonders stark betroffen waren der Sommerweizen mit -24,2 % und der Hafer mit -20,3 %. Etwas besser verkaufte sich die Sommergerste. Sie verzeichnete nur ein Minus von 13,7 %. Insgesamt lag der Umsatz mit Sommerungen 6,6 % unter Vorjahr. Ebenfalls rückläufig war die Menge des verkauften Maissaatguts mit einem Minus von 2,5 % und des Rapssaatguts mit -5,4 %.

Die verkaufte Menge bei Saatgut-Winterungen insgesamt lag auf Vorjahresniveau, wobei die Wintergerste 6,6 % Zuwachs verzeichnete. Rückgänge gab es entsprechend bei Roggen (-11,7 %) und Triticale (-8,7 %). Der Umsatz mit Saatgut-Winterungen lag in Summe um 3,9 % unter 2022.

Energie

Der Energiemarkt im Jahr 2023 war erneut stark von den Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine geprägt. Aufgrund der insgesamt weiterhin hohen Energiepreise und einer schwachen Konjunktur sank der Primärenergieverbrauch in Deutschland nach ersten Schätzungen um zirka 8 %. Die Befürchtung, die Gasversorgung könnte im Winterhalbjahr 2022/2023 knapp werden, realisierte sich nicht. Durch hohe Füllstände in den Gasspeichern, der Errichtung erster LNG-Terminals, deutliche Einsparungen und einen milden Winter, konnte die Versorgung gesichert werden. Zu einer erneuten Verunsicherung des Marktes mit steigenden Preisen führten allerdings die militärischen Auseinandersetzungen in Israel. Hier kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Konflikt ausweitet und damit Auswirkungen auf die Erdöllieferungen aus der gesamten Golf-Region entstehen.

Die Absatzmengen von Dieselkraftstoff sanken um 3,1 % auf 27,8 Mio. t, der Absatz von Ottokraftstoff stieg erneut leicht um 2,6 % auf 14,5 Mio. t. Die Rückgänge beim Diesel dürften auf die schwache Konjunktur und einen höheren Anteil von Ottomotoren bei den Neuzulassungen zurückzuführen sein. Trotz steigender Anteile der Ottomotoren ist der Trend zu alternativen Antrieben bei den Neuzulassungen ungebrochen. Im Zeitraum Januar bis November 2023 wurden nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes 3,2 Mio. Neufahrzeuge zugelassen. Das entspricht einem Plus von 11 %. Der Anteil der Pkw liegt bei 2,6 Mio. Auch in diesem Segment ist ein Zuwachs von 11 % im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. Der Anteil benzinbetriebener Pkw lag mit 34,4 % leicht über dem Vorjahr (32,6 %), der Anteil an Dieselfahrzeugen sank erneut leicht auf 17,1 %. Knapp die Hälfte der neu zugelassenen Pkw besitzen einen alternativen Antrieb. Hybridfahrzeuge machten 29,5 % der Neuzulassungen aus und Elektrofahrzeuge kommen auf einen Anteil von 18,4 %. Wasserstoffbetriebene Pkw sind mit weniger als 0,1 % unter den Neuzulassungen zu vernachlässigen. Diese Entwicklungen werden alsbald spürbare Auswirkungen auf das Tankstellengeschäft entfalten.

III. Lage der Genossenschaft

1. Absatz- und Umsatzentwicklung

Die strategische Steuerung der Unternehmensbereiche erfolgt über die wertorientierte Unternehmensführung, unter Nutzung eines integrierten Risikomanagementsystems. Als finanzielle Leistungsindikatoren sehen wir die Rohertragsmarge sowie das EBIT an.

Bei den Betriebsstellen und den Sparten verzeichnete die LBV im Berichtsjahr keine wesentlichen Veränderungen.

Die Umsatzentwicklung im Berichtsjahr war gekennzeichnet von Agrarpreisrückgängen bei fast allen Betriebsmitteln. Insbesondere Getreide und Raps sowie Düngemittel verzeichneten Rückgänge. Bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen zeigten sich die Märkte im Vergleich zu dem sehr volatilen Vorjahr stark rückläufig.

Die Düngerabsatzmenge war leicht rückläufig -1,2 %. Der Umsatz sank hingegen um 39,7 %.

Der mengenmäßige Absatz von Saatgut und Sämereien fiel leicht und beim Pflanzenschutz war wertmäßig eine Seitwärtsbewegung zu verzeichnen.

In unserem umsatzstärksten Bereich, dem Futtermittelgeschäft, stieg der Futtermittelabsatz um 6,8 %. Der Umsatz war hingegen preisbedingt leicht rückläufig.

Der Lebensmitteleinzelhandel ist bei der LBV eine stabile Größe. Insgesamt konnten die hohen Zuwächse aus den beiden Vorjahren erneut übertroffen werden.

Bei den Raiffeisenmärkten konnten die Vorjahresumsätze nicht vollständig gehalten werden.

Die Bäckerei hat im Geschäftsjahr 2023 deutliche Zuwächse eingefahren und erzielte ein Umsatzplus in Höhe von 10,1 %.

Die Mostobsterfassung fiel im Berichtsjahr sehr gut aus. In der Menge gewannen wir knapp 44 %. Die Verkaufsmenge betrug 694 to.

Bei den Brennstoffen ergab sich eine mengenmäßige Verminderung um 13,7 % während sich der Umsatz preisbedingt um 29,2 % verminderte.

Bei den Kraftstoffen verminderten sich die Umsätze auf Grund des rückläufigen Absatzmarktpreises deutlich. Zudem gingen die Mengen erneut leicht zurück.

Mit unserer Rapspresse in Blaufelden sind wir im August 2019 in die Lebensmittelproduktion von Rapsöl eingestiegen. Für den LEH, aktuell ausschließlich regional, füllen wir 0,5 l, 0,75 l, 10 l und IBC Gebinde ab. Im laufenden Jahr konnten wir hier zahlreiche Neukunden hinzugewinnen. Bei der EDEKA-Südwest ist eine Einlistung erfolgt und die Mengen fließen ab. Zudem setzen wir in der Bäckerei Rapsöl in der Verarbeitung ein.

Umsatzentwicklung der LBV im Detail

Berichtsjahr
TEUR
Vorjahr
TEUR
Veränderung
%
Landwirtschaftliche Erzeugnisse & Bedarfsartikel 31.725 34.255 -7,4%
Mineralöl und Baustoffe 15.423 20.635 -25,3%
Einzelhandel und Leistungserlöse 35.210 33.539 5,0%
Dienstleistungen, sonstige Erlöse, Provisionen 298 337 -11,5%
Erlösschmälerung -328 -306 7,4%
Rückvergütung 0 -128 -100,0%
Insgesamt 82.328 88.331 -6,8%

Insgesamt lagen die Verkaufsmengen bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen deutlich über dem Vorjahr. Beim Getreide vermarkteten wir 1.696 to. mehr, dagegen vermarkteten wir 403 to. weniger Rapssaat als im Vorjahr.

Insgesamt ist die mengenmäßige Entwicklung bei den Erzeugnissen im Berichtsjahr zufriedenstellend aber letztendlich ist dies bei Mehrjahresbetrachtung eine Folge der Tierbestandsreduzierungen sowie der rückläufigen Landwirtschaftlichen Erzeugung.

Im Baustoffbereich liegen die Umsätze deutlich unter dem Vorjahr (-34,5%). Hier spiegelt sich die verhaltene Baukonjunktur wieder.

Der Umsatz liegt bei einer allgemeinen Kostensteigerung deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Kostenentwicklung war vor allem durch höhere Personalkosten und deutlich gestiegenen Energiekosten geprägt. Infolge unserer umfangreichen Investitionen der Vorjahre sind die Abschreibungen noch immer auf einem hohen Niveau.

Die Gesamtentwicklung bzw. das Jahresergebnis beurteilen wir als nicht zufriedenstellend.

Unser für das Berichtsjahr erwartetes ausgeglichene Ergebnis konnte somit nicht erreicht werden. Dies ist u.a. auch auf die Entwicklung der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse zurückzuführen. Hier war ein mengenmäßiger Bestandsabbau erst im Berichtsjahr 2024 möglich.

Wir sehen insbesondere bei der Verbesserung unserer Abläufe und in der Konsolidierung unseres schnellen Wachstums der Vorjahre weiter Herausforderungen. Hier konnten im Berichtsjahr strukturelle Optimierung erreicht werden. Diese werden sich im Zahlenwerk des Berichtsjahres 2024 niederschlagen. Der Einzelhandel mit unserer Bäckerei und Spezialitäten wie z.B. unsere Kichererbsen sind unsere zukünftigen Zugpferde. Der Transformationsprozess Digitalisierung wird in allen Bereichen intensiv vorangetrieben.

2. Geschäftsentwicklung

Die Ertragslage, auf Basis der Gewinn- und Verlustrechnung, hat sich wie folgt entwickelt:

Berichtsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Umsatzerlöse 82.327.559 88.331.145
Rohergebnis 21.736.125 21.110.315
Betriebliche Aufwendungen -21.675.092 -20.556.727
Finanzergebnis -169.250 -160.738
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -108.217 392.850
Steuern -50.342 -145.103
Jahresüberschuss -158.559 247.747

Das Rohergebnis liegt deutlich über dem des Vorjahres. Die betrieblichen Aufwendungen sind dagegen überproportional angestiegen. Letzteres ist insbesondere auf den tarifbedingten Anstieg des Personalaufwands sowie die gestiegenen Energieaufwendungen zurückzuführen. Der Jahresfehlbetrag wird durch eine Entnahme aus den Rücklagen gedeckt.

Unser für das Berichtsjahr 2023 geplantes Ergebnis konnten wir nicht erreichen. Dies ist insbesondere durch den rückläufigen Rohertrag im Agrarbereich bedingt. Dies konnte durch die positive Entwicklung im Bereich Bäckerei und EDEKA nicht vollständig kompensiert werden.

3. Vermögens- und Finanzlage

Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme beträgt nun 47,1 % (Vj. 47,2 %) und ist zu 58,3 % (Vj. 59,9 %) mit Eigenkapital finanziert. Die Finanzierungslücke wird mit lang- und mittelfristigem Fremdkapital ausgeglichen.

Die Vorräte waren zum Bilanzstichtag geringfügig höher als im Vorjahr. Die Zunahme ist bei niedrigeren Preisen auf höhere Mengen zurückzuführen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren leicht niedriger als zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Die Verminderung ist auf das "normalisierte" Preisniveau sowie die gesunkene Umsatzwerte zurückzuführen. Bei den überfälligen Forderungen sind keine signifikanten Veränderungen festzustellen.

Die Gesamtverbindlichkeiten einschließlich gebildeter Rückstellungen sind um TEUR 426,8 höher als im Vorjahr.

Die bilanzielle Eigenkapitalquote beträgt 27,5 % (Vj. 28,3 %). Absolut ist das Eigenkapital dagegen um TEUR 110,3 gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf den Jahresfehlbetrag zurückzuführen. Unsere Eigenkapitalquote stellt für ein Handelsunternehmen eine stabile Basis für die Fortentwicklung der Geschäftstätigkeit dar. Unser Ziel ist es die Eigenkapitalquote weiterhin deutlich zu steigern.

Die Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft ist geordnet. Durch die eingeräumten Kredite ist die Zahlungsbereitschaft der Genossenschaft jederzeit gewährleistet. Die Liquiditätsausstattung der Genossenschaft ist ausreichend.

4. Investitionen

Die Investitionen sehen wir als klares Bekenntnis zu unseren Standorten und unserer regionalen Verbundenheit.

Die Sachanlageinvestitionen lagen im Berichtszeitraum bei TEUR 1.698 und somit über dem Abschreibungswert von TEUR 1.563. Die Zugänge beinhalten die Erweiterung des Raiffeisenmarktes in Schrozberg, Maschinenanlagen für das Lagerhaus in Schrozberg, maschinelle Optimierungen für unsere Bäckerei und Investitionen in unseren Fuhrpark, sowie des vorbeugenden Brandschutzes. Ansonsten wurden diverse Ersatz - und Rationalisierungsinvestitionen vorgenommen.

Mit den Investitionen unterstreichen wir erneut unseren Wachstumswillen und unsere Verbundenheit zur Region.

Außerplanmäßige Investitionen wurden nicht getätigt.

Die Gebäude und Anlagen sind optisch und technisch in gutem Zustand.

Im Berichtsjahr 2023 wurden zwei schwächere Filialen (Crailsheim und Schillingsfürst) geschlossen. In Boxberg und Schwäbisch-Hall sind zwei Übernahmen von bestehenden Bäckern bereits in der Projektierung. In der Bäckerei wird zur Verstärkung eine neue Brötchenanlage angeschafft.

5. Finanzlage / Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stellen eine fristkongruente Finanzierung der Sachanlagen dar. Die bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden planmäßig zurückgeführt.

Die Darlehen unsere Mitglieder sind nahezu konstant. Darin spiegelt sich das hohe Vertrauen unserer Mitglieder in die Verlässlichkeit und Ertragskraft der LBV wieder. Sie können somit im wirtschaftlichen Sinne als langfristiges Kapital angesetzt werden.

Die Finanzierungsstruktur wird kontinuierlich überprüft und ist dem Unternehmen angemessen.

Die Genossenschaft nutzt zudem die Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft zur Stärkung der internen Finanzkraft. Somit stehen jederzeit ausreichend finanzielle Mittel zur internen Finanzierung zur Verfügung.

Im Berichtsjahr wurde erneut ein positiver Kapitalfluss aus operativer Geschäftstätigkeit erzielt. Der Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit ist im Wesentlichen durch unsere Investitionen in unsere Sachanlagen geprägt. Bei dem Kapitalfluss durch die Finanzierungstätigkeiten sind im Wesentlichen die Tilgungen enthalten. Durch die bereits im Vorjahr durchgeführte Umfinanzierungen konnten wir den Anteil der mittelfristigen Verbindlichkeiten erhöhen bzw. den Anteil der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten senken.

Der Vorstand beurteilt die Finanzlage als positiv.

6. Personal- und Sozialbereich

Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten betrug im Berichtsjahr insgesamt 168 (Vj. 159) Personen, die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten im Durchschnitt 381 (Vj. 388) Mitarbeiter (nach JAE). Außerdem waren noch 12 (Vj. 14) Auszubildende angestellt.

Gerade in einem Handels- und Dienstleistungsunternehmen sind die Mitarbeiter entscheidend für den Kundenerfolg und damit auch für den Unternehmenserfolg.

Wie in den Vorjahren war auch im Berichtsjahr eine große Anzahl langjähriger Mitarbeiter beschäftigt. Die Fluktuation betraf vor allem Teilzeitbeschäftigte. Die Gewinnung von zusätzlichen Mitarbeitern gestaltet sich jedoch weiter schwierig.

Sämtliche Sozialleistungen wurden von uns ungekürzt fortgeführt, Pensionsrückstellungen entsprechend einem versicherungsmathematischen Gutachten angesetzt.

Um die ständig steigenden und sich ändernden Bedürfnisse unserer Kunden zu befriedigen, ist eine kontinuierliche Weiterbildung und -qualifizierung unserer Mitarbeiter unerlässlich. Wir investieren deshalb sehr stark in unsere Personalentwicklung und schulen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend auf die wachsenden Aufgaben.

Dennoch liegt die Fluktuation unverändert über jener der vergangenen Jahre, allerdings in einem normalen Rahmen. Zum einen treten verstärkt ältere Mitarbeiter in den Ruhestand, zum anderen stellen wir einen erheblich verstärkten Wettbewerb mit anderen Branchen um Mitarbeiter fest. Die meisten Unternehmen unserer Region sind derzeit intensiv auf der Suche nach Arbeitskräften. Maßnahmen zur Personalbindung, wie zum Beispiel "Jobrad" Angebote, zeigen Wirkung.

Auch im Geschäftsjahr 2024 werden wir versuchen, die Mitarbeiterzufriedenheit und den Ausbildungsgrad weiter zu stärken. In diesem Zusammenhang werden wir einen Mitarbeiterrabatt von 30% auf Backwaren und Heißgetränke für alle Mitarbeiter der Genossenschaft einführen. Im Bereich der Personalentwicklung werden wir in den kommenden Jahren neue Akzente setzen. Unseren jungen Mitarbeitern möchten wir eine langfristige Perspektive bieten. Das Verkaufspersonal in der Bäckerei durchläuft ein intensives Verkaufstraining um die Kundenzufriedenheit zu steigern.

7. Umweltschutz

Wir fühlen uns zum Schutz der Umwelt nachhaltig verpflichtet. Daher hat der Umweltschutz bei all unserer Investitions- und Instandhaltungsentscheidungen einen hohen Stellenwert.

Die LBV betreibt daher einen erheblichen Aufwand, um alle gesetzlichen Anforderungen im vollen Umfang erfüllen zu können. Die Verantwortung für die Umwelt ist unseren Mitarbeitern ein hohes Gut.

Die Tankanlagen, die Düngemittel- und Pflanzenschutzlager der LBV entsprechen dem derzeitigen Stand der Technik. Es werden ausschließlich nach deutschem Recht zugelassene Produkte gehandelt. Es bestehen zudem die üblichen Versicherungen, um auch Umweltrisiken finanziell bewältigen zu können. In dem Bereich ergaben sich im Berichtsjahr keine neuen Notwendigkeiten.

Die behördlichen Auflagen für den Umweltschutz wurden im Berichtsjahr erfüllt.

Die LBV hat ein festes Energieteam etabliert, dass sich um alle Energiethemen kümmert. Wir sind nach DIN 16247 für das Energiemanagementsystem auditiert.

Da wir 7,5 GWH überschreiten müssen wir im Laufe des Jahres 2025 die DIN 50.001 auditieren. Wir haben alle Energieverbraucher erfasst, die digital überwacht werden um dann die einzelnen Verbraucher effizienter zu gestalten. Hieraus haben wir eine Prioritätenliste erstellt, die wir nach dem Return of Investment sukzessive abarbeiten. Um diesem Ziel Nachdruck zu verleihen ist die LBV einem Energienetzwerk beigetreten. Aufgrund der explodierenden Energiestoffpreise hat die Geschäftsführung dem Vorstand und Aufsichtsrat bereits ein neues Energieversorgungkonzept für die Jahre 2023-2024 vorgestellt. Hier soll die Wärme für die Bäckerei, die Einzelhandelsgeschäfte und Verwaltung in Schrozberg in Zukunft durch Hackschnitzel erzeugt werden. Aufgrund der deutlich gesunken Energiepreise ist die Wirtschaftlichkeit aktuell nicht gegeben und das Projekt wurde zurückgestellt. Weiter ist eine PV - Anlage zum Eigenstromverbrauch geplant. Die Umsetzung soll Anfang 2025 erfolgen.

Unsere Mitarbeiter sind stets angehalten, neben wirtschaftlichen Aspekten auch Belange der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes bei ihren Entscheidungen und Handlungen zu berücksichtigen.

8. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren umfassen u.a. die Anzahl der Mitglieder, die sich im Jahr 2023 von 945 Mitgliedern mit 1.149 Geschäftsanteilen auf 919 Mitgliedern mit 1.124 Geschäftsanteilen verändert haben.

Die LBV muss für die aktuellen und künftigen Mitarbeiter ein attraktiver, vertrauenswürdiger Arbeitgeber sein. Für den Vorstand ist die Motivation und Qualifizierung der Mitarbeiter von großer Bedeutung.

Wir tragen der Bedeutung der Mitarbeiter in unserem personalintensiven Geschäftsmodell u.a. durch folgende Leistungsindikatoren Rechnung: Ausbildungsquote und Fluktuationsquote.

Neben den angegebenen Indikatoren wird besonderer Wert auf die Erhaltung bzw. Aufrechterhaltung von Zertifizierungen wie GMP+, QS, EU-REDcert, Donau Soja, Europe Soja, VLOG, GMO+ GMO Controlled, IFS GMF V3 und Öko gelegt.

9. Sonstige wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres

Schwebende Rechtsstreitigkeiten, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft wesentlich auswirken können, liegen nicht vor.

10. Beurteilung der Entwicklung durch den Vorstand

Die Gesamtentwicklung unserer Genossenschaft kann unter Beachtung der getätigten Investitionen in den Vorjahren, dem Druck auf die einzelnen Verdienstspannen sowie der Konsolidierung nach dem deutlichen Wachstum der Vorjahre nicht vollständig zufriedenstellen. Dennoch muss erwähnt werden, dass sich die Weiterentwicklung in den Bereichen Bäckerei und EDEKA positiv zu beurteilen ist.

Die Basis unserer Genossenschaft, die Anzahl der Mitglieder, verändert sich sehr stark. Die zunehmenden staatlichen Reglementierungen (Düngemittelverordnung, Pflanzenschutzmaßnahmen, Tierwohl usw.) setzen unseren landwirtschaftlichen Betrieben stark zu und bringen auch vorzeitige Betriebsaufgaben. Die Anzahl der Haupterwerbsbetriebe hat in den letzten Jahren stark abgenommen. Bei den schweinehaltenden Betrieben (insbesondere Ferkelproduktion) stellen wir einen beschleunigten Strukturwandel fest.

Die LBV ist mit ihren Tätigkeitsfeldern vielschichtig aufgestellt, wird aber dennoch sehr stark von der Einkommenssituation ihrer landwirtschaftlichen Kundschaft tangiert. Die Preise im Veredelungsbereich (Schweinebereich) haben sich stabilisiert. Dennoch ist die Investitionsbereitschaft unserer Kundschaft in die tierische Produktion sehr niedrig, da die Rahmenbedingungen nach wie vor ungenügend sind.

Im Gesamtergebnis werden in Zukunft die unterschiedlichen Betriebszweige die wirtschaftliche Entwicklung der LBV positiv beeinflussen. Mit dem Neubau des Bäckereiproduktionsbetriebes im Jahr 2017 haben wir zukunftsweisende Investitionen getätigt, die sicherstellen werden, dass in diesem Betriebszweig die Anforderungen der Kunden und Verbraucher in der Zukunft bestens erfüllt werden können. Ein neu erarbeitetes Marketingkonzept wurde im Laufe des Jahres 2023 final ausgerollt. Ziel ist es hier unser Alleinstellungsmerkmal als genossenschaftliche Bäckerei mit dem Bezug zu den regionalen Rohstoffen zum Verbraucher zu transportieren. Flächenbereinigt steigende Kundenzahlen trotz Preiserhöhungen zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Eine permanente Validierung unserer Filialen gehört zu unseren zentralen Aufgaben für ein gut funktionierendes und wirtschaftliches Filialnetz.

Der betriebswirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Betriebsstellen und Geschäftsfelder kommt eine hohe Aufmerksamkeit zu. Geeignete Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung werden ständig entwickelt und umgesetzt. Insbesondere das Controlling muss hierzu noch weiterentwickelt werden.

Eine große Bedeutung wird auch einem umfassenden Kostenmanagement beigemessen. Das Prozess- und Kostenmanagement ist für uns eine wesentliche Stellschraube, um die Wettbewerbsfähigkeit der LBV bei den volatilen Agrarmärkten auch künftig sicherzustellen.

IV. Risikobericht

1. Risikomanagement

Im Rahmen des Risikomanagements ist es erforderlich, dass die Risikoverantwortung innerhalb des Unternehmens nach Risikogesichtspunkten zugewiesen und anschließend analysiert wird.

2. Risikomanagementsystem

Der Umgang mit Risiken ist eine originäre unternehmerische Aufgabe. Unser Risikomanagement ist darauf ausgerichtet, Chancen und Risiken des unternehmerischen Handelns verantwortungsbewusst gegeneinander abzuwägen, um damit den langfristigen Erfolg unserer LBV zu sichern.

Aufgrund zunehmender Komplexität immer turbulenterer Märkte ist es notwendig, klare Prozesse und Verantwortlichkeiten zu definieren, sowie strukturierte Vorgehensweisen zu schaffen. Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftspotentiale, aber auch um frühzeitig die vorhandenen Risiken zu erkennen und zu managen, wird das Risikomanagementsystem eingesetzt.

Die eingeführten organisatorischen Regelungen und Maßnahmen gewährleisten, dass den Fortbestand der Genossenschaft gefährdenden Risiken recht früh erkannt werden.

Die wesentlichen Elemente unseres Risikomanagements sind u.a. die nachfolgenden Elemente:

- Umsatz- und Ertragsmanagementsystem

- Kostenmanagement

- Kostenstellenrechnung für die Betriebszweige insgesamt sowie für die einzelnen Betriebsstellen

- Warenbestandsführungssystem mit Mengendifferenzfortschreibung

- Produktivitätsnachweis für die Bäckerei und Mineralölzüge

- Mahn- und Forderungsüberwachungsstatistiken

Daneben bestehen Controlling-Instrumentarien, die laufende Erfolgskontrollen und die Einleitung konvergierender Maßnahmen ermöglichen.

Zur genaueren Quantifizierung der möglichen Risiken wird zudem eine Risikoinventur durchgeführt und konstant an die Unternehmensaktivitäten angepasst.

Grundsätzlich betreibt die LBV eine risikoaverse Geschäftspolitik. Unverhältnismäßig hohe Risiken werden vermieden. Bestandsgefährdende Risiken werden nicht eingegangen. Überschaubare und damit vertretbare Risiken werden dort ausnahmsweise eingegangen, wo der Erwartungswert des erzielbaren Ertrages den entsprechenden Erwartungswert eines Verlustes deutlich übertrifft.

3. Wesentliche Chancen und Risiken

Die Ertragslage in der Landwirtschaft insbesondere im Veredelungsbereich ist insgesamt als schwierig zu bezeichnen. Die Erzeugerpreise bei Raps und bei Getreide waren im Vorjahresvergleich deutlich höher. Bei den stark schwankenden Preisen für Getreide und auch bei Düngemittel ist ein gewisses Bestandsrisiko vorhanden. Durch Kontrakte und gesplittete Einkäufe wird es auf ein beherrschbares Maß reduziert.

Die Unternehmensbereiche Mineralöle, Raiffeisenmärkte, Heizöl und Fuhrpark weisen nach wie vor eine starke Marktdurchdringung auf und zeigen stabile Umsätze. Sie tragen zur Auslastung und zum positiven Unternehmenserfolg bei.

Der Baustoffumsatz wird aufgrund der höheren Inflation und den steigenden Zinsen Umsatzrückgänge erfahren. Aufgrund der breiten Kundenstruktur rechnen wir in 2024 mit einem Ergebnisbeitrag auf Vorjahresniveau.

Aufgrund des breiten Sortimentes, einer großen räumlichen Ausdehnung und der hohen Investitionen in den Vorjahren sehen wir große Chancen für eine positive Entwicklung unserer Genossenschaft.

Regionalität ist seit Corona noch mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt. Die LBV trägt dem durch den regionalen Anbau von Rohstoffen für die Bäckerei bereits seit langem Rechnung und verzahnt ihre Mitglieder intensiv mit der Bäckerei. Die Umsetzung einer neuen Marketingstrategie mit der entsprechenden Kommunikation wurde im Laufe des Jahres 2023 abgeschlossen.

Eine stetige Marktbeobachtung gewährleistet, dass Entscheidungen über die Aufnahme neuer innovativer Produkte in das Warensortiment rasch erfolgen können - dies sehen wir als Chance.

Neben unserem Leitartikel Rapsöl haben wir unsere LBV-Produktlinie bereits um weitere Produkte wie Leinöl, Kürbiskernöl, Walnussöl, Essig, Honig, Kichererbsen und Mehl erweitert.

Der Vorstand stuft nach den Erkenntnissen des Risikomanagementsystems nachfolgende potentielle Risiken für die nächsten zwei Jahre als eher gering ein:

Investitions-, Beschaffungs- und Absatzrisiko

Größere Investitionen werden planmäßig und vorausschauend getätigt, die Finanzierung erfolgt langfristig. Die Beschaffung unseres Warensortiments sehen wir als gegeben an. Bei den relativ hohen Beständen ist ein gewisses Preisrisiko gegeben. Durch die breite Diversifikation im Warensortiment und in der Kundenklientel sehen wir für unsere Genossenschaft nur ein geringes Absatzrisiko.

Erfüllungsrisiken, Marktpreisrisiken, Ertragsrisiken und Betriebsrisiken

Die Risiken im Getreide- und Ölsaatenbereich werden über Kontrakte und gesplittete Verkäufe möglichst geringgehalten. Spekulationsgeschäfte werden generell nicht vorgenommen.

Rechtsrisiken sowie Haftungs-, Betrugs- und Diebstahlrisiken

Ein latentes Diebstahlrisiko ist bei Handelsunternehmen nicht auszuschließen, ein Teil dieser Risikogruppe ist durch entsprechende Versicherungen abgedeckt.

Rechtliche Risiken liegen derzeit nicht vor.

Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen

Für Zahlungsstromschwankungen stehen befristete Kreditlinien (Saisonkredite) zur Verfügung. Nach den vorliegenden Informationen haben sich keine bestandsgefährdenden oder sonstigen Risiken mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft ergeben.

Die Forderungen werden zeitnah überwacht. Das Forderungsrisiko ist durch entsprechende Wertberichtigungen ausreichend abgedeckt. Die säumigen Zahler werden zeitnah überwacht. Das Risiko durch Forderungsausfälle ist bei Geschäften mit Landwirten sehr gering.

4. Risikobeurteilung

Aus heutiger Sicht sind die dokumentierten Risiken, bei denen es sich hauptsächlich um strategische Risiken und geschäftsbedingte Marktrisiken handelt, beherrschbar.

Derzeit sind keine wesentlichen bestandsgefährdenden sowie wirtschaftlichen Risiken zu erkennen und auch im kommenden Jahr nicht zu erwarten. Von positiven Unternehmensergebnissen kann auch zukünftig ausgegangen werden.

Die Risikosituation ist gegenüber der letzten Berichterstattung weitgehend unverändert positiv.

V. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Durch den Russland-Ukraine-Krieg können sich nach wie vor nachhaltige Belastungen auch für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Genossenschaft ergeben. Indirekt treffen uns Betriebsaufgaben vor allem in der Ferkelerzeugung durch rückgängige Futtermittelabsätze.

VI. Forschung und Entwicklung

Eine stetige Marktbeobachtung gewährleistet, dass Entscheidungen über die Aufnahme neuer innovativer Produkte in das Warensortiment rasch erfolgen können. Wir verfügen als Handelsunternehmen über keine eigene Forschungs- oder Entwicklungsabteilung, insbesondere Neuerungen im Bereich EDEKA Märkte werden zentral mit EDEKA abgestimmt und die Raiffeisen Märkte mit der HGD. In der Bäckerei entwickeln wir fortlaufend neue Produkte. Bei innovativen Anbauprojekten mit neuen Kulturen arbeiten wir eng mit der Uni Hohenheim zusammen.

VII. Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung (Prognosebericht)

Die Perspektiven 2024 werden unverändert von den Trends an den internationalen Rohstoffmärkten bestimmt. Dies gilt auch für Betriebsmittel wie Mineralölprodukte, Handelsdünger und Eiweißfuttermittel. Naturkatastrophen können ebenso zu Schwankungen führen wie eine weltweite Rezession. Deshalb muss fortlaufend mit Vermarktungsrisiken durch Preisvolatilität gerechnet werden.

Der regionale Anbau unserer Mitglieder von Rohstoffen für unsere Bäckerei und den Lebensmitteleinzelhandel u.a. EDEKA-Südwest stärken unsere regionalen Wertschöpfungsketten wie auch die Mitgliederbindung.

Im Berichtsjahr erhielten wir vom Land-Baden-Württemberg den Bioökonomiepreis für das Vorhaben Kichererbsen überreicht. Ziel ist es in Zusammenarbeit mit Erzeugern, Verarbeitern und dem Handel Anbau- und Verarbeitungskonzepte für Kichererbsen in Baden-Württemberg zu entwickeln.

Bei EDEKA-Südwest sind die Kichererbsen seit Ende 2023 gelistet und bei EDEKA Hamburg finden sich die Schrozberger Kichererbsen in der EDEKA Hummus Eigenmarke deutschlandweit wieder. Weitere Lebensmittelhändler haben in Schrozberg bereits angeklopft. Allerdings müssen wir diese neue Kultur erst nachhaltig etablieren.

In einem welt- und sicherheitspolitisch schwierigen Umfeld ist eine effiziente, gut funktionierende Landwirtschaft ein unabdingbares Element der Daseinsvorsorge für unser Land und sollte deshalb auch die entsprechende Wertschätzung erhalten.

Die Handelstätigkeit im Internet wird auch immer stärker in der Landwirtschaft einziehen. In 2024 wird der Wettbewerbsdruck nicht minder werden. Folglich sind mittelfristig stagnierende Umsatz- und Ergebnisentwicklungen zu erwarten. Die Geschäftsmodelle des Agrarhandels werden sich in den kommenden Jahren erheblich verändern müssen, um die Anforderungen der Landwirtschaft optimal zu erfüllen und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Für die Agrarwirtschaft bieten die neuen Technologien große Chancen bei der Optimierung des Betriebsmitteleinsatzes, der Arbeits- und Betriebsorganisation, der optimalen Steuerung aller relevanten Prozesse und der Arbeitswirtschaft. Im Agrarhandel wird die Zukunft in der Entwicklung von Online-Plattformen für Verkauf und Beratung liegen. Chancen liegen auch in grundlegenden Verbesserungen in Lagerwirtschaft und Logistik. Hierzu haben wir gemeinsam mit über 30 anderen Genossenschaften in Deutschland die Raiffeisen Networld GmbH mit Sitz in Köln gegründet, die eine gemeinsame Agrarhandelsplattform für die deutschen Primärgenossenschaften realisiert. Die Piloten der Networld gingen bereits zum 1. September 2021 Online. Für die LBV war ein Start Mitte 2023 geplant. Dieser verzögert sich noch bis in Q 4/2024 hinein. Dann wird die LBV mit den ersten Onlineverkäufen am Start sein.

Weiter erarbeitet die LBV eine Onlineplattform für ihre regionalen Produkte.

Die Erweiterung des Vertriebsnetzes im Bäckereibereich wird weiter vorangetrieben, die Chancen und Möglichkeiten der Expansion im Einzelhandelsbereich werden ebenfalls kontinuierlich weiterverfolgt.

Das Anlagevermögen ist auf einem zeitgemäßen Stand und fristenkongruent finanziert. Der Fuhrpark wird regelmäßig erneuert und ist auf einem angemessenen Stand.

Im Personalbereich ist eine hohe Anzahl langjähriger Mitarbeiter mit entsprechend großer Erfahrung vorhanden.

Die LBV rechnet im Jahr 2024 mit einem schwierigen Umfeld, das durch die politischen Vorgaben, den intensiven Wettbewerb und Preisschwankungen gekennzeichnet sein wird. Dennoch strebt das Unternehmen eine Umsatz- und Ertragssteigerung an. Im Bäckereibereich erwarten wir zweistellige Zuwächse, für Edeka und die Raiffeisenmärkte erwarten wir moderate Zuwächse, der Bereich Agrar wird mit stabilen Umsätzen prognostiziert. Bei den Baustoffen rechnen wir mit weiteren Rückgängen. Um unsere Chancen zu nutzen, verfügen wir mit unseren Beziehungen über die nötigen Vertriebsstrukturen. Bei den Umsatzerlösen erwarten wir in Summe einen Zuwachs, der sich auch in einem höheren Rohertrag wiederspiegelt.

Bei der Aufwandsentwicklung gehen wir ebenfalls von einer deutlich höheren Entwicklung aus. Vor allem die Personalkosten erfahren starke Steigerungen. Die Energiekosten erwarten wir weiter auf hohem Niveau. Angesichts der getätigten Investitionen bewegen sich die Abschreibungen und die aus der Finanzierung folgenden Zinsaufwendungen auf einem erhöhten Niveau. In den Folgejahren rechnen wir mit tendenziell verbesserten Ergebnissen.

Zusammengefasst gehen wir auch in den kommenden Jahren von einer stabilen Entwicklung unserer Genossenschaft aus. Wir planen für 2024 mit einem ausgeglichen Jahresergebnis in einer Bandbreite von TEUR 100 bis TEUR 250.

 

Schrozberg, den 29. April 2024

Der Vorstand

Rudolf Herrmann

Albert Meinikheim

Andreas Rohr

Martin Dürr

Steffen Fröhlich

Wolfgang Haag

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr 2023 vom Vorstand regelmäßig in gemeinsamen Sitzungen und telefonischen Abstimmungen eingehend über die Lage und Entwicklung des Unternehmens, sowie über wesentliche geschäftliche Ereignisse und Vorhaben und über grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik unterrichten lassen. Nach eingehenden Beratungen wurden die satzungsgemäß erforderlichen Beschlüsse gefasst. Über wichtige Ereignisse wurde der Vorsitzende des Aufsichtsrates unverzüglich unterrichtet.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates hat außerdem eigenständige Prüfungshandlungen zur Überwachung der Geschäftsführung durchgeführt und zusammen mit weiteren Aufsichtsratsmitgliedern an der Inventur teilgenommen. Bei seiner Tätigkeit hat sich der Aufsichtsrat von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Es ergab sich kein Anhaltspunkt für eine Beanstandung.

Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband e.V., Karlsruhe, hat am 27. Mai 2024 über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung für das Geschäftsjahr 2023 berichtet. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss und Lagebericht geprüft und in Ordnung befunden und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Vom Ergebnis der gesetzlichen Prüfung hat der Aufsichtsrat zustimmend Kenntnis genommen.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Gewinnverwendung für das Berichtsjahr 2023 geprüft, in Ordnung befunden und befürwortet den Vorschlag des Vorstandes. Dieser Vorschlag entspricht den Vorschriften der Satzung.

Für die im Berichtsjahr geleistete erfolgreiche Arbeit spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank aus. Den Erzeugern dankt er für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

 

Schrozberg, den 27. Mai 2024

Rohn, Vorsitzender des Aufsichtsrats

LBV RAIFFEISEN EG, SCHROZBERG

AKTIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 11.696.949,36 11.568.640,09
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 70.568,00 26.690,00
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 70.568,00 26.690,00
II. Sachanlagen 11.292.426,42 11.216.561,83
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.680.641,00 5.895.348,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.050.322,00 1.239.567,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.557.263,42 3.229.893,32
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.200,00 851.753,51
III. Finanzanlagen 333.954,94 325.388,26
1. Beteiligungen 113.883,00 108.883,00
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.000,00 20.000,00
3. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 200.071,94 196.505,26
B. UMLAUFVERMÖGEN 13.088.938,85 12.900.813,76
I. Vorräte 7.120.187,05 7.035.019,42
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 24.905,00 33.775,00
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 7.095.282,05 7.001.244,42
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.020.855,43 4.852.671,79
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.233.488,43 4.385.566,82
2. Sonstige Vermögensgegenstände 787.367,00 467.104,97
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 947.896,37 1.013.122,55
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 13.674,00 13.606,76
24.799.562,21 24.483.060,61

PASSIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. EIGENKAPITAL 6.817.563,05 6.927.817,60
I. Geschäftsguthaben 1.855.008,94 1.806.704,05
1. der verbleibenden Mitglieder 1.834.224,44 1.767.677,63
2. der ausscheidenden Mitglieder 20.784,50 39.026,42
- Rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile: EUR 27.878,80 (Vorjahr: EUR 31.980,44)
II. Ergebnisrücklagen 4.961.113,55 4.873.366,85
1. Gesetzliche Rücklage 1.669.833,40 1.644.833,40
2. Andere Ergebnisrücklagen 3.291.280,15 3.228.533,45
III. Bilanzgewinn/-verlust 1.440,56 247.746,70
1. Jahresüberschuss/-fehlbetrag -158.559,44 247.746,70
2. Entnahmen aus Rücklagen 160.000,00 0,00
B. RÜCKSTELLUNGEN 979.420,70 1.276.989,44
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 133.800,00 139.200,00
2. Steuerrückstellungen 69.895,82 156.476,14
3. Sonstige Rückstellungen 775.724,88 981.313,30
C. VERBINDLICHKEITEN 17.002.578,46 16.278.253,57
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.325.550,00 10.491.270,95
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 222.935,26 55.543,26
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.768.305,46 2.787.990,91
4. Sonstige Verbindlichkeiten 2.685.787,74 2.943.448,45
- davon aus Steuern: EUR 76.365,57 (Vorjahr: EUR 244.849,11)
- im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 7.289,11 (Vorjahr: EUR 1.023,19)
24.799.562,21 24.483.060,61

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

2023
EUR
2022
EUR
1. Umsatzerlöse 82.327.559,91 88.331.144,99
2. Sonstige betriebliche Erträge 560.651,89 519.404,22
3. Gesamtleistung 82.888.211,80 88.850.549,21
4. Materialaufwand -61.152.085,96 -67.740.233,82
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -61.152.085,96 -67.740.233,82
5. Rohergebnis 21.736.125,84 21.110.315,39
6. Personalaufwand -13.612.944,54 -13.092.620,02
a) Löhne und Gehälter -11.221.105,35 -10.860.039,94
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.391.839,19 -2.232.580,08
- davon für Altersversorgung: EUR 28.015,60 (Vorjahr: EUR 5.262,60)
7. Abschreibungen -1.587.958,71 -1.665.735,80
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.587.958,71 -1.665.735,80
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -6.474.189,62 -5.798.371,64
9. Zwischensumme 61.032,97 553.587,93
10. Erträge aus Beteiligungen und Geschäftsguthaben 17.931,94 11.050,25
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 40.488,65 895,63
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -227.670,29 -172.684,36
13. Finanzergebnis -169.249,70 -160.738,48
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -3.788,31 -98.293,35
15. Ergebnis nach Steuern -112.005,04 294.556,10
16. Sonstige Steuern -46.554,40 -46.809,40
17. Jahresüberschuss/-fehlbetrag -158.559,44 247.746,70
18. Entnahmen aus Rücklagen 160.000,00 0,00
19. Bilanzgewinn 1.440,56 247.746,70

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

A. Allgemeine Angaben

Die LBV Raiffeisen eG mit Sitz in Schrozberg ist registriert beim Amtsgericht in Ulm und eingetragen unter der Registernummer 690024.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den maßgeblichen Vorschriften des Handelsesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) aufgestellt.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Genossenschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB aus.

Die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung sind entsprechend den Bestimmungen des HGB gem. §§ 266 Abs. 2 und 3 HGB gegliedert. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB erstellt. Leerposten wurden gemäß § 265 Abs. 8 HGB nicht angegeben.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Im Jahresabschluss wurden bei der Ermittlung von gerundeten Beträgen (volle EUR) die kaufmännischen Rechenregeln beachtet. Korrespondierende Summen wurden ungerundet berechnet und danach das jeweilige Ergebnis gerundet.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzten Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde.

Zugänge zum Sachanlagevermögen werden linear abgeschrieben. Bei beweglichen Anlagegegenständen wurde bis 2016 überwiegend die degressive Abschreibungsmethode angewandt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens bis zu einem Anschaffungspreis (vermindert um Vorsteuer) von 800 EUR sind voll abgeschrieben und als Abgang behandelt worden.

Die im Bau befindlichen Anlagen wurden mit den Anschaffungskosten bewertet.

Die Finanzanlagen wurden mit Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Vorräte wurden in der Regel mit Anschaffungskosten bewertet. Bei Sammelnummern von Raiffeisenmarktartikeln wurden die Anschaffungskosten retrograd ermittelt. Für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und verminderter Verwertbarkeit ergeben, wurden entsprechende Abschläge vorgenommen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert abzüglich einer Pauschalwertberichtigung für das allgemeine Kreditrisiko und das zinsfreie Zahlungsziel bewertet. Bei zweifelhaft einbringlichen Forderungen wurden Einzelwertberichtigungen abgesetzt.

Die flüssigen Mittel wurden in allen Fällen mit dem Nennwert angesetzt.

Die Pensionsrückstellungen wurden auf der Grundlage von versicherungsmathematischen Berechnungen auf Basis der "Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Project Unit Credit Method) ermittelt. Sie wurden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz von 1,82 % abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 10 Jahren ergibt. Künftig zu erwartende Gehalts- und Rentensteigerungen wurden mit 2 % bei der Bewertung berücksichtigt.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellung und der Maßgabe das entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe der entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beläuft sich auf TEUR 1,6.

Die sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen entsprechen den zu erwartenden Ausgaben. Sie wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen von mehr als einem Jahr bestehen nur in untergeordnetem Umfang.

Für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften wurden Rückstellungen in Höhe des Verpflichtungsüberhangs auf Vollkostenbasis gebildet.

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten sind nur für wesentliche Posten gebildet worden.

C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. BILANZ

Die Genossenschaft besitzt 100 % Anteile an der LBV GmbH, Schrozberg. Aufgrund des eingestellten Geschäftsbetriebs wurden die Anteile in Vorjahren in voller Höhe wertberichtigt.

Von den Forderungen haben eine Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr:

Forderungen Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- sonstige Vermögensgegenstände 23.500,00 0,00

Die Ergebnisrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage Andere Ergebnisrücklagen
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Anfangsbestand 1.644.833,40 1.611.833,40 3.228.533,45 2.936.401,46
Einstellung aus dem Bilanzgewinn Vorjahr 25.000,00 33.000,00 222.746,70 292.131,99
Entnahme für das Geschäftsjahr 0,00 0,00 160.000,00 0,00
Endbestand 1.669.833,40 1.644.833,40 3.291.280,15 3.228.533,45

In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere enthalten:

Personalrückstellungen (Resturlaub, Überstunden, Jubiläumsleistungen, Berufsgenossenschaft).

Von den Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit:

bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr über 5 Jahre
Verbindlichkeiten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
- gegenüber Kreditinstituten 2.778.680,00 4.305.720,95 7.546.870,00 6.185.550,00 3.807.150,00 2.575.830,00
- aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 222.935,26 55.543,26 0,00 0,00 0,00 0,00
- aus Lieferungen und Leistungen 3.768.305,46 2.787.990,91 0,00 0,00 0,00 0,00
- sonstige Verbindlichkeiten 2.685.787,74 2.943.448,45 0,00 0,00 0,00 0,00

Von den Verbindlichkeiten haben insgesamt EUR 2.217.150,00 eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Von den Verbindlichkeiten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:

Gewährtes Pfandrecht oder ähnliches Recht EUR
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Grundschulden 5.026.886,29
Sicherungsübereignungen 4.517.974,46
insgesamt 9.544.860,75

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte.

II. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Landwirtschaftliche Erzeugnisse und Bedarfsartikel 31.724,8 34.254,6
Mineralöle und Baustoffe 15.422,8 20.634,6
Einzelhandel und Raiffeisenmarkt 35.210,3 33.539,2
Dienstleistungserlöse, sonstige Erlöse und Provisionen 298,0 336,8
Erlösschmälerungen -328,4 -305,7
Rückvergütung 0,0 -128,4
82.327,5 88.331,1

In dem Posten 'Zinsen und ähnliche Aufwendungen' sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von EUR 2.380,00 (Vorjahr EUR 2.529,00) enthalten.

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind - soweit nicht vorstehend erläutert - folgende periodenfremde Erträge und Aufwendungen enthalten:

Erträge TEUR
Buchgewinne aus Anlagenabgängen 22,5
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 82,8
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 51,8
Aufwendungen TEUR
Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bewertung der Forderungen 63,4

D. Sonstige Angaben

Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:

TEUR
Es besteht eine Vielzahl an Mietverträgen, die Laufzeit beträgt in der Regel zwischen fünf und 10 Jahren, der jährliche Aufwand beträgt (z.T. Umsatzmieten auf Basis Vorjahr) ca. 1.412,2
Leasingverpflichtungen 58,4

Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Kaufmännische Mitarbeiter 31 7
Gewerbliche Mitarbeiter 137 374
168 381

Außerdem wurden durchschnittlich 11,75 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung

Zahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile
Anfangsbestand 945 1.149
Zugang 16 23
Abgang 42 48
Endbestand 919 1.124
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr verändert um EUR 66.546,81
Höhe des Geschäftsanteils EUR 3.000,00

Eine Haftsumme besteht nicht.

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes:

Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V.

Am Rüppurrer Schloss 40

76199 Karlsruhe

Mitglieder des Vorstands:

Rudolf Herrmann - Vorsitzender

Albert Meinikheim - stellv. Vorsitzender

Andreas Rohr - geschäftsführender Vorstand

neben- / ehrenamtliche Mitglieder

Martin Dürr

Steffen Fröhlich

Wolfgang Haag

Mitglieder des Aufsichtsrats:

Hermann Rohn - Vorsitzender

Thomas Palm - stellv. Vorsitzender

weitere Mitglieder

Christian Herrmann

Wolfgang Kuch

Eberhard Mönch

Matthias Stör

Günter Thorwarth

Manfred Utz

Matthias Bender

Daniel Reinhardt

Frank Bauer

Stefan Rieger

Thilo Vogel

Am Bilanzstichtag betrugen die Forderungen an:

Mitglieder des Vorstands EUR 88.876,05
Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 362.996,03

Angabe von Vorgängen von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind - unter Angabe ihrer Art und ihrer finanziellen Auswirkungen.

Der seit nun zwei Geschäftsjahren andauernde Russland-Ukraine-Krieg führte zu einer Verstärkung der bereits bestehenden hohen Volatilitäten auf unseren Absatz- und Beschaffungsmärkten. Die sich daraus ergebende nachhaltige Belastung, auch für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Genossenschaft, im laufenden Geschäftsjahr und darüber hinaus sind nur schwer abzuschätzen. Indirekt treffen uns Betriebsaufgaben vor allem in der Schweineerzeugung durch rückgängige Futtermittelabsätze.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 158.559,44 nach einer Vorwegentnahme aus den Ergebnisrücklagen von EUR 160.000,00 somit den sich ergebenden Bilanzgewinn in Höhe von EUR 1.440,56 wie folgt zu verwenden:

Einstellungen in die gesetzliche Rücklage EUR 144,06
Einstellung in die anderen Ergebnisrücklagen EUR 1.296,50
EUR 1.440,56

 

Schrozberg, den 29. April 2024

LBV Raiffeisen eG

Der Vorstand

Herrmann

Meinikheim

Rohr

Dürr

Fröhlich

Haag

Dieser Jahresabschluss wurde gemäß § 48 GenG in der Generalversammlung am 20. Juni 2024 festgestellt und die Ergebnisverwendung wie vorgeschlagen beschlossen.

Entwicklung des Anlagevermögens

(in EUR)

im Geschäftsjahr
Anschaffungs-/ Herstellungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres Zugänge Umbuchungen Abgänge Zuschüsse Anschaffungs-/ Herstellungskosten am Ende des Geschäftsjahres
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 253.274,96 68.482,78 0,00 0,00 0,00 321.757,74
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.207.599,40 52.408,55 0,00 0,00 0,00 13.260.007,95
2. Technische Anlagen und Maschinen 7.361.113,17 97.943,92 0,00 19.600,00 0,00 7.439.457,09
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.549.702,84 1.543.735,59 844.060,71 220.293,20 -51.376,74 14.665.829,20
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 851.753,51 4.200,00 -844.060,71 7.692,80 0,00 4.200,00
33.970.168,92 1.698.288,06 0,00 247.586,00 -51.376,74 35.369.494,24
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 203.883,00 5.000,00 0,00 0,00 0,00 208.883,00
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 20.000,00
3. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 196.505,26 3.566,68 0,00 0,00 0,00 200.071,94
420.388,26 8.566,68 0,00 0,00 0,00 428.954,94
34.643.832,14 1.775.337,52 0,00 247.586,00 -51.376,74 36.120.206,92
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt) Abschreibungen Geschäftsjahr Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zshg. mit Umbuchungen Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zshg. mit Abgängen Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 226.584,96 24.604,78 0,00 0,00 251.189,74
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.312.251,40 267.115,55 0,00 0,00 7.579.366,95
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.121.546,17 287.188,92 0,00 19.600,00 6.389.135,09
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.319.809,52 1.009.049,46 0,00 220.293,20 10.108.565,78
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
22.753.607,09 1.563.353,93 0,00 239.893,20 24.077.067,82
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 95.000,00 0,00 0,00 0,00 95.000,00
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
95.000,00 0,00 0,00 0,00 95.000,00
23.075.192,05 1.587.958,71 0,00 239.893,20 24.423.257,56
Buchwert Geschäftsjahr Buchwert Vorjahr
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 70.568,00 26.690,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.680.641,00 5.895.348,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.050.322,00 1.239.567,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.557.263,42 3.229.893,32
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.200,00 851.753,51
11.292.426,42 11.216.561,83
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 113.883,00 108.883,00
2. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 20.000,00 20.000,00
3. Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 200.071,94 196.505,26
333.954,94 325.388,26
11.696.949,36 11.568.640,09

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die LBV Raiffeisen eG, Schrozberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der LBV Raiffeisen eG (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG in Verbindung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Genossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG i. V. mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Genossenschaft abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 27. Mai 2024

Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e. V.

Raphael Maier

Verbandsprüfer

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