Volksbank Mittweida eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Chemnitz GnR 5
Eingetragen
11.2.1991
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute des GenossenschaftssektorsKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Zweck der Genosssenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder. Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, insbesondere die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Einlagen; die Gewährung und Vermittlung von Krediten aller Art; die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen, sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften sowie des Betreiben von Factoringgeschäften, die Durchführung und Vermittlung von Leasinggeschäften; die Durchführung des Zahlungsverkehrs; die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen und Reisen; der Kauf und Verkauf, die Erschließung, Bebauung, Vermietung und Verpachtung, Verwaltung und Bewirtschaftung sowie Vermittlung von Immobilien; der Erwerb und die Veräußerung sowie der Betrieb von Anlagen zum Zweck der Gewinnung Erneuerbarer Energien (wie etwa Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen); Beteiligung an anderen Unternehmen und Gründung eigener Unternehmen, sofern dies der Förderung der Mitglieder dient und nach dem Kreditwesengesetz zulässig ist; sonstige Geschäfte, die dem Genossenschaftszweck dienen. Die Genossenschaft kann Zweigniederlassungen errichten. Die Ausdehnung des Geschäftsbetriebs auf Nichtmitglieder ist zugelassen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Kathrin Biber
seit 6.7.2021
Prokura
Steffen Weber
seit 23.7.2013
Prokura
Vorstandsmitglied
Rico Schlegel
seit 4.1.2006
Prokura
Vorstandsmitglied
Uwe Schumann
seit 29.10.2003
Prokura

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Volksbank Mittweida eG

Mittweida

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Volksbank Mittweida eG, Mittweida Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Als Genossenschaftsbank besteht unsere Kernaufgabe darin, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Mitglieder und Kunden zu fördern. Darin gründet auch die enge regionale Bindung an das Geschäftsgebiet. Die Bank hat als zentrale Geschäftsfelder das Privat- und Firmenkundengeschäft mit den Schwerpunkten gewerbliche Immobilienfinanzierung und Refinanzierung Leasinggesellschaften sowie als Ergänzung zum Kundengeschäft und zur Liquiditäts-, Ertrags- und Risikosteuerung das Eigengeschäft definiert. Das Institut nutzt darüber hinaus das Leistungsangebot innerhalb der Genossenschaftlichen Finanz Gruppe.

Zur Erfüllung von § 1 EinSiG i. V. m. § 1 Abs. 3d Satz 1 KWG gehört die Bank der BVR-Institutssicherung (BVR-ISG-Sicherungssystem) an. Das BVR ISG-Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR-Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt.

Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR-ISG-Sicherungssystem tätig.

Die Genossenschaft unterhält keine Zweigniederlassungen.

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % 2023, der Preisauftrieb blieb jedoch damit aber weiterhin ausgesprochen hoch. Insgesamt war somit ein leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung zu verzeichnen.

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen.

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben für den Konsum erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,5 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,7 Prozentpunkten wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei.

Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+3,0 % nach +4,0 %). Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen kaum Impulse für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus.

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Millionen Menschen im Vorjahr auf 2,6 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (5,3 %).

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie.

Die Wirtschaftsleistung dürfte 2023, gemäß den Daten des ifo-Instituts (Niederlassung Dresden), in Ostdeutschland und Sachsen unverändert geblieben sein, während Deutschland insgesamt sogar 0,3 % verlor. Wachstumsdämpfend wirkte sich im ablaufenden Jahr vor allem die schwache Industrie sowie die rückläufige Baunachfrage aus. Die konsumnahen Dienstleister dagegen liefen hingegen besser als noch im Sommer erwartet und stützten so die Konjunktur. Trotz eines starken Jahresauftakts konnte sich die hiesige Wirtschaft im Jahresverlauf nicht von den dämpfenden Einflüssen der gesamtdeutschen Konjunktur abkoppeln. Dass die Industrie nicht noch stärker geschrumpft ist, lag vor allem an strukturellen Besonderheiten, wie der geringeren Bedeutung der von starken Produktionsrückgängen betroffenen Chemie und der niedrigeren Exportneigung ostdeutscher Unternehmen.

Die Wirtschaftsleistung in Ostdeutschland und Sachsen wird im Jahr 2024 nach Einschätzung des ifo-Instituts (Niederlassung Dresden) vom Dezember 2023 leicht steigen, um 0,8 % und um 0,7 %. Der Aufschwung bleibt damit aber hinter den Erwartungen aus dem Sommer zurück. In Deutschland insgesamt wird die konjunkturelle Erholung mit 0,9 % im Jahresdurchschnitt geringfügig stärker ausfallen. Hintergrund ist, dass die Stimmung der ostdeutschen Wirtschaft im abgelaufenen Jahr verhalten war und die Firmen damit keinen Schwung mitnehmen ins neue Jahr. Die prognostizierte Entwicklung wird im Wesentlichen durch die erwarteten steigenden Konsumausgaben infolge der sinkenden Inflation sowie der gestiegenen Realeinkommen gestützt. Dennoch dürften diese in Ostdeutschland und auch in Sachsen weniger stark expandieren als in Deutschland insgesamt, da sich die unvorteilhafte demografische Entwicklung zunehmend bemerkbar macht.

Die Finanzmärkte entwickelten sich trotz der Belastungen aus dem gestiegenen Zinsniveau sowie der geopolitischen Probleme eher positiv und bewerteten die rückläufigen Inflationsraten des Jahres 2023 als Zeichen für schneller als erwartet folgende Zinssenkungen im Jahr 2024. So fiel die Verbraucherpreisinflation in den USA zum Jahresende auf 3,4 %, nachdem sie im Januar 2023 noch bei 6,4 % gelegen hatte. Im Euroraum war sie im selben Zeitraum von 8,6 % auf 2,9 % gefallen. Zwar entwickelte sich die für die Geldpolitik maßgebliche Kernrate, die um die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrung bereinigt ist, weniger dynamisch. Sie fiel in den USA von 5,6 % auf 3,9 % und im Euroraum von 7,1 % auf ebenfalls 3,9 %. Doch die Finanzmärkte reagierten stark auf die Rückgänge, wodurch Aktien- und Anleihekurse vor allem zum Jahresende deutlich zulegten.

Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um 200 Basispunkte. Am 20. September 2023 erreichten die Leitzinsen ihren vorläufigen Höhepunkt mit 4,00 % für die Einlagefazilität und 4,50 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität sowie 4,75 % für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Damit überschritt die EZB erstmals ihr vor der Finanzkrise erreichtes Leitzinsniveau, als die Einlagefazilität im Maximum bei 3,25 % gelegen hatte. Auf den nachfolgenden Sitzungen bis zum Jahresende bestätigte die EZB dieses Zinsniveau und kündigte an, es so lange aufrecht halten zu wollen, bis die Inflation das mittelfristige EZB-Ziel von 2 % wieder erreiche.

Die europäische Gemeinschaftswährung wertete im Verlauf des Jahres 2023 leicht von 1,07 US-Dollar auf 1,10 US-Dollar auf. Dabei profitierte die Gemeinschaftswährung von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die ihre Leitzinsen um 200 Basispunkte erhöhte, während die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen um niedrigere 100 Basispunkte anhob. Dies verringerte den Zinsabstand der großen Währungsräume und ließ den Euro als Devise attraktiver werden. Dennoch blieb der Euro relativ zum Dollar anfällig und reagierte insbesondere auf Veränderungen der geopolitischen Lage und das Zinsverhalten der EZB.

Die Aktienmärkte setzten zum Jahresauftakt die Erholung von Ende 2022 fort. Der DAX stieg vom Januar bis zum März 2023 um 12,3 % auf 15.633,21 Punkte. Anschließend erschütterten jedoch mehrere Krisen, wie die Krise der US-Regionalbanken, die Terrorangriffe der Hamas sowie nicht eingetretene optimistische Erwartungen der Konjunktur die Finanzmärkte. Dies löste Schocks auf den Aktienmärkten und einen deutlich volatilen Kursverlauf aus. Zum Jahresende verstärkte sich die Erholung aufgrund sinkender Inflationszahlen und damit verbundener Hoffnungen auf Leitzinssenkungen der Notenbanken wieder, womit eine Belebung der Konjunktur im Jahr 2024 verbunden wäre. Der DAX legte von Anfang November bis Jahresende nochmals um 13,1 % zu. Dadurch schloss er das Jahr mit 16.751,64 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 % im Plus ab. Im globalen Vergleich entwickelte sich der deutsche Leitindex damit ähnlich zum Euro Stoxx 50, der 19,2 % zulegen konnte, aber schwächer als der S&P 500 und der Nasdaq Composite. Letztere konnten 24,2 % beziehungsweise 43,4 % zulegen.

Die bilanziellen Kundenforderungen der Banken des Genoverband e.V., Neu-Isenburg stiegen im Vorjahresvergleich auf 320,0 Mrd. EUR bzw. +3,1 %. Auch die Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken legten auf 345,6 Mrd. EUR bzw. +0,7 % zu. Die addierte Bilanzsumme der berichtspflichtigen Banken des Genoverband e.V., Neu-Isenburg stieg im Jahr 2023 auf 474,0 Mrd. EUR. Die Kreditdaten der Genossenschaftsbanken des Genoverband e.V. zeigen, dass die Kreditvergabe trotz der vorherrschenden konjunkturellen Unsicherheit auf einem hohen Niveau verblieb.

Den Genossenschaftsbanken des Genoverband e.V. ist es im Jahr 2023 gelungen, das bilanzielle Eigenkapital mit einem Plus von 3,8 % auf 25,9 Mrd. EUR zu steigern. Die Rücklagen legten um 2,6 % auf 19,3 Mrd. EUR zu, die Geschäftsguthaben (gezeichnetes Kapital) wuchsen um 7,7 % auf 6,6 Mrd. EUR. Mit dieser Entwicklung der Eigenkapitalausstattung können die Genossenschaftsbanken die Kreditwünsche der Privatkunden sowie gleichermaßen auch der Firmenkunden erfüllen.

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen.

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses nach Bewertung bereinigt um betriebswirtschaftlich außerordentliche oder periodenfremde Faktoren zur durchschnittlichen Bilanzsumme (nachfolgend: "BE nach Bewertung/dBS") festgelegt. Die Kennzahl BE nach Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zum Geschäftsvolumen, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Für den Leistungsindikator hat die Bank eine strategische Zielgröße für 2023 von 0,80 % definiert. Für die Folgejahre wird weiter ein Wert deutlich oberhalb der Ergebnisse der genossenschaftlichen Finanzgruppe angestrebt, was mit einer Bandbreite von gut 0,93 % bis gut 1,18 % im Rahmen der Planungen für die Folgejahre berücksichtigt ist. Unser Betriebsergebnis nach Bewertung lag mit 40.761 TEUR deutlich über dem Wert des Vorjahres (31.331 TEUR). Die Rentabilitätskennzahl erhöht sich relativ zur durchschnittlichen Bilanzsumme im Vorjahresvergleich von 1,12 % auf 1,21 %.

Als Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz oder Produktivität unseres Instituts wurde die Cost Income Ratio (nachfolgend: "CIR") bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar. Für den Leistungsindikator hat die Bank eine strategische Zielgröße kleiner 50,0 % festgelegt. Die CIR lag im Geschäftsjahr 2023 bei 37,1 % (Vorjahr: 41,6 %). Der Prognosewert gemäß der Eckwertplanung lag bei 43,0 % und wurde damit übererfüllt.

Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Kapitalausstattung dient die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote sowie die Kernkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR. Für die Gesamtkapitalquote hat die Bank unter Berücksichtigung von internen Managementpuffern eine Warngröße von 13,00 % strategisch verankert. Für die Kernkapitalquote ist eine Warngrenze von 11,00 % vorgesehen. Das strategische Ambitionsniveau liegt bei 16,00 % für die Gesamtkapitalquote und 14,00 % für die Kernkapitalquote. Die Gesamtkapitalquote wies im Geschäftsjahr 2023 einen Zuwachs von 13,04 % (12/2022) auf 15,44 % (12/2023) sowie für die Kernkapitalquote einen Zuwachs von 11,67 % (12/2022) auf 11,96 % (12/2023) gegenüber dem Vorjahr auf. Ursächlich hierfür waren die Einwerbung von weiteren Mitgliedern und die Aufstockung von Geschäftsguthaben zur Stärkung des Kernkapitals sowie die Begebung von nachrangigen Einlagen und Schuldscheindarlehen im Ergänzungskapital der Bank. Zur Stabilisierung wurden im Rahmen des Projektes Eigenkapital umfangreiche Maßnahmen zur Generierung von Eigenmittelbestandteilen und RWA-Optimierung (RWA: risikogewichtete Aktiva) umgesetzt und eine RWA-Limitierung für 2024 eingeführt. Unter der Prämisse der Kreditstrukturplanung der Vertriebsbereiche und vorsichtig abgeleiteten Wachstumswerten für Eigenmittelbestandteile erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 eine Gesamtkapitalquote von 15,71 % sowie eine harte Kernkapitalquote von 12,53 %.

Die Entwicklung aller bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren liegt, abgesehen von der Gesamtkapitalquote, die noch leicht unter dem strategischen Ambitionsniveau liegt, über unseren Erwartungen für das Geschäftsjahr.

Daneben haben wir für nichtfinanzielle Leistungsindikatoren die Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit sowie zur Sicherstellung der Konformität und Grundsystematik der Verankerung der Nachhaltigkeit in allen Bereichen Reifegradziele gemäß dem BVR-Nachhaltigkeitscockpit definiert. Diese sollen die Entwicklung unserer Bank maßgeblich beeinflussen.

Zum 31.12.2023 waren in der Bank 232 Mitarbeiter (Vorjahr: 201), darunter 2 hauptamtliche Vorstände, 4 Prokuristen sowie 14 Auszubildende und Dualstudenten beschäftigt. Für die fachliche, methodische und persönliche Weiterentwicklung unserer Beschäftigten haben wir 6,48 (Vorjahr 6,21) Schulungs- und Trainingstage pro Mitarbeiter investiert.

Im Berichtsjahr haben wir wieder intensiv die fachliche Qualifikation in allen Unternehmensbereichen weiterentwickelt. Gleichzeitig wurde die seit 2021 laufende umfangreiche Personalentwicklungsmaßnahme für Führungs- und Nachwuchsführungskräfte fortgesetzt. Insbesondere aktuell erforderliche Themen wie "Virtuelle Führung" und Changemanagement verstehen und umsetzen" waren dabei tragende Themen. Zudem haben wir einen Start zum Ausbau der Resilienz auf individueller Ebene gesetzt und bearbeiteten Themen wie "Persönliche Arbeitsmethodik" und "Weiterentwicklung persönlicher Ressourcen".

Als Indikator für die Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit nutzen wir im 2-Jahresrhythmus die Ergebnisse der unabhängigen Victor-Befragung. Für die Steuerungsgröße Mitarbeiterzufriedenheit dienen uns dabei die Kennzahlenwerte zur Unternehmenskultur. 2023 lagen wir bei einem Durchschnittswert von 74,1 (von 100).

Der nichtfinanzielle Leistungsindikator erfüllt unsere Erwartungen und die Ergebnisse der Kunden- und Mitarbeiterbefragungen dienen langfristig zur Weiterentwicklung der Qualitätsstandards.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Im folgenden Verlauf werden anhand tabellarischer Übersichten wesentliche Entwicklungen aufgezeigt, die zur Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs herangezogen werden.

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 3.370.228 3.051.768 318.461 10,4
Außerbilanzielle Geschäfte *) 228.782 243.040 -14.258 -5,9

*)  Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen) und Derivatgeschäfte.

Der deutliche Anstieg der Bilanzsumme resultiert wiederum primär aus dem Wachstum der Kundenforderungen sowie dem Anstieg der Kundeneinlagen. Die außerbilanziellen Geschäfte liegen leicht unter Vorjahresniveau. Der Rückgang entfiel sowohl auf den Bereich der unwiderruflichen Kreditzusagen als auch auf Bürgschaftsverpflichtungen.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 2.911.087 2.619.804 291.284 11,1
Wertpapieranlagen 187.611 151.509 36.102 23,8
Forderungen an Kreditinstitute 174.800 117.184 57.616 49,2

Der Anstieg bei den Kundenforderungen basiert auf dem weiter gestiegenen Neugeschäft in den Geschäftsfeldern Firmenkunden und Refinanzierung Leasinggesellschaften. Hingegen haben sich die bisher dominierenden gewerblichen Immobilienfinanzierungen nur sehr moderat entwickelt. Das Förderkreditgeschäft spielte weiter eine untergeordnete Rolle. Die Wertpapieranlagen wurden im Rahmen der Strukturierung der Eigenanlagen und entsprechend den Notwendigkeiten zur Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen aufgestockt.

Die Forderungen an Banken liegen über dem Niveau des Vorjahres. Diese dienen vordergründig der kurzfristigen Liquiditätshaltung bei der genossenschaftlichen Zentralbank sowie der Deutschen Bundesbank.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 781.878 646.997 134.881 20,8
Spareinlagen 93.842 140.214 -46.372 -33,1
andere Einlagen 2.002.210 1.882.440 119.770 6,4
verbriefte Verbindlichkeiten 2.289 2.705 -416 -15,4
Nachrangige Verbindlichkeiten 75.522 10.178 65.344 642,0

Neben der Refinanzierung über das klassische Kundengeschäft und institutionelle Kunden wurden weiter auch Refinanzierungen über die genossenschaftliche Zentralbank, Förderkreditinstitute sowie in geringerem Umfang auch über sonstige inländische Kreditinstitute in Anspruch genommen. Der Anstieg der Interbankrefinanzierung steht im Zusammenhang mit der Refinanzierung des Kreditgeschäfts und entfällt überwiegend auf die genossenschaftliche Zentralbank. Der deutliche Anstieg der anderen Einlagen resultiert aus Umschichtungen der Spareinlagen zugunsten von Termineinlagen sowie aus hereingenommenen Volumen institutioneller Kunden. Im Geschäftsjahr wurden verbriefte Verbindlichkeiten weiter durch Tilgungen zurückgeführt und nachrangige Verbindlichkeiten im Kundengeschäft sowie bei institutionellen Kunden neu begeben. Entgegen unserer vorsichtigen Vorjahresprognose, die insbesondere von moderaten Rückgängen im Kundenkredit- und Einlagengeschäft ausging, sind wir in diesen Hauptgeschäftsfeldern erneut gewachsen.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 1.189 1.315 -126 -9,6
Vermittlungserträge 797 853 -57 -6,6
Erträge aus Zahlungsverkehr 3.340 2.871 469 16,3

Die in der Tabelle dargestellten Ertragskomponenten des Dienstleistungsgeschäftes entwickelten sich insgesamt positiv. Rückgänge bei Vermittlungsprovisionen sowie Erlösen im Wertpapierdienstleistungsgeschäft konnten vor allem durch höhere Zahlungsverkehrsentgelte in Folge der Anpassung der Kontomodelle für Privat- und Firmenkunden mehr als ausgeglichen werden. Neben den in der Tabelle dargestellten Erträgen zählen weitere Dienstleistungsentgelte, insbesondere im gewerblichen Immobilienkreditgeschäft zu den Dienstleistungserträgen. Diese sonstigen wesentlichen Provisionserträge im Kreditgeschäft sind im Jahr 2023 mit 1.686 TEUR (Vorjahr 1.448 TEUR) weiter gestiegen. 

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 80.108 65.052 15.056 23,1
Provisionsüberschuss 2) 7.991 5.618 2.372 42,2
Verwaltungsaufwendungen 32.379 28.989 3.390 11,7
a) Personalaufwendungen 17.608 16.048 1.560 9,7
b) andere Verwaltungsaufwendungen 14.770 12.941 1.830 14,1
Betriebsergebnis vor Bewertung 3) 57.713 47.697 10.016 21,0
Bewertungsergebnis 4) -6.456 -14.381 7.925 -55,1
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 51.258 33.316 17.941 53,9
Steueraufwand 13.438 11.965 1.472 12,3
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 34.500 19.400 15.100 77,8
Jahresüberschuss 3.320 1.951 1.369 70,2

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

3) Saldo aus den GuV-Posten 1 bis 12 sowie abzüglich GuV-Posten 17

4) Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16

Der Anstieg im Zinsüberschuss begründet sich insbesondere aus Zuwächsen beim Zinsertrag des Kundenkreditgeschäftes im Kontokorrent- und Darlehensbereich bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung sowie Firmenkunden inklusive den sonstigen Zinsergebniskomponenten (u.a. Konditionsaufschläge) sowie den gestiegenen Zinserträgen bei den Geld- und Kapitalmarktanlagen, die mit den vereinnahmten Werten deutlich über den Prognosewerten für das Geschäftsjahr lagen. Die Zinserträge aus Anleihen und Schuldverschreibungen sind volumens- sowie marktabhängig leicht gegenüber dem Vorjahresniveau gestiegen. Die Erträge aus Beteiligungen sowie unserem Spezialfonds hingegen verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr eher ähnliche Ergebniswerte. Wesentlicher Ergebnistreiber im Bereich des Zinsertrags war das Kundenkreditgeschäft mit einem Zuwachs von ca. 39,6 Mio. EUR.

Die Zinsaufwendungen haben sich durch marktbedingte Zinsanpassungen im Rahmen der vorherrschenden Zinswende in Verbindung mit der Erhöhung der Einlagen- und Refinanzierungsvolumen deutlich ausgeweitet. Wesentliche Treiber hierbei waren die Zinsaufwendungen für langfristige Refinanzierungen über die Zentralbank sowie deutlich gestiegene Zinsaufwendungen für befristete Termineinlagen. Zusammenfassend lag der erzielte Zinsüberschuss deutlich über unserer Planerwartung für das Geschäftsjahr.

Die Erhöhung des Provisionsüberschusses ist neben den im Abschnitt 3. dargestellten Entwicklungen beim Dienstleistungsgeschäft und Zahlungsverkehr sowie auf die in den Provisionserträgen erstmalig vereinnahmten Erträgen aus Unterbeteiligungen über Avale in der gewerblichen Immobilienfinanzierung zurückzuführen. Insgesamt lag der Provisionsüberschuss damit deutlich über unseren ursprünglichen Planansätzen.

Der Sachaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund von Investitionen in Projekte mit Zukunftscharakter, höheren Ausgaben für Beratung und Beiträge sowie mit der Digitalisierung verbundenen höheren IT-Kosten und Positionen, die an die Entwicklung der Bilanzsumme gebunden sind, weiter erhöht. Die Entwicklung der Personalaufwendungen wird durch die Regelungen zum Vergütungssystem mit angepassten Vergütungshöhen, gestiegene Mitarbeiterkapazitäten sowie Entwicklungen bei Rückstellungen im Personalbereich bestimmt. Insgesamt sind die Verwaltungsaufwendungen im Vergleich zu vergleichbaren Genossenschaftsbanken weiterhin günstig.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung verzeichnete im Geschäftsjahr 2023 vor allem durch die deutlich gestiegenen Zinserträge im Kundengeschäft sowie durch das verbesserte Provisionsergebnis einen deutlichen Zuwachs. Dieses Ergebnis liegt auch deutlich über dem im Rahmen der Planung prognostizierten Wert, der unterjährig in Anbetracht der erkennbaren Entwicklung von ursprünglich ca. 40 Mio. EUR auf ca. 46 Mio. EUR angehoben wurde.

Im Kundenkreditgeschäft war die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr durch deutlich höhere notwendige Wertberichtigungen (ca. 18 Mio. EUR) und weitere Zuführungen zur Pauschalwertberichtigung (ca. 0,4 Mio. EUR) gemäß den Vorgaben des IDW RS BFA 7 geprägt. Kompensatorisch in der Position wirken anteilige Auflösungen von Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB, die nun offen in den Vorsorgereserven gemäß § 340g HGB ausgewiesen werden, aus. Daneben haben wir aufgrund schlechterer Zukunftserwartungen aus Vorsichtsgründen Abschreibungen auf drei Beteiligungen (1,7 Mio. EUR) vorgenommen. Aus unseren Eigenanlagen im Depot A ergaben sich Zuschreibungen und Kursgewinne von ca. 3,2 Mio. € als Wertaufholungen für die hohen zinsinduzierten Abschreibungen des Vorjahres. Gegenüber dem Vorjahr sind die Risiken im Kundenkreditgeschäft und bei einzelnen Beteiligungen im konjunkturell schwierigen Umfeld damit deutlich gestiegen und der Risikovorsorgebedarf für die Kundenkredite und Beteiligungen lag über dem Erwartungswert. Dem gegenüber wirkten entgegen der ursprünglichen Planung die Ergebnisbeiträge aus der Bewertung der Wertpapieranlagen entlastend. Unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen sowie unter Einbezug einer Umbuchung von anteiligen Vorsorgereserven in den Fonds für allgemeine Bankrisiken weist das Bewertungsergebnis insgesamt einen gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Wert aus.

Der Steueraufwand leitet sich aus den dargestellten Entwicklungen der Ertragslage ab.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit hat sich insbesondere in Folge des deutlich gestiegenen Zins- und Provisionsüberschusses trotz merklich gestiegener Risikovorsorgeaufwendungen im Kundenkreditgeschäft und durch marktzinsbedingte Entlastungen aus der Bewertung der Wertpapieranlagen deutlich verbessert. Gemessen an den Vergleichswerten des Verbandes ist es weiterhin überdurchschnittlich. Zu unseren wesentlichen Leistungsindikatoren verweisen wir auf den Abschnitt B. 2.

b) Finanzlage

Kapitalstruktur

Die Struktur der Refinanzierungen der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung ergänzt um Einlagen Institutioneller Kunden sowie über Bankengelder. Der durchschnittliche Zinssatz auf die Kundeneinlagenbestände hat sich im Zuge der Zinswende nochmals deutlich erhöht und liegt nach einem Wert von 0,07 % im Vorjahr jetzt bei 1,13 %. Im Geschäftsjahr haben wir weiterhin von Angeboten zu kurzfristigen und langfristigen Refinanzierungen unserer genossenschaftlichen Zentralbank sowie der Deutschen Bundesbank Gebrauch gemacht.

Investitionen

Im Geschäftsjahr wurde die Bautätigkeit an zwei Mehrfamilienhäusern zur Vermietung planmäßig abgeschlossen. Außerdem wurden weitere zusätzliche Ersatzinvestitionen in die EDV sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung vorgenommen. Das Volumen der genannten Investitionen belief sich auf 0,1 % der Bilanzsumme.

Immobilienbestand

Neben den bankbedingten Objekten bewirtschaftet die Bank zum Zwecke der Vermietung verschiedene wohnwirtschaftliche und gewerbliche Objekte vorwiegend im Geschäftsgebiet. Hieraus werden jährliche Bruttomieteinnahmen (inkl. Betriebskostenvorauszahlungen) in Höhe von 3,7 Mio. EUR (Vorjahr 3,3 Mio. EUR) generiert. Dieser Bestand soll in den Folgejahren durch eigene Bautätigkeiten sowie punktuelle Zukäufe von Bestandsobjekten eher selektiv bei günstigen Gelegenheiten erhöht werden.

Liquidität

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist geprägt durch das Kundengeschäft, die Hereinnahme von Geldern institutioneller Einleger sowie Refinanzierungen über unsere genossenschaftliche Zentralbank. Durch unsere Refinanzierungsstruktur besteht eine gewisse Abhängigkeit von Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt.

Die Zahlungsfähigkeit unseres Instituts war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Art, Höhe und Fristigkeit gegeben. Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wiesen im Berichtszeitraum einen Wert von mindestens 130 % auf (hausinterner Orientierungswert). Zum Bilanzstichtag lag die Kennzahl bei 186 % und somit deutlich über dem aufsichtsrechtlichen Sollwert.

Bei Liquiditätsschwankungen kann die Bank auf hochliquide Aktiva in Form von Wertpapieren des Anlagevermögens und ausreichende Liquiditätsreserven in Form von Bankguthaben und Überschussreserven zurückgreifen. Durch die Einbindung in die Genossenschaftliche Finanz-Gruppe und Refinanzierungsfazilität der EZB bestehen weitere Refinanzierungsmöglichkeiten. Vorhandene freie Refinanzierungslinien bei der DZ BANK dienen uns als weitere und zusätzliche Liquiditätsreserve.

Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit der Kreditgenossenschaft zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen aus derzeitiger Sicht gewährleistet. Außerplanmäßige oder unvorhersehbare Liquiditätsbelastungen, auch aus außerbilanziellen Geschäften und Verpflichtungen, haben sich nicht ergeben.

c) Vermögenslage

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 467.062 349.392 117.670 33,7
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 454.664 353.953 100.710 28,5
Harte Kernkapitalquote 12,0 % 11,7 %
Kernkapitalquote 12,0 % 11,7 %
Gesamtkapitalquote 15,4 % 13,0 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 9 (Nachrangige Verbindlichkeiten), 10 (Genussrechtskapital), 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Angemessene Eigenmittel, auch als Bezugsgröße für eine Reihe von Aufsichtsnormen, bilden neben einer stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage einer soliden Geschäftspolitik. Die nach den Bestimmungen der CRR und des KWG vorgegebenen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung sowie -auslastung und die diesbezüglichen Meldeanforderungen wurden von uns im Geschäftsjahr 2023 eingehalten. Durch die Dotierung der Rücklagen aus dem Ergebnis des Vorjahres, der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken sowie gestiegene Geschäftsguthaben ist der Bestand weiter angewachsen. Die Gesamtquote verzeichnet gegenüber dem Vorjahr wegen der Steigerung der Eigenmittel und eines moderateren Wachstums im Kundenkreditgeschäft wieder leicht steigende Werte.

Unter Berücksichtigung einer vom Vorstand und Aufsichtsrat zur Stärkung des Eigenkapitals beschlossenen Vorwegzuweisung von 0,7 Mio. EUR zu den Rücklagen, die noch der Zustimmung der Vertreterversammlung bedarf, sowie der weiteren Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 34,5 Mio. EUR, beträgt unser Kernkapital 387,3 Mio. EUR bzw. 11,5 % der Bilanzsumme.

Nach unserer Unternehmensplanung, die auch eine Kapitalplanung umfasst, ist die Einhaltung der Kapitalquoten bei dem erwarteten Zuwachs des Geschäftsvolumens sowie durch die geplanten Rücklagenzuführungen, Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken und die vorgesehene Einwerbung von Geschäftsguthaben im Rahmen des Planungszeitraumes von drei Jahren gewährleistet. Dies gilt auch unter Berücksichtigung des inländischen antizyklischen Kapitalpuffers von 0,75 %, der Anordnung eines Kapitalpuffers für systemische Risiken in Höhe von 2,0 % auf im Inland belegene Risikopositionen, die durch Grundpfandrechte auf Wohnimmobilien besichert sind ab dem 01.02.2023 sowie einem Managementpuffer von 2,0 %. Für die Erreichung des strategischen Ambitionsniveau von 16,0 % wurden umfangreiche Maßnahmen zur Generierung von Eigenmittelbestandteilen und Entlastungen bei den risikogewichteten Aktiva im Rahmen eines Eigenkapital Projektes aufgesetzt.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich auf 0,10 %.

Kundenforderungen

Alle gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Kredithöchstgrenzen für die einzelnen Kreditnehmer wurden während des gesamten Berichtszeitraumes eingehalten. Wir haben im Jahr 2023 allen vertretbaren und berechtigten Kreditwünschen unserer privaten und mittelständischen Kundschaft entsprechen können.

Die Forderungen an unsere Kunden haben wir auch zum Jahresende 2023 wieder mit nach kaufmännischen Grundsätzen gebotener Vorsicht bewertet. Die für erkennbare akute bzw. latente Risiken in angemessener Höhe gebildeten Einzel- und Pauschalwertberichtigungen wurden von den entsprechenden Aktivposten abgesetzt bzw. als Rückstellung berücksichtigt. Derzeitige latente Risiken sind durch § 340 g HGB-Reserven und versteuerte Vorsorgereserven gedeckt.

Aufgrund unserer geschäftspolitischen Ausrichtungen entfallen wesentliche Teile unseres Kreditvolumens auf das Grundstücks- und Wohnungswesen einschließlich Bauträger. Die Ertragsaussichten dieser Branche schätzen wir trotz vorherrschender Zinswende, weiter steigendenden Baukosten und weiterhin vorhandener Kaufzurückhaltungen am Immobilienmarkt in den von uns bedienten Regionen weiterhin als gut, bei einer insgesamt weiterhin niedrigen Nachfrage ein. Durch definierte eindeutige Finanzierungskriterien, die enge Überwachung und Begleitung unserer Kreditnehmer und der finanzierten Projekte halten wir die eingegangenen Risiken für vertretbar. Dies gilt auch bei einer weiteren Verschärfung der Immobilienpreisentwicklung, was durch festgelegte und anlassbezogene Stresstestbetrachtungen und deren Auswirkung auf die Risikotragfähigkeit überprüft wird. Die Betrachtungen beinhalten eine definierte Abwertung von Sicherheiten, die Simulation von Preisrückgängen bei Immobilienverkäufen und Baupreissteigerungen.

Bezüglich der Größenstruktur unseres Kreditportfolios haben wir im letzten Jahr einerseits versucht durch kleinteiligeres Neugeschäft und andererseits durch konsequente Begrenzung der größten Kreditnehmer das Vorjahresniveau in der Größenklassenstruktur zu halten. Gleichwohl ist das überwiegende Kreditwachstum 2023 in den Größenklassen ab 5 Mio. EUR zu verzeichnen gewesen. In diesen Größenklassen liegt der Schwerpunkt unseres Kreditvolumens. Gleichzeitig konnte die Qualität, gemessen an den Risiko- und Verlustquoten der Vergleichswerte des Genoverband e.V., unseres gesamten Kreditportfolios auf dem hohen Niveau gehalten werden. Der Anteil von Krediten mit einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit (4 % oder mehr) liegt bei 5,7 % des gesamten Kreditbuches. Die aufsichtsrechtliche NPL-Quote (non performing loans) liegt mit 2,1 % weiter unter 5,0 %, hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr mit einem Wert von 0,5 % durch den Anstieg der ausfallgefährdeten Kredite deutlich erhöht.

Wertpapieranlagen

Den Umfang der Wertpapieranlagen haben wir in Einklang mit den normativen Vorgaben selektiv ausgeweitet. Der Anteil an der Bilanzsumme liegt bei 5,6 % (Vorjahr: 4,9 %) und hat sich leicht erhöht.

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 136.053 110.925 25.128 22,7
Liquiditätsreserve 51.558 40.584 10.974 27,0

Die im Bestand befindlichen Wertpapiere im Aktivposten 5 wurden vollständig dem Anlagevermögen zugeordnet. Alle Wertpapiere lauten auf Euro. Wesentliche Veränderungen in der Struktur sowie Bonitätseinstufung bei den Wertpapieranlagen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht ergeben.

Der Aktivposten 6 beinhaltet Anteile an Investmentfonds in Höhe von 51,6 Mio. EUR, welche der Liquiditätsreserve zugeordnet sind.

Sämtliche Wertpapiere sind nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Aktivstrukturen

Die sonstigen Aktiva sind wesentlich durch das Anlagevermögen inkl. der Renditeobjekte bestimmt. Der Anteil der Renditeobjekte an der Bilanzsumme liegt bei ca. 1,1 %. Die Barreserve macht 0,8 % der Bilanzsumme aus. Beide Positionen sind daher von untergeordneter Bedeutung.

Passivstrukturen

Der Anteil der kurzfristigen (Restlaufzeit bis 12 Monate) sowie variabel verzinsten Einlagenbestandteile von Kunden liegt bei 72,8 %. Dies wird nach unserer Einschätzung durch das Anlageverhalten unserer Kunden in Verbindung mit der Zinsstruktur und durch das Firmenkundengeschäft und die Zusammenarbeit mit institutionellen Anlegern bestimmt. Risiken für die Ertragslage aus Zinssteigerungen oder Änderungen im Wettbewerb halten wir nach unseren derzeitigen Mehrjahressimulationen, die auch außergewöhnliche Zinssteigerungen umfassen, mit Blick auf die nächsten fünf Jahre für vertretbar.

Derivatgeschäfte

Geschäfte in derivativen Instrumenten haben wir im Umfang von 2,3 Mio. EUR bzw. 1,9 Mio. EUR (erhaltene bzw. gestellte) Sicherungsgeschäfte im Rahmen von VR Circle Transaktionen in Vorjahren getätigt. Hier steht die Sicherung des Adressenausfalls im Vordergrund.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Insgesamt beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage unseres Hauses im Vergleich zum Vorjahr sowie zur ursprünglichen Planung als gut, denn der aufgrund vorsichtiger Planannahmen prognostizierte Rückgang der Bilanzsumme von ca. 3,7 % gemäß der ursprünglichen Planung wurde mit einem Istwert im Wachstum von 10,4 % deutlich überschritten. Das Wachstum des für die Bank wichtigsten Geschäftsbereichs, dem Geschäft mit Kunden, setzte sich fort. Insbesondere beim Kreditgeschäft wurden mit einem Wachstum von 11,1 % die Erwartungen aus der Eckwertplanung deutlich übertroffen. Im Einlagengeschäft wurden ähnliche Entwicklungen erreicht. Durch die geänderten Rahmenbedingungen wurde die ursprüngliche Planung zum 30.06.2023 an die Entwicklungen angepasst.

Die Vermögenslage der Bank ist weiter geordnet. Die Kapitalquoten haben sich durch Generierung weiterer Geschäftsguthaben und der Thesaurierung von Teilen des Vorjahresergebnisses sowie durch das verminderte Wachstum der Risikoaktiva ausgebaut und lagen über den Sollwerten der CRR. Für erkennbare und latente Risiken in den Kundenforderungen sind Wertberichtigungen in entsprechender Höhe gebildet wurden. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch Abzug von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen worden.

Bei einer aufsichtsrechtlichen Sollgröße von 100 % für die LCR und NSFR haben wir unsere interne Zielgröße für die LCR von 130 % und NSFR von 105 % im Rahmen unseres Risikoappetits und Konservativitätsniveau jederzeit erfüllt.

Die Ertragslage der Genossenschaft ist im Vergleich zum Durchschnittswert anderer Genossenschaftsbanken des Genoverband e.V. weiterhin überdurchschnittlich hoch. Die erreichte CIR (als Verhältnis von um betriebswirtschaftlich außerordentliche Effekte bereinigten Verwaltungsaufwendungen zur Summe aus ebenfalls bereinigtem Zins- und Provisionsüberschuss und sonstigem betrieblichem Ergebnis) von 37,1 % liegt aufgrund der gestiegenen Erträge und beschriebenen Entwicklungen bei den Verwaltungsaufwendungen deutlich besser als die im Rahmen der Planung prognostizierten Werte von 43 %. Die Quote hat sich im Vergleich zum Vorjahr mit einem Wert von 41,6 % deutlich verbessert.

Die Bewertungsaufwendungen im Kundenkreditgeschäft sind im Kontext der aktuell schwierigen konjunkturellen Lage bei anhaltendem Volumenwachstum deutlich angestiegen. Sie waren aus der operativen Ertragskraft der Bank gut tragbar. Aus der Bewertung der Wertpapieranlagen ergaben sich 2023 im Wesentlichen entlastende Effekte.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

In unserer Unternehmenskonzeption der Geschäfts- und Risikostrategie haben wir uns klar auf die Bedarfssituation unserer Mitglieder und Kunden ausgerichtet und daraus eine langfristige Unternehmensplanung entwickelt, die eine dauerhafte Begleitung unserer Mitglieder und Kunden in allen Finanzierungs- und Vermögensanlagenfragen sicherstellen soll. Wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie sind die aus der Risikotragfähigkeit der Bank abgeleiteten Teilstrategien für die wesentlichen Geschäftsbereiche.

Mit Hilfe einer strategischen Eckwert- und Kapitalplanung für einen Zeitraum von drei Jahren, steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch Experten auf Basis von Marktprognosen der genossenschaftlichen Finanzgruppe sowie eigenen Marktbeurteilungen. Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR Control ermittelt.

Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie die Teilstrategien werden im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig und ggf. anlassbezogen überprüft. Das von uns verwendete Strategiemodell zeigt den organisatorischen Rahmen für die Strategie(über)prüfung und für die Vernetzung der strategischen und operativen Gesamtbanksteuerung auf. Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die vollständige Vermeidung von Risiken, sondern das bewusste Eingehen von Risiken und die Wahrung einer angemessenen Chance Risiko Profils.

Wir haben ein System zur Früherkennung von Risiken implementiert. Vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft sehen wir dies als eine zentrale Aufgabe an. Die zuständigen Organisationseinheiten berichten unmittelbar an den Vorstand. In diesem Rahmen ist ein Risikocontrolling- und Managementsystem mit entsprechenden Instrumenten eingerichtet, um bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einleiten zu können. Unsere Entscheidungsträger werden durch das interne Berichtssystem über die Geschäfts- und Risikoentwicklung frühzeitig informiert, um Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen zu können.

Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risikotragfähigkeit. Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgt auf Basis der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit der Bank unter Berücksichtigung der Geschäfts- und Risikostrategie.

Zur Bestimmung unserer Risikotragfähigkeit haben wir im Jahr 2023 auf die normative und ökonomische Perspektive als komplementäre, sich ergänzende Ansätze umgestellt. Unsere zur Risikotragfähigkeitssteuerung eingesetzten Methoden und Verfahren berücksichtigen somit das Ziel der Fortführung unseres Instituts (normative Perspektive), als auch den Schutz unserer Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (ökonomische Perspektive).

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und die sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden.

Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von drei Jahren zzgl. zwei weiteren Jahren zur Orientierung ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie beispielsweise Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft und negative Auswirkungen durch Strukturveränderungen auf die Ertragslage in einem adversen Szenario berücksichtigt.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive, die in unserem Institut barwertig ermittelt wird, werden das Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Ausgangspunkt bei der barwertigen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist der Barwert (Marktwert) sämtlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Liegen keine Barwerte (Marktwerte) vor, werden auch bilanzielle Größen verwendet. Zusätzlich werden auch außerbilanzielle Positionen berücksichtigt.

Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen der Vermögenswerte aufzufangen.

Die Risikomessung für die in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit berücksichtigten Risikoklassen erfolgt mithilfe geeigneter Value at Risk (VaR) Modelle mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % mit einem Risikobetrachtungshorizont von einem Jahr. Bei den Risikoklassen, für die kein statistisches Verlustverteilungsmodell verwendet wird, erfolgt eine expertenbasierte Risikoeinschätzung. Die Risikoaggregation erfolgt ohne Berücksichtigung von Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoarten additiv.

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR).

Zusätzlich wird die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung auf.

In der ökonomischen Perspektive werden die aufsichtlich geforderten Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie die Kombination daraus. Wir haben einen Mindest-Überlebenshorizont von sechs Monaten für den kombinierten Liquiditätsstress definiert. Dieser wurden im Berichtszeitraum nicht unterschritten.

Das Institut hat einen Risikoausschuss als Beratungsgremium zur Risiko- und Ertragssteuerung der Gesamtbank insbesondere für die Steuerung des Kreditgeschäftes, der Einlagenstruktur sowie der Neugeschäftsentwicklung im Kundenkreditgeschäft gebildet, welcher sich im Geschäftsjahr 2023 viermal zu risikorelevanten Themen getroffen hat.

Die Risikomanagementziele und -strategien werden dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert. Die eingerichteten Systeme und Verfahren des Risikomanagements sind dem Profil und der Geschäfts- und Risikostrategie der Bank sowie ihrer Größe angemessen und entsprechen den Anforderungen der MaRisk.

Risiken

Als Risiko definieren wir die negative Abweichung vom erwarteten Ergebnis bzw. Planwert aufgrund von Unsicherheit. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit von möglichen Risiken verschafft sich unsere Geschäftsleitung, einmal im Jahr im Rahmen der Risikoinventur sowie anlassbezogen, einen Überblick über die Risiken unserer Bank auf Gesamtinstitutsebene. Dabei werden auch übergreifende Risiken wie das Modell-, Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiko sowie Risikokonzentrationen in der Wesentlichkeitsbewertung der einzelnen Risikoklassen berücksichtigt.

Zum Abschlussstichtag werden das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das operationelle Risiko, das Liquiditätsrisiko sowie das Beteiligungsrisiko als wesentliche Risiken bewertet.

Für unsere Risikobeurteilung zum Abschlussstichtag legen wir konsistent zum Planungszeitraum einen Zeitraum von drei Jahren zugrunde, in dem auch das Vorliegen von bestandsgefährdenden Risiken beurteilt wird.

Bestandsgefährdende Risiken (wesentliche Risiken mit hohen Auswirkungen) liegen für den hier zugrunde gelegten Beurteilungszeitraum von drei Jahren nicht vor.

Adressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiko

Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Ratingmigration oder der adressbezogenen Spreadveränderung entstehen. Es umfasst das Kreditrisiko im Kundengeschäft sowie im Eigengeschäft.

Das Kreditrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein. Auf Grundlage der Risikoinventur unseres Instituts kann das Risiko mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten und hat ein hohes Schadenspotenzial mit entsprechend wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Dies würdigen wir durch entsprechende Maßnahmen wie Risikofrüherkennung, Limitierung und das bestehende Interne-Kontroll-System (IKS) im Rahmen des Risikoappetits.

Zur Steuerung des Kreditrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein (im Wesentlichen VR-Rating). Zur Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeiten verwendet die Bank vorrangig die Verfahren der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Um die Spezifika der einzelnen Kundensegmente abbilden zu können, sind für unterschiedliche Kundensegmente separate Ratingverfahren im Einsatz. Ergänzend verwenden wir Daten der Creditreform sowie das CredaRate Banks.

Gemäß unseren Grundsätzen zur Risikosteuerung nehmen wir zur Absicherung von Kreditrisiken Sicherheiten herein. Ratingnoten und Sicherheitenwertansätze fließen in alle relevanten Kreditprozesse ein - von der Kreditvergabe bis zur Kreditüberwachung. Die Verfahren hierzu sind in Ablaufprozessen, Prozessbeschreibungen sowie weiterführenden Regelungen niedergelegt.

Daneben stellen die Mindestanforderungen an die Kreditvergabe risikobegrenzende Maßnahmen beim Einzelgeschäft dar. Kreditentscheidungen werden in Abhängigkeit vom Risikogehalt über unterschiedliche Kompetenzstufen getroffen. Die Bewertung der Kreditengagements und gegebenenfalls die Bildung einer Risikovorsorge erfolgen in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Vorschriften. Als zentrales Kriterium für die Prüfung der akuten Ausfallrisiken wird die Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit herangezogen. Die Bank prüft die Bildung von Risikovorsorge bei Vorliegen von Frühwarnsignalen und Ausfallkriterien. Sanierungsbedürftige und notleidende Engagements werden in einem marktunabhängigen Bereich betreut bzw. überwacht. Das Kreditrisikomanagement, d. h. die Steuerung und Kontrolle der Kreditrisiken nach den Grundsätzen und Leitlinien für die Kreditpolitik des Vorstandes ist in der Qualitätssicherung Aktiv und der Abteilung Controlling angesiedelt. Daneben nimmt die Abwicklungsabteilung die intensive Betreuung problembehafteter Engagements sowie die Verwertung von Sicherheiten und die Abwicklung von Engagements von gekündigten bzw. insolventen Krediten vor.

Neben der Steuerung von Kreditrisiken auf Kundenebene, nehmen wir die Steuerung auch auf Portfolioebene vor. Zu diesem Zweck ist ein System zur Überwachung von Strukturkennzahlen im Allgemeinen (bspw. Portfoliostrukturen nach Größen- und Bonitätsklassen bzw. Sicherheiten) installiert. Darüber hinaus tragen wir unserer Fokussierung im Bereich der gewerblichen Immobilienfinanzierung im Speziellen durch ergänzende Segmentanalysen (bspw. Standortgüte, Restbeleihungsanalysen und Sensitivitätsbetrachtungen wesentlicher Projekte) Rechnung.

Wir ermitteln monatlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Kundengeschäfte (KPM KG) barwertig unter VR-Control einen unerwarteten Verlust (Credit Value at Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Kreditrisikoprämien in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die modellierten Verluste auf Basis des LGD-Modells als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Sektorparameter zugrunde liegen.

Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ BANK AG auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen der Fondsgesellschaft Union Investment. Auch hier werden die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Portfoliomodell überwacht. Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen und Beschränkung auf gute Bonitäten vorwiegend öffentlicher Emittenten. Zur Begrenzung der Einzelemittentenrisiken werden vom Vorstand Kontrahenten- und Emittentenlimite ("Geschäftspartnerlimite") beschlossen. Diese Limite werden sowohl bei Einzelgeschäftsabschluss als auch turnusmäßig überwacht und reportet. 

Das Kreditrisiko bei Eigenanlagen wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption der Bank vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG) ermittelt. Grundlage der Berechnungen sind verschiedene Marktpartnersegmente, die differenzierte Spread- und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatrizen aufweisen. Die Ermittlung des in der Risikomessung angesetzten unerwarteten Verlustes (Risikoszenario) basiert auf einer Haltedauer von 250 Tagen.

Adressenausfallrisiken aus Spezialfonds werden mittels einer von der Kapitalanlagegesellschaft ermittelten Value at Risk - Kennziffer berücksichtigt, die nur das Adressenausfallrisiko abbildet. Das Marktpreisrisiko des Fonds berücksichtigen wir mittels einer separaten Value at Risk - Kennziffer.

Derivative Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Adressenausfallrisiken bestehen lediglich in untergeordnetem Umfang (Credit Default Swaps).

Marktpreisrisiken bzw. Marktrisiken

Das Marktrisiko beschreibt die Gefahr, dass aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern Verluste entstehen können. Marktrisiken umfassen Zins-, Aktien- und Währungsrisiken sowie sonstige Marktrisiken.

Das Marktrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein, mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem hohen potenziellen Schaden, der sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage maßgeblich auswirken kann.

Für die Steuerung der Marktrisiken (z. B. Zinsänderungs- und Aktienkursrisiken) ist der Bereich Controlling verantwortlich. Mit Hilfe von Limitsystemen werden die Marktrisiken der Gesamtbank gesteuert. Im Rahmen der ökonomischen Risikomessung des Zinsrisikos berechnen wir vierteljährlich einen Value at Risk, der auf einem historischen Zeitraum basiert. Als Szenariotechnik verwenden wir eine Skalierung über eintägige Verbarwertungen mittels Resampling. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ZINSMANAGEMENT unter VR-Control sowie bilanziell im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Zinsbuches nach IDW RS BFA 3. Für die wesentlichen variablen Positionen hat die Bank Ablauffiktionen auf der Grundlage gleitender Durchschnitte ermittelt. Im Hinblick auf aufsichtsrechtliche Anforderungen wurden interne Orientierungs- und Risikotoleranzen anhand der aufsichtsrechtlichen SREP-Vorgaben (Supervisory Review and Evaluation Process) abgeleitet. Absicherungsinstrumente durch Zinsswaps respektive Swaptions oder sonstige Zinssicherungsgeschäfte gegen das allgemeine Zinsänderungsrisiko bzw. in Form von Micro- oder Macro-Hedges werden aktuell nicht genutzt.

Das Aktienrisiko stufen wir als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein. Dies wird nur im Rahmen unseres Fondinvestments und insbesondere im Spezialfonds MW-Zins eingegangen. Das Risiko hieraus berechnen wir mittels sektorspezifischen Value at Risk - Kennziffern der Kapitalanlagegesellschaft.

Währungsrisiken sind von moderater Bedeutung und werden nur im Rahmen unseres Fondinvestments und insbesondere im Spezialfonds MW-Zins eingegangen. Das Risiko hieraus berechnen wir mittels sektorspezifischen Value at Risk - Kennziffern der Kapitalanlagegesellschaft.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos, des Refinanzierungskostenrisikos und des Marktliquiditätsrisikos auftreten. Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Die Bank erachtet das Liquiditätsrisiko insgesamt als wesentlich im Sinne des Aufsichtsrechts und als betriebswirtschaftlich hohes Risiko. Trotz Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund zeichnet sich durch die bestehende Refinanzierungsstruktur in Bezug auf die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eine hohe Bedeutung ab.

Die Steuerung der Liquidität erfolgt neben den aufsichtsrechtlich geforderten Liquiditätskennziffern LCR (Liquidity Coverage Ratio) und NSFR (Net Stable Funding Ratio) mithilfe von quartalsweise erstellten Liquiditätsablaufbilanzen und Liquidity at Risk - Stresskennzahlen und internen Fälligkeitslisten. Mit unserem Liquiditätstransferpreiskonzept stellen wir Liquiditätskosten und -nutzen aller Geschäftspositionen auf Basis laufzeitkongruenter Marktsätze gegenüber und überwachen diese halbjährlich. Zur Begrenzung von Abrufrisiken sind Limite und Warngrenzen implementiert. Die Berücksichtigung des Refinanzierungskostenrisikos in der ökonomischen Perspektive erfolgt vierteljährlich unter Berücksichtigung historischer Schwankungen des Refinanzierungsspreads.

Operationelles Risiko

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Diese Definition schließt Rechtsrisiken ein. Anhand der Risikoinventur stufen wir das Risiko als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich als unwesentlich ein. Das potenzielle Risiko wird mit einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit und einem geringen Schadenspotenzial bemessen.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert und kommuniziert. Die Abgrenzung umfasst auch den Umgang mit nicht eindeutig zuordenbaren Schadensfällen, Beinaheverlusten und damit zusammenhängenden Ereignissen.

Die operationellen Risiken werden systematisch in einer Schadensfalldatenbank erfasst und ausgewertet. Potenzielle Ereignisse werden mittels Self Assessments gewürdigt.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen. Über die Beseitigung der im Rahmen von Sonderprüfungen durch die Finanzaufsicht ermittelten Mängel beim IT-Dienstleister wurde zeitnah an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Die vereinbarte Meilensteinplanung wurde eingehalten.

Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem lT-Bereich abgestimmt.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare, die Inanspruchnahme juristischer Beratung im Fall von Rechtsstreitigkeiten und individuellen Verträgen.

Im Rahmen der ökonomischen Perspektive wird für die operationellen Risiken vierteljährlich ein Value at Risk (VaR) mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % mit Hilfe eines Simulationstools mit breiter Datenbasis teilnehmender Banken des Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband e.V. unter Einbeziehung auch eigener Schätzungen für bestimmte Ereigniskategorien ermittelt.

Weitere Risiken

Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei potenziellen Beteiligungsrisiken, dem Reputationsrisiko, dem Modellrisiko und dem Nachhaltigkeitsrisiko. Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen. Aktuell stufen wir lediglich das Beteiligungsrisiko als wesentlich ein, alle anderen sonstigen Risiken als unwesentlich.

Als Beteiligung wird die Investition eines Instituts in das Eigenkapital eines anderen Unternehmens verstanden. Das Beteiligungsrisiko bezeichnet Verluste aus dem bereitgestellten Eigenkapital, d.h. Wertschwankungsrisiken, Ertragsrisiken sowie ggf. zusätzliche vertragliche Verpflichtungen. Für die Steuerung berücksichtigen wir bei allen Beteiligungen unterjährige Ergebnishochrechnungen und Berichte über die laufende Geschäftsentwicklung. Wir greifen hierbei auf das von den Beteiligungsunternehmen bereitgestellte Reporting zurück und analysieren qualitative sowie quantitative Faktoren. Zudem tauschen wir uns bei regelmäßigen Investoren Meetings mit den Beteiligungsunternehmen (falls angeboten) über die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung aus. Dadurch gewinnen wir hinreichende Erkenntnisse zur Risikofrüherkennung. Der Fokus liegt auf der Entwicklung der Liquidität und Wirtschaftlichkeit der Beteiligungen. Anhand von Limitsystemen werden die Beteiligungsrisiken der Gesamtbank gesteuert. Die Messung des Beteiligungsrisikos erfolgt mittels des okular-Tools BETRIS, bei dem auf Grundlage einer aktuellen Datenhistorie logarithmierter Veränderungen von Stellvertretern ein Value at Risk - Multiplikator für die Beteiligungen abgeleitet wird.

Zur Steuerung der Nachhaltigkeitsrisiken nutzen wir verschiedene Methoden zur Identifikation wie Portfolioanalysen, Bewertungs- und Messmethoden im Rahmen von Szenarioanalysen, ESG-Risiko-Scoringverfahren und normbasierte ESG-Integration. Darüber hinaus haben wir aus der Nachhaltigkeits- strategie entsprechende Leitplanken aufgestellt. Im Haus streben wir die systematische Verankerung der Nachhaltigkeit in allen Bereichen gemäß BVR-Reifegrad an.

Gesamtbild der Risikolage

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) unter den von uns definierten Risikoszenarien gegeben. Die internen Simulationen kommen darüber hinaus zum Ergebnis, dass die Liquidität sichergestellt und die Eigenmittelanforderungen erfüllt werden.

Betragsmäßig wesentliche Einzelrisikoarten sind das Kreditrisiko sowie das Marktrisiko. Diese entsprechen ca. 80 % des Gesamtbankrisikobetrages von 115 Mio. EUR.

Die Risikotragfähigkeit auf Basis des ökonomischen Ansatzes ist per 31.12.2023 in dem steuerungsrelevanten Risikoszenario mit einer Auslastung von 55 % gegeben. Im Vergleich zu den Werten aus 2022 im Rahmen der testweisen Anwendung des Konzeptes mit einem Auslastungswert von 58 % haben sich kaum Änderungen der Risikotragfähigkeit ergeben. Bestandsgefährdende Risiken sind daher nicht erkennbar. Daneben ist unsere Genossenschaft dem dualen Sicherungssystem aus BVR SE und BVR ISG angeschlossen.

Insgesamt hat sich die Risikolage im Rahmen der Risikotragfähigkeit im Vergleich zum Vorjahr leicht risikoentlastend bei gleichzeitig reduzierten zusätzlichen freien Deckungsmitteln entwickelt. Ursächlich hierfür ist der Anstieg der zu berücksichtigenden Kreditrisikoprämien sowie der Verwaltungskosten. Unsicherheiten bestehen jedoch weiterhin aufgrund der konjunkturellen Entwicklung und deren Auswirkung auf den Immobilienmarkt.

Risiken liegen dabei insbesondere in steigenden Ausfallraten in Folge von Bonitätsabschwächungen bzw. Ratingdowngrades unserer Kreditnehmer oder der Eigenanlageemittenten. Daneben würden sich fallende Immobilienpreise negativ auf die Sicherheitenwerte in unserem Kreditportfolio auswirken. Die Folge wäre ein Anstieg der Kreditrisiken und eine Belastung der ökonomischen Risikotragfähigkeit sowie ein Anstieg des bilanziellen Risikovorsorgebedarfs. Weiterhin würde sich eine anhaltende Abschwächung der Kreditnachfrage insbesondere im Immobilienfinanzierungsbereich negativ auf die Entwicklung unseres bilanziellen Zinsergebnisses und damit ungünstig auf die Ertragslage auswirken.

Im Bereich der Marktrisiken wäre ein Szenario eines kurzfristigen (adhoc) starken Zinsanstiegs mit der Folge einer negativen Barwertveränderung des Zinsbuchs verbunden und insofern tendenziell ungünstig.

Im Bereich der Liquiditätsrisiken liegen Risiken insbesondere in starken inflationären Entwicklungen und der damit verbundenen Unsicherheit der Einleger in Folge möglicher Lohn-Preisspiralen und geringerer verfügbarer Real-Einkommen. Damit verbundene stark steigende Refinanzierungsspreads bei erhöhtem Einlagenabzugsrisiko bzw. erhöhter Auslastung von Kreditlinien würden die Risikotragfähigkeit belasten.

Demgegenüber liegen Chancen der künftigen Entwicklungen bei deutlich besserer Konjunkturentwicklung mit positiven Auswirkungen auf die Umsetzung der Projekte sowie die Kreditnachfrage im Immobiliensektor und ertragreiche Wiederanlagen im Kunden- und Eigengeschäft. Die langfristig prognostizierten Ergebnisse im Kundengeschäft verbessern sich unter den Prämissen eines moderaten Zinsanstiegs bei gleichzeitig geringer Belastung aus Kreditausfällen.

Zur Erfüllung unserer aufsichtsrechtlichen Mindestsolvabilitätsanforderungen (Kernkapitalquote und Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 CRR inklusive Kapitalpufferanforderungen Höhe von 9,4% bzw. 11,4%) stehen uns ausreichende Eigenmittel (vgl. Abschnitt 4.c)) zur Verfügung.

D. Prognosebericht

Den besonderen Risiken im Bankgeschäft und unserem Geschäftsmodell haben wir durch entsprechende organisatorische Regelungen und Steuerungsinstrumente zur möglichst frühzeitigen Erkennung und Steuerung jederzeit Rechnung getragen. Die definierten Verfahren gewährleisten somit, die aufsichtsrechtlichen Regelungen sowohl qualitativ wie auch quantitativ einzuhalten.

Aufgrund unserer Kostenstruktur und unseres an den Bedürfnissen der Kunden und Mitglieder ausgerichteten Geschäftsmodells sehen wir uns für zukünftige Entwicklungen in unseren Kerngeschäftsbereichen weiter gut aufgestellt. Die Trendentwicklungen beobachten wir intensiv und werden z. B. Blockchain, Digitale Ökosysteme, Künstliche Intelligenz und ähnliches gezielt weiter aufbauen, um diese für die Bank sinnvoll zu nutzen. Hierfür nutzen wir mit dem Trendradar die entsprechenden Instrumente des BVR.

Die Anlagestruktur unserer Wertpapiere wird auch weiterhin nahezu ausschließlich auf Adressen im Bereich des Ratings A und besser sowie gedeckten Papieren basieren, die wir in Abhängigkeit der normativen Liquiditätsanforderungen der LCR und NSFR steuern. Die vorsichtige Anlage- und Risikopolitik in diesem Bereich werden wir fortsetzen. Aus möglichen Marktveränderungen erwarten wir für 2024 auf Basis unserer Eckwertplanung wieder leicht steigende Belastungen im Bewertungsergebnis der Eigenanlagen, während sich 2023 Entlastungen ergaben. Aufgrund der bisherigen Entwicklung an den Finanzmärkten und der Zunahme geopolitischer Spannung weltweit sind größere Schwankungsbreiten jedoch nicht auszuschließen. Diese sind jedoch im Rahmen der Budgeterwartungen im Rahmen der Eckwertplanung bereits berücksichtigt.

Wir beobachten die Entwicklung des Immobilienmarktes anhand von verschiedenen Marktindikatoren, Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank und eigener Erhebungen. Für die von uns betreuten Immobilienmärkte erwarten wir weiter eher verhaltene Bau- und Vertriebsaktivitäten. Für die nächsten drei Jahre rechnen wir mit deutlich über dem Niveau des aktuellen Geschäftsjahres liegenden Belastungsquoten im Kreditgeschäft durch Nachlaufeffekte aus dem Inflationsgeschehen, die Energiekrise und die vorherrschenden Materialengpässe. Wir planen daher aufgrund unserer Struktur und den besonderen Schwerpunkten im Kundenkreditgeschäft mit deutlich höheren Budgetwerten als vergleichbare Kreditgenossenschaften im Verbandsgebiet.

Trotz aktuell verhaltener Besserungssignale am Immobilienmarkt, insbesondere aus dem Bereich der privaten Wohnimmobilienfinanzierungen, ist die Entwicklung unserer Meinung nach in den nächsten ein bis drei Jahren von Unsicherheit geprägt. Ein wichtiger Baustein für die weitere Entwicklung sind die am Markt erwarteten und von der EZB grundsätzlich in Erwägung gezogenen Zinssenkungsimpulse. Ob und wann hier konkrete Änderungen folgen, ist jedoch nicht abschließend zu beurteilen. Vor diesem Hintergrund bleibt das Marktumfeld unseres Erachtens insgesamt fordernd. Zusammen mit dem seit 2022 deutlich gestiegenen Zinsniveau stellt dies gerade bei Grundstücksankaufsfinanzierungen eine Herausforderung an die Bonität und insbesondere Liquidität der Vorhaben bzw. handelnden Personen in der gewerblichen Immobilienfinanzierung dar. Dadurch sind Verzögerungen bei der Projektrealisierung z.B. wegen schwierigerem Abverkauf oder erhöhten Kosten sukzessive teurer geworden und erfordern zusätzliche Liquidität. Gleichwohl sprechen die weiterhin im Vergleich der letzten drei bis fünf Jahre insgesamt noch hohen Marktangebotspreise bei gleichzeitig hohen Marktmieten für Wohnraum (insbesondere in Ballungsgebieten) grundsätzlich für erfolgreiche Projektrealisierungsmöglichkeiten und Marktchancen in der Zukunft.

Unsicherheiten sehen wir vor allem in der Dauer der aktuell spürbaren Zurückhaltung auf der Käuferseite.

Wir wollen gezielt unsere Kunden- und auch Mitgliederanzahl noch weiter deutlich stärken und unseren Marktanteil weiter leicht ausbauen. Unseren Spezialisierungen kommt dabei eine besondere Bedeutung zur Stärkung unseres Geschäftsmodells, auch außerhalb unserer Kernregion, zu. Unserer regionalen Präsenz sowie der gezielten Weiterentwicklung und Qualifikation unserer Mitarbeiter messen wir weiter eine sehr hohe Bedeutung bei. Wir schaffen unseres Erachtens hierdurch die entsprechenden Voraussetzungen, um weiterhin dauerhaft erfolgreich als regional eng verwurzelter Partner für unsere Kunden in allen Finanzierungsangelegenheiten zu agieren.

Für das Wirtschaftsjahr 2024 erwarten wir auf Basis der Prognose unserer genossenschaftlichen Zentralbank ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der Spanne von 0 % bis 0,5 %. Im Hinblick auf die Inflation sehen wir moderate Anpassungen nach unten. Unsere Zinsprognose geht von einer leichten schrittweisen Normalisierung der Zinsstrukturkurve mit leichter Steilheit (Abbau der Inversität) innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre aus.

Unsere Eckwertplanung basiert auf folgenden wesentlichen Annahmen:

Der Zinsüberschuss soll unter der Prämisse eines um ca. 5 % steigenden Geschäftsvolumens bei ansonsten unveränderter Geschäftsstruktur im Jahr 2024 leicht ausgebaut werden. In den Folgejahren prognostizieren wir bei einer Steigerung des Geschäftsvolumens in einer Bandbreite von 2 % bis 4 % eine weiter leicht steigende Zinsspanne.

Im Kundeneinlagengeschäft gehen wir im genannten Planungshorizont nach moderaten Einlagenerhöhungen (3,5 %) im Geschäftsjahr 2024 von Wachstumsraten im Bereich von 2 % bis 3 % in den Folgejahren aus. Infolgedessen erwarten wir ein Wachstum der Bilanzsumme bis auf ca. 3,8 Mrd. EUR Ende 2026.

Daneben sehen wir einen absolut gleichbleibenden Provisionsüberschuss von ca. 7,8 Mio. EUR über die Jahre vor.

Beim Personalaufwand haben wir eine Steigerung der Gehälter um 5 % sowie einen Anstieg der Mitarbeiterkapazitäten für bereits vertraglich fixierte Eintritte sowie erwartete Besetzung offener Vakanzen für das Jahr berücksichtigt. In den Folgejahren gehen wir von weiteren moderaten Steigerungen der Kosten durch Anpassung der Gehaltsstrukturen sowie der Mitarbeiterkapazitäten in einer Größenordnung von 5 % aus.

Die Höhe der Sachaufwendungen soll im Jahr 2024 auf Basis detaillierter Budgets sich auf 16,2 Mio. EUR erhöhen und damit um ca. 10 % ansteigen. Hervorzuheben sind dabei höhere Aufwendungen aus der Nutzung und dem Betrieb unserer IT, bilanzsummenabhängige Kosten im Marketing, Garantiefonds und Beiträgen sowie die Beratung zur Umsetzung von strategisch relevanten Projekten und Themen. In den Folgejahren erwarten wir weitere Kostenanstiege in einer Spanne von 3 % bis 7 %, bei vergleichbaren relativen Relationen.

Vor dem Hintergrund der geschilderten Entwicklungen erwarten wir für 2024 gegenüber 2023 einen nur geringen Anstieg des Betriebsergebnis vor Bewertung von gut 57 Mio. EUR auf etwas mehr als 58 Mio. EUR. Für die Jahre 2025 und 2026 erwarten wir ein Betriebsergebnis vor Bewertung in einer Bandbreite zwischen knapp 61 Mio. EUR und gut 66 Mio. EUR und damit ein leicht steigendes Betriebsergebnis vor Bewertung. Im Vergleich zu den Genossenschaftsbanken werden wir in dem Betrachtungszeitraum weiter ein überdurchschnittliches Betriebsergebnis vor Bewertung anstreben.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir zur Abschirmung von Risiken aus dem Kreditgeschäft aufgrund der wirtschaftlichen Prognosen höhere Aufwendungen für die Einzelrisikovorsorge und Zuführungsbedarfe gemäß IDW RS BFA 7 bei einem Niveau von ca. 21 Mio. EUR. Im Bereich der Eigenanlagen kalkulieren wir mit zins- und aktienmarktinduzierten Bewertungsaufwendungen von ca. 3,5 Mio. EUR. Für den Zeitraum bis 2026 erwarten wir leicht steigende Werte für das Bewertungsergebnis bis auf ein Niveau von insgesamt ca. 28 Mio. EUR.

Für den bedeutsamsten Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank das Betriebsergebnis nach Bewertung erwarten wir bei einer Vollausnutzung aller Risikobudgets bis 2026 eine Bandbreite von 0,93 % bis 1,02 % und bewegen uns hiermit innerhalb unseres strategischen Rahmens von 0,93 % bis 1,18 %. Eine ähnliche Entwicklung erwarten wir für den Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit/Effizienz oder Produktivität unseres Instituts die Cost Income Ratio (nachfolgend: "CIR"). Hier prognostiziert die Bank eine Bandbreite von 38,2 % bis 39,1 % und damit unter unserem strategischen Schwellenwert von 45 %.

Aus der Kapitalplanung für die Jahre bis 2026 ergibt sich für das geplante Wachstum im Kreditgeschäft unter der Prämisse von Rücklagenzuführungen, Zuführungen von Vorsorgereserven nach 340g HGB, der Einwerbung von Geschäftsguthaben sowie der Begebung weiterer nachrangiger Einlagen bzw. Schuldscheindarlehen in Bezug auf unsere internen Ambitionsniveaus bei der Kernkapitalquote von 14,00 % und der Gesamtkapitalquote von 16,00 % weiterer zusätzlichen Kapitalbedarf. Dabei wurde angenommen, dass die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen im Jahr 2024 und Folgeperioden weiter steigen. Zur Schließung dieser Lücke wurden Maßnahmen zur Limitierung der zukünftigen RWA-Belastung sowie Reduzierung der RWA-Bindung initiiert. Gleichwohl erreichen wir die nötigen Solvabilitätsanforderungen der Kernkapitalquote inkl. nötiger Kapitalpufferanforderungen von 9,4 % (Kernkapitalquote) bzw. 11,4 % (Gesamtkapitalquote) gemäß unserer Kapitalplanung mit Werten von 15,7 % bzw. 15,4 % in den kommenden beiden Jahren.

Ungünstige Entwicklungen auf die Ertrags- und Vermögenslage sind zu erwarten, wenn sich die rezessiven Entwicklungen im Immobilienbereich verfestigen und hierdurch rückläufige Geschäftsvolumen (geringere Nachfrage) aus Fälligkeiten, Tilgungen und Projektabschlüssen bei Bauträgerfinanzierungen nicht ausgeglichen werden können. Diese Entwicklung würde einhergehen mit weiteren Zinsanstiegen auf Basis der aktuellen inversen Zinsstruktur, die zu höheren Refinanzierungsaufwendungen führen. Der unterstellte Einbruch führt neben geringeren Kreditnachfragen auch zu einer deutlichen Verschlechterung der Ausfallraten und Absicherungsverhältnisse (Verfall der Immobilienpreise). Die Auslastung der Risikobudgets steigt dann durch den uniformen Anstieg der Ausfallraten (wirtschaftliche Schieflagen) über alle Forderungsklassen deutlich an. Weiterhin bestehende inflationäre Effekte führen wegen nachfrageseitiger geringerer Vertriebsmöglichkeiten zu rückläufigen Provisionserträgen und höheren Steigerungsraten im Betriebsaufwand. Über den Betrachtungszeitraum der nächsten drei Jahre würde diese Entwicklung zu einem Ausbleiben der Thesaurierungsfähigkeit bei gleichzeitiger Sicherstellung der Dividendenfähigkeit führen. Diese Entwicklungen sehen wir eher als Stressfall auf Basis eines schweren konjunkturellen Abschwungs an.

Den Einfluss der aktuellen Kriegshandlungen in der Ukraine sowie im Nahen Osten und die damit einhergehenden geopolitischen Spannungen und die Abkehr von der Globalisierung haben auf aktuelle Positionen sowohl im Kunden- wie auch Eigengeschäft nach unseren aktuellen Erwartungen nur begrenzte Auswirkungen. Welchen Einfluss diese jedoch auf langfristige Entwicklungen haben, lässt sich aktuell nicht verlässlich prognostizieren. Insbesondere könnten sich mittel- bis langfristige Risiken aus den vorgenannten Konflikten sowie den Inflationsauswirkungen in Form von negativen Zweit- und Drittrundeneffekten auf die Konjunkturentwicklung ergeben. Investitionszurückhaltung, insbesondere in den von uns schwerpunktmäßig bearbeiteten Geschäftsbereichen der Immobilienfinanzierung und der Wohnbaufinanzierung könnten sich neben dem Zins- und Provisionsüberschuss auch negativ auf das Risikoergebnis und die Kapitalquoten auswirken. Weitere Risiken könnten zudem in den weiterhin hohen Inflationsraten und damit verbunden in höheren als den von uns budgetierten Sach- und mittelbar auch Personalkosten liegen. Diese gehen einher mit dem sich weiter verschärfenden Fachkräftemangel.

Insgesamt erwarten wir für die Zukunft jedoch keine bestandsgefährdenden Entwicklungen.

Mittweida, 5. April 2024 Volksbank Mittweida eG

Der Vorstand:

Prof. Zintl                                      Schlagenhaufer

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023
Volksbank Mittweida eG, Mittweida Genossenschaftsregisternummer 5 beim Amtsgericht Chemnitz

Aktivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 9.777.243,08 14.385
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 16.072.950,68 80.600
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 16.072.950,68 (80.600)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 25.850.193,76 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 165.241.429,92 107.104
b) andere Forderungen 9.558.640,54 174.800.070,46 10.080
4. Forderungen an Kunden 2.911.087.241,58 2.619.804
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 685.753.811,36 (592.298)
durch Schiffshypotheken gesichert 640.269,05 (800)
Kommunalkredite 35.967.736,90 (24.330)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 78.270.302,80 62.379
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 78.270.302,80 (62.379)
bb) von anderen Emittenten 57.782.952,09 136.053.254,89 48.545
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 54.900.641,13 (43.371)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 136.053.254,89 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 51.557.971,81 40.584
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 20.338.426,74 19.486
darunter:
an Kreditinstituten 1.941.783,60 (1.942)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 2.976.550,00 23.314.976,74 2.977
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 2.800.000,00 (2.800)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.041.159,27 1.695
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 595.000,00 (595)
9. Treuhandvermögen 5.242.582,07 6.182
darunter: Treuhandkredite 5.242.582,07 (6.182)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 44.376,00 73
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 44.376,00 0
12. Sachanlagen 37.904.729,89 36.121
13. Sonstige Vermögensgegenstände 2.331.906,15 1.753
Summe der Aktiva 3.370.228.462,62 3.051.768

Passivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 606.276,21 596
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 781.272.219,31 781.878.495,52 646.401
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 73.211.779,81 109.223
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 20.629.966,99 93.841.746,80 30.991
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 712.013.358,26 785.763
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.290.196.319,61 2.002.209.677,87 2.096.051.424,67 1.096.677
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 2.288.769,54 2.705
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 2.288.769,54 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 5.242.582,07 6.182
darunter: Treuhandkredite 5.242.582,07 (6.182)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.938.212,79 2.313
6. Rechnungsabgrenzungsposten 1.182.432,00 974
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 577.138,03 1.004
b) Steuerrückstellungen 9.173.998,55 14.869
c) andere Rückstellungen 4.833.476,26 14.584.612,84 4.678
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 75.522.131,22 10.178
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 265.700.000,00 231.200
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 71.662.275,00 55.821
b) Kapitalrücklage 16.021.824,48 16.022
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 19.760.000,00 19.410
cb) andere Ergebnisrücklagen 15.750.000,00 35.510.000,00 15.400
d) Bilanzgewinn 2.645.702,49 125.839.801,97 1.361
Summe der Passiva 3.370.228.462,62 3.051.768
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weiter-
gegebenen abgerechneten Wechseln
0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 112.542.860,69 118.791
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 112.542.860,69 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 116.238.961,13 116.238.961,13 124.249
darunter: Lieferverpflichtungen
aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 115.237.960,91 68.788
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 1.613.463,67 116.851.424,58 702
darunter: in a) und b)
angefallene negative Zinsen
0,00 (323)
2. Zinsaufwendungen 37.831.992,66 79.019.431,92 5.594
darunter: erhaltene
negative Zinsen
400.662,67 (1.619)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 540.000,00 476
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 408.567,45 471
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 140.000,00 1.088.567,45 210
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs-
oder Teilgewinnabführungsverträgen
183.117,63 92
5. Provisionserträge 9.856.775,45 7.680
6. Provisionsaufwendungen 1.865.893,85 7.990.881,60 2.062
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 4.900.081,82 8.804
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 13.646.502,76 12.401
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.961.752,52 17.608.255,28 3.648
darunter: für Altersversorgung 1.901.070,60 (1.851)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 14.770.415,64 32.378.670,92 12.941
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
1.484.807,81 1.607
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.290.761,13 1.011
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen
zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
7.951.796,21 5.013
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung
von Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 -7.951.796,21 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,
Anteile an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
0,00 9.368
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an
verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen
behandelten Wertpapieren
1.496.057,79 1.496.057,79 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 314.530,57 262
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 51.257.571,57 33.316
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13.414.632,99 11.942
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 22.894,95 13.437.527,94 23
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 34.500.000,00 19.400
25. Jahresüberschuss 3.320.043,63 1.951
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 25.658,86 10
3.345.702,49 1.961
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
3.345.702,49 1.961
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 350.000,00 200
b) in andere Ergebnisrücklagen 350.000,00 700.000,00 400
29. Bilanzgewinn 2.645.702,49 1.361

Volksbank Mittweida eG, Mittweida 3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben

Die Volksbank Mittweida eG mit Sitz in Mittweida ist beim Amtsgericht Chemnitz unter der Genossenschaftsregisternummer 5 eingetragen. 

Der Jahresabschluss der Volksbank Mittweida eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

Bei nachstehenden Posten wurde der Ausweis für das Geschäftsjahr 2023 angepasst.

Im Posten Zinserträge der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV 1a) wurde der Zinsaufwand für Fremdmittelanteile für Konsortialkredite (871 TEUR) direkt von den damit verbundenen Erträgen abgesetzt (kompensiert), während er im Vorjahr (611 TEUR) noch unter den Zinsaufwendungen (GuV 2) erfasst war.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden wurden mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren akuten Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen in ausreichendem Umfang abgedeckt.

Für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft werden Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 gebildet. Hierbei werden alle nicht akut ausfallgefährdeten Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden sowie die nach §§ 26, 27 RechKredV unter der Bilanz auszuweisenden Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen (einschließlich widerruflicher und unwiderruflicher Kreditzusagen) einbezogen. Nicht beanspruchte Kreditzusagen (Kreditlinien) werden berücksichtigt, soweit ungeachtet vertraglicher Kündigungsrechte mit einer Inanspruchnahme ernsthaft zu rechnen ist. Die ermittelten Teilbeträge für die Pauschalwertberichtigung werden von den Aktivposten Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden abgesetzt. Die Teilbeträge für das außerbilanzielle Geschäft werden unter den anderen Rückstellungen passiviert und entsprechend von den Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften sowie den unwiderruflichen Kreditzusagen abgesetzt. Die Berechnung der Pauschalwertberichtigung erfolgt auf Grundlage des im Rahmen des internen Risikomanagements ermittelten erwarteten Verlusts über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien in einer vereinfachten Methodik. Der erwartete Verlust wird insbesondere auf Basis der Risikoparameter Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), der Verlustquote bei Ausfall (Modellierter Verlust / LGD) sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt (möglicher Forderungsbetrag bei Ausfall) ermittelt.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Wertpapiere

Sowohl die dem Anlagevermögen als auch die dem Umlaufvermögen zugeordneten festverzinslichen Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen. Da die Wertpapiere im Girosammeldepot verwahrt werden, werden die Anschaffungskosten bei gleicher Wertpapiergattung nach der Durchschnittsmethode ermittelt.

Für die AT1-Eigenemissionen der DZ BANK AG stellt die DZ BANK AG modellhaft ermittelte Kurse zur Verfügung. Die Bewertung der AT1-Eigenemissionen erfolgt danach handelunabhängig unter Verwendung klassischer am Kapitalmarkt beobachtbarer Parameter (z.B. das aktuelle Zinsniveau) sowie Einflussgrößen, die in der individuellen Situation der Emittentin bzw. der Transaktion begründet sind (Bewertungsspread). Der Bewertungsspread wird einer Spreadkurve entnommen, die regelmäßig vom Treasury Komitee der DZ BANK AG überprüft und beschlossen wird. Darüber hinaus ergibt sich eine Abhängigkeit des Bewertungsniveaus von den harten Kernkapitalquoten des Emittenten. Bei Festlegung des Bewertungsspreads wird das aktuelle Verhältnis der harten Kernkapitalquoten zum Trigger der AT1-Anleihe berücksichtigt.

Über-Pari-Notierungen bei Wertpapieren des Anlagevermögens werden zudem ratierlich bis auf den Nominalwert abgeschrieben.

Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken oder Chancen aufweisen, wurden als einheitlicher Vermögensgegenstand bzw. einheitliche Verbindlichkeit nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet.

Strukturierte Finanzinstrumente, die aufgrund des eingebetteten Derivats im Vergleich zum Basisinstrument wesentlich erhöhte oder zusätzliche (andersartige) Risiken oder Chancen aufweisen, wurden in ihre Komponenten zerlegt und einzeln nach den für diese geltenden Vorschriften bilanziert und bewertet. Eine getrennte Bilanzierung erfolgte, wenn das eingebettete Derivat neben dem Zinsrisiko und dem Bonitätsrisiko des Emittenten weiteren Risiken (Bonitätsrisiko eines Dritten) unterliegt.

Die Anschaffungskosten der getrennt bilanzierten Einzelkomponenten ergeben sich aus der Aufteilung der (gesamten) Anschaffungskosten des strukturierten Finanzinstruments im Verhältnis der beizulegenden Zeitwerte der Einzelkomponenten.

Sicherungsnehmerpositionen in getrennt bilanzierten eingebetteten Credit Default Swaps, die der Absicherung von Ausfallrisiken dienen, ohne zugleich einer Bewertungseinheit i. S. v. § 254 HGB zugeordnet zu sein, wurden als erhaltene Kreditsicherheiten bei der Ermittlung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen oder Rückstellungen für die abgesicherten Geschäfte berücksichtigt und nicht eigenständig bilanziert.

Sicherungsgeberpositionen in getrennt bilanzierten eingebetteten Credit Default Swaps, mit denen ausschließlich Ausfallrisiken übertragen werden und bei denen beabsichtigt ist, sie bis zur Fälligkeit bzw. bis zum Eintritt des Kreditereignisses zu halten, wurden als gestellte Kreditsicherheiten nach den für das Bürgschafts- und Garantiekreditgeschäft entwickelten Grundsätzen behandelt. Bei ernsthaft drohender Inanspruchnahme wurden Rückstellungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet.

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert im Kundenkreditgeschäft sowie Eigengeschäft und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Bei den zurechenbaren Gebühren- und Provisionserträgen werden im Wesentlichen Kontoführungsgebühren, Postenentgelte etc. berücksichtigt, soweit es sich um Bestandsgeschäft handelt. Gemäß einer internen Erhebung bzw. Schätzung wird der Anteil der Verwaltungskosten für die Bestandsführung der zinsbezogenen Geschäfte an den gesamten Verwaltungsaufwendungen ermittelt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt. Bei der Bemessung der voraussichtlich noch anfallenden Verwaltungskosten für die Bestandsführung der zinsbezogenen Geschäfte werden Overheadkosten anteilig berücksichtigt. Individuelle Refinanzierungsmöglichkeiten werden bei dieser barwertigen Betrachtung ebenfalls berücksichtigt. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird.

Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Erkennbare akute Bonitätsrisiken wurden durch Bildung von Einzelwertberichtigungen in ausreichendem Umfang abgedeckt bzw. wurden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung Abschreibungen vorgenommen.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige Abschreibungen sowie in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzten Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde, die auch steuerlich geltend gemacht werden. Sachanlagen wurden im Anschaffungsjahr pro rata temporis abgeschrieben. 

Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu EUR 250 wurden in voller Höhe als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Sie wurden in voller Höhe abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut über EUR 250, aber nicht über EUR 800 lagen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Aktive latente Steuern

Ein Überhang an aktiven latenten Steuern wird bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.).

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag. Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Den Pensionsrückstellungen und den Rückstellungen für Altersteilzeit liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" zugrunde. Verpflichtungen aus Pensionsanwartschaften wurden mittels Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt. Altersteilzeitrückstellungen wurden gemäß IDW RS HFA 3 angesetzt und bewertet.

Für die Pensionsrückstellungen wurden keine Lohn- und Gehaltssteigerungen jedoch eine Rentendynamik in Höhe von 2,00 % (Vorjahr 2,00 %) zugrunde gelegt.

Für Altersteilzeitrückstellungen wurde ein Gehaltstrend von 0 % bis 3,50 % (Vorjahr 0 % bis 3,50 %) individuell berücksichtigt.

Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,82 % wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (im Vorjahr 1,78 %) auf Basis des von der Deutschen Bundesbank per Dezember 2023 ermittelten Zinssatzes festgelegt, dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV).

Der bei der Abzinsung der Altersteilzeitrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,76 % (Vorjahr

1,44 %) wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre auf Basis des von der Deutschen Bundesbank per Dezember 2023 ermittelten Zinssatzes festgelegt, dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV).

Bei Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen, die die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB erfüllen, wurden die Verpflichtungen mit den ihnen zuzurechnenden Vermögensgegenständen verrechnet. Das Deckungsvermögen hat zum 31. Dezember 2023 einen beizulegenden Zeitwert in Höhe von EUR 299.127 und (historische) Anschaffungskosten in Höhe von EUR 266.307. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der zu verrechnenden Vermögensgegenstände erfolgte auf Basis der Depotwerte der verpfändeten Wertpapierdepots zum 31.12.2023.

Der Erfüllungsbetrag der zu verrechnenden Schulden betrug EUR 334.853.

Die Aufwendungen und Erträge aus der Abzinsung der Altersversorgungsverpflichtungen bzw. des Deckungsvermögens waren im Jahr 2023 von untergeordneter Bedeutung.

Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst.

Die erstmalige Einbuchung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgte mit dem abgezinsten Betrag (Nettomethode).

Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen

Negative Zinsen auf finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinsaufwendungen in Abzug gebracht.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde nach teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Zugänge (a) Umbuchungen (a) Anschaffungs- /
Herstellungskosten zu Zuschreibungen (b) Abgänge (b) Herstellungskosten
Beginn des am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 535.237 0 (a) 0 (a) 535.237
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 49.863.145 2.673.462 (a) -10.710 (a) 52.525.897
Gebäude 0 (b) 0 (b)
b) Betriebs- und 4.780.440 565.897 (a) 10.710 (a) 4.862.245
Geschäftsausstattung 0 (b) 494.802 (b)
Summe a 55.178.822 3.239.359 (a) 0 (a) 57.923.379
0 (b) 494.802 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Abschreibungen Zugängen (a) Umbuchungen (a) Abschreibungen am Buchwerte
Beginn des Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen (b) Abgängen (b)
Ende des Bilanzstichtag
Geschäftsjahres (gesamt) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
Geschäftsjahres (gesamt)
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 462.230 28.631 (a) 0 (a) 0 (a) 490.861 44.376
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 15.011.851 922.398 (a) 0 (a) 0 (a) 15.934.249 36.591.648
Gebäude 0 (b) 0 (b) 0 (b)
b) Betriebs- und 3.510.186 533.779 (a) 0 (a) 0 (a) 3.549.163 1.313.082
Geschäftsausstattung 0 (b) 0 (b) 494.802 (b)
Summe a 18.984.267 1.484.808 (a) 0 (a) 0 (a) 19.974.273 37.949.106
0 (b) 0 (b) 494.802 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
Veränderungen (saldiert)

Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR EUR EUR
Wertpapiere des 119.801.481 15.200.489 135.001.970
Anlagevermögens
Beteiligungen und 24.512.322 -1.197.345 23.314.977
Geschäftsguthaben
bei Genossenschaften
Anteile an 1.695.000 346.159 2.041.159
verbundenen Unter-
nehmen
Summe b 146.008.803 14.349.303 160.358.106
Summe a und b 201.187.625 198.307.212

D. Erläuterungen zur Bilanz

Barreserve

Bei der Barreserve handelt es sich ausschließlich um auf EUR lautende Zahlungsmittel und täglich fällige Guthaben bei der Deutschen Bundesbank.

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 105.244.314 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 1.108.093.006 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 25.639.425 fällig.

Aufgliederung der in den Bilanzposten A 5 bis A 8 enthaltenen Wertpapiere

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig
davon:
börsennotiert
nicht börsennotiert
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR EUR EUR EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 136.053.255 133.170.944 2.882.311 0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 4.997.186 0 4.997.186 0
Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften (A 7) 2.306.228 0 2.306.228 0

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0 0 34.424 25.407
Forderungen an Kunden (A 4) 5.792 854 0 1.190

Investmentvermögen mit einem Anteil von mehr als 10 Prozent

Im Bilanzposten "Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere" (A 6) sind folgende Anteile an Sondervermögen im Sinn des § 1 Abs. 10 KAGB oder Anlageaktien an Investmentaktiengesellschaften mit veränderlichem Kapital im Sinn der §§ 108 bis 123 KAGB oder vergleichbaren EU- bzw. sonstigen ausländischen Investmentvermögen mit Anteilsquoten von mehr als 10 % enthalten:

Wert der Anteile (Zeitwert)

EUR
Differenz
zum
Buchwert
(Reserve)
EUR
Erfolgte
Ausschüttung
für das
Geschäftsjahr
EUR
1. MW Zins 51.993.477 5.432.214 540.000
2. Oberbanscheidt Global Flexibel UI 7.372.995 2.375.809 0

Anlageziele:

Der Spezialfonds MW Zins ist ein Spezial-AIF-Sondervermögen als Mischfonds mit individuellen Anlegerrestriktionen. Der MW Zins investiert im Wesentlichen in Aktien und Unternehmensanleihen in und außerhalb Europas. Die Abbildung der Allokation erfolgt nahezu vollständig über Publikumsfonds, mit einem Schwerpunkt auf Nachhaltige Fonds.

Der Oberbanscheidt Global Flexibel UI ist ein aktiv gemanagter Publikumsfonds mit einer breiten Streuung des Vermögens in verschiedenen Anlageklassen. Investitionen erfolgen im Rahmen eines aktiven Selektionsprozesses vor allem in Aktien, Anleihen, Fonds und Zertifikate mit einer flexiblen Gewichtung der Assetklassen.

Rücknahmebeschränkungen bestehen gemäß den vertraglichen Vereinbarungen mit der Fondsgesellschaft nur, sofern außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine Aussetzung der Anteilsrücknahme unter Berücksichtigung der Interessen der Bank erforderlich erscheinen lassen.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2023 wie folgt:



Anteil am Gesellschafts- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz kapital % Jahr TEUR Jahr TEUR
a) Volksbank Mittweida Immobilien GmbH, Mittweida 100,00 2023 250 2023 0
b) TeleskopEffekt GmbH, Mittweida 100,00 2023 1.046 2023 0
c) Volksbank Mittweida Hausverwaltung GmbH, Chemnitz 100,00 2023 47 2023 29

Mit den unter Buchstaben a), b) und c) genannten Unternehmen besteht ein Konzernverhältnis. Ein Ergebnisabführungsvertrag besteht mit den unter Buchstaben a) und b) genannten Unternehmen. Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, weil aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 296 Abs. 2 HGB) auf die Aufstellung verzichtet werden konnte. Aufgrund der Bestimmungen des § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB wurde von der Ausnahmeregelung Gebrauch gemacht und bei weiteren bestehenden Beteiligungen auf deren Angabe aufgrund der insgesamt untergeordneten Bedeutung verzichtet.

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um Forderungen an Kunden.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 1.319.122 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 1.313.082 enthalten.

Nachrangige Vermögensgegenstände

In den folgenden Posten bzw. Unterposten sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten/Unterposten Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
3b) 5.500.000 5.500.000
4 5.423 23.338
5 976.761 981.374

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:


bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 583.030 607.577 2.812.513 5.500.000
Forderungen an Kunden (A 4) 68.781.521 190.047.815 641.990.564 900.618.762

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:


bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 10.352.075 61.750.262 359.700.507 343.520.653
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2a ab) 291.122 18.946.175 1.392.669 0
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 328.937.987 466.618.827 457.162.972 24.388.000

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 686.731.962 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel für Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Passive latente Steuern

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde. 

Die aktiven Steuerlatenzen resultieren aus Aktiva 4, 5, 6, 7, 8 und 12. Für die Berechnung latenter Steuern wurde ein Steuersatz von 29,5 % zugrunde gelegt.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten (P 9) in Höhe von EUR 2.335.964 an.

Mittelaufnahmen, die 10 % des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigen, erfolgen zu folgenden Bedingungen:

Betrag Währung Zinssatz in % Fälligkeit
20.000.000 EUR 6,7 September 2033

Eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung ist ausgeschlossen. Die Verbindlichkeiten sind im Falle des Insolvenzverfahrens oder der Liquidation der Bank erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückzuzahlen. Eine Umwandlung in andere Eigenkapitalformen ist nicht möglich. 

Für die weiteren nachrangigen Verbindlichkeiten gelten die folgenden wesentlichen Bedingungen: Die mit den Gläubigern der nachrangigen Verbindlichkeiten getroffenen Nachrangabreden erfüllen die Voraussetzungen für die Anerkennung als Eigenmittel gemäß Art. 63 CRR. Die Restlaufzeit der nachrangigen Verbindlichkeiten liegt zwischen 4 und 10 Jahren. Die nachrangigen Verbindlichkeiten sind mit Zinssätzen von 1,50 % bis 6,70 % ausgestattet.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (P 2) 1.291.993 704.841 1.105.802 3.044.281

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 70.336.875
b) der ausscheidenden Mitglieder 1.124.125
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 201.275

Die Kapital- und Ergebnisrücklagen (P 12b) und c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Kapitalrücklage Gesetzliche Rücklage andere Ergebnisrücklagen
EUR EUR EUR
Stand 01.01.2023 16.021.824 19.410.000 15.400.000
Einstellungen 0
- aus Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 350.000 350.000
Stand 31.12.2023 16.021.824 19.760.000 15.750.000

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind durch Rückstellungen gedeckt. Die ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen ausschließlich breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden.

Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt. Die unter Posten 1b) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Beträge zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 154.218.015
Verbriefte Verbindlichkeiten (P 3) 2.288.770

Termingeschäfte und derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag bestanden zu Absicherungszwecken Kreditderivate in Form von Credit Default Swaps, die als erhaltene Kreditsicherheiten behandelt werden über EUR 2.280.000.

Daneben bestehen aus der getrennten Bilanzierung von Finanzinstrumenten gestellte Kreditsicherheiten über EUR 1.898.075, die als Bürgschaftsverpflichtungen im Posten 1b) unter dem Bilanzstrich enthalten sind. Für akute Risiken einer Inanspruchnahme sind Rückstellungen gebildet.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für die Verwaltung und Vermittlung, insbesondere für die Vermittlung von Bausparverträgen, Versicherungen und Krediten nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein, sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken und machen 0,1 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 11.523 (Vorjahr EUR 107.511) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen EUR 15.853.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 12.295 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 2.680.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 26.154, diesem stehen ausreichend frei verfügbare Rücklagen gegenüber.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Form von Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von EUR 10.627.192.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Personalstatistik

Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug: 

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 4 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 120 77
124 77

Außerdem wurden durchschnittlich 12 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der
Mitglieder
Anzahl der
Geschäftsanteile
Haftsummen
EUR
Anfang 2023 14.003 2.197.082 0
Zugang 2023 2.458 697.447 0
Abgang 2023 439 81.054 0
Ende 2023 16.022 2.813.475 0
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 15.409.825
Höhe des Geschäftsanteils EUR 25

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Das vom Prüfungsverband für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich in folgende Honorare auf:

- Abschlussprüfungsleistungen EUR 271.140
- Andere Bestätigungsleistungen EUR 9.302
- Steuerberatungsleistungen EUR 23.137

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:


Genoverband e.V.
Wilhelm-Haas-Platz 63263 Neu-Isenburg 

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf     

Prof. Zintl, Leonhard, - Vorsitzender - , Geschäftsleiter (Vorstand Marktfolgebereiche)
Schlagenhaufer, Michael, Geschäftsleiter (Vorstand Marktbereiche)

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf    

Dr. Strobel, Frank, - Vorsitzender - , Geschäftsführer Strobel & Co. Mittweida GmbH
Geißler, Stefan, - stellvertretender Vorsitzender - , Geschäftsführer Geißler Fahrzeugbau GmbH
Neuber, Achim, Fachhandelsleiter im Ruhestand
Sachse, Hans-Jürgen, Einzelhandelskaufmann (Einzelunternehmen Edeka-Aktiv-Markt Sachse)
Prof. Dr. phil. Hilmer, Ludwig, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Mittweida
Trinks, Mathias, selbstständiger Steuerberater
Kerber, Silvia, kaufmännische Leiterin bei SWAP (Sachsen) GmbH Verbundwerkstoffe (seit 23. Mai 2023)

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 3.320.043,63 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 25.658,86 sowie nach den im Jahresabschluss mit EUR 700.000,00 ausgewiesenen Einstellungen in die Rücklagen (Bilanzgewinn von EUR 2.645.702,49) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 3,00 % 1.955.905,13
Bonuszahlung 1,00 % 651.968,38
Vortrag auf neue Rechnung 37.828,98
2.645.702,49
Mittweida, 27. März 2024 Volksbank Mittweida eG

Der Vorstand

Prof. Zintl   Schlagenhaufer

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Volksbank Mittweida eG, Mittweida

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Volksbank Mittweida eG, Mittweida (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Genossenschaft ist hauptsächlich im Kundenkreditgeschäft tätig. Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 2.911,1 Mio. EUR. Dies entspricht 86,4 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 112,5 Mio. EUR und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 116,2 Mio. EUR.

Wesentliche Teile des Kundenkreditvolumens entfallen auf das Grundstücksund Wohnungswesen einschließlich Bauträgerkredite. Das Kreditvolumen ist außerdem durch einen insgesamt hohen Anteil größerer Kreditengagements ab 5,0 Mio. EUR gekennzeichnet.

Die Identifizierung von Wertminderungen, die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen und die Bemessung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen unterliegen wesentlichen Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird. Daher ist die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen für den Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Wir haben zunächst beurteilt, ob die für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Prozesse und internen Kontrollen derart ausgestaltet und implementiert sind, dass bankseitig akute Risiken mit hinreichender Sicherheit rechtzeitig identifiziert werden und gegebenenfalls eine Risikovorsorge bzw. Forderungsabschreibung auf Basis der Bewertung der vorhandenen Kreditsicherheiten in ausreichendem Umfang gebildet wird. Hierzu haben wir insbesondere die Angemessenheit und Wirksamkeit des relevanten Internen Kontrollsystems der Bank zur Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse, zur Bewertung der Sicherheiten sowie zur Bildung von Risikovorsorge beurteilt. In dem Zusammenhang haben wir uns von der regelmäßigen Überprüfung der Angemessenheit der Schätzannahmen durch die Bank überzeugt.

In der Folge haben wir uns von der Wirksamkeit der relevanten eingerichteten Kontrollen durch Prüfung ausgewählter Einzelfälle überzeugt. Darüber hinaus haben wir neben analytischen Prüfungshandlungen auch aussagebezogene Prüfungshandlungen für eine bewusste Auswahl von Kreditengagements durchgeführt, um zu beurteilen, ob die Identifikation möglicher akuter Ausfallrisiken zutreffend und rechtzeitig erfolgte. Dabei haben wir auch die Angemessenheit der Bewertung der vorhandenen Kreditsicherheiten nebst der Berechnung und Verbuchung der gegebenenfalls erforderlichen Einzelwertberichtigungen bzw. Forderungsabschreibungen nachvollzogen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Forderungen an Kunden verweisen wir auf den Abschnitt B. des Anhangs.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen:

- die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Davon werden uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt:

- die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht:

- Prüfung der Aufstellung von Finanzangaben für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 (KJA)

- Verfahrensprüfung nach AGB / BBk Abschnitt V Nr. 11 (MACCs Mobilisation and Administration of Credit Claims)

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Karsten Eichhorn.

 

Leipzig, 29. April 2024

Genoverband e.V.

Robert Lippmann Karsten Eichhorn
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Vertreterversammlung vom 30.05.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 3.320.043,63 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 25.658,86 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Volksbank Mittweida eG, Mittweida Bericht des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und die Ausschüsse des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Im Jahr 2023 hat der Aufsichtsrat insgesamt sieben Sitzungen inklusive einer konstituierenden Sitzung und einer zweitägigen Strategiesitzung abgehalten. Schwerpunkt der Beratungen bildeten die Geschäfts-, Einlagen- und Kreditstrategie, die Erfolgsplanung, die MaRisk sowie die Ergebnisse externer Prüfungen und die Umsetzung des abgeleiteten Handlungsbedarfs.

Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte unverändert den Kreditausschuss, den Personalausschuss und den Prüfungsausschuss eingerichtet.

Der Kreditausschuss tagte im Berichtsjahr fünf Mal. Wesentliche Themen bildete die Beschlussfassunggenehmigungspflichtige Kredite, die Risikolage im Kreditgeschäft, Informationen zu bedeutenden Einzelengagements sowie Maßnahmen der Intensiv- und Problemkreditbearbeitung.

Der Personalausschuss trat im Jahr 2023 zu insgesamt zwei Sitzungen zusammen und war in personellen Angelegenheiten beschließend tätig.

Sitzungen des Prüfungsausschusses fanden im Berichtsjahr nicht statt, da dessen Tätigkeit durch das Aufsichtsratsgremium nicht in Anspruch genommen werden musste.

Aus den Sitzungen der Ausschüsse ist dem Gesamtaufsichtsrat berichtet worden.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde Genoverband e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Durch Ablauf der Wahlzeit scheidet in diesem Jahr Herr Dr. Frank Strobel aus dem Aufsichtsrat aus. Herr Dr. Frank Strobel ist wegen Erreichens der Altersgrenze nicht wieder wählbar.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.

 

Mittweida, 29. April 2024

Der Aufsichtsrat

Vorsitzender

Dr. Strobel

Volksbank Mittweida eG, Mittweida Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Volksbank Mittweida eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Volksbank Mittweida eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Volksbank Mittweida eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 93.182.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 196,6. 

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 51.258.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 13.415 und betreffen laufende Steuern.

Die Volksbank Mittweida eG hat im Geschäftsjahr TEUR 105 öttentliche Beihilfen erhalten.

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