EUROJET Turbo Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Selbe AdresseHerstellung von Turbinen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Markus Becker seit 5.7.2023 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Rolls-Royce plc | 39.98% |
| 39.98% | |
GE Avio S.r.l. | 20.04% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
3 Gesellschafter
GmbH-Struktur
2 von 3 angezeigt
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Turbo-Union GmbHHallbergmoosJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023
(Amtsgericht München, HRB 249381)Anhang für das Geschäftsjahr 2023Die frühere Turbo-Union Limited, mit dem Sitz in Derby (England), Company No. 962980 wurde im Zuge einer grenzüberschreitenden Verschmelzung mit Wirkung vom 18. Oktober 2019 als Sacheinlage gegen Gewährung neuer Gesellschaftsanteile in die Turbo-Union GmbH, Hallbergmoos, eingebracht. Die eingebrachten Anteile an der Turbo-Union Limited wurden zu Buchwerten übernommen. Nachdem der Wert der eingebrachten Geschäftsanteile an der Turbo-Union Limited den Nennwert der dafür gewährten Geschäftsanteile an der Turbo-Union GmbH um TEUR 265 überstieg, wurde der überschießende Betrag in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB eingestellt. (1) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Der Jahresabschluss der Turbo-Union ist nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt. Die erforderlichen Erläuterungen der Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgen im Anhang. Die Forderungen bzw. die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind, wie in § 42 Abs. 3 des GmbH-Gesetzes vorgesehen, in einer Position ausgewiesen. Das Sachanlagevermögen ist mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Sachanlagen werden über einen Zeitraum von 5 bis 13 Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen erfolgen nach der linearen Methode. Für die Zugänge erfolgt die Abschreibung zeitanteilig. Die Zugänge zu den Geringwertigen Wirtschaftsgütern, mit Anschaffungskosten bis EUR 800,00, werden voll abgeschrieben und als Abgang ausgewiesen. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte und erhaltene Anzahlungen sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Kassenbestand und Zahlungsmittel sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Ausgaben, die Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen sind nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ermittelt und mit den voraussichtlichen Erfüllungsbeträgen angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Marktzinssatz gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst. Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten werden nach der Methode der eingeschränkten Marktbewertung mit den Devisenmittelkursen am Bilanzstichtag bewertet. Entstehende Kursgewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und / oder Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. (2) Entwicklung des Anlagevermögens
(3) Vorräte Die unter den Vorräten ausgewiesenen erhaltenen Anzahlungen von Rolls-Royce plc und Rolls- Royce Saudi Arabia Ltd. für den Exportauftrag von Saudi-Arabien wurden, entsprechend den Unteraufträgen, vollständig an die Gesellschafter weitergeleitet. (4) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. (5) Forderungen gegen Gesellschafter Die Forderungen gegen Gesellschafter resultieren aus Lieferungen und Leistungen und haben, analog zum Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. (6) Sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
(7) Gezeichnetes Kapital Das Stammkapital ist gegenüber dem Vorjahr unverändert und ist von allen Gesellschaftern vollständig eingezahlt.
(8) Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von EUR 264.570,33 ist im Rahmen der Einbringung der Turbo-Union Limited in 2019 entstanden. (9) Gewinnvortrag Der Gewinnvortrag 2023 von EUR 47.247,11 wurde gemäß dem Gesellschafterbeschluss auf neue Rechnung vorgetragen. (10) Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen Kosten des Jahresabschlusses. (11) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben, analog zum Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. (12) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern Die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern resultieren aus Lieferungen und Leistungen und haben, analog zum Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. (13) Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten haben im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr
(14) Umsatzerlöse
(15) Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von EUR 1.625,31 (i.V. EUR 0,00) enthalten. (16) Materialaufwand Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betreffen nahezu ausschließlich Lieferungen der Gesellschafter von Triebwerks-Modulen und Ersatzteilen, sowie die logistische Betreuung des Flugbetriebes (Reparaturen, technische Unterstützungsleistungen) der Luftwaffen der militärischen Kunden. (17) Personalaufwand Von den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung sind EUR 0,0 (i.V. EUR 1.546,18) für Altersversorgung. (18) Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von EUR 0,00 (i.V. EUR 2.437,55) enthalten. (19) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
(20) Anzahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
(21) Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 65.308,60, der sich aus dem Gewinnvortrag in Höhe von EUR 47.247,11 und dem Jahresüberschuss in Höhe von EUR 18.061,49 zusammensetzt, auf neue Rechnung vorzutragen. (22) Mitglieder der Geschäftsführung
Der Geschäftsführer war auf der Basis eines Abstellungsvertrages von MTU Aero Engines AG, München, eingesetzt. Er erhielt keine Bezüge von der Firma Turbo-Union GmbH, die über einen reinen Auslagenersatz hinausgingen. (23) Angabe nach § 285 Nr. 3a HGB zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Wartungsverträgen belaufen sich auf EUR 57.852,00 (i.V. EUR 36.188,00). (24) Angabe nach § 285 Nr. 17 HGB zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechnete Honorar beträgt:
(25) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres ereignet.
Hallbergmoos, den 22. April 2024 Turbo-Union GmbH Die Geschäftsführung Markus Becker Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023Vorbemerkungen Die Turbo-Union GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung deutschen Rechts mit Sitz in Hallbergmoos, Deutschland, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 249381. Ihre Geschäftsadresse lautet Lilienthalstr. 2b, 85399 Hallbergmoos, Deutschland. Gesellschafter der Turbo-Union GmbH sind MTU Aero Engines AG, Rolls-Royce plc sowie GE Avio S.r.l. Geschäftstätigkeit des Unternehmens Nachdem die Serienlieferungen in den 90er Jahren abgeschlossen wurden, besteht die Geschäftstätigkeit des Unternehmens heute im Wesentlichen aus der Betreuung des Strahltriebwerks RB199 für das internationale Tornado-Flugzeugprogramm, vor allem in den Bereichen technische und logistische Unterstützungsleistungen, die im Wesentlichen von den Partnerfirmen der Turbo-Union GmbH erbracht werden. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen / Geschäftsverlauf Die Unterstützung der innereuropäischen Tornadoflotten ist über die bestehenden Verträge bis 2025 und die der Royal Saudi Air Force bis 2026 sichergestellt. Aufgrund der begonnenen Außerdienststellung der Tornadoflotten in Italien und Saudi-Arabien sowie gegen Ende des laufenden Jahrzehnts auch in Deutschland wächst das Bestreben in den betroffenen Luftwaffen und bei der Industrie, die Unterstützung in den verbleibenden Zeiträumen bis zum "Out-of-Service Date" mit Langfristverträgen bis zur endgültigen Einstellung des Flugbetriebs abzusichern. Gespräche mit den Kunden hierzu finden in regelmäßigen Abständen statt. In diesem Zusammenhang ist weiterhin ein Rückgang der Umsätze in den kommenden Jahren zu erwarten. 1 Verträge 1.1 NETMA-Verträge Die Turbo-Union GmbH hält Verträge mit der NATO-Organisation NETMA, die als NATO EF2000 and Tornado Development, Production and Logistics Management Agency in Hallbergmoos die Interessen der Verteidigungsministerien/Luftwaffen in Deutschland, Italien und England u. a. für das Waffensystem Tornado mit seinem Triebwerk RB199 gegenüber der Industrie vertritt. Diverse Einzelverträge für das Triebwerk RB199 in den Bereichen ISS ("In-Service Support") und PDS ("Post-Design Support") sind dabei in vom öffentlichen Preisrecht kontrollierten sogenannten Multi-Year Fixed Price Contracts (MYFP-Verträge) zusammengefasst, die in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren abgeschlossen werden. Im Januar 2022 wurde mit der NETMA der MYFP2224-Vertrag für die Jahre 2022-2024 verabschiedet. Der Vertrag enthält eine Laufzeitverlängerungsoption für ein weiteres Jahr (bis 2025 einschließlich) das durch die NETMA Ende 2023 gezogen wurde. Daraus resultiert, dass der MYFP2224-Vertrag nun bis einschließlich 2025 gültig ist. Die Ersatzteilversorgung wird über einen sogenannten "Spares Enabling Contract" abgewickelt, während Bodendienstgeräte und Anbaugeräte über den "RB199 AGE Repair & Overhaul Contract" bzw. den "RB199 IP Accessories Repair & Overhaul Contract" bedient werden. Darüber hinaus werden Einzelleistungen der Partnerfirmen über sogenannte "Tasks" abgewickelt. Die Turbo-Union GmbH ist alleiniger Vertragshalter gegenüber der NETMA und leitet alle vertraglichen Rechte, Verpflichtungen und Risiken über Unteraufträge "mutatis mutandis" direkt an die Partnerfirmen weiter. 1.2 Exportverträge Ein Regierungsabkommen zwischen der Regierung des Vereinigten Königreichs und der Regierung des Königreichs von Saudi-Arabien sichert die Unterstützung der Tornadoflugzeuge der Royal Saudi Air Force. Die drei Nationen des pan-europäischen Gemeinschaftsprogramms Tornado unterstützen mit ihren Industrien diese UK-Verpflichtung in eng begrenztem Rahmen und unter Beachtung geltender Exportbestimmungen. Leistungen für die saudi-arabische Luftwaffe werden von den Gesellschaftern der Turbo-Union GmbH im Wesentlichen auf Basis sogenannter "Tornado Propulsion System Support" (TPSS)- Verträge erbracht. Dabei erfolgt zum einen die Leistungserbringung in Europa ("Offshore"-Aktivitäten) durch die Gesellschafter der Turbo-Union GmbH im Unterauftrag von Rolls-Royce plc (England) in den Bereichen Ersatzteilversorgung, Instandsetzung und technische Unterstützung. Zum anderen erbringen die Gesellschafter der Turbo-Union GmbH Leistungen in Saudi-Arabien ("Onshore"-Aktivitäten) im Unterauftrag von Rolls-Royce Saudi Arabia Ltd auf den Gebieten Instandsetzung und technische Unterstützung über einen lokalen Unterauftragnehmer. Bis zur endgültigen Vertragsunterschrift des aktuell in Verhandlung befindlichen TPSS3-Vertrags für den Zeitraum 2022 bis 2026 werden die Onshore- und Offshore-Aktivitäten über "Instructions to Proceed" (ItPs) abgewickelt, die in 2022 unterzeichnet wurden. Die endgültige Vertragsunterschrift ist für 2024 vorgesehen. Die vertragliche Abwicklung der oben aufgeführten Leistungen erfolgt i. d. R. über die Turbo-Union GmbH, die alle vertraglichen Rechte, Verpflichtungen und Risiken über Unteraufträge ("Flowdown"-Verträge) "mutatis mutandis" direkt an die Partnerfirmen weiterleitet. 2 Vertragserfüllung In 2023 wurden alle vertraglichen Verpflichtungen der Turbo-Union GmbH auf der Grundlage der unter Punkt 1 genannten mehrjährigen Rahmenverträge mit der NETMA erfüllt. Die mit der saudi-arabischen Luftwaffe vereinbarten, unter Punkt 1 aufgeführten Unterstützungsleistungen zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit ihrer Tornado-Flugzeuge wurden in 2023 ebenfalls weitgehend erbracht. 3 Belegschaft Zum 31. Dezember 2023 war bei der Turbo-Union GmbH zwei Mitarbeiter/innen direkt angestellt. Darüber hinaus ist der Geschäftsführer über einen Entsendungsvertrag des Gesellschafters MTU Aero Engines AG zur Turbo-Union GmbH abgestellt. 4 Finanzielle Leistungsindikatoren Als finanzielle Leistungsindikatoren werden die Umsatzerlöse, die Materialaufwendungen und das Ergebnis der Gesellschaft vor Steuern angegeben. 5 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 5.1 Vermögenslage Die Bilanzsumme reduzierte sich von TEUR 15.025 in 2022 auf TEUR 13.527 zum 31. Dezember 2023. Die Veränderte Aktiva ist auf folgende Faktoren zurückzuführen: Die Forderungen gegen Gesellschafter reduzierten sich um TEUR 2.413 aufgrund von höheren Zahlungseingängen zum Jahresende. Erhaltene Zahlungen von NETMA konnten erst in 2024 weitergegeben werden, der Banksaldo erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.378. Die veränderte Passiva ist auf folgende Faktoren zurückzuführen: Das Eigenkapital umfasst das gezeichnete Kapital und den Bilanzgewinn, der sich durch den Gewinnvortrag 2022 um TEUR 47 erhöht hat. Den Gesellschaftern wird vorgeschlagen, den Jahresüberschuss von TEUR 18 auf 2024 vorzutragen und nicht an sie auszuschütten. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern reduzierten sich um TEUR 1.302 aufgrund von höheren Zahlungsausgängen zum Jahresende. Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 156.999 (im Vorjahr TEUR 112.538) stiegen aufgrund gestiegenem Ersatzteil- und Reparaturgeschäft mit Saudi-Arabien, die Kosten für Material erhöhten sich im gleichen Umfang. Der Personalaufwand reduzierte sich auf TEUR 107 (im Vorjahr TEUR 151). Insgesamt kann die Vermögen-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens als stabil bezeichnet werden. 5.2 Finanzlage Die Leistungen für die Luftwaffen der beteiligten europäischen Länder werden überwiegend auf der Basis von vereinbarten monatlichen Zahlungsplänen im Rahmen des MYFP-Vertrags von der NETMA bezahlt. Die Leistungen für die Exportaufträge von Saudi-Arabien werden z. T. durch Vorauszahlungen finanziert. Weitere Zahlungen erfolgen auf Basis von Zahlungsplänen und über Einzelabrechnungen. Die Turbo-Union GmbH leitet die Zahlungen, nach Zahlungseingang von den Auftraggebern, unmittelbar und vollständig an die Partnerfirmen weiter. Die eigenen Kosten der Turbo-Union GmbH (sog. "TU Own Cost") werden im Wesentlichen von der NETMA finanziert. Die Gesellschaft konnte im vergangenen Geschäftsjahr jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen. 5.3 Ertragslage Turbo-Union GmbH ist ein "Non-Profit"-Unternehmen in Bezug auf die Lieferungen und Leistungen der Partnerfirmen. Ein Gewinnansatz erfolgt lediglich auf die eigenen Verwaltungskosten der Gesellschaft. Für die Kosten der Turbo-Union GmbH gilt ein effektiver Gewinnansatz von 3%. Das Ergebnis 2023 vor Steuern liegt bei TEUR 25,0. Der Fokus einer Programmgesellschaft wie der Turbo-Union GmbH liegt auf der Performance und dem Erfolg des Gesamtprogramms. Die Umsatzerlöse und der Verlauf des Geschäftsjahres 2023 werden von der Geschäftsleitung insgesamt positiv bewertet. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gilt weiterhin als stabil. 6 Erwartete Entwicklung des Unternehmens 6.1 Kosten, Umsatz und Ergebnis Die eigenen Kosten der Turbo-Union GmbH für das zentrale Management ("TU Own Cost") werden jeweils jährlich mit der NETMA als eigenständiges Preispaket innerhalb des "In-Service- Support" (ISS)-Vertrags vereinbart. Die Freigabe des beantragten Budgets für 2024 seitens der NETMA und der Nationen ist aktuell zu 100% erfolgt. Ähnliches gilt für die Freigabe des Jahresbudgets für einen Teil der o. a. MYFP Tasks sowie einzelner, speziell für die italienische Luftwaffe zu erfüllender Tasks. Die tatsächlich angefallenen Kosten unterliegen der nachschüssigen öffentlichen Preisprüfung. Kosten der Turbo-Union GmbH für Marketing- und Exportleistungen in geringem Umfang werden von den Gesellschaftern getragen. Die Umsatzerlöse für das NETMA- und Saudi-Geschäft im Jahr 2024 werden sich voraussichtlich auf dem Niveau von 2023 bewegen. 6.2. Prognose Die Umsatzerlöse der Gesellschaft werden im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen gleichbleiben. Der Kostenanfall der Gesellschaft für die Leistungen an die NETMA für 2024 ist vertraglich abgesichert. Anfallende Managementkosten für Exportkundenbetreuung außerhalb der NETMA-Aufträge sind über die jeweiligen Verträge abgesichert. Das Ergebnis vor Steuern des Jahres 2024 dürfte insgesamt in der Größenordnung von ca. TEUR 30 liegen. Es resultiert aus den Gewinnaufschlägen auf die eigenen Kosten der Gesellschaft gem. öffentlichem Preisrecht (VO PR 30/53) sowie einem 3%-igen Gewinnaufschlag auf die an die Partnerfirmen weitergegebenen Kosten für Marketing/Repräsentation und Managementleistungen im Exportbereich. 6.3 Strategischer Ausblick Nach aktuellem Stand wird damit gerechnet, dass die Luftwaffen von Italien ab sofort schrittweise bis 2027 und Deutschland in 2030 den Betrieb ihrer Tornado-Flotten einstellen werden. Die Außerdienststellung des Systems bei der Royal Saudi Air Force dürfte in einem ähnlichen Zeitraum erfolgen. 7 Chancen des Unternehmens Das Waffensystem MRCA Tornado hat die letzte Phase seines bereits seit über 50 Jahren bestehenden Lebenszyklus erreicht. Das Triebwerk RB199 war und ist ein erfolgreiches Gemeinschaftsprogramm dreier großer europäischer Flugtriebwerksfirmen. Aufgrund des Alterungsprozesses des Gesamtsystems ist jedoch ein Weiterbetreiben des Systems über die oben genannten Zeiträume hinaus mit zum Teil signifikanten technischen und wirtschaftlichen Risiken verbunden. Weitere Exportkunden über die bestehenden Geschäftsbeziehungen hinaus sind nicht zu erwarten. Somit ist mit der Einstellung des Geschäftsbetriebs der Turbo-Union GmbH gegen Ende des laufenden bzw. Anfang des kommenden Jahrzehnts zu rechnen. 8 Risiken für das Unternehmen Die Unsicherheit in den weiterhin bestehenden Restriktionen diverser beteiligter Regierungen für Exportgenehmigungen für Saudi-Arabien im Rahmen von Gemeinschaftsprogrammen sowie insbesondere auch der Ukraine-Konflikt bergen letztlich Risiken des Umsatzausfalls oder zusätzlichen Administrationsaufwands und unerwarteten Kostenanfalls, die jedoch in erster Linie die Gesellschafter und/oder Kunden treffen werden. Für die Turbo-Union GmbH selbst liegen keine wirtschaftlichen Risiken für die kurz- bis mittelfristige Entwicklung der Gesellschaft vor. 9 Prozesse und Qualitätsmanagement Im Zuge der Umsetzung der bestehenden Verträge und unter Einbeziehung der einschlägigen Aktivitäten der Partnerfirmen und Luftwaffen sind die notwendigen Risiko- und Qualitätsmanagementprozesse vollständig implementiert. Sie werden entsprechend den Qualitätsrichtlinien der Turbo-Union GmbH und gemäß internationalen Vorschriften kontinuierlich überwacht.
Hallbergmoos, 29. April 2024 Turbo-Union GmbH Markus Becker, Geschäftsführer 2 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks Als Ergebnis unserer Prüfung haben wir den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: "Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Turbo-Union GmbH, Hallbergmoos Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Turbo-Union GmbH, Hallbergmoos, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Turbo-Union GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 23. Mai 2024 KPMG
AG
gez. David, Wirtschaftsprüfer gez. Patzak, Wirtschaftsprüferin"
Hallbergmoos, 10.06.2024 GE Avio S.r.l. Massimiliano Corsi MTU Aero Engines AG Klaus Günther Rolls-Royce plc Oliver Rath |
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