Hotel Hamburg City Objekt GmbH
Selbe AdresseVermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Mario von Hoesslin seit 1.8.2023 | Geschäftsführer |
Céline Kugler seit 21.10.2022 | Prokura |
Tarik B ́shary seit 13.7.2017 | Geschäftsführer |
Michael Verhoff seit 30.1.2012 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Essendi Participations S.A.S. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
AccorInvest Germany GmbHMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023Die Währungsangaben erfolgen in EUR. Aufgrund kaufmännischer Rundung können bei der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben Differenzen auftreten. Grundlagen der Gesellschaft, Ziele, Strategien, SteuerungssystemeIm Folgenden werden die Begrifflichkeiten bezüglich der verschiedenen Gesellschaften und Geschäftsbereiche wie folgt verwendet: AccorInvest Group S.A., Luxemburg, als oberstes Mutterunternehmen des gesamten AccorInvest-Konzerns, das den weltweiten Konzernabschluss des AccorInvest-Konzerns aufstellt. AccorInvest Germany GmbH (AIG), München, deutsche Hauptgesellschaft von AccorInvest, die die größte Gesellschaft des deutschen HotelInvest Teilkonzerns darstellt. AIG fungiert als operativer Hotelbetreiber und Asset Manager der Hotels. HotelInvest Holding GmbH, München, als direktes Mutterunternehmen der AIG in Deutschland. ACCOR S.A., Issy-les-Moulineaux, Frankreich, als oberste Gesellschaft des gesamten Accor-Konzerns und Inhaber sämtlicher Accor-Marken. AccorHotels Deutschland GmbH (AHD), München, als deutsche Tochtergesellschaft der ACCOR S.A., die für die AIG im Rahmen von Managementverträgen das Management der von der AIG betriebenen Hotels erbringt. Die AccorInvest Germany GmbH (nachfolgend "AIG" oder "Gesellschaft" genannt) wird als hundertprozentiges Tochterunternehmen der HotelInvest Holding GmbH (indirekt) vollständig von der AccorInvest Group S.A. gehalten. Im Rahmen der erfolgten organisatorischen Umstrukturierung der Geschäftsjahre 2017 und 2018 wurden die Mehrheitsanteile an der AccorInvest Group S.A. durch die damalige Muttergesellschaft ACCOR S.A. an externe Investoren veräußert. Zum 31. Dezember 2023 halten diese unverändert ca. 70 % der Anteile an der luxemburgischen AccorInvest Group S.A. Die verbleibenden Anteile in Höhe von ca. 30 % werden unverändert vollständig von der ACCOR S.A. gehalten. Die AccorInvest Group S.A. ist als strategischer Investor bei mehr als 730 Hotels weltweit tätig. Die strategische Zielsetzung der AccorInvest Group S.A. ist die Positionierung als führender Hotelinvestor im Economy- und Midscale-Bereich in Europa. Im Fokus dieser strategischen Ausrichtung stehen die Optimierung des bestehenden Hotelportfolios im Hinblick auf die operative Performance der Hotels sowie die Steigerung des Unternehmenswertes. Zu den wesentlichen Kennzahlen gehören die durchschnittliche Belegungsrate, der Netto-Durchschnittspreis sowie der durchschnittliche Umsatz je verfügbarem Zimmer (der sogenannte RevPAR), die neben den Umsatzerlösen und dem Ergebnis (vor Gewinnabführung bzw. Verlustübernahme) die für die Unternehmenssteuerung bedeutsamsten Leistungsindikatoren darstellen. Im Rahmen von langfristigen Managementverträgen werden die Managementleistungen für die Hotelbetriebe von der ACCOR S.A. bzw. in Deutschland von der 100%-igen Tochtergesellschaft AHD bezogen. Als Markeninhaber und Manager kann die ACCOR S.A. bzw. AHD mit ihrer umfangreichen Erfahrung im Hospitality Bereich und ihrem breiten Spektrum der angebotenen Dienstleistungen zum Erfolg der Strategie beitragen. Die AIG ist Mieter und Betreiber des deutschen Hotelportfolios. Der Hotelpark der AIG setzt sich zum Jahresende 2023 aus 151 Hotels zusammen, davon 60 Hotels im Eigentum verbundener Unternehmen und 91 Hotels mit Pachtverträgen mit externen Dritten. Die Gesellschaft ist in Deutschland mit den Marken Sofitel, Pullman, MGallery, Novotel, Novotel Suites, Mercure, ibis, ibis Styles und ibis budget vertreten. Die AIG übernimmt darüber hinaus die Steuerungs- und Koordinationsfunktionen für die AccorInvest-Region Zentraleuropa mit den hierzu gehörenden Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz. WirtschaftsberichtWirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2023Die Entwicklung der Weltwirtschaft war im Jahr 2023 von einer Dynamik auf den Finanzmärkten geprägt und stand unter dem Zeichen der Stagnation. Bedingt durch Inflation und die Straffungen der Geldpolitik blieb die Wachstumsrate der weltwirtschaftlichen Aktivitäten mit 3,1 % leicht unter dem Niveau von 2022 (+3,3 %). 1 Gegenüber einer Prognose vom Jahresanfang (+2,5 %) hat sich die Weltkonjunktur zwar deutlich besser als erwartet gezeigt, dennoch war bis zum Jahresende keine deutliche konjunkturelle Belebung erkennbar. Trotz zügig zurückgehender Inflation - und damit einhergehender Abschwächung des Preisauftriebs - bleibt eine hohe Unsicherheit über die Rahmenbedingungen, welche die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin bremst. Für die deutsche Wirtschaft stellt sich das Jahr 2023 ebenfalls als Stagnationsjahr dar. Der Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes betrug 0,3 %. Mit einer deutlich gesunkenen Inflation ist die Hochinflationsphase zunächst überstanden. Während im ersten Halbjahr 2023 die Jahresrate der Inflation hauptsächlich durch hohe Preissteigerungen vom Jahresanfang getrieben wurde (saison- und kalenderbereinigt +6,4 %), verlangsamte sich der Anstieg in der zweiten Jahreshälfte auf etwa 2,7 %. 2 Dies führte jedoch noch nicht zu einer Erholung des privaten Konsums, obwohl infolge von steigenden Lohneinkommen und hohen Beschäftigungszahlen die Kaufkraft wieder zugenommen hat. Insgesamt schrumpfte die deutsche Wirtschaftsleistung vor allem aufgrund der schwachen Auslandsnachfrage, gestiegener Finanzierungskosten und demzufolge gedämpfter Investitionen. 3
1 Vgl. hierzu und im Folgenden: Institut
für Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturberichte, Nr. 109
(2023 / Q4)
Branchenlage der deutschen Hotellerie im Jahr 2023Das Geschäftsjahr 2023 war für die deutsche Hotellerie von einer Erholungsdynamik geprägt. Gemessen an den Übernachtungszahlen hat die Branche in Deutschland im Jahr 2023 die Corona-Krise zwar noch nicht ganz hinter sich gelassen, verzeichnete aber einen spürbaren Anstieg in den Übernachtungszahlen. 4 Über das gesamte Jahr 2023 notierten die Beherbergungsbetriebe einen Anstieg der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr von 8,1 % und erreichten damit nahezu das Vorkrisenniveau von 2019 (-1,7 %). Die Anzahl der Übernachtungen stieg merklich an und lag insbesondere in den Sommermonaten nicht nur deutlich über den Übernachtungszahlen von 2022, sondern erreichte beinahe das Vor-Corona Niveau aus dem Jahr 2019 (-0,2 %). Einzelne Sommermonate erreichten sogar neue Rekordwerte (im Mai +5,5 % und im September +3,6 % gegenüber den Vergleichsmonaten 2019). Insgesamt hat sich insbesondere der Sommertourismus von der Pandemie nahezu erholt und zeigte sich auch gegenüber einer schwächelnden Gesamtwirtschaft robust.
Die durchschnittliche Belegungsrate stieg von 54,9 % im Jahr 2022 auf 60,2 % im Jahr 2023. 5 Dabei profitierte der deutsche Hotelmarkt im Jahr 2023 insbesondere von der hohen Anzahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland, die im Jahr 2023 wieder das Vor-Corona Niveau erreicht hat. Die Anzahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland liegt weiterhin deutlich darunter und spiegelt das herausfordernde Marktumfeld im internationalen Tourismus wider. Trotz der Erholungsdynamik, die mit steigenden Umsätzen einhergeht, belasten die steigenden Kosten für Energie und Lebensmittel die Geschäftserwartungen im deutschen Gastgewerbe. 6 Das Marktumfeld auf dem Hotelinvestmentmarkt war im vergangenen Jahr durch die Unsicherheit der Investoren aufgrund der deutlich gestiegenen Finanzierungskosten getrieben. Infolgedessen reduzierte sich das Investmentvolumen im Vorjahresvergleich um fast ein Drittel (29 %). Zum Jahresende hat sich die Transaktionsdynamik jedoch wieder wesentlich beschleunigt und verzeichnete wieder eine Zunahme. 7
4 Vgl. hierzu und im Folgenden: Statistisches
Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 053 vom 9. Februar 2024.
7 Vgl. hierzu: BNP Paribas Real Estate, At a
Glance Q4 2023: Hotel-Investmentmarkt Deutschland.
Finanzielle LeistungsindikatorenDie bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft, die für Zwecke der internen Steuerung verwendet werden, sind:
Im Geschäftsjahr 2023 wurden die finanziellen Leistungsindikatoren teilweise angepasst. Der Brutto-Durchschnittspreis wurde durch den Netto-Durchschnittspreis ersetzt. Daraus resultierte auch eine Änderung in der Berechnung des RevPAR. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, wie die Kundenzufriedenheit auf Ebene der einzelnen Hotels, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle und werden entsprechend beobachtet, aber nicht zur internen Steuerung des Gesamtunternehmens genutzt. Geschäftsverlauf der AIG im Jahr 2023Die operative Entwicklung der AIG war analog zum allgemeinen Marktgeschehen in der Hotellerie im Jahr 2023 von einer Erholungsdynamik geprägt. Dies spiegelte sich insbesondere in dem Anstieg der Nachfrage sowie der durchschnittlichen Zimmerpreise wider. Während in den Sommermonaten insbesondere der Ferientourismus sowie Städtereisen für die starke Nachfrageentwicklung verantwortlich waren, konnte im Zuge des gut gefüllten Messe- und Veranstaltungskalenders 2023 auch wieder eine zunehmende Nachfrage bei Geschäftsreisen festgestellt werden. Zugleich stand auch im Jahr 2023 das Kostenmonitoring im Fokus, nachdem es vor allem aufgrund des gesamtwirtschaftlichen Marktumfelds zu stark gestiegenen Kosten, insbesondere für Energie, Lebensmittel und Personal kam. Dennoch konnte die AIG ihr operatives Ergebnis spürbar verbessern und zum Jahresende erneut ein positives Jahresergebnis vor Ergebnisabführung erzielen und die prognostizierte Entwicklung übertreffen. Veränderung des Hotelparks der AIG im Jahr 2023Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 hat das Mercure Hotel & Residenz Frankfurt Messe mit Ablauf des Mietvertrages das Netzwerk der AIG verlassen. Mit Ablauf des jeweiligen Mietvertrages haben das Novotel Suites Hamburg City, das ibis Hamburg Airport sowie das ibis Berlin Ostbahnhof im Laufe des Geschäftsjahres 2023 das Netzwerk der AIG verlassen. Im Zuge von abgeschlossenen Veräußerungsvereinbarungen im Rahmen einer Transaktion haben das ibis Duisburg Hauptbahnhof und das ibis Frankfurt City Messe im Geschäftsjahr 2023 das Netzwerk der AIG verlassen. Im Rahmen einer abgeschlossenen Aufhebungsvereinbarung hat das ibis Berlin City West im Geschäftsjahr 2023 das Netzwerk der AIG verlassen. Aufgeteilt nach Marken und nach Betriebsarten ergibt sich folgende Zusammensetzung des Hotelparks zum 31. Dezember 2023:
Damit besteht der Hotelpark zum 31. Dezember 2023 aus 151 Hotels, von denen 58 % mit variablen und 42 % mit fixen Pachtverträgen betrieben werden. 60 Hotels befinden sich dabei im Eigentum verbundener Unternehmen. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und ErtragslageErtragslageDie Aufwands- und Ertragssituation der Gesellschaft stellt sich im Vergleich zum Vorjahr für die wesentlichen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt dar:
Die allgemeine Erholungsdynamik in der Hotellerie im Geschäftsjahr 2023 hat auch bei der AIG zu einer erhöhten Nachfrage und damit zu gestiegenen Umsätzen und Netto-Durchschnittspreisen und infolgedessen zu einer positiven Entwicklung des operativen Geschäfts geführt. Die im Vorjahr prognostizierten finanziellen Leistungsindikatoren wurden im Geschäftsjahr 2023 erreicht bzw. übertroffen. Die Umsatzerlöse der AIG sind im vergangenen Geschäftsjahr um Mio. EUR 89,7 auf Mio. EUR 660,6 gestiegen. Damit liegt die AIG mit einem Umsatzwachstum von 15,7 % - wie auch im Vorjahr - über der durchschnittlichen nominalen Umsatzsteigerung der deutschen Hotellerie (+10,8 %). 8 Die Umsatzprognose von rund Mio. EUR 650 wurde mit einem erzielten Umsatz von Mio. EUR 660,6 übertroffen.
8 Vgl. hierzu: Statistisches Bundesamt,
Pressemitteilung Nr. 64 vom 20. Februar 2024.
Die positive Umsatzentwicklung ist dabei sowohl auf die positive Entwicklung der durchschnittliche Belegungsrate als auch auf die des Netto-Durchschnittspreises zurückzuführen. Die durchschnittliche Belegungsrate der AIG stieg im vergangenen Geschäftsjahr deutlich um 6,9 Prozentpunkte auf 65,6 % und konnte die prognostizierte Belegungsrate von über 60 % übertreffen. Ursächlich hierfür waren nach einem schwachen ersten Quartal der Ferientourismus in den Sommermonaten sowie Städtereisen, aber auch Geschäftsreisen, die im Zuge des gut gefüllten Messe- und Veranstaltungskalender 2023 ab dem zweiten Quartal gestiegen sind. Insgesamt liegt die durchschnittliche Belegungsrate aber leicht unter dem Niveau von 2019. Infolge der verstärkten Nachfrage und der teilweisen Weitergabe der inflationsbedingt gestiegenen Kosten ist der Netto-Durchschnittspreis der AIG in 2023 um EUR 10,0 auf einen Wert von EUR 104,6 gestiegen. Der RevPAR der AIG konnte demnach sowie vor dem Hintergrund der gestiegenen Belegungsraten im Jahr 2023 um EUR 13,1 auf EUR 68,6 gesteigert werden. Mit einem Netto-Durchschnittspreis von EUR 104,6 für das Jahr 2023 wurde der prognostizierte Anstieg erreicht und liegt über dem Niveau von 2019. Der mit einer Bandbreite von EUR 65 bis EUR 70 prognostizierte RevPAR konnte mit EUR 68,6 ebenfalls erreicht werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um Mio. EUR 47,0 auf Mio. EUR 76,2 gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Bewilligung der im Geschäftsjahr 2021 beantragten Überbrückungshilfe III im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Höhe der maximalen Fördersumme von Mio. EUR 52,0. Davon wurde aus Vorsichtsgründen im Geschäftsjahr 2021 nur ein Betrag in Höhe von Mio. EUR 12,0 als Forderung bzw. Ertrag ausgewiesen, der als quasi-sicher eingestuft wurde. Nach Auszahlung der gesamten Fördersumme aus der Überbrückungshilfe III im Juni 2023, sind daher die verbleibenden Mio. EUR 40,0 in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses 2023 wurde die Schlussabrechnung noch nicht durchgeführt. Der Materialaufwand hat sich um 19,5 % auf Mio. EUR 143,9 erhöht. Dieser Anstieg resultiert zum einen aus der sich fortsetzenden Erholung des operativen Geschäfts nach der Corona-Pandemie sowie zum anderen aus den inflationsbedingt gestiegenen Aufwendungen für bezogenen Leistungen, wie Fremd- und Wäschereinigung sowie Versorgungsaufwendungen für Energie. Der Personalaufwand hat sich im vergangenen Geschäftsjahr um 10,4 % auf Mio. EUR 156,3 erhöht. Ursächlich für diese Entwicklung ist neben den Gehaltssteigerungen der Anstieg der Anzahl der Mitarbeitenden im Jahr 2023. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um Mio. EUR 46,6 auf Mio. EUR 367,1 erhöht. Die Verwaltungsaufwendungen sind dabei um rund Mio. EUR 12,9 auf Mio. EUR 87,8 gestiegen. Der Anstieg, der in einer weiteren Normalisierung der operativen Tätigkeit der AIG begründet ist, hat insbesondere zu höheren Verwaltungsaufwendungen im Bereich der Kommissionen für Reisebuchungen und Kreditkarten geführt. Die weitere Normalisierung der operativen Tätigkeit und die damit einhergehenden gestiegenen Umsätze sind ebenfalls der wesentliche Treiber für den Anstieg der Umsatz-, Lizenz- und Managementgebühren um Mio. EUR 9,1 auf Mio. EUR 69,5 sowie der Aufwendungen für Miete und Leasing um Mio. EUR 7,7 auf Mio. EUR 153,4. Die Erhaltungsaufwendungen sind um Mio. EUR 14,1 auf Mio. EUR 41,5 angestiegen. Dies ist zum einen auf im Geschäftsjahr 2023 durchgeführte umfassende Renovierungsmaßnahmen zurückzuführen und zum anderen auf Wiederherstellungskosten für mehrere Hotelbetriebe, die im Laufe des Geschäftsjahres 2023 aus dem Hotelportfolio der AIG ausgeschieden sind. Insgesamt ist der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen zudem durch die erhöhten Kosten aufgrund der Inflation zurückzuführen. Das Finanzergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr um Mio. EUR 11,8 auf Mio. EUR 20,2 erhöht. Ursächlich für den Anstieg sind vor allem deutlich höhere Beteiligungserträge von den Tochtergesellschaften HotelInvest GmbH & Co. KG und der Hotel Hannover City Objekt GmbH & Co. KG. Des Weiteren ergaben sich auch höhere Zinserträge aus der Verzinsung von Cash-Pooling Forderungen gegen verbundene Unternehmen, insbesondere gegen die mittelbare Gesellschafterin AccorInvest Group S.A., aufgrund der im Geschäftsjahr 2023 um Mio. EUR 73,9 gestiegenen Cash-Pooling Forderung und aufgrund des weiterhin gestiegenen Zinsniveaus. Aufgrund der bestehenden Organschaft zwischen der AIG und der HotelInvest Holding GmbH fallen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag nur noch auf der Ebene der HotelInvest Holding GmbH an. Das Ergebnis nach Steuern hat sich im Vergleich zum Vorjahr um Mio. EUR 65,6 verbessert und beträgt zum 31. Dezember 2023 Mio. EUR 77,0. Aus sonstigen Steuern ergab sich ein Aufwand in Höhe von insgesamt Mio. EUR 1,4, der im Wesentlichen Grundsteuern betrifft. Das Ergebnis vor Ergebnisabführung betrug Mio. EUR 75,6 nach Mio. EUR 9,9 im Vorjahr. Damit hat die AIG das prognostizierte Ergebnis übertroffen. Der Anstieg des Ergebnisses in Höhe von Mio. EUR 65,7 ist neben der Verbesserung der operativen Geschäftstätigkeit unter anderem auf die Erträge aus der Überbrückungshilfe III im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Höhe von Mio. EUR 40,0 zurückzuführen. Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages zwischen der AIG und der HotelInvest Holding GmbH ist die AIG verpflichtet, den handelsrechtlichen Gewinn in Höhe von Mio. EUR 75,6 vollständig an die HotelInvest Holding GmbH abzuführen. Vermögens- und FinanzlageDie untenstehende Darstellung zeigt die Entwicklung der Bilanzstruktur der Gesellschaft im Vergleich zu den Vorjahren. 9
Die Investitionen in das Sachanlagevermögen beliefen sich insgesamt auf Mio. EUR 11,7. Bei den Zugängen zu den Sachanlagen handelt es sich insbesondere um Großrenovierungen und Anschaffungen in den bestehenden Hotels. Diesen Zugängen standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von Mio. EUR 12,7 gegenüber. Aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme hat sich die Sachanlagenquote 10 im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 %-Punkte auf 7,1 % (8,4 % im Vorjahr) verringert. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind im vergangenen Geschäftsjahr um Mio. EUR 70,3 auf Mio. EUR 203,7 gestiegen, im Wesentlichen aufgrund der im Geschäftsjahr 2023 um Mio. EUR 73,9 gestiegenen Cash-Pooling Forderung gegenüber der AccorInvest Group S.A. Zum Bilanzstichtag bestehen Forderungen aus Cash-Pooling gegenüber der AccorInvest Group S.A. in Höhe von Mio. EUR 168,5 (Vorjahr: Mio. EUR 94,6). Unter Berücksichtigung der Summe aus Kassenbeständen sowie Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von Mio. EUR 3,0 (Vorjahr: Mio. EUR 2,8) betragen die liquiden Mittel der Gesellschaft (einschließlich der Forderungen aus Cash-Pooling) zum Bilanzstichtag Mio. EUR 171,5 gegenüber Mio. EUR 97,4 im Vorjahr. Der Anstieg der liquiden Mittel steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Bewilligung und Auszahlung der staatlichen Überbrückungshilfen III und IV, ist aber auch auf eine weitere Erholung des operativen Geschäfts nach der Corona-Pandemie zurückzuführen. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind im vergangenen Geschäftsjahr um Mio. EUR 7,8 auf Mio. EUR 20,2 gesunken. Aufgrund der Bewilligung und Auszahlung der staatlichen Überbrückungshilfen III und IV sind die Forderungen um Mio. EUR 14,5 zurückgegangen. Ein weiterer Rückgang resultiert aus der Verminderung der Umsatzsteuerguthaben in Höhe von Mio. EUR 3,2. Einen gegenläufigen Effekt haben im Wesentlichen der Anstieg der Forderungen um Mio. EUR 4,5 gegen ein Versorgungsunternehmen aufgrund zu hoher geleisteter Stromvorauszahlungen sowie der Anstieg der Forderungen um Mio. EUR 3,2 aus Pachtverträgen. Zum 31. Dezember 2023 beläuft sich die Eigenkapitalquote auf 51,4 % gegenüber 58,4 % zum Vorjahresstichtag. Die Verminderung resultiert dabei ausschließlich aus der höheren Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund der steuerlichen Organschaft werden auf Ebene der AIG keine Steuerrückstellungen gebildet. Die sonstigen Rückstellungen haben sich im vergangenen Geschäftsjahr nur geringfügig um Mio. EUR 2,7 auf Mio. EUR 66,9 erhöht. Während sich die Rückstellungen für Personalverpflichtungen um Mio. EUR 3,1 und die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Pachtverträgen um Mio. EUR 2,4 vermindert haben, haben sich die übrigen Rückstellungen um Mio. EUR 8,2 erhöht. Dieser Anstieg betrifft die Rückstellungen für Umsatz-, Lizenz- und Managementgebühren (+ Mio. EUR 3,3), die Rückstellungen für Wiederherstellungskosten für Hotels, die das Hotelportfolio der AIG verlassen haben (+ Mio. EUR 1,7), sowie die Rückstellungen für Wartung und Instandhaltung (+ Mio. EUR 1,6). Die Verbindlichkeiten sind im vergangenen Geschäftsjahr um Mio. EUR 59,0 auf Mio. EUR 170,0 gestiegen. Ursächlich hierfür ist vorwiegend die Erhöhung der Verbindlichkeit gegenüber der Muttergesellschaft HotelInvest Holding GmbH, die vor allem aufgrund der Abführung des handelsrechtlichen Jahresergebnisses der AIG für das Geschäftsjahr 2023 um Mio. EUR 65,6 auf Mio. EUR 73,3 gestiegen ist. Gegenläufig hat sich insbesondere der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Mio. EUR 9,7 auf Mio. EUR 31,2 ausgewirkt.
9 Das Umlaufvermögen ist inklusive der
aktiven Rechnungsabgrenzungsposten und dem aktiven
Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
dargestellt. Die Verbindlichkeiten sind inklusive der
Rückstellungen und der passiven
Rechnungsabgrenzungsposten dargestellt.
Erklärung zur UnternehmensführungGeschlechterquote und Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in FührungspositionenAm 1. Mai 2015 ist das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" in Kraft getreten. In diesem Zusammenhang hat der Aufsichtsrat der AIG im Jahr 2023 die Beibehaltung des im Jahr 2015 beschlossenen und aktuell bestehenden Frauenanteils von 33,3 % im Aufsichtsrat bis zum 31. Dezember 2025 festgelegt. Zum 31. Dezember 2023 sind in dem aus insgesamt zwölf Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat vier Frauen vertreten. Damit wurde die gesetzliche Mindestquote von 30 % auch im Geschäftsjahr 2023 erneut erfüllt. Hinsichtlich der Geschäftsführung (Führungsebene I) wurde seitens des Aufsichtsrats im Jahr 2023 eine Zielgröße von 0 % bis zum 31. Dezember 2025 festgestellt. Nach der im Juli 2023 vollzogenen, erfolgreichen Besetzung eines Vorsitzenden der Geschäftsführung ist die Neustrukturierung der Geschäftsführung zunächst abgeschlossen. Aufgrund bestehender Vertragslaufzeiten der aktuellen Geschäftsführeranstellungsverträge sind kurzfristig keine personellen Änderungen zu erwarten. Darüber hinaus ist auch keine Vergrößerung der aus drei Personen bestehenden Geschäftsführung der Gesellschaft geplant. Gleichwohl wird die Gesellschaft, wie in der Vergangenheit bereits geschehen, auch künftig einer Besetzung von Geschäftsführerpositionen mit Frauen offen und positiv gegenüberstehen. Ob und wann sich dies umsetzen lässt, ist nach aktuellem Stand noch nicht abzusehen. Für die Führungsebene II setzte sich die Geschäftsführung im Jahr 2023 bis zum 31. Dezember 2025 eine Zielgröße von mindestens 50 % Frauenanteil. Die Führungsebene II umfasst alle Führungskräfte der AIG direkt unterhalb der Geschäftsführung, dem sogenannten "Executive-Kreis" und den Abteilungsdirektoren*innen. Mit einem Frauenanteil von 66,7 % zum 31. Dezember 2023 wurde die Zielgröße im Geschäftsjahr 2023 deutlich übertroffen. Für die Führungsebene III setzte sich die Geschäftsführung im Jahr 2023 bis zum 31. Dezember 2025 ebenfalls ein Frauenanteil von mindestens 50 % als Zielgröße. Die Führungsebene III umfasst alle Führungskräfte der AIG, die an Führungskräfte mit einer direkten Berichtslinie zur Geschäftsführung der AIG oder den Executive-Kreis berichten. Dieses Ziel konnte im Geschäftsjahr 2023 mit einem Frauenanteil von 38,9 % nicht erreicht werden. Die AIG verfolgt hier ein freiwilliges Ziel und engagiert sich als globales Unternehmen künftig für noch mehr Ausgewogenheit. Für die Hoteldirektionen hat die Geschäftsführung im Jahr 2023 eine Zielgröße von 40 % bis zum 31. Dezember 2025 festgelegt. Mit einem Frauenanteil von 39,3 % wurde die Zielsetzung bei den Hoteldirektionen im Jahr 2023 knapp verfehlt. Internes Kontrollsystem und RisikomanagementDie AIG ist im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Das Management von Risiken aus dem operativen Geschäft liegt dabei in erster Linie bei der Geschäftsführung der Gesellschaft. Zur Erfassung, Analyse und Bewertung von Risiken hat die Geschäftsführung daher ein detailliertes Risikomanagementsystem eingerichtet. Kernziel des Risikomanagements ist die rechtzeitige Erkennung von bestandsgefährdenden Risiken oder solchen Risiken, die wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens haben könnten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Geschäftsführung über wesentliche Risiken zeitnah informiert wird und entsprechende Maßnahmen einleitet. Darüber hinaus wird der Aufsichtsrat im Rahmen einer gesonderten Risikoberichterstattung durch die Geschäftsführung über wesentliche Risiken in Kenntnis gesetzt. Die Geschäftsführung wird regelmäßig im Rahmen eines Risk Reportings durch den Risk Manager über die laufenden Risiken informiert. Die zugrunde liegenden Richtlinien werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst. Das Risikomanagementsystem wird daneben durch ein konzernweites Reporting- und Controlling-System unterstützt, mit dem Informationen zur Risikoerfassung und -analyse gesammelt werden. Mit Hilfe des durch die ACCOR S.A. zur Verfügung gestellten Internal-Control-Systems, bestehend aus Prozessprüfungen und Selbsteinschätzungsverfahren für Hotels, kommt die ACCOR S.A. ihrer aus den Hotel-Management-Verträgen resultierenden Verpflichtung zur Einrichtung einer für die Größe, Komplexität und Struktur der Gesellschaft angemessenen internen Revision nach. Risiko- und ChancenberichtDie AIG ist im Rahmen ihres Geschäftsmodells verschiedenen Risiken ausgesetzt, die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation der AIG haben. Nachfolgend werden die wesentlichen Chancen und Risiken erläutert. Strategische Risiken und ChancenGesamtwirtschaftliche Risiken und ChancenIm Vergleich zum Vorjahr haben sich die Unsicherheiten in Bezug auf die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen für den Geschäftsverlauf der AIG sowie für die deutsche Wirtschaft nicht wesentlich verändert. Nach dem Abklingen der Corona-Pandemie im vorausgegangenen Jahr 2022 war das Geschäftsjahr 2023 neben den weiterhin bestehenden wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges insbesondere von dem gesamtwirtschaftlichen Marktumfeld geprägt. Weltweit sind die wirtschaftlichen Konsequenzen spürbar und haben die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Zwar verlangsamte sich die Inflationsdynamik, jedoch reduzierte sich gleichzeitig das Wirtschaftswachstum. Dies hatte auch spürbare Auswirkungen auf den privaten Konsum, der in den letzten Jahren ein wesentlicher Treiber der Konjunktur war. Um die finanzielle Belastung der Haushalte zu kompensieren, hat die deutsche Bundesregierung Entlastungsmaßnahmen, wie die Energiepreisbremse und die Inflationsausgleichsprämie initiiert. Sollten sich die ergriffenen staatlichen Maßnahmen, die Lohnsteigerungen sowie die sinkende Teuerungsrate nicht positiv auf den privaten Konsum auswirken, besteht das Risiko, dass sich das Reiseverhalten insbesondere im touristischen Bereich abschwächt. Das anhaltend hohe Zinsniveau der Zentralbanken zur Eindämmung der Teuerungsraten belastet die Investitionsbereitschaft der Unternehmen, erschwert die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten und bremst so die wirtschaftliche Erholung weiter aus. Die hohe Unsicherheit in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung und eine damit verbundene zurückhaltende Erwartungshaltung könnte bei den Unternehmen zu Einsparungsmaßnahmen führen, die wiederum restriktivere Reiserichtlinien und damit niedrigeren Geschäftsreiseverkehr nach sich ziehen könnten. Dies könnte negative Auswirkungen auf das erwartete Ergebnis vor Ergebnisabführung der AIG im Geschäftsjahr 2024 zur Folge haben. Neben den Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung haben sich allerdings auch Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle ergeben. Als eines der größten strukturellen Potenziale für die Zukunft ist die Digitalisierung in den Vordergrund gerückt. Es wurde eine Vielzahl von Investitionen in den Ausbau und die Verbesserung der digitalen Möglichkeiten, wie beispielsweise Cloud-basierte Lösungen für den Personalbereich und das Front-Office getätigt. Die Chancen, die sich aus den veränderten Rahmenbedingungen ergeben, können dabei in der Zukunft zu einem deutlich positiven Wachstumsimpuls der Wirtschaft beitragen. Risiken und Chancen in Bezug auf Markt und WettbewerbFür die AIG könnte sich der Wettbewerbsdruck spürbar erhöhen. Die steigenden Preise insbesondere für Energie und Fremdleistungen führen zu steigenden Übernachtungspreisen, allerdings stehen diesem Anstieg ausreichend Übernachtungskapazitäten, insbesondere in den deutschen Großstädten gegenüber, so dass über die Preise der Zimmer ein Wettbewerb um die Nachfrage nach Übernachtungen eintreten könnte. Daneben könnte der verlangsamte private Konsum sowie der zunehmende Kostendruck bei Unternehmen zu einer weiteren Reduktion der Nachfrage bei zunehmendem Druck auf die Preise für Übernachtungen führen. Die allgemein angespannte Finanzsituation der Hotellerie infolge der Corona-Pandemie sowie der zunehmende Kostendruck aufgrund der hohen Inflation führen insbesondere bei kleineren Betrieben zu einem steigenden Insolvenzrisiko sowie einer zunehmenden Marktkonsolidierung. Mit ihrem bestehenden Hotelportfolio deckt die AIG allerdings alle Marktsegmente von Luxus bis Economy ab und erwartet, aufgrund der breiten Diversifizierung die Konsequenzen eines möglichen Preis-Wettbewerbs besser als andere Marktteilnehmer kompensieren zu können. Darüber hinaus bietet die variable Kostenstruktur insbesondere bei den Hotels im Economy Segment die Möglichkeit, Umsatzeinbußen durch Einsparungen bei variablen Kosten auszugleichen. Mit Hilfe von vermehrten Loyalty-Angeboten sowie flexiblen Buchungsbedingungen kann die Marktpräsenz weiter ausgebaut werden und Marktanteile können gewonnen werden. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Risiko nach unserer Einschätzung im Wesentlichen unverändert auf einem moderaten Niveau. Insgesamt haben sich die strategischen Risiken für das operative Geschäftsmodell der AIG nach der Einschätzung der Geschäftsführung im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Operative Risiken und ChancenPersonalrisikenDas Risiko des Verlustes von Fachkräften und dem damit verbundenen Fachwissen ist für den operativen Ablauf sowohl in der Verwaltung als auch in den Hotels von hoher Bedeutung. Zusätzlich besteht das Risiko, dass sich der bereits bestehende Mangel an Fachkräften in der Hotelbranche nicht verbessert und die Hoteliers vor zusätzliche Personalrisiken stellt. Risiken aus InvestitionsprojektenZur Steigerung der Außenwahrnehmung bei den Kunden führt die AIG regelmäßig Investitions- und Renovierungsprojekte in den von ihr betriebenen Hotels durch. Risiken in diesem Zusammenhang liegen insbesondere in Verzögerungen bzw. Streichungen solcher Projekte oder in Preissteigerungen. Risiken der gewöhnlichen GeschäftstätigkeitFür erkennbare Risiken aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sind ausreichende Rückstellungen gebildet sowie andere geeignete Gegenmaßnahmen durchgeführt worden. Jedoch können Risiken niemals vollständig ausgeschlossen werden. Ausfallrisiken im Forderungsbereich werden durch Wertberichtigungen Rechnung getragen. Innerhalb der operativen Risiken wird das Risiko des Fachkräftemangels als moderat bis bedeutend, die Risiken aus Investitionsprojekten als gering und die Risiken der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als gering bis moderat eingestuft. Insgesamt haben sich die Risiken in diesen Bereichen nach unserer Einschätzung im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Finanzwirtschaftliche Risiken und ChancenLiquiditätsrisikoDas Liquiditätsrisiko sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden durch konzernweite Finanzplanungsinstrumente und Cash-Pooling abgesichert. Die AIG verfügt zum 31. Dezember 2023 über nicht ausgeschöpfte Kreditzusagen 11 eines Kreditinstituts in Höhe von Mio. EUR 3,0. Die Kreditlinie wurde im Geschäftsjahr 2023 nicht erhöht. Darüber hinaus ist die AIG in das konzernweite Cash-Pooling der Muttergesellschaft AccorInvest Group S.A. eingebunden und partizipiert an den auf Ebene der AccorInvest Group S.A. zur Verfügung stehenden Finanzierungen. Im Zusammenhang mit der bestehenden Cash-Pooling-Vereinbarung erfolgten ein monatlicher Forecast sowie ein tägliches Monitoring des Liquiditätsbedarfs. Zum 31. Dezember 2023 hat die AIG eine Forderung aus dem Cash-Pooling mit der AccorInvest Group S.A. über Mio. EUR 168,5. Der Anstieg der liquiden Mittel (einschließlich Forderungen aus Cash-Pooling) im Geschäftsjahr 2023 steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Bewilligung und Auszahlung der staatlichen Überbrückungshilfen III und IV, ist aber auch auf eine weitere Erholung des operativen Geschäfts nach der Corona-Pandemie zurückzuführen. Die von der AIG während der Corona-Pandemie in Anspruch genommenen staatlichen Unterstützungsprogramme November- und Dezemberhilfe, Überbrückungshilfe III und IV wurden in den Geschäftsjahren 2021/2023 bewilligt und ausbezahlt. Die Bewilligung und Ausbezahlung erfolgten unter Vorbehalt der Schlussabrechnung. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses 2023 wurde die Schlussabrechnung noch nicht durchgeführt. Vor diesem Hintergrund besteht ein, wenngleich von Seiten der Geschäftsführung der AIG als gering erachtetes, Risiko, dass ein Teil der bereits ausgezahlten Unterstützungsprogramme zurückzuzahlen sein könnte. Die Liquidität der Gesellschaft ist auf Grundlage der aktuellen Planannahmen und -rechnungen und auf Basis der Aufrechterhaltung der Cash-Pooling Vereinbarungen für die Dauer von mindestens zwölf Monaten ab der Aufstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 als gesichert anzusehen. Die Geschäftsführung erwartet für das Geschäftsjahr 2024 eine weiterhin positive Entwicklung für Umsatz und Ergebnis (siehe auch Abschnitt "Ausblick der AIG auf das Jahr 2024") und entsprechend auch für die Liquidität. WährungsrisikoWährungsrisiken sind wegen der überwiegenden Rechnungsstellung in Euro von untergeordneter Bedeutung. Die Gesellschaft bedient sich keiner derivativen Finanzinstrumente. Von den beschriebenen finanzwirtschaftlichen Zielen wird das Liquiditätsrisiko als moderat eingestuft, während die Währungsrisiken als gering erachtet werden. PrognoseberichtWirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2024Die Prognosen für die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Jahr 2024 sind mit hohen Unsicherheiten behaftet. Eine konjunkturelle Belebung zeichnet sich trotz erwarteter rückläufiger Inflation sowie Zinssenkungen der Geldpolitik noch nicht ab. Zudem sind weiterhin die militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine sowie in Israel/Gaza, die damit verbundenen ökonomischen Auswirkungen sowie die künftige Inflationsdynamik und die damit einhergehenden Maßnahmen der Zentralbanken bestimmend für die Prognosen der Wirtschaftsinstitute weltweit. Das Institut für Weltwirtschaft erwartet für das Jahr 2024 lediglich ein Wachstum von 2,9 % für die Weltwirtschaft. 12 Für die deutsche Konjunktur wird erwartet, dass die Wirtschaftsleistung in etwa auf dem Niveau des Jahres 2023 stagnieren wird (+0,2 %). 13 Das weiterhin hohe Inflationsniveau sowie die hohen Finanzierungskosten werden insbesondere in der ersten Jahreshälfte nicht zur Belebung für den privaten Konsum und die Industrie beitragen. Für die zweite Jahreshälfte erwarten die Wirtschaftsinstitute, dass die Inflationsraten auch vor dem Hintergrund der Entscheidungen der Geldpolitik sinken und steigende Löhne wieder zu einem Reallohnplus führen werden und damit die Binnenkonjunktur gestützt werden wird. 14
12 Vgl. hierzu: Institut für
Weltwirtschaft, Kieler Konjunkturbericht Welt, Nr. 109
(2023/ Q4).
Erwartungen der HotelbrancheDas Jahr 2023 war für die Hoteliers in Deutschland im Vergleich zu den Jahren in der Corona-Pandemie von einer Erholungsdynamik geprägt. Zugleich haben die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen auch in der Hotelbranche zu sehr deutlich gestiegenen Kosten, insbesondere in den Bereichen Energie und Personal geführt und belasten die bereits durch die Corona-Pandemie angespannte Ertrags- und Liquiditätslage der Hotelbranche weiterhin stark. Nach den herausfordernden Corona-Jahren ist die wirtschaftliche Lage weiterhin stark angespannt. 15 Die Aussichten für den deutschen Hotel-Investmentmarkt dürften im Verlauf des Jahres 2024 positiv werden. Die operative Geschäftstätigkeit könnte von verschiedenen Seiten unterstützt werden. Zum einen, gibt es Signale für eine langsame Erholung der deutschen Wirtschaft, und zum anderen dürfte die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land zu einer steigenden Zahl von Tourismus- und Geschäftsreisen beitragen. Zudem gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass der Höhepunkt des Zinszyklus der Zentralbanken in naher Zukunft erreicht werden könnte. Infolgedessen dürfte die Phase der Preisfindung auf dem Hotelmarkt größtenteils abgeschlossen sein, und im Gefolge eines verbesserten Finanzierungsumfelds dürfte auch das Transaktionsgeschehen wieder an Fahrt gewinnen. 16
15 Vgl. hierzu: Dehoga, Pressemitteilung PM
24/04 vom 20. Februar 2024.
16 Vgl. hierzu: BNP Paribas Real Estate, At a
Glance Q4 2023: Hotel-Investmentmarkt Deutschland.
Ausblick der AIG auf das Jahr 2024Die konjunkturellen Aussichten bilden die wesentliche Grundlage für den Ausblick der Geschäftsführung der AIG auf die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft im Jahr 2024. Die Erwartungen der Hotelbranche insgesamt werden hierbei auf die konkreten Strukturen der AIG unter Berücksichtigung der gesetzten Ziele und festgelegten Strategien angepasst. Nach der allgemeinen Erholungsdynamik konnte die AIG eine positive Nachfrageentwicklung sowohl bei den Geschäftsgästen als auch insbesondere bei den touristischen Übernachtungen in 2023 beobachten. Vor dem Hintergrund der optimistischen Aussichten der gesamten Tourismusbranche für das Reiseaufkommen im Jahr 2024 sowie der Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land und dem sehr gut gefüllten Messe- und Veranstaltungskalender, ist die Geschäftsführung der AIG zuversichtlich, dass die durchschnittliche Belegungsrate auf über 67 % weiter steigen wird. Zudem wird auch ein weiteres Ansteigen des Netto-Durchschnittspreises auf über EUR 108 erwartet. Neben der steigenden Nachfrage tragen auch die inflationsbedingt gestiegenen Preise in allen Bereichen zu diesem Anstieg bei. Der prognostizierte RevPAR liegt demnach zwischen EUR 70 und EUR 75 und übertrifft damit das Vor-Corona Niveau. Für die Umsatzerlöse prognostiziert die Geschäftsführung daher, dass diese sich weiter erhöhen und bei über Mio. EUR 680 liegen werden. Vor dem Hintergrund der inflationsbedingt bereits stark gestiegenen Kosten, insbesondere im Bereich der Beschaffung und Personal, und den Prognosen der Wirtschaftsinstitute, geht die Geschäftsführung der AIG davon aus, dass sich, trotz der vorsichtig optimistischen Umsatzprognose, das Jahresergebnis (vor Gewinnabführung) nicht im gleichen Maße wie die Umsatzerlöse verbessert, sondern auf einem vergleichbaren Niveau wie im Jahr 2023 erzielen lässt. Für das Jahr 2024 erwartet die Geschäftsführung ein positives Ergebnis (vor Gewinnabführung) in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe. Dabei ist zu beachten, dass im Geschäftsjahr 2023 in den sonstigen betrieblichen Erträgen staatliche Coronahilfen in Höhe von Mio. EUR 40,0 ausgewiesen sind, die im Geschäftsjahr 2024 nicht erneut zufließen. Der Geschäftsverlauf des ersten Quartals 2024 bestätigt die Erwartungen der Geschäftsführung. Unsicherheiten für die Prognose der Geschäftstätigkeit, von Umsatz, Ertrags- und Liquiditätslage resultieren insbesondere aus den dargestellten Risiken für die konjunkturelle Entwicklung sowie den unvorhersehbaren Auswirkungen der geopolitischen Krisen auf das Reiseverhalten der Kunden und den Auswirkungen auf den deutschen Hotelmarkt. Um den Risiken aus der konjunkturellen Entwicklung vorzubeugen, hat die Geschäftsführung der AIG eine Vielzahl an Maßnahmen getroffen, wie beispielsweise Einsparungen im Energiebereich oder Optimierungen im Hotelparkportfolio, insbesondere um die Risiken aus ansteigenden Kosten zu minimieren. Für die Entwicklung der operativen Geschäftstätigkeit im Jahr 2024 ist die Geschäftsführung der AIG vorsichtig optimistisch und sieht sich strategisch richtig aufgestellt.
München, den 10. Juni 2024 Die Geschäftsführung der AccorInvest Germany GmbH Mario von Hoesslin Tarik B'shary Michael Verhoff Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr 2023I Allgemeine Angaben zum JahresabschlussDie AccorInvest Germany GmbH, München, hat ihren Sitz in München und ist unter der Nummer HRB 181911 im Handelsregister des Amtsgerichts München eingetragen. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB. An der Gesellschaft ist die HotelInvest Holding GmbH, München, als Alleingesellschafterin beteiligt. Zwischen der HotelInvest Holding GmbH als herrschender Gesellschaft und der AIG als beherrschter Gesellschaft besteht seit dem Geschäftsjahr 2018 ein Ergebnisabführungsvertrag, der die Gewinn- und Verlustübernahme durch die herrschende Gesellschaft regelt. Der Vertrag wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes. II Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAktivaErworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare und außerplanmäßige Abschreibungen, aktiviert. Als betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer wird bei Lizenzrechten und Baukostenzuschüssen auf die zugrunde liegenden Vertragslaufzeiten abgestellt; Software wird über einen Zeitraum von drei Jahren abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung erfolgt zeitanteilig. Sachanlagen werden grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich linearer Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und, bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, abzüglich vorgenommener außerplanmäßiger Abschreibungen bilanziert. Die planmäßige Abschreibung erfolgt zeitanteilig. Bauten auf fremden Grundstücken werden über die zugrunde liegende Vertragslaufzeit abgeschrieben. Diese betragen aktuell bis zu 20 Jahre. Voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern der Betriebs- und Geschäftsausstattung liegen zwischen drei und elf Jahren. Der Ansatz der geleisteten Anzahlungen bzw. der Anlagen im Bau erfolgte zum Nominalwert der geleisteten Anzahlungen bzw. zu Anschaffungs- und Herstellungskosten. Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw., bei voraussichtlich dauernder Wertminderung, zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Bei Ausleihungen entsprechen die Anschaffungskosten dem Nominalbetrag. Die Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen sind mit dem von dem Versicherungsunternehmen versicherungsmathematisch ermittelten Deckungskapital bewertet. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren sind zu Anschaffungskosten einschließlich pauschal ermittelter Nebenkosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die flüssigen Mittel sind zu Anschaffungskosten bilanziert, die regelmäßig dem Nenn- bzw. Nominalbetrag entsprechen. Erkennbare Ausfallrisiken bei den Forderungen werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Fremdwährungsbeträge mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr sind zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei Restlaufzeiten über einem Jahr stellen die Anschaffungskosten die Obergrenze dar. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Die Posten der aktiven Rechnungsabgrenzung sind in der Höhe angesetzt, in der Ausgaben des Berichtsjahres nachfolgenden Geschäftsjahren als Aufwand zuzurechnen sind. PassivaDas Gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der Projected-Unit-Credit-Methode. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Der Bewertung lag ein Rechnungszinssatz von 1,83 % p.a. zugrunde, der sich aus dem durchschnittlichen Marktzins für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren bei Verwendung eines 10-Jahres-Durchschnittssatzes ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 1 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Der zugrunde gelegte Rententrend betrug 2,40 % p.a. und die zugrunde liegende Annahme zur Fluktuation und zur Gehaltssteigerung 0 % p.a., da es sich um ausgeschiedene Mitarbeiter handelt. Pensionsrückstellungen werden mit dem zugehörigen Deckungsvermögen (Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienen) saldiert in der Bilanz ausgewiesen. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Wert. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bemessung der Rückstellungen erfolgte nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrags. Die sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit fristadäquaten Zinssätzen abgezinst, die von der Deutschen Bundesbank gemäß RückAbzinsV bekannt gegeben worden sind. Für die Abzinsung der Rückstellungen betragen die Zinssätze zum Abschlussstichtag je nach Restlaufzeit 0,89 % p.a. bis 1,83 % p.a. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsbeträge mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr sind zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei Restlaufzeiten über einem Jahr wird das Realisationsprinzip beachtet. Angaben über die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten erfolgen im Verbindlichkeitenspiegel (vgl. III Nr. 10). Die Posten der passiven Rechnungsabgrenzung sind in der Höhe angesetzt, in der Einnahmen nachfolgenden Geschäftsjahren als Ertrag zuzuordnen sind. Latente SteuernAufgrund der bestehenden ertragsteuerlichen Organschaft zwischen der AIG und der HotelInvest Holding GmbH werden die sich aus bestehenden Differenzen zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Sonderposten, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, ergebenden Steuerentlastungen (aktive latente Steuern) und die sich ergebenden Steuerbelastungen (passive latente Steuern) auf Ebene der HotelInvest Holding GmbH (Organträger) gebildet. Verrechnung von Forderungen und VerbindlichkeitenForderungen und Verbindlichkeiten werden verrechnet, falls sie gegenüber demselben Geschäftspartner bestehen, die gleiche Laufzeit aufweisen und grundsätzlich aufrechenbar sind. Gewinn- und VerlustrechnungFür die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung haben wir das Gesamtkostenverfahren gewählt. UmsatzerlöseDer Umsatz wird realisiert, wenn die Leistung erbracht wurde. Öffentliche ZuschüsseIm Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wurden staatliche Unterstützungsprogramme in Anspruch genommen. Die daraus gewährten staatlichen Hilfen stellen öffentliche Aufwandszuschüsse dar, die grundsätzlich erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige betriebliche Erträge zu erfassen sind. Die im Rahmen der November- und Dezemberhilfe 2020 im Geschäftsjahr 2021 beantragte Förderung, die im Laufe des Geschäftsjahres 2021 bewilligt und ausgezahlt wurde, wurde bereits im Geschäftsjahr 2021 erfolgswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Ein im Rahmen der Überbrückungshilfe III im Geschäftsjahr 2021 beantragter Fixkostenzuschuss wurde im Laufe des Geschäftsjahres 2023 in voller Höhe bewilligt und ausgezahlt. Da ein Teilbetrag des Zuschusses bereits im Geschäftsjahr 2021 erfolgswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde, wird im Geschäftsjahr 2023 nur der diesen Teilbetrag übersteigende Betrag unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Ebenso wurde im Geschäftsjahr 2023 ein im Vorjahr im Rahmen der Überbrückungshilfe IV beantragter Fixkostenzuschuss bewilligt und ausgezahlt. Der Ertrag wurde bereits im Vorjahr unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Sämtliche im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gewährten staatlichen Hilfen stehen unter dem Vorbehalt der Schlussabrechnung. Erhaltene öffentliche Zuschüsse im Zusammenhang mit der sog. Dezemberhilfe 2022 im Rahmen der Gas- und Wärmepreisbremse bzw. im Zusammenhang mit der Gas- und Strompreisbremse werden ebenfalls erfolgswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wir verweisen hierzu zu unseren Ausführungen unter IV Nr. 2. Private ZuschüsseErhaltene Zuschüsse von Hoteleigentümern werden unter den Passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen und über die Nutzungsdauer der aktivierten Vermögensgegenstände erfolgswirksam aufgelöst. BeteiligungserträgeErträge aus Beteiligungen werden vereinnahmt, sobald ein entsprechender Gesellschafterbeschluss gefasst wird. Dieser erfolgt regelmäßig zusammen mit der Feststellung des Jahresabschlusses der auszuschüttenden Gesellschaft. III Bilanzerläuterungen1 AnlagevermögenDie Aufgliederung und die Entwicklung des Anlagevermögens ist im folgenden Anlagespiegel wiedergegeben:
SachanlagevermögenDie Zugänge zur Betriebs- und Geschäftsausstattung einschließlich Umbuchungen betrugen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 11.492 (Vorjahr: TEUR 7.073) und betreffen vorwiegend Anschaffungen und Großrenovierungen in bestehenden Hotels. Die planmäßigen Abschreibungen des Geschäftsjahres 2023 verringerten die Betriebs- und Geschäftsausstattung um TEUR 12.585 (Vorjahr: TEUR 14.426). Aufgrund von Veräußerungen von Hotelbetrieben bzw. der Beendigung von Pachtverträgen ging Betriebs- und Geschäftsausstattung mit Restbuchwerten in Höhe von TEUR 284 (Vorjahr: TEUR 498) ab. Im Geschäftsjahr 2023 wurden Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie kumulierte Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.158 von den Bauten auf fremden Grundstücken in die Betriebs- und Geschäftsausstattung vorgenommen. Die Beträge sind im Anlagenspiegel in den Umbuchungen enthalten. FinanzanlagevermögenDas Finanzanlagevermögen beinhaltet neben den Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 69.209 (Vorjahr: TEUR 69.209) im Wesentlichen Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 160.541 (Vorjahr: TEUR 160.541). Zur Aufstellung des Anteilsbesitzes vgl. V Nr. 5. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 95.446 ein von der AIG an die HotelInvest GmbH & Co. KG, München, gewährtes Verkäufer-Darlehen für den Erwerb mehrerer Hotelimmobilien. Dieses Darlehen hat eine Laufzeit bis Dezember 2024. Daneben sind in den Ausleihungen an verbundene Unternehmen gewährte Darlehen an die HIG Hotel Investor Projekt München Arnulfstrasse GmbH in Höhe von TEUR 34.000 sowie an die HIG Hotel Investor Projekt Berlin Wittenbergplatz GmbH in Höhe von TEUR 18.486 enthalten, die der Baufinanzierung der Hotelimmobilien dienen. Beide Darlehen haben eine Laufzeit bis Dezember 2026. Weitere Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 12.609 betreffen die HotelInvest Development Holding GmbH. Der Gesellschaft wurden einerseits die erforderlichen Mittel zum Erwerb eines Hotels der Marke ibis sowie des Grundstücks durch die Hotel Luebeck City Objekt GmbH & Co. KG in Höhe von TEUR 9.591, sowie die erforderlichen Mittel zum Erwerb eines Grundstücks und eines Hotels der Marke ibis budget durch die Hotel Regensburg Ost Objekt GmbH & Co. KG in Höhe von TEUR 3.018 gewährt. Beide Darlehen haben eine Laufzeit bis Dezember 2024. 2 VorräteDie Vorräte beinhalten mit TEUR 689 (Vorjahr: TEUR 635) Verbrauchs- und Betriebsmaterial und mit TEUR 1.780 (Vorjahr: TEUR 1.656) Restaurationsbestände und Handelswaren. 3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr sämtlich eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 156.623 (Vorjahr: TEUR 83.759) die mittelbare Gesellschafterin AccorInvest Group S.A., Luxemburg. Darin enthalten sind im Wesentlichen Forderungen aus der Cash-Pooling-Vereinbarung in Höhe von TEUR 168.543 (Vorjahr: TEUR 94.625) abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 12.762 (Vorjahr: TEUR 11.644). Im Rahmen des Erwerbs der AccorHotels Munich Investment S.à r.l. sowie deren Tochtergesellschaft HotelInvest Munich Hochstrasse GmbH & Co. KG wurden die bestehenden Gesellschafter- und Bankdarlehen durch die AIG abgelöst. Die Forderungen gegen die HotelInvest Munich Hochstrasse GmbH & Co. KG betragen zum Bilanzstichtag TEUR 23.472 (Vorjahr: TEUR 24.709) und setzen sich im Wesentlichen aus einem (formalrechtlich kurzfristig fälligen) Darlehen in Höhe von TEUR 34.184 und hiermit verrechneten in Anspruch genommenen Mitteln aus dem Cash-Pooling zusammen. Alle Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen insbesondere Forderungen aus Umsatzsteuerguthaben (TEUR 4.884; Vorjahr: TEUR 8.063), Forderungen aus Mieten (TEUR 4.591; Vorjahr: TEUR 1.408), Forderungen gegen ein Versorgungsunternehmen aufgrund zu hoher geleisteter Vorauszahlungen für Strom (TEUR 4.500; Vorjahr: TEUR 0) sowie Forderungen aus Kreditkartenabrechnungen (TEUR 4.038; Vorjahr: TEUR 2.693). Von den Sonstigen Vermögensgegenständen sind TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 30) nach mehr als einem Jahr fällig. 4 RechnungsabgrenzungspostenDer aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Vorauszahlungen für Miete und Wartung. 5 Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital ist unverändert gegenüber dem Vorjahr und beträgt zum Bilanzstichtag EUR 48.750.000,00. 6 KapitalrücklageDie Kapitalrücklage ist unverändert gegenüber dem Vorjahr und beträgt zum Bilanzstichtag EUR 92.243.320,49. Sie resultiert aus Zuzahlungen nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB und entspricht den diesbezüglichen Gesellschafterbeschlüssen. 7 GewinnrücklagenDie Gewinnrücklagen sind unverändert gegenüber dem Vorjahr. Sie ergaben sich aus der Erstanwendung der Vorschriften des BilMoG zum 1. Januar 2010. 8 BilanzgewinnAufgrund des abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrags zwischen der AIG und der HotelInvest Holding GmbH erfolgte die Abführung des handelsrechtlichen Gewinns der AIG in Höhe von EUR 75.635.533,47 an die HotelInvest Holding GmbH. Der Bilanzgewinn ist unverändert gegenüber dem Vorjahr und setzt sich zum Bilanzstichtag aus dem Gewinnvortrag in Höhe von EUR 93.848.101,61 sowie dem Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von EUR 0,00 zusammen. 9 RückstellungenDie Pensionsverpflichtungen betreffen wie im Vorjahr ausschließlich ehemalige Geschäftsführer der Gesellschaft. Der Bewertung lag ein Rechnungszinssatz von 1,83 % p.a. zugrunde, der sich aus dem durchschnittlichen Marktzins für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren bei Verwendung eines 10-Jahres-Durchschnittssatzes ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 1 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Der Erfüllungsbetrag für die Pensionsverpflichtungen beläuft sich bei Verwendung dieses Zinssatzes zum 31. Dezember 2023 auf TEUR 6.830 (Vorjahr: TEUR 7.667). Unter Verwendung eines 7-Jahres-Durchschnittssatzes hätte sich bei einem dann zu verwendenden Rechnungszinssatz von 1,75 % p.a. ein Erfüllungsbetrag für die Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 6.884 ergeben. Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB beläuft sich damit auf TEUR 54. Vgl. hierzu V Nr. 7. Die Veränderung der Pensionsverpflichtungen vor Verrechnung mit dem Deckungsvermögen ergibt sich für das Geschäftsjahr 2023 wie folgt:
Der beizulegende Zeitwert des verrechenbaren Deckungsvermögens gemäß § 246 Abs. 2 HGB beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 1.005 (Anschaffungskosten: TEUR 1.085). Somit ergibt sich insgesamt eine ausgewiesene Pensionsrückstellung von TEUR 5.825. Die aus dem verrechenbaren Deckungsvermögen - bestehend aus Rückdeckungsversicherungen - erzielte Verzinsung betrug im Geschäftsjahr 2023 TEUR 41 und wird mit den Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung des Vorjahresverpflichtungswertes im Zinsaufwand saldiert. Die sonstigen Rückstellungen betreffen Personalverpflichtungen (TEUR 20.105; Vorjahr: TEUR 23.233), Verpflichtungen aus laufenden Pachtverträgen (TEUR 20.569; Vorjahr: TEUR 22.979) sowie übrige sonstige Rückstellungen (TEUR 26.240; Vorjahr: TEUR 18.028). In den übrigen sonstigen Rückstellungen sind insbesondere Rückstellungen für die erwarteten Kosten bei der Beendigung von Pachtverträgen in Höhe von TEUR 6.201 (Vorjahr: TEUR 4.544), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 5.757 (Vorjahr: TEUR 5.309), Rückstellungen für Umsatz-, Lizenz- und Managementgebühren TEUR 5.224 (Vorjahr: TEUR 1.942), Rückstellungen für Wartung und Instandhaltung in Höhe von TEUR 3.231 (Vorjahr: TEUR 1.634) sowie Rückstellungen für Archivierung in Höhe von TEUR 909 (Vorjahr: TEUR 1.121) enthalten. 10 Verbindlichkeiten(Vorjahreszahlen in Klammern)
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber der AccorHotels Deutschland GmbH in Höhe von TEUR 7.121. Der ausgewiesene Saldo setzt sich aus Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 8.454 zusammen, die insbesondere aus den im Rahmen des Management-Vertrags erbrachten Dienstleistungen bestehen, sowie Forderungen in Höhe von TEUR 1.333. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 73.286 (Vorjahr: TEUR 7.709) gegenüber der Gesellschafterin HotelInvest Holding GmbH und resultieren im Wesentlichen aus der Abführung des Ergebnisses 2023 im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags. Des Weiteren bestehen Verbindlichkeiten gegenüber den Unternehmen der AccorInvest-Gesellschaften in Deutschland aus der Wahrnehmung der konzerninternen Finanzierungsfunktion sowie aus bestehenden Mietverträgen. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere Verbindlichkeiten aus kommunalen Förderabgaben und Kapitalertragsteuer (TEUR 1.540; Vorjahr: TEUR 1.886) sowie Lohn- und Kirchensteuer (TEUR 1.186; Vorjahr: TEUR 1.255). 11 RechnungsabgrenzungspostenDer passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 966 enthält im Wesentlichen Investitionszuschüsse für die Anschaffung von Hotelinventar. IV Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung1 UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse, die entsprechend dem Ort der Leistungserbringung ausnahmslos im Inland erzielt wurden, entfallen auf folgende Tätigkeitsbereiche:
2 Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 11.975; Vorjahr: TEUR 8.157), Erträge aus No-Show (TEUR 4.616; Vorjahr: TEUR 4.187), Erträge aus Sachbezügen (TEUR 2.437; Vorjahr: TEUR 2.140) sowie Erträge aus der Auflösung der Investitionszuschüsse (TEUR 844; Vorjahr: TEUR 1.072). Die Erträge aus der Überbrückungshilfe III (TEUR 40.000; Vorjahr: TEUR 0) sowie die Erträge aus der sog. Dezemberhilfe 2022 im Rahmen der Gas- und Wärmepreisbremse (TEUR 823; Vorjahr. TEUR 0) bzw. im Rahmen der Gas- und Strompreisbremse (TEUR 996; Vorjahr: TEUR 0), die ebenfalls unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden, sind als außergewöhnlich einzustufen. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind insgesamt außergewöhnliche Erträge in Höhe von TEUR 47.912 (Vorjahr: TEUR 10.421) enthalten. Neben den staatlichen Hilfen in Höhe von TEUR 41.819 (Vorjahr: TEUR 3.113) betreffen TEUR 6.093 (Vorjahr: TEUR 7.308) die Veräußerung von Hotelbetrieben sowie die Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Abgang von Hotelbetrieben. Von den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen die Erträge aus der Überbrückungshilfe III (TEUR 40.000; Vorjahr: TEUR 0) sowie die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 11.975; Vorjahr: TEUR 8.157) früheren Geschäftsjahren zuzuordnen. 3 MaterialaufwandDer Materialaufwand umfasst im Wesentlichen Aufwendungen für Energie- und Wasserversorgung (TEUR 36.050; Vorjahr: TEUR 32.803) und für Restauration (TEUR 27.074; Vorjahr: TEUR 22.056) sowie Aufwendungen für Fremdreinigung (TEUR 47.319; Vorjahr: TEUR 39.424) und Wäschereinigung (TEUR 18.335; Vorjahr: TEUR 14.231). 4 PersonalaufwandIm Zusammenhang mit der Beendigung von Pachtverträgen ergab sich im Geschäftsjahr 2023 ein außergewöhnlicher Personalaufwand in Höhe von TEUR 3.068. 5 Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten insbesondere Miet- und Leasingaufwendungen (TEUR 153.414; Vorjahr: TEUR 145.732), Verwaltungsaufwendungen (TEUR 87.766; Vorjahr: TEUR 74.844), Umsatz-, Lizenz- und Managementgebühren (TEUR 69.497; Vorjahr: TEUR 60.417), Erhaltungsaufwendungen (TEUR 41.468; Vorjahr: TEUR 27.327) sowie Betriebsaufwendungen (TEUR 12.107; Vorjahr: TEUR 10.651). Die Erhaltungsaufwendungen sowie die Verwaltungsaufwendungen enthalten außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 5.045 (Vorjahr: TEUR 1.547) aus der Beendigung von Pachtverträgen. 6 Erträge aus BeteiligungenDie Erträge aus Beteiligungen betragen TEUR 8.360 (Vorjahr: TEUR 1.132). Davon betreffen TEUR 7.409 (Vorjahr: TEUR 793) Beteiligungserträge von der HotelInvest GmbH & Co. KG, an der die AIG als Kommanditistin beteiligt ist. 7 Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sowie sonstige Zinsen und ähnliche ErträgeDie Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens betreffen in Höhe von TEUR 3.871 (Vorjahr: TEUR 3.871) Erträge aus dem Darlehen an die HotelInvest GmbH & Co. KG sowie in Höhe von TEUR 2.231 (Vorjahr: TEUR 2.231) Erträge aus den Darlehen an die HIG Hotel Investor Projekt München Arnulfstrasse GmbH, an die HIG Hotel Investor Projekt Berlin Wittenbergplatz GmbH sowie an die HotelInvest Development Holding GmbH. Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge betragen im Geschäftsjahr 2023 TEUR 8.516 (Vorjahr: TEUR 2.256). Darin sind Zinserträge in Höhe von TEUR 4.766 (Vorjahr: TEUR 268) aus der Verzinsung der Cash-Pooling-Forderung gegenüber der mittelbaren Gesellschafterin AccorInvest Group S.A., Luxemburg, enthalten. 8 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des UmlaufvermögensDie Abschreibungen auf Finanzanlagen betragen TEUR 58 (Vorjahr: TEUR 375) und resultieren aus der Anpassung des beizulegenden Zeitwerts des verrechenbaren Deckungsvermögens gemäß § 246 Abs. 2 HGB in Folge der Anwendung des IDW RH FAB 1.021. 9 Zinsen und ähnliche AufwendungenDie Zinsen und ähnlichen Aufwendungen belaufen sich insgesamt auf TEUR 2.694 (Vorjahr: TEUR 670). Darin enthalten sind in Höhe von TEUR 1.974 (Vorjahr: TEUR 111) Zinsaufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus der Verzinsung bestehender Cash-Pooling-Verbindlichkeiten. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind außerdem solche aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 103 (Vorjahr: TEUR 104) enthalten. 10 Steuern vom Einkommen und vom ErtragAufgrund der ertragsteuerlichen Organschaft mit der HotelInvest Holding GmbH fällt auf Ebene der AIG kein Steueraufwand aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer für 2023 an. 11 Sonstige SteuernDie sonstigen Steuern beinhalten im Wesentlichen Grundsteuern. 12 Aufwand aus der ErgebnisabführungIm Zusammenhang mit dem zum 1. Januar 2018 abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrag zwischen der HotelInvest Holding GmbH und der AIG hat sich die AIG verpflichtet, ihren handelsrechtlichen Gewinn in Höhe von EUR 75.635.533,47 vollständig an die HotelInvest Holding GmbH abzuführen. V Sonstige Angaben1 Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle VerpflichtungenVerpflichtungen aus außerbilanziellen Geschäften stehen insbesondere im Zusammenhang mit der Strategie, Hotels auf fremden Grundstücken zu betreiben, und resultieren aus Miet-bzw. Pachtverträgen für Hotelbetriebe mit einer verbleibenden Laufzeit von bis zu 26 Jahren. Es handelt sich bei den Verträgen um Verträge mit fixen und variablen Mieten bzw. Pachten. Zum 31. Dezember 2023 bestehen 57 der 87 variablen Miet- bzw. Pachtverträge und drei der 64 fixen Miet- bzw. Pachtverträge mit verbundenen Unternehmen der Gesellschaft. Eventuell verlängerte Zahlungsverpflichtungen aus einer möglichen Ausübung von Verlängerungsoptionen sind nicht enthalten. Diesen verlängerten Zahlungsverpflichtungen stehen des Öfteren verbesserte Vertragskonditionen bzw. die Übernahme von Renovierungsverpflichtungen durch den Eigentümer gegenüber. Die den sonstigen finanziellen Verpflichtungen zugrunde liegenden Verträge bzw. Sachverhalte werden im Folgenden hinsichtlich des Betrags und der Laufzeit weiter erläutert. Die Angabe eines Gesamtbetrags der sonstigen finanziellen Verpflichtungen wäre aufgrund der Vielzahl und Gestaltung der Verträge kaum sinnvoll möglich. Die Verpflichtungen betrugen für das Jahr 2023:
Die Miet- bzw. Pachtaufwendungen 2023 der Hotelbetriebe teilen sich wie folgt auf:
Von den Miet- bzw. Pachtaufwendungen des Geschäftsjahres betreffen TEUR 44.088 Miet-bzw. Pachtverträge mit verbundenen Unternehmen. Davon haben TEUR 17.250 eine Restlaufzeit bis 5 Jahre, TEUR 23.512 eine Restlaufzeit von 5-15 Jahren sowie TEUR 2.626 eine Laufzeit von 15-26 Jahren. Die übrigen Miet- bzw. Pacht- und Leasinggebühren (TEUR 6.909) betreffen Verträge mit einer Laufzeit bis 5 Jahre. Gemäß einem bestehenden Mietvertrag hat sich die AIG verpflichtet, für Werbeflächen eine Mindestpacht von TEUR 150 p.a. bis zum 31. März 2039 zu zahlen. Im Rahmen des regelmäßigen Geschäftsbetriebs bestehen zum 31. Dezember 2023 Verpflichtungen für in Folgejahren durchzuführende Renovierungsarbeiten und Hotelumbauten für mehrere Hotels in Höhe von TEUR 2.034. Für zu bestellende Wäsche und Uniformen bestehen im Rahmen von Leasingverträgen Abnahmeverpflichtungen in Höhe von TEUR 3.448. 2 HaftungsverhältnisseDie AIG hat der Landesbank Rheinland-Pfalz zur Sicherung für deren bestehende und künftigen Ansprüche gegen die Eigentümergemeinschaft eines Hotels, das im Eigentum der AIG stehende und bei Ablauf des Pachtvertrags dem Eigentümer zu übergebende Inventar des Hotels übertragen. Wegen Veräußerung des Grundstücks und Gebäudes wurde nach Freigabe durch die Landesbank Rheinland-Pfalz das Inventar des Hotels an die neue Eigentümerin zur Sicherung der Ansprüche dieser gegen die AIG übereignet. Die Raumsicherungsübertragung bzw. Sicherungsübereignung umfasst Inventar mit einem Restbuchwert zum 31. Dezember 2023 in Höhe von TEUR 102 und solches, das während der Dauer der Geschäftsverbindung dorthin noch verbracht wird. Aufgrund der gesicherten Liquiditätssituation schätzen wir das Risiko der Inanspruchnahme als gering ein. 3 MitarbeitendeIm Jahresdurchschnitt 2023 wurden in der AIG 2.879 Mitarbeitende (ohne Auszubildende und Mitarbeitende ohne Entgeltfortzahlung) beschäftigt. Dies entspricht einem Anstieg der Anzahl der Mitarbeitenden gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 138 Mitarbeitende. Im Jahr 2023 haben 75 % der Mitarbeitenden in Vollzeit, 19 % in Teilzeit und 6 % als Aushilfen für die AIG gearbeitet. 4 OrganeGeschäftsführung:
Die Bezüge der aktiven Geschäftsführer der Gesellschaft beliefen sich 2023 auf TEUR 757 (Vorjahr: TEUR 453). Die Bezüge ehemaliger Geschäftsführer der Gesellschaft und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich 2023 auf TEUR 456 (Vorjahr: TEUR 455). Die AIG unterliegt den Bestimmungen des Gesetzes über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer (MitbestG). Aufsichtsrat:
Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Jahr 2023 auf TEUR 63,5. 5 Konzernzugehörigkeit und verbundene UnternehmenDie AccorInvest Germany GmbH wird als Tochterunternehmen der HotelInvest Holding GmbH, München, in deren nach deutschem Handelsrecht erstellten Teilkonzernabschluss einbezogen (kleinster Kreis von Unternehmen). Der Teilkonzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 wurde im Bundesanzeiger veröffentlicht. Des Weiteren wird die AIG als mittelbares Tochterunternehmen der AccorInvest Group S.A., Luxemburg, in deren nach den Vorschriften der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellten Konzernabschluss einbezogen; diese Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf (Weltkonzernabschluss). Die Offenlegung erfolgt im Registre de commerce et des sociétés (unter der Register-Nr. B100771) in Luxemburg. Die Gesellschaft nimmt die Befreiung von der Aufstellung eines eigenen Teilkonzernabschlusses gemäß § 291 Abs. 2 HGB in Anspruch, da sie sowie ihre sämtlichen Tochtergesellschaften in den von der HotelInvest Holding GmbH, München, nach deutschem Handelsrecht aufzustellenden Teilkonzernabschluss einbezogen werden. Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag an folgenden Unternehmen mit mehr als 20% beteiligt (§ 285 Nr. 11 HGB):
6 AbschlussprüferhonorareDas vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 berechnete Gesamthonorar beläuft sich auf TEUR 371. Davon betreffen TEUR 311 Abschlussprüfungsleistungen, TEUR 49 andere Bestätigungsleistungen sowie TEUR 11 Steuerberatungsleistungen. 7 Ausschüttungsgesperrte BeträgeDie ausschüttungsgesperrten Beträge gem. § 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs. 6 HGB ergeben sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt:
8 ErgebnisverwendungsvorschlagAufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags ist die Gesellschaft verpflichtet, den im Geschäftsjahr 2023 entstandenen Gewinn in voller Höhe an die HotelInvest Holding GmbH abzuführen. 9 NachtragsberichtNach dem Ende des Geschäftsjahres 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eingetreten.
München, den 10. Juni 2024 AccorInvest Germany GmbH Mario von Hoesslin Tarik B'shary Michael Verhoff BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die AccorInvest Germany GmbH, München PrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der AccorInvest Germany GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AccorInvest Germany GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 10. Juni 2024 Deloitte
GmbH
Michael Müller, Wirtschaftsprüfer Sandro Süß, Wirtschaftsprüfer Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023 und Beschlussfassung über die ErgebnisverwendungAuszug aus dem Gesellschafterbeschluss vom 9. Juli 2024: Der von der Geschäftsführung aufgestellte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, versehene Jahresabschluss zum 31.12.2023 wird genehmigt und festgestellt. Der im Jahresabschluss ausgewiesene Bilanzgewinn des Berichtsjahres in Höhe von EUR 93.848.101,61 (bestehend aus Gewinnvortrag von EUR 93.848.101,61 und einem Jahresüberschuss nach Ergebnisabführung von EUR 0,00) wird auf neue Rechnung vorgetragen. Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der AccorInvest Germany GmbH, nachfolgend kurz "AIG" genannt, hat sich im Geschäftsjahr 2023 erneut eingehend und umfassend mit der Lage und der Entwicklung des Unternehmens beschäftigt. Im Laufe des Geschäftsjahres 2023 war die operative Entwicklung der AIG analog zum allgemeinen Marktgeschehen in der Hotellerie von einer Erholungsdynamik geprägt. Dies spiegelte sich insbesondere nach einem schwachen ersten Quartal im Anstieg der Nachfrage sowie im Anstieg der durchschnittlichen Zimmerpreise wider. Während in den Sommermonaten insbesondere der Ferientourismus sowie Städtereisen für die starke Nachfrageentwicklung verantwortlich waren, konnte im Zuge des gut gefüllten Messe- und Veranstaltungskalenders 2023 auch wieder eine zunehmende Nachfrage bei Geschäftsreisen festgestellt werden. Die Durchscnittspreise lagen über dem Niveau von 2019, wohingegen die Belegungsrate das Vor-Covid-Niveau noch nicht erreicht hat. Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete die AIG einen Umsatz von EUR 667,4 Mio. (nach IFRS), folglich EUR 18,2 Mio. weniger als budgetiert. Die Auslastung betrug im Dezember 2023 YTD 65,6 % und lag damit 1,0 Prozentpunkte unter Budget. Der Netto-Durchschnittspreis betrug im Dezember 2023 YTD EUR 104,6 und lag somit EUR 0,8 über Budget. Seit März 2023 verzeichnete die AIG auf Hotelebene ein positives EBITDA MTD. Dieses lag kumuliert für das Jahr 2023 bei ca. EUR 86,7 Mio. Wie bereits im vorherigen Geschäftsjahr stand im Geschäftsjahr 2023 weiterhin das Kostenmonitoring im Fokus, nachdem es vor allem aufgrund des gesamtwirtschaftlichen Marktumfelds zu stark gestiegenen Kosten, insbesondere für Energie, Lebensmittel und Personal, kam. Die Geschäftsführung hat daher im Geschäftsjahr 2023 die bereits im Jahr 2022 ergriffenen Maßnahmen zum Monitoring der Kosten und zur Sicherung der Liquidität der AIG weiterverfolgt und den wirtschaftlichen Veränderungen angepasst. Alle vier Sitzungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2023 fanden als Präsenzsitzung statt, wobei die Dezember-Sitzung in hybrider Form als Präsenzsitzung und gleichzeitig als Videokonferenz abgehalten wurde. Der Aufsichtsrat wurde im Rahmen der vier abgehaltenen Sitzungen ausführlich und detailliert über die Situation der Gesellschaft und die Effekte der durch die Geschäftsführung ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der andauernden Auswirkungen der Pandemie, des Krieges in der Ukraine und der Wirtschaftskrise informiert. Zu den relevanten Themen wurde jeweils eine umfassende schriftliche Dokumentation übermittelt und detailliert präsentiert. Hierbei wurde der Aufsichtsrat intensiv zum Stand der Liquidität der AIG sowie zu den in diesem Zusammenhang seitens der Geschäftsführung ergriffenen Maßnahmen zum Kostenmonitoring und zur Liquiditätssicherung informiert. Zusätzlich zu den von der AIG bereits im Geschäftsjahr 2021 zur Sicherung der Liquidität im Rahmen der "November- und Dezemberhilfe" erhaltenen staatlichen Wirtschaftshilfen in Höhe von EUR 81,6 Mio., erhielt die AIG im Juni 2023 weitere staatliche Wirtschaftshilfen (Überbrückungshilfe III und IV) in Höhe von EUR 54,5 Mio. Insgesamt erhielt die AIG damit Wirtschaftshilfen in Höhe von EUR 136,1 Mio., was erheblich zur Verbesserung der Liquidität beitrug. Der Aufsichtsrat wurde auch über die Liquidität der AccorInvest Gruppe insgesamt informiert. Die Ergebnisse der Gruppe im Geschäftsjahr 2023 waren besser als im Budget erwartet und lagen über dem Niveau des Jahres 2019. Im Geschäftsjahr 2023 wurde auf Gruppenebene insgesamt ein Umsatz in Höhe von ca. EUR 4,3 Mrd. verzeichnet. Die Darlehenslast der Gruppe belief sich zum Ende des Geschäftsjahres 2023 auf ca. EUR 4,5 Mrd. Der Portfolio-Wert der Gruppe liegt bei ca. EUR 8,6 Mrd. Da die aktuelle Finanzierung der Gruppe 2025 ausläuft und eine Neufinanzierung unter den geänderten wirtschaftlichen Bedingungen nur mit einer deutlich höheren Zinsbelastung erfolgen kann, versucht die Gruppe seit dem Geschäftsjahr 2022 die Summe der Verbindlichkeiten zu reduzieren. Dazu sollen gruppenweit Vermögenswerte im Volumen von ca. EUR 1,7 Mrd. veräußert werden. Nachdem in Deutschland in diesem Zusammenhang im Geschäftsjahr 2022 und 2023 bereits das ABBA-Portfolio, das sechs Eigentumshotels umfasste, zu einem Kaufpreis in Höhe von EUR 83,1 Mio. veräußert worden ist, wurde im Geschäftsjahr 2023 der Verkauf weiterer Portfolien, insbesondere der Verkauf des ARK-Portfolios, das 30 ibis budget Hotels umfasst, geprüft und vorbereitet. Gleichzeitig wurden auf Gruppenebene Verhandlungen mit den Banken über die Verlängerung der Rückzahlungstermine der Darlehen aufgenommen. Im Rahmen der Sitzung im dritten Quartal 2023 wurde der Aufsichtsrat über das Thema Risiko Management sowie die Ergebnisse des internen Audits unterrichtet. Die bei Erstellung des Budgets 2023 gesetzten wirtschaftlichen Ziele der Gesellschaft, über die der Aufsichtsrat in der Sitzung zum ersten Quartal 2023 im Rahmen des Statusberichts zum Budget informiert wurde, konnten nicht ganz erreicht werden. In der Geschäftsleitung der AIG fand ein Wechsel dahingehend statt, dass der bisherige Vorsitzende der Geschäftsführung, Olivier Daguzan, sein Mandat mit Wirkung zum Ablauf des 06.07.2024 niedergelegt hat. Er wurde mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 06.07.2023 mit Wirkung zum 07.07.2024 durch den bisherigen Prokuristen der Gesellschaft, Mario von Hoesslin, ersetzt. Die Mario von Hoesslin bis dahin erteilte Prokura war damit erloschen. In der Besetzung des Aufsichtsrats gab es im Geschäftsjahr 2023 folgende Veränderungen: Auf Kapitalseite wurde das Aufsichtsratsmitglied Olga-Renda Blanche mit Wirkung zum 03.04.2023 abberufen. Sie wurde im Aufsichtsrat zum 04.04.2023 durch Cédric Durand ersetzt. Das Aufsichtsratsmitglied Etienne De La Roncière legte sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum Ablauf des 31.08.2023 nieder. Er wurde im Aufsichtsrat zum 01.09.2023 durch Damien Leveillé-Nizerolle ersetzt. Im Ausschuss gem. § 14 der Satzung der AIG wurde auf Kapitalseite Olga Renda-Blanche zum 19.04.2023 durch Cédric Durand ersetzt. Anhand der ausführlichen schriftlichen und mündlichen Berichte konnte sich der Aufsichtsrat davon überzeugen, dass die Geschäftsführung die gesamtwirtschaftliche Situation im Rahmen der Corona-Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der weltwirtschaftlichen Entwicklungen auch im Geschäftjahr 2023 gut im Griff hatte und im Einklang mit den gesetzlichen und statuarischen Vorschriften agierte. Die Geschäfte wurden weiterhin ordnungsgemäß geführt und alle sich ergebenden notwendigen Maßnahmen wurden rechtzeitig vorgenommen. Geschäftsvorgänge, die nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, wurden eingehend vorgetragen und sodann gemäß der Entscheidung des Aufsichtsrats abgewickelt. Der von der Geschäftsführung der AIG aufgestellte Jahresabschluss für die AIG für das Geschäftsjahr 2023 ist von der im Rahmen der Aufsichtsratssitzung vom 06.07.2023 zum Abschlussprüfer bestellten Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der von der Geschäftsführung der HotelInvest Holding GmbH aufgestellte Teilkonzernabschluss für die HotelInvest Holding GmbH für das Geschäftsjahr 2023 ist von der mit Gesellschafterbeschluss vom 06.07.2023 zum Abschlussprüfer bestellten Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat diese Unterlagen sehr eingehend geprüft, wobei der Bericht der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, über die Prüfung des Jahresabschlusses 2023 der AIG und des Teilkonzernabschlusses 2023 der Muttergesellschaft HotelInvest Holding GmbH in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 04.07.2024 mit den zuständigen Wirtschaftsprüfern umfassend erörtert wurde. Der Aufsichtsrat hat das Prüfungsergebnis der Abschlussprüfer zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erhebt der Aufsichtsrat keine Einwände und billigt den von der Geschäftsführung der AIG aufgestellten Jahresabschluss der AIG für das Geschäftsjahr 2023 (§ 171 Abs. 2 Aktiengesetz i.V.m. § 25 MitbestG). Ferner nahm der Aufsichtsrat den von der Geschäftsführung der HotelInvest Holding GmbH aufgestellten Teilkonzernabschluss der HotelInvest Holding GmbH für das Geschäftsjahr 2023 zur Kenntnis. Trotz der wirtschaftlichen Entwicklungen und damit einhergehender operativer Herausforderungen waren die Ergebnisse im ersten Quartal 2024 besser als im ersten Quartal des Vorjahres. Da die Nachfrage im April und Mai 2024 jedoch hinter den Erwartungen zurückblieb, liegen die Umsätze derzeit unter Budget. Den Geschäftsführern, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AIG und ihren Tochtergesellschaften dankt der Aufsichtsrat, insbesondere angesichts der schwierigen krisen- und kriegsbedingten wirtschaftlichen Umstände im Geschäftsjahr 2023 für ihre Leistungen, für den hohen Einsatz und für eine trotz aller Widrigkeiten sachliche, zielgerichtete und konstruktive Zusammenarbeit.
München, den 4. Juli 2024 Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Volker Büring |
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