Bingenheimer Saatgut AG

Kronstraße 24, 61209 Echzell, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Friedberg HRB 4963
Eingetragen
12.10.2001
Branche
Erzeugung von BlumensamenErbringung von landwirtschaftlichen Dienstleistungen für den PflanzenbauSaatgutaufbereitung
Gegenstand
Züchtung, Produktion, Aufbereitung und der Vertrieb von samenfesten biologischdynamisch bzw. ökologisch erzeugten Saat- und Pflanzengut in hochwertiger Qualität sowie der Vertrieb von dazugehörigen Produktions- und Hilfsmitteln.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Gebhard Rossmanith
seit 13.3.2025
Prokura
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bingenheimer Saatgut AG

Echzell-Bingenheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023

Lagebericht des Vorstandes zum Geschäftsjahr vom 01.07.2022 bis zum 30.06.2023

Vorbemerkung

Die Bingenheimer Saatgut AG ist zur Aufstellung des Jahresabschlusses nach deutschem Handelsrecht verpflichtet. Soweit im Lagebericht zahlenmäßige Darstellungen erfolgen, beziehen sich diese auf den nach deutschen Vorschriften (HGB) aufgestellten Jahresabschluss.

I. Grundlagen des Unternehmens

Gegenstand des Unternehmens sind Züchtung, Produktion, Aufbereitung und der Vertrieb von samenfesten biologisch-dynamisch bzw. ökologisch erzeugtem Saat- und Pflanzgut in hochwertiger Qualität sowie der Vertrieb von dazugehörigen Produktions- und Hilfsmitteln.

Der Standort des Unternehmens liegt in Hessen, Echzell-Bingenheim.

Um die grundsätzliche Werteorientierung der Bingenheimer Saatgut AG deutlich zu machen, erfolgt nachfolgend ein Verweis auf die Präambel der Satzung:

"Die Bingenheimer Saatgut AG baut auf den Ideen und dem Einsatz des Initiativkreises für Gemüsesaatgut ausbiologisch-dynamischem Anbau und der Lebensgemeinschaft Bingenheim e.V. auf.

Die Firma wird im Sinne der Gründungsideen der genannten Gruppen die biologisch-dynamischeS aatgutarbeit weiterführen und entwickeln. Dabei sollen insbesondere folgende Impulse gepflegt und weiterentwickelt werden:

• Vertriebv on biologisch-dynamisch gezüchteten und entwickelten Sorten;

• Erhalt und Förderung der Sortenvielfalt für Landwirtschaft und Gartenbau;

• Erhalt und Förderung der Saatgutvermehrung als Kulturaufgabe in der Gesellschaft;

• Weiterentwicklung von sozialen Wirtschaftsformen zwischen allen am Produktions- und Verbrauchsprozessbeteiligten Gruppen;

• Nach Möglichkeit ist die Firma bestrebt, Tätigkeitsfelder für seelenpflegebedürftige Menschen bereitzustellen".

Die Bingenheimer Saatgut AG versteht sich als ein koordinierender Mittelpunkt und Partnerin in einem Netzwerk für ökologisches Saatgut. Ihre Aktionäre verfolgen zwei Ziele mit der Beteiligung an der Bingenheimer Saatgut AG:

- Förderung der ökologischen Saatgutarbeit.

- nachhaltige, sinnvolle Geldanlage.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Kalenderjahr 2022 verzeichnete die deutsche Wirtschaft einen Anstieg von 1,9 Prozent1 im Vergleich zum Vorjahr (gemessen am preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt). Im Vergleich zu 2021 ist die Wachstumsdynamik damit etwas verhaltener ausgefallen. Diese abflachende Entwicklung ist maßgeblich durch die herausfordernde makroökonomische Situation bedingt, die primär auf den Konflikt in der Ukraine zurückzuführen ist. Die daraus resultierende Energiepreiserhöhung und Ressourcenknappheit wirkten sich erheblich auf das wirtschaftliche Wachstum aus. Zum Ende des Jahres wandelte sich die dennoch vorwiegend positive Entwicklung des Geschäftsjahres in eine negative Richtung. So konnte eine Verringerung der wirtschaftlichen Aktivität im vierten Quartal 2022 von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal festgestellt werden2. Dieser Trend setzte sich im Verlauf des zweiten Geschäftshalbjahrs fort, im ersten Quartal 2023 ergab sich hierbei eine Reduktion der wirtschaftlichen Aktivität um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal3. Bis Mitte 2023 sollen die wirtschaftliche Aktivität weiterhin sinken, gemessen am verfügbaren Einkommen und dem Konsum der privaten Haushalte.4. Im Verlauf des ersten Geschäftshalbjahres sank der ifo- Geschäftsklimaindex, welcher die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen misst, leicht (-0,1 Punkte).5 Ein kurzzeitiger Anstieg in den Anfangsmonaten 2023 wurde gegen Ende der Geschäftsperiode wieder auf ein niedriges Niveau6 von 88,6 zurückgeführt. Zusammenfassend kann daher, zumindest nach Definition, festgehalten werden, dass sich die deutsche Wirtschaft in einer Rezession befindet, was zusammen mit dem aktuellen Geschäftsklimaindex auf eine durchweg angespannte Situation der deutschen Wirtschaft hinweist.

2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen und Trendentwicklung

In Sachen Bio-Gemüse und ökologischem Saatgut spiegeln sich die oben beschriebenen gesamtwirtschaftlichen Zustände wider. In den ersten fünf Monaten 2023 konnte nicht an die hohen Zahlen der Vorjahre angeknüpft werden, dabei konnte ein Rückgang der Einkaufsmenge Frischgemüse um etwa 8 Prozent vermerkt werden7. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage setzen die Deutschen nach wie vor hauptsächlich auf Konsumzurückhaltung. Besonders betroffen sind dabei Branchen, in denen eine Vielzahl von Alternativprodukten vorhanden ist, wie die Lebensmittelindustrie. Die Bereitschaft der Menschen zum nachhaltigen Einkaufen nimmt ab, wie der GfK-Nachhaltigkeitsindex zeigt. Dieser ist auf etwa 93,3 Punkte gesunken, was einem

1 Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 1,9 % gestiegen - Statistisches Bundesamt (destatis.de)

2 Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal 2022 um 0,2 % niedriger als im Vorquartal - Statistisches Bundesamt (destatis.de)

3 Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2023 - Statistisches Bundesamt (destatis.de)

4 Perspektiven der deutschen Wirtschaft für die Jahre 2023 bis 2025 (bundesbank.de)

5 ifo Geschäftsklimaindex gestiegen (Dezember 2022) | Fakten | ifo Institut

6 ifo Geschäftsklimaindex sinkt zum dritten Mal in Folge (Juli 2023) | Fakten | ifo Institut

7 https://www.gemuese-online.de/magazin/archiv/bio-gemuese,QUlEPTc2NjU4MjUmTUlEPTEwOTY5NQ.html?UID=B40A8CD535283535D0904D8EDFCB3AA375AA9EC74397AD

Rückgang um 6,7 Punkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.8 Es wird deutlich, dass in Zeiten von Krisen die Neigung der Menschen abnimmt, nachhaltige Lebensmittel zu kaufen, da konventionelle Alternativen in der Regel kostengünstiger sind und Nachhaltigkeit für sie weniger erschwinglich wird. Neben der gesamtwirtschaftlichen Situation kann auch das volatile Klima in Europa mit seinen Auswirkungen in Landwirtschaft und Gartenbau auf Knappheit und steigende Preise als zusätzlicher Grund für den rückläufigen Einkauf von Bio-Gemüse genannt werden. Die Landwirte reagierten auf den rückläufigen Bedarf an ökologischem Gemüse, indem sie die Anbauflächen reduzierten9.

Interessante Thesen stellt Hanni Rützler auf, eine anerkannte Ernährungswissenschaftlerin, welche seit über 25 Jahren den Wandel unserer Esskultur untersucht. Unter dem Begriff "New Glöckl"10 entwarf sie eine innovative Neuausrichtung von Lieferketten und Lebensmittelbeschaffung. Sowohl die Pandemie als auch die Klimakrise haben globale Verwundbarkeiten aufgezeigt, wodurch lokale Märkte an Bedeutung gewinnen. Der Trend zielt darauf ab, Abhängigkeiten zu verringern, Transparenz zu fördern und nachhaltige Praktiken zu unterstützen. Das übergeordnete Ziel besteht darin, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen regionalen und globalen Nahrungsmitteln zu erreichen, wobei dieser Wandel einen Prozess beschreibt und weniger eine schlagartige Veränderung. Bewusste Ernährung bekommt stetig mehr Bedeutung. Im Zentrum stand hierbei in der Vergangenheit primär das persönliche körperliche Wohlbefinden. Jedoch zeichnet sich ein neuer Trend ab, der eine grundlegende Veränderung in der Denkweise signalisiert. Dabei wird zunehmend auch das Wohl unseres Planeten berücksichtigt. So werden unter dem Begriff "Regenerative Food"11 Nahrungsmittel zusammengefasst, die nicht nur den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden, sondern auch aktiv zum Wohl unserer Umwelt beitragen. Der weitläufige Trend der "Neo-Ökologie" fasst das Umdenken in der Bevölkerung zusammen und gibt einen Leitfaden vor, wie traditionelle ökologische Prinzipien und moderne Innovationen zusammengeführt werden können, um nachhaltigere und umweltfreundlichere Ansätze zu fördern. Kritisch ist anzumerken, dass die neue Gentechnik als eine Möglichkeit "moderne Innovation" interpretiert wird und damit eine wirklich naturverbundene, ökologische Entwicklung konterkariert wird.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Bedeutung an Nachhaltigkeit stärker denn je wahrgenommen wird. Allerdings wird aufgrund der angespannten Wirtschaftslage den Verbrauchern nur begrenzt die Möglichkeit geboten, diesem Gedanken nachzugehen.

8 https://www.gfk.com/de/presse/bleibt-nachhaltiger-konsum-2023-relevant

9 https://www.gemuese-online.de/magazin/archiv/bio-gemuese,QUlEPTc2NjU4MjUmTUlEPTEwOTY5NQ.html?UID=B40A8CD535283535D0904D8EDFCB3AA375AA9EC74397AD

10 https://www.akademie-gesundes-leben.de/blog/blogeintrag/zukunftstrend-ernaehrung-new-glocal

11 https://www.fuer-sie-eg.de/blog/regenerative-food

3. Geschäftsverlauf

In dem Geschäftsjahr 2022/23 wurden Umsatzerlöse von 10.380 T€ (Vorjahr: 11.210 T€) erwirtschaftet. Somit gab es in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren einen Rückgang der Umsatzerlöse, der sich im Jahr 2022/2023 auf 7,4% belief.

Materialaufwand

Der Materialaufwand ist nur leicht gefallen auf 2.933 T€ (Vorjahr: 2.936 T€). Hier zeigt sich die notwendige stärkere Abwertung der Lagerbestände (Übermengen, d.h. diejenigen Lagerbestände die vermutlich vor Abfall der Keimfähigkeit oder anderer Qualitätsparameter nicht verkauft werden können).

Investitionen und Abschreibungen

Die Abschreibungen beliefen sich auf 489 T€, damit waren sie etwas höher als noch im Vorjahr (453 T€), da das neue Gebäude sowie einige Sachanlagen erst in diesem Jahr mit der vollen Jahresabschreibung berücksichtigt werden.

GesamtzahlMitarbeiter:innen/Personalaufwand/Mitarbeiter:inneneinkommen

Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug im Berichtszeitraum 101 Personen (Vorjahr 103 Personen). Die Berechnung der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgte nach den Regeln des § 267 Abs. 5 HGB.

Durch die gesetzlich vorgegebene Steigerung des Mindestlohns zum 1.10.2022 und einer entsprechenden stufenweisen Anpassung der Gehälter für alle Mitarbeiter:innen wurden in 2022/23 höhere Aufwendungen für das Mitarbeitereinkommen (Personalaufwand) getätigt. Es stieg im Berichtsjahr auf 4.436 T€ (Vorjahr 4.229 T€).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren mit 2.638 T€ um 200 T€ niedriger als im Vorjahr (Vorjahr 2.838 T€). Den erheblichen Bemühungen sorgsam und sparsam mit Ressourcen umzugehen, standen gleichzeitig erhöhte Kosten für Energie und Material, z.B. für Reparaturen gegenüber.

Lage der Gesellschaft

Für das Berichtsjahr ist ein herausfordernder finanzieller Verlauf zu verzeichnen. Ein zweites Jahr in Folge war ein Umsatzrückgang von über 7 %. zu verzeichnen. Der Rückgang ist, bereinigt um die Preissteigerung, in allen Kundengruppen festzustellen. Dabei war der Rückgang im Hobbybereich (Hobbygärtner:innen und Wiederverkauf) besonders deutlich. Allerdings war auch der "Corona-Effekt" gerade bei diesen Kundengruppen besonders hoch (extreme Steigerung in den Jahren 19/20 und 20/21).

Vor dem Hintergrund der sehr schwierigen Marktlage in unserem Kernmarkt (Naturkostfachhandel) und der allgemeinen Kaufzurückhaltung der Endkunden, ist diese Umsatzentwicklung als nachvollziehbar einzustufen.

Geschäftsergebnis

Das Rohergebnis sank auf 7.447 T€ (- 10%). Im Geschäftsjahr 2022/23 ist somit ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 159 T€ (Vorjahr - Jahresüberschuss von 515 T€) nach Steuern zu verzeichnen.

Unter Berücksichtigung der für 2022/2023 nicht planbaren Entwicklungen von Ukraine-Krieg, Energiepreis, Inflation sowie Verbraucherverhalten und anderen Faktoren entsprach die geschäftliche Entwicklung insgesamt den Erwartungen des Vorstandes.

4. Die finanziellen Leistungsindikatoren der Lage der Gesellschaft

4.1. Kennziffern Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Bingenheimer Saatgut AG erhöhte sich um 10,33% auf 13.047 T€ (Vorjahr: 11.825 T€).

Die Eigenkapitalquote betrug 66,7% und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 9,6%-Punkte verringert. Die Fremdkapitalquote stieg auf Grund des neuen Darlehns für die Anlage "am Limes" auf 33,3% (Vorjahr 23,7%). Die Verbindlichkeiten betrugen stichtagsbezogen 3.955 T€ (Vorjahr: 1.922 T€).

Das langfristige Vermögen ist vollständig über langfristiges Kapital abgedeckt, während das kurzfristige Vermögen ausreicht, um das kurzfristige Fremdkapital zu bedienen. Insgesamt ist die Vermögenslage des Unternehmens somit als zufriedenstellend zu beurteilen.

4.2. Kennziffern Finanzlage

Die Finanzierung der laufenden Geschäfte sowie die Durchführung sämtlicher geplanter Investitionen waren jederzeit sichergestellt. Neben vorhandenen liquiden Mitteln standen ausreichend Kreditzusagen zur Verfügung, die nicht komplett ausgeschöpft werden mussten. Somit ist die finanzielle Lage der Gesellschaft als gut zu bezeichnen.

Im Berichtszeitraum haben wir Investitionen in Höhe von 445 T€ getätigt (Vorjahr 1.390 T€). Wesentliche Investitionen entfielen auf neue Fenster in der Kronstraße (Auflösung der entsprechenden Rückstellung) und die Fertigstellung des Neubaus (Außenanlagen) im Landgrafenweg in Bingenheim ("Limes"). Die Investitionsquote fiel planmäßig auf 3,9% (Vorjahr 17,0%).

Der Cash-Flow des Geschäftsjahres reduzierte sich auf 385 T€ (Vorjahr 982 T€).

Der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich durch eine starke Erhöhung der Vorräte auf - 1.302 T€ (Vorjahr - 527 T€). Unter Berücksichtigung des Mittelabflusses aus der Investitionstätigkeit sowie des Mittelzuflusses aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres von 1.604 T€ (Vorjahr 1.112 T€). Der Mittelabfluss durch Tilgungen erhöhte sich stark auf 2.340 T€ (Vorjahr 132 T€; Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit). Es besteht eine Überdeckung im kurzfristigen Liquiditätsbereich (721 T€; Vorjahr: - 344 T€).

Die Bingenheimer Saatgut AG verfügt insgesamt über ausreichend Liquidität. Wegen der starken Asymmetrie des Verkaufsgeschäftes im Jahresverlauf müssen jedoch in der Regel vor der Hauptsaison kurzfristige Geldmarktkredite in Anspruch genommen werden. Dafür standen wiederum ausreichende Kreditlinien der Hausbanken zur Verfügung, so dass es zu keinem Zeitpunkt zu Liquiditätsengpässen gekommen ist.

4.3. Kennziffern Ertragslage

Das Ergebnis mit dem Jahresfehlbetrag führt zu einer Verringerung der Eigenkapitalrentabilität auf - 1,8% (Vorjahr: 6,2%). Auch die Umsatzrentabilität reduzierte sich auf -1,5% (Vorjahr: 4,6%).

III. Prognosebericht/ Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

Nach dem Rückgang der Umsätze in den vergangenen zwei Geschäftsjahres 2020/21 und 2022/23 rechnen wir für das neue Geschäftsjahr 2023/24 mit einer Stabilisierung bzw. einer nur preisbedingten Erhöhung der Umsätze.

Auf der politischen Seite, sowohl auf Bundes-, als auch auf EU-Ebene, ist auch für das kommende Geschäftsjahr 2023/24 davon auszugehen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Öko- Landbau weiterentwickelt werden. Die Bundesregierung hält weiterhin an Förderprogrammen "Ökologischer Landbau", mit einer ausschließlichen Fokussierung auf den Ökologischen Landbau, sowie vertiefte Unterstützung von Themen zur ökologischen Züchtung und zur Verwendung von Öko-Saatgut, fest. Zusätzlich könnten im Rahmen des "Klimaschutzprogramms 2023 der Bundesregierung", z.B. bei der darin enthaltenen Erarbeitung einer Ernährungsstrategie positive Effekte für die ökologische Landwirtschaft / Gemüsebau in Deutschland entstehen. 12 Auf EU-Ebene besteht mit der "Farm to Fork-Strategie" weiterhin das Ziel von 25 % Bio-Anbau bis 2030. Damit dies auch im Bereich Saatgut erreicht wird, muss die EU-Bio-Verordnung konsequent umgesetzt werden und der Einsatz von ökologischem Saatgut müsste steigen.

Es ist davon auszugehen, dass die Bewusstseinsbildung in der Agrarbranche und anderen relevanten gesellschaftlichen Bereichen für Fragen der Biodiversität und gesunder nachhaltiger Ernährung insgesamt wieder zu einem weiteren Wachstum des Ökologischen Landbaus und in der Folge auch zu einer stabilen Nachfrage nach unserem Angebot führt.

Aufgrund der aktuellen Situation beschränkt sich die Entwicklung des Kollegiums auf strategisch besonders relevante Stellen und die individuelle Förderung von Mitarbeitenden, die mehr Verantwortung übernehmen.

Saatgut

Die ausreichende Saatgutverfügbarkeit mit guten Qualitäten ist ein Schlüsselfaktor für die Erzielung der Umsatzerwartung. Bei den zu beobachtenden klimatischen Veränderungen im Anbau der Saatgutkulturen erweist sich unser Netzwerk an Saatgutvermehrer:innen mit langfristiger Zusammenarbeit weiterhin als stabile Grundlage. Allerdings werden die zusätzlichen Herausforderungen (Kostensteigerung bei Produktionsfaktoren, Fachkräftemangel und verminderter Absatz für Marktkulturen und Saatgutkulturen), zunehmend zu mittelfristiger Existenzgefährdung einzelner Betriebe im Netzwerk.

12 https://www.bmel.de/SharedDocs/Meldungen/DE/Presse/2023/231004-klimaschutzprogramm.html

Es ist davon auszugehen, dass die aktuelle Erntesaison 2023 in Verbindung mit ausreichenden Lagervorräten dazu führt, dass die Nachfrage nach unserem Saatgut ausreichend gedeckt werden kann.

Investitionen

Nach den hohen Investitionen der Vorjahre ist auf Grund der aktuellen betrieblichen und gesamtwirtschaftlichen unsicheren Situation eine zurückhaltende Investitionstätigkeit geplant. Diese fokussiert sich darauf, laufende Investitionsvorhaben abzuschließen, und gezielt in effizienzsteigernde oder energiesparende Maßnahmen zu investieren. Aufgrund des zunehmenden Alters von Gebäuden und Anlagen erwarten wir einen leichten, jedoch kontinuierlich höher werdenden Investitionsbedarf für Ersatzbeschaffung bei Maschinen und Bau- und Raumausstattungen.

Gewinnerwartung

Wir erwarten keine wesentlichen Einflüsse in Form von Sondereffekten.

Bei Erreichen der prognostizierten Umsatzentwicklung in Verbindung mit weiteren kostensenkenden Maßnahmen, Verschiebung von Projekten und Investitionen erwarten wir ein niedriges, aber noch leicht positives Ergebnis. Sollten sich die prognostizierten Umsätze entgegen unserer Erwartungen prozentual wie im Vorjahr entwickeln, ist mit einem deutlichen negativen Ergebnis zu rechnen.

2. Chancen und Risikobericht

Risiken und Chancen (Branchenrisiken, Liquiditätsrisiken, Versicherungen) der Bingenheimer Saatgut AG werden auf Geschäftsleitungsebene mit dem Leitungskreis und dem Aufsichtsrat des Unternehmens analysiert.

2.1. Chancenbericht

Chancen für die folgenden Jahre sehen wir in der konsequenten Weiterverfolgung unserer Strategie, unsere Alleinstellungsmerkmale im Sinne einer Herstellermarke zu stärken und unsere authentische Kommunikation mit allen Kundengruppen weiter auszubauen. Sollte es gelingen das Bewusstsein von Anbauern und Kundschaft, bei dem Ziel lokale Märkte zu stärken, auf die Saatgutfrage zu erweitern, könnten wir mit unserem Angebot einen großen Wettbewerbsvorteil erzielen. Durch eine stärkere Betonung unseres Angebotes auch als Alternative und Protest gegen die Entwicklungen der konventionellen Saatgutindustrie im Bereich der neuen Gentechnik, wollen wir langfristig neue Kundengruppen erreichen. Die Forschungsaktivitäten fokussieren auf die Verbesserung der Saatgutqualität für den Erwerbsgemüsebau sowie auf die für die Ansprüche unserer Kund:innen orientierte Weiterentwicklung unseres Sortimentes.

2.2. Risikobericht

Branchenrisiken: Wir leben in einer Zeit der gesellschaftlichen, weltweiten "Stapelkrisen": Der Krieg in der Ukraine, im Sudan, und in weiteren Teilen der Welt drohende Kriege, der unzureichende Umgang politischer Verantwortungsträger mit der Klimakrise, Dürre in vielen Bereichen des Landes, Europas und der Welt, verheerende Waldbrände, der drohende Einsatz der Gentechnik - all diese Krisen "stapeln" sich und führen zu einer unberechenbaren Weltlage mit gleichzeitig komplexer Marktlage.

Es ist zu erwarten, dass die für das kommenden Jahr prognostizierte Nachfrage nach Bio-Frischware im Naturkostfachhandel in Verbindung mit den erhöhten Anbaurisiken sich auf die zukünftige Anbauplanung unserer Erwerbsgärtnerkund:innen auswirken und die Nachfrage nach Saatgut negativ bestimmen wird. Positive Entwicklungen erwarten wir durch die Teilnahme an Wertschöpfungsketten übergreifenden Forschungsprojekten im Naturkostfachhandel und Intensivierung von Beratung und Service. Zukünftig könnten Effekte der verstärkten Förderung der Außer-Haus-Verpflegung des BMEL "Mehr Bio in Restaurants, Kantinen und Mensen" zu positiven Effekten bei unseren Kund:innen im Erwerbsgartenbau führen und nachfolgend zu einer Stabilisierung der Nachfrage nach unserem Saatgut beitragen 13.

Im Saatgutgeschäft für den Hobbygartenbau und im Naturkostfachhandel beobachten wir kontinuierlich eine stärker werdende Wettbewerbsintensität, der wir jedoch über die Ausdehnung unseres Sortiments sowie des Beratungsangebotes begegnen. Im Naturkostfachhandel erreichen wir eine stärkere Markenbindung durch intensive Jahresgespräche und die gezielte Erfüllung von Produktwünschen des Handels. Zudem werden wir die Unterstützung des Großhandels mit unserem Beratungsangebot beim Anbau von Frischgemüse weiterführen.

Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Qualitätsprodukte hat zwar abgenommen, aber insgesamt ist das Bewusstsein in vielen gesellschaftlichen Bereichen für die Notwendigkeit einer grundlegenden Veränderung unverändert hoch.

Der Gesetzesentwurf der EU-Kommission zur künftigen Regulierung der Gentechnik ist ein Verordnungsentwurf, den die EU-Kommission Anfang Juli vorgelegt hat. Würde der Vorschlag angenommen, würde der größte Teil der mit neuen gentechnischen Verfahren (NGT) wie Crispr/Cas hergestellten Pflanzen ohne Zulassung und Risikoprüfung angebaut werden können. Fertige Pflanzen und die daraus hergestellten Lebensmittel sollen ohne Kennzeichnung in die Regale

13 https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/oekologischer-landbau/bio-ausser-haus-verpflegung.html

kommen14. Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, ist mit erheblichen Auswirkungen auf den Ökolandbau, die ökologische Saatgutbranche und den Naturkostfachhandel zu rechnen.

Eine Risikoeinschätzung für die Bingenheimer Saatgut AG ist aufgrund des noch offenen Prozesses derzeit nicht möglich.

Liquiditätsrisiken: Die Liquiditätsversorgung über die vorhandenen Kassen- und Bankguthaben sowie über langfristig vereinbarte Bankkreditlinien, die bei Bedarf auch ausgeweitet werden können bedarf erhöhter Aufmerksamkeit.

Versicherungen: Der Versicherungsschutz der Bingenheimer Saatgut AG ist gut strukturiert und wird entsprechend der Ausweitung der Geschäftstätigkeit laufend angepasst. Eine optimale Absicherung zu günstigen Konditionen ist gewährleistet.

Insgesamt kommen wir zu der Gesamtbeurteilung, das unter Berücksichtigung der nicht planbaren Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg, den Energiepreisen, der Inflation sowie der Verbraucherzurückhaltung für das Jahr 2023/2024 sowohl ein leicht positives als auch ein deutlich negatives Jahresergebnis eintreten kann. Letzteres insbesondere dann, wenn unsere Umsatzplanungen nicht erreicht werden können. In beiden Fällen ist das Unternehmen keinen den Fortbestand gefährdenden Risiken ausgesetzt ist. Zudem sind keine Einflüsse erkennbar, die die Vermögens- und Finanzlage beeinträchtigen. Lediglich die Ertragslage ist aktuell beeinträchtigt. Die tatsächliche Entwicklung wird unsere finanziellen Leistungsindikatoren beeinflussen, so dass sich diese ebenfalls leicht positiv oder deutliche negativ entwickeln werden.

 

Bingenheim, den 13.10.2023

Die Vorständin

Petra Boie

Bilanz

Aktiva

30.6.2023
EUR
30.6.2022
EUR
A. Anlagevermögen 6.857.203,41 7.025.025,07
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 5.904,00 19,00
1. Geschäfts- oder Firmenwert 1,00 1,00
2. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 5.903,00 18,00
II. Sachanlagen 6.614.022,72 6.807.729,38
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.897.485,72 4.944.694,72
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.716.537,00 1.667.960,25
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 195.074,41
III. Finanzanlagen 237.276,69 217.276,69
1. Beteiligungen 4.760,09 4.760,09
2. Sonstige Finanzanlagen 232.516,60 212.516,60
B. Umlaufvermögen 6.156.202,85 4.776.927,80
I. Vorräte 4.121.737,43 3.161.513,58
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 430.049,35 503.756,18
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2.600,00
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.604.416,07 1.111.658,04
C. Rechnungsabgrenzungsposten 34.167,01 23.216,02
Aktiva 13.047.573,27 11.825.168,89

Passiva

30.6.2023
EUR
30.6.2022
EUR
A. Eigenkapital 8.691.253,27 9.019.765,34
I. Gezeichnetes Kapital 845.000,00 845.000,00
II. Kapitalrücklage 2.252.500,00 2.252.500,00
III. Gewinnvortrag 5.753.265,34 5.407.217,04
IV. Jahresfehlbetrag 159.512,07 -515.048,30
B. Rückstellungen 390.789,00 883.318,36
C. Verbindlichkeiten 3.955.098,77 1.922.085,19
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.298.280,82 958.517,56
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 321.466,37 135.682,10
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2.976.814,45 822.835,46
2. sonstige Verbindlichkeiten 656.817,95 963.567,63
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 621.911,18 963.567,63
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 34.906,77
D. Rechnungsabgrenzungsposten 10.432,23
Passiva 13.047.573,27 11.825.168,89

Gewinn- und Verlustrechnung

1.7.2022 - 30.6.2023
EUR
1.7.2021 - 30.6.2022
EUR
1. Rohergebnis 7.447.031,05 8.274.629,54
2. Personalaufwand 4.436.393,74 4.228.968,88
a) Löhne und Gehälter 3.570.023,68 3.421.772,09
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 866.370,06 807.196,79
davon für Altersversorgung 100.792,56 66.292,89
3. Abschreibungen 489.933,09 453.789,35
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 489.933,09 453.789,35
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.638.299,52 2.838.527,66
5. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 11.629,55 5.873,94
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 68.998,44 32.954,51
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -22.560,40 204.106,50
8. Ergebnis nach Steuern -152.403,79 522.156,58
9. sonstige Steuern 7.108,28 7.108,28
10. Jahresfehlbetrag 159.512,07 -515.048,30

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Bingenheimer Saatgut AG mit Sitz in Echzell, ist beim Handelsregister des Amtsgericht Friedberg unter der HRB Nummer 4963 eingetragen.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne § 267 Abs. 2 HGB.

Auf die Rechnungslegung der Gesellschaft finden die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Absatz 2 HGB Anwendung.

Die Gesellschaft nimmt die für mittelgroße Gesellschaften geltenden Angaben, Erleichterungen der §§ 276, 288 HGB teilweise in Anspruch.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses zum Bilanzstichtag 30. Juni 2023 werden die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) berücksichtigt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde - wie in den Vorjahren - nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich unverändert beibehalten.

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Bewertungsfreiheit im Zugangsjahr für Geringwertige Wirtschaftsgüter (§ 6 Abs. 2 EStG) ist genutzt.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Die Nutzungsdauer von Computerhardware und Software kann in den Wirtschaftsjahren, die nach dem 31.12.2020 enden, auf 1 Jahr reduziert werden. Durch die Absenkung der Nutzungsdauer können digitale Wirtschaftsgüter als sog. kurzlebige Wirtschaftsgüter behandelt werden und unterliegen nicht mehr einer Abschreibung. Die Anschaffungskosten sind sofort als Betriebsausgabe abzugsfähig. Dieses Wahlrecht wurde für im Geschäftsjahr 2022/2023 neu angeschaffte Wirtschaftsgüter in Anspruch genommen.

Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert ab 2018 von 800,00 € (geringwertige Wirtschaftsgüter) werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben und gleichzeitig im Anlagenspiegel als Abgang ausgewiesen. In den Jahren 2015 bis 2017 wurde für bewegliche, selbständig nutzbare Wirtschaftsgüter mit einem Wert über 150,00 € bis 1.000,00 € ein Sammelposten gebildet. Die Verteilung der Anschaffungskosten erfolgt über einen Zeitraum von 5 Jahren.

Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:

- Beteiligungen zu Anschaffungskosten oder niedrigeren beizulegenden Wert

- Ausleihungen zum Nennwert

Vorräte sind grundsätzlich mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen die aktivierungspflichtigen Materialeinzelkosten (§ 255 Abs. 2 HGB). Den erkennbaren Wertminderungen, insbesondere infolge des Zustandes, der Lagerdauer oder der Veräußerbarkeit ist durch Niederstwertabschreibung (§ 253 Abs. 3 HGB) Rechnung getragen. Die Bewertung der Vorräte erfolgt verlustfrei.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennbetrag angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit zweifelhaft ist, sind Einzelwertberichtigungen abgesetzt. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen.

Flüssige Mittel werden zum Nominalbetrag bewertet.

Bei den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlusstag ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist und entsprechen den zu erwartenden Ausgaben und drohenden Verlusten.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr und das Vorjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei sind alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Einnahmen vor dem Abschlusstag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Angaben zur Bilanz

Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird als Zugang und Abgang ausgewiesen. Die Geschäftsjahresabschreibung enthält diese Beträge.

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.07.2022
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 33.785,68 6.432,00 23.686,93
2. Geschäfts- oder Firmenwert 51.000,00 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 84.785,68 6.432,00 23.686,93
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.894.369,83 97.911,89 68.250,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.943.993,92 235.814,26 130.195,89
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 198.956,28 84.435,50 12.605,04
Summe Sachanlagen 9.037.320,03 418.161,65 211.050,93
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 4.760,09 0,00 0,00
2. sonstige Ausleihungen 191.766,60 0,00 0,00
3. Genossenschaftsanteile 20.750,00 20.000,00 0,00
Summe Finanzanlagen 217.276,69 20.000,00 0,00
Summe Anlagevermögen 9.339.382,40 444.593,65 234.737,86
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 30.06.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 16.530,75
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 51.000,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 67.530,75
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 112.782,37 6.036.814,09
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 154.122,50 3.203.734,79
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -266.904,87 3.881,87
Summe Sachanlagen 0,00 9.244.430,75
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 4.760,09
2. sonstige Ausleihungen 0,00 191.766,60
3. Genossenschaftsanteile 0,00 40.750,00
Summe Finanzanlagen 0,00 237.276,69
Summe Anlagevermögen 0,00 9.549.238,19
kumulierte Abschreibung 01.07.2022
EUR
Abschreibung Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibung 30.06.2023
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 33.767,68 536,00 23.675,93 0,00 10.627,75
2. Geschäfts- oder Firmenwert 50.999,00 0,00 0,00 0,00 50.999,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 84.766,68 536,00 23.675,93 0,00 61.626,75
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 949.675,11 189.653,26 0,00 0,00 1.139.328,37
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.276.033,67 299.743,83 88.579,71 0,00 1.487.197,79
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.881,87 0,00 0,00 0,00 3.881,87
Summe Sachanlagen 2.229.590,65 489.397,09 88.579,71 0,00 2.630.408,03
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 2.314.357,33 489.933,09 112.255,64 0,00 2.692.034,78
Zuschreibung Geschäftsjahr
EUR
Buchwert Geschäftsjahr 30.06.2023
EUR
Buchwert Vorjahr 30.06.2022
EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 5.903,00 18,00
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 1,00 1,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 5.904,00 19,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 4.897.485,72 4.944.694,72
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 1.716.537,00 1.667.960,25
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 195.074,41
Summe Sachanlagen 0,00 6.614.022,72 6.807.729,38
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,00 4.760,09 4.760,09
2. sonstige Ausleihungen 0,00 191.766,60 191.766,60
3. Genossenschaftsanteile 0,00 40.750,00 20.750,00
Summe Finanzanlagen 0,00 237.276,69 217.276,69
Summe Anlagevermögen 0,00 6.857.203,41 7.025.025,07

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr sämtlichst eine Laufzeit unter einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Laufzeit unter einem Jahr betragen EUR 134.154,10 (Vorjahr: 173.247,20)

Der Betrag der der sonstigen Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt 2.600,00 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR).

Art der Forderung zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
30.06.2023 TEUR kleiner 1 Jahr
TEUR
größer 1 Jahr
TEUR
aus Lieferungen und Leistungen 293,3 293,3 0,00
(Vj.) (330,5) (330,5) (0,00)
sonstige Vermögensgegenstände 136,8 134,2 2,6
(Vj.) (173,2) (173,2) (0,0)
Summe 430,0 427,4 2,6
(Vj.) (503,8) (503,8) (0,0)

Angaben über das genehmigte Kapital

Am Bilanzstichtag besteht ein Grundkapital von EUR 845.000,00. Es ist eingeteilt in 845.000 nennwertlose Namensaktien (Stückaktien) mit einem rechnerischen Wert von EUR 1,00.

Die Software AG Stiftung ist seit Gründung mit mehr als 25 % an der Gesellschaft beteiligt.

Zusätzliche Angaben zu dem Gewinnvortrag

Entwicklung des Postens Gewinnvortrag:

Betrag/EUR
Gewinnvortrag 30.06.2022 5.407.217,04
Jahresüberschuss 30.06.2022 515.048,30
Dividendenausschüttung im GJ 2022/2023 -169.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 346.048,30 346.048,30
5.753.265,34

Angaben und Erläuterungen zu Rückstellungen

Im Posten sonstige Rückstellungen sind die nachfolgenden nicht unerheblichen Rückstellungsarten enthalten.

Sonstige Rückstellungen Stand zum 30.06.2023
TEUR
Stand zum 30.06.2022
TEUR
für Personalkosten 318,2 348,9
für Erfüllung Aufbewahrungspflicht 6,6 6,6
für Instandhaltung bis 3 Monate 0,0 43,0
für Abschluss- und Prüfungskosten 56,0 47,2
für Sonstiges 10,0 8,0
Summe 390,8 453,7

Verbindlichkeiten

Der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt 3.011.721,22 EUR (Vorjahr: 822.835,46 EUR).

Art der Verbindlichkeit zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
30.06.2023 TEUR bis 1 J.
TEUR
1 bis 5 J.
TEUR
größer 5 J.
TEUR
gegenüber Kreditinstituten 3.298,3 321,5 1.068,4 1.908,4
(Vj.) (958,5) (135,7) (434,1) (388,7)
aus Lieferungen und Leistungen 481,5 446,6 34,9 0,0
(Vj.) (750,9) (750,9) (0,00) (0,0)
sonstige Verbindlichkeiten 175,3 175,3 0,0 0,0
(Vj.) (212,7) (212,7) (0,0) (0,0)
Summe 3.955,1 943,4 1.103,4 1.908,4
(Vj.) (1.922,1) (1.099,2) (434,1) (388,7)
Rundungsbedingte Differenz 0,1 0,1

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind, beträgt EUR 3.297.537,21 (EUR 958.068,45), davon EUR 3.297.537,21 (EUR 958.068,45) gegenüber Kreditinstituten. Die Sicherung erfolgt durch ein eingetragenes Pfandrecht an unbeweglichen Sachen.

Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz erscheinen und nicht gemäß § 251 HGB anzugeben sind, bestehen am 30. Juni 2023 aus Mietverträgen, Pacht- und Erbpachtverträgen und Leasingverträgen in Höhe per Anno EUR 120.173,48 (EUR 115.592,48). Die Verpflichtung besteht gegenüber einem Aktionär und Dritten.

Art der finanziellen Verpflichtungen Restlaufzeit Restlaufzeit
30.06.2023 < 1 Jahr
EUR
> 1 Jahr
EUR
> 5 Jahre
EUR
Miet- und Pachtverträge 87.242,60 338.879,50 912.298,65
(Vj.) (85.919,60) (293.461,90) (865.335,75)
Leasingverträge 32.930,88 58.556,54 0,00
(Vj.) (29.672,88) (28.996,04) (0,00)
Summe 120.173,48 397.436,04 912.298,65
(Vj.) (115.592,48) (322.457,94) (865.335,75)

Nachtragsbericht nach § 285 Nr. 33 HGB

Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung seit Bilanzstichtag bekannt.

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer betrug 101 (103).

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppen Zahl (Vj)
Angestellte 101 (103)
vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter 50 (48)
teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter 51 (55)

Namen der Mitglieder der Unternehmensorgane

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an:

Frau Petra Boie, 35410 Hungen ausgeübter Beruf: Vorstand (Vorstandsvorsitzende)
Herr Dr. Martin Timmermann, 13347 Berlin ausgeübter Beruf: Vorstand (bis 31.05.2023)

Dem Aufsichtsrat gehörten folgende Personen an:

Herr Sebastian Bauer, 64367 Mühltal ausgeübter Beruf: Projektleiter
Herr Jochen Pucher, 61209 Echzell ausgeübter Beruf: Geschäftsführer
Herr Horst Ritter, 79410 Badenweiler ausgeübter Beruf Betriebsleiter

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates war im Geschäftsjahr Herr Sebastian Bauer.

Vergütungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands betrugen für das Geschäftsjahr EUR 228.772,63 (EUR 295.322,23) die der Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 10.250,00 (EUR 13.450,00). Für zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands betrugen die Gesamtbezüge im Geschäftsjahr EUR 41.320,71 (EUR 0,00).

Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Der Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den im Jahresabschluss zum 30. Juni 2023 ausgewiesene Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2022/2023 in Höhe von TEUR 159,5 auf neue Rechnung vorzutragen und gegen den Gewinnvortrag zu verrechnen.

Unterschrift des Vorstands

 

Echzell, 29.09.2023

gez. Petra Boie

Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2022/23

der Bingenheimer Saatgut AG

Der Aufsichtsrat der Bingenheimer Saatgut AG (BSAG) hat, neben informellen Zusammenkünften und Gesprächen, im Geschäfts- und Berichtsjahr 2022/23 dreimal regulär getagt (07.10.2022, 31.03.2023, 23.06.2023). Mit Datum vom 29.10.2022 erfolgte eine Beschlussfassung im Umlaufverfahren gem. § 2 Abs. 4 der Geschäftsordnung. Außerordentliche Aufsichtsratssitzungen fanden im Berichtszeitraum am 02.03.2023 und 08.03.2023 statt. Die Bilanzsitzung für das Geschäftsjahr 2022/23 wurde am 11.10.2023 abgehalten. Die Beschlussfassung über die Feststellung des geprüften Jahresabschlusses erfolgte - wie in der Bilanzsitzung am 11.10.2023 beschlossen - nach Vorliegen des endgültigen Prüfungsberichts am 18.10.2023 im Umlaufverfahren.

Dem Aufsichtsrat haben im Geschäftsjahreszeitraum angehört: Herr Jochen Pucher (Lebensgemeinschaft Bingenheim, stellvertretender Vorsitzender), Herr Horst Ritter (Gärtnerei Piluweri) und Herr Sebastian Bauer (Software AG - Stiftung, Vorsitzender).

Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern; es wurden keine Ausschüsse gebildet. Alle Belange wurden in den gemeinsamen Sitzungen behandelt.

I. Überwachung der Geschäftsführung

Der Aufsichtsrat hat die Arbeit des Vorstandes im abgelaufenen Geschäftsjahr begleitet und sowohl inhaltlich als auch formal überwacht. Dies geschah gemäß den gesetzlichen Regelungen, der Satzung der Gesellschaft sowie der Geschäftsordnung für Vorstand und Aufsichtsrat. Die Berichte des Vorstandes wurden in gemeinsamen Sitzungen mit dem Vorstand erörtert. Wenn für Entscheidungen oder Maßnahmen nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung/Entscheidung bzw. ein Beschluss des Aufsichtsrates erforderlich war, wurde der Aufsichtsrat dazu rechtzeitig und ausführlich informiert und einbezogen.

In den Sitzungen wurden alle gemäß Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung erforderlichen Beschlüsse einstimmig gefasst. Auch außerhalb der eigentlichen Aufsichtsratssitzungen hat der Vorstand den Aufsichtsrat nach Bedarf mündlich, schriftlich oder per Videokonferenz über die Geschäftslage der Firma und über aktuelle Ereignisse informiert.

In den Sitzungen hat sich der Aufsichtsrat neben den immer wiederkehrenden Aspekten

- Aktuelle Geschäftslage

- Personalentwicklung

- Zukünftige Geschäftsentwicklung

- Investitionsplanungen

u. a. mit folgenden Themen beschäftigt:

- Jahresabschluss 2022/23

- Geschäftsplan für das Jahr 2023/24 und Folgejahre

- Strategische Entwicklung der BSAG aufgrund sich ändernder Marktbedingungen

- Grundstücksfragen und Umbaumaßnahmen bestehender Gebäude

- Organisationsentwicklung der BSAG

Die Aufsichtsratssitzungen waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr immer wieder durchzogen mit den Herausforderungen, die der weiter anhaltende Umsatzrückgang (-7% in 2022/23, -5,9% im Vorjahr) mit sich brachte. Grund dafür ist die sehr schwierige Marktlage im Kernmarkt Naturkostfachhandel und die allgemeine Kaufzurückhaltung der Endkunden. Dadurch ergaben sich deutliche Auswirkungen auf das Ergebnis und weitere betriebswirtschaftliche Faktoren, welches erstmalig in der Geschichte der BSAG negativ ist.

Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf der Begleitung des Prozesses des neuen Vorstands durch den Einstieg von Dr. Martin Timmermann. Die vereinbarte Evaluierung der Zusammenarbeit wurde auf Wunsch von Dr. Martin Timmermann zeitlich vorgezogen. Im Zuge dieses Prozesses wurde deutlich, dass zwischen dem Anspruch des Aufsichtsrats an die Vorstandsaufgaben und deren Umsetzung Unterschiede sichtbar wurden, die zur gemeinsamen Entscheidung führten, den befristeten Vorstandsvertrag nicht zu verlängern. Damit ging eine frühzeitige Freistellung zum 31.03.2023 von Dr. Martin Timmermann einher. Alle Entscheidungen in diesem Prozess wurden vom Aufsichtsrat in enger Abstimmung mit der Vorständin und Prokuristin getroffen.

Durch die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Geschäftsjahr wurden die Fragen der räumlichen Weiterentwicklung der Bingenheimer Saatgut AG auf das Notwendigste beschränkt mit dem Ziel, bei positiver Geschäftsentwicklung weiterhin ausreichend Entwicklungsoptionen in Bau und Raum zu haben.

II. Bericht über das Ergebnis der Prüfung der Abschlussunterlagen

Der Jahresabschluss 2022/23 zum 30. Juni 2023 wurde gem. § 18 Abs. 1 S. 2 der geltenden Satzung der Gesellschaft dem Aufsichtsrat vorgelegt. Er ist nach den Richtlinien des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) erstellt. Die notwendigen Unterlagen zum Jahresabschluss 2022/23 haben dem Aufsichtsrat vorgelegen.

Für dieses Wirtschaftsjahr wurde auf Grundlage des § 316 HGB in Verbindung mit § 267 Abs. 1 HGB eine Prüfung des Jahresabschlusses durchgeführt. Dafür hatte die Hauptversammlung am 25.11.2022 die wp.mi - WP Mittelstand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Vertretung des Wirtschaftsprüfers Herr Sascha Dähn zum Prüfer gewählt. Im Anschluss an die Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat die Bestellung des von der Hauptversammlung gewählten Wirtschaftsprüfers beschlossen.

Nach der Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz nebst weiteren Anlagen, sowie der Überprüfung der Abläufe und Buchführung des abgelaufenen Geschäftsjahres durch die Kleff, vorm Walde & Partner GbR aus Kassel, in Vertretung von Herrn Meinolf vorm Walde, wurde der Jahresabschluss durch den Wirtschaftsprüfer Herrn Sascha Dähn geprüft.

III. Stellungnahme zum Ergebnis des Jahresabschlusses, Prüfung des Jahresabschlusses, Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers und Gewinnverwendung

In seiner Bilanzsitzung am 11.10.2023 hat sich der Aufsichtsrat ausführlich mit dem Jahresabschluss 2022/23 beschäftigt:

In diesem Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von 10.380 T€ (Vorjahr: 11.210 T€) erwirtschaftet. Somit gab es in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren einen Rückgang der Umsatzerlöse, der sich im Jahr 2022/23 auf -7,4% belief (Vorjahr: -5,9%). Erstmals in der Geschichte der BSAG ist im Geschäftsjahr 2022/23 ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 159 T€ zu verzeichnen (Vorjahr: Jahresüberschuss von 515 T€). Dadurch sank die Eigenkapitalquote auf 66,7% und hat sich um 9,6% verschlechtert (Vorjahr: 76,3%).

Der aktuelle Aktienwert je vinkulierte Namensaktie im Nennwert von 1 EUR, liegt nach dem Substanzwertverfahren zum 30.06.2023 bei 10,29 EUR pro Aktie (Vorjahr 10,67 EUR).

Der im Entwurf vorliegende und mit der Einladung an die Aktionäre versandte finale Lagebericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2022/23 wurde vom Aufsichtsrat entgegengenommen.

Die Abschlussunterlagen und der Entwurf des Prüfungsberichts für das Geschäftsjahr 2022/23 wurden in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats umfassend diskutiert. Im Sinne des § 171 Abs. 1 S 2 ff AktG berichtete der Wirtschaftsprüfer Herr Sascha Dähn über den Umfang, die Schwerpunkte sowie die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung.

Der Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers ergab gem. § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB keine Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts der BSAG.

Auf Basis dieser umfassenden Prüfung stimmte der Aufsichtsrat nach Vorliegen des finalen Prüfungsberichts den Ergebnissen des Abschlussprüfers gem. § 171 Abs. 2 S. 3 AktG zu und erhob keine Einwendungen.

Abschließend wurde der Jahresabschluss im Umlaufbeschlussverfahren durch den Aufsichtsrat gem. § 172 AktG gebilligt und damit festgestellt.

Vor dem Hintergrund der guten Zusammenarbeit und der kritischen Auseinandersetzung mit den Unterlagen zur Jahresrechnung der BSAG, schlägt der Aufsichtsrat der Hauptversammlung für die Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023/24 vor, diese weiterhin durch die wp.mi - WP Mittelstand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bzw. dem Wirtschaftsprüfer Herrn Sascha Dähn durchführen zu lassen.

Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung für die Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023/24 zur Wahl vor:

• wp.mi - WP Mittelstand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in Vertretung von Herrn Sascha Dähn.

Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung eine Gewinnverwendung wie folgt vor:

• Vortrag des zum 30. Juni 2023 ausgewiesenen Jahresfehlbetrags in Höhe von TEUR 159,5 auf neue Rechnung und Verrechnung gegen den Gewinnvortrag.

Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung vor, folgenden Beschluss über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands zu fassen:

• Erteilung der Entlastung für die im Geschäftsjahr 2022/2023 amtierenden Mitglieder des Vorstands der Bingenheimer Saatgut AG (Frau Petra Boie für das ganze Geschäftsjahr, Herrn Dr. Martin Timmermann für den Zeitraum vom 01. Juli 2022 bis zum 31. Mai 2023).

IV. Ausblick

Es wird derzeit davon ausgegangen, dass sich die aktuelle Krisenlage noch mindestens bis in das nächste Jahr hinziehen wird und damit den gesamten Zeitraum des laufenden Geschäftsjahres betreffen wird. Vor diesem Hintergrund ist mit einer verhaltenen Geschäftsentwicklung zu rechnen, die sich wiederum in der Haushaltsplanung mit einem leichten Umsatzrückgang widerspiegelt. Dies führt dazu, dass auch auf der Beschaffungsseite mit Reduzierungen zu rechnen ist.

Der aktuell laufende Auswahlprozess für die vakante Vorstandsposition wird weiterhin einen Fokus der Arbeit im nächsten Geschäftsjahr sein. Wir sind zuversichtlich, dass wir den richtigen Menschen für die anstehenden Aufgaben bald finden werden. Auf die Begleitung eines sich anschließenden Onboardings wird seitens des Aufsichtsrats ein besonderes Augenmerk gelegt.

Daneben gilt es weiterhin, die sich verändernden Marktstrukturen und Entwicklungen auf der gesetzlichen Regulierungsebene gut zu beobachten und sich damit auseinander zu setzen.

Der Aufsichtsrat dankt Frau Petra Boie und Herrn Dr. Martin Timmermann (bis 31.05.2023) als Vorstände der BSAG, sowie Frau Isabelle Sanchez als Prokuristin und allen Mitarbeiter:innen herzlich für die geleistete und erfolgreiche Arbeit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die gesamte Belegschaft wieder mit vielen Anpassungen und Anforderungen konfrontiert und hat intensiv an der Weiterentwicklung der BSAG gearbeitet. Die volatile Geschäftsentwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen haben allen sehr viel abverlangt.

Dafür sei allen Mitwirkenden ganz herzlich gedankt!

Auch an die Züchter:innen sowie an die Vermehrer:innen des Initiativkreises und den Mitarbeiter:innen von Kultursaat e. V. ergeht ein ganz herzlicher Dank des Aufsichtsrates. Denn Sorten, deren Früchte den Menschen auf allen Lebensebenen ernähren, ihn in seiner Entwicklung fördern, verbunden mit einer fachlich anspruchsvollen Vermehrung, sind das Fundament der Arbeit der Bingenheimer Saatgut AG.

Der Aufsichtsrat möchte Herrn vorm Walde als Steuerberater für seine Tätigkeit- auch und besonders in den vielen Alltagssituationen, in denen sein fachlicher Rat gefragt war- ausdrücklich seinen Dank aussprechen.

Unser Dank gilt auch der wp.mi - WP Mittelstand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Vertretung von Herrn Sascha Dähn für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in diesem Jahr.

Der Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2022/23 wurde von allen Aufsichtsratsmitgliedern zur Kenntnis genommen, besprochen und verabschiedet.

 

Darmstadt, den 18. Oktober 2023

Sebastian Bauer, Vorsitzender des Aufsichtsrates

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 24.11.2023 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Zu dem Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bingenheimer Saatgut AG, Echzell

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Bingenheimer Saatgut AG, Echzell - bestehend aus der Bilanz zum 30. Juni 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bingenheimer Saatgut AG für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. Juni 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 III 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren.

Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt.

Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;

• führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

München, den 18. Oktober 2023

WP Mittelstand AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Gertrud Deffner, Diplom-Kauffrau, Wirtschaftsprüferin

Sascha Dähn, Diplom-Betriebswirt BA, Wirtschaftsprüfer

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