BitConnect GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christian Ingo Weidtmann seit 22.4.2024 | Prokura |
Robert Schmitz seit 22.4.2024 | Prokura |
Markus Werner Ryhsen seit 26.1.2022 | Prokura |
Harry Gerd Hintz seit 26.1.2022 | Prokura |
Heiko Beckmann seit 6.3.2020 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KGMünchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Zur Offenlegung bestimmte Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Anlage zur Konzernbilanz
Zur Offenlegung bestimmter Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Allgemeine Grundsätze Die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, München (TW), eingetragen beim Amtsgericht München, HRA 115189, ist als Personenhandelsgesellschaft nach den Vorschriften des PubIG verpflichtet, einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht aufzustellen und offenzulegen. Auf die Inanspruchnahme der Erleichterung gemäß § 13 Abs. 3 Satz 1 und 2 PubIG bei der Aufstellung wird verzichtet. Der Konzernabschluss der TW ist nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz erfolgte grundsätzlich gemäß § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt. Zur Erhöhung der Klarheit der Darstellung werden in der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Posten zusammengefasst und im Konzernanhang gemäß § 265 Abs. 7 Nr. 2 HGB gesondert ausgewiesen. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden grundsätzlich nach den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der TW erstellt. Soweit abweichende Wertansätze aus dem Jahresabschluss einer Tochtergesellschaft übernommen wurden, sind diese für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt. Der Abschlussstichtag von einem inländischen vollkonsolidierten Unternehmen ist der 31. Juli. Für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss wurde von diesem Unternehmen ein Zwischenabschluss zum Konzernabschlussstichtag erstellt. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden neben TW alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen, auf die TW unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Der Kreis vollkonsolidierter Unternehmen umfasst 96 (i. Vj. 97) inländische und 79 (i. Vj. 85) ausländische Gesellschaften. Im Berichtsjahr wurden neun (i. Vj. acht) Tochterunternehmen erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen und 16 (i. Vj. zwölf) Unternehmen, sind ausgeschieden. Von den 16 ausgeschiedenen Gesellschaften wurden sechs russische Gesellschaften des Teilkonzerns OBH aufgrund des Länderexits entkonsolidiert. Die Entkonsolidierung der russischen Gesellschaften zum 1. März 2022 hat die Konzernbilanz wesentlich beeinflusst:
Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist durch den Exit Russland mit sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 147.987 belastet. Neben dem Entkonsolidierungsergebnis sind hier Wertberichtigungen auf Forderungen und Darlehen sowie passivierte Mietgarantien enthalten. Aufgrund ihrer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wurde analog Vorjahr bei zwei (i. Vj. zwei) inländischen und zwei (i. Vj. zwei) ausländischen Gesellschaften gemäß § 296 Abs. 2 HGB auf eine Einbeziehung verzichtet. Weitere acht (i. Vj. sechs) Unternehmen im Ausland werden gemäß § 296 Abs. 1 Nr. 1 HGB nicht einbezogen und wie ein assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode einbezogen. Die Bilanzsumme dieser Unternehmen beträgt zusammen TEUR 33.111 (i. Vj. TEUR 10.120). Die Erhöhung der Bilanzsumme dieser Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr ist durch Kapitaleinzahlungen in drei Gesellschaften begründet. Die Einbeziehung dieser Gesellschaften in den Kreis der vollkonsolidierten Gesellschaften erfolgt in dem Geschäftsjahr, in welchem nachhaltiges Wachstum der Umsatzerlöse erzielt und wesentlicher Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns genommen wird. Im laufenden Geschäftsjahr werden 25 (i. Vj. 26) inländische und neun (i. Vj. 13) ausländische assoziierte Unternehmen, an denen die Unternehmensgruppe Tengelmann im Regelfall zwischen 20 % und 50 % der Anteile hält und bei denen sie einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausübt, nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Eine Übersicht aller Beteiligungsgesellschaften der Unternehmensgruppe Tengelmann, inklusive der Angaben des § 313 Abs. 2 HGB, ist als Anlage 2 diesem Anhang beigefügt. Des Weiteren hält der Konzern dauerhaft die folgenden Beteiligungen mit einem Anteilsbesitz größer 20 %:
Konsolidierungsgrundsätze Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 und 2 HGB nach der Neubewertungsmethode zu dem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen erstmals Tochterunternehmen geworden ist. Der Wertansatz der dem Mutterunternehmen mittel- und unmittelbar gehörenden Anteile wird hierbei mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens, wie es sich aus der zum maßgeblichen Zeitpunkt aufgestellten Neubewertungsbilanz ergibt, verrechnet. Die bei der Erstkonsolidierung entstandenen aktiven Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und planmäßig abgeschrieben. Einzelbeträge bis TEUR 25 werden sofort abgeschrieben. Ein sich ergebender passiver Unterschiedsbetrag wird in einem gesonderten Posten unterhalb des Eigenkapitals ausgewiesen und entsprechend den Vorschriften des § 309 Abs. 2 HGB fortgeschrieben. In Vorjahren entstandene passive Unterschiedsbeträge bleiben, sofern sie auf Gewinnthesaurierungen zwischen dem Zeitpunkt des Erwerbs und der Erstkonsolidierung zurückzuführen und damit technisch bedingt sind, weiterhin Bestandteil der Gewinnrücklagen. Seit dem Geschäftsjahr 2016 werden statuswahrende Auf- und Abstockungen von Anteilen als erfolgsneutrale Kapitalvorgänge gemäß DRS 23 dargestellt. Dies bedeutet, dass eine Neubewertung der Vermögensgegenstände und Schulden sowie die Aktivierung oder Passivierung eines Unterschiedsbetrags und dessen erfolgswirksame Folgebilanzierung entfällt. Stattdessen wurden die Anschaffungskosten der weiteren Anteile mit dem hierauf entfallenden nicht beherrschenden Anteil am Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs dieser Anteile verrechnet. Ein sich hieraus ergebender Unterschiedsbetrag (aktiv oder passiv) ist erfolgsneutral mit dem Konzerneigenkapital, vorrangig mit den Gewinnrücklagen, zu verrechnen. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden in der Konzernbilanz gemäß § 312 Abs. 1 Satz 1 HGB nach der Buchwertmethode bewertet, wobei ein verbleibender Unterschiedsbetrag zusammen mit der Beteiligung ausgewiesen wird. Die Ermittlung des Unterschiedsbetrages erfolgt zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung des Unternehmens als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss. Der Anteil am Jahresergebnis dieser Unternehmen, einschließlich der Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird im Beteiligungsergebnis des Konzerns gezeigt. Auf eine Anpassung an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bei den Jahresabschlüssen der assoziierten Unternehmen wurde verzichtet. Zwischenergebnisse, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Auf ergebniswirksame Konsolidierungen werden Steuerabgrenzungen vorgenommen. Währungsumrechnung Die Vermögens- und Schuldposten der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, die ihre Abschlüsse in ausländischer Währung aufstellen, werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs gemäß § 308a HGB am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung einschließlich des Jahresergebnisses werden zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres in Euro umgerechnet. Die sich ergebenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in einen gesonderten Posten innerhalb des Eigenkapitals eingestellt. Eine Auflösung des Postens erfolgt ergebniswirksam bei teilweisem oder vollständigem Ausscheiden des Tochterunternehmens aus dem Konsolidierungskreis. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände - einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte - sowie das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungskosten aktiviert und linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit der nach den vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert der Anlagegüter über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände - ohne Geschäfts- und Firmenwerte -werden über eine Nutzungsdauer zwischen 3 und 15 Jahren abgeschrieben.
Im Teilkonzern Olympics Baumarkt Holding GmbH, Wermelskirchen (OBH), bestehen für drei Standorte Sale-and-Lease-Back-Verträge, nach denen diese Standorte von den jeweiligen Marktbetreibergesellschaften für eine Dauer von 15 Jahren (ohne Verlängerungsoptionen) geleast werden. Hieraus resultierende Vermögensgegenstände werden weiterhin im Anlagevermögen ausgewiesen. Korrespondierend wird unter den sonstigen Verbindlichkeiten eine Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber ausgewiesen. Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung erfolgt linear über fünf, acht und 15 Jahre. Die voraussichtliche Nutzungsdauer der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung im Teilkonzern OBH beträgt aufgrund des durchschnittlichen Innovationszyklus des OBI-Marktauftrittes acht Jahre. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung der anderen Gesellschaften werden über 15 Jahre entsprechend der durchschnittlichen Laufzeit der Filialmietverträge abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung von im Bereich Online-Shopping tätigen Gesellschaften werden über fünf Jahre entsprechend der zum Zugangszeitpunkt geltenden Fassung des § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB abgeschrieben. Die Geschäfts- und Firmenwerte aus den Einzelabschlüssen werden im Teilkonzern OBH über einen Zeitraum von 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer für die Geschäfts- und Firmenwerte ist auf die durchschnittliche Laufzeit der Mietverträge der Marktgesellschaften zurückzuführen. Im Teilkonzern KiK Textilien und Non-Food GmbH (KiK), Bönen, wird ein Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend der zum Zugangszeitpunkt geltenden Fassung des § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB über fünf Jahre abgeschrieben. Die Bewertung der Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen, der übrigen Beteiligungen sowie der Wertpapiere erfolgt zu Anschaffungskosten des Konzerns oder zu niedrigeren beizulegenden Werten. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sind zu fortgeschriebenen Anschaffungskosten, erhöht oder vermindert um die anteiligen, noch nicht vereinnahmten Ergebnisse der Gesellschaft und vermindert um (außer-)planmäßige Abschreibungen des aktiven Unterschiedsbetrags, bewertet. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung im Teilkonzern OBH werden aufgrund des durchschnittlichen Innovationszyklus des OBI-Marktauftrittes über acht Jahre planmäßig linear abgeschrieben. Sämtliche übrigen Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung werden planmäßig mangels zuverlässiger Schätzung über die typisierte Nutzungsdauer von fünf Jahren entsprechend der zum Zugangszeitpunkt geltenden Fassung des § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB abgeschrieben. Im Geschäftsjahr zugegangene Geschäfts- oder Firmenwerte werden grundsätzlich ebenfalls über fünf Jahre abgeschrieben, da es sich hierbei um Investitionen in Venture Capital-Beteiligungen handelt, welche in einem frühen Stadium getätigt werden und somit Unsicherheiten hinsichtlich deren operativer Entwicklung bestehen. Ausleihungen sind zum Nennwert bzw. dem Betrag angesetzt, der ihnen bei einer Wertminderung beizulegen ist. Ausleihungen mit eigenkapitalähnlichen Charakter an verbundene Unternehmen, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung für den Konzern at equity bewertet werden, werden bei der Fortschreibung eines negativen Equitywertes einbezogen. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. niedrigeren Tages- oder Marktpreisen angesetzt Lagerhaltungs- und Marktrisiken werden durch Wertabschläge berücksichtigt Im Teilkonzern KiK werden die Vorräte artikelgenau anhand des gleitenden Durchschnittspreises bewertet Zur einheitlicheren Darstellung von steuerlichen und handelsrechtlichen Wertansätzen werden im Teilkonzern OBH nur noch einzeln zugeordnete Anschaffungspreisminderungen bei der Bewertung des Vorratsvermögens berücksichtigt. Nachträglich gewährte Anschaffungspreisminderungen werden unmittelbar ertragswirksam erfasst Zum Verkauf bestimmtes, selbst entwickeltes Immobilienvermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, sofern dieses nicht in seinem beizulegenden Zeitwert gemindert ist Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Im Geschäftsjahr 2022 wurde im TK KiK nach den beiden Corona-Jahren erstmalig wieder eine Ermittlung von Reichweitenabschlägen durchgeführt, da erstmalig wieder eine aussagekräftige Berechnung "Bestand dividiert durch Verkäufe der letzten zwölf Monate" möglich war. Der zum Stichtag 31. Dezember 2022 artikelgenau ermittelte Reichweitenabschlag beträgt bezogen auf den Gesamtbestand TEUR 1.044. Der Ansatz der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Nennwerten. Erkennbaren Einzelrisiken und dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch angemessene Wertberichtigungen Rechnung getragen. Die Bewertung von kurzfristigen Fremdwährungsforderungen erfolgt unter Berücksichtigung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag. Latente Steuern werden für sämtliche zukünftig abzugsfähigen bzw. zukünftig zu versteuernden temporären Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Diese können zum einen aus unterschiedlichen Wertansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, aus Anpassungen von Bilanzansätzen an konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen entstehen. Zusätzlich zu diesen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Bei den Verlustvorträgen wird darauf abgestellt, ob eine Nutzung innerhalb der auf das Berichtsjahr folgenden fünf Geschäftsjahre zu erwarten ist. Die entsprechende Beurteilung erfolgt auf der Basis einer Planungsrechnung, die sich aus historischen Erfahrungswerten, wirtschaftlicher Entwicklung der Gesellschaft sowie des Umfeldes und sonstigen bekannten Trends zusammensetzt. Bei neuen Erkenntnissen wird die Planung entsprechend angepasst. Sofern aktive latente Steuern in Folgejahren voraussichtlich nicht realisiert werden können, erfolgt eine Wertberichtigung. Bei der Ermittlung der latenten Steuern wird von den nach derzeitiger Rechtslage geltenden Steuersätzen zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Realisierung ausgegangen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen, sofern sie gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen. Die Auswirkungen von Steuersatzänderungen werden im Jahr der Gesetzesänderung ergebniswirksam berücksichtigt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected-Unit-Credit-Methode") ermittelt. Zukünftige erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 1,7 % bis 2,0 % bei den Renten ausgegangen. Gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB wurde bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen die Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre vorgenommen. Der von der Deutschen Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz beträgt zum 31. Dezember 2022 1,79 % (i. Vj. 1,87 %). Die Verpflichtungen aus Barlohnumwandlung wurden ebenfalls unter Zugrundelegung des Rechnungszinssatzes für einen Zehn-Jahres-Durchschnittszeitraum ermittelt. Der Unterschiedsbetrag aus den versicherungsmathematischen Barwerten zu den Rechnungszinssätzen auf Basis des Sieben- bzw. Zehn-Jahres-Durchschnittszeitraums beträgt für beide Rückstellungen insgesamt TEUR 8.835 (i. Vj. TEUR 7.220). Vermögensgegenstände, die gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nur der Erfüllung der Schulden aus Altersvorsorgeverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller Gläubiger entzogen sind, sind in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts mit den Pensionsverpflichtungen zu verrechnen. Im Geschäftsjahr wurden Aktivwerte mit beizulegenden Zeitwerten (= Anschaffungskosten) in Höhe von TEUR 3.013 (i. Vj. TEUR 1.805) mit Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 59.344 (i. Vj. TEUR 60.129) verrechnet. Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 279 (i. Vj. TEUR 259) wurden mit Zinserträgen in Höhe von TEUR 31 (i. Vj. TEUR 21) verrechnet. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt und berücksichtigen alle bis zur Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank herausgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre zum 31. Dezember 2022 abgezinst. Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe von TEUR 976 (i. Vj. TEUR 976) mit dem beizulegenden Zeitwert (= Anschaffungskosten) von verpfändeten Bankguthaben verrechnet. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Die Bewertung von Fremdwährungsverbindlichkeiten erfolgt unter Berücksichtigung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag. Bei Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden das Anschaffungskostenprinzip des § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und das Realisationsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB nicht angewendet. Die nicht eingeforderten Einzahlungsverpflichtungen auf Kommanditbeteiligungen (insbesondere gegenüber Leasingobjektgesellschaften) werden in Ausübung eines Ansatzwahlrechts nicht als Verbindlichkeit passiviert, sondern nachrichtlich im Anhang im Rahmen der Haftungsverhältnisse aufgeführt. Die Ausübung des Ansatzwahlrechts führt zu einer entsprechend niedrigeren Bilanzsumme. Zum Bilanzstichtag betragen die nicht eingeforderten Einzahlungsverpflichtungen insgesamt TEUR 6.214 (i. Vj. TEUR 8.975). In dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Erträge für einen bestimmten Zeitraum nach dem Abschlussstichtag darstellen. Erläuterungen zur Konzernbilanz (1) Anlagevermögen Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens sind dem als Anlage 1 zu diesem Anhang beigefügten Bruttoanlagenspiegel zu entnehmen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 700 aktiviert (i. Vj. TEUR 0). Die Abschreibungen auf Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung betrugen im Berichtsjahr insgesamt TEUR 6.929 (i. Vj. TEUR 9.741). Hierin sind im Geschäftsjahr TEUR 0 außerplanmäßige Abschreibungen (i. Vj. TEUR 0) enthalten. Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Einzelabschlüssen resultieren mit TEUR 44.401 (i. Vj. TEUR 49.714) aus dem Teilkonzern OBH. Die Anschaffungskosten des Berichtsjahres für Equity-Gesellschaften betragen insgesamt TEUR 56.244 (i. Vj. TEUR 14.834). Aus der erstmaligen Kapitalaufrechnung sowie aus Anpassungen von Kapitalaufrechnungen des Vorjahres ergaben sich Firmenwerte von TEUR 7.266 (i. Vj. TEUR 4.575). Der Restbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 6.689 (i. Vj. TEUR 6.529); die Abschreibungen des Berichtsjahres betragen TEUR 6.294 (i. Vj. TEUR 5.197), davon außerplanmäßig TEUR 1.365 (i. Vj. TEUR 364) Die Summe der negativen Equity-Werte beträgt TEUR 22.510 (i. Vj. TEUR 16.469). Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Restbuchwerte der at-equity bewerteten Beteiligungen betragen TEUR 732 (i. Vj. TEUR 465). Hinsichtlich der jeweiligen Anteile am Kapital an Gesellschaften, die nach der Equity-Methode einbezogen werden, verweisen wir auf Anlage 2 zu diesem Anhang. Der Börsenkurs der Wertpapiere des Anlagevermögens dotierte am Bilanzstichtag um TEUR 3.733 (i. Vj. TEUR 98) geringer als die angesetzten Anschaffungskosten von TEUR 40.772 (i. Vj. TEUR 40.086). Die Marktwerte von zwei übrigen Beteiligungen lagen mit TEUR 1.513 unter den Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 3.514. Aufgrund langfristiger Halteabsicht wurde gemäß § 253 Abs. 3 HGB auf eine außerplanmäßige Abschreibung verzichtet, da die Wertminderung voraussichtlich nicht von langfristiger Dauer ist. (2) Vorräte Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe betreffen überwiegend Grundstücke zur Bebauung und späteren Veräußerung der Trei. Die unfertigen Erzeugnisse enthalten noch nicht fertiggestellte, zum Verkauf bestimmte Eigentumswohnungen der Trei. Die Erhöhung der Vorräte im Geschäftsjahr 2022 ist im Wesentlichen durch die Warenbestandserhöhung im Teilkonzern KiK begründet, welche mit der Entscheidung, das sog. NOS (Never Out of Stock)-Sortiment auszubauen, korrespondiert. (3) Sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen aus Lieferantenvergütungen in Höhe von TEUR 82.250 (i. Vj. TEUR 107.468), debitorische Kreditoren in Höhe von TEUR 81.294 (i. Vj. TEUR 86.347) sowie Forderungen aus Steuern in Höhe von TEUR 101.523 (i. Vj. TEUR 41.523). (4) Latente Steuern Die latenten Steuern setzen sich entsprechend ihrer Verursachung wie folgt zusammen:
Die Wertberichtigung betrifft in Höhe von TEUR 71.036 (i. Vj. TEUR 63.267) die latenten Steuern auf Verlustvorträge. In den latenten Steuern nicht enthalten sind Beträge, die auf permanenten Differenzen beruhen. Aktive Latenzen resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den immateriellen Vermögensgegenständen, Sach- und Finanzanlagen, Vorräten und sonstigen Rückstellungen. Passive Latenzen ergaben sich im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Sachanlagen, Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen. Die latenten Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen betreffen im Wesentlichen temporäre Differenzen aus Zwischengewinneliminierungen aus internen Veräußerungen von Sachanlagen sowie Finanzanlagen. Die latenten Steuern (saldiert) entwickelten sich wie folgt:
Bei der Berechnung der latenten Steuern wurden die voraussichtlichen, zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen geltenden individuellen Steuersätze der jeweiligen Konzernunternehmen verwendet, die sich wie folgt darstellen:
(5) Kapitaleinlagen Bei den ausgewiesenen Kapitaleinlagen handelt es sich - wie im Vorjahr - ausschließlich um das gesellschaftsvertraglich bestimmte Festkapital der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, München, in Höhe von TEUR 61.277. Von dem Festkapital entfallen TEUR 40.238 (i. Vj. TEUR 41.464) auf die Komplementäre und TEUR 21.039 (i. Vj. TEUR 19.813) auf die Kommanditisten. (6) Gewinnrücklagen
Im Vorjahr wurden aktivische Unterschiedsbeträge, die im Rahmen von Anteilserwerben bei bereits vollkonsolidierten Tochterunternehmen entstanden sind, als Kapitalvorgänge mit dem Eigenkapital (sonstige Gewinnrücklagen) in Höhe von TEUR 336.668 verrechnet. Im Berichtsjahr sind keine Aufstockungen von Anteilen an bereits vollkonsolidierten Gesellschaften erfolgt. In den sonstigen Gewinnrücklagen sind wie in den Vorjahren Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung, die vor Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes entstanden sind, in Höhe von TEUR 28.175 enthalten. (7) Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung Aus der Fortschreibung der passiven Unterschiedsbeträge gemäß §§ 309 Abs. 2 i. V. m. 301 Abs. 3 HGB wurde ein Ertrag in Höhe von TEUR 3.893 (i. Vj. TEUR 3.417) realisiert. (8) Verbindlichkeiten In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind neben verschiedenen Bankdarlehen Schuldscheindarlehen (SSD) der OBI GmbH, Wermelskirchen, in Höhe von TEUR 269.500 (i. Vj. TEUR 351.000) enthalten. Im Vorjahr erfolgte eine Marktplatzierung von SSD in Höhe von insgesamt TEUR 250.000 durch den TK OBI. Die Darlehen sind in sieben endfällige Tranchen aufgeteilt und haben Laufzeiten von drei bis zehn Jahren. Da es sich bei einem der Darlehensgeber nicht um ein Kreditinstitut handelt, wird ein Betrag von TEUR 3.500 unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Veränderung resultiert aus der planmäßigen Tilgung. Insgesamt sind von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten TEUR 447.835 (i. Vj. TEUR 349.931) durch Hypotheken, Grundpfandrechte und Grundschulden (Immobilien) gesichert. Die Erhöhung ist durch die Investitionstätigkeit des Teilkonzerns Trei begründet. Von den sonstigen Verbindlichkeiten sind TEUR 27.213 (i. Vj. TEUR 31.504) mit Hypotheken, Garantien oder Abtretung von Mietforderungen gesichert. (9) Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit sowie der Finanzierung ist der Konzern insbesondere Zahlungsstromrisiken aus Wechselkurs- und Zinssatzänderungen ausgesetzt, die vor allem durch den Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten begrenzt werden. Die Unternehmensgruppe Tengelmann steuert diese Finanzmarktrisiken im Rahmen eines bestehenden Risikomanagementsystems. Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems obliegt den einzelnen Unternehmen der Unternehmensgruppe Tengelmann bzw. dem Mutterunternehmen bei bestehenden Teilkonzernen. Die jeweiligen Risikomanagementsysteme sind schriftlich festgehalten, wobei deren Einhaltung durch die Interne Revision der Unternehmensgruppe geprüft wird. Zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos aus variabel verzinslichen Darlehen werden Zinssatzswaps und -caps eingesetzt. Zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken, die aus auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenständen und Schulden, schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen stammen, werden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Bei den antizipierten Transaktionen handelt es sich überwiegend um Einkäufe in Fremdwährungen. Der Umfang der antizipierten Einkäufe in Fremdwährung wurde auf der Basis der Einkaufsplanung der jeweiligen Gesellschaft ermittelt. Dabei liegt eine Vielzahl von Einkäufen gleicher Art vor, deren Realisierungswahrscheinlichkeit nahezu sicher ist. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 werden vom Konzern folgende Bilanzposten, schwebende Geschäfte und hochwahrscheinliche Transaktionen zusammen mit derivativen Finanzinstrumenten in Bewertungseinheiten einbezogen:
Der Zeitraum der Absicherung beträgt dabei für die Währungsabsicherungen bis zu 24 Monate und für die Zinssicherungen längstens acht Jahre. Bei den abgesicherten antizipativen Transaktionen handelt es sich im Wesentlichen um geplante Einkaufsgeschäfte in fremder Währung, die als höchstwahrscheinlich eingeschätzt werden. Die Sicherungsinstrumente in Bewertungseinheiten werden auf das abzusichernde Risiko abgestimmt abgeschlossen, wodurch ein hochwirksamer Ausgleich der gegenläufigen Zahlungsströme aus Sicherungsinstrument und abgesichertem Risiko, vor dem Hintergrund einer Prolongationsstrategie, über die Laufzeit sichergestellt wird. Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen bei den Bewertungseinheiten wird prospektiv und retrospektiv grundsätzlich anhand der Übereinstimmung der wesentlichen wertbestimmenden Bedingungen und Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft überprüft ("critical terms match"-Methode). Die Höhe der mit den Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken beläuft sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt TEUR 27.781 (i. Vj. TEUR 3.855). Die zum Bilanzstichtag im Bestand befindlichen derivativen Finanzinstrumente werden in nachfolgender Tabelle dargestellt:
Die sich zum Bilanzstichtag des Vorjahres im Bestand befindlichen derivativen Finanzinstrumente werden in nachfolgender Tabelle dargestellt.
Der Marktwert der Derivate entspricht dem Betrag, den die Unternehmensgruppe Tengelmann bei Beendigung des Finanzinstruments entweder erhalten würde (positive Marktwerte) oder zahlen müsste (negative Marktwerte). Die Ermittlung der Marktwerte der zum Bilanzstichtag offenen Devisentermingeschäfte beruht auf Bewertungsmodellen unter Berücksichtigung von Forward-Wechselkursen zum Bilanzstichtag. Die Ermittlung der Marktwerte der Zinsswaps basiert auf der Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme. Als Eingangsparameterwerden, soweit möglich, die am Bilanzstichtag beobachteten relevanten Marktdaten verwendet. Die variablen Zinsen werden auf der Grundlage der Forward-Zinsen ermittelt. Die Bilanzierung der oben genannten Finanzinstrumente ist dabei wie folgt: Die Zinsswaps in Bewertungseinheiten werden mit den zugrunde liegenden variabel verzinslichen Darlehen als Mikro-Hedges betrachtet und nicht bilanziert (Einfrierungsmethode). Für die negativen Marktwerte der Zinsswaps, die nicht in Bewertungseinheiten enthalten sind, werden Rückstellungen gebildet. Die Zinscaps werden nicht als Bewertungseinheit mit den zugrunde liegenden Darlehen betrachtet und somit separat im Posten sonstige Vermögensgegenstände und Forderungen bilanziert. Die gezahlte Prämie für den Zinscap, der der Absicherung eines variabel verzinslichen Darlehens dient, wird aktiviert, ratierlich über die Laufzeit abgeschrieben und gegebenenfalls mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren Zeitwert bewertet. Im Geschäftsjahr entspricht der Buchwert dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert. Bei den zur Sicherung eingesetzten Devisentermingeschäften und den gesicherten Grundgeschäften erfolgt nach der Einfrierungsmethode keine gesonderte Bilanzierung der positiven und negativen Marktwerte. Die Bildung von Bewertungseinheiten für Devisentermingeschäfte und der gesicherten Grundgeschäfte erfolgt im Rahmen von Mikro- und Portfolio-Hedges. Bei den Devisentermingeschäften werden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften für diejenigen Geschäfte gebildet, die am Bilanzstichtag einen negativen Marktwert aufwiesen und nicht in einem Sicherungszusammenhang mit einem entsprechenden Grundgeschäft standen bzw. die Bewertungseinheit zwischen Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft einen negativen Marktwert hat. Positive Marktwerte aus Devisentermingeschäften werden nicht bilanziert. Im Geschäftsjahr wurden für derivative Geschäfte Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von TEUR 705 (i. Vj. TEUR 528) gebildet. (10) Haftungsverhältnisse
Die Bestellung von Sicherheiten resultiert aus der Übernahme des Delkredererisikos gegenüber Lieferanten im Teilkonzern OBH. Dies betrifft Lieferantenverbindlichkeiten von Franchisepartnern in Deutschland und Österreich. Garantien und Bürgschaften wurden überwiegend in Zusammenhang mit Immobilien-Kreditverträgen übernommen. Eine zeitlich unbefristete Patronatserklärung besteht im Teilkonzern OBH und ist wie im Vorjahr auf TEUR 1.000 beschränkt. Diese wurde nicht in Anspruch genommen. Bei den sonstigen Haftungsverhältnissen handelt es sich analog Vorjahr um nicht geleistete Hafteinlagen gemäß § 264c Abs. 2 Satz 9 HGB gegenüber verbundenen nicht konsolidierten sowie assoziierten Unternehmen im Teilkonzern OBH. Von einer Inanspruchnahme aus Patronatserklärungen, Bürgschaften oder Garantien ist derzeit nicht auszugehen, weil die betreffenden Gesellschaften über ausreichende Möglichkeiten zur Liquiditätsbeschaffung verfügen. (11) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden nicht abgezinst. Erläuterungen zur Anlage der Konzernbilanz (12) Umsatzerlöse
(13) Personalaufwand Im Berichtsjahr 2022 erfolgten Auszahlungen von Kurzarbeitergeld an die Mitarbeiter der Teilkonzerne OBI und KiK nur im unwesentlichen Maße. Im Vorjahr wurden im TK KiK Zuschüsse für Kurzarbeitergeld in Höhe von TEUR 23.492 mit dem Personalaufwand verrechnet. Im TK OBI betrugen die Gehaltszuschüsse TEUR 15.200. Zahl der Mitarbeiter nach Köpfen (Durchschnitt)
(14) Beteiligungsergebnis
Nachtragsbericht Im Zuge der Umsetzung der Strategie wurden die Beteiligungen der Trei in Portugal, Tschechien und der Slowakei im ersten Quartal 2023 verkauft. Das Sachanlagevermögen des Konzerns wird sich dadurch um einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag vermindern. Aus den Verkaufserlösen wurde auf Ebene der Trei Real Estate GmbH die Verschuldung im hohen zweistelligen Millionenbereich zurückgeführt. Die Muttergesellschaft hat im März 2023 einen Kreditvertrag mit einem Bankenkonsortium abgeschlossen und damit eine Brückenfinanzierung und den bestehenden Konsortialkreditvertrag abgelöst. Das Kreditvolumen beträgt TEUR 750.000 (davon TEUR 250.000 Revolving Credit Facility). Der Kreditvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. Dezember 2025. Weitere Vorgänge mit besonderer Bedeutung zwischen Abschlussstichtag und Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses liegen nicht vor. Sonstige Angaben Die gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder des Beirats betragen im Geschäftsjahr TEUR 569 (i. Vj. TEUR 865). Angaben der Befreiung der Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a Abs. 1 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften. Eine Personenhandelsgesellschaft im Sinne des § 264a Abs. 1 HGB ist unter bestimmten Voraussetzungen (§ 264b HGB) von der Verpflichtung befreit, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den Vorschriften der für Kapitalgesellschaften geltenden Regeln aufzustellen, prüfen zu lassen und offenzulegen. Folgende Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a Abs. 1 HGB nehmen diese Erleichterungsvorschrift teilweise in Anspruch und legen den Jahresabschluss (und gegebenenfalls Lagebericht) nicht offen:
Angaben der Befreiung der Kapitalgesellschaft im Sinne des § 264 Abs. 3 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften. Folgende Kapitalgesellschaften im Sinne des § 264 Abs. 3 HGB nehmen diese Erleichterungen zur Aufstellung teilweise in Anspruch und legen auch den Jahresabschluss (und gegebenenfalls Lagebericht) nicht offen:
Bekanntmachung Der Konzernjahresabschluss und der Konzernlagebericht werden im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.
München, den 9. Juni 2023 Tengelmann Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH Christian Wilhelm Erich Haub Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens (erweiterte Bruttodarstellung) im Geschäftsjahr 2022
Anteilsbesitz der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG zum 31. Dezember 2022
Zur Offenlegung bestimmter Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20221. Grundlagen und Geschäftsmodell des Konzerns Die Unternehmensgruppe Tengelmann agiert als Family Equity Investor mit Schwerpunkt europäischer Handelsunternehmen in den Branchen Do-It-Yourself, Textildiscount, Non-Food- Discount und E-Commerce. Weitere wesentliche Bestandteile des Portfolios sind eine international tätige Immobiliengesellschaft und zwei global investierende Venture-Capital- Gesellschaften. Seit ihrer Gründung im Jahr 1867 wird die Unternehmensgruppe Tengelmann von Familienmitgliedern geführt und geprägt. Fünf Generationen - jede beeinflusst durch die Besonderheiten ihrer Zeit - haben das Unternehmen erhalten und zu wirtschaftlichem Erfolg geführt. Die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG übt in ihrer Funktion als geschäftsleitende Konzernholding die Führung der Unternehmensgruppe aus. In dieser Funktion ist sie verantwortlich für das Portfoliomanagement in den einzelnen Geschäftsbereichen der Unternehmensgruppe Tengelmann. Gesteuert wird die Gesellschaft dabei von der Tengeimann Twenty-One KG. Die Tengelmann Twenty-One KG erbringt dabei im Wesentlichen Dienstleistungen in den Bereichen Business Development, Tax, Legal, Investment Management, Talent Development, Sustainability und Finance. Die Unternehmensgruppe Tengelmann setzt auch im Geschäftsjahr 2022 den eingeschlagenen Weg der Neuausrichtung fort. Nach den wesentlichen Veränderungen im Geschäftsjahr 2021 (Verkauf Anteile an Tedi GmbH & Co. KG, Erwerb der Anteile an KiK von der H.H. Unternehmensgruppe) wurden die Rahmenbedingungen (Strategie und organisatorische Voraussetzungen) für den Bereich "New Dividend & Growth" etabliert, konkrete Aktivität wird ab dem Geschäftsjahr 2023 erwartet. Der Bereich "New Dividend & Growth" hat das Ziel, durch Investitionen in zukunftsfähige Geschäftsmodelle das Beteiligungsportfolio der Tengelmann Gruppe kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu diversifizieren. Dabei liegt der Investitionsfokus auf etablierten und profitablen Unternehmen entlang der gesamten verbraucherbezogenen Wertschöpfungskette (B2C, B2B) mit klarer Differenzierung und nachhaltigem Wertsteigerungspotenzial. Ein weiterer wesentlicher Vorgang ist der Start zur Umsetzung der früheren strategischen Entscheidung zum Verkauf der Landesgesellschaften Portugal, Tschechien und Slowakei. Die Verkäufe konnten - trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen - im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 erfolgreich abgeschlossen werden. In Folge des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine, wurde entschieden, dass OBI die Geschäftstätigkeit in Russland unverzüglich einstellt. Die Entkonsolidierung der russischen Tochtergesellschaft von OBI erfolgte bereits auf Grund des Kontrollverlustes zum Ende des ersten Quartals 2022. Im Laufe des Geschäftsjahres 2022 erfolgte auch die Veräußerung der Anteile an den russischen Tochtergesellschaften und damit beendete die Unternehmensgruppe Tengelmann ihre Aktivität in Russland. Auf der Ebene der Gesellschafter erfolgte mit Wirkung 1. Januar 2022 die Umsetzung der Vermächtniserfüllung aus dem Erbe von Erivan Karl Haub. Demnach wurden 3 % der Anteile an die vier Kinder von Herrn Christian Haub übertragen. Die Familie Christian Haub ist mit 68,67 % Mehrheitsgesellschafter der Tengelmann Gruppe. Die restlichen Anteile von 31,33 % werden von Herrn Georg Haub gehalten. Die Klagen eines Gesellschafters gegen die Auflösung der Rücklagen und die Änderungen im angepassten Gesellschaftervertrag wurden im Oktober 2022 für erledigt erklärt. Die Unternehmensgruppe Tengelmann unterteilt sich dabei in drei operativ tätige Geschäftsfelder sowie das Management von Liquid Assets. Im Bereich Dividend & Growth sind die bedeutenden Geschäftsfelder OBI, KiK und babymarkt angesiedelt. Die Trei bildet das Standbein für den Bereich Real Estate und dient als stabiler Anker im Gesamtportfolio der Unternehmensgruppe Tengelmann. Die Aktivitäten der in Europa, hauptsächlich Deutschland, agierenden Tengelmann Ventures sowie der überwiegend auf dem nordamerikanischen Kontinent investierenden Emil Capital Partners werden im Bereich der Venture Capital gebündelt. Dividend & Growth Der Bereich Dividend & Growth vereint im Geschäftsjahr 2022 die Geschäftsfelder OBI, KiK und babymarkt. Die operative Führung der Geschäfte liegt in der Verantwortung der einzelnen, voneinander unabhängig agierenden Unternehmen.
Gemessen am Umsatz führt OBI als Nummer Eins neben den bedeutendsten Märkten wie Deutschland und Österreich auch in den meisten zentraleuropäischen Ländern die Bau- und Heimwerkermarktbranche an. Dabei setzt OBI Trends in Auswahl, Marktformat und Einkaufserlebnis. OBI war 2022 in zehn Ländern mit insgesamt 645 Märkten (Filialmärkte und Franchisepartnermärkte) vertreten, davon 349 hierzulande. Neben Deutschland war OBI in Österreich, Polen, Italien, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Schweiz, Slowenien und in Bosnien-Herzegowina aktiv. Zur Kundengruppe von OBI zählen in erster Linie Endverbraucher wie Familien, klassische Heimwerker sowie professionelle und semiprofessionelle Handwerker.
KiK ist eine erfolgreiche Textilhandelsgruppe und gleichzeitig Anbieter von Non-Food Artikeln, die in vierzehn Ländern ihr operatives Geschäft betreibt. Im Fokus stehen preisgünstige Bekleidung, Heimtextilien und Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs. Neben dem traditionellen Kernmarkt Deutschland war KiK 2022 in Österreich, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Polen, Niederlande, Italien, Rumänien, Bulgarien, Spanien und Portugal mit insgesamt 4.130 Filialen tätig. In Spanien und Portugal eröffnete KiK die ersten Filialen im Geschäftsjahr 2022.
Die babymarkt.de GmbH ist ein E-Commerce-Handelsunternehmen mit Sitz in Bochum, dessen Sortiment den kompletten Bedarf rund um das Thema Baby und Kind abdeckt Der wesentliche Absatzmarkt der Gesellschaft ist Deutschland mit zunehmendem Fokus auf die Internationalisierung in Europa. Das Unternehmen verfolgt einen kanalübergreifenden Ansatz und betrieb 2022 neben 15 internationalen Online-Shops in Europa auch sechs stationäre Geschäfte.
Trei Real Estate (Trei) besitzt und verwaltet Immobilien in Deutschland, Polen, Tschechien, Slowakei und Portugal. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Einzelhandelsimmobilien und wird zunehmend durch den Bereich Wohnen ergänzt. Darüber hinaus positioniert sich die Trei in der Projektierung und dem Bau von Wohnimmobilien in Deutschland, Polen und den USA sowie neuer Einzelhandels-Fachmarktzentren in Mittel- und Osteuropa. Es werden dabei Immobilien sowohl für den Bestand als auch für den Verkauf entwickelt. Aufgrund der bereits früher gefassten strategischen Entscheidung startete Trei im Geschäftsjahr 2022 den Verkaufsprozess der Landesgesellschaften Portugal, Tschechien und Slowakei.
Seit Ende 2009 beteiligt sich die Unternehmensgruppe Tengelmann erfolgreich an schnell wachsenden, jungen Unternehmen in Europa und Nordamerika. Diese Unternehmensbeteiligungen werden im Bereich Venture Capital gebündelt. Der Bereich Venture Capital verfolgt hierbei einen aktiven, diversifizierenden Investitionsansatz und vorrangig finanzielle Ziele. Ein strategischer Mehrwert dieser Aktivitäten entsteht durch den Zugang zu innovativen Geschäftsmodellen und neuen Technologien sowie den Erfahrungsaustausch und Netzwerkeffekte über die Unternehmensgruppe hinweg. Der aktive Investitionsansatz des Bereiches zeigt sich im Anspruch durch die Hinzuziehung interner und externer Experten zusätzliches Wertsteigerungspotenzial zu generieren und sich dadurch von Mitbewerbern im Venture Capital Markt abzuheben.
Tengelmann Ventures gehört zu den führenden Early- und Later-Stage Venture-Capital-Investoren in Deutschland. Der Fokus der Investitionen liegt dabei auf Investments in hochinnovative Unternehmen entlang der verbraucherbezogenen Wertschöpfungskette (B2C, B2B) mit zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen, disruptiven Geschäftsmodellen und innovativen Technologien. Im Rahmen der Auswahl und Bewertung möglicher Investments orientiert sich Tengelmann Ventures an klar definierten Investitionshypothesen die sich unter den Begriffen Erhaltung, Vereinfachung und Individualisierung zusammenfassen lassen.
Mit Emil Capital Partners beteiligt sich die Unternehmensgruppe seit dem Ende des Geschäftsjahres 2011 an jungen, erfolgversprechenden und überwiegend US-amerikanischen Start-up-Unternehmen, die verschiedene Geschäftsmodelle für den stark wachsenden Markt des gesunden und nachhaltigen Lebensstils des modernen Konsumenten ("New American Consumer") entwickeln und aufbauen. Liquid Assets Der Geschäftsbereich Liquid Assets dient der langfristigen Sicherstellung der Liquidität innerhalb der Tengelmann-Gruppe und besteht aus den Teilbereichen Geldmarkt und Kapitalmarkt. Die Geldmarkt-Anlagen umfassen das tägliche Liquiditätsmanagement, Tages- und Termingelder sowie die Anlage in weitere Geldmarktinstrumente. Die Kapitalmarkt-Anlagen enthalten Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen, wie beispielsweise IPOs aus dem Bereich Venture Capital sowie eine Strategische Asset Allokation mit der Zielsetzung eines hoch liquiden und breit diversifizierten Portfolios, um die Chancen am Kapitalmarkt als zusätzliche Renditequelle zu nutzen. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Entwicklung der Gesamtwirtschaft und Branche Inflation und Unsicherheiten dominierten das Jahr 2022. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, steigende Lebenshaltungskosten, unsichere finanzielle Bedingungen sowie die Folgen der Corona-Pandemie beeinflussten die Weltwirtschaft signifikant. Die Weltwirtschaft wuchs vor diesem Hintergrund um ca. +3,2 % (Vorjahr: +6,0 %). 1 Nachdem das erste Halbjahr 2022 durch eine robuste Entwicklung geprägt war, verflachte das Wirtschaftswachstum in der Europäischen Union im zweiten Halbjahr. Die Wachstumsrate für das Gesamtjahr 2022 betrug in der Europäischen Union als auch in der Eurozone +3,5 %. Auf Länderebene zeigte sich ein sehr gemischtes Bild (z. B. Irland +12,2 %, Estland -0,3 %). 2 Die Folgen des Ukrainekriegs sowie die starken Energiepreiserhöhungen beeinträchtigten das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Des Weiteren beeinflussten verschärfte Material- und Lieferengpässe, stark steigende Verbraucherpreise wie beispielsweise bei Nahrungsmittel, der Fachkräftemangel sowie die im Jahresverlauf nachlassende Corona-Krise die gesamtwirtschaftliche Lage. Unter diesen herausfordernden Bedingungen wuchs das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um +1,9 %. Gegenüber dem Jahr 2019, dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie, verzeichnete das BIP 2022 ein Wachstum von +0,7 %. 3 Die hohe Inflation beeinflusste das Konsumverhalten privater Haushalte in Deutschland maßgeblich. So stiegen die Konsumausgaben der privaten Haushalte um +10,7 % im Vergleich zum Vorjahr, preisbereinigt zeigte sich jedoch nur ein Zuwachs in Höhe von +3,4 %. Die Differenz zwischen den beiden Resultaten ist auf die hohen Preissteigerungen für private Haushalte zurückzuführen. Der hohe Anstieg der Verbraucherpreise resultiert vor allem aus den Teuerungen für Energieprodukte und Nahrungsmittel. Infolge der gestiegenen Energiepreise gaben private Haushalte für Strom +19,3 % und für Gas +13,9 % mehr aus als noch im Vorjahr. Der Verbrauch von Gas sank jedoch im gleichen Zeitraum aufgrund von wärmeren Witterungsverhältnissen und Einsparmaßnahmen um -26,4 %. Die Sparquote reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um ca. -4 % auf +11,4 % und näherte sich somit dem Niveau vor Corona an. Vor der Krise lag die Sparquote im Durchschnitt bei +10,9 %. 4 Die Erwerbstätigkeit im Jahr 2022 erreichte den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung. Im Jahresdurchschnitt waren ca. 45,6 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Der deutliche Anstieg der Beschäftigten von +1,3 % gegenüber dem Vorjahr lag zum einen an der Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften und zum anderen an einer gesteigerten Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Der Effekt des demografischen Wandels wurde somit überkompensiert. 5 Die Reallöhne sanken das dritte Jahr in Folge. Im Jahr 2022 reduzierten sich die Reallöhne um -3,1 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg des Nominallohnindexes um +3,5 % im Jahr 2022 konnte nur teilweise die sehr hohe Inflation ausgleichen. 6
1 IMF, Oktober 2022
Die deutschen Einzelhandelsumsätze nahmen im Jahr 2022 real um -0,6 % ab. Nominal, das heißt nicht preisbereinigt, stiegen die Umsätze um +7,8 %. Während im ersten Halbjahr noch ein reales Umsatzplus von +3,1 % ausgewiesen wurde, war die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte mit -4,1 % deutlich rückläufig. Der reale Rückgang ist auf die deutlich gestiegenen Verbraucherpreise unter anderem für Lebensmittel und Energie zurückzuführen. Im Einzelhandel mit Lebensmittel sank der reale Umsatz gegenüber dem Jahr 2021 um -4,6 %. Im Gegensatz dazu war der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmittel durch eine positive Entwicklung in Höhe von real +2,0 % zum Vorjahr gekennzeichnet. Das größte Plus mit real +27,0 % verzeichnete hier der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren. Der starke Zuwachs dieser Branche im Jahr 2022 konnte die coronabedingten Verluste aus den beiden Vorjahren nicht ausgleichen. So lagen die Umsätze mit real -7,6 % noch immer deutlich hinter dem Niveau des Jahres 2019. Der reale Umsatz im Internet- und Versandhandel verringerte sich 2022 um -8,5 % zum Vorjahr. 7 2.2 Geschäftsverlauf Das Jahr 2022 wurde durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine überschattet. Neben der humanitären Katastrophe sind auch die ökonomischen Folgen deutlich spürbar. Die enorme Teuerung bei den Energieprodukten und Lebensmittel führte zu einer Jahresinflation in Deutschland von ca. 8 %. Vergleichbare Inflationswerte gab es zuletzt zur Zeit der Gründung der Bundesrepublik vor über 70 Jahren. Als Resultat der hohen Inflation veränderte sich das Konsumverhalten der Verbraucher deutlich. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat OBI am 17. März 2022 den definitiven Rückzug aus Russland bekannt gegeben. Die Geschäftsentwicklung von OBI war durch eine verhaltene Nachfrage in einem hochinflationären Umfeld sowie den Sondereffekt des Russland-Exits geprägt. Die Verbraucherstimmung war im Laufe des Jahres zunehmend durch die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung und die deutlich zunehmende Inflationsdynamik, welche zu einer Kaufzurückhaltung und Beschränkung des Konsums führten, negativ beeinflusst. Die Umsatzentwicklung bei KiK verlief in einem herausfordernden Umfeld durchwachsen, wobei das wichtige 4. Quartal unter anderem aufgrund der hohen Temperaturen im Oktober und Anfang November schwächer verlief als geplant. KiK konnte aufgrund der im Vorjahr geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie den Umsatz dennoch deutlich steigern. Auf vergleichbarer Fläche verzeichnete die KiK Gruppe im eigenen Filialnetz eine Umsatzsteigerung von 22,9 %. Babymarkt konnte sich auch im vierten Quartal 2022 den makroökonomischen Auswirkungen nicht entziehen. Umsatzseitig konnte dank eines gut laufenden Auslandsgeschäfts zumindest geringfügiges Wachstum zum Vorjahr erzielt werden. Trei zeigte eine moderate Geschäftsentwicklung, die durch das schwierige Marktumfeld gekennzeichnet war und zu Verzögerungen bei den Landesverkäufen führte. Das Vermietungsgeschäft hingegen entwickelte sich, aufgrund der Wertsicherungsklauseln, sehr gut und lag über Plan. Im Bereich Ventures erweiterten sowohl die TEV als auch die ECP ihr Bestandsportfolio durch weitere Investitionen. Die ökonomische Entwicklung der Portfoliofirmen und deren Bewertungen konnten sich dem wirtschaftlichen Trend nicht vollständig entziehen.
7 Statistisches Bundesamt, Januar 2023
Das Filialnetz der Unternehmensgruppe Tengelmann im Bereich Dividend & Growth umfasste zum Geschäftsjahresende 4.617 Filialen und wuchs im Vergleich zum Vorjahr um +59 Filialen erneut, was insbesondere auf die fortwährende Expansion von KiK zurückzuführen ist. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 war die Unternehmensgruppe Tengelmann in 22 (i. Vj. 23) europäischen Ländern aktiv. Insgesamt beschäftigte die Unternehmensgruppe dabei im Jahresdurchschnitt 59.562 Mitarbeitende (i. Vj. 65.050). Der Rückgang resultiert aus dem OBI Länderexit Russland. Den bedeutendsten Leistungsindikator stellt der Umsatz dar. Mit einem Konzernumsatz von EUR 8,6 Mrd im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Umsatzsteigerung von +3,0 % im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Die Umsatzsteigerung ist dabei größtenteils auf KiK zurückzuführen. Nachdem das Vorjahr noch stark von Maßnahmen der Corona-Pandemie beeinflusst wurde, konnte KiK 2022 sogar das Vor-Pandemie-Niveau übertreffen. Bei OBI wirkte sich insbesondere der Marktaustritt Russland negativ auf die Umsatzentwicklung aus und konnte nicht vollständig durch Umsatzsteigerungen der Kernländer Deutschland und Österreich kompensiert werden. Der übrige Umsatz war im Vorjahr stark geprägt durch Immobilienverkäufe bei Trei und fällt insgesamt im Vorjahresvergleich niedriger aus. Der geplante Konzernumsatz kann insgesamt aufgrund des beschrieben Exit Russland und verschobener Immobilienverkäufe bei Trei nicht erreicht werden.
2.3 Ertragslage Das Konzernergebnis vor Steuern wurde 2022 deutlich durch einmalige Sondereffekte negativ beeinflusst. Insbesondere der Rückzug aus Russland mit einem Ergebniseffekt von EUR -148 Mio führte zu einer deutlichen Ergebnisbelastung. Wertberichtigungen auf Finanzanlagen (EUR -19 Mio) und der Equity-Bewertung (EUR -36 Mio) führen ebenfalls zu negativen Ergebnisbeiträgen. Auf Ebene der Beteiligungen im Bereich Dividend & Growth und Real Estate wurde das Geschäftsjahr 2022 ebenfalls durch externe Faktoren in Form gestiegener Energiepreise, hoher Inflationsraten und unsicherer Wirtschaftsbedingungen deutlich negativ beeinflusst. 2.4 Vermögens- und Finanzlage Die konsolidierte Bilanzsumme hat sich im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um EUR -441 Mio reduziert. Dabei veränderten sich die einzelnen Bilanzposten wie folgt:
D Das Anlagevermögen hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 um EUR 181 Mio auf insgesamt EUR 1.973 Mio erhöht. Dabei führt insbesondere der anhaltende Investitionspfad der Trei zu einer Erhöhung des Sachanlagevermögens. Die Erhöhung der Finanzanlagen berücksichtigt im Geschäftsjahr 2022 mit EUR 33 Mio die größte Einzelinvestition in No Meat Factory Inc., ein junges Start-Up Unternehmen, welches Fleischersatzprodukte in Lizenz produziert. Darüber hinaus finden Investitionen durch Emil Capital Partners und der Tengelmann Ventures in das Ventures-Portfolio ebenfalls Berücksichtigung in den erhöhten Finanzanlagen. Im Umlaufvermögen ist die Erhöhung der Vorräte mit EUR 296 Mio überwiegend auf KiK zurückzuführen. Im Bereich Dividend & Growth führen überwiegend Working Capital Effekte zu einer Reduktion der Flüssigen Mittel. Die weitere Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist insbesondere auf die anhaltende Investitionstätigkeit in das Immobilienportfolio der Trei und Working Capital Effekte bei OBI zurückzuführen. Die übrigen Verbindlichkeiten reduzieren sich um EUR -431 Mio im Vergleich zum Vorjahr. Die Eigenkapitalquote reduziert sich auf 21,3 % (im Vorjahr 22,8 %). Den Flüssigen Mitteln inkl. Wertpapieren des Umlaufvermögens von EUR 568 Mio stehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von EUR 2.042 Mio gegenüber. Die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des abgelaufenen Geschäftsjahres auf der operativen Ebene ist vor dem oben dargestellten Hintergrund des Marktaustrittes Russland, Energiepreiskrise, hoher Inflation und allgemeiner Unsicherheiten der Gesamtwirtschaft als akzeptabel zu beurteilen. 2.5 Geschäftsverlauf und Lage in den Geschäftsfeldern Dividend & Growth
Der russische Angriffskrieg mit seinen Folgen, Energiekrise und Inflation, hinterließ auch in der Baumarktbranche seine Spuren. Vergleiche zum Vorjahreszeitraum sind aufgrund der unterschiedlichen Coronamaßnahmen schwierig, zeigen jedoch eine stabile Entwicklung. Insgesamt erzielten die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte im Jahr 2022 einen Gesamtumsatz von EUR 21,9 Mrd, was einer Steigerung von +7,8 % (auf bereinigter Fläche +7,2 %) entsprach. Das preisbereinigte Wachstum betrug +0,9 %, womit ein großer Teil des nominellen Umsatzanstiegs aus inflationsgetriebenen Preissteigerungen resultierte. Darüber hinaus veränderte sich mit den neuen Rahmenbedingungen auch die Konsumentenstimmung. Zwar wurden Energieträger, Vorsorge- und Sanierungsprodukte atypisch im Sommer stark nachgefragt, Freizeitware oder Gartenausstattung/ -möbel hingegen fanden nur wenige Käufer. Es zeigte sich, dass sich die Verbraucher nur auf Anschaffungen in zwingend notwendigen Bereichen konzentrierten. Das Standortnetz in Deutschland blieb auch wie in den Vorjahren nahezu unverändert. Insgesamt gab es im berichteten Geschäftsjahr 2.067 Baumärkte, was einer Reduktion zum Vorjahr von 24 Standorten entsprach. Die Gesamtverkaufsfläche entwickelte sich leicht gegenläufig und wuchs minimal. In den deutschen Nachbarländern, Österreich und Schweiz, verzerren, wie in Deutschland, die coronabedingten Handelsbeschränken, welche bundestaatlich wie auch regional sehr unterschiedlich ausgeprägt waren, die Vergleichbarkeit. Im langfristigen Vergleich zeigte sich eine stabile Entwicklung. So verzeichnete man in Österreich eine CAGR-Umsatzwachstumsrate von +5,8 % seit 2019. In der Schweiz entwickelte sich der Umsatz seit 2019 durchschnittlich um +3,4 %. 8 OBI verzeichnete insgesamt einen konsolidierten Konzernumsatzrückgang von -1,4 %, was insbesondere auf den Landesaustritt in Russland zurückzuführen ist. Mit einem Anteil von 47,5 % am Gesamtumsatz hat der deutsche Markt weiterhin die höchste Relevanz für OBI und verzeichnete ein Umsatzwachstum von +4,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 gehörten 481 Märkte zum Konsolidierungskreis, davon 216 im Inland sowie 265 im Ausland. Im Vergleich zum Vorjahr (506 Märkte) reduziert sich die Marktanzahl im Wesentlichen durch den Marktaustritt in Russland. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte OBI 29.249 Mitarbeitende im Konsolidierungskreis.
8 BHB - Handelsverband Heimwerken, Bauen und
Garten e.V., März 2023
Nach Hochrechnungen des BTE Handelsverband Textil ist der Einzelhandelsumsatz mit Bekleidung sowie Haus- und Heimtextilien in Deutschland im letzten Jahr auf rund EUR 67 Mrd (+5 %) gestiegen und erreichte somit wieder das Niveau von 2019. Die Nachfrage nach Haus- und Heimtextilien entwickelte sich gut, wohingegen der Umsatz mit Bekleidung noch nicht das Niveau von 2019 erreichte. Große Unterschiede wurden je nach Standort oder Geschäftskonzept beobachtet. So stiegen die Umsätze des stationären Bekleidungshandels im vergangenen Jahr um knapp +28 %, lagen damit aber immer noch etwa 6,5 % unter dem Jahr 2019. Der stationäre Fachhandel mit Haus- und Heimtextilien verzeichnete ein Plus von +15 % gegenüber dem Vorjahr. Für die Unternehmen des Versand- und Onlinehandels wurde ein Umsatzrückgang von ca. -6 % konstatiert. Gegenüber 2019 gewann dieser Vertriebsweg jedoch ein Drittel hinzu. 9 Der Umsatz hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 423 Mio (+23,6 %) auf EUR 2.211 Mio (i. Vj. EUR 1.789 Mio) erhöht. Das signifikante Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr ist durch die deutlich geringeren Verkaufstage im Vorjahreszeitraum aufgrund der behördlich angeordneten Filialschließungen begründet. Auf vergleichbarer Fläche verzeichnete die KiK Gruppe im eigenen Filialnetz eine Umsatzsteigerung von +22,9 %. Trotz des herausfordernden Umfeldes, welches durch eine hohe Inflationsdynamik und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt war, konnte KiK die Expansion weiter vorantreiben. Neben Filialeröffnungen insbesondere in Osteuropa wurden im Geschäftsjahr 2022 mit Markteintritten in Portugal und Spanien auch die Expansion in Südeuropa vorangetrieben. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 betrieb KiK insgesamt 4.130 Filialen und baute im Vergleich zum Vorjahr die Standortanzahl um +83 Standorte weiter aus. Die Standorte verteilen sich auf vierzehn Länder in Europa, davon wurden 2.527 Filialen in Deutschland und 1.603 im Ausland betrieben. Zum 31. Dezember 2022 belief sich die Anzahl der KiK-Mitarbeitenden auf 29.422 (i. Vj. 29.814).
Der deutsche E-Commerce konnte das Vorjahresniveau nicht erreichen und setzte nominal mit EUR 90,4 Mrd. -8,8 % weniger um als im Jahr 2021. So spürte auch der Online-Handel die allgemeine Kaufzurückhaltung, vor allem bei den nicht unmittelbar notwendigen Produkten. Verglichen mit den Umsätzen vor Corona (2019) stellte man ein Plus in Höhe von +24,5 % fest. Der Anteil des E-Commerce am gesamten Nonfood-Handel ging um -4,6 % zurück und hatte im Jahr 2022 einen Marktanteil von +15,4 %. 10 Ein wichtiger Parameter für diese Branche ist zudem die Entwicklung der Geburten. Laut Destatis ist die Gesamtzahl der Geburten pro Frau im Jahr 2021 erstmals seit 2017 gestiegen. Sie erhöhte sich von 1,53 Kindern pro Frau im Jahr 2020 auf 1,58 Kinder pro Frau.
9 BTE Handelsverband Texitl Schuhe Lederwaren,
März 2023
Trotz eines herausfordernden Umfelds erreicht babymarkt mit insgesamt EUR 216 Mio einen Umsatz auf Vorjahresniveau (+0,1 % im Vergleich zum Vorjahr). Der Hauptumsatz wurde dabei mit dem Onlineshop im Inland erzielt. Das deutsche Onlinegeschäft konnte trotz einer gesteigerten Anzahl der Besuche auf der Website (Visits +2,8 % im Vergleich zum Vorjahr), wegen der Kaufzurückhaltung, erstmalig kein Umsatzwachstum verzeichnen, wobei der hochpreisige Bereich "Unterwegs" aber deutlich zulegen konnte. Da zudem die Kategorie "Mode", mit naturgemäß geringerem durchschnittlichen Warenwert, bewusst weniger fokussiert wurde, ist der Wert des durchschnittlichen Warenkorbes im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Neben Deutschland war das Unternehmen zum 31. Dezember 2022 in 13 europäischen Märkten mit seinen Online-Shops aktiv und zusätzlich in Deutschland mit sechs Filialmärkten vertreten. Insgesamt beschäftigte babymarkt.de 530 (i. Vj. 520) Mitarbeitende. Real Estate
Die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen hatten auch auf die Immobilienbranche erhebliche Auswirkungen. Während im ersten Halbjahr noch umfangreiche Bau- und Transaktionstätigkeit zu verzeichnen waren, verschlechterten sich vor allem die Finanzierungsbedingungen gegen Ende des Jahres deutlich. Dies führte zu einer allgemeinen Zurückhaltung auf Investorenseite mit dem Ergebnis, dass nur noch wenige Transaktionen stattfanden. Die Unsicherheit über spätere Verkaufsmöglichkeiten sorgte in Verbindung mit gestiegenen Baukosten dafür, dass viele Neuprojekte nicht wie geplant gestartet wurden. Die Auswirkungen betrafen alle Asset-Klassen, wenngleich Objekte in guten und sehr guten Lagen und Immobilien mit langfristigen und / oder idealerweise inflations-indexierten Mietverträgen mit wirtschaftlich starken Mietern weniger betroffen waren als andere. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 umfasste das Portfolio der Trei 353 Bestandsobjekte und realisierte einen Umsatz aus Vermietung von EUR 88 Mio und EUR 41 Mio aus der Veräußerung von Objekten. Darüber hinaus ist die Entwicklungspipeline insbesondere in Deutschland, Polen und den USA weiterhin gut gefüllt. Dabei beschäftigte die Trei Real Estate rund 168 Mitarbeitende in Europa und den USA. In Deutschland wurden zwei Nachverdichtungsprojekte in Berlin Prenzlauer Berg und Berlin Mitte fertig gestellt, bei denen jeweils ein alter, eingeschossiger Supermarkt durch moderne Handelsflächen und insgesamt 304 neuen, modernen Mietwohnungen ersetzt wurde. Alle Wohnungen sind bereits vermietet. Im Mainzer Zollhafen wurde plangemäß der Bau mit insgesamt 183 Wohneinheiten fortgesetzt. Bei den Vendo Parks wurden in Polen insgesamt drei weitere Fachmarktzentren fertig gestellt und die ersten drei Projekte an das gemeinsame Joint Venture mit einem institutionellen Partner übertragen. Zusätzlich wurden sechs neue Grundstücke gesichert, weitere vier Objekte befanden sich zum Jahresende im Bau. Im Bereich der Wohnprojekte in Polen wurden Bau und Vermarktung der Eigentumswohnungsprojekte in Wrocław und Łódź fortgesetzt, wenngleich sich aufgrund der gestiegenen Finanzierungskosten für die Käufer die Verkaufsgeschwindigkeit im zweiten Halbjahr deutlich verringert hat. Bei der Entwicklung von Mietwohnungen konnte die erste Baugenehmigung für Ersatz und Überbauung eines Supermarktes in Poznan erlangt und der Bau begonnen werden. Die Planungen für ein weiteres Grundstück in Warschau, das im Vorjahr gesichert wurde, laufen. Bei den Multi-Family-Projekten in den USA wurde der Bau des Projektes im Großraum Charleston abgeschlossen und die Vermietung erfolgreich begonnen. Der Bau der Projekte in Charlotte und Nashville wurde planmäßig fortgesetzt In Jacksonville konnte das erste Projekt in Florida gesichert werden, der Bau wurde hier auch bereits begonnen. Darüber hinaus laufen mit den etablierten lokalen Partnern die Planungen für zwei weitere Projekte. Im Zuge der strategischen Konzentration der Trei auf Deutschland, Polen und die USA wurden Verkaufsprozesse für die Tochtergesellschaften in Tschechien, Slowakei und Portugal eingeleitet. Venture Capital Im Bereich Venture Capital wurde 2022 lt. Bundesverband Beteiligungskapital ein Volumen von EUR 3,4 Mrd. investiert. Im Vergleich zum Rekordjahr 2021 mit EUR 4,3 Mrd. ist das Investitionsvolumen um -22 % zurückgegangen, wobei das Jahr 2022 das bisher zweitbeste Investitionsjahr war. Insgesamt wurden rund 625 Start-Ups und junge Unternehmen 2022 mit Venture Capital ausgestattet. 11 Die ökonomische Entwicklung der Portfoliofirmen im Bereich Ventures konnte sich dem gesamtwirtschaftlichen Trend allerdings nicht vollständig entziehen. Die darauf zurückzuführenden Wertberichtigungen führten dazu, dass der Bereich insgesamt einen Verlust erzielte und die Planziele nicht erreichte.
Die Unternehmensgruppe Tengelmann ist über den Geschäftsbereich Tengelmann Ventures weltweit an einer Vielzahl von Start-ups beteiligt und zählt in diesem Bereich bereits seit mehreren Jahren zu den bedeutenden Investoren in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Arbeit mit den bestehenden Portfoliogesellschaften weiter intensiviert und weitere Finanzierungsrunden (u. a. Chronext AG, felmo GmbH, ottonova Holding AG, Planted Foods AG, Rebike Mobility GmbH und CareerFoundry GmbH) erfolgreich abgeschlossen. Es wurden im Geschäftsjahr 2022 keine signifikanten Anteile verkauft.
Emil Capital Partners (ECP) ist für das Venture-Capital-Geschäft der Unternehmensgruppe Tengelmann in den USA verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die inhaltliche und finanzielle Entwicklung der bestehenden Portfoliogesellschaften vorangetrieben. Investitionen flossen unter anderem in die Beteiligungen 2Beans, Amour Vert, Next Foods, Les Lunes, Ollie Pets, United Raw Pet Foods, Murphy's Naturals, Better Juice.
11 Bundesverband Beteiligungskapital, März
2023
Das Portfolio von Emil Capital Partners umfasst eine Vielzahl von innovativen und überwiegend sehr jungen Beteiligungen, weswegen bislang wenige signifikante Exits realisiert wurden. 2.6 Personal- und Sozialbereich In der Unternehmensgruppe Tengeimann gehören die Mitarbeitenden zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren und stellen deshalb einen bedeutenden nicht-finanziellen Leistungsindikator dar. Somit nimmt der Personal- und Sozialbereich einen hohen Stellenwert innerhalb der Unternehmensgruppe ein. Zufriedene, qualifizierte und motivierte Mitarbeitende sind die Grundlage für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg. Die Gewinnung qualifizierter Fach- und Führungskräfte ist ein zentraler Erfolgsfaktor für den gesamten Konzern. Hierbei besteht die Herausforderung aufgrund des Fachkräftemangels die geeigneten Mitarbeitenden zu finden. OBI hat gezielt Employer Branding und Recruiting-Maßnahmen ergriffen, um qualifizierte Talente zu gewinnen. Die Einführung eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms führte hierbei zu einem Anstieg qualifizierter Bewerbungen und Neueinstellungen. Neben der Personalgewinnung hat OBI das Trainingsangebot deutlich erweitert und dessen Attraktivität erhöht. Die Festlegung der individuellen Entwicklungsmaßnahmen erfolgt im Feedforward-Gespräch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden und in den Entwicklungskonferenzen werden Talente identifiziert. Die Auszeichnung als "Top Employer" beweist dabei, dass die hohe Mitarbeiterorientierung OBI zu einem attraktiven Arbeitgeber macht. Die Trei bietet ein umfangreiches Programm an allgemeinen und individuellen Weiterbildungsmaßnahmen an. Darüber hinaus werden eine Vielzahl an Incentives geboten, um ein möglichst angenehmes, inspirierendes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen. Flexibilität bei den Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten ist ebenso Standard wie eine flexible Gestaltung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie wie z. B. Teilzeit- oder Elternzeitmodelle. Auch auf Ebene der Holding Tengeimann Twenty-One KG nimmt der Bereich in Form des Bereichs Talent Development eine zentrale Funktion ein. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognosebericht Die globalen Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklungen sind gedämpft. Trotz russischen Angriffskriegs, hoher Inflation sowie, wenn auch abgeschwächt, COVID-19 Pandemie zeigten sich zahlreiche Volkswirtschaften in der zweiten Jahreshälfte 2022 resilient. Der private Konsum, Ausrüstungsinvestitionen und staatliche Unterstützungen trugen zu der leichten Aufhellung bei. Ebenso sind die sinkenden Energiepreise unteranderem aufgrund eines milden Winters und umfassenden Einsparungen ein positiver Indikator. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert eine Wachstumsrate für die Weltwirtschaft in Höhe von +2,9 % im Jahr 2023 und von +3,1 % im Jahr 2024. Eine globale Rezession ist somit nicht zu erwarten, jedoch bleiben die Wachstumsraten deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnitts von +3,8 % der Jahre 2000 bis 2019. Der Rückgang der Dynamik basiert hauptsächlich auf der schleppenden Entwicklung innerhalb der Industriestaaten. So erwartet der IWF für die Eurozone ein Wachstum von +0,7 % im Jahr 2023 und von +1,6 % im Jahr 2024. Eine technische Rezession kann wahrscheinlich vermieden werden. Vor allem sinkende Gaspreise, diversifiziertere Energielieferketten, Unterstützungsmaßnahmen für Haushalte und Wirtschaft sowie ein resilienter Arbeitsmarkt stützen die derzeitige Entwicklung. Auf der anderen Seite dämpfen weiterhin erhöhte Energiekosten und Kerninflationsraten sowie eine restriktivere Geldpolitik die Kaufkraft privater Haushalte und Investitionsentscheidungen von Unternehmen. Mit Blick auf die Inflation erwartet die Europäische Kommission kontinuierlich fallende Raten. Gleichwohl dürfte die Inflation auch im Jahr 2024 mit durchschnittlich +2,5 % weiterhin über dem Ziel der EZB von +2,0 % liegen. 12 Für Deutschland erwartet der Sachverständigenrat Wirtschaft ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von +0,2 % im Jahr 2023 und von +1,3 % im Jahr 2024. Zwar hat sich auch in Deutschland die Lage verbessert, bleibt aber mit den aktuellen Rahmenbedingungen angespannt. Eine große Belastung stellt die hohe Inflation dar, die ihren Hochpunkt zwar im Herbst 2022 erreichte, jedoch weithin auf einem deutlich erhöhten Niveau erwartet wird. Für das Jahr 2023 wird im Jahresdurchschnitt mit einer Inflationsrate von +6,6 % gerechnet, welche erst im Jahr 2024 spürbar auf +3,0 % zurückgehen dürfte. Als Resultat der hohen Inflation hat die Europäische Zentralbank begonnen ihre Anleihenbestände zu reduzieren und die Leitzinsen deutlich angehoben. Damit verschlechtern sich die Finanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen. Mit weiteren Zinserhöhungen ist zu rechnen. 13 Der Arbeitsmarkt in Deutschland entwickelt sich stabil. Eine Zunahme der Erwerbstätigkeit ist bis Ende 2024 zu erwarten. Die Effektivlöhne werden durch die zuletzt höheren Tarifabschlüsse und zusätzlichen Inflationsausgleichsprämien um +5,9 % im Jahr 2023 sowie um +4,5 % im Jahr 2024 ansteigen. Aufgrund der hohen Inflation ist mit einem Anstieg der Reallöhne erst im Jahr 2024 zu rechnen. 14 Weiterhin bestehen erhebliche Risiken für die Energieversorgung im nächsten Winter. Zwar hat der milde Winter 2022/2023 sowie die geringe Gasnachfrage aus Ostasien den Großhandelspreis für Energie deutlich sinken lassen, die Gefahr erneuter Preissprünge oder gar einer Gasmangellage bleibt für den Winter 2023/2024 jedoch bestehen. Die seit Januar geltende Energiepreisbremse federn mögliche Kostensteigerungen für den Endkunden ab, schwächen aber auch den Anreiz zum Energiesparen. Umfangreiche Energieeinsparungen sind jedoch auch in Zukunft notwendig. 15 Positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung könnte sich die Lockerung von Chinas strikter Null-Covid-Politik auswirken. Dadurch dürfte sich die Nachfrage aus China erhöhen und den deutschen Außenhandel stärken. Gleichzeitig bergen die zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China ein Risiko für den Welthandel. 16 Für den Tengelmann Konzern mit seiner starken Handelsfokussierung stellt die hohe Inflation in Europa ein wesentliches Risiko dar. Es ist unklar, wie die Konsumenten auf die hohen Preisanstiege und damit einhergehende Liquiditätsengpässe reagieren. Als mögliches Resultat könnten die Haushalte einen zunehmenden Anteil ihres Einkommens sparen und somit den privaten Konsum einschränken. Des Weiteren kann auch die erwartete Abschwächung der Preisdynamik langsamer eintreten, da zum Beispiel Tariflöhne stark steigen oder Unternehmensgewinne weiter ausgeweitet werden. Grundsätzlich sieht die Geschäftsführung jedoch, analog zur dominierenden Meinung der öffentlichen Institutionen, hinsichtlich der für die Geschäftstätigkeiten geltenden externen Rahmenbedingungen nachhaltige Risiken, die die Geschäftsentwicklung negativ beeinträchtigen könnten.
12 Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz, Februar 2023
Dividend & Growth
Von zentraler Bedeutung für die Geschäftsaussichten für OBI ist die künftige Entwicklung der Konsumnachfrage sowie der Bau- und Renovierungstätigkeiten in den Ländern, in denen OBI operativ tätig ist Der private Konsum wird entscheidend von der Entwicklung der Beschäftigung, der Inflation sowie der verfügbaren Einkommen beeinflusst. Die Expansion von OBI wird sich in den kommenden Jahren weiterhin auf strategisch ausgewählte Märkte konzentrieren. Darüber hinaus stehen die Investitionen in die weitere Transformation des Geschäftsmodells im Hinblick auf innovative Marktkonzepte und Ausweitung der Cross-Channel-Aktivitäten im Vordergrund. Vor dem Hintergrund der oben geschilderten gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen erwartet OBI einen leichten Rückgang des Konzernumsatzes im unteren, einstelligen Prozentbereich.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet weiterhin ein von Unsicherheit geprägtes Handelsumfeld. Die HDE-Prognose von real minus drei Prozent, entspricht einem nominalen Plus von zwei Prozent. Dabei bleibt der Online-Handel Wachstumstreiber. So geht der HDE für diesen Teilbereich von einem nominalen Plus von acht Prozent im Vorjahresvergleich aus, was einem preisbereinigten Wachstum von vier Prozent entspricht. KiK prognostiziert auf Basis der aktuellen Mehrjahresplanung für das Geschäftsjahr 2023 eine Umsatzsteigerung auf rund EUR 2,5 Mrd. Zudem wird die Filialexpansion insbesondere in Ost- und Südeuropa weiter vorangetrieben.
Die weitere Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie beispielsweise der dynamischen Inflationsraten, Energiepreiskrise und damit konjunkturellen Lage ist kaum abschließend absehbar und wird die operativen Abläufe weiter beeinflussen. Für das Jahr 2023 rechnet babymarkt mit einem moderaten Umsatzanstieg im Vergleich zu 2022. Real Estate
Für 2023 ist für die Immobilienbranche mit einer Fortsetzung der durch hohe Unsicherheiten geprägten Situation, aufgrund der weiterhin hohen Inflation und des anhaltenden Krieges in der Ukraine zu rechnen. Im Finanzierungsbereich wird erst mit einer Entspannung gerechnet, wenn absehbar ist, dass die Zinsen zumindest nicht weiter steigen oder vielleicht sogar wieder sinken. Andererseits hat die Verschiebung bzw. der Stopp von einer Vielzahl von Projekten zu einer deutlich geringeren Auslastung in der Baubranche geführt, so dass die Baukosten nicht mehr so stark unter Druck sein sollten wie im letzten Jahr. Demgegenüber steht der sich verschärfende Trend von stetig zunehmenden zusätzlichen Anforderungen aus den Bereichen Klimaschutz und Nachhaltigkeit, die durchaus sinnvoll sind, aber die Kosten sowohl im Entwicklungs- als auch im Bestandsbereich nach oben treiben. Unabhängig davon war die Strategie der Trei von Anfang an sehr langfristig ausgelegt, so dass auch in der aktuellen Situation zur langfristigen Wertsteigerung der Trei weiterhin ein umfangreiches Investitionsprogramm geplant ist Schwerpunkt wird dabei die Realisierung der bestehenden Entwicklungspipeline und die weitere Entwicklung von Wohnimmobilien in Deutschland, Polen und den USA sein. Zusätzlich wird das erfolgreiche Vendo Park-Konzept mit Fachmarktzentren in Polen weiter ausgerollt. Venture Capital
Im Geschäftsjahr 2023 wird das bestehende Beteiligungsportfolio weiterentwickelt. Die bestehenden Beteiligungen werden laufend auf ihre Werthaltigkeit überprüft und im Bedarfsfall wertberichtigt. Für das Geschäftsjahr 2023 werden einzelne erfolgreiche Exits erwartet.
In den kommenden Geschäftsjahren soll das bestehende Portfolio entwickelt und weiter ausgebaut werden. Der Beteiligungsansatz von nicht werthaltigen Unternehmen wird im Rahmen eines definierten Impairment-Prozesses korrigiert. Für das Geschäftsjahr 2023 werden keine relevanten Exits erwartet. Konzern Die vorhin genannte erwartete Entwicklung der Unternehmensbereiche schlägt sich im Konzern nieder. In der operativen Tätigkeit im Bereich Dividend & Growth wird aufgrund der externen Einflussfaktoren eher eine volatile Entwicklung erwartet. Diese Entwicklung ermöglicht aber weiterhin die Erreichung der für das Jah 2023 gesetzten Ziele. Das laufende Geschäft im Bereich Immobilen wird weiterhin als stabil erwartet. Die Markentwicklung im Bereich Venture und Liquid Assets kann dazu führen, dass vorgesehene Maßnahmen verschoben werden, aber dafür sich andere neue Opportunitäten ergeben und diese zu Exits im Venture Bereich und/oder zum Kauf Verkauf von Liquid Assets führen können. Die Zahl der Mitarbeitenden wird aufgrund des anhaltenden Expansionskurses insbesondere von KiK leicht über dem Niveau des Vorjahres erwartet. Die Unternehmensgruppe insgesamt erwartet im Geschäftsjahr 2023 ein leichtes Umsatzwachstum im Bereich Dividend & Growth sowie deutliche höhere sonstige Erträge aus dem Bereich Real Estate. Begründet ist diese mit der bereits erfolgten erfolgreichen Umsetzung der Länderverkäufe bei der Trei. Nach der erfolgreichen Refinanzierung der Brückenfinanzierung der Muttergesellschaft im ersten Quartal 2023 steht die Finanzierung der Unternehmensgruppe auf einem stabilen Fundament. Insgesamt wird auf Konzernebene eine leichte Umsatzsteigerung erwartet. 3.2 Chancen und Risikobericht Risikomanagement Die international agierende Unternehmensgruppe Tengelmann ist den unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt, die mitunter kurze Reaktionszeiten erfordern. Um diesem Gefahrenpotenzial erfolgreich zu begegnen, pflegt die Unternehmensgruppe ein Risikomanagementsystem, das Risiken, die den Fortbestand eines Unternehmens gefährden, frühzeitig erkennen lässt. Die Verantwortung in den Unternehmensbereichen ist funktional gesteuert. In den Zentralen nehmen alle Fachbereiche - koordiniert vom Finanzbereich - ihre Verantwortung zur Erkennung von Risiken wahr. Alle Filial- und Dienstleistungsbereiche sind in einen Strategie-, Planungs- und Budgetprozess eingebunden. Dieser Prozess umfasst die Einschätzung des Markt- und Wettbewerbsumfelds sowie die Erarbeitung von Maßnahmen für mindestens ein Geschäftsjahr. Darüber hinaus wird auf Gesamtunternehmensebene rollierend eine geringstenfalls dreijährige Mittelfristperspektive mit den maßgeblichen Eckdaten erstellt. Diese Planung umfasst auch die Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Konzernunternehmen. Planabweichungen werden analysiert und den jeweiligen Führungsgremien zur Gegensteuerung bei Fehlentwicklungen und zur Nutzung von Chancen zugeleitet. Bereits im Vorfeld der Strategie- und Planungsprozesse werden anstehende Risiken und Chancen konsequent analysiert und - falls notwendig - neue Handlungsalternativen entwickelt. Das Risikomanagement ermöglicht einen proaktiven Umgang mit Risiken und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe und zur Erhöhung des Bewusstseins für die mit den geschäftlichen Aktivitäten verbundenen Risiken. Wesentliche Risiken bestehen vor allem in den verschiedenen Geschäftsbereichen und sind dort unterschiedlich ausgeprägt. Hierauf wird in der Darstellung des jeweiligen Risikos Bezug genommen. Die nachfolgenden Risiken sind nach ihrer Bedeutung für die Unternehmensgruppe benannt. Ökonomische und politische Risiken Mit der Präsenz in europäischen Ländern ist die Unternehmensgruppe Tengelmann eng in die ökonomische Entwicklung Europas eingebunden. Positive wie negative Tendenzen in den nationalen Märkten wirken sich auch auf die Entwicklung der Geschäfte der Unternehmensgruppe aus. Geopolitische Spannungen rütteln am etablierten Gerüst der bisher bekannten, globalisierten Weltordnung und drängen zunehmend in den Fokus. Die daraus resultierenden Krisenereignisse erhöhen die Unsicherheit in einer Weise, die es schwierig macht, detaillierte Vorhersagen über die Entwicklung der Beschaffungs-, Transport- und Absatzmärkte zu treffen. Auch können sie deutlich spürbar zu einer, teils längerfristigen Eintrübung des Konsumklimas beitragen. Langfristige Investitionen werden weiterhin sehr sorgfältig abgewogen, um in der Lage zu bleiben, flexibel auf Ereignisse zu agieren und kurzfristig Kosten steuern zu können. In der Planung werden entsprechend der politischen und ökonomischen Risiken konservative Annahmen zugrunde gelegt und sowohl Aufwendungen als auch Investitionen daran angepasst. Zusätzlich werden aktuelle Marktentwicklungen bewertet und berücksichtigt. Auf diese Weise wird schnell auf das geänderte Nachfrageverhalten der Konsumenten im In- und Ausland reagiert. Unterjährig wurden die Plan-Annahmen regelmäßig über Plan-Ist-Vergleiche und Vorschauen auf das Jahresende überprüft und bei Abweichungen Gegenmaßnahmen ergriffen. Die Aufgaben des Risikomanagements sind in diesen Fällen: Auswirkungen künftiger Entwicklungen antizipieren, genau beobachten, die tatsächliche Entwicklung kontinuierlich gegen die Planung spiegeln und so ein flexibles Umsetzen von Gegenmaßnahmen zur Ergebnissicherung in allen Bereichen gewährleisten. Markt- und Branchenrisiken Um Risiken aus dem Markt- und Branchenumfeld zu begegnen, ist es die Aufgabe der Unternehmensgruppe Tengelmann - gemeinsam mit den operativen Verantwortlichen ihrer Geschäftsfelder Markt und Wettbewerber laufend zu beobachten, Planungen und Entscheidungen der Wettbewerber in langfristige Unternehmensentscheidungen zu integrieren, um auf kurzfristige Änderungen mit Anpassungsfähigkeit und Flexibilität reagieren zu können. Das Wetter ist ein wesentliches und unbeeinflussbares Risiko sowohl für die Textil- als auch für die Baumarktbranche. Ungünstige Wetterbedingungen können zu einer rückläufigen Kundennachfrage und einer negativen Absatz- bzw. Umsatzentwicklung führen, insbesondere in den Saisonübergängen. Dieses Phänomen müssen sich OBI und KiK in ihrer jeweiligen Branche stellen und sich in einem intensiven Wettbewerb behaupten. Für das Jahr 2023 werden inflationsbedingte Steigerungen bei Rohstoff- und Energiepreisen erwartet, die mit erheblichen kostenseitigen Risiken verbunden sind. Diese können sich auch in höheren Logistikkosten niederschlagen. Die Unternehmensgruppe Tengelmann wird die Entwicklung der Inflation und das dadurch geprägte Kundenverhalten und die Aktionen der Wettbewerber genau beobachten und eigene Maßnahmen ergreifen, um Umsatz und Marge bestmöglich zu steuern. Um den inflationsbedingten Beschaffungspreissteigerungen entgegenzuwirken wird die Überwachung der Beschaffungsmärkte ausgeweitet und die Entwicklung anhand von Rohstoff und Transportindizes verfolgt. Darüber hinaus entstehen aus der im Prognosebericht beschriebenen Inflation insgesamt auch wirtschaftliche Unsicherheiten und Risiken für die relevanten Absatzmärkte, insbesondere für den stark handelsgeprägten Bereich Dividend & Growth. Dementsprechend genau beobachtet die Unternehmensgruppe Tengelmann die Veränderungen im Kundenverhalten und Trends um potenzielle Risiken für den Absatz zu identifizieren. Ferner bietet die voranschreitende Digitalisierung und die damit verbundene Veränderung des Kundenkaufverhaltens die Chance, neue Vertriebs- und Werbekanäle zu nutzen. OBI begegnet dieser Entwicklung mit dem Ausbau der eigenen Online-Aktivitäten. Durch die gute Marktposition und Innovationsfähigkeit der Geschäftsfelder wird diese Entwicklung als Risiko und Chance gleichermaßen bewertet. Strukturelle Veränderungen im Einzelhandel können zu Leerstand führen und sich negativ auf die Vermietung von Immobilien der Trei Real Estate auswirken. Diesem Risiko wirkt die Gesellschaft durch ein diversifiziertes Mieterportfolio entgegen. Dem Leerstandsrisiko im Wohnbereich wird durch eine sorgfältige Standortauswahl und einem aktiven Management sowohl der einzelnen Mietflächen als auch der gesamten Immobilie entgegengewirkt. Im Bereich Projektentwicklung werden die typischen Entwicklungsrisiken durch die Beschäftigung von hochqualifizierten Spezialisten mit langjähriger Erfahrung, der Einbeziehung von lokalen, erfahrenen Beratern und Dienstleistern sowie durch eine Fokussierung auf sorgfältige Due Diligence- und Planungsprozesse reduziert. Risiken aus Venture-Capital-Beteiligungen Die Investitionen in Start-up-Unternehmen bergen das inhärente Risiko, dass sich ein Geschäftsmodell am Markt nicht wie erwartet entwickelt. Daher werden die Kennzahlen sowie der Markt durch das Controlling des jeweiligen Geschäftsfeldes ständig analysiert, um rechtzeitig den Investitionsfokus anzupassen. Zudem werden jährlich die Beteiligungen im Hinblick auf ihre Zukunft des Geschäftsmodells und ihrer Entwicklung beurteilt und bei Bedarf wertberichtigt. Währungsrisiken und Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten Bei den international tätigen Geschäftsfeldern treten Ergebnisbeeinflussungen durch Wechselkursveränderungen im Wesentlichen im Bereich des internationalen Einkaufs auf. Darüber hinaus wirken sich abgeschlossene Miet- und Leasingverträge in Euro und US-Dollar bei den operativen ausländischen Geschäftsbereichen auf das Ergebnis aus. In Fällen einer aufgenommenen Fremdfinanzierung außerhalb der Eurozone können zum Stichtag Währungsrisiken aus der Bewertung auftreten. Die Überwachung der Währungsrisiken und Die Entscheidung über den Einsatz von Finanzinstrumenten sowie deren Überwachung erfolgt auf Ebene der Einheiten OBI, KiK und Trei. OBI begrenzt die vorgenannten Risiken durch eine von der Geschäftsführung beschlossene stringente Hedging Policy. Als derivative Finanzinstrumente kommen hier Devisentermingeschäfte, Devisenswaps und Devisenoptionen zum Einsatz. Die Einhaltung der Policy wird durch eine Funktionstrennung von Handel und Risiko-Controlling sichergestellt. Auch KiK schließt zur Absicherung des Devisenrisikos aus dem Wareneinkauf Devisentermingeschäfte in US-Dollar auf den voraussichtlichen Zahlungszeitpunkt ab. Die Sicherungsgeschäfte bilden zusammen mit den Verbindlichkeiten und den Cash-Beständen in fremder Währung eine geschlossene Position, sofern ein eindeutiger Sicherungszusammenhang mit Aufträgen besteht. Die geschlossenen Positionen stellen aufgrund der zugrundeliegenden Aufträge kein zusätzliches Risiko für den Konzern dar. Bezüglich der Art der Sicherungsbeziehungen verweisen wir auf die Angaben im Anhang. Die zum Stichtag offenen Devisentermingeschäfte werden im Rahmen des Währungscontrolling überwacht. Sofern erforderlich werden im Rahmen einer Marktwertbetrachtung auftretende Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken bilanziell berücksichtigt. Aufgrund der verfolgten Devisenbeschaffungsstrategie ist der Devisenbedarf für das Geschäftsjahr 2023 bei KiK bereits zu nahezu 100% und bei OBI in großem Umfang abgesichert. Das Risiko aus Wechselkursschwankungen und ihren Einfluss auf die Kalkulation der zugrunde liegenden Beschaffungsgeschäfte wird daher als gering eingestuft. Die Trei Real Estate schließt die Mietverträge im Ausland, mit Ausnahme von Tschechien, mit den Hauptmietern überwiegend in Euro ab. Die Finanzierung der Immobilien erfolgt grundsätzlich in der gleichen Währung, in der die Mietverträge abgeschlossen sind, so dass Wechselkursrisiken minimiert werden können. Finanzwirtschaftliche Risiken Der Umgang mit finanzwirtschaftlichen Risiken wird durch die Unternehmensgruppe überwacht, liegt aber auch im täglichen Geschäft des jeweiligen Chief Financial Officer (CFO) des Geschäftsfeldes. In dem Zusammenhang handelt jedes Geschäftsfeld auch eigenverantwortlich für Finanzierungen im Rahmen der Vorgaben der gesamten Unternehmensgruppe. Der Finanzierungsbedarf wird dabei im Rahmen einer Gesamtplanung und einer weiterführenden, rollieren- den Liquiditätsplanung ermittelt und analysiert. Weiterführend haben die Geschäftsfelder die Aufgabe, finanzwirtschaftliche Risiken zu identifizieren und zu bewerten. Anschließend werden geeignete Sicherungsmaßnahmen entworfen, umgesetzt und überprüft. Die Steuerung der Risiken erfolgt mittels Richtlinien und Geschäftsanweisungen, die regelmäßig überprüft und aktualisiert werden. Diese regeln die zur Verfügung stehenden Finanzinstrumente, deren Anwendung und die zugehörige Risikobegrenzung. Durch die umfangreichen Maßnahmen zur Finanzierungs- und Liquiditätssteuerung wird die Zahlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt sichergestellt. Zinsänderungsrisiken Aus Zinsänderungen können Risiken sowohl für das operative Geschäft als auch durch Finanztransaktionen entstehen. Die Unternehmensgruppe Tengeimann nutzt eine Vielzahl zinssensitiver Finanzinstrumente dazu, die Liquiditätsanforderungen des Konzerns und der einzelnen Beteiligungen zu erfüllen. Durch eine auf die Laufzeiten der Finanzierungsverträge abgestimmte Refinanzierung wird das Risiko der Fristeninkongruenz sowohl unter Zins- als auch unter Liquiditätsgesichtspunkten minimiert. Verbleibende Zinsänderungsrisiken werden durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente gesteuert. Die Kapitalbeschaffungsmaßnahmen in den einzelnen Geschäftsfeldern werden durch den jeweiligen Chief Financial Officer (CFO) verantwortet und eng im Konzern abgestimmt. Derivative Zinsinstrumente, wie zum Beispiel Zinsswaps, werden dabei zur Risikosteuerung eingesetzt. IT-Risiken Eine effiziente und reibungslos funktionierende IT-Infrastruktur und die gestiegene Konsumentenerwartung aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft stellen für die Unternehmensgruppe Tengelmann - wie prinzipiell für jedes Unternehmen heutzutage - einen kritischen Erfolgsfaktor dar. Mit der zunehmenden Digitalisierung wird auch eine größer werdende Anzahl an Cyberattacken mit Fokus auf die Unternehmen selbst, auf deren Lieferketten und Zahlungsdienstleister verzeichnet. Besonders größere und komplexere Unternehmen sind häufiger betroffen. Die Beteiligungen analysiert ständig die sich ändernden Bedrohungsszenarien und ergreift geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung eines angemessenen Schutzniveaus. Zur wirksamen Abhärtung gegen gezielte, erpresserische Angriffe auf IT-Systeme wurde beispielsweise bei OBI eine interne Abteilung aus Experten für Informationssicherheit gegründet, welche Sicherheitsmaßnahmen und -Systeme ganzheitlich entwickeln und in die OBI Gruppe ausrollen. Auch wenn unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet eine 100%ige Sicherheit nicht jederzeit erreichbar ist, bereitet sich die Unternehmensgruppe Tengelmann vor, um sich gegen Bedrohungen abzusichern und diesen zu effektiv zu begegnen. OBI gewährleistet durch umfassende Maßnahmen eine effiziente, sichere und reibungslos funktionierende IT-Infrastruktur und beugt möglichen Betriebsunterbrechungen sowie IT- Sicherheitsrisiken wirksam vor. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Optimierung der IT-Landschaft werden den Herausforderungen beim Ausbau digitaler Geschäftsprozesse erfolgreich begegnet sowie die Zukunftsfähigkeit sichergestellt. KiK wird weiterhin gezielt in den Ausbau und die Weiterentwicklung des IT-Systems investieren, um die jederzeitige Funktionsbereitschaft der Systeme sowie die Effektivität der Prozesse zu gewährleisten. Den Risiken eines Ausfalls oder einer wesentlichen Störung der IT-Systeme und eine signifikante Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse wird aktiv entgegengesteuert. Babymarkt begegnet diesem Risiko durch ein entsprechendes Sicherheitskonzept und die Auslagerung der Shop-Server in ein optimal gesichertes Rechenzentrum bei einem Spezialdienstleister. Personalrisiken Ein permanentes Risiko ist die Rekrutierung von geeigneten Mitarbeitenden sowie die erfolgreiche Bindung von bereits Mitarbeitenden an das Unternehmen. Alle Geschäftsfelder haben eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, um die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu erhöhen und damit die Mitarbeitenden an die Unternehmensgruppe zu binden. Um neue Mitarbeitende für die Unternehmensgruppe zu gewinnen und insbesondere Schlüsselpersonal zu halten, arbeitet die Unternehmensgruppe darauf hin, als Arbeitgeber noch attraktiver zu werden. Mit Karrierepfaden, die Entwicklungsperspektiven aufzeigen, transparenter Leistungsbeurteilung und persönlichen Entwicklungsplänen wird die Unternehmensgruppe im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte werben. Aufgrund der schnell ansteigenden Lebenshaltungskosten und der hohen Verbraucherpreisinflation entwickeln sich die notwendigen Personalkostensteigerungen für die Mitarbeitenden ebenfalls überdurchschnittlich und erzeugen zusätzlichen Kostendruck. Die Unternehmensgruppe Tengelmann steuert dieser Entwicklung mit umfassenden Maßnahmen entgegen und verbessert die Prozesse und die Organisation, um Effizienzpotential zu generieren. OBI zum Beispiel optimiert mit einer bedarfsorientierten Einsteuerung der Handelsware die Logistikkosten und identifiziert durch die Digitalisierung der Marktprozesse bestehendes Effizienzpotential. Strategische Chancen Die Digitalisierung der Gesellschaft und folglich die Bedeutung des Internet-Handels und Entwicklung neuer Ertragsströme werden weiter steigen. Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung dabei deutlich beschleunigt. Trotz Wegfall der Pandemie-bedingten Beschränkungen sind die Kundenzahlen im stationären Einzelhandel nicht wieder auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt und es kommt vermehrt zu Onlinekäufen sowie Reservieren & Abholen-Bestellungen. Des Weiteren ist spürbar, dass sich die Kunden vermehrt online auf stationäre Käufe vorbereiten, um die Verweildauer im Markt zu verkürzen. Neben ausschließlichen Online-Anbietern (Pure Player) profitieren auch etablierte Handelsunternehmen von dieser Entwicklung, indem sie ganzheitliche Cross Channel-Strategien implementieren. Durch die Verknüpfung von E- Commerce und traditionellen Absatzmärkten wird der Kundennutzen erhöht, Marktanteile werden somit nachhaltig gesichert und ausgebaut. Für OBI zeichnet sich ab, dass sich durch die Corona-Pandemie in der gesamten Bevölkerung das Bewusstsein für das Leben im eigenen Zuhause verändert hat und diesem einen höheren Stellenwert verleiht, den sogenannten Trend zum "conscious & sustainable living". Hier erleben OBI Kunden ihre DIY-Fähigkeiten und damit ihre Selbstwirksamkeit im eigenen, unmittelbaren Lebensumfeld positiv neu. Für OBI ist es wichtig, seine Fähigkeiten weiter auszubauen, systematisch Erkenntnisse über das Kundenverhalten zu gewinnen und daraus die wichtigen Weichen zu stellen, um ein vorteilhaftes, kundenorientiertes Angebot zu generieren. Für KiK ergeben sich weitere strategische Chancen insbesondere aus den geplanten Flächen- und Länderexpansionen sowie der voranschreitenden Digitalisierung. Trotz des intensiven Preis- und Wettbewerbsdrucks in der Textilbranche und der allgemeinen Kostensteigerung besteht für KiK die Chance, einen Absatz-, Kunden- und Umsatzzuwachs auf der vergleichbaren Fläche durch den Ausbau und die Bereinigung des Filialnetzes zu erreichen. Die Investitionen in Venture-Capital-Beteiligungen geben der Unternehmensgruppe Tengelmann die Chance an der erfolgreichen Entwicklung von Start-up-Unternehmen teilzuhaben. Gesamtbeurteilung Die aktuellen Herausforderungen beeinflussen - zwar unterschiedlich - alle Bereiche der Unternehmensgruppe. Mittel- und langfristig betrachtet kann die Inflation zur Veränderung bei Konsumentenverhalten führen. Eine mögliche Rezession kann zur deutlichen Veränderung auf dem Arbeitsmarkt führen. Aus dem derzeitig nach wie vor schwer absehbaren weiteren Verlauf des Russland - Ukraine Krieges und den damit verbundenen Sanktionen können sich weitreichende Risiken ergeben, die sich auf verschiedene Bereiche des Konzerns auswirken. Dies kann zu hohen Risiken in der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen. Weitere indirekte Effekte bei einer etwaigen Ausweitung des Krieges auf andere Länder oder andere politischen Folgen durch den Krieg könnten ein hohes Risiko für den Konzern darstellen. Die Risikolage hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht wesentlich verändert. Sowohl die systematische Identifikation, Bewertung und Steuerung der Risiken als auch das zentrale Controlling und Rechnungswesen sowie der umfassende Versicherungsschutz tragen dazu bei, den Fortbestand der Unternehmensgruppe Tengelmann zu sichern. Alle gegenwärtigen Maßnahmen zum Umgang mit den bislang identifizierten Risiken wurden berücksichtigt. Die verbleibenden Restrisiken werden von der Geschäftsleitung als akzeptabel angesehen. Auch in Anbetracht der zum Teil ungünstigen Rahmenbedingung ergibt die Beurteilung der Gesamtrisikosituation, dass keine den Fortbestand der Unternehmensgruppe gefährdenden Risiken bestehen. 4. Dank an die Mitarbeitenden und Kunden Wir bedanken uns im besonderen Maße bei allen Mitarbeitenden, die sich im vergangenen Jahr mit großem Engagement für die Unternehmensgruppe Tengelmann eingesetzt haben. Darüber hinaus danken wir unseren Kunden für ihr entgegengebrachtes Vertrauen sowie allen Partnern, mit denen wir gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet haben.
München, den 9. Juni 2023 Tengelmann Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH Christian Wilhelm Erich Haub Bescheinigung zur Offenlegung In dem vorstehenden, zur Offenlegung bestimmten verkürzten Konzernabschluss (Konzernbilanz, Anlage zur Konzernbilanz und Konzernanhang) nebst verkürztem Konzernlagebericht wurden die Erleichterungen nach § 13 Abs. 3 PubIG i. V. m. § 5 Abs. 5 PubIG zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Konzernabschluss nebst Konzernlagebericht haben wir den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, München Prüfungsurteile "Wir haben den Konzernabschluss der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PubIG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
München, den 12. Juni 2023 KPMG
AG
Hanshen, Wirtschaftsprüfer Mohr, Wirtschaftsprüferin |
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Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Beteiligungsgesellschaften
Beteiligungsgesellschaften
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Einzelhandel mit Schuhen
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Betrieb von Sportanlagen
Großhandel mit Schuhen
Vermittlung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Beteiligungsgesellschaften
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Elektroinstallation
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Vermietung von Baumaschinen und -geräten
Ambulante Betreuungsdienste für Menschen mit Behinderung
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Bau von Versorgungseinrichtungen für Elektrizität und Telekommunikation
Berufliche Erwachsenenbildung
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Herstellung von Lampen und Leuchten
Einzelhandel mit Spielwaren
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Unternehmensberatung
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Möbeln
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Entwicklung und Programmierung von Internetpräsentationen
Großhandel mit kosmetischen Erzeugnissen und Körperpflegemitteln
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Wärme- und Kältehandel
Großhandel mit Fleisch und Fleischwaren
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Herstellung von Hebezeugen und Fördermitteln
Beteiligungsgesellschaften
Industrie- und Produktdesign
Beteiligungsgesellschaften
Autowaschanlagen
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Ingenieurbüros für Fachplanung von technischer Gebäudeausrüstung
Beteiligungsgesellschaften
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Kauf und Verkauf von eigenen Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Bauträger für Wohngebäude
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Herstellung von pulvermetallurgischen Erzeugnissen
Vermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels Carsharing
Unternehmensberatung
Vermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels Carsharing
Architekturbüros für Hochbau
Beteiligungsgesellschaften
Unternehmensberatung
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen