Primondo Management Service GmbH
i.I.
Fürth
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.09.2010 bis zum 31.08.2011
Bilanz zum 31. August 2011
Aktiva
|
|
|
|
31.8.2010 |
|
|
EUR |
EUR |
TEUR |
| A.
Umlaufvermögen |
|
|
|
| I. Forderungen und
sonstige Vermögensgegenstände |
|
|
|
| 1. Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen |
129.025,98 |
|
129 |
| 2. Forderungen gegen
ehemals verbundene Unternehmen |
3.812.320,37 |
|
4.010 |
| 3. Sonstige
Vermögensgegenstände |
148.051,02 |
|
218 |
| |
|
4.089.297,37 |
4.357 |
| II. Kassenbestand,
Guthaben hei Kreditinstituten |
|
4.627.685,18 |
4.572 |
| |
|
8.717.082,55 |
8.929 |
| B. Nicht durch
Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag |
|
25.150.631,45 |
25.153 |
| - |
|
33.867.714,00 |
34.082 |
|
Passiva
|
|
|
|
| |
|
|
31.8.2010 |
| |
EUR |
EUR |
TEUR |
| A, Eigenkapital |
|
|
|
| I. Gezeichnetes
Kapital |
|
25.000,00 |
25 |
| II. Verlustvortrag |
|
25.177.500,41 |
-21.323 |
| III.
Jahresüberschuss (i.Vj. Jahresfehlbetrag) |
|
1.868,96 |
-3,855 |
| IV. Nicht durch
Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag |
|
25.150.631,45 |
25.153 |
| |
|
0,00 |
0 |
| B.
Rückstellungen |
|
|
|
| Sonstige
Reckstellungen |
|
10.186.982,02 |
10.295 |
| C.
Verbindlichkeiten |
|
|
|
| 1. Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen |
2.143.973,57 |
|
2.180 |
| 2. Verbindlichkeiten
gegenüber ehemals verbundenen Unternehmen |
8.343.750,48 |
|
8.411 |
| 3. Sonstige
Verbindlichkeiten |
13.193.007,93 |
|
13.193 |
| davon aus Steuern EUR
1.069.491,06 (i.Vj. TEUR 1.069) |
|
|
|
| |
|
23.680.731,98 |
23.784 |
| |
|
33.867.714,00 |
34.082 |
Gewinn-
und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. September 2010
bis 31. August 2011
|
|
|
|
1.9.2009- 31.8.2010 |
|
|
EUR |
EUR |
TEUR |
| 1.
Umsatzerlöse |
0,00 |
|
13.529 |
| 2. Sonstige betriebliche
Erträge |
263.874,89 |
|
471 |
| |
|
263.874,89 |
14.000 |
| 3. Personalaufwand |
|
|
|
| a) Löhne und
Gehälter |
0,00 |
|
11.489 |
| b) Soziale Abgaben und
Aufwendungen für Altersversorgung und für
Unterstützung |
0,00 |
|
1,191 |
| 4. Sonstige betriebliche
Aufwendungen |
278.042,57 |
|
5.183 |
| |
|
278.042,57 |
17.863 |
| 5. Sonstige Zinsen und
ähnliche Erträge |
|
16.036,64 |
6 |
| 6. Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit |
|
1.868,98 |
-3.857 |
| 7. Erstattete sonstige
Steuern |
|
0,00 |
|
| 8. Jahresüberschuss
(i.V. Jahresfehlbetrag) |
|
1.868,96 |
-3.855 |
Anhang
für die Zeit vom 1. September 2010 bis 31.
August 2011
Primondo Management Service GmbH i.l.,
Fürth
Allgemeine Angaben
Auf der Grundlage der Anmeldung der Insolvenz am 17.
Juni 2009 hat das Amtsgericht Essen das Insolvenzverfahren
über das Vermögen der Gesellschaft zum 1.
September 2009 eröffnet.
Da gemäß § 155 Abs. 2 InsO mit der
Eröffnung des Insolvenzverfahrens ein neues
Geschäftsjahr beginnt, war das Geschäftsjahr
2008/09 ein Rumpfgeschäftsjahr, das elf Monate
umfasste und am 31. August 2009 endete. Gemäß
§ 240 Abs. 2 Satz 2 HGB darf die Dauer des
Geschäftsjahres zwölf Monate nicht
überschreiten. Das faktische Wahlrecht, durch die
Einlegung eines weiteren Rumpfgeschäftsjahres zum
satzungsmäßigen Geschäftsjahr (30.
September) zurückzukehren, wurde nicht ausgeübt.
Somit bleibt es beim Stichtag für den Jahresabschluss
am 31. August des Jahres. Die Bewertung wurde zum 31.
August 2009 auf Liquidationswerte umgestellt.
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr
2010/11 wurde nach den Vorschriften des HGB und des GmbHG
aufgestellt. Des Weiteren wurde die IDW Stellungnahme zur
Abkehr von der Going-Concern Prämisse (IDW RS HFA 17
n.F.) berücksichtigt.
Die Gesellschaft ist eine mittelgroße
Kapitalgesellschaft. Die Erleichterungen des § 288
Abs. 2 HGB wurden bei der Aufstellung des Anhangs in
Anspruch genommen.
Die Gesellschaft macht teilweise von dem Wahlrecht
Gebrauch, Davon-Vermerke im Anhang anzugeben. Das
Gliederungsschema der Bilanz wurde entsprechend § 265
HGB ergänzt.
Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das
Vermögen. der Gesellschaft zum 1. September 2009 haben
die direkten und indirekten Gesellschafter ihre Kontroll-
,und Verfügungsrechte über das Vermögen der
Gesellschaft verloren. Ab diesem Zeitpunkt entfällt
die Einbindung in einen Konzernabschluss und das
Unternehmen ist auch nicht mehr verbundenes Unternehmen im
Verhältnis zur Arcandor AG i.l., Essen, im Sinne des
§ 271 HGB. Die Erstellung eines Konzernabschlusses
durch die Arcandor AG i.l., Essen, (größter
Kreis von Unternehmen) entfällt. Gleiches gilt
für die Gesellschafterin Primondo GmbH i.l., Essen,
(kleinster Kreis von Unternehmen). Auch über das
Vermögen der eigenen Tochtergesellschaft Primondo CC
N.V. i.l., Temse, Belgien, kann insolvenzbedingt nicht mehr
verfügt werden. Somit entfällt auch hier die
Pflicht zur Erstellung eines Konzernabschlusses.
Obwohl der Konzernverbund wie gerade beschrieben mit
Insolvenzeröffnung über das Vermögen der
Gesellschaft aufgehoben ist, erfolgt der Ausweis der
diesbezüglichen Forderungen und Verbindlichkeiten in
der Bilanz weiterhin in einem gesonderten Posten zur
Verbesserung der Klarheit der Darstellung. Die Bezeichnung
"ehemals verbundene Unternehmen" wird für den
ehemaligen Konzernverbund verwendet.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Infolge des eröffneten Insolvenzverfahrens
über das Vermögen der Gesellschaft und der
laufenden Abwicklung der Gesellschaft wurde die Annahme der
Unternehmensfortführung bereits zum 31. August 2009
aufgegeben. Die Bewertung der
Vermögensgegenstände erfolgt weiterhin unter
Veräußerungsgesichtspunkten.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
werden zu Nennwerten bilanziert
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden
auf den zwischenzeitlich erfolgten Zahlungseingang
(niedrigerer beizulegender Wert) bewertet. Für weitere
erkennbare Ausfallrisiken wurden individuelle
Wertberichtigungen vorgenommen.
Forderungen gegen ehemals verbundene Unternehmen,
über die das lnsolvenzverfahren eröffnet wurde,
wurden, soweit sie vor der Insolvenz begründet sind,
bereits zum 31. August 2009 auf die zum
Erstellungszeitpunkt erwarteten Quoten abgewertet.
Für die sonstigen Vermögensgegenstände
wurden erkennbare Ausfallrisiken durch individuelle
Wertberichtigungen berücksichtigt.
Flüssige Mittel werden mit dem Nennwert
angesetzt.
Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1.
September 2009 ist der Pensionssicherungsverein (PSV) in
die Pensionsverpflichtungen eingetreten. Die zum 31. August
2009 unter Pensionsrückstellungen ausgewiesenen
Verpflichtungen wurden mit dem gesetzlichen Schuldeintritt
des PSV zum 1. September 2009 in die sonstigen
Verbindlichkeiten umgegliedert. Bezüglich des
hierfür beim Karstadt Quelle Mitarbeitertrust e.V.,
Düsseldorf, (KQMT) hinterlegten Treuhandvermögens
wurde ab diesem Zeitpunkt der Nettoausweis
gewählt.
Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Höhe der
berechtigten Ansprüche des PSV im Insolvenzverfahren
um die tatsächliche Befriedigung aus dem
Deckungsvermögen zu kürzen ist.
Für erkennbare Risiken und ungewisse
Verpflichtungen werden in angemessenem Umfang
Rückstellungen gebildet.
Schadenersatzpflichten aus insolvenzbedingt
gekündigten langfristigen Mietverträgen werden
entsprechend der Erfahrungen in Insolvenzverfahren mit 50%
des angemeldeten Betrages bewertet. Dadurch wird der
Schadensminimierungspflicht des Vermieters gegenüber
dem Insolvenzverwalter Rechnung getragen.
Da die Abwicklung der Gesellschaft aufgrund der
früheren Einbindung in den Primondo-Teilkonzern und in
die Arcandor-Gruppe viele Jahre in Anspruch nehmen wird,
wurden im Abschluss für das Rumpfgeschäftsjahr
2008/09 Rückstellungen nur für solche
Sachverhalte gebildet, die Eingang in die Forderungstabelle
gefunden haben bzw. im Zeitraum des vorläufigen
Verfahrens begründet waren. Aufwendungen, die sich aus
der über Jahre dauernden Abwicklungstätigkeit
ergeben, wurden hingegen nicht antizipiert. Sie werden in
laufender Rechnung erfasst.
Die aus dem nach Insolvenzeröffnung aufgestellten
Sozialplan resultierende Masseverpflichtung wurde zum 31.
August 2010 in Höhe des Betrages zugeführt, der
sich nach den Regelungen des Sozialplans unter
Berücksichtigung der Begrenzung des § 123 Ins0
ergibt.
Verpflichtungen aus der infolge der Insolvenz erfolgten
Freisetzung von Mitarbeitern vor Ablauf der vertraglichen
Kündigungsfrist (Verfrühungsschaden) wurden in
Höhe der Anmeldungen zur Insolvenztabelle
passiviert.
Die zur Insolvenztabelle seitens der
Insolvenzgläubiger angemeldeten Zinsen und sonstigen
Kosten wurden in Höhe von 1% der Insolvenzforderungen
pauschal in den sonstigen Rückstellungen
berücksichtigt. Wesentliche Einzelbeträge wurden
separat erfasst.
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Nennwert bilanziert. Im
Verhältnis zur Insolvenztabelle gilt das im
Lagebericht unter Punkt "5. Voraussichtliche Entwicklung
mit ihren Chancen und Risiken" ausgeführte.
Rechnerische Saldierungen im Ausweis der Forderungen und
Verbindlichkeiten gegenüber ehemals verbundenen
Unternehmen in der Bilanz entfalten keine rechtliche
Wirkung. Eine rechtlich mögliche Aufrechnungslage soll
hiermit weder dokumentiert werden noch wurde eine solche in
jedem Einzelfall geprüft.
Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle
Verpflichtungen
Der KQMT hält für die Altersversorgung der
Mitarbeiter der Gesellschaft ein Treuhandvermögen.
Gemäß den Regelungen des Treuhandvertrages hat
der KQMT ein Sicherungsrecht aufgrund des Schuldbeitritts
in Höhe des gehaltenen Treuhandvermögens (zum
Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung TEUR 7.250), den er
zur Insolvenztabelle angemeldet hat.
Weitere Haftungsverhältnisse und sonstige
finanzielle Verpflichtungen mit wesentlicher Bedeutung
für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft bestehen am Abschlussstichtag nicht.
Erläuterungen zur Bilanz
AKTIVA
Anlagevermögen
Anteilsbesitz
Die Gesellschaft ist zu 99,9% an der Primondo CC N.V.
i.l., Temse, Belgien, beteiligt. Zum 1. September 2009
wurde das Insolvenzverfahren über die Primondo CC N.V.
i.l., Temse, Belgien, eröffnet. Der vorläufige
Jahresabschluss zum 30. September 2011 zeigt ein negatives
Eigenkapital von TEUR 42.972 und einen Jahresfehlbetrag
für 2010/11 in Höhe von TEUR 50.471.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Die Forderungen besitzen wie im Vorjahr eine
Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Die Forderungen gegen ehemals verbundene Unternehmen in
Höhe von EUR 3.812.320,37 (i.Vj. TEUR 4.010) sind in
Höhe von EUR 3.596.937,88 (i.Vj. TEUR 3.795) sachlich
den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
zuzuordnen.
Die Forderungen gegen die Gesellschafterin Primondo,
GmbH i.l., Essen, betragen abwertungsbedingt EUR 215.382,49
(i.Vj. TEUR 215).
PASSIVA
Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt
unverändert EUR 25.000,00.
Durch den Jahresüberschuss im Geschäftsjahr
2010/11 in Höhe von EUR 1.868,96 hat sich der nicht
durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag auf EUR
25.150.631,45 zum 31. August 2011 verringert.
Rückstellungen
Bei den sonstigen Rückstellungen in Höhe von
TEUR 10.187 (i.Vj. TEUR 10.298) handelt es sich im
Wesentlichen um Rückstellungen gegenüber der
Bundesagentur für Arbeit aus Insolvenzgeld (TEUR
4.789), für Sozialplanverpflichtungen (TEUR 3.577), um
sonstige Personalrückstellungen (TEUR 643) sowie um
Rückstellungen für Mietrisiken (TEUR 320) und
ausstehende Rechnungen (TEUR 379).
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten besitzen wie im Vorjahr eine
Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
Die Verbindlichkeiten gegenüber ehemais verbundenen
Unternehmen in Höhe von EUR 8.343.750,48 (i.Vj. TEUR
8.411) sind sachlich in Höhe von EUR 407.591,18 (i.Vj.
TEUR 463) den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen zuzuordnen.
Erläuterungen zur Gewinn- und
Verlustrechnung
Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung
wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.
Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse des Vorjahres wurden
ausschließlich mit inländischen
Konzernunternehmen erzielt. Sie beziehen sich auf
Dienstleistungen in den Bereichen Personal, IT-Services,
Finanz- und Rechnungswesen, Recht und Facility
Management.
Periodenfremde Erträge und Aufwendungen
Die periodenfremden Erträge des Vorjahres in
Höhe von TEUR 37 betrafen im Wesentlichen Erträge
aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf sonstige
Forderungen.
Die periodenfremden Aufwendungen betragen im
Geschäftsjahr TEUR 7 (i.Vj. TEUR 26).
Sonstige Erläuterungen
Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt
Im Jahresdurchschnitt waren keine Arbeitnehmer
beschäftigt.
Gesamthonorar Abschlussprüfer
Für das Geschäftsjahr 2010/11 wird beim
Amtsgericht Fürth analog zu § 71 Abs. 3 GmbHG ein
Antrag auf Befreiung von der Prüfungspflicht
gestellt.
Gesetzlicher Vertreter/Insolvenzverwalter
Die Geschäftsführung oblag seit der
Eröffnung des Insolvenzverfahrens (seit dem 1.
September 2009) dem Insolvenzverwalter Herrn Dr. Klaus
Hubert Görg, Köln. Mit Wirkung zum 1. Dezember
2011 wurde Herr Rechtsanwalt Hans-Gerd H. Jauch, Köln,
zum Insolvenzverwalter bestellt.
Fürth, den 29. August
2014
Hans-Gerd
H. Jauch, insolvenzverwalter über das Vermögen
der Pimondo Management Service GmbH i.l.
Lagebericht
für die Zeit vom 1. September 2010 bis 31.
August 2011
Primondo Management Service GmbH i.l.,
Fürth
1. Insolvenzverfahren
Die Geschäftsführung der Gesellschaft hat in
Folge der Anträge der wesentlichen Gesellschaften des
Arcandor-Konzerns ihrerseits am 17. Juni 2009 Antrag auf
Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das
Insolvenzverfahren wurde am 1. September 2009 wegen
Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung
eröffnet. Zum lnsolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt
Dr. Klaus Hubert Görg, zum Sonder-insolvenzverwalter
Rechtsanwalt Rolf Otto Neukirchen bestellt.
Der Geschäftsbetrieb der Gesellschaft wurde mit
Wirkung zum 28. Februar 2010 eingestellt und seither werden
nur noch abwickelnde Tätigkeiten ausgeführt.
Der Insolvenzverwalter hat mangels ausreichender
liquider Mittel am 16. November 2009 gemäß
§ 207 InsO die drohende Masseunzulänglichkeit der
Gesellschaft angezeigt. Die Masseunzulänglichkeit
wurde durch Zahlung der Altmasseverbindlichkeiten
zwischenzeitlich beseitigt.
Herr Dr. Klaus Hubert Görg hat im November 2011 um
Entlassung aus dem Amt des Insolvenzverwalters gebeten. Mit
Wirkung zum 1. Dezember 2011 hat das Amtsgericht Essen
Herrn Rechtsanwalt Hans-Gerd H. Jauch zum
Insolvenz-verwalter der Gesellschaft bestellt.
2. Geschäftstätigkeit und wirtschaftliche
Rahmenbedingungen
Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft
erstreckte sich auf die Erbringung von zentralen
Dienstleistungen für die Primondo-Gruppe, insbesondere
in den Bereichen Personal, Recht/Schadensmanagement,
Finanzen, Controlling und weiterer zentraler Dienste wie
Facility Management. Hierfür unterhielt sie Shared
Service Center an verschiedenen Standorten in Fürth.
Seit der Einstellung der Geschäftstätigkeit am
28. Februar 2010 befindet sich die Gesellschaft in
Abwicklung. Durch die Insolvenz und deren Folgen ist die
Gesellschaft von der allgemeinen marktwirtschaftlichen
Entwicklung vollständig abgekoppelt.
3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Auf Grund der Einstellung des Geschäftsbetriebes in
der Mitte des Geschäftsjahres 2009/10 ist ein
Vergleich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
nicht mehr möglich.
Die Bilanzsumme beträgt zum 31. August 2011 TEUR
33.868 nach TEUR 34.082 im Vorjahr. Der wesentliche Posten
auf der Aktivseite ist mit TEUR 25.151 (i.Vj. TEUR 25.153)
der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag. Bereinigt
um den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag
beträgt die Bilanzsumme TEUR 8.717 (i.Vj. TEUR
8.929).
Der Rückgang auf der Aktivseite betrifft im
Wesentlichen Zahlungseingänge auf Forderungen gegen
ehemals verbundene Unternehmen aus der Begleichung von
Altmasseforderungen.
Die sonstigen Rückstellungen sind im
Geschäftsjahr um TEUR 111 auf TEUR 10.187 gesunken.
Dies ist im Wesentlichen in einem Rückgang der
Rückstellungen für ausstehende Kostenrechnungen
um TEUR 70 sowie der sonstigen Personalrückstellungen
um TEUR 36 begründet.
Die Ertragslage des Geschäftsjahres 2010/11 ist
weiterhin gekennzeichnet durch das Auslaufen des
Geschäftsbetriebes in der ersten Hälfte des
Vorjahres.
Bisher im Konzern verzinste Guthaben und Schulden wurden
ab dem Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung nicht mehr
verzinst.
Im Geschäftsjahr wurde ein geringer
Jahresüberschuss (TEUR 2) erwirtschaftet. Der
Jahresfehlbetrag des Vorjahres in Höhe von TEUR 3.855
stellt das operative Ergebnis der Auslaufperiode dar.
4. Mitarbeiter
Allen zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung
beschäftigten 638 Angestellten musste im Rahmen der
Betriebseinstellung gekündigt werden, sofern diese
nicht infolge von Befristungen oder bereits zuvor
ausgesprochenen Kündigungen ausgelaufen waren. Seither
sind keine Mitarbeiter mehr bei der Gesellschaft
beschäftigt.
5. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren Chancen und
Risiken
Aufgrund des eröffneten Insolvenzverfahrens und der
laufenden Abwicklung der Gesellschaft ergeben sich aus der
bisherigen Geschäftstätigkeit keine wesentlichen
Chancen. Nach erfolgter Verwertung des Vermögens und
Begleichung der Kosten wird der Überschuss an die
Insolvenzgläubiger ausgekehrt.
Teilweise zeigen die Anmeldungen der Gläubiger zur
Insolvenztabelle einen von den in der Buchhaltung der
Gesellschaft erfassten Werten abweichenden Betrag.
Wesentliche Teile der Anmeldungen werden vom
Insolvenzverwalter bestritten oder vorläufig
bestritten. Es ist außerdem derzeit weiterhin
möglich, Forderungen zur Tabelle anzumelden. Die
Klärung der Anmeldungen wird nach den vorliegenden
Kenntnissen längere Zeit in Anspruch nehmen.
Dementsprechend besteht hier einerseits ein Risiko, dass
Rückstellungen für nicht vollständig
erfasste Verbindlichkeiten zu niedrig bemessen sind, und
andererseits ein Risiko weiterer nicht erfasster
Rückstellungen für ungewisse
Verbindlichkeiten.
6. Verzicht auf die Einrichtung eines
Überwachungssystems zur Erfassung der Chancen und
Risiken
Da ein Überwachungs- und
Risiko-Früherkennungs-System dazu dient, den Bestand
der Gesellschaft zu sichern, sich die Gesellschaft jedoch
bereits in der Insolvenz befindet, kann der Normzweck nicht
mehr erreicht werden. Ein System zur Erfassung von Chancen
und Risiken wurde daher im Geschäftsjahr nicht
fortgeführt oder neu eingerichtet.
7. Weitere Abwicklung des Insolvenzverfahrens
Die Gesellschaft ist nicht mehr operativ tätig. Die
Aktivitäten des Insolvenzverwalters konzentrieren sich
auf die weitere Verwertung des Gesellschaftsvermögens
und die Abwicklung der Gesellschaft. Hierbei sind
insbesondere auch die gesellschaftsrechtlichen
Verknüpfungen innerhalb des Primondo-Teilkonzerns
sowie der Arcandor-Gruppe zu berücksichtigen. Die
Abwicklung des Insolvenz-verfahrens wird sich
voraussichtlich noch über mehrere Jahre
erstrecken.
Fürth, den 29. August
2014
Hans-Gerd
H. Jauch Insolvenzverwalter über das Vermögen
der Primondo Management Service GmbH i.l.
|