LANXESS Financial Services GmbH

Kaiser-Wilhelm-Allee 40, 51373 Leverkusen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 53580
Vorher
LANXESS Accounting GmbHLANXESS Global Business Services GmbH
Eingetragen
24.8.2004
Branche
Alle anderen Finanzdienstleistungen a. n. g.Sonstige mit Finanzdienstleistungen verbundene Tätigkeiten a. n. g.Geld- und Wertdienste
Gegenstand
die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich des Finanz-, Berichts- und Rechnungswesens, einschließlich gem. § 6 Nr. 3 und 4 StBerG zulässige Buchführungsservices. Erlaubnispflichtige Finanzdienstleistungen nach § 32 KWG werden nicht getätigt.

Historie

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Management

NameRolle
André Hoderlein
seit 16.3.2026
Prokura
Holger Düchting
seit 14.11.2025
Prokura
Anja Bischopink
seit 14.11.2025
Prokura
Karen Birnkammer
seit 18.6.2025
Prokura
Stefan Arnoldt
seit 8.8.2024
Prokura
Katja Borghaus
seit 7.3.2024
Prokura
Ulrike Rockel
seit 26.9.2023
Prokura
Martin Bury
seit 14.2.2023
Prokura
Maike Krewet
seit 11.9.2020
Prokura
Joachim Mandl-Ehmann
seit 11.9.2020
Geschäftsführer
Markus Lehner
seit 30.3.2020
Prokura
Judith Etzbach
seit 14.8.2017
Prokura
Michael Schmitz
seit 2.9.2013
Prokura
Jürgen Topoll
seit 8.11.2012
Prokura
Matthias Rücker
seit 8.11.2012
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
LANXESS Deutschland GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

LANXESS Aktiengesellschaft

Köln

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT VON LANXESS KONZERN UND LANXESS AG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2019

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Konzernstruktur

Rechtliche Struktur

Die LANXESS AG ist die Muttergesellschaft des Konzerns und hat im Wesentlichen die Funktion einer strategischen Holding. Ihr ist die LANXESS Deutschland GmbH als 100%ige Tochter untergeordnet. Dieser unterstehen die in- und ausländischen Beteiligungen.

An folgenden wesentlichen Gesellschaften ist die LANXESS AG mittel- oder unmittelbar zu 100 % beteiligt:

Wesentliche mittel- und unmittelbare Beteiligungen der LANXESS AG

Name und Sitz Funktion Segmente
LANXESS Deutschland GmbH, Köln (Deutschland) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates /
Specialty Additives /
Performance Chemicals /
Engineering Materials
LANXESS Solutions US Inc., Middlebury (USA) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates /
Specialty Additives /
Engineering Materials
LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates /
Specialty Additives /
Performance Chemicals /
Engineering Materials
Saltigo GmbH, Leverkusen (Deutschland) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates
LANXESS N.V., Antwerpen (Belgien) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates /
Engineering Materials
LANXESS Sales Netherlands B.V., Amsterdam (Niederlande) Vertrieb Specialty Additives
LANXESS India Private Limited, Thane (Indien) Produktion und Vertrieb Advanced Intermediates /
Performance Chemicals /
Engineering Materials
Great Lakes Chemical Corporation, Wilmington (USA) Produktion Specialty Additives

Organisation der Leitung und Kontrolle

Die LANXESS AG besitzt eine duale Führungsstruktur. Sie besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht. Den Aufsichtsrat unterstützt ein Prüfungsausschuss für Finanzthemen, der aus seinen Reihen besetzt wird. Der Vorstand legt die Konzernstrategie fest und steuert die Ressourcenverteilung sowie die Infrastruktur und Organisation des Konzerns. Die LANXESS AG als Konzernführungsgesellschaft bestimmt die Finanzierung sowie die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds.

Geschäftstätigkeit

Geschäftsorganisation und wesentliche Änderungen im Konzernportfolio

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des LANXESS Konzerns entschieden wir uns zur Veräußerung sämtlicher Geschäftseinheiten der Business Unit Leather, bestehend aus Chromchemikalien, der Chromerzmine und organischen Lederchemikalien. Der komplette Abschluss der Veräußerung der Business Unit Leather, die bislang Bestandteil des Segments Performance Chemicals war, wird bis Ende des Jahres 2020 erwartet, so dass zum 31. Dezember 2019 ein Ausweis als nicht fortgeführtes Geschäft erfolgt.

Am 12. August 2019 erzielte LANXESS eine Übereinkunft zum Verkauf seines Geschäfts mit Chromchemikalien an Brother Enterprises, einen chinesischen Produzenten von Lederchemikalien. Der Verkauf wurde am 10. Januar 2020 abgeschlossen. Am 15. November 2019 unterzeichneten LANXESS und Clover Alloys, ein südafrikanischer Anbieter von Chromfeinerzen, eine Vereinbarung zum Verkauf unseres 74%igen Anteils an der LANXESS Chrome Mining (Pty) Ltd., Modderfontein (Südafrika), die eine Chromerzmine in Rustenburg (Südafrika) betreibt. Mit dem Abschluss dieser Transaktion wird bis Ende 2020 gerechnet. Außerdem befinden wir uns bei der dritten Geschäftseinheit der Business Unit Leather, dem Geschäft mit organischen Lederchemikalien, in einem fortgeschrittenen Angebots- und Verkaufsprozess und erwarten auch hier einen Abschluss der Transaktion bis zum 31. Dezember 2020.

Gemäß den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS 5) wurden die Gewinn- und Verlustrechnungen von Vorperioden angepasst und das Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäfts in einer separaten Zeile gezeigt. In den Bilanzen erfolgten keine Anpassungen für Stichtage vor dem 31. Dezember 2019. Die immateriellen Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen der Business Unit Leather unterliegen keiner weiteren planmäßigen Abschreibung und werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bilanziert. Bei den im Folgenden gemachten Angaben verzichten wir grundsätzlich auf die Anmerkung, dass in diesem Zusammenhang Vorjahreszahlen angepasst wurden. An Stellen, an denen hiervon abgewichen wurde, ist dies entsprechend vermerkt.

Nähere Erläuterungen zur Bilanzierung, die Gewinn- und Verlustrechnung des nicht fortgeführten Geschäfts sowie seine wesentlichen Bilanzposten finden sich im Abschnitt "Nicht fortgeführtes Geschäft" im Anhang zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019.

LANXESS hat am 6. August 2019 einen Vertrag zum Verkauf seines 40 %-Anteils an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), unterzeichnet. Die Currenta GmbH & Co. OHG betreibt die Chemieparks in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen (alle Deutschland). Käufer sind Investmentfonds, die von Macquarie Infrastructure and Real Assets (MIRA) geführt werden. Wir rechnen mit einem Abschluss der Transaktion Ende April 2020.

Der von LANXESS gehaltene 40 %-Anteil an der Currenta GmbH & Co. OHG wird im Rahmen des Verkaufs mit einem Eigenkapitalwert (Unternehmenswert nach Abzug von Nettoverschuldung und Pensionsverbindlichkeiten) von ca. 780 Mio. € vor Ertragsteuern bewertet. Zusätzlich erhält LANXESS eine Gewinnbeteiligung bis zum Abschluss des Verkaufs.

Wir haben uns zudem mit MIRA auf zunächst zehnjährige Dienstleistungs- und Versorgungsverträge für die drei betroffenen Chemieparks verständigt. Mit diesem langfristigen Vertragspaket sichern wir uns auch in Zukunft eine verlässliche Infrastruktur zu wettbewerbsfähigen Konditionen und erhalten durch den Verkauf der Beteiligung zusätzlichen finanziellen Spielraum.

Im LANXESS Konzernabschluss wird die Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG zum Bilanzstichtag unverändert mit einem Buchwert von 0 € bilanziert und unter Vermögenswerten, die zur Veräußerung gehalten werden, klassifiziert.

Am 31. Dezember 2018 konnten wir den Verkauf unseres 50 %-Anteils an ARLANXEO an die Saudi Aramco-Tochtergesellschaft Aramco Overseas Holdings Coöperatief U.A., Den Haag (Niederlande), abschließen. Bereits ab dem 1. April 2018 wurde ARLANXEO von uns als nicht fortgeführtes Geschäft gemäß IFRS 5 ausgewiesen. Für unseren Anteil an ARLANXEO hatten wir von Saudi Aramco eine Zahlung von etwa 1,4 Mrd. € erhalten. Aus diesen Mitteln wurde zum Vorjahresende das Pensionsvermögen um 200 Mio. € aufgestockt und damit die Verschuldung reduziert. Für weitere 200 Mio. € (ohne Nebenkosten) wurden im ersten Halbjahr 2019 eigene Aktien über die Börse erworben, die im Juli 2019 eingezogen wurden.

Der Aufsichtsrat der LANXESS AG hat Herrn Dr. Anno Borkowsky und Frau Dr. Stephanie Coßmann zu neuen Mitgliedern des Vorstands berufen.

Mit der Berufung von Herrn Dr. Borkowsky wurde der Vorstand mit Wirkung zum 1. Juni 2019 auf fünf Mitglieder erweitert. Herr Dr. Borkowsky, bisheriger Leiter der Business Unit Additives, übernimmt im Rahmen seiner Vorstandstätigkeit die Leitung des Segments Specialty Additives. Zugleich wurde die dem Segment zugeordnete Business Unit Additives in die beiden Business Units Polymer Additives und Lubricant Additives Business aufgeteilt. Somit umfasst das Segment Specialty Additives, in dem auch die Business Unit Rhein Chemie enthalten ist, seit dem 1. Juni 2019 drei Business Units.

Frau Dr. Coßmann, bisherige Leiterin der Group Function Human Resources, trat mit Wirkung zum 1. Januar 2020 die Nachfolge von Herrn Dr. Rainier van Roessel als Vorstandsmitglied an. Herr Dr. van Roessel trat zum Jahresende in den Ruhestand.

Mit dem Ausscheiden von Herrn Dr. van Roessel gingen auch Veränderungen in der Geschäftsverteilung innerhalb des Vorstands einher. Frau Dr. Coßmann hat neben ihrer Aufgabe als Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin auch die Verantwortung für die Group Function Human Resources von Herrn Dr. van Roessel übernommen. Zudem übernahm sie die Zuständigkeit für die Group Function Legal and Compliance, die bislang beim Vorstandsvorsitzenden, Herrn Matthias Zachert, gelegen hatte. Herr Zachert übernahm aus der bisherigen Zuständigkeit von Herrn Dr. van Roessel die Verantwortung für die Business Units Liquid Purification Technologies und Material Protection Products. Die Zuständigkeit für die Business Unit Inorganic Pigments ging an Vorstandsmitglied Herrn Dr. Hubert Fink. Die Koordination der Regional- und Landesorganisationen von LANXESS übernahm Herr Dr. Borkowsky. Die Zuständigkeiten von Herrn Michael Pontzen, der im Herbst 2019 auch die Verantwortung für die neue Group Function Global Business Services übernommen hatte, bleiben unverändert.

Kurzdarstellung der Segmente

Mit seinen Geschäften, die im Segment Advanced Intermediates zusammengefasst sind, gehört LANXESS zu den weltweit führenden Anbietern auf dem Gebiet chemischer Zwischenprodukte für die Industrie sowie der Herstellung chemischer Vorprodukte und spezieller chemischer Wirkstoffe im Kundenauftrag.

Advanced Intermediates
Business Units Anwendungen
Advanced Industrial Intermediates
Saltigo
Agrochemie, Automobilbereich, Bauindustrie,
Duft- und Geschmacksstoffe, Pharma,
Reifenchemikalien, Halbleiter und Photovoltaik
Standorte
Antwerpen (Belgien) Jhagadia, Nagda (Indien)
Liyang (China) Pyeongtaek (Südkorea) 1)
Bergkamen, Brunsbüttel, Dormagen, Krefeld-Uerdingen,
Leverkusen (Deutschland)
Baytown, Bushy Park, Mapleton (USA)

1) Abgabe des Standorts im Rahmen der Veräußerung des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis zum 31. Januar 2020.

Im Segment Specialty Additives sind unsere Lösungen auf Basis spezialisierter Additiv-Chemikalien zusammengefasst.

Specialty Additives
Business Units Anwendungen
Polymer Additives Phosphor- und brombasierte Flammschutzmittel
Lubricant Additives Business Schmierstoffe
Rhein Chemie Farbmittel, Kunststoff- und Kautschukadditive
Standorte
Burzaco, Merlo (Argentinien) Latina (Italien)
Porto Feliz (Brasilien) Toyohashi (Japan)
Nantong, Qingdao (China) Elmira, West Hill (Kanada)
Krefeld-Uerdingen, Leverkusen, Altamira (Mexiko)
Mannheim (Deutschland) Lipetsk (Russland)
Epierre (Frankreich) Kaohsiung (Taiwan)
Trafford Park (Großbritannien) Chardon, Charleston, East Hanover, El Dorado,
Jhagadia (Indien) Fords, Greensboro, Little Rock (USA)

Im Segment Performance Chemicals zeigen wir unsere anwendungsorientierten Geschäfte auf dem Gebiet der Prozess- und Funktionschemikalien.

Performance Chemicals
Business Units Anwendungen
Inorganic Pigments Farbpigmente
Material Protection Products Desinfektions-, Konservierungs- und Materialschutzmittel
Liquid Purification Technologies Materialien zur Wasseraufbereitung
Standorte
Sydney (Australien) Branston, Sudbury (Großbritannien)
Porto Feliz (Brasilien) Jhagadia (Indien)
Changzhou, Ningbo (China) Singapur (Singapur)
Bitterfeld, Dormagen, Krefeld-Uerdingen, Vilassar de Mar (Spanien)
Leverkusen (Deutschland) Burgettstown, Memphis, Pittsburgh (USA)

Im Segment Engineering Materials bündeln wir unsere Aktivitäten auf dem Gebiet technischer Kunststoffe.

Engineering Materials
Business Units Anwendungen
High Performance Materials Automobilbereich, Elektro/Elektronik, Bauindustrie,
Urethane Systems Medizintechnik, Bergbau, Reifen und Räder,
  Öl und Gas, industrielle und mechanische Güter
Standorte
Antwerpen (Belgien) Baxenden (Großbritannien)
Porto Feliz (Brasilien) Jhagadia (Indien)
Nantong, Wuxi (China) Latina (Italien)
Brilon, Hamm-Uentrop, Gastonia, Perth Amboy (USA)
Krefeld-Uerdingen (Deutschland)  

Strategische Ausrichtung

Wertebasiertes, verantwortungsvolles und verlässliches Handeln, kombiniert mit klaren strategischen Leitlinien, bildet den strategischen Kompass von LANXESS. Wir bauen auf integrierte Wertschöpfungsketten, nachhaltige, wettbewerbsfähige Produkte und Standorte sowie auf unsere Stärken in mittelgroßen Märkten mit meist überdurchschnittlichen Wachstumsraten.

Die von uns vorangetriebenen Portfolioanpassungen folgten einer klaren strategischen Richtung: erfolgreiche Verringerung des ehemals sehr hohen Automobil-Anteils zugunsten konsumentennaher Anwendungen sowie Ausbau unserer Präsenz in mittelgroßen, teilweise regulierten und damit geschützten Märkten für Spezialitätengeschäfte. Diese ausgewogenere Struktur unserer Abnehmermärkte soll insbesondere in konjunkturellen Abschwungphasen Stabilität verleihen. Die Stärkung unserer Geschäfte im Bereich Desinfektions- und Konservierungsmittel treibt Profitabilität und Wachstum. Zu unserer Strategie gehört es aber ebenso, sich von Geschäften zu trennen, für die wir unter dem Dach von LANXESS keine nachhaltigen Entwicklungsperspektiven mehr sehen.

Um organisches Wachstum voranzutreiben, investieren wir in unsere Geschäfte. Unser Fokus liegt hierbei auf Kapazitätserweiterungen und Ergänzungen in bestehenden Anlagen bzw. Werken. Als weiteren Treiber für langfristiges Wachstum betrachten wir gezielte Investitionen in unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Unsere Innovationsstrategie basiert auf drei Säulen: einer Produktforschung, die sich eng am Markt und an den Kundenbedürfnissen orientiert, einer zentral gesteuerten Prozessforschung mit den Schwerpunkten Energie- und Rohstoffeffizienz sowie agilen Digitalisierungsprojekten.

Klare finanzielle Ziele für 2021

Unsere für 2021 gesteckten finanziellen Ziele sehen eine durchschnittliche operative Ergebnismarge - gemessen am EBITDA vor Sondereinflüssen - zwischen 14 % und 18 % über einen Geschäftszyklus vor. Zudem soll die Ergebnismarge zukünftig in einer Bandbreite von maximal zwei bis drei Prozentpunkten um den Durchschnittswert schwanken. Ein solides Investment-Grade-Rating bleibt unverändert ein striktes Ziel unserer konservativen Finanzpolitik.

Deutliches Bekenntnis zur Nachhaltigkeit

LANXESS will als nachhaltiges, langfristig erfolgreiches Chemieunternehmen ein Treiber des Wandels sein. Deutlich haben wir diesen Anspruch in unseren 2019 neu gesetzten Klima-schutzzielen formuliert. Bis 2030 wollen wir die Treibhausgasemissionen aus unserer Produktion und die Emissionen aus der für unsere Produktion notwendigen Energieerzeugung um weitere 50 % reduzieren, sodass LANXESS seine Emissionen dann um 75 % im Vergleich zum Gründungsjahr 2004 reduziert haben wird. Im Jahr 2040 wollen wir schließlich klimaneutral sein, indem wir unsere dann noch vorhandenen Restemissionen über entsprechende Kompensationsmaßnahmen neutralisieren. Unser Engagement für eine nachhaltige Entwicklung unterstreicht auch, dass erstmals ESG-Kriterien ("Environmental, Social and Governance") in unserer Haupt-Kreditlinie berücksichtigt werden. So hängen die Zinskonditionen der im Dezember 2019 unterzeichneten syndizierten Kreditlinie im Volumen von 1 Mrd. € unter anderem von der erfolgreichen Reduktion unserer Treibhausgasemissionen und der Steigerung des Anteils weiblicher Führungskräfte auf den drei obersten Managementebenen ab.

WERTMANAGEMENT UND STEUERUNGSSYSTEM

Um unsere strategischen Ziele zu erreichen, benötigen wir Kennzahlen, anhand derer wir die Ergebnisse unserer Maßnahmen messen können. Unser bedeutsamster finanzieller Leistungsindikator und damit die zentrale Steuerungsgröße des Konzerns ist das EBITDA (operatives Ergebnis vor Abschreibungen und Wertaufholungen) vor Sondereinflüssen. Weitere finanzielle Leistungsindikatoren wie Return an Capital Employed (ROCE), Umschlagdauer der Vorräte (DSI), Forderungslaufzeit (DSO) oder die Net Financial Debt Ratio betrachten wir als unternehmensspezifische Frühindikatoren bzw. Kennzahlen zur Überwachung.

Wertmanagement und Steuerungssystem

2015 2016 2017 2018 2019
EBITDA vor Sondereinflüssen 1) Mio. € 885 995 925 986 1.019
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 1) % 11,2 12,9 14,2 14,4 15,0
Capital Employed 2) Mio. € 5.043 7.479 7.463 5.204 5.588
ROCE % 8,4 6,9 9,3 11,4 10,0
Umschlagdauer Vorräte (DSI) Tage 67,2 67,2 64,7 68,6 65,7
Forderungslaufzeit (DSO) Tage 47,6 51,1 50,7 46,0 42,3
Nettofinanzverbindlichkeiten Mio. € 1.211 2.394 2.252 1.923 2.522
Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug            
von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren Mio. € 1.211 269 2.252 1.381 1.742
Net Financial Debt Ratio   1,4x 0,3x 1,7x 1,4x 1,7x
Investitionsquote 1) % 5,5 5,7 6,1 7,0 7,5

1) Werte ab 2017 ohne ARLANXEO und ab 2018 ohne Business Unit Leather.
2) Capital Employed zum 31. Dezember 2018 und zum 31. Dezember 2019 bereinigt. Für Details verweisen wir auf den Abschnitt "Rentabilität".

Unser Erfolg spiegelt sich im Wesentlichen in der Ertragskraft wider. Entsprechend ist unser Steuerungssystem konsequent auf die Steuerung der Ertragskraft ausgerichtet.

Ertragskraft

Die zentrale Kennzahl zur Steuerung der Ertragskraft auf Konzernebene und für die einzelnen Segmente ist das EBITDA vor Sondereinflüssen. Es errechnet sich aus dem EBIT vor Abschreibungen bzw. Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen. Sondereinflüsse sind Effekte, die aufgrund ihrer Art oder ihres Ausmaßes einen besonderen Einfluss auf die Ertragslage haben, deren Einbeziehung bei der Beurteilung der Geschäftsentwicklung über mehrere Berichtsperioden jedoch nicht geeignet erscheint. Zu den Sondereinflüssen können außerplanmäßige Abschreibungen, Wertaufholungen oder Ergebnisse aus der Veräußerung von Anlagevermögen, bestimmte Kosten für strategische Projekte im Bereich IT und Digitalisierung, Restrukturierungsaufwendungen und Erträge aus der Auflösung von in diesem Zusammenhang gebildeten Rückstellungen sowie Ergebnisbelastungen aus Portfolioaktivitäten oder Kaufpreisallokationen zählen. Von Dritten gewährte Zuwendungen für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen werden unter Anwendung der Bruttomethode abgegrenzt. In diesem Zusammenhang werden über die Bruttoabschreibungen hinaus bei der Ermittlung des EBITDA vor Sondereinflüssen keine weiteren Bereinigungen vorgenommen.

Jede operative Entscheidung oder Leistung wird kurz- und langfristig daran gemessen, wie nachhaltig sie das EBITDA vor Sondereinflüssen beeinflusst. Im Rahmen des jährlichen Budget- und Planungsprozesses werden Zielvorgaben für diese Messgröße des Unternehmenserfolgs ermittelt, die bei der Bemessung der variablen Einkommenskomponenten der Mitarbeiter berücksichtigt werden.

Reine Erlösgrößen wie zum Beispiel die Umsatzerlöse sind keine Steuerungsgrößen unseres Konzerns, da sie keine unmittelbaren Aussagen zur Ertragskraft erlauben. Volatile Einstandspreise für Rohstoffe sind ein wesentliches Kennzeichen unserer Industrie. Unterjährig schwankende Rohstoffpreise wirken sich auf Verkaufspreise aus. Dies beeinflusst die Höhe der Umsatzerlöse, lässt jedoch die für die Ertragskraft entscheidenden absoluten Margen, abgesehen von kurzfristigen Anpassungseffekten, grundsätzlich unberührt. Eine Zielformulierung für Umsatzwerte unterbleibt daher sowohl in der kurz- als auch in der mittelfristigen Perspektive.

Die Ergebnismargen errechnen sich aus dem Verhältnis der jeweiligen Ergebnisgrößen zum Umsatz. Beispielsweise wird die EBITDA-Marge (vor Sondereinflüssen) aus der Relation des EBITDA (vor Sondereinflüssen) zum Umsatz ermittelt und dient als relative Kennzahl zum Vergleich der Ertragskraft auf Konzernebene und für die einzelnen Segmente.

Unternehmensspezifische Frühindikatoren

Frühindikatoren dienen dazu, wesentliche Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage rechtzeitig zu erkennen und angemessene Maßnahmen einzuleiten.

Unser jährlicher Budget- und Planungsprozess liefert Eckwerte der Ertragskraft sowie der Innenfinanzierung des Konzerns als Basis für die Unternehmensführung. Diese Informationen werden unter anderem bei Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen verwendet. Um sicherzustellen, dass veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen in den Steuerungsentscheidungen zeitnah verarbeitet werden, erstellen wir zweimal im Geschäftsjahr operative Erwartungsrechnungen, sogenannte Forecasts, um das jahresbezogene Budget und die darauf basierenden Eckwerte der Konzernsteuerung zu aktualisieren. Darüber hinaus werden für die Eckwerte der Ertragskraft regelmäßig Erwartungsrechnungen erstellt.

Für Budget und Forecast werden bestimmte Parameter zentral vorgegeben und einheitlich verwendet, da sie großen Einfluss auf die Ausprägung der Eckwerte haben. Eine wesentliche Rolle kommt strategischen Rohstoffen zu. Die Entwicklung der Beschaffungspreise hat vor dem Hintergrund der zeitnahen Anpassung der Verkaufspreise einen hohen Stellenwert. Auch die im Zeitablauf regional unterschiedliche Verfügbarkeit von Rohstoffen kann Bedeutung erlangen. Aufgrund unserer regional diversifizierten Produktionsstätten und Absatzmärkte beeinflusst ferner der Verlauf der Wechselkurse die aus der Umsatz- und Kostenentwicklung resultierende Ertragskraft, mit entsprechender Rückwirkung auf Preisgestaltung und Absicherungsstrategien. Zudem ziehen wir laufend aktualisierte Wachstumsprognosen von Kundenindustrien und Absatzregionen heran, um Absatz- bzw. Investitionsentscheidungen vorzubereiten und zu prüfen.

Rentabilität

Der Return an Capital Employed (ROCE) ist als Messgröße für die Rentabilität auf Konzernebene implementiert und gibt Aufschluss darüber, wie effizient wir mit dem eingesetzten Kapital umgehen. Dies macht ihn beispielsweise zu einem wichtigen Kriterium bei Investitionsentscheidungen.

Die zinsfreien Verbindlichkeiten setzen sich zusammen aus den Rückstellungen ohne Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, den Ertragsteuerschulden, den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten. Wir nutzen daneben eine vereinfachte Variante des ROCE, den sogenannten Business-ROCE, um den Beitrag unserer Geschäftseinheiten zu beurteilen.

Der ROCE lag im Berichtsjahr 2019 mit 10,0 % oberhalb unseres vergleichsrichtig ermittelten gewichteten Kapitalkostensatzes. Im Vorjahr hatte der ROCE 11,4 % betragen. Das Capital Employed des Berichtsjahres ist um einen Betrag von rund 985 Mio. € bereinigt. Dieser resultiert aus in kurzfristigen Wertpapieren angelegten, ungenutzten Finanzmitteln sowie den Vermögenswerten, die in der Bilanz dem nicht fortgeführten Geschäft zugeordnet wurden. Das Capital Employed des Geschäftsjahres 2018 war um einen Betrag von rund 1,2 Mrd. € bereinigt worden. Dieser ergab sich aus den am 31. Dezember 2018 für den Verkauf des 50 %-Anteils an ARLANXEO erhaltenen Finanzmitteln abzüglich einer hiermit finanzierten Aufstockung des deutschen Pensionsvermögens.

Kapitalkosten

Die Fremdkapitalkosten errechnen sich aus dem sogenannten risikolosen Zins, d.h. in unserem Fall aus der Rendite einer langfristigen deutschen Staatsanleihe, zuzüglich eines Risikoaufschlags für Industrieunternehmen in der gleichen Risikokategorie wie LANXESS. Die Eigenkapitalkosten spiegeln die Renditeerwartungen der Investoren an eine Investition in LANXESS Aktien wider. Aufgrund des höheren Risikos, das mit dem Aktienerwerb gegenüber Staatsanleihen verbunden ist, fordern Eigenkapitalinvestoren eine Risikoprämie. Diese sogenannte Marktrisikoprämie wird aus der langfristigen Überrendite eines Aktieninvestments gegenüber einer Investition in Staatsanleihen ermittelt und durch den Beta-Faktor korrigiert. Er drückt das relative Risiko eines Investments in die LANXESS Aktie im Verhältnis zum Gesamtmarkt aus.

Kapitalverwendung

Um unser Nettoumlaufvermögen auf operativer Ebene zu optimieren, nutzen wir die Kennzahlen DSO (Forderungslaufzeit bzw. Days of Sales Outstanding) und DSI (Umschlagdauer der Vorräte bzw. Days of Sales in Inventory). Sie zeigen den Forderungs- bzw. Vorratsbestand im Verhältnis zum Umsatz des vergangenen Quartals. Im Geschäftsjahr 2019 lag der Wert für DSI bei 65,7 Tagen (Vorjahr: 68,6 Tage) und der DSO bei 42,3 Tagen (Vorjahr: 46,0 Tage).

Unsere Investitionen in Sachanlagen unterliegen einer strikten Kapitaldisziplin und werden konsequent auf die Produktbereiche mit den größten Erfolgspotenzialen ausgerichtet. Dabei priorisieren wir Investitionsprojekte auf Basis finanzieller Kennziffern wie Rückflusszeit, Kapitalwert und ROCE. Die Kennzahl der Investitionsquote setzt die auszahlungswirksamen Investitionen ins Verhältnis zum Umsatz.

Verschuldung

Die Nettofinanzverbindlichkeiten ergeben sich aus der Gesamtsumme der kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten abzüglich Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte und beliefen sich auf 2.522 Mio. €. Nach dem darüber hinaus erfolgten Abzug von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren beliefen sich die Nettofinanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2019 auf 1.742 Mio. € nach 1.381 Mio. € zum Ende des Vorjahres. Der Anstieg war beeinflusst durch den Abfluss liquider Mittel für den Aktienrückkauf und durch gegenüber dem Vorjahr zusätzlich erfasste Leasingverbindlichkeiten.

Die Net Financial Debt Ratio, die wir ausschließlich auf Konzernebene verwenden, ist definiert als das Verhältnis von Nettofinanzverbindlichkeiten zum EBITDA vor Sondereinflüssen. Auf Basis der Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren erhöhte sich die Net Financial Debt Ratio zum 31. Dezember 2019 auf 1,7 nach einem Wert von 1,4 zum Vorjahresstichtag.

Auf Konzernebene betrachten wir auch die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen als Verschuldungskomponente. Gegenüber dem Jahresende 2018 stiegen diese um 95 Mio. € auf 1.178 Mio. €. Mit dieser zusätzlichen Verschuldungskomponente, bereinigt um darauf bezogene aktive latente Steuern von 288 Mio. € (Vorjahr: 279 Mio. €) sowie reduziert um die unter den sonstigen langfristigen Vermögenswerten ausgewiesenen Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen von 78 Mio. € (Vorjahr: 75 Mio. €), ergibt sich im Verhältnis zum EBITDA vor Sondereinflüssen die sogenannte Total Net Debt Ratio von 2,5 nach 2,1 zum Vorjahresstichtag.

Nettofinanzverbindlichkeiten

in Mio. € 2015 2016 2017 2018 2019
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.258 2.734 2.242 2.686 2.777
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 443 78 633 59 66
abzüglich:          
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen -24 -23 -35 -25 -25
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -366 -355 -538 -797 -296
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte -100 -40 -50 0 0
Nettofinanzverbindlichkeiten 1.211 2.394 2.252 1.923 2.522
abzüglich kurzfristiger Geldanlagen und Wertpapieren 0 -2.125 0 -542 -780
Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren 1.211 269 2.252 1.381 1.742

GESCHÄFTSPROZESSE UND MITARBEITER

Einkauf

LANXESS stellt die Versorgung mit Rohstoffen, sonstigen Materialien und Dienstleistungen über die zentral gesteuerte Organisationseinheit Global Procurement & Logistics sicher. In enger Abstimmung mit unseren Business Units bündeln die sogenannten "Global Categories" ihren Bedarf in den Einkaufssegmenten Rohstoffe, technische Güter, Packmittel, Energie, Services und Logistik. Unser weltweites Beschaffungsnetzwerk fördert Einkaufssynergien, sodass wir optimal am Markt agieren und Preisvorteile nutzen können. Dabei vermeiden wir sowohl Lieferengpässe als auch Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten beispielsweise dadurch, dass wir unsere Bezugsquellen ausweiten ("multiple sourcing"). Im Berichtszeitraum kam es daher nicht zu Lieferausfällen oder -engpässen mit wesentlichen Auswirkungen auf unsere Geschäftsentwicklung.

Die Beschaffung chemischer Rohstoffe hat für uns einen hohen Stellenwert. Ziel ist es, die Versorgung basierend auf langfristigen Einkaufsverträgen sicherzustellen. Die Verfügbarkeit von Rohstoffen spielt seit jeher auch eine wesentliche Rolle bei Standortentscheidungen. An zahlreichen Produktionsstandorten beziehen wir wesentliche Rohstoffe und Energieträger in Form von Dampf oder Biomasse aus der unmittelbaren Umgebung. So minimieren wir nicht nur Transportkosten und transportbezogene Umweltauswirkungen, sondern reduzieren vor allem das Risiko transportbedingter Lieferausfälle.

Zu unseren größten Lieferanten chemischer Rohstoffe zählten im Jahr 2019 unter anderem BASF, BP, Chevron, Covestro, ExxonMobil, INEOS, OXEA, Sasol, Shell Chemicals und TOTAL.

Zu den mit Abstand wichtigsten strategischen Rohstoffen für unsere Produktion gehörten im Geschäftsjahr 2019 Ammoniak, Benzol, Chlor, Cyclohexan, Cyclohexanon, Schwefel und Toluol. Insgesamt entfiel im Geschäftsjahr 2019 ein Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Mrd. € (Vorjahr: ca. 1,6 Mrd. €) auf strategische Rohstoffe. Dies entspricht einem Anteil von rund 53 % unseres gesamten Beschaffungsvolumens für Rohstoffe und Handelswaren im Jahr 2019, das etwa 2,8 Mrd. € betrug (Vorjahr: 3,0 Mrd. €). Unser Gesamtbeschaffungsvolumen belief sich 2019 auf etwa 4,8 Mrd. € (Vorjahr: ca. 4,9 Mrd. €).

Produktion

LANXESS ist ein global agierender Hersteller von Spezialchemikalien. Mit unseren Produktionsanlagen stellen wir sowohl kleinste Produktmengen auf Basis maßgeschneiderter Kundensynthesen als auch Basis-, Spezial- und Feinchemikalien sowie Polymere in Mengen von mehreren zehntausend Tonnen her.

Unsere Produktionsbetriebe sind organisatorisch einzelnen Business Units zugeordnet. Die wichtigsten Produktionsstandorte befinden sich in Leverkusen, Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Bergkamen (Deutschland), Antwerpen (Belgien), Trafford Park (Großbritannien), Latina (Italien), Baytown, El Dorado und Perth Amboy (USA), Elmira (Kanada), Jhagadia und Nagda (Indien) sowie Changzhou, Nantong und Ningbo (China). Eine detaillierte Übersicht über unsere Produktionsstandorte nach Segmenten findet sich im Abschnitt "Kurzdarstellung der Segmente" in diesem Lagebericht.

Vertrieb

Wir vertreiben unsere Produkte weltweit an mehrere tausend Kunden in rund 150 Staaten auf allen Kontinenten. Führende Unternehmen der jeweiligen Abnehmerbranchen zählen zu unserem festen Kundenstamm. In sämtlichen Vertriebsregionen verfügen wir über langjährige Kundenbeziehungen. Um die Ansprüche unserer Kunden zu erfüllen, haben wir flexible Marketing- und Vertriebsstrukturen etabliert. Unseren Vertrieb steuern wir über 52 eigene Gesellschaften weltweit. In Ländern, in denen wir bisher keine eigene Gesellschaft unterhalten, arbeiten wir mit lokalen Vertriebspartnern zusammen.

Um die größtmögliche Nähe zu den Kunden und deren individuelle Betreuung zu gewährleisten, leiten unsere Business Units ihre Vertriebsorganisation eigenverantwortlich. 55 eigene Produktionsstätten in 18 Ländern bieten uns einen weiteren Wettbewerbsvorteil. Unsere Kunden werden, soweit möglich, jeweils von regionalen Produktionsstandorten aus beliefert. Dies verschafft ihnen sowohl Zeit- als auch Kostenvorteile.

Absatzmärkte

Aufgrund unseres breiten Leistungsspektrums unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu einer Vielzahl von Kunden in der ganzen Welt. Diese bedürfen individueller, gezielter Ansprache, die wir aufgrund der Vertriebsorganisationen in der Verantwortung der Business Units leisten können.

Wir beliefern vor allem die Branchen Chemie, Automobil, Bau, Elektro, Agrochemie, Kunststoff, Pharma, Lebensmittel, Wasseraufbereitung und Möbel.

Umsatzanteile nach Branchen

in % 2019
Chemie ~ 30
Automobil ~ 20
Bau und Elektro ~ 20
Agrochemie ~ 10
Sonstige (in Summe) ~ 20

Im Geschäftsjahr 2019 vereinten unsere zehn Top-Kunden einen Anteil am Gesamtumsatz von rund 19 % (Vorjahr: 18 %). Keiner unserer Kunden erreichte einen Anteil von mehr als 10 % am Konzernumsatz. Bei 44 Kunden (Vorjahr: 41) übertraf der Jahresumsatz 20 Mio. €. Die Anzahl unserer Kunden in den jeweiligen Segmenten unterscheidet sich deutlich. Die vergleichsweise geringen Umsätze der einzelnen Kunden im Segment Performance Chemicals und die breite Kundenbasis spiegeln das Geschäft mit oftmals maßgeschneiderten Anwendungslösungen der Spezialchemie wider. Die deutlich niedrigere Zahl der Kunden im Segment Engineering Materials, die jedoch relativ hohe Umsätze generieren, ist dagegen typisch für das Geschäft mit Hochleistungs-Kunststoffen. In keinem Segment lässt sich eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden feststellen.

Forschung und Entwicklung

Der Bereich Forschung und Entwicklung leistet mit der Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren sowie der ständigen Verbesserung bestehender Produktionsprozesse einen wichtigen Beitrag zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit und zur Erweiterung unseres Produktportfolios.

Organisatorische Ausrichtung

Unsere Forschungsprogramme sind an den Kundenanforderungen in den Endmärkten ausgerichtet. Daher haben wir unsere Aktivitäten im Bereich "Product Innovation" in den jeweiligen Business Units gebündelt.

Die Business Units fokussieren ihre Aktivitäten darauf, Produkte und deren Qualität zu optimieren sowie neue Produkte zu entwickeln. Die Fachabteilung "Global Technology & Innovation" unserer Group Function Production, Technology, Safety & Environment unterstützt und ergänzt die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Business Units mit dem Schwerpunkt "Process Innovation". Hier stehen die Planung neuer Prozesse und die Integration neuer Technologien in unsere bereits bestehenden Produktionsprozesse im Fokus. Unser Ziel ist hier die Kosten- und Technologieführerschaft. Unsere wesentlichen Forschungs- und Entwicklungseinheiten befinden sich an den Standorten Leverkusen, Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Mannheim (Deutschland) sowie Naugatuck (USA). Zusätzlich sind wir in Hongkong mit einem Zentrum für technische Kunststoffe präsent. An unseren Forschungs- und Entwicklungsstandorten testen wir beispielsweise innovative Flammschutzmittel oder technische Kunststoffe für den Leichtbau in der Automobilindustrie.

Kostenentwicklung und Beschäftigte

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 2019 insgesamt 114 Mio. €, was einem Umsatzanteil von 1,7 % entspricht (Vorjahr: 109 Mio. € bzw. 1,6 %). Der Großteil der Aufwendungen entfiel auf die Business Units High Performance Materials, Material Protection Products, Lubricant Additives Business und Polymer Additives. Hinsichtlich des Anteils der Aufwendungen an ihrem jeweiligen Umsatz wiesen unsere Business Units Material Protection Products, Urethane Systems, Liquid Purification Technologies und Saltigo die höchste Forschungsintensität auf.

Forschungs- und Entwicklungskosten

2015 2016 2017 2018 2019
Forschungs- und Entwicklungskosten in Mio. € 130 131 103 109 114
in % der Umsatzerlöse 1,6 1,7 1,6 1,6 1,7

Werte ab 2017 ohne ARLANXEO und ab 2018 ohne Business Unit Leather.

Zum Jahresende 2019 beschäftigten wir in unseren Forschungs- und Entwicklungslaboren weltweit 516 Mitarbeiter nach 496 Mitarbeitern im Vorjahr.

Entwicklung Beschäftigtenzahlen im F&E-Bereich

2015 2016 2017 2018 2019
Stand am Jahresende 585 589 521 496 516
in % der Konzern-Beschäftigtenzahl 3,6 3,5 3,4 3,5 3,6

Werte ab 2017 ohne ARLANXEO und ab 2018 ohne Business Unit Leather.

Themengebiete und Patentstrategie

Wir fokussieren unsere Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung auf marktnahe Projekte mit kurz- bis mittelfristigem Zeithorizont. Die Gesamtzahl der Projekte lag im Jahr 2019 bei 182 nach 186 im Vorjahr. Davon wurden 114 (Vorjahr: 108) mit dem Ziel bearbeitet, neue Produkte und Anwendungen zu entwickeln bzw. bestehende zu verbessern. Die verbleibenden 68 (Vorjahr: 78) Projekte befassten sich unter den Zielsetzungen Kostensenkung, Effizienzsteigerung oder Kapazitätserhöhung mit verfahrenstechnischen Themen.

Die Ergebnisse unserer Tätigkeit werden, wo es möglich und sinnvoll ist, von Patenten geschützt. Im Laufe des Jahres 2019 haben wir weltweit 44 Prioritätsanmeldungen getätigt. Das gesamte Patentportfolio bestand zum 31. Dezember 2019 aus ca. 718 Patentfamilien mit ca. 5.220 einzelnen Schutzrechten.

Mitarbeiter

Im LANXESS Konzern waren zum 31. Dezember 2019 insgesamt 15.479 Mitarbeiter tätig nach 15.441 zum Vorjahresstichtag. Im fortzuführenden Geschäft waren zum Stichtag 14.304 Mitarbeiter beschäftigt nach 14.252 im Vorjahr.

Im fortzuführenden Geschäft waren zum 31. Dezember 2019 im LANXESS Konzern in der Region EMEA (ohne Deutschland) 1.806 Mitarbeiter beschäftigt nach 1.792 Mitarbeitern im Vorjahr. In Deutschland stieg die Zahl der Beschäftigten von 7.352 auf 7.558. In der Region Nordamerika belief sich die Mitarbeiterzahl auf 2.031 nach 2.044 zum 31. Dezember 2018 und in Lateinamerika auf 716 nach 704 im Vorjahr. In der Region Asien/Pazifik beschäftigten wir zum Bilanzstichtag 2.193 Arbeitnehmer, das sind 167 weniger als zum Vorjahresstichtag.

Der Personalaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf 1.345 Mio. € (Vorjahr: 1.258 Mio. €). Löhne und Gehälter machten mit 1.080 Mio. € (Vorjahr: 1.009 Mio. €) den wesentlichen Teil des Personalaufwands aus. Die Sozialabgaben betrugen 162 Mio. € (Vorjahr: 151 Mio. €), die Aufwendungen für Altersversorgung 90 Mio. € (Vorjahr: 86 Mio. €) und die Aufwendungen für soziale Unterstützung 13 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €).

WIRTSCHAFTSBERICHT

RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Im Geschäftsjahr 2019 gab es keine Veränderungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage des LANXESS Konzerns oder der LANXESS AG gehabt hätten.

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Das Geschäftsjahr 2019 war durch ein sich abschwächendes wirtschaftliches Umfeld gekennzeichnet. Belastend wirkten in einigen Bereichen zunehmende populistische oder protektionistische Tendenzen sowie Handelskonflikte, insbesondere zwischen den USA und China.

Das Wachstum der Weltwirtschaft von 2,5 % wurde in einem insgesamt angespannten Umfeld im Wesentlichen durch den asiatisch-pazifischen Raum getragen.

BIP und Chemieproduktion 2019

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) Bruttoinlandsprodukt Chemieproduktion
USMCA (vormals NAFTA) 2,0 -0,5
Lateinamerika -2,0 -0,5
EMEA (inklusive Deutschland) 1,0 0,0
Deutschland 0,5 -3,5
Asien/Pazifik 4,5 3,5
Welt 2,5 2,0

Quelle Wachstumsraten 2019: IHS Markit.

Zum Jahresende 2019 wurden für einen Euro 1,12 US-Dollar gezahlt - dies entspricht gegenüber dem Jahresendwert 2018 von 1,15 US-Dollar einem Wertzuwachs des US-Dollars von 2,6 %. Auch im Jahresdurchschnitt notierte der US-Dollar stärker und lag bei 1,12 US-Dollar nach 1,18 US-Dollar im Vorjahr. Aufgrund der regionalen Aufstellung unseres Geschäfts wirkt sich ein stärkerer US-Dollar grundsätzlich positiv auf unser Ergebnis aus. Zentralisierte Hedging-Aktivitäten begrenzen jene Auswirkungen, die nicht durch die Harmonisierung von Produktion und Absatz in gleichen Währungsräumen neutralisiert werden können.

Gegenüber dem Vorjahr entwickelten sich die Beschaffungspreise für Rohstoffe überwiegend rückläufig, wobei die Entwicklung im Bereich der Aromaten in Summe stärker ausgeprägt war.

Chemische Industrie

Die weltweite Chemieproduktion wuchs im Geschäftsjahr 2019 um 2,0 %, getrieben durch die Region Asien/Pazifik. Für Deutschland war ein Rückgang von 3,5 % zu verzeichnen.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen

Die weltweite Produktion von Automobilen lag im Berichtsjahr 4,0 % unter Vorjahresniveau. Die Entwicklung in Europa war, getrieben durch rückläufige Absatzzahlen in Deutschland, insgesamt negativ. Im asiatisch-pazifischen Raum wurde ein Rückgang von 5,0 % verzeichnet, der maßgeblich auf den Nachfrageeinbruch in China in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen war. Lateinamerika entwickelte sich leicht positiv, hatte aber aufgrund der im Vergleich zu den übrigen Regionen geringeren Bedeutung keinen wesentlichen Einfluss auf die globale Entwicklung.

Die Agrochemie verzeichnete ein Wachstum von 1,5 %, insbesondere getrieben durch den Zuwachs in Lateinamerika, aber auch durch eine positive Entwicklung in EMEA und in der Region Asien/Pazifik. Der Wirtschaftsraum USMCA zeigte eine rückläufige Entwicklung.

Die Bauindustrie legte weltweit um 2,0 % zu. Der Schwerpunkt der Entwicklung lag im asiatisch-pazifischen Raum sowie in EMEA.

Die Entwicklung der wichtigen Abnehmerbranchen blieb hinter den Erwartungen zurück, insbesondere die der Automobilbranche. Dies hatte aber dank des ausbalancierten Portfolios einen geringen Einfluss auf das Gesamtgeschäft.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen 2019

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) Automobilindustrie Agrochemie Bauindustrie
USMCA (vormals NAFTA) -2,0 -0,5 -1,0
Lateinamerika 0,5 7,5 -1,5
EMEA (inklusive Deutschland) -4,5 1,5 2,0
Deutschland -10,5 0,5 3,0
Asien/Pazifik -5,0 1,0 3,0
Welt -4,0 1,5 2,0

Quelle Wachstumsraten 2019: IHS Markit.

FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF WESENTLICHE EREIGNISSE

Der insgesamt positive Geschäftsverlauf war geprägt von der operativen Stärke der Segmente Advanced Intermediates und Performance Chemicals, die eine schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie, insbesondere im Segment Engineering Materials, kompensieren konnte. Die vorteilhafte Veränderung der Wechselkurse, insbesondere des US-Dollars, hatte in allen Segmenten einen positiven Einfluss. Die überwiegend gesunkenen Einstandspreise für Rohstoffe und Energien wurden über niedrigere Verkaufspreise an die Kunden weitergegeben.

VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF

Tatsächlicher versus prognostizierter Geschäftsverlauf 2019

Prognose für 2019
im Geschäftsbericht 2018
Eingetreten in 2019
Geschäftsentwicklung    
Konzern    
EBITDA vor Sondereinflüssen • In etwa auf Vorjahresniveau (1.016 Mio. €)
• Vorjahreswert und Vorjahresprognose inklusive der jetzt als nicht fortgeführtes Geschäft bilanzierten Business Unit Leather
• Prognose berücksichtigt positiven Ergebniseffekt aus der ab 1. Januar 2019 erfolgenden Anwendung des neuen Standards zur Leasingbilanzierung IFRS 16 im niedrigen zweistelligen Mio.-€-Bereich
• EBITDA vor Sondereinflüssen des fortzuführenden Geschäfts: 1.019 Mio. €
Geschäftsentwicklung    
Segmente    
Advanced Intermediates • Geschäftsentwicklung leicht über Vorjahresniveau
• Im Jahresverlauf 2019 leichte Nachfrageverbesserung für Geschäft mit Agrochemikalien
• EBITDA vor Sondereinflüssen deutlich über Vorjahr: 389 Mio. € (Vorjahr: 359 Mio. €)
• Gutes Projektgeschäft im Bereich Agrochemie
Specialty Additives • Geschäftsentwicklung auf oder leicht über Vorjahresniveau
• Voranschreitende Realisierung von Synergien aus der Integration der in 2017 erworbenen Chemtura-Geschäfte leistet Beitrag zu dieser Entwicklung
• EBITDA vor Sondereinflüssen leicht über Vorjahr: 353 Mio. € (Vorjahr: 343 Mio. €)
• Ergebnisverbesserung resultierte auch aus der Realisierung von Kostensynergien aus der Integration von Chemtura
Performance Chemicals • Geschäftsentwicklung auf Vorjahresniveau • EBITDA vor Sondereinflüssen deutlich über Vorjahr: 192 Mio. € (Vorjahr: 156 Mio. €)
• Vorjahresprognose berücksichtigte noch die jetzt als nicht fortgeführtes Geschäft bilanzierte Business Unit Leather
Engineering Materials • Im Vergleich zum Vorjahr leicht schwächere Entwicklung
• Sich zumindest temporär abschwächende Nachfrage, insbesondere aus der Automobilindustrie
• EBITDA vor Sondereinflüssen deutlich unter Vorjahr: 238 Mio. € (Vorjahr: 267 Mio. €)
• Schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie führte zu einem mengenbedingten Ergebnisrückgang
Überleitung • Deutlich schlechteres Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr
• Grund: allgemeine Inflationierung der Kostenbasis und verbleibende Kosten nach dem vollständigen Verkauf des Geschäfts mit synthetischem Kautschuk
• EBITDA vor Sondereinflüssen deutlich schlechter als im Vorjahr: minus 153 Mio. € (Vorjahr: minus 139 Mio. €)
• Die Veränderung war unter anderem auf Ergebnisse aus der Absicherung von Wechselkursrisiken, nach der Veräußerung von ARLANXEO verbliebene Kosten sowie einen allgemeinen Kostenanstieg zurückzuführen
Investitionen    
Auszahlungswirksame Investitionen • Rund 500 Mio. € • 508 Mio. €

Im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018 waren wir für das Jahr 2019 von einem EBITDA vor Sondereinflüssen in etwa auf Vorjahresniveau (1.016 Mio. €) ausgegangen. Wir präzisierten unsere Erwartung im Verlauf des Geschäftsjahres 2019 auf ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 1.000 und 1.050 Mio. € und ein somit stabiles Ergebnis. Das tatsächlich erwirtschaftete Ergebnis des fortzuführenden Geschäfts lag bei 1.019 Mio. €.

Für die LANXESS AG gingen wir für das Berichtsjahr von einem gegenüber dem durch Effekte aus der Veräußerung des 50 %-Anteils an ARLANXEO beeinflussten Vorjahr deutlich geringeren handelsrechtlichen Jahresüberschuss aus. Im Wesentlichen bedingt durch die Aufdeckung stiller Reserven im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Anteile an der Currenta GmbH & Co. OHG und das dadurch deutlich gestiegene Beteiligungsergebnis, lag der Jahresüberschuss bei 463 Mio. € nach 85 Mio. € im Vergleichszeitraum.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DES LANXESS KONZERNS

Starke operative Entwicklung der Segmente Advanced Intermediates und Performance Chemicals
Stabile Geschäftsentwicklung des Segments Specialty Additives in schwierigem Marktumfeld
Positive Währungseffekte kompensieren größtenteils Mengen- und Preisrückgang im Umsatz
Konzernumsatz mit 6.802 Mio. € auf Vorjahresniveau
Verbesserung des EBITDA vor Sondereinflüssen um 3,3 % auf 1.019 Mio. €
Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von 4,48 € auf 4,73 € gesteigert
Die Darstellung der Geschäftsentwicklung wurde um das nicht fortgeführte Geschäft der Business Unit Leather bereinigt

Überblick Finanzkennzahlen

in Mio. € 2018 2019 Veränd.
in %
Umsatzerlöse 6.824 6.802 -0,3
Bruttoergebnis vom Umsatz 1.738 1.759 1,2
EBITDA vor Sondereinflüssen 986 1.019 3,3
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 14,4% 15,0% -
EBITDA 906 910 0,4
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 581 557 -4,1
Operatives Ergebnis (EBIT) 491 407 -17,1
EBIT-Marge 7,2% 6,0% -
Finanzergebnis -110 -61 44,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 381 346 -9,2
Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft 282 240 -14,9
Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft 149 -35 < -100
Konzernergebnis 431 205 -52,4
Ergebnis je Aktie (€) 4,71 2,32 -50,7
Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (€) 4,48 4,73 5,6

Umsatz und Ergebnis

Der Umsatz des LANXESS Konzerns lag im Berichtszeitraum mit 6.802 Mio. € auf Vorjahresniveau. Im Vorjahr hatte sich der Umsatz auf 6.824 Mio. € belaufen. Der Effekt aus niedrigeren Absatzmengen und gesunkenen Verkaufspreisen konnte insbesondere durch die vorteilhafte Entwicklung der Wechselkurse und den Beitrag des im Februar 2018 vom belgischen Chemiekonzern Solvay erworbenen US-amerikanischen Phosphorchemikalien-Geschäfts nahezu ausgeglichen werden. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte verzeichnete der LANXESS Konzern im Geschäftsjahr 2019 einen operativen Umsatzrückgang von 2,7 %.

Umsatzeffekte

in % 2019
Preis -0,9
Menge -1,8
Währung 2,3
Portfolio 0,1
  -0,3

Umsatz nach Segmenten

in Mio. € 2018 2019 Veränd. Anteil am Konzernumsatz
in % in %
Advanced Intermediates 2.207 2.249 1,9 33,0
Specialty Additives 1.980 1.965 -0,8 28,9
Performance Chemicals 976 1.052 7,8 15,5
Engineering Materials 1.576 1.450 -8,0 21,3
Überleitung 85 86 1,2 1,3
  6.824 6.802 -0,3 100,0

Auftragsentwicklung

Für den Großteil unseres Geschäfts bestehen keine längerfristigen Vereinbarungen über feste Mengen und Preise. Es ist vielmehr durch langfristige Kundenbeziehungen sowie revolvierende Rahmenvereinbarungen geprägt. Unsere Aktivitäten richten sich nach bedarfsgesteuerten, zeitlich relativ kurzen Bestellvorläufen. Diese sind daher keine Basis für weiter in die Zukunft reichende Aussagen zum Beschäftigungsgrad oder Absatz. Maßgeblich für die Geschäftssteuerung sind stattdessen regelmäßig stattfindende, konzernweite Erwartungsrechnungen für die operative Zielgröße des Konzerns. Weitere Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt "Unternehmensspezifische Frühindikatoren" in diesem Lagebericht.

Ein Ausweis des Auftragsbestands des Konzerns zu einem gegebenen Stichtag ist daher für die Beurteilung der kurz- und mittelfristigen Ertragsstärke nicht aussagekräftig und unterbleibt an dieser Stelle.

Bruttoergebnis vom Umsatz

Die Kosten der umgesetzten Leistungen verringerten sich leicht überproportional zum Umsatz um 0,8 % auf 5.043 Mio. €. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus geringeren Absatzmengen und gesunkenen Einstandspreisen für Rohstoffe und Energien. Gegenläufig führte die Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere des US-Dollars, zu höheren Kosten. Die Auslastung der Produktionskapazitäten lag mit 78 % um 4 %-Punkte unter dem Wert des Vorjahres.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz lag mit 1.759 Mio. € um 21 Mio. € bzw. 1,2 % über dem Wert des Vorjahres. Dem positiven Effekt aus der Veränderung der Wechselkurse standen geringere Absatzmengen sowie eine geringere Auslastung und damit verbunden höhere Leerkosten gegenüber. Gesunkene Einstandspreise für Rohstoffe und Energien wurden größtenteils über Anpassungen der Verkaufspreise in den Markt weitergegeben. Die Bruttomarge erhöhte sich entsprechend von 25,5 % auf 25,9 %.

EBITDA vor Sondereinflüssen und operatives Ergebnis (EBIT)

In einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld stieg das operative Ergebnis vor Abschreibungen bzw. Wertaufholungen (EBITDA) und Sondereinflüssen im Geschäftsjahr 2019 um 33 Mio. € bzw. 3,3 % auf 1.019 Mio. € nach 986 Mio. € im Vorjahr. Die insgesamt positive Ergebnisentwicklung auf Konzernebene resultierte im Wesentlichen aus der operativen Stärke der Segmente Advanced Intermediates und Performance Chemicals, die eine schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie, insbesondere im Segment Engineering Materials, kompensieren konnte. Die vorteilhafte Veränderung der Wechselkurse, insbesondere des US-Dollars, hatte in allen Segmenten einen positiven Einfluss. Zudem wurden die überwiegend gesunkenen Einstandspreise für Rohstoffe und Energien über eine Anpassung der Verkaufspreise an den Markt weitergegeben. Darüber hinaus ergab sich aus der Anwendung des neuen Standards zur Leasingbilanzierung IFRS 16 ein positiver Ergebniseffekt von 42 Mio. €.

Die Vertriebskosten stiegen aufgrund höherer Frachtkosten sowie wechselkursbedingt um 7,0 % auf 812 Mio. €. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen 114 Mio. € nach 109 Mio. € im Vorjahr. Die allgemeinen Verwaltungskosten sanken, unter anderem aufgrund niedrigerer Rückstellungen für variable Vergütung und im Vergleich zum Vorjahr synergiebedingt geringerer Kosten der ehemaligen Chemtura-Geschäftsbereiche, um 21 Mio. € auf 274 Mio. €. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen lag im Konzern bei 15,0 % nach 14,4 % im Vorjahr.

Für Details zu den einzelnen Segmenten verweisen wir auf die folgende Tabelle sowie das Kapitel "Segmentdaten".

EBITDA vor Sondereinflüssen nach Segmenten

in Mio. € 2018 2019 Veränd.
in %
Advanced Intermediates 359 389 8,4
Specialty Additives 343 353 2,9
Performance Chemicals 156 192 23,1
Engineering Materials 267 238 -10,9
Überleitung -139 -153 -10,1
  986 1.019 3,3

Das operative Ergebnis (EBIT) des Konzerns lag im Berichtsjahr bei 407 Mio. € nach 491 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die um 60 Mio. € deutlich erhöhten Sondereinflüsse von 150 Mio. € (Vorjahr: 90 Mio. €) zurückzuführen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen um 88 Mio. € auf 504 Mio. € (Vorjahr: 416 Mio. €), zu in etwa gleichen Teilen aufgrund der geänderten Leasingbilanzierung sowie aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen, von denen 41 Mio. € Sondereinflüsse darstellten. Diese stehen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäfts und der beabsichtigten Beendigung der Produktion von Organometallen auf Zinn-Basis am Standort Bergkamen (Deutschland) sowie mit der im Januar 2020 erfolgten Veräußerung des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis in Pyeongtaek (Südkorea). Die außerplanmäßigen Abschreibungen des Vorjahres betrugen 15 Mio. €, von denen 10 Mio. € Sondereinflüsse waren, und betrafen die im Geschäftsjahr 2019 erfolgte Schließung der Pigment-Produktion am Standort Jinshan in Schanghai (China). Den Abschreibungen standen Wertaufholungen in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) gegenüber.

Das sonstige betriebliche Ergebnis, als Saldo von sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen, belief sich auf minus 152 Mio. € nach minus 84 Mio. € im Vorjahr. Bereinigt um Sondereinflüsse ergab sich ein Wert von minus 2 Mio. €, der um 8 Mio. € unter dem entsprechenden Saldo des Vorjahres lag.

Saldiert ergaben sich im Berichtsjahr negative Sondereinflüsse von 150 Mio. €. Diese resultierten aus negativen Sondereinflüssen in Höhe von 158 Mio. € und positiven EBITDA-wirksamen Sondereinflüssen von 8 Mio. €. Die negativen Sondereinflüsse, die mit 117 Mio. € EBITDA-wirksam und mit 41 Mio. € nicht EBITDA-wirksam waren, betrafen zu einem großen Teil Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäfts und der beabsichtigen Beendigung der Produktion von Organometallen auf Zinn-Basis am Standort Bergkamen (Deutschland) und mit der im Januar 2020 erfolgten Veräußerung des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis in Pyeongtaek (Südkorea) sowie strategische IT-Projekte, Projekte zur Digitalisierung, Maßnahmen zur Realisierung verbliebener Synergien im Zusammenhang mit der Integration von Chemtura und M&A-Aktivitäten. Saldiert waren im Vorjahr negative Sondereinflüsse von 90 Mio. € angefallen, die sich aus negativen Sondereinflüssen in Höhe von 106 Mio. € und positiven Sondereinflüssen von 16 Mio. € ergaben. Die Sondereinflüsse standen im Wesentlichen in Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des LANXESS Konzerns, Projekten zur Digitalisierung und der im Geschäftsjahr 2019 erfolgten Schließung der Pigment-Produktion am Standort Jinshan in Schanghai (China).

Für Details zu den Sondereinflüssen verweisen wir auf das Kapitel "Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

Die Überleitungsrechnung vom EBITDA vor Sondereinflüssen zum operativen Ergebnis (E-BIT) ergibt sich wie folgt:

Überleitungsrechnung vom EBITDA vor Sondereinflüssen zum EBIT

in Mio. € 2018 2019 Veränd.
in %
EBITDA vor Sondereinflüssen 986 1.019 3,3
Abschreibungen / Wertaufholungen -415 -503 -21,2
EBITDA-wirksame Sondereinflüsse -80 -109 -36,3
Operatives Ergebnis (EBIT) 491 407 -17,1

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf minus 61 Mio. € nach minus 110 Mio. € im Vorjahr. Das Zinsergebnis verbesserte sich hierbei gegenüber dem Vorjahr aufgrund von Zinserträgen aus Vorauszahlungen von Ertragsteuern sowie aufgrund der günstigeren Refinanzierung einer im Mai 2018 fällig gewordenen Anleihe um 15 Mio. € auf minus 54 Mio. €. Aus at equity bewerteten Gesellschaften ergab sich in der Berichtsperiode wie im Vorjahr kein Ergebnisbeitrag. Das sonstige Finanzergebnis lag bei minus 7 Mio. € nach minus 41 Mio. € im Vorjahr. Die Ergebnisverbesserung resultierte im Wesentlichen aus einer höheren Ausschüttung der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland). Diese lag im Geschäftsjahr bei 21 Mio. € nach 9 Mio. € im Vorjahr. Darüber hinaus hatte die Anpassung der internen Finanzierung von Tochtergesellschaften und der damit im Zusammenhang stehenden Wechselkurssicherung einen positiven Einfluss auf das Finanzergebnis.

Ergebnis vor Ertragsteuern

Aufgrund der Entwicklung des operativen Ergebnisses verschlechterte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern um 35 Mio. € auf 346 Mio. €.

Ertragsteuern

Im Geschäftsjahr 2019 ergab sich ein Steueraufwand in Höhe von 105 Mio. € nach 99 Mio. € im Vorjahr. Die Steuerquote betrug 30,3 % gegenüber 26,0 % in der Vergleichsperiode.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis betrug im Geschäftsjahr 205 Mio. € und entfiel mit 240 Mio. € auf das fortzuführende Geschäft. Es wurde durch Aufwendungen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des Geschäfts mit Organometallen belastet. Im Vorjahr war vom Konzernergebnis von 431 Mio. € ein Betrag von 282 Mio. € dem fortzuführenden Geschäft zuzuordnen gewesen. Vom Konzernergebnis entfiel im Geschäftsjahr 2019 ein Ergebnisanteil von minus 14 Mio. € auf andere Gesellschafter, nach einem positiven Ergebnisanteil von 92 Mio. € im Vorjahr. Während das Ergebnis anderer Gesellschafter im Berichtsjahr hauptsächlich auf den Minderheitsgesellschafter unserer südafrikanischen Minengesellschaft entfiel, resultierte es im Vorjahr nahezu ausschließlich aus der Beteiligung von Saudi Aramco an ARLANXEO. Das Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft betrug im Geschäftsjahr minus 35 Mio. € und resultierte aus der Bilanzierung nach IFRS 5, gemäß der die Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen wurde. Das Vorjahreskonzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft von 149 Mio. € entfiel mit 154 Mio. € auf ARLANXEO und mit minus 5 Mio. € auf die Business Unit Leather.

Überleitungsrechnung vom EBIT zum Konzernergebnis

in Mio. € 2018 2019 Veränd.
in %
Operatives Ergebnis (EBIT) 491 407 -17,1
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 0 0 -
Zinsergebnis -69 -54 21,7
Sonstiges Finanzergebnis -41 -7 82,9
Finanzergebnis -110 -61 44,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 381 346 -9,2
Ertragsteuern -99 -105 -6,1
Ergebnis aus fortzuführendem Geschäft nach Ertragsteuern 282 241 3) -14,5
Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft nach Ertragsteuern 1) 241 -50 < -100
Ergebnis nach Ertragsteuern 523 191 -63,5
Anderen Gesellschaftern zustehendes Ergebnis 92 -14 < -100
Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft 282 240 -14,9
Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft 2) 149 -35 < -100
Konzernergebnis 431 205 -52,4

1) Im Geschäftsjahr 2019 entfiel der komplette Ergebnisbeitrag auf die Business Unit Leather. Im Vorjahr entfielen 251 Mio. € auf ARLANXEO und minus 10 Mio. € auf die Business Unit Leather.
2) Im Geschäftsjahr 2019 entfiel der komplette Ergebnisbeitrag auf die Business Unit Leather. Im Vorjahr entfielen 154 Mio. € auf ARLANXEO und minus 5 Mio. € auf die Business Unit Leather.
3) Einschließlich anderen Gesellschaftern zuzurechnendes Ergebnis von 1 Mio. €.

Ergebnis je Aktie/Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

Das Ergebnis je Aktie wird mittels Division des Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während der Berichtsperiode in Umlauf gewesenen LANXESS Aktien errechnet. Das Ergebnis je Aktie lag mit 2,32 € deutlich unter dem Wert des Vorjahres von 4,71 €. Das Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft lag bei 2,72 € nach 3,08 € im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie aus nicht fortgeführtem Geschäft lag bei minus 0,40 € nach 1,63 € im Vorjahr. Im Rahmen des erfolgten Aktienrückkaufs wurden insgesamt 4.075.084 eigene Aktien erworben, die am 9. Juli 2019 eingezogen wurden. Der Aktienrückkauf wurde bei der Ermittlung der durchschnittlichen Anzahl im Umlauf gewesener Aktien zeitanteilig berücksichtigt. Dadurch ergibt sich eine gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien von 88.334.641 Stück nach 91.522.936 Stück im Vorjahr.

Ergebnis je Aktie

2018 2019
Konzernergebnis in Mio. € 431 205
aus fortzuführendem Geschäft in Mio. € 282 240
aus nicht fortgeführtem Geschäft in Mio. € 149 -35
Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien in Stück 91.522.936 88.334.641
Ergebnis je Aktie (€) 4,71 2,32
aus fortzuführendem Geschäft (€) 3,08 2,72
aus nicht fortgeführtem Geschäft in (€) 1,63 -0,40

Darüber hinaus ermitteln wir ein Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, das nicht nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften definiert ist. Die Ermittlung erfolgte ausgehend vom Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie darauf entfallender Steuereffekte.

Das Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte lag bei 4,73 € nach 4,48 € im Vorjahr.

Überleitungsrechnung vom Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft zum Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

in Mio. € 2018 2019
Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft 282 240
Sondereinflüsse 1) 90 150
Abschreibungen/Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte 1) 84 87
Ertragsteuern 1) -46 -59
Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 410 418
Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien in Stück 91.522.936 88.334.641
Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft vor Sondereinflüssen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (€) 4,48 4,73

1) Ohne Bestandteile, die den Anteilen anderer Gesellschafter zuzurechnen sind.

ENTWICKLUNG DER REGIONEN

Umsatz nach Verbleib

2018 2019 Veränd.
in Mio. € in % in Mio. € in % in %
EMEA (ohne Deutschland) 2.167 31,7 2.128 31,3 -1,8
Deutschland 1.386 20,3 1.251 18,4 -9,7
Nordamerika 1.494 21,9 1.554 22,8 4,0
Lateinamerika 346 5,1 331 4,9 -4,3
Asien/Pazifik 1.431 21,0 1.538 22,6 7,5
  6.824 100,0 6.802 100,0 -0,3

Im Berichtszeitraum ergaben sich geringfügige Portfolioeffekte aus der im Vorjahr erfolgten Übernahme des US-amerikanischen Phosphorchemikalien-Geschäfts vom belgischen Chemiekonzern Solvay, die im Wesentlichen die Region Nordamerika betrafen.

EMEA (ohne Deutschland)

Der Umsatz in der Region EMEA (ohne Deutschland) sank um 39 Mio. € bzw. 1,8 % auf 2.128 Mio. €. Nach der Bereinigung um Wechselkurseffekte ergab sich ein Umsatzrückgang von 2,1 %. Das Segment Engineering Materials zeigte einen Umsatzrückgang im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, während das Segment Specialty Additives Einbußen im niedrigen einstelligen Bereich aufwies. Gegenläufig wirkte die Geschäftsausweitung in den Segmenten Advanced Intermediates und Performance Chemicals, deren Zuwachsraten sich jeweils auf mittlere einstellige Werte beliefen. Die rückläufige Entwicklung in der Region resultierte im Wesentlichen aus dem Geschäftsverlauf in Belgien, Italien und Spanien.

Deutschland

In Deutschland erwirtschaftete der Konzern im Geschäftsjahr 2019 mit 1.251 Mio. € einen Umsatz, der um 135 Mio. € bzw. 9,7 % unter dem Wert des Vorjahres lag. Nach Bereinigung um geringfügige Wechselkurseinflüsse ergab sich ein Umsatzrückgang von 10,0 %. Alle Segmente, vor allem aber die Segmente Advanced Intermediates und Engineering Materials, zeigten eine rückläufige Geschäftsentwicklung.

Nordamerika

Der Umsatz in dieser Region lag mit 1.554 Mio. € um 60 Mio. € bzw. 4,0 % über dem Wert des Vorjahres. Nach Bereinigung um spürbare Wechselkurseinflüsse sowie geringfügige Portfolioeffekte ergab sich ein Umsatzminus von 1,4 %. Die rückläufige Geschäftsentwicklung der Segmente Specialty Additives und Engineering Materials konnte durch die Umsatzzuwächse in den Segmenten Advanced Intermediates und Performance Chemicals nur teilweise kompensiert werden.

Lateinamerika

In der Region Lateinamerika sanken die Umsätze um 15 Mio. € bzw. 4,3 % auf 331 Mio. €. Bereinigt um Wechselkurseinflüsse ergab sich ein Rückgang um 8,1 %. Die Geschäfte waren in allen Segmenten rückläufig, insbesondere die Segmente Specialty Additives und Advanced Intermediates zeigten Umsatzeinbußen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Die Situation in der Region war vor allem durch die Entwicklung in Mexiko belastet.

Asien/Pazifik

Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik stieg im Geschäftsjahr 2019 um 107 Mio. € bzw. 7,5 % auf 1.538 Mio. €. Bereinigt um Wechselkurseinflüsse ergab sich ein Zuwachs um 3,6 %. Ausschlaggebend für den Geschäftsverlauf waren die Segmente Performance Chemicals und Specialty Additives. Das Segment Engineering Materials trug ebenfalls zu Zuwächsen bei, während die Umsätze des Segments Advanced Intermediates leicht unter dem Vorjahreswert blieben. Die wesentlichen positiven Beiträge in der Region kamen aus China.

SEGMENTDATEN

Advanced Intermediates: Deutliche Ergebnisverbesserung, insbesondere durch starkes Projektgeschäft der Business Unit Saltigo
Specialty Additives: Ergebnis verbessert; Umsatz nahezu auf Vorjahresniveau
Performance Chemicals: Deutliche Ergebnis- und Margensteigerung
Engineering Materials: Umsatz und Ergebnis bleiben aufgrund einer schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie hinter dem starken Vorjahr zurück

Advanced Intermediates

Kennzahlenüberblick

2018 2019 Veränd.
in Mio. € Marge
in %
in Mio. € Marge
in %
in %
Umsatzerlöse 2.207   2.249   1,9
EBITDA vor Sondereinflüssen 359 16,3 389 17,3 8,4
EBITDA 359 16,3 376 16,7 4,7
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 232 10,5 239 10,6 3,0
Operatives Ergebnis (EBIT) 232 10,5 191 8,5 -17,7
Auszahlungen für Investitionen 155   162   4,5
Abschreibungen 127   185   45,7
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 3.687   3.708   0,6

Die Umsätze unseres Segments Advanced Intermediates lagen im Geschäftsjahr 2019 mit 2.249 Mio. € um 1,9 % bzw. 42 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres. Dies war insbesondere auf die positive Entwicklung bei der Business Unit Saltigo zurückzuführen, die aufgrund eines gut ausgeprägten Projektgeschäfts im Bereich Agrochemie sowohl höhere Absatzmengen als auch höhere Verkaufspreise realisieren konnte. Die Verkaufspreise der Business Unit Advanced Industrial Intermediates lagen aufgrund der Weitergabe gesunkener Rohstoffpreise unter Vorjahresniveau. Insgesamt ergab sich auf Segmentebene ein negativer Preiseffekt auf den Umsatz von 2,7 %. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte auf beide Business Units einen positiven Einfluss und wirkte sich insgesamt mit 1,7 % umsatzerhöhend aus. Mit Ausnahme von Deutschland und Lateinamerika verzeichnete das Segment in allen Regionen höhere Umsätze als im Vorjahr.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Advanced Intermediates lag mit 389 Mio. € um 30 Mio. € bzw. 8,4 % über dem Vorjahreswert. Höhere Absatzmengen beider Business Units des Segments sowie ein gutes Projektgeschäft und höhere Verkaufspreise der Business Unit Saltigo wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus. Bei der Business Unit Advanced Industrial Intermediates standen dem positiven Effekt aus gesunkenen Einstands-preisen für Rohstoffe und Energien gesunkene Verkaufspreise gegenüber. Vorteilhafte Wechselkurseinflüsse wirkten ergebnisverbessernd. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg von 16,3 % auf 17,3 %.

Saldiert ergab sich im Geschäftsjahr 2019 insgesamt ein negativer Effekt aus Sondereinflüssen von 48 Mio. €, der aus negativen Sondereinflüssen von 49 Mio. € und positiven Sondereinflüssen von 1 Mio. € resultierte. Die negativen Sondereinflüsse standen in Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des Geschäfts mit Organometallen und dem damit einhergehenden Verkauf des Geschäfts und der beabsichtigten Beendigung der Produktion von Organometallen auf Zinn-Basis am Standort Bergkamen (Deutschland) sowie der im Januar 2020 erfolgten Veräußerung des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis in Pyeongtaek (Südkorea) und ergaben sich aus 14 Mio. € EBITDA-wirksamen und 35 Mio. € nicht EBITDA-wirksamen Sondereinflüssen. Die positiven Sondereinflüsse waren vollständig EBITDA-wirksam. Für Details verweisen wir auf das Kapitel "Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

Specialty Additives

Kennzahlenüberblick

2018 2019 Veränd.
in Mio. € Marge
in %
in Mio. € Marge
in %
in %
Umsatzerlöse 1.980   1.965   -0,8
EBITDA vor Sondereinflüssen 343 17,3 353 18,0 2,9
EBITDA 340 17,2 337 17,2 -0,9
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 207 10,5 197 10,0 -4,8
Operatives Ergebnis (EBIT) 204 10,3 179 9,1 -12,3
Auszahlungen für Investitionen 141   120   -14,9
Abschreibungen 1361)   158 1)   16,2
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 2.953   2.942   -0,4

1) Nach Saldierung mit Wertaufholungen von 1 Mio. €.

Die Umsätze unseres Segments Specialty Additives lagen im Geschäftsjahr 2019 mit 1.965 Mio. € nahezu auf dem Niveau des Vorjahres von 1.980 Mio. €. Der Volumenrückgang, welcher sich im Segment mit 5,2 % umsatzmindernd auswirkte, konnte durch die positive Entwicklung der Wechselkurse, höhere Verkaufspreise und das im ersten Quartal 2018 vom belgischen Chemiekonzern Solvay erworbene US-amerikanische Phosphorchemikalien-Geschäft größtenteils kompensiert werden. Während die Absatzmengen der Business Unit Polymer Additives über dem Vorjahresniveau lagen, führte in der Business Unit Lubricant Additives Business unter anderem die Beendigung unvorteilhafter Kundenverträge zu einem Volumenrückgang. Zudem wirkte sich bei den Business Units Lubricant Additives Business und Rhein Chemie die schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie umsatzmindernd aus. In allen Business Units des Segments wirkte die Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere des US-Dollars, umsatzerhöhend und führte zu einem Umsatzplus von 3,4 %. Bei den Business Units Polymer Additives und Rhein Chemie lagen die Verkaufspreise über, bei der Business Unit Lubricant Additives Business aufgrund der Weitergabe gesunkener Ein-standspreise für Rohstoffe unter dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt ergab sich hieraus auf Segmentebene ein leicht positiver Effekt auf den Umsatz von 0,7 %. Zudem leistete das im Vorjahr erworbene Phosphorchemikalien-Geschäft einen positiven Umsatzbeitrag von 0,3 %. In der Region Asien/Pazifik konnten die Segmentumsätze gesteigert werden. In allen übrigen Regionen verzeichnete das Segment niedrigere Umsätze als im Vorjahr.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Specialty Additives lag mit 353 Mio. € um 10 Mio. € bzw. 2,9 % über dem Vorjahresniveau. Die Ergebnisverbesserung resultierte aus einem guten Additiv-Geschäft der Business Unit Polymer Additives und aus der Realisierung von Kostensynergien aus der Integration von Chemtura. Zudem wirkten insbesondere vorteilhafte Wechselkurseinflüsse, vor allem ein stärkerer US-Dollar, ergebniserhöhend. Der Veränderung der Einstandspreise für Rohstoffe und Energien stand in allen drei Business Units des Segments eine jeweils gleichlaufende Anpassung der Verkaufspreise gegenüber. Niedrigere Absatzmengen der Business Units Lubricant Additives Business und Rhein Chemie, unter anderem aufgrund einer schwachen Nachfrage der Automobilindustrie, führten zu einer Belastung des Ergebnisses. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verbesserte sich von 17,3 % im Vorjahr auf 18,0 %.

Saldiert ergab sich im Geschäftsjahr 2019 insgesamt ein negativer Effekt aus Sondereinflüssen von 18 Mio. €, der aus negativen Sondereinflüssen von 19 Mio. € und EBITDA-wirksamen positiven Sondereinflüssen von 1 Mio. € resultierte. Die negativen Sondereinflüsse betrafen im Wesentlichen Maßnahmen zur Realisierung verbliebener Synergien im Zusammenhang mit der Integration von Chemtura und ergaben sich aus 17 Mio. € EBITDA-wirksamen und 2 Mio. € nicht EBITDA-wirksamen negativen Sondereinflüssen. Im Vorjahr beliefen sich die Sondereinflüsse des Segments auf 3 Mio. € und ergaben sich aus negativen Sondereinflüssen von 15 Mio. € und positiven Sondereinflüssen von 12 Mio. €. Die negativen Sondereinflüsse betrafen im Wesentlichen die strategische Neuausrichtung des LANXESS Konzerns und ergaben sich aus 14 Mio. € EBITDA-wirksamen und 1 Mio. € nicht EBITDA-wirksamen negativen Sondereinflüssen. Die positiven Sondereinflüsse waren mit 11 Mio. € EBITDA-wirksam und mit 1 Mio. € nicht EBITDA-wirksam und standen in Zusammenhang mit der Beendigung der Produktion am Standort Ankerweg in Amsterdam (Niederlande). Für Details verweisen wir auf das Kapitel "Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

Performance Chemicals

Zum 31. Dezember 2019 wird die Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft gemäß IFRS 5 bilanziert und ist daher nicht mehr Bestandteil des Segments Performance Chemicals. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Kennzahlenüberblick

2018 2019 Veränd.
in Mio. € Marge
in %
in Mio. € Marge
in %
in %
Umsatzerlöse 976   1.052   7,8
EBITDA vor Sondereinflüssen 156 16,0 192 18,3 23,1
EBITDA 154 15,8 190 18,1 23,4
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 98 10,0 125 11,9 27,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 86 8,8 123 11,7 43,0
Auszahlungen für Investitionen 61   60   -1,6
Abschreibungen 68   67   -1,5
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 2.557   2.409   -5,8

Im Segment Performance Chemicals stiegen die Umsätze im Geschäftsjahr 2019 um 76 Mio. € bzw. 7,8 % auf 1.052 Mio. €. Höhere Absatzmengen, insbesondere der Business Units Material Protection Products und Liquid Purification Technologies, hatten einen positiven Einfluss auf den Umsatz und führten auf Segmentebene zu einem Umsatzplus von 4,3 %. Zudem wirkte sich die Entwicklung der Wechselkurse in sämtlichen Business Units positiv auf den Umsatz aus. Hieraus ergab sich auf Segmentebene insgesamt ein positiver Effekt von 2,3 %. Bei den Business Units Material Protection Products und Liquid Purification Technologies lagen die Verkaufspreise über, bei der Business Unit Inorganic Pigments leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Die Veränderung der Verkaufspreise wirkte sich mit 1,2 % umsatzerhöhend auf das Segment aus. Mit Ausnahme von Deutschland verzeichnete das Segment in allen Regionen höhere Umsätze als im Vorjahr.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Performance Chemicals lag mit 192 Mio. € um 36 Mio. € bzw. 23,1 % deutlich über dem Vorjahresniveau. Insbesondere die höheren Absatzmengen trugen zu der positiven Ergebnisentwicklung bei. Positiv wirkten sich zudem die Veränderung der Wechselkurse sowie der Gesamteffekt aus der Veränderung der Rohstoff-, Energie- und Verkaufspreise aus. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg von 16,0 % auf 18,3 %.

Im Berichtsjahr waren insgesamt EBITDA-wirksame negative Sondereinflüsse von 2 Mio. € auf das Segment entfallen. Im Vorjahr waren negative Sondereinflüsse von 12 Mio. € angefallen, die mit 2 Mio. € EBITDA-wirksam und mit 10 Mio. € nicht EBITDA-wirksam waren und im Wesentlichen in Zusammenhang mit der Schließung der Produktion der Business Unit Inorganic Pigments am Standort Jinshan in Schanghai (China) standen. Für Details verweisen wir auf das Kapitel "Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

Engineering Materials

Kennzahlenüberblick

2018 2019 Veränd.
in Mio. € Marge
in %
in Mio. € Marge
in %
in %
Umsatzerlöse 1.576   1.450   -8,0
EBITDA vor Sondereinflüssen 267 16,9 238 16,4 -10,9
EBITDA 266 16,9 238 16,4 -10,5
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen 206 13,1 172 11,9 -16,5
Operatives Ergebnis (EBIT) 205 13,0 172 11,9 -16,1
Auszahlungen für Investitionen 76   104   36,8
Abschreibungen 61   66   8,2

Die Umsätze in unserem Segment Engineering Materials sanken im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 8,0 % auf 1.450 Mio. €. Der Umsatzrückgang war dabei insbesondere auf die Business Unit High Performance Materials mit einer schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie zurückzuführen. Die Absatzmengen beider Business Units des Segments lagen unter dem Niveau des Vorjahres und wirkten mit 8,2 % umsatzmindernd. Zudem lagen die Verkaufspreise aufgrund der Weitergabe gesunkener Rohstoffpreise unter Vorjahresniveau. Insgesamt ergab sich auf Segmentebene ein negativer Preiseffekt auf den Umsatz von 1,6 %. Gegenläufig hatte die Veränderung der Wechselkurse in beiden Business Units einen positiven Einfluss und wirkte im Segment mit 1,8 % umsatzerhöhend. Während in den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika höhere Umsätze realisiert werden konnten, verzeichnete das Segment in den übrigen Regionen niedrigere Umsätze.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments Engineering Materials sank um 29 Mio. € bzw. 10,9 % auf 238 Mio. €. Insbesondere die schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie führte zu einem mengenbedingten Ergebnisrückgang. Gesunkene Rohstoff- und Energiepreise wurden über eine Anpassung der Verkaufspreise an den Markt weitergegeben. Zudem wirkten vorteilhafte Wechselkurseinflüsse, in erster Linie ein starker US-Dollar, ergebnisverbessernd. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen des Segments lag bei 16,4 % nach 16,9 % im Vorjahr.

Im Geschäftsjahr 2019 entfielen keine Sondereinflüsse auf das Segment. Im Vorjahr waren vollständig EBITDA-wirksame negative Sondereinflüsse von 1 Mio. € angefallen. Für Details verweisen wir auf das Kapitel "Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

Überleitung

Kennzahlenüberblick

2018 2019 Veränd.
in Mio. € in Mio. € in %
Umsatzerlöse 85 86 1,2
EBITDA vor Sondereinflüssen -139 -153 -10,1
EBITDA -213 -231 -8,5
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen -162 -176 -8,6
Operatives Ergebnis (EBIT) -236 -258 -9,3
Auszahlungen für Investitionen 49 62 26,5
Abschreibungen 23 27 17,4
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 2.950 3.042 3,1

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Überleitung lag bei minus 153 Mio. € nach minus 139 Mio. € im Vorjahr. Die Veränderung war unter anderem auf Ergebnisse aus der Absicherung von Wechselkursrisiken, nach der Veräußerung von ARLANXEO verbliebene Kosten sowie einen allgemeinen Kostenanstieg zurückzuführen. Saldiert fielen im Berichtsjahr in der Überleitung negative Sondereinflüsse von 82 Mio. € an. Diese ergaben sich aus negativen Sondereinflüssen von 84 Mio. € und EBITDA-wirksamen positiven Sondereinflüssen von 2 Mio. €. Die negativen Sondereinflüsse waren mit 80 Mio. € EBITDA-wirksam und mit 4 Mio. € nicht EBITDA-wirksam und resultierten im Wesentlichen aus Aufwendungen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung des LANXESS Konzerns, strategischen IT-Projekten, Projekten zur Digitalisierung sowie M&A-Kosten. Saldiert waren im Vorjahr vollständig EBITDA-wirksame negative Sondereinflüsse von 74 Mio. € angefallen, die sich aus negativen Sondereinflüssen von 78 Mio. € und positiven Sondereinflüssen von 4 Mio. € ergaben. Für Details verweisen wir auf das Kapitel "Erläuterungen zum EBIT und EBITDA (vor Sondereinflüssen)".

ERLÄUTERUNGEN ZUM EBIT UND EBITDA (VOR SONDEREINFLÜSSEN)

Zur besseren Beurteilung der operativen Geschäftstätigkeit und zur Steuerung der Ertragskraft auf Konzernebene beziehungsweise für die einzelnen Segmente ermitteln wir zusätzlich die Ergebnisgrößen EBITDA sowie EBITDA und EBIT vor Sondereinflüssen, die nicht nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften definiert sind. Diese Kennzahlen sind als Ergänzung, jedoch nicht als Ersatz für die nach IFRS erstellten Angaben zu sehen.

Überleitungsrechnung zum EBIT/EBITDA

EBIT EBIT EBITDA EBITDA
in Mio. € 2018 2019 2018 2019
EBIT/EBITDA        
vor Sondereinflüssen 581 557 986 1.019
Advanced Intermediates 0 -48 0 -13
Strategische Neuausrichtung 1) 0 -48 0 -13
Specialty Additives -3 -18 -3 -16
Strategische Neuausrichtung 2) -11 -19 -10 -17
Anpassung Produktionsnetzwerk 3) 8 1 7 1
Performance Chemicals -12 -2 -2 -2
Anpassung Produktionsnetzwerk 4) -12 -2 -2 -2
Engineering Materials -1 0 -1 0
Strategische Neuausrichtung -1 0 -1 0
Überleitung -74 -82 -74 -78
Strategische Neuausrichtung -17 -8 -17 -6
Strategische IT-Projekte -19 -25 -19 -24
Digitalisierung, M&A-Kosten und Sonstiges -38 -49 -38 -48
Summe Sondereinflüsse -90 -150 -80 -109
EBIT/EBITDA 491 407 906 910

1) Die Sondereinflüsse standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäfts und der beabsichtigten Beendigung der Produktion von Organometallen auf Zinn-Basis am Standort Bergkamen (Deutschland) sowie der im Januar 2020 erfolgten Veräußerung des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis in Pyeongtaek (Südkorea).
2) Die Sondereinflüsse standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Integration von Chemtura.
3) Die Sondereinflüsse standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Konsolidierung der Produktion von Schmierstoff-Vorprodukten und der Beendigung der Produktion am Standort Ankerweg in Amsterdam (Niederlande).
4) Die Sondereinflüsse standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Schließung der Produktion am Standort Jinshan in Schanghai (China).

Das EBITDA ist das operative Ergebnis (EBIT) zuzüglich Abschreibungen bzw. abzüglich Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

Das EBIT vor Sondereinflüssen und das EBITDA vor Sondereinflüssen errechnen sich aus dem EBIT bzw. aus dem EBITDA ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Vermögenslage

Bilanzsumme zum 31. Dezember 2019 mit 8.695 Mio. € auf dem Vorjahresniveau von 8.687 Mio. €
Anstieg der Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren von 1.381 Mio. € auf 1.742 Mio. €
Rückgang der Eigenkapitalquote von 31,9 % auf 30,4 %

Bilanzstruktur

31.12.2018 31.12.2019 Veränd.
in Mio. € in % in Mio. € in % in %
Aktiva          
Langfristige Vermögenswerte 4.786 55,1 5.065 58,3 5,8
Kurzfristige Vermögenswerte 3.901 44,9 3.630 41,7 -6,9
Bilanzsumme 8.687 100,0 8.695 100,0 0,1
Passiva          
Eigenkapital (einschließlich Anteilen anderer Gesellschafter) 2.773 31,9 2.647 30,4 -4,5
Langfristiges Fremdkapital 4.395 50,6 4.566 52,5 3,9
Kurzfristiges Fremdkapital 1.519 17,5 1.482 17,1 -2,4
Bilanzsumme 8.687 100,0 8.695 100,0 0,1

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme des LANXESS Konzerns zum 31. Dezember 2019 betrug 8.695 Mio. €. Sie lag damit um 8 Mio. € bzw. 0,1 % über dem Wert zum Vorjahresende. Zum 31. Dezember 2019 weist LANXESS die Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft gemäß IFRS 5 aus. Die Vermögenswerte und Schulden, die dem nicht fortgeführten Geschäft zugeordnet sind, wurden in die Position "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführtes Geschäft" bzw. die Position "Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und nicht fortgeführtem Geschäft" umgegliedert.

Das langfristige Vermögen erhöhte sich um 279 Mio. € auf 5.065 Mio. €. Die Sachanlagen stiegen dabei von 2.577 Mio. € auf 2.724 Mio. €. Dieser Anstieg resultierte neben Zugängen aus Investitionen hauptsächlich aus der Einführung des neuen Standards zur Leasingbilanzierung IFRS 16 und den in diesem Zusammenhang aktivierten Nutzungsrechten. Zum 31. Dezember 2019 waren Nutzungsrechte in Höhe von 148 Mio. € aktiviert. Die Sachanlagen wurden reduziert durch die Umgliederung der Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäfts. Ebenso wirkten außerplanmäßige Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäfts und der beabsichtigten Beendigung der Produktion von Organometallen auf Zinn-Basis am Standort Bergkamen (Deutschland) sowie mit der im Januar 2020 erfolgten Veräußerung des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis in Pyeongtaek (Südkorea). Die immateriellen Vermögenswerte lagen mit 1.765 Mio. € zum 31. Dezember 2019 auf Vorjahresniveau.

Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen mit 508 Mio. € über dem Vorjahreswert von 482 Mio. €. Saldiert mit Wertaufholungen von 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) lagen die Abschreibungen mit 503 Mio. € um 88 Mio. € über dem Wert des Vorjahres von 415 Mio. €. Dieser Anstieg war zu in etwa gleichen Teilen auf den neuen Standard zur Leasingbilanzierung IFRS 16 sowie auf außerplanmäßige Abschreibungen zurückzuführen, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung unserer Geschäfte mit Organometallen standen. Die Abschreibung auf aktivierte Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen betrug im aktuellen Geschäftsjahr 49 Mio. €. Im Vorjahr waren Abschreibungen auf Vermögenswerte aus Finanzierungsleasingverhältnissen von 5 Mio. € angefallen. Die aktiven latenten Steuern lagen mit 324 Mio. € um 37 Mio. € über dem Vorjahreswert. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen stieg von 55,1 % auf 58,3 % zum 31. Dezember 2019.

Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen mit 3.630 Mio. € um 271 Mio. € bzw. 6,9 % unter dem Wert zum 31. Dezember 2018. Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 134 Mio. € bzw. 14,8 % auf 769 Mio. € ergab sich unter anderem durch rohstoffpreisbedingte Anpassungen der Verkaufspreise. Die Kennzahl zur Forderungslaufzeit (DSO) lag mit 42,3 Tagen unter dem Vorjahreswert von 46,0 Tagen. Die Vorräte verringerten sich unter anderem mengenbedingt um 152 Mio. € bzw. 11,3 % auf 1.195 Mio. €. Die Kennzahl zur Umschlagdauer der Vorräte (DSI) lag mit 65,7 Tagen unter dem Vorjahreswert von 68,6 Tagen. Darüber hinaus wirkte sich die Umgliederung der Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäfts auf den Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vorräte aus.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sanken von 797 Mio. € auf 296 Mio. €, insbesondere bedingt durch Investitionen in kurzfristige Geldanlagen und Anlagen in Wertpapieren, den Erwerb eigener Aktien im Wert von 200 Mio. € sowie die im Mai 2019 erfolgte Dividendenzahlung in Höhe von 79 Mio. €. Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte stiegen im Berichtszeitraum von 598 Mio. € auf 864 Mio. €. Der Anstieg war bedingt durch die zuvor erwähnten kurzfristigen Geldanlagen und Anlagen in Wertpapieren. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme betrug 41,7 % nach 44,9 % zum 31. Dezember 2018.

Auf der Passivseite verringerte sich das Eigenkapital gegenüber dem 31. Dezember 2018 um 126 Mio. € bzw. 4,5 % auf 2.647 Mio. €. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus dem Rückkauf eigener Aktien sowie der Dividendenzahlung in 2019. Zum 31. Dezember 2019 lag der Anteil des Eigenkapitals an der Konzernbilanzsumme bei 30,4 % nach 31,9 % im Vorjahr.

Das langfristige Fremdkapital erhöhte sich um 171 Mio. € auf 4.566 Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen um 95 Mio. € auf 1.178 Mio. €. Der Effekt aus gesunkenen Zinssätzen für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen (in Deutschland ergab sich ein Rückgang von 2,0 % auf 1,3 %) wurde durch die Umgliederung der Rückstellungen des nicht fortgeführten Geschäfts teilweise kompensiert.

Die sonstigen langfristigen Rückstellungen entsprachen mit 337 Mio. € in etwa dem Vorjahreswert von 338 Mio. €. Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten stiegen im Wesentlichen aufgrund der Einführung des neuen Standards zur Leasingbilanzierung und des damit einhergehenden Ansatzes der Leasingverbindlichkeiten von 2.686 Mio. € um 91 Mio. € auf 2.777 Mio. €. Die langfristigen Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen stiegen von 12 Mio. € auf 100 Mio. €. Der Anteil des langfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme belief sich zum Bilanzstichtag auf 52,5 % nach 50,6 % zum 31. Dezember 2018.

Das kurzfristige Fremdkapital betrug 1.482 Mio. € und lag somit um 37 Mio. € bzw. 2,4 % unter dem Wert zum 31. Dezember 2018. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten stiegen von 59 Mio. € auf 66 Mio. €. Der Anstieg ergibt sich aus einer Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen, der einem Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entgegenstand. Darüber hinaus gingen die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen um 56 Mio. € auf 409 Mio. € zurück. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken unter anderem rohstoffpreisbedingt sowie aufgrund der Umgliederung der Verbindlichkeiten des nicht fortgeführten Geschäfts um insgesamt 139 Mio. € auf 656 Mio. €. Der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme lag zum 31. Dezember 2019 bei 17,1 % nach 17,5 % zum Jahresende 2018.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten lagen mit 2.522 Mio. € über dem Wert zum 31. Dezember 2018 von 1.923 Mio. €. Nach Abzug von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren verringerten sie sich zum 31. Dezember 2019 auf 1.742 Mio. €. Die investierten Mittel stammten ursprünglich aus der am Ende des Vorjahres erhaltenen Kaufpreiszahlung für den 50 %-Anteil an ARLANXEO.

Die Entwicklung wesentlicher bilanzbezogener Kennzahlen stellt sich wie folgt dar:

Kennzahlen

in % 2015 2016 2017 2018 2019
Eigenkapitalquote Eigenkapital 1) / Bilanzsumme 32,2 37,7 32,8 31,9 30,4
Vermögensquote Langfristige Vermögenswerte / Bilanzsumme 57,9 45,8 62,0 55,1 58,3
Vermögensdeckungsgrad I Eigenkapital 1) / Langfristige Vermögenswerte 55,6 82,5 52,9 57,9 52,3
Vermögensdeckungsgrad II Eigenkapital 1) und langfristiges Fremdkapital / Langfristige Vermögenswerte 125,8 182,4 123,2 149,8 142,4
Finanzierungsstruktur Kurzfristiges Fremdkapital / Fremdkapital 40,0 26,6 35,1 25,7 24,5

1) Eigenkapital einschließlich Anteilen anderer Gesellschafter.

Investitionen

Im Jahr 2019 betrugen unsere Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 578 Mio. € nach 501 Mio. € im Vorjahr. Von diesen waren 508 Mio. € (Vorjahr: 482 Mio. €) auszahlungswirksam. Abschreibungen fielen im gleichen Zeitraum in Höhe von 504 Mio. € (Vorjahr: 416 Mio. €) an, wobei den Abschreibungen Zuschreibungen aus Wertaufholungen in Höhe von 1 Mio. € gegenüberstanden (Vorjahr: 1 Mio. €). Der Anstieg der nicht auszahlungswirksamen Investitionen sowie der Abschreibungen ist im Wesentlichen auf die ab 1. Januar 2019 erfolgende Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 zurückzuführen. Darüber hinaus enthielten die Abschreibungen im Jahr 2019 außerplanmäßige Abschreibungen von 44 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €), die im Wesentlichen mit der strategischen Neuausrichtung unserer Geschäfte mit Organometallen in Zusammenhang standen.

Die Schwerpunkte unserer Investitionstätigkeit lagen im Berichtsjahr in folgenden Bereichen:

Erweiterungs-, Instandhaltungs- und Neubaumaßnahmen
Maßnahmen zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit
Projekte zur Steigerung der Anlagensicherheit, zur Qualitätsverbesserung und zur Einhaltung von Umweltschutzvorschriften

Bei etwa einem Drittel der im Jahr 2019 getätigten Investitionsausgaben handelte es sich um Investitionen in Erweiterungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Der restliche Anteil betraf die Substanzerhaltung.

Regional gesehen entfielen im Berichtszeitraum 57 % unserer Investitionen auf Deutschland, 21 % auf Nordamerika, 14 % auf die Region EMEA (ohne Deutschland), 6 % auf die Region Asien/Pazifik und 2 % auf Lateinamerika. Bei den Investitionen am Standort Deutschland handelte es sich im Wesentlichen um Kapazitätserweiterungs- und Anlagenmodernisierungsmaßnahmen sämtlicher Segmente, insbesondere aber der Business Units High Performance Materials, Advanced Industrial Intermediates und Saltigo, wobei letztere eine Vielzahl von kleineren Investitionen tätigte. Die Investitionen in der Region EMEA (ohne Deutschland) entfielen unter anderem auf Anlagenmodernisierungsmaßnahmen an den Standorten Antwerpen (Belgien) und Latina (Italien). Die Investitionen in der Region Asien/Pazifik betrafen zum Teil den Bau einer neuen Produktionslinie für Hochleistungs-Kunststoffe der Marken Durethan und Pocan am Standort Changzhou (China), welcher im Jahr 2019 abgeschlossen wurde.

Die Investitionen im Segment Advanced Intermediates betrugen 204 Mio. € (Vorjahr: 168 Mio. €). Die Auszahlungen lagen mit 162 Mio. € (Vorjahr: 155 Mio. €) unter den Abschreibungen von 185 Mio. € (Vorjahr: 127 Mio. €). Hierin enthalten sind Auszahlungen im Zusammenhang mit dem Kapazitätsausbau der Spezialamine-Produktion der Business Unit Advanced Industrial Intermediates am Standort Leverkusen (Deutschland), der im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen wurde. Darüber hinaus werden bei der Business Unit Advanced Industrial Intermediates die Produktionskapazitäten von Hexandiol und Menthol am Standort Krefeld-Uerdingen (Deutschland) erweitert. Diese Ausbaumaßnahmen haben ein Investitionsvolumen von insgesamt 60 Mio. €.

Im Segment Specialty Additives erfolgten Investitionen von 128 Mio. € (Vorjahr: 144 Mio. €). Hiervon waren 120 Mio. € (Vorjahr: 141 Mio. €) auszahlungswirksam. Demgegenüber betrugen die Abschreibungen 158 Mio. € (Vorjahr: 136 Mio. €). Ein wesentlicher Teil der Investitionen wurde bei der Business Unit Polymer Additives in das Produktionsnetzwerk für Flammschutzmittel getätigt. Zudem investierte die Business Unit Rhein Chemie in die Kapazitätserweiterung für Farbstoffe der Marke Macrolex. Die erweiterte Anlage wurde 2019 in Betrieb genommen.

Im Segment Performance Chemicals erfolgten Investitionen von 64 Mio. € (Vorjahr: 63 Mio. €), von denen 60 Mio. € (Vorjahr: 61 Mio. €) auszahlungswirksam waren. Demgegenüber betrugen die Abschreibungen 67 Mio. € (Vorjahr: 68 Mio. €). Die Investitionen betrafen beispielsweise die Ionenaustauscher-Produktion der Business Unit Liquid Purification Technologies. Darüber hinaus gab es verschiedene Prozessmodifikationen und kleinere Kapazitätserweiterungen bei den Business Units Material Protection Products und Inorganic Pigments.

Im Segment Engineering Materials beliefen sich die Investitionen auf 111 Mio. € (Vorjahr: 77 Mio. €), von denen 104 Mio. € (Vorjahr: 76 Mio. €) auszahlungswirksam waren. Diesen standen Abschreibungen von 66 Mio. € (Vorjahr: 61 Mio. €) gegenüber. Ein hoher zweistelliger Mio.-€-Betrag der Investitionen in diesem Segment wurde bei der Business Unit High Performance Materials für neue Produktionskapazitäten von Hochleistungs-Kunststoffen der Marken Durethan und Pocan investiert. Diese Marken werden insbesondere in der IT- und Elektro-/ Elektronikindustrie sowie im Bereich der Elektromobilität eingesetzt. Weiterhin findet Durethan in der Produktion der endlosfaserverstärkten thermoplastischen Verbundmaterialien der LANXESS Marke Tepex als Basisharz Verwendung. Neben dem Bau einer neuen Produktionsanlage am Standort Krefeld-Uerdingen (Deutschland), wurde eine neue Compoundier-Anlage am Standort Changzhou (China) im September in Betrieb genommen. Zudem investierte die Business Unit High Performance Materials in Brilon (Deutschland) insgesamt rund 10 Mio. € in zwei neue Produktionslinien, die im dritten Quartal 2019 in Betrieb genommen wurden.

Ferner investierte die Business Unit Urethane Systems in die Produktionskapazität für Präpolymere am Standort Porto Feliz (Brasilien). Die Anlage wurde in der Mitte des Jahres 2019 in Betrieb genommen.

Finanzlage

Operativer Cashflow unterstützt durch Reduktion des Nettoumlaufvermögens
Aktienrückkauf beeinflusst Abfluss aus Finanzierungstätigkeit
Weiterhin solide Liquiditätsposition

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zu- und Abflüsse der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente nach Arten der Geschäftstätigkeit.

Kapitalflussrechnung

in Mio. € 2018 2019 Veränd.
Ergebnis vor Ertragsteuern 381 346 -35
Abschreibungen/Wertaufholungen 415 503 88
Sonstige Positionen -176 -283 -107
Zufluss aus operativer Tätigkeit - fortzuführendes Geschäft vor Veränderung Nettoumlaufvermögen 620 566 -54
Veränderung Nettoumlaufvermögen -179 68 247
Zufluss aus operativer Tätigkeit - fortzuführendes Geschäft 441 634 193
Abfluss/Zufluss aus investiver Tätigkeit - fortzuführendes Geschäft 80 -697 -777
Abfluss aus Finanzierungstätigkeit - fortzuführendes Geschäft -160 -431 -271
Zahlungswirksame Veränderung aus fortzuführender Geschäftstätigkeit 361 -494 -855
Zahlungswirksame Veränderung aus nicht fortgeführter Geschäftstätigkeit -96 -8 88
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 31. Dezember 797 296 -501
davon fortzuführendes Geschäft 797 296 -501
davon nicht fortgeführtes Geschäft 0 0 0

Die nachfolgenden Erläuterungen der Kapitalflussrechnung beziehen sich auf das fortzuführende Geschäft von LANXESS.

Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit vor Veränderung des Nettoumlaufvermögens verringerte sich im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 54 Mio. € auf 566 Mio. €. Ausgangspunkt dafür war das um 35 Mio. € auf 346 Mio. € gesunkene Ergebnis vor Ertragsteuern. Die mit Wertaufholungen saldierten Abschreibungen in Höhe von 503 Mio. € lagen um 88 Mio. € über dem Vorjahreswert von 415 Mio. €. Dieser Anstieg ist zu in etwa gleichen Teilen auf die Einführung des neuen Standards zur Leasingbilanzierung IFRS 16 sowie auf außerplanmäßige Abschreibungen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung unseres Geschäfts mit Organometallen zurückzuführen. Die Abschreibung auf aktivierte Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen betrug im aktuellen Geschäftsjahr 49 Mio. €. Im Vorjahr waren Abschreibungen auf Vermögenswerte aus Finanzierungsleasingverhältnissen von 5 Mio. € angefallen. Die sonstigen Positionen des Berichtsjahres enthalten unter anderem Steuerzahlungen, Effekte aus Geschäften zur Währungssicherung interner Finanzierungen sowie Auszahlungen für variable Vergütung und Restrukturierungsmaßnahmen.

Aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens im Vergleich zum 31. Dezember 2018 resultierte ein Mittelzufluss von 68 Mio. € nach einem Mittelabfluss von 179 Mio. € im Vorjahr. Der Zufluss im Berichtszeitraum ergab sich insbesondere aus dem Abbau der Vorräte sowie der Reduktion der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, während der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenläufig wirkte. Somit lag der Zufluss aus operativer Tätigkeit mit 634 Mio. € über dem Wert des Vorjahres von 441 Mio. €.

Aus investiver Tätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2019 ein Mittelabfluss von 697 Mio. € nach einem Mittelzufluss von 80 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der Mittelzufluss des Vorjahres resultierte aus den erhaltenen Finanzmitteln von 1.427 Mio. € abzüglich 123 Mio. € abgegangener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente aus dem Verkauf des 50 %Anteils an ARLANXEO. Gegenläufig wirkte im Vorjahr die Geldanlage in Termingeldern und Wertpapiere sowie die Aufstockung des Pensionsvermögens. Der Mittelabfluss der Berichtsperiode resultierte insbesondere aus den Auszahlungen für finanzielle Vermögenswerte im Zusammenhang mit der Anlage der zum Vorjahresende aus dem Verkauf des 50 %-Anteils an ARLANXEO erhaltenen Finanzmittel. Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten durch das Auslaufen kurzfristiger Geldanlagen wirkten gegenläufig. Darüber hinaus führte der Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Zinn-Basis zu Einzahlungen von 20 Mio. €. Demgegenüber erhöhten sich wie geplant die Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen von 482 Mio. € auf 508 Mio. €. Die erhaltenen Zinsen und Dividenden lagen, im Wesentlichen aufgrund einer höheren Ausschüttung der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), mit 26 Mio. € um 11 Mio. € über dem Vorjahreswert.

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelabfluss von 431 Mio. € nach 160 Mio. € im Vorjahr. Im Vorjahr wurde eine neue Euroanleihe mit einem Volumen von 500 Mio. € platziert. Der Mittelabfluss in der Berichtsperiode war im Wesentlichen bedingt durch die Auszahlungen für Aktienrückkäufe von 200 Mio. € sowie die Dividendenzahlung von 79 Mio. € an die LANXESS Aktionäre. Die Tilgung von Finanzschulden sowie Zinszahlungen und sonstige Auszahlungen des Finanzbereichs beliefen sich auf 90 Mio. € bzw. 66 Mio. €. Statt der bislang im Cashflow aus operativer Tätigkeit gezeigten Leasingzahlungen enthalten diese Positionen seit der Einführung des neuen Standards zur Leasingbilanzierung IFRS 16 sowohl den Tilgungs- als auch den Zinsanteil der Leasingzahlungen. Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse mit geringem Wert werden hingegen weiterhin direkt im Aufwand erfasst und mindern den Zufluss aus operativer Tätigkeit.

Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr 2019 aus der fortzuführenden Geschäftstätigkeit eine zahlungswirksame Verminderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 494 Mio. € nach einer Erhöhung von 361 Mio. € im Vorjahr. Nach Berücksichtigung der währungsbedingten und sonstigen Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 1 Mio. € ergab sich zum Bilanzstichtag ein Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 296 Mio. € nach 797 Mio. € zum Vorjahresstichtag. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2019 über eine weiterhin solide Liquiditätsposition.

Der Free Cashflow als Differenz zwischen Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit und Mittelabfluss aus Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände erhöhte sich um 167 Mio. € auf 126 Mio. €.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

LANXESS verfolgt eine konservative Finanzpolitik und adressiert vorausschauend finanzielle Risiken. Dabei verfolgen wir die Absicht, dem operativen Geschäft zu jedem Zeitpunkt ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen zu können, unabhängig von zyklischen Schwankungen der Real- bzw. der Finanzwirtschaft. Die Verschuldungshöhe orientiert sich im Wesentlichen an den Kennzahlensystemen der führenden Ratingagenturen für Unternehmen aus dem Investment-Grade-Bereich und steht zusammen mit dem Free Cashflow im Fokus des Finanzmanagements. Neben dem Liquiditätsrisiko erstreckt sich das Finanzmanagement auf weitere finanzwirtschaftliche Risiken, wie beispielsweise Zins- oder Währungsrisiken. Auch hier verfolgen wir das Ziel, unter anderem mittels derivativer Finanzinstrumente, die sich ergebenden finanziellen Risiken zu reduzieren und damit die Planungssicherheit zu erhöhen. Detailliert wird das Management dieser Risiken im Chancen- und Risikobericht dargestellt.

Rating des LANXESS Konzerns

Um die Ziele des Finanzmanagements zu erreichen, sind der Zugang zu den Kapitalmärkten sowie eine intakte Geschäftsbeziehung zu nationalen und internationalen Geschäftsbanken notwendige Voraussetzungen. Entsprechend ist auch die nachhaltige Interaktion und Kommunikation mit Banken, Investoren und Ratingagenturen von wesentlicher Bedeutung. In 2019 haben alle drei Ratingagenturen ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit von LANXESS bestätigt. Die stetige Transformation von LANXESS hin zu einem Spezialchemieunternehmen mit Fokus auf stabile Geschäfte in kleinen und mittelgroßen Nischenmärkten wird von den Ratingagenturen positiv beurteilt. Der vereinbarte Verkauf der Anteile am Chemiepark-betreiber Currenta bestätigt die Ratingagenturen in ihrer Einschätzung des verbesserten Risikoprofils von LANXESS. Standard & Poor's beurteilt LANXESS mit einem "BBB"-Rating und stabilem Ausblick, Moody's vergibt ein "Baa2"-Rating bei stabilem Ausblick und Scope Ratings bewertet LANXESS mit "BBB+" bei ebenfalls stabilem Ausblick.

Entwicklung der LANXESS Ratings und deren Ausblick seit 2015

2015 2016 2017 2018 2019
Standard & Poor's BBB-/positiv BBB-/negativ BBB-/stabil BBB/stabil BBB/stabil
  24.09.2015 26.09.2016 31.07.2017 16.10.2018 5.9.2019
Moody's Investors Service Baa3/stabil Baa3/stabil Baa3/stabil Baa2/stabil Baa2/stabil
  2.7.2015 26.09.2016 20.10.2017 23.08.2018 26.08.2019
Scope Ratings       BBB+/stabil BBB+/stabil
        15.08.2018 23.07.2019

Finanzierungsanalyse

LANXESS verfügte auch im Geschäftsjahr 2019 über eine ausgewogene Finanzierungsstruktur und eine solide Liquiditätslage. Die nächste Fälligkeit einer Anleihe liegt im Oktober 2021. Über das bestehende Debt-Issuance-Programm können sehr flexibel Schuldverschreibungen am Kapitalmarkt platziert werden. Zum 31. Dezember 2019 war der Finanzierungsrahmen von 5,0 Mrd. € durch die unter dem Programm begebenen Anleihen und Privatplatzierungen zu rund 2,2 Mrd. € genutzt. Die Höhe des Debt-Issuance-Programms kann flexibel den künftigen Erfordernissen angepasst werden, um Handlungsspielräume zu sichern. Kapitalmarktfinanzierungen sind zentrale Bausteine im Finanzierungsmix von LANXESS, den wir stets auch vor dem Hintergrund einer ausreichenden Diversifikation unserer Finanzierungsquellen und unserer strategischen Unternehmensausrichtung hinterfragen.

Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erhöhten sich von 59 Mio. € im Vorjahr auf 66 Mio. €. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Einführung des neuen Leasingstandards IFRS 16 und der damit einhergehenden Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen. Im Vorjahr wurden nur Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing ausgewiesen, die in der LANXESS Gruppe nur in geringem Umfang genutzt wurden. Mit der Einführung des IFRS 16 werden neben Finanzierungsleasing auch grundsätzlich die Zahlungsverpflichtungen der ehemals als Operating Leasing klassifizierten Verträge als Leasingverbindlichkeit ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2019 lag die Gesamthöhe der Verbindlichkeiten aus Leasing im Wesentlichen aufgrund der Einführung von IFRS 16 mit 141 Mio. € über dem Vorjahreswert von 17 Mio. €. Rückläufig entwickelten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

LANXESS verfügte am 31. Dezember 2019 im geringen Umfang über außerbilanzielle Finanzierungen in Form von kurzfristigen Leasingverhältnissen und Leasingverhältnissen mit geringem Wert.

In Summe nahmen die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns, ohne Berücksichtigung der Zinsabgrenzungen, von 2.720 Mio. € im Jahr 2018 auf 2.818 Mio. € zum 31. Dezember 2019 zu. Die Nettofinanzverbindlichkeiten, definiert als die Summe der Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten, Zinsabgrenzungen und liquiditätsnaher finanzieller Vermögenswerte, lagen zum Ende des Berichtsjahres mit 2.522 Mio. € über dem Wert zum 31. Dezember 2018 von 1.923 Mio. €. Zum 31. Dezember 2019 wurden außerdem kurzfristige Geldanlagen und Wertpapiere von 780 Mio. € gehalten. Die Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren beliefen sich zum Jahresende 2019 auf 1.742 Mio. €. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, lag bei fast 100 % und damit auf Vorjahresniveau. Änderungen des Zinsniveaus haben in der momentanen Finanzierungsstruktur keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzernfinanzlage. Der Anteil der in Euro in Anspruch genommenen Kredite und Anleihen lag im Berichtsjahr mit durchschnittlich 100 % leicht über dem Vorjahresniveau von 99 %. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz unserer Finanzverbindlichkeiten in Euro lag mit 2,0 % zum Jahresende 2019 auf Vorjahresniveau.

Nachfolgende Übersicht zeigt detailliert die Finanzierungsstruktur von LANXESS zum 31. Dezember 2019 einschließlich der wesentlichen Liquiditätsreserven.

Finanzierungsstruktur

Instrument Betrag Laufzeit Zinssatz Finanzielle Nebenbedingungen
in Mio. € bis in %
Euroanleihe 2016/2021 (500 Mio. €) 498 Oktober 2021 250 nein
Euroanleihe 2012/2022 (500 Mio. €) 498 November 2022 2,625 nein
Euroanleihe 2018/2025 (500 Mio. €) 494 Mai 2025 1,125 nein
Euroanleihe 2016/2026 (500 Mio. €) 494 Oktober 2026 1,000 nein
Hybridanleihe 2016/2076 (500 Mio. €) 490 Dezember 2076 4,500 nein
Privatplatzierung 2012/2022 (100 Mio. €) 100 April 2022 3,500 nein
Privatplatzierung 2012/2027 (100 Mio. €) 99 April 2027 3,950 nein
Sonstige Kredite 4 n/a   nein
Finanzierungsleasing 141 n/a   nein
Summe Finanzverbindlichkeiten 2.818      
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 296 ≤ 3 Monate    
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte 0 ≤ 3 Monate    
Summe Liquidität 296      
Nettofinanzverbindlichkeiten 2.522      
abzüglich kurzfristiger Geldanlagen und Wertpapieren 780      
Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren 1.742      

Die sonstigen Kredite betreffen im Wesentlichen eine finanzielle Zusage am High-Tech Gründerfonds III. Zum Aufstellungszeitpunkt lagen keine Refinanzierungsrisiken vor.

Liquiditätsanalyse

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 296 Mio. € werden zu rund 60 % in Konzerngesellschaften in Ländern mit freiem Devisen- und Kapitalverkehr gehalten. Die übrigen rund 40 % werden in Gesellschaften mit regulierten Kapitalmärkten gehalten, in denen Beschränkungen zum Zahlungsmitteltransfer existieren. Neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten hält LANXESS kurzfristige Geldanlagen und Wertpapiere in Höhe von 780 Mio. €. Darüber hinaus gibt es weitere Liquiditätsreserven in Form von ungenutzten Kreditlinien. Die Geldanlagen werden im Wesentlichen bei Kreditinstituten gehalten.

Dank der guten Liquiditätslage war unsere Zahlungsfähigkeit im Geschäftsjahr 2019 jederzeit gesichert.

Die mit Abstand bedeutendste Kreditlinie für LANXESS ist die im Dezember 2019 unterzeichnete syndizierte Kreditlinie mit einer Grundlaufzeit bis Dezember 2024 in Höhe von 1,0 Mrd. €. Die Kreditlinie ist an die Erreichung von ESG-Kriterien ("Environmental, Social and Governance") gekoppelt. So hängen die Zinskonditionen unter anderem von der erfolgreichen Reduktion der Scope-1-Treibhausgasemissionen und der Steigerung des Frauenanteils in den drei obersten Managementebenen ab. Mit der Kreditlinie wurde die ursprünglich im Mai 2023 auslaufende syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,25 Mrd. € zu verbesserten Konditionen frühzeitig ersetzt.

Die Kreditlinie wurde bislang nicht in Anspruch genommen. Sie ist als Betriebsmittel- und Investitionslinie ausgestaltet und entspricht den Markt-Usancen des europäischen syndizierten Kreditmarkts für Investment-Grade-Unternehmen im BBB-Ratingbereich. Keiner unserer wesentlichen Kreditverträge enthält finanzielle Nebenbedingungen (Financial Covenants). Insgesamt verfügten wir zum 31. Dezember 2019 über nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von 1,0 Mrd. €.

In Summe ergibt sich aus dem Bestand liquider Mittel, kurzfristiger Geldanlagen und Wertpapiere sowie ungenutzter Kreditlinien eine verfügbare Liquidität von rund 2,1 Mrd. €.

GESAMTAUSSAGE DER UNTERNEHMENSLEITUNG ZUM GESCHÄFTSVERLAUF UND ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Der Umsatz des LANXESS Konzerns lag im Berichtszeitraum mit 6.802 Mio. € auf Vorjahresniveau. Während die Segmente Performance Chemicals und Advanced Intermediates höhere Umsätze verzeichnen konnten, blieben sie in den Segmenten Engineering Materials und Specialty Additives, auch aufgrund einer schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie, hinter dem Vorjahr zurück. Die Entwicklung der Wechselkurse hatte in allen Segmenten einen positiven Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Zudem ergab sich aus dem im Vorjahr vom belgischen Chemiekonzern Solvay erworbenen US-amerikanischen Phosphorchemikalien-Geschäft ein geringer positiver Portfolioeffekt auf den Umsatz.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg im Geschäftsjahr 2019 um 33 Mio. € von 986 Mio. € auf 1.019 Mio. €. Drei unserer vier Geschäftssegmente trugen zu dieser positiven Entwicklung bei.

Das Konzernergebnis sowie das Ergebnis je Aktie verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 431 Mio. € auf 205 Mio. € bzw. von 4,71 € auf 2,32 €. Hauptausschlaggebend für die Rückgänge war die Ergebnisentwicklung des nicht fortgeführten Geschäfts: Das Konzernergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft reduzierte sich von 149 Mio. € auf minus 35 Mio. €, das Ergebnis je Aktie aus nicht fortgeführtem Geschäft von 1,63 € auf minus 0,40 €. Zudem erhöhte sich die Summe der Sondereinflüsse von minus 90 Mio. € auf minus 150 Mio. €.

Wir haben unseren konservativen Ansatz in der Bilanzierungs- und Finanzierungspolitik auch 2019 beibehalten. Gemäß dem Grundsatz der Stetigkeit haben wir die Bewertungsmethoden und Ermessensspielräume im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr angewendet bzw. genutzt. Erläuterungen zu den Effekten des neuen Standards zur Leasingbilanzierung IFRS 16 finden sich im Anhang zum Konzernabschluss 2019 unter "Angewendete Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen".

Die Eigenkapitalquote verringerte sich von 31,9 % auf 30,4 %. Die Bilanzsumme erhöhte sich von 8.687 Mio. € auf 8.695 Mio. €.

Unsere Bilanz zeigt weiterhin eine solide Liquiditätsposition. Darüber hinaus sind weitere wesentliche Liquiditätsreserven in Form nicht genutzter Kreditlinien vorhanden. Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten, die mit einem über die Laufzeit der Finanzierung fest vereinbarten Zinssatz ausgestattet sind, lag bei fast 100 % und damit auf Vorjahresniveau. Unsere Finanzverbindlichkeiten sind frei von finanziellen Nebenbedingungen (Financial Covenants).

Unsere Nettofinanzverbindlichkeiten erhöhten sich nach Abzug von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren um 361 Mio. € auf 1.742 Mio. €. Die Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's sowie Scope Ratings haben im Geschäftsjahr 2019 die Bewertung unserer Kreditwürdigkeit bestätigt. Standard & Poor's beurteilt LANXESS mit "BBB", Moody's mit "Baa2" und Scope Ratings mit "BBB+". Alle drei Ratingagenturen gehen unverändert von einem stabilen Ausblick aus.

Die Ergebnisentwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres und unsere wirtschaftliche Lage sehen wir insgesamt positiv. Wir sehen uns weiterhin auf einem guten Weg, ein deutlich stabileres Spezialchemieunternehmen mit einem stärkeren Cashflow und einem ausgewogeneren, nachhaltigeren Portfolio zu werden.

PERIODENÜBERSICHT ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE

Kennzahlen

in Mio. € 2015 2016 2017 2018 2019
Ertragslage          
Umsatzerlöse 1) 7.902 7.699 6.530 6.824 6.802
EBITDA vor Sondereinflüssen 1) 885 995 925 986 1.019
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 1) 11,2% 12,9% 14,2% 14,4% 15,0%
EBITDA 1) 833 945 709 906 910
EBIT vor Sondereinflüssen 1) 422 514 558 581 557
EBIT 1) 415 464 299 491 407
EBIT-Marge 1) 5,3% 6,0% 4,6% 7,2% 6,0%
Konzernergebnis 165 192 87 431 205
Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien in Stück 91.522.936 91.522.936 91.522.936 91.522.936 88.334.641
Ergebnis je Aktie (€) 1,80 2,10 0,95 4,71 2,32
Finanzlage          
Cashflow aus operativer Tätigkeit 1) 692 689 568 441 634
Abschreibungen / Wertaufholungen 1) 418 481 410 415 503
Auszahlungen für Investitionen 1) 434 439 397 482 508
Nettofinanzverbindlichkeiten 1.211 2.394 2.252 1.923 2.522
Nettofinanzverbindlichkeiten nach Abzug von kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren 1.211 269 2.252 1.381 1.742
Vermögenslage          
Bilanzsumme 7.219 9.877 10.411 8.687 8.695
Langfristige Vermögenswerte 4.180 4.519 6.454 4.786 5.065
Kurzfristige Vermögenswerte 3.039 5.358 3.957 3.901 3.630
Nettoumlaufvermögen 1.526 1.628 1.948 1.455 1.308
Eigenkapital (einschl. Anteilen anderer Gesellschafter) 2.323 3.728 3.413 2.773 2.647
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.215 1.249 1.490 1.083 1.178
Kennzahlen          
ROCE 8,4% 6,9% 9,3% 11,4 2) 10,0% 2)
Eigenkapitalquote 32,2% 37,7% 32,8% 31,9% 30,4%
Vermögensquote 57,9% 45,8% 62,0% 55,1% 58,3%
Vermögensdeckungsgrad I 55,6% 82,5% 52,9% 57,9% 52,3%
Nettoumlaufvermögen / Umsatz 19,3% 21,1% 20,2% 20,2% 19,2%
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 16.225 16.721 19.029 15.441 14.304

1) Werte ab 2017 ohne ARLANXEO und ab 2018 ohne Business Unit Leather.
2) Capital Employed zum 31. Dezember 2018 und zum 31. Dezember 2019 bereinigt. Für Details verweisen wir auf den Abschnitt "Rentabilität".

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DER LANXESS AG

Die LANXESS AG hat vor allem die Funktion einer strategischen Holding für den LANXESS Konzern. Die wesentlichen Leitungsfunktionen des Gesamtunternehmens liegen in der Verantwortung des Vorstands. Der Vorstand legt die Konzernstrategie fest und steuert die Ressourcenverteilung sowie die Infrastruktur und Organisation des Konzerns. Ferner bestimmt die Konzernführungsgesellschaft die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigsten Zielgruppen des Unternehmensumfelds. Die wirtschaftliche Entwicklung der LANXESS AG wird im Wesentlichen von den operativen Geschäftseinheiten des LANXESS Konzerns und der Entwicklung der Chemiebranche bestimmt. Das aus den Ergebnisabführungen und den Gewinnausschüttungen der Beteiligungen resultierende Beteiligungsergebnis ist von zentraler Bedeutung für das künftige Ausschüttungspotenzial der LANXESS AG. Demnach gelten insbesondere die Aussagen im Chancen- und Risikobericht dieses Lageberichts im Wesentlichen auch für die LANXESS AG.

Der Jahresabschluss der LANXESS AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Umsatz und Ergebnis der LANXESS AG

Gewinn- und Verlustrechnung LANXESS AG nach HGB (Kurzform)

in Mio. € 2018 2019 Veränd.
in %
Umsatzerlöse 7 5 -28,6
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsätze erbrachten Leistungen -7 -5 28,6
Bruttoergebnis vom Umsatz 0 0 -
Allgemeine Verwaltungskosten -48 -60 -25,0
Sonstige betriebliche Erträge 2 1 -50,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0 0 -
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit -46 -59 -28,3
Beteiligungsergebnis 318 752 > 100
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 9 9 0,0
Zinsergebnis -69 -63 8,7
Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -1 0 100,0
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge -17 -18 -5,9
Finanzergebnis 240 680 > 100
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -109 -158 -45,0
Ergebnis nach Steuern 85 463 > 100
Jahresüberschuss 85 463 > 100
Gewinnvortrag 42 48 14,3
Einstellung in andere Gewinnrücklagen 0 -232 -
Bilanzgewinn 127 279 > 100

Die Ertragslage der LANXESS AG wird wesentlich durch die Ergebnisabführung der LANXESS Deutschland GmbH, das Zinsergebnis und die allgemeinen Verwaltungskosten bestimmt.

Der Umsatz der LANXESS AG lag mit 5 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres und entfiel im Wesentlichen auf Dienstleistungen für die LANXESS Deutschland GmbH. Nach Abzug der Herstellungskosten, die im Wesentlichen Personalaufwendungen und angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung enthielten, ergab sich ein ausgeglichenes Bruttoergebnis vom Umsatz.

Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 Mio. € bzw. 25,0 % auf 60 Mio. €. Sie betrafen vor allem Personal- und Sachkosten der Geschäftstätigkeit, die in keinem direkten Zusammenhang mit den Konzerndienstleistungen standen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit lag mit minus 59 Mio. € um 13 Mio. € unter dem Wert im Vorjahr.

Das Finanzergebnis, bestehend aus Beteiligungs- und Zinsergebnis, Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens, Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens sowie den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen, erhöhte sich von 240 Mio. € auf 680 Mio. €. Die Veränderung resultierte hauptsächlich aus der Gewinnabführung der LANXESS Deutschland GmbH, die, im Wesentlichen bedingt durch die Aufdeckung stiller Reserven im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Anteile an der Currenta GmbH & Co. OHG, mit 752 Mio. € um 434 Mio. € über dem Vorjahreswert lag. Die Verbesserung des Zinsergebnisses um 6 Mio. € auf minus 63 Mio. € hatte ebenfalls einen positiven Einfluss auf das Finanzergebnis.

Aus den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag resultierte ein Aufwand von 158 Mio. €. Dieser setzte sich aus Steueraufwand für den Berichtszeitraum in Höhe von 35 Mio. € sowie für Vorjahre in Höhe von 123 Mio. € zusammen. Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2019 betrug 463 Mio. € nach 85 Mio. € im Vorjahr.

Die Gesellschaft wies zum 31. Dezember 2019 unter Berücksichtigung der Einstellung von 232 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) in andere Gewinnrücklagen sowie des Gewinnvortrags von 48 Mio. € einen Bilanzgewinn von 279 Mio. € aus. Im Vorjahr ergab sich ein Bilanzgewinn von 127 Mio. €.

Entwicklung der Vermögens- und Finanzlage der LANXESS AG

Bilanz LANXESS AG nach HGB (Kurzform)

31.12.2018 31.12.2019 Veränd.
in Mio. € in % in Mio. € in % in %
AKTIVA          
Finanzanlagen 997 18,3 997 15,1 0,0
Anlagevermögen 997 18,3 997 15,1 0,0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.061 56,3 4.514 68,4 47,5
Übrige Forderungen 245 4,5 558 8,5 > 100
Bankguthaben, Wertpapiere 1.103 20,3 500 7,6 -54,7
Umlaufvermögen 4.409 81,1 5.572 84,5 26,4
Rechnungsabgrenzungsposten 31 0,6 26 0,4 -16,1
Bilanzsumme 5.437 100,0 6.595 100,0 21,3
PASSIVA          
Eigenkapital 2.011 37,0 2.195 33,3 9,1
Rückstellungen 167 3,1 258 3,9 54,5
Anleihen 2.700 49,7 2.700 40,9 0,0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29 0,5 25 0,4 -13,8
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 527 9,7 1.416 21,5 > 100
Übrige Verbindlichkeiten 3 0,1 1 0,0 -66,7
Verbindlichkeiten 3.259 59,9 4.142 62,8 27,1
Bilanzsumme 5.437 100,0 6.595 100,0 21,3

Bedingt durch die Funktion der LANXESS AG als strategische Holding ist die Bilanz von den Finanzanlagen, den Finanzverbindlichkeiten sowie den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt.

Zum 31. Dezember 2019 lag die Bilanzsumme der LANXESS AG mit 6.595 Mio. € um 1.158 Mio. € bzw. 21,3 % über dem Wert des Vorjahres. Das Anlagevermögen betrug unverändert 997 Mio. € und beinhaltete im Wesentlichen den Beteiligungsbuchwert der LANXESS Deutschland GmbH in Höhe von 739 Mio. € sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 198 Mio. €. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme verringerte sich von 18,3 % auf 15,1, %. Das Umlaufvermögen erhöhte sich um 1.163 Mio. € bzw. 26,4 % auf 5.572 Mio. € und hatte einen Anteil an der Bilanzsumme von 84,5 % nach 81,1 % im Vorjahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassten 68,4 % der Bilanzsumme und resultierten im Wesentlichen aus kurzfristigen Darlehensforderungen, dem Finanzverrechnungsverkehr sowie dem Ergebnisabführungsanspruch. Die übrigen Forderungen beinhalteten im Wesentlichen nicht disponible Geldanlagen und hatten einen Anteil an der Bilanzsumme von 8,5 % nach 4,5 % im Vorjahr. Der Anteil der Bankguthaben und Wertpapiere an der Bilanzsumme reduzierte sich von 20,3 % auf 7,6 %.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital um 184 Mio. € auf 2.195 Mio. €, im Wesentlichen bedingt durch den Jahresüberschuss in Höhe von 463 Mio. €. Gegenläufig wirkte die Dividendenzahlung für das Jahr 2018 sowie der Erwerb und Einzug eigener Aktien in Höhe von 200 Mio. €. Die Eigenkapitalquote betrug 33,3 % nach 37,0 % zum Jahresende 2018.

Die Rückstellungen stiegen um 91 Mio. € auf 258 Mio. € und betrafen insbesondere Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern sowie Rückstellungen für gesetzliche und vertragliche Verpflichtungen sowie Ertragsteuern. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um 883 Mio. € auf 4.142 Mio. €. Die Entwicklung ist vor allem auf den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen, die mit 1.416 Mio. € um 889 Mio. € über dem Vorjahreswert lagen.

VERGÜTUNGSBERICHT

Der vorliegende Vergütungsbericht richtet sich nach den gesetzlichen Anforderungen und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Er beschreibt und erläutert detailliert das Vergütungssystem für Vorstand und Aufsichtsrat der LANXESS AG sowie die Vergütung der einzelnen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Eine transparente und verständliche Berichterstattung hierüber stellt für LANXESS ein zentrales Element guter Corporate Governance dar.

Vergütung des Vorstands

Vergütungssystem

Die Struktur des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütungen der Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat, nach Vorbereitung durch das Präsidium, festgelegt. Die Angemessenheit der Vergütung wird regelmäßig von einem externen Personalberatungsunternehmen überprüft. Eine solche Überprüfung hat auch im Geschäftsjahr 2019 stattgefunden. Bei dieser Überprüfung wurde die Vorstandsvergütung mit der der Unternehmen des MDAX sowie zudem mit der einer Gruppe ausgewählter Chemieunternehmen 1) verglichen. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung umfassen insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, den Erfolg und die nachhaltige Entwicklung des LANXESS Konzerns. Darüber hinaus werden die Üblichkeit der Vergütung bei vergleichbaren Unternehmen und die Vergütungsstruktur innerhalb des Unternehmens hinsichtlich des Verhältnisses der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises und der Belegschaft sowohl insgesamt als auch in der zeitlichen Entwicklung berücksichtigt.

Ziel des Vergütungssystems ist es, eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung zu unterstützen. Die Vergütungsstruktur von LANXESS ist deshalb darauf ausgerichtet, Anreize für eine erfolgreiche Arbeit zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung zu setzen. Zwei der drei variablen Komponenten bemessen sich nach der Unternehmensentwicklung über mehrere Jahre und setzen damit langfristige Verhaltensanreize. Dadurch, dass eine dieser mehrjährigen Vergütungskomponenten die Entwicklung des Aktienkurses berücksichtigt, wird zudem die Zielsetzung des Managements mit den unmittelbaren Interessen der Aktionäre in Einklang gebracht.

Das Vergütungssystem, das für die Mitglieder des Vorstands seit dem Geschäftsjahr 2010 gilt, wurde von der Hauptversammlung der LANXESS AG am 28. Mai 2010 mit einer Mehrheit von 99,10 % des vertretenen Kapitals gebilligt.

1) Die Vergleichsgruppe besteht aus folgenden Unternehmen: AkzoNobel, Beiersdorf, Clariant, Covestro, Evonik, Henkel, K+S, Linde, Lonza, Merck, Royal DSM, Solvay, Symrise, Wacker Chemie.

Bestandteile des Vergütungssystems

Die Bestandteile der Vergütung der Mitglieder des Vorstands sind neben der festen Vergütung die kurz- und langfristigen variablen Vergütungskomponenten Annual Performance Payment (APP), Long Term Stock Performance Plan (LTSP) und Long Term Performance Bonus (LTPB) sowie die Altersversorgung. Die drei variablen Komponenten APP, LTSP und LTPB orientieren sich am jährlichen und am mehrjährigen Erfolg von LANXESS und honorieren somit die nachhaltige wertorientierte Entwicklung des Unternehmens. Der durchschnittliche Vergütungsmix bei Annahme einer 100%igen Zielerreichung ist mit 32 % fester Jahresvergütung und 68 % variabler Komponenten stark am unternehmerischen Erfolg und an einer langfristigen Wertsteigerung orientiert.

Um die Vorstandsvergütung noch langfristiger auszugestalten und bereits absehbaren Anforderungen des damals noch laufenden Gesetzgebungsverfahrens zum Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) zu entsprechen sowie bestimmte Empfehlungen der vorgeschlagenen neuen Fassung des DCGK zu berücksichtigen, hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2019 die Dienstverträge der Mitglieder des Vorstands rückwirkend zum 1. Januar 2019 entsprechend angepasst. Folgende Änderungen wurden vorgenommen:

Die Gesamtvergütung für die Mitglieder des Vorstands wurde insgesamt der Höhe nach begrenzt.
Die Höhe der Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung sowie der Sachbezüge wurde jeweils durch einen bestimmten Prozentsatz der festen Jahresvergütung begrenzt.
Die dem Aufsichtsrat vorbehaltene Gewährung eines anlassbezogenen Ermessensbonus zur Würdigung besonderer Leistungen bzw. zur Schaffung eines zusätzlichen Leistungsanreizes wurde auf einen Höchstwert begrenzt.
Der LTPB wurde auf eine Betrachtung der Zielerreichung von zuvor zwei Jahren auf drei aufeinanderfolgende Geschäftsjahre umgestellt.
Der Aufsichtsrat behält sich vor, die gewährte variable Vergütung ganz oder teilweise bei schwerwiegender Pflichtverletzung einzubehalten oder zurückzufordern ("claw-back").

Nach mittlerweile erfolgtem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens zum ARUG II und auf Basis der in diesem Zusammenhang veröffentlichten, aber bisher noch nicht in Kraft getretenen neuen Fassung des DCGK vom 16. Dezember 2019 wird der Aufsichtsrat im Laufe des Jahres 2020 das Vergütungssystem überarbeiten und der Hauptversammlung 2021 gemäß den Vorgaben des ARUG II zur Billigung vorschlagen ("Say an Pay").

Feste Vergütung

Die erfolgsunabhängige Komponente umfasst die feste Jahresvergütung sowie Sachbezüge, die sich im Wesentlichen aus den nach steuerlichen Regelwerken zu berücksichtigenden Werten, wie z. B. für die Nutzung von Dienstwagen, ergeben. Die feste Jahresvergütung der Vorstandsmitglieder ist marktorientiert und an der Vergütung der bereits zuvor erwähnten Vergleichsgruppe ausgerichtet. Sie wird monatlich anteilig als Gehalt gezahlt.

Variable Vergütung

Annual Performance Payment (APP)

Die jährliche erfolgsabhängige Komponente der variablen Vergütung ist das Annual Performance Payment. Es bemisst sich nach wirtschaftlichen Unternehmenszielen, wie dem Erreichen zuvor festgelegter Ziele für das EBITDA vor Sondereinflüssen des LANXESS Konzerns, und findet für einen Großteil der tariflichen und außertariflichen Mitarbeiter weltweit in gleicher Form Anwendung. Bei 100%iger Zielerreichung entspricht das individuelle Budget des APP im Geschäftsjahr 2019 für Herrn Zachert 125 % und für die übrigen Vorstandsmitglieder 100 % der individuellen festen Jahresvergütung. Die Ziel- und Schwellenwerte, die für die Höhe der Auszahlung maßgebend sind, werden jährlich vom Aufsichtsrat vor Beginn eines neuen Geschäftsjahres festgelegt. Es gibt keine Auszahlung eines Mindestbetrages. Für das Geschäftsjahr 2019 ist die maximale Höhe der Auszahlung, im Einklang mit den für tarifliche und außertarifliche Mitarbeiter geltenden Obergrenzen, auf 200 % des individuellen Budgets begrenzt. Bei deutlichen Zielverfehlungen kann die Auszahlung des APP vollständig entfallen (0 %). Zudem behält sich der Aufsichtsrat vor, eine Kürzung des APP vorzunehmen, sollten gravierende Arbeitssicherheits- und/oder Umweltprobleme auftreten.

Long Term Stock Plan (LTSP)

Ein weiteres Element der variablen Vergütung ist der mehrjährige sogenannte Long Term Stock Performance Plan. Diese aktienbasierte Vergütungskomponente bemisst sich nach der Kursentwicklung der LANXESS Aktie im Vergleich zu einem Referenzindex. Dieser Referenzindex ist der MSCI World Chemicals Index, der erstmalig in dem 2014 aufgelegten Programm LTSP 2014-2017 zugrunde gelegt wurde.

Das seit 2018 bestehende Programm LTSP 2018-2021 erstreckt sich über vier jeweils vierjährige Tranchen. Nach Ablauf der vierjährigen Sperrfrist erfolgt eine sofortige Ausübung der gewährten Anrechte. Bei der Annahme einer 100%igen Zielerreichung sehen die LTSP-Programme eine mögliche Auszahlung pro Tranche in Höhe von 30 % des individuellen Zieleinkommens vor. Die maximale Auszahlung beträgt 60 % des individuellen Zieleinkommens bei einer durchschnittlichen Performance der Aktie von 115 % im Vergleich zum Referenzindex. Liegt die Performance der Aktie zum Index unterhalb von 100 %, kann eine Auszahlung entfallen, liegt sie unter 85 %, entfällt sie zwingend. Das individuelle Zieleinkommen ergibt sich aus der festen Jahresvergütung zuzüglich APP auf Basis einer 100%igen Zielerreichung.

Parallel zur Einführung des Programms LTSP 2018-2021 wurde im Jahr 2018 die Share Ownership Guideline (SOG), eine Richtlinie zur Aktienhalteverpflichtung, etabliert. Die Mitglieder des Vorstands sind verpflichtet, kontinuierlich über einen Zeitraum von vier Jahren nachweisbar einen Mindestbestand an Aktien der LANXESS AG zu erwerben und bis zur Beendigung des Dienstverhältnisses zu halten (SOG-Ziel). Der Bestand wird jährlich überprüft. Das SOG-Ziel beträgt für den Vorsitzenden des Vorstands 150 % und für die übrigen Mitglieder des Vorstands 100 % ihrer festen Jahresvergütung. Die Anzahl der zu erwerbenden Aktien wird auf Basis des Durchschnittskurses der LANXESS Aktie der letzten zehn Handelstage des Vorjahres und der ersten zehn Handelstage des jeweils laufenden Jahres ermittelt.

Die Teilnahme am LTSP 2014-2017, wie auch an früheren LTSP-Programmen, erforderte ein Eigeninvestment in Aktien der LANXESS AG in Höhe von jährlich 5 % der festen Jahresvergütung. Für diese Aktien gilt eine Haltefrist von vier Jahren (LTSP 2014-2017). Nach Ablauf der vierjährigen Sperrfrist können die durch das LTSP gewährten Anrechte ausgeübt werden. Die Ausübungsfristen betragen grundsätzlich drei Jahre, für die Tranchen 2012 und 2013, die als einzige Tranchen aus früheren Programmen (LTSP 2010-2013) noch offen sind, fünf Jahre.

Im Übrigen wird, insbesondere hinsichtlich der angesetzten Bewertungsparameter, auf die im Anhang unter Textziffer [15] erfolgten Angaben verwiesen.

Für das Geschäftsjahr 2019 resultiert aus der anteilsbasierten Vergütung für Herrn Zachert ein Aufwand von 2.143 T€ (Vorjahr: 58 T€), für Herrn Dr. Borkowsky ein Aufwand von 57 T€ (Vorjahr: 0 T€), für Herrn Dr. Fink ein Aufwand von 644 T€ (Vorjahr: Ertrag von 113 T€), für Herrn Pontzen ein Aufwand von 644 T€ (Vorjahr: Ertrag von 113 T€) und für Herrn Dr. van Roessel ein Aufwand von 1.030 T€ (Vorjahr: 87 T€).

Long Term Performance Bonus (LTPB)

Der Long Term Performance Bonus als dritte variable Komponente berücksichtigt ebenfalls eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Zielerreichungen werden erst nach drei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren honoriert. Bemessungsgrundlage ist die jeweilige APP-Zielerreichung der zu berücksichtigenden Geschäftsjahre. Die konkrete Höhe des LTPB ergibt sich aus dem Durchschnitt der APP-Zielerreichungen der drei Geschäftsjahre. Der LTPB für den Vorstand wird vom Aufsichtsrat festgelegt und beträgt bei einer durchschnittlichen 100%igen APP-Zielerreichung 45 % der festen Jahresvergütung.

Die einzelnen Bestandteile des Vergütungssystems gliedern sich wie folgt auf:

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2019 ergeben sich aus der nachfolgenden Übersicht:

Bezüge des Vorstands

Erfolgsunabhängige Bezüge Erfolgsbezogene Bezüge gewährten
in T€ Jahr Feste Jahresvergütung Sachbezüge und sonstige APP (einjährig) 4) LTPB (mehrjährig) Anpassung für Vorjahre
Matthias Zachert 2019 1.313 79 1.553 1.132 2) -15 3)
  2018 1.200 757 1.950 702 1)  
Dr. Anno Borkowsky 2019 292 29 268 121 2)  
(ab 1. Juni 2019) 2018 - - - -  
Fink Dr. Hubert 2019 550 53 506 443 2) -6 3)
  2018 550 53 715 322 1)  
Michael Pontzen 2019 550 50 506 443 2) -6 3)
  2018 550 187 715 322 1)  
Dr. Rainier van Roessel 2019 650 52 650 549 2) -7 3)
(bis 31. Dezember 2019) 2018 650 51 845 380 1)  
nicht mehr amtierender Vorstand - - - - - -
Stephan C. Forsyth 2019 - - - - -
(bis 31. Mai 2018) 2018 188 - 186 - -
Summe 2019 3.355 263 3.483 2.688 -34
  2018 3.138 1.048 4.411 1.726 -
Bezüge aus LTSP-Anrechten
in T€ Jahr Barvergütung
gesamt
Beizulegende
Zeitwerte
Summe
Matthias Zachert 2019 4.062 810 4.872
  2018 4.609 810 5.419
Dr. Anno Borkowsky 2019 710 175 885
(ab 1. Juni 2019) 2018   - -
Fink Dr. Hubert 2019 1.546 330 1.876
  2018 1.640 330 1.970
Michael Pontzen 2019 1.543 330 1.873
  2018 1.774 330 2.104
Dr. Rainier van Roessel 2019 1.894 390 2.284
(bis 31. Dezember 2019) 2018 1.926 390 2.316
nicht mehr amtierender Vorstand - - - -
Stephan C. Forsyth 2019 - - -
(bis 31. Mai 2018) 2018 374 - 374
Summe 2019 9.755 2.035 11.790
  2018 10.323 1.860 12.183

1) Auszahlung in 2019 bzw. 2020.
2) Auszahlung in 2020, 2021 und 2022. Berücksichtigt auch die Umstellung der Betrachtung der LTPB-Zielerreichung von zwei auf drei aufeinanderfolgende Geschäftsjahre.
3) Auszahlung in 2019, 2020 und 2021.
4) Auszahlung in 2019 bzw. 2020.

Insgesamt ergeben sich Gesamtbezüge für den Vorstand in Höhe von 11.790 T€ (Vorjahr: 12.183 T€). Diese setzen sich aus erfolgsunabhängigen Komponenten von 3.618 T€ (Vorjahr: 4.186 T€), erfolgsbezogenen Komponenten von 6.137 T€ (Vorjahr: 6.137 T€) und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung von 2.035 T€ (Vorjahr: 1.860 T€) zusammen. Im Geschäftsjahr 2019 basierten die erfolgsbezogenen Komponenten auf dem erzielten EBITDA vor Sondereinflüssen von 1.019 Mio. € und der sich daraus ergebenden APP-Zielerreichung von 92 %. Eine 100%ige APP-Zielerreichung hätte für das Geschäftsjahr 2019 bei einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 1.045 Mio. € vorgelegen. Im Rahmen des LTSP wurden den Vorständen im Geschäftsjahr insgesamt 2.035.000 Anrechte (Vorjahr: 1.860.000) gewährt. Hinsichtlich der beizulegenden Zeitwerte pro Anrecht der einzelnen Tranchen zum Bilanzstichtag verweisen wir auf die im Anhang unter Textziffer [15] erfolgten Angaben.

Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2018 resultierten die vergleichsweise hohen Sachbezüge bei Herrn Zachert und Herrn Pontzen aus den vom Aufsichtsrat der LANXESS AG genehmigten Sicherungsmaßnahmen an ihren Wohnbereichen.

Altersversorgung

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden den Mitgliedern des Vorstands Leistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung gewährt. Dabei handelt es sich um Leistungen, die bei Erreichen der Altersgrenze von 60 bzw. 62 Lebensjahren, im Falle der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und im Todesfall an die Hinterbliebenen erbracht werden.

Bei der Altersversorgung für die Mitglieder des Vorstands handelt es sich um einen beitragsorientierten Pensionsplan, der einen von der Gesellschaft zu erbringenden Grundbeitrag in Höhe von jeweils 50 bzw. 56,25 % der festen Jahresvergütung vorsieht. Darüber hinaus ist von den Vorstandsmitgliedern ein Eigenbeitrag aus Entgeltumwandlung in Höhe von 12,5 % des APP zu leisten. Dieser Eigenbeitrag kann von den Vorstandsmitgliedern auf bis zu 25 % des APP erhöht werden. Unabhängig von der tatsächlichen Zielerreichung ist die Basis für die Beitragsermittlung eine 100%ige Zielerreichung. Die Summe der Beiträge ist auf eine maximale Obergrenze begrenzt. Im Versorgungsfall können bis zu 30 % des verzinslich angesammelten Kapitals in eine Rentenleistung umgewandelt werden. Aus Regelungen vor 2006 resultieren Ansprüche, die für einzelne Vorstandsmitglieder als Besitzstände gewahrt werden. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses vor Erreichen der Altersgrenze von 60 bzw. 62 Lebensjahren erbringt die Gesellschaft bestimmte Zusatzbeiträge bis zu einer festgelegten Höchstgrenze.

Für die Ansprüche der Vorstandsmitglieder hat die Gesellschaft Rückstellungen gebildet. Die hierfür nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS ermittelten Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs), der nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB hierfür ermittelte Nettoaufwand sowie die Barwerte des Verpflichtungsumfangs nach IFRS und HGB sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Pensionsansprüche

IFRS HGB
in T€ Jahr Kosten der erworbenen Versorgungsansprüche (Service Costs) Barwert des Verpflichtungsumfangs Nettoaufwand der erworbenen Versorgungsansprüche Barwert des Verpflichtungsumfangs
Matthias Zachert 2019 759 7.894 1.122 6.207
  2018 749 6.251 979 5.085
Anno Borkowsky 2019 56 2.548 2.029 2.029
  2018 - - - -
Dr. Hubert Fink 2019 308 5.229 815 4.121
  2018 311 4.058 639 3.306
Michael Pontzen 2019 318 2.898 367 2.135
  2018 323 2.298 346 1.768
Dr. Rainier van Roessel 2019 158 8.330 761 7.460
(bis 31. Dezember 2019) 2018 158 7.370 617 6.699
Summe 2019 1.599 26.899 5.094 21.952
  2018 1.541 19.977 2.581 16.858

Der Verpflichtungsumfang für frühere Mitglieder des Vorstands lag zum 31. Dezember 2019 nach den Rechnungslegungsvorschriften der IFRS bei 34.629 T€ (Vorjahr: 35.261 T€) und nach den Rechnungslegungsvorschriften des HGB bei 27.904 T€ (Vorjahr: 30.089 T€).

Leistungen in Zusammenhang mit bzw. nach der Beendigung der Vorstandstätigkeit

Der Vorstand verfügt über eine spezielle Absicherung für definierte, unternehmensseitig veranlasste Vertragsbeendigungen, die zu einem Ausscheiden führen, bzw. für den Fall einer wesentlichen Veränderung in der Kontrolle über das Unternehmen (Change of Control). Die Konditionen richten sich nach dem jeweiligen Sachverhalt und beinhalten Abfindungsleistungen in Höhe von bis zu zwei, im Falle des Kontrollwechsels drei festen Jahresvergütungen jeweils zuzüglich des APP und LTPB. LTSP-Anrechte werden bei Ausscheiden nach den Planbedingungen abgefunden. Weitergehende Leistungen für den Fall der Beendigung der Tätigkeit sind keinem Vorstandsmitglied zugesagt worden.

Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 7.070 T€ (Vorjahr: 473 T€). Davon entfallen 6.459 T€ (Vorjahr: 0 T€) auf einmalige Kapitalzahlungen.

Sonstiges

Herr Dr. Rainier van Roessel ist zum 31. Dezember 2019 planmäßig aus dem Vorstand ausgeschieden und trat zum Jahresende in den Ruhestand. Für das Geschäftsjahr 2019 wurde für die erfolgsabhängigen variablen Vergütungsbestandteile APP und LTPB eine Zielerreichung von 100 % festgelegt. Die Auszahlungen für APP und LTPB erfolgen zu den üblichen Auszahlungszeitpunkten. Abweichend von den Programmbedingungen werden die Tranchen 2012 und 2013 aus dem LTSP 2010 bis 2013 und die Tranchen 2016 und 2017 aus dem LTSP 2014 bis 2017 nicht abgegolten, sondern können von Herrn Dr. van Roessel weiterhin ausgeübt werden. Die Anrechte der Tranchen 2018 und 2019 aus dem LTSP Plan 2018 bis 2021 werden entsprechend der Programmbedingungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses unverändert fortgeführt und bei Fälligkeit mit der dann ermittelten tatsächlichen Performance ausgezahlt.

Kein Mitglied des Vorstands hat im abgelaufenen Geschäftsjahr wesentliche Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

Im Geschäftsjahr 2019 wurden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands gewährt.

Individuelle Vergütung gemäß den Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)

In den nachfolgenden Tabellen werden gemäß den Anforderungen des DCGK die für die Jahre 2018 und 2019 gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen sowie der jeweilige Zufluss (Auszahlungsbetrag) dargestellt. Bei den variablen Vergütungskomponenten wird nach Bezugsjahren differenziert. Die Angabe der gewährten Zuwendungen ist bei den variablen Vergütungskomponenten ergänzt um die erreichbare Maximal- und Minimalvergütung.

Gewährte Zuwendungen

Matthias Zachert Dr. Anno Borkowsky
Vorstandsmitglied
Vorsitzender des Vorstands Eintritt 01.06.2019
in T€ Zielwert
2018
Zielwert
2019
2019
(Min.)
2019
(Max.)
Zielwert
2018
Zielwert
2019
2019
(Min.)
2019
(Max.)
Feste Jahresvergütung 1.200 1.313 1.313 1.313 - 292 292 292
Nebenleistungen 757 79 79 79 - 29 29 29
Summe 1.957 1.392 1.392 1.392 - 321 321 321
Einjährige variable Vergütung (APP) 1.500 1.688 0 3.375 - 292 0 583
Mehrjährige variable Vergütung 1.350 2.181 335 4.025 - 474 0 948
LTPB (Tranche 2017-2019) 540 97 74 119 - 44 0 88
LTPB (Tranche 2018-2020) - 666 261 1.071 - 119 0 238
LTPB (Tranche 2019-2021) - 608 0 1.215 - 225 0 450
LTSP 2018-2021 (Tranche 2018) 810 - - - - - -  
LTSP 2018-2021 (Tranche 2019) - 810 0 1.620 - 175 - 350
Summe 4.807 5.261 1.727 8.792 - 1.087 321 1.852
Versorgungsaufwand 749 759 759 759 - 56 56 56
Gesamtvergütung 5.556 6.020 2.486 9.551 - 1.143 377 1.908
Dr. Hubert Fink Michael Pontzen
Vorstandsmitglied Finanzvorstand
in T€ Zielwert
2018
Zielwert
2019
2019
(Min.)
2019
(Max.)
Zielwert
2018
Zielwert
2019
2019
(Min.)
2019
(Max.)
Feste Jahresvergütung 550 550 550 550 550 550 550 550
Nebenleistungen 53 53 53 53 187 50 50 50
Summe 603 603 603 603 737 600 600 600
Einjährige variable Vergütung (APP) 550 550 0 1.100 550 550 0 1.100
Mehrjährige variable Vergütung 578 849 106 1.591 578 849 106 1.591
LTPB (Tranche 2017-2019) 248 - - - 248 - - -
LTPB (Tranche 2018-2020) - 271 106 436 - 271 106 436
LTPB (Tranche 2019-2021) - 248 0 495 - 248 0 495
LTSP 2018-2021 (Tranche 2018) 330 - - - 330 - - -
LTSP 2018-2021 (Tranche 2019) - 330 0 660 - 330 0 660
Summe 1.731 2.002 709 3.294 1.865 1.999 706 3.291
Versorgungsaufwand 311 308 308 308 323 318 318 318
Gesamtvergütung 2.042 2.310 1.017 3.602 2.188 2.317 1.024 3.609
Dr. Rainier van Roessel
Vorstandsmitglied
Austritt 31.12.2019
in T€ Zielwert
2018
Zielwert
2019
2019
(Min.)
2019
(Max.)
Feste Jahresvergütung 650 650 650 650
Nebenleistungen 51 52 52 52
Summe 701 702 702 702
Einjährige variable Vergütung (APP) 650 650 - 1.300
Mehrjährige variable Vergütung 683 711 126 1.296
LTPB (Tranche 2017-2019) 293 - - -
LTPB (Tranche 2018-2020) - 223 126 321
LTPB (Tranche 2019-2021) - 98 0 195
LTSP 2018-2021 (Tranche 2018) 390 - - -
LTSP 2018-2021 (Tranche 2019) - 390 0 780
Summe 2.034 2.063 828 3.298
Versorgungsaufwand 158 158 158 158
Gesamtvergütung 2.192 2.221 986 3.456
Stephen C. Forsyth
Vorstandsmitglied
Austritt 31.05.2018
in T€ Zielwert
2018
Zielwert
2019
2019
(Min.)
2019
(Max.)
Feste Jahresvergütung 188 - - -
Nebenleistungen - - - -
Summe 188 - - -
Einjährige variable Vergütung (APP) 186 - - -
Mehrjährige variable Vergütung - - - -
LTPB (Tranche 2017-2019) - - - -
LTPB (Tranche 2018-2020) - - - -
LTPB (Tranche 2019-2021) - - - -
LTSP 2018-2021 (Tranche 2018) - - - -
LTSP 2018-2021 (Tranche 2019) - - - -
Summe 374 - - -
Versorgungsaufwand - - - -
Gesamtvergütung 374 - - -

Zufluss

Matthias Zachert Dr. Anno Borkowsky Dr. Hubert Fink
Vorsitzender des Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
Vorstands Eintritt 01.06.2019
in T€ 2018 2019 2018 2019 2018 2019
Feste Jahresvergütung 1.200 1.313 - 292 550 550
Nebenleistungen 757 79 - 29 53 53
Summe 1.957 1.392 - 321 603 603
Einjährige variable Vergütung (APP) 1.950 1.538 - 268 715 500
Mehrjährige variable Vergütung 2.333 2.470 - 40 408 346
LTPB (Tranche 2017-2018) 891 -3 -   408 -1
LTPB (Tranche 2017-2019)   853 - 40 - 347
LTSP 2010-2013   - - - - -
LTSP 2014-2017 1.442 1) 1.620 2) - - - -
Summe 6.240 5.400 - 629 1.726 1.449
Versorgungsaufwand 749 759 - 56 311 308
Gesamtvergütung 6.989 6.159 - 685 2.037 1.757
Michael Pontzen Dr. Rainier van Roessel Stephen C. Forsyth
Finanzvorstand Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
Austritt 31.12.2019 Austritt 31.05.2018
in T€ 2018 2019 2018 2019 2018 2019
Feste Jahresvergütung 550 550 650 650 188 -
Nebenleistungen 187 50 51 52 - -
Summe 737 600 701 702 188 -
Einjährige variable Vergütung (APP) 715 500 845 643 186 -
Mehrjährige variable Vergütung 408 346 1.244 1.197 - -
LTPB (Tranche 2017-2018) 408 -1 483 -1 - -
LTPB (Tranche 2017-2019) - 347 - 418 - -
LTSP 2010-2013 - - - - - -
LTSP 2014-2017 - - 761 1) 780 2) - -
Summe 1.860 1.446 2.790 2.542 374 -
Versorgungsaufwand 323 318 158 158 - -
Gesamtvergütung 2.183 1.764 2.948 2.700 374 -

1) Ausübung der LTSP-Tranche 2014.
2) Ausübung der LTSP-Tranche 2015.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft festgelegt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der LANXESS AG erhalten danach eine jährliche Festvergütung in Höhe von 80 T€. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält das Dreifache der Festvergütung, sein Stellvertreter das Eineinhalbfache. Vorsitz und Mitgliedschaft in den Aufsichtsratsausschüssen werden entsprechend dem Deutschen Corporate Governance Kodex gesondert vergütet. Aufsichtsratsmitglieder, die einem Ausschuss angehören, erhalten zusätzlich ein Halb der festen Vergütung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält zusätzlich ein weiteres Halb der festen Vergütung. Aufsichtsratsmitglieder, die in einem anderen Ausschuss als dem Prüfungsausschuss den Vorsitz führen, erhalten zusätzlich ein Viertel der Festvergütung. Insgesamt erhält ein Mitglied des Aufsichtsrats jedoch maximal das Dreifache der Festvergütung.

Daneben werden den Aufsichtsratsmitgliedern ihre Auslagen erstattet. Zusätzlich erhalten die Aufsichtsratsmitglieder 1,5 T€ Sitzungsgeld für jede Aufsichtsratssitzung und für jede Ausschusssitzung, an der sie teilnehmen. Allerdings wird die Teilnahme an Sitzungen des Ausschusses gem. § 27 Abs. 3 MitbestG und des Nominierungsausschusses nicht vergütet. Für Aufsichtsratsmandate in Konzerngesellschaften wird an die Mitglieder des Aufsichtsrats nur eine Vergütung für die Tätigkeit im Aufsichtsrat der LANXESS Deutschland GmbH in Höhe von jeweils 5 T€ gezahlt.

Ferner erhalten die Aufsichtsratsmitglieder noch zeitlich begrenzt bis zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2020 eine langfristige, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete variable Vergütungskomponente, die sich auf die gewöhnliche Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds (fünf Jahre) bezieht. Die variable Vergütungskomponente wird anders als die fixe Vergütung nicht jedes Jahr gezahlt, sondern nur einmal zum Ende der gewöhnlichen Mandatszeit eines Aufsichtsratsmitglieds. Der aktuelle zur Ermittlung der variablen Vergütung maßgebliche Betrachtungszeitraum endet mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung 2020. Ist ein Aufsichtsratsmitglied kürzer im Amt, vermindert sich der Betrag entsprechend.

Ob die variable Vergütung zur Auszahlung gelangt, hängt davon ab, wie sich der Aktienkurs von LANXESS im Vergleich zum Vergleichsindex Dow Jones STOXX 600 ChemicalssM in den fünf Jahren vom Beginn des Mandats bis zum Ende des Mandats eines Aufsichtsratsmitglieds entwickelt. Verglichen werden der Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, in der die Aufsichtsratsmitglieder bestellt wurden, mit dem Durchschnitt des Aktienkurses und des Index in den 90 Börsentagen vor der Hauptversammlung, mit deren Beendigung das Mandat der Aufsichtsratsmitglieder endet. Nur wenn der Aktienkurs sich besser als der Vergleichsindex entwickelt hat, wird die variable Vergütung fällig. Die genaue Höhe der variablen Vergütung bemisst sich wiederum danach, um wie viel sich der Aktienkurs besser als der Vergleichsindex in den vergangenen fünf Jahren entwickelt. Bei einem Unterschied von bis zu 10 Prozentpunkten wird für diesen Zeitraum von fünf Jahren eine Vergütung von 50 T€ fällig, zwischen 10 und 20 Prozentpunkten 100 T€, darüber 150 T€.

Die Hauptversammlung der LANXESS AG vom 23. Mai 2019 hat eine Umstellung der Aufsichtsratsvergütung auf eine reine Fixvergütung beschlossen. Die bisherige erfolgsorientierte variable Vergütung, für die der maßgebliche Betrachtungszeitraum zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft im Jahr 2020 endet, ist aufgehoben worden. Die feste Vergütung ist trotz des Wegfalls der erfolgsorientierten Vergütung nicht erhöht worden.

Im Geschäftsjahr 2019 kam es zu keiner Auszahlung der variablen Vergütung.

Der erwartete Vergütungsanspruch für die laufenden Mandatszeiten der Aufsichtsratsmitglieder wurde zum 31. Dezember 2019 mit 1.670 T€ (Vorjahr: 1.310 T€) bewertet und als Rückstellung ausgewiesen.

Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen hat im Berichtszeitraum keines der Aufsichtsratsmitglieder erhalten. Kredite oder Vorschüsse wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt.

Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats haben für ihre Mandatstätigkeit die in der folgenden Tabelle aufgeführten Bezüge erhalten.

Vergütung des Aufsichtsrats

in € 1) Jahr Feste Vergütung LANXESS AG Vergütung der Ausschusstätigkeit LANXESS AG Sitzungsgeld Feste Vergütung LANXESS Deutschland GmbH Gesamt
Dr. Matthias L. Wolfgruber, Vorsitzender 2019 240.000 - 16.500 5.000 261.500
(Vorsitzender ab 15. Mai 2018) 2018 181.015 52.626 19.500 5.000 258.141
Dr. Rolf Stomberg, ehem. Vorsitzender 2019 - - - - -
(ausgeschieden am 15. Mai 2018) 2018 88.478 22.120 7.500 1.843 119.941
Ralf Sikorski, stellv. Vorsitzender 2019 120.000 40.000 10.500 5.000 175.500
  2018 120.000 40.000 16.500 5.000 181.500
Birgit Bierther 2019 74.740 32.438 16.500 4.671 128.349
(eingetreten am 25. Januar 2019) 2018 - - - - -
Werner Czaplik 2019 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
  2018 80.000 40.000 18.000 5.000 143.000
Dr. Hans-Dieter Gerriets 2019 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
  2018 80.000 40.000 18.000 5.000 143.000
Dr. Heike Hanagarth 2019 80.000 - 9.000 5.000 94.000
  2018 80.000 - 12.000 5.000 97.000
Dr. Friedrich Janssen 2019 80.000 120.000 22.500 5.000 227.500
  2018 80.000 105.254 22.500 5.000 212.754
Pamela Knapp 2019 80.000 40.000 13.500 5.000 138.500
(eingetreten am 15. Mai 2018) 2018 50.507 25.254 10.500 3.157 89.418
Thomas Meiers 2019 80.000 40.000 13.500 5.000 138.500
  2018 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
Lawrence A. Rosen 2019 80.000 40.000 15.000 5.000 140.000
  2018 80.000 40.000 18.000 5.000 143.000
Manuela Strauch 2019 80.000 40.000 16.500 5.000 141.500
  2018 80.000 40.000 19.500 5.000 144.500
Ifraim Tairi 2019 - - - - -
(ausgeschieden am 31. Dezember 2018) 2018 80.000 40.000 19.500 5.000 144.500
Theo H. Walthie 2019 80.000 40.000 13.500 5.000 138.500
  2018 80.000 54.746 22.500 5.000 162.246
Summe 2019 1.154.740 472.438 177.000 59.671 1.863.849
  2018 1.160.000 540.000 220.500 60.000 1.980.500

1) Beträge ohne Umsatzsteuer.

BERICHTERSTATTUNG NACH §§ 289A, 315A HGB

Zu den Vorschriften der §§ 289a S. 1 Ziffer 1 bis 9 und 315a S. 1 Ziffer 1 bis 9 HGB geben wir folgende Erläuterungen ab:

1. Zum 31. Dezember 2019 beträgt das Grundkapital der LANXESS AG 87.447.852 € und ist eingeteilt in 87.447.852 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Die Gesellschaft hat aufgrund eines Beschlusses des Vorstands vom 9. Juli 2019 nach Durchführung eines Aktienrückkaufs eine Herabsetzung des Grundkapitals im Wege der vereinfachten Kapitalherabsetzung gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 6 AktG von 91.522.936 € um 4.075.084 € auf 87.447.852 € durch Einziehung von 4.075.084 auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 € je Aktie beschlossen. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Eine Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten aus den Aktien bestimmen sich nach dem Aktiengesetz.

2. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Allerdings unterliegen die Teilnehmer an Mitarbeiter-Aktienprogrammen einer Sperrfrist zur Veräußerung ihrer Aktien.

3. Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der LANXESS AG, die 10% der Stimmrechte überschreiten, wurden uns nicht gemeldet.

4. Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

5. Über Mitarbeiter-Aktienprogramme sind Arbeitnehmer direkt am Kapital der LANXESS AG beteiligt. Es bestehen keine Beschränkungen, die Kontrollrechte aus diesen Aktien unmittelbar auszuüben.

6. Für die Bestellung und Abberufung des Vorstands gelten die §§ 84 und 85 AktG in Verbindung mit § 31 MitbestG. Danach werden Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Die Bestellung erfordert mindestens zwei Drittel der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus wenigstens zwei Mitgliedern. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Es können stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellt werden. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 84 Abs. 3 AktG).

Für Satzungsänderungen ist gemäß § 179 AktG die Hauptversammlung zuständig. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden nach § 17 Abs. 2 der Satzung mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreiben. Weitere Regelungen in der Satzung werden hierzu nicht getroffen. Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, kann der Aufsichtsrat gemäß § 10 Abs. 9 der Satzung der LANXESS AG beschließen.

7. Der Vorstand der LANXESS AG hat die folgenden Befugnisse, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen:

Eigene Aktien:

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 hielten weder die Gesellschaft noch von ihr abhängige oder im Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen oder Dritte, welche für Rechnung der Gesellschaft oder für Rechnung eines von ihr abhängigen oder im Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmens handeln, eigene Aktien der Gesellschaft. Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 20. Mai 2016 war der Vorstand gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 19. Mai 2021 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu erwerben. Die Ermächtigung konnte auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien konnten nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand war ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den in der Ermächtigung im Einzelnen genannten Zwecken zu verwenden.

Der Vorstand der Gesellschaft hat am 10. Januar 2019 beschlossen, diese Aktienrückkaufsermächtigung auszuüben und eigene Aktien zu einem Kaufpreis von bis zu 200 Mio. € (ohne Nebenkosten) über die Börse zu erwerben. Im Zeitraum vom 14. Januar 2019 bis zum 12. Juni 2019 hat die Gesellschaft sodann insgesamt 4.075.084 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag von 1,00 € je Aktie erworben. Der auf diese Aktien entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt 4.075.084 €. Dies entspricht 4,453 % des damaligen Grundkapitals der Gesellschaft in Höhe von 91.522.936 €. Die Erwerbe erfolgten an 94 Xetra-Handelstagen durch eine von der Gesellschaft beauftragte Bank ausschließlich über die Börse im elektronischen Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Der gewichtete Durchschnittskurs beläuft sich auf 49,0787 € je zurück gekaufter Aktie. Der Gesamtpreis für die zurück gekauften Aktien beträgt ohne Nebenkosten 199.999.958,47 €. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgte zum Zweck ihrer Einziehung und der Herabsetzung des Grundkapitals der Gesellschaft. Der Vorstand hat am 9. Juli 2019 entsprechend der Aktienrückkaufermächtigung gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 6 AktG die Einziehung sämtlicher zurück gekaufter Aktien beschlossen. Die Einziehung der Aktien erfolgte am 12. Juli 2019 ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde entsprechend auf 87.447.852 € herabgesetzt.

Die Hauptversammlung der LANXESS AG hat am 23. Mai 2019 aufschiebend befristet die Aufhebung der Aktienrückkaufermächtigung vom 20. Mai 2016 sowie eine neue Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien beschlossen. Die Aufhebung und die neue Ermächtigung wurden am 13. August 2019 wirksam mit Beginn des Tages, der zwei Monate nach dem Tag liegt, an dem die letzte Bekanntmachung als Abschlussmeldung in Bezug auf das am 10. Januar 2019 angekündigte Aktienrückkaufprogramm mittels europäischem Medienbündel veröffentlicht wurde. Die neue Ermächtigung sieht vor, dass der Vorstand bis zum 22. Mai 2024 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erwerben kann. Die Ermächtigung kann auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den in der Ermächtigung im Einzelnen genannten Zwecken zu verwenden. Im Geschäftsjahr 2019 wurden keine eigenen Aktien unter dieser neuen Ermächtigung von der Gesellschaft erworben. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 hielten weder die Gesellschaft noch von ihr abhängige oder im Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen oder Dritte, welche für Rechnung der Gesellschaft oder für Rechnung eines von ihr abhängigen oder im Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen handeln, eigene Aktien der Gesellschaft.

Bedingtes Kapital:

Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 15. Mai 2018 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 14. Mai 2023 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 1.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsschuldverschreibungen oder Optionsgenussscheinen oder Optionsgewinnschuldverschreibungen Optionsrechte oder -pflichten oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Wandelgenussscheinen oder Wandelgewinnschuldverschreibungen Wandlungsrechte oder -pflichten auf auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 9.152.293 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung der LANXESS AG um bis zu 9.152.293 € bedingt erhöht (bedingtes Kapital).

Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage ausgegebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 15. Mai 2018 bis zum 14. Mai 2023 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in bestimmten Fällen auszuschließen, die in der Ermächtigung näher bezeichnet werden. Bei seiner Entscheidung über den Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre bei Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) wird der Vorstand andere Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre berücksichtigen. Der Vorstand verpflichtet sich im Wege der Selbstbindung, Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre höchstens in einem Gesamtumfang von insgesamt 20 % des derzeit bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft vorzunehmen. Diese Beschränkung gilt bei der Ausgabe neuer Aktien aufgrund der Ausnutzung eines genehmigten Kapitals, der Verwendung eigener Aktien oder der Begebung von Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, aufgrund derer Aktien auszugeben sind, jeweils unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre. An diese Erklärung hält sich der Vorstand so lange gebunden, solange nicht eine zukünftige Hauptversammlung neuerlich über eine Ermächtigung des Vorstands zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Beschluss gefasst hat. Von der Ermächtigung der Ausgabe von Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

Genehmigtes Kapital I und III:

Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 15. Mai 2018 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 14. Mai 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 18.304.587 € zu erhöhen (genehmigtes Kapital I). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand kann dabei das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 3 der Satzung ausschließen. Unter anderem kann das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, sofern die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen, insbesondere beim Erwerb von Unternehmen, erfolgt. Auch kann das Bezugsrecht ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten.

Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 26. Mai 2017 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 25. Mai 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 9.152.293 € zu erhöhen (genehmigtes Kapital III). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand kann dabei das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 4 der Satzung ausschließen. Er kann Spitzenbeträge bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen von dem Bezugsrecht der Aktionäre ausnehmen. Des Weiteren kann das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabebetrag der neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien den Börsenpreis zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien insgesamt nicht 10 % des Grundkapitals überschreiten. Der Vorstand verpflichtet sich im Wege der Selbstbindung, Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre höchstens in einem Gesamtumfang von insgesamt 20 % des derzeit bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft vorzunehmen. Diese Beschränkung gilt bei der Ausgabe neuer Aktien aufgrund der Ausnutzung eines genehmigten Kapitals, der Verwendung eigener Aktien oder der Begebung von Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, aufgrund derer Aktien auszugeben sind, jeweils unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre. An diese Erklärung hält sich der Vorstand so lange gebunden, solange nicht eine zukünftige Hauptversammlung neuerlich über eine Ermächtigung des Vorstands zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Beschluss gefasst hat. Eine Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals I und III ist bisher nicht erfolgt.

8. Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG enthalten Regelungen über ein mögliches Ausscheiden der Mitglieder des Vorstands bei einem Kontrollwechsel. Diese sind im Vergütungsbericht des Lageberichts dargestellt. Solche Vereinbarungen bestehen auch zwischen der Gesellschaft und Mitarbeitern der ersten Führungsebene, jedoch zu anderen Konditionen. Weiterhin können die Bedingungen für die Platzierungen von Schuldverschreibungen, die unter dem bei der Gesellschaft bestehenden Debt-Issuance-Programm ausgegeben werden, Change-of-Control-Klauseln vorsehen, die in Verbindung mit bestimmten ratingbezogenen Ereignissen zu einem Rückgaberecht der Gläubiger führen können. Dies ist der Fall für die von der LANXESS Finance B.V. begebene und 2015 von der LANXESS AG übernommene Euroanleihe im Volumen von 500 Mio. € aus dem Geschäftsjahr 2012. Entsprechende Change-of-Control-Klauseln sehen die Bedingungen für zwei im Geschäftsjahr 2012 unter dem Debt-Issuance-Programm durch die LANXESS Finance B.V. erfolgte Privatplatzierungen im Volumen von jeweils 100 Mio. € vor. Diese sind zwischenzeitlich ebenfalls von der LANXESS AG übernommen worden. Ebenso sehen die Bedingungen für die unter dem Debt-Issuance-Programm durch die LANXESS AG mit unterschiedlichen Fälligkeiten im Geschäftsjahr 2016 begebenen Schuldverschreibungen im Volumen von (i) 500 Mio. € (Fälligkeit 2021) und (ii) 500 Mio. € (Fälligkeit 2026) sowie im Geschäftsjahr 2018 begebenen Schuldverschreibungen im Volumen von (iii) 500 Mio. € (Fälligkeit 2025) entsprechende Change-of-Control-Klauseln vor. Auch die Bedingungen der von der LANXESS AG ebenfalls im Geschäftsjahr 2016 begebenen nachrangigen Hybrid-Schuldverschreibungen im Volumen von 500 Mio. € enthalten eine Change-of-Control-Klausel. Hiernach hat die LANXESS AG im Falle eines Kontrollwechsels in Verbindung mit bestimmten ratingbezogenen Ereignissen den Gläubigern einen erhöhten Zinssatz zu zahlen, wenn die Gesellschaft nicht von dem zugleich zur Verfügung stehenden Kündigungsrecht Gebrauch macht. Zwischen der Gesellschaft und einem Bankenkonsortium besteht ein Vertrag über einen Kreditrahmen von derzeit 1.000 Mio. €. Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekündigt werden, sofern eine Übernahme der Kontrolle von mehr als 50 % über die LANXESS AG durch ein anderes Unternehmen oder eine andere Person erfolgt. Darüber hinaus besteht nach Vereinbarungen zwischen der Gesellschaft und dem LANXESS Pension Trust e.V. die Verpflichtung der Gesellschaft, im Falle eines Kontrollwechsels erhebliche Einzahlungen an den LANXESS Pension Trust e.V. vorzunehmen.

9. Die Dienstverträge zwischen der Gesellschaft und den Mitgliedern des Vorstands der LANXESS AG sowie Anstellungsverträge von Mitarbeitern der ersten und zweiten Führungsebene der LANXESS AG enthalten Entschädigungsvereinbarungen für dort näher definierte Fälle eines Kontrollwechsels.

BERICHTERSTATTUNG NACH § 289F HGB UND § 315D HGB

Vorstand und Aufsichtsrat haben die nach § 289f sowie § 315d des Handelsgesetzbuches vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung abgegeben. Die Erklärung ist den Aktionären zugänglich gemacht worden und kann unter www.lanxess.de, Investor Relations, Corporate Governance, jederzeit eingesehen werden.

PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Im folgenden Konjunkturausblick wird unsere Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung dargestellt. Im Anschluss an den Prognosebericht gehen wir auf Chancen und Risiken ein, aus denen sich Abweichungen gegenüber der Prognose ergeben können.

Konjunkturausblick

Das Geschäftsjahr 2019 war durch ein sich abschwächendes wirtschaftliches Umfeld gekennzeichnet. Die gestiegene Unsicherheit durch weltweite Risiken wie u. a. die Folgen der Coronavirus-Epidemie, Handelskonflikte, einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU ohne Abkommen, Unruhen im Mittleren Osten und in Südamerika, Iran-Sanktionen sowie die Tendenz zur Bildung weiterer populistischer Regierungen könnten das globale Wachstum der Weltwirtschaft im Berichtsjahr 2020 weiter beeinträchtigen. Eine Verschärfung der Handelsspannungen zwischen den USA, China und Europa würde die wirtschaftliche Lage unserer Einschätzung nach signifikant negativ beeinflussen.

Für 2020 sehen wir für die Weltwirtschaft ein moderates Wachstum von 2,5 %, das hauptsächlich von der Wirtschaftsentwicklung im asiatisch-pazifischen Raum getrieben wird. China sehen wir trotz einer geringeren Wachstumsdynamik, im Wesentlichen bedingt durch den Handelskonflikt mit den USA, weiterhin als einen der Haupttreiber. Für die Region EMEA (inklusive Deutschland) erwarten wir ein Wirtschaftswachstum von 1,0 %.

Für die globale Chemieindustrie erwarten wir einen Produktionszuwachs von 2,5 %. Kundenindustrien werden in diesem volatilen Umfeld vorsichtiger, während die Nachfrage aus den wichtigsten Abnehmerbranchen der chemischen Industrie, wie etwa der Bauindustrie, im Jahr 2020 voraussichtlich leicht steigen sollte. Für den weltweiten Absatz in der Automobilindustrie erwarten wir Stagnation.

Erwartetes Wachstum 2020

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) 1) Bruttoinlandsprodukt Chemieproduktion
Amerika 1,5 0,0
EMEA (inklusive Deutschland) 1,0 1,0
Asien/Pazifik 4,0 3,5
Welt 2,5 2,5

1) Gerundet auf 0,5 %.

Quelle: Eigene Einschätzungen und IHS Markit.

Die erwartete Entwicklung unserer Absatzmärkte kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Entwicklung wichtiger Abnehmerbranchen 2020

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr (%) 1) Automobil Agrochemie Bauindustrie
Amerika 1,0 2,0 -1,0
EMEA (inklusive Deutschland) 0,0 1,0 1,5
Asien/Pazifik 0,0 2,0 4,0
Welt 0,0 2,0 2,5

1) Gerundet auf 0,5 %.

Quelle: Eigene Einschätzungen und IHS Markit.

Prognosebericht

Erwartete Ertragslage LANXESS Konzern

Für das Jahr 2020 erwarten wir für das laufende Geschäft grundsätzlich eine stabile Entwicklung. Das weiter ausbalancierte Produktportfolio trägt dazu bei, zum Teil gegenläufige Entwicklungen in unseren Absatzmärkten und Endabnehmerindustrien auszugleichen. Die Business Unit Leather wird als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen und ist nicht mehr Bestandteil des Segments Performance Chemicals. Die im Folgenden ausgewiesene Ergebnisprognose konzentriert sich entsprechend auf das prognostizierte EBITDA vor Sondereinflüssen des fortzuführenden Geschäfts unter Berücksichtigung erwarteter Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie.

Die Geschäftsentwicklung unseres Segments Advanced Intermediates wird für 2020 insgesamt in etwa auf Vorjahresniveau erwartet. Die Diversifizierung der Endmärkte unterstützt die Entwicklung nach wie vor. Das Geschäft mit Agrochemikalien sollte im Jahresverlauf 2020 von der leichten Verbesserung der Nachfrage unserer Kunden profitieren.

Für das Segment Specialty Additives nehmen wir für 2020 eine insgesamt leicht unter Vorjahresniveau liegende Geschäftsentwicklung an. Aus der Automobilindustrie erwarten wir insbesondere für das kautschukbasierte Additiv-Geschäft eine schwächere Nachfrage.

Unser Segment Performance Chemicals sollte sich auf Vorjahresniveau entwickeln. Nach der starken Nachfrage nach unseren Desinfektionsmitteln im Veterinärbereich durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Asien in 2019 rechnen wir damit, das Geschäft im Prognosezeitraum auf diesem Niveau halten zu können. Ebenfalls erwarten wir für das Geschäft mit anorganischen Pigmenten eine Entwicklung auf Vorjahresniveau. Ohne die sehr volatile Business Unit Leather ist das Segment aufgrund der robusten Endmärkte im fortzuführenden Geschäft insgesamt stabiler.

Für das Segment Engineering Materials gehen wir für das Jahr 2020 insgesamt von einer Geschäftsentwicklung deutlich unter Vorjahresniveau aus. Insbesondere in der Automobilindustrie wird auch in 2020 ein weiterhin schwaches Niveau erwartet. Unsere Prognose berücksichtigt insbesondere eine Ergebnisbelastung durch einen mehrwöchigen turnusgemäßen Wartungsstillstand am Produktionsstandort Antwerpen der Business Unit High Performance Materials.

Im Segment Überleitung rechnen wir aufgrund der allgemeinen Inflationierung der Kostenbasis und der nach den Portfoliomaßnahmen in der Business Unit Leather und im Geschäftsbereich Organometalle sowie dem vollständigen Verkauf von ARLANXEO verbleibenden Kosten mit einem deutlich schlechteren Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr.

Die wesentliche Währung für unsere Geschäfte bleibt auch künftig der US-Dollar.

Vor dem Hintergrund der erwarteten Entwicklung in unseren Segmenten gehen wir unter Berücksichtigung von Belastungen aus der Coronavirus-Epidemie davon aus, im Gesamtjahr 2020 ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 900 und 1.000 Mio. € zu erwirtschaften.

Erwartete Finanzlage LANXESS Konzern

Liquiditätssituation

LANXESS wird seine vorausschauende und konservative Finanzpolitik im laufenden Jahr fortsetzen. Angesichts der im Abschnitt "Finanzlage" dieses Lageberichts beschriebenen Ausstattung des Konzerns mit liquiden Mitteln, kurzfristigen Geldanlagen und Wertpapieren sowie ungenutzten Kreditlinien von zum Jahresende 2019 insgesamt rund 2,1 Mrd. € verfügen wir über eine sehr gute Liquiditäts- und Finanzierungssituation, die unsere unternehmerische Flexibilität zur Umsetzung der Strategie von LANXESS sichert. Im zweiten Quartal rechnen wir mit einem weiteren Liquiditätszufluss aus der Veräußerung unseres Anteils an der Currenta GmbH Co. OHG, Leverkusen (Deutschland).

Investitionen

Unsere Investitionen werden sich wie bereits im vergangenen Geschäftsjahr hauptsächlich auf die Instandhaltung bestehender Produktionsstandorte sowie auf die Effizienzsteigerung und Erweiterung vorhandener Anlagen fokussieren. Wir wollen auch in 2020 auszahlungswirksame Investitionen von insgesamt rund 500 Mio. € tätigen. Hierfür wurden bis zum Bilanzstichtag Aufträge über insgesamt 137 Mio. € erteilt, die aus vorhandenen liquiden Mitteln finanziert werden können.

Finanzierungsmaßnahmen

LANXESS ist aufgrund der langfristigen Ausrichtung der Finanzierung gut aufgestellt. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir keine wesentlichen Fälligkeiten aus Finanzverbindlichkeiten. Wir setzen unsere Aktivitäten zur langfristigen Sicherung der Finanzierung im Rahmen einer konservativen Finanzpolitik fort.

Erwartete Ertragslage der LANXESS AG

Für das Geschäftsjahr 2020 erwarten wir für den Einzelabschluss der LANXESS AG einen im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringeren Jahresüberschuss. Der Jahresüberschuss des Berichtszeitraums war wesentlich durch die Aufdeckung stiller Reserven im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Anteile an der Currenta GmbH & Co. OHG und dem dadurch deutlich erhöhten Beteiligungsergebnis geprägt. Grundsätzlich ist das Ergebnis neben den Verwaltungskosten für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben als strategische Management-Holding vom Finanzergebnis und hier insbesondere vom Zins- und Beteiligungsergebnis geprägt. Das Beteiligungsergebnis und damit das künftige Ausschüttungspotenzial der LANXESS AG wird wesentlich von den Ergebnisabführungen und Gewinnausschüttungen der Gesellschaften des LANXESS Konzerns bestimmt. Wir verfolgen auch weiterhin eine kontinuierliche Dividendenpolitik und gehen davon aus, bei der LANXESS AG einen Bilanzgewinn zu erzielen, der es ermöglicht, unsere Aktionäre im kommenden Jahr angemessen am Ergebnis des Konzerns zu beteiligen.

Dividendenpolitik

LANXESS verfolgt seit Jahren eine kontinuierliche Dividendenpolitik. Es bleibt unser Ziel, die Dividende jährlich zu erhöhen, mindestens aber auf einem stabilen Niveau zu halten. Auf der Hauptversammlung am 13. Mai 2020 werden Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende für das Geschäftsjahr 2019 von 0,95 € pro Aktie vorschlagen.

Zusammenfassende Aussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Wir erwarten, dass unser Geschäft im laufenden Jahr ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 900 und 1.000 Mio. € erwirtschaften wird, nach 1.019 Mio. € im Vorjahr.

Die strategische Neuausrichtung des Konzerns, mit dem Ziel eines stabileren, weniger zyklischen Geschäftsprofils, werden wir auch im Jahr 2020 fortsetzen. LANXESS wird weiterhin an der Optimierung seiner Produktionsplattform arbeiten und, wie angekündigt, neben Projekten zum organischen Wachstum auch aktives Portfoliomanagement betreiben.

Die angespannte geopolitische Lage und die damit in Zusammenhang stehenden Unsicherheiten für die weltweite wirtschaftliche Entwicklung müssen wir jedoch berücksichtigen. Zudem stellt der weitere Verlauf der Coronavirus-Epidemie einen Unsicherheitsfaktor für unser Geschäft dar.

Chancen- und Risikobericht

Chancen- und Risikomanagementsystem

Unser Erfolg wird wesentlich dadurch beeinflusst, dass wir Chancen und Risiken unserer unternehmerischen Tätigkeit erkennen und bewusst mit ihnen umgehen. Ziel des Managementsystems ist es, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und sie, entsprechend ihrer Ausprägung, angemessen in den strategischen und operativen Entscheidungen zu berücksichtigen, um das Unternehmen langfristig zu sichern und seine erfolgreiche Weiterentwicklung zu unterstützen. Chancen und Risiken werden verstanden als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer positiven bzw. negativen Abweichung von Prognosen bzw. Zielen führen können.

Basis dieses Managementsystems sind sowohl die internen Abläufe der Organisation, die mittels Regelungs- und Überwachungsmechanismen gesteuert werden, als auch die Früherkennungssysteme, mit denen Veränderungen externer Rahmenbedingungen überwacht und aus denen heraus zielgerichtete Maßnahmen umgesetzt werden. Dieser Ansatz gilt gleichermaßen für Chancen wie für Risiken.

Wie alle Methoden, mit denen unternehmerisches Risiko gehandhabt werden soll, bietet auch dieses System keinen absoluten Schutz. Es soll aber mit hinreichender Sicherheit verhindern, dass sich Unternehmensrisiken wesentlich auswirken.

Strukturelle Grundlagen

Die Grundsätze unseres Chancen- und Risikomanagementsystems sind in einer Konzernrichtlinie niedergelegt. Das Managementsystem, das sich an dem Rahmenkonzept des Enterprise Risk Management gemäß dem COSO-Modell orientiert, besteht aus einer Vielzahl von Einzelbausteinen. Sie sind in die betrieblichen Prozesse durch die Aufbau- und Ablauforganisation, das Planungssystem, die Berichts- und Informationssysteme sowie ein detailliertes Regelwerk aus Managementanweisungen und technischen Standards eingebunden.

Das System folgt dem Integrationskonzept, das heißt, die Früherkennung von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums und nicht Gegenstand einer separaten Aufbauorganisation. Der Umgang mit Chancen und Risiken ist daher originäre Aufgabe der Leiter aller Geschäftseinheiten sowie der Prozess- und Projektverantwortlichen in den Konzerngesellschaften. In diesem Sinn basiert unser Chancen- und Risikomanagement auf klar geregelten Geschäftsprozessen, einer lückenlosen Zuordnung von Zuständigkeiten sowie angemessenen Berichtssystemen, die eine zeitnahe Bereitstellung entscheidungsrelevanter Informationen für den Vorstand bzw. nachgelagerte Managementebenen gewährleisten.

Rollen wesentlicher Organisationseinheiten

Das operative Geschäft wird von unseren Business Units mit globaler Ergebnisverantwortung betrieben. Group Functions und Servicegesellschaften unterstützen die Business Units mit finanziellen, rechtlichen, technischen und anderen zentralen Dienstleistungen. Komplementär zu dieser globalen Ausrichtung der Business Units und Group Functions stellen die Landesorganisationen die erforderliche Marktnähe sowie die notwendige organisatorische Infrastruktur sicher.

Entsprechend dieser Aufgabenteilung haben wir die Zuständigkeiten, die sogenannten Risk-Owner, definiert für

die Identifikation und Bewertung von Chancen und Risiken,
die Implementierung der Steuerungsmaßnahmen (Maßnahmen zur Wahrnehmung bzw. Erhöhung von Chancen sowie zur Risikovermeidung bzw. -minderung),
die Überwachung der Entwicklung der Chancen und Risiken (z. B. anhand von Kennzahlen und gegebenenfalls Frühwarnindikatoren),
die Kommunikation der wesentlichen Chancen und Risiken in den Führungsgremien der operativen und zentralen Geschäftsbereiche.

Ein vom Vorstand beauftragtes Risikokomitee (Corporate Risk Committee) unter der Leitung des Finanzvorstands ist für die Ausgestaltung und Implementierung des konzernweiten Risikomanagementprozesses verantwortlich. Es setzt sich aus Vertretern ausgewählter Group Functions zusammen und analysiert die wesentlichen Chancen und Risiken sowie deren Entwicklung aus Sicht des gesamten Unternehmens. Es hinterfragt bestehende Bewältigungsmaßnahmen, initiiert zusätzliche Maßnahmen, sofern erforderlich, und stößt bei Bedarf weitere Analysen zu einzelnen Chancen und Risiken an.

Die Group Function Corporate Controlling koordiniert für das Corporate Risk Committee den konzernweiten Risikomanagementprozess und ernennt hierzu einen sogenannten Group Risk Management Coordinator. Dieser verantwortet die konzernweite Sammlung und Aggregation maßgeblicher Chancen- und Risikoinformationen. Zweimal jährlich, im Rahmen des aktuellen Erwartungsprozesses und des Budget- und Planungsprozesses, werden die kurz-, mittel- und langfristigen Chancen und Risiken erfasst.

Die Group Function Corporate Development unterstützt bei der Analyse und Bewertung systematisch bedeutender und strategischer Chancen und Risiken.

Zum Corporate Risk Committee existieren Untergremien, bestehend aus Vertretern der Business Units und der Group Functions, die sich mit bestimmten Risikofeldern beschäftigen, um schnell und flexibel auf sich verändernde Situationen und deren Einflüsse reagieren zu können. Demnach steuert zum Beispiel das finanzielle Risikokomitee (Financial Risk Committee), unter Leitung des Finanzvorstands und bestehend aus Vertretern der Group Function Treasury & Investor Relations, zentral Transaktionen insbesondere zum finanziellen, aber auch operativen Risikotransfer (Sicherungsgeschäfte bzw. Versicherungen).

Die Meldepflicht für Chancen und Risiken an die Group Function Corporate Controlling ergibt sich aus der erwarteten Auswirkung auf das Konzernergebnis oder das EBITDA vor Sondereinflüssen. Meldepflichtig sind alle Chancen und Risiken mit einer erwarteten Auswirkung von mehr als 1 Mio. € nach Maßnahmen. Darüber hinaus sind auch diejenigen Risiken anzugeben, deren erwartete Auswirkung durch Maßnahmen um mehr als 10 Mio. € begrenzt wurde. Diese Mindestmeldegrenzen stellen sicher, dass Chancen und Risiken umfassend erhoben werden. Eine Beschränkung nur auf wesentliche oder bestandsgefährdende Risiken bereits im Rahmen der Bestandsaufnahme unterbleibt somit. Erst im Nachgang werden die Top-Chancen und Top-Risiken zentral von der Group Function Corporate Controlling bestimmt.

Zusätzlich ist eine interne, sofortige Berichterstattung für spezielle Risikothemen vorgesehen, wie beispielsweise unerwartet auftretende operative Ereignisse mit einer Auswirkung von mehr als 5 Mio. € nach Maßnahmen.

Die berichteten Chancen und Risiken werden mithilfe einer Risikomanagement-Software verwaltet und regelmäßig für das Corporate Risk Committee, den Vorstand und den Aufsichtsrat aufbereitet. Dies stellt sicher, dass dem Vorstand neu auftretende bzw. sich wesentlich verändernde bestehende Chancen und Risiken zeitnah kommuniziert und damit zielgerichtet in die allgemeine Unternehmenssteuerung eingebunden werden.

Chancen- und Risikobewertung

Das Chancen- und Risikomanagement ist in den Planungs- und Erwartungsprozess integriert und erfasst Chancen und Risiken als mögliche Abweichungen zum geplanten bzw. erwarteten EBITDA vor Sondereinflüssen oder Konzernergebnis.

Zur Bewertung der Chancen und Risiken werden je nach Art unterschiedliche Berechnungsverfahren angewendet. Verteilungsorientierte Chancen und Risiken werden durch Sensitivitäten der Plangrößen (Wechselkurse, Rohstoffpreise, Energiepreise) erfasst. So kann die Ausprägung der Variablen sowohl zu einer positiven als auch zu einer negativen Abweichung gegenüber der Planung bzw. Erwartung führen.

Ereignisbasierte Chancen und Risiken (z. B. Ausfall eines Lieferanten oder Versicherungsfälle), die nur im Falle ihres Eintretens einen Einfluss auf das Ergebnis haben, werden mittels ihrer erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung auf das EBITDA vor Sondereinflüssen oder das Konzernergebnis bewertet.

Bedeutung des konzernweiten Planungsprozesses

Die Unternehmensplanung ist ein wesentliches Kernelement unseres Chancen- und Risikomanagements. Ereignisse mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit fließen unmittelbar in den Planungsprozess ein. Die Prozesse zur Unternehmensplanung und zu unterjährigen Erwartungsrechnungen sowie entsprechende Analysen und Handlungsoptionen werden durch die Group Function Corporate Controlling gesteuert und eng mit den operativ verantwortlichen Business Units abgestimmt. Die Planung und die damit verbundenen Chancen und Risiken werden in dedizierten Vorstandsterminen erörtert und verabschiedet. Die Jahresplanung im jeweiligen Berichtsjahr überwachen wir, indem wir regelmäßig die aktuellen Erwartungen zur Geschäftsentwicklung ermitteln. Bei Bedarf wird eine Anpassung der Planung vorgenommen.

Compliance als integraler Bestandteil

Zum Risikomanagement gehört auch, unrechtmäßiges Handeln unserer Mitarbeiter zu vermeiden. Wir setzen darauf, uns bei der Abwicklung der Geschäftsvorfälle umfassend rechtlich beraten zu lassen und unsere Mitarbeiter mit unserem "Code of conduct - Kodex für integres und regelkonformes Verhalten bei LANXESS" dazu zu verpflichten, sich entsprechend den Gesetzen und unseren internen Richtlinien zu verhalten und verantwortungsbewusst zu handeln. Dieser Kodex ist eingebettet in ein umfassendes Compliance-Management-System (CMS), das in seinem Aufbau den Leitlinien eines international anerkannten Rahmenwerks zum unternehmensweiten Risikomanagement (COSO) folgt. Dieses CMS wird betreut von der Compliance-Organisation bestehend aus dem Group Compliance Officer, regionalen Compliance Officern und einem Netzwerk lokaler Compliance Officer in den Ländern, in denen wir eine Tochtergesellschaft unterhalten. Ziel des CMS ist es, die Einhaltung unserer Compliance-Grundsätze sicherzustellen. Die Compliance-Funktion, die die globale Compli-ance-Organisation umfasst, untersteht direkt dem Vorstand, dem regelmäßig berichtet wird.

(Konzern-)Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess umfasst die Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Hierzu existieren klare Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen. Die branchentypischen Besonderheiten der chemischen Industrie und der bei uns in diesem Zusammenhang regelmäßig eingesetzten Steuerungsinstrumentarien zur Risikoabsicherung werden berücksichtigt. Neben dem (Konzern-)Rechnungslegungsprozess im engeren Sinne gehören dazu vor allem der vorstehend beschriebene strukturierte Budget- und Erwartungsprozess sowie ein umfangreiches Vertragsmanagement. Wirksamkeit und Verlässlichkeit des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems können allerdings aufgrund von Ermessensentscheidungen, kriminellen Handlungen, fehlerbehafteten Kontrollen oder sonstigen Umständen eingeschränkt sein. Dass Sachverhalte korrekt und zeitnah in der (Konzern-)Rechnungslegung erfasst werden, kann also selbst dann nicht vollständig gewährleistet werden, wenn die eingesetzten Systembestandteile konzernweit angewendet werden.

Die Group Function Accounting, die dem Finanzvorstand untersteht, ist verantwortlich für den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess und damit für die Erstellung des Jahresabschlusses der LANXESS AG und des Konzernabschlusses sowie für die Einheitlichkeit der Bilanzierung der in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der Tochtergesellschaften. Der Vorstand stellt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss auf, die danach unverzüglich dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zugeleitet werden. Nach Empfehlung des Prüfungsausschusses werden der Jahresabschluss und der Konzernabschluss vom Aufsichtsrat in dessen Bilanzsitzung festgestellt bzw. gebilligt. Der Aufsichtsrat und insbesondere dessen Prüfungsausschuss befassen sich unter anderem mit wesentlichen Fragen der Rechnungslegung, des Chancen- und Risikomanagements, des Prüfungsauftrags und der Prüfungsschwerpunkte des Abschlussprüfers.

Quartalsmitteilungen werden für das erste und dritte Quartal erstellt. Der darüber hinaus aufgestellte verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni unterliegt der prüferischen Durchsicht, der Jahresabschluss und der Konzernabschluss einer vollumfänglichen Prüfung durch den Abschlussprüfer bzw. Konzernabschlussprüfer.

Unserer HGB-konformen Rechnungslegung liegt ein strukturierter Prozess mit entsprechender Aufbau- und Ablauforganisation einschließlich zugehöriger Arbeitsanweisung zugrunde. Neben der Funktionstrennung sind das Vier-Augen-Prinzip sowie laufende Plausibilisierungen grundlegende Überwachungsmaßnahmen im Abschlusserstellungsprozess. Der Rechnungslegungsprozess wird IT-technisch ergänzt durch ein integriertes EDV-System, welches weitgehend auf Standardsoftware basiert und durch Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff geschützt ist. Die Korrektheit automatisch generierter Buchungen und der dafür notwendigen Stammdaten wird regelmäßig überprüft. Manuelle Buchungen erfolgen auf Basis eines systematischen Belegwesens. Es erfolgt eine Dokumentation im erforderlichen Rahmen sowie eine Kontrolle durch nachgelagerte Stellen.

Grundlage des einheitlichen und IFRS-konformen Konzernberichtswesens ist die LANXESS Konzernabschlussrichtlinie. Sie regelt, in welcher Art die für den Konzern relevanten Normen der International Financial Reporting Standards (IFRS) von den Tochtergesellschaften als berichtenden Einheiten anzuwenden sind. Die Richtlinie definiert ferner den verbindlichen Konzernkontenrahmen. Sie wird auf der IT-technischen Seite durch ein konzernweit einheitliches Anlieferungs- und Konsolidierungssystem ergänzt, das weitgehend auf Standardsoftware basiert und mit Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff geschützt ist.

Indem wir den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess regeln und überwachen, stellen wir eine den einschlägigen Gesetzen und Normen entsprechende, ordnungsgemäße (Konzern-) Rechnungslegung sicher und gewährleisten eine verlässliche Finanzberichterstattung. Das bei uns angewendete (konzern-)rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem orientiert sich an allgemein anerkannten Standards (COSO-Modell). Wesentliche Änderungen an diesem System haben sich im Berichtszeitraum nicht ergeben. Entsprechende Vorgaben existieren auch für die Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften.

Der Erstellung des Konzernabschlusses liegt ein detailliert ausgearbeiteter Prozess zugrunde. Dieser wird zeitlich definiert durch die Vorgabe eines Abschluss-Terminkalenders, der die Zeitpunkte für die Anlieferung bestimmter Daten festlegt. Fester Bestandteil ist auch die regelmäßige Prüfung, ob der Kreis der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen korrekt ermittelt und vollständig ist. Die Prinzipien der Funktionstrennung in Form strukturierter Genehmigungs- und Freigabeverfahren und das Vier-Augen-Prinzip sowie laufende Prüfungen von Angaben auf Plausibilität prägen durchgängig den gesamten Erstellungs- und Konsolidierungsprozess.

Für den Konzernabschluss liefern alle berichtspflichtigen Tochtergesellschaften ihre Konzernberichtsdaten über das oben genannte Konsolidierungssystem. Systemintegrierte Validierungsregeln stellen bei der Anlieferung sicher, dass die Daten der Tochtergesellschaften konsistent sind. Das Rechnungswesen der Tochtergesellschaften ist dafür verantwortlich, dass die gemeldeten Daten inhaltlich korrekt sind. Weiterhin prüft die Abteilung Corporate Accounting innerhalb der Group Function Accounting, ob die Daten inhaltlich korrekt sind. Hierzu werden unter anderem standardisierte Berichte ausgewertet, in denen die Gesellschaften wesentliche abschlussrelevante Sachverhalte erläutern. Nach den prozessintegrierten Kontrollen erfolgt die Konsolidierung einschließlich Währungsumrechnung ohne weitere Schnittstellen im selben System, wobei sowohl automatische als auch manuelle Konsolidierungsmaßnahmen vollzogen werden. Die Korrektheit der automatischen Konsolidierungsschritte und der dafür notwendigen Stammdaten wird regelmäßig überprüft. Manuelle Konsolidierungssachverhalte werden separat gebucht, im erforderlichen Rahmen dokumentiert und von nachgelagerten Stellen kontrolliert. Ergänzt wird dies durch systemintegrierte Validierungsregeln.

Regelmäßige Abstimmungen mit anderen Group Functions des Finanzbereichs, insbesondere den Group Functions Treasury & Investor Relations, Tax & Trade Compliance und Corpo-rate Controlling, unterstützen die bilanzielle Abbildung von Sachverhalten. Im Rahmen des laufenden Informationsaustauschs mit den operativen Business Units sowie weiteren Group Functions identifiziert und verarbeitet die Group Function Accounting Sachverhalte, die außerhalb der Rechnungslegung entstehen. Hierzu zählen unter anderem Prozessrisiken, Planungsrechnungen für Werthaltigkeitsprüfungen sowie besondere Vertragsvereinbarungen mit Lieferanten oder Kunden. Zusätzlich werden bei Spezialthemen, insbesondere bei der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, externe Dienstleister hinzugezogen.

Überwachung des Risikomanagementsystems und des Internen Steuerungs- und Kontrollsystems (IKS)

Konzernintern überprüft der Bereich Corporate Audit innerhalb der Group Function Legal & Compliance, ob das interne Steuerungs- und Überwachungssystem funktioniert und organisatorische Sicherungsmaßnahmen eingehalten werden. Die Prüfungsplanung (Auswahl der Prüfobjekte) und die Prüfungsansätze sind entsprechend risikoorientiert ausgerichtet. Um die Wirksamkeit des IKS zu beurteilen, wird zudem ein jährliches Self Assessment in wesentlichen Konzerngesellschaften, operativen Einheiten und Group Functions durchgeführt. Der Aufsichtsrat übernimmt Kontrollfunktionen; unter anderem überwacht er im Plenum und in dem von ihm eingesetzten Prüfungsausschuss regelmäßig die Funktionsfähigkeit der zuvor beschriebenen Managementsysteme. Der Prüfungsausschuss lässt sich über die Tätigkeiten und Ergebnisse der Compliance-Funktion, des Bereichs Corporate Audit sowie den Status des Risikomanagement- und Internen Steuerungs- und Kontrollsystems berichten. Zusätzlich beurteilt der Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Konzern- bzw. Jahresabschlussprüfung das Risikofrüherkennungssystem.

Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Zur vollständigen Identifikation der Chancen und Risiken des LANXESS Konzerns dient ein Katalog mit Kategorien, die in den folgenden acht Gruppen zusammengefasst werden:

Gruppen

 

Beschaffungsmärkte

 

Personal

 

Produktion und Technik

 

Sicherheit und Umwelt

 

IT und Security

 

Absatzmarkt

 

Finanzbereich

 

Rechtliches und

 

länderspezifisches Umfeld und Compliance

Der folgenden Berichterstattung zu, den einzelnen Gruppen zugeordneten, wesentlichen Kategorien liegt ein Planungshorizont von grundsätzlich einem Jahr zugrunde.

Beschaffungsmärkte

Auf der Beschaffungsseite bestehen vor allem Chancen und Risiken aufgrund der hohen Volatilität von Rohstoff- und Energiepreisen. Eine Preiserhöhung bzw. -senkung bei Einsatzstoffen führt direkt zu einer höheren bzw. niedrigeren Kostenbasis in der Produktion. Ein Preisverfall bei den Einsatzstoffen kann bilanzielle Wertberichtigungen von Vorräten zur Folge haben. Darüber hinaus resultieren Veränderungen der Rohstoffpreise direkt oder zeitversetzt in höheren bzw. niedrigeren Verkaufspreisen. Diesem Umstand begegnen wir mit einer bewussten Vorrats- und Beschaffungspolitik. Wesentliche Teile der Rohstoff- und Energieversorgung sind durch langfristige Lieferverträge sowie durch Preisgleitklauseln in den Verträgen mit den Lieferanten abgedeckt. Vergleichbare Vereinbarungen bestehen auch auf der Verkaufsseite. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Absicherung über Derivate, soweit es liquide Terminmärkte zur Absicherung von Rohstoff- und Energiepreisrisiken gibt. Wir verweisen weiterhin auf die Ausführungen im Abschnitt "Finanzbereich" in diesem Chancen- und Risikobericht. Ferner achten wir kontinuierlich auf einen effizienten Einsatz unserer Ressourcen, um Kostensteigerungen über gesteigerte Produktivität auszugleichen. Nicht eingehaltene Abnahmeverpflichtungen können ungeplante Kosten aufgrund von Strafzahlungen zur Folge haben. Gegen eventuelle Lieferengpässe, beispielsweise aufgrund des Ausfalls eines Lieferanten oder einer Vorstufe an einem Verbundstandort, sichern wir uns mit einer angemessenen Bevorratungsstrategie und der Vorhaltung alternativer Bezugsquellen ab. Ausfälle können unter anderem bedingt sein durch mangelhafte Instandhaltung oder durch Insolvenzen auf Seiten der Zulieferer. Wir streben an, sowohl Lieferengpässe als auch Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten beispielsweise dadurch zu vermeiden, dass wir unsere Bezugsquellen ausweiten ("multiple sourcing"). Sollten wir gezwungen sein, im Rahmen von Ausweichplänen auf alternative Bezugsquellen zurückzugreifen, könnte dies z. B. zu höheren Einkaufspreisen oder zusätzlichen Transportkosten führen.

Die Logistik sowohl der Waren und Dienstleistungen, die wir beziehen, als auch derer, die wir abgeben bzw. erbringen, ist immer größeren Komplexitäten ausgesetzt. Wir begegnen diesen Herausforderungen mit einem abgestimmten Management unserer Lieferprozesse und können so das Risiko ungeplanter Produktionsausfälle minimieren. Des Weiteren stellt die Qualität der gelieferten Rohstoffe einen Risikofaktor dar, welcher sich negativ auf die Qualität unserer Produkte auswirken kann. Konkrete Produktspezifikationen unsererseits legen die vom Lieferanten zu erfüllenden Eigenschaften der Rohstoffe fest. Diese werden durch permanente Eingangsanalysen kontrolliert.

Personal

Eine wesentliche Chance sehen wir in unserer auf gemeinsamen Werten basierenden LAN-XESS Unternehmenskultur, die wir aktiv pflegen und über verschiedenste Maßnahmen, wie den jährlichen Performance Culture Day, stetig weiterentwickeln. Wir fördern eine wertschätzende, lebendige und offene Unternehmenskultur, die sich unter anderem durch gute Führung, persönliche Entwicklungsperspektiven, Flexibilität in der Arbeitsgestaltung, klare Werte und Prinzipien auszeichnet. Wir sind überzeugt, dass unsere die Unternehmenskultur fördernden Maßnahmen über erhöhtes Mitarbeiterengagement zu höherer Unternehmensleistung, erfolgreichem Wandel, einer starken Arbeitgebermarke und schließlich nachhaltigem Unternehmenserfolg führen.

Eine weitere Chance sehen wir in der erfolgreichen Umsetzung des in 2017 gestarteten Transformationsprojekts im Personalbereich. Durch die Neuaufstellung unserer weltweiten Personalorganisation und die Einführung moderner Produkte und Lösungen im Personalbereich können wir die Unternehmensstrategie zukünftig zielgerichteter unterstützen und auf Trends im Personalbereich schneller und besser reagieren. Global einheitliche, benutzerfreundliche Systeme sowie standardisierte, digitalisierte und transparente Prozesse verbessern Qualität, Service und Kundenorientierung und erhöhen schließlich unsere Wettbewerbsfähigkeit.

Veränderungen bergen stets auch das Risiko von Demotivation und geringerer Leistungserbringung der Mitarbeiter. Dieses kann bedeutsam werden, wenn sich Mitarbeiter nicht genügend in Entscheidungen eingebunden fühlen oder neue Prozesse und Verhaltensweisen nicht verstehen. Wir begegnen diesem Risiko mit einem gezielten Veränderungsmanagement, indem wir nächste Schritte und anstehende Maßnahmen so klar und so früh wie möglich kommunizieren. Ergänzt wird dies durch umfangreiche Trainingsangebote, beispielsweise im Bereich der Führung oder auch im Umgang mit neuen Systemlösungen.

Das Risiko von Arbeitsniederlegungen im Rahmen von Verhandlungen künftiger kollektivrechtlicher Vereinbarungen oder Reorganisationen ist nicht auszuschließen. Künftige Entgelterhöhungen schlagen sich in steigenden Personalkosten nieder. Eine solche Kostensteigerung der Ressource Personal kann das Ergebnis belasten. Wir begegnen diesem Umstand, indem wir in einer gelebten Sozialpartnerschaft offen mit der Belegschaft und deren Vertretungen kommunizieren. Insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen der Globalisierung und der zunehmenden Digitalisierung in der Arbeitswelt nutzen wir kontinuierlich bestehende Dialogplattformen wie das Europaforum der europäischen Betriebsräte. Auch in anderen Regionen, in denen wir tätig sind, suchen wir den Dialog mit Arbeitnehmervertretungen, Gewerkschaften und anderen Interessengruppen und gehen aktiv auf deren Vertreter zu, insbesondere im Rahmen der Übernahme von Unternehmen und deren Integration. Wir verwenden rechtlich solide und bewährte Arbeitsverträge und achten auf rechtssichere Kollektivvereinbarungen. Bei Akquisitionen legen wir großen Wert auf professionelles Projektmanagement, das sowohl ausführliche Kommunikation mit Mitarbeitern als auch faire Konsolidierungsprozesse und angemessene Abfindungspakete umfasst. Im Falle einer potenziellen Klage beobachtet die Personalabteilung in engem Austausch mit der Rechts- sowie der Kommunikationsabteilung die Lage sehr genau, um frühzeitig entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Mit den bereits genannten Maßnahmen im Rahmen der Unternehmenskultur sowie attraktiven arbeitgeberseitigen Angeboten fördern wir ein wertschätzendes Verhältnis zwischen Führungskräften und (ehemaligen) Mitarbeitern und versuchen auch auf diese Weise das Risiko von Arbeitsniederlegungen oder Klagen einzudämmen.

Das in Deutschland geplante Gesetz zur Regulierung der sachgrundlosen Befristung kann sich ebenfalls in steigenden Personalkosten niederschlagen. Unsere Personal- und unsere Rechtsabteilung beobachten Pläne zu Gesetzesänderungen stets sehr genau, um sich frühzeitig auf potenzielle Mehrkosten einzustellen und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Das von unseren Mitarbeitern aufgebaute Expertenwissen um interne Prozesse und fachspezifische Themen ist ein entscheidender Faktor für die effiziente Abwicklung unserer Geschäfte. Um das Risiko eines Arbeitskräfteengpasses einerseits und des Wissensverlustes andererseits zu begrenzen, bieten wir Mitarbeitern beispielsweise Angebote zur besseren Vereinbarung von Beruf und Familie, attraktive Vergütungsmodelle, herausfordernde Aufgaben und internationale Karriereperspektiven. Im Rahmen jährlicher Personalentwicklungskonferenzen kümmern wir uns zudem um eine strukturierte Nachfolgeplanung. Über unsere globalen, bereichs- und hierarchieübergreifenden Talentprogramme binden wir besonders leistungsstarke Mitarbeiter an unser Unternehmen und können frühzeitig geeignete Nachfolger für Schlüsselpositionen identifizieren.

Das Risiko des Fachkräftemangels sehen wir zunehmend in verschiedenen Bereichen. Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unter anderem unsere Rekrutierungsbereich stärken, Prozesse der Personalbeschaffung standardisieren und in eine markante Arbeitgebermarke investieren. Wir positionieren unser Unternehmen in zahlreichen Veranstaltungen und Konferenzen weltweit als attraktiven Arbeitgeber, zunehmend auch über die sozialen Medien, und suchen früh Kontakt zu besonders begabten Nachwuchstalenten. Wir pflegen eine intensive Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen, weiterführenden Schulen und öffentlichen Institutionen. Studenten unterstützen wir in Deutschland, unserer mitarbeiterstärksten Region, mit dem Deutschlandstipendium sowohl finanziell als auch fachlich. Unser Praktikanten-Bindungsprogramm ermöglicht es uns zudem, mit Praktikanten, die besonders herausragende Leistungen erbracht haben, in engem Kontakt zu bleiben. Darüber hinaus helfen uns regelmäßige Personalentwicklungskonferenzen dabei, intern vorhandene Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Wir investieren zudem kontinuierlich in die Nachwuchsförderung, sei es mit einer beträchtlichen Anzahl an Ausbildungsplätzen in verschiedenen Bereichen in Deutschland, Praktikantenprogrammen oder unserem Corporate Traineeprogramm, welches sich im Hinblick auf den Aufbau von Führungskräftenachwuchs bewährt hat.

Hinsichtlich des demografischen Wandels und der damit einhergehenden Alterung der Gesellschaft besteht neben der mangelnden Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften zudem das Risiko gesundheitsbedingter Fehlzeiten, veralteten Wissens oder auch des Wissensverlusts sowie einer sinkenden Arbeitgeberattraktivität. Um den Herausforderungen des demografischen Wandels strukturiert zu begegnen, haben wir bereits im Jahr 2011 ein umfassendes Demografieprogramm aufgesetzt. Seit Einführung des Programms wurde ein ganzes Bündel an Initiativen angestoßen und umgesetzt. So wurden in Deutschland beispielsweise rund 110 Demografiestellen (u.a. im Bereich der Chemikanten und Ingenieure) geschaffen, zusätzliche Trainings entwickelt, betriebliche Eingliederungsmaßnahmen verstärkt (Wiedereingliederungsmaßnahmen nach Krankheit), das betriebliche Gesundheitsangebot erweitert (beispielsweise durch die Einführung einer digitalen Gesundheitsplattform) und die Flexibilität in der Arbeitsgestaltung erhöht. Unser strategischer Personalplanungsprozess ermöglicht uns zudem, weltweit Personalengpässe frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Produktion und Technik

Fehlende Anlagenverfügbarkeit durch Störungen kann dazu führen, dass Produktionsziele nicht erreicht werden und eine entsprechende Nachfrage nicht ausreichend bedient werden kann, sodass Deckungsbeiträge verlorengehen. Diesem Szenario wirken wir mit umfangreichen Maßnahmen entgegen. Dazu gehören z. B. proaktive Anlagenwartungen, systematische Schulungen unserer Mitarbeiter und regelmäßige Audits zur Schwachstellenanalyse. Systematische Sicherheitsbetrachtungen und Gefährdungsbeurteilungen helfen, die Anlagen- und Verfahrenssicherheit zu verbessern. Die Implementierung und Einhaltung der Maßnahmen wird durch Compliance Checks global überprüft. Darüber hinaus begegnen wir dem Risiko eines Produktionsausfalls, indem wir die Produktion bestimmter Produkte auf verschiedene Standorte weltweit verteilen.

Operative Chancen zu erschließen und zu nutzen ist zentraler Bestandteil unserer unternehmerischen Aktivitäten. Es ist unser Anspruch, unser Wachstum mit bestehenden Produkten und neuen Lösungen voranzutreiben und unsere Position in den globalen Märkten dadurch nachhaltig zu stärken. Investitionen in neue Werke sowie Kapazitätserweiterungen und die Erhöhung der Produktivität bestehender Anlagen sind hierfür zentrale Elemente. Die erwarteten Effekte sind in der Planung berücksichtigt oder darüber hinaus als Chance erfasst. Auch wenn wir uns grundsätzlich Vorteile von Investitionen versprechen, sind sie auch mit Risiken verbunden. So ist beispielsweise der Erfolg unserer Investitionen im asiatischen Raum stark belastet durch die zunehmend schwieriger werdenden Handelsbeziehungen zwischen den USA und China. Investitionen, die eine festgelegte Wesentlichkeitsgrenze überschreiten, werden von den zuständigen Business Units vorbereitet und dem Vorstand nach Überprüfung in einem dafür eingerichteten Investment-Komitee zur Entscheidung vorgelegt. Mit diesem Prozess stellen wir sicher, dass die Investitionen der Unternehmensstrategie sowie den Rendite- und Sicherheitsanforderungen gerecht werden.

Umsatz- und Ergebniseffekte, die wir aus unseren Investitionen und den bis zum Bilanzstichtag vollzogenen Akquisitionen erwarten, sind bereits in unseren Planungen berücksichtigt. Darüber hinaus können diese gezielten Investitionen weitere operative Chancen eröffnen, weil wir uns hierdurch neue Potenziale erschließen sowie die Positionierung in wichtigen Märkten vorantreiben.

Sicherheit und Umwelt

Selbst bei hohen (sicherheits-)technischen Standards bei Bau, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsanlagen sind Betriebsstörungen - auch aufgrund externer Einflüsse wie Naturkatastrophen oder Terrorismus - nicht völlig auszuschließen. Sie können zu Bränden und Explosionen, der Freisetzung von gesundheitsschädlichen Stoffen oder Unfällen führen, bei denen Menschen, Sachen und die Umwelt geschädigt werden könnten. Neben der konsequenten Überwachung von Qualitätsstandards zur Vermeidung solcher Betriebsstörungen und Unfälle sind wir im branchenüblichen Rahmen gegen daraus entstehende Schäden versichert. Zudem führen von den Versicherungen eingesetzte Risikoingenieure regelmäßig Überprüfungen unserer Standorte durch.

In unserem Produktportfolio befinden sich unter anderem Substanzen, die als gesundheitsgefährdend eingestuft sind. Um möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen vorzubeugen, prüfen wir systematisch die Eigenschaften unserer Produkte und weisen unsere Kunden im Rahmen von Responsible Care ® auf Risiken hin, die mit der Verwendung einhergehen. Zusätzlich haben wir branchenübliche Produkthaftpflichtversicherungen abgeschlossen.

Gemäß unserem vorausschauenden Ansatz werden im Rahmen der Produktbeobachtung potenzielle Gefahren im Umfeld unseres Produktportfolios frühzeitig erkannt, bewertet und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen ergriffen.

Regulatorische Maßnahmen können zu einer Verschärfung von Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltbestimmungen und -standards in verschiedenen Bereichen führen. Dies kann höhere Kosten, Produktionsverbote und Haftungsrisiken zur Folge haben. In diesem Zusammenhang ist besonders auf die Einhaltung der EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) hinzuweisen. Neben direkten Kosten, die aufgrund zusätzlicher Maßnahmen zur Erfüllung dieser Normen entstehen könnten, können sich Marktstrukturen aufgrund von Ausweichbewegungen von Anbietern und Kunden in den außereuropäischen Raum zu unseren Ungunsten verändern. Zusätzliche Belastungen im Bereich der Energie- und Umweltpolitik, wie z. B. durch neue Regelungen im Emissionshandel, neue Ökosteuern oder die Neuverteilung der Kosten beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), können zu höheren Kosten und damit zum Teil zu erheblichen Nachteilen im internationalen Wettbewerb führen. Hierunter fällt auch die durch den Übertragungsnetzbetreiber im Rahmen des EEG initiierte retrospektive Überprüfung der langjährig von LANXESS zur Eigenerzeugung von Strom genutzten Erzeugungskapazitäten an den Kraftwerken der Niederrheinstandorte und in Duisburg. Zur Minderung dieses Risikos führen wir ein aktives Energiemanagement durch, um den Verbrauch an Energien zu reduzieren. Weiterhin diskutieren wir die wirtschaftlichen Folgen steigender Energiepreise direkt mit Behörden und Politik sowie über Wirtschaftsverbände zusammen mit anderen energieintensiven Unternehmen.

LANXESS war und ist für zahlreiche aktive und ehemalige Standorte mit bis zu 150 Jahren chemischer Produktion zuständig. Dies umfasst u. a. auch Abfallentsorgungseinrichtungen. Es lässt sich nicht ausschließen, dass in diesem Zeitraum auch Verunreinigungen des Untergrunds verursacht wurden, die bislang noch nicht identifiziert wurden. Wir bekennen uns zum Responsible-Care ®-Gedanken und betreiben aktives Umwelt- sowie auch proaktives Umweltschutzmanagement. Dies beinhaltet die ständige Überwachung und Untersuchung von Boden, Grundwasser und Luft sowie weiteren Emissionen und Immissionen. Für die notwendigen Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen erkannter Kontaminationen haben wir ausreichende Rückstellungen gebildet. Weitere Erläuterungen zu den Rückstellungen für Umweltschutz finden sich im Anhang zum Konzernabschluss unter der Anhangangabe [15] "Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen".

IT und Security

Unsere IT ist Teil der Wertschöpfungskette und unterstützt weltweit unsere Geschäftsaktivitäten mit standardisierten Prozessen. Unser Ziel sind effiziente, stabile und skalierbare IT-Services. Entsprechend entwickeln wir eine einheitliche und integrierte Systemlandschaft und investieren weltweit in den Ausbau und die Modernisierung unserer IT-Services.

Beim Betrieb und bei der Nutzung von IT-Systemen bestehen Risiken: Beispielsweise können Netzwerke oder Systeme ausfallen, Daten und Informationen aufgrund von Bedien- und Programmfehlern oder auch externen Einflüssen verfälscht oder gelöscht werden. Insbesondere beobachten wir eine wachsende Bedrohung der IT-Infrastruktur durch Angriffe von außen (Cyber-Risiken). All dies kann zu gravierenden Geschäftsunterbrechungen und Reputationsschäden führen. Deshalb investieren wir in Datensicherungssysteme, die den Verlust von Daten und Informationen verhindern. Verschiedene Sicherungs- und Kontrollinstrumente sowie Zugangsschutz- und Berechtigungssysteme gewährleisten die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten und Informationen sowie einen störungsfreien Betrieb der Systeme. Zur Verbesserung der Sicherheit der IT-Infrastruktur werden die Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig bewertet und geprüft. Sofern erforderlich, werden sie auf einen angemessenen sicherheitstechnischen Stand gebracht. Zur Abwehr von Bedrohungen wurden Schutzmaßnahmen intensiviert und an die aktuelle Bedrohungssituation angepasst. Zusätzlich hat LANXESS zur Absicherung von Cyber-Risiken eine Cyber-Versicherung abgeschlossen. Die Nutzer unserer IT-Systeme schulen wir regelmäßig über IT-Risiken sowie über geeignetes Verhalten und Schutzmaßnahmen. Zu aktuellen Themen der IT-Sicherheit führen wir Sicherheitskampagnen durch.

Absatzmarkt

Grundsätzlich unterliegt unser Konzern den allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen und politischen sowie geopolitischen Veränderungen in den Ländern und Regionen, in denen wir tätig sind. Die weltweit unveränderte Tendenz zu protektionistischen Maßnahmen, die auch insbesondere die Chemieindustrie treffen würden, sehen wir als mittelfristiges Risiko für Wachstum und Stabilität. Die chemischen Wertschöpfungsketten sind stark vernetzt und global ausgerichtet. Verstärkter Protektionismus würde das Wachstum beeinträchtigen. Regional unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen und die entsprechende Nachfrageentwicklung können dort die Preisstellungs- und Absatzmöglichkeiten des Konzerns beeinflussen, mit entsprechenden positiven bzw. negativen Auswirkungen auf das Ergebnis. Durch unsere weltweite Präsenz, die wir in den Wachstumsregionen weiter ausbauen, können wir an vorteilhaften regionalen Entwicklungen partizipieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von bestimmten Regionen reduzieren. Weitere Informationen zu diesem Ansatz finden sich im Kapitel "Strategische Ausrichtung" dieses Lageberichts.

Auf der Absatzseite bergen die branchentypische Volatilität und Zyklizität der weltweiten Chemie- und Polymermärkte sowie deren Abhängigkeit von den Entwicklungen der Abnehmerbranchen Unsicherheiten für uns. Zusätzliche über die Planung hinausgehende Absatzmöglichkeiten können sich durch die Erschließung neuer Märkte oder Gewinnung neuer Kunden ergeben. Langfristig rechnen wir beispielsweise damit, dass unser Segment Engineering Materials von einer zunehmenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen profitieren wird. Neben diesen nachfragebedingten Markteinflüssen können auch strukturelle Marktveränderungen unsere Ertragskraft beeinflussen, etwa durch den Marktaustritt bestehender oder das Auftreten neuer Wettbewerber bzw. zusätzlicher Kapazitäten sowie regionale Verschiebungen, die Migration von Abnehmern in Länder mit niedrigerem Kostenniveau, Produktsubstitution oder durch Konsolidierungstrends auf Absatzmärkten. Punktuelle Beispiele solcher Entwicklungen sind die umweltbedingte Konsolidierung der chinesischen Chemieindustrie sowie die Abwanderung von chemischer Produktion aus China wegen des Handelskrieges mit den USA in Richtung Südostasien (u.a. Vietnam). Wir begegnen diesen Entwicklungen mit einem konsequenten Kostenmanagement sowie einer systematischen Markt- und Wettbewerbsbeobachtung und passen dementsprechend unsere Produktportfolios kontinuierlich an. Die Fokussierung und Weiterentwicklung des Produktportfolios richtet sich dabei auf innovative Anwendungssegmente, sodass eine langfristig erfolgreiche Geschäftsausrichtung sichergestellt werden kann.

Finanzbereich

Die Group Function Treasury & Investor Relations hat die Aufgabe, die finanzwirtschaftlichen Chancen und Risiken zentral zu erfassen und zu managen. Im Wesentlichen sind dies:

Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken:

Preisänderungen Liquidität und Refinanzierung Kontrahenten Kapitalanlagen
- Währungen
- Zinsen
- Rohstoffe
- Energien
- Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln
- Zugang zu multi- und bilateralen Kapitalmärkten
- Kunden
- Banken
- Investitionen in Pensionsvermögen

In regelmäßig stattfindenden Strategiegesprächen des Financial Risk Committee unter Vorsitz des Finanzvorstands wird über die Ergebnisse des finanziellen Risikomanagements sowie über das aktuelle Risiko berichtet und über die weitere Vorgehensweise entschieden. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, Risiken zu erkennen und zu bewerten sowie deren Auswirkungen zu steuern und gegebenenfalls zu begrenzen.

• Preisänderungen

Währungen

Da der LANXESS Konzern Geschäfte in verschiedenen Währungen durchführt, ist er Wechselkursschwankungen gegenüber diesen Währungen ausgesetzt. Damit verbundene Risiken werden teilweise gesichert, soweit sie zahlungswirksam sind. Der Planung für das Geschäftsjahr 2020 liegen feste Wechselkurse zugrunde. Besonders relevant ist die Entwicklung des US-Dollars gegenüber dem Euro. Eine Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem geplanten Wechselkurs führt zu einem positiven Effekt auf das geplante EBITDA vor Sondereinflüssen (und umgekehrt).

Währungsrisiken aus potenziellen Wertminderungen eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen (Transaktionsrisiken) bestehen insbesondere dort, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der funktionalen Währung der Gesellschaft bestehen. Solche Risiken werden grundsätzlich zu 100 % abgesichert. Ebenso werden Währungsrisiken aus Finanztransaktionen inklusive der Zinskomponente in der Regel zu 100 % kursgesichert. Als Sicherungsinstrumente werden Devisentermingeschäfte genutzt. Die Absicherung führt dazu, dass sich Auf- oder Abwertungen des Euro-Kurses im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen kurzfristig nur eingeschränkt auf die Zahlungsströme auswirken. Zudem bestehen Translationsrisiken durch die Umrechnung in lokaler Währung geführter Jahresabschlusswerte in den in Euro aufgestellten Konzernabschluss. Anders als der Effekt der Wechselkursschwankungen im Falle des Transaktionsrisikos hat das Translationsrisiko keinerlei Auswirkungen auf die Zahlungsströme des Konzerns in lokaler Währung. Des Weiteren haftet wesentlichen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in lokaler Währung ein langfristiges Währungsrisiko an. Dieses wird regelmäßig eingeschätzt und bewertet. Eine Absicherung durch Devisentransaktionen erfolgt jedoch nur in dem Falle, wenn erwogen wird, sich aus bestimmten Geschäften zurückzuziehen, und die frei gewordenen Mittel zurückgeführt werden sollen.

Die Chancen und Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit werden systematisch erfasst und analysiert. Hierzu werden sowohl die Umsätze als auch die Kosten in Fremdwährung geplant. Auf Dauer können Wechselkursschwankungen die künftigen Zahlungsströme beeinträchtigen, falls der LANXESS Konzern nicht in der Lage sein sollte, diese Wechselkursschwankungen, z. B. durch die Preisgestaltung für seine Produkte in der jeweiligen lokalen Währung, aufzufangen. Um dieses Risiko zu verringern, erfolgt eine teilweise Absicherung durch derivative Finanzinstrumente. Die Absicherung erfolgt entsprechend den vom Vorstand verabschiedeten Grundsätzen und wird kontinuierlich überwacht. Für die Jahre 2020, 2021 und 2022 haben wir bereits Sicherungsgeschäfte abgeschlossen, um Währungsschwankungen zu begegnen.

Zinsen

Bewegungen des Marktzinssatzes können Marktwertänderungen eines Finanzinstruments bewirken. Diese Zinsänderungen betreffen sowohl Finanzanlagen als auch Finanzschulden.

Da der überwiegende Anteil der Finanzschulden zu festen Zinskonditionen aufgenommen wurde, haben Zinsänderungen in den kommenden Jahren nur einen begrenzten Einfluss auf den LANXESS Konzern.

Im Rahmen einer Langfristplanung entscheidet LANXESS regelmäßig über Refinanzierung zur Sicherung des prognostizierten Liquiditätsbedarfes.

Rohstoffe/Energien

Der LANXESS Konzern ist bei seiner operativen Geschäftstätigkeit Marktpreisänderungen für Energien und Rohstoffe ausgesetzt. Diese werden in der Regel an die Kunden weitergegeben. Wenn eine Weitergabe bestimmter Marktpreisrisiken aus Energien und Rohstoffen an den Kunden nur eingeschränkt möglich ist, kann im Einzelfall eine Sicherung durch finanzielle Warentermingeschäfte erfolgen, mit dem Ziel, die Cashflow-Volatilität zu reduzieren. LAN-XESS hat zum Bilanzstichtag finanzielle Warentermingeschäfte in geringem Umfang im Bestand.

• Liquidität und Refinanzierung

Eine grundsätzlich konservative Finanzpolitik und eine Zielkapitalstruktur, die sich im Wesentlichen an Kennzahlensystemen führender Ratingagenturen orientiert, sichern den Zugang zu Kapitalmärkten und damit die Zahlungsfähigkeit. Die konservative Finanzpolitik bezieht auch das Risiko einer Ratingänderung und damit verbundener Auswirkungen in das finanzwirtschaftliche Risikomanagement ein, wobei LANXESS keinen direkten Einfluss auf die abschließende Beurteilung unabhängiger Ratingagenturen hat.

Als wesentliche Liquiditätsreserve dient eine im Dezember 2019 unterzeichnete syndizierte Kreditlinie über 1 Mrd. €, die zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen wurde. Diese ist mit einer Laufzeit bis Dezember 2024 und zwei einjährigen Verlängerungsoptionen ausgestattet. Die Kreditlinie ist an die Erreichung von ESG-Kriterien ("Environmental, Social and Governance") gekoppelt. So hängen die Zinskonditionen unter anderem von der erfolgreichen Reduktion der Scope-1-Treibhausgasemissionen und der Steigerung des Frauenanteils in den drei obersten Managementebenen ab. Mit dieser Finanzierung wurde die ursprünglich im Mai 2023 auslaufende syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,25 Mrd. € frühzeitig ersetzt. Neben der Kreditlinie bestanden kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserven in Höhe von 296 Mio. € in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Dementsprechend verfügt der LANXESS Konzern über eine Liquiditätsposition, die sich über eine breite Basis von Finanzierungsinstrumenten erstreckt.

• Kontrahenten

Kontrahentenrisiken (Kreditrisiken) bestehen aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehungen sowohl mit unseren Kunden als auch mit Bank- und Finanzpartnern, insbesondere im Rahmen von Geldanlagegeschäften und Transaktionen mit Finanzinstrumenten.

Kundenrisiken werden systematisch erfasst, analysiert und gesteuert, wobei neben internen Informationen auch externe Informationsquellen genutzt werden. Vor allem dann, wenn Kundenportfolios ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen, können sie gegen das Kreditrisiko abgesichert werden.

Ziel des LANXESS Forderungsmanagements ist es, alle Außenstände pünktlich und vollständig einzuziehen sowie das Ausfallrisiko zu minimieren. Die laufende Überwachung erfolgt systemunterstützt entsprechend den mit den Kunden vereinbarten Zahlungszielen. Es werden grundsätzlich geschäfts- bzw. landestypische Zahlungsziele vereinbart. Rückständige Zahlungen werden in regelmäßigen Intervallen angemahnt. Das maximale Ausfallrisiko der Forderungen, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der liquiditätsnahen, derivativen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte wird (ohne Berücksichtigung nicht bilanzieller Aufrechnungsvereinbarungen) durch den in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert wiedergegeben.

Zur Absicherung von Kreditrisiken aus Kundenforderungen werden für einzelne Kunden zugunsten des LANXESS Konzerns eröffnete Akkreditive genutzt sowie mit Vertragspartnern Vorauskasse vereinbart. Daneben sichert grundsätzlich ein vertraglich vereinbarter Eigentumsvorbehalt das Eigentum an der Ware bis zur vollständigen Kaufpreiszahlung durch den Vertragspartner. Der überwiegende Teil der Forderungen entfällt auf Kunden mit sehr guter Bonität.

Bei der Auswahl von Bank- und Finanzpartnern für Geldanlagegeschäfte und Transaktionen mit Finanzinstrumenten ist die Bonität der Partner ein wichtiges Kriterium der LANXESS Finanzpolitik und des Kreditrisikomanagements. Daher strebt LANXESS grundsätzlich an, mit Bank- und Finanzpartnern Geschäfte zu tätigen, die mindestens über ein Investment-Grade-Rating verfügen.

Ferner erfolgt im Rahmen des Kreditrisikomanagements ein globales Management des Kontrahentenrisikos für alle bestehenden Bank- und Finanzpartner. Hierbei achtet der LANXESS Konzern darauf, dass im Sinne einer Risikodiversifikation keine existenzbedrohenden Konzentrationsrisiken bestehen. Durch den Abschluss von Rahmenverträgen können im Falle der Insolvenz des Transaktionspartners die Marktwerte der offenen Handelspositionen miteinander aufgerechnet werden, was zu einer weiteren Verringerung der Risikopositionen führt.

• Kapitalanlagen

Chancen und Risiken aus der Anlage von Pensionsvermögen werden durch das Pension Committee, bestehend aus dem Finanzvorstand sowie Vertretern der Group Functions Treasury & Investor Relations, Accounting und Human Resources, überwacht.

Rechtliches und länderspezifisches Umfeld und Compliance

Wir treiben die strategische Weiterentwicklung des Konzerns aktiv voran. Diese umfasst kontinuierliche Effizienzsteigerung, Optimierung von Chancen und Risiken, die Stärkung der Kernbereiche, aktives Portfoliomanagement sowie die aktive Teilnahme an der Industriekonsolidierung durch Partnerschaften, Desinvestitionen und Akquisitionen. Wir verweisen weiterhin auf das Kapitel "Strategische Ausrichtung" in diesem Lagebericht.

Der Erfolg der damit verbundenen Entscheidungen unterliegt naturgemäß einem Prognoserisiko hinsichtlich künftiger (Markt-)Entwicklungen und der möglichen Umsetzbarkeit angestrebter Maßnahmen. So könnte beispielsweise der Einstieg in oder Ausstieg aus einem Geschäftsfeld auf Rendite- oder Wachstumserwartungen basieren, die sich im Zeitablauf als nicht realistisch herausstellen. Wir begegnen dem, indem wir die entscheidungsrelevanten Informationen sorgfältig und strukturiert aufarbeiten sowie eine regelmäßige Überprüfung der Entwicklung vornehmen. Dabei werden die betroffenen Business Units sowie der Vorstand von erfahrenen Fachabteilungen und, wenn nötig, auch von externen Beratern unterstützt.

Bei der Gewinnung von Informationen im Rahmen von Akquisitionen ist nicht auszuschließen, dass nicht alle Informationen, die für die Einschätzung der künftigen Entwicklung bzw. des Kaufpreises erforderlich sind, vorliegen oder richtig bewertet werden. Dem begegnen wir durch systematische "Due-Diligence"-Analysen und - soweit möglich - entsprechende Restrisiko-minimierende Verträge mit den Verkäufern. Eine unzureichende Integration erworbener Unternehmen oder Geschäfte kann dazu führen, dass erwartete Mehrwertgenerierung nicht eintritt. Daher existieren bei uns Prozesse, die eine vollständige Integration übernommener Geschäftseinheiten gewährleisten. Werden Einschätzungen über künftige Entwicklungen, wie beispielsweise die Realisierung von Synergien, nicht erfüllt, könnte sich Wertminderungsbedarf von Vermögenswerten ergeben. Dieses Risiko überwachen wir mit mindestens einmal jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitsprüfungen. Das Risiko eines sich ergebenden Wertminderungsbedarfs von Vermögenswerten wird der Gruppe Finanzbereich zugeordnet.

Unternehmen des LANXESS Konzerns unterliegen rechtlichen Risiken und sind von diversen Rechtsstreitigkeiten betroffen. Der Ausgang der einzelnen Verfahren kann wegen der mit Rechtsstreitigkeiten stets verbundenen Unwägbarkeiten nicht mit Sicherheit beurteilt werden.

Soweit es nach den jeweils bekannten Sachverhalten erforderlich war, haben wir als Risikovorsorge für den Fall eines für LANXESS nachteiligen Ausgangs solcher Verfahren Rückstellungen gebildet. Unter Berücksichtigung bestehender Rückstellungen und Versicherungen sowie zu Haftungsrisiken aus Rechtsstreitigkeiten getroffener Vereinbarungen mit Dritten hat nach der derzeitigen Einschätzung grundsätzlich keines der Verfahren einen erheblichen Einfluss auf unser geplantes EBITDA vor Sondereinflüssen.

Um rechtliche Risiken zu vermeiden, hat LANXESS ein umfassendes Compliance-Management-System (CMS) aufgesetzt, das eine Reihe organisatorischer präventiver Maßnahmen beinhaltet. LANXESS hat für sich als wesentliche Risiken unter anderem Wettbewerbsrecht und Anlagensicherheit/Umweltschutz identifiziert. Diese Themen sind als inhaltliche Sonderzuständigkeit im Rahmen des CMS unterschiedlichen Group Functions zugeordnet, die entsprechende Compliance-Programme etabliert haben. Im Hinblick auf kartellrechtsbezogene Risiken hat LANXESS beispielsweise ein Programm zur Sicherstellung wettbewerbsrechtlicher Compliance entwickelt, das Präsenzschulungen wie auch E-Learning umfasst. Hierdurch werden unsere Mitarbeiter und Führungskräfte in den jeweiligen Unternehmensbereichen auf die besonderen Risiken hingewiesen und entsprechend sensibilisiert. Diese Schulungen werden regelmäßig durchgeführt und dokumentiert. Zusätzlich stehen den Mitarbeitern bei Fragestellungen ausgewiesene Experten der Group Function Legal & Compliance zur Verfügung. Wir verweisen weiterhin auf die Ausführungen im Abschnitt "Compli-ance als integraler Bestandteil" in diesem Chancen- und Risikobericht.

Verstöße im Außenwirtschaftsrecht können Verbote und Einschränkungen in der Exporttätigkeit sowie den Wegfall von Privilegien im Rahmen der Exportabwicklung des Konzerns zur Folge haben. Dies kann in Einzelfällen zu Bußgeldern, Handelseinschränkungen und Reputationsverlust führen. Der Konzern stellt die Gesetzeskonformität im Bereich Außenwirtschaftsrecht und Exportkontrolle sicher, indem weltweit geeignete stabile Kontrollinstrumente und automatisierte Prüfprozesse etabliert wurden und kontinuierlich verbessert werden. Im Rahmen der proaktiven Beobachtung der handelspolitischen Entwicklungen werden sowohl die operativen Einheiten als auch die Leitungsgremien frühzeitig über Änderungen im Außenwirtschaftsverkehr und die damit einhergehenden Chancen und Risiken informiert und entsprechende Handlungsempfehlungen ausgesprochen.

Steuersachverhalte unterliegen gewissen Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch in- oder ausländische Steuerbehörden. Auch wenn wir der Überzeugung sind, alle Sachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass die Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen.

Nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 tritt eine Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020 in Kraft, in der keine Änderungen der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien erwartet werden. Sollte bis zum Ende der Übergangsphase keine Einigung über eine Neuregelung dieser Beziehungen erzielt und keine Verlängerung der Übergangsphase beantragt werden, droht erneut ein Ausscheiden Großbritanniens ohne Abkommen (sogenannter "No-Deal-Brexit"). Im Rahmen unseres Chancen- und Risikomanagements haben wir uns auch mit dem Einfluss dieses Szenarios auf unsere Geschäftstätigkeit befasst. Hierzu haben wir ein fachübergreifendes Expertenteam zusammengestellt, welches u. a. unsere Lieferketten sicherstellen und gegebenenfalls interne Prozesse anpassen soll. Außerdem bereiten wir die notwendigen Schritte hinsichtlich der Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) vor. Unsere bisher getroffenen Maßnahmen für den Fall eines Ausscheidens Großbritanniens ohne Abkommen umfassen den Aufbau von Vorratsbeständen und den kontinuierlichen Austausch mit Abnehmern und Lieferanten, um auch zukünftig handelsübliche Lieferzeiten zu gewährleisten. Darüber hinaus hat LAN-XESS Vorbereitungen getroffen, bestehende britische Registrierungen nahtlos an LANXESS Gesellschaften innerhalb der Europäischen Union übertragen zu können sowie durch Be-standsschutzregelungen, Benachrichtigungs- und Registrierungsprozesse die Einhaltung regulatorischer Bestimmungen innerhalb Großbritanniens frühzeitig sicherzustellen. Aufgrund dieser umfassenden Vorbereitung sowie des nur geringen Umsatzanteils Großbritanniens am Gesamtgeschäft sind wir zuversichtlich, dass sich auch ein Ausscheiden Großbritanniens ohne Abkommen nicht wesentlich negativ auf unseren Geschäftsverlauf auswirken wird. Trotz alledem sind zum jetzigen Zeitpunkt weder die politischen Rahmenbedingungen noch die damit verbundenen Folgen des Ausscheidens Großbritanniens aus der Europäischen Union final abschätzbar.

Darüber hinaus haben wir auch die Auswirkungen des andauernden Handelskonflikts zwischen China und den USA auf LANXESS untersucht. Im Rahmen der Beurteilung hat sich gezeigt, dass nur vereinzelt Produkte unseres Portfolios betroffen sind und die Warenströme zwischen China und den USA lediglich schwach ausgeprägt sind. Aus diesem Grund ist kein signifikant negativer Einfluss durch die direkten Folgen der Auseinandersetzung auf unsere Geschäftstätigkeit zu erwarten.

Bedeutung der Chancen und Risiken sowie Ergebnis der Chancen- und Risikobewertung

Die identifizierten Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung werden, wie zuvor beschrieben, kategorisiert und in Gruppen zusammengefasst. Die Bedeutung der Chancen und Risiken ergibt sich aus ihrer möglichen Auswirkung auf das geplante EBITDA vor Sondereinflüssen für den LANXESS Konzern. Einzelne Kategorien, bei denen die Chance oder das Risiko einer Zielabweichung von mehr als 5 % bezogen auf das prognostizierte EBITDA vor Sondereinflüssen des Planungsjahres besteht, haben hierbei für uns eine mittlere bis hohe Bedeutung. Dies gilt auch für Gruppen, bei denen dieser Grenzwert lediglich kumuliert über alle jeweils zugeordneten Kategorien überschritten wird.

Im Rahmen des Chancen- und Risikomanagements wurde für das Planungsjahr der Kategorie Rohstoffpreise, der Gruppe Absatzmarkt und der Gruppe Sicherheit und Umwelt eine mittlere bis hohe Bedeutung beigemessen. Bezogen auf unsere zentrale Steuerungsgröße, das EBITDA vor Sondereinflüssen, ergibt sich bei dieser Kategorie sowie den Gruppen gemäß den zugrunde liegenden Szenarien bzw. den getroffenen Wahrscheinlichkeitsannahmen eine mögliche positive bzw. eine nachteilige Zielabweichung von jeweils bis zu 7 %.

Auch wenn die Kategorie Währung und die Gruppe rechtliches und länderspezifisches Umfeld und Compliance nur eine geringe Bedeutung für die Chancen- und Risikoberichterstattung für das Jahr 2020 haben, werden nachfolgend auch für diese Kategorie und Gruppe, die in der Vergangenheit bedeutsam waren, mögliche positive bzw. negative Zielabweichungen dargestellt:

Zusammenfassende Aussage zur Chancen- und Risikoposition

Die Chemieindustrie befindet sich weltweit in einem Umfeld, in dem protektionistische Entwicklungen in bedeutenden Volkswirtschaften den globalen Handel und die Investitionstätigkeit beeinträchtigten. Auch die globalen Herausforderungen unserer Zeit - wie Klimaschutz, Trinkwassermangel oder die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung - bringen langfristige Risiken und Herausforderungen mit sich. Wertebasiertes, verantwortungsvolles und verlässliches Handeln, kombiniert mit klaren strategischen Leitlinien, verschafft uns jedoch Spielräume, durch die wir in der Lage sind, auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen weiterhin handlungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem ermöglicht es uns, strategische und operative Chancen zu nutzen und Wachstumspotenziale auszuschöpfen.

Die von uns vorangetriebenen Portfolioanpassungen folgten einer klaren strategischen Richtung: erfolgreiche Verringerung des ehemals sehr hohen Automobilanteils zugunsten konsumentennaher Anwendungen sowie Ausbau unserer Präsenz in mittelgroßen, teilweise regulierten und damit geschützten Märkten für Spezialitätengeschäfte. Diese ausgewogenere Struktur unserer Abnehmermärkte soll insbesondere in konjunkturellen Abschwungphasen Stabilität verleihen. Die Stärkung unserer Geschäfte im Bereich Desinfektions- und Konservierungsmittel treibt Profitabilität und Wachstum. Zu unserer Strategie gehört es aber ebenso, sich von Geschäften zu trennen, für die wir unter dem Dach von LANXESS keine nachhaltigen Entwicklungsperspektiven mehr sehen. Somit haben wir uns entschlossen, sämtliche Geschäftseinheiten der Business Unit Leather, die bislang Bestandteil des Segments Performance Chemicals war, zu veräußern. Aufgrund unseres breit diversifizierten Produkt- und Kundenportfolios haben wir weiterhin keine erhebliche Risikoexposition.

Alle Planungen unterliegen bestimmten Prognoserisiken, sodass im Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres flexible Anpassungen an sich schnell ändernde Rahmenbedingungen erforderlich sein können. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die Verlässlichkeit von Planungen und Zukunftsaussagen, z. B. aufgrund von Veränderungen auf unseren Beschaffungs- und Absatzmärkten, grundsätzlich eingeschränkt ist.

Einen Unsicherheitsfaktor stellen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie dar.

Vor dem Hintergrund unserer derzeitigen Finanzierungsstrukturen, unserer soliden Liquiditätsausstattung sowie der Handlungsspielräume, die sich aus der Neuausrichtung, insbesondere durch die umgesetzten Veränderungen unseres Konzernportfolios, ergeben, sind wir zuversichtlich, künftig auftretende Risiken zu bewältigen.

In der Gesamtbeurteilung der Erkenntnisse aus dem Risikomanagement kann der Vorstand derzeit keine hinreichend wahrscheinlichen Risiken oder Risikokombinationen erkennen, die den Bestand von LANXESS gefährden.

Bilanz

LANXESS Konzern

AKTIVA

in Mio. € Anhang 31.12.2018 31.12.2019
Immaterielle Vermögenswerte (1) 1.764 1.765
Sachanlagen (2) 2.577 2.724
At equity bewertete Beteiligungen (3) 0 -
Sonstige Beteiligungen (4) 2 1
Langfristige derivative Vermögenswerte (5) 0 1
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte (6) 25 29
Langfristige Ertragsteuerforderungen (7) 14 89
Latente Steuern (29) 287 324
Sonstige langfristige Vermögenswerte (8) 117 132
Langfristige Vermögenswerte   4.786 5.065
Vorräte (9) 1.347 1.195
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (10) 903 769
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   797 296
Kurzfristige derivative Vermögenswerte (5) 4 5
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (6) 598 864
Kurzfristige Ertragsteuerforderungen (7) 55 110
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (11) 197 186
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführtes Geschäft (12) - 205
Kurzfristige Vermögenswerte   3.901 3.630
Summe Aktiva   8.687 8.695

PASSIVA

     
Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage   1.317 1.317
Sonstige Rücklagen   1.391 1.429
Konzernergebnis   431 205
Kumuliertes übriges Eigenkapital   -359 -282
Anteile anderer Gesellschafter   -7 -22
Eigenkapital (13) 2.773 2.647
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (14) 1.083 1.178
Sonstige langfristige Rückstellungen (15) 337 338
Langfristige derivative Verbindlichkeiten (5) 3 2
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten (16) 2.686 2.777
Langfristige Ertragsteuerschulden (17) 117 95
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (18) 80 67
Latente Steuern (29) 89 109
Langfristiges Fremdkapital   4.395 4.566
Sonstige kurzfristige Rückstellungen (15) 465 409
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (19) 795 656
Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten (5) 25 17
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten (16) 59 66
Kurzfristige Ertragsteuerschulden (17) 44 122
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (18) 131 111
Verbindlichkeiten in direktem Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und nicht fortgeführtem Geschäft (12) - 101
Kurzfristiges Fremdkapital   1.519 1.482
Summe Passiva   8.687 8.695

Gewinn- und Verlustrechnung

LANXESS Konzern

in Mio. € Anhang 2018 2019
Umsatzerlöse (21) 6.824 6.802
Kosten der umgesetzten Leistungen (22) -5.086 -5.043
Bruttoergebnis vom Umsatz   1.738 1.759
Vertriebskosten (23) -759 -812
Forschungs- und Entwicklungskosten (24) -109 -114
Allgemeine Verwaltungskosten (25) -295 -274
Sonstige betriebliche Erträge (26) 114 95
Sonstige betriebliche Aufwendungen (27) -198 -247
Operatives Ergebnis (EBIT)   491 407
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen   0 0
Zinserträge   6 22
Zinsaufwendungen   -75 -76
Sonstiges Finanzergebnis   -41 -7
Finanzergebnis (28) -110 -61
Ergebnis vor Ertragsteuern   381 346
Ertragsteuern (29) -99 -105
Ergebnis aus fortzuführendem Geschäft nach Ertragsteuern   282 241
Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft nach Ertragsteuern   241 -50
Ergebnis nach Ertragsteuern   523 191
davon auf andere Gesellschafter entfallend   92 -14
davon den Aktionären der LANXESS AG zustehend (Konzernergebnis)   431 205
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/verwässert) (30)    
aus fortzuführendem Geschäft   3,08 2,72
aus nicht fortgeführtem Geschäft   1,63 -0,40
aus fortzuführendem und nicht fortgeführtem Geschäft   4,71 2,32

Vorjahreswerte angepasst.

Gesamtergebnisrechnung

LANXESS Konzern

in Mio. € 2018 2019
Ergebnis nach Ertragsteuern 523 191
Posten, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden    
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 39 -128
Ertragsteuern -8 14
  31 -114
Posten, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind    
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 31 70
Finanzinstrumente Zeitwertbewertung -47 -1
Finanzinstrumente Sicherungskosten -28 11
Ertragsteuern 22 -4
  -22 76
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 9 -38
Gesamtergebnis 532 153
davon auf andere Gesellschafter entfallend 92 -15
davon den Aktionären der LANXESS AG zustehend 440 168
aus fortzuführendem Geschäft 297 204
aus nicht fortgeführtem Geschäft 143 -36

Eigenkapitalveränderungsrechnung

LANXESS Konzern

in Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Sonstige Rücklagen Konzernergebnis
31.12.2017 91 1.226 1.381 87
Thesaurierung     87 -87
Erstanwendung von Rechnungslegungsmethoden     -11  
Transaktionen mit Eigentümern     -2  
Dividendenzahlungen     -73  
Gesamtergebnis     9 431
Ergebnis nach Ertragsteuern       431
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern     9  
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen     8  
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe        
Finanzinstrumente        
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern     1  
Veränderung Konsolidierungskreis        
31.12.2018 91 1.226 1.391 431
31.12.2018 91 1.226 1.391 431
Thesaurierung     431 -431
Erwerb und Einzug eigener Anteile -4 4 -200  
Dividendenzahlungen     -79  
Gesamtergebnis     -114 205
Ergebnis nach Ertragsteuern       205
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern     -114  
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen     -128  
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe        
Finanzinstrumente        
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern     14  
31.12.2019 87 1.230 1.429 205
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Finanzinstrumente
in Mio. € Währungsumrechnungen Zeitwertbewertung Sicherungskosten
31.12.2017 -509 16 -5
Thesaurierung      
Erstanwendung von Rechnungslegungsmethoden   1  
Transaktionen mit Eigentümern      
Dividendenzahlungen      
Gesamtergebnis 38 -27 -11
Ergebnis nach Ertragsteuern      
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 38 -27 -11
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen      
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 38    
Finanzinstrumente   -37 -17
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern   10 6
Veränderung Konsolidierungskreis 126 2 10
31.12.2018 -345 -8 -6
31.12.2018 -345 -8 -6
Thesaurierung      
Erwerb und Einzug eigener Anteile      
Dividendenzahlungen      
Gesamtergebnis 71 -1 7
Ergebnis nach Ertragsteuern      
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 71 -1 7
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen      
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 71    
Finanzinstrumente   -1 11
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern   0 -4
31.12.2019 -274 -9 1
in Mio. € Anteil der Aktionäre der LANXESS AG Anteile anderer Gesellschafter Eigenkapital
31.12.2017 2.287 1.126 3.413
Thesaurierung 0   0
Erstanwendung von Rechnungslegungsmethoden -10 -7 -17
Transaktionen mit Eigentümern -2 2 0
Dividendenzahlungen -73 -41 -114
Gesamtergebnis 440 92 532
Ergebnis nach Ertragsteuern 431 92 523
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 9 0 9
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 8 31 39
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 38 -7 31
Finanzinstrumente -54 -21 -75
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern 17 -3 14
Veränderung Konsolidierungskreis 138 -1.179 -1.041
31.12.2018 2.780 -7 2.773
31.12.2018 2.780 -7 2.773
Thesaurierung 0   0
Erwerb und Einzug eigener Anteile -200   -200
Dividendenzahlungen -79 0 -79
Gesamtergebnis 168 -15 153
Ergebnis nach Ertragsteuern 205 -14 191
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -37 -1 -38
Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen -128   -128
Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 71 -1 70
Finanzinstrumente 10   10
Auf das sonstige Ergebnis entfallende Ertragsteuern 10   10
31.12.2019 2.669 -22 2.647

Kapitalflussrechnung

LANXESS Konzern

in Mio. € Anhang 2018 2019
Ergebnis vor Ertragsteuern   381 346
Abschreibungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen   415 503
Gewinne aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen   -1 -1
Ergebnis aus dem Finanzbereich   63 34
Gezahlte Ertragsteuern   -154 -193
Veränderung der Vorräte   -148 85
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   -84 94
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   53 -111
Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva   -84 -123
Zufluss aus operativer Tätigkeit - fortzuführendes Geschäft (38) 441 634
Zufluss aus operativer Tätigkeit - nicht fortgeführtes Geschäft   145 9
Zufluss aus operativer Tätigkeit - gesamt   586 643
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen   -482 -508
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen   3 6
Auszahlungen für finanzielle Vermögenswerte   -494 -323
Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten   - 82
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten, bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   -66 -
Einzahlungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten, bereinigt um abgegangene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   1.304 20
Erhaltene Zinsen und Dividenden   15 26
Auszahlungen für externe Finanzierung von Pensionsverpflichtungen (CTA)   -200 -
Zufluss/Abfluss aus investiver Tätigkeit - fortzuführendes Geschäft (38) 80 -697
Abfluss aus investiver Tätigkeit - nicht fortgeführtes Geschäft   -184 -15
Abfluss aus investiver Tätigkeit - gesamt   -104 -712
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzschulden   653 4
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzschulden   -662 -90
Zinszahlungen und sonstige Auszahlungen des Finanzbereichs   -77 -66
Dividendenzahlungen   -74 -79
Auszahlungen für den Erwerb eigener Anteile   - -200
Abfluss aus Finanzierungstätigkeit - fortzuführendes Geschäft (38) -160 -431
Abfluss aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführtes Geschäft   -57 -2
Abfluss aus Finanzierungstätigkeit - gesamt   -217 -433
Zahlungswirksame Veränderung - fortzuführender Geschäftstätigkeit   361 -494
Zahlungswirksame Veränderung - nicht fortgeführter Geschäftstätigkeit   -96 -8
Zahlungswirksame Veränderung - gesamt   265 -502
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 01.01.   538 797
Währungsbedingte und sonstige Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gesamt   -6 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. (38) 797 296
davon fortzuführendes Geschäft   797 296
davon nicht fortgeführtes Geschäft   - 0

Vorjahreswerte angepasst.

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS

ALLGEMEINE ANGABEN

Die LANXESS AG ist als Aktiengesellschaft in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln unter HRB 53652 eingetragen und hat ihren Firmensitz am Kennedyplatz 1, 50569 Köln, Deutschland.

Der von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der LANXESS AG sowie der mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss der LANXESS AG werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Vorstand der LANXESS AG hat den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 am 27. Februar 2020 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.

AUFBAU UND BESTANDTEILE DES KONZERNABSCHLUSSES

Der Konzernabschluss besteht aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung, der Kapitalflussrechnung und dem Anhang, welcher auch die Segmentberichterstattung enthält.

Der Konzernabschluss wurde in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders dargestellt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Fremdkapital unterschieden, deren Fristigkeit im Anhang teilweise weiter detailliert wird.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich auf Basis der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten. Sofern andere Bewertungskonzepte vorgeschrieben sind, werden diese verwendet und gesondert in den Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erläutert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Das Geschäftsjahr des vorliegenden Konzernabschlusses entspricht dem Kalenderjahr.

ANGEWENDETE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN UND INTERPRETATIONEN

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde nach den in der Europäischen Union (EU) verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und diesbezüglichen Interpretationen sowie den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Leasing Am 13. Januar 2016 hat das IASB den neuen Standard IFRS 16 veröffentlicht, welcher den bisherigen Rechnungslegungsstandard IAS 17 ersetzt. Der Standard wurde im Oktober 2017 von der EU übernommen und ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Die Umstellung erfolgte unter Anwendung der modifizierten retrospektiven Methode. Daher werden die Vergleichszahlen des Geschäftsjahres 2018 nicht angepasst. Aus der Umstellung ergaben sich keine Eigenkapital-Effekte.

Im Rahmen des IFRS 16 werden beim Leasingnehmer alle Leasingverhältnisse in Form eines Nutzungsrechts und einer Leasingverbindlichkeit auf Basis des Barwerts der Leasingzahlungen bilanziert. Die Unterscheidung in operative und finanzielle Leasingverhältnisse für Leasingnehmer entfällt. Die Leasingverbindlichkeit wird bei Eintritt bestimmter Ereignisse (z. B. Änderung der Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Änderung der zukünftigen Leasingzahlungen infolge einer Indexänderung) neu bewertet. Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit führen grundsätzlich zu einer Anpassung des Nutzungsrechts. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Abschreibungen auf das aktivierte Nutzungsrecht und Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit erfasst. Die Anwendung von IFRS 16 führt zu einer Verschiebung der Cashflows in der Kapitalflussrechnung. Statt der bislang im Cashflow aus operativer Tätigkeit gezeigten Leasingzahlungen werden der Tilgungs- und Zinsanteil der Leasingzahlungen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit berücksichtigt. Für Leasinggeber ergeben sich aus IFRS 16 keine wesentlichen Änderungen.

LANXESS wendet die im Standard gewährten Wahlrechte für Leasingnehmer hinsichtlich der Behandlung von kurzfristigen Leasingverhältnissen sowie Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte an. Aufgrund der Anwendung der Wahlrechte werden die Kosten für diese Leasingverhältnisse direkt im Aufwand und die Zahlungen im Cashflow aus operativer Tätigkeit erfasst. Die neuen Vorschriften wurden nicht auf Leasingverhältnisse angewendet, deren Laufzeit innerhalb von zwölf Monaten nach dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung endet. Diese Leasingverhältnisse werden wie kurzfristige Leasingverhältnisse bilanziert. LANXESS hat sich dazu entschieden, für Leasingverträge, die vor dem Übergangszeitpunkt abgeschlossen wurden, nicht neu zu überprüfen, ob ein Vertrag zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, sondern die bisherige unter IAS 17 und IFRIC 4 getroffene Einschätzung beizubehalten. Anfängliche direkte Kosten bei der Bewertung der Nutzungsrechte im Rahmen der erstmaligen Anwendung wurden nicht berücksichtigt. Sofern Leasingverhältnisse mit einer Verlängerungs- oder Kündigungsoption ausgestattet waren, hat LANXESS Einschätzungen hinsichtlich der rückwirkenden Bestimmungen von Laufzeiten auf Basis bisheriger Erfahrungen vorgenommen.

Zum Umstellungszeitpunkt 1. Januar 2019 wurden Barwerte in Höhe von 133 Mio. € für Leasingverbindlichkeiten, Rückbauverpflichtungen in Höhe von 2 Mio. € und gegenläufig Nutzungsrechte in Höhe von 135 Mio. € bilanzverlängernd in den Sachanlagen erfasst, davon sind Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 4 Mio. € und Nutzungsrechte in Höhe von 4 Mio. € dem nicht fortgeführten Geschäft zuzuordnen. Hierdurch verringerte sich die Eigenkapitalquote im Vergleich zum 31. Dezember 2018 um 0,5 %-Punkte. Die Nettofinanzverbindlichkeiten stiegen um den Wert der zusätzlichen Leasingverbindlichkeiten.

Ausgehend von den operativen Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 ergab sich folgende Überleitung auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019:

in Mio. € 01.01.2019
Operative Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 176
Nominalwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum 31. Dezember 2018 21
Ausübung von Wahlrechten und Sonstiges -12
Nominalwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 185
Abzinsung -35
Barwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019 150
Barwert der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing zum 31. Dezember 2018 -17
Zusätzliche Leasingverbindlichkeiten durch die Erstanwendung von IFRS 16 133
Anpassungen gemäß IFRS 5 -4
Zusätzliche Leasingverbindlichkeiten durch die Erstanwendung von IFRS 16 nach Anpassungen gemäß IFRS 5 129

Die Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten wurden unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes zum 1. Januar 2019 abgezinst. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz zum Erstanwendungszeitpunkt betrug 2,7 %. Zum 31. Dezember 2019 bestehen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 141 Mio. € sowie Nutzungsrechte in Höhe von 148 Mio. €.

In der Gewinn- und Verlustrechnung entfällt der bisherige Aufwand für operatives Leasing und wird durch den Abschreibungsaufwand der bilanzierten Nutzungsrechte sowie durch Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit ersetzt.

Die folgenden Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen waren erstmals im Geschäftsjahr 2019 anzuwenden, sind aber derzeit für den LANXESS Konzern nicht oder nicht von wesentlicher Bedeutung:

Standard/Interpretation
IFRS 9 Änderungen an IFRS 9 - Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung
IFRIC 23 IFRIC 23 - Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung
IAS 28 Änderungen an IAS 28 - Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
IAS 19 Änderungen an IAS 19 - Planänderungen, -kürzungen und -abgeltungen
Diverse IAS und IFRS Jährliche Verbesserungen der International Financial Reporting Standards (Zyklus 2015-2017)

VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDENDE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN UND INTERPRETATIONEN

Das International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee haben Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2019 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und im LANXESS Konzern auch noch nicht angewendet wurden. Ihre Anwendung setzt zum Teil noch die Anerkennung durch die EU voraus. Im Einzelfall kann sich auch eine spätere verpflichtende Anwendung ergeben als nachstehend angegeben.

Die nachfolgend aufgeführten Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen sind derzeit für den LANXESS Konzern nicht oder nicht von wesentlicher Bedeutung:

Standard/Interpretation Veröffentlichung Anwendungspflicht für LANXESS ab Geschäftsjahr Anerkennung durch EU
IFRS 17 Versicherungsverträge 18.05.2017 2021 nein
Rahmenkonzept Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in den IFRS-Standards 29.03.2018 2020 ja
IFRS 3 Änderungen an IFRS 3 - Definition eines Geschäftsbetriebs 22.10.2018 2020 nein
IAS 1 / IAS 8 Änderung an IAS 1 und IAS 8 - Definition von "wesentlich" 31.10.2018 2020 ja
IFRS 9 / IAS 39 / IFRS 7 Änderung an IFRS 9, IAS 39, und IFRS 7 - Reform der Referenzzinssätze 26.09.2019 2020 ja
IAS 1 Änderungen an IAS 1 - Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig 23.01.2020 2022 nein

ANPASSUNG DER VORJAHRESWERTE

Aufgrund der Anwendung von IFRS 5 wurden die Vorjahreswerte in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Kapitalflussrechnung und den dazugehörigen Anhangangaben angepasst.

KONSOLIDIERUNG

Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Sofern die Geschäftsjahre von in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen nicht am 31. Dezember enden, werden zum Zwecke der Konsolidierung Zwischenabschlüsse aufgestellt.

Konzerninterne Zwischengewinne und -verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.

Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss sind die LANXESS AG sowie alle Unternehmen, die die LANXESS AG beherrscht, einbezogen. Beherrschung besteht, wenn die LANXESS AG variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu einem Unternehmen ausgesetzt ist und die Verfügungsgewalt über das Unternehmen besitzt. Verfügungsgewalt liegt vor, wenn Rechte bestehen, die der LANXESS AG die gegenwärtige Fähigkeit verleihen, die maßgeblichen Tätigkeiten des Unternehmens zu lenken, um die variablen Rückflüsse wesentlich zu beeinflussen. In der Regel beruht die Beherrschung dabei auf einer mittel- oder unmittelbaren Stimmrechtsmehrheit. Bei strukturierten Unternehmen basiert die Beherrschung im Normalfall auf vertraglichen Vereinbarungen. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung nicht mehr besteht.

Nach der Equity-Methode werden Anteile an assoziierten Unternehmen, bei denen der LANXESS Konzern - in der Regel aufgrund eines Anteilsbesitzes von 20 % bis 50 % - einen maßgeblichen Einfluss ausübt, und Anteile an Gemeinschaftsunternehmen bewertet.

Unternehmen, die insgesamt von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind, werden nicht konsolidiert, sondern zu beizulegenden Zeitwerten in den Konzernabschluss einbezogen.

Die Veränderungen des Konsolidierungskreises sowie eine Tabelle der Beteiligungsgesellschaften werden im Abschnitt "Berichterstattung zum Konsolidierungskreis" gezeigt.

Vollkonsolidierung Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs werden gezeigt als Summe aus den zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerten der übertragenen Vermögenswerte, der eingegangenen oder übernommenen Schulden und der gegebenenfalls im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente. Außerdem beinhalten diese die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden, die aus bedingten Gegenleistungsvereinbarungen resultieren.

Die im Rahmen des Unternehmenserwerbs identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt angesetzt.

Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen. Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen.

Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, als Aufwand erfasst.

Als Geschäfts- oder Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt aus einem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer Gesellschafter sowie dem beizulegenden Zeitwert gegebenenfalls vorher gehaltener Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Geschäfts- oder Firmenwerte werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

At equity bewertete Beteiligungen Bei Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bewertet sind, werden die Anschaffungskosten jährlich um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Liegen Wertminderungen vor, die den Wert der jeweiligen Beteiligung übersteigen, werden vorhandene langfristige Vermögenswerte, die in Zusammenhang mit der Beteiligung stehen, abgeschrieben. Wurden der Buchwert der Beteiligung und derartige Vermögenswerte auf null reduziert, werden zusätzliche Verluste in dem Umfang berücksichtigt und als Schuld angesetzt, in dem der Anteilseigner rechtliche oder faktische Verpflichtungen, z. B. zur Übernahme anteiliger Verluste, eingegangen ist oder Zahlungen für das Beteiligungsunternehmen geleistet hat.

Bei der erstmaligen Einbeziehung von Beteiligungen nach der Equity-Methode werden Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung entsprechend den Grundsätzen der Vollkonsolidierung ermittelt, wobei ein Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsansatz ausgewiesen wird.

Gemeinschaftliche Tätigkeiten Gemeinschaftliche Tätigkeiten sind Vereinbarungen, bei denen die Parteien, die gemeinschaftlich die Führung ausüben, Rechte und Pflichten an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten und Schulden haben. LANXESS als gemeinschaftlich Tätiger bilanziert seinen Anteil an den gemeinschaftlich gehaltenen Vermögenswerten und gemeinschaftlich eingegangenen Schulden sowie seinen Anteil an den Erlösen und Aufwendungen, einschließlich seines Anteils an gemeinschaftlich eingegangenen Aufwendungen.

Transaktionen mit Eigentümern Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern, welche nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Transaktionen zwischen Eigenkapitalgebern des LANXESS Konzerns behandelt. Veränderungen der Eigentumsverhältnisse werden als Anpassung der Buchwerte zwischen beherrschenden und nicht beherrschenden Anteilen berücksichtigt. Differenzen zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistungen werden unmittelbar in den sonstigen Rücklagen erfasst und somit dem Anteil der Aktionäre der LANXESS AG zugeordnet.

WÄHRUNGSUMRECHNUNG

In den Einzelabschlüssen, die dem LANXESS Konzernabschluss zugrunde liegen, werden sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die - aus wirtschaftlicher Sicht - zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Aus der Währungsumrechnung resultierende Kursdifferenzen werden ergebniswirksam im Wechselkursergebnis innerhalb des sonstigen Finanzergebnisses ausgewiesen.

Die Jahresabschlüsse ausländischer Einheiten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert, entspricht (Konzept der funktionalen Währung). Bei der überwiegenden Mehrzahl der Beteiligungen ist dies die jeweilige Landeswährung, da diese Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Die Umrechnung in Konzernwährung erfolgt bei Vermögenswerten und Schulden zum Kurs am Bilanzstichtag, bei Aufwendungen und Erträgen zum Jahresdurchschnittskurs.

Ein im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird in der Währung des erworbenen Unternehmens bilanziert und unabhängig vom Zeitpunkt seines Entstehens zum Stichtagskurs umgerechnet.

Durch die Umrechnung des Eigenkapitals zu historischen Kursen sowie die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge wie auch der sonstigen Veränderungen des Jahres zu Durchschnittskursen ergeben sich gegenüber einer Umrechnung zu Stichtagskursen Unterschiedsbeträge, die im sonstigen Ergebnis gesondert als Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe ausgewiesen werden.

Fremdwährungstransaktionen, für die im Voraus erbrachte oder erhaltene Gegenleistungen bestehen, werden bis zur Höhe der erbrachten oder erhaltenen Gegenleistung, sofern wesentlich, mit dem Wechselkurs der im Voraus erbrachten oder erhaltenen Gegenleistung umgerechnet.

Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, erfolgt eine erfolgswirksame Realisierung der betreffenden Währungsumrechnungsdifferenzen im Gewinn oder Verlust.

Seit dem Geschäftsjahr 2018 sind die Vorschriften des IAS 29 für die Tochtergesellschaft LANXESS S.A., Buenos Aires (Argentinien), anzuwenden. Nicht monetäre Bilanzpositionen, Eigenkapitalbestandteile und die Posten der Gesamtergebnisrechnung wurden zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2019 anhand des vom "Government Board of the Argentine Federation of Professional Councils of Economic Sciences (FACPCE)" vorgeschlagenen Preisindex an das aktuelle Preisniveau angepasst und danach mit dem Stichtagskurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Für Geschäftsjahre bis zum 31. Dezember 2016 wurde der Großhandelsverbraucherpreisindex (Indec IPIM) und ab dem 1. Januar 2017 der Einzelhandelsverbraucherpreisindex (IPC Nacional INDEC) für die Inflationierung verwendet. Der Preisindex betrug zum Geschäftsjahresbeginn 184,59 Punkte und zum Geschäftsjahresende 284,96 Punkte.

Der Währungsumrechnung liegen folgende für den LANXESS Konzern wesentliche Wechselkurse zugrunde:

Wechselkurse

Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 Euro 31.12.2018 31.12.2019 2018 2019
Argentinien ARS 43,13 67,26 32,91 53,95
Brasilien BRL 4,44 4,53 4,30 4,41
China CNY 7,88 7,82 7,81 7,73
Großbritannien GBP 0,89 0,85 0,88 0,88
Indien INR 79,88 80,19 80,71 78,83
Japan JPY 125,85 121,94 130,40 122,05
Kanada CAD 1,56 1,46 1,53 1,49
Singapur SGD 1,56 1,51 1,59 1,53
Südafrika ZAR 16,46 15,78 15,61 16,17
USA USD 1,15 1,12 1,18 1,12

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Vorjahres und wurden stetig angewendet. Hiervon ausgenommen sind Änderungen, die sich durch neue oder geänderte Rechnungslegungsvorschriften ergeben haben, die erstmals im Geschäftsjahr 2019 verpflichtend anzuwenden waren und auf die im Abschnitt "Angewendete Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen" hingewiesen wird.

Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte enthalten Geschäfts- oder Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte wie Software, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte von befristeter Nutzungsdauer sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte, mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten, erfolgt linear über einen Zeitraum von 3 bis 20 Jahren. Die planmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr werden den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet. Darüber hinausgehende Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden Wertaufholungen vorgenommen, die weder den fortgeführten Buchwert, der sich ergeben hätte, wenn in der Vergangenheit kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre, noch den aktuell erzielbaren Betrag übersteigen. Der niedrigere Wert dieser beiden Größen wird angesetzt. Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben. Sie werden einmal jährlich stattfindenden Werthaltigkeitsprüfungen unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Etwaige Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Wertaufholungen von Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht vorgenommen.

Kosten für intern entwickelte Software, die in der Phase der Anwendungsentwicklung anfallen, werden aktiviert. Für eine Aktivierung ist unter anderem erforderlich, dass die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Sicherheit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die darüber hinaus auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Die Abschreibung dieser Kosten über die zu erwartende Nutzungsdauer beginnt mit Fertigstellung der Software.

Emissionsrechte werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Unentgeltlich von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) oder einer vergleichbaren Behörde in anderen europäischen Ländern zugeteilte Rechte werden demnach mit einem Wert von null aktiviert.

Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen. Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Gemäß IAS 36 werden solche Wertverluste anhand von Vergleichen mit den diskontierten erwarteten zukünftigen Zahlungsströmen der betreffenden Vermögenswerte ermittelt. Können diesen Vermögenswerten keine eigenen zukünftigen Finanzmittelflüsse zugeordnet werden, werden die Wertminderungen anhand der Finanzmittelflüsse der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit geprüft, der diese Vermögenswerte zuzurechnen sind. Bei Fortfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Wertaufholungen vorgenommen, die weder den fortgeführten Buchwert, der sich ergeben hätte, wenn in der Vergangenheit kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre, noch den aktuell erzielbaren Betrag übersteigen.

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen sowie die anteiligen Kosten für die betriebliche Altersversorgung und die freiwilligen sozialen Leistungen des Unternehmens.

Besteht die Verpflichtung, Sachanlagen zum Ende der Nutzungsdauer stillzulegen oder zu-rückzubauen oder einen Standort wiederherzustellen, wird der Barwert der hierfür anfallenden Zahlungen zusammen mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und in gleicher Höhe eine Rückstellung passiviert.

Erstreckt sich die Bauphase von Sachanlagen über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden, direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert.

Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden grundsätzlich sofort im Ergebnis erfasst. Eine Aktivierung nachträglicher Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt dann, wenn durch die Maßnahme künftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten verlässlich bestimmt werden können.

Aufwendungen für Generalüberholungen wichtiger Großanlagen werden in Höhe der Kosten der Maßnahme als Teil der betreffenden Vermögenswerte selbstständig angesetzt und linear über den Zeitraum bis zur nächsten Generalüberholung abgeschrieben.

Sofern Sachanlagen aus wesentlichen Komponenten mit jeweils unterschiedlichem Zweck, unterschiedlicher Beschaffenheit oder unterschiedlichen Nutzungsdauern bestehen, werden diese Komponenten einzeln aktiviert und über ihre jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.

Wenn Sachanlagen verkauft werden, wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Planmäßige Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Ihnen liegen grundsätzlich die folgenden Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauern

Gebäude 20 bis 50 Jahre
Andere Baulichkeiten 10 bis 20 Jahre
Betriebsvorrichtungen 3 bis 25 Jahre
Maschinen und Apparate 8 bis 15 Jahre
Labor- und Forschungseinrichtungen 3 bis 5 Jahre
Tank- und Verteilungsanlagen 10 bis 20 Jahre
Fahrzeuge 5 bis 8 Jahre
EDV-Anlagen 3 bis 5 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 10 Jahre

Leasing (IFRS 16)

Seit dem 1. Januar 2019 werden beim Leasingnehmer alle Leasingverhältnisse in Form eines Nutzungsrechts und einer Leasingverbindlichkeit auf Basis des Barwerts der Leasingzahlungen bilanziert.

Die Leasingverbindlichkeiten werden in den finanziellen Verbindlichkeiten passiviert und enthalten grundsätzlich die festen Leasingzahlungen. Zudem werden variable Zahlungen, welche an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, und erwartete Restwertzahlungen bzw. Restwertgarantien berücksichtigt. Wenn die Ausübung einer Kaufoption bzw. die Ausübung einer Verlängerungsoption als hinreichend sicher eingeschätzt werden kann, wird der Ausübungspreis bzw. werden die entsprechenden Leasingzahlungen in die Ermittlung der Leasingverbindlichkeiten mit einbezogen. Vertragsstrafen für die Kündigung des Leasingverhältnisses werden bei hinreichender Sicherheit der Inanspruchnahme berücksichtigt. Die Bar-wertermittlung erfolgt grundsätzlich mit dem Zinssatz, welcher dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt. Liegt ein solcher Zinssatz nicht vor, erfolgt die Diskontierung zum Grenz-fremdkapitalzinssatz. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes werden laufzeitadäquate Renditen von Staatsanleihen des jeweiligen Landes in der entsprechenden Währung verwendet und um Kreditrisikoaufschläge erhöht. Die Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit wird im Zinsaufwand des Finanzergebnisses erfasst. Bei Eintritt bestimmter Ereignisse (z. B. Änderung der Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Änderung der zukünftigen Leasingzahlungen infolge einer Indexänderung) werden die Leasingverbindlichkeiten neu bewertet. Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit führen grundsätzlich zu einer Anpassung des Nutzungsrechts.

Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet und in den Sachanlagen ausgewiesen. Die Anschaffungskosten beinhalten hierbei den Barwert der vorgenannten Leasingverbindlichkeit, geleistete Leasingvorauszahlungen sowie anfängliche direkte Kosten und Rückbauverpflichtungen. Nutzungsrechte werden linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer des Vermögenswertes und Laufzeit des zugrundeliegenden Leasingvertrages abgeschrieben und fallen in den Anwendungsbereich von IAS 36. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Kosten aus kurzfristigen Leasingverhältnissen sowie Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte werden als laufender Aufwand erfasst. Des Weiteren werden die Leasingvorschriften nicht auf Leasingverträge über immaterielle Vermögenswerte angewandt. Eine Trennung in Leasing- und Nichtleasingkomponenten wird grundsätzlich vorgenommen, sofern diese eindeutig identifizierbar und abgrenzbar sind.

Vermietete Leasingobjekte werden im Falle von operativem Leasing zu fortgeführten Anschaffungskosten im Sachanlagevermögen ausgewiesen. Die in der Periode vereinnahmten Leasingraten werden in den Umsatzerlösen erfasst. Im Falle eines Finanzierungsleasingverhältnisses wird das betroffene Objekt ausgebucht und es erfolgt die Bilanzierung einer Leasingforderung in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingverhältnis.

Leasingverträge können in andere Kontrakte eingebettet sein. Besteht gemäß den IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, werden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.

Leasing (IAS 17)

Nachfolgend werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für Leasingverhältnisse erläutert, welche im Vorjahr nach den Vorschriften des IAS 17 bilanziert wurden.

Gemietete Sachanlagen, bei denen im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen wurden (Finanzierungsleasing), wurden im Zeitpunkt des Zugangs zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, soweit die Barwerte der Leasingzahlungen nicht niedriger waren. Die Abschreibungen erfolgten planmäßig über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. War ein späterer Eigentumsübergang des Leasinggegenstands unsicher, wurde die Laufzeit des Leasingvertrags zugrunde gelegt, sofern diese kürzer war.

Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen wurden im Vorjahr in den finanziellen Verbindlichkeiten passiviert. Sie wurden mit dem zu Beginn des Leasingverhältnisses beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstands oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen, sofern dieser Wert niedriger war. In der Folge wurden die Mindestleasingzahlungen in die Finanzierungskosten und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt. Bei einem Leasingverhältnis, das nicht im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt (operatives Leasingverhältnis), wurden die Leasingraten als laufender Aufwand erfasst.

In den Sachanlagen waren auch vom LANXESS Konzern vermietete bzw. verleaste Vermögenswerte enthalten, soweit bei den zugrunde liegenden Verträgen kein Finanzierungsleasing vorlag. War der Kunde jedoch als wirtschaftlicher Eigentümer anzusehen, wurde in Höhe der abgezinsten zukünftigen Miet- bzw. Leasingzahlungen eine Forderung aktiviert.

Leasingverträge konnten in andere Kontrakte eingebettet sein. Bestand gemäß den IFRS-Regelungen eine Trennungspflicht für ein eingebettetes Leasing, wurden die Vertragsbestandteile separiert und nach den entsprechenden Regelungen bilanziert und bewertet.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind Vertragsverhältnisse, die bei einer Partei zu einem finanziellen Vermögenswert und bei der anderen Partei zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Hierzu zählen einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten. Andererseits gehören hierzu derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen, Rohstoffpreisen und Zinssätzen eingesetzt werden.

Finanzinstrumente werden erfasst, sobald der LANXESS Konzern Vertragspartei der Finanzinstrumente wird. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte auf Zahlungen hieraus auslaufen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Chancen und Risiken übertragen werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang von finanziellen Vermögenswerten der Erfüllungstag relevant.

Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt in der Erstbewertung zum beizulegenden Zeitwert. In der Folgebewertung werden diese abhängig von der Klassifizierung unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten oder im sonstigen Ergebnis bzw. im Gewinn oder Verlust zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Klassifizierung bestimmt sich nach dem Geschäftsmodell und den Charakteristiken der Zahlungsströme. Folgende Klassifizierungen werden unterschieden:

Im Geschäftsmodell "Halten" werden die Finanzinstrumente bis zum Fälligkeitstag gehalten. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, sofern die Zahlungsströme lediglich aus Tilgungen und Zinszahlungen bestehen. Die Option zur Zeitwertbewertung durch den Gewinn und Verlust wird nicht ausgeübt. Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert sind, werden um erwartete Kreditausfälle gemindert. Zur Ermittlung erwarteter Kreditausfälle werden sowohl historisch beobachtbare Ausfälle als auch zukunftsbezogene Ausfallerwartungen herangezogen. Hierbei wird grundsätzlich eine dreistufige Beurteilung des erwarteten Kreditausfalls vorgenommen. In der ersten Stufe wird der erwartete Kreditausfall über die nächsten zwölf Monate beurteilt und der erwartete Verlust bilanziell erfasst. Sofern während der Laufzeit des Finanzinstruments das Kreditrisiko steigt, wird eine Beurteilung des möglichen Kreditausfalls über die Gesamtlaufzeit des Finanzinstruments vorgenommen und der erwartete Verlust auf Basis dieser Bewertung erhöht (zweite Stufe). Im Falle eines Ausfalls wird der erwartete Ausfallbetrag gebucht (dritte Stufe) und für einen eventuell verbleibenden Restbetrag des Finanzinstruments zusätzlich ein erwarteter Verlust berücksichtigt. Die Effektivzinsmethode wird sodann nur noch auf den verbleibenden Restbetrag angewandt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wird das vereinfachte Gesamtlaufzeitmodell für die Ermittlung des erwarteten Ausfallrisikos angewandt und der erwartete Verlust über die Gesamtlaufzeit des Finanzinstruments bewertet und bilanziell erfasst. Der Ausweis der erwarteten Verluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte wird unter Berücksichtigung von Auflösungen von Vorperioden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen berücksichtigt. Für alle anderen Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wird der erwartete Verlust im sonstigen Finanzergebnis erfasst.

Im Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" besteht die Absicht, das Finanzinstrument während der Laufzeit nach einer gewissen Periode des Haltens wieder zu veräußern. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Gewinne oder Verluste aus der Folgebewertung werden im sonstigen Ergebnis erfasst, sofern die Zahlungsströme lediglich aus Tilgung und Zinszahlungen bestehen. Im Falle von Wertminderungen werden die entsprechenden Effekte aus dem sonstigen Ergebnis in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Finanzinstrumente, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bzw. nicht im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden im Gewinn oder Verlust zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Gewinne oder Verluste aus der Folgebewertung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter dem Geschäftsmodell "Halten" anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge - unter Anwendung der Effektivzinsmethode - zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Die Ermittlung des erwarteten Verlusts erfolgt unter Verwendung des vereinfachten Gesamtlaufzeitmodells auf Basis einer Überfälligkeitsmatrix und unter Berücksichtigung historisch beobachtbarer Ausfälle sowie zukunftsbezogener Ausfallerwartungen. Die erwarteten Verluste wie auch eingetretene Ausfälle werden über gesonderte Wertberichtigungskonten im Gewinn oder Verlust erfasst.

Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Forderungen, die dem Geschäftsmodell "Halten" zugeordnet sind, werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge - unter Anwendung der Effektivzinsmethode - zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Hierunter fallen Finanzanlagen, deren Zahlungsströme lediglich aus Tilgung und Zinszahlungen bestehen, Vertragsvermögenswerte und übrige sonstige finanzielle Forderungen. Die Ermittlung des erwarteten Verlusts erfolgt unter Berücksichtigung der zukunftsbezogenen Ausfallerwartung der Gegenpartei. Sonstige kurz- und langfristige finanzielle Forderungen, die nicht dem Geschäftsmodell "Halten" zugeordnet werden, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Abhängig davon, ob diese dem Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" zugeordnet werden können, wird der Gewinn oder Verlust aus der Folgebewertung im sonstigen Ergebnis, ansonsten im Gewinn oder Verlust erfasst.

Eigenkapitalinstrumente werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Für die Folgebewertung wird unwiderruflich auf Ebene des einzelnen Eigenkapitalinstruments festgelegt, ob Gewinne oder Verluste sowie die Abgangsergebnisse im sonstigen Ergebnis oder im Gewinn oder Verlust erfasst werden.

Hiervon ausgenommen sind Beteiligungen, welche nach der Equity-Methode bewertet sind sowie Unternehmen an denen LANXESS 100% der Anteile hält, welche aufgrund mangelnder Wesentlichkeit nicht vollkonsolidiert werden. Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden mit ihrem anteiligen Eigenkapital entsprechend den Vorschriften des IAS 28 angesetzt. Beteiligungen an Unternehmen an denen LANXESS 100 % der Anteile hält, welche aufgrund mangelnder Wesentlichkeit nicht vollkonsolidiert werden, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Liegen objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor, wird eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt und einer möglichen Wertminderung durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich gegebenenfalls angefallener Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Von der Möglichkeit, Finanzinstrumente bei ihrem erstmaligen Ansatz als zum beizulegenden Zeitwert zu designieren und im Gewinn oder Verlust zu erfassen, wird kein Gebrauch gemacht.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

Im LANXESS Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag als Vermögenswert oder Verbindlichkeit ausgewiesen. Aus der Zeit- bzw. Marktwertänderung resultierende Wertänderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Soweit Fremdwährungsderivate bzw. Warentermingeschäfte, die zur Sicherung zukünftiger Zahlungsströme aus schwebenden Geschäften oder geplanten Transaktionen abgeschlossen werden, den Anforderungen des Rechnungslegungsstandards hinsichtlich des Hedge-Accountings genügen, werden die Wertänderungen bzw. Sicherungskosten dieser Derivate bis zur Realisierung des Ergebnisses aus den abgesicherten Grundgeschäften jeweils gesondert im sonstigen Ergebnis erfasst. Bei Währungsderivaten werden die hier erfassten Beträge in der Folgezeit zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung der gesicherten Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis bzw. in den Kosten der umgesetzten Leistungen berücksichtigt. Bei Warentermingeschäften wird der Buchwert der abgesicherten Produkte bei Anschaffung um die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge angepasst und mit Verarbeitung derselben in den Kosten der umgesetzten Leistungen erfasst. Diejenigen Teile der Zeit- bzw. Marktwertänderung des Derivats, die hinsichtlich des abgesicherten Risikos als ineffektiv angesehen werden, werden unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Die Zeit- bzw. Marktwertänderungen und Sicherungskosten von Zinsderivaten, die der Absicherung von variabel verzinslichen langfristigen Verbindlichkeiten dienen, werden, soweit die Anforderungen eines Cashflow-Hedge-Accountings erfüllt sind, ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Folgezeit zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung der gesicherten Transaktion in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsergebnis berücksichtigt.

Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf abgeschlossen und in diesem Sinne gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. Enthalten die Verträge eingebettete Derivate, werden die Derivate getrennt vom Basisvertrag bilanziert, wenn die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit denen des Basisvertrags verbunden sind.

Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts

Nachfolgend werden die wesentlichen Methoden und Annahmen zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten dargestellt:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben in der Regel Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. Die Buchwerte entsprechen daher den beizulegenden Zeitwerten. Forderungen mit Restlaufzeiten über einem Jahr werden zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte unter Berücksichtigung aktueller Zinsparameter diskontiert.

Vertragsvermögenswerte werden zu ihren Buchwerten angesetzt. Enthalten diese wesentliche Finanzierungskomponenten, erfolgt eine Diskontierung unter Berücksichtigung aktueller Zinsparameter. Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen demnach den Buchwerten.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzanlagen wird anhand von Marktpreisen am Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten ermittelt.

Für Ausleihungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird der beizulegende Zeitwert anhand abgezinster zukünftiger Zins- und Tilgungszahlungen berechnet.

Die Anleihen werden in einem aktiven und liquiden Markt gehandelt. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem börsenmäßig festgestellten und veröffentlichten Preis. Sollte für eine Anleihe kein liquider Marktpreis vorliegen, wird der beizulegende Zeitwert auf Basis beobachtbarer Inputfaktoren und unter Verwendung risikoadäquater Diskontierungszinssätze ermittelt.

Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr entspricht der Buchwert grundsätzlich dem beizulegenden Zeitwert. Alle anderen Verbindlichkeiten werden bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abgezinst.

Bei den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Leasing entspricht der beizulegende Zeitwert dem Barwert der Nettoleasingraten unter Berücksichtigung des Marktzinses für gleichartige Leasingverträge.

Die derivativen Finanzinstrumente werden im Wesentlichen in einem aktiven und liquiden Markt gehandelt. Die am Bilanzstichtag ausgewiesenen beizulegenden Zeitwerte resultieren im Wesentlichen aus Devisentermingeschäften sowie in geringem Umfang aus Warentermingeschäften. Sofern Informationen zu den Sicherungskosten verfügbar sind, werden die beizulegenden Zeitwerte mit der "Forward-to-Forward"-Methode aus den Beträgen abgeleitet, zu denen sie gehandelt oder notiert werden. Sind Informationen über die Sicherungskosten in einem Markt nicht verfügbar, werden die beizulegenden Zeitwerte anhand der "Spot-to-Spot"-Methode ermittelt und die Sicherungskosten inklusive der Terminkomponente abgetrennt. Im Falle fehlender Marktnotierungen erfolgt die Wertermittlung durch Einsatz anerkannter finanzmathematischer Berechnungsmethoden auf Basis beobachtbarer Marktdaten. Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte wird das eigene bzw. das Ausfallrisiko des Kontrahenten auf Basis der jeweiligen Nettoposition berücksichtigt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stellen Finanzinstrumente dar, welche dem Geschäftsmodell "Halten" zugeordnet und zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert sind. Das auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entfallende Kreditausfallrisiko wird unter Berücksichtigung der zukunftsbezogenen Ausfallerwartung der Gegenpartei im Rahmen des dreistufigen Modells des erwarteten Verlusts ermittelt und im sonstigen Finanzergebnis erfasst. Sie umfassen Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Finanztitel mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt, werden wegen ihrer hohen Liquidität ebenfalls hierunter ausgewiesen.

Vorräte

In den Vorräten sind diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse und Waren), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe). Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus auf Basis der Durchschnittsmethode ermittelten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und ihrem Nettoveräußerungswert, d. h. dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Fertigstellungs- und Vertriebskosten.

Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen fixen und variablen Material- und Fertigungsgemeinkosten bei normaler Auslastung der betreffenden Produktionsanlagen, soweit sie im Zusammenhang mit dem Herstellungsvorgang anfallen.

Darüber hinaus werden die Kosten für die betriebliche Altersversorgung, für soziale Einrichtungen des Betriebs sowie für freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens einbezogen, soweit sie dem Herstellungsbereich zuzuordnen sind. Kosten der Verwaltung werden berücksichtigt, soweit sie auf den Herstellungsbereich entfallen.

Die Produkte werden nicht im Rahmen langfristiger Fertigungsprozesse hergestellt. Daher werden Fremdkapitalkosten, die im Laufe der Produktion anfallen, nicht in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten einbezogen.

Aufgrund der Produktions- und Absatzgegebenheiten im LANXESS Konzern werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen.

Rückstellungen

Ansatz und Bewertung der Rückstellungen erfolgen nach IAS 37, gegebenenfalls auch nach IAS 19 und IFRS 2, mit der bestmöglichen Schätzung des Verpflichtungsumfangs. Soweit wesentliche Rückstellungen erst nach mehr als einem Jahr fällig werden und eine verlässliche Abschätzung der Auszahlungsbeträge bzw. -zeitpunkte möglich ist, wird für den langfristigen Anteil der entsprechende Barwert durch Abzinsung ermittelt und zurückgestellt. Soweit die Veränderung der Rückstellung aus dem Näherrücken des Erfüllungszeitpunkts resultiert (Zinseffekt), wird der entsprechende Aufwand im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Effekt in den Ergebnisbereichen erfasst, in denen ursprünglich die Bildung der Rückstellung erfolgte.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für leistungsorientierte Versorgungspläne gebildet. Der Rückstellungsbewertung liegt der mithilfe der Anwartschaftsbarwertmethode (Methode der laufenden Einmalprämien) ermittelte versicherungsmathematische Barwert der jeweiligen Verpflichtung zugrunde. Hierbei werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch die erwartete Einkommens- und Rentenentwicklung berücksichtigt. Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden vollständig im sonstigen Ergebnis der Periode erfasst, in der sie auftreten. Sie werden in einer nachfolgenden Berichtsperiode nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Zu den Personalrückstellungen gehören vor allem Jahressonderzahlungen und Zahlungen aus mehrjährigen Vergütungsprogrammen sowie sonstige Personalkosten.

Die anteilsbasierten Mitarbeitervergütungsprogramme (LTSP - Long Term Stock Performance Plan) sehen einen Barausgleich vor. Verpflichtungen hieraus werden durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe dem beizulegenden Zeitwert des jeweils erdienten Anteils der Zusagen an die Mitarbeiter entspricht. Der beizulegende Zeitwert wird mithilfe der Monte-Carlo-Simulationstechnik ermittelt. Hierbei werden zukünftige Kursentwicklungen simuliert und der Wert der gewährten Anrechte als zu erwartender Ausschüttungsbetrag ermittelt. Es wird eine zweidimensionale Normalverteilung der Kursentwicklungen unterstellt. Der beizulegende Zeitwert der Anrechte wird zeitanteilig über die Sperrfrist (Erdienungszeitraum) als Rückstellung erfasst.

Das anteilsbasierte Vergütungsprogramm für Aufsichtsräte sieht einen variablen Barausgleich vor, sofern sich die LANXESS Aktie im Mandatszeitraum im Vergleich zu einem festgelegten Index besser entwickelt. Hieraus erwartete Verpflichtungen werden entsprechend als Rückstellungen berücksichtigt.

Rückstellungen für Restrukturierungen werden gebildet, wenn sich eine rechtliche oder faktische Verpflichtung auf Basis eines detaillierten Restrukturierungsplans ergibt, welcher von der jeweils entscheidungsbefugten Managementebene beschlossen und den betroffenen Mitarbeitern bzw. deren Vertretern kommuniziert wurde. Sie enthalten die den Restrukturierungsmaßnahmen direkt zurechenbaren Aufwendungen, die zur Erfüllung der Maßnahmen notwendig sind und nicht mit zukünftigem operativem Geschäft in Verbindung stehen.

Der LANXESS Konzern bildet auch Rückstellungen für laufende oder wahrscheinliche Rechtsstreitigkeiten, wenn diese angemessen abgeschätzt werden können. Diese Rückstellungen decken alle geschätzten Gebühren und Rechtskosten sowie eventuelle Vergleichskosten ab. Prozesskosten für Rechtsstreitigkeiten werden jedoch nur erfasst, wenn davon ausgegangen wird, dass diese von LANXESS zu tragen sind. Die zurückgestellten Beträge werden aufgrund von Mitteilungen und Kostenschätzungen der Anwälte des Unternehmens ermittelt. Solche Rückstellungen werden regelmäßig zusammen mit den Anwälten des Unternehmens überprüft und angepasst.

Eventualverbindlichkeiten

Bei Eventualverbindlichkeiten handelt es sich um mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht verlässlich bestimmt werden kann. Sie werden in der Bilanz - soweit nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses anzusetzen - nicht erfasst.

Verbindlichkeiten

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Von Dritten gewährte Zuwendungen für den Erwerb oder den Bau von Sachanlagen werden in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über den zugrunde liegenden Zeitraum oder die voraussichtliche Nutzungsdauer der betreffenden Vermögenswerte aufgelöst und im Gewinn oder Verlust im entsprechenden Funktionsbereich erfasst.

Vertragsverbindlichkeiten werden ebenfalls in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und stellen Vorauszahlungen des Kunden für noch zu erbringende Leistungen dar.

Bilanzierung in Hochinflationsländern

Ein Land ist als Hochinflationsland einzustufen, wenn sich, neben anderen Kriterien, die kumulative Inflationsrate der letzten drei Jahre 100 % nähert oder diesen Wert überschreitet. Mit Einstufung als Hochinflationsland werden die nicht monetären Bilanzpositionen, Eigenkapitalbestandteile und die Posten der Gesamt-ergebnisrechnung unter Verwendung eines geeigneten Preisindex an das aktuelle Preisniveau angepasst. Anpassungen an das aktuelle Preisniveau, welche früheren Geschäftsjahren zuzurechnen sind, führen zu einer Differenz zwischen dem Eigenkapital des Vorjahres und dem Eröffnungsbetrag des Eigenkapitals des Geschäftsjahres. Diese Eigenkapitaldifferenz wird im sonstigen Ergebnis in den Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe erfasst. Die Erfassung erfolgt im Geschäftsjahr der erstmaligen Einstufung eines Landes als Hochinflationsland. Anpassungen für Vorgänge des aktuellen Geschäftsjahres werden als monetäre Gewinne oder Verluste im sonstigen Finanzergebnis berücksichtigt.

In der Bilanz betrifft dies insbesondere nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten und somit nicht zum aktuellen Preisniveau bilanziert sind. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagevermögen und Vorräte sowie geleistete und erhaltene Vorauszahlungen. Die Preisanpassung wird ausgehend vom Zeitpunkt der historischen Anschaffung bzw. Herstellung bis zum Abschlussstichtag berechnet. Eigenkapitalbestandteile, mit Ausnahme der nicht ausgeschütteten Ergebnisse, werden vom Zeitpunkt ihrer Zuführung in das Eigenkapital an das aktuelle Preisniveau angepasst. Die Anpassung der Posten der Gesamtergebnisrechnung erfolgt ab dem Zeitpunkt, zu dem die jeweiligen Erträge und Aufwendungen erstmals im Abschluss erfasst wurden.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Schulden und nicht fortgeführtes Geschäft

Vermögenswerte werden, soweit wesentlich, als "zur Veräußerung gehalten" ausgewiesen, wenn ihre Veräußerung sehr wahrscheinlich und im gegenwärtigen Zustand möglich ist. Dabei kann es sich um einzelne langfristige Vermögenswerte, um Gruppen von Vermögenswerten (Veräußerungsgruppen) oder um ganze Unternehmensbereiche handeln. Eine Veräußerungsgruppe kann auch Schulden beinhalten, wenn diese Schulden zusammen mit den Vermögenswerten im Rahmen der Transaktion abgegeben werden.

Der Ausweis der betreffenden Vermögenswerte und Schulden erfolgt jeweils in einem separaten Bilanzposten. Die zur Veräußerung gehaltenen immateriellen Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen unterliegen keiner weiteren planmäßigen Abschreibung und werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert zum Zeitpunkt der Qualifizierung als zur Veräußerung bestimmt und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bilanziert. Konzerninterne Forderungen und Schulden werden vollständig eliminiert. Die Vorjahreswerte werden nicht angepasst.

Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung fokussiert sich auf das fortzuführende Geschäftsergebnis. Das Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäfts wird in der Zeile "Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft nach Ertragsteuern" gezeigt. Die Erfassung der Ergebnisse konzerninterner Lieferungen und Leistungen, die nach Entkonsolidierung des nicht fortgeführten Geschäfts entweder mit diesem oder Dritten fortgeführt werden, erfolgt im fortzuführenden Bereich. Die Eliminierungsbuchungen im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung werden vollständig dem nicht fortgeführten Geschäft zugeordnet. Die Vorperiode der Gewinn- und Verlustrechnung ist entsprechend angepasst. Das Entkonsolidierungsergebnis wird im nicht fortgeführten Geschäft erfasst. Im Falle von zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten wird das Geschäftsergebnis dem fortgeführten Geschäft zugeordnet.

In den Erläuterungen der Bilanzpositionen sind Überleitungen der Jahresanfangswerte zu den Jahresendwerten enthalten. Die Darstellung der Überleitungen fokussiert sich auf das fortzuführende Geschäft. Werte des nicht fortgeführten Geschäfts sind in der Zeile "Anpassungen gemäß IFRS 5" ausgewiesen. Diese enthalten die Umgliederung der Bilanzwerte für das nicht fortgeführte Geschäft zum Geschäftsjahresbeginn bzw. die Umgliederung der Bilanzwerte der zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte zum Umklassifizierungszeitpunkt nach IFRS 5. Zudem werden für das Vorjahr hierin die Aufwendungen und Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung, welche dem nicht fortgeführten Geschäft zuzuordnen sind, ausgewiesen.

Umsatzerlöse und sonstige Erlöse In den Umsatzerlösen werden unter Anwendung der Regelungen des IFRS 15 die Verkäufe erfasst, welche im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erbracht werden. Dies sind insbesondere der Verkauf selbst hergestellter chemischer Produkte oder deren Lohnbearbeitung. Zudem werden in den Umsatzerlösen Forschungs- und Entwicklungsleistungen, vertriebs- und produktbezogene Dienstleistungen wie auch sonstige langfristig angelegte Dienstleistungen erfasst. Dienstleistungen, welche keinen Bezug zur gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aufweisen und zeitlich begrenzt sind, werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Die Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt in Abhängigkeit von der Übertragung der Verfügungsgewalt über die Produkte bzw. Leistungen auf den Kunden. Die Übertragung der Verfügungsgewalt kann zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum erfolgen und ist gegeben, wenn der Kunde über die Nutzung des Vermögenswertes bestimmen und den verbleibenden Nutzen aus ihm ziehen kann. Rückgaberechte bestehen in der Regel nicht.

Die Umsatzerfassung für den Verkauf von chemischen Produkten erfolgt im Regelfall abhängig von den Lieferbedingungen zu dem Zeitpunkt, zu dem der Kunde oder ein von diesem beauftragter Dritter die Produkte in Empfang nimmt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Chancen und Risiken auf den Kunden übergegangen, der Kunde hat die Ware physisch erhalten und es bestehen im Normalfall keine offenen Verpflichtungen mehr, welche die Annahme des Produkts durch den Kunden hemmen. Die Entstehung des Zahlungsanspruchs wie auch der Eigentumsübergang sind individuell geregelt und werden für die Bestimmung des Umsatzzeitpunkts mit herangezogen. Die Umsatzbemessung erfolgt - nach Abzug von Verkehrssteuern und Erlösschmälerungen - zum Rechnungsbetrag.

Die Umsatzerfassung im Geschäftsmodell der Herstellung von Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem der Kunde die Ware in Empfang nimmt. Für die Umsatzbemessung wird der zukünftig erwartete Gesamtverkaufserlös der Mindestabnahmemengen über die gesamte Vertragslaufzeit geschätzt und auf die einzelnen Lieferungen alloziert. Hierbei werden Rabatte wie auch materielle Rechte auf den Bezug erwarteter zusätzlicher Abnahmemengen im Gesamtverkaufserlös mit berücksichtigt. Die aus der Durchschnittspreisbemessung entstehenden Unterschiede zum Rechnungspreis werden als Vertragsvermögenswerte bzw. Vertragsverbindlichkeiten bilanziert, welche sich über die Vertragslaufzeit auflösen.

Im Geschäftsmodell der Herstellung von kundenspezifischen Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen besteht für die hergestellten Produkte aus Sicht des LANXESS Konzerns im Sinne der Regelungen des IFRS 15 keine alternative Verwendungsmöglichkeit. Zudem besteht ein vertraglich durchsetzbarer Rechtsanspruch auf Vergütung der Mindestabnahmemengen. Die Umsatzerfassung für fertige und unfertige Erzeugnisse wie auch für Vorauszahlungen des Kunden erfolgt über den Herstellungszeitraum. Basis für die Umsatzbemessung der fertigen Produkte sind die produzierten Mengen des Geschäftsjahres. Für die fertigen Produkte wird der zukünftig erwartete Gesamtverkaufserlös der Mindestabnahmemengen über die gesamte Vertragslaufzeit auf Basis aktueller Vertragsklauseln geschätzt und auf die einzelnen Produktionseinheiten alloziert. Hierbei werden Rabatte wie auch materielle Rechte auf den Bezug erwarteter zusätzlicher Abnahmemengen im Gesamtverkaufserlös mit berücksichtigt. Grundlage für die Umsatzbemessung der unfertigen Produkte sind die angefallenen Herstellungskosten, welche auf Basis der Input-Methode unter Berücksichtigung einer anteiligen Marge des Endprodukts ermittelt werden (Erläuterungen zur Ermittlung der Herstellungskosten vgl. Abschnitt "Vorräte" in diesem Abschnitt). Die entsprechenden Forderungen werden bis zum Auslieferungszeitpunkt der Produkte als Vertragsvermögenswerte abgebildet. Mit Umsatzerfassung werden die betroffenen Vorräte ausgebucht. Bei Lieferung der Produkte werden die Vertragsvermögenswerte aufgelöst und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst.

Im Geschäftsmodell Produktverkauf mit Organisation der Frachtleistung erfolgt der Übergang der Verfügungsgewalt auf den Kunden aufgrund der vereinbarten Lieferkonditionen im Wesentlichen am Ende der Frachtleistung. Insofern wird zu diesem Zeitpunkt der Umsatz - nach Abzug von Verkehrssteuern und Erlösschmälerungen - zum Rechnungsbetrag bemessen und erfasst. Die Frachtleistung wird nicht als getrennte Leistungsverpflichtung behandelt.

Die Lohnbearbeitung von chemischen Produkten, Forschungs- und Entwicklungsleistungen, vertriebs- und produktbezogene Dienstleistungen wie auch sonstige auf Dauer angelegte Dienstleistungen werden über den Leistungszeitraum als Umsatz erfasst und nach Abzug von Verkehrssteuern und Erlösschmälerungen zum Rechnungsbetrag bemessen.

Kundenrabatte, welche nicht den Geschäftsmodellen der Herstellung von Produkten bzw. kundenspezifischen Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen zuzuordnen sind, werden in der Periode berücksichtigt, in der die Umsatzrealisierung erfolgte.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Nach IAS 38 sind Forschungskosten nicht und Entwicklungskosten nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen zu aktivieren. Eine Aktivierung ist demnach immer dann erforderlich, wenn die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Sicherheit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die darüber hinaus auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Da die Entwicklung und Weiterentwicklung von Produkten und Verfahren aber häufig mit Unsicherheiten hinsichtlich der Realisierbarkeit eines zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens verbunden ist, sind die Bedingungen für eine Aktivierung von Entwicklungskosten in der Regel nicht erfüllt.

Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen landesspezifische Steuersätze zugrunde.

Die Ertragsteuerforderungen und -schulden umfassen sowohl das jeweilige Geschäftsjahr als auch Sachverhalte aus Vorjahren. Den Bewertungen liegt die geltende Rechtslage unter Berücksichtigung aktueller Rechtsprechung und herrschender Fachmeinung zugrunde. Unsichere Ertragsteuerpositionen werden bilanziert, sofern deren Zahlung oder Rückerstattung als wahrscheinlich eingeschätzt wird. Die Bewertung erfolgt grundsätzlich einzeln zum wahrscheinlichsten Betrag oder zum Erwartungswert, abhängig davon, welche Bemessung die bestmögliche Einschätzung der jeweiligen unsicheren Steuerposition liefert.

Gemäß IAS 12 werden latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in Konzern- und Steuerbilanz, aus Konsolidierungsvorgängen sowie auf realisierbare steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Den Berechnungen liegen Steuerplanungsrechnungen und übliche bzw. realisierbare Steuerstrategien zugrunde. Es werden die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze, die jeweiligen Nutzungszeiträume sowie Verlustverrechnungsbeschränkungen berücksichtigt. Diese basieren auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen.

Der Buchwert latenter Steueransprüche wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft und nur in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, um die latenten Steueransprüche zu nutzen. Aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen werden berücksichtigt, soweit es wahrscheinlich ist, dass die Verlustvorträge nutzbar sind.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.

Unternehmenserwerbe und -verkäufe

Die Bilanzierung eines Unternehmenserwerbs erfolgt unter Anwendung der Erwerbsmethode. Zum Zeitpunkt der erstmaligen Beherrschung werden die übernommenen Vermögenswerte und -schulden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die mit dem Unternehmenserwerb in Zusammenhang stehenden Anschaffungsnebenkosten werden als Aufwand der Periode, in der sie anfallen, erfasst.

Verkäufe von Anteilen an Tochterunternehmen mit der Folge des Verlusts der Beherrschung werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Bei sukzessiven Anteilsveräußerungen ohne Verlust der Beherrschung wird der Rückgang der Mehrheitsanteile im sonstigen Ergebnis abgebildet und führt zu einem Anstieg der Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital. Wird nach dem Verlust der Beherrschung weiterhin ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt, wird eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder eine Beteiligung nach der Equity-Methode bilanziert. Sobald kein wesentlicher Einfluss mehr auf die Finanz- und Geschäftspolitik besteht, wird die verbleibende Beteiligung als finanzieller Vermögenswert angesetzt und im sonstigen Ergebnis bzw. im Gewinn oder Verlust zum Zeitwert bilanziert.

Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des LANXESS Konzerns im Laufe des Geschäftsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Liquidität umfasst Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Zahlungsströme des fortzuführenden Geschäfts werden getrennt von den Zahlungsströmen des nicht fortgeführten Geschäfts ausgewiesen. Die Darstellung der Zahlungsströme des nicht fortgeführten Geschäfts erfolgt zusammengefasst in einer Zeile je Bereich. Die Vorjahreswerte werden entsprechend angepasst.

Die Zahlungsströme aus der operativen Tätigkeit werden nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung, um Effekte der Erstanwendung von Rechnungslegungsstandards und um Effekte aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt und sind somit nicht unmittelbar aus der Konzernbilanz ableitbar.

Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen werden als Abfluss aus investiver Tätigkeit gezeigt. Sie werden gekürzt um von Dritten hierfür gewährte Zuwendungen. Investitionen im Rahmen von Leasingverhältnissen sowie aktivierte Fremdkapitalkosten sind nicht enthalten. Eine Vergleichbarkeit mit den Investitionen des Anlagenspiegels ist insoweit nicht gegeben.

Seit dem 1. Januar 2019 werden beim Leasingnehmer alle Leasingverhältnisse in Form eines Nutzungsrechts und einer Leasingverbindlichkeit auf Basis des Barwerts der Leasingzahlungen bilanziert. Auszahlungen aus Leasingverhältnissen, in denen LANXESS Leasingnehmer ist, werden als Abfluss aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen, während Einzahlungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen, in denen LANXESS Leasinggeber ist, als Zufluss aus investiver Tätigkeit gezeigt werden. Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte werden als Zahlungsströme aus operativer Tätigkeit gezeigt. Im Vorjahr wurden zudem alle Zahlungen aus operativen Leasingverhältnissen, bei denen LANXESS Leasingnehmer war, als Zahlungsströme aus operativer Tätigkeit erfasst.

Zahlungen für die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen, werden der operativen Tätigkeit zugeordnet. Zahlungen für Ausfinanzierungen, bei denen LANXESS lediglich Erstattungsansprüche für zukünftig zu leistende Rentenzahlungen zustehen (Contractual Trust Arrangement - CTA), werden in der investiven Tätigkeit ausgewiesen.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb bzw. Verkauf von Tochterunternehmen und anderen Geschäftseinheiten gezahlte Kaufpreise (bzw. erhaltene Verkaufspreise) werden abzüglich erworbener (bzw. abgegebener) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Bereich der investiven Tätigkeit der fortzuführenden Geschäftstätigkeit gezeigt. Diese beinhalten auch die Zahlungen des Kaufpreises für nicht fortgeführte Geschäftstätigkeiten.

Erhaltene Zinsen und Dividenden werden in den Zahlungsströmen aus investiver Tätigkeit ausgewiesen. Gezahlte Zinsen und Dividenden werden im Bereich der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt.

Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen

Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit von langfristigen Vermögenswerten im LANXESS Konzern wird zunächst analysiert, inwieweit Anhaltspunkte vorliegen, die auf eine mögliche Wertminderung von Vermögenswerten bzw. mögliche Wertaufholung wertgeminderter Vermögenswerte hinweisen. Sofern sich hierbei Anzeichen ergeben, dass Vermögenswerte wertgemindert bzw. Wertaufholungen wertgeminderter Vermögenswerte erforderlich sein könnten, werden die Restbuchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag verglichen. Diese Analysen werden im LANXESS Konzern mindestens einmal jährlich durchgeführt.

Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten werden für die Werthaltigkeitsprüfung von Vermögenswerten die Business Units des LANXESS Konzerns definiert, mit Ausnahme der Business Unit Advanced Industrial Intermediates, welche sich in die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Advanced Industrial Intermediates und Antioxidants & Accelerators untergliedert.

Sollten Anzeichen für Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten vorliegen, die auf einer Ebene unterhalb der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten angesiedelt sind, werden für diese Vermögenswerte Werthaltigkeitsprüfungen durchgeführt und, wenn erforderlich, Wertminderungen oder Wertaufholungen im Gewinn oder Verlust erfasst.

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind, werden einmal jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Hierbei werden die Restbuchwerte der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit, einschließlich der zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerte, dem erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Für die Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwerts der Business Unit Advanced Industrial Intermediates bilden die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Advanced Industrial Intermediates und Antioxidants & Accelerators eine Gruppe.

Im Geschäftsjahr erfolgte die Aufspaltung der Business Unit Additives in die Business Units Lubricant Additives Business und Polymer Additives. Im Vorjahr waren mit dem Verkauf der Beteiligung an ARLANXEO die Business Units Tire & Specialty Rubbers (Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers) und High Performance Elastomers (High Performance Elastomers und Keltan Elastomers) abgegangen. Der mit der Business Unit Tire & Specialty Rubbers verbundene Geschäfts- oder Firmenwert wurde auf der Ebene der Gruppe der beiden Business Units Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers getestet und ging zum 31. Dezember 2018 infolge der Entkonsolidierung vollständig ab.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs und dem Nutzungswert. Ist der Restbuchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit höher als ihr erzielbarer Betrag, liegt in Höhe der Differenz unter Umständen ein Ab-wertungsverlust vor. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs stellt zum jeweiligen Überprüfungszeitpunkt die bestmögliche Schätzung des Erlöses dar und ist der Betrag, der durch den Verkauf der zahlungsmittelgenerierenden Einheit in einer Transaktion zu Marktbedingungen zwischen sachverständigen, vertragswilligen Parteien nach Abzug der Veräußerungskosten erzielt werden könnte. Der Nutzungswert ist definiert als der Barwert der künftigen Zahlungsströme, die durch die fortlaufende Nutzung eines Vermögenswerts und dessen Abgang am Ende der Nutzungsdauer erwartet werden. Die Prüfung auf Wertminderung bzw. Wertaufholung wird in einem ersten Schritt nach dem Verfahren des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs durchgeführt. Sofern der hierbei ermittelte Betrag den Restbuchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter- bzw. überschreitet, erfolgt eine Beurteilung des Nutzungswerts. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wird in der Regel ein kapitalwertorientiertes Verfahren zugrunde gelegt, welches der Stufe 3 der Bemessungshierarchie zuzuordnen ist (vgl. Anhangangabe [37], Abschnitt "Bewertung zum beizulegenden Zeitwert").

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs basiert in der Regel auf einer Prognose der künftigen Netto-Zahlungsströme. Als Grundlage dient die vom Management der LANXESS AG verabschiedete Planung. Diese beinhaltet Einschätzungen hinsichtlich der Entwicklung des erwarteten Marktumfelds und weiterer Einflussfaktoren, wie künftige Rohstoffpreise, Energiekosten, Funktionskosten, Wechselkurse und Investitionen. Zwischen den Einflussfaktoren bestehen wechselseitige Zusammenhänge, die sich in den erwarteten Netto-Zahlungsströmen widerspiegeln. Die Einschätzungen beruhen auf Erfahrungen des Managements aus der Vergangenheit unter Berücksichtigung interner sowie externer ökonomischer und industriespezifischer Informationsquellen. Erweiterungsinvestitionen, Reorganisationsprojekte und die daraus entstehenden Synergien, soweit diese auch durch einen externen Dritten nutzbar sind, werden bei den zukünftigen Netto-Zahlungsströmen im Rahmen dieser Einschätzungen berücksichtigt. Bei der Bestimmung des Nutzungswerts wird eine entsprechende Prognose der künftigen Netto-Zahlungsströme vorgenommen. Hierbei finden jedoch zukünftige Mittelzu- und -abflüsse aus noch nicht begonnenen Erweiterungsinvestitionen, geplanten, aber nicht verabschiedeten Restrukturierungen sowie deren Synergien keine Berücksichtigung. Konzernfunktionsbereichskosten werden berücksichtigt, sofern ein potenzieller Erwerber diese aufwenden müsste. Sowohl für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs wie auch für die Bestimmung des Nutzungswerts umfassen die Prognosen einen Zeitraum von fünf Jahren. Im Rahmen der Ermittlung der ewigen Rente wird grundsätzlich auf dem letzten Planungsjahr aufgesetzt und es werden keine Wachstumsraten berücksichtigt. Gegebenenfalls werden Anpassungen zur Abbildung des sogenannten eingeschwungenen Zustands in der ewigen Rente vorgenommen. Die künftigen Netto-Zahlungsströme werden mit einem gewogenen Kapitalkostensatz abgezinst. Der Kapitalkostensatz ergibt sich gemäß IAS 36 unter Anwendung kapitalmarktorientierter Modelle und durch Berücksichtigung einer branchenspezifischen Kapitalstruktur sowie branchenspezifischer Geschäftsrisiken der Chemieindustrie und ist aus externen Kapitalinformationen abgeleitet.

Mit Einführung von IFRS 16 werden in den Restbuchwerten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit die Leasingnutzungsrechte, als Teil des Sachanlagevermögens, mit berücksichtigt. Leasingverbindlichkeiten werden als finanzielle Verbindlichkeiten jedoch nicht mit einbezogen. Bei der Herleitung der Nettozahlungsströme werden die Abschreibungen aus aktivierten Leasingnutzungsrechten erhöhend und Ersatzinvestitionen in Leasingnutzungsrechte wie auch Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert mindernd berücksichtigt. Im Vergleich zur Behandlung von Finanzierungsleasingverhältnissen nach IAS 17 hat sich das Vorgehen nicht verändert.

Wenn im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung die Höhe von aufwandswirksamen Wertminderungen ermittelt wird, so erfolgt im ersten Schritt die Abschreibung vorhandener Geschäfts- oder Firmenwerte der betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Ein eventuell verbleibender Restbetrag wird anteilig auf die anderen langfristigen Vermögenswerte der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit entsprechend den den Werthaltigkeitsprüfungen zugrunde liegenden Restbuchwerten verteilt. Hierbei werden die unterhalb der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit liegenden langfristigen Vermögenswerte auf ihren erzielbaren Betrag hin beurteilt und eine Verlustverteilung nur bis zur Höhe des erzielbaren Betrags dieser Vermögenswerte vorgenommen. Ein übersteigender Wertminderungsaufwand, der diesen Vermögenswerten darüber hinaus zugeordnet worden wäre, wird anteilig auf die anderen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verteilt.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen werden in voller Höhe erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst und in der Segmentberichterstattung in den jeweiligen Segmentaufwendungen ausgewiesen.

Ergeben sich im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Wertaufholungen von in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen auf Vermögenswerte, weil die Anhaltspunkte für eine frühere Wertminderung nicht mehr bestehen oder sich geändert haben, erfolgt eine Wertaufholung auf maximal den Betrag, der sich bei Ausbleiben jener Wertminderung unter Anwendung der planmäßigen Abschreibung ergeben hätte. Es werden keine Wertaufholungen auf abgeschriebene Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Wertaufholungen werden in voller Höhe erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst und in der Segmentberichterstattung in den jeweiligen Segmenterträgen ausgewiesen.

Die Ergebnisse der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen der Geschäftsjahre 2018 und 2019 werden im folgenden Abschnitt erläutert.

SCHÄTZUNGSUNSICHERHEITEN UND ERMESSENSSPIELRÄUME

Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS bedingt die Auswahl von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Einbeziehung von zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen, die sich auf den Wertansatz der aktivierten Vermögenswerte und passivierten Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken können.

Alle getroffenen Annahmen und Schätzungen im Konzernabschluss basieren auf den Erwartungen des Managements. Erkenntnisse, die zu Schätzungsänderungen führen, werden laufend berücksichtigt und können gegebenenfalls zu einer Anpassung der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden führen.

Nachfolgend werden die Annahmen und Schätzungen erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden im LANXESS Konzern haben können.

Der LANXESS Konzern führt Werthaltigkeitsprüfungen für einzelne oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet sind, mindestens einmal jährlich durch. Darüber hinaus finden Überprüfungen der Werthaltigkeit anlassbezogen statt (vgl. Abschnitt "Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen"). Den Werthaltigkeitsprüfungen von Vermögenswerten wie auch den Werthaltigkeitsprüfungen von Geschäfts- oder Firmenwerten lagen zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs kapitalwertorientierte Verfahren zugrunde, welche der Stufe 3 der Bemessungshierarchie zuzuordnen sind.

Bei den im Geschäftsjahr 2019 durchgeführten Werthaltigkeitsprüfungen von Vermögenswerten können die getroffenen Annahmen und Schätzungen des Managements von den tatsächlichen Gegebenheiten in späteren Perioden abweichen, woraus sich ein Wertänderungsbedarf ergeben könnte. Erwartungen des Managements über zukünftige Netto-Zahlungsströme haben somit indirekt Auswirkung auf die Bewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten und anderen Vermögenswerten. Den jährlichen Werthaltigkeitsprüfungen liegt ein Diskontierungszinssatz nach Steuern von 6,1 % (Vorjahr: 6,7 %) zugrunde. Im Vorjahr erfolgte eine Werthaltigkeitsprüfung zum Abschlussstichtag mit einem Diskontierungszinssatz nach Steuern von 6,7 % für die ehemalige Business Unit Additives im Segment Special-ty Additives. Anlass für diese Werthaltigkeitsprüfung zum Abschlussstichtag war im Vorjahr der Zugang des Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von 12 Mio. € durch die Übernahme des US-amerikanischen Phosphorchemikalien-Geschäfts des belgischen Chemiekonzerns Solvay einschließlich des Produktionsstandorts in Charleston (USA). Im Rahmen der Aufspaltung der Business Unit Additives in die Business Unit Lubricant Additives Business und Polymer Additives wurde dieser Geschäfts- oder Firmenwert im laufenden Geschäftsjahr der Business Unit Polymer Additives zugeordnet.

Die Prüfungen der Werthaltigkeit zahlungsmittelgenerierender Einheiten ergaben für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 keinen Wertminderungsbedarf.

Die jährliche Prüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt nach dem Verfahren des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs. Die Geschäftsoder Firmenwerte werden in lokaler Währung geführt. Im Nachfolgenden werden die wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte erläutert.

Wesentliche Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen auf die Business Unit Lubricant Additives Business in Höhe 209 Mio. € und auf die Business Unit Polymer Additives in Höhe von 325 Mio. €. Die beiden Business Units entstanden durch die Aufspaltung der Business Unit Additives im Geschäftsjahr 2019 und sind dem Segment Specialty Additives zugeordnet. Im Vorjahr betrug der Geschäfts- oder Firmenwert der Business Unit Additives 524 Mio. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ergibt sich durch Wechselkurseffekte.

Weitere wesentliche Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen auf die Business Unit Urethane Systems in Höhe von 151 Mio. € (Vorjahr: 149 Mio. €) und auf die Business Unit Material Protection Products in Höhe von 140 Mio. € (Vorjahr: 137 Mio. €). Die Veränderungen ergeben sich durch Wechselkurseffekte. Auf andere Business Units entfallen wie im Vorjahr Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 40 Mio. €, welche aus Wesentlichkeitsgründen nicht erläutert werden.

Hinsichtlich der Ermittlung der Netto-Zahlungsströme verweisen wir auf die in diesem und im vorherigen Abschnitt erfolgten Angaben. Die Business Units Lubricant Additives Business und Polymer Additives stellen im Wesentlichen Additive für die Bau-, Elektro-, primärmetall- und lebensmittelverarbeitende Industrien her. Urethane Systems produziert Elastomere auf Urethanebasis, welche in der Automobilindustrie, Elektro/Elektronikindustrie, Bauindustrie und in diversen anderen Industrien eingesetzt werden. Die Business Unit Material Protection Products stellt Materialschutzprodukte, Wirkstoffe und biozide Formulierungen für die Holzindustrie, Getränkeabfüllindustrie, Bauindustrie, für die Farben- und Lackindustrie sowie für weitere diverse Industrien her. Die der Detailplanung zugrunde gelegten Einschätzungen der zukünftigen Marktentwicklungen sind von der jeweiligen Abnehmerindustrie abhängig und beruhen auf Erfahrungen des Managements aus der Vergangenheit unter Berücksichtigung interner sowie externer ökonomischer und industriespezifischer Informationsquellen.

Für die Business Unit Lubricant Additives Business wurde ein Umsatzwachstum in Höhe von durchschnittlich jährlich 3 % und für die Business Unit Polymer Additives ein Umsatzwachstum in Höhe von durchschnittlich jährlich 4% angenommen. Im Vorjahr wurde für die Business Unit Additives, welche sich aus den beiden vorgenannten Business Units zusammensetzte, ein Umsatzwachstum in Höhe von durchschnittlich jährlich 4 % verwendet.

Die Business Unit Urethane Systems plante mit einem Umsatzwachstum in Höhe von durchschnittlich jährlich 4 % (Vorjahr: 7%) und die Business Unit Material Protection Products wie im Vorjahr mit einem Umsatzwachstum in Höhe von durchschnittlich jährlich 5%.

Für die Werthaltigkeitsprüfungen der wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte wurden zur Abbildung des eingeschwungenen Zustands im aktuellen Geschäftsjahr bei den Business Units Lubricant Additives Business und Polymer Additives in der ewigen Rente höhere EBITDA-Werte als im letzten Planungsjahr angesetzt. Im Vorjahr wurde bei der Business Unit Additives in der ewigen Rente ein niedrigerer EBITDA-Wert als im letzten Planungsjahr angesetzt. Bei der Business Unit Urethane Systems wurde im Vorjahr in der ewigen Rente ein höherer EBITDA-Wert als im letzten Planungsjahr zur Abbildung des eingeschwungenen Zustands angesetzt. Bei der Business Unit Material Protection Products ergibt sich im laufenden Geschäftsjahr in der ewigen Rente ein niedrigerer EBITDA-Werte als im letzten Planungsjahr.

In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 ergab sich bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte kein Wertminderungsbedarf. Weder eine Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um 1 %-Punkt noch eine Verminderung der zukünftigen Netto-Zahlungsströme um 10 % hätten zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Geschäftsoder Firmenwerte geführt.

Nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 tritt eine Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020 in Kraft, in der keine Änderung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien erwartet wird. Sofern bis zum Ende der Übergangsphase keine Einigung über eine Neuregelung der Beziehungen erzielt wird und keine Verlängerung der Übergangsphase beantragt wird, ist ein Ausscheiden ohne Abkommen möglich. Im Rahmen des Chancen- und Risikomanagements wurde der Einfluss dieses Szenarios auf die Geschäftstätigkeit untersucht. Hierzu wurde ein fachübergreifendes Expertenteam zusammengestellt, welches u. a. Lieferketten sicherstellen und gegebenenfalls interne Prozesse anpassen soll. Außerdem werden die notwendigen Schritte hinsichtlich der Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) vorbereitet. Die bisher getroffenen Maßnahmen für den Fall eines Ausscheidens Großbritanniens ohne Abkommen umfassen den Aufbau von Vorratsbeständen und den kontinuierlichen Austausch mit Abnehmern und Lieferanten, um auch zukünftig die handelsüblichen Lieferzeiten zu gewährleisten. Darüber hinaus hat LANXESS Vorbereitungen getroffen, bestehende britische Registrierungen an LANXESS Gesellschaften innerhalb der Europäischen Union übertragen zu können sowie durch Bestandsschutzregelungen, Benachrichtigungs- und Registrierungsprozesse die Einhaltung regulatorischer Bestimmungen innerhalb Großbritanniens sicherzustellen. Aufgrund der umfassenden Vorbereitung sowie des geringen Umsatzanteils Großbritanniens am Gesamtgeschäft werden keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf durch ein Ausscheiden ohne Abkommen erwartet. Zum Abschlussstichtag sind weder die politischen Rahmenbedingungen noch die damit verbundenen Folgen des Ausscheidens Großbritanniens aus der Europäischen Union final abschätzbar.

Darüber hinaus wurden die Auswirkungen des andauernden Handelskonflikts zwischen China und den USA auf LANXESS untersucht. Im Rahmen der Beurteilung wurde festgestellt, dass nur vereinzelt Produkte des LANXESS Portfolios betroffen und dass die Warenströme zwischen China und den USA lediglich schwach ausgeprägt sind. Folglich ist kein signifikant negativer Einfluss durch die direkten Folgen der Auseinandersetzung auf unsere Geschäftstätigkeit zu erwarten.

Im Rahmen der Leasingbilanzierung werden insbesondere bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen Einschätzungen vorgenommen. Hierbei werden die zum Abschlussstichtag vorliegenden Informationen, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung oder Nichtausübung von Verlängerungs- bzw. Kündigungsoptionen bieten, berücksichtigt.

Sofern implizite Diskontierungszinssätze aus dem zugrundeliegenden Leasingvertrag nicht ermittelbar sind erfolgen zudem Einschätzungen zur Ermittlung entsprechender Grenzfremdkapitalkostenzinssätze. Diese werden auf Basis laufzeitadäquater Renditen von Staatsanleihen des jeweiligen Landes in der entsprechenden Währung, erhöht um Kreditaufschläge, hergeleitet und hinsichtlich der Laufzeitbänder teilweise linear abgeleitet.

Auch der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen werden durch die getroffenen Annahmen über die Eintrittswahrscheinlichkeit, die zeitliche Verteilung, den zugrunde gelegten Abzinsungsfaktor sowie die absolute Höhe des Risikos beeinflusst. Der LANXESS Konzern hat für den Konzernabschluss 2019 eine gemäß IFRS vorgeschriebene Sensitivitätsanalyse für Rückstellungen durchgeführt. Im Rahmen dieser Analyse wurden die möglichen Effekte aus der isolierten Variation der verwendeten Parameter ermittelt. Insbesondere wurden die prognostizierte Eintrittswahrscheinlichkeit, der Diskontierungszinssatz sowie die absolute Höhe des Risikos variiert. Die Ergebnisse der Sensitivitätsanalyse verdeutlichten, dass die untersuchten Variationen der oben beschriebenen Annahmen keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der sonstigen Rückstellungen im LANXESS Konzernabschluss haben. Hinsichtlich der Sensitivitätsanalysen in Bezug auf Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird auf die unter Anhangangabe [14] gemachten Anmerkungen verwiesen.

Auch bei leistungsorientierten Versorgungssystemen sind versicherungsmathematische Berechnungen und Schätzungen unumgänglich. Im Geschäftsjahr wurde zur genaueren Bestimmung der Versorgungsverpflichtung die Methodik der Rundung des Pensionszinses geändert. Der Abschnitt "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" enthält Informationen über die Annahmen bezüglich der Bewertungsparameter, die für die versicherungsmathematischen Berechnungen und Schätzungen zugrunde gelegt wurden (vgl. Anhangangabe [14]).

Des Weiteren ist der LANXESS Konzern von Rechtsstreitigkeiten betroffen. Als ein international tätiges Chemieunternehmen ist der LANXESS Konzern im Rahmen seines normalen Geschäftsbetriebs behördlichen oder gerichtlichen Verfahren ausgesetzt und könnte es auch in Zukunft sein. Behördliche und gerichtliche Verfahren werfen in der Regel schwierige Sachverhalts- und Rechtsfragen auf und sind Unwägbarkeiten unterworfen. Der Ausgang von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. Es können z. B. aufgrund von gerichtlichen Entscheidungen zusätzliche Aufwendungen entstehen, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch ausgewiesene Rückstellungen oder entsprechenden Versicherungsschutz abgedeckt sind sowie wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft, die Ertragslage oder die Zahlungsströme des LANXESS Konzerns haben können.

Auch die Bildung von Rückstellungen für Umweltschutz- und Sanierungsmaßnahmen ist mit Unsicherheiten behaftet und erfordert Berechnungen und Schätzungen zukünftiger Kosten. Der Abschnitt "Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen" enthält diesbezügliche Informationen (vgl. Anhangangabe [15]).

Zudem unterliegen Steuersachverhalte Unsicherheiten hinsichtlich der Beurteilung durch Steuerbehörden. Auch wenn der LANXESS Konzern der Überzeugung ist, Steuersachverhalte korrekt und gesetzeskonform dargestellt zu haben, ist nicht auszuschließen, dass Steuerbehörden in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen kommen können. Sofern Änderungen von Steuerfestsetzungen wahrscheinlich sind, wurden entsprechende Risikovorsorgen getroffen. Darüber hinaus werden Belastungen aus Steuerrisiken der Vorjahre als nicht wahrscheinlich angesehen. Bei der Beurteilung unsicherer Steuerpositionen wird unterstellt, dass die Steuerbehörden für deren Prüfung über sämtliche einschlägige Informationen verfügen. Im Falle nachteiliger Entwicklungen könnten sich für LANXESS jedoch zusätzliche Belastungen im unteren bis mittleren zweistelligen Mio.-€-Bereich ergeben. Den Berechnungen liegen insbesondere Erfahrungswerte aus den Ergebnissen früherer Steuerprüfungen und deren Auswirkungen für Folgezeiträume wie auch die geltende Rechtslage unter Berücksichtigung aktueller Rechtsprechung sowie herrschender Fachmeinung zugrunde. Insofern können sich in Zukunft Abweichungen von den aktuellen Einschätzungen ergeben.

Im Rahmen von Unternehmenserwerben erfordert die Anwendung der Erwerbsmethode bestimmte Schätzungen und Beurteilungen zum Erwerbszeitpunkt. Dies betrifft insbesondere die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts sowie die Einschätzung von Nutzungsdauern erworbener immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen und die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von übernommenen Schulden. Die Bewertung basiert im Wesentlichen auf zukünftigen Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den zum Erwerbszeitpunkt zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können das zukünftige Konzernergebnis wesentlich beeinflussen. Die Kaufpreisaufteilung erfolgt grundsätzlich unter Einbeziehung externer Gutachter. Bei Akquisitionen mit geringerem Wert werden der Kaufpreisaufteilung im Wesentlichen eigene Einschätzungen und Bewertungen zugrunde gelegt. Die Einschätzungen und Bewertungen basieren auf Kenntnissen, welche zum und unmittelbar nach dem Erwerbszeitpunkt vorliegen. Diese können innerhalb eines Jahres nach Erwerbszeitpunkt aufgrund neuer Informationen und Kenntnisse angepasst werden.

Für die Ermittlung der zu bilanzierenden Werte für das nicht fortgeführte Geschäft wurden teilweise Einschätzungen vorgenommen. Diese basieren auf die zum Bilanzstichtag vorliegenden Kenntnisse, sodass sich aufgrund neuer Informationen bzw. finaler Verkaufsvereinbarungen Änderungen ergeben können.

Bei der Bemessung der Umsatzerlöse beim Geschäftsmodell langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen wird der zukünftig erwartete Gesamtverkaufserlös der Mindestabnahmemengen über die gesamte Vertragslaufzeit geschätzt und auf die einzelnen Lieferungen bzw. im Falle der Herstellung kundenspezifischer Produkte auf die einzelnen Produktionseinheiten alloziert. Die Schätzungen basieren auf der aktuellen Planung für erwartete zukünftige Verkaufspreise und -mengen. Insbesondere Verkaufspreise können sich jedoch durch Preisanpassungsmechanismen (Formelpreise für Produktionsfaktoren, Staffelpreise, Rabattvereinbarungen) über die Vertragslaufzeit verändern, sodass sich in Zukunft Abweichungen von den aktuellen Einschätzungen ergeben können.

Weitere wesentliche Schätzungen und Ermessensausübungen betreffen die Bestimmung der Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Einschätzung der Einbringlichkeit von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten, die Bewertung von Vorräten sowie die Realisierbarkeit von Steuerforderungen und aktivierten latenten Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge.

BERICHTERSTATTUNG ZUM KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der LANXESS Konzernabschluss umfasst neben der LANXESS AG als Muttergesellschaft alle in- und ausländischen Beteiligungsgesellschaften.

EMEA (ohne Deutschland) Deutschland Nordamerika Lateinamerika Asien/Pazifik Gesamt
Vollkonsolidierte Unternehmen (inkl. Muttergesellschaft)            
01.0.2019 31 9 9 6 26 81
Zugänge - 1 - - - 1
Abgänge -1 - - - - -1
Verschmelzungen - - -2 - -1 -3
Konsolidierungskreisänderungen - 1 - - - 1
31.12.2019 30 11 7 6 25 79
Assoziierte sowie konsolidierte gemeinschaftlich geführte Unternehmen            
01.01.2019 - 2 1 - - 3
Veränderungen - - - - - 0
31.12.2019 0 2 1 0 0 3
Nicht konsolidierte Unternehmen            
01.01.2019 2 3 1 3 2 11
Zugänge - 1 - - - 1
Abgänge - - -1 - - -1
Konsolidierungskreisänderungen - -1 - - - -1
31.12.2019 2 3 0 3 2 10
Insgesamt            
01.01.2019 33 14 11 9 28 95
Zugänge - 2 - - - 2
Abgänge -1 - -1 - - -2
Verschmelzungen - - -2 - -1 -3
Konsolidierungskreisänderungen - - - - - 0
31.12.2019 32 16 8 9 27 92

Im Berichtszeitraum wurde die Achte LXS GmbH, Köln (Deutschland), gegründet und die LANXESS Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), neu gegründet und vollkonsolidiert. Des Weiteren wurden die Gesellschaften LANXESS Services Switzerland GmbH, Frauenfeld (Schweiz), sowie die LANXESS Energy LLC, Wilmington, New Castle (USA), liquidiert.

Darüber hinaus wurde die LANXESS Holding Company US Inc., Wilmington, New Castle (USA), auf die LANXESS Solutions US Inc., Wilmington, New Castle (USA), die LANXESS Sybron Chemicals Inc., Birmingham (USA), auf die LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA), sowie die LANXESS Solutions Singapore Pte. Ltd., Singapur (Singapur), auf die LANXESS Pte. Ltd., Singapur (Singapur), verschmolzen.

Neu in den Konsolidierungskreis einbezogen wurde die CheMondis GmbH, Köln (Deutschland). Hieraus ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des LANXESS Konzerns.

Bei den Gesellschaften Europigments, S.L., Barcelona (Spanien), LANXESS Chrome Mining (Pty) Ltd., Modderfontein (Südafrika) und Rhein Chemie (Qingdao) Co., Ltd., Qingdao (China), handelt es sich um Produktionsgesellschaften, an denen LANXESS einen Kapitalanteil von 52 %, 74 % bzw. 90 % hält. Die Gesellschaften werden aufgrund des mehrheitlichen Stimmrechtsanteils von LANXESS beherrscht und vollkonsolidiert. Der Anteil anderer Gesellschafter an den Tätigkeiten und Zahlungsflüssen des LANXESS Konzerns ist unwesentlich.

Die DuBay Polymer GmbH, Hamm (Deutschland), ist als gemeinschaftlich geführtes Unternehmen anteilig gemäß IFRS 11 als gemeinsame Geschäftstätigkeit in den Konzernabschluss einbezogen, da die beteiligten Partner die Führung gemeinsam ausüben und die Produktion im Wesentlichen gemeinsam abnehmen. Der Kapitalanteil von LANXESS beträgt 50 %. Geschäftszweck der Gesellschaft ist die Produktion von Polybutylenterephthalat-Basisharzen und -Mischungen für die gemeinschaftlich tätigen Gesellschafter sowie deren verbundene Unternehmen. Wesentliche Risiken bestehen für LANXESS aus dem Gesellschaftsverhältnis nicht.

Die Rubicon LLC, Salt Lake City (USA), ist als gemeinschaftlich geführtes Unternehmen anteilig gemäß IFRS 11 als gemeinsame Geschäftstätigkeit in den Konzernabschluss einbezogen, da die beteiligten Partner die Führung gemeinsam ausüben und die Produktion vollumfänglich von den Partnern abgenommen wird. Der Kapitalanteil von LANXESS beträgt 50 %. Geschäftszweck der Gesellschaft ist im Wesentlichen die Produktion von Anilin, Diphenylaminen, Methylendiphenylisocyanaten sowie Polyolen für die gemeinschaftlich tätigen Gesellschafter sowie deren verbundene Unternehmen. Aus dem Gesellschaftsverhältnis bestehen für LANXESS keine wesentlichen Risiken.

Zudem ist die Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), als assoziiertes Unternehmen im Konzernabschluss berücksichtigt. Der Kapitalanteil von LANXESS beträgt 40 %. Aufgrund der Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen in wesentlichen Punkten mitzuwirken, liegt ein maßgeblicher Einfluss vor. Die Gesellschaft erbringt im Wesentlichen Standortdienstleistungen in den Bereichen Energie, Infrastruktur und Logistik für die LANXESS Produktionsstätten in Deutschland. Aus der Stellung als persönlich haftender Gesellschafter können zukünftig gegebenenfalls Kapitalnachschusspflichten entstehen. Die aus dem Gesellschaftsverhältnis bestehenden Liefer- und Leistungsbeziehungen werden in Anhangangabe [34] erläutert. Die Anteile wurden in der Bilanz zum 31. Dezember 2019 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und entsprechend ausgewiesen. Im Vorjahr wurde die Beteiligung nach der Equity-Methode bilanziert.

Bei Gesellschaften in den Ländern Argentinien, Brasilien, China, Indien, der Republik Korea, Russland, Südafrika und Taiwan liegen aufgrund von regulierten Kapitalmärkten Beschränkungen bei Zahlungsmitteltransfers vor. Hiervon betroffen sind ca. 38 % (Vorjahr: 5 %) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des LANXESS Konzerns.

Die nicht konsolidierten Unternehmen werden zu beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Sie sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns, da ihre kumulierten Umsätze weniger als 0,1 % des Konzernumsatzes und ihr kumuliertes Eigenkapital weniger als 0,1 % des Konzerneigenkapitals betragen.

Zugänge aus Akquisition im Vorjahr

Im Vorjahr hat LANXESS am 7. Februar 2018 das US-amerikanische Phosphorchemikalien-Geschäft des belgischen Chemiekonzerns Solvay einschließlich des Produktionsstandorts in Charleston (USA) übernommen. An dem Standort werden Phosphorchemikalien sowie zahlreiche Folgeprodukte wie zum Beispiel Flammschutz-Additive und Zwischenprodukte für Agrochemikalien hergestellt. Die Produktionsanlage ergänzte das globale Produktionsnetzwerk der phosphor- und brombasierten Flammschutzmittel insbesondere im US-amerikanischen Markt. Das Geschäft wurde in die Business Unit Polymer Additives im Segment Specialty Additives integriert. Der Kaufpreis von 54 Mio. € wurde aus vorhandenen liquiden Mitteln finanziert.

Desinvestitionen

Mit Vertrag vom 8. November 2019 wurde das Geschäft mit Organometallen auf Zinn-Basis im Segment Advanced Intermediates an die PMC Vlissingen, B.V. (Niederlande), ein Tochterunternehmen der PMC Group (USA), verkauft. Gegenstand des Verkaufs waren im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte und Vorräte der LANXESS Organometallics GmbH, Bergkamen (Deutschland). Zudem haben die Vertragsparteien im Rahmen des Verkaufs einen Lohnbearbeitungsvertrag vereinbart. Die Transaktion wurde zum 30. Dezember 2019 abgeschlossen.

Der Gesamterlös für den Verkauf des Geschäfts betrug 20 Mio. €. Hierfür wurden Vermögenswerte in Höhe von 13 Mio. € übertragen. Auf das verbleibende Sachanlagevermögen wurden zudem außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 15 Mio. € erfasst und darüber hinaus eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 4 Mio. € aus dem Lohnbearbeitungsvertrag gebildet. Der Ausweis der Erträge und Aufwendungen erfolgte im sonstigen betrieblichen Ergebnis als Sondereinfluss.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Verkauf des 40 %-Antells am Chemieparkbetreiber Currenta

Mit Vertrag vom 6. August 2019 wurde der Verkauf des 40 %-Anteils am Chemieparkbetreiber Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), an die von Macquarie Infrastructure and Real Assets (MIRA) geführten Investmentfonds beschlossen. Das Chemieparkgeschäft war dem Überleitungssegment zugeordnet. Mit dem Abschluss wird Ende April 2020 gerechnet.

Der Buchwert der Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), in Höhe von 0 Mio. € wird in der Bilanz zum 31. Dezember 2019 als zur Veräußerung gehalten bilanziert.

Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis

Mit Vertrag vom 28. November 2019 hat LANXESS den Verkauf seines Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis im Segment Advanced Intermediates an die First Rare Materials Co. Ltd., Heyun Town (China), ein Tochterunternehmen von Vital Materials (China) vereinbart. Gegenstand der Transaktion war der Verkauf der 100 %-Anteile an der Tochtergesellschaft LANXESS Electronic Materials L.L.C., Pyeongtaek (Republik Korea). Die Transaktion wurde am 31. Januar 2020 abgeschlossen.

Die Gesellschaft wurde als Veräußerungsgruppe klassifiziert und in der Bilanz zum 31. Dezember 2019 als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen. Vor Umgliederung wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe 20 Mio. € sowie Wertminderungen auf Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5 Mio. € vorgenommen. Diese wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen als Sondereinflüsse erfasst. Die Bewertung der Vermögenswerte erfolgte zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Als beizulegender Zeitwert wurde der erwartete Verkaufspreis zugrunde gelegt.

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte umfassen wertberichtigte Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 0 Mio. €, wertberichtigte Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0 Mio. €, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und sonstige kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 2 Mio. € sowie Rückstellungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 3 Mio. €.

Die im kumulierten übrigen Eigenkapital der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 zuzuordnenden Währungsumrechnungsdifferenzen betragen 1 Mio. €.

Nicht fortgeführtes Geschäft

Business Unit Leather

Im Rahmen der weiteren Neuausrichtung hat LANXESS den Verkauf der Business Unit Leather im Segment Performance Chemicals im Geschäftsjahr 2019 in die Wege geleitet. In diesem Geschäftsbereich werden integrativ die einzelnen Geschäftseinheiten Chromchemikalien, Chromerz und organische Lederchemikalien betrieben. Da Marktteilnehmer bzw. Kaufinteressenten keine gleichartige Integration von Geschäftseinheiten aufweisen, wurden aktiv Projekte initiiert, um die Geschäftseinheiten einzeln zu veräußern. Die einzelnen Geschäftseinheiten werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten veräußert und werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten als nicht fortgeführtes Geschäft gemäß IFRS 5 bilanziert. Der Ausweis als nicht fortgeführtes Geschäft resultiert aus der Erwartungshaltung des Managements, dass ein Verkauf jeder Geschäftseinheit innerhalb von zwölf Monaten abgeschlossen wird. Einzelne Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verbleiben im LANXESS Konzern und werden im fortzuführenden Geschäft bilanziert.

Der Vertrag zum Verkauf der Geschäftseinheit Chromchemikalien wurde am 12. August 2019 mit der Gesellschaft K2019342391 (South Africa) Proprietary Limited (Südafrika), ein Tochterunternehmen von Brother Enterprises (China), geschlossen. Die Transaktion umfasst die Anteile an der Tochtergesellschaft LANXESS CISA (Pty) Ltd., Newcastle (Südafrika). Aufgrund von Unsicherheiten hinsichtlich des finalen Abschlusses der Transaktion wurde die Geschäftseinheit erst ab dem 1. Dezember 2019 als nicht fortgeführtes Geschäft bilanziert und entsprechend ausgewiesen. Am 10. Januar 2020 wurde der Verkauf vollzogen. Der Verkaufserlös aus der Transaktion betrug 80 Mio. €.

Am 15. November 2019 wurde ein Vertrag zum Verkauf der Geschäftseinheit Chromerz mit der Gesellschaft Chrome Production Holdings Proprietary Limited, Johannesburg (Südafrika), ein Tochterunternehmen von Clover Alloys (Südafrika), geschlossen. Inhalt des Vertrags ist der Verkauf des 74 %-Anteils an der Tochtergesellschaft LANXESS Chrome Mining (Pty) Ltd., Modderfontein (Südafrika). Die Geschäftseinheit wird ab dem 31. Dezember 2019 als nicht fortgeführtes Geschäft bilanziert und entsprechend ausgewiesen. Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Behörden. Der Abschluss der geplanten Transaktion wird bis Ende des Geschäftsjahres 2020 erwartet.

Die Geschäftseinheit organische Lederchemikalien befindet sich im fortgeschrittenen Angebots- und Verkaufsprozess. Die Geschäftseinheit wird ab dem 31. Dezember 2019 als nicht fortgeführtes Geschäft bilanziert und entsprechend ausgewiesen. Das LANXESS Management erwartet den Abschluss des Verkaufs bis Geschäftsjahresende 2020.

Mit Ausnahme der Sonderregelungen nach IFRS 5 erfolgt die Bilanzierung und Bewertung des nicht fortgeführten Geschäfts nach den gleichen Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen wie das fortzuführende Geschäft.

Die Buchwerte der als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden sind in folgender Tabelle zusammengefasst:

Buchwerte der umgegliederten Vermögenswerte und Schulden (Business Unit Leather)

in Mio. € 31.12.2019
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 88
Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 111
Sonstige Vermögenswerte 4
Summe Vermögenswerte 203
Rückstellungen 47
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 36
Sonstige Verbindlichkeiten 15
Summe Verbindlichkeiten 98

Die immateriellen Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen der Geschäftseinheit Chromchemikalien unterlagen ab dem 1. Dezember 2019 keinen weiteren planmäßigen Abschreibungen. Für die Geschäftseinheiten Chromerz und organische Lederchemikalien wurden planmäßige Abschreibungen bis zum 31. Dezember 2019 erfasst.

Das Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft ergibt sich im Einzelnen wie folgt:

Gewinn- und Verlustrechnung des nicht fortgeführten Geschäfts (Business Unit Leather)

in Mio. € 2018 2019
Umsatzerlöse 373 329
Kosten der umgesetzten Leistungen -277 -260
Bruttoergebnis vom Umsatz 96 69
Andere Funktionskosten -83 -112
Operatives Ergebnis (EBIT) 13 -43
Finanzergebnis -4 -3
Ergebnis vor Ertragsteuern 9 -46
Ertragsteuern -19 -4
Ergebnis nach Ertragsteuern -10 -50

In der Zeile "andere Funktionskosten" sind außerplanmäßige Abschreibungen für den geplanten Verkauf der Geschäftseinheit Chromerz in Höhe von 19 Mio. € enthalten. Die Bewertung erfolgte zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Als beizulegender Zeitwert wurde der aktuell erwartete Verkaufspreis zugrunde gelegt.

In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme des fortzuführenden Geschäfts getrennt von den Zahlungsströmen des nicht fortgeführten Geschäfts ausgewiesen. Die Darstellung der Zahlungsströme des nicht fortgeführten Geschäfts erfolgt zusammengefasst in einer Zeile je Bereich.

Die im kumulierten übrigen Eigenkapital dem nicht fortgeführten Geschäft zum 31. Dezember 2019 zuzuordnenden Währungsumrechnungsdifferenzen betragen 15 Mio. € und die in den sonstigen Rücklagen kumuliert erfassten Beträge für die Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen enthalten Verluste in Höhe von 11 Mio. €.

Das nicht fortgeführte Geschäft der Business Unit Leather erzielte ein EBITDA vor Sondereinflüssen in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 30 Mio. €). Darin enthalten sind EBITDA-wirksame negative Sondereinflüsse in Höhe von 6 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €). Die Investitionen betrugen 18 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €). Planmäßige Abschreibungen wurden in Höhe von 18 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) erfasst. Die Anzahl der dem nicht fortgeführten Geschäft zuzuordnenden Mitarbeiter beläuft sich am 31. Dezember 2019 auf 1.175 (Vorjahr: 1.189) und im Jahresdurchschnitt auf 1.176 (Vorjahr: 1.198).

ARLANXEO

Im Rahmen seiner Neuausrichtung gründete LANXESS am 1. April 2016 mit Saudi Aramco eine strategische Allianz für das Geschäft mit synthetischen Kautschuken unter dem Namen ARLANXEO, an der beide Partner zu jeweils 50 % beteiligt waren. Ab dem 1. April 2018 wurde ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft gemäß IFRS 5 bilanziert und entsprechend ausgewiesen. Am 31. Dezember 2018 hat LANXESS seinen 50 %-Anteil an ARLANXEO an die Saudi Aramco-Tochtergesellschaft Aramco Overseas Holdings Coöperatief U.A., Den Haag (Niederlande), verkauft und die Beteiligung an ARLANXEO entkonsolidiert. Der Kaufpreis für den Verkauf der Beteiligung an ARLANXEO an Saudi Aramco betrug 1.427 Mio. €.

Mit Ausnahme der Sonderregelungen nach IFRS 5 erfolgte die Bilanzierung und Bewertung des nicht fortgeführten Geschäfts nach den gleichen Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen wie das fortzuführende Geschäft.

Die Buchwerte der abgegangenen Vermögenswerte und Schulden von ARLANXEO sind in folgender Tabelle zusammengefasst:

Buchwerte der abgegangenen Vermögenswerte und Schulden (ARLANXEO)

in Mio. € 31.12.2018
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 1.834
Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.035
Sonstige Vermögenswerte 379
Summe Vermögenswerte 3.248
Rückstellungen 309
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 331
Sonstige Verbindlichkeiten 263
Summe Verbindlichkeiten 903

Die Gewinn- und Verlustrechnung des LANXESS Konzerns fokussiert sich in der Darstellung auf die Ermittlung des fortzuführenden Geschäftsergebnisses. Das Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäfts wird lediglich in einer Zeile gezeigt, die nachfolgend näher erläutert wird. Die immateriellen Vermögenswerte und das Sachanlagevermögen von ARLANXEO unterlagen ab dem 1. April 2018 keiner weiteren planmäßigen Abschreibung. Konzerninterne Lieferungen und Leistungen, die nach der Entkonsolidierung von ARLANXEO entweder mit ARLANXEO oder mit Dritten fortgeführt werden, wurden im fortzuführenden Bereich ausgewiesen. Die Eliminierungsbuchungen im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurden vollständig dem nicht fortgeführten Geschäft zugeordnet.

Das Ergebnis aus nicht fortgeführtem Geschäft ergab sich im Einzelnen wie folgt:

Gewinn- und Verlustrechnung des nicht fortgeführten Geschäfts (ARLANXEO)

in Mio. € 2018
Umsatzerlöse 3.180
Kosten der umgesetzten Leistungen -2.560
Bruttoergebnis vom Umsatz 620
Andere Funktionskosten -234
Operatives Ergebnis (EBIT) 386
Finanzergebnis -34
Ergebnis vor Ertragsteuern 352
Ertragsteuern -101
Ergebnis nach Ertragsteuern 251

In der Kapitalflussrechnung wurden die Zahlungsströme des fortzuführenden Geschäfts getrennt von den Zahlungsströmen von ARLANXEO ausgewiesen. Die Darstellung der Zahlungsströme von ARLANXEO erfolgte zusammengefasst in einer Zeile je Bereich.

Sonstige Erläuterungen zum Konsolidierungskreis

In der folgenden Tabelle sind die Beteiligungsgesellschaften nach § 313 Abs. 2 HGB aufgeführt:

Name und Sitz der Gesellschaft Kapitalanteil
in %
Vollkonsolidierte Unternehmen  
Deutschland  
LANXESS AG, Köln -
Bond-Laminates GmbH, Brilon 100
CheMondis GmbH, Köln 100
IAB Ionenaustauscher GmbH Bitterfeld, Greppin 100
IMD Natural Solutions GmbH, Dortmund 100
LANXESS Accounting GmbH, Köln 100
LANXESS Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. OHG, Leverkusen 100
LANXESS Deutschland GmbH, Köln 100
LANXESS Distribution GmbH, Leverkusen 100
LANXESS Organometallics GmbH, Bergkamen 100
Saltigo GmbH, Leverkusen 100
EMEA (ohne Deutschland)  
Anderol B.V., Venlo (Niederlande) 100
Antec International Ltd., Sudbury, Suffolk (Großbritannien) 100
Chemtura France S.A.S., Fitz James (Frankreich) 100
Europigments, S.L., Barcelona (Spanien) 52
Great Lakes Chemical (Netherlands) B.V., Amsterdam (Niederlande) 100
Great Lakes Holding S.A.S., Fitz James (Frankreich) 100
LANXESS (Pty) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 100
LANXESS Central Eastern Europe s.r.o., Bratislava (Slowakei) 100
LANXESS CISA (Pty) Ltd., Newcastle (Südafrika) 100
LANXESS Chemicals, S.L., Barcelona (Spanien) 100
LANXESS Chrome Mining (Pty) Ltd., Modderfontein (Südafrika) 74
LANXESS Epierre SAS, Epierre (Frankreich) 100
LANXESS Holding Switzerland AG, Frauenfeld (Schweiz) 100
LANXESS Holding UK Unlimited, Manchester (Großbritannien) 100
LANXESS Investments Netherlands B.V., Amsterdam (Niederlande) 100
LANXESS Kimya Ticaret Limited Şirketi, Istanbul (Türkei) 100
LANXESS Limited, Newbury (Großbritannien) 100
LANXESS Manufacturing Netherlands B.V., Amsterdam (Niederlande) 100
LANXESS N.V., Antwerpen (Belgien) 100
LANXESS S.A.S., Courbevoie (Frankreich) 100
LANXESS S.r.l., Mailand (Italien) 100
LANXESS Sales Netherlands B.V., Amsterdam (Niederlande) 100
LANXESS Solutions Italy S.r.L., Latina (Italien) 100
LANXESS Solutions UK Ltd., Manchester (Großbritannien) 100
LANXESS Switzerland GmbH, Frauenfeld (Schweiz) 100
LANXESS Urethanes UK Ltd., Baxenden NR Accrington (Großbritannien) 100
OOO LANXESS, Moskau (Russland) 100
OOO LANXESS Lipetsk, Lipetsk (Russland) 100
Sybron Chemical Industries Nederland B.V., Ede (Niederlande) 100
Sybron Chemicals International Holdings Ltd., Newbury (Großbritannien) 100
Nordamerika  
Assured Insurance Company, Montpelier (USA) 100
Great Lakes Chemical Corporation, Wilmington, New Castle (USA) 100
LANXESS Canada Co./Cie, Elmira (Kanada) 100
LANXESS Corporation, Pittsburgh (USA) 100
LANXESS Services US LLC, Wilmington, New Castle (USA) 100
LANXESS Solutions US Inc., Wilmington, New Castle (USA) 100
Sybron Chemical Holdings Inc., Birmingham (USA) 100
Lateinamerika  
Chemtura Corporation Mexico, S. de R.L. de C.V., México, D.F. (Mexiko) 100
LANXESS Indústria de Poliuretanos e Lubrificantes Ltda., Rio Claro (Brasilien) 100
LANXESS Indústria de Produtos Quimicos e Plásticos Ltda., São Paulo (Brasilien) 100
LANXESS S.A. de C.V., Mexico City (Mexiko) 100
LANXESS S.A., Buenos Aires (Argentinien) 100
Rhein Chemie Uruguay S.A., Colonia (Uruguay) 100
Asien/Pazifik  
Chemtura Chemicals Nanjing Co. Ltd., Nanjing (China) 100
Chemtura China Holding Co. Ltd., Schanghai (China) 100
LANXESS (Changzhou) Co., Ltd., Changzhou (China) 100
LANXESS (Liyang) Polyols Co., Ltd., Liyang (China) 100
LANXESS (Ningbo) Pigments Co., Ltd., Ningbo City (China) 100
LANXESS (Wuxi) High Performance Composite Materials Company Limited, Wuxi (China) 100
LANXESS Additives Hong Kong Ltd., Hongkong (Hong Kong) 100
LANXESS Additives Taiwan Ltd., Kaohsiung (Taiwan) 100
LANXESS Advanced Materials (Nantong) Co. Ltd., Nantong (China) 100
LANXESS Chemical (China) Co., Ltd., Schanghai (China) 100
LANXESS Electronic Materials L.L.C., Pyeongtaek (Republik Korea) 100
LANXESS Hong Kong Limited, Hongkong (Hong Kong) 100
LANXESS India Private Ltd., Thane (Indien) 100
LANXESS K.K., Tokio (Japan) 100
LANXESS Korea Limited, Seoul (Republik Korea) 100
LANXESS Pte. Ltd., Singapur (Singapur) 100
LANXESS Pty. Ltd., Granville (Australien) 100
LANXESS Shanghai Pigments Co., Ltd., Schanghai (China) 100
LANXESS Solutions Australia Pty. Ltd., West Gosford (Australien) 100
LANXESS Solutions India Private Ltd., Thane (Indien) 100
LANXESS Solutions Japan K.K., Tokyo (Japan) 100
LANXESS Solutions Korea Inc., Pyeongtaek (Republik Korea) 100
LANXESS Specialty Chemicals Co., Ltd., Schanghai (China) 100
LANXESS Taiwan Ltd., Kaohsiung (Taiwan) 100
Rhein Chemie (Qingdao) Co., Ltd., Qingdao (China) 90
Gemeinschaftlich geführte Unternehmen  
Deutschland  
DuBay Polymer GmbH, Hamm 50
Nordamerika  
Rubicon LLC, Salt Lake City (USA) 50
Assoziiertes Unternehmen  
Deutschland  
Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen 40
Nicht konsolidierte Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung  
Deutschland  
Achte LXS GmbH, Köln 100
LANXESS Middle East GmbH, Köln 100
Siebte LXS GmbH, Leverkusen 100
EMEA (ohne Deutschland)  
Gulf Stabilizers Industries Sales FZCO, Dubai (VAE) 52
W. Hawley & Son Ltd., Newbury (Großbritannien) 100
Lateinamerika  
Comercial Andinas Ltda., Santiago de Chile (Chile) 100
Crompton Servicios, S.A. de C.V., México, D.F. (Mexiko) 100
Asien/Pazifik  
LANXESS Thai Co., Ltd., Bangkok (Thailand) 100
PCTS Specialty Chemicals Malaysia (M) Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (Malaysia) 100
Nicht konsolidierte andere Unternehmen von untergeordneter Bedeutung  
Lateinamerika  
Hidrax Ltda., Taboão da Serra (Brasilien) 39

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

(1) Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Veränderung immaterielle Vermögenswerte 2018

in Mio. € Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen Summe
Bruttowerte 31.12.2017 881 1.196 49 2.126
Anpassungen gemäß IFRS 5 -70 -119 -2 -191
Akquisitionen 12 13 - 25
Investitionen - 21 40 61
Abgänge - -3 - -3
Umbuchungen - 13 -13 0
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 - 2 - 2
Währungsänderungen 34 26 0 60
Bruttowerte 31.12.2018 857 1.149 74 2.080
Abschreibungen 31.12.2017 -11 -331 0 -342
Anpassungen gemäß IFRS 5 4 106 - 110
Abschreibungen 2018 - -84 0 -84
davon außerplanmäßig - -1 - -1
Wertaufholungen - 0 - 0
Abgänge - 3 - 3
Umbuchungen - 0 0 0
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 - -1 - -1
Währungsänderungen 0 -2 - -2
Abschreibungen 31.12.2018 -7 -309 0 -316
Nettowerte 31.12.2018 850 840 74 1.764

Vorjahreswerte angepasst.

Veränderung immaterielle Vermögenswerte 2019

in Mio. € Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte Sonstige immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen Summe
Bruttowerte 31.12.2018 857 1.149 74 2.080
Anpassungen gemäß IFRS 5 - -15 -4 -19
Investitionen - 16 50 66
Abgänge - -11 3 -8
Umbuchungen - 32 -32 0
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 - 0 - 0
Währungsänderungen 16 19 0 35
Bruttowerte 31.12.2019 873 1.190 91 2.154
Abschreibungen 31.12.2018 -7 -309 0 -316
Anpassungen gemäß IFRS 5 - 10 0 10
Abschreibungen 2019 - -87 0 -87
davon außerplanmäßig - 0 0 0
Wertaufholungen - 0 - 0
Abgänge - 7 0 7
Umbuchungen - 0 0 0
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 - 0 - 0
Währungsänderungen -1 -2 - -3
Abschreibungen 31.12.2019 -8 -381 0 -389
Nettowerte 31.12.2019 865 809 91 1.765

Die Anpassungen gemäß IFRS 5 resultieren aus dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft. Im Vorjahr betrafen die Anpassungen gemäß IFRS 5 den Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft. Außerdem werden hier die Abschreibungen, welche der Business Unit Leather zuzuordnen sind, ausgewiesen.

In den sonstigen immateriellen Vermögenswerten sind Kundenlisten, Markenrechte, Software und sonstige Rechte enthalten.

(2) Sachanlagen

Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

Veränderung Sachanlagen 2018

in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttowerte 31.12.2017 2.049 8.293 372 490 11.204
Anpassungen gemäß IFRS 5 -801 -3.005 -87 -149 -4.042
Akquisitionen 9 14 1 0 24
Investitionen 8 77 19 352 456
Abgänge -3 -50 -18 -2 -73
Umbuchungen 37 188 16 -241 0
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 6 3 1 0 10
Währungsänderungen -7 0 -3 0 -10
Bruttowerte 31.12.2018 1.298 5.520 301 450 7.569
Abschreibungen 31.12.2017 -1.090 -5.773 -280 -2 -7.145
Anpassungen gemäß IFRS 5 358 1.979 67 0 2.404
Abschreibungen 2018 -40 -259 -32 -1 -332
davon außerplanmäßig -5 -7 -1 -1 -14
Wertaufholungen 0 1 - 0 1
Abgänge 3 50 18 0 71
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 -1 -2 -1 - -4
Währungsänderungen 4 7 2 0 13
Abschreibungen 31.12.2018 -766 -3.997 -226 -3 -4.992
Nettowerte 31.12.2018 532 1.523 75 447 2.577

Vorjahreswerte angepasst.

Veränderung Sachanlagen 2019

in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttowerte 31.12.2018 1.298 5.520 301 450 7.569
Anpassungen gemäß IFRS 16 108 10 17 0 135
Anpassungen gemäß IFRS 5 -79 -163 -12 -12 -266
Investitionen 27 126 28 331 512
Abgänge -6 -105 -16 -6 -133
Umbuchungen 37 224 17 -278 0
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 2 2 0 1 5
Währungsänderungen 5 15 1 2 23
Bruttowerte 31.12.2019 1.392 5.629 336 488 7.845
Abschreibungen 31.12.2018 -766 -3.997 -226 -3 -4.992
Anpassungen gemäß IFRS 5 35 124 10 0 169
Abschreibungen 2019 -65 -312 -39 -1 -417
davon außerplanmäßig -5 -37 -1 -1 -44
Wertaufholungen 1 0 0 - 1
Abgänge 5 105 15 0 125
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Inflationsanpassung gemäß IAS 29 -1 -1 0 - -2
Währungsänderungen -1 -5 0 1 -5
Abschreibungen 31.12.2019 -792 -4.086 -240 -3 -5.121
Nettowerte 31.12.2019 600 1.543 96 485 2.724

Die Anpassungen gemäß IFRS 5 resultieren aus dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft. Im Vorjahr betrafen die Anpassungen gemäß IFRS 5 den Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft. Außerdem werden hier die Abschreibungen, welche der Business Unit Leather zuzuordnen sind, ausgewiesen.

Die Anpassungen gemäß IFRS 16 betreffen die Bilanzierung der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung des neuen Standards IFRS 16 zum Umstellungszeitpunkt 1. Januar 2019. Hinsichtlich der Angaben zu Leasingverhältnissen wird auf die Anhangangabe [36] verwiesen.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Grundstücke und Bauten, technische Anlagen und Maschinen sowie auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung betreffen im wesentlichen Wertminderungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Galium-Basis in Höhe von 20 Mio. € sowie mit dem Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Zinn-Basis in Höhe von 15 Mio. €. (vgl. Abschnitt "Berichterstattung zum Konsolidierungskreis"). Des Weiteren wurden außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von sonstigen wertmindernden Ereignissen erfasst.

Vermögenswerte, die im Wege von Finanzierungsleasingverträgen genutzt werden, waren im Vorjahr in den bilanzierten Sachanlagen mit folgenden Brutto- und Nettowerten enthalten:

Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing

in Mio. € 31.12.2018
Bruttowert Nettowert
Gebäude 2 1
Technische Anlagen und Maschinen 13 6
Betriebs- und Geschäftsausstattung 20 10
  35 17

Direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten werden in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) aktiviert. Für die Aktivierung wird im Konzern im Jahresdurchschnitt ein Fremdkapitalkostensatz von 2,0 % (Vorjahr: 2,6 %) zugrunde gelegt.

(3) At equity bewertete Beteiligungen

Die Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), wurde im Vorjahr nach der Equity-Methode einbezogen.

Die wesentlichen Posten der Ergebnisrechnung sowie der Bilanz des Vorjahres sind aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich:

Angaben zur Ergebnisrechnung

in Mio. € 2018
Umsatzerlöse 1.432
Operatives Ergebnis (EBIT) 128
Ergebnis nach Ertragsteuern 82
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern -17
Gesamtergebnis 65

Angaben zur Bilanz

in Mio. € 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte 887
Kurzfristige Vermögenswerte 481
Summe Vermögenswerte 1.368
Langfristiges Fremdkapital 1.099
Kurzfristiges Fremdkapital 347
Summe Fremdkapital 1.446
Eigenkapital -78
Anpassung an LANXESS Anteile und Equity-Bewertung 37
Anteiliger bilanziell nicht erfasster Verlust 41
At equity bewertete Beteiligungen 0

Zum 31. Dezember 2019 wurde der Beteiligungsbuchwert der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), in Höhe von 0 Mio. € als zur Veräußerung gehalten bilanziert und nicht mehr at equity bewertet (vgl. Abschnitt "Berichterstattung zum Konsolidierungskreis").

(4) Sonstige Beteiligungen

In dieser Position werden Anteile an sonstigen Beteiligungen in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) ausgewiesen.

(5) Derivative Finanzinstrumente

Die im LANXESS Konzern bestehenden derivativen Finanzinstrumente betreffen Devisentermin-, Warentermin- und Zinsterminkontrakte sowie aus Verträgen abgetrennte eingebettete Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung. Derivative Finanzinstrumente werden bei LANXESS zur Sicherung von Bilanzpositionen sowie zur Sicherung zukünftiger Umsätze und Rohstoffbezüge eingesetzt. Zum Stichtag sind im Konzernabschluss des Geschäftsjahres 2019 derivative Vermögenswerte mit beizulegenden Zeitwerten in Höhe von 6 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) aktiviert. In den derivativen Verbindlichkeiten werden negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von 19 Mio. € (Vorjahr: 28 Mio. €) ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente

in Mio. € 31.12.2018
Nominalwert Positiver Zeitwert Negativer Zeitwert
Kurzfristige Devisenterminkontrakte 1.139 4 -25
Kurzfristige Warenterminkontrakte 5 0 0
Langfristige Devisenterminkontrakte 68 0 -3
Langfristige eingebettete Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - - 0
Gesamt 1.212 4 -28
in Mio. € 31.12.2019
Nominalwert Positiver Zeitwert Negativer Zeitwert
Kurzfristige Devisenterminkontrakte 1.431 5 -17
Kurzfristige Warenterminkontrakte 3 0 0
Langfristige Devisenterminkontrakte 118 1 -2
Langfristige eingebettete Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung - - -
Gesamt 1.552 6 -19

Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf Geschäfte, welche den Anforderungen des Hedge-Accountings genügen und dementsprechend bilanziert sind:

Währungssicherungsgeschäfte

Währungssicherungen werden für künftige Umsätze der Gesellschaften des LANXESS Konzerns vorgenommen, bei denen die Währung des geplanten Umsatzes von der funktionalen Währung der Gesellschaft abweicht und signifikante Fremdwährungspositionen erwartet werden. Für die Folgejahre sind feste Sicherungsquoten definiert. Die Fälligkeiten der Sicherungsgeschäfte liegen in den jeweiligen Planungsmonaten. Durch mögliche Umsatzverschiebungen in andere Perioden können die Absicherungen ineffektiv werden. Derzeit sind keine Fälle von Umsatzverschiebungen, die das abgesicherte Volumen übersteigen, bekannt.

Warentermingeschäfte

Rohstoffpreissicherungen können für künftige Bezüge von Rohstoffen in den Gesellschaften des LANXESS Konzerns vorgenommen werden, deren geplante Bezugsmengen auf Basis bestehender Beschaffungsverträge erfolgen. Die Absicherung erfolgt durch Warenterminkontrakte und basiert auf einer monatlich geplanten Bezugsmenge. Durch Anlagenstillstände können sich die Bezugsmengen verringern und die Absicherung ineffektiv werden. Derzeit sind keine relevanten Anlagenstillstände bekannt.

Zinstermingeschäfte

Zinsrisiken für künftige Refinanzierungen des LANXESS Konzerns können durch Zinsswaps gesichert werden. Die Sicherungsinstrumente werden hierfür auf Basis eines geplanten Refinanzierungsbedarfs fristenkongruent abgeschlossen. Bei Verschiebungen des Refinanzierungstermins können grundsätzlich Ineffektivitäten auftreten. Die Zinstermingeschäfte bestanden im Geschäftsjahr 2017 und wurden mit der Ausgabe einer neuen Anleihe im Mai 2018 im sonstigen Ergebnis erfasst. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge werden über die Laufzeit der Anleihe in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Währungssicherungs- und Warentermingeschäfte 2018

in Mio. € Buchwerte
Nominalwert Forderung Verbindlichkeit Bilanzausweis
Währungssicherungsgeschäfte      
EUR/JPY 27 - -1 Kurz- und langfristige derivative Forderungen
EUR/USD 306 1 -13 Kurz- und langfristige derivative Forderungen
USD/BRL 60 0 -5 Kurz- und langfristige derivative Forderungen/ Verbindlichkeiten
Warentermingeschäfte 5 - -1 derivative Forderungen
  398 1 -20
in Mio. €
Wertänderung
des gesicherten
Grundgeschäfts *
Wertänderung Sicherungsinstrument *
Währungssicherungsgeschäfte    
EUR/JPY 2 -2
EUR/USD 25 -25
USD/BRL 4 -4
Warentermingeschäfte 1 -1
  32 -32

* Bei den Wertänderungen handelt es sich um die Änderungen der gesicherten Komponente in der Periode.

Währungssicherungs- und Warentermingeschäfte 2019

in Mio. € Buchwerte
Nominalwert Forderung Verbindlichkeit Bilanzausweis
Währungssicherungsgeschäfte      
EUR/JPY 38 0 -1 Kurz- und langfristige derivative Forderungen
EUR/USD 307 1 -8 Kurz- und langfristige derivative Forderungen
USD/BRL 77 1 -2 Kurz- und langfristige derivative Forderungen/ Verbindlichkeiten
Warentermingeschäfte 3 0 0 Kurzfristige derivative Forderungen
  425 2 -11  
in Mio. €
Wertänderung
des gesicherten
Grundgeschäfts *
Wertänderung Sicherungsinstrument *
Währungssicherungsgeschäfte    
EUR/JPY 0 0
EUR/USD -5 5
USD/BRL -5 5
Warentermingeschäfte 0 0
  -10 10

* Bei den Wertänderungen handelt es sich um die Änderungen der gesicherten Komponente in der Periode.

Laufzeiten und durchschnittliche Sicherungskurse 2018

in Mio. € 2019 ≥2020
Nominalwert Durchschnittlicher Sicherungskurs * Nominalwert Durchschnittlicher Sicherungskurs *
Währungssicherungsgeschäfte          
EUR/JPY Euro 17 130 10 128
EUR/USD Euro 269 1,21 37 1,21
USD/BRL Euro 40 3,54 20 3,55
Warentermingeschäfte Euro 5 561,93 - -
Gesamt 331   67  

* Durchschnittlicher Sicherungskurs entspricht der fixen Seite des Zinsswaps für Zinstermingeschäfte und der fixen Seite des Geschäfts für Warentermingeschäfte.

Laufzeiten und durchschnittliche Sicherungskurse 2019

in Mio. € 2020 ≥2021
Nominalwert Durchschnittlicher Sicherungskurs* Nominalwert Durchschnittlicher Sicherungskurs *
Währungssicherungsgeschäfte        
EUR/JPY Euro 22 125 16 124
EUR/USD Euro 233 1,16 74 1,18
USD/BRL Euro 49 3,98 28 4,29
Warentermingeschäfte Euro 3 567,74 - -
  307   118  

* Durchschnittlicher Sicherungskurs entspricht der fixen Seite des Zinsswaps für Zinstermingeschäfte und der fixen Seite des Geschäfts für Warentermingeschäfte.

Die gesicherten Zahlungsströme für die Währungssicherungsgeschäfte treten, wie im Vorjahr, innerhalb der nächsten drei Jahre ein. Die gesicherten Zahlungsströme der Warentermingeschäfte betreffen den Rohstoff n-Paraffin und treten, wie im Vorjahr, innerhalb des nächsten Jahres ein.

Hedge-Accounting Überleitung sonstiges Ergebnis 2018

in Mio. € Cashflow-Hedges
Währungs-
sicherungs-
geschäfte
Warentermin-
geschäfte
Zinstermin-
geschäfte
Summe
Stand 01.01. 19 0 0 19
Anpassungen gemäß IFRS 5 -7 - - -7
Veränderung sonstiges Ergebnis -16 0 - -16
Reklassifizierung in Gewinn oder Verlust aufgrund Eintritt Grundgeschäft -2 - 0 -2
Stand 31.12. -6 0 0 -6
in Mio. € Kosten der Absicherung Summe
sonstiges
Ergebnis
Forward-to-Forward Spot-to-Spot Summe
Stand 01.01. -2 -3 -5 14
Anpassungen gemäß IFRS 5 1 2 3 -4
Veränderung sonstiges Ergebnis 0 -4 -4 -20
Reklassifizierung in Gewinn oder Verlust aufgrund Eintritt Grundgeschäft -   - -2
Stand 31.12. -1 -5 -6 -12

Hedge-Accounting Überleitung sonstiges Ergebnis 2019

in Mio. € Cashflow-Hedges
Währungs-
sicherungs-
geschäfte
Warentermin-
geschäfte
Zinstermin-
geschäfte
Summe
Stand 01.01. -6 0 0 -6
Anpassungen gemäß IFRS 5 - - - -
Veränderung sonstiges Ergebnis 18 0 0 18
Reklassifizierung in Gewinn oder Verlust aufgrund Eintritt Grundgeschäft -19 - 0 -19
Stand 31.12. -7 0 0 -7
in Mio. € Kosten der Absicherung Summe
Ergebnis
sonstiges
Forward-to-Forward Spot-to-Spot Summe
Stand 01.01. -1 -5 -6 -12
Anpassungen gemäß IFRS 5 -   - -
Veränderung sonstiges Ergebnis 0 7 7 25
Reklassifizierung in Gewinn oder Verlust aufgrund Eintritt Grundgeschäft -   - -19
Stand 31.12. -1 2 1 -6

Der LANXESS Konzern geht davon aus, dass von den bis zum Bilanzstichtag aus Währungssicherungsgeschäften im sonstigen Ergebnis erfassten nicht realisierten Verlusten 5 Mio. € im Geschäftsjahr 2020 und 1 Mio. € im Geschäftsjahr 2021 (Vorjahr: nicht realisierte Verluste von 10 Mio. € im Geschäftsjahr 2019 und von 2 Mio. € im Geschäftsjahr 2020) vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden.

Hinsichtlich der langfristigen eingebetteten Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen sowie der Fristigkeiten von derivativen Vermögenswerten und -verbindlichkeiten wird auf Anhangangabe [37] verwiesen.

(6) Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

in Mio. € 31.12.2018
Langfristig Kurzfristig Gesamt
Finanzanlagen - 542 542
Vertragsvermögenswerte 17 44 61
Übrige sonstige finanzielle Forderungen 8 12 20
  25 598 623
in Mio. € 31.12.2019
  Langfristig Kurzfristig Gesamt
Finanzanlagen - 780 780
Vertragsvermögenswerte 18 76 94
Übrige sonstige finanzielle Forderungen 11 8 19
  29 864 893

Die Finanzanlagen beinhalten im Wesentlichen angelegte liquide Mittel sowie jederzeit veräußerbare Wertpapiere. Die Veränderung zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf eine erhöhte Anlage von liquiden Mitteln zurückzuführen. Die langfristigen Vertragsvermögenswerte betreffen Umsätze, welche im Rahmen der Herstellung von Produkten mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen mit dem Vertragsdurchschnittspreis bemessen sind. Die Unterschiede zwischen der Durchschnittspreisbemessung und den Rechnungspreisen sind als Vertragsvermögenswerte abgebildet und werden über die restliche Vertragslaufzeit aufgelöst. Die kurzfristigen Vertragsvermögenswerte betreffen im Wesentlichen Umsätze, welche im Rahmen der Herstellung von kundenspezifischen Produkten mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen zum Produktionszeitpunkt erfasst wurden, deren Auslieferung an den Kunden jedoch im nächsten Geschäftsjahr erwartet wird. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf Vorproduktionen für Neuverträge zurückzuführen. Die übrigen sonstigen finanziellen Forderungen enthalten im Wesentlichen die Investitionen in die High-Tech Gründerfonds, Darlehensforderungen sowie sonstige finanzielle Forderungen. Diese sind um erwartete Ausfallrisiken in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) gemindert.

Veränderung Vertragsvermögenswerte

in Mio. € 2018 2019
Stand 01.01. 56 61
Anpassungen gemäß IFRS 5 -4 -
Kumulative Anpassungen der Erlöse des Geschäftsjahres -3 2
Kumulative Anpassungen der Erlöse aus Vorjahren 7 3
Zuführungen 45 74
Wertminderungen/Wertaufholungen 0 0
Umgliederungen in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -40 -46
Währungsänderungen 0 0
Stand 31.12. 61 94

Die Zuführungen sowie die Umgliederungen in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen das Geschäftsmodell der Herstellung von kundenspezifischen Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen. Die Zuführungen stellen hierbei die im Geschäftsjahr bereits zum Produktionszeitpunkt realisierten Umsätze dar. Mit Auslieferung der im Vorjahr hergestellten kundenspezifischen Produkte werden die Vertragsvermögenswerte in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert. Zudem enthalten die Umgliederungen in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die Realisierung der im Anfangssaldo enthaltenen Werte für die im Geschäftsjahr ausgelieferten Mengen aus dem Geschäftsmodell der Herstellung von Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen.

(7) Langfristige und kurzfristige Ertragsteuerforderungen

Die langfristigen Ertragsteuerforderungen in Höhe von 89 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €) umfassen im Wesentlichen unsichere Steuerpositionen.

Die kurzfristigen Ertragsteuerforderungen in Höhe von 110 Mio. € (Vorjahr: 55 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Steuervorauszahlungen sowie Forderungen aus strittigen Besteuerungssachverhalten, deren Erstattung als wahrscheinlich angesehen wird.

(8) Sonstige langfristige Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte in Höhe von 132 Mio. € (Vorjahr: 117 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen, periodenbezogene Abgrenzungen sowie andere Erstattungsansprüche.

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen bilanziert. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 waren keine Wertberichtigungen vorzunehmen.

(9) Vorräte

Die Vorräte des LANXESS Konzerns gliedern sich wie folgt:

Vorräte

in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 286 264
Erzeugnisse und Handelswaren 1.061 931
  1.347 1.195

Vorräte in Höhe von 107 Mio. € (Vorjahr: 174 Mio. €) sind zu ihrem niedrigeren Nettoveräußerungswert bilanziert. Der Rückgang der Vorräte gegenüber dem Vorjahr ist auf den Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft sowie auf geringere Mengen zurückzuführen.

Durch Inflationsanpassungen gemäß IAS 29 erhöhten sich die Vorräte wie im Vorjahr um weniger als 1 Mio. €.

Die Wertberichtigungen auf Vorräte entwickelten sich folgendermaßen:

Wertberichtigungen auf Vorräte

in Mio. € 2018 2019
Stand 01.01. -97 -93
Anpassungen gemäß IFRS 5 27 6
Aufwandswirksame Zuführungen -41 -29
Auflösungen/Inanspruchnahmen 18 26
Währungsänderungen 0 0
Stand 31.12. -93 -90

Vorjahreswerte angepasst.

Die Anpassungen gemäß IFRS 5 resultieren aus dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft. Im Vorjahr betrafen die Anpassungen gemäß IFRS 5 den Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft. Außerdem werden hier die Wertberichtigungen, welche der Business Unit Leather zuzuordnen sind, ausgewiesen.

(10) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 769 Mio. € (Vorjahr: 903 Mio. €) sind innerhalb eines Jahres fällig. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen in Höhe von 4 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) gegenüber der Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), und in Höhe von 765 Mio. € (Vorjahr: 899 Mio. €) gegenüber sonstigen Kunden. Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist auf rohstoffpreisbedingte Anpassungen im vierten Quartal 2019 sowie auf den Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft zurückzuführen.

Am Bilanzstichtag wurden erforderliche Risikovorsorgen von 12 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) berücksichtigt. Die zugrunde liegenden Bruttoforderungen belaufen sich auf 12 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €). Die Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Altersstrukturklassen für die Risikovorsorge der Geschäftsjahre 2018 und 2019 werden in der Anhangangabe [37], Abschnitt "Ausfallrisikomanagement" dargestellt.

(11) Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte von 186 Mio. € (Vorjahr: 197 Mio. €) werden grundsätzlich mit fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen angesetzt. Sie enthalten im Wesentlichen übrige Steuererstattungsansprüche, vor allem aus umsatzsteuerlichen Sachverhalten, in Höhe von 129 Mio. € (Vorjahr: 138 Mio. €) sowie sonstige Erstattungsansprüche aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr in Höhe von 36 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €). Zum 31. Dezember 2019 wurden Wertberichtigungen in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) berücksichtigt.

(12) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und nicht fortgeführtes Geschäft

Im aktuellen Geschäftsjahr bestehen zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte aus dem geplanten Verkauf des 40 %-Anteils an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), und dem geplanten Verkauf des 100 %-Anteils an der Tochtergesellschaft LANXESS Electronic Materials L.L.C., Pyeongtaek (Republik Korea). Zudem wird im Geschäftsjahr die Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen. Detaillierte Informationen hierzu werden im Abschnitt "Berichterstattung zum Konsolidierungskreis" dargestellt.

(13) Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der LANXESS AG beträgt zum 31. Dezember 2019 87.447.852 € und ist eingeteilt in 87.447.852 nennwertlose, auf den Inhaber lautende Stückaktien. Die Gesellschaft hat aufgrund eines Beschlusses des Vorstands vom 9. Juli 2019 nach Durchführung eines Aktienrückkaufs eine Herabsetzung des Grundkapitals im Wege der vereinfachten Kapitalherabsetzung gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 6 AktG von 91.522.936 € um 4.075.084 € auf 87.447.852 € durch Einziehung von 4.075.084 auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 € je Aktie beschlossen. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Eine Aktie gewährt eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn.

Genehmigtes Kapital

Zum 31. Dezember 2019 setzt sich das genehmigte Kapital wie folgt zusammen:

Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 15. Mai 2018 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 14. Mai 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 18.304.587 € zu erhöhen (genehmigtes Kapital I). Der Vorstand ist des Weiteren gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der LANXESS AG aufgrund Beschluss der Hauptversammlung vom 26. Mai 2017 ermächtigt, das Grundkapital bis zum 25. Mai 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 9.152.293 € zu erhöhen (genehmigtes Kapital III). Bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals I und III steht den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Dieses kann jedoch unter bestimmten, in § 4 Abs. 3 und Abs. 4 der Satzung der LANXESS AG näher definierten Fällen ausgeschlossen werden. Der Vorstand verpflichtet sich im Wege der Selbstbindung, Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre höchstens in einem Gesamtumfang von insgesamt 20 % des derzeit bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft vorzunehmen. Diese Beschränkung gilt bei der Ausgabe neuer Aktien aufgrund der Ausnutzung eines genehmigten Kapitals, der Verwendung eigener Aktien oder der Begebung von Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, aufgrund derer Aktien auszugeben sind, jeweils unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre. An diese Erklärung hält sich der Vorstand so lange gebunden, solange nicht eine zukünftige Hauptversammlung neuerlich über eine Ermächtigung des Vorstands zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Beschluss gefasst hat. Eine Inanspruchnahme des genehmigten Kapitals I und III ist bisher nicht erfolgt.

Bedingtes Kapital

Zum 31. Dezember 2019 setzt sich das bedingte Kapital wie folgt zusammen:

Mit Beschluss der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 15. Mai 2018 ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 14. Mai 2023 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechte und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (zusammen "Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 1.000.000.000 € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsschuldverschreibungen oder Optionsgenussscheinen oder Optionsgewinnschuldverschreibungen Optionsrechte oder -pflichten oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelschuldverschreibungen oder Wandelgenussscheinen oder Wandelgewinnschuldverschreibungen Wandlungsrechte oder -pflichten auf den den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 9.152.293 € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzuerlegen. Im Zusammenhang damit ist das Grundkapital der LANXESS AG gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung um bis zu 9.152.293 € bedingt erhöht (bedingtes Kapital). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in bestimmten Fällen auszuschließen, die in der Ermächtigung näher bezeichnet werden. Bei seiner Entscheidung über den Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre bei Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) wird der Vorstand andere Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre berücksichtigen. Der Vorstand verpflichtet sich im Wege der Selbstbindung, Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre höchstens in einem Gesamtumfang von insgesamt 20 % des derzeit bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft vorzunehmen. Diese Beschränkung gilt bei der Ausgabe neuer Aktien aufgrund der Ausnutzung eines genehmigten Kapitals, der Verwendung eigener Aktien oder der Begebung von Schuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten, aufgrund derer Aktien auszugeben sind, jeweils unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre. An diese Erklärung hält sich der Vorstand so lange gebunden, solange nicht eine zukünftige Hauptversammlung neuerlich über eine Ermächtigung des Vorstands zu Kapitalmaßnahmen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre Beschluss gefasst hat. Von der Ermächtigung der Ausgabe von Schuldverschreibungen wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

Erwerb und Verwendung eigener Aktien

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 hielten weder die Gesellschaft noch von ihr abhängige oder im Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen oder Dritte, welche für Rechnung der Gesellschaft oder für Rechnung eines von ihr abhängigen oder im Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmens handeln, eigene Aktien der Gesellschaft. Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung der LANXESS AG vom 20. Mai 2016 war der Vorstand gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 19. Mai 2021 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck zu erwerben. Die Ermächtigung konnte auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien konnten nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand war ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den in der Ermächtigung im Einzelnen genannten Zwecken zu verwenden.

Der Vorstand der Gesellschaft hat am 10. Januar 2019 beschlossen, diese Aktienrückkaufermächtigung auszuüben und eigene Aktien zu einem Kaufpreis von bis zu 200 Mio. € (ohne Nebenkosten) über die Börse zu erwerben. Im Zeitraum vom 14. Januar 2019 bis zum 12. Juni 2019 hat die Gesellschaft sodann insgesamt 4.075.084 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag von 1,00 € je Aktie erworben. Der auf diese Aktien entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt 4.075.084 €. Dies entspricht 4,453 % des damaligen Grundkapitals der Gesellschaft in Höhe von 91.522.936 €. Die Erwerbe erfolgten an 94 Xetra-Handelstagen durch eine von der Gesellschaft beauftragte Bank ausschließlich über die Börse im elektronischen Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Der gewichtete Durchschnittskurs beläuft sich auf 49,0787 € je zurückgekaufte Aktie. Der Gesamtpreis für die zurückgekauften Aktien beträgt ohne Nebenkosten 199.999.958,47 €. Der Erwerb der eigenen Aktien erfolgte zum Zweck ihrer Einziehung und der Herabsetzung des Grundkapitals der Gesellschaft. Der Vorstand hat am 9. Juli 2019 entsprechend der Aktienrückkaufermächtigung gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 Satz 6 AktG die Einziehung sämtlicher zurückgekaufter Aktien beschlossen. Die Einziehung der Aktien erfolgte am 12. Juli 2019 ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde entsprechend auf 87.447.852 € herabgesetzt. Die Hauptversammlung der LANXESS AG hat am 23. Mai 2019 aufschiebend befristet die Aufhebung der Aktienrückkaufermächtigung vom 20. Mai 2016 sowie eine neue Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien beschlossen. Die Aufhebung und die neue Ermächtigung wurden am 13. August 2019 wirksam, d. h. mit Beginn des Tages, der zwei Monate nach dem Tag liegt, an dem die letzte Bekanntmachung als Abschlussmeldung in Bezug auf das am 10. Januar 2019 angekündigte Aktienrückkaufprogramm mittels europäischen Medienbündels veröffentlicht wurde. Die neue Ermächtigung sieht vor, dass der Vorstand bis zum 22. Mai 2024 eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erwerben kann. Die Ermächtigung kann auch durch Beteiligungsgesellschaften der Gesellschaft oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder ihrer Beteiligungsgesellschaften ausgeübt werden. Die eigenen Aktien können nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots erworben werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zulässigen, insbesondere zu den in der Ermächtigung im Einzelnen genannten Zwecken zu verwenden. Im Geschäftsjahr 2019 wurden keine eigenen Aktien unter dieser neuen Ermächtigung von der Gesellschaft erworben. Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 hielten weder die Gesellschaft noch von ihr abhängige oder im Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen oder Dritte, welche für Rechnung der Gesellschaft oder für Rechnung eines von ihr abhängigen oder im Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmens handeln, eigene Aktien der Gesellschaft.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage der LANXESS AG beträgt zum 31. Dezember 2019 1.229.727.364 € (Vorjahr: 1.225.652.280 €). Im Geschäftsjahr wurde gem. § 237 Abs. 5 AktG ein Betrag in Höhe von 4.075.084 € in die Kapitalrücklage eingestellt, der der Herabsetzung des Grundkapitals im Rahmen des Aktienrückkaufs entspricht.

Sonstige Rücklagen

Die Erhöhung der sonstigen Rücklagen um 38 Mio. € auf 1.429 Mio. € ist auf die Erhöhung der Gewinnrücklagen von 1.232 Mio. € auf 1.270 Mio. € zurückzuführen.

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Weiterhin beinhalten die Gewinnrücklagen Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen sowie die hierbei zu berücksichtigenden Steuereffekte. Zudem werden in den Gewinnrücklagen der den Nennbetrag übersteigende Anteil des Aktienrückkaufpreises sowie die Kosten des Aktienrückkaufs mindernd berücksichtigt.

Kumuliertes übriges Eigenkapital

Neben Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe werden im Wesentlichen Wertänderungen von Derivaten im Rahmen des Cashflow-Hedge-Accountings sowie die entsprechenden Sicherungskosten im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.

Kapitalmanagement

Kernziele des Kapitalmanagements im LANXESS Konzern sind die langfristige Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und die Erzielung einer im Vergleich zur chemischen Industrie attraktiven Kapitalrentabilität. Die Finanzpolitik des Konzerns setzt dem Kapitalmanagement eine wichtige Nebenbedingung. Dabei handelt es sich um die Beibehaltung eines Investment-Grade-Ratings, was die Erfüllung seitens der Ratingagenturen definierter Maßzahlen erfordert. Diese werden im Wesentlichen aus Kennzahlen der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung ermittelt. Details hierzu finden sich im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 im Abschnitt "Wertmanagement und Steuerungssystem". Im Rahmen des Kapitalmanagements entscheiden die zuständigen Gremien des LANXESS Konzerns über die Kapitalstruktur der Bilanz, die Angemessenheit der Eigenkapitalausstattung, die Verwendung des Bilanzgewinns, die Höhe der Dividende, die Finanzierung von Investitionen und damit über den Ab- bzw. Aufbau von Schulden. Die LANXESS AG unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen.

(14) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Im LANXESS Konzern bestehen für die meisten Mitarbeiter auf Basis vertraglicher Vereinbarungen oder gesetzlicher Vorgaben Zusagen auf Altersversorgungsleistungen, die im Rahmen von beitrags- und leistungsorientierten Plänen erbracht werden.

Beitragsorientierte Versorgungspläne Bei den beitragsorientierten Plänen zahlt das Unternehmen Beiträge an externe Versorgungsträger, die als Aufwand des jeweiligen Jahres in den Funktionsbereichen und damit im operativen Ergebnis Berücksichtigung finden. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Beiträge in Höhe von 43 Mio. € (Vorjahr: 43 Mio. €) geleistet.

Gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber Der in Deutschland über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Altersversorgungsplan wird wie ein beitragsorientierter Plan im Konzernabschluss berücksichtigt. In den zuvor genannten Beiträgen sind die Beiträge an die Bayer-Pensionskasse in Höhe von 23 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €) enthalten. Für das Geschäftsjahr 2020 werden Beiträge in ähnlicher Höhe erwartet.

Bei der Bayer-Pensionskasse handelt es sich um eine rechtlich selbstständige, private Versicherungsgesellschaft, die dem Versicherungsaufsichtsgesetz unterliegt. Da die Verpflichtung der Trägerunternehmen nicht auf die Zahlung der Beiträge des Geschäftsjahres beschränkt ist, liegt ein leistungsorientierter gemeinschaftlicher Versorgungsplan mehrerer Arbeitgeber vor, der grundsätzlich anteilig als leistungsorientierter Altersversorgungsplan zu bilanzieren ist.

Die Finanzierung der Bayer-Pensionskasse erfolgt nicht auf Grundlage der individuellen An-wartschaftsdeckung, sondern nach dem sogenannten Bedarfsdeckungsverfahren. Bei diesem Verfahren wird die grundlegende versicherungsmathematische Äquivalenzbetrachtung, nach der die Summe aus vorhandenem Vermögen und dem Barwert der zukünftigen Beiträge mindestens dem Barwert der zukünftigen Leistungen entsprechen muss, nicht auf Ebene des einzelnen versicherten Risikos, sondern auf Ebene des Gesamtbestands durchgeführt. Somit ist der LANXESS Konzern auch den versicherungsmathematischen Risiken der anderen Trägerunternehmen der Bayer-Pensionskasse ausgesetzt. Im Ergebnis ist die stetige und verlässliche Grundlage für die Zuordnung der Verpflichtung, des Planvermögens und der Kosten nicht gegeben, die für eine leistungsorientierte Bilanzierung nach IAS 19 erforderlich ist. Die Berechnung der Beitragssätze orientiert sich an der zukünftigen Deckung der Gesamtverpflichtung, sodass alle Trägerunternehmen den gleichen Beitragssatz auf das jeweilige sozialversicherungspflichtige Einkommen leisten. Entsprechend wird der über die Bayer-Pensionskasse finanzierte Versorgungsplan nicht als leistungsorientierter Plan, sondern wie ein beitragsorientierter Plan bilanziert.

Mindestdotierungsverpflichtungen oder Informationen, aus denen Abschätzungen der zukünftigen Beitragszahlungen aufgrund einer bestehenden Unter- bzw. Überdeckung durchgeführt werden können, liegen nicht vor. Eine Aufteilung von Vermögensüberdeckungen oder von Fehlbeträgen im Falle der Abwicklung der Bayer-Pensionskasse oder des Ausscheidens von LANXESS ist satzungsgemäß nicht vereinbart.

Der Anteil von LANXESS am Gesamtvolumen der Beiträge der Bayer-Pensionskasse beträgt 15 % (Vorjahr: 15 %). Seit dem 1. Januar 2005 ist die Bayer-Pensionskasse für Neueintritte geschlossen.

Leistungsorientierte Versorgungspläne

Die weltweiten Versorgungsverpflichtungen werden in regelmäßigen Abständen von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Gutachter unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Methode der laufenden Einmalprämien) berechnet. Ein Zeitraum von drei Jahren wird dabei nicht überschritten; für alle bedeutenden Versorgungspläne werden umfassende versicherungsmathematische Untersuchungen in der Regel jährlich durchgeführt.

Auf vertraglichen Regelungen basierende leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen für Pensionen bestehen im Wesentlichen in Deutschland, den USA und Großbritannien.

Die in Deutschland bestehenden leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen umfassen überwiegend lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes oder bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt der Mitarbeiter. Zudem bestehen Rentenzusagen für die arbeitnehmerseitige Umwandlung von Gehaltsbestandteilen, die bei Erreichen der Altersgrenze geleistet werden. Neben den Direktzusagen werden in einem separaten leistungsorientierten Plan die Rentenanpassungsverpflichtungen der Bayer-Pensionskasse entsprechend § 16 BetrAVG bilanziert. Für ab dem Geschäftsjahr 2017 neu eintretende Mitarbeiter wurde ein neuer Pensionsplan in Form einer kongruent rückgedeckten Direktzusage vereinbart. Hierbei wird die Verpflichtung des Arbeitgebers mit der Einzahlung des Beitrags in die Rückdeckungsversicherungen erfüllt. Die Rückdeckungsversicherungen werden über einen CTA als Planvermögen geführt.

Die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen in den USA und Großbritannien gewähren insbesondere lebenslange Rentenleistungen, die im Falle der Invalidität, des Todes oder bei Erreichen der Altersgrenze erbracht werden. Die Leistungshöhe bestimmt sich aus der Gesamtheit der im Beschäftigungszeitraum jährlich erdienten Rentenbausteine in Abhängigkeit vom jeweiligen Gehalt und vom Renteneintrittsalter der Mitarbeiter. Die bestehenden leistungsorientierten Versorgungspläne für Pensionen sind für neueintretende Mitarbeiter geschlossen. In Teilen der geschlossenen Pensionspläne werden keine neuen Pensionsansprüche mehr erdient und die Mitarbeiter sind in einen beitragsorientierten Pensionsplan überführt worden.

Auf gesetzlichen Vorgaben basierende leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen für Pensionen bestehen nur in geringem Umfang. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Leistungsverpflichtungen im Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die in Form eines Kapitalbetrags erbracht werden. Die Leistungshöhe ergibt sich überwiegend in Abhängigkeit von der Dauer der Dienstzugehörigkeit und dem zuletzt bezogenen Gehalt.

Die Versorgungsverpflichtungen für übrige Leistungszusagen umfassen insbesondere Erstattungsverpflichtungen für Krankheitskosten der süd- und nordamerikanischen Mitarbeiter nach Eintritt in den Ruhestand. In Deutschland beinhalten die übrigen Leistungszusagen andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer bzw. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Hierbei handelt es sich überwiegend um Vorruhestandsleis-tungen und tarifliche Leistungen, welche als Rentenleistungen gewährt werden. Aufgrund ihres Versorgungscharakters werden die übrigen Leistungszusagen ebenfalls als Bestandteil der Pensionsrückstellungen berücksichtigt.

Die Finanzierung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen erfolgt sowohl intern über Rückstellungen als auch extern über rechtlich selbstständige Pensionsfonds. Die Leistungszusagen werden in Deutschland auf freiwilliger Basis teilweise über den LANXESS Pension Trust e.V., Leverkusen (Deutschland), gedeckt, wobei die Dotierungen in den LANXESS Pension Trust e.V. von zukünftigen Entscheidungen des Unternehmens abhängen. In den USA und Großbritannien sind die Leistungszusagen aus Pensionen verpflichtend über Pensionsfonds im Wesentlichen ausfinanziert. Die Dotierungen in den USA und Großbritannien werden vom regulatorischen Umfeld und von der Einhaltung von Ausfinanzierungsregelungen bestimmt. Beiträge werden überwiegend vom Arbeitgeber getragen. Die Anlagestrategie wird weitgehend durch das LANXESS Corporate Pension Committee festgelegt und richtet sich nach Kapitalerhalt, Risikooptimierung, Verpflichtungsentwicklung sowie zeitgerechter Verfügbarkeit des Pensionsvermögens.

Regional wird die Strategie unter Beachtung des regulatorischen Umfelds überwiegend direkt über die entsprechenden Gremien der Pensionsfonds bzw. des LANXESS Pension Trust e.V. durch Vertreter von LANXESS gesteuert und überwacht. In Großbritannien wird die Verwaltung des Pensionsvermögens auf Grundlage lokaler Regularien durch externe Treuhänder in enger Abstimmung mit LANXESS übernommen.

Planüberschüsse bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unter Berücksichtigung von Vermögenswertbegrenzungen in Höhe der wirtschaftlichen Nutzbarkeit zur Reduktion zukünftiger Beiträge als Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen bilanziert. Leistungsorientierte Versorgungspläne mit Vermögenswertbegrenzungen bestehen im Wesentlichen in den USA und Großbritannien. Den jeweiligen Berechnungen liegen versicherungsmathematische Bewertungen zugrunde. Mindestdotierungen für leistungsorientierte Versorgungspläne können sowohl in Großbritannien als auch in anderen Ländern vorliegen. Diese hängen vom lokalen regulatorischen Umfeld ab und werden als zusätzliche Pensionsrückstellungen berücksichtigt.

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von 62 Mio. € (Vorjahr: 67 Mio. €) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen im Gewinn oder Verlust erfasst, die sich auf das operative Ergebnis und auf das Finanzergebnis wie folgt aufteilen:

Kosten für leistungsorientierte Versorgungspläne

in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
2018 2019 2018 2019
Operatives Ergebnis        
Laufender Dienstzeitaufwand 37 38 2 3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 2 0 - -
Gewinne aus Abgeltungen - -3 - 0
Kosten für die Verwaltung/Steuern 2 1 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen - - 0 1
Finanzergebnis        
Nettozinsen 20 18 4 4
Im Gewinn oder Verlust erfasste Beträge 61 54 6 8

Vorjahreswerte angepasst.

Die Gewinne aus Abgeltungen ergeben sich durch geleistete Abfindungszahlungen in den USA in Höhe von 13 Mio. € für unverfallbare Anwartschaften in Höhe von 16 Mio. €. Die Differenz in Höhe von 3 Mio. € wird als Gewinn aus Abgeltungen erfasst.

Die Verwaltungskosten im operativen Ergebnis enthalten diejenigen Kosten der Vermögensanlage, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Erwirtschaftung von Planvermögenserträgen stehen. Verwaltungskosten, die in direktem Zusammenhang mit der Erwirtschaftung von Planvermögenserträgen stehen, werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste beziehen sich auf andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer bzw. Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die aufgrund ihres Versorgungscharakters ebenfalls unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen sind.

Die Nettozinsen umfassen die Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Versorgungsverpflichtungen, Zinsaufwendungen aus der Veränderung der Auswirkungen von Vermögensobergrenzen sowie Zinserträge aus dem Planvermögen.

Die im Geschäftsjahr nicht im Gewinn oder Verlust, sondern im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge

in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
2018 2019 2018 2019
Erträge und Verluste aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den Zinsen enthalten sind -56 156 -2 4
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen -2 9 0 4
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen 29 -265 5 -11
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen 2 -6 2 0
Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen -1 -11 1 -6
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge -28 -117 6 -9

Die Entwicklung der Nettoschuld für leistungsorientierte Versorgungspläne ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Entwicklung der Nettoschuld

in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
2018 2019 2018 2019
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen am 01.01. 1.256 890 177 118
Anpassungen gemäß IFRS 5 -206 -18 -39 -
Im Gewinn oder Verlust erfasste Beträge 61 54 6 8
Im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge 28 117 -6 9
Arbeitgeberbeiträge -216 -18 -1 -1
Gezahlte Versorgungsleistungen -35 -43 -20 -15
Sonstiger Zugang 0 1 - -
Währungsänderungen 2 -4 1 2
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen am 31.12. 890 979 118 121
In der Bilanz ausgewiesene Beträge        
Forderungen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen -75 -78 - -
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 965 1.057 118 121
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen am 31.12. 890 979 118 121

Vorjahreswerte angepasst.

Die Anpassungen gemäß IFRS 5 resultieren im Geschäftsjahr aus dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft in Höhe von minus 17 Mio. € und dem geplanten Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis in Höhe von minus 1 Mio. €. Im Vorjahr ergaben sich die Anpassungen gemäß IFRS 5 für die Leistungszusagen Pensionen aus dem Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft in Höhe von minus 208 Mio. € und dem Ausweis der Kosten für leistungsorientierte Versorgungspläne der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft in Höhe von 2 Mio. €. Die Anpassungen gemäß IFRS 5 für die Leistungszusagen Übrige resultieren im Vorjahr aus dem Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft.

Für das Geschäftsjahr 2020 werden auf Basis der Wechselkurse zum Ende des Geschäftsjahres 2019 Zahlungsabflüsse für Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 19 Mio. € bzw. Versorgungsleistungen in Höhe von 58 Mio. € erwartet. Im Vorjahr wurden für das Geschäftsjahr 2019 auf Basis der Wechselkurse zum Ende des Geschäftsjahres 2018 Zahlungsabflüsse für Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 16 Mio. € bzw. Versorgungsleistungen in Höhe von 56 Mio. € erwartet.

Die Bestandteile der Überleitung der Nettoschuld werden in den nachfolgenden Tabellen zur Entwicklung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen, des externen Planvermögens und der Auswirkungen von Vermögensobergrenzen aufgegliedert und wesentliche Veränderungen erläutert.

Die Entwicklung der Versorgungsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung der Versorgungsverpflichtung

in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
2018 2019 2018 2019
Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen        
Versorgungsverpflichtung am 01.01. 3.104 2.162 192 135
Anpassungen gemäß IFRS 5 -939 -18 -39 0
Laufender Dienstzeitaufwand 37 38 2 3
Zinsaufwendungen 48 52 5 4
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen 2 -9 0 -4
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung finanzieller Bewertungsannahmen -29 265 -5 12
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Berichtigungen -2 6 -2 0
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 2 0 0 -
Abgeltungen 0 -16 - 0
Arbeitnehmerbeiträge 0 1 0 0
Gezahlte Versorgungsleistungen -67 -79 -21 -17
Sonstige Zugänge 0 1 - -
Kosten für die Verwaltung/Steuern 0 -1 0 0
Währungsänderungen 6 20 3 2
Versorgungsverpflichtung am 31.12. 2.162 2.422 135 135

Vorjahreswerte angepasst.

Die Anpassungen gemäß IFRS 5 resultieren im Geschäftsjahr aus dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft in Höhe von minus 17 Mio. € und dem geplanten Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis in Höhe von minus 1 Mio. €. Im Vorjahr ergaben sich Anpassungen gemäß IFRS 5 für die Leistungszusagen Pensionen aus dem Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft in Höhe von minus 941 Mio. € und dem Ausweis der Kosten für leistungsorientierte Versorgungspläne der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft in Höhe von 2 Mio. €. Die Anpassungen gemäß IFRS 5 für die Leistungszusagen Übrige resultieren im Vorjahr aus dem Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft.

Von den leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen für Pensionen entfallen auf Deutschland 72 % (Vorjahr: 71 %), auf Großbritannien 12 % (Vorjahr: 12 %) und auf die USA 11 % (Vorjahr: 11 %).

Die übrigen Leistungszusagen enthalten Verpflichtungen für Erstattungsleistungen von Krankheitskosten in Höhe von 103 Mio. € (Vorjahr: 98 Mio. €) sowie für andere übrige Leistungszusagen in Höhe von 32 Mio. € (Vorjahr: 37 Mio. €).

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen ergaben sich in den USA und in Großbritannien aus der Aktualisierung der demografischen Annahmen. In den USA entstanden versicherungsmathematische Gewinne durch die Anwendung der neu veröffentlichten und verabschiedeten Sterblichkeitsverbesserungstafeln MP2019, die von einer geringeren zukünftigen Sterblichkeitsverbesserung als 2018 ausgehen. In Großbritannien resultieren versicherungsmathematische Gewinne aus der Anwendung der neu veröffentlichten und verabschiedeten Sterblichkeitsverbesserungstafeln CMI 2018.

Im Vorjahr entstanden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Veränderung demografischer Bewertungsannahmen im Wesentlichen bei den Plänen in Deutschland durch die Anwendung der neu veröffentlichten und verabschiedeten Richttafeln Heubeck 2018 G in Höhe von 13 Mio. €. Gegenläufig verminderten sich die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen durch die Anwendung der neu veröffentlichten und verabschiedeten Sterblichkeitsverbesserungstafeln CMI 2017 in Großbritannien, die von einer geringeren zukünftigen Sterblichkeitsverbesserung als 2016 ausgehen. Ferner ergaben sich im Vorjahr versicherungsmathematische Verluste aus veränderten geschätzten Umwandlungsfaktoren für den Great Lakes Plan.

Die Veränderungen der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus finanziellen Bewertungsannahmen stehen überwiegend im Zusammenhang mit den Änderungen der Zinssätze für die Abzinsung leistungsorientierter Versorgungsverpflichtungen in den für LANXESS wesentlichen Ländern.

Im Vorjahr ergab sich der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand bei den Leistungszusagen Pensionen im Wesentlichen aus den Effekten in Großbritannien aus der Barber-Rechtsprechung zu den gesetzlich garantierten Mindestleistungen der betrieblichen Altersvorsorge.

Die Abgeltungen betreffen den Abgang von unverfallbaren Anwartschaften in den USA in Höhe von 16 Mio. € gegen Abfindungszahlungen in Höhe von 13 Mio. €. Die Differenz in Höhe von 3 Mio. € wird als Gewinn aus Abgeltungen erfasst.

Die Währungsänderungen bei den leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen sind insbesondere auf Kursschwankungen des US-Dollars und des Britischen Pfunds zurückzuführen.

Die Entwicklung des externen Planvermögens ist aus nachfolgender Tabelle ersichtlich:

Entwicklung des externen Planvermögens

in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
2018 2019 2018 2019
Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert        
Planvermögen am 01.01. 1.874 1.278 29 30
Anpassungen gemäß IFRS 5 -754 0 - 0
Zinserträge 28 34 1 1
Erträge und Verluste aus Planvermögen unter Ausschluss von Beträgen, die in den Zinsen enthalten sind -56 156 -2 4
Verluste aus Abgeltungen - -13 - -
Arbeitgeberbeiträge 216 18 1 1
Arbeitnehmerbeiträge 0 1 0 0
Gezahlte Versorgungsleistungen -32 -36 -1 -2
Kosten für die Verwaltung/Steuern -2 -2 0 0
Währungsänderungen 4 24 2 0
Planvermögen am 31.12. 1.278 1.460 30 34

Die Anpassungen gemäß IFRS 5 resultieren im Geschäftsjahr aus dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft in Höhe von 0 Mio. € und dem geplanten Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis in Höhe von 0 Mio. €. Im Vorjahr ergeben sich die Anpassungen gemäß IFRS 5 aus dem Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft in Höhe von minus 754 Mio. € und dem Ausweis der Kosten für leistungsorientierte Versorgungspläne der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft in Höhe von 0 Mio. €.

Vom Planvermögen entfallen auf Deutschland 52 % (Vorjahr: 51 %), auf Großbritannien 27 % (Vorjahr: 27 %) und auf die USA 14 % (Vorjahr: 16 %).

Die Arbeitgeberbeiträge enthalten sowohl externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche für zu leistende Rentenzahlungen zustehen, wie auch externe Ausfinanzierungen von Pensionsverpflichtungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen.

Die Abgeltungen betreffen den Abgang von unverfallbaren Anwartschaften in den USA in Höhe von 16 Mio. € gegen Abfindungszahlungen in Höhe von 13 Mio. €. Die Differenz in Höhe von 3 Mio. € wurde als Gewinn aus Abgeltungen erfasst.

Externe Ausfinanzierungen, bei denen die späteren Rentenzahlungen direkt aus dem externen Pensionsvermögen erfolgen, wurden in Höhe von 18 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) getätigt. Externe Ausfinanzierungen, bei denen LANXESS Erstattungsansprüche zustehen, betreffen insbesondere den LANXESS Pension Trust e.V. Im Geschäftsjahr wurden keine Einzahlungen erbracht. Im Vorjahr wurden Ausfinanzierungen in den LANXESS Pension Trust e.V. in Höhe von 200 Mio. € geleistet.

Die Währungsänderungen beim Planvermögen sind insbesondere auf Kursschwankungen des US-Dollars und des Britischen Pfunds zurückzuführen.

Die Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle:

Veränderung der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen und für Mindestdotierungen bei leistungsorientierten Versorgungsplänen

in Mio. € Auswirkungen für
Vermögensobergrenzen
Mindestdotierungen
2018 2019 2018 2019
Stand 01.01. 19 19 21 0
Anpassungen gemäß IFRS 5 - - -21 -
Zinsaufwendungen 0 1 - -
Zuführungen (+)/Auflösungen (-) - 17 - -
Währungsänderungen 0 0 - -
Stand 31.12. 19 37 0 0

Die Veränderungen der Auswirkungen für Vermögensobergrenzen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit britischen leistungsorientierten Versorgungsplänen für Pensionen und mit nordamerikanischen übrigen Leistungszusagen. Zum 31. Dezember 2019 betrugen die Vermögensobergrenzen bei den leistungsorientierten Versorgungsplänen für Pensionen 17 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) und die Vermögensobergrenzen bei den übrigen Leistungszusagen 20 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2019 ergaben sich wie im Vorjahr keine Effekte aus Mindestdotierungsvorschriften.

Im Vorjahr resultierten die Anpassungen gemäß IFRS 5 aus dem Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens setzt sich folgendermaßen zusammen:

Vermögensaufteilung am 31.12.

in Mio. € 2018 2019
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 224 67
davon notiert an einem aktiven Markt 224 67
Eigenkapitalinstrumente 138 395
davon notiert an einem aktiven Markt 138 395
Staatsanleihen 391 234
davon notiert an einem aktiven Markt 391 234
Unternehmensanleihen 446 567
davon notiert an einem aktiven Markt 446 567
Wertpapierfonds 30 30
davon notiert an einem aktiven Markt 21 14
Immobilien 5 17
davon notiert an einem aktiven Markt 5 17
Versicherungskontrakte 56 67
davon notiert an einem aktiven Markt - -
Sonstiges 18 117
davon notiert an einem aktiven Markt 18 117
  1.308 1.494

Das Planvermögen umfasst keine selbstgenutzten Immobilien. Auf eigene Finanzinstrumente entfallen ca. 3 % (Vorjahr: 3 %) des Planvermögens. Es ist nicht auszuschließen, dass in Indexprodukten Wertpapiere von LANXESS enthalten sind.

Bei der Ermittlung des Verpflichtungsumfangs und der Bestimmung des Versorgungsaufwands wurden folgende gewichtete Zinssätze für die Abzinsung zugrunde gelegt:

Diskontierungszinssätze am 31.12.

in % Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
2018 2019 2018 2019
Zinssatz für die Abzinsung 2,41 1,64 3,88 3,33
Deutschland 2,00 1,30 0,36 0,39
USA 4,25 3,20 4,25 3,20
Großbritannien 2,75 1,90 - -

Für die sonstigen Parameter wurden folgende gewichtete Bewertungsannahmen verwendet:

Bewertungsannahmen am 31.12.

in % Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
2018 2019 2018 2019
Erwartete Einkommensentwicklung 2,3 2,3 2,6 2,6
Erwartete Rentenentwicklung 1,7 1,7 - -
Erwartete Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung - - 7,0 7,0
Erwartete langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung - - 5,2 5,2

Die Gewichtung der Annahmen erfolgt auf Basis der Versorgungsverpflichtungen der leistungsorientierten Versorgungspläne am Jahresende. Die Zinssätze für die Abzinsung in Deutschland, den USA und Großbritannien werden von erstrangigen festverzinslichen laufzeitkongruenten Unternehmensanleihen abgeleitet. Die Rundungslogik zur Bestimmung der Zinssätze für die Abzinsung der leistungsorientierten Versorgungspläne hat sich im Vergleich zum Vorjahr bei den wesentlichen Ländern verändert. Der Effekt aus dieser Änderung führt im Geschäftsjahr 2019 zu einer Reduktion der Versorgungsverpflichtung in Deutschland in Höhe von 17 Mio. €, zu einer Erhöhung der Versorgungsverpflichtung in den USA in Höhe von 2 Mio. € und zu einer Erhöhung der Versorgungsverpflichtung in Großbritannien in Höhe von 5 Mio. €.

Es wird erwartet, dass die langfristige Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung in 8 Jahren (Vorjahr: 9 Jahre) erreicht ist.

Als biometrische Grundlagen wurden für die Bewertung der inländischen Versorgungsverpflichtungen die Richttafeln Heubeck 2018 G verwendet; bei den ausländischen Konzerngesellschaften wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt.

Eine Veränderung der wesentlichen Bewertungsparameter würde zu folgenden prozentualen Veränderungen der Versorgungsverpflichtung führen:

Sensitivitäten auf die Versorgungsverpflichtung am 31.12.

in % Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
2018 2019 2018 i019
Zinssatz für die Abzinsung        
+0,5 %-Punkte -8,1 -8,3 -3,7 -4,7
-0,5 %-Punkte 9,2 9,6 4,0 5,2
Erwartete Einkommensentwicklung        
+0,25 %-Punkte 0,4 0,2 0,3 0,5
-0,25 %-Punkte -0,4 -0,2 -0,2 -0,5
Erwartete Rentenentwicklung        
+0,25 %-Punkte 4,3 4,7 - -
-0,25 %-Punkte -4,0 -4,5 - -
Sterbewahrscheinlichkeit        
-10% 2,9 3,8 1,8 2,0
Erwartete Kostensteigerung im Bereich der medizinischen Versorgung        
+1 %-Punkt - - 3,8 5,3
-1 %-Punkt - - -3,4 -4,3

Die Sensitivität der Sterbewahrscheinlichkeit wurde für die Länder mit wesentlichen Versorgungsverpflichtungen berechnet. Eine Verminderung der Sterbewahrscheinlichkeit führt zu einer erhöhten individuellen Lebenserwartung der Begünstigten. Die Absenkung um 10 % bedeutet für einen Mitarbeiter im Renteneintrittsalter eine durchschnittliche Erhöhung der Lebenserwartung in den für LANXESS wesentlichen Ländern um ca. ein Jahr.

Bei den Berechnungen der Sensitivitäten wird der jeweilige Bewertungsparameter unter Beibehaltung aller anderen Parameter variiert. Hierbei wird die gleiche Bewertungsmethodik angewandt, die auch den versicherungsmathematischen Bewertungen zur Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen zugrunde liegt. Sensitivitätsberechnungen sind jedoch abhängig vom Zinseffekt und von der absoluten Veränderung des zu variierenden Parameters. Zudem ist unwahrscheinlich, dass sich in der Realität jeweils nur ein Parameter verändert, sodass Parameteränderungen mit anderen Annahmen korrelieren können. Sofern der angegebenen erwarteten Entwicklung des Parameters in der Sensitivitätsberechnung eine andere Variation des Parameters zugrunde lag, wurde die angegebene Veränderung auf die Versorgungsverpflichtung linear approximiert.

Die gewichtete mittlere Laufzeit für die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen Pensionen beträgt 19 Jahre (Vorjahr: 18 Jahre). Hierbei werden gewichtete mittlere Laufzeiten für Deutschland von 20 Jahren (Vorjahr: 19 Jahre), für die USA von 11 Jahren (Vorjahr: 9 Jahre) und für Großbritannien von 18 Jahren (Vorjahr: 18 Jahre) berücksichtigt. Die gewichtete mittlere Laufzeit für die übrigen Leistungszusagen beträgt 11 Jahre (Vorjahr: 9 Jahre).

Der Finanzierungsstatus als Unter- bzw. Überdeckung der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen nach Abzug des Planvermögens ohne Berücksichtigung von Vermögenswertbegrenzungen und Mindestdotierungen ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Finanzierungsstatus am 31.12.

in Mio. € Leistungszusagen
Pensionen
Leistungszusagen
Übrige
2018 2019 2018 2019
Finanzierungsstatus        
Anwartschaftsbarwert der fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 1.628 1.816 22 22
Externes Planvermögen -1.278 -1.460 -30 -34
Unterdeckung der fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 350 356 -8 -12
Anwartschaftsbarwert der nicht fondsfinanzierten Versorgungsverpflichtungen 534 606 113 113
Finanzierungsstatus am 31.12. 884 962 105 101

(15) Sonstige langfristige und kurzfristige Rückstellungen

Am 31. Dezember 2019 bilanziert der LANXESS Konzern sonstige kurzfristige Rückstellungen in Höhe von 409 Mio. € (Vorjahr: 465 Mio. €) und sonstige langfristige Rückstellungen in Höhe von 338 Mio. € (Vorjahr: 337 Mio. €). Die Fristigkeiten der sonstigen Rückstellungen sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

Sonstige Rückstellungen

in Mio. € 31.12.2018
bis 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Personalrückstellungen 188 29 34 251
Umweltschutzrückstellungen 31 49 118 198
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 86 1 0 87
Rückstellungen für Restrukturierung 23 24 5 52
Übrige sonstige Rückstellungen 137 24 53 214
  465 127 210 802
in Mio. € 31.12.2019
bis 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
Personalrückstellungen 155 33 31 219
Umweltschutzrückstellungen 32 42 117 191
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 92 5 0 97
Rückstellungen für Restrukturierung 23 16 5 44
Übrige sonstige Rückstellungen 107 26 63 196
  409 122 216 747

Insgesamt haben sich die sonstigen Rückstellungen im Geschäftsjahr von 802 Mio. € auf 747 Mio. € gemindert. Im Einzelnen ergibt sich nachfolgende Entwicklung:

Veränderung sonstige Rückstellungen 2019

in Mio. € 01.01.2019 Anpassungen
gemäß IFRS 5
Zuführung Zinseffekt
Personalrückstellungen 251 -11 156 0
Umweltschutzrückstellungen 198 -6 7 5
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr 87 -3 68 -
Rückstellungen für Restrukturierung 52 - 16 -
Übrige sonstige Rückstellungen 214 -5 42 2
  802 -25 289 7
in Mio. € Innspruchname Auflösung Währungs-
änderungen
31.12.2019
Personalrückstellungen -168 -10 1 219
Umweltschutzrückstellungen -15 -4 6 191
Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr -49 -6 0 97
Rückstellungen für Restrukturierung -19 -6 1 44
Übrige sonstige Rückstellungen -41 -17 1 196
  -292 -43 9 747

Personalrückstellungen

Die Personalrückstellungen enthalten insbesondere die einjährigen erfolgsabhängigen Vergütungen sowie die mehrjährigen Vergütungsprogramme.

Mehrjährige Vergütungsprogramme

Anteilsbasierte Vergütung

Die LANXESS AG gewährt Mitgliedern des Vorstands sowie Mitarbeitern der oberen Führungsebenen eine anteilsbasierte Vergütung, die bar ausgezahlt wird. Die drei bestehenden Vergütungsprogramme (LTSP - Long Term Stock Performance Plan) wurden in den Geschäftsjahren 2010, 2014 bzw. 2018 aufgesetzt. Mit dem im Geschäftsjahr 2010 aufgesetzten Vergütungsprogramm LTSP 2010-2013 wurden Anrechte für die Jahre 2010 bis 2013 gewährt. Die Ausschüttung ergibt sich aus der relativen Performance der LANXESS Aktie im Vergleich zum Index Dow Jones STOXX 600 Chemicals SM. Das im Geschäftsjahr 2014 eingeführte Vergütungsprogramm LTSP 2014-2017 entspricht im Wesentlichen dem Vergütungsprogramm LTSP 2010-2013. Wesentliche Änderung ist die Bemessung der Ausschüttung als Relation der Performance der LANXESS Aktie im Vergleich zur Performance des Wettbewerbsindex MSCI World Chemicals. Die Gesamtlaufzeit der jeweiligen Tranchen beträgt für beide Programme grundsätzlich sieben Jahre. Im Geschäftsjahr 2016 wurde der Ausübungszeitraum der Tranchen 2012 und 2013 aus dem Vergütungsprogramm LTSP 2010-2013 jeweils um zwei Jahre verlängert, sodass die Gesamtlaufzeit dieser beiden Tranchen nun neun Jahre beträgt. Die Sperrfrist beträgt für alle Tranchen jeweils vier Jahre. Der Basiskurs von Aktie und Vergleichsindex für die LTSP-Programme ergibt sich als volumengewichteter Durchschnitt der Schlusskurse der ersten zehn Handelstage im Januar des jeweiligen Tranchenjahres. Ausgabedatum der gewährten und noch ausstehenden Anrechte sowie der Anrechte der noch offenen Tranchen ist jeweils der 1. Februar. Die Teilnahme an den Programmen setzt ein vom jeweiligen Festgehalt abhängiges Eigeninvestment der Teilnehmer in LANXESS Aktien voraus. Übertrifft die Performance der Aktie die des Index, so werden pro Anrecht mindestens 0,75 € ausgezahlt. Für jedes Prozent, um das die Performance der Aktie die des Index übertrifft, werden 0,125 € zusätzlich ausgezahlt. Maximal werden jedoch 2,00 € pro Anrecht ausgeschüttet.

Im Geschäftsjahr 2018 wurde das LTSP 2018-2021 in Deutschland und in den USA eingeführt. Die Gesamtlaufzeit der Tranche beträgt vier Jahre und umfasst ausschließlich die Sperrfrist. Ausgabedatum der gewährten und noch ausstehenden Anrechte ist der jeweilige 1. Januar. Für jedes Jahr während der Laufzeit des LTSP-Plans errechnet sich der Basiskurs der Aktie der Gesellschaft aus dem Durchschnitt der Schlusskurse der Aktien der Gesellschaft im Xetra-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse. Für die Berechnung des Durchschnitts werden für jedes Tranchenjahr jeweils die Schlusskurse der letzten zehn Handelstage des Kalendermonats Dezember des Vorjahres und die Schlusskurse der ersten zehn Handelstage des Kalendermonats Januar des laufenden Tranchenjahres ermittelt. Der Wert eines Stock Performance Rights ist abhängig von der durchschnittlichen Performance der LANXESS Aktie im Vergleich zur Performance des Wettbewerbsindex MSCI World Chemicals während der Sperrfrist. Die Performance zum Index wird für jedes der vier Jahre der Sperrfrist einzeln ermittelt. Die so ermittelten Werte der vier in die jeweilige Tranche fallenden Geschäftsjahre werden anschließend addiert und ein Durchschnitt gebildet. Die Ausübung erfolgt automatisch am Ende der Sperrfrist. Erreicht oder übertrifft die durchschnittliche Performance der Aktie zum Index 85 Prozentpunkte, werden mindestens 0,50 €/0,50 $ ausgezahlt. Für jedes Prozent bis zu einer Performance von 100 Prozentpunkten werden zusätzliche 0,03 €/0,03 $ ausgezahlt. Bei einer Performance der Aktie zum Index zwischen 100 Prozentpunkten und 115 Prozentpunkten kommen weitere 0,06 €/0,06 $ pro Prozentpunkt zur Auszahlung, sodass der maximal erreichbare Auszahlungsbetrag 2,00 €/2,00 $ beträgt.

Der Bewertung der Verpflichtungen aus der anteilsbasierten Vergütung liegen die folgenden wesentlichen Parameter zugrunde:

in % 2018 2019
Erwartete Volatilität der Aktie 27,0 28,0
Erwartete Dividendenzahlung 2,0 2,0
Erwartete Volatilität des Index Dow Jones STOXX 600 Chemicals SM 18,0 16,0
Korrelation zwischen dem LANXESS Aktienkurs und dem Index Dow Jones STOXX 600 Chemicals SM 72,0 72,0
Erwartete Volatilität des Index MSCI World Chemicals 13,0 13,0
Korrelation zwischen dem LANXESS Aktienkurs und dem Index MSCI World Chemicals 63,0 65,0

Der zu berücksichtigende risikolose Zinssatz lag im Geschäftsjahr bei minus 0,54 % (Vorjahr: minus 0,44 %).

Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der historischen Volatilität der LANXESS Aktie und der Indizes Dow Jones STOXX 600 Chemicals SM bzw. MSCI World Chemicals der jeweiligen letzten vier Jahre.

Informationen zu den offenen Tranchen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Long Term Stock Performance Plan

LTSP 2010-2013 LTSP 2014-2017
Tranche 2012 Tranche 2013 Tranche 2015 Tranche 2016 Tranche 2017
Laufzeit 9 Jahre 9 Jahre 7 Jahre 7 Jahre 7 Jahre
Sperrfrist (Erdienungszeitraum) 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre 4 Jahre
Haltefrist für Eigeninvestment-Aktien 31.01.2017 31.01.2017 31.01.2019 31.01.2020 31.01.2021
Basiskurs der LANXESS Aktie 44,54 € 63,25 € 35,04 € 38,39 € 64,84 €
Basiskurs des Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM 533,45 Punkte 665,98 Punkte - - -
Basiskurs des Index MSCI World Chemicals - - 254,06 Punkte 233,45 Punkte 276,04 Punkte
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht am 31.12.2018 0,03 € 0,02€ 1,62€ 0,86€ 0,22€
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht am 31.12.2019 4 € 0,04€ 0,00 € 1,89€ 0,54€
Entwicklung der Anzahl ausstehender Anrechte          
Ausstehende Anrechte am 01.01.2019 7.194.747 7.815.808 8.549.467 9.651.994 10.258.995
Anpassungen gemäß IFRS 5 116.382 128.820 144.749 158.364 159.537
Gewährte Anrechte - - - - -
Ausgeübte Anrechte - - 8.107.727 - -
Abgegoltene Anrechte 209.870 223.704 62.790 324.100 321.290
Verwirkte Anrechte 218.670 216.596 234.201 304.576 346.082
Ausstehende Anrechte am 91.12.2019 6.649.825 7.246.688 0 8.864.954 9.492086
LTSP 2018-2021
Tranche 2018 Tranche 2019
Laufzeit 4 Jahre 4 Jahre
Sperrfrist (Erdienungszeitraum) 4 Jahre 4 Jahre
Haltefrist für Eigeninvestment-Aktien 31.12.2021 31.12.2022
Basiskurs der LANXESS Aktie 66,90 € 1) 42,57 €
Basiskurs des Index Dow Jones STOXX 600 ChemicalsSM - -
Basiskurs des Index MSCI World Chemicals 337,09 Punkte 280,46 Punkte
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht am 31.12.2018 0,73 € / 0,73 $ 1) -
Beizulegender Zeitwert pro Anrecht am 31.12.2019 1,09 € / 1,09 $ 1) 1,31 € / 1,31 $
Entwicklung der Anzahl ausstehender Anrechte    
Ausstehende Anrechte am 01.01.2019 13.565.435 1) -
Anpassungen gemäß IFRS 5 196.320 -
Gewährte Anrechte - 14.572.597
Ausgeübte Anrechte - -
Abgegoltene Anrechte 305.228 292.927
Verwirkte Anrechte 396.739 78.305
Ausstehende Anrechte am 91.12.2019 0 14.201.965

1) Vorjahreswerte angepasst.

Die Anpassungen gemäß IFRS 5 resultieren aus dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft.

Zum Jahresende 2019 notierte die LANXESS Aktie bei 59,82 €. Die Vergleichsindizes Dow Jones STOXX 600 Chemicals SM bzw. MSCI World Chemicals notierten bei 1.029,61 bzw. 329,34 Punkten.

Im Geschäftsjahr 2019 ergibt sich aufgrund der Performance der LANXESS Aktie zum jeweiligen Vergleichsindex sowie aus der Gewährung, Abgeltung oder Verwirkung von Anrechten ein Nettoaufwand von 26 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Zum 31. Dezember 2019 ergibt sich eine Rückstellung in Höhe von 31 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €). Im aktuellen Geschäftsjahr beträgt der innere Wert von am Bilanzstichtag ausübbaren Anrechten wie im Vorjahr 0 Mio. €.

Rückstellungen für Umweltschutz

Das Geschäft des LANXESS Konzerns unterliegt weitreichenden rechtlichen Vorgaben in allen Ländern, in denen die geschäftlichen Aktivitäten stattfinden. So kann die Einhaltung von Gesetzen, die den Schutz der Umwelt betreffen, dazu führen, dass der Konzern an diversen Standorten die Auswirkungen der Emission oder Ablagerung von Chemikalien beseitigen oder auf ein Minimum beschränken muss. Einige dieser Gesetze führen dazu, dass ein Unternehmen, das gegenwärtig oder in der Vergangenheit Eigentümer eines Standorts ist bzw. war oder dort Anlagen betreibt bzw. betrieben hat, entschädigungspflichtig gemacht wird für die Kosten, die dadurch entstehen, dass gefährliche Substanzen aus dem Boden oder Grundwasser eines Grundstücks oder benachbarter Flächen beseitigt oder unschädlich gemacht werden. Dabei kann die Entschädigungspflicht unabhängig davon gegeben sein, ob der Eigentümer oder Anlagenbetreiber von einer Kontamination wusste oder ob er sie selbst verursacht hat. Des Weiteren ist oft auch nicht entscheidend, ob eine Kontamination zu dem Zeitpunkt, zu dem sie ursprünglich verursacht wurde, gesetzlich zulässig war oder nicht. Da viele der Produktionsstandorte von LANXESS schon seit langer Zeit industriell genutzt werden, ist es nicht immer möglich, genau zu bestimmen, welche Auswirkungen derartige Vorgänge in Zukunft auf den LANXESS Konzern haben werden.

Bei LANXESS als einem Unternehmen der chemischen Industrie kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass es in der Vergangenheit an Standorten Verunreinigungen des Bodens und des Grundwassers gegeben hat. Hieraus möglicherweise resultierende Ansprüche könnten von staatlichen Regulierungsbehörden sowie von privaten Organisationen und Personen geltend gemacht werden. Dabei ginge es dann um die Sanierung von Standorten und Flächen, die im Eigentum des LANXESS Konzerns stehen, an denen Produkte von Dritten im Rahmen von Lohnfertigungsvereinbarungen produziert wurden oder an denen Abfälle aus Produktionsanlagen des LANXESS Konzerns behandelt, gelagert oder entsorgt wurden.

Potenzielle Verbindlichkeiten aus Untersuchungs- und Sanierungskosten bestehen bei einer Reihe von Standorten unter anderem aufgrund der allgemein als "Superfund" bezeichneten besonderen Regelungen des US-amerikanischen Umweltschutzrechts. An US-Standorten sind zahlreiche Unternehmen, darunter auch LANXESS, davon in Kenntnis gesetzt worden, dass US-amerikanische Behörden sowie Privatpersonen davon ausgehen, dass die betreffenden Gesellschaften möglicherweise nach dem Superfund oder ähnlichen Vorgaben für Sanierungsmaßnahmen verantwortlich sind. An manchen Standorten ist LANXESS möglicherweise der einzige Verantwortliche. An den meisten in diesem Zusammenhang relevanten Standorten ist der Sanierungsprozess bereits eingeleitet.

Die bestehenden Umweltschutzrückstellungen betreffen vor allem die Sanierung von kontaminierten Standorten, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen. Die Umweltschutzrückstellungen werden durch Diskontierung des Betrags der erwarteten Inanspruchnahme ermittelt, soweit Umweltuntersuchungen oder Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und kein zukünftiger Nutzen aus diesen Maßnahmen erwartet wird. Für die Kostenschätzungen signifikante Faktoren sind z. B. bisherige Erfahrungen in vergleichbaren Fällen, Gutachten zu Umweltmaßnahmen, die gegenwärtigen Kosten und neue, die Kosten beeinflussende Entwicklungen, unsere Interpretation der gegenwärtigen Umweltschutzgesetze und -verordnungen, die Anzahl und die finanzielle Situation der Drittunternehmen, die an den verschiedenen Standorten angesichts einer gemeinsamen Haftung ebenfalls zu Kostenerstattungen herangezogen werden können, sowie die Sanierungsmethoden, die voraussichtlich eingesetzt werden.

Es ist schwierig, die künftigen Kosten von Umweltschutz- und Sanierungsmaßnahmen abzuschätzen, insbesondere angesichts der vielen Unsicherheiten, die bezüglich der rechtlichen Vorgaben und der Informationen über die Verhältnisse in den verschiedenen Ländern und Standorten bestehen. In Anbetracht dieser Situation sowie unter Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen mit ähnlichen Maßnahmen geht LANXESS davon aus, dass die vorhandenen Rückstellungen - auf der Grundlage der heute vorhandenen Informationen - ausreichend sind. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass über die zurückgestellten Beträge hinaus zusätzliche Kosten anfallen werden. Solche zusätzlichen Kosten würden, wenn sie überhaupt anfallen, nach Einschätzung des Unternehmens keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr

Die Rückstellungen betreffen im Wesentlichen noch nicht abgerechnete Energie- und Entsorgungsleistungen sowie ausstehende Rechnungen für bereits erbrachte Leistungen. Darüber hinaus werden drohende Verluste bzw. belastende Verträge berücksichtigt.

Rückstellungen für Restrukturierung

Die Rückstellungen für Restrukturierung in Höhe von 44 Mio. € (Vorjahr: 52 Mio. €) zum 31. Dezember 2019 beinhalten 20 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €) Rückstellungen für Personalmaßnahmen, 16 Mio. € (Vorjahr: 19 Mio. €) Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen sowie 8 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €) Rückstellungen für notwendige Abrisse zur Erfüllung von Umweltverpflichtungen und sonstige Aufwendungen.

Übrige sonstige Rückstellungen

Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten insbesondere Rückstellungen für belastende Verträge sowie Rückstellungen für sonstige Verpflichtungen.

(16) Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Die Zusammensetzung und Fristigkeit der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten kann den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten am 31.12.2018

in Mio. € Kurzfristig Langfristig
2019 2020 2021 2022 2023 > 2023 Summe
Anleihen - - 497 597 - 1.575 2.669
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29 - - - - - 0
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 5 3 3 2 2 2 12
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 25 0 0 0 0 5 5
  59 3 500 599 2 1.582 2.686

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten am 31.12.2019

in Mio. € Kurzfristig Langfristig
2020 2021 2022 2023 2024 > 2024 Summe
Anleihen - 498 598 - - 1.577 2.673
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 - - - - - 0
Leasingverbindlichkeiten 41 33 26 10 6 25 100
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 25 0 0 1 0 3 4
  66 531 624 11 6 1.605 2.777

Im LANXESS Konzern sind zum 31. Dezember 2019 folgende Anleihen ausstehend:

Emissionszeitpunkt Nominalwert Buchwert Zinskupon Fälligkeit
in Mio. € in Mio. € in %
April 2012 100 100 3,500 April 2022
April 2012 100 99 3,950 April 2027
November 2012 500 498 2,625 November 2022
Oktober 2016 500 498 250 Oktober 2021
Oktober 2016 500 494 1,000 Oktober 2026
Dezember 2016 500 490 4,500 Dezember 2076
Mai 2018 500 494 1,125 Mai 2025

Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz der in Euro und Fremdwährungen bestehenden Finanzverbindlichkeiten im LANXESS Konzern liegt zum Geschäftsjahresende 2019 mit 2,0 % auf Vorjahresniveau.

In den Folgejahren sind Leasingraten in Höhe von 173 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €) an die jeweiligen Leasinggeber zu zahlen. Der hierin enthaltene Zinsanteil beläuft sich auf 32 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Der Anstieg der Leasingverbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus der Erstanwendung von IFRS 16.

In den sonstigen originären finanziellen Verbindlichkeiten sind Zinsabgrenzungen von 25 Mio. € (Vorjahr: 25 Mio. €) für finanzielle Verbindlichkeiten enthalten, die im Wesentlichen auf Anleihen entfallen.

Hinsichtlich der beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Verbindlichkeiten sowie der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme, insbesondere der Zinszahlungen, wird auf die Anhangangabe [37] verwiesen.

(17) Langfristige und kurzfristige Ertragsteuerschulden

Die langfristigen und kurzfristigen Ertragsteuerschulden gliedern sich wie folgt:

Ertragsteuerschulden

in Mio. € 31.12.2018
Langfristig Kurzfristig Gesamt
Rückstellungen 117 41 158
Verbindlichkeiten - 3 3
  117 44 161
in Mio. € 31.12.2019
  Langfristig Kurzfristig Gesamt
Rückstellungen 95 119 214
Verbindlichkeiten - 3 3
  95 122 217

Die langfristigen Ertragsteuerschulden umfassen im Wesentlichen unsichere Steuerpositionen für noch nicht abgeschlossene Steuerverfahren. Die kurzfristigen Ertragsteuerschulden beinhalten Rückstellungen für strittige Besteuerungssachversalte aus Steuerverfahren deren Inanspruchnahme innerhalb des nächsten Jahres als wahrscheinlich angesehen wird.

(18) Sonstige langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten gliedern sich am Bilanzstichtag wie folgt:

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019
Von Dritten gewährte Zuwendungen für Vermögens-werte 42 32
Vertragsverbindlichkeiten 14 12
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 3 5
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 21 18
  80 67

Die von Dritten gewährten Zuwendungen für Vermögenswerte enthalten unter anderem Zuwendungen der öffentlichen Hand, welche die Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen bzw. die Zweckbindung von Vermögenswerten zur eigenen Produktion für festgelegte Zeiträume bedingen.

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 45 43
Vertragsverbindlichkeiten 25 17
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 12 13
Personalverbindlichkeiten 14 12
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 35 26
  131 111

Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern umfassen neben den Beträgen, für die die Konzerngesellschaften Steuerschuldner sind, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden.

Vertragsverbindlichkeiten werden gemäß IFRS 15 für erhaltene Anzahlungen gebildet, für die noch keine Leistung erbracht wurde.

Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere noch abzuführende Beiträge an Sozialversicherungen ausgewiesen.

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen die periodengerechte Abgrenzung ausstehender Rechnungen. Im Vorjahr beliefen sich die entsprechenden Verpflichtungen gegenüber der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), auf unter 1 Mio. €.

Veränderung Vertragsverbindlichkeiten

in Mio. € 2018 2019
Stand 01.01. 40 39
Anpassungen gemäß IFRS 5 -10 -
Kumulative Anpassungen der Erlöse des Geschäftsjahres 9 3
Kumulative Anpassungen der Erlöse aus Vorjahren -4 -4
Zuführungen 32 22
Realisierte Umsätze aus Anfangssaldo -28 -31
Währungsänderungen 0 0
Stand 31.12. 39 29

Die Zuführungen betreffen im Wesentlichen Anzahlungen von Kunden für noch zu erbringende Leistungsverpflichtungen. Die realisierten Umsätze aus dem Anfangssaldo beziehen sich überwiegend auf Vorjahresanzahlungen von Kunden sowie auf die Realisierung der im Anfangssaldo enthaltenen Werte für die im Geschäftsjahr ausgelieferten Mengen aus dem Geschäftsmodell der Herstellung von Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen.

(19) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen überwiegend gegenüber Dritten. Wie im Vorjahr ist der Gesamtbetrag in Höhe von 656 Mio. € (Vorjahr: 795 Mio. €) innerhalb eines Jahres fällig.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen mit 113 Mio. € (Vorjahr: 117 Mio. €) gegenüber der Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), und deren verbundenen Unternehmen sowie mit 543 Mio. € (Vorjahr: 678 Mio. €) gegenüber sonstigen Lieferanten. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert aus rohstoffpreisbedingten Effekten im vierten Quartal 2019 sowie aus dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft.

(20) Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten Von den gesamten Verbindlichkeiten haben 1.614 Mio. € (Vorjahr: 1.587 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(21) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse von 6.802 Mio. € (Vorjahr: 6.824 Mio. €) beinhalten zum größten Teil Verkäufe von selbst hergestellten chemischen Erzeugnissen nach Abzug von Rabatten und Preisnachlässen. Die Dienstleistungen betreffen neben vertriebs- und produktbezogenen Dienstleistungen Lohnbearbeitungen sowie sonstige auf Dauer angelegte Dienstleistungen. Die Umsätze und ihre Entwicklung nach Unternehmensbereichen und Regionen sind in der Übersicht zur Segmentberichterstattung ersichtlich (vgl. Anhangangabe [39]).

Art der Umsätze

in Mio. € 2018 2019
Produktverkauf 6.756 6.708
Dienstleistungen 68 94
  6.824 6.802

Vorjahreswerte angepasst.

Umsatzrealisierung

in Mio. € 2018 2019
Zeitpunktbezogen 6.517 6.443
Zeitraumbezogen 307 359
  6.824 6.802

Vorjahreswerte angepasst.

Die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung betrifft das Geschäftsmodell der Herstellung von kundenspezifischen Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen in Höhe von 265 Mio. € (Vorjahr: 239 Mio. €) sowie die über einen Zeitraum erbrachten Dienstleistungen in Höhe von 94 Mio. € (Vorjahr: 68 Mio. €).

Hinsichtlich der Umsatzeffekte aus der Veränderung von Vertragsvermögenswerten bzw. Vertragsverbindlichkeiten verweisen wir auf die jeweiligen Überleitungen in den Anhangangaben [6] bzw. [18].

In den Geschäftsmodellen der Herstellung von Produkten bzw. kundenspezifischen Produkten im Rahmen langfristiger Verkaufsverträge mit vertraglich fixierten Mindestabnahmemengen bestehen zum 31. Dezember 2019 nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen in einer Gesamthöhe von 2.304 Mio. € (Vorjahr: 1.907 Mio. €). Die dazugehörigen Umsatzerlöse werden wie folgt erwartet:

Fristigkeit der erwarteten Umsatzerlöse

in Mio. € 2018 2019
bis 1 Jahr 618 662
1 bis 2 Jahre 360 491
2 bis 3 Jahre 260 366
3 bis 4 Jahre 185 182
4 bis 5 Jahre 101 175
über 5 Jahre 383 428
  1.907 2.304

(22) Kosten der umgesetzten Leistungen

Kosten der umgesetzten Leistungen

in Mio. € 2018 2019
Aufwendungen für Rohstoffe und Handelswaren 3.013 2.901
Fertigungskosten und sonstige Herstellungskosten 2.073 2.142
  5.086 5.043

Vorjahreswerte angepasst.

Die Fertigungskosten enthalten unter anderem Kosten für Personal, Abschreibungen, Energie und sonstige Leistungsbezüge. Die sonstigen Herstellungskosten enthalten insbesondere Effekte aus der Bestandsbewertung sowie aus Inventurdifferenzen.

(23) Vertriebskosten

Vertriebskosten

in Mio. € 2018 2019
Marketingkosten 465 504
Ausgangsfrachten und sonstige Vertriebskosten 294 308
  759 812

Vorjahreswerte angepasst.

Die Vertriebskosten beinhalten im Wesentlichen Kosten der internen und externen Marketing- und Vertriebsorganisation, Frachten, Lagerhaltungs- und Verpackungskosten sowie Kosten der Kundenberatung.

(24) Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten von 114 Mio. € (Vorjahr: 109 Mio. €) enthalten insbesondere Kosten zur Erlangung neuer wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse, Kosten im Zusammenhang mit der Suche nach alternativen Produkten und Produktionsverfahren sowie Kosten im Zusammenhang mit der Anwendung von Forschungsergebnissen.

(25) Allgemeine Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten von 274 Mio. € (Vorjahr: 295 Mio. €) beinhalten Kosten, die keinen direkten Zusammenhang mit den operativen Geschäftsprozessen haben, sowie die Kosten der Landesorganisationen.

(26) Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge

in Mio. € 2018 2019
Erträge aus Nebengeschäften 58 43
Sondereinflüsse 16 8
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 4 7
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen 1 2
Übrige sonstige betriebliche Erträge 35 35
  114 95

Vorjahreswerte angepasst.

Die Sondereinflüsse enthalten überwiegend Kompensationszahlungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen zur Anpassung des Produktionsnetzwerks sowie Erträge aus der Auflösung von in Vorjahren als Sondereinflüsse gebildeten Rückstellungen und entfallen gemäß ihrem wirtschaftlichen Gehalt auf die Kosten der umgesetzten Leistungen mit 5 Mio. € (Vorjahr: 13 Mio. €) sowie mit 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €) auf die allgemeinen Verwaltungskosten.

(27) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

in Mio. € 2018 2019
Sondereinflüsse 106 158
Aufwendungen aus Nebengeschäften 58 42
Aufwendungen aus derivativen Sicherungsgeschäften 3 27
Risikovorsorge für Forderungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 3 4
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 0 1
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 28 15
  198 247

Vorjahreswerte angepasst.

Im Geschäftsjahr 2019 beinhalten die Sondereinflüsse Kosten für die strategische Neuausrichtung in Höhe von 76 Mio. €. Diese stehen überwiegend im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Zinn-Basis am Standort Bergkamen (Deutschland) im Dezember 2019 sowie dem Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Gallium-Basis in Pyeongtaek (Republik Korea). Des Weiteren fielen Sondereinflüsse für Restrukturierungsmaßnahmen zur Anpassung des Produktionsnetzwerks in Höhe von 6 Mio. € an. Hiervon betroffen war insbesondere der Standort Jinshan (China) der Business Unit Inorganic Pigments (Segment Performance Chemicals). Darüber hinaus wurden Sondereinflüsse für strategische IT-Projekte in Höhe von 25 Mio. € sowie für die Digitalisierung, Kosten für Merger & Acquisitions und für sonstige Maßnahmen in Höhe von 51 Mio. € erfasst.

Im Vorjahr betrafen die Sondereinflüsse Kosten für die strategische Neuausrichtung in Höhe von 30 Mio. €, welche auch Sondereinflüsse im Zusammenhang mit der Integration des US-amerikanischen Chemiekonzerns Chemtura enthielten. Des Weiteren fielen Sondereinflüsse für Restrukturierungsmaßnahmen zur Optimierung des Produktionsnetzwerks in Höhe von 16 Mio. € an. Hiervon betroffen waren der Standort Jinshan (China) der Business Unit Inorganic Pigments (Segment Performance Chemicals) sowie der Standort Reynosa (Mexiko) der Business Unit Polymer Additives (Segment Specialty Additives). Darüber hinaus wurden Sondereinflüsse für die Digitalisierung, Kosten für Merger & Acquisitions und für sonstige Maßnahmen in Höhe von 60 Mio. € erfasst.

Die Sondereinflüsse in Höhe von 158 Mio. € (Vorjahr: 106 Mio. €) entfallen gemäß ihrem wirtschaftlichen Gehalt in Höhe von 68 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. €) auf die Kosten der umgesetzten Leistungen, mit 6 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) auf Vertriebskosten sowie mit 84 Mio. € (Vorjahr: 78 Mio. €) auf allgemeine Verwaltungskosten.

(28) Finanzergebnis

Im Einzelnen gliedert sich das Finanzergebnis wie folgt:

Finanzergebnis

in Mio. € 2018 2019
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 0 0
Zinserträge 6 22
Zinsaufwendungen -75 -76
Zinsergebnis -69 -54
Aufzinsung verzinslicher Rückstellungen -30 -29
Wechselkursergebnis -16 2
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge -1 0
Dividenden und übriges Beteiligungsergebnis 6 20
Sonstiges Finanzergebnis -41 -7
Finanzergebnis -110 -61

Vorjahreswerte angepasst.

Die Veränderung der Zinserträge ist im Wesentlichen auf Zinsen auf Ertragsteuerforderungen zurückzuführen. Die Zinsaufwendungen enthalten insbesondere die Zinsen für die begebenen Anleihen, bereinigt um aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €), sowie Zinsen auf Ertragsteuerverbindlichkeiten. Des Weiteren ist in den Zinsaufwendungen auch der in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil aus Leasingverträgen in Höhe von 5 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) ausgewiesen. Die Veränderung des Wechselkursergebnisses hängt insbesondere von der Entwicklung der Währungssicherungsgeschäfte ab. In den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen ist ein Ertrag in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. € Aufwand) aus der Risikovorsorge für finanzielle Vermögenswerte enthalten. Zudem enthält diese Position den monetären Verlust in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) aus der Anpassung des Preisniveaus im Rahmen der Rechnungslegung in Hochinflationsländern. Der Anstieg der Dividenden und übrigen Beteiligungsergebnisse resultiert im Wesentlichen aus der höheren Gewinnabführung der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland).

(29) Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Der Berechnung liegen landesspezifische Steuersätze zugrunde.

Nach ihrer Herkunft gliedern sich die Ertragsteuern wie folgt:

Ertragsteuern nach Herkunft

in Mio. € 2018 2019
Laufende Steuern -81 -118
Latente Steuern    
aus temporären Differenzen -17 34
aus gesetzlichen Steuersatzänderungen -2 1
aus Verlustvorträgen 1 -22
Ertragsteuern -99 -105

Vorjahreswerte angepasst.

Der ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres 2019 von 105 Mio. € (Vorjahr: 99 Mio. €) unterscheidet sich um 7 Mio. € (Vorjahr: 24 Mio. €) von dem erwarteten Steueraufwand von 112 Mio. € (Vorjahr: 123 Mio. €).

Für die Berechnung des erwarteten Konzernsteueraufwands wird der für die deutschen Gesellschaften zusammengefasste Ertragsteuersatz von 32,3 % (Vorjahr: 32,3 %) herangezogen. Er umfasst einen Körperschaftsteuersatz von 15,0 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % auf die Körperschaftsteuer) sowie die Gewerbesteuer.

In der nachfolgenden Aufstellung wird das erwartete Steuerergebnis in das effektiv ausgewiesene Steuerergebnis übergeleitet:

Überleitung tatsächliches Steuerergebnis

in Mio. € 2018 2019
Ergebnis vor Ertragsteuern 381 346
Ertragsteuersatz der LANXESS AG 32,3 % 32,3 %
Erwartetes Steuerergebnis -123 -112
Besteuerungsunterschied aufgrund von Differenzen zwischen lokalen Steuersätzen und dem hypothetischen Steuersatz 18 21
Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge sowie Reduzierung steuerlicher Bemessungsgrundlagen 1 11
Steuermehrungen aufgrund    
steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen -7 -15
nicht angesetzter latenter Steuern auf steuerliche Verluste und temporäre Differenzen -28 -47
Sonstige Steuereffekte 40 37
Tatsächliches Steuerergebnis -99 -105
Effektiver Steuersatz 26,0 % 30,3 %

Vorjahreswerte angepasst.

Die sonstigen Steuereffekte in Höhe von 37 Mio. € (Vorjahr: 40 Mio. €) enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen die Zuschreibung zuvor wertgeminderter latenter Steuern sowie Steuern für Vorjahre.

Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den einzelnen Bilanzposten wie folgt:

Latente Steuerabgrenzungen

in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019
Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte 7 172 6 163
Sachanlagen 4 152 4 186
Vorräte 23 11 29 16
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 55 44 78 54
Pensionsrückstellungen 279 - 288 1
Sonstige Rückstellungen 77 1 87 -
Verbindlichkeiten 23 17 42 3
Verlustvorträge 127 - 104 -
  595 397 638 423
davon langfristig 417 337 402 363
Saldierung -308 -308 -314 -314
  287 89 324 109

Die latenten Steuern auf Forderungen und sonstige Vermögenswerte beinhalten 27 Mio. € aktive latente Steuern auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten Buchwert der Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), und dem Beteiligungsbuchwert in der Steuerbilanz der Muttergesellschaft (sogenannte Outside Basis Differences), deren Realisierung mit Abschluss des Verkaufs erwartet wird.

Die Veränderung der latenten Steuerabgrenzungen ergibt sich folgendermaßen:

Veränderung latente Steuerabgrenzungen

in Mio. € 2018 2019
Latente Steuerabgrenzungen 01.01. 329 198
Anpassungen gemäß IFRS 5 -129 4
Aufwand/Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung -18 13
Im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern 21 7
Währungsänderungen -5 -7
Latente Steuerabgrenzungen 31.12. 198 215

Vorjahreswerte angepasst.

Die Anpassungen gemäß IFRS 5 resultieren aus dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft. In diesem Zusammenhang wurden nur die latenten Steuern umgegliedert, die im Rahmen eines Anteilsverkaufs abgehen werden. Im Vorjahr betrafen die Anpassungen gemäß IFRS 5 den Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft. Außerdem werden hier die latenten Steuern, welche den Anteilsveräußerungen der Business Unit Leather zuzuordnen sind, ausgewiesen.

Die im sonstigen Ergebnis erfassten latenten Steuern entfallen mit 11 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €) auf Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und mit minus 4 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) auf Finanzinstrumente. Darüber hinaus beinhaltet das sonstige Ergebnis tatsächliche Steuern in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: weniger als 1 Mio. €).

Latente Steueransprüche, die höher als die Ergebniseffekte aus der Auflösung bestehender zu versteuernder temporärer Differenzen sind, in Höhe von 16 Mio. € (Vorjahr: 30 Mio. €) beziehen sich auf Steuerrechtskreise, in denen im Geschäftsjahr 2019 oder im Vorjahr Verluste angefallen sind. Diese beinhalten 1 Mio. € latente Steuern auf Verlustvorträge. LANXESS geht auf Basis der Steuerplanungsrechnungen und -strategien davon aus, dass zukünftig genügend zu versteuernde Einkommen zur Realisierung der latenten Steueransprüche zur Verfügung stehen werden.

Von den gesamten Verlustvorträgen sind auf Basis der Steuerplanungsrechnungen und -strategien auf steuerlich voraussichtlich realisierbare Beträge von 400 Mio. € (Vorjahr: 511 Mio. €) aktive latente Steuern in Höhe von 104 Mio. € (Vorjahr: 127 Mio. €) angesetzt. Diese beinhalten 14 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) latente Steuern auf Verlustvorträge mit unbeschränkten Nutzungszeiträumen.

Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 917 Mio. € (Vorjahr: 813 Mio. €) wurden keine latenten Steuern gebildet. Hiervon sind 119 Mio. € (Vorjahr: 124 Mio. €) theoretisch länger als fünf Jahre nutzbar. Es wurden im Geschäftsjahr 2019 auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 191 Mio. € (Vorjahr: 225 Mio. €) keine aktiven latenten Steuern gebildet. Insofern blieben aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von 231 Mio. € (Vorjahr: 216 Mio. €) sowie aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 49 Mio. € (Vorjahr: 56 Mio. €) unberücksichtigt.

(30) Ergebnis und Dividende je Aktie

Das Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2019 beträgt 2,32 € und ergibt sich mit 2,72 € aus fortzuführendem sowie mit minus 0,40 € aus nicht fortgeführtem Geschäft. Die Werte wurden unter Berücksichtigung der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der innerhalb der Berichtsperiode im Umlauf gewesenen Aktien ermittelt. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 waren 87.447.852 Aktien in Umlauf. Da derzeit keine Eigenkapitalinstrumente begeben sind, die zu einer Verwässerung des Ergebnisses je Aktie führen könnten, entspricht das verwässerte Ergebnis dem unverwässerten Ergebnis. Für weitere Informationen zu Eigenkapitalinstrumenten, die künftig das Ergebnis je Aktie verwässern können, wird auf Anhangangabe [13] verwiesen.

Ergebnis je Aktie

2018 2019 Veränd.
in %
Konzernergebnis in Mio. € 431 205 -52,4
aus fortzuführendem Geschäft 282 240 -14,9
aus nicht fortgeführtem Geschäft 149 -35 < -100
Gewichtete durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien in Stück 91.522.936 88.334.641 -3,5
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert/verwässert) 4,71 2,32 -50,7
aus fortzuführendem Geschäft 3,08 2,72 -11,7
aus nicht fortgeführtem Geschäft 1,63 -0,40 < -100

Vorjahreswerte angepasst.

Die LANXESS AG weist für das Geschäftsjahr 2019 einen Bilanzgewinn von 279 Mio. € (Vorjahr: 127 Mio. €) aus. Die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der LANXESS AG für das Geschäftsjahr 2018 belief sich im Berichtsjahr auf 0,90 € (Vorjahr: 0,80 €) je Aktie.

(31) Personalaufwand

Der Personalaufwand gliedert sich wie folgt:

Personalaufwand

in Mio. € 2018 2019
Löhne und Gehälter 1.009 1.080
Sozialabgaben 151 162
Aufwendungen für Altersvorsorge 86 90
Aufwendungen für soziale Unterstützung 12 13
  1.258 1.345

Vorjahreswerte angepasst.

Insgesamt ist im Geschäftsjahr 2019 ein Anstieg der Personalaufwendungen zu verzeichnen. Dies ist im Wesentlichen auf Entgeltanpassungen sowie einen leichten Belegschaftsanstieg zurückzuführen. Gegenläufig wirken Effekte aus der Standortschließung in Brasilien. Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Sie sind als Bestandteil des Finanzergebnisses ausgewiesen (vgl. Anhangangabe [28]).

SONSTIGE ANGABEN

(32) Belegschaft

Im LANXESS Konzern waren im Jahresdurchschnitt 2019 insgesamt 14.285 (Vorjahr: 14.243) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Der Belegschaftsanstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert dabei im Wesentlichen aus organischem Wachstum in der Region Deutschland. Dem gegenüber stehen Effekte aus Standortschließungen in China und Brasilien.

Beschäftigte nach Funktionsbereichen

2018 2019
Produktion 10.287 10.264
Verwaltung 1.838 1.848
Marketing 1.617 1.658
Forschung 501 515
  14.243 14.285

Vorjahreswerte angepasst.

(33) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse resultieren aus Bürgschaften und ähnlichen Instrumenten, die gegenüber Dritten übernommen wurden. Bei diesen Sachverhalten geht es um potenzielle zukünftige Verpflichtungen, bei denen das Eintreten des entsprechenden zukünftigen Ereignisses zu einer Verpflichtung führen würde, die am Bilanzstichtag ungewiss war. Eine Verpflichtung zur Leistung im Rahmen dieser Haftungsverhältnisse entsteht bei Verzug oder Zahlungsunfähigkeit des Schuldners.

Zum 31. Dezember 2019 bestehen wie im Vorjahr Haftungsverhältnisse gegenüber Dritten in Höhe von insgesamt weniger als 1 Mio. €. Es bestehen keine Haftungsverhältnisse gegenüber der Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland). Aus der Stellung als persönlich haftender Gesellschafter der Currenta GmbH & Co. OHG können sich gegebenenfalls Kapitalnachschusspflichten ergeben.

Zudem bestanden im Vorjahr sonstige finanzielle Verpflichtungen aus operativen Leasingverhältnissen. Wie in der Beschreibung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Abschnitt Leasing (IAS 17) näher ausgeführt, handelte es sich bei operativen Leasingverhältnissen um Vereinbarungen, die kein Finanzierungsleasing waren, bei denen also nicht die wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum des Leasinggegenstands verbunden sind, übertragen wurden. Operative Leasingverhältnisse wurden vom LANXESS Konzern hauptsächlich aus operativen Gründen und nicht als Finanzierungsinstrument eingesetzt. Mit der Einführung von IFRS 16 am 1. Januar 2019 werden nun alle Leasingverhältnisse in den Sachanlagen als Nutzungsrechte erfasst. Zu weiteren Informationen verweisen wir auf die Anhangangabe [36].

Die im Vorjahr unter IAS 17 erwarteten nicht abgezinsten zukünftigen Leasing- und Mietzahlungen aus operativen Leasingverhältnissen beliefen sich auf 176 Mio. €.

Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen wiesen folgende Fälligkeiten auf:

Fälligkeit der Leasing- und Mietzahlungen

in Mio. € 31.12.2018
bis 1 Jahr 38
1 bis 2 Jahre 31
2 bis 3 Jahre 25
3 bis 4 Jahre 20
4 bis 5 Jahre 17
über 5 Jahre 45
  176

Von den erwarteten Leasing- und Mietzahlungen waren 3 Mio. € dem nicht fortgeführten Geschäft der Business Unit Leather zuzurechnen. Die Fristigkeit der Zahlungen entfällt jeweils mit 1 Mio. € auf die Zeiträume bis 1 Jahr, 1 bis 2 Jahre und 2 bis 3 Jahr.

Aufgrund von operativen Leasingverhältnissen wurden im Geschäftsjahr 2018 Leasing- und Mietzahlungen von 44 Mio. € geleistet. Die künftigen Leasing- und Mietzahlungen standen insbesondere im Zusammenhang mit der Konzernzentrale in Köln. Weitere wesentliche Verträge betrafen die weltweite Anmietung von Grundstücken, Bürogebäuden und Lagerhallen. Des Weiteren werden für den Rohstoff- und Warentransport Bahnkesselwagen und Tankcontainer angemietet.

Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben im Bereich der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte (Bestellobligo) bestehen nominelle Verpflichtungen in Höhe von 137 Mio. € (Vorjahr: 144 Mio. €), die in voller Höhe im Geschäftsjahr 2020 fällig sind.

Beschreibung des Grundlagenvertrags

In einem mit dem Abspaltungs- und Übernahmevertrag zwischen der Bayer AG und der LANXESS AG abgeschlossenen Grundlagenvertrag haben die Bayer AG und die LANXESS AG unter anderem eine den jeweils zugeordneten Vermögenswerten entsprechende gegenseitige Freistellung von Verbindlichkeiten vereinbart. Ferner wurden spezielle Vereinbarungen über Produkthaftungsverbindlichkeiten, Umweltlasten und die Haftung für Kartellverstöße im Verhältnis der Vertragsparteien zueinander getroffen. Der Grundlagenvertrag enthält ferner Regelungen für die Zuordnung steuerrechtlicher Effekte, die im Zusammenhang mit der Abspaltung und den vorausgegangenen Maßnahmen zur Herstellung des abgespaltenen Unternehmensbereichs stehen.

(34) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Rahmen des operativen Geschäfts bezieht der LANXESS Konzern weltweit Materialien, Vorräte und Dienstleistungen von zahlreichen Geschäftspartnern. Unter diesen befinden sich Unternehmen, an denen die LANXESS AG unmittelbar und mittelbar beteiligt ist (siehe Abschnitt "Berichterstattung zum Konsolidierungskreis"). Die Geschäfte mit diesen Gesellschaften erfolgen zu marktüblichen Bedingungen.

Auf Basis von Liefer- und Leistungsbeziehungen mit der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), und deren verbundenen Unternehmen bezog der LANXESS Konzern überwiegend Standortdienstleistungen in den Bereichen Energie, Infrastruktur und Logistik im Volumen von 423 Mio. € (Vorjahr: 426 Mio. €). Aus diesen Geschäftsbeziehungen bestehen zum 31. Dezember 2019 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 113 Mio. € (Vorjahr: 117 Mio. €), sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 0 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €), Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 6 Mio. € (Vorjahr: Verpflichtungen für Miet- und Leasingzahlungen i.H.v. 7 Mio. €) sowie ein Bestellobligo von 9 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €). Aus den Geschäften mit der Currenta GmbH & Co. OHG und deren verbundenen Unternehmen erwirtschaftete der LANXESS Konzern einen Umsatz in Höhe von 29 Mio. € (Vorjahr: 22 Mio. €). Darüber hinaus bestehen gegenüber der Currenta GmbH & Co. OHG und deren verbundenen Unternehmen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 4 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) sowie sonstige Forderungen in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €). Haftungsverhältnisse gegenüber der Currenta GmbH & Co. OHG werden im vorherigen Abschnitt erläutert.

Zudem wurden Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren nahe Familienangehörige als nahestehende Personen identifiziert. Im Geschäftsjahr 2019 wie auch im Vorjahr lagen keine berichtspflichtigen Geschäftsvorfälle vor. Hinsichtlich der Angaben zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat wird auf den nachfolgenden Abschnitt verwiesen.

(35) Bezüge der Gremien

Für das Geschäftsjahr 2019 belaufen sich die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands der LANXESS AG auf 11.790 T€ (Vorjahr: 12.183 T€). Sie setzen sich zusammen aus kurzfristig fälligen Leistungen (feste Jahresvergütung, Annual Performance Payment (APP), Sachbezüge und sonstige) von 7.101 T€ (Vorjahr: 8.597 T€), Anpassungen für Vorjahre von minus 34 T€ (Vorjahr: 0 T€) sowie anderen langfristig fälligen Leistungen im Rahmen des Long Term Performance Bonus (LTPB) von 2.688 T€ (Vorjahr: 1.726 T€). Weiterhin wurden Bezüge im Rahmen des anteilsbasierten Long Term Stock Performance Plan (LTSP) hierunter erfasst. Dabei wurden den Vorständen im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 2.035.000 Vergütungsanrechte (Vorjahr: 1.860.000 Vergütungsanrechte) gewährt. Der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung belief sich auf 2.035 T€ (Vorjahr: 1.860 T€). Der Personalaufwand aus der anteilsbasierten Vergütung betrug im Geschäftsjahr 2019 4.518 T€ (Vorjahr: Ertrag von 81 T€).

Einzelheiten zum Vergütungssystem der Vorstandsmitglieder und die Individualisierung der Vorstandsbezüge finden sich im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 im Abschnitt "Vergütungsbericht".

Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2019 für die Mitglieder des Vorstands als Vergütungsbestandteil im Rahmen leistungsorientierter Pläne Kosten für erworbene Versorgungsansprüche (Service Costs) von 1.599 T€ (Vorjahr: 1.541 T€) berücksichtigt. Der Barwert des Verpflichtungsumfangs zum 31. Dezember 2019 lag bei 26.899 T€ (Vorjahr: 19.977 T€).

Insgesamt ergab sich nach IAS 24 aus der Vergütung der Mitglieder des Vorstands im Geschäftsjahr 2019 ein Nettoaufwand von 15.872 T€ (Vorjahr: 11.783 T€). Die zum 31. Dezember 2019 ausstehenden Salden gegenüber Mitgliedern des Vorstands in Höhe von 12.757 T€ (Vorjahr: 10.879 T€) setzen sich aus Rückstellungen für das APP von 3.483 T€ (Vorjahr: 4.225 T€), den LTPB von 3.555 T€ (Vorjahr: 3.053 T€) sowie die anteilsbasierte Vergütung von 5.719 T€ (Vorjahr: 3.601 T€) zusammen.

Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder beliefen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 7.070 T€ (Vorjahr: 473 T€) und betreffen erfolgte Zahlungen aus der Altersversorgung. Daraus entfallen 6.459 T€ (Vorjahr: 0 T€) auf einmalige Kapitalzahlungen. Zum 31. Dezember 2019 betrug der Verpflichtungsumfang aus der Altersversorgung für frühere Mitglieder des Vorstands 34.629 T€ (Vorjahr: 35.261 T€).

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Geschäftsjahr 2019 Gesamtbezüge von 1.864 T€ (Vorjahr: 1.981 T€). Sie werden grundsätzlich zu Beginn des Folgejahres ausgezahlt. Die für die Mitglieder des Aufsichtsrats gebildete Rückstellung aus der anteilsbasierten Vergütung belief sich zum 31. Dezember 2019 auf 1.670 T€ (Vorjahr: 1.310 T€).

Daneben erhielten die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats, die Arbeitnehmer im LANXESS Konzern sind, Bezüge im Rahmen ihres Anstellungsverhältnisses. Deren Höhe entsprach dabei einer angemessenen Vergütung für entsprechende Funktionen und Aufgaben im Konzern.

Einzelheiten zum Vergütungssystem der Aufsichtsratsmitglieder und die Individualisierung der Aufsichtsratsbezüge finden sich im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 im Abschnitt "Vergütungsbericht".

Im Geschäftsjahr 2019 wurden wie im Vorjahr keine Kredite an Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats gewährt.

(36) Leasingverhältnisse

Der LANXESS Konzern mietet im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit insbesondere Grundstücke, Bürogebäude und Lagerhallen. Des Weiteren bestehen Leasingverträge für die Anmietung von Bahnkesselwagen und Tankcontainer zum Rohstoff- und Warentransport. Die in diesem Zusammenhang bilanzierten Nutzungsrechte haben sich, ausgehend von den im Vorjahr nach IAS 17 bilanzierten Vermögenswerten im Rahmen des Finanzierungsleasings, wie folgt entwickelt:

Veränderung Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen 2019

in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Summe
Bruttowerte 31.12.2018 2 13 20 35
Anpassungen gemäß IFRS 16 108 10 17 135
Anpassungen gemäß IFRS 5 -3 0 -1 -4
Zugänge 14 19 14 47
Abgänge -1 0 0 -1
Währungsänderungen 1 0 0 1
Bruttowerte 31.12.2019 121 42 50 213
Abschreibungen 31.12.2018 -1 -7 -10 -18
Anpassungen gemäß IFRS 5 1 - 0 1
Abschreibungen 2019 -28 -10 -11 -49
davon außerplanmäßig -1 0 0 -1
Abgänge 1 0 0 1
Währungsänderungen 0 0 0 0
Abschreibungen 31.12.2019 -27 -17 -21 -65
Nettowerte 31.12.2019 94 25 29 148

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Zinsaufwand für Leasingverbindlichkeiten beträgt im Geschäftsjahr 5 Mio. €. Die erwarteten zukünftigen Auszahlungen für Leasingverbindlichkeiten betragen insgesamt 173 Mio. €. Hinsichtlich der vereinbarten undiskontierten Zahlungsströme bzw. der Aufteilung dieser Zahlungsströme in Zins- und Tilgungsanteil wird auf Anhangangabe [37] verwiesen. Für die Angaben zur Restlaufzeit bzw. den Fristigkeiten der Leasingverbindlichkeiten wird auf Anhangangabe [16] verwiesen.

Im Geschäftsjahr 2019 betrugen die Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 6 Mio. € und die Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögensgegenstände 3 Mio. €. Dies entspricht im Wesentlichen auch den Auszahlungen für diese Leasingverhältnisse. Aufwendungen aus Leasingverhältnissen, deren Laufzeit innerhalb von zwölf Monaten nach dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 enden, sind in den Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen enthalten.

Von den im Geschäftsjahr 2019 erfassten Abschreibungen in Höhe von 49 Mio. € sind 42 Mio. € auf die Einführung von IFRS 16 und 7 Mio. € auf Leasingverhältnisse zurückzuführen, welche unter IAS 17 als Finanzierungsleasingverhältnisse zu qualifizieren waren.

Die Leasingverhältnisse im LANXESS Konzern können Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten, um eine größtmögliche betriebliche Flexibilität zu sichern. Leasingverträge werden individuell ausgehandelt und beinhalten unterschiedliche Leasingkonditionen. Verlängerungsoptionen werden in die Berechnung der Leasingverbindlichkeit mit einbezogen, sofern diese mit hinreichender Sicherheit ausgeübt werden. Potenzielle zukünftige Leasing-zahlungen aus Verlängerungsoptionen, deren Ausübung nicht hinreichend sicher ist, belaufen sich auf 225 Mio. €. Diese betreffen im Wesentlichen die weltweite Anmietung von Bürogebäuden und Grundstücken. Für Verträge mit unbefristeter Laufzeit (sogenannte Evergreen-Verträge) wurde dabei jeweils die nächste Verlängerungsoption berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr 2019 bestehen keine Sale-and-Leaseback Transaktionen. Darüber hinaus existieren keine wesentlichen Leasingverträge, die bereits abgeschlossen wurden, aber erst in folgenden Geschäftsjahren beginnen.

(37) Finanzinstrumente

Das Risikomanagementsystem des LANXESS Konzerns einschließlich seiner Ziele, Methoden und Prozesse sowie die wesentlichen finanzwirtschaftlichen Risiken wie Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken sowie das Kontrahenten- und das Liquiditätsrisiko werden im Abschnitt "Chancen- und Risikobericht" des zusammengefassten Konzernlageberichts erläutert.

Das Risiko, dass sich der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Schwankungen der Marktpreise verändern, ist im Folgenden für die drei Marktrisiken dargestellt:

• Währungsrisiken

Eine hypothetische Aufwertung des Euro gegenüber kursgesicherten Währungen am Bilanzstichtag um 5 % hätte eine Änderung der beizulegenden Zeitwerte der Derivate von 11 Mio. € (Vorjahr: 11 Mio. €) ergeben. Dieser Effekt hätte sich hauptsächlich auf das sonstige Ergebnis ausgewirkt und den ausgewiesenen Verlust entsprechend vermindert. Der Effekt entfällt hauptsächlich auf den US-Dollar. Im Falle einer Abwertung des Euro ergäbe sich im Wesentlichen ein gegenläufiger Effekt.

• Zinsrisiken

Finanzschulden mit variablen Zinskonditionen stehen Anlagen mit kurzer Zinsbindung aus verfügbarer Liquidität gegenüber, sodass sich das Zinsergebnis des LANXESS Konzerns durch steigende Zinsen in geringem Maße verbessert. Eine generelle Veränderung des Zinsniveaus um 1 %-Punkt zum Stichtag 31. Dezember 2019 hätte das Konzernergebnis um 6 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) verändert.

• Rohstoffpreisrisiken

Am Bilanzstichtag hätte eine hypothetische Erhöhung oder Verringerung gesicherter Rohstoffpreise um 10 % zu einer Erhöhung oder Verringerung des sonstigen Ergebnisses aufgrund von Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Sicherungsinstrumente um 0 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) geführt.

Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zahlungsströme der originären finanziellen Verbindlichkeiten, der hierin enthaltenen Zinsen sowie der derivativen Finanzinstrumente ersichtlich:

Stand 31.12.2018

in Mio. € 2019 2020 2021 2022 2023 >2023
Anleihen -55 -55 -555 -654 -37 -2.834 *
davon Zinsen -55 -55 -55 -54 -37 -1.234 *
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -29 - - - - -
davon Zinsen - - - - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -795 - - - - -
davon Zinsen - - - - - -
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing -6 -4 -4 -3 -2 -2
davon Zinsen -1 -1 -1 -1 - -
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten -25 - - - - -5
davon Zinsen -25 - - - - -
Derivative Verbindlichkeiten            
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings            
Auszahlungen -264 -41 -3 - - -
Einzahlungen 244 37 3 - - -
Andere Sicherungsinstrumente            
Auszahlungen -549 - - - - -
Einzahlungen 542 - - - - -
Derivative Vermögenswerte            
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings            
Auszahlungen -41 -7 - - - -
Einzahlungen 41 7 - - - -
Andere Sicherungsinstrumente            
Auszahlungen -241 - - - - -
Einzahlungen 244 - - - - -

* Vorjahreswerte angepasst.

Stand 31.12.2019

in Mio. € 2020 2021 2022 2023 2024 >2024
Anleihen -55 -555 -654 -37 -37 -2.797
davon Zinsen -55 -55 -54 -37 -37 -1.197
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 - - - - -
davon Zinsen 0 - - - - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -656 - - - - -
davon Zinsen - - - - - -
Leasingverbindlichkeiten -45 -35 -28 -11 -7 -47
davon Zinsen -4 -2 -2 -1 -1 -22
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten -25 - - -1 - -3
davon Zinsen -25 - - - - -
Derivative Verbindlichkeiten            
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings            
Auszahlungen -208 -62 - - - -
Einzahlungen 195 58 - - - -
Andere Sicherungsinstrumente            
Auszahlungen -399 - - - - -
Einzahlungen 394 - - - - -
Derivative Vermögenswerte            
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings            
Auszahlungen -43 -24 -2 - - -
Einzahlungen 46 24 2 - - -
Andere Sicherungsinstrumente            
Auszahlungen -241 - - - - -
Einzahlungen 244 - - - - -

Die für das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr vertraglich vereinbarten Auszahlungen für sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten enthalten mit 25 Mio. € (Vorjahr: 25 Mio. €) Zinsabgrenzungen, die im Wesentlichen die Anleihen betreffen.

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

In den nachfolgenden Aufstellungen werden die Buchwerte der einzelnen Klassen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten gegenübergestellt. Weiterhin wird die Grundlage für den bilanziellen Wertansatz aufgezeigt:

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten am 31.12.2018

in Mio. € Wertansatz Bilanz gemäß IFRS 9
Bewertungs-
kategorie
gemäß IFRS 9
Buchwert 31.12.2018 Fortgeführte Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert (sonstiges Ergebnis) Beizulegender Zeitwert (Gewinn oder Verlust)
Finanzielle Vermögenswerte          
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 903 903 - -
Sonstige finanzielle Forderungen          
Finanzanlagen - at tost AC 493 493 - -
Finanzanlagen - zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust FV P&L 49 - - 49
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - at cost AC 14 14 - -
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust FV P&L 6 - - 6
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Schuldinstrumente) FV OCI 0 - 0 -
Vertragsvermögenswerte AC 61 61 - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 797 797 - -
Zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente FV OCI 0 - 0 -
Derivative Vermögenswerte          
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings - 1 - 1 -
Andere Sicherungsinstrumente FV P&L 3 - - 3
Eingebettete Derivate FV P&L - - - -
Finanzielle Verbindlichkeiten          
Anleihen AC -2.669 -2.669 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC -29 -29 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 795 795 - -
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing - -17 - - -
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten AC -30 -30 - -
Derivative Verbindlichkeiten          
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings - -20 - -20 -
Andere Sicherungsinstrumente FV P&L -8 - - -8
Eingebettete Derivate FV P&L 0 - - 0
in Mio. €
Wertansatz Bilanz gemäß IAS 17 Beizulegender
Zeitwert
31.12.2018
Finanzielle Vermögenswerte    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 903
Sonstige finanzielle Forderungen    
Finanzanlagen - at tost - 493
Finanzanlagen - zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust - 49
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - at cost - 14
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust - 6
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Schuldinstrumente) - 0
Vertragsvermögenswerte - 61
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 797
Zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente - 0
Derivative Vermögenswerte    
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings - 1
Andere Sicherungsinstrumente - 3
Eingebettete Derivate - -
Finanzielle Verbindlichkeiten    
Anleihen - -2.750
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - -30
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -795
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing -17 -19
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten - -30
Derivative Verbindlichkeiten    
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings - -20
Andere Sicherungsinstrumente - -8
Eingebettete Derivate - 0


Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten am 31.12.2019

in Mio. € Wertansatz Bilanz gemäß IFRS 9
Bewertungs-
kategorie
gemäß IFRS 9
Buchwert 31.12.2019 Fortgeführte Anschaffungs-
kosten
Beizulegender Zeitwert (sonstiges Ergebnis) Beizulegender Zeitwert (Gewinn oder Verlust)
Finanzielle Vermögenswerte          
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 769 769 - -
Sonstige finanzielle Forderungen          
Finanzanlagen - at tost AC 780 780 - -
Finanzanlagen - zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust FV P&L 0 - - 0
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - at cost AC 13 13 - -
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust FV P&L 6 - - 6
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Schuldinstrumente) FV OCI 0 - 0 -
Vertragsvermögenswerte AC 94 94 - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 296 296 - -
Zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente FV OCI 0 - 0 -
Derivative Vermögenswerte          
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings - 2 - 2 -
Andere Sicherungsinstrumente FV P&L 4 - - 4
Eingebettete Derivate FV P&L - - - -
Finanzielle Verbindlichkeiten          
Anleihen AC -2.673 -2.673 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 0 0 - 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC -656 -656 - -
Leasingverbindlichkeiten - -141 - - -
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten AC -29 -29 - -
Derivative Verbindlichkeiten          
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings - -11 - -11 -
Andere Sicherungsinstrumente FV P&L -8 - - -8
Eingebettete Derivate FV P&L 0 - - -
in Mio. €
Wertansatz Bilanz gemäß IFRS 16 Beizulegender
Zeitwert
31.12.2019
Finanzielle Vermögenswerte    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 769
Sonstige finanzielle Forderungen    
Finanzanlagen - at tost - 780
Finanzanlagen - zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust - 0
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - at cost - 13
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust - 6
Übrige sonstige finanzielle Forderungen - zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Schuldinstrumente) - 0
Vertragsvermögenswerte - 94
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 296
Zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente - 0
Derivative Vermögenswerte    
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings - 2
Andere Sicherungsinstrumente - 4
Eingebettete Derivate - -
Finanzielle Verbindlichkeiten    
Anleihen - -2.864
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -656
Leasingverbindlichkeiten -141 -141
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten - -29
Derivative Verbindlichkeiten    
Sicherungsinstrumente im Rahmen des Hedge-Accountings - -11
Andere Sicherungsinstrumente - -8
Eingebettete Derivate - 0
AC Financial Assets/Liabilities at Amortized Cost (zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten)
FV OCI Financial Assets at Fair Value Other Comprehensive Income (zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte)
FV P&L Financial Assets/Liabilities at Fair Value Profit and Loss (zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn und Verlust bewertete finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten)

Die Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der Anleihen ist der Stufe 1 der im folgenden Abschnitt "Bewertung zum beizulegenden Zeitwert" erläuterten Bemessungshierarchie zuzuordnen, wobei für zwei Anleihen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 236 Mio. € (Vorjahr: 229 Mio. €) aufgrund fehlender Marktliquidität Stufe 2 der Bemessungshierarchie zugrunde gelegt wurde. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 2 erfolgt auf Basis diskontierter Zahlungsströme unter Berücksichtigung beobachtbarer Marktzinssätze.

Buchwerte nach Bewertungskategorien

in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 2.268 1.952
Zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente) 0 0
Zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente 0 0
Verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust bewertete finanzielle Vermögenswerte 58 10
Finanzielle Vermögenswerte 2.326 1.962
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -3.523 -3.358
Verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -9 -8
Finanzielle Verbindlichkeiten -3.532 -3.366

Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert ist eine hierarchische Einstufung vorzunehmen, die der Erheblichkeit der in die Bewertung einfließenden Faktoren Rechnung trägt. Diese umfasst drei Stufen:

Stufe 1 In aktiven, am Bemessungsstichtag zugänglichen Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise
Stufe 2 Andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind
Stufe 3 Inputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbar sind

Aus folgenden Aufstellungen geht hervor, in welcher Höhe Vermögenswerte und Schulden am Bilanzstichtag auf wiederkehrender Grundlage zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden und welcher Stufe der Bemessungshierarchie ("Fair-Value-Hierarchie") die in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren zuzurechnen sind. Umgruppierungen zwischen den Stufen werden zu den jeweiligen Bilanzstichtagen geprüft. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 fanden keine Umgruppierungen statt.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Schulden

31.12.2018
in Mio. € Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Langfristige Vermögenswerte      
Sonstige Beteiligungen 0 - 0
Langfristige derivative Vermögenswerte - 0 -
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte - 1 6
Kurzfristige Vermögenswerte      
Finanzanlagen 49 - -
Kurzfristige derivative Vermögenswerte - 4 -
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte - - -
Langfristiges Fremdkapital      
Langfristige derivative Verbindlichkeiten - 3 0
Kurzfristiges Fremdkapital      
Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten - 25 -
  31.12.2019
in Mio. € Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Langfristige Vermögenswerte      
Sonstige Beteiligungen - - 0
Langfristige derivative Vermögenswerte - 1 -
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte - 1 5
Kurzfristige Vermögenswerte      
Finanzanlagen 0 - -
Kurzfristige derivative Vermögenswerte - 5 -
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte - - -
Langfristiges Fremdkapital      
Langfristige derivative Verbindlichkeiten - 2 -
Kurzfristiges Fremdkapital      
Kurzfristige derivative Verbindlichkeiten - 17 -

Die sonstigen Beteiligungen in Höhe von 0 Mio. €, die der Stufe 3 der Bewertungshierarchie zugeordnet sind, beinhalten nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente, für deren beizulegende Zeitwerte als verlässlichster Schätzwert die Höhe der gehaltenen Eigenkapitalanteile zugrunde gelegt wird. Derzeit bestehen keine Pläne zur Veräußerung dieser Beteiligungen.

Die unter den sonstigen Beteiligungen im Vorjahr unter Stufe 1 ausgewiesene Beteiligung an der BioAmber Inc., Minneapolis (USA), wurde zur Vermeidung von Wertschwankungen im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 0 Mio. € bewertet. Die Gesellschaft befindet sich in Liquidation und die Börsennotierung der Gesellschaft endete im Dezember 2019. Zum 31. Dezember 2019 ist die Beteiligung mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 0 Mio. € der Stufe 3 zugeordnet.

Die der Stufe 3 zugeordneten sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte beinhalten Investitionen in den High-Tech-Gründerfonds. Die Bewertung richtet sich nach der Höhe der gehaltenen Eigenkapitalanteile. Aufgrund von Rückflüssen aus gehaltenen Eigenkapitalanteile von unter 1 Mio. € im Geschäftsjahr 2019 haben sich die beizulegenden Zeitwerte von 6 Mio. € im Vorjahr auf 5 Mio. € reduziert.

Die Finanzanlagen beinhalten jederzeit veräußerbare Wertpapiere.

Bei der der Stufe 3 zugeordneten langfristigen derivativen Verbindlichkeit im Vorjahr handelt es sich um ein Derivat ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung aus einem Nutzungsrechtsvertrag, welches aufgrund der wirtschaftlichen Merkmale nicht eng mit dem Basisvertrag verbunden ist. Die Bewertung erfolgte mithilfe eines Optionspreismodells, dessen wesentliche Parameter die Entwicklung des zugrunde liegenden Rohstoffpreises sowie das Wechselkursverhältnis und deren Korrelation sind. Das Derivat wurde zum 31. Dezember 2019 dem nicht fortgeführten Geschäft zugeordnet und entsprechend ausgewiesen. Das eingebettete Derivat hatte zum Erstbewertungszeitpunkt einen negativen Zeitwert in Höhe von 4 Mio. €. Hiervon wurden im Berichtszeitraum unter 1 Mio. € (Vorjahr: unter 1 Mio. €) amortisiert. Ausgehend von einem Verbindlichkeitsbuchwert in Höhe von unter 1 Mio. € zum 1. Januar 2019 wurden im Saldo insgesamt Wertaufholungen von unter 1 Mio. € im Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäft erfasst, sodass zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2019 eine Verbindlichkeit von unter 1 Mio. € im nicht fortgeführtem Geschäft bilanziert ist. Relative Veränderungen um 5 % der relevanten Wechselkurse, Rohstoffpreise sowie prognostizierten Volumina führen insgesamt zu Schwankungen von unter 1 Mio. €.

Ausfallrisikomanagement

Beim erstmaligen Ansatz von zu fortgeführten Anschaffungskosten und zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bilanzierten finanziellen Vermögenswerten wird im Konzern eine Risikovorsorge auf Basis von Ausfallwahrscheinlichkeiten ermittelt. Während des Geschäftsjahres werden Faktoren beobachtet, die auf eine wesentliche Erhöhung des Ausfallrisikos hinweisen könnten. Für die Prüfung, ob eine wesentliche Erhöhung des Ausfallrisikos vorliegt, wird das Ausfallrisiko am Stichtag mit dem Ausfallrisiko zum erstmaligen Ansatz verglichen. Als Indikatoren werden unter anderem interne und externe Kreditratings, interne und externe Ausfallwahrscheinlichkeiten, wesentliche Änderungen in geschäftlichen, finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnissen sowie wesentliche Änderungen der operativen Ergebnisse einbezogen.

Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige finanzielle Forderungen wird für die Risikovorsorge auf die Ausfallerwartung der nächsten zwölf Monate abgestellt, sofern kein erhöhtes Ausfallrisiko für vertragliche Zahlungen besteht.

Sofern eine Überfälligkeit vertraglicher Zahlungen von mehr als 30 Tagen vorliegt, wird bei der Risikovorsorge auf die erwarteten Kreditverluste der gesamten Laufzeit abgestellt. Ein Ausfallereignis liegt vor, wenn vertraglich zugesicherte Zahlungen mehr als 180 Tage überfällig sind, hierfür wird eine Wertberichtigung auf den erwarteten Rückzahlungswert vorgenommen. Für wertberichtigte Vermögenswerte werden rechtliche Schritte eingeleitet, um eine vollständige oder teilweise Rückzahlung zu erzielen. Bei Eröffnung von Insolvenzverfahren werden Forderungen vollständig abgeschrieben.

Für die aufgeführten finanziellen Vermögenswerte wurde kein erhöhtes Ausfallrisiko festgestellt. Insofern wurde auf das Ausfallrisiko der nächsten zwölf Monate abgestellt:

Buchwerte und Risikovorsorgen

in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019
Brutto-Buchwert Risikovorsorge Netto-Buchwert Brutto-Buchwert Risikovorsorge Netto-Buchwert
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 797 0 797 296 0 296
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 509 -2 507 794 -1 793

Im Geschäftsjahr 2019 wie auch im Vorjahr wurden keine Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente oder sonstigen finanziellen Vermögenswerte aufgrund von tatsächlichen Zahlungsausfällen wertberichtigt.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird das vereinfachte Verfahren angewendet, bei dem die für die jeweilige Laufzeit erwarteten Kreditverluste zugrunde gelegt werden. Die Ermittlung erfolgt in einem mehrstufigen Prozess, bei dem wirtschaftliche Gegebenheiten, Altersstruktur und Risikoklassen analysiert und daraufhin bei Bedarf Wertberichtigungen vorgenommen werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei einer Überfälligkeit von mehr als 120 Tagen zu 50 % und bei mehr als 180 Tagen zu 100 % wertberichtigt, sofern ein Ausfall erwartet wird. Bei Eröffnung von Insolvenzverfahren werden Forderungen vollständig abgeschrieben. Weiterhin wird eine Risikovorsorge auf Basis einer Überfälligkeitsmatrix ermittelt, bei der Erfahrungen zu historischen Ausfallquoten für bestimmte Altersstrukturklassen und zukünftige Ausfallwahrscheinlichkeiten auf Basis von Credit Default Swaps berücksichtigt werden. Die Altersstruktur der nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Ausfallwahrscheinlichkeiten je Altersstrukturklasse ergeben sich wie folgt:

Altersstrukturklassen für die Risikovorsorge (vereinfachtes Modell) 31.12.2018

in Mio. € Nicht überfällig 1-30 Tage überfällig 31-60 Tage überfällig 61-90 Tage überfällig >90 Tage überfällig Summe
Netto-Buchwert            
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 802 86 7 1 7 903
Ermittelte Ausfallwahrscheinlichkeiten 0,0% 0,1% 0,4% 1,3% 2,6%  

Altersstrukturklassen für die Risikovorsorge (vereinfachtes Modell) 31.12.2019

in Mio. € Nicht überfällig 1-30 Tage überfällig 31-60 Tage überfällig 61-90 Tage überfällig >90 Tage überfällig Summe
Netto-Buchwert            
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 671 83 10 2 3 769
Ermittelte Ausfallwahrscheinlichkeiten 0,0% 0,1% 0,7% 1,9% 3,0%  

Insgesamt ergeben sich folgende Buchwerte und Risikovorsorgen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte:

Buchwerte und Risikovorsorgen

in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019
Brutto-Buchwert Risikovorsorge Netto-Buchwert Brutto-Buchwert Risikovorsorge Netto-Buchwert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 918 -15 903 781 -12 769
Vertragsvermögens- werte 61 0 61 94 0 94

Die Risikovorsorge für Vertragsvermögenswerte wird auf Grundlage der individuellen Ausfallwahrscheinlichkeit der Gegenpartei im Rahmen des vereinfachten Gesamtlaufzeitmodells ermittelt.

Die vertraglich ausstehenden Zahlungen, die im Geschäftsjahr 2019 wertberichtigt wurden und für die rechtliche Schritte eingeleitet wurden, betragen 5 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €). Die nachstehenden Tabellen zeigen die Entwicklung der Risikovorsorge aller finanziellen Vermögenswerte vom Eröffnungsbilanzwert bis zum Bilanzstichtag für die Geschäftsjahre 2018 und 2019:

Überleitung Risikovorsorge 2018

in Mio. € Erwartete Kreditausfälle für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte * Erwartete Kreditausfälle für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten Erwartete Kreditausfälle für erworbene wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte Summe
12 Monate Gesamtlaufzeit vereinfachtes Modell
Stand 01.01. 1 17 1 19
Anpassungen gemäß IFRS 5 - -3 - -3
Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte 1 5 - 6
Auflösung 0 -3 0 4
Während der Periode ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte aufgrund von Rückzahlungen, Modifizierungen, Veräußerungen 0 -1 0 4
Änderung der Modelle/Risikoparameter - 0 - 0
Währungs- und sonstige Differenzen - -1 0 -1
Stand 31.12. 2 14 1 17

* Aus Wesentlichkeitsgründen wird auf eine getrennte Darstellung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und der sonstigen finanziellen Vermögenswerte verzichtet.

Vorjahreswerte angepasst.

Überleitung Risikovorsorge 2019

in Mio. € Erwartete Kreditausfälle für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte * Erwartete Kreditausfälle für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten Erwartete Kreditausfälle für erworbene wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte Summe
12 Monate Gesamtlaufzeit vereinfachtes Modell
Stand 01.01. 2 14 1 17
Anpassungen gemäß IFRS 5 - -4 - -4
Neu ausgereichte oder erworbene finanzielle Vermögenswerte - 5 - 5
Auflösung 0 -2 0 -2
Während der Periode ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte aufgrund von Rückzahlungen, Modifizierungen, Veräußerungen -1 -2 0 -3
Änderung der Modelle/Risikoparameter - 0 - 0
Währungs- und sonstige Differenzen 0 0 0 0
Stand 31.12. 1 11 1 13

* Aus Wesentlichkeitsgründen wird auf eine getrennte Darstellung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und sonstigen finanziellen Vermögenswerte verzichtet.

Die Anpassungen gemäß IFRS 5 stehen im Geschäftsjahr in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) im Zusammenhang mit dem Ausweis der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft sowie dem Verkauf der Tochtergesellschaft LANXESS Electronic Materials L.L.C., Pyeongtaek (Republik Korea), deren Forderungen in Höhe von 1 Mio. € vollständig wertberichtigt wurden. Im Vorjahr enthält die Zeile den Ausweis der Risikovorsorge in Höhe von 3 Mio. € aus dem Ausweis von ARLANXEO als nicht fortgeführtes Geschäft. Informationen hierzu werden im Abschnitt "Berichterstattung zum Konsolidierungskreis" dargestellt.

Die erwarteten Kreditausfälle für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte resultieren im Wesentlichen aus Geld- und Finanzanlagen. Die Anlagen sind als nicht ausfallgefährdete Forderungen eingestuft, da die Gegenparteien gemäß internationalen Ratingagenturen ein Investment-Grade-Rating und somit ein geringes Kreditrisiko aufweisen. Die erworbenen wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte beinhalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus der Akquisition von Chemtura im Geschäftsjahr 2017.

Die Veränderung der erwarteten Kreditausfälle für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte resultiert aus dem normalen Geschäft. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht aufgrund einer großen und diversifizierten Kundenstruktur kein wesentliches Kreditrisiko.

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten

Den in der Bilanz ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten liegen keine Saldierungen zugrunde. Aus den nachfolgenden Aufstellungen ist ersichtlich, wie sich rechtlich durchsetzbare Aufrechnungsvereinbarungen auf die Vermögenslage auswirken oder auswirken können:

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten am 31.12.2018

in Mio. € In Verbindung stehende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag
Bilanzierter Buchwert der Finanzinstrumente Finanzinstrumente Finanzielle Sicherheiten
Finanzielle Vermögenswerte        
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 903 -3 0 900
Derivative Vermögenswerte 4 -4 - 0
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -795 3 0 -792
Derivative Verbindlichkeiten -28 4 - -24

Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten am 31.12.2019

in Mio. € In Verbindung stehende Beträge, die nicht in der Bilanz saldiert werden Nettobetrag
Bilanzierter Buchwert der Finanzinstrumente Finanzinstrumente Finanzielle Sicherheiten
Finanzielle Vermögenswerte        
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 769 -2 0 767
Derivative Vermögenswerte 6 -4 - 2
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -656 2 0 -654
Derivative Verbindlichkeiten -19 4 - -15

Hinsichtlich der derivativen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten hat jede Vertragspartei die Möglichkeit, positive und negative Marktwerte, die sich aus Verträgen mit derselben Gegenpartei ergeben, im Verzugsfall auf Nettobasis zu verrechnen.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien In den nachfolgenden Tabellen werden die Nettoergebnisse entsprechend den Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 dargestellt:

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

in Mio. € 2018 2019
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 18 2
Verpflichtend im Gewinn oder Verlust zum beizulegenden Zeitwert bewertete -36 6
finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten    
Im sonstigen Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente -1 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -62 -62
  -81 -54

Die Nettogewinne bzw. -verluste enthalten im Wesentlichen Zinserträge und -aufwendungen sowie realisierte und unrealisierte Wechselkursgewinne und -verluste. Der Gesamtzinsertrag für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wurden, beträgt 5 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €), der Gesamtzinsaufwand für finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht im Gewinn oder Verlust zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt 67 Mio. € (Vorjahr: 69 Mio. €).

Zusätzlich sind im Geschäftsjahr 2019 Aufwendungen aus Gebühren im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten in Höhe von 5 Mio. € (Vorjahr: 5 Mio. €) angefallen.

Besicherung finanzieller Verbindlichkeiten

Im Geschäftsjahr 2019 und im Vorjahr bestanden keine Besicherungen finanzieller Verbindlichkeiten durch die Bestellung von Hypotheken und andere dingliche Sicherheiten.

Mezzanine Finanzierung

Finanzierungsinstrumente mit mezzaninem Charakter, wie z. B. Genussscheine, Wandel- und Optionsanleihen, sind nicht begeben. Für Erläuterungen zu den Möglichkeiten zur Begebung von derartigen Instrumenten wird auf Anhangangabe [13] verwiesen.

(38) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Erläuterungen zum Berechnungsvorgehen und Ausweis von Zahlungsströmen

Hinsichtlich allgemeiner Erläuterungen sowie den Veränderungen aus der Erstanwendung von IFRS 16 wird auf die Ausführungen zur Kapitalflussrechnung im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" verwiesen.

Zufluss aus operativer Tätigkeit

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wird ermittelt, indem zunächst das Ergebnis vor Ertragsteuern um das Ergebnis aus dem Finanzbereich, Abschreibungen, Wertaufholungen und nicht zahlungswirksame Größen bereinigt wird, ergänzt um die Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva. Die Ausgangsgröße der Kapitalflussrechnung, das Ergebnis vor Ertragsteuern, beträgt 346 Mio. € (Vorjahr: 381 Mio. €). Hierin sind Abschreibungen und Wertaufholungen in Höhe von 503 Mio. € (Vorjahr: 415 Mio. €) enthalten. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Ertragsteuern in Höhe von 193 Mio. € (Vorjahr: 154 Mio. €) gezahlt. Die Veränderung des Nettoumlaufvermögens hat zu einem Mittelzufluss in Höhe von 68 Mio. € (Vorjahr: Mittelabfluss in Höhe von 179 Mio. €) geführt. Nach Berücksichtigung der Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva in Höhe von minus 123 Mio. € (Vorjahr: minus 84 Mio. €) ergibt sich im Geschäftsjahr ein Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit aus dem fortzuführenden Geschäft in Höhe von 634 Mio. € (Vorjahr: 441 Mio. €). Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit aus dem nicht fortgeführten Geschäft beträgt 9 Mio. € (Vorjahr: 145 Mio. €).

Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im Geschäftsjahr 2019 flossen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 508 Mio. € (Vorjahr: 482 Mio. €) ab. Einzahlungen aus dem Verkauf des Geschäfts mit Organometallen auf Zinn-Basis im Segment Advanced Intermediates an die PMC Vlissingen, B.V. (Niederlande), betrugen 20 Mio. €. Mittelzuflüsse aus erhaltenen Zinsen und Dividenden ergaben sich in Höhe von 26 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Einzahlungen aus der Gewinnabführung der Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), in Höhe von 21 Mio. €. Auszahlungen für die externe Finanzierung von Pensionsverpflichtungen (CTA) wurden im Geschäftsjahr 2019 nicht getätigt (Vorjahr: 200 Mio. €). Insgesamt flossen aus investiver Tätigkeit 697 Mio. € aus dem fortzuführenden Geschäft ab (Vorjahr: Mittelzufluss von 80 Mio. €). Aus dem nicht fortgeführten Geschäft ergaben sich Mittelabflüsse aus investiver Tätigkeit in Höhe von 15 Mio. € (Vorjahr: 184 Mio. €).

Abfluss aus Finanzierungstätigkeit Die Nettotilgung von Finanzschulden in Höhe von 86 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €) verteilt sich auf die finanziellen Verbindlichkeiten wie folgt:

Überleitungsrechnung der Finanzschulden 2018

in Mio. €
31.12.2017 Anpassungen
gemäß IFRS 5
Zahlungswirksame Veränderungen
Anleihen 2.674 - -8
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 89 -69 9
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 61 -46 -10
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 51 - -
  2875 -115 -9
in Mio. € Nicht-zahlungswirksame Veränderungen
Akquisitionen Desinvestitionen Leasing-
verbindlichkeiten
Neuzugänge
Anleihen - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - -
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing - - 10
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten - - -
  - - 10
in Mio. € Nicht-zahlungswirksame Veränderungen 31.12.2018
Währungs-
änderungen
Aufzinsungen Abgegrenzte Zinsen
und sonstige
Anpassungen
Anleihen - 3 - 2.669
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - 29
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing - 2 - 17
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten - - -21 30
    5 -21 2.745

Überleitungsrechnung der Finanzschulden 2019

in Mio. €
  31.12.2018 Anpassungen gemäß IFRS 16 Anpassungen gemäß IFRS 5 Zahlungswirksame Veränderungen
Anleihen 2.669 - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29 - - -29
Leasingverbindlichkeiten 17 133 -4 -56
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 30 - -  
  2.745 199 -4 -88
in Mio. € Nicht-zahlungswirksame Veränderungen
  Akquisitionen Desinvestitionen Leasing-
verbindlichkeiten Neuzugänge
Währungs-
änderungen
Anleihen - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - 0
Leasingverbindlichkeiten - - 47 -1
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten - - - 0
    - 47 -1
in Mio. € Nicht-zahlungswirksame Veränderungen
  Aufzinsungen Abgegrenzte Zinsen
und sonstige
Anpassungen
31.12.2019
Anleihen 4 - 2.673
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - 0
Leasingverbindlichkeiten 5 - 141
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten - - 29
  9 - 2.849

Zinszahlungen und sonstige Auszahlungen des Finanzbereichs führten zu Mittelabflüssen in Höhe von 66 Mio. € (Vorjahr: 77 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2019 wurden Dividendenzahlungen in Höhe von 79 Mio. € (Vorjahr: 74 Mio. €) geleistet. Diese entfielen mit 79 Mio. € (Vorjahr: 73 Mio. €) auf die Aktionäre der LANXESS AG. Im Saldo flossen somit aus Finanzierungstätigkeit Mittel in Höhe von 431 Mio. € (Vorjahr: 160 Mio. €) aus dem fortzuführenden Geschäft ab. Aus dem nicht fortgeführten Geschäft ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: 57 Mio. €).

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 296 Mio. € (Vorjahr: 797 Mio. €) umfassen Schecks, Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten. Ebenfalls enthalten sind gemäß IAS 7 Finanztitel mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Monaten, gerechnet vom Erwerbszeitpunkt.

(39) Segmentberichterstattung

Kennzahlen nach Geschäftsbereichen

in Mio. € Advanced Intermediates Specialty Additives Performance Chemicals
2018 2019 2018 2019 2018 2019
Außenumsatzerlöse 2.207 2.249 1.980 1.965 976 1.052
Innenumsatzerlöse 55 55 10 5 1 0
Gesamtumsatzerlöse 2.262 2.304 1.990 1.970 977 1.052
Segmentergebnis/EBITDA vor Sondereinflüssen 359 389 343 353 156 192
Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) 0 -13 -3 -16 -2 -2
Segmentvermögen 1.543 1.519 2.706 2.739 978 1.004
Segmentakquisitionen - - 54 - - -
Segmentinvestitionen 168 204 144 128 63 64
Abschreibungen (planmäßig) 125 147 136 157 58 66
Abschreibungen (außerplanmäßig) 2 38 1 2 10 1
Wertaufholungen - - 1 1 - -
Segmentverbindlichkeiten 752 747 624 546 359 350
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 3.687 3.708 2.953 2.942 2.557 2.409
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 3.701 3.707 2.993 2.950 2.583 2.443
in Mio. € Engineering Materials Überleitung LANXESS
2018 2019 2018 2019 2018 2019
Außenumsatzerlöse 1.576 1.450 85 86 6.824 6.802
Innenumsatzerlöse 0 0 -66 -60 0 0
Gesamtumsatzerlöse 1.576 1.450 19 26 6.824 6.802
Segmentergebnis/EBITDA vor Sondereinflüssen 267 238 -139 -153 986 1.019
Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) -1 0 -74 -78 -80 -109
Segmentvermögen 1.269 1.287 189 225 6.685 6.774
Segmentakquisitionen - - - - 54 -
Segmentinvestitionen 77 111 49 71 501 578
Abschreibungen (planmäßig) 59 65 23 25 401 460
Abschreibungen (außerplanmäßig) 2 1 0 2 15 44
Wertaufholungen 0 - - - 1 1
Segmentverbindlichkeiten 383 346 692 773 2.810 2.762
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 2.105 2.203 2.950 3.042 14.252 14.304
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 2.055 2.176 2.911 3.009 14.243 14.285

Vorjahreswerte angepasst.

Kennzahlen nach Regionen

in Mio. € EMEA (ohne Deutschland) Deutschland Nordamerika
2018 2019 2018 2019 2018 2019
Außenumsatzerlöse nach Verbleib 2.167 2.128 1.386 1.251 1.494 1.554
Langfristiges Segmentvermögen 574 635 1.256 1.431 2.053 2.099
Segmentakquisitionen - - - - 54 -
Segmentinvestitionen 68 83 275 331 117 120
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 1.792 1.806 7.352 7.558 2.044 2.031
in Mio. € Lateinamerika Asien/Pazifik LANXESS
2018 2019 2018 2019 2018 2019
Außenumsatzerlöse nach Verbleib 346 331 1.431 1.538 6.824 6.802
Langfristiges Segmentvermögen 66 69 329 310 4.278 4.544
Segmentakquisitionen - - - - 54 -
Segmentinvestitionen 13 10 28 34 501 578
Mitarbeiter (Stand 31.12.) 704 716 2.360 2.193 14.252 14.304

Vorjahreswerte angepasst.

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Die Bewertungsansätze der Segmentberichterstattung entsprechen den im IFRS-Konzernabschluss einheitlich verwendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Seit Dezember 2019 wird die Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft klassifiziert und ist somit nicht mehr Teil des berichtspflichtigen Segments Performance Chemicals. Informationen zum nicht fortgeführten Geschäft sind im Abschnitt "Berichterstattung zum Konsolidierungskreis" enthalten.

Der LANXESS Konzern weist zum 31. Dezember 2019 folgende berichtspflichtige Segmente aus:

Segmente Aktivitäten
Advanced Intermediates Im Segment Advanced Intermediates werden operative Geschäftsbereiche zusammengefasst, welche Basis- und Feinchemikalien bei im Wesentlichen kontinuierlichen Produktionsprozessen herstellen. Zwischen den operativen Geschäftsbereichen werden zudem Vor- und Zwischenprodukte für den jeweiligen anderen Geschäftsbereich hergestellt. Die Produktion umfasst hochwertige Zwischenprodukte, beispielsweise für die Agro- und Lackindustrie, Feinchemikalien als Vor- und Zwischenprodukte für die Pharma-, Agro- und Spezialitätenchemie, kundenspezifische Spezialentwicklungen, Organometalle und Reifenchemikalien.
Specialty Additives Im Segment Specialty Additives werden operative Geschäftseinheiten zusammengefasst, welche Additive im Rahmen von chemischen Produktionsprozessen herstellen. Die Produktion umfasst Additive für die Kautschuk-, Kunststoff-, Farben-, Bau- und Elektroindustrie wie z.B. Schmierstoffe, Flammschutzmittel, Weichmacher und Brom-Derivate für eine Vielzahl von Anwendungsgebieten.
Performance Chemicals Im Segment Performance Chemicals werden operative Geschäftsbereiche zusammengefasst, welche Prozess- und Funktionschemikalien sowie Spezialprodukte im Rahmen von chemischen Produktionsprozessen herstellen. Die Produktion umfasst Materialschutzprodukte, anorganische Pigmente zur Einfärbung von Beton, Dispersionsfarben und Lacken, Umkehrosmose-Membranelemente und Ionenaustauscher zur Wasseraufbereitung sowie Desinfektions- und Hygienelösungen.
Engineering Materials Im Segment Engineering Materials werden operative Geschäftsbereiche zusammengefasst, welche Hightech-Kunststoffe und Hochleistungsverbundwerkstoffe im Rahmen überwiegend kontinuierlicher Produktionsprozesse herstellen. Die Produktion umfasst u.a. technische Kunststoffe, Glasfasern und Faserverbundwerkstoffe sowie Elastomere auf Urethanebasis für Anwendungen in der Automobil- und Elektro-/Elektronikindustrie, dem Bauwesen, in der Medizin sowie in Sport und Freizeit.

In der Überleitung werden die Umsatzerlöse zwischen den Unternehmensbereichen eliminiert sowie Segmentvermögenswerte, Segmentschulden und Segmentergebnisse, die den Kernsegmenten nicht zugeordnet werden, ausgewiesen. Hierzu gehört im Wesentlichen das Corporate Center. Aufgrund der Bilanzierung der Business Unit Leather als nicht fortgeführtes Geschäft wurden die im LANXESS Konzern verbleibenden Bestandteile aus dem Segment Performance Chemicals in die Überleitung umgegliedert sowie die Vorjahreswerte entsprechend angepasst.

Des Weiteren beinhaltet die Überleitung die Beteiligung an der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), welche ab dem 31. Dezember 2019 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und entsprechend ausgewiesen ist. Hierzu wird auf den Abschnitt "Berichterstattung zum Konsolidierungskreis" und hinsichtlich des Vorjahres auf Anhangangabe [3] verwiesen.

Die für die Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten verwendeten Transferpreise werden unter Anwendung der OECD-Regeln so ermittelt, wie sie auch mit unabhängigen Dritten unter vergleichbaren Bedingungen zu Stande gekommen wären ("Arm's-Length-Prinzip").

Bei dem überwiegenden Teil der Mitarbeiter in der Überleitung handelt es sich um Beschäftigte, die für mehrere Segmente Arbeitsleistungen erbringen. Dazu zählen unter anderem die Mitarbeiter der technischen Dienstleistungen.

Entsprechend der Regioneneinteilung im LANXESS Konzern erfolgt die Einteilung der sekundären Segmente gemäß den LANXESS Berichtsregionen: EMEA (Europa ohne Deutschland, Naher Osten, Afrika), Deutschland, Nordamerika, Lateinamerika und Asien/Pazifik. Maßgeblich für die Ermittlung der Regionenumsätze ist der Sitz der Warenempfänger. Im Geschäftsjahr 2019 weist kein einzelner Kunde des LANXESS Konzerns einen Umsatzanteil von 10 % oder mehr auf.

Die zur internen Steuerung herangezogene Ergebnisgröße im LANXESS Konzern ist das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und Sondereinflüssen (vgl. Ausführungen im Abschnitt "Wertmanagement und Steuerungssystem" im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019). Insofern wird dieses als "Segmentergebnis" offengelegt. Ausgangsgröße für die Ermittlung ist das operative Ergebnis (EBIT), welches sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebskosten, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie dem sonstigen betrieblichen Ergebnis zusammensetzt. EBIT und EBITDA sind alternative Finanzkennzahlen, die nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) nicht definiert sind. Diese sind als Ergänzung und nicht als Ersatz der gemäß IFRS ermittelten Kennzahlen zu verstehen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen errechnet sich aus dem EBIT vor Abschreibungen bzw. Wertaufholungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen. Sondereinflüsse sind Effekte, die aufgrund ihrer Art oder ihres Ausmaßes einen besonderen Einfluss auf die Ertragslage haben und deren Einbeziehung bei der Beurteilung der Geschäftsentwicklung über mehrere Berichtsperioden jedoch nicht geeignet erscheint. Zu den Sondereinflüssen können außerplanmäßige Abschreibungen, Wertaufholungen oder Ergebnisse aus der Veräußerung von Anlagevermögen, bestimmte IT-Kosten, Restrukturierungsaufwendungen und Erträge aus der Auflösung von in diesem Zusammenhang gebildeten Rückstellungen sowie Ergebnisbelastungen aus Portfolioaktivitäten oder Kaufpreisallokationen zählen.

In den Segmentumsätzen sind in Höhe von 359 Mio. € (Vorjahr: 307 Mio. €) Umsätze enthalten, welche über einen Zeitraum erbracht werden. Diese betreffen mit 306 Mio. € (Vorjahr: 252 Mio. €) das Segment Advanced Intermediates, mit 0 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) das Segment Specialty Additives, mit 4 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) das Segment Performance Chemicals, mit 17 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) das Segment Engineering Materials und mit 32 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. €) die Überleitung. Alle anderen Umsätze werden zu einem Zeitpunkt erbracht. Zu näheren Erläuterungen wird auf Anhangangabe [21] verwiesen.

Zinserträge und -aufwendungen wie auch Ertragsteuererträge und -aufwendungen werden aufgrund des zentralen Finanzmanagements nicht auf Segmentebene berichtet.

Die EBITDA-wirksamen negativen Sondereinflüsse in Höhe von 117 Mio. € im Geschäftsjahr 2019 stehen, wie bereits im Vorjahr, im Wesentlichen im Zusammenhang mit Aufwendungen im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des LANXESS Konzerns und Projekten zur Digitalisierung. Dem gegenüber stehen positive Sondereinflüsse in Höhe von 8 Mio. €, die im Wesentlichen Kompensationszahlungen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen zur Optimierung des Produktionsnetzwerks sowie Erträge aus der Auflösung von in Vorjahren als Sondereinflüsse gebildeten Rückstellungen betreffen.

Die Segmentakquisitionen im Vorjahr enthalten das erworbene Nettovermögen inklusive Geschäfts- oder Firmenwert zum Erwerbszeitpunkt.

Die Segmentinvestitionen beinhalten die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Sämtliche planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen wurden direkt im Periodenergebnis erfasst.

Überleitung Segmentumsätze

in Mio. € 2018 2019
Summe der Segmentumsätze 6.805 6.776
Sonstige 85 86
Konsolidierung -66 -60
Konzernumsatz 6.824 6.802

Vorjahreswerte angepasst.

Überleitung Segmentergebnisse

in Mio. € 2018 2019
Summe der Segmentergebnisse 1.125 1.172
Abschreibungen -416 -504
Wertaufholungen 1 1
Sondereinflüsse (EBITDA-wirksam) -80 -109
Sonstiges Finanzergebnis -41 -7
Zinsergebnis -69 -54
Ergebnis aus at equity bewerteten Beteiligungen 0 0
Sonstige -139 -153
Ergebnis vor Ertragsteuern 381 346

Vorjahreswerte angepasst.

In der Überleitung der Segmentergebnisse auf das Ergebnis vor Ertragsteuern sind insgesamt Sondereinflüsse in Höhe von saldiert 150 Mio. € Aufwand (Vorjahr: 90 Mio. € Aufwand) enthalten (vgl. Anhangangaben [26] und [27]). Diese setzen sich zusammen aus EBITDA-wirksamen Sondereinflüssen von minus 109 Mio. € (Vorjahr: minus 80 Mio. €), Abschreibungen von minus 41 Mio. € (Vorjahr: minus 10 Mio. €) sowie Wertaufholungen von 0 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €).

Hinsichtlich des Ergebnisses aus at equity bewerteten Beteiligungen wird auf Anhangangabe [3] verwiesen. Dieses steht in Zusammenhang mit den Standortdienstleistungen der Currenta GmbH & Co. OHG, Leverkusen (Deutschland), und wird nicht auf die Segmente verteilt.

Überleitung Segmentvermögen

in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019
Summe der Segmentvermögen 6.496 6.549
Anpassungen nicht fortgeführtes Geschäft 222 203
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 797 296
Latente Steuern 287 324
Ertragsteuerforderungen 69 199
Derivative Vermögenswerte 4 6
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 623 893
Sonstige 189 225
Konzernvermögen 8.687 8.695

Vorjahreswerte angepasst.

Das Segmentvermögen besteht im Wesentlichen aus immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen inklusive der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen, Vorräten sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Nicht im Segmentvermögen enthalten sind unter anderem Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie latente Steuern.

Überleitung Segmentverbindlichkeiten

in Mio. € 31.12.2018 31.12.2019
Summe der Segmentverbindlichkeiten 2.118 1.989
Anpassungen nicht fortgeführtes Geschäft 81 98
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.745 2.843
Derivative Verbindlichkeiten 28 19
Ertragsteuerschulden 161 217
Latente Steuern 89 109
Sonstige 692 773
Konzernverbindlichkeiten 5.914 6.048

Vorjahreswerte angepasst.

Die Segmentverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Rückstellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. In der Überleitung (Zeile "Sonstige") der Segmentverbindlichkeiten sind im Wesentlichen Pensions- sowie sonstige Rückstellungen enthalten, die dem Corporate Center zuzuordnen sind. Nicht in den Segmentverbindlichkeiten enthalten sind insbesondere Ertragsteuerschulden sowie derivative und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

(40) Honorar für den Abschlussprüfer

Für den Abschlussprüfer des LANXESS Konzernabschlusses wurden im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 2.917 T€ (Vorjahr: 2.438 T€) Honorar als Aufwand erfasst. Von der Gesamtsumme entfallen auf die Abschlussprüfungen 2.497 T€ (Vorjahr: 1.789 T€). Das Geschäftsjahr war beeinflusst durch Prüfungshandlungen im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Einführung rechnungslegungsbezogener IT-Systeme. Die Honorare wurden im Wesentlichen gezahlt für die Prüfung des Jahresabschlusses der LANXESS AG sowie des Konzernabschlusses inklusive des Risikofrüherkennungssystems sowie für die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses. Auf andere Bestätigungsleistungen entfallen 273 T€ (Vorjahr: 478 T€). Diese beinhalten im Wesentlichen Leistungen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie Leistungen für Prüfbescheinigungen. Im Vorjahr fielen des Weiteren auch Bestätigungsleistungen im Zusammenhang mit der Veräußerung von ARLANXEO an. Auf sonstige Leistungen entfallen 127 T€ (Vorjahr: 171 T€) sowie auf steuerliche Leistungen 20 T€ (Vorjahr 0 T€). Die sonstigen Leistungen beinhalten im Wesentlichen projektbezogene Beratungsleistungen. Die Honorare für Abschlussprüfungen enthalten die gesamten gezahlten bzw. noch zu zahlenden Honorare samt Auslagen für die Abschlussprüfung des Konzernabschlusses sowie die Prüfung der Abschlüsse der LANXESS AG und ihrer verbundenen Unternehmen in Deutschland.

(41) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex wurde von Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite von LANXESS zugänglich gemacht.

(42) Inanspruchnahme von Befreiungsvorschriften

Die folgenden inländischen Tochtergesellschaften haben für das Geschäftsjahr 2019 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht:

Bond-Laminates GmbH, Brilon
CheMondis GmbH, Köln
IAB lonenaustauscher GmbH, Greppin
IMD Natural Solutions GmbH, Dortmund
LANXESS Accounting GmbH, Köln
LANXESS Deutschland GmbH, Köln
LANXESS Distribution GmbH, Leverkusen
LANXESS Organometallics GmbH, Bergkamen
Saltigo GmbH, Leverkusen
Siebte LXS GmbH, Leverkusen
Achte LXS GmbH, Köln

Des Weiteren hat die folgende inländische Tochtergesellschaft für das Geschäftsjahr 2019 von der Befreiungsvorschrift des § 264b HGB i.V.m. § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht:

LANXESS Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. OHG, Leverkusen

Im Ausland hat die englische Tochtergesellschaft LANXESS Limited (Registrierungsnummer 03498959), Newbury (Großbritannien), von der Befreiung der Prüfung des Jahresabschlusses gemäß Abschnitt 479A des Companies Act 2006 Gebrauch gemacht. Die LANXESS AG, als Mutterunternehmen, hat eine gesetzlich vorgeschriebene Garantie über alle ausstehenden Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2019 in Bezug auf den Abschnitt 479C des Companies Act 2006 abgegeben.

(43) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Am 10. Januar 2020 hat LANXESS sein Geschäft mit Chromchemikalien am Standort Newcastle (Südafrika), an die Gesellschaft K2019342391 (South Africa) Proprietary Limited (Südafrika), ein Tochterunternehmen von Brother Enterprises (China), verkauft. Ferner wurde ein Auftragsfertigungsvertrag mit Brother Enterprises geschlossen. Hierbei wird LANXESS bis voraussichtlich 2024 am Standort Merebank (Südafrika), aus Natriumdichromat Chrom-Gerbsalze exklusiv für Brother Enterprises herstellen.

Des Weiteren hat LANXESS am 31. Januar 2020 sein Geschäft mit Organometallen auf Gallium-Basis am Standort Pyeongtaek (Republik Korea) an die First Rare Materials Co. Ltd., Heyun Town (China), ein Tochterunternehmen von Vital Materials (China) verkauft.

Am 3. Februar 2020 konnte LANXESS die Übernahme des brasilianischen Biozid-Herstellers Itibanyl Produtos Especiais Ltda. (IPEL), Jarinu (Brasilien), abschließen. Mit dieser Akquisition baut LANXESS seine Position als einer der weltweit führenden Hersteller von bioziden Wirkstoffen und Formulierungen aus. LANXESS übernimmt neben den rund 100 Mitarbeitern und der Produktionsanlage auch die Laboreinrichtungen des brasilianischen Unternehmens. IPEL erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz im unteren zweistelligen Mio.-€-Bereich. Der vereinbarte Kaufpreis liegt ebenfalls in dieser Größenordnung.

Aus der Coronavirus-Epidemie erwarten wir negative Auswirkungen auf unser Geschäft. Der weitere Verlauf der Epidemie stellt einen Unsicherheitsfaktor dar, der bis zum Aufstellungszeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden konnte.

Darüber hinaus sind nach dem 31. Dezember 2019 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des LANXESS Konzerns oder der LANXESS AG zu erwarten ist.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des LANXESS Konzerns sowie der LANXESS AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des LANXESS Konzerns bzw. der LANXESS AG beschrieben sind.

 

Köln, den 27. Februar 2020

LANXESS Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Matthias Zachert

Dr. Anno Borkowsky

Dr. Stephanie Coßmann

Dr. Hubert Fink

Michael Pontzen

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir mit Datum vom 28. Februar 2020 den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die LANXESS Aktiengesellschaft, Köln

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der LANXESS Aktiengesellschaft, Köln, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der LANXESS Aktiengesellschaft, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

(1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte
(2) Pensionsrückstellungen

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung
2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

(1) Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte
1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft wird unter dem Bilanzposten "Immaterielle Vermögenswerte" ein Betrag von € 865 Mio. für Geschäfts- oder Firmenwerte (10 % der Konzernbilanz bzw. 33 % des Konzerneigenkapitals) ausgewiesen.
  Die Gesellschaft ordnet die Geschäfts- oder Firmenwerte den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einem einmal jährlich stattfindenden Werthaltigkeitstest unterzogen, sofern nicht Ereignisse oder veränderte Umstände schon vorher darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des Geschäfts- oder Firmenwerts dem entsprechenden erzielbaren Betrag gegenübergestellt. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgt grundsätzlich auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten der Veräußerung. Grundlage der Bewertung ist dabei regelmäßig der Barwert künftiger Zahlungsströme der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Barwerte werden mittels Discounted-Cash-Flow Modellen ermittelt. Den Discounted-Cash-Flow Modellen liegen Cashflow Planungen zugrunde, die auf der von den gesetzlichen Vertretern genehmigten und im Zeitpunkt der Durchführung des Werthaltigkeitstests gültigen Fünf-Jahresplanung beruhen. Die künftigen Netto-Zahlungsströme werden mit einem gewogenen Kapitalkostensatz abgezinst. Als Ergebnis des Werthaltigkeitstests wurde kein Wertminderungsbedarf festgestellt.
  Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes, der unterstellten Wachstumsraten und weiteren Annahmen abhängig und daher mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet, weswegen dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung war.
2 Bei unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Durchführung des Werthaltigkeitstests nachvollzogen. Die Angemessenheit der bei der Bewertung verwendeten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse haben wir unter anderem durch Ab-gleich dieser Angaben mit den aktuellen Budgets aus der von den gesetzlichen Vertretern genehmigten Fünf-Jahresplanung sowie durch Abstimmung mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Zudem haben wir auch die sachgerechte Berücksichtigung der Kosten von Konzernfunktionen beurteilt. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ kleine Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir auch die bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parameter einschließlich der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten gewürdigt und das Berechnungsschema der Gesellschaft nachvollzogen. Ferner haben wir die von der Gesellschaft erstellten Sensitivitätsanalysen nachvollzogen und ergänzend eigene Sensitivitätsanalysen für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durchgeführt und festgestellt, dass die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten inklusive des zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen ausreichend durch die diskontierten künftigen Zahlungsmittelüberschüsse gedeckt sind. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und -annahmen stimmen insgesamt mit unseren Erwartungen überein und liegen auch innerhalb der aus unserer Sicht vertretbaren Bandbreiten.
3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Geschäfts- oder Firmenwerten sind in den Abschnitten "Immaterielle Vermögenswerte", "Vorgehensweise und Auswirkungen der weltweiten Werthaltigkeitsprüfungen" und "Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume" des Konzernanhangs enthalten.
(2) Pensionsrückstellungen
1 In dem Konzernabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" Pensionsrückstellungen in Höhe von € 1.178 Mio. ausgewiesen. Die Pensionsrückstellungen setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und verrechnetem Planvermögen.
  Die Bewertung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method). Dabei sind insbesondere Annahmen über die langfristigen Gehalts- und Rententrends, die durchschnittliche Lebenserwartung und die Fluktuation zu treffen. Ferner ist der Abzinsungssatz zum Bilanzstichtag aus der Rendite hochwertiger, währungskongruenter Unternehmensanleihen mit Laufzeiten, die mit den voraussichtlichen Fristigkeiten der Verpflichtungen übereinstimmen, abzuleiten. Dabei müssen regelmäßig Extrapolationen vorgenommen werden, da keine ausreichenden langfristigen Unternehmensanleihen existieren. Die Bewertung des Planvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert.
  Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung, da der Ansatz und die Bewertung dieses betragsmäßig bedeutsamen Postens in einem wesentlichen Maß auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft basieren.
2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem die eingeholten versicherungsmathematischen Gutachten und die fachliche Qualifikation der externen Gutachter gewürdigt. Ferner haben wir uns unter anderem mit den spezifischen Besonderheiten der versicherungsmathematischen Berechnungen befasst und das Mengengerüst, die versicherungsmathematischen Parameter, sowie das den Bewertungen zugrunde liegende Bewertungsverfahren auf Standardkonformität und Angemessenheit überprüft. Zudem wurde die Entwicklung der Verpflichtung und der Aufwandskomponenten gemäß versicherungsmathematischem Gutachten vor dem Hintergrund der eingetretenen Änderungen in den Bewertungsparametern und im Mengengerüst analysiert und plausibilisiert. Für die Prüfung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens haben wir Bankbestätigungen eingeholt.
  Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen begründet und hinreichend dokumentiert sind.
3 Die Angaben der Gesellschaft zu den Rückstellungen für Pensionen sind in dem Abschnitt "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" des Konzernanhangs erhalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften zusammengefassten Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks und den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b Abs. 3 HGB.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 23. Mai 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 2. August 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2005 als Konzernabschlussprüfer der LANXESS Aktiengesellschaft, Köln, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Jörg Sechser."

 

Köln, den 28. Februar 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Jörg Sechser, Wirtschaftsprüfer

ppa. Martin Krug, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre,

LANXESS hat sich im Jahr 2019 trotz des nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes erfolgreich weiterentwickelt. Wie auch im letzten Jahr konnten wir in drei unserer vier Segmente die Ergebnisse deutlich verbessern. Wir profitieren zunehmend von unserem ausbalancierteren Portfolio. So konnten stark rückgängige Volumen im Automobilbereich insbesondere durch Ergebnisverbesserungen in den Bereichen Flammschutz und Biozide kompensiert werden. Das EBITDA vor Sondereinflüssen wurde leicht auf 1,019 Milliarden Euro gesteigert.

Die Transformation von LANXESS zu einem stabileren und profitableren Konzern schreitet voran. Allein im 2. Halbjahr des Jahres 2019 konnten Vereinbarungen für sechs wichtige Unternehmenstransaktionen abgeschlossen werden. So wurde beispielsweise der Verkauf des 40 %-Anteils an der Currenta, dem Betreiber der Chemieparks an den Niederrheinstan-dorten, beschlossen. Die Standortdienstleitungen der Currenta wurden gleichzeitig zu attraktiven Konditionen für die nächsten 10 Jahre gesichert. Darüber hinaus wurden nicht strategische Bereiche des Geschäfts mit Organometallen veräußert und der Verkauf der Chromchemikalien eingeleitet.

Im November hat LANXESS als eines der ersten großen Chemieunternehmen sein Klima-schutzziel veröffentlicht. Bis 2040 will der Konzern klimaneutral sein und seine Treibhaus-gasemissionen abbauen. Damit wird LANXESS seiner Verantwortung als globaler Spezial-chemiekonzern und nachhaltiger Partner für unsere Kunden gerecht.

Für das Jahr 2020 erwartet LANXESS weiterhin ein schwieriges Umfeld. Insbesondere potentielle Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus sind derzeit schwer abschätzbar. Der Fokus von LANXESS wird aber weiterhin auf der Stärkung und Ausbalancierung des Produktportfolios sowie Investitionen in organisches Wachstum liegen.

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr seine ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben und Pflichten ordnungsgemäß und umfassend wahrgenommen. Er hat den Vorstand bei der Leitung der Gesellschaft regelmäßig beraten und seine Tätigkeit überwacht. Wir konnten uns dabei stets von der Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit der Vorstandsarbeit überzeugen. Besonders intensiv hat sich der Aufsichtsrat im Berichtsjahr mit der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens befasst.

Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete uns regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich über die Geschäftsentwicklung, die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements, die strategische Entwicklung, die Compliance, die Führungskräfteentwicklung, die Digitalisierungsprojekte des Konzerns sowie über jeweils aktuelle Themen. Bedeutende Geschäftsvorgänge haben wir auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert. Die Berichte und Beschlussvorschläge des Vorstands haben wir gründlich geprüft und im Plenum sowie in den Ausschüssen des Aufsichtsrats umfassend diskutiert. Soweit zu Maßnahmen des Vorstands, die nach Gesetz, Satzung oder sonstigen Bestimmungen der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, Entscheidungen des Aufsichtsrats erforderlich waren, haben wir darüber ausführlich beraten und Beschluss gefasst.

Außerhalb der Aufsichtsratssitzungen bestand ein regelmäßiger Kontakt zwischen den jeweiligen Vorsitzenden des Aufsichtsrats bzw. des Präsidiums sowie des Prüfungsausschusses und dem Vorstand. Wir haben die aktuelle Lage der Gesellschaft sowie wesentliche Geschäftsvorfälle erörtert.

Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Im Berichtsjahr fanden insgesamt sechs Sitzungen des Aufsichtsrats statt. Zwei Entscheidungen des Aufsichtsrats wurden im schriftlichen Umlaufverfahren getroffen. In den Sitzungen haben wir regelmäßig die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns und seiner Segmente sowie die Finanzlage beraten. Ferner unterrichtete uns der Vorstand fortlaufend über die allgemeine Wirtschaftslage, die Branchensituation, die Kursentwicklung der LAN-XESS-Aktie, die Investitions- und Akquisitionsvorhaben, den von der Gesellschaft durchgeführten Aktienrückkauf sowie über Nachhaltigkeitsthemen. Dabei behandelte der Aufsichtsrat folgende Schwerpunkte:

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 13. März 2019 standen die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2018 und der Gewinnverwendungsvorschlag im Mittelpunkt der Beratungen des Aufsichtsrats. Wir haben den nichtfinanziellen Konzernbericht 2018, der die von der Gesellschaft verfolgten Nachhaltigkeitsaspekte aufzeigt, beraten und ihm zugestimmt. Zudem hat der Aufsichtsrat die Tagesordnung für die Hauptversammlung diskutiert. Der Vorstand stellte uns ferner die internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssysteme vor, von deren Wirksamkeit wir uns überzeugt haben. Der Aufsichtsrat beschloss des Weiteren auf Basis der festgestellten Zielerreichung über die variable Vergütung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018. Ferner nahmen wir Änderungen an den bestehenden Vorstandsverträgen vor, insbesondere wurde die variable Vergütungskomponente LTPB auf eine mehrjährige Bemessungsperiode umgestellt und es wurde eine Claw Back-Regelung aufgenommen. Bedingt durch die Umstellung der variablen Vergütungskomponente LTPB aktualisierten wir zudem die Entsprechenserklärung.

In der Sitzung am 13. Mai 2019 beschloss der Aufsichtsrat die Bestellung von Herrn Dr. Anno Borkowsky als weiteres Mitglied des Vorstands für die Zeit vom 1. Juni 2019 bis zum 31.

Mai 2022 sowie über den Abschluss eines Vorstandsanstellungsvertrags für Herrn Dr. Bor-kowsky. Zugleich wurde über eine Änderung der Ressortverteilung im Vorstand entschieden. Neben einem ausführlichen Bericht zu Umweltschutz, Arbeits- und Anlagensicherheit, den wir anschließend im Plenum diskutiert haben, gab uns die Investor Relations-Abteilung der Gesellschaft ein umfassendes Update über die Wahrnehmung von LANXESS am Kapitalmarkt.

Die Sitzung unmittelbar vor der Hauptversammlung am 23. Mai 2019 diente der Vorbereitung der Versammlung.

In der Sitzung am 1. August 2019 behandelten wir mit dem Vorstand vorrangig ein wesentliches M & A-Projekt der Gesellschaft. Als Ergebnis der ausführlichen Diskussionen und einer umfassenden Abwägung stimmte der Aufsichtsrat dem Verkauf des von LANXESS gehaltenen Kapitalanteils in Höhe von 40 % an der Currenta an Macquarie Infrastructure & Real Assets zu. Darüber hinaus informierte uns der Vorstand über ein konzernweites Projekt im Rahmen der digitalen Transformation bei LANXESS, das die Implementierung einer standardisierten Prozess- und Systemlandschaft beinhaltet. Schließlich fasste der Aufsichtsrat Beschluss zur Fassungsänderung der Satzung über die vom Vorstand beschlossene Herabsetzung des Grundkapitals der Gesellschaft infolge der Einziehung der im Jahr 2019 zurückgekauften eigenen Aktien.

Die Sitzung am 12. November 2019 stand im Zeichen der von einer internationalen Personalberatung durchgeführten Effizienzprüfung des Aufsichtsrats. Wir ließen uns die Ergebnisse erläutern und diskutierten sie ausgiebig. Die Prüfung bestätigte erneut die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und mit dem Vorstand. Anregungen zur Verbesserung werden aufgegriffen. Der Vorstand erstattete uns ferner einen Bericht über die bei LANXESS betriebenen Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung.

Am 11. Dezember 2019 stimmte der Aufsichtsrat in der Budgetsitzung nach eingehender Prüfung der vom Vorstand vorgeschlagenen Unternehmensplanung für das Jahr 2020 zu. Des Weiteren befassten wir uns ausführlich mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens - auch unter Nachhaltigkeitsaspekten - und der Investitionspolitik. LANXESS hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Wie in den vergangenen Jahren waren in der Dezember-Sitzung aktuelle Entwicklungen der Corporate Gover-nance ein Thema. Nach Prüfung der Einhaltung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) haben wir die Abgabe einer Entspre-chenserklärung beschlossen. Ferner stellte uns der Vorstand ein mögliches M & A-Projekt vor. Weiterer Schwerpunkt der Sitzung waren Personalentscheidungen des Vorstands. Weiterhin ließen wir uns den von einer internationalen Personalberatung erstellten Bericht zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung bei LANXESS vorstellen, den wir nachfolgend eingehend diskutierten. Auf Basis dieses Berichts nahmen wir eine Überprüfung der Funktionseinkommen von Herrn Pontzen und Herrn Dr. Fink vor. Für das zum Ende des Jahres 2019 ausgeschiedene Vorstandsmitglied Dr. Rainier van Roessel bestellte der Aufsichtsrat für die Zeit von drei Jahren beginnend zum 1. Januar 2020 Frau Dr. Stephanie Coßmann zum Mitglied des Vorstands und zur Arbeitsdirektorin. Zugleich wurde über eine Änderung der Ressortverteilung im Vorstand entschieden. Schließlich legte der Aufsichtsrat die Konditionen für die variablen Vergütungskomponenten des Vorstands für das Geschäftsjahr 2020 fest.

Alle Mitglieder des Aufsichtsrats und der Ausschüsse haben ihre Pflichten engagiert und mit hohem Verantwortungsbewusstsein wahrgenommen. Die Präsenz bei den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse lag bei insgesamt knapp 94 %. Kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an der Hälfte oder weniger der Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse, denen es angehört, teilgenommen. Eine Übersicht über die Teilnahme der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder an den Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse findet sich auf der Internetseite der Gesellschaft. Die Vertreter der Anteilseigner und die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat haben stets vertrauensvoll zusammengearbeitet. Die Sitzungen haben sie regelmäßig in getrennten Vorbesprechungen vorbereitet. Die Mitglieder des Vorstands haben an den Aufsichtsratssitzungen teilgenommen, soweit der Aufsichtsratsvorsitzende nichts anderes bestimmt hatte.

Arbeit der Ausschüsse

Der Aufsichtsrat verfügt mit dem Präsidium, dem Prüfungsausschuss sowie dem Nominie-rungsausschuss und dem Ausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG über vier Ausschüsse. Die Ausschüsse haben die Aufgabe, Themen und Beschlüsse der Aufsichtsratssitzungen vorzubereiten. Zum Teil nehmen sie auch Entscheidungsbefugnisse wahr, die ihnen vom Aufsichtsrat übertragen worden sind.

Das Präsidium tagte im Berichtsjahr fünfmal. Zentrale Themen im Präsidium waren neben der Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen die Vorbereitungen der Entscheidungen des Plenums zu den in den Sitzungen getroffenen Personalmaßnahmen im Vorstand der Gesellschaft.

Der Prüfungsausschuss tagte im Berichtsjahr viermal. Der Prüfungsausschuss befasste sich insbesondere mit dem Jahresabschluss der LANXESS AG, dem Konzernabschluss sowie dem zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018, den auf das Geschäftsjahr 2019 bezogenen Quartalsmitteilungen sowie dem im Halbjahresfinanzbericht 2019 enthaltenen verkürzten Abschluss und Zwischenlagebericht. Die Risikomanagement- und internen Kontrollsysteme der Gesellschaft wurden von ihm überprüft. Weiter beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit dem Konzept zur Billigung sogenannter Nichtprüfungsleistungen und dem nichtfinanziellen Konzernbericht 2018. Weitere Themen waren die wesentlichen Prüfungsfeststellungen der internen Revision, die Unternehmensplanung, Compliance, die Wahrnehmung von LANXESS am Kapitalmarkt sowie die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte für die Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2019. Ferner informierte sich der Ausschuss über den von der Gesellschaft durchgeführten Aktienrückkauf, Absicherungsstrategien gegen Wechselkursrisiken sowie über die erfolgte Prüfung von OTC-Derivatekontrakten gemäß § 32 WpHG. Der Abschlussprüfer berichtete in zwei von vier Sitzungen des Prüfungsausschusses über seine Prüfungstätigkeiten.

Der Nominierungsausschuss kam im Geschäftsjahr 2019 zu zwei Sitzungen zusammen. Er bereitete den Wahlvorschlag des Aufsichtsrats für die im Jahr 2020 anstehende Neuwahlen im Aufsichtsrat auf der Anteilseignerseite vor. Der Ausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG musste nicht einberufen werden.

Die Ausschussvorsitzenden haben in den Plenumssitzungen jeweils über die Sitzungen und die Arbeit der Ausschüsse berichtet.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr mit dem DCGK beschäftigt. Die gemeinsamen Entsprechenserklärungen von Vorstand und Aufsichtsrat nach § 161 AktG sind den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich. Danach entspricht die LANXESS AG aktuell vollumfänglich den Empfehlungen des DCGK. Interessenkonflikte der Aufsichtsratsmitglieder sind im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht bekannt geworden. Weitere Informationen zur Corporate Governance sind in der Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft gemäß § 289f HGB sowie im Corporate Governance Bericht enthalten.

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Der vom Vorstand der LANXESS AG nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss und der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 wurden durch den von der Hauptversammlung am 23. Mai 2019 gewählten und vom Aufsichtsrat beauftragten Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse und zur Aufhebung des Beschlusses 2005/909/EG der Kommission nach einem von der Gesellschaft durchgeführten Auswahlverfahren vorgenommen. Für die Prüfung verantwortlicher Wirtschaftsprüfer war Herr Jörg Sechser.

Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der für den Abschlussprüfer handelnden Personen überzeugt.

Die Abschlussunterlagen und die Prüfberichte wurden am 9. März 2020 in der Sitzung des Prüfungsausschusses mit dem Vorstand und dem Wirtschaftsprüfer intensiv erörtert. Außerdem wurden sie am 10. März 2020 in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats auf der Grundlage der erforderlichen Unterlagen und Erläuterungen ausführlich behandelt. Bei den Beratungen über den Jahresabschluss und den Beratungen über den Konzernabschluss war der verantwortliche Abschlussprüfer anwesend. Er berichtete über den Umfang, die Schwerpunkte sowie die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und ging dabei insbesondere auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) ein. Auch stand der verantwortliche Abschlussprüfer dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Auf Basis seiner eigenen Prüfung und umfassenden Beratung des Jahresabschlusses der LANXESS AG, des Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts und des Vorschlags für die Gewinnverwendung sowie auf Basis der Empfehlung des Prüfungsausschusses hat sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen. Einwendungen waren nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schloss sich der Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Beratung unter Abwägung des Wohls der Gesellschaft und der Aktionärsinteressen an.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Mit Ablauf des 31. Dezember 2018 schied Herr Ifraim Tairi als Vertreter der Arbeitnehmer aus dem Aufsichtsrat aus. Für ihn wurde Frau Birgit Bierther am 25. Januar 2019 durch Beschluss des Amtsgerichts Köln als Vertreterin der Arbeitnehmer zum Mitglied des Aufsichtsrats der LANXESS AG bestellt.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns weltweit sowie den Arbeitnehmervertretungen für die Anstrengungen im Geschäftsjahr 2019 und die erbrachten Leistungen.

 

Köln, den 10. März 2020

Der Aufsichtsrat

Dr. Matthias L. Wolfgruber, Vorsitzender

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