SICK Vertriebs-GmbH
Böhlerstraße 69, 40549 Düsseldorf, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Timo Neise seit 26.3.2026 | Prokura |
Reinhard Hügle seit 12.8.2025 | Prokura |
Joachim Schultis seit 15.11.2023 | Prokura |
Dagmar Kohn seit 15.11.2023 | Prokura |
Thomas Stähler seit 8.2.2023 | Geschäftsführer |
Helmut Wieneke seit 7.12.2016 | Prokura |
Sabine Oxenknecht seit 19.10.2011 | Prokura |
Uwe Nicklis seit 4.1.2011 | Prokura |
Bernd Keunecke seit 4.1.2011 | Prokura |
Thomas Dr. Hoefling seit 20.1.2009 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
SICK AGWaldkirchKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Zusammengefasster Konzernlagebericht und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022Der SICK AGA. Grundlagen des Konzerns
Der SICK-Konzernlagebericht wurde gemäß § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB mit dem Lagebericht der SICK AG zusammengefasst. Der Lagebericht wird daher im Folgenden zusammengefasster Lagebericht genannt. Der Jahresabschluss der SICK AG, der nach den Vorschriften des HGB aufgestellt wird, und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Die im Folgenden bereitgestellten Informationen gelten, soweit nicht anders vermerkt, für den SICK-Konzern und die SICK AG gleichermaßen. Kapitel, die lediglich Informationen zur SICK AG enthalten, sind als solche gekennzeichnet. Aus rechentechnischen Gründen können Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten. Die Zusammensetzung des Konsolidierungskreises wird detailliert im Anhang zum Konzernjahresabschluss dargestellt. Im Folgenden legen wir den zusammengefassten Lagebericht des SICK-Konzerns sowie der SICK AG über das Geschäftsjahr zum Stichtag 31. Dezember 2022 vor. I. Organisatorische Struktur des KonzernsDie SICK AG mit ihren Tochtergesellschaften (nachfolgend als "SICK-Konzern", "SICK" oder "Konzern" bezeichnet) ist einer der weltweit führenden Hersteller von Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen. Die Obergesellschaft des SICK-Konzerns ist die SICK AG. Das Unternehmen wurde 1946 von Dr. Erwin Sick in Vaterstetten bei München gegründet. Von der Unternehmenszentrale in Waldkirch bei Freiburg aus übernimmt die SICK AG die Aufgaben der Konzernleitung. Der Konsolidierungskreis des SICK-Konzerns umfasste im Geschäftsjahr 2022 neben der SICK AG insgesamt 53 Gesellschaften. Der SICK-Konzern berichtet über die Geschäftsentwicklung in vier Regionen: Deutschland, EMEA (bestehend aus den Regionen Europa, Naher Osten und Afrika), Americas (bestehend aus Nord-, Mittel- und Südamerika) sowie Asien-Pazifik. Der SICK-Konzern wird von einem Vorstand geführt, der aus sechs Personen besteht. Ein mit zwölf Mitgliedern paritätisch besetzter Aufsichtsrat bildet das Kontrollgremium. Der regionale Aufbau der Konzernorganisation spiegelt die komplexe Struktur der Kunden und Märkte wider. Entsprechend sind Kompetenz- und Produktionszentren in allen Weltregionen angesiedelt. Der Vertrieb erfolgt in der Regel durch eigene Vertriebs- und Servicegesellschaften in allen wesentlichen Industrienationen. Die Steuerung der produktgenerierenden Einheiten erfolgt dabei von den Standorten in Deutschland, Malaysia, Singapur, Ungarn und USA aus. Dort werden Produkte für die jeweilige Region sowie für den Weltmarkt entwickelt und produziert. Größter Produktions- und Entwicklungsstandort ist in Deutschland der Konzernsitz in Waldkirch bei Freiburg in Deutschland. II. Geschäftsmodell & GeschäftsfelderDer SICK-Konzern ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Sensorik. Gemäß dem Markenclaim "Sensor Intelligence." konzentriert sich SICK auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Sensoren, Systemen und Dienstleistungen für die industrielle Automatisierung. Im Fokus der Geschäftstätigkeit steht, den Kunden aus den diversen Zielbranchen einen Mehrwert durch Sensorintelligenz zu verschaffen. Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung verändern seit einigen Jahren die Abläufe in der Produktion, Logistik und der gesamten globalen Wertschöpfung grundlegend. Diese Entwicklung wird unter den Begriffen Industrie 4.0. und Internet of Things zusammengefasst. Maschinen und Dinge kommunizieren verstärkt miteinander und optimieren damit Prozessabläufe. Sensorik ist ein Kernbestandteil dieser Vernetzung im industriellen Bereich und schafft die Voraussetzung für transparente und störungsfreie Prozessabläufe. Die unmittelbare und umfassende Erfassung von Informationen durch Sensoren, integrierte dezentrale Rechenkapazität und flexible Programmierbarkeit sind wichtige Eigenschaften, die die Produktion zukünftig flexibler, dynamischer, effizienter und nachhaltiger machen. Darüber hinaus spielt Sensorik auch in Verkehrssystemen, im Energie- und Infrastrukturbereich, an Gebäuden und in der Forschung eine wichtige Rolle. SICK spielt als einer der weltweit führenden Lösungsanbieter für sensorbasierte Applikationen im Rahmen von industriellen Anwendungen eine Schlüsselrolle für Industrie 4.0. Mit seiner hohen technologischen Kompetenz in einem erfolgreichen Geschäftsmodell sowie der ausgeprägten Verantwortung für Mitarbeitende, Gesellschaft und Umwelt ist das Unternehmen zukunftsgerichtet aufgestellt. Die innovativen Anwendungslösungen in Form von einzelnen Sensorkomponenten, Systemlösung und Software inklusive Cloud-Diensten und Beratung bietet SICK seinen Kunden weltweit in vier Regionen an:
Entsprechend erfolgt auch die Berichterstattung des SICK-Konzerns. Die sensorbasierten Lösungen von SICK optimieren die Produktivität, Sicherheit und Nachhaltigkeit in den drei Geschäftsfeldern Fabrikautomation, Logistikautomation und Prozessautomation: Das Geschäftsfeld Fabrikautomation (FA) ist für viele unterschiedliche Branchen relevant. Neben der Automobilindustrie und dem Bereich Konsumgüter sind dies der Maschinenbau, die Elektronik- und Solarindustrie sowie die Antriebstechnik. Hier sind die Steuerung von Herstellungs-, Verpackungs- und Montageabläufen sowie die Qualitätssicherung die wichtigsten Aufgabengebiete der berührungslos arbeitenden Sensoren und Kamerasysteme sowie der Encoder und Wegmesssysteme. Beim Schutz vor Produkt- und Markenpiraterie leistet SICK mit speziellen Sensoren, die unsichtbare Kennzeichnungen zuverlässig erkennen, einen großen Beitrag zur Sicherheit von Kunden und Konsumenten. Um Gefährdungen von Mitarbeitenden im Bereich gefahrbringender Maschinen sicher auszuschließen, vermeiden Produkte, Komplettsysteme und Softwarelösungen der Sicherheitstechnik mögliche Unfallgefahren. Mithilfe der Identifikationstechnologien Barcode, 2D-Code und RFID sowie der Volumenmesstechnik werden Prozesse so gehandhabt, dass höchste Qualität der Endprodukte sichergestellt ist und gleichzeitig, sofern notwendig, die lückenlose Rückverfolgbarkeit einer Verpackung, eines Artikels oder einer elektronischen Komponente gewährleistet wird. Im Fokus des Geschäftsfeldes Logistikautomation (LA) stehen Flughäfen, industrielle Fahrzeuge, das Gebäudemanagement und die Gebäudesicherheit, Häfen, Handels- und Distributionszentren, Kurier-, Express-, Paket- und Postdienstleister sowie der Bereich Verkehr. Dabei wird die gesamte Logistikkette gestaltet und optimiert, indem Materialflüsse automatisiert oder Sortier-, Kommissionier- und Lagerprozesse effizienter, schneller und zuverlässiger ausgerichtet werden. Konkrete Anwendungsgebiete, in denen die Lösungen des Geschäftsfelds Logistikautomatisation eingesetzt werden, sind die Identifikation und Zielsteuerung von Reisegepäck durch die Transport- und Sortieranlagen von Flughäfen. Auch Distributions- und Logistikzentren sowie zahlreiche Kurier-, Express-, Paket- und Postdienstleister nutzen Barcodeleser und Volumenmesssysteme von SICK, um jährlich Millionen von Paketsendungen schnell und sicher bis zur Haustür des Empfängers zu liefern. Auch die Automatisierung von Seehäfen ist eine Domäne der Logistikautomation von SICK. Hier bewähren sich Laserscanner bei der Kollisionsvermeidung von Kränen ebenso wie bei der Positionierung von Containern oder der Fahrwegüberwachung von Containertransportern. Im Bereich Verkehr kommen SICK-Sensoren in Mautsystemen ebenso zum Einsatz wie zur Steuerung von Ventilations- und Lüftungssystemen, um die Luft- und die Sicherheitssituation in Tunneln zu verbessern. Das Geschäftsfeld Prozessautomation (PA) liefert Sensoren sowie maßgeschneiderte Systemlösungen und Dienstleistungen für die Analysen- und Prozessmesstechnik. Mit einer breiten Produktpalette für die Gasanalyse kann die Konzentration einer Vielzahl von Stoffen im Gasgemisch erfasst werden. Mit CO 2 -Messgeräten für Verbrennungs-, Prozess- und Trocknungsanlagen unterstützt SICK seine Kunden beispielsweise bei der Reduktion von Treibhausgasen. In der Staubmesstechnik ist SICK in der Lage, Staubkonzentrationen mit verschiedenen Messprinzipien präzise zu erfassen und so Emissionsgrenzwerte einzuhalten oder Prozessstörungen frühzeitig zu erkennen. In der Volumenstrommessung übernehmen SICK-Sensorsysteme verschiedene Aufgaben, beispielsweise die Bestimmung von Volumenströmen in Anlagen und die Messung von Erdgasmengen für die Erdgasindustrie oder die Emissionsüberwachung bei industriellen Prozessen. Mit all diesen Produkten für Abfallverbrennungsanlagen, Kraft-, Stahl- und Zementwerke, für die Öl- und Gasindustrie sowie für Anlagen in der Chemie und Petrochemie leistet SICK einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Nutzung begrenzter Ressourcen und damit zur Erhaltung einer lebenswerten Umwelt. AbsatzmärkteDie wesentlichen Absatzmärkte für den SICK-Konzern finden sich in den industrialisierten Ländern sowie in den sich an der Schwelle zur Industrialisierung befindlichen Wachstumsregionen begründet. SICK vergrößert seine regionale Reichweite durch die Gründung neuer Vertriebsgesellschaften sowie durch die kontinuierliche Pflege eines weltweiten Distributoren-Netzwerkes. Die regionale Nähe zu Kunden ist neben der Innovationskraft einer der Hauptwettbewerbsvorteile von SICK. Die schnelle Belieferung der Vertriebs- und Serviceeinheiten weltweit stellen das zentrale Distributionszentrum am Standort Buchholz bei Waldkirch sowie weitere regionale Logistikzentren weltweit sicher. Externe Einflussfaktoren auf das GeschäftZu den wesentlichen externen Einflussfaktoren auf das Geschäft von SICK zählen die Veränderungen der konjunkturellen Entwicklungen, der branchenspezifischen Rahmenbedingungen sowie Währungseffekte. Diese werden im Folgenden unter "Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen" erläutert. Weitere externe Einflussfaktoren auf unser Geschäft werden im Chancen- und Risikobericht dargestellt. Dazu zählen insbesondere technischer Fortschritt, intensiver Wettbewerb, deutliche Preisveränderungen bei Rohstoffen und Vorprodukten, Fachkräftemangel, Störungen in den internationalen Lieferketten, sowie sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen und Normen. III. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGDie zunehmende Vernetzung von Produktions- und Steuerungsprozessen in komplexen Maschinenumgebungen (Industrie 4.0) bestimmt die industrielle Gegenwart und Zukunft. Die Möglichkeiten, durch eine bessere und gezieltere Nutzung von Daten effizienter, flexibler, ressourcenschonender und mit besserer Qualität produzieren und liefern zu können, hängen entscheidend von der Zuverlässigkeit und der Robustheit der Daten ab, die den Input vieler Prozessketten bilden. SICK nutzt die "Sensorintelligenz", um die Realität in Form von Daten zu erfassen und schlägt die Brücke vom physischen Sensor zu digitalen Anwendungen für die Automatisierung. Bereits 2004 hat sich SICK auf die damals erst in Ansätzen erkennbaren Veränderungen in der Automatisierungswelt ausgerichtet. Der Unternehmensclaim "Sensor Intelligence." formuliert seither das frühzeitige Erkennen und die Fokussierung auf die technische Intelligenz. Damit geht der Unternehmensfokus weit über die Anwendungen der mechanischen Automatisierungstechnik hinaus und wird in den nächsten Jahren insbesondere weiterhin auf der Erweiterung des bestehenden Produktportfolios, auf der Vernetzungsfähigkeit der Sensorik im Kontext von Industrie 4.0 sowie auf dem Thema Datensouveränität liegen. Um eine größere Vielfalt und Innovationsfähigkeit bei der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von Sensor-Lösungen zu gewährleisten und diese Lösungen schneller, effizienter und mit höheren internen Synergien zu erarbeiten hat SICK 2018 eigene Start-up-Initiativen gegründet. Dazu tätigt das Unternehmen gezielt Investitionen in disruptive Ideen. Zukunftsorientiertes Startup-Management und die Vernetzung mit den bestehenden Konzernbereichen schaffen Synergien. Die Start-up-Initiativen verbinden das vorhandene vielschichtige Know-how und die Stärken der bestehenden SICK-Organisation mit dem visionären Denken und Handeln einer Start-up-Kultur. Ziel der Start-up-Initiativen ist es, Industrie 4.0 zügig mit der Kompetenz von SICK nutzbar zu machen und so für die Kunden zusätzlichen Mehrwert aus der verbesserten Nutzung von Daten anzubieten. Ein Teil der ursprünglichen Start-Up-Initiativen konnte inzwischen als Business-Unit in die Organisation überführt werden. Aus einem 2022 ausgerufenen Ideenwettbewerb gingen sechs neue Start-up-Initiativen hervor. Sie überzeugten mit Ideen für digitale Geschäftsmodelle, die in der Welt von Industrie 4.0 Umsatz generieren können. SICK kombiniert Sensorintelligenz mit umfassendem Branchen- sowie Applikations-Know-how und liefert ein umfangreiches Lösungsportfolio. Damit geht das Unternehmen neue Wege für sensorbasierte Anwendungen. Gebündelt wird das Angebot von SICK in zwei Marken: dem SICK AppSpace und dem SICK IntegrationSpace. Das digitale Angebot basiert auf dem breiten Anwendungswissen von SICK und ermöglicht die einfache vertikale Datenintegration vom Sensor bis in die Cloud. Das gelingt, weil das Unternehmen die Komplexität der digitalen Transformation hinter Software und Hardware versteht und beide nahtlos miteinander verbinden kann, um eine vollständig integrierte, automatisierte Lieferkette zu schaffen. Im Kontext der digitalen Transformation stellt die Fähigkeit von SICK, die Kommunikationsfähigkeit von KI-Software in seine Sensorhardware einzubetten, ein Gesamtpaket für Geschäftskunden dar. Die Vielfalt der technologischen Lösungsmöglichkeiten und die Anzahl der technischen Schnittstellen der Produkte nimmt zu. Dies erfordert die Beherrschung steigender Komplexität und Varianz. Zur Sicherung und Stärkung der führenden Marktposition sind angesichts der großen technologischen Möglichkeiten und des Wettbewerbs hohe Investitionen in dem Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) erforderlich. Diese kann nur ein finanzstarker und innovativer Konzern leisten. Investitionen in die InnovationskraftWie auch in den vergangenen Jahren tätigte SICK in dem Geschäftsjahr 2022 hohe Aufwendungen für F&E-Aktivitäten, die stabil in einem Bereich über 10 % des Umsatzes liegen. Diese sind in Kapitel C. Risiko- und Chancenbericht erläutert und enthalten neben Aufwendungen für die Start-up-Initiativen auch Angaben zu Konzern-Mitarbeitende im Bereich Forschung- und Entwicklung. Dank der intensiven F&E-Tätigkeit verfügt SICK über ein sehr diversifiziertes Produktportfolio, das den Anforderungen ganz unterschiedlicher Branchen gerecht wird und zudem auch kurz- bis langzyklische Märkte bedient. So können heterogene Entwicklungen innerhalb der Zielbranchen von SICK, wie sie beispielsweise durch konjunkturelle Schwankungen hervorgerufen werden, leichter kompensiert und ein über Marktdurchschnitt liegendes Wachstum erreicht werden. Darüber hinaus liefert vor allem der intensive Dialog mit Kunden, Universitäten und Forschungsinstituten Impulse für den Bereich F&E. Die konsequente Branchenausrichtung der weltweiten Vertriebsorganisation ist zudem die Grundlage dafür, die Anforderungen der Kunden zu verstehen und in neue Produkte, Systemlösungen und Servicekonzepte übersetzen zu können. Die Anzahl der Mitarbeitenden im Bereich Forschung und Entwicklung wurde konzernweit planmäßig weiter erhöht und hat dazu beigetragen, innovative Ideen in marktfähige Produkte zu überführen. B. WIRTSCHAFTSBERICHT
Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDer Anstieg der Inflationsraten hat in den Volkswirtschaften der Welt die politischen Entscheidungsträger vor große Herausforderungen gestellt. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat sich insbesondere auf den Energie- und anderen Rohstoffmärkten bemerkbar gemacht, was in einer drastischen Steigung der Preise resultierte (Global Economic Prospects World Bank (01/2023). Zusätzlich haben extreme Dürreperioden in Europa sowie in Mittel- und Südasien die Preise für Lebensmittel in die Höhe schnellen lassen (ifo Konjunktur 12/2022). Insbesondere die Schwellen- und Entwicklungsländer waren mit einer schwächeren Auslandsnachfrage und strafferen Finanzierungsbedingungen konfrontiert. In einigen Ländern wurde die Inflation durch eine starke Abwertung der Währungen gegenüber dem US-Dollar befeuert (World Bank). Durch die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China kam es zu einer Abschwächung des Welthandels und der internationalen Rohstoffpreise. Die Lage in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften war geprägt von den angespannten Arbeitsmarktbedingungen und einer raschen Straffung der Geldpolitik. In manchen Ländern wurden staatliche Stützungsmaßnahmen eingeführt (World Bank 01/2023, ifo Konjunktur 12/2022). Die Anhebung der Leitzinsen zur Eindämmung der Inflation, die Unterbrechungen der globalen Lieferketten, die drohende schlechte Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffe, sowie ein schwaches zweites Quartal führte vielerorts zu einer Verunsicherung bei den Unternehmen. Im Verlauf des Jahres haben sich die globalen Aktivitäten hinsichtlich des Handels und der Industrieproduktion deutlich verlangsamt (OECD 11/2022). Durch die Lockerung der Null-Covid-Politik in China, kam es jedoch zu einem globalen, konjunkturellen Aufschwung im dritten Quartal (OECD 11/2022, Chapter China). Die Ausgaben der Haushalte und die Investitionen der Unternehmen haben sowohl in den USA, Europa, wie auch in einigen Schwellen- und Entwicklungsländer wieder an Fahrt aufgenommen, so dass die konjunkturelle Entwicklung solider war, als im Herbst 2022 prognostiziert wurde (IMF 01/2023, ifo Konjunktur 12/2022, Global Economic Prospects World Bank 01/2023, World Economic Outlook IMF 01/2023). Die Konjunkturexperten des Internationalen Währungsfonds (IWF) gehen zwar davon aus, dass sich die globalen Aktivitäten im letzten Quartal wieder verlangsamt haben, das globale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2022 insgesamt jedoch um 3,4 Prozent gestiegen ist (IMF 01/2023).
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Januar 2023 DeutschlandBedingt durch die staatlichen Unterstützungs- und Entlastungsmaßnahmen, konnte sich die deutsche Wirtschaft mit einem BIP-Wachstum von 1,9 Prozent besser erholen, als noch in der Herbstprognose 2022 angenommen wurde (0,2 Prozent), (Jahreswirtschaftsbericht BMWK, 01/2023). Industrieseitig genießt die Maschinenbaubranche einen hohen Auftragsbestand, allerdings hat der Bestelleingang in den letzten Monaten deutlich an Dynamik verloren (VDMA: Blitzumfrage 12/2022, Auftragseingang und Umsatz 01/2023, Stagnation - ein mögliches Szenario für den Welt-Maschinenumsatz im Jahr 2023, VDMA). Einerseits ist die Situation durch Engpässe bei der Energie, Vorprodukten und einem Mangel an Arbeitskräften angespannt (ifo Konjunktur 12/2022), andererseits konnten Produktionsstillstände und Stornierungen bei den Aufträgen im Maschinenbau weitgehend vermieden werden. Aufgrund der Wirkung der staatlichen Stützungsmaßnahmen, einer weiteren stabilen Versorgungslage mit Energie, sinkende Inflation sowie Verbesserung der weltwirtschaftlichen Lage, erwartet die Bundesregierung ein Wachstum von 0,2 Prozent im Jahr 2023 (Jahreswirtschaftsbericht BMWK, 01/2023) Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA)Der Euroraum war geprägt von der Sorge schwerwiegender Unterbrechungen der Energieversorgung und Preissteigerungen im Zusammenhang mit dem Einmarsch der Russischen Föderation in der Ukraine. Nach einem deutlichen Wachstum im ersten Halbjahr 2022 aufgrund der Aufhebung der pandemiebedingten Maßnahmen und den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für Haushalte und Firmen, konnte im dritten Quartal die Wirtschaftsleistung aufgrund der gestiegenen Preise nur noch geringfügig zulegen. Die Inflationsrate gewann im dritten Quartal, trotz bereits tendenziell rückläufiger Rohstoffpreise weltweit, abermals an Breite (ifo Konjunktur,12/2022, Global Economic Prospects World Bank 01/2023). Nach einem Anstieg des BIP von 3,5 Prozent, soll der Euroraum im Jahr 2023 nur noch um 0,7 Prozent wachsen. Im Nahen Osten und Nordafrika haben die ölexportierenden Länder von einer höheren Produktion und gestiegenen Preisen für Öl und Gas profitiert, was sich positiv in den Investitionen bemerkbar machte (Global Economic Prospects, World Bank 01/2023). Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas):Die Binnenkonjunktur der Vereinigten Staaten war geprägt von enormen geldpolitischen Straffungszyklen, was sich bei den zinsabhängigen Investitionen abzeichnete. Aufgrund des starken Auslandsgeschäfts entwickelte sich jedoch die konjunkturelle Lage, im Gegensatz zu den ersten beiden Quartalen 2022, positiv. Auch im vierten Quartal war das Wachstum, bedingt durch einen starken privaten Konsum, unerwartet stark (ifo Konjunktur,12/2022). Das BIP der USA soll um 1,4 Prozent wachsen, nach einem Anstieg von 2,0 Prozent im Jahr 2022 (World Economic Outlook, IMF 01/2023). Asien-Pazifik:Das verlangsamte konjunkturelle Wachstum war hauptsächlich bedingt durch China. Das Land war mit wiederholten COVID-19-Ausbrüchen und Mobilitätsbeschränkungen konfrontiert, die den Konsum, die Produktion sowie die Wohnungsbauinvestitionen einschränkten. Die geldpolitischen Unterstützungen zur Steuerung der Inlandsnachfrage, die Lockerung der Beschränkungen für den Immobiliensektor und der Null-Covid-Politik haben diesen Gegenwind nur teilweise ausgeglichen. Die Stimmung der Konsumenten und Unternehmen blieb im Jahr 2022 insgesamt unterhalb der Erwartungen. Das BIP Chinas soll um 5,2 Prozent, nach einem Plus von 3,0 Prozent im Jahr 2022, steigen, wovon auch die Schwellen- und Entwicklungsländer Asiens profitieren werden (OECD, Teil China (11/2022), World Economic Outlook (IMF 01/2023). Rahmenbedingungen in der SensorikindustrieDie Entwicklung der Sensorikindustrie am Standort Deutschland war nach Angaben des Branchenverbands der Sensorik und Messtechnik AMA e.V., positiv. Obwohl die meisten befragten Unternehmen von den Auswirkungen der Sanktionen aufgrund des Ukrainekriegs sowie von Lieferproblemen betroffen waren, konnten diese eine positive Umsatzentwicklung verzeichnen. Der Trend setzte sich sowohl im zweiten als auch im dritten Quartal fort. Der Umsatz konnte im dritten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10 Prozent wachsen, primär getrieben aufgrund von Bestellungen aus der Automobilindustrie. In den ersten beiden Quartalen hatten insbesondere Kunden aus der Elektronikbranche einen höheren Bedarf an Sensorik. Zuletzt sanken die Auftragseingänge das erste Mal seit zwei Jahren. Zum weiteren Konjunkturverlauf senden die Sensorhersteller unterschiedliche Signale (AMA-Verband 2022). GeschäftsverlaufDer Geschäftsverlauf des Jahres 2022 war geprägt durch geopolitische Konflikte, Pandemiegeschehen, Energiekrise und gestörte Lieferketten mit Engpässen auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere für Halbleiter. Trotz der widrigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte SICK die Geschäftsentwicklung positiv gestalten. Angaben zu wesentlichen Kennzahlen ergeben sich aus folgender Mehrjahres-Übersicht:
ErtragslageDie Ertragslage des SICK-Konzerns ist im Geschäftsjahr 2022 geprägt durch eine positive Umsatzentwicklung. Auf der anderen Seite führten überproportional gestiegene Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr zu einem reduzierten Ertrag. Die Ertragslage stellt sich insgesamt wie folgt dar:
* Eigenkapitalrentabilität =
Konzernergebnis / (Eigenkapital ./. Konzernergebnis)
Die Geschäftsentwicklung des SICK-Konzerns ist weiterhin von hoher Rentabilität gekennzeichnet. Die EBIT-Marge bezogen auf den Umsatz reduzierte sich um 2,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr - lag jedoch im Bereich der prognostizierten Entwicklung. Die Netto-Umsatzrendite reduzierte sich entsprechend gegenüber dem Vorjahreswert. Im Geschäftsjahr 2022 erzielte SICK erneut eine hohe Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals (Eigenkapitalrentabilität). Dies bestätigt die Werthaltigkeit des Geschäftsmodells. AuftragslageDie Nachfrage nach Sensorikprodukten und -anwendungen war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt erfreulich. Dabei bewährt sich die breite Aufstellung des SICK-Konzerns. Die Entwicklung der Auftragseingänge verlief in den Geschäftsfeldern mit unterschiedlicher Intensität aber insgesamt spürbar positiv.
Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, das Book-to-Bill-Verhältnis, lag am Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs erneut auf hohem Niveau. Es spiegelt dabei einerseits die Marktchancen und andererseits die angespannte Beschaffungssituation und Lieferengpässe wider. UmsatzentwicklungIm Geschäftsjahr 2022 stiegen die Umsatzerlöse insgesamt um rund 11,5 %. Hierzu haben überwiegend Veränderungen im Produkt-Portfolio sowie erhöhte Verkaufsmengen beigetragen. Daneben konnten Preisanpassungen umgesetzt werden. Die Entwicklung des Konzernumsatzes ist auch im Geschäftsjahr 2022 durch Währungseffekte beeinflusst. Bei der Annahme unveränderter Durchschnittskurse zum Vorjahr hätte sich ein um rund 3,5 Prozent geringeres Wachstum der Umsatzerlöse ergeben. Aufgrund der weltweit guten Wettbewerbsposition stand die Geschäftsentwicklung des SICK-Konzerns auch im Geschäftsjahr 2022 auf einem breiten Fundament. Hierzu trugen - neben der Präsenz in den etablierten Märkten - auch die Vertriebsaktivitäten in den Wachstumsregionen dieser Welt bei. Die Umsatzentwicklung in den Regionen stellt sich wie folgt dar:
Im Heimatmarkt Deutschland erreichte der Umsatz einen neuen Rekordwert. Dies ist insbesondere auf Veränderungen im Produkt-Portfolio sowie erhöhte Verkaufsmengen zurückzuführen. Gleichzeitig konnte jedoch der hohe Auftragsbestand aufgrund der gestörten Lieferketten nicht im geplanten Rahmen als Umsatz realisiert werden. In der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) konnte der Umsatz gesteigert werden und übertraf die prognostizierten Werte. Diese positive Entwicklung spiegelt sich in vielen Ländern wider - besonders hervorzuheben sind große europäische Märkte wie Italien und die Niederlande. Das Umsatzwachstum in Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas) ergab sich insbesondere in den Geschäftsfeldern der Fabrik- und Prozessautomation. Insgesamt blieben die Erlöse auch aufgrund gestörter Lieferketten hinter den Erwartungen zurück. Sie übersteigen jedoch die für das Geschäftsjahr prognostizierten Werte in der Region aufgrund der positiv wirkenden Wechselkurseffekte. In der Region Asien-Pazifik verlief das Wachstum erneut dynamisch, was auch hier durch die positiv wirkenden Wechselkurse unterstützt wurde. Dies gilt insbesondere für den chinesischen Markt. Die gestörten Lieferketten sowie Corona-bedingte Einschränkungen sorgten für leicht unter den Erwartungen liegendes Wachstum. Die Entwicklung des chinesischen Renminbis hat dies jedoch überkompensiert, sodass letztlich die prognostizierte Entwicklung klar übertroffen wurde. KostenentwicklungDie Entwicklung der wesentlichen Aufwands- und Ertragspositionen in der Gewinn- und Verlustrechnung stellt sich wie folgt dar:
Der Materialaufwand erhöhte sich überproportional zum Umsatz. Dies ist in wesentlichen Teilen auf Lieferengpässe und angespannte Beschaffungsmärkte zurückzuführen, die Spotmarktkäufe erforderlich machten. Dieser Weg der Beschaffung wurde gewählt, um dringende Kundenbedürfnisse zu ermöglichen, auch wenn höhere Einkaufspreise akzeptiert werden mussten. Wird er nicht in die Betrachtung einbezogen, verzeichnet SICK eine im Vergleich zu den Vorjahren kaum veränderte Materialquote. Der Personalaufwand veränderte sich gegenüber der Entwicklung der Umsatzerlöse leicht unterproportional. Insbesondere in den operativen Produktionsbereichen sowie in F&E, Vertrieb und Service wurden neue Mitarbeitende eingestellt. Die Anzahl der Mitarbeitenden nach Regionen ergibt sich aus der folgenden Übersicht:
Die Entwicklung der Abschreibungen spiegeln die hohe Investitionstätigkeit in den vergangenen Geschäftsjahren wider. Schwerpunkt der Investitionen im Geschäftsjahr 2022 waren erneut Gebäude und Produktionsanlagen. Im Geschäftsjahr ist der Saldo aus sonstigen betrieblichen Aufwendungen und sonstigen betrieblichen Erträgen stark überproportional angestiegen. Grund dafür sind die - im Vergleich zu dem durch die Pandemie geprägten Vorjahr - gestiegenen Volumina und Preise. Das führt unter anderem zu höheren Verwaltungs- und Vertriebsaufwendungen, wie Reise- und Versandkosten sowie zu gestiegenen extern bezogenen Leistungen, wie zum Beispiel Entwicklungsarbeit. Das Währungsergebnis verringerte sich maßgeblich aufgrund der Kursentwicklung des US-Dollar und des chinesischen Renminbis gegenüber dem Euro. Aufgrund der beschriebenen Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der wichtigsten Aufwandsposition verringerte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Geschäftsjahr 2022. Auch die EBIT-Quote verringerte sich um 2,8 Prozentpunkte. VermögenslageDie Vermögenslage von SICK stellt sich wie folgt dar:
Die gestiegene Bilanzsumme spiegelt die weiter gewachsene Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2022 wider. Die langfristigen Vermögenswerte stellen sich im Einzelnen wie folgt dar:
Die Zunahme der langfristigen Vermögenswerte spiegelt die hohe Investitionstätigkeit wider. Die kurzfristigen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:
Der weitere strategische Ausbau des Logistik-Hubs in China sowie gezielte Anstrengungen im Bestandsmanagement zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit führten im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut zu einer Erhöhung der Vorräte sowie Days of Inventory Outstanding (DIO). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich. Gleichzeitig konnten jedoch die Days of Sales Outstanding (DSO) reduziert werden. Hohe Investitionen und ein erhöhter Working-Capital-Bedarf führten insgesamt zu einem signifikanten Rückgang der Flüssigen Mittel. Die Passivseite der Konzernbilanz stellt sich wie folgt dar:
Auf der Passivseite der Konzernbilanz erhöhte sich das Eigenkapital des SICK-Konzerns aufgrund der Ergebnisentwicklung und der Gewinnthesaurierung. Die Entwicklung der langfristigen Schulden stellt sich wie folgt dar:
Ohne Berücksichtigung der angestiegenen Leasingverbindlichkeiten, führten planmäßige Tilgungen zu einem Rückgang der verbleibenden langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die langfristigen Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten reduzierten sich insbesondere aufgrund der Anpassung der Abzinsungsfaktoren und damit niedrigerer Pensionsrückstellungen. Für Angaben zur Art, Fälligkeits-, Währungs- und Zinsstruktur sowie zu anderen wesentlichen Konditionen der Verbindlichkeiten und für Angaben zu zugesagten, aber nicht ausgenutzten Kreditlinien verweisen wir auf die Angaben unter Abschnitt G. (36) "Finanzielles Risikomanagement" im Konzernanhang. Die kurzfristigen Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund der Verbesserungen im Cashmanagement gestiegen. Erhöhte Anzahlungen auf Projekte führten zu einer Zunahme der Vertragsverbindlichkeiten. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich insbesondere aufgrund gestiegener Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitenden. Laufzeitunabhängig erhöhten sich die Finanzverbindlichkeiten. Dies ist insbesondere auf die Zunahme der Leasingverbindlichkeiten zurückzuführen. Die übrigen Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich insgesamt aufgrund planmäßiger Tilgungen. Das Working Capital zeigt folgende Entwicklung:
Der Working-Capital-Bedarf erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022. Die Veränderungen der Vorräte, Forderungen aus Lieferung und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vertragsverbindlichkeiten sind in den vorangestellten Abschnitten beschrieben. Die Netto-Finanzposition entwickelte sich wie folgt:
*): Verhältnis Eigenkapital zu Bilanzsumme
FinanzlageDie Finanzlage stellt sich wie folgt dar:
Die Verringerung des operativen Ergebnisses, steigende Auszahlungen für Investitionen sowie eine signifikante Zunahme des Working-Capital-Bedarfs führten zu einer Reduzierung des Cashflows aus der operativen Geschäftstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Insgesamt reduzierte sich der Free Cashflow beträchtlich. Finanzielle SoliditätDie Entwicklung der Eigenkapitalquote sowie des Verschuldungsgrads im SICK-Konzern ergibt sich wie folgt:
*) Verhältnis Eigenkapital zu Bilanzsumme
SICK verfügt unverändert über sehr solide Bilanzrelationen. Der erhöhte Working-Capital-Bedarf führte zum Rückgang der flüssigen Mittel. Entwicklung der nichtfinanziellen LeistungsindikatorenFür SICK haben Innovationsstärke durch eine effektive F&E-Tätigkeit sowie gut ausgebildete und motivierte Mitarbeitende einen wesentlichen Einfluss auf das angestrebte Wachstum des SICK-Konzerns. Angaben zur Anzahl und Entwicklung der Mitarbeitenden sind im Abschnitt B. Wirtschaftsbericht unter "Ertragslage" dargestellt. Angaben zur Entwicklung der F&E-Aufwandsquote ergeben sich unter Abschnitt A.III. Forschung und Entwicklung. Eine Aussage zur erwarteten Entwicklung der wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, Anzahl der Mitarbeitenden und Aufwandsquote für F&E, ist Teil des Abschnitts D. Prognosebericht. Berichterstattung über die Entwicklung des SICK-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 gemessen an der Prognose Die Entwicklung der Umsatz- und Ertragsziele des SICK-Konzerns sowie der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren ergab sich im Geschäftsjahr wie folgt:
Die prognostizierten Ziele für das Geschäftsjahr 2022 wurden erreicht und teilweise sogar übertroffen. GESAMTBEWERTUNGDer Geschäftsverlauf des Jahres 2022 war geprägt durch geopolitische Konflikte, Pandemiegeschehen, Energiekrise und gestörte Lieferketten mit Engpässen auf den Beschaffungsmärkten, insbesondere für Halbleiter. Trotz der widrigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte SICK die Geschäftsentwicklung positiv gestalten. Dies ist eine gute Basis für den weiteren Ausbau der Geschäftstätigkeit und damit für das zukünftige Wachstum des Konzerns, insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen aus der Digitalisierung und Industrie 4.0. C. RISIKO- UND CHANCENBERICHT
Risiko- und ChancenpolitikChancen und Risiken bewusst zu beachten, zu bewerten und darauf einzugehen ist Teil einer soliden Unternehmenspolitik und in der Organisation von SICK implementiert. Das Risikomanagement unterstützt Vorstand und Management dabei, die Risiken effektiv zu überwachen und zu steuern sowie die unternehmerischen Chancen und damit die Potenziale des Geschäfts voll auszuschöpfen. Risikomanagement ist in vielen Unternehmensprozessen von SICK verankert und eingebettet in einen Chancen- und Risikokreis, der die zentralen wie dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse umfasst und konzerneinheitlichen Standards folgt. Das Ziel ist es, den Unternehmenswert langfristig zu steigern. Risiko- und ChancenmanagementsystemDas SICK Risiko- und Chancenmanagementsystem folgt der Einsicht, dass Risiken Teil des täglichen Geschäfts sind, um Chancen nutzen zu können. Insofern verfolgt SICK ein aktives Chancenmanagement, in dem die unternehmerischen Möglichkeiten im Rahmen der Unternehmensplanung herausgearbeitet werden. Gleichzeitig wird die Nutzung von Chancen in detaillierten strategischen, mittelfristigen und operativen Planungen durch das Management abgebildet. Die sich aus den unternehmerischen Aktivitäten und Chancen von SICK ergebenden Risiken werden im Rahmen des Enterprise Risk Management über differenzierte Prozesse und Verfahren beschrieben, bewertet, gesteuert und minimiert. So erfasst SICK insbesondere die bedeutenden Risiken in gesonderten Verfahren und hat zur Erkennung verschiedener operativer Risiken operative Risikomanagementprozesse integriert. Damit können strategische, operative, finanzielle und Compliance-bezogene Ziele in wesentlichem Umfang beeinflusst werden. Die Gesamtverantwortung für das effiziente Management und die Steuerung von Risiken und Chancen trägt der Vorstand. Darüber hinaus tragen alle Mitglieder der Managementebene direkt unterhalb des Vorstands innerhalb ihrer jeweiligen Teilbereiche die Verantwortung für die Steuerung der jeweils relevanten Chancen und Risiken. Die Überwachung von strategischen Chancen und Risiken findet im Übrigen in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat statt. SICK unterscheidet im Rahmen des Enterprise Risk Management zwischen sieben Risikokategorien, die den Konzern oder einzelne bzw. mehrere Bereiche des Konzerns betreffen können: Kunden-/Marktrisiken, Risiken der höheren Gewalt, Compliance-Risiken, Management-Risiken, Personelle Risiken, Finanzielle Risiken und Prozessrisiken. Die beiden erstgenannten Risikokategorien treten maßgeblich als exogene Faktoren in Erscheinung, wie im Falle von Wettbewerbs- oder Konjunkturentwicklungen. Sie werden hier als strategische Risikoeinflüsse behandelt. Die weiteren Risikokategorien umfassen Risiken, deren Auswirkungen sich vorrangig auf operativer Ebene niederschlagen. Die Chancen ergeben sich aus den strategisch und operativ wesentlichen Kategorien für SICK: Chancen eines stärkeren globalen Wirtschaftswachstums, Chancen der Digitalisierung und der Industrie 4.0 sowie der Internationalisierung, hoher Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen, der sehr soliden Bilanzstruktur und der hohen Ertragskraft. Mit Hilfe der Prozesse und Inhalte des SICK Risiko- und Chancenmanagementsystem steuert das Management alle Risiken und Chancen sowie die damit verbundenen unternehmerischen Entscheidungen aus den Geschäftsprozessen aller Einheiten und im Konzern sowie der SICK AG. Neben der Angabe der Eintrittswahrscheinlichkeit wird zwischen vier Risikoklassen unterschieden:
Mit Hilfe eines Ampelsystems werden die Risiken innerhalb der Risikoklassen hinsichtlich ihrer jeweils eingeschätzten Risikosituation unterschieden. Dabei verlangen die "rot" eingeschätzten Risiken eine sofortige Reaktion. Die "gelb" eingeschätzten Risiken werden gezielt verfolgt, während die "grün" bewerteten Risiken innerhalb der Routine des Risikomanagementsystems in dem von SICK angelegten Risikokatalog über alle Risiken fortlaufend beobachtet werden. Jedes der identifizierten Risiken wird im globalen Risikomanagementsystem dokumentiert sowie mit geeigneten Maßnahmen überwacht und abgesichert. Eine Sicherungsmaßnahme von Risiken ist unter anderem auch das zentrale Versicherungsmanagement. RisikenDie nachfolgend beschriebenen Risiken beziehen sich auf die Gesamtheit aller Geschäftsaktivitäten von SICK. Von diesen Risiken können nachteilige Folgen auf die Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation ausgehen. Die nachfolgend benannten Risikothemen sind keinesfalls nur substanzielle Risiken. Die Risiken werden in sieben Risikokategorien unterschieden:
Kunden-/MarktrisikenWettbewerbsfähigkeitWettbewerbsrisiken können sich aus einem wachsenden Wettbewerbsdruck ergeben, der bewirkt, dass SICK die erwarteten Marktanteile, Margen und Wachstumsziele nicht erreichen könnte. SICK begegnet diesen Risiken durch eine kontinuierliche Analyse des Marktumfelds, der Wettbewerbssituationen sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Geschäftsbereichen und Regionen. Die gewonnenen Informationen ermöglichen es SICK, bedarfsgerechte Produkte und Systemlösungen zu entwickeln und anzubieten, die Wettbewerbsposition weiter zu verbessern und den Bekanntheitsgrad weiter zu erhöhen. Zur Stärkung der Wettbewerbsposition werden die Entwicklungsaktivitäten vorangetrieben und ebenso neue Themenfelder im Zusammenhang der Digitalisierung und Industrie 4.0 erschlossen. Konjunkturelle RisikenEine schwache konjunkturelle Entwicklung sowie unerwartete konjunkturelle Verwerfungen könnten sich negativ auf die Kundennachfrage insgesamt und damit auch auf die Nachfrage nach Produkten und Systemlösungen von SICK auswirken. Als Folge könnten Absatzrückgänge, Margendruck, Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle eintreten. SICK wertet Konjunkturberichte und -prognosen regelmäßig aus, um entsprechend auf Änderungen reagieren zu können. Generell begegnet SICK dem Risiko von schlechter als erwarteten Branchenkonjunkturen in wichtigen Zielbranchen und Regionen auch durch die Diversifizierung der Kundenstruktur. Zudem erfolgt die angebotsseitige Diversifizierung über die gute Positionierung in den inhomogenen Geschäftsfeldern, die ganz unterschiedliche Marktmechanismen aufweisen. 2022 haben weltweite Probleme in den Lieferketten, der Mangel an Arbeitskräften und Produktionskomponenten sowie Preiserhöhungen die industrielle Produktion beeinträchtigt. Gemäß den aktuellen Konjunkturprognosen bleiben die Risiken aufgrund der hohen Inflationsraten und die damit einhergehende Straffung der Geldpolitik, sowie eine mögliche Eskalation des Krieges in der Ukraine, bestehen. Risiken der höheren GewaltUnter Risiken der höheren Gewalt versteht SICK vor allem exogene Risikofaktoren für das Geschäft. Dazu gehören politische Verwerfungen in relevanten Zielmärkten ebenso wie beispielsweise Naturkatastrophen oder Brandereignisse. Ebenfalls werden hier Medien- oder Infrastrukturstörungen wie beispielsweise Unterbrechungen der Energie- oder Wasserversorgung in den unterschiedlichen Standorten beobachtet. Dies betrifft neben der Produktionsfähigkeit auch die Sicherung der Unternehmensdaten und IT-Systeme. Maßgebliche Sicherungsmethode zur Erhaltung des Unternehmenswerts ist hier neben einer umfassenden Prävention ein ausreichender Versicherungsschutz für diese Schadensfälle; daneben gilt es aber auch, im Schadensfall schnellstmöglich wieder einen reibungslosen Ablauf der Unternehmensprozesse sicherzustellen. Bei drohenden Ereignissen wird auf Management Ebene eine Task Force gebildet, um konkrete Handlungspläne zu entwerfen, zu bewerten und die Umsetzung zu steuern, sodass Unterbrechungen der Geschäftstätigkeiten verhindert werden. Entsprechende Ereignisse wie Corona, Ukraine Krieg oder Russland Sanktionen, sowie drohende Engpässe mit Gas konnten so erfolgreich gemanagt werden. Compliance RisikenCompliance Risiken liegen vor, wenn die Gefahr besteht, dass Mitarbeitende und Führungskräfte bei ihrer Tätigkeit für das Unternehmen gegen anwendbare Gesetze oder interne Vorschriften verstoßen. Ein solches Fehlverhalten kann für die handelnden Personen und für SICK schwerwiegende Konsequenzen haben, so drohen etwa hohe Bußgelder oder Schadensersatzforderungen gegen das Unternehmen. SICK unterhält ein Compliance Management, um das regelkonforme Verhalten von Mitarbeitenden und Unternehmensleitung sicherzustellen. Risiken im Zusammenhang mit Compliance Verstößen werden über das Compliance Management identifiziert und im Rahmen des Risikomanagements bei SICK analysiert und gesteuert. ManagementrisikenUnter Managementrisiken werden Risiken verstanden, die mit den Führungsaufgaben im Unternehmen verbunden sind. Dazu gehören Themen wie die Strategieentwicklung und die Erarbeitung von Standortkonzepten, aber auch die Risiken, welche mit dem kulturellen Wandel, der Kompetenzentwicklung im Unternehmen verbunden sind. Die dezentralen Verantwortungsbereiche sind hierbei über den Management Control Circle in institutionalisierte Kontroll- und Kommunikationszyklen bezüglich der Entscheidungsprozesse im Unternehmen eingebunden. Hier wird regelmäßig über Chancen und Risiken berichtet und entschieden. Personelle RisikenPersonelle Risiken könnten durch das Fehlen hoch qualifizierter Fachkräfte eintreten, ohne die der wirtschaftliche Erfolg eines innovativen Technologieunternehmens wie SICK nicht möglich wäre. Der immer stärker werdende Wettbewerb um qualifiziertes Personal, der durch den demografischen Wandel noch intensiviert wird, erfordert es daher, dass sich SICK im Sinne des Unternehmensleitbilds aktiv als attraktiver und sicherer Arbeitgeber auf dem globalen Arbeitsmarkt präsentiert und seinen Mitarbeitenden eine gute Perspektive bietet. Finanzielle RisikenLiquiditätsrisikenDie Sicherung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit ist unverzichtbare Voraussetzung für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Das operative Liquiditätsmanagement des SICK-Konzerns umfasst einen Cash-Concentration-Prozess, durch den eine tägliche Zusammenführung von liquiden Mitteln erfolgt. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -bedarfe entsprechend den Erfordernissen des Gesamtkonzerns sowie einzelner Konzerngesellschaften gesteuert werden. In das kurz- und mittelfristige Liquiditätsmanagement werden die Fälligkeiten finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sowie Schätzungen des operativen Zahlungsflusses einbezogen. Finanzierungs- und ZinsrisikenDie Fremdfinanzierung des SICK-Konzerns erfolgt hauptsächlich in Euro durch langfristige Darlehen sowie Schuldscheindarlehen. Kreditgeber sind Banken und Versicherungen, mit denen eine langjährige und vertrauensvolle Geschäftsbeziehung besteht. Für den zukünftigen Investitionsbedarf bestehen ausreichend Kreditlinien. Den Kontrahentenrisiken im Finanzierungsbereich wird durch die Beschränkung auf Geschäftsbeziehungen mit als Investment Grade bewerteten Banken begegnet. Den Zinsrisiken trägt der SICK-Konzern weitgehend durch den Abschluss von Festzinsvereinbarungen über die Laufzeit seiner Darlehen Rechnung. Bei der Gestaltung der Darlehensfälligkeiten achtet SICK darauf, dass diese möglichst in unterschiedlichen Geschäftsjahren zur Prolongation anstehen. WährungsrisikenDie weltweite Geschäftstätigkeit des SICK-Konzerns bringt eine Vielzahl von Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen mit sich. Insbesondere ist das Unternehmen Wechselkursschwankungen des Euros gegenüber wesentlichen Währungen, wie im Anhang beschrieben, ausgesetzt. Je nach erwartetem Risikopotenzial werden Kursniveaus unter Einsatz von klassischen Termin- bzw. Optionsgeschäften über verschiedene Reichweiten abgesichert. WertberichtigungenAusfallrisiken bei Forderungen werden durch eine fortlaufende Überprüfung der Bonität der Gegenparteien und durch die Limitierung aggregierter Einzelparteirisiken minimiert. Ein wichtiger Bestandteil ist hierbei ein Regelwerk, das Richtlinien für die Gewährung und Überwachung von Kreditlimits enthält. Durch die Anwendung dieser Vorgaben konnte die Ausfallquote der auf den Umsatz bezogenen Forderungen auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden. ProzessrisikenInnovationsprozesseRisiken im Rahmen der Innovationsprozesse können darin bestehen, dass Chancen hinsichtlich zukünftiger Produktentwicklungen zu spät wahrgenommen werden oder im Rahmen der Entwicklungsprozesse gegebenenfalls Fehleinschätzungen oder Überschreitungen von Entwicklungskosten und -zeiten entstehen. SICK wirkt diesem Risiko durch ein modernes Produktportfolio-Management entgegen, das die Sach- und Leistungsbezogenheit der Produkte und Dienstleistungen gestaltet, steuert und an den Bedürfnissen des Markts ausrichtet. Neben der kontinuierlichen Beobachtung der Marktentwicklung ist im SICK-Konzern ein systematischer Produktentstehungsprozess implementiert, der unter Berücksichtigung aller wesentlichen marktbezogenen, technischen und ökonomischen Aspekte das Ziel der Technologieführerschaft vorantreibt. Die identifizierten Handlungserfordernisse werden anschließend in Projekte überführt, die mit übergreifenden und harmonisierten Methoden gesteuert werden. Als zusätzliches Innovationsinstrument sind mittlerweile SICK-interne Start-ups etabliert, die neue Marktchancen gezielt und mit schnellem Kundenfeedback erproben und mit einer erfolgsbasierten angepassten Skalierung vorantreiben. Value Creation ProzesseDie Value Creation Prozesse von SICK umfassen die Beschaffung sowie die Produktion. SICK-Produkte sind technologisch führend und verwenden deshalb auch technologisch führende Zulieferteile, speziell Halbleiterbauelemente für Signalverarbeitung und Lichterzeugung. Durch speziell für SICK entwickelte und produzierte Zulieferteile ergeben sich Abhängigkeiten von Zulieferern und damit Risiken, wenn in deren Umfeld Produktionsstörungen aller Art bis hin zu einem Ausfall auftreten. Risiken in der Beschaffung ergeben sich ebenfalls durch Preisschwankungen aufgrund von steigenden Materialwerten oder Lieferengpässen bestimmter Produktgruppen. Für Zulieferteile sind daher ein spezielles Vorratsmanagement-Programm sowie warengruppenspezifische Einkaufsstrategien im Einsatz. Das Vorratsmanagement überwacht die operativ, sicherheits- und strategisch orientierten Lagerbestände. Anhaltende weltweite Lieferkettenprobleme erschweren es der Industrie mit steigenden Bedarfen mitzuhalten. Zu nennen sind der Mangel an Halbleiterchips, Transportverzögerungen, steigende Material- und Frachtkosten sowie Produktionsbeschränkungen in wichtigen Teilen der Welt. Aufgrund anhaltender Kapazitätsengpässe in einigen Warengruppenkategorien und Covid-19 bedingten Lieferstörungen bleiben die Risiken weiter bestehen. Neben der Beschaffung zählt ganz wesentlich die eigene Produktion als Wertschöpfungsbeitrag von SICK. Hier liegen wesentliche Risiken in Produktions- und Logistikunterbrechungen. Um diesen entgegenzuwirken, werden im globalen Produktionsnetzwerk wo immer möglich die Produktionslinien gedoppelt und kundennah vorgehalten. Eine präventive Wartung verhindert ungeplante Stillstandszeiten weitgehend. Second Source Konzepte sollen eine Störung der Wertschöpfungskette verhindern. Dies wird durch starkes Inhouse-Produktionskonzept in Verbindung mit einem strategischen partnerschaftliches Lieferantennetzwerk ergänzt. All dies steht unter der Überschrift Intelligent make and buy. Im Falle eines Schadenseintritts greifen Konzepte einer Second Source Strategie bei Zulieferteilen, die Ausweitung der Produktion auf weitere Produktionsstätten von SICK sowie eine Absicherung durch Dienstleister, um beschädigte Anlagen möglichst schnell wieder in Gang zu setzen. Durch die bestehende Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung sind zudem die finanziellen Risiken aus einem dem SICK-Konzern entstehenden Sachschaden und der daraus resultierenden Betriebsunterbrechung abgedeckt. In diese Deckung sind alle konsolidierten SICK-Gesellschaften mit einbezogen. Die Versicherungssumme orientiert sich hierbei am Sachanlagevermögen und am Konzernumsatz. DistributionVerzögerungen in der Auslieferung oder Verstöße im Export gegen nationale und internationale Außenhandels- und Transportbeschränkungen könnten zu Handelseinschränkungen, zu Umsatzverlusten oder Lieferverzögerungen bei höheren Kosten führen. SICK hat daher ein Managementsystem installiert, über das die Außenhandelsprozesse (Export, Import, Exportkontrolle, Produkttarifierungen, Warenursprung etc.) gesteuert werden und durch eine effiziente Exportkontroll-, Zoll- und Umsatzsteuer-Organisation überwacht werden. Prozessrisiken bezogen auf Managementprozesse und unterstützende ProzesseQualitätSICK bietet den Kunden sicherheits- und prozessrelevante Produkte, Systeme und Dienstleistungen an. Die hohe Qualität und Zuverlässigkeit der Produkte wird durch ein Qualitätsmanagementsystem sichergestellt. Weitere Informationen zum Qualitätsmanagement finden sich im Kapitel "Nachhaltigkeit". Dennoch könnten Fehler beim Kunden zu Personen-, Vermögens- oder Umweltschäden führen, die Haftungsansprüche oder Reputationsschäden auslösen könnten. Die bestehende Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung übernimmt die finanziellen Risiken aus der Haftung für Sach- und Personenschäden, die von den eigenen Produkten verursacht werden könnten. Die Höhe der Deckungssumme orientiert sich an der Schadenserfahrung der vergangenen Jahre sowie an der Höhe des Umsatzes. In diese Deckung sind alle konsolidierten SICK-Gesellschaften integriert. ITIT-Risiken könnten sich auf einige der wichtigsten strategischen Erfolgsfaktoren für den SICK-Konzern auswirken - die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten. Deshalb wurden in den Bereichen Verwaltung, Vertrieb und Produktion eine umfassende und zeitgemäße IT-Infrastruktur etabliert. Dabei wird fortlaufend in moderne Informationssysteme investiert und somit sichergestellt, dass konzernweit wettbewerbsfähige, zukunftssichere und anforderungsadäquate IT-Lösungen eingesetzt werden. Ein länger andauernder Ausfall dieser komplexen IT-Infrastruktur oder der Verlust von Daten könnten erhebliche Störungen des Geschäftsablaufs zur Folge haben. Ziel der IT-Sicherheitspolitik ist es deshalb, IT-Risiken rechtzeitig zu identifizieren, zu analysieren und durch das Ergreifen geeigneter Maßnahmen beherrschbar zu machen. Aus diesem Grund hat SICK ein Informationssicherheitsmanagementsystem, basierend auf dem international anerkannten Standard ISO 27001, erfolgreich eingeführt und entwickelt dies stetig weiter. Bestandteil dessen ist ein umfassendes Sicherheitskonzept, welches dem hohen Stellenwert von Sicherheit und Datenschutz bei SICK entspricht und potenzielle Gefährdungen aktiv erkennt. Ungeachtet aller Maßnahmen zur ständigen Verbesserung der IT-Sicherheit, ist ein vollständiger Schutz vor Cyberrisiken nicht zu erreichen. Daher ist es wichtig, eine ganzheitliche Strategie zur Stärkung der Cyber-Resilienz zu verfolgen, um auch nach einem erfolgten Cyberangriff weiter handlungsfähig zu sein und die wichtigsten Daten und Systeme zu schützen. Um hier vorbereitet zu sein, erfolgt eine fortlaufende Überwachung des Netzwerks auf Cyberattacken, Aufbau von Know-how und Vorbereitung für den Notfall durch Reaktionsplänen und Notfallhandbüchern, um schnell und routiniert auf Sicherheitsvorfälle zu reagieren. UmweltrisikenAls weltweit aktives, produzierendes Unternehmen geht von der Geschäftstätigkeit von SICK Risiken für die Umwelt aus. Die wesentlichen Umweltaspekte sowie deren Risiko für die Umwelt werden jährlich gemäß ISO 14001 ermittelt und darauf basierend gesteuert. Trotz eines nachhaltig umweltorientierten Managementansatzes kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei Eintritt eines Umweltrisikos die Ertragslage des SICK-Konzerns erheblich beeinträchtigt werden könnte. Um die Umweltrisiken für SICK zu minimieren, gibt es den eigenen Aufgabenbereich des betrieblichen Umweltmanagements. Die Aufgabe zielt darauf ab, durch nachhaltiges Handeln einen Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen und die Umweltrisiken entsprechend abzusichern und mit geeigneten Maßnahmen zu hinterlegen. ChancenSICK hat eine führende Marktposition in der Wachstumsbranche Sensorik für industrielle Anwendungen. Zur Nutzung der Wachstumspotenziale handeln Vorstand und das Management von SICK chancenorientiert. Die Möglichkeiten, ein noch stärkeres als das geplante Wachstum zu erzielen, ergeben sich aus unterschiedlichen strategischen und operativen Chancen. Diese werden regelmäßig evaluiert und entsprechende Maßnahmen umgesetzt, um diese zu nutzen. Der SICK-Konzern ist als einer der globalen Markt- und Technologieführer gut aufgestellt, um an den Wachstumschancen einer innovativen Branche überdurchschnittlich zu partizipieren. Wesentliche Chancen sieht das Unternehmen in sechs Kategorien:
Chancen aus einem sich verbessernden globalen WirtschaftswachstumDie globale Wirtschaft ist im Jahr 2022 um rund 3,4 Prozent gestiegen. Insbesondere aufgrund der geopolitischen Herausforderungen, der ansteigenden Inflationsraten sowie Störungen in den Lieferketten ergab sich damit ein gegenüber dem Vorjahr geringeres Wachstum. Zu weiteren Ausführungen zu den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen des abgelaufenen Geschäftsjahres verweisen wir auf den Abschnitt B. Wirtschaftsbericht. Erläuterungen zu den Konjunkturaussichten 2023 ergeben sich in Abschnitt D. Prognosebericht. Branchenseitig zeigen sich weiterhin Wachstumschancen, zum Beispiel durch die vollen Auftragsbücher in der Industrie, die nach sukzessiver Entspannung bei den Materialengpässen, produktions- und umsatzwirksam werden. Chancen durch Digitalisierung und Industrie 4.0Durch das Fortschreiten der Digitalisierung, die Umsetzung von Industrie 4.0 und immer restriktivere Emissionsvorschriften in vielen Ländern, eröffnen sich Chancen für Sick. Intelligente Sensorik stellt immer größere Mengen an Daten und Informationen bereit. Deren Verfügbarkeit, Analyse und effektive Nutzung in der Produktion schaffen wichtige Wettbewerbsvorteile. Als einer der weltweit führenden Hersteller von Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen liefert SICK die Grundlage für erfolgreiche, datenbasierte Geschäftsmodelle und kann die Chancen der Digitalisierung im eigenen und im Interesse seiner Kunden nutzen. Dafür wurden Maßnahmen initiiert und geschäftsfeldübergreifende Start-up-Initiativen aufgesetzt. SICK gehört in Deutschland zu den treibenden Akteuren von Industrie 4.0. Das Produktportfolio ist sehr gut aufgestellt, um an diesem Wachstumsmarkt partizipieren zu können. Darüber hinaus wird fortlaufend analysiert, welche weiteren Produktentwicklungen Relevanz haben könnten. In der Geschäftspraxis zeigt SICK die heutigen Möglichkeiten der Industrie 4.0 ganz praktisch an seinem Produktionsstandort in Freiburg auf. Hier wurde eine hochflexible und wandelbare Art der Produktion aufgebaut. Es werden bereits neuartige zukünftige Sensorlösungen eingesetzt und den Kunden im Praxiseinsatz - in einem produktiven Montagesystem zur Herstellung von eigenen SICK-Sensoren - vorgestellt. Chancen der InternationalisierungSICK erweitert fortlaufend seine Kunden- sowie die Produkt- und Systembasis im Rahmen der weitergehenden Internationalisierung der Wertschöpfung und Wertschöpfungstiefe in den Absatz- und Beschaffungsregionen. Diese strategisch globale Ausrichtung eröffnet SICK hierbei zahlreiche Chancen, sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch durch mehr Nähe zum Kunden. So arbeitet SICK kontinuierlich daran, in immer weiteren internationalen Märkten neue Standorte bzw. Repräsentanzen sowie einheitliche Geschäftsprozesse einzuführen. Eine weltweite Vertretung des Konzerns mit globalen Produktions- und Logistikstandorten sowie Vertriebsstandorten ist wichtiger Baustein dieser Internationalisierung. Chancen aus hohen Forschungs- und EntwicklungsaufwendungenSICK ist ein hoch innovatives Unternehmen. Die Anzahl der Mitarbeitenden für Forschung und Entwicklung sowie Aufwendungen für Forschung- und Entwicklung wurden 2022 planmäßig auf hohem Niveau gehalten:
Zukünftige Chancen ergeben sich aus neuen Produkten und Systemlösungen, die das Unternehmenswachstum bei entsprechender Akzeptanz der Kunden überdurchschnittlich beschleunigen können. Chancen aus einer soliden Bilanzstruktur und hohen ErtragskraftDer SICK-Konzern verfügt über eine solide Bilanzstruktur und eine hohe Ertragskraft:
Die solide Bilanzstruktur und die Ertragskraft ermöglichen es SICK, zusätzliche Wachstumschancen aus eigener finanzieller Kraft heraus wahrzunehmen. Chancen als attraktiver ArbeitgeberSICK wurde bereits mehrfach als einer der besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet. Ein attraktives Vergütungssystem und vorbildliche Sozialleistungen zusammen mit umfassenden Weiterbildungsmöglichkeiten sorgen für eine langfristige Bindung der Mitarbeitenden an das Unternehmen. Für SICK, als hoch innovatives Unternehmen, sind kompetente und motivierte Mitarbeitende eine langfristige Wachstumschance. Die Anzahl der Mitarbeitenden sowie weitere Informationen ergeben sich wie folgt:
Die Anzahl der Mitarbeitenden hat sich Geschäftsjahr um 8 Prozent erhöht - leicht unterproportional zum Umsatzanstieg. Das Durchschnittsalter der SICK-Belegschaft lag 2022 in etwa beim Vorjahreswert, ebenso wie die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit. Der Frauenanteil an der Belegschaft des SICK-Konzerns ist um 0,3 Prozent geringfügig gestiegen. 381 Auszubildende erlernten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Beruf im SICK-Konzern, das sind rund zwei Prozentpunkte mehr als 2021. Die Ausgaben für Aus- und Weiterbildung konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr um 24,8 Prozentpunkte gesteigert werden. Im wichtigen Bereich Forschung und Entwicklung konnte die Anzahl der Mitarbeitenden um rund 15 Prozentpunkte und damit überproportional zum allgemeinen Wachstum der Belegschaft erhöht werden. Gesamtaussage zur Risiko- und ChancensituationObwohl sich Einschätzungen zu Einzelrisiken im Laufe des Geschäftsjahres teilweise geändert haben - in Folge von externen Entwicklungen, konjunkturellen Gegebenheiten und unternehmenseigenen Maßnahmen oder Planungsänderungen - entspricht die Risiko- und Chancenlage insgesamt den Einschätzungen des Vorjahres. Die weiterhin wachsende Bedeutung von Industrie 4.0 und die Tatsache, dass intelligente Sensorik als Datengrundlage für intelligente Fabriken unabdingbar ist, eröffnen weitere technologische und wirtschaftliche Wachstumschancen für SICK. Insbesondere den Themen Anbindung der Sensorik an übergeordnete Cloud-Lösungen, Applikationen in der Datenwelt sowie Datensouveränität kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die anstehenden technologischen Veränderungen sind allerdings auch mit anhaltend hohen Investitionen und entsprechendem Aufwand sowie Risiken verbunden. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass die beschriebenen Risiken und Chancen für den SICK-Konzern sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit durchweg beherrschbar sind und den Fortbestand des Konzerns nicht gefährden. D. PROGNOSEBERICHT
Die Angaben zur erwarteten Unternehmensentwicklung im Jahr 2023 basieren auf den zum Zeitpunkt der Erstellung des Prognoseberichts vorliegenden und bekannten Erkenntnissen, Erwartungen und Annahmen. Diese unterliegen als zukunftsgerichtete Aussagen hohen Unsicherheiten. Konjunkturaussichten 2023Mit einem erwartenden Wachstum von 2,9 Prozent ist die Prognose für 2023 um 0,2 Prozentpunkte höher als im Weltwirtschaftsausblick WEO (World Economic Outlook) vom Oktober 2022 vorhergesagt, liegt aber unter dem historischen Durchschnitt (2000 - 2019) von 3,8 Prozent. Das gering erwartende Wachstum wird insbesondere von den entwickelten Volkswirtschaften kommen und ist darauf zurückzuführen, dass die Inflationsrate zwar abschwächen, aber weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben wird. Auf der positiven Seite steht die konjunkturelle Erholung Chinas, als Wachstumsmotor der globalen Konjunktur, durch die Lockerung der Corona Maßnahmen im Winter 2022. In 2024 soll das globale BIP um weitere 3,1 Prozent zulegen. (World Economic Outlook, IMF 01/2023) Der globale Maschinenbau zeigte sich für das Jahr 2022 mit einem Plus von 2 Prozent robust. Durch die aktuelle, nachlassende Dynamik wurde das Wachstum in der Herbstprognose nach unten korrigiert, sodass der Umsatz im Jahr 2023 vermutlich nur noch preisbereinigt um 1 Prozent zulegen wird (VDMA, Konjunktur International, 11/2022, Pressemitteilung 10.01.2023).
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Januar 2023 Die branchenbezogenen Marktanalysen von SICK zeigen gerade für innovative und international aufgestellte Unternehmen der Sensorik-Industrie weiterhin klare Wachstumspotenziale, die sich aus folgenden Trends ergeben:
Ausgehend von den für SICK insgesamt weiter positiven gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen, die in Abschnitt B. Wirtschaftsbericht eingehend beschrieben sind, erwartet der Vorstand des SICK-Konzerns die im Folgenden beschriebene Entwicklung für wichtige finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Umsatzprognosen für die VertriebsregionenNach aktuellem Wissensstand und auf Grundlage der skizzierten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen geht der Vorstand davon aus, dass sich das Umsatzwachstum des SICK-Konzerns weiterhin dynamisch und positiv entwickeln wird. Für das laufende Geschäftsjahr 2023 erwartet der Vorstand einen Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. DeutschlandIm Heimatmarkt Deutschland verfügt SICK über eine unverändert starke Marktposition. Nach der erheblichen Investitionszurückhaltung, vor allem des verarbeitenden Gewerbes, ist für 2023 mit Aufholeffekten zu rechnen - trotz einer derzeit prognostizierten Stagnation der Konjunktur in Deutschland. Insgesamt wird ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet. Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA)Für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) geht SICK von einem Wachstum im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich aus. Wichtiger Wachstumstreiber ist die erwartete konjunkturelle Erholung in den europäischen Ländern. Damit wird für diese Region wieder eine erfreulichere Entwicklung erwartet. Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas)Eine anhaltend positive Entwicklung sieht SICK in der Region Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas) mit Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Bereich. Weitere Zuwächse sind in den USA und Kanada zu erwarten. Asien-PazifikDer Umsatz in der Region Asien-Pazifik ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen. Dieser Wachstumstrend dürfte sich auch im Geschäftsjahr 2023 weiter fortsetzen. Im wichtigen Markt China sowie insgesamt für die Region Asien-Pazifik wird ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet. EBIT-PrognoseDie Umsetzung der Wachstumsstrategie des SICK-Konzerns erfordert anhaltend hohe Aufwendungen und Investitionen. Für das Geschäftsjahr 2023 sind erneut Aufwendungen für F&E im niedrigen zweistelligen Prozentbereich vom Umsatz geplant. Gleichzeitig wird ein unterproportionaler Anstieg der übrigen Aufwendungen 2023 zum Umsatzzuwachs erwartet. Damit wird insgesamt eine gegenüber dem Vorjahr Verbesserung der operativen Rentabilität im Geschäftsjahr 2023 erwartet. Für das Geschäftsjahr 2023 wird eine EBIT-Marge im hohen einstelligen bis niedrigem zweistelligen Prozentbereich angestrebt. Das Ziel für die EBIT-Marge stellt die von SICK traditionell angestrebte Balance zwischen kurzfristiger Ertrags- und langfristiger Technologiesicherung sicher. Auf dieser Basis bleibt SICK ein nachhaltig wirtschaftendes und profitables Unternehmen. Entwicklung weiterer finanzieller LeistungsindikatorenDie Kapitalsteuerung wird auch im Geschäftsjahr 2023 wieder unter der Prämisse vorgenommen, dass eine solide Liquidität und unverändert hohe Eigenkapitalquote sichergestellt bleiben. Gleichzeitig konzentriert sich SICK weiter auf eine risikoarme Finanzierungsstruktur. Dividendenzahlungen erfolgen in einem Umfang, der den Investitionsbedarf und den Zielkorridor der geplanten Kapitalstruktur berücksichtigt. Das weitere Wachstum des Konzerns wird überdies durch eine im ausreichenden Maße vorgehaltene Liquidität sowie kurz- und langfristige Kreditlinien abgesichert, die Flexibilität bei der Deckung des Refinanzierungsbedarfs geben. Entwicklung nichtfinanzieller LeistungsindikatorenDie positive Entwicklung der wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2022 sichert das angestrebte, nachhaltige und profitable Wachstum von SICK. Wesentliche Indikatoren sind die unvermindert hohen F&E-Aktivitäten, die Bindung und Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitenden sowie die Erfüllung hoher Qualitätsanforderungen und Nachhaltigkeitszielsetzungen. GESAMTFAZIT ZUR PROGNOSTIZIERTEN ENTWICKLUNGFür 2023 wird eine Erholung des globalen Wirtschaftswachstums erwartet. Allerdings sind die Risiken für die globale Konjunkturentwicklung angesichts geopolitischer Konflikte, hoher Inflation, Zinsentwicklung, Energiekrise und gestörte globale Lieferketten unverändert hoch. Dies erhöht die Unsicherheit der Prognose. Mit seinem innovativen Produkt- und Leistungsportfolio ist der SICK-Konzern aussichtsreich positioniert, um von den zunehmenden Anforderungen - gerade im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 - weiter zu profitieren. Basierend auf der hohen technologischen Kompetenz und der starken Marktposition in wichtigen Wachstumsregionen erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2023 eine insgesamt positive Entwicklung des SICK Konzerns. Eckwerte der Prognose für das Geschäftsjahr 2023
Die weltweite Präsenz, das ausgewogene Portfolio und die Tatsache, dass SICK flexibel genug ist, um auf Veränderungen rasch reagieren zu können, bleiben eine gute Grundlage, um im Geschäftsjahr 2023 weiter zu wachsen und die hohe Profitabilität des SICK-Konzerns sichern zu können - vorbehaltlich einer im Rahmen der Erwartungen liegenden globalen Konjunkturentwicklung. E. ABHÄNGIGKEITSBERICHTMehr als 50 Prozent der Aktien der SICK AG werden durch die der Gründerfamilie Sick gehörende Sick Holding GmbH gehalten. Daher hat der Vorstand einen Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG erstellt, der im Rahmen der Jahresabschlussprüfung geprüft und testiert wurde. Der Vorstand erklärt gemäß § 312 Abs. 3 AktG: "Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des beherrschenden Unternehmens oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens wurden nicht getroffen oder unterlassen." F. LAGEBERICHT DER SICK AGDie SICK AG hat ihren Sitz in Waldkirch bei Freiburg, Baden-Württemberg. Sie bildet den Stammsitz des SICK-Konzerns und ist zudem sein größter Entwicklungs- und Produktionsstandort. Die Entwicklung der internationalen Vertriebs- und Servicegesellschaften des Konzerns erfolgt zur Risikobegrenzung in enger Abstimmung mit dem Standort Waldkirch. Im operativen Tagesgeschäft haben diese jedoch weitestgehend eigene Zuständigkeiten. Der Abschluss der SICK AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt, der Konzernabschluss nach dem Regelwerk der International Financial Reporting Standards (IFRS). Die grundsätzlichen Aussagen des zusammengefassten Lageberichts, insbesondere diejenigen zu Markt und Strategie sowie zu den Chancen und Risiken der Geschäftstätigkeit, haben auch für die SICK AG Gültigkeit. Die Ertragslage der Gesellschaft ergibt sich wie folgt:
Der Anstieg des Finanzergebnisses ist im Wesentlichen auf erhöhte Erträge aus Beteiligungen zurückzuführen. Die Bilanz der Gesellschaft zeigt sich wie folgt:
Die Finanzanlagen erhöhten sich aufgrund einer Kapitalerhöhung bei der ungarischen Tochtergesellschaft sowie dem Erwerb der Tochtergesellschaft in Kroatien. Die Finanz- und Ertragslage der SICK AG zeigt unverändert ein sehr solides Bild. Die SICK AG gibt keine eigenständige Prognose ab. Die Prognose des SICK-Konzerns ist somit auch für die SICK AG gültig. Die prognostizierten Konzern-Ziele für das Geschäftsjahr 2022 wurden erreicht und teilweise sogar übertroffen. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Absatz 4 HGBIm Zusammenhang mit der Chancengleichheit erfolgte bereits 2015 die Festlegung von Zielgrößen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen. Der Aufsichtsrat der SICK AG hat in seiner Sitzung am 17. März 2022 gemäß § 111 AktG als Zielgröße für den Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand für den Zeitraum vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2027 jeweils einen Anteil von 17 Prozent für den Aufsichtsrat sowie den Vorstand festgelegt. Zum 31. Dezember 2022 erreichte die Zielgröße für den Aufsichtsrat 17 Prozent und für den Vorstand 33 Prozent. Des Weiteren wurde durch den Vorstand der SICK AG gemäß § 76 Abs.4 AktG für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands der SICK AG, also Führungskräfte, die direkt an Mitglieder des Vorstands berichten, eine Zielgröße von 6 Prozent bis 10 Prozent festgelegt, die bis zum 31. Dezember 2025 erreicht oder überschritten werden sollte. Dieser Anteil betrug zum Bilanzstichtag 9 Prozent. Für den Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands der SICK AG, also Führungskräfte, die direkt an die vorher beschriebene erste Führungsebene berichten, wurde ebenfalls eine Zielgröße von 6 Prozent bis 10 Prozent festgelegt, die bis zum 31. Dezember 2025 erreicht oder überschritten werden sollte. Dieser Wert belief sich zum Bilanzstichtag auf rund 15 Prozent.
Waldkirch, den 16. März 2023 SICK AG Der Vorstand Dr. Mats Gökstorp, Vorsitzender Feng Jiao Ulrike Kahle-Roth Nicole Kurek Dr. Niels Syassen Markus Vatter Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
PASSIVA
Konzern-Kapitalflussrechnung
Für weitere Erläuterung verweisen wir auf den Konzernanhang unter D. Konzern-Kapitalflussrechnung Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
Das sonstige Ergebnis beinhaltet Effekte aus der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen und der Währungsumrechnung. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022 nach IFRSA. Allgemeine AngabenAllgemeinDie SICK AG, Waldkirch, hat ihren Konzernabschluss für das Jahr 2022 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, wie sie in der EU anzuwenden sind, und ergänzend nach den gemäß § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Der Konzernabschluss besteht aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie Anhang. Darüber hinaus hat die SICK AG einen Konzernlagebericht erstellt. Die SICK AG, die ihren Sitz in Waldkirch, Erwin-Sick-Straße 1, Deutschland, hat und in das Handelsregister des Amtsgerichts Freiburg, HRB 280355, eingetragen ist, ist die Muttergesellschaft des SICK-Konzerns. Die SICK AG ist ein Tochterunternehmen der SICK Holding GmbH, Freiburg/ Deutschland. Wirtschaftliche GrundlagenSICK ist einer der weltweit führenden Hersteller von intelligenten Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen. Die seit über 75 Jahren in der Sensortechnik tätige Unternehmensgruppe hat heute weltweit über 11.000 Mitarbeitende und umfasst 53 konsolidierte Tochtergesellschaften in über 30 Ländern sowie zahlreiche Beteiligungen und Vertretungen. Wesentliche Produktionsstandorte sind in Deutschland, China, Malaysia, Ungarn und den USA. SICK ist international positioniert und verfügt mit eigenen Tochtergesellschaften, Beteiligungen und Vertretungen in allen bedeutenden Industrienationen über ein weltweites Vertriebsnetz. Grundlagen der RechnungslegungAlle zum 31. Dezember 2022 verpflichtend anzuwendenden IFRS-Standards wurden angewandt. Diese beinhalten die International Accounting Standards (IAS) sowie die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) und des Standing Interpretations Committee (SIC). Eine frühzeitige Anwendung noch nicht in Kraft getretener Standards oder Interpretationen wurde nicht durchgeführt. Eine Auflistung dieser Standards und Interpretationen befindet sich unter Abschnitt G. (42) "Nicht vorzeitig angewandte Rechnungslegungsstandards". Das Geschäftsjahr des SICK-Konzerns und aller einbezogenen Gesellschaften ist das Kalenderjahr. Die Konzernwährung ist der Euro. Beträge werden in der Regel in Millionen Euro (Mio. EUR) angegeben. Bei Abweichungen von dieser Darstellung erfolgt ein entsprechender Vermerk. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt unter Berücksichtigung der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten mit Ausnahme der Derivate, der zum beizulegenden Zeitwert angesetzten Finanzinstrumente sowie der kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, die zu Zeitwerten angesetzt werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Auswirkungen von neuen RechnungslegungsstandardsDie angewandten Rechnungslegungsgrundsätze blieben gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert. Eine Ausnahme stellen die folgenden Standards dar:
B. KonsolidierungsgrundsätzeKonsolidierungsmethodenDer Konzernabschluss umfasst den Abschluss der SICK AG und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2022. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, vollkonsolidiert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Bezüglich der Konzerngesellschaften verweisen wir auf Anlage A5 zu diesem Konzernanhang. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Rechnungslegungsmethoden für die gleiche Berichtsperiode aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Alle konzerninternen Salden, Geschäftsvorfälle, unrealisierten Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen und Dividenden werden in voller Höhe eliminiert. Das Gesamtergebnis eines Tochterunternehmens wird den Anteilen anderer Gesellschafter auch dann zugeordnet, wenn dies zu einem negativen Saldo führt. Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss entscheidet der Konzern, ob er die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gesamtgegenleistung und des Betrags des Anteils ohne beherrschenden Einfluss über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns bemessen. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag nach erneuter Prüfung in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Einbeziehung von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen erfolgt nach der Equity-Methode. KonsolidierungskreisÄnderungen im KonsolidierungskreisDie folgende Tabelle stellt die Veränderung des Konsolidierungskreises in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 dar:
Zum Jahresbeginn 2022 stärkt SICK mit Aufstockung der Anteile von 24,99 % auf 100 % an MOBILISIS d.o.o. mit Sitz in Varaždin/Kroatien wichtige Kompetenzen im Bereich der drahtlosen Vernetzung von industriellen IoT-Geräten und dem Flottenmanagement. Darüber hinaus ergänzt MOBILISIS d.o.o. das sensorbasierte Angebot von SICK um Cloud- und Edge-Lösungen. Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten Vermögenswerte und Schulden der MOBILISIS d.o.o. stellen sich zum Jahresbeginn 2022 wie folgt dar:
Der Geschäfts- oder Firmenwert enthielt einzelne immaterielle Vermögenswerte, die aufgrund ihrer Natur nach IAS 38 nicht identifizierbar waren und nicht verlässlich bewertet werden konnten, und stellte im Wesentlichen ein Teil der erwarteten Synergie- und Ertragspotenziale dar. Der Geschäfts- oder Firmenwert war nicht steuerlich abzugsfähig. Die insgesamt erworbenen Forderungen waren werthaltig. Bei dem Erwerb entstanden keine wesentlichen Transaktionskosten. Der Buchwert (at-Equity) des bisherigen Anteils betrug zum Erwerbszeitpunkt Mio. EUR 1,6. Im Zuge des Erwerbs der neu erworbenen Anteile wurden die beizulegenden Zeitwerte der bisherigen Anteile neu bestimmt. Der neu bewertete Anteil von 24,99 Prozent entsprach Mio. EUR 2,5. Der aus der Neubewertung resultierende Gewinn von Mio. EUR 0,9 wurde unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Der Unternehmenserwerb trug im Berichtsjahr seit dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung mit Mio. EUR 4,2 zu den Umsatzerlösen und Mio. EUR 0,5 zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern des Konzerns bei. Mit Wirkung zum 1. Januar 2021 wurde die Tochtergesellschaft SICK Management GmbH, Waldkirch, sowie die SICK STEGMANN GmbH, Donaueschingen, auf die SICK AG, Waldkirch, verschmolzen. Die in 2019 gegründete Tochtergesellschaft Jiangsu SICK Sensor Co., Ltd., Changzhou, Jiangsu Province/China wurde im Vorjahr erstmals konsolidiert. Ein entstandener Unterschiedsbetrag wurde im Eigenkapital verrechnet. WährungsumrechnungDie funktionale Währung ist der Euro. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Gewinne und Verluste aus der Begleichung solcher Geschäftsvorfälle sowie aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften werden nach dem Konzept der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse" umgerechnet. Grundsätzlich arbeiten die Gesellschaften in finanzieller und wirtschaftlicher Sicht unabhängig. Die jeweilige funktionale Währung entspricht der Landeswährung dieser Unternehmen. Die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden sowie der Haftungsverhältnisse und der sonstigen finanziellen Verpflichtungen erfolgt zum Kurs am Bilanzstichtag (Stichtagskurs). Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und damit das in der Erfolgsrechnung ausgewiesene Jahresergebnis werden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Der sich aus der Umrechnung ergebende Währungsunterschied wird innerhalb der Gewinnrücklagen im Posten Währungsumrechnungsdifferenz verrechnet. Der Geschäfts- oder Firmenwert und Anpassungen der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb einer ausländischen Gesellschaft resultieren, werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Bei der Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, finden für die Eigenkapitalfortschreibung die gleichen Grundsätze Anwendung wie bei den konsolidierten Tochterunternehmen. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Türkei als Hochinflationsland nach den Regeln des IAS 29, Rechnungslegung in Hochinflationsländer, eingestuft. Aus der Anwendung ergaben sich keine wesentlichen Effekte im Konzern. Für die Währungsumrechnung werden folgende wesentliche Wechselkurse zugrunde gelegt:
C. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenWesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und AnnahmenBei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe der zum Ende der Berichtsperiode ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie die Angabe von Eventualverbindlichkeiten auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in zukünftigen Perioden zu wesentlichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen. Die wichtigsten Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen werden im Folgenden erörtert: Bei der Erfassung von Umsätzen trifft das Management grundsätzlich Einschätzungen in Bezug auf die Identifizierung und Abgrenzbarkeit der Leistungsverpflichtungen sowie die Verteilung von Transaktionspreisen auf einzelne Leistungsverpflichtungen. Bei Umsätzen von Systemen erfolgt in der Regel eine signifikante Integrationsleistung durch SICK, sodass keine abgrenzbaren Leistungsverpflichtungen vorliegen. Die Übertragung der Verfügungsmacht erfolgt grundsätzlich mit Abnahme des Kunden, da die Bedingungen für eine zeitraumbezogene Umsatzerfassung nicht erfüllt sind. Bei der Bündelung von Serienprodukten oder Systemen mit Serviceverträgen erfolgt generell eine Separierung der jeweiligen Leistungsverpflichtungen, falls diese jeweils abgrenzbare Leistungen darstellen. Bei Geschäfts- oder Firmenwerten werden mindestens einmal jährlich auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Werthaltigkeitstests durchgeführt. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, die auf von der Unternehmensleitung genehmigten Mittelfristplänen basieren. Die Grundannahmen sowie die Buchwerte werden in Abschnitt F. (14) "Immaterielle Vermögenswerte" genauer erläutert. Entwicklungskosten werden entsprechend der dargestellten Rechnungslegungsmethode aktiviert. Die erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Beträge trifft das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus dem Projekt, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens. Zur Darstellung der Buchwerte der aktivierten Entwicklungskosten verweisen wir auf Anlage A1 zum Konzernanhang. Zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste auf finanzielle Vermögenswerte wendet SICK Wertberichtigungsmatrizen an. Die Wertberichtigungsmatrizen basieren anfänglich auf den historischen Ausfallquoten des Konzerns. Anschließend kalibriert der Konzern die Matrizen, um seine historischen Kreditausfälle an zukunftsbezogene Informationen anzupassen. Wenn beispielsweise davon ausgegangen wird, dass sich prognostizierte wirtschaftliche Rahmenbedingungen (wie das Bruttoinlandsprodukt) im Laufe des kommenden Jahres verschlechtern, was zu einem Anstieg der Kreditausfälle in der verarbeitenden Industrie führen kann, dann werden die historischen Ausfallquoten angepasst. Zu jedem Abschlussstichtag werden die historischen Ausfallquoten aktualisiert und Änderungen der zukunftsbezogenen Schätzungen analysiert. Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen historischen Ausfallquoten, prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und erwarteten Kreditausfällen stellt eine wesentliche Schätzung dar. Die Höhe der erwarteten Kreditausfälle hängt von Änderungen der Umstände und der prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Die historischen Kreditausfälle des Konzerns und die Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind möglicherweise nicht repräsentativ für die tatsächlichen Ausfälle der Kunden in der Zukunft. Informationen über die erwarteten Kreditverluste bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns sind in Abschnitt G. (36d) "Kreditrisiken" enthalten. Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Angesichts der großen Bandbreite internationaler Geschäftsbeziehungen und des langfristigen Charakters und der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern. Latente Steueransprüche werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Weitere Details zu Steuern werden unter Abschnitt E. (12) "Ertragsteuern" dargestellt. Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen sowie der Barwert der Pensionsverpflichtung werden anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Eine versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage diverser Annahmen, die von den tatsächlichen Entwicklungen in der Zukunft abweichen können. Hierzu zählen die künftig zu erwartenden Steigerungen von Gehältern und Renten, die Bestimmung der Abzinsungssätze sowie biometrischer Rechnungsgrundlagen. Aufgrund der Komplexität der Bewertung, der zugrunde liegenden Annahmen und ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte Verpflichtung höchst sensibel auf Änderungen dieser Annahmen. Alle Annahmen werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft. Weitere Informationen zu den verwendeten Annahmen werden in Abschnitt F. (28) "Rückstellungen und weitere Verbindlichkeiten" erläutert. Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden wesentlichen Unsicherheiten wurden, falls relevant, bei Schätzungen und Ermessensentscheidungen berücksichtigt. In den Geschäftsjahren 2022 und 2021 führte die Corona-Pandemie zu keinen wesentlichen Anpassungen der Buchwerte der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden. Die Unsicherheiten bestehen weiterhin. Zusätzliche Angaben zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie finden sich im Konzernlagebericht. Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine kam es im Geschäftsjahr 2022 zu Anpassungen der Buchwerte der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden, die zu keinen wesentlichen Auswirkungen im Konzern führten. SICK hat weder in der Ukraine noch in Russland Produktionsstandorte. Die Geschäftstätigkeit der russischen Tochtergesellschaft wurde deutlich eingeschränkt und könnte durch eine weitere Eskalation des Kriegs, mögliche weitere Sanktionen sowie die Wechselkursentwicklung der russischen Währung negativ beeinflusst werden. Die Risiken, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, werden fortlaufend überwacht. UmsatzrealisierungSICK verkauft Sensorlösungen in Form von Serienprodukten, Systemen und individuellen Dienstleistungen. Die Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden erfolgt generell, wenn die Verfügungsmacht über abgrenzbare Güter und Leistungen an den Kunden übergeht. Umsätze mit Serienprodukten sowie Systemen werden grundsätzlich zeitpunktbezogen realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht erhält. Dies erfolgt in der Regel mit der Lieferung an den Kunden oder Abnahme durch den Kunden. Rechnungen für Serienprodukte werden im Regelfall bei Lieferung ausgestellt; dabei sehen die Zahlungsbedingungen üblicherweise eine Zahlung innerhalb von 30 bis 90 Tagen nach Rechnungsstellung vor. Rechnungen für Systeme werden gemäß den vertraglichen Bedingungen ausgestellt; dabei sehen die Zahlungsbedingungen unter Umständen Anzahlungen sowie eine Schlusszahlung innerhalb von 30 bis 90 Tagen nach Rechnungsstellung vor. Die Umsätze von Dienstleistungen werden grundsätzlich linear über einen bestimmten Zeitraum realisiert, wenn die Verfügungsmacht an den Kunden über einen Zeitraum übertragen wird. Rechnungen werden gemäß den vertraglichen Bedingungen ausgestellt; dabei sehen die Zahlungsbedingungen üblicherweise eine Zahlung innerhalb von 30 Tagen nach Rechnungsstellung vor. Die Bewertung der zu erfassenden Umsatzerlöse erfolgt anhand des Transaktionspreises. Dieser entspricht dem Betrag der Gegenleistung, auf die das Unternehmen bei vertragsmäßiger Erfüllung der Leistungsverpflichtungen erwartungsgemäß einen Anspruch hat. Bei der Ermittlung des Transaktionspreises werden weitere Effekte wie variable Gegenleistungen und Finanzierungskomponenten berücksichtigt. Variable Gegenleistungen wie Preisnachlässe und Mengenrabatte werden berücksichtigt, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es nicht zu einer signifikanten Rücknahme der Umsatzerlöse kommt. Der Betrag der variablen Gegenleistung wird entweder nach der Erwartungswertmethode oder mit dem wahrscheinlichsten Betrag ermittelt, abhängig davon welcher Wert die variable Gegenleistung am zutreffendsten abschätzt. Wenn der Zeitraum zwischen der Übertragung der Güter oder Dienstleistungen und dem vertraglich vereinbarten Zahlungszeitpunkt zwölf Monate übersteigt und ein signifikanter Nutzen aus der Finanzierung für den Kunden oder SICK resultiert, wird die Gegenleistung um den Zeitwert des Geldes angepasst. Zudem beurteilt SICK, ob in den Verträgen weitere Leistungsverpflichtungen enthalten sind, denen ein Teil des Transaktionspreises zugeordnet wird. Wenn ein Vertrag mehrere abgrenzbare Güter oder Dienstleistungen umfasst, wird der Transaktionspreis auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Falls Einzelveräußerungspreise nicht direkt beobachtbar sind, schätzt SICK diese in angemessener Höhe. Dies betrifft im Konzern im Wesentlichen Serviceverträge. Hierzu verweisen wir auf Abschnitt F. (31) "Vertragsverbindlichkeiten". SICK wendet die Erleichterungsregelung des IFRS 15.121 an, und gibt den Transaktionspreis, der den verbleibenden Leistungsverpflichtungen (für die noch keine Umsatzerlöse erfasst wurden) zugeordnet werden kann, nicht an, da die Leistungsverpflichtungen Teil von Verträgen mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr sind, oder die zu erfassenden Erlöse gem. IFRS 15.B16 erfasst werden, d. h. die zu erfassenden Erlöse entsprechen direkt dem Wert der zu erbringenden Leistung, welche auch in Rechnung gestellt werden. SICK wendet die Erleichterungsregelung an, die Kosten der Vertragsanbahnung sofort aufwandswirksam zu erfassen, wenn der Vermögenswert aus der Aktivierung dieser Kosten innerhalb eines Jahres abgeschrieben wäre. Dem Konzern sind keine wesentlichen Kosten der Vertragsanbahnung und keine wesentlichen Vertragserfüllungskosten entstanden, die aktivierbar sind. Realisierung von Aufwendungen und sonstigen ErträgenBetriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistungen bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung als Aufwendungen erfasst. Zinsaufwendungen und -erträge werden periodengerecht erfasst. Geschäfts- oder FirmenwerteNach dem erstmaligen Ansatz werden die Geschäfts- oder Firmenwerte zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich entsprechend den Regelungen von IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden. Weitere Details werden unter Abschnitt F. (14) "Immaterielle Vermögenswerte" dargestellt. Immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte)Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswerts, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, entsprechen seinem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Nach erstmaligem Ansatz werden immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten angesetzt, abzüglich der jeweiligen kumulierten Abschreibung und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen. Sofern die Voraussetzungen vorliegen, werden selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Für die immateriellen Vermögenswerte ist zunächst festzustellen, ob sie eine begrenzte oder unbestimmte Nutzungsdauer haben. Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung untersucht, wann immer es einen Anhaltspunkt dafür gibt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden für einen immateriellen Vermögenswert mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein entsprechend angepasster Abschreibungszeitraum oder eine entsprechend angepasste Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie "Abschreibungen" erfasst. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Werthaltigkeitstests durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesenen entgeltlich erworbenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten werden grundsätzlich über eine Nutzungsdauer von drei bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten aktiviert, wenn die Ansatzkriterien von IAS 38 erfüllt sind. Die aktivierten Entwicklungsleistungen beziehen sich grundsätzlich auf Produktinnovationen; die anderen selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte beinhalten prozessbezogene Entwicklungen sowie Softwareentwicklungen. Die Herstellungskosten umfassen dabei alle direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten. Fremdkapitalkosten werden aktiviert, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Aktivierte Entwicklungskosten und andere selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden planmäßig linear über eine Nutzungsdauer von vier bis sechs Jahren abgeschrieben. SachanlagenSachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer, bewertet. Diese Kosten umfassen diejenigen Kosten für den Ersatz eines Teils eines solchen Gegenstands zum Zeitpunkt ihres Anfalls, die die Ansatzkriterien erfüllen. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten und angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie die anteiligen Kosten des sozialen Bereichs. Fremdkapitalkosten für langfristige Bauprojekte werden aktiviert, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen erfolgen im Wesentlichen nach der linearen Methode. Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und bei wesentlichen Änderungen angepasst. Im Einzelnen liegen den Wertansätzen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
WertminderungenBei allen immateriellen Vermögenswerten (einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte) sowie allen Gegenständen des Sachanlagevermögens wird die Werthaltigkeit des Buchwertes überprüft, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hinweisen, dass der Buchwert der Vermögenswerte nicht erzielbar sein könnte. Darüber hinaus wird für Geschäfts- oder Firmenwerte sowie für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer oder einen nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswert ein jährlicher Werthaltigkeitstest durchgeführt. Soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet, wird eine Wertminderung ergebniswirksam als Abschreibung erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert des Vermögenswerts. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Verkaufskosten ist der aus einem Verkauf eines Vermögenswerts zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag abzüglich der Veräußerungskosten. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert einzeln oder, falls dies nicht möglich ist, für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, zu der der Vermögenswert gehört, ermittelt. Eine ertragswirksame Korrektur einer in früheren Jahren für einen Vermögenswert (mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten) aufwandswirksam erfassten Wertminderung wird vorgenommen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Wertminderung nicht mehr besteht oder sich verringert haben könnte. Die Wertaufholung wird als Ertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Erhöhung bzw. Verringerung der Wertminderung eines Vermögenswerts wird jedoch nur soweit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich unter Berücksichtigung der Abschreibungseffekte ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre. FinanzinstrumenteEin Finanzinstrument ist jeder Vertrag, der einen finanziellen Vermögenswert bei einer Einheit und eine finanzielle Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument bei einer anderen Einheit begründet. Finanzinstrumente werden gemäß IFRS 9 in die folgenden Bewertungskategorien eingeteilt:
Finanzinstrumente werden in der Konzernbilanz erfasst, wenn eine vertragliche Verpflichtung aufgrund des Finanzinstruments entsteht. Marktübliche Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten - d. h. Käufe oder Verkäufe im Rahmen eines Vertrags, der die Lieferung des Vermögenswerts innerhalb eines Zeitraums vorsieht, der üblicherweise durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Markts festgelegt wird - werden am Handelstag erfasst. Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Transaktionspreis. Die direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt der Konzern bei der Ermittlung des Buchwerts nur, soweit die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Finanzielle VermögenswerteDie Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt nach IFRS 9 auf Grundlage des Geschäftsmodells zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte sowie auf Grundlage der Eigenschaften vertraglicher Zahlungsströme der finanziellen Vermögenswerte. Die Zielsetzung des Geschäftsmodells des Konzerns besteht im Halten der finanziellen Vermögenswerte, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen. Gleichzeitig wird geprüft, ob die Vertragsbedingungen der finanziellen Vermögenswerte zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag bestehen. Die im Bestand befindlichen finanziellen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, sofern das Geschäftsmodell eingehalten wird und die vertraglichen Zahlungsströme die Bedingungen erfüllen. Das Geschäftsmodell von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten beinhaltet neben dem Halten der finanziellen Vermögenswerte auch deren Verkauf. Die Vertragsbedingungen führen zu festgelegten Zeitpunkten ausschließlich zu Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag. Eigenkapitalinstrumente sind grundsätzlich beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet zu klassifizieren. Jedoch kann beim erstmaligen Ansatz ein unwiderrufliches Wahlrecht ausgeübt werden, die Eigenkapitalinstrumente als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet einzustufen. Dieses Wahlrecht kann nur ausgeübt werden, sofern die Eigenkapitalinstrumente weder zu Handelszwecken gehalten werden, noch eine unbedingte Gegenleistung im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses darstellen. Der Konzern hält seine Eigenkapitalanteile grundsätzlich aus strategischen Gründen, um die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns zu ergänzen. Die Absicht, kurzfristige Veräußerungserträge in wesentlichem Umfang zu erzielen, steht dabei nicht im Fokus. Schwankungen in der Bewertung der Beteiligungen sollen daher keine Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung haben. Entsprechend werden die Eigenkapitalinstrumente als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Diese Eigenkapitalinstrumente sind in der Bilanz in den sonstigen Finanzanlagen beziehungsweise in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht die Bedingungen erfüllen, um sie als zu fortgeführten Anschaffungskosten beziehungsweise erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet zu klassifizieren, sind als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet zu designieren. Von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, macht der Konzern derzeit keinen Gebrauch. Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns beinhalten im Wesentlichen flüssige Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, nicht börsennotierte Finanzinstrumente, Darlehensforderungen, sonstige Vermögenswerte sowie derivative Finanzinstrumente mit positivem beizulegendem Zeitwert. Tochterunternehmen, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, sind unter Abschnitt F. (16) "Sonstige Finanzanlagen" ausgewiesen. Finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert bewertet unter Abzug von Transaktionskosten, die direkt der finanziellen Verbindlichkeit zuzurechnen sind. Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen vor allem Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Kontokorrentkredite, Darlehen und Leasingverbindlichkeit sowie derivative Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert. Für weitere Informationen verweisen wir auf Abschnitt G. (37) "Finanzinstrumente". Wertminderung finanzieller VermögenswerteIFRS 9 führt ein Wertminderungsmodell basierend auf dem Modell der erwarteten Kreditverluste ein, das für alle finanziellen Vermögenswerte (Schuldinstrumente) anzuwenden ist, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Das Modell der erwarteten Verluste allokiert die Wertberichtigung auf drei Stufen. Der Konzern erfasst bei allen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste. Erwartete Kreditverluste basieren auf der Differenz zwischen den vertraglichen Cashflows, die vertragsgemäß zu zahlen sind, und der Summe der Cashflows, deren Erhalt der Konzern erwartet, abgezinst mit einem Näherungswert des ursprünglichen Effektivzinssatzes. Die erwarteten Cashflows beinhalten gegebenfalls die Cashflows aus dem Verkauf der gehaltenen Sicherheiten oder anderer Kreditbesicherungen, die wesentlicher Bestandteil der Vertragsbedingungen sind. Erwartete Kreditverluste werden in zwei Schritten erfasst. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, wird eine Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Kreditverluste erfasst, die auf einem Ausfallereignis innerhalb der nächsten zwölf Monate beruhen. Für Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditverluste zu erfassen, unabhängig davon, wann das Ausfallereignis eintritt. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet der Konzern das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 zur Erfassung des über die Gesamtlaufzeit entstehenden Kreditverlusts an. Zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste verwendet der Konzern differenziert nach Regionen und Gesellschaften spezifische Wertberichtigungsmatrizen. Die fälligkeitsspezifischen Wertberichtigungsfaktoren basieren auf historischen sowie zukunftsorientierten Informationen. Dazu gehören unter anderem Prognosen zu wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (wie das Bruttoinlandsprodukt). Die Risikovorsorge für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird auf Grundlage von aktuellen Marktdaten und internen Risikoeinschätzungen gebildet. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, sobald sie nach angemessener Einschätzung uneinbringlich erscheinen, beispielsweise nach Beendigung eines Insolvenzverfahrens, nach gerichtlichen Entscheidungen oder in Abhängigkeit anderer lokalrechtlicher Gegebenheiten. Den Risiken eines Forderungsausfalls wird durch ein zentrales Monitoring und ein dezentrales Inkassomanagement begegnet. Dazu gehören regelmäßige Bonitätsprüfungen, der Abschluss von Kreditversicherungen und - besonders im Exportgeschäft - die Einräumung von Akkreditiven. Aus Gründen der Wesentlichkeit und Klarheit unterbleibt die gesonderte Angabe der in der Periode erfassten Wertminderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß IAS 1.82 (ba) und erfolgt in Abschnitt G. (36d) "Kreditrisiken". Die Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. VertragssaldenEin Vertragsvermögenswert ist der Anspruch eines Unternehmens auf Gegenleistung im Austausch für Güter oder Dienstleistungen, die es auf einen Kunden übertragen hat. Eine Forderung ist der unbedingte Anspruch eines Unternehmens auf Gegenleistung. Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung eines Unternehmens, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen, für die es von diesem eine Gegenleistung erhalten bzw. noch zu erhalten hat. Dazu gehören erhaltene Anzahlungen auf Verträge mit Kunden sowie unrealisierte Umsätze aus Serviceverträgen. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen sowie andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Fälligkeit von weniger als drei Monaten ab Erwerb und werden zum Nennwert abzüglich einer Risikovorsorge angesetzt. Die Risikovorsorge wird auf Grundlage von aktuellen Marktdaten und internen Risikoeinschätzungen gebildet. Weitere Informationen zur Wertminderung enthält der Abschnitt C. unter "Wertminderung finanzieller Vermögenswerte". Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von SicherungsbeziehungenDer Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte, um sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Der Konzern hat weder im Geschäftsjahr 2022 noch in 2021 von der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen für die abgeschlossenen Derivate Gebrauch gemacht. Sollten Sicherungsbeziehungen in Zukunft gebildet werden, so wendet der Konzern die Regelungen des IFRS 9 an. Saldierung von FinanzinstrumentenFinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und der Nettobetrag in der Konzern-Bilanz ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. VorräteDie Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten angesetzt (sog. "lower of cost and net realisable value"). Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen, die direkt dem Herstellungsprozess zugeordnet werden können. Kosten der Verwaltung und des sozialen Bereichs werden berücksichtigt, soweit sie der Produktion zuzuordnen sind. Grundsätzlich basiert die Bewertung gleichartiger Gegenstände des Vorratsvermögens auf der Durchschnittsmethode. Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert. Die Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit usw. ergeben, werden durch Abwertungen im Materialaufwand berücksichtigt. Wenn die Gründe, die zu einer Abwertung der Vorräte geführt haben, nicht länger bestehen, wird eine Wertaufholung vorgenommen. Latente SteuernAktive und passive latente Steuern werden nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode grundsätzlich für sämtliche temporären Differenzen zwischen den steuerlichen und den IFRS-Wertansätzen gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit hinreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht. Ertragsteuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden im Eigenkapital und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden. Eigene AnteileErwirbt der Konzern eigene Anteile, so werden diese zu Anschaffungskosten erfasst und vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, der Verkauf, die Ausgabe oder die Einziehung von eigenen Anteilen werden nicht erfolgswirksam erfasst. Vergütung mit langfristiger AnreizwirkungAls Entlohnung für geleistete Arbeit erhalten Mitglieder des Vorstands der SICK AG eine Vergütungskomponente, deren Erfüllung teilweise in bar erfolgt und teilweise in Form von Eigenkapitalinstrumenten erfolgen kann. Für weitere Details verweisen wir auf die Ausführungen zu der Vergütung der Mitglieder des Vorstands der SICK AG in Abschnitt G. (39) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen". Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl auf Basis von Leistungs- als auch von Beitragszusagen. Die Nettoverpflichtung des Konzerns im Hinblick auf leistungsorientierte Pläne wird für jeden Plan separat berechnet, indem die künftigen Leistungen geschätzt werden, welche die Arbeitnehmer in der laufenden Periode und in früheren Perioden erdient haben. Dieser Betrag wird abgezinst und der beizulegende Zeitwert eines etwaigen Planvermögens hiervon abgezogen. Die Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen wird jährlich von einem anerkannten Versicherungsmathematiker nach der Methode der laufenden Einmalprämien durchgeführt. Resultiert aus der Berechnung ein potenzieller Vermögenswert für den Konzern, ist der erfasste Vermögenswert auf den Barwert eines wirtschaftlichen Nutzens in Form von etwaigen künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder Minderungen künftiger Beitragszahlungen an den Plan begrenzt. Zur Berechnung des Barwerts eines wirtschaftlichen Nutzens werden etwaige geltende Mindestdotierungsverpflichtungen berücksichtigt. Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Neubewertung umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen (ohne Zinsen) und die Auswirkung der etwaigen Vermögensobergrenze (ohne Zinsen). Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen (Erträge) auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels der Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung zu Beginn der jährlichen Berichtsperiode verwendet wurde. Dieser Abzinsungssatz wird auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zu diesem Zeitpunkt angewendet. Dabei werden etwaige Änderungen berücksichtigt, die infolge der Beitrags- und Leistungszahlungen im Verlauf der Berichtsperiode bei der Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen eintreten. Nettozinsaufwendungen und andere Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne werden im Zinsergebnis erfasst. Werden die Leistungen eines Plans verändert oder wird ein Plan gekürzt, wird die entstehende Veränderung unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Der Konzern erfasst Gewinne und Verluste aus der Abgeltung eines leistungsorientierten Plans zum Zeitpunkt der Abgeltung. Bei den Beitragszusagen zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind im Personalaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. Weitere Details zu den Pensionsverpflichtungen werden unter Abschnitt F. (28) "Rückstellungen und weitere Verbindlichkeiten" erläutert. Sonstige RückstellungenGemäß IAS 37 "Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen" werden Rückstellungen gebildet, soweit eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis gegenüber Dritten besteht, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen führt und zuverlässig geschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden für die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt und nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteigerungen. Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche werden unter Zugrundelegung des bisherigen bzw. des geschätzten zukünftigen Schadenverlaufs gebildet. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden bei Wesentlichkeit abgezinst. LeasingverhältnisseEin Leasingverhältnis ist ein Vertrag, der das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts (des Leasinggegenstands) für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. Der Konzern bilanziert als Leasingnehmer grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:
Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:
Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen. Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen linear als Aufwand in der Gewinn- und Verlust-Rechnung erfasst. Des Weiteren werden die Vorschriften nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, werden die Nicht-Leasingkomponenten getrennt von den Leasingkomponenten nach den für sie einschlägigen Standards bilanziert. Die aktivierten Nutzungsrechte betreffen vornehmlich die geleasten Immobilien und Fahrzeuge an verschiedenen Standorten im In- und Ausland. Eine Reihe von Leasingverträgen, insbesondere von Immobilien, enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten dem Konzern eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind. Zuwendungen der öffentlichen HandZuwendungen der öffentlichen Hand für Investitionen werden grundsätzlich von den Anschaffungskosten der betroffenen Vermögenswerte abgesetzt. Zuwendungen der öffentlichen Hand, die als Aufwandszuschuss zu klassifizieren sind, werden entsprechend der Ergebniswirksamkeit der korrespondierenden Aufwendungen als sonstige betriebliche Erträge erfasst. FremdkapitalkostenFremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines Vermögenswerts zugeordnet werden können, für den ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen, werden als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts aktiviert. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Fremdkapitalkosten sind Zinsen und sonstige Kosten, die einem Unternehmen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital entstehen. Der Konzern aktiviert Fremdkapitalkosten für sämtliche qualifizierten Vermögenswerte. Bemessung des beizulegenden ZeitwertsDer beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dies gilt unabhängig davon, ob der Preis direkt beobachtbar oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode geschätzt worden ist. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts oder einer Schuld berücksichtigt der Konzern bestimmte Merkmale des Vermögenswerts oder der Schuld, wenn Marktteilnehmer diese Merkmale bei der Preisfestlegung für den Erwerb des jeweiligen Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld zum Bewertungsstichtag ebenfalls berücksichtigen würden. Im vorliegenden Konzernabschluss wird der beizulegende Zeitwert für die Bewertung und/oder Angabepflichten grundsätzlich auf dieser Grundlage ermittelt. Der beizulegende Zeitwert ist nicht immer als Marktpreis verfügbar. Häufig muss er auf Basis verschiedener Bewertungsparameter ermittelt werden. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit beobachtbarer Parameter und der Bedeutung dieser Parameter für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts im Ganzen, wird der beizulegende Zeitwert den Stufen 1, 2 oder 3 zugeordnet. Die Unterteilung erfolgt jeweils zum Stichtag des Jahresabschlusses nach folgender Maßgabe:
Eventualverbindlichkeiten/-forderungenEventualverbindlichkeiten im Sinne von IAS 37 "Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen" sind definiert als mögliche Verpflichtungen, deren tatsächliche Existenz erst noch durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse - die nicht vollständig beeinflusst werden können - bestätigt werden muss. Hierunter werden Verpflichtungen subsumiert, die nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit zu einem Vermögensabfluss führen, oder deren Vermögensabfluss sich nicht zuverlässig quantifizieren lässt. Ein Ausweis der Eventualverbindlichkeiten in der Bilanz ist nach IAS 37 nicht vorzunehmen. Sie werden jedoch angegeben, sofern die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen nicht unwahrscheinlich ist. Eventualforderungen werden nicht in der Bilanz erfasst. Angaben werden jedoch im Abschluss gemacht, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist. Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses nach den für Kapitalgesellschaften geltenden VorschriftenFolgende Tochterunternehmen haben für das Geschäftsjahr 2022 von der Möglichkeit der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht:
D. Konzern-KapitalflussrechnungAllgemeinDie Kapitalflussrechnung zeigt Herkunft und Verwendung der Geldströme. Entsprechend IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" werden Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit sowie aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die Zahlungsmittel der Kapitalflussrechnung umfassen alle in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel, d. h. Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie innerhalb von drei Monaten verfügbar sind. Die Zahlungsmittel unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen. Die Cashflows aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt, der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit wird demgegenüber ausgehend vom Konzernergebnis indirekt abgeleitet. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzpositionen im Zusammenhang mit der laufenden Geschäftstätigkeit um Effekte aus der Währungsumrechnung und Effekte aus Erwerben und Veräußerungen von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten bereinigt. Im Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit enthaltene gezahlte und erhaltene Zinsen sowie erhaltene Ausschüttungen und gezahlte Ertragsteuern werden gesondert ausgewiesen. Die Investitionstätigkeit umfasst neben Zugängen im Sach- und Finanzanlagevermögen auch Zugänge an entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerten. Ebenfalls werden hier die Zugänge aus der Aktivierung von Entwicklungskosten und anderen selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. E. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung(1) Umsatzerlöse
(2) Andere aktivierte Eigenleistungen
(3) Materialaufwand
(4) Personalaufwand und Anzahl der Mitarbeitenden
In der Position Löhne und Gehälter sind Leistungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen in Höhe von Mio. EUR 3,2 (im Vorjahr Mio. EUR 2,2) enthalten. Die Aufwendungen für Altersversorgung belaufen sich auf Mio. EUR 58,7 (im Vorjahr Mio. EUR 51,9). Diese beinhalten im Wesentlichen Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger sowie Dienstzeitaufwand aus Leistungszusagen. Mitarbeitende
Die Anzahl der Mitarbeitenden (Festanstellung und befristete Arbeitsverhältnisse) wird in Vollzeitbeschäftigte (Full-time equivalent: FTE) umgerechnet dargestellt. Teilzeitbeschäftigte werden dabei gemäß ihrer vertraglichen Arbeitszeit proportional berücksichtigt. (5) AbschreibungenDie Abschreibungen beziehen sich auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. In der Position sind außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von Mio. EUR 2,5 (im Vorjahr Mio. EUR 2,5) infolge von verminderten Ertragserwartungen enthalten. (6) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Für Angaben zum Miet- und Leasingaufwand verweisen wir auf Abschnitt G. (35) "Leasinginformationen". (7) Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten neben Kostenerstattungen Erträge aus Zuschüssen und sonstigen Verkäufen. (8) Währungsergebnis
(9) Beteiligungsergebnis
(10) ZinsaufwandDiese Position beinhaltet Zinsen und ähnliche Aufwendungen. Für Angaben zu den Zinseffekten in Bezug auf Pensionsrückstellungen und Leasingverbindlichkeiten verweisen wir auf Abschnitt F. (28) "Rückstellungen und weitere Verbindlichkeiten" sowie Abschnitt G. (35) "Leasinginformationen". In der Periode wurden im Anlagevermögen Fremdkapitalkosten in Höhe von Mio. EUR 0,0 (im Vorjahr Mio. EUR 0,1) aktiviert. Der verwendete Zinssatz lag in 2022 bei 0,8 Prozent (im Vorjahr bei 0,9 Prozent). (11) ZinsertragDiese Position beinhaltet sonstige Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von Mio. EUR 1,0 (im Vorjahr Mio. EUR 0,5). (12) Ertragsteuern
Die tatsächlichen Ertragsteueraufwendungen beinhalten die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern der ausländischen Gesellschaften. Ebenso werden Quellensteuern ausgewiesen. Wie im Vorjahr wurden zum Bilanzstichtag keine latenten Steuern für auf absehbare Zeit thesaurierte Gewinne von Tochtergesellschaften gebildet. Zeitliche Unterschiedsbeträge im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, für die keine passiven latenten Steuern angesetzt wurden, belaufen sich auf rund Mio. EUR 24,7 (im Vorjahr Mio. EUR 22,0). In Höhe von Mio. EUR 6,1 (im Vorjahr Mio. EUR 10,0) betreffen die in der Bilanz erfassten latenten Steuern Geschäftsvorfälle, die zum Stichtag direkt das Eigenkapital erhöhen. Der zum Stichtag ausgewiesene Ertragsteueraufwand ist niedriger als der erwartete Steueraufwand. Die Überleitung vom zu erwartenden Steueraufwand zu den ausgewiesenen Ertragsteuern ergibt sich aus folgender Darstellung:
Für die Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird für das Geschäftsjahr 2022 wie im Vorjahr ein theoretischer Steuersatz von 29 Prozent zugrunde gelegt. Dieser ergibt sich aus dem in Deutschland anzuwendenden Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag hierauf sowie aus einer im Inland durchschnittlichen Gewerbesteuerbelastung von 13,2 Prozent. Die aktiven und passiven latenten Steuern sind den nachfolgenden Positionen zuzuordnen:
Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn künftig ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Verfügung steht. Dabei werden unter anderem die geplanten Ergebnisse aus der operativen Geschäftstätigkeit, die Ergebniswirkungen aus der Umkehrung von zu versteuernden temporären Differenzen sowie mögliche Steuerstrategien mit einbezogen. Auf Basis des geplanten künftigen steuerpflichtigen Einkommens beurteilt der Konzern zu jedem Bilanzstichtag die Werthaltigkeit von aktiven latenten Steuern. Der Konzern geht aufgrund der Erfahrung aus der Vergangenheit und des erwarteten steuerlichen Einkommens davon aus, dass die aktiven latenten Steuern realisiert werden können. Die steuerlichen Verlustvorträge haben sich wie folgt entwickelt:
(13) Ergebnis je Aktie
Die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie erfolgt gemäß IAS 33 mittels Division des Anteils der Aktionäre der SICK AG am Konzernergebnis durch den gewichteten Durchschnitt der ausgegebenen Aktien. Da die SICK AG ausschließlich nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien begeben hat, sind keine Verwässerungseffekte zu verzeichnen. F. Erläuterungen zur KonzernbilanzAuf die Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens wird in Anlage A1 zu diesem Konzernanhang verwiesen. (14) Immaterielle VermögenswerteDie im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte wurden zur Überprüfung der Werthaltigkeit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation zugeordnet. Diese entsprechen den Geschäftsfeldern. Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Geschäftsfelder:
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation wird auf Basis der Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, die auf einem von der Unternehmensleitung für einen Zeitraum von drei Jahren genehmigten Mittelfristplan basieren. Die Finanzpläne werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Nach dem Zeitraum von drei Jahren wird für die folgenden zwei Jahre ein angemessener, branchenüblicher Wachstumsfaktor unterstellt. Für die nachfolgenden Jahre wird eine ewige Wachstumsrate von einem Prozent angesetzt. Grundlage für diese Planungen sind angemessene Annahmen zu makroökonomischen Trends, Erwartungen zu Wachstumsraten der relevanten Märkte und Marktanteile sowie historische Entwicklungen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte basieren dabei grundsätzlich auf externen Informationsquellen. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz beträgt 11,6 Prozent (im Vorjahr 9,7 Prozent) vor Steuern. Die tatsächlich erzielbaren Beträge übersteigen die Buchwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation um jeweils Mio. EUR 1.318,0 (im Vorjahr Mio. EUR 1.037,1), Mio. EUR 924,4 (im Vorjahr Mio. EUR 698,2) und Mio. EUR 389,6 (im Vorjahr Mio. EUR 342,5). Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde eine Erhöhung des Abzinsungssatzes um ein Prozent angenommen oder eine Senkung des langfristigen Wachstums um ein Prozent. Auf dieser Grundlage kommt SICK zu dem Ergebnis, dass sich für keine der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ein Wertminderungsbedarf ergeben würde. Die Buchwerte der aktivierten Entwicklungskosten sowie der anderen selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte betragen Mio. EUR 24,7 (im Vorjahr Mio. EUR 28,6). Folgende Beträge wurden für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in Bezug auf Produktinnovationen erfolgswirksam erfasst:
Aufwendungen für andere selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte sind in den genannten Beträgen nicht enthalten. (15) At-Equity bewertete FinanzinvestitionenDie nachstehende Tabelle zeigt in zusammengefasster Form finanzielle Angaben für ein Gemeinschaftsunternehmen (im Vorjahr ein Gemeinschaftsunternehmen und ein assoziiertes Unternehmen), die einzeln unwesentlich sind. Im Berichtsjahr wurde die restlichen Anteile an der MOBILISIS d.o.o. erworben und konsolidiert. Die Gesellschaften sind in der Aufstellung der Konzerngesellschaften in der Anlage A5 zum Konzernanhang aufgeführt.
(16) Sonstige Finanzanlagen
(17) Vorräte
Bezogen auf den Bruttowert betrug die Wertminderung Mio. EUR 64,7 (im Vorjahr Mio. EUR 47,7). (18) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sofern Ausfallrisiken oder andere Risiken bestehen, sind diese Risiken durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Forderungen haben wie im Vorjahr generell eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. (19) SteuerforderungenIn dieser Position werden Forderungen aus Ertragsteuern ausgewiesen. (20) Sonstige Vermögenswerte
(21) Flüssige MittelNeben täglich fälligen Guthaben bei Kreditinstituten sind in dieser Position Schecks und Kassenbestände ausgewiesen. Die Entwicklung der flüssigen Mittel, die den Finanzmittelfonds bilden, ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt. (22) Gezeichnetes KapitalDas Grundkapital beträgt wie im Vorjahr Mio. EUR 26,4 und setzt sich aus insgesamt 26.405.400 nennwertlosen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zusammen. Der rechnerische Nennwert pro Aktie beträgt EUR 1,00. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 19. Mai 2020 wurde der Vorstand ermächtigt bis zum Ablauf des 18. Mai 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrfach bis zu 2.640.540 eigene Stückaktien zum Zweck der Einziehung oder der Weiterveräußerung zu erwerben. (23) KapitalrücklageDie Kapitalrücklage betrifft ausschließlich Agiobeträge im Zusammenhang mit bei der SICK AG durchgeführten Kapitalerhöhungen und übertragenen eigenen Anteilen. Die Kapitalrücklage steht aufgrund der Regelungen des Aktiengesetzes nicht für Dividendenausschüttungen zur Verfügung. (24) Eigene AnteileAm 31. Dezember 2022 hält die SICK AG 183.646 (im Vorjahr 189.156) eigene Aktien zum Nennwert von Mio. EUR 0,2 (im Vorjahr Mio. EUR 0,2), was wie im Vorjahr 0,7 Prozent des Grundkapitals entspricht. Die Aktien im Umlauf haben sich wie folgt entwickelt:
(25) GewinnrücklagenDie Gewinnrücklagen umfassen die in den Vorjahren von der SICK AG und den einbezogenen Tochterunternehmen erwirtschafteten und noch nicht ausgeschütteten Gewinne. Ebenso werden hier neben Differenzen aus der Währungsumrechnung in Höhe von Mio. EUR -9,9 (im Vorjahr Mio. EUR -12,5) auch die Effekte aus der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen von Mio. EUR -20,4 (im Vorjahr Mio. EUR -35,3) abzüglich gegenläufiger latenter Steuern von Mio. EUR 6,1 (im Vorjahr Mio. EUR 10,0) ausgewiesen. (26) DividendenvorschlagDie Dividendenausschüttung der SICK AG richtet sich gemäß § 58 Abs. 2 AktG nach dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der SICK AG ausgewiesenen Bilanzgewinn. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung der SICK AG vom 19. Mai 2022 wurden aus dem Bilanzgewinn der SICK AG zum 31. Dezember 2021 für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende in Höhe von EUR 1,65 je Aktie, also unter Berücksichtigung nicht dividendenberechtigter eigener Aktien von insgesamt Mio. EUR 43,3 ausgeschüttet. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022 ist eine Dividende in Höhe von EUR 1,40 je Aktie, also unter Berücksichtigung nicht dividendenberechtigter eigener Aktien von insgesamt Mio. EUR 36,7 vorgesehen. Die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals sowie ihre Entwicklung in den Jahren 2022 und 2021 ergeben sich aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung. (27) Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Es bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von Mio. EUR 24,1 (im Vorjahr Mio. EUR 26,8) mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind überwiegend festverzinslich. Die Zinssätze bewegen sich zwischen 0,6 und 3,4 Prozent (im Vorjahr zwischen 0,6 und 1,3 Prozent). Bezüglich weiterer Informationen zu den Zinsrisiken verweisen wir auf die Erläuterungen zu Abschnitt G. (36) "Finanzielles Risikomanagement". Finanzverbindlichkeiten in Höhe von Mio. EUR 1,6 (im Vorjahr Mio. EUR 0,0) sind durch Grundpfandrechte besichert.
(28) Rückstellungen und weitere VerbindlichkeitenDie langfristigen Rückstellungen und weiteren Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten enthalten vor allem die langfristigen Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Abgrenzungen. Für weitergehende Informationen verweisen wir auf Abschnitt F. (31) "Vertragsverbindlichkeiten". Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenRückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden aufgrund von Versorgungsplänen für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen gebildet. Die Leistungen variieren je nach den rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes und basieren in der Regel auf der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt des Mitarbeitenden. Die Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl auf Basis von Leistungs- als auch von Beitragszusagen. Bei den Beitragszusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind im Personalaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen; sie beliefen sich inkl. der Beiträge an die gesetzlichen Rentenversicherungen im Geschäftsjahr 2022 auf insgesamt Mio. EUR 55,1 (im Vorjahr Mio. EUR 47,4). Daneben besteht ein Teil der betrieblichen Altersversorgungssysteme in Leistungszusagen (Defined Benefit Plans), die grundsätzlich den Begünstigten eine lebenslänglich zahlbare monatliche Altersrente im Rentenalter garantieren. Diese sind sowohl unternehmens- als auch mitarbeiterfinanziert. Insoweit Pensionsverpflichtungen bei Versicherungsunternehmen rückgedeckt sind, werden diese Rückdeckungsansprüche bei Vorliegen der Voraussetzungen von IAS 19 als Plan Asset mit den Rückstellungen saldiert ausgewiesen. Folgende Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
Die genannten Beträge sind grundsätzlich im Personalaufwand der Periode erfasst; die Zinskomponente aus den Verpflichtungen wird im Zinsaufwand ausgewiesen. Die leistungsorientierte Verpflichtung hat sich wie folgt verändert:
Die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen im Inland bewegt sich zwischen 3,0 und 5,3 Jahren (im Vorjahr zwischen 3,3 und 9,1 Jahren). Das Planvermögen betrifft im Wesentlichen verpfändete Rückdeckungsansprüche gegenüber Versicherungsunternehmen. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens stellen sich wie folgt dar:
Der Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2023 mit Beiträgen zu leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von Mio. EUR 2,2 (im Vorjahr Mio. EUR 2,5). Im folgenden Jahr werden voraussichtlich Rentenzahlungen in Höhe von Mio. EUR 3,1 (im Vorjahr Mio. EUR 3,7) im Rahmen der leistungsorientierten Verpflichtung erfolgen. Folgende Beträge wurden für Leistungszusagen in der Bilanz erfasst:
Die Erstattungsansprüche (Reimbursement Rights) qualifizieren nicht als Planvermögen, da sie unverpfändete Rückdeckungsversicherungen beinhalten. Sie haben sich wie folgt entwickelt:
Die quantitative Sensitivitätsanalyse führt bei der Veränderung wichtiger Annahmen zu folgender Auswirkung auf die leistungsorientierten Verpflichtungen der wesentlichen Gesellschaften:
Bei der Berechnung der Sensitivität der Verpflichtungen für die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen wurde die gleiche Methode angewandt wie bei der Berechnung der Verpflichtung. Die Auswirkungen der Annahmeänderungen wurden jeweils separat ermittelt. Mögliche Abhängigkeiten wurden somit nicht analysiert. Wenn mehrere Annahmen gleichzeitig geändert werden, muss die Gesamtwirkung nicht notwendigerweise der Summe der Einzeleffekte entsprechen. Folgende Sterbetafeln für die wesentlichen Länder wurden zum 31. Dezember 2022 verwendet:
Der Berechnung der Pensionsrückstellungen liegen folgende wesentliche Annahmen zugrunde:
Sonstige RückstellungenDie sonstigen lang- und kurzfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Rückstellungen für Personal- und Sozialaufwand werden im Wesentlichen für Altersteilzeit, Jubiläumszuwendungen, Abfindungen und ähnliche Verpflichtungen gebildet. In den Rückstellungen für Gewährleistungen und Kontraktverluste sind im Wesentlichen Verpflichtungen aus gesetzlicher Gewährleistung und Kulanz enthalten. In den übrigen Rückstellungen werden verschiedene erkennbare Einzelrisiken und ungewisse Verpflichtungen in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich nach ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme wie folgt:
(29) SteuerverbindlichkeitenIn dieser Position werden Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern ausgewiesen. (30) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr generell eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. (31) VertragsverbindlichkeitenDie kurz- und langfristigen Vertragsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die Umsatzabgrenzung beinhaltet im Wesentlichen unrealisierte Umsätze aus Serviceverträgen, wie beispielsweise Wartungsverträge oder Verträge über erweiterte Gewährleistung. Die Entwicklung der Vertragsverbindlichkeiten ergibt sich im Geschäftsjahr wie folgt:
Die langfristigen Vertragsverbindlichkeiten sind in der Bilanz in den langfristigen Rückstellungen und weiteren Verbindlichkeiten enthalten. Für weitergehende Informationen verweisen wir auf Abschnitt F. (28) "Rückstellungen und weitere Verbindlichkeiten". (32) Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr generell eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. G. Sonstige Angaben(33) EventualverbindlichkeitenAls international tätiges Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern ist der Konzern einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Gewährleistung, Steuerrecht und sonstige Rechtsstreitigkeiten gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren können nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden, sodass aufgrund von Entscheidungen Aufwendungen entstehen können, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft und seine Ergebnisse haben könnten. Nach Einschätzung der Konzernführung sind in den gegenwärtig anhängigen Rechtsverfahren Entscheidungen mit wesentlichem Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage zu Lasten des Konzerns nicht zu erwarten. (34) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle VerpflichtungenHaftungsverhältnisseEs bestehen keine angabepflichtigen Haftungsverhältnisse. Sonstige finanzielle VerpflichtungenDer Konzern hat Verpflichtungen aus Bestellobligo (im Wesentlichen für Sachanlagen) und Ähnlichem in Höhe von Mio. EUR 49,5 (im Vorjahr Mio. EUR 9,5), die in den nächsten zwölf Monaten fällig sind, sowie mehrere Wartungsverträge und andere Verpflichtungen, aus denen sich bis auf Weiteres jährliche sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von Mio. EUR 46,2 (im Vorjahr Mio. EUR 40,5) ergeben. Die übrigen finanziellen Verpflichtungen liegen im geschäftsüblichen Rahmen. (35) LeasinginformationenFolgende Tabellen liefern Informationen zu den Beträgen:
Darüber hinaus erfolgten Zahlungsmittelabflüsse für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von Mio. EUR 8,1 (im Vorjahr Mio. EUR 6,3). Abschreibungen, Zugänge und sonstige Veränderungen bei Nutzungsrechten teilen sich auf die Kategorien wie folgt auf:
Darüber hinaus bestehen zukünftige Zahlungen aus Leasingverhältnissen, die nicht begonnen jedoch bereits vertraglich eingegangen wurden, in Höhe von Mio. EUR 0,1 (im Vorjahr Mio. EUR 3,3). Für Angaben zu künftigen Zahlungsverpflichtungen verweisen wir auf Abschnitt G. (36e) "Liquiditätsrisiken". (36) Finanzielles RisikomanagementDer Konzern unterliegt mit seinen finanziellen Aktivitäten verschiedenen Risiken, deren Messung, Steuerung und Überwachung durch ein systematisches, schriftlich fixiertes Risikomanagement erfolgt und eine Vermeidung von Risikokonzentration zum Ziel hat. Der Konzern ist Marktpreisrisiken durch Veränderungen von Wechselkursen oder Zinssätzen ausgesetzt. Auf der Beschaffungsseite bestehen Warenpreisrisiken und Wechselkursrisiken. Der Konzern unterliegt darüber hinaus Kreditrisiken, die vor allem aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren. Ferner bestehen Liquiditätsrisiken, die im Zusammenhang mit den Kredit- und Marktpreisrisiken stehen oder mit einer Verschlechterung des operativen Geschäfts bzw. mit Störungen an den Finanzmärkten einhergehen. Diese Finanzrisiken können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nachteilig beeinflussen. Nachstehend wird im Einzelnen auf das Management von Marktrisiken (Wechselkursrisiken, Zinsrisiken, Warenpreisrisiken), Kreditrisiken und Liquiditätsrisiken eingegangen. (a) WechselkursrisikenDer Konzern tätigt weltweit Fremdwährungstransaktionen und ist deshalb Wechselkursschwankungen ausgesetzt, die Auswirkungen auf die in Euro ausgewiesenen Vermögenswerte und Erträge haben. Fremdwährungsrisiken im Finanzierungsbereich resultieren aus finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung und aus Darlehen in Fremdwährung, die zur Finanzierung an Konzerngesellschaften ausgereicht werden. Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzerngesellschaften ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer funktionalen Währung ab. Daneben bestehen intensive Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen den Konzerngesellschaften. Weiterhin entstehen Transaktionsrisiken bei den Exposures aus den auf ausländische Währungen lautenden finanziellen Aktiven und Passiven. Durch den Einsatz von Devisenterminkontrakten und Optionsgeschäften soll Wechselkursrisiken entgegengewirkt werden. Für die Sicherung von zukünftigen Umsätzen gegen Wechselkursrisiken werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Es werden Teile des im nächsten Geschäftsjahr erwarteten Exposure in den für den Konzern wichtigsten Währungen abgesichert. Risiken aus dem Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten bestehen zum einen durch den Ausfall des Geschäftspartners, dem durch eine entsprechende Auswahl vorgebeugt wird. Zum anderen bestehen sie in der Marktwertveränderung von Derivaten, denen jedoch im Regelfall eine entgegengesetzte Marktwertentwicklung des Grundgeschäfts gegenübersteht. Der abgesicherte Umsatzbetrag orientiert sich an der Einschätzung des kommenden Geschäftsjahres. Diese wird weitgehend aus Vergangenheitswerten abgeleitet, wobei die Umsätze höchstwahrscheinlich eintreten. Es erfolgt eine laufende Überwachung der Werte. Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Neben Wechselkursrisiken unterliegt der Konzern Zinsrisiken. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Wechselkursrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen der Konzern Finanzinstrumente einsetzt. Den Währungssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde:
Die folgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern aufgrund der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der monetären Fremdwährungspositionen.
(b) ZinsrisikenUnter Zinsrisiken versteht der Konzern negative Auswirkungen auf die Vermögens- und Ertragslage, die sich aus Zinssatzänderungen ergeben können. Diesen Risiken wird u. a. dadurch begegnet, dass für die externe Finanzierung weitgehend Festsatzvereinbarungen bestehen. Des Weiteren können im Risikomanagement derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden. Aufgrund der Struktur der Aktiva und Passiva existieren Zinsänderungsrisiken im Wesentlichen im Bereich der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung zwischen variablen und festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten:
Die folgende Tabelle zeigt die Struktur der Zinsanpassungstermine:
Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebnisteile sowie ggf. auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde:
Die folgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern aufgrund einer Änderung des Marktzinsniveaus am Stichtag:
(c) WarenpreisrisikenDer Konzern ist Risiken aus der Änderung von Warenpreisen ausgesetzt, die aus dem Bezug von Produktionsmitteln entstehen. Der Konzern sichert sich im Allgemeinen gegen dieses Risiko nicht mit derivativen Finanzinstrumenten ab, sondern minimiert es im Zusammenspiel mit Qualitäts- und Beschaffungssicherheitsaspekten durch eine den aktuellen Gegebenheiten und Veränderungen angepasste Einkaufsstrategie. Hierbei werden potenzielle Beschaffungsquellen permanent nach regionalen, technologischen, qualitativen und preislichen Aspekten bewertet, freigegeben und entsprechend in Entwicklungs- und Produktionsprozesse eingebettet. Kurzfristigen Preisschwankungen aufgrund von Materialwerten oder Lieferengpässen bestimmter Produktgruppen wird durch ein stetig aktualisiertes Planungsgerüst begegnet, das auch strategische Sicherheitsbestände einschließt. (d) KreditrisikenDas Kreditrisiko beschreibt die Gefahr eines ökonomischen Verlusts, der dadurch entsteht, dass ein Kontrahent seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Das Kreditrisiko umfasst dabei sowohl das unmittelbare Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung, verbunden mit der Gefahr der Konzentration einzelner Risiken. Den Kreditrisiken wird durch die Beschränkung auf Geschäftsbeziehungen mit erstklassigen Banken begegnet. Die Ausfallrisiken bei den Forderungen werden durch eine fortlaufende Überprüfung der Bonität der Gegenparteien und durch die Limitierung aggregierter Einzelparteirisiken minimiert. Das maximale Ausfallrisiko für finanzielle Vermögenswerte entspricht ihrem Buchwert. Das Geschäft mit Großkunden unterliegt einer gesonderten Bonitätsüberwachung. Gemessen am gesamten Risikopotenzial aus dem Ausfallrisiko sind die Forderungen gegenüber diesen Kunden jedoch nicht so hoch, als dass sie eine außerordentliche Risikokonzentration begründen würden. Zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste verwendet der Konzern differenziert nach Regionen und Gesellschaften spezifische Wertberichtigungsmatrizen. Die fälligkeitsspezifischen Wertberichtigungsfaktoren basieren auf historischen sowie zukunftsorientierten Informationen, zum Beispiel individuellen und makroökonomischen Daten. Die folgenden Tabellen geben Informationen über das Ausmaß der in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Kreditrisiken:
Die Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
(e) LiquiditätsrisikenDas Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen nicht im ausreichenden Maß erfüllen kann. Der Konzern generiert finanzielle Mittel vorwiegend durch das operative Geschäft und externe Finanzierungen. Die Mittel dienen vorrangig der Finanzierung des Working Capital sowie der Investitionen. Der Konzern steuert seine Liquidität, indem er neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft in ausreichendem Umfang liquide Mittel vorhält und Kreditlinien bei Banken unterhält. Die liquiden Mittel umfassen Zahlungsmittel sowie andere Vermögenswerte.
Das operative Liquiditätsmanagement umfasst einen Cash-Concentration-Prozess, durch den eine tägliche Zusammenführung von liquiden Mitteln erfolgt. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -bedarfe entsprechend den Erfordernissen des Gesamtkonzerns sowie einzelner Konzerngesellschaften gesteuert werden. In das kurz- und mittelfristige Liquiditätsmanagement werden die Fälligkeiten finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sowie Schätzungen des operativen Zahlungsflusses einbezogen. Detaillierte Angaben sind in den Anmerkungen zu Abschnitt F. (27) "Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten" enthalten. Die folgende Fälligkeitsübersicht zeigt, wie die Auszahlungen für die finanziellen Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2022 die Liquiditätssituation des Konzerns beeinflussen. Die Übersicht beschreibt den Ablauf der undiskontierten
Die undiskontierten Auszahlungen dieses Ablaufs unterliegen folgenden Bedingungen:
Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns weisen die nachfolgend dargestellten Zahlungsverpflichtungen auf. Die Angaben erfolgen auf der Basis der vertraglichen, nicht abgezinsten Zahlungen.
Die Zahlungsströme der derivativen Finanzinstrumente sind netto dargestellt. Darin enthalten sind Devisenkontrakte mit negativen Marktwerten, die sich jedoch in einen Zahlungsmittelabfluss in Höhe von Mio. EUR 54,4 (im Vorjahr Mio. EUR 14,3) und einen Zahlungsmittelzufluss in Höhe von Mio. EUR 53,1 (im Vorjahr Mio. EUR 9,7) aufteilen. Darüber hinaus bestehen derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert, die sich in einen Zahlungsmittelabfluss von Mio. EUR 191,1 (im Vorjahr Mio. EUR 128,4) und einen Zahlungsmittelzufluss von Mio. EUR 196,6 (im Vorjahr Mio. EUR 128,6) aufteilen. Zum 31. Dezember 2021 wiesen die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns die nachfolgend dargestellten Zahlungsverpflichtungen auf. Die Angaben erfolgten auf der Basis der vertraglichen, nicht abgezinsten Zahlungen.
Die vorgehaltene Liquidität sowie kurz- und langfristige Kreditlinien geben dem Konzern eine ausreichende Flexibilität, um den Refinanzierungsbedarf des Konzerns zu decken. Aufgrund der Diversifizierung der Finanzierungsquellen und der liquiden Mittel unterliegt der Konzern keinem Konzentrationsrisiko im Bereich der Liquidität. (f) KapitalsteuerungVorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es sicherzustellen, dass zur Unterstützung seiner Geschäftstätigkeit eine gute Eigenkapitalquote im Rahmen einer risikoarmen und flexiblen Finanzierungsstruktur aufrechterhalten wird. Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und nimmt Anpassungen vor. Zur Änderung der Kapitalstruktur können Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vorgenommen oder neue Anteile ausgegeben werden. Der Konzern überwacht sein Kapital, unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Einflussgrößen wie beispielsweise dem Konzernergebnis, im Wesentlichen mithilfe der Eigenkapitalquote. Die Eigenkapitalquote entspricht dem Verhältnis des bilanziellen Eigenkapitals zur Bilanzsumme. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die Eigenkapitalquote 51,4 Prozent (im Vorjahr 51,3 Prozent). (37) Finanzinstrumente(a) Zeitwerte von FinanzinstrumentenFinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die regelmäßig zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden:
Der Marktwert von Devisenterminkontrakten wird anhand der zum Bilanzstichtag herrschenden Kurse auf dem Devisenmarkt bestimmt. Als Grundlage für die Berechnung der Marktwerte werden jeweils die Devisenmittelkurse verwendet. Die Berechnungsmethoden und darin verwendeten Einflussgrößen stehen im Einklang mit den Bestimmungen des IFRS 13. Der Marktwert der Optionen wird mit der von Garman und Kohlhagen modifizierten Black-Scholes-Methode ermittelt. Die Bewertung einer Option basiert vor allem auf den Devisenkursen, den jeweiligen Zinssätzen des Währungspaares und der Volatilität zum Bilanzstichtag sowie der Restlaufzeit. Während der Berichtsperiode zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 gab es keine Umbuchungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 1 und Stufe 2 und keine Umbuchungen in oder aus Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 3. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht regelmäßig zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden:
Der Zeitwert der Wertpapiere und der sonstigen Finanzanlagen wird, sofern verfügbar, auf der Grundlage des börsennotierten Marktpreises zum Bilanzstichtag ermittelt. Die Buchwerte der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Vermögenswerte, der flüssigen Mittel und der sonstigen Verbindlichkeiten entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten nahezu den beizulegenden Zeitwerten. Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird ein Barwert der künftigen Cashflows auf Basis von fristgerechten marktüblichen Zinssätzen ermittelt. Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Für die Darstellung der Buch- und Zeitwerte nach Klassen und Kategorien verweisen wir auf die Anlagen A3 und A4 zum Konzernanhang. Aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für die zum 31. Dezember 2022 im Bestand befindlichen Finanzinstrumente sind folgende Gesamterträge und -aufwendungen entstanden:
(b) Nettoergebnisse nach BewertungskategorienDie folgende Tabelle stellt die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne und -verluste von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 dar:
Die Nettogewinne und -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten neben den Ergebnissen aus Marktwertveränderungen auch Zinsaufwendungen und -erträge aus diesen Finanzinstrumenten. Die Nettogewinne und -verluste der zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Ergebnisse aus Zinsen, Währungseffekten und Wertminderungen. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus Krediten und Forderungen beinhalten im Wesentlichen Ergebnisse aus Zinsen, Währungseffekten und Wertminderungen. Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten neben den Ergebnissen aus Marktwertänderungen auch Zinsaufwendungen und -erträge aus diesen Finanzinstrumenten. Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Ergebnisse aus Zinsaufwendungen. (c) Gesamtzinsertrag und -aufwandDie Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:
(d) Derivative FinanzinstrumenteZum Bilanzstichtag ergaben sich die beizulegenden Fair Values der derivativen Finanzinstrumente wie folgt:
Die Währungsinstrumente werden hauptsächlich eingesetzt, um Wechselkursrisiken in CNY abzusichern. Die gesamten Absicherungen in Höhe von Mio. EUR 244,2 (im Vorjahr Mio. EUR 138,1) haben eine Laufzeit von weniger als zwölf Monaten. (38) Zuwendungen der öffentlichen HandDer Konzern weist im Geschäftsjahr Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von insgesamt Mio. EUR 2,5 (im Vorjahr Mio. EUR 2,2) auf, welche zweckgebunden sind. Davon wurden Mio. EUR 2,5 (im Vorjahr Mio. EUR 2,2) von den Anschaffungskosten der betreffenden Vermögenswerte abgesetzt. Die Zuwendungen der öffentlichen Hand betreffen vor allem die im Zuge der regionalen Wirtschaftsförderung für die Investitionen am Standort Ungarn gewährten Mittel. Eine nicht zweckgebundene Verwendungen kann zu einer Rückzahlung führen. Weiterhin weist der Konzern nicht erfolgsabhängige Zuwendungen der öffentlichen Hand für Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie sonstige Unterstützungsleistungen in Höhe von Mio. EUR 4,1 (im Vorjahr Mio. EUR 4,1) aus. Diese wurden im Jahr 2022 gemäß Projekt- bzw. Leistungsfortschritt vollständig erfolgswirksam erfasst. (39) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenAls "related parties" kommen grundsätzlich die Mitglieder des Vorstands, die Mitglieder des Aufsichtsrats des Konzerns, die Mitglieder der Familie Sick, die Sick Glaser GmbH, Freiburg/Deutschland, die Gisela und Erwin Sick Stiftung, Freiburg/Deutschland, Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen sowie die SICK Holding GmbH, Freiburg/Deutschland, in Betracht. Die SICK Holding GmbH, ist die oberste Muttergesellschaft der SICK AG, und Herr Sebastian Glaser ist mit 84,8 Prozent der Kapitalanteile an der SICK Holding GmbH der oberste beherrschende Beteiligte. Der Konzernabschluss der SICK Holding GmbH wird im Bundesanzeiger offengelegt. Alle Geschäftsbeziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt. Die folgende Tabelle enthält die Gesamtbeträge aus Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen für das betreffende Geschäftsjahr:
Die erbrachten Lieferungen und Leistungen des Konzerns betreffen im Wesentlichen Dienstleistungen. Der Konzern hat im Rahmen der empfangenen Lieferungen und Leistungen vor allem Warenlieferungen und Dienstleistungen erhalten. Es bestehen keine Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Während des Geschäftsjahres gab es wie im Vorjahr mit Ausnahme von gezahlten Dividenden keine wesentlichen Geschäftsbeziehungen zwischen dem Konzern und der SICK Holding GmbH, Freiburg. Im Konzern bestehen zum 31. Dezember 2022 wie im Vorjahr mit Ausnahme der noch nicht ausbezahlten Vergütungen keine Forderungen und Verbindlichkeiten gegen Mitglieder des Vorstands. Die Personen in Schlüsselpositionen des Managements umfassen die Mitglieder des Vorstands der SICK AG. Die diesem Personenkreis gewährten Vergütungen in Höhe von Mio. EUR 5,3 (im Vorjahr Mio. EUR 6,9) umfassen neben kurzfristig fälligen bzw. im Geschäftsjahr aufwandswirksamen Leistungen in Höhe von Mio. EUR 4,5 (im Vorjahr Mio. EUR 5,1) auch Leistungen für die Zeit nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe von Mio. EUR 0,4 (im Vorjahr Mio. EUR 0,4) sowie andere langfristig fällige Leistungen in Höhe von Mio. EUR 0,4 (im Vorjahr Mio. EUR 1,5), von denen Mio. EUR 0,2 (im Vorjahr Mio. EUR 0,7) in Aktien der SICK AG erfüllt werden können. Die Gesamtbezüge gem. § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB der im Berichtsjahr amtierenden Vorstände betragen ohne Pensionsaufwendungen Mio. EUR 4,9 (im Vorjahr Mio. EUR 6,6). In den Geschäftsjahren 2020, 2021 und 2022 wurde mit den Mitgliedern des Vorstands der SICK AG eine Langfristvergütungsregelung (Long Term Incentive, kurz "LTI") abgeschlossen. Grundsätzliche Voraussetzung für den Bezug des LTI ist unter anderem die Zugehörigkeit zum Vorstand der SICK AG über einen Zeitraum von drei Jahren. Bemessungsgrundlage des LTI ist grundsätzlich ein über drei Geschäftsjahre (je nach Vertrag 2020 bis 2022 bzw. 2022 bis 2024, die "Zeitperiode") kumulierter positiver Value Added. Das LTI bemisst sich zum einen als Prozentsatz auf den in diesem Zeitraum ermittelten durchschnittlichen Value Added, zum anderen auf Basis verschiedener finanzieller Leistungsindikatoren. Es ist auf einen bestimmten Anteil der Festbezüge begrenzt. Der LTI wird nach Ende der Zeitperiode zu maximal 50 Prozent in Aktien der SICK AG und zu mindestens 50 Prozent in bar ausbezahlt. Im Geschäftsjahr 2022 sind 7.050 Aktien zum Preis von EUR 60,46 im Rahmen des LTI nach Ablauf der Zeitperiode 2019 bis 2021 ausbezahlt worden. Die Verpflichtungen aus dem Barausgleich betragen zum 31. Dezember 2022 Mio. EUR 0,5. Den Umfang des Aktienanteils bestimmt die Gesellschaft unter Berücksichtigung der vorhandenen eigenen Aktien. Für die Umrechnung des in Aktien auszubezahlenden Anteils ist der jeweilige vom zuständigen Finanzamt festgestellte aktuelle Kurs oder der jeweilige Börsenkurs im Zeitpunkt der Fälligkeit maßgeblich. Scheidet ein Vorstand während dieses 3-Jahres-Zeitraums aus, entfällt grundsätzlich ein Anspruch auf ein LTI für diese Periode. Die im Rahmen des LTI übertragenen SICK-Aktien sind in einem Depot mit Sperrvermerk zu verwahren, wonach die Herausgabe der Aktien nur mit Zustimmung der Gesellschaft erfolgen darf. Eine Verfügung über diese Aktien kann nur im Zusammenhang mit einem Ausscheiden aus dem Vorstand oder mit dem Eintritt in den Ruhestand erfolgen. Die Bewertung des LTI zum 31. Dezember 2022 erfolgte unter Zugrundelegen der Konzernabschlüsse zum 31. Dezember 2020 bis 2022 sowie der Planungen für den Konzern für künftige Geschäftsjahre unter Berücksichtigung der vertraglich vorgesehenen Begrenzung. Auf Basis des im Geschäftsjahr 2022 vom Finanzamt ermittelten Aktienpreises in Höhe von EUR 60,46 entspricht der Anteil von 50 Prozent des LTI, der in Aktien ausgeglichen werden kann, einem Betrag von Mio. EUR 0,5 oder 8.870 Aktien. Die Gesamtvergütungen früherer Mitglieder der Geschäftsführung und deren Hinterbliebenen betrugen im Geschäftsjahr Mio. EUR 2,0 (im Vorjahr Mio. EUR 1,8). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber diesem Personenkreis sind Mio. EUR 13,9 (im Vorjahr Mio. EUR 16,6) zurückgestellt. Die Vergütungen des Aufsichtsrats der SICK AG betrugen für die Aufsichtsratstätigkeit Mio. EUR 1,1 (im Vorjahr Mio. EUR 0,7) sowie im Falle der Tätigkeit für die SICK AG Mio. EUR 0,6 (im Vorjahr Mio. EUR 0,5). Gesonderte Vergütungen für Beratungsleistungen fielen nicht an. Die Familie Sick hat zum 31. Dezember 2022 wie im Vorjahr keine Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Konzern. (40) MitarbeiterbeteiligungsprogrammeDie SICK AG hat von 1999 bis 2003 jährlich ein Mitarbeiteraktienprogramm aufgelegt. Insgesamt wurden im Rahmen aller Mitarbeiteraktienprogramme ca. 1,3 Mio. Aktien ausgegeben, von denen die SICK AG zwischenzeitlich 0,3 Mio. Aktien (im Vorjahr 0,3 Mio. Aktien) zum Marktpreis zurückerworben hat. (41) Honorare und Dienstleistungen des AbschlussprüfersDie folgende Tabelle zeigt auf aggregierter Basis die für Dienstleistungen des Abschlussprüfers Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, angefallenen Honorare:
(42) Nicht vorzeitig angewandte RechnungslegungsstandardsDer IASB und das IFRIC haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet. Die Anwendung dieser Regelungen erfolgt in diesem Berichtsjahr nicht, weil entweder die Anerkennung durch die EU noch aussteht oder eine Anwendung noch nicht verpflichtend ist. Der Konzern beabsichtigt grundsätzlich, alle Standards zum Zeitpunkt der erstmaligen verpflichtenden Anwendung zu berücksichtigen.
(43) Ereignisse nach dem BilanzstichtagWesentliche Ereignisse nach dem Stichtag haben sich nicht ergeben. (44) Angaben zu Vorstand und AufsichtsratVorstandDr. Mats Gökstorp, (Vorsitzender) Products & Marketing Feng Jiao, Sales & Service Ulrike Kahle-Roth, Supply Chain & Fulfillment (ab 1. Dezember 2022) Dr. Martin Krämer, Human Resources, Legal & Compliance (bis 30. September 2022) Nicole Kurek, People & Culture (ab 1. Juli 2022) Dr. Niels Syassen, Technology & Digitalization Markus Vatter, Finance & IT Dr. Tosja Zywietz, Operations, Procurement & Quality (bis 31. Dezember 2022) AufsichtsratDer Aufsichtsrat besteht gemäß § 95 AktG i. V. m. § 8 Absatz 1 der Satzung aus zwölf Mitgliedern. Hiervon werden sechs Mitglieder von der Hauptversammlung und sechs Mitglieder von den Arbeitnehmern gemäß den Bestimmungen des Mitbestimmungsgesetzes 1976 gewählt. Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen: Gisela Sick, Waldkirch Ehrenvorsitzende Privatier Vertreter der Anteilseigner:Dr. Robert Bauer (Vorsitzender) Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der SICK AG, Waldkirch Geschäftsführender Gesellschafter der STRAVIN GmbH, Emmendingen (ab 19. Mai 2022) Klaus M. Bukenberger, (Vorsitzender) Corporate Governance Consulting, Stuttgart (bis 19. Mai 2022) Franz Bausch, Geschäftsführer der Sick Glaser GmbH, Freiburg (bis 19. Mai 2022) Prof. Dr. Mark K. Binz, Rechtsanwalt, Stuttgart (bis 19. Mai 2022) Sebastian Glaser, Geschäftsführender Gesellschafter der SICK Holding GmbH, Freiburg Thomas Kusterer Finanzvorstand der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe (ab 19. Mai 2022) Prof. Dr.-Ing. Boris Otto Leiter des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik ISST, Dortmund Professor für Industrielles Informationsmanagement an der Technischen Universität Dortmund (ab 19. Mai 2022) Renate Sick-Glaser, Geschäftsführende Gesellschafterin der Sick Glaser GmbH, Freiburg (Bis 19. Mai 2022) Dorothea Sick-Thies Gründerin und Alleingesellschafterin der Protect the Planet gGmbH, München (ab 19. Mai 2022) Dr. Dipl.-Ing. Eberhard Veit, Geschäftsführender Gesellschafter der 4.0-Veit GbR, Göppingen Vertreter der Arbeitnehmer:Karl-Heinz Barth, Vorsitzender des Betriebsrats der SICK AG, Donaueschingen Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrats (bis 19.Mai 2022) Dr. Bernd Cordes, Leiter des Global Business Center 07 der SICK AG, Waldkirch (bis 19.Mai 2022) Thomas Franz Senior Vice President Operations der SICK AG, Reute (ab 19.Mai 2022) Norbert Göbelsmann 1. Bevollmächtigter der IG Metall, Geschäftsstelle Freiburg (ab 19.Mai 2022) Dr. Matthias Müller, Leiter des Bereichs Finanzen im DGB Bundesvorstand, Berlin Gabriele Pontiggia Referentin HR Organizational & People Development der SICK AG, Waldkirch (ab 19.Mai 2022) Hermann Spieß, Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Freiburg (bis 19.Mai 2022) Susanne Tröndle, (stellvertretende Vorsitzende) Vorsitzende des Betriebsrats und des Gesamtbetriebsrats der SICK AG, Waldkirch Vorsitzende des Konzernbetriebsrats Thomas Weckopp, Vorsitzender des Betriebsrats der SICK Vertriebs-GmbH, Düsseldorf (45) Freigabe des KonzernabschlussesDer Konzernabschluss wurde am 16. März 2023 vom Vorstand freigegeben. Anschließend wurde er dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegt.
Waldkirch, den 16. März 2023 SICK AG Der Vorstand Dr. Mats Gökstorp, Vorsitzender Feng Jiao Ulrike Kahle-Roth Nicole Kurek Dr. Niels Syassen Markus Vatter Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens
In den Zugängen zu den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von Mio. EUR 1,3 und auf Sachanlagen in Höhe von Mio. EUR 1,2 enthalten. Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens
In den Zugängen zu den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten und andere selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte von Mio. EUR 2,5 enthalten. Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien in Mio. EUR
AKTIVA
1) amortised cost
Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien in Mio. EURAKTIVA
AKTIVA
1) amortised cost
Aufstellung des vollständigen Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022
zu 1) Die Gesellschaften haben von der
Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch
gemacht.
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die SICK AG PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der SICK AG, Waldkirch, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der SICK AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die auf der letzten Seite des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Freiburg i. Br., 16. März 2023 Ernst
& Young GmbH
Nietzer, Wirtschaftsprüfer Busser, Wirtschaftsprüfer BERICHT DES AUFSICHTSRATS gemäß § 171 Abs. 2 AktG über das Geschäftsjahr 2022DER SICK AGDer Geschäftsverlauf des Jahres 2022 war geprägt von den negativen Auswirkungen der geopolitischen Konflikte, der hohen Inflation und Energiekrise, dem anhaltenden Pandemiegeschehen mit Auswirkungen auf Lieferketten und den Engpässen auf den Beschaffungsmärkten. Trotz der komplexen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte SICK die Geschäftsentwicklung positiv gestalten. Die Digitalisierung in der Automation führte zu einer steigenden Nachfrage nach Sensorik. Die Ertragslage des SICK-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 resultiert aus einer in Summe positiven Umsatzentwicklung bei gleichzeitig überproportional gestiegenen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr, was sich in einem reduzierten Ertrag widerspiegelt. Durch zusätzliche Aufwendungen und innovative Lösungen konnten im Geschäftsjahr 2022 trotz Risiken größere Unterbrechungen in der Lieferkette im Hinblick auf elektronische Bauteile, Rohstoffe und Logistik vermieden werden. Die Nachfrage nach Sensortechnologie war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt erfreulich. Dabei bewährte sich erneut die breite Aufstellung des SICK-Konzerns. Die Entwicklung der Auftragseingänge verlief in den Geschäftsfeldern mit unterschiedlicher Intensität insgesamt spürbar positiv. Dies gilt insbesondere im Geschäftsfeld Logistikautomation. Die Geschwindigkeit des Wandels bietet neue Chancen. SICK wird die großen Potenziale der Digitalisierung und der weltweiten Nachfragen nach Automatisierungslösungen nicht nur nutzen, sondern diesen Wandel gestalten. Im 4. Quartal gab es für SICK doppelten Grund zur Freude: Im November feierte Frau Gisela Sick, die Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats und Mitgründerin des Unternehmens, ihren 100. Geburtstag. Im Dezember überschritt SICK den Meilenstein von zwei Milliarden Euro Umsatz. ZUSAMMENARBEIT VON VORSTAND UND AUFSICHTSRATDer Aufsichtsrat der SICK AG hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2022 umfassend und sorgfältig wahrgenommen. Er hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens fortlaufend beraten sowie dessen Geschäftsführung kontinuierlich überprüft und überwacht. Maßstab waren dabei insbesondere die Recht-, Ordnungs- und Zweckmäßigkeit sowie die Wirtschaftlichkeit der konzernweiten Geschäftsführung durch den Vorstand. Der Aufsichtsrat hat mit dem Vorstand die Organisation des Unternehmens erörtert und sich von deren Leistungsfähigkeit überzeugt. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich zudem kontinuierlich über die strategische Ausrichtung des Unternehmens abgestimmt. Der jeweilige Stand der Strategieumsetzung wurde in regelmäßigen Abständen diskutiert. In alle Entscheidungen des Vorstands, die für das Unternehmen grundlegende Bedeutung haben, war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form. Auf diese Weise lagen dem Aufsichtsrat laufend Informationen über die Planung, die Umsetzung der Strategie, die Geschäftsentwicklung und die Geschäftslage der SICK AG und des Konzerns einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance vor. Zudem war der Aufsichtsrat stets über Geschäfte von besonderer Bedeutung für das Unternehmen bzw. den Konzern informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen wurden proaktiv kommuniziert und die Gründe für diese Abweichungen wurden erläutert. Gegenstand und Umfang der Berichterstattung des Vorstands wurden den vom Aufsichtsrat gestellten Anforderungen in vollem Umfang gerecht. Neben den Berichten ließ sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ergänzende Informationen erteilen. Insbesondere stand der Vorstand in den Aufsichtsratssitzungen zur Erörterung und zur Beantwortung aller Fragen zur Verfügung. Die vom Vorstand erteilten Informationen hat der Aufsichtsrat auf ihre Plausibilität hin überprüft sowie kritisch gewürdigt und hinterfragt. Der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses wurden auch zwischen den Sitzungsterminen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse vom Vorstand fortlaufend ausführlich informiert. So führte insbesondere der Vorsitzende des Vorstands regelmäßig Gespräche mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, um die Strategie, die Planung, die aktuelle Geschäftsentwicklung und -lage einschließlich der Risikolage, das Risikomanagement und die Compliance sowie wesentliche Einzelthemen und Entscheidungen zu erörtern. Über wichtige Ereignisse, die von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des SICK-Konzerns waren, wurde der Vorsitzende des Aufsichtsrats unverzüglich informiert. Interessenkonflikte von Aufsichtsratsmitgliedern im Zusammenhang mit der Ausübung ihres Amtes traten im Berichtsjahr nicht auf. SITZUNGEN UND BESCHLÜSSE DES AUFSICHTSRATSDer Aufsichtsrat der SICK AG hat sich im Geschäftsjahr 2022 zu sechs Sitzungen getroffen. In den Sitzungen hat sich das Gremium mit allen für das Unternehmen relevanten Fragen befasst und die notwendigen Entscheidungen getroffen. Die Sitzungen erfolgten im Präsenzformat oder teilweise in Hybridform mit der Möglichkeit, per Videokonferenz teilzunehmen. Daneben wurde ein Beschluss im Umlaufverfahren gefasst. Der Aufsichtsrat hat im Verlauf jeder Sitzung zumindest teilweise ohne den Vorstand getagt und dabei solche Tagesordnungspunkte behandelt, die entweder den Vorstand selbst betrafen oder eine rein interne Diskussion des Aufsichtsrats erforderten. Inhaltlich standen bei den Sitzungen des Aufsichtsrats insbesondere folgende Themen im Zentrum der Beratungen: In der Aufsichtsratssitzung am 17. März 2022 informierte der Vorstand den Aufsichtsrat umfassend und detailliert über den Verlauf des Geschäftsjahres 2021, insbesondere auch im Hinblick auf die Bereiche Sales and Service, Kapazitätserweiterungen im Bereich Operations und Produktinnovationen sowie Personal. Anschließend beschäftigte sich der Aufsichtsrat in Anwesenheit des Abschlussprüfers mit der Rechnungslegung und Konzernrechnungslegung der SICK AG für das Geschäftsjahr 2021, mit den von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY) durchgeführten Abschlussprüfungen und mit dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des im Geschäftsjahr 2021 erzielten Bilanzgewinns. Der Prüfungsausschuss berichtete über alle Themen, für die er im Zusammenhang mit der Rechnungslegung und Konzernrechnungslegung der SICK AG zuständig ist, insbesondere über Art und Umfang seiner Prüfung der Abschlussunterlagen. Er empfahl dem Gesamtgremium die Billigung dieser Unterlagen. Der Abschlussprüfer erläuterte anschließend seine Prüfungsergebnisse und den Verlauf der Diskussion in der Sitzung des Prüfungsausschusses vom 14. März 2022, in der diese Ergebnisse umfassend erörtert worden waren. Dazu gestellte Fragen wurden durch den Abschlussprüfer beantwortet. Der Aufsichtsrat erteilte dem Ergebnis der Abschlussprüfung seine Zustimmung. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwände und billigte die Rechnungslegung und Konzernrechnungslegung der SICK AG für das Geschäftsjahr 2021. Er prüfte außerdem den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands und schloss sich auf Empfehlung des Prüfungsausschusses diesem Vorschlag an. Ergänzend hierzu verabschiedete der Aufsichtsrat seine Beschlussvorschläge zur Tagesordnung für die Hauptversammlung am 19. Mai 2022. Im Rahmen dieser Sitzung erteilte der Vorstand zudem Auskunft über den Verlauf der ersten Monate des Geschäftsjahres 2022 und gab einen kurzen Ausblick auf die darauffolgenden Monate. Ferner informierte der Vorstand über die aktuelle Situation in Russland, die Lage am Beschaffungsmarkt sowie über Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgungsicherheit. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat mit der Analyse der Wettbewerbsposition des SICK-Konzerns im Vergleich zu direkten Wettbewerbern und zu vergleichbaren Familienunternehmen. Sodann informierte der Vorstand über aktuelle Bauvorhaben und den geplanten Neubau eines Bürogebäudes am Standort Waldkirch, dem der Aufsichtsrat anschließend per Umlaufbeschluss zustimmte. Außerdem beschloss der Aufsichtsrat neue Zielgrößen zum Frauenanteil in Aufsichtsrat und Vorstand. In seiner Sitzung am 19. Mai 2022 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der aktuellen Geschäftssituation, insbesondere vor dem Hintergrund der Materialversorgungskrise, dem steigenden Inflationsdruck, dem Krieg in der Ukraine und dem andauernden Einfluss der COVID-19-Pandemie. Ferner hat der Aufsichtsrat der Erweiterung von Produktionskapazitäten am Standort Ungarn zugestimmt. Auch in dieser Sitzung informierte der Vorstand über den Stand der aktuellen Bauvorhaben. Im Übrigen hat sich der Aufsichtsrat mit der weiteren Vorstandsnachfolgeplanung beschäftigt. Die Sitzung schloss mit der Verabschiedung der mit Ablauf der Hauptversammlung am 19. Mai 2022 ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder Klaus M. Bukenberger, Karl-Heinz Barth, Franz Bausch, Prof. Dr. Mark K. Binz, Dr. Bernd Cordes, Renate Sick-Glaser und Hermann Spieß. In der konstituierenden Sitzung des neuen Aufsichtsrats unmittelbar nach Ende der Hauptversammlung am 19. Mai 2022 wurden die neu ins Gremium gewählten Mitglieder Dr. Robert Bauer, Thomas Franz, Norbert Göbelsmann, Thomas Kusterer, Prof. Dr. Boris Otto, Gabriele Pontiggia und Dorothea Sick-Thies begrüßt. In dieser Sitzung wurden Dr. Robert Bauer zum Vorsitzenden und Susanne Tröndle zur stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Ebenso wurden die Mitglieder der verschiedenen Ausschüsse gewählt, wie im nachfolgenden Abschnitt über die Arbeit der Ausschüsse detailliert aufgeführt. In der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. und 23. September 2022 war zunächst die Nachfolgeplanung im Vorstand Gegenstand der Tagesordnung. Darauf folgte eine Darstellung des Vorstands über den bisherigen Geschäftsverlauf des Jahres 2022 nebst Ausblick gefolgt von einem umfassenden strategischen Ausblick und sowie einem Bericht zum Umsetzungstand der Strategie "SICK Beyond Borders". Ferner wurde vom Vorstand die finanzielle Mittelfristplanung von 2023 bis 2025 vorgestellt. In der Sitzung am 10. November 2022 bestellte der Aufsichtsrat Ulrike Kahle-Roth mit Wirkung zum 1. Dezember 2022 zum Mitglied des Vorstands für das Ressort Supply Chain & Fulfillment, als Nachfolgerin für den zum 31. Dezember 2022 aus dem Vorstand ausgeschiedenen Dr. Tosja Zywietz. In der Sitzung am 19. Dezember 2022 beriet der Aufsichtsrat erneut über die Nachfolgeplanung im Vorstand. Anschließend berichtete der Vorstand über die laufende Geschäftsentwicklung und die Potentiale rund um die Digitalisierung und die Nachfrage nach Automatisierungslösungen bei gleichzeitig anhaltender Volatilität in den Märkten und Lieferketten sowie andauerndem Inflationsdruck. Zudem gab der Vorstand einen Überblick über die detaillierte Budget- und Mittelfristplanung aller Konzerneinheiten sowie des Gesamtunternehmens für das Geschäftsjahr 2023. Gemeinsam mit dem Vorstand diskutierte der Aufsichtsrat ausführlich die darin enthaltenen Ziele, Rahmenbedingungen und Annahmen sowie die sich ergebenden Chancen und Risiken der Planung. Der Aufsichtsrat stimmte dem vorgestellten Budget für 2023 und den dazugehörigen Investitionsmaßnahmen - auch vor dem Hintergrund der dargelegten Finanzierung - zu. DIE ARBEIT IN DEN AUSSCHÜSSEN DES AUFSICHTSRATSDie Arbeit des Aufsichtsrats wurde durch eine umfassende Vorbereitung und Überwachung der zugewiesenen Themenfelder in Ausschüssen unterstützt. Im Berichtsjahr tagten der Prüfungsausschuss zweimal, der Personalausschuss fünfmal und der Investitionsausschuss einmal. Die Ausschussvorsitzenden haben in den jeweils folgenden Plenumssitzungen ausführlich über die Arbeit der Ausschüsse berichtet. Die Einberufung des Vermittlungsausschusses nach § 27 Abs. 3 des Mitbestimmungsgesetzes war wie in den Vorjahren nicht erforderlich. Aufgrund der umfangreichen Vorarbeit der Ausschüsse verfügte das Gesamtgremium über eine breite und umfassende Informationsbasis auf allen den Ausschüssen zugewiesenen Gebieten. Es war deshalb zu jeder Zeit in der Lage, sich intensiv und effizient mit den betreffenden Themen auseinanderzusetzen. Folgende Mitglieder des Aufsichtsrats gehörten im Berichtsjahr den Ausschüssen an:
Im Geschäftsjahr 2022 setzten die Ausschüsse folgende Arbeitsschwerpunkte:
JAHRES- UND KONZERNRECHNUNGSLEGUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022Die Prüfung der Rechnungslegung und Konzernrechnungslegung der SICK AG für das Geschäftsjahr 2022 oblag der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY), die am 19. Mai 2022 von der Hauptversammlung der SICK AG zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählt wurde. Die Hauptversammlung folgte damit dem Vorschlag des Aufsichtsrats, der der Empfehlung des Prüfungsausschusses entsprach. EY hatte, bevor der Aufsichtsrat sie der Hauptversammlung zur Wahl als Abschlussprüfer vorschlug, bestätigt, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen oder Zweifel an ihrer Unabhängigkeit begründen könnten. Dabei hat EY auch erklärt, in welchem Umfang im vorausgegangenen Geschäftsjahr Leistungen außerhalb der Abschlussprüfung für das Unternehmen erbracht wurden oder für das folgende Jahr vertraglich vereinbart sind. EY hat den nach den Regeln des HGB aufgestellten Jahresabschluss der SICK AG, den auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellten Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht der SICK AG geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Damit hat der Abschlussprüfer bestätigt, dass nach seiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der Jahresabschluss und der Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SICK AG sowie des SICK-Konzerns vermitteln. Weiterhin hat der Abschlussprüfer bestätigt, dass der zusammengefasste Konzernlagebericht und Lagebericht der SICK AG im Einklang mit dem Jahres- und Konzernabschluss stehen, insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des SICK-Konzerns sowie der SICK AG vermitteln und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellen. Alle Mitglieder des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats erhielten rechtzeitig die genannten Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte von EY sowie den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns. Am 16. März 2023 hat der Vorstand der SICK AG die Rechnungslegung und Konzernrechnungslegung der SICK AG für das Geschäftsjahr 2022, bestehend aus dem Jahresabschluss, dem Konzernabschluss und dem zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht der SICK AG, aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. In der Sitzung des Prüfungsausschusses am 16. März 2023 und in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 24. März 2023 erläuterte der Vorstand die Rechnungslegung und Konzernrechnungslegung der SICK AG sowie seinen Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns. Ferner wurden Fragen der Ausschuss- bzw. Aufsichtsratsmitglieder vom Vorstand beantwortet. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben die Abschlussunterlagen für die Gesellschaft und den Konzern nach der Erläuterung durch den Vorstand unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte von EY geprüft. Der in der Sitzung des Prüfungsausschusses und in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats anwesende Abschlussprüfer berichtete dort jeweils ausführlich über die Prüfung und die Prüfungsergebnisse und erläuterte die Prüfungsberichte. Dabei informierte der Abschlussprüfer auch darüber, dass seine Prüfung keine wesentlichen Schwächen des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems bezogen auf den Rechnungslegungsprozess ergeben hat. Der Abschlussprüfer wurde sowohl vom Prüfungsausschuss als auch vom Aufsichtsrat eingehend zu den Prüfungsergebnissen und zu Art und Umfang der Prüfungstätigkeit befragt. Im Gespräch mit dem Abschlussprüfer wurde auch die Frage der Rechtmäßigkeit der Unternehmensführung, von der sich der Aufsichtsrat überzeugt hat, erörtert. Ferner berichtete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat über seine eigene Prüfung der Rechnungslegung und Konzernrechnungslegung der SICK AG, seine Diskussionen mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer sowie seine Überwachung des Rechnungslegungsprozesses. Der Ausschuss legte ferner in seinem Bericht dar, dass er sich im Rahmen seiner Überwachungsfunktion mit der Wirksamkeit des internen Kontroll-, des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems befasst und sich von der Wirksamkeit der Systeme überzeugt hat. Der Prüfungsausschuss informierte auch darüber, dass nach Auskunft von EY keine Umstände vorlagen, die eine Befangenheit des Abschlussprüfers besorgen lassen. Der Ausschuss berichtete ferner über seine Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung der erbrachten prüfungsfremden Leistungen von EY und seine Einschätzung, dass der Abschlussprüfer die erforderliche Unabhängigkeit besitzt. Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat konnten sich davon überzeugen, dass EY die Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt hat. Sie gelangten insbesondere zu der Überzeugung, dass die Prüfungsberichte - wie auch die Prüfung selbst - den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Der Aufsichtsrat hat sämtliche vorliegenden Abschlussunterlagen nebst Auskünften von EY für die Gesellschaft und den Konzern erörtert und daraufhin auf Basis des Berichts und der Empfehlung des Prüfungsausschusses dem Ergebnis der Abschlussprüfung in der Bilanzsitzung am 24. März 2023 seine Zustimmung erteilt. Der Aufsichtsrat stimmte in seiner Einschätzung der Lage von Gesellschaft und Konzern überein mit der vom Vorstand im zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht der SICK AG zum Ausdruck gebrachten Einschätzung. Die vom Vorstand getroffene Einschätzung stand auch mit den unterjährigen Berichten des Vorstands an den Aufsichtsrat in Einklang. Da nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen zu erheben waren, billigte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Konzernlagebericht und Lagebericht der SICK AG für das Geschäftsjahr 2022. Damit wurde der Jahresabschluss festgestellt. Den vom Vorstand zuvor erläuterten Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat insbesondere unter den Gesichtspunkten der Ausschüttungspolitik, der Auswirkungen auf die Liquidität des SICK-Konzerns sowie der Aktionärsinteressen geprüft. In der Bilanzsitzung am 24. März 2023 stimmte er auf Empfehlung des Prüfungsausschusses dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zu und schloss sich diesem an. Schließlich verabschiedete der Aufsichtsrat den vorliegenden Bericht an die Hauptversammlung. Der Vorstand hat zusätzlich einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 (Abhängigkeitsbericht) verfasst und dem Aufsichtsrat zusammen mit dem vom Abschlussprüfer darüber erstellten Prüfungsbericht vorgelegt. Der Abhängigkeitsbericht wurde durch den Abschlussprüfer geprüft und erhielt den folgenden Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands und den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers geprüft. In der Sitzung des Prüfungsausschusses am 16. März 2023 und in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 24. März 2023 ließen sich der Prüfungsausschuss bzw. der Aufsichtsrat den Abhängigkeitsbericht von den Mitgliedern des Vorstands erläutern. Auch insoweit wurden Fragen der Ausschuss- und Aufsichtsratsmitglieder vom Vorstand beantwortet. Der anwesende Abschlussprüfer berichtete über seine Prüfung des Abhängigkeitsberichts und seine wesentlichen Prüfungsergebnisse, erläuterte seinen Prüfungsbericht und beantwortete Fragen hierzu. Hierdurch konnte sich der Aufsichtsrat von der Ordnungsmäßigkeit des Abhängigkeitsberichts, der Prüfung des Abhängigkeitsberichts und des Prüfungsberichts überzeugen. Der Aufsichtsrat erklärt, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat dankt dem Gesamtvorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sehr stolz sein können auf das, was sie im Geschäftsjahr 2022 erreicht haben. SICK hat sich erneut erfolgreich weiterentwickelt. Mit der Implementierung der Strategie SICK Beyond Borders in die Organisation kann das Unternehmen seine Ambitionen erfüllen, schneller als der Markt zu wachsen und neue Lösungen zu entwickeln sowie die finanzielle Unabhängigkeit für eine nachhaltige Zukunft zu sichern.
Waldkirch, 24. März 2023 Für den Aufsichtsrat Dr. Robert Bauer, Vorsitzender |
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