MVV Flusswärme GmbH
Selbe AdresseWärme- und Kältehandel
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jan Heiner Dr. Brübach seit 14.5.2024 | Geschäftsführer |
Sebastian Heming seit 6.4.2022 | Prokura |
Dirk Sensenschmidt seit 9.6.2017 | Prokura |
Thies Dr. Langmaack seit 6.7.2016 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
MVV Trading GmbHMannheimJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2023 bis zum 30.09.2024Lagebericht 2024Inhaltsverzeichnis I. Grundlagen der Gesellschaft 1. Gesellschaftsstruktur und Geschäftstätigkeit 2. Steuerungsrelevante Kennzahlen II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche, branchen- und energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen 2. Geschäftsentwicklung 2.1 Geschäftsverlauf 2.2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1. Prognosebericht 2. Chancen- und Risikobericht I. Grundlagen der Gesellschaft 1. Gesellschaftsstruktur und Geschäftstätigkeit Die MVV Trading GmbH (im Folgenden MVV Trading genannt) hat ihren Sitz in Mannheim. Sie ist ein 100%-iges Tochterunternehmen der MVV Energie AG. Der vorliegende Einzelabschluss 2024 der MVV Trading wurde nach den handelsrechtlichen Vorschriften und ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes sowie des Energiewirtschaftsgesetzes erstellt. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt zum 30. September 2024 2.150 Tsd Euro. Es besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der MVV Energie AG. Zum Bilanzstichtag hielt die MVV Trading folgendes unmittelbares Tochterunternehmen mit dem auch ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht:
Zu den Einzelheiten wird auf die Anteilsliste im Anhang verwiesen. Die Geschäftstätigkeit der MVV Trading umfasst im Wesentlichen die Energiebeschaffung und den Handel mit Energieprodukten für die Konzernunternehmen sowie für konzernexterne Kunden, darunter Stadtwerke und Energieerzeuger. Das Produktportfolio der MVV Trading umfasst alle handelsüblichen Commodities wie Strom und Erdgas, Emissions- und Grünstromzertifikate sowie finanzielle Kohle. Diese werden sowohl an der Börse als auch im außerbörslichen Handel (OTC) beschafft und vertrieben. Das Unternehmen sichert die Erzeugungs- und Vertriebspositionen für den Gesellschafter sowie für die Portfoliokunden langfristig ab. Durch das Hedging werden wesentliche Risiken für den Konzern zentral gesteuert und minimiert. Des Weiteren koordiniert und verantwortet die Gesellschaft über ein Pachtmodell die Geschäftsaktivitäten und Prozesse im Bereich Direktvermarktung von EE-Anlagen sowie Regelenergievermarktung und Energielogistikdienstleistungen der MVV Energie AG. Im Zuge der konsequenten Ausrichtung des MVV-Konzerns hin zu grünen Produkten, übernimmt die MVV Trading als zentrale Handels- und Beschaffungsplattform eine wesentliche Rolle. 2. Steuerungsrelevante Kennzahlen Im Rahmen einer wertorientierten Unternehmenssteuerung finden in der Gesellschaft verschiedene Kennzahlen Anwendung. Als wesentliche steuerungsrelevante Kennzahlen sind der Jahresüberschuss nach HGB, der Umsatz sowie die aus dem Konzernverbund resultierende IFRS Kennzahl Adjusted EBIT zu nennen. Der Jahresüberschuss nach HGB, als gesetzlich verankerte Kennzahl, leitet sich aus § 275 II und III HGB ab und gibt das Ergebnis der Geschäftstätigkeit nach Zinsen und Steuern an. Das Adjusted EBIT basiert auf dem EBIT nach IFRS. Das EBIT ist um den Ergebniseffekt aus der stichtagsbezogenen Marktbewertung nach IFRS 9 bereinigt und wird ohne Restrukturierungsaufwand allerdings mit den Erträgen aus Finanzierungsleasingverträgen berechnet und ergibt als Residualgröße das Adjusted EBIT. II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche, branchen- und energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Energiepolitik auf nationaler und europäischer Ebene war auch im Geschäftsjahr 2024 geprägt von zahlreichen gesetzgeberischen Anpassungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Zentrum standen dabei Maßnahmen, mit denen die zukünftige Einhaltung der Klimaziele sichergestellt werden soll. Im Kontext der Geschäftsaktivitäten von MVV Trading sind im Wesentlichen folgende Maßnahmen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen hervorzuheben: EU reformiert Strommarktdesign Der Prozess zur EU-Strommarktreform wurde als Reaktion auf die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine gestartet. Die Beschlüsse in der ersten Jahreshälfte 2024 sollen für stabilere Strompreise und einen besseren Schutz der Verbraucher bei künftigen Krisen sorgen. Dabei wird das grundsätzlich funktionierende Prinzip der Strommärkte nicht verändert. Auf eine erneute Erlösabschöpfung für bestimmte Stromerzeugungstechnologien wurde verzichtet. Veränderungen wird es im Bereich der erneuerbaren Energien geben. Hier haben die Mitgliedsstaaten nach Inkrafttreten der novellierten Richtlinie drei Jahre Zeit, um die Förderung auf freiwillige zweiseitige Differenzverträge (Contracts for Differences, CfDs) beziehungsweise wirkungsgleiche Mechanismen umzustellen. Dabei sind in Zeiten mit sehr hohen Strompreisen Zahlungen von geförderten Anlagen an den Staat vorgesehen, um eine Überförderung zu vermeiden. Direktverträge zwischen Stromerzeugern und Verbrauchern (Power Purchase Agreements, PPA) bleiben weiterhin möglich. Diese EU-Vorgaben sichern stabile Rahmenbedingungen für MVV in den Bereichen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie des Stromhandels und -vertriebs. Erleichterungen beim Ausbau erneuerbarer Energien Bundestag und Bundesrat haben Ende April 2024 das Solarpaket I beschlossen, um den Ausbau erneuerbarer Energien weiter zu beschleunigen. Das Gesetzespaket unterstützt sowohl den Ausbau von Photovoltaik- als auch von Windkraftanlagen. Bereits bestehende Windenergiegebiete werden zu sogenannten Beschleunigungsgebieten erklärt, in denen die Genehmigung weiterer Windenergievorhaben deutlich schneller erteilt werden kann. Auch die Einführung einer Duldungspflicht für die Verlegung und den Betrieb von Netzanschlussleitungen sowie für Überfahrtsrechte bei erneuerbaren Energien soll sich positiv auf die Umsetzungsgeschwindigkeit von Projekten auswirken, die auf Flächen der öffentlichen Hand geplant sind. Für Photovoltaikdachanlagen bei gewerblich genutzten Gebäuden und Mehrfamilienhäusern sind im Solarpaket I zahlreiche Verbesserungen enthalten. So erleichtert das Modell der "gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung" die Weitergabe von Photovoltaikstrom in Mehrfamilienhäusern. Darüber hinaus wird der Einsatz von Stromspeichern vereinfacht, wenn durch die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien und aus dem Netz eine Mischnutzung stattfindet. Die Änderungen des Solarpakets I stärken die Aktivitäten von MVV beim Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und bei unseren Kundenlösungen. Weitere beschleunigende Maßnahmen sind für das Kalenderjahr 2024 angekündigt. Darüber hinaus hat der Gesetzgeber im Juni 2024 das Bundesimmissionsschutzgesetz novelliert. Insbesondere Windkraftanlagen an Land profitieren von den beschlossenen Regelungen, die das zentrale Genehmigungsverfahren beschleunigen und entbürokratisieren sollen. Beispielsweise wird der Anwendungsbereich von vereinfachten Repowering-Verfahren, in denen Altanlagen durch neuere leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden, deutlich ausgeweitet. Auch werden die Genehmigungsverfahren durch stärkere Einschränkungen bei der Nachforderung von Unterlagen durch die Behörden und durch mehr Digitalisierung gestrafft. Konjunkturelle Schwäche und struktureller Wandel belasten deutsche Wirtschaft In ihrer Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2024 erwarten die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute für das Kalenderjahr 2024 einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,1 %. Im Frühjahr 2024 hatten sie noch ein Wachstum von 0,1 % prognostiziert. Belastend wirke neben der konjunkturellen Schwäche auch der strukturelle Wandel der deutschen Wirtschaft. Diese strukturellen Anpassungsprozesse, die laut der Experten durch Dekarbonisierung, Digitalisierung und demographischen Wandel sowie wahrscheinlich auch durch einen stärkeren Wettbewerb mit Unternehmen aus China ausgelöst wurden, begrenzen die Wachstumsperspektiven der deutschen Wirtschaft. Besonders betroffen sei die Industrie - insbesondere Hersteller von Investitionsgütern und energieintensive Zweige; Als Auslöser der konjunkturellen Schwäche sehen die Experten das hohe Zinsniveau und hohe wirtschafts- und geopolitische Unsicherheiten. Beides beeinflusse sowohl die Investitionstätigkeit als auch den privaten Konsum. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz legte Anfang Oktober 2024 seine Herbstprojektion vor: Für das Kalenderjahr 2024 erwartet die Bundesregierung, dass das BIP um 0,2 % zurückgehen wird. Als Grund dafür werden - neben konjunkturellen Risiken - strukturelle Probleme Deutschlands angeführt, während zugleich große geoökonomische Herausforderungen bestehen. Stromerzeugung in Deutschland sinkt Nach aktuellen Berechnungen des Bundesverbands der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) lag die Brutto-Stromerzeugung in Deutschland in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 bei 366 Mrd kWh und damit um etwa 1 % unter dem Vorjahr (370 Mrd kWh). Anteil erneuerbarer Energien an deutscher Stromerzeugung steigt auf 59 % Nach Schätzungen des BDEW betrug der Anteil der erneuerbaren Energien an der Brutto-Stromerzeugung in Deutschland in den ersten neun Monaten des Kalenderjahres 2024 insgesamt 59 % - nach 54 % im Vorjahreszeitraum. Besonderen Anteil am Anstieg der Erneuerbaren-Quote hatten dabei Photovoltaikanlagen, die rund 20 % mehr Strom produzierten. Auch die Erzeugung aus Wind nahm zu, wobei sich die Stromproduktion an Land und auf See unterschiedlich stark entwickelte: Während die Stromproduktion aus Windkraftanlagen an Land (Onshore) um 7 % über dem Vorjahr lag, haben die Windkraftanlagen auf See (Offshore) knapp 20 % mehr Strom erzeugt. In Summe hat die Stromerzeugung aus Wind um rund 9 % zugenommen. Aus Biomasse und biogenem Siedlungsabfall wurde etwa 3 % mehr Strom erzeugt als ein Jahr zuvor. Insgesamt wurden aus erneuerbaren Energien zirka 218 Mrd kWh Strom produziert. Windenergie wird weiter ausgebaut Im Januar 2024 hat der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) den "Status des Windenergieausbaus an Land in Deutschland" für das Kalenderjahr 2023 veröffentlicht: Insgesamt wurden in Deutschland brutto 3.567 MW Windleistung an Land neu installiert. Mit einem Plus von 48 % gegenüber dem Vorjahreszubau hat sich damit der jährliche Aufwärtstrend seit 2019 fortgesetzt. Dennoch liegt der Zubau weiterhin deutlich unter dem der Rekordjahre 2014 bis 2017. Die installierte Gesamtleistung aus Windenergie an Land lag bei 61.010 MW und damit rund 5 % über dem Vorjahreswert. Gemäß der im Juli 2024 veröffentlichten Publikation des BWE zum Status des Windenergieausbaus an Land im ersten Halbjahr des Kalenderjahres 2024 betrug der Brutto-Zubau von Windleistung an Land in Deutschland insgesamt 1.308 MW. Das waren rund 19 % weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die installierte Gesamtleistung aus Windenergie an Land stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5% an und betrug 61.917 MW. Großhandelspreise für Brennstoffe und Strom rückläufig Im Berichtsjahr sanken die Großhandelspreise sowohl für Brennstoffe und Emissionszertifikate als auch für Strom gegenüber den mittleren Preisen des Vorjahres. Trotz der auf breiter Basis zu beobachtende Preisrückgänge gegenüber den beiden Vorjahren lagen die Energiepreise - verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 - weiterhin auf einem hohen Niveau. Insbesondere in der ersten Hälfte des Berichtsjahres waren die Märkte für Strom, Gas, Emissionszertifikate, Kohle und zum Teil auch Öl von einem übergeordneten Preisrückgang geprägt. Ende Februar 2024 wurden Preistiefs von unter 70 Euro/MWh (Strom-Frontjahreskontrakt) und unter 30 Euro/MWh (Gas-Frontjahreskontrakt) erreicht. Gegenüber den Höchstständen zu Beginn des Geschäftsjahres 2024 im Oktober 2023 entsprach dies einem Rückgang von 46 % und 43 % im Fall der Strom- und Gas-Frontjahreskontrakte 2025. Der Kohlepreis und die Preise für Emissionszertifikate sanken im Vergleich zu den Preismaxima im selben Zeitraum um 36 % und 42 %. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war die Kombination einer guten Versorgungslage mit einer milden Heizperiode. Seit März 2024 stiegen die Großhandelspreise auch als Folge geopolitischer Ereignisse wie dem weiter andauernden Krieg in der Ukraine und dem Nahostkonflikt wieder an, blieben dabei aber unter den Höchstständen vom Oktober 2023. Die Erzeugungsmarge aus Kohle (Clean Dark Spread, CDS) fiel gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 deutlich und lag nun ebenfalls wie die Erzeugungsmarge aus Gas (Clean Spark Spread, CSS) im negativen Preisbereich. Die Änderungen der Spreads wirken sich im Rahmen unseres Hedging-Konzepts insbesondere auf das operative Ergebnis des Berichtssegments Erzeugung und Infrastruktur aus, dem die Vermarktung der Erzeugungspositionen unseres Geschäftsfelds Erzeugung zugeordnet ist. Wärmere Witterung führt zu niedrigeren Gradtagszahlen Höhere Außentemperaturen führen zu einem geringeren Heizenergiebedarf bei unseren Kunden. Dies schlägt sich auch in niedrigeren Gradtagszahlen nieder, die als Indikator für den temperaturabhängigen Heizenergieeinsatz verwendet werden. Im Berichtsjahr war es insgesamt betrachtet wärmer als im Vergleichszeitraum des Vorjahres: Die Gradtagszahlen lagen nicht nur rund 5 % unter den Werten des Vorjahres, sondern waren die niedrigsten innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Das Geschäftsjahr 2024 wies also im Zehn-Jahres-Zeitraum die durchschnittlich höchste Temperatur auf. Windaufkommen liegt über Vorjahresniveau Analog zum Heizenergiebedarf unserer Kunden wird auch die Stromerzeugung aus unseren Erneuerbare-Energien-Anlagen von Wettereinflüssen bestimmt. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Windaufkommen, von dem die erzeugten Mengen unserer Windkraftanlagen maßgeblich abhängen. In den für uns relevanten Regionen lag das nutzbare Windaufkommen im Geschäftsjahr 2024 insgesamt zirka 15 % über dem langjährigen Mittel. Das Windaufkommen lag dabei über dem Vorjahreswert, der im gleichen Zeitraum das langjährige Mittel an unseren Windstandorten um etwa 4 % übertraf. Für den Vergleich nutzen wir den "EMD-ERA"-Windindex mit einer Referenzperiode (historischer Durchschnitt). 2. Geschäftsentwicklung 2.1 Geschäftsverlauf Der Jahresüberschuss der MVV Trading vor Ergebnisabführung in Höhe von 124.144 Tsd. Euro liegt rund 110.495 Tsd. Euro über der Planung. Die positive Ergebnisentwicklung ist in erster Linie auf die Vermarktung Erneuerbare Energien sowie auf höhere Ergebnisse im Rahmen der Portfoliobewirtschaftung zurückzuführen. Die Umsatzerlöse entsprechen in etwa den Planwerten. Die Differenz zwischen dem Adjusted EBIT nach IFRS und dem Jahresüberschuss nach HGB ist geringfügig, dementsprechend liegt auch das Adjusted EBIT in Höhe von 104.522 Tsd. Euro signifikant über dem Planwert. Das Adjusted EBIT umfasst keine Effekte aus dem Finanzergebnis und schließt keine Drohverlustrückstellungen gemäß HGB ein. Infolgedessen liegt das Adjusted EBIT unter dem Jahresüberschuss nach HGB. Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Jahresabschluss 2024 sowie unter Einbeziehung des laufenden Geschäfts bis zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts 2024 beurteilen wir die wirtschaftliche Lage der MVV Trading zu unserer vollen Zufriedenheit. Der vorliegende Bericht gibt die tatsächlichen Verhältnisse zuverlässig wieder und reflektiert den Geschäftsverlauf in bestmöglicher Weise. 2.2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Die Bilanzsumme der MVV Trading am 30. September 2024 hat sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 8,1% verringert. Die Veränderung auf der Aktivseite ist im Wesentlichen auf eine Reduktion der Forderungen gegen verbundene Unternehmen zurückzuführen. Dies ist in erster Linie auf die signifikanten Preisbewegungen am Energiemarkt im Jahresverlauf zurückzuführen. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme liegt bei 0,7%. Das Anlagevermögen ist vollständig durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital finanziert und besteht ausschließlich aus Finanzanlagevermögen. Das Finanzanlagevermögen bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 5.550 Tsd. Euro. Das Umlaufvermögen reduziert sich auf 810.669 Tsd. Euro (Vorjahr 882.813 Tsd. Euro). Die Preisreduktion am Großhandelsmarktplatz, die nahezu alle Commodities betrifft, ist hauptverantwortlich für diese Veränderungen. Die Veränderung auf der Passivseite ist im Wesentlichen auf eine Reduktion der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Analog der Aktivseite ist dies in erster Linie auf die signifikanten Preisbewegungen am Energiemarkt im Jahresverlauf zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote der MVV Trading beträgt am 30. September 2024 29,6% (Vorjahr 27,2%). Die Veränderungen bei den Rückstellungen um -19,6 % auf 12.792 Tsd. Euro resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Drohverlustrückstellungen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 563.254 Tsd Euro, was einem Rückgang von 11,0% entspricht. Der marktpreisbedingte Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ist maßgeblich für die Entwicklung verantwortlich. Der Cash-Flow des aktuellen Geschäftsjahres liegt bei 2.000 Tsd. Euro. Unter anderem wirken die Reduktion der Guthaben, sowie der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Margin in Summe positiv auf den Cash-Flow. Ertragslage
Der Jahresüberschuss der MVV Trading vor Ergebnisabführung sowie das Adjusted EBIT liegen signifikant über dem Planwert. Die signifikante Planüberschreitung ist im Wesentlichen auf den Akquisitionserfolg und die Bewirtschaftung im Umfeld grüner Produkte, insbesondere förderfähiger EE-Anlagen, zurückzuführen. Darüber hinaus hat die aktive Portfoliobewirtschaftung im klassischen Handelsumfeld einen wesentlichen Einfluss. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung im Zuge der Gesamtmarktentwicklung um 207.164 Tsd. Euro auf 124.144 Tsd. Euro gesunken. Im aktuellen Geschäftsjahr sind die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 12,2% auf 5.323.849 Tsd. Euro gesunken. Die wesentlichen Ursachen hierfür waren die marktbedingt gesunkenen Kontraktpreise in nahezu allen Commodities. Dies ist in erster Linie auf die marktbedingten Preisrückgänge auf den Energiemärkten zurückzuführen. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 1.826 Tsd. Euro auf 14.284 Tsd. Euro ist hauptsächlich auf einen Rückgang der bewertungsabhängigen Erträge zurückzuführen. Diese Veränderung ist im Wesentlichen das Ergebnis eines Rückgangs der Erträge aus Währungsumrechnung bei gegenläufiger Veränderung der Auflösung von Rückstellungen sowie der Makro-Bewertungseinheit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug der Materialaufwand 5.170.198 Tsd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser um 9,1% gesunken. Der Rückgang der Materialaufwendungen steht in direktem Zusammenhang mit den Umsatzerlösen. Aufgrund marktbedingter Preisrückgänge in nahezu allen Commodities ist auch hier ein Rückgang zu verzeichnen. Der Personalaufwand ist im Geschäftsjahr mit 10.087 Tsd. Euro (Vorjahr: 10.141 Tsd. Euro) nahezu konstant geblieben. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich auf 51.246 Tsd. Euro und lagen damit um 9,3% unter dem Vorjahreswert. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf rückläufige Aufwendungen im Zusammenhang mit der Vermarktung erneuerbarer Energien, der Währungsumrechnung sowie auf einen Rückgang bei der Zuführung von Drohverlustrückstellungen zurückzuführen. Im Gegensatz dazu sind die Aufwendungen für Wertberichtigungen gestiegen. Das Finanzergebnis in Höhe von 17.032 Tsd. Euro (Vorjahr: 7.074 Tsd. Euro) ist in erster Linie auf höhere Zinsen im Rahmen der Verzinsung des Cashpool-Guthabens zurückzuführen. III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1. Prognosebericht Wesentliche Schwerpunkte werden auch im neuen Geschäftsjahr die Geschäftsaktivitäten im "grünen" Produktportfolio sowie die Festigung der Position von MVV Trading als zentraler Dienstleister für die Dekarbonisierung innerhalb der MVV Gruppe sein. Positive Ergebnisbeiträge sollen dabei insbesondere durch das zentrale Management von Portfoliorisiken aus langfristigen Stromlieferverträgen (PPA) sowie im Post-EEG-Bereich und in der Vermarktung von Flexibilitäten generiert werden. Gleichzeitig soll die Marktpositionierung als Partner für Energieerzeuger und Stadtwerke weiter gestärkt werden. Ein zentrales Element ist dabei die Weiterentwicklung des gemeinsame Vertriebsangebotes mit der endanet GmbH. Die damit verbundenen Synergieeffekte sollen ebenfalls zu einer positiven Ergebnisentwicklung beitragen. Das kommende Geschäftsjahr wird darüber hinaus auch von der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts der MVV Trading geprägt sein. Im Mittelpunkt steht dabei die optimale Unterstützung der konzerninternen Kunden im Management ihrer Energieportfolien durch Absicherungsgeschäfte und Dienstleistungen in der Strom- und Gasbeschaffung sowie in der Vermarktung von Erzeugungskapazitäten. Das sich normalisierende Marktpreisniveau in Verbindung mit geringeren Volatilitäten an den Großhandelsmärkten führt im neuen Geschäftsjahr insgesamt zu einer Stabilisierung in den jeweiligen Ergebnisbeiträgen. Aufgrund der zu erwartenden Marktpreisentwicklungen auf ein Niveau von vor dem Ukraine-Konflikt, wird für das Geschäftsjahr 2025 ein Umsatz deutlich unter dem Vorjahr erwartet. Zudem ist aufgrund der außerordentlichen Marktsituation der vorangegangenen Jahre mit einem deutlichen Rückgang des Jahresüberschuss nach HGB sowie des Adjusted EBIT im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 zu rechnen. Unter Berücksichtigung der zuvor dargestellten Rahmenbedingungen im Unternehmensumfeld bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand unseres Unternehmens gefährden könnten. Nach aktuellem Kenntnisstand sind keine weiteren Risiken erkennbar, die über die im Chancen- und Risikobericht genannten hinausgehen. 2. Chancen- und Risikobericht Unternehmerisches Handeln ist stets mit Chancen und Risiken verbunden. Die frühzeitige Erkennung von Chancen und Risiken ist eine der zentralen Aufgaben der Unternehmensführung. Ziel ist es, die Chancen zu nutzen sowie den Risiken mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen. Zu diesem Zweck wurden entsprechende Instrumente und Prozesse implementiert. Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontrollsystem (IKS) der MVV Trading ist darauf ausgerichtet sicherzustellen, dass die Rechnungslegung ordnungsgemäß, zuverlässig, zeitnah sowie unternehmensweit einheitlich durchgeführt wird. Das Risikomanagementsystem (RMS) erfasst insbesondere Entwicklungen in den Bereichen Markt, Wettbewerb, Regulierung und Technologie, die für die MVV Trading von Relevanz sind. Dadurch kann sich das Unternehmen mit den entstehenden Chancen und Risiken systematisch auseinandersetzen. Im Folgenden wird zunächst das Risikomanagementsystem der MVV Trading erläutert. Danach folgen Erläuterungen zu den für die MVV Trading wesentlichen Risikokategorien. Abschließend wird die Gesamtrisikosituation des Unternehmens aufgezeigt. Erläuterung des Risikomanagementsystems (RMS) Die MVV Trading ist in das konzernweite Risikomanagementsystem der MVV Energie AG eingebunden und unterliegt deren Vorgaben. Um signifikante negative Abweichungen vom geplanten Ergebnis zu vermeiden und ihre Gesellschaften vor bestandsgefährdenden Risiken zu schützen, geht sie bewusst mit Chancen und Risiken um. Dafür setzt sie ein systematisches Risikomanagementsystem sowie eine konsequente Steuerung des Risikokapitals ein. Relevante Chancen und Risiken werden grundsätzlich erfasst. Die MVV Energie AG ist hundertprozentiges Mutterunternehmen der MVV Trading und bestimmt im Rahmen des Risikokomitees der Gesellschaft die Risikopolitik. Sämtliche Prozesse und Zuständigkeiten werden in diesem festgelegt, ebenso die Limits, die bei der Risikosteuerung gelten. Das zentrale Risikocontrolling der MVV Energie AG überwacht die Konzernrisikoposition, beobachtet Risiken und Chancen konzernweit und fortlaufend. Die Verantwortung für das operative Geschäft liegt innerhalb der legalen Geschäftseinheit MVV Trading und in deren Geschäftsfeldern. Die Verantwortung für die operativen Ergebnisse der MVV Trading liegt jeweils bei den Führungskräften. Zu den zentralen Aufgaben der sogenannten Risikoträger zählt die regelmäßige Prüfung der aktuellen Geschäftssituation. Sie identifizieren wesentliche Chancen und Risiken und beurteilen, welche Auswirkungen diese auf das geplante Ergebnis haben könnten. Hierbei werden sie auf täglicher Basis durch das Risikomanagement der MVV Trading unterstützt und überwacht. Die MVV Trading stellt sicher, dass der Risikogehalt ihrer Geschäftsaktivitäten regelmäßig einem dafür eingesetzten Gremium, dem Risikokomitee, berichtet wird. Die Geschäftsführung wird auf täglicher Basis durch Risikoberichte des Risikomanagements der MVV Trading über die aktuelle Risiko- und Chancensituation informiert. In besonderen Fällen erfolgt eine unmittelbare Unterrichtung der Geschäftsführung oder des Risikokomitees, welche den Aufsichtsrat der MVV Trading direkt benachrichtigen. Die Risikoträger übermitteln ihre Auswertungen zusätzlich, standardisiert und regelmäßig an das zentrale Risikocontrolling der MVV Energie AG. Darüber hinaus obliegt es den Risikoträgern, Maßnahmen umzusetzen, mit denen Risiken bewältigt, vermindert und Chancen genutzt werden können. Überwachung von IKS und RMS Die Implementierung, Pflege und Überwachung von IKS und RMS erfolgt durch die Vorstände und Geschäftsführer der konsolidierten Tochtergesellschaften. Die Konzernrevision führt regelmäßig Prüfungen beider Systeme im Rahmen einer risikoorientierten Prüfungsplanung durch. Dabei werden etwaige Schwachstellen identifiziert und die Wirksamkeit von eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen überprüft. Darüber hinaus überwachen der Aufsichtsrat und der Bilanzprüfungsausschuss der MVV Energie AG den Aufbau und die Funktionsweise beider Systeme. Darstellung der erwarteten Risikosituation Im Rahmen des Risikomanagementsystems der MVV Energie AG werden die für die MVV Trading relevanten Unternehmensrisiken nachfolgend dargestellt, in Risikokategorien zusammengefasst und in die Stufen "gering", "mittel" und "hoch" eingeteilt. Diese Einstufung verdeutlicht, wie hoch das jeweilige Risiko einer Risikokategorie im Verhältnis zur Summe aus dem geplanten Jahresüberschuss und den Risikorücklagen der MVV Trading in Prozent ist. Als Risiko-Kennzahl kommt dabei der sogenannte Conditional Value at Risk zum Einsatz. Preisrisiken und -Chancen: In der Kategorie der Preischancen und -risiken fassen wir Preisschwankungen von Commodities auf der Bezugs- und der Absatzseite und Wechselkursveränderungen zusammen. Um diese Risiken zu begrenzen, verwenden wir Finanzinstrumente, darunter Commodity-, Währungsderivate und Kohleswaps. Preisrisiken bestehen in einer volatilen Entwicklung der Marktpreise in Kombination mit offenen Positionen. Sie können somit nicht getrennt von Mengenrisiken gesehen werden. Um Preisrisiken und -chancen aktiv zu steuern, überwacht und steuert die MVV Trading Marktpreisrisiken durch Limitvorgaben.
Mengenrisiken und -chancen: Das operative Ergebnis kann durch Mengenschwankungen in der Beschaffung, Erzeugung und im Absatz sowohl positiv als auch negativ beeinflusst werden. So können beispielsweise abweichende Produktionsmengen von der geplanten Vermarktung in unseren Erzeugungsanlagen zu finanziellen Risiken führen. Bei Handelsgeschäften wirken Mengen- und Preisrisiken zusammen. Operative Risiken und Chancen: Unter operativen Risiken werden die Gefahren unerwarteter Verluste zusammengefasst, die durch Mängel, Störungen oder Unterbrechungen interner Prozesse entstehen. Dies kann durch Personen, Systeme oder aufgrund externer Einflüsse oder Ereignisse der Fall sein. In jüngerer Zeit stellt die Digitalisierung, insbesondere im Bereich der IT-Sicherheit, ein zusätzliches Risiko dar. Gesetzliche Risiken und Chancen: Der Begriff "gesetzliche Risiken" umfasst alle Risiken, die im Zusammenhang mit der Regulierung, wie beispielsweise der Finanzmarktregulierung, oder mit anderen rechtlichen Themen auftreten. In Zukunft werden energie- und klimapolitische Entscheidungen signifikante Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung haben. Beispiele hierfür sind Regelungen zum Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Anforderungen zur Erreichung nationaler Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele. Finanzierungsrisiken und -chancen: Die Finanzierungsrisiken der MVV Trading sind im Wesentlichen Adressausfall- und Liquiditätsrisiken. Adressenausfallrisiken bezeichnen potenzielle Verluste, die entstehen können, wenn ein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen und/oder Lieferverpflichtungen nicht nachkommt. Die MVV Trading steuert und reduziert Adressenausfallrisiken insbesondere durch eine Kreditwürdigkeitsprüfung (Rating), eine regelmäßige Prüfung der Einhaltung der zugewiesenen Limite für Vertragspartner sowie ein aktives Vertragsmanagement zur Risikodiversifizierung. Weitere Instrumente sind das Einfordern von Sicherheiten oder der Abschluss von Rahmenverträgen mit vielen nationalen und internationalen Vertragspartnern der Gesellschaft. Das Liquiditätsrisiko (auch Finanzierungsrisiko genannt) bezeichnet die Gefahr, bestehenden Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen zu können. Liquiditätsrisiken können für die MVV Trading durch unterschiedliche Zahlungszeitpunkte sowie durch die Pflicht entstehen, Börsengeschäfte mit Liquidität (sogenannte Margins) zu hinterlegen. Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Dazu gehört eine regelmäßige Überwachung von Liquiditätskennzahlen sowie die Durchführung von Szenarioanalysen. Um die Liquiditätsrisiken abzusichern, ist die MVV Trading in das Cash-Pooling des MVV-Konzerns integriert. Strategische Risiken und -chancen: Die Entwicklung neuer Produkte für die Intercompany-Kunden sowie der weitere Ausbau des Drittkunden- und Dienstleistungsgeschäfts werden als chancenreich erachtet. Gesamtrisikosituation aus Sicht der Geschäftsführung Der MVV Trading sind keine Anhaltspunkte dafür bekannt, dass Risiken einzeln oder in ihrer aggregierten Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens im Berichtszeitraum gefährdet haben oder darüber hinaus gefährden könnten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage auf den Energiemärkten entspannt, wodurch die Marktpreisrisiken entsprechend abgenommen haben. Die bestehenden Risiken können im Wesentlichen durch den signifikanten Anteil an Eigenkapital abgesichert werden.
Mannheim, 03.12.2024 Dr. Jan Brübach, Geschäftsführer Dr. Thies Langmaack, Geschäftsführer Bilanz zum 30. September 2024Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2024 (1.10.2023 - 30.9.2024)
Anhang für das Geschäftsjahr 2024Allgemeine Grundlagen Die MVV Trading GmbH hat ihren Sitz in Mannheim und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim (HRB 7897). Der Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2024 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie nach den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes und des Energiewirtschaftsgesetzes aufgestellt worden. Die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, die zur übersichtlicheren Darstellung zusammengefasst wurden, werden im Anhang gesondert ausgewiesen. Um die Klarheit und Übersichtlichkeit des Jahresabschlusses zu vergrößern, wird vom Wahlrecht, bestimmte Angaben im Anhang zu machen, grundsätzlich Gebrauch gemacht. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Beträge werden in Tausend Euro (Tsd Euro) ausgewiesen. Aus den jeweiligen Rundungen können sich Differenzen ergeben, die naturgemäß keinen signifikanten Charakter haben. Zudem können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben. Die Gesellschaft gehört zum ertragsteuerlichen Organkreis der MVV Energie AG, Mannheim. Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit MVV Energie AG, Mannheim. Mit der endanet GmbH besteht zur Muttergesellschaft MVV Trading GmbH ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Die MVV Trading GmbH hat einen Cash-Pool-Vertrag mit der Cash-Pool-führenden Gesellschaft MVV Energie AG, Mannheim. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert bis 250 Euro werden im Zugangsjahr sofort aufwandswirksam erfasst. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Wertberichtigungen auf Finanzanlagen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Dieser niedrigere Wertansatz wird nicht beibehalten, wenn die Gründe dafür nicht mehr bestehen. Die Gesellschaft besitzt Kapitalanteile an Unternehmen, bei denen der Anteilsbesitz der Herstellung einer dauernden Verbindung dient. Die Bewertung von fertigen Erzeugnissen und Leistungen erfolgt zu Anschaffungskosten. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten unter Berücksichtigung erkennbarer Risiken angesetzt. Unverzinsliche langfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden auf den Barwert abgezinst. Flüssige Mittel werden zum Nennwert angesetzt. Die Bewertung der monetären Fremdwährungsbestände erfolgt zum Devisenkassakurs am Stichtag. Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennwert ausgewiesen. Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen, versicherungsmathematisch zu bewertenden personalbezogenen Verpflichtungen werden nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der "Projected-Unit-Credit-Methode" ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck zugrunde gelegt. Für die Abzinsung wurde pauschal eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren unterstellt und dafür der von der Deutschen Bundesbank auf den Bilanzstichtag ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen 7 Jahre von 1,91 % angesetzt (Vorjahr 1,66 %). Neben angemessenen Karriere- und Fluktuationstrends werden die zukünftigen Gehaltsentwicklungen mit 2,50 % p.a. (Vorjahr 2,50 % p.a.) und Rententrends mit 2,00 % p.a. (Vorjahr 2,00 % p.a.) berücksichtigt. Bei den sonstigen Rückstellungen werden alle erkennbaren Risiken auf der Grundlage vernünftiger kaufmännischer Beurteilung, für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften berücksichtigt. Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen angesetzt. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem fristgerechten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen passiviert. Erhaltene Anzahlungen werden mit ihrem Nennwert erfasst. Unter den Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen bzw. Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen. Soweit Posten des Jahresabschlusses Währungsumrechnungen zugrunde liegen, erfolgt die Umrechnung bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs, bei langfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten- und Realisationsprinzips. Derivative Finanzinstrumente werden im Wesentlichen zu Sicherungszwecken eingesetzt und mit den abgesicherten Grundgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst, sofern die Voraussetzungen dazu erfüllt sind. Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente ein, um Marktpreisrisiken aus dem Bezug und Absatz von Strom-, Gas- und Kohlegeschäften sowie Emissionsrechte zu reduzieren und Währungsrisiken abzusichern. Bei den Sicherungsgeschäften handelt es sich im Wesentlichen um Swaps und Termingeschäfte auf Commodities, sowie Währungsswaps und Swaps über Co2-Zertifikate. Derivate werden für die Zwecke des Preis- und Mengenrisikomanagements eingesetzt und soweit möglich als Bewertungseinheiten mit dem jeweiligen Grundgeschäft bilanziell abgebildet. Zur bilanziellen Abbildung von Bewertungseinheiten wird sowohl die Einfrierungs- als auch die Durchbuchungsmethode angewandt. Die Durchbuchungsmethode wird dabei ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung angewendet. Ist der Saldo aller beizulegenden Zeitwerte der Grund- und Sicherungsgeschäfte in der jeweiligen Bewertungseinheit negativ, so wird für den hieraus drohenden Verlust dem Vorsichtsprinzip entsprechend Vorsorge durch eine entsprechende Rückstellung aus Bewertungseinheiten getroffen. Ist der Saldo aller beizulegenden Zeitwerte der Grund- und Sicherungsgeschäfte der jeweiligen Bewertungseinheit positiv, so bleibt dieser unberücksichtigt. Für derivative Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert in der Regel dem Marktwert zum Stichtag. Soweit die Marktwerte der Derivate nicht verlässlich feststellbar sind, wird der Zeitwert anhand allgemein anerkannter Bewertungsmodelle und -methoden (z.B. Discounted Cashflow Methode, Market-to-Market-Modell) ermittelt. Dabei stellen die verwendeten marktgerechten Zinsstrukturkurven und Commodity-Terminpreise die wichtigsten Einflussgrößen für die Modelle dar. Erläuterungen zur Bilanz 1 Finanzanlagen Der Finanzanlagespiegel sowie die vollständige Anteilsliste wird als Bestandteil des Anhangs in einer Anlage zum Anhang dargestellt. 2 Vorräte
3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten abgegrenzte, am Bilanzstichtag noch nicht abgelesene Energielieferungen in Höhe von 10.750 Tsd Euro (Vorjahr 5.849 Tsd Euro). Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen 3.589 Tsd Euro (Vorjahr 6 Tsd Euro). Die gebildete Pauschalwertberichtigung beläuft sich auf 0,01 % der nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich zusammen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 115.112 Tsd Euro (Vorjahr 211.784 Tsd Euro) und sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von 396.928 Tsd Euro (Vorjahr 386.369 Tsd Euro). Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Cashpool- und Marginforderungen. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen wie im Vorjahr vollständig Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 250 Tsd Euro (Vorjahr 9 Tsd Euro). Erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstandene Forderungen sind Forderungen gegen das Finanzamt in Höhe von 20.027 Tsd Euro (Vorjahr 5.059 Tsd Euro). Es bestehen Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von 448.064 Tsd Euro. 4 Flüssige Mittel Die Flüssigen Mittel beinhalten den Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten. 5 Rechnungsabgrenzungsposten Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten resultiert im Wesentlichen aus Transaktionskosten, die für die Geschäftsabschlüsse mit Lieferung in den Folgejahren angefallen sind. 6 Gewinnrücklagen
7 Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Drohverlustrückstellungen in Höhe von 9.369 Tsd Euro (Vorjahr 12.749 Tsd Euro) Zur Sicherung von Guthaben aus Arbeitszeitkonten hat MVV Trading GmbH die erforderlichen Mittel für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treuhänderisch angelegt. Diese Mittel sind dem Zugriff aller übrigen Gläubiger der Gesellschaft entzogen. Die ursprünglichen Anschaffungskosten beliefen sich auf 628 Tsd Euro. Der beizulegende Zeitwert des Fondsguthabens und der Erfüllungsbetrag der Verpflichtung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beläuft sich zum Stichtag auf insgesamt 629 Tsd Euro. Gemäß § 246 Abs. 2 HGB wird das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Fondsguthaben mit den zu Grunde liegenden Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verrechnet, ebenso werden die daraus resultierenden Aufwendungen und Erträge verrechnet. Die verrechneten Aufwendungen betragen 0 Tsd Euro. 8 Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich zusammen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 77.988 Tsd Euro (Vorjahr 163.402 Tsd Euro) und sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 275.421 Tsd Euro (Vorjahr 124.248 Tsd Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen wir im Vorjahr vollständig Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 13 Tsd Euro (Vorjahr 10 Tsd Euro). Sonstige finanzielle Verpflichtungen Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beläuft sich auf 3.281 Tsd Euro, davon entfallen 91 Tsd Euro auf Verpflichtungen gegenüber verbundenen oder assoziierten Unternehmen. Den Geschäftsführern wird im Arbeits- bzw. Dienstvertrag eine Zusage auf betriebliche Altersversorgung erteilt. Dabei handelt es sich um eine beitragsorientierte Leistungszusage im Wege der kongruenten rückgedeckten Direktzusage. Dem Begünstigten wird zugesagt, dass ein festgelegter Versorgungsbeitrag vom Arbeitgeber in eine Rückdeckungsversicherung eingezahlt wird. Davor bereits bestehende betriebliche Altersversorgungen bleiben davon unberührt. Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können durch freiwillige Entgeltumwandlung eine Zusage auf diese betriebliche Altersversorgung erhalten. In beiden Fällen entspricht die Leistung im Versorgungsfall der Versicherungsleistung. Diese Mittel sind dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen. Die ursprünglichen Anschaffungskosten beliefen sich auf 1 Tsd Euro. Der beizulegende Zeitwert des Fondsguthabens und der Erfüllungsbetrag der Verpflichtung gegenüber den Begünstigten beläuft sich zum Stichtag auf insgesamt 1 Tsd Euro. Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wird die zum beizulegenden Zeitwert bewertete Lebensversicherung mit der zu Grunde liegenden Verpflichtung gegenüber dem jeweiligen Begünstigten verrechnet, ebenso werden die daraus resultierenden Aufwendungen und Erträge verrechnet. Die verrechneten Erträge betragen 0 Tsd Euro. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 9 Umsatzerlöse ohne Strom- und Erdgassteuer Die im Inland erzielten Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Die Umsätze aus dem proprietären Energiehandelsgeschäft werden netto ausgewiesen. Dies bedeutet, dass lediglich die Rohmarge aus der Summe der proprietären Energiehandelsgeschäfte - im positiven Fall als Umsatzerlöse, bei einem negativen Ergebnis als Materialaufwand - ausgewiesen wird. Der an den Umsatzerlösen sowie am Materialaufwand gekürzte Betrag belief sich zum 30. September 2024 auf 6.549.141 Tsd Euro (Vorjahr 6.830.176 Tsd Euro). 10 Erhöhung des Bestands an fertigen Erzeugnissen Die Bestandsveränderung resultiert aus dem Zugang von Herkunftsnachweisen für Strom aus erneuerbaren Energien. 11 Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind außergewöhnliche Erträge durch Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 4.926 Tsd Euro (Vorjahr 193 Tsd Euro) enthalten. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 4.826 Tsd Euro enthalten. 12 Materialaufwand
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren setzen sich im Wesentlichen aus dem Strombezug in Höhe von 3.146.893 Tsd Euro (Vorjahr 3.522.171 Tsd Euro) und aus dem Gasbezug in Höhe von 1.653.620 Tsd Euro (Vorjahr 1.847.402 Tsd Euro) zusammen. Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Netznutzungsentgelte für die Commodities Strom und Gas. 13 Personalaufwand
1 (berechnet auf der Basis der monatlichen Endbestände) 14 Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind folgende außergewöhnliche Aufwendungen enthalten:
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 4.584 Tsd Euro (Vorjahr 14.181 Tsd Euro) enthalten. 15 Finanz- und Beteiligungsergebnis
Die Position sonstige Zinsen und ähnliche Erträge enthält Erträge aus der Abzinsung langfristiger Rückstellungen in Höhe von 25 Tsd Euro (Vorjahr 18 Tsd Euro). Die Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthält Aufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen in Höhe von 13 Tsd Euro (Vorjahr 5 Tsd Euro). Sonstige Angaben und Anlagen Angaben § 6b EnWG Im Geschäftsjahr 2024 wurden keine Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen und assoziierten Unternehmen, die aus dem Rahmen der Energieversorgungstätigkeit herausfallen und für die Beurteilung der Vermögens- und Ertragslage nicht von untergeordneter Bedeutung sind, erfolgswirksam getätigt. Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten
MVV Trading GmbH setzt derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung von Commodity- und Währungsrisiken ein. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Termingeschäfte auf alle gehandelten Commodities (Futures und Forwards), Devisentermingeschäfte sowie Swaps auf das Commodity Kohle. Für das Commodity Strom sind in Bewertungseinheiten ausschließlich erwartete und bereits kontrahierte Liefer- und Bezugsverträge mit physischer oder finanzieller Erfüllung zusammengefasst. Diese werden nach Laufzeitbändern (Geschäftsjahresscheiben) unterteilt, wobei Verträge des Eigenhandelsportfolios separat erfasst werden. Zusätzlich werden in einer Makro-Bewertungseinheit langfristige Strombezugs- und Stromabsatzverträge mit kurzfristigen Absatz- und Bezugsverträgen zusammengefasst. Für zum Bilanzstichtag drohende Verpflichtungsüberschüsse innerhalb dieser Bewertungseinheiten erfolgt, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, ein Ausweis unter den Rückstellungen aus Bewertungseinheiten. Im Bereich Gas wurden analog zum Vorgehen beim Commodity Strom Portfolio-Bewertungseinheiten gebildet, welche gleichermaßen nach Laufzeitbändern (Geschäftsjahresscheiben) unterteilt sind. Ferner erfolgt auch hier eine Aufteilung der Verträge, die sich im Eigenhandelsportfolio befinden. Zur Preissicherung eingesetzte Kohle-Swaps wurden jeweils in einem separaten Portfolio erfasst und als Bewertungseinheit, unterteilt nach Laufzeitbändern (Geschäftsjahresscheiben) und bestehend aus Bezügen und Absätzen, abgebildet. Zusätzlich werden zur Kohlepreisabsicherung Währungsderivate eingesetzt. Weiterhin sind Portfolio-Bewertungseinheiten jeweils für Emissions- und Grünstromzertifikate gebildet. Grundgeschäfte sind die jeweils kontrahierten Absatzverträge mit Drittkunden. Diesen Grundgeschäften sind zur Absicherung Termingeschäfte in der Bewertungseinheit gegenübergestellt. Das Gesamtvolumen der mit den Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken beträgt 2.277.553 Tsd. Euro. Dem stehen positive Marktwerte in Höhe von 2.339.556 Tsd. Euro gegenüber. In der Tabelle wird das Gesamtvolumen der mit den Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken (Saldo aus positiven und negativen Marktwerten der Grund- und Sicherungsgeschäfte) dargestellt:
Die Bewertungseinheiten betreffen Portfolio-Hedges mit einem Zeitwert von 67.369 Tsd Euro und Makro-Hedges mit einem Zeitwert von -5.364 Tsd Euro. Prospektiv ist von einer hohen Wirksamkeit aller Sicherungsbeziehungen auszugehen, da sich die gegenläufigen Wertänderungen der Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente in der Zukunft voraussichtlich in voller Sicherungshöhe ausgleichen werden. Die in den Portfolio-Bewertungseinheiten zusammengefassten Grundgeschäfte weisen homogene Risiken auf. Bei den Sicherungsinstrumenten wird der Preisindex jeweils so gewählt, dass er mit dem Grundgeschäft übereinstimmt und die Sicherungsinstrumente somit demselben Warenpreisrisiko unterliegen wie die Grundgeschäfte. Die Wertänderungen der Grundgeschäfte sind über einen Zeitraum von neun Jahren gesichert. Zur Ermittlung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen wird die Dollar-Offset-Methode in Kombination mit einer Korrelationsanalyse angewendet. Bei der Dollar-Offset-Methode werden die Marktwertänderungen der Grundgeschäfte mit den Marktwertänderungen der Sicherungsinstrumente in absoluten Geldbeträgen miteinander verglichen. Der Dollar-Offset-Test wird zu jedem Abschlusstermin durchgeführt. Für nicht kompensierte Verluste sind zum 30. September 2024 Rückstellungen aus Bewertungseinheiten in Höhe von insgesamt 8.747 Tsd Euro gebildet. Alle derivativen Finanzinstrumente, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, sind vollumfänglich in Bewertungseinheiten einbezogen. Konzernbeziehungen Die Gesellschaft ist nach §291 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichts befreit. Für den größten Kreis und kleinsten Kreis von Unternehmen stellt die MVV Energie AG, Mannheim, den befreienden Konzernabschluss auf. Der Konzernabschluss und der zusammengefasste Konzernlagebericht werden nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt und im Unternehmensregister veröffentlicht. Abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergeben sich im Wesentlichen hinsichtlich derivativer Finanzinstrumente. Aufsichtsrat Ralf Klöpfer, Vorsitzender des Aufsichtsrats der MVV Trading GmbH, Mitglied des Vorstands der MVV Energie AG Dr. Georg Müller, Stellvertretender Vorsitzender, Vorsitzender des Vorstands der MVV Energie AG Heike Kamradt-Weidner, Konzernbetriebsratsvorsitzende der MVV Energie AG Daniela Kirchner, Bereichsleiterin Rechnungswesen und Steuern der MVV Energie AG Annett Müller (bis 21.12.2023), Abteilungsleiterin Konzerncontrolling Prozess- und Cost-Center-Controlling MVV Energie AG Andreas Schöniger, Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der MVV Energie AG. Alexander Van Vulpen (ab 22.12.2023), Bereichsleiter Konzerncontrolling der MVV Energie AG Geschäftsführung Herr Dr. Jan Brübach, Geschäftsführer (ab 14. Mai 2024, Geschäftsbereich Markt) Herr Dr. Thies Langmaack, Geschäftsführer (Geschäftsbereich Marktfolge) Vergütung von Aufsichtsrat und Geschäftsführung Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2024 keine Vergütung erhalten. Für die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird § 286 Abs. 4 angewandt. Honorare des Abschlussprüfers Es erfolgen keine Angaben zu Honoraren des Abschlussprüfers, da diese im Konzernabschluss der MVV Energie AG dargestellt werden, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Nachtragsbericht Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2024 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten. Ergebnisverwendung Das Geschäftsjahr 2024 schließt mit einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 124.144 Tsd Euro ab. Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags wurde der Gewinn vollständig an die MVV Energie AG abgeführt.
Mannheim, 03.12.2024 MVV
Trading GmbH
Dr. Jan Brübach Dr. Thies Langmaack Anlagenspiegel
Beteiligungsliste
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die MVV Trading GmbH, Mannheim Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der MVV Trading GmbH, Mannheim, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der MVV Trading GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2023 bis zum 30. September 2024 eingehalten hat. Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten. Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist nachfolgend weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den IDW Qualitätsmanagementstandard: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen. Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG. Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben. Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unser Prüfungsurteil zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet. Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Mannheim, den 3. Dezember 2024 KPMG
AG
Weinmann, Wirtschaftsprüfer Woche, Wirtschaftsprüfer Bericht des Aufsichtsrates gem. § 10 Abs. 1 lit. i. des Gesellschaftsvertragesder MW Trading GmbHIm Rahmen seiner gesetzlichen und satzungsmäßigen Aufgaben hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung in ihrer Arbeit im Geschäftsjahr 2024 überwacht. In diesem Zeitraum wurden zwei Sitzungen des Aufsichtsrates durchgeführt. Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat regelmäßig mündlich und schriftlich über die Lage und Entwicklung der Gesellschaft unterrichtet. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wurde durch Umlaufbeschluss des Aufsichtsrates im Juli 2024 mit der Abschlussprüfung beauftragt. Sie hat den vorliegenden HGB-Abschluss sowie den Lagebericht und Anhang der MVV Trading GmbH geprüft. Die Prüfung ergab keine Beanstandung, der Jahresabschluss erhielt den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Wir haben den Jahresabschluss sowie den Lagebericht, den Anhang und den Prüfungsbericht der Abschlussprüfer rechtzeitig erhalten und geprüft. Der Wirtschaftsprüfer hat uns sein Prüfungsergebnis erläutert sowie die Fragen des Aufsichtsrates beantwortet. Gegen die Feststellung des Prüfers erheben wir keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Gesellschafterversammlung der MVV Trading GmbH entsprechend § 1 und § 3 des Ergebnisabführungsvertrages, das Ergebnis in Höhe von 124.143.507,75 EUR vollständig an die MVV Energie AG abzuführen.
Mannheim, 13. Dezember 2024 Ralf Klöpfer, Vorsitzender des Aufsichtsrates Feststellung des JahresabschlussesDer Jahresabschluss der MVV Trading GmbH zum 30. September 2024 wurde am 13. Dezember 2024 festgestellt. |
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