FLACHGLAS Wesel GmbHLiquidiert

Delogstraße 32, 46483 Wesel, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Duisburg HRB 11630
Vorher
FLABEG Sicherheitsglas GmbH
Eingetragen
18.3.2003
Branche
Großhandel mit FlachglasHerstellung von Flaschen und anderen Behältnissen aus GlasVeredlung und Bearbeitung von Flachglas
Gegenstand
die Herstellung, Verarbeitung und der Vertrieb von Glas, insbesondere von Sicherheitsglas, von verarbeitetem Flachglas sowie von Produkten, die eine Verbindung von Flachglas mit anderen Werkstoffen darstellen bzw. den Absatz von bearbeitetem Flachglas fördern. Die Gesellschaft ist berechtigt, alle Geschäfte zu tätigen, die diesem Gesellschaftszweck direkt oder indirekt zu dienen geeignet sind.

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Dirk Plogmann
seit 14.3.2012
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

48.73% identifiziert51.29% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
48.73%

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
FGW Beteiligungsgesellschaft mbH
48.73%
FLACHGLAS Wesel GmbHEigenbeteiligung
2.56%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Winfried Albert Vengels
Neuer Kamp 7, 46348 Raesfeld
925.000 €
92.50%
G****** M****** L*********
75.000 €
7.50%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
2.56%

Konzern- und Jahresabschlüsse

FLACHGLAS Wesel GmbH i.I.

Wesel

Jahresabschluss zum 30. Dezember 2010 und Lagebericht 2010

Lagebericht

A. Konjunkturelle Rahmenbedingungen und Entwicklung der Branche

Das Kalenderjahr 2010 brachte für viele Branchen nach der großen wirtschaftlichen Krise eine deutliche Nachfragebelebung und ein deutliches Wirtschaftswachstum. Die gesamt-wirtschaftliche Leistung wuchs in Deutschland um 3,5 %. Die glasveredelnde Industrie konnte jedoch von dieser positiven Entwicklung noch nicht profitieren. Sowohl der innerdeutsche als auch der exportierende Handel waren von einem erneuten Nachfragerückgang betroffen.

Auch für die FLACHGLAS Wesel GmbH bedeutete dies noch einmal einen deutlich rückläufigen Auftragseingang.

Angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen bei anhaltenden Überkapazitäten verschärfte sich der Preisdruck, insbesondere im ESG-Architekturbereich, weiter.

B. Geschäftsverlauf

Das Zusammenwirken von sich abzeichnender allgemeiner Wirtschaftskrise und internen Effizienzproblemen führte das Unternehmen in eine Liquiditätskrise, so dass das Unternehmen am 22. Oktober 2010 einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit stellte. Wichtigste Insolvenzursache war die in Folge der Wirtschaftskrise einbrechende Nachfrage sowie der anhaltende Preisverfall.

Die FLACHGLAS Wesel GmbH konnte ihre Umsatzziele im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr nicht realisieren und musste einen Umsatzrückgang in Höhe von 24,1 % auf T€ 13.123 (Vorjahr T€ 17.283) hinnehmen.

Die Umsätze im Zeitraum von Januar - Dezember 2010 haben sich im Vergleich zum Vorjahr in den Hauptproduktgruppen wie folgt entwickelt.

Umsatz 2010 01.01. - 3 0 .12.20 10 200 9 01.01. - 31.12.200 9 Abweichung zum Vorjahr
  T€ % T€ % T€ %
Architektur 3.383 25,8 4.571 26,5 -1.188 -26,0
Fassade 4.967 37,8 6.160 35,6 -1.193 -19,4
Gebogenes Bauglas 57 0,4 98 0,6 -41 -41,8
Brandschutzglas 1.855 14,1 2.294 13,3 -439 -19,1
VSG 2.770 21,1 4.017 23,2 -1.247 -31,0
Sonstige 91 0,7 143 0,8 -52 -36,4
Summe 13.123 100 17.283 100 -4.160 -24,1

Das operative Geschäft war in 2010 insbesondere durch folgende Entwicklungen geprägt:

Umsatz- und Nachfrageentwicklung im Bau/ESG/VSG-Geschäft:

In 2010 musste die FLACHGLAS Wesel GmbH besonders im Export nach Benelux/ Nordfrankreich Umsatzrückgänge hinnehmen. Die eingeleiteten Restrukturierungs-maßnahmen konnten den Umsatzverlust nicht vollständig kompensieren.

Ein insgesamt rückläufiges inländisches Nachfragevolumen bei gleichzeitig vorhandenen Überkapazitäten führte zu einem sehr hohen Preisdruck, dem wir nur bedingt folgen konnten. Der Umsatzrückgang auf dem Inlandsmarkt betrug 23 %.

Der Rückgang von Großprojekten im Ausland sowie auch hier ein allgemein zurückgehendes Nachfragevolumen führten zu einem Umsatzrückgang in Höhe von 30 %.

Lohnveredelung:

Das Nachfragevolumen im Bereich der Lohnveredelung (Brandschutzglas) für den Pilkington-Konzern fiel im Vergleich zum Vorjahr um 19 %.

Produktion (Pull-System):

Im Juni 2010 wurde das Restrukturierungs- und Beratungsunternehmen mbb (consult) zur Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Restrukturierungskonzeptes beauftragt. Neben einer Vielzahl von kleineren und mittleren Maßnahmen, die bereits umgesetzt wurden oder sich in der Umsetzung befinden, wurde mit der Einführung eines neuen Produktionssteuerungssystems die Liefertreue unseres Unternehmens signifikant verbessert und liegt heute deutlich höher, als bei vergleichbaren Wettbewerbern. Dieser Wettbewerbsvorteil wird uns bei der Realisierung unserer zukünftigen Umsatzziele deutlich unterstützen.

Qualitätsmanagement:

Durch die Einführung eines verbesserten Qualitätsmanagements konnte die interne Ausschussquote reduziert werden. Die externe Reklamationsquote verbesserte sich um ca. 33 % und liegt damit deutlich unter dem Marktdurchschnitt.

Personal:

Im Laufe des Rumpfgeschäftsjahres wurde der Personalbestand der neuen Auftragssituation entsprechend angepasst. Bis zum Ende des Berichtzeitraumes mussten wir uns von 22 fest angestellten Mitarbeitern trennen.

Mit dem Betriebsrat und durch Individualvereinbarungen mit den Mitarbeitern wurde im Juni/Juli 2010 eine Regelung getroffen, dass weitere Anwartschaften auf Betriebsrenten nach dem 30. Juni 2010 nicht mehr erworben werden können.

In den letzten beiden Monaten des Rumpfgeschäftsjahres wurden in Vorbereitung des Insolvenzplans Verhandlungen mit wichtigen Geschäftspartnern aufgenommen. Mit dem Betriebsrat und der IG BCE konnte noch im Dezember 2010 ein Sanierungstarifvertrag geschlossen werden, der für die Jahre 2011 bis 2014 erhebliche Einsparungen gegenüber dem Tarifvertrag beinhaltet. Deutliche Kostenreduzierungen sind durch den Verzicht auf Weihnachtsgeld, Fortführung der verlängerten wöchentlichen Arbeitszeit ohne Lohnausgleich und Aufschub von tarifvertraglich vereinbarten Lohnerhöhungen enthalten.

C. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr wurden mit T€ 29 überwiegend Ersatzinvestitionen getätigt.

Das Vorratsvermögen verminderte sich aufgrund rückläufiger Umsätze und den ergriffenen Maßnahmen zur Verminderung der Kapitalbindung auf T€ 769 (Vorjahr: T€ 1.122).

Unsere Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände betrugen zum Stichtag T€ 1.207 und sind damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahreswert (T€ 1.221).

Die FLACHGLAS Wesel GmbH weist zum 30. Dezember 2010 flüssige Mittel in Höhe von T€ 1.391 aus. Diesen stehen langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T€ 1.487 gegenüber.

Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Verbindlichkeiten stehen insbesondere mit dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 22. Oktober 2010 im Zusammenhang.

Zur Entwicklung der Umsatzerlöse verweisen wir auf die vorstehend gemachten Ausführungen.

Die Rohertragsmarge hat sich durch die unterproportionale Verminderung der Materialaufwendungen von 57,1 % auf 55,9 % leicht vermindert.

Durch ergriffene Personalmaßnahmen verminderte sich der Aufwand in diesem Bereich um T€ 1.179.

Der außerordentliche Aufwand umfasst im Wesentlichen die Kosten der Restrukturierung und des Insolvenzverfahrens.

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von T€ 2.937 führt zu einem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von T€ 2.061.

D. Bestandsgefährdung

Zum Bilanzstichtag ist der Fortbestand der Gesellschaft aufgrund der negativen Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr gefährdet.

Am 31. Dezember 2010 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Herr Dirk Hammes aus Duisburg bestellt. Die Geschäftsführung der FLACHGLAS Wesel GmbH hat in der 11. Kalenderwoche 2011 einen Insolvenzplan eingereicht, mit dem eine von dem Regelfall abweichende Regelung zum Erhalt des Unternehmens und der Befriedigung der Gläubiger verfolgt wird. Das Gericht wird diesen Plan den Gläubigern, dem Betriebsrat und dem Insolvenzverwalter mit der Bitte um Stellungnahme zuleiten. Der Termin zur Erörterung des Insolvenzplans und Abstimmung darüber wird für Ende April 2011 erwartet. Im Anschluss an diesen Termin ist der Insolvenzplan noch durch das Amtsgericht zu bestätigen.

Im Falle der Ablehnung des Insolvenzplans durch die Gläubigerversammlung bzw. das Insolvenzgericht stehen den im Rahmen der Insolvenz geltend gemachten Forderungen der Gläubiger keine ausreichenden finanziellen Mittel oder sonstige Vermögenswerte gegenüber, so dass in diesem Falle das Unternehmen nicht fortgeführt werden kann.

E. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Im operativen Geschäft besteht das Risiko, dass die erwarteten Absatzzahlen und Margen nicht erreicht werden. Die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal des abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahres und in den ersten zwei Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag im Rahmen der Erwartungen und bestätigt insofern die vorgenommenen Einschätzungen und die der Planung zugrunde gelegten Prämissen. Preisänderungsrisiken betreffen insbesondere die Rohglaspreise und Transportkosten.

Als über das gewöhnliche Unternehmensrisiko hinausgehende Risiken sind insbesondere anzuführen:

ein Abspringen von Lieferanten und Kunden,

eine unangemessen nachteilige Preisgestaltung durch den Hauptlieferanten im Zu-sammenhang mit einer bestehenden Abnahmeverpflichtung,

ein erneuter Konjunktureinbruch im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise,

die Ablehnung des Insolvenzplans durch die Gläubigerversammlung und

die Versagung der Bestätigung durch das Insolvenzgericht.

Der frühzeitig wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellte Insolvenzantrag ermöglichte es dem Unternehmen, den Geschäftsbetrieb nahezu ohne Störung in den Geschäftsabläufen fortzusetzen. Es gab keine nennenswerten Produktionsunterbrechungen oder Lieferverzögerungen, so dass Reputation und Kundenbeziehungen durch den Insolvenzantrag kaum belastet wurden. Die Kunden wurden fortlaufend über den Stand des Verfahrens informiert. Darüber hinaus fand eine intensive Betreuung der Hauptkunden statt. Den Risiken im Lieferantenbereich wurde und wird durch die frühzeitige Beteiligung aller wesentlichen Gläubigergruppen im (vorläufigen) Insolvenzverfahren und der Insolvenzplanerstellung begegnet.

Der Hauptlieferant und Vermieter hat sich in der Vergangenheit als zuverlässiger Vertragspartner erwiesen, der das Unternehmen immer wieder unterstützt hat, so auch mit dem aktuellen Mietverzicht und dem Verzicht auf Kündigung des Vertrages über die Bearbeitung von Brandschutzprodukten. Vor diesem Hintergrund geht die Geschäftsführung davon aus, auch zukünftig nicht benachteiligt zu werden.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise ist noch nicht verlässlich einzuschätzen, zumal der Wirtschaftszweig der Glasindustrie hinter der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung hinterherläuft. Nach allgemeiner Auffassung ist aber der Höhepunkt der Krise überschritten. Eine Einschätzung dazu, wie sich diese Umstände auf die Umsätze der Insolvenzschuldnerin mittelfristig auswirken, kann jedoch nicht mit absoluter Verlässlichkeit gegeben werden. Im Rahmen des bestehenden Umfelds gehen wir jedoch davon aus, dass diese verzögerte Markterholung in der betont zurückhaltenden Planung angemessen berücksichtigt wurde.

Die Geschäftsführung geht derzeit von der Zustimmung der Gläubiger zu dem Insolvenzplan aus, da die wichtigsten Gläubiger der Gläubigergruppe eins bis drei bereits ihre Zustimmung signalisiert haben und die Gläubigergruppe vier, die Arbeitnehmer, ein besonderes Interesse am Erhalt des Unternehmens haben. Daher scheint die Zustimmung der Mehrheit der Gruppen sicher. Der Plan wurde vorab mit dem Amtsgericht erörtert. Es haben sich keine Hinweise darauf ergeben, dass einzelne Gläubiger durch den Plan unangemessen bevorzugt oder benachteiligt würden.

Durch die Annahme des Insolvenzplans wird voraussichtlich ein Sanierungsgewinn in Höhe von ca. € 4,8 Mio. realisierbar sein, wodurch die bestehende bilanzielle Überschuldung beseitigt würde. Die integrierte Unternehmensplanung geht im Falle der Annahme des Insolvenzplans davon aus, dass der Gesellschaft für den 24 Monate umfassenden Planungshorizont ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Nach Annahme des Insolvenzplans und bei planmäßiger Geschäftsentwicklung könnte das Insolvenzverfahren nach Ausgleich der Masseverbindlichkeiten im Juni 2011 aufgehoben werden.

F. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Neben der bereits oben erwähnten Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 31. Dezember 2010 sind keine Ereignisse mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nach dem Bilanzstichtag eingetreten.

G. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011 und 2012

Als Teil eines sich bessernden, wirtschaftlichen Umfeldes ist insbesondere in Westeuropa, speziell auch für die Bauindustrie und deren Zulieferbereich, mit einer spürbaren wirtschaftlichen Belebung zu rechnen. Gleichwohl wird aufgrund marktseitiger Überkapazitäten der Preisdruck weiter anhalten.

Unsere Planung für das Jahr 2011 geht von einer sich belebenden Nachfrage aus, was durch die Geschäftsentwicklung in den ersten beiden Monaten 2011 bestätigt wird, so dass wir uns in der Belastbarkeit der Unternehmensplanung für 2011 bestärkt sehen. In unseren intensiven Akquisitionsbemühungen bei wichtigen Stammkunden wurden uns zusätzliche Aufträge für Leistungen in Aussicht gestellt, die diese Kunden bisher anderweitig eingedeckt haben. Gleichzeitig erwarten wir positive Impulse durch die Reduzierung der Mängelquote und die Verbesserung der Termintreue.

Im Bereich der Kosten und Aufwendungen profitieren wir im Jahr 2011 von den geplanten und umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen. In der Produktqualität und in der Liefertermintreue wurden bereits signifikante Fortschritte erreicht, die nun einen echten Wettbewerbsvorteil bieten. Andere Maßnahmen, z.B. den Vertrieb strukturierter, kundenorientierter und effizienter agieren zu lassen, wurden eingeleitet, führten aber noch nicht zu messbaren Ergebnissen.

Für das Geschäftsjahr 2012 gehen wir aufgrund der Annahme einer weiteren Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage von leicht höheren Umsätzen, verglichen mit dem Geschäftsjahr 2011, sowie von einem positiven Jahresergebnis aus.

Insgesamt sind wir zuversichtlich, die großen Herausforderungen und Aufgaben des vor uns liegenden Geschäftsjahres und des Folgejahres bewältigen zu können.

 

Wesel, 24. März 2011

Dirk Hammes, Insolvenzverwalter

Bilanz

(Beträge in EUR)

Aktiva

  30.12.2010 31.12.2009
A. Anlagevermögen 2.393.895,75 2.682.047,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 23.299,75 39.873,00
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte    
und Werte sowie Lizenzen an solchen Werten und Rechten 23.299,75 39.873,00
II. Sachanlagen: 2.365.596,00 2.637.174,00
1. Technische Anlagen und Maschinen 1.675.994,00 1.880.825,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 689.602,00 756.349,00
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00
III. Finanzanlagen 5.000,00 5.000,00
Genossenschaftsanteile zum langfristigen Verbleib 5.000,00 5.000,00
B. Umlaufvermögen 3.367.597,77 2.756.204,11
I. Vorräte 769.357,04 1.122.307,59
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 540.571,37 768.367,68
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 53.754,59 50.579,69
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 175.031,08 303.360,22
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände: 1.207.407,34 1.221.315,85
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.140.914,30 1.052.000,62
2. Sonstige Vermögensgegenstände 66.493,04 169.315,23
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.390.833,39 412.580,67
C. Rechnungsabgrenzungsposten 71.228,51 91.184,17
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 2.060.564,83 0,00
  7.893.286,86 5.529.435,28

Passiva

   
  30.12.2010 31.12.2009
A. Eigenkapital 0,00 876.265,15
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
II. Kapitalrücklage 1.775.000,00 1.775.000,00
III. Verlustvortrag -1.898.734,85 -709.958,73
IV. Jahresfehlbetrag -2.936.829,98 -1.188.776,12
davon nicht durch Eigenkapital gedeckt 2.060.564,83 0,00
B. Rückstellungen 3.151.685,00 2.724.103,00
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.044.085,00 2.224.503,00
2. Sonstige Rückstellungen 1.107.600,00 499.600,00
C. Verbindlichkeiten 4.741.601,86 1.929.067,13
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.841.225,19 1.392.117,70
davon Nachrangdarlehen KfW 500.000,00 500.000,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.443.291,51 413.039,41
3. Sonstige Verbindlichkeiten, 1.457.085,16 123.910,02
davon aus Steuern 4.936,68 43.563,46
  7.893.286,86 5.529.435,28

Gewinn- und Verlustrechnung

  GJ 2010 GJ 2009
Beträge
in EUR
01.01.2010 - 30.12.2010 01.01.2009 - 31.12.2009
1. Umsatzerlöse 13.122.636,17 17.282.757,01
2. Verminderung des Bestands an unfertigen und fertigen Erzeugnissen -75.626,14 -107.120,72
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 390,00 3.405,00
4. Sonstige betriebliche Erträge 209.184,35 355.955,15
5. Materialaufwand: -5.704.601,27 -7.317.121,38
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für    
bezogene Waren -5.684.207,13 -7.283.725,63
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -20.394,14 -33.395,75
6. Personalaufwand: -5.480.940,13 -6.659.667,47
a) Löhne und Gehälter -4.413.757,51 -5.196.552,30
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -1.067.182,62 -1.463.115,17
davon für Altersversorgung -65.506,10 -327.953,46
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände    
des Anlagevermögens und Sachanlagen -316.991,33 -327.156,97
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.052.555,85 -4.345.075,01
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 989,94 10.212,81
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -280.400,00 -82.492,58
11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -2.577.914,26 -1.186.304,16
12. Außerordentliche Erträge 419.493,00 0,00
13. Außerordentliche Aufwendungen -776.893,72 0,00
14. Außerordentliches Ergebnis -357.400,72 0,00
15. Sonstige Steuern -1.515,00 -2.471,96
16. Jahresfehlbetrag -2.936.829,98 -1.188.776,12

Anhang

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der FLACHGLAS Wesel GmbH i.I. für das Geschäftsjahr 2010 wurde nach den handelsrechtlichen Vorschriften der §§ 264 ff. HGB für Kapitalgesellschaften unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB.

Die Gesellschaft nimmt die größenabhängigen Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HGB in Anspruch.

Aufgrund der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Gesellschaft am 31. Dezember 2010 wurde ein Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar 2010 bis 30. Dezember 2010 eingelegt.

Sofern es der Übersichtlichkeit und dem Verständnis der Bilanz dienlich ist, werden gem. § 265 Abs. 5 und 6 HGB einzelne Posten umbenannt oder hinzugefügt, wenn deren Inhalt nicht von einem anderen Posten gedeckt wird.

Angaben zu den einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung werden grundsätzlich im Anhang vorgenommen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt.

Das am 29. Mai 2009 in Kraft getretene Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts, das sogenannte Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (im nachfolgenden "BilMoG"), ist in Bezug auf Ansatz- und Bewertungsvorschriften erstmals auf den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2010 der Gesellschaft anzuwenden (Art. 66 Abs. 3 Satz 1 EGHGB).

Die Einführung des BilMoG kann in der sogenannten BilMoG-Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2010 zu Bewertungs- und Ausweisänderungen von Bilanzposten des Vorjahres führen. Eine Anpassung der Vorjahreszahlen im Rahmen der erstmaligen Anwendung ist nach Art. 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB unterblieben.

Die weiteren Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind wie folgt:

a) Anlagevermögen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Die Abschreibungen richten sich nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer bzw. nach der Laufzeit der Rechte, sofern diese kürzer ist.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten neben den direkt zurechenbaren Lohn- und Materialkosten auch angemessene Gemeinkosten. Fremdkapitalzinsen bleiben unberücksichtigt. Die planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens erfolgen pro rata temporis.

Anlagegüter, deren Anschaffungswerte über 150,00 Euro liegen und den Betrag von 1.000,00 Euro nicht überschreiten, werden seit dem 1. Januar 2008 gem. § 6 Abs. 2a EStG in einem Sammelkonto zusammengefasst und über fünf Jahre abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Anschaffungswert von 150,00 Euro werden gem. § 6 Abs. 2 EStG im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben. Gleichzeitig wird im Jahr des Zugangs deren Abgang unterstellt.

Die in den Finanzanlagen ausgewiesenen Genossenschaftsanteile sind zu Anschaffungskosten bewertet.

b) Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzungsposten

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Handelswaren erfolgt zu Einstandspreisen unter Berücksichtigung von Preisminderungen, überwiegend unter Anwendung der Durchschnittsmethode, sofern nicht ein Ansatz von niedrigeren Stichtagspreisen erforderlich ist. Gängigkeitsabschreibungen werden in angemessenem Maße vorgenommen.

Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bilanziert. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen gemäß § 255 Abs. 2 HGB berücksichtigt.

Die Grundsätze der verlustfreien Bewertung werden mittels Einzel- und Pauschalwertberichtigungen beachtet.

Der Ansatz der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie der flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert.

Erkennbare Einzelrisiken sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Dem allgemeinen Ausfallrisiko wird zudem durch eine pauschale Wertberichtigung Rechnung getragen.

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden neben Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, auch die Unterschiedsbeträge zwischen Ausgabe- und Rückzahlungsbetrag (Disagien) aufgenommener Darlehen ausgewiesen. Des Weiteren werden geleistete Sonderzahlungen aus Leasingverträgen abgegrenzt.

c) Eigenkapital, Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank für den Bilanzstichtag veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 5,15 %. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Rentensteigerungen von jährlich 1,75 % zugrunde gelegt.

Die Wertansätze der sonstigen Rückstellungen berücksichtigen auf der Grundlage vernünftiger kaufmännischer Bewertung alle bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Bei Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr erfolgt eine Abzinsung.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

3. Erläuterungen zur Bilanz

a) Anlagevermögen

Die Zusammensetzung und die Entwicklung des Anlagevermögens sind in dem als Anlage beigefügten Anlagespiegel dargestellt.

Als Finanzanlagen werden aufgrund ihres langfristigen Charakters unverändert zum Vorjahr Anteile an der Flachglas e.G. ausgewiesen.

b) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Wesentliche Bestandteile der sonstigen Vermögensgegenstände sind Jahresumsatzboni diverser Rohstofflieferanten, deren Auszahlung erst in 2011 erfolgt, sowie debitorische Kreditoren und Vorsteuererstattungsansprüche.

c) Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks

In € 30.12.2010 31.12.2009
Kassenbestand 2.102,17 815,92
Guthaben bei Kreditinstituten 1.388.731,22 410.449,03
Schecks 0,00 1.315,72
Flüssige Mittel 1.3 90.833,39 412.580,67

d) Aktive Rechnungsabgrenzung

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden hauptsächlich Disagien aus langfristigen Darlehen und die geleistete Leasingsonderzahlung für die in 2008 angeschaffte Heizungsanlage, die über die Vertragslaufzeit von sechs Jahren verteilt wird, ausgewiesen.

In € 30.12.2010 31.12.2009
Disagien 15.945,74 28.711,53
Leasingsonderzahlung 41.071,10 51.785,30
Vorauszahlungen an Versicherungen u. Dienstleister 12.988,26 9.221,10
Sonstige 1.223,41 1.466,24
Aktive Rechnungsabgrenzung 71.228,51 91.184,17

e) Pensionsrückstellungen

Aus der Umstellung der Pensionsrückstellungen im Rahmen des BilMoG zum 1. Januar 2010 (BilMoG-Eröffnungsbilanz) ergab sich ein Zuführungsbetrag im Vergleich zum alten Ansatz zum 31. Dezember 2009 in Höhe von T€ 1.033. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch und verteilt den Aufwand aus der Umstellung linear über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren. Im Geschäftsjahr 2010 wurden T€ 69 als außerordentlicher Aufwand erfasst. Zum Abschlussstichtag beläuft sich die Unterdeckung bei den Pensionsrückstellungen somit auf T€ 964.

Mit dem Betriebsrat und durch Individualvereinbarungen mit den Mitarbeitern wurde im Juni/Juli 2010 eine Regelung getroffen, dass weitere Anwartschaften auf Betriebsrenten nach dem 30. Juni 2010 nicht mehr erworben werden können, was zu einer Auflösung in Höhe von T€ 419 führte, die in den außerordentlichen Erträgen erfasst wurde.

Veränderungen der Pensionsrückstellung in T€
Rückstellung zum 31.12.2009 2.224
+ außerordentliche Zuführung (1/15 BilMoG Unterschiedsbetrag) 69
./. Anpassung aufgrund neuer Betriebsvereinbarung -419
+ Zinsaufwand aus Aufzinsung 170
Rückstellung zum 30.12.2010 bei Mindestzuführung 2.044

f) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten noch ausstehende Rechnungen für Mieten und erhaltene Lieferungen und Leistungen (T€ 333), Gewährleistungen (T€ 150), Beiträge für die Berufsgenossenschaft, Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aus Urlaubsentgelten und Gleitzeitguthaben sowie Jahresumsatzprämien für Großkunden und Jahresabschlusskosten.

Zudem wurde eine Rückstellung für die Kosten des vorläufigen Insolvenzverfahrens i.H.v. T€ 205 gebildet.

g) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In € 30.12.2010 31.12.2009
Restlaufzeit bis zu einem Jahr 353.725,19 367.217,50
Restlaufzeit bis zu fünf Jahre 1.045.000,00 389.900,20
Restlaufzeit mehr als fünf Jahre 442.500,00 635.000,00
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 1.841.225,19 1.392.117,70

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren sowohl aus der Finanzierung der Investitionen in den Jahren 2006 und 2007 als auch aus der Neuaufnahme von KfW-Förderkrediten mit einem Volumen von T€ 800 im Februar 2010. Die Summe der geleisteten Tilgungen beträgt T€ 198. Desweiteren wurde der im Vorjahr ausgewiesene Betriebs-mittelkredit in Höhe T€ 157 vollständig zurückgeführt.

h) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Sämtliche Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Da nach Insolvenzantragstellung keine Zahlungen für "Altverbindlichkeiten" erfolgen konnten, summieren sich die vor Antragstellung entstandenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf T€ 1.159. In der Zeit nach Antragstellungen wurden Lieferanten-Verbindlichkeiten i.H.v. T€ 284 aufgebaut.

i) Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben mit Ausnahme der Beiträge an den Pensionssicherungsverein (T€ 12), die gemäß Beitragsbescheid 2009 jeweils zu einem Viertel im Zeitraum ab 31.12.2010 bis zum 31.12.2013 fällig sind, allesamt eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Ein Großteil der sonstigen Verbindlichkeiten entstand in der Zeit der vorläufigen Insolvenz. Hier sind insbesondere die Zahlung von Insolvenzausfallgeld mit den daraus erwachsenen Verbindlichkeiten gegenüber der Agentur für Arbeit und den Sozialversicherungsträgern zu nennen (insgesamt T€ 1.293).

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

a) Sonstige betriebliche Erträge

Die Auflösung von Rückstellungen stellt mit einem Umfang in Höhe von T€ 47 den größten Einzelposten der sonstigen betrieblichen Erträge dar. Sie resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von im Vorjahr gebildeten Rückstellungen für Berufsgenossenschaftsbeiträge und Kundenboni.

In T€ 2010 2009
Auflösung von Rückstellungen (periodenfremd) 47 97
Sonstige Periodenfremde Erträge 79 125
Einbehalte aus Sachbezügen 41 45
Versicherungsentschädigungen und Schadensersatz 14 8
Übrige 28 81
Sonstige betriebliche Erträge 209 356

b) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Als sonstige betriebliche Aufwendungen werden Ausgangsfrachten und sonstige Vertriebskosten, Mieten und Mietnebenkosten inkl. fixer Energiekosten, Instandhaltungsaufwendungen, Reklamationsaufwendungen, Leasinggebühren, sonstige Dienstleistungen, Versicherungsprämien, Gebühren und Beiträge, Rechts- und Beratungskosten, Reise-, Repräsentations- und Werbekosten, Forderungsausfälle und Wertberichtigungen auf Forderungen sowie allgemeine Bürokosten ausgewiesen. Wesentliche periodenfremde Aufwendungen sind nicht angefallen.

d) Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten solche aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 170 (Vorjahr T€ 0).

e) Außerordentliches Ergebnis

Die außerordentlichen Erträge resultieren in Höhe von T€ 419 aus der Auflösung der Pensionsrückstellungen infolge der ergriffenen Restrukturierungsmaßnahmen. Unter den folgenden drei Rubriken lassen sich die außerordentlichen Aufwendungen zusammenfassen:

In T€ 2010
Aufwendungen für Restrukturierung 485
Aufwendungen des vorläufigen Insolvenzverfahrens 222
Zuführung (1/15 Unterschiedsbetrag BilMoG) zu Pensionsrückstellungen 69
Außerordentliche Aufwendungen 77 6

Im Geschäftsjahr 2009 fielen keine außerordentlichen Aufwendungen oder Erträge an.

f) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aufgrund des negativen Jahresergebnisses und der bestehenden Verlustvorträge waren im Berichtsjahr 2010 keine Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zu berücksichtigen.

5. Weitere Angaben

a) Arbeitnehmer

Jahresdurchschnitt ohne Geschäftsführer, ohne Auszubildende 2010 2009
Angestellte 39 41
Gewerbliche Arbeitnehmer 139 156
Mitarbeiter insgesamt 178 197

b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aufgrund von Miet-/Leasing- und Contractingverträgen bestehen bis zum derzeit geltenden Vertragsablauf sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von insgesamt T€ 716.

In T€ 30.12.2010 31.12.2009
fällig bis 30.12.2011 (innerhalb eines Jahres) 388 293
fällig ab 31.12.2011 bis 30.12.2015 (bis fünf Jahre) 310 877
fällig ab 31.12.2015 (größer fünf Jahre) 18 56
Nicht bilanzierte Verpflichtungen gesamt 716 1.22 6

Gesicherte Darlehen bestehen zum Bilanzstichtag bei der Verbands-Sparkasse Wesel i.H.v. T€ 805. Als Sicherheiten dienen:

ein ESG-Rollenofen (Sicherungsübereignung)

Globalzession aller Inlands- und Auslandsforderungen

Abtretung der Rechte und Ansprüche aus der Warenkreditversicherung

Zur Sicherung einer Gewährleistungsbürgschaft über T€ 18 (Laufzeit bis 31.07.2016) sowie einer Zollbürgschaft in Höhe von T€ 5 wurde bei der Commerzbank ein gesperrtes Festgeldkonto in gleichlautender Höhe eröffnet.

c) Honorar des Abschlussprüfers

Auf die Angabe des Honorars für Abschlussprüfungs- und Steuerberatungsleistungen im Sinne des § 285 Nr. 17 HGB wird gemäß § 288 Abs. 2 S.3 HGB verzichtet. Die Angabe wird der Wirtschaftsprüferkammer auf deren schriftliche Anforderung übermittelt.

d) Geschäftsführung

Die Geschäftsführung wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgeübt von:

Herrn Winfried Vengels, Diplom-Ingenieur Verfahrenstechnik, Raesfeld,
geschäftsführender Gesellschafter

Herrn Eike Rüttgerodt, Unternehmensberater, Ratingen,
seit 15. Oktober 2010 tätig als kaufmännischer Geschäftsführer

Im Hinblick auf die Angabe zu den Bezügen der Geschäftsführung wird von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Das Insolvenzgericht Duisburg eröffnete mit Beschluss vom 31. Dezember 2010 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft und bestellte Herrn Rechtsanwalt Dirk Hammes zum Insolvenzverwalter.

 

Wesel, den 24. März 2011

Dirk Hammes, Insolvenzverwalter

Entwicklung des Anlagevermögens

  BRUTTOWERTE (Anschaffungskosten)
BETRÄGE IN EUR STAND 01.01.2010 ZUGÄNGE ABGÄNGE STAND 30.12.2010
SOFTWARE 494.671,26 4.839,75 0,00 499.511,01
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE 494.671,26 4.839,75 0,00 499.511,01
1. TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN 3.731.960,69 7.301,62 -2.204,00 3.737.058,31
2. ANDERE ANLAGEN, BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG 1.205.111,92 0,00 -546,39 1.204.565,53
3. GERINGWERTIGE WIRTSCHAFTSGÜTER 21.032,38 16.888,71 -242,52 37.678,57
II. SACHANLAGEN 4.958.104,99 24.190,33 -2.992,91 4.979.302,41
GENOSSENSCHAFTSANTEILE Z. LANGFRISTIGEM VERBLEIB 5.000,00 0,00 0,00 5.000,00
III. FINANZANLAGEN 5.000,00 0,00 0,00 5.000,00
GESAMT ANLAGEVERMÖGEN 5.457.776,25 29.030,08 -2.992,91 5.483.813,42
  WERTBERICHTIGUNGEN
BETRÄGE IN EUR STAND 01.01.2010 ZUGÄNGE ABGÄNGE STAND 30.12.2010
SOFTWARE 454.798,26 21.413,00 0,00 476.211,26
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE 454.798,26 21.413,00 0,00 476.211,26
1. TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN 1.851.135,69 212.132,62 -2.204,00 2.061.064,31
2. ANDERE ANLAGEN, BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG 462.352,92 75.665,00 -356,39 537.661,53
3. GERINGWERTIGE WIRTSCHAFTSGÜTER 7.442,38 7.780,71 -242,52 14.980,57
II. SACHANLAGEN 2.320.930,99 295.578,33 -2.802,91 2.613.706,41
GENOSSENSCHAFTSANTEILE Z. LANGFRISTIGEM VERBLEIB 0,00 0,00 0,00 0,00
III. FINANZANLAGEN 0,00 0,00 0,00 0,00
GESAMT ANLAGEVERMÖGEN 2.775.729,25 316.991,33 -2.802,91 3.089.917,67
  BUCHWERTE
BETRÄGE IN EUR STAND 30.12.2010 STAND Vorjahr 31.12.2009
SOFTWARE 23.299,75 39.873,00
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE 23.299,75 39.873,00
1. TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN 1.675.994,00 1.880.825,00
2. ANDERE ANLAGEN, BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG 666.904,00 742.759,00
3. GERINGWERTIGE WIRTSCHAFTSGÜTER 22.698,00 13.590,00
II. SACHANLAGEN 2.365.596,00 2.637.174,00
GENOSSENSCHAFTSANTEILE Z. LANGFRISTIGEM VERBLEIB 5.000,00 5.000,00
III. FINANZANLAGEN 5.000,00 5.000,00
GESAMT ANLAGEVERMÖGEN 2.393.895,75 2.682.047,00

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der FLACHGLAS Wesel GmbH i.I., Wesel, für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Insolvenzverwalters der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Insolvenzverwalters sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Pflichtgemäß weisen wir auf die Ausführungen des Insolvenzverwalters im Lagebericht hin. Dort ist in den Abschnitten D. und E. ausgeführt, dass der Fortbestand der Gesellschaft bedroht ist. Der Bestand der Gesellschaft hängt davon ab, dass die Gläubigerversammlung im Rahmen des Insolvenzverfahrens einem vorliegenden Insolvenzplan zustimmt.

 

Köln, den 24. März 2011

PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Jens Pollmann, Wirtschaftsprüfer

ppa. Christian Illing, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

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Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

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