Spectrum Operator GmbHLiquidiert

Westhafenplatz 1, 60327 Frankfurt am Main, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 112032
Vorher
Blitz F18-38 GmbHSpectrum MTF Operator GmbH
Eingetragen
8.6.2018
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenVerwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für DritteFondsmanagement
Gegenstand
Verwaltung des eigenen Vermögens

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Alexandra Nesselrodt
seit 24.10.2025
Geschäftsführer
Christoph Lehl
seit 29.9.2023
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert50.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Market Data LimitedGBR
50.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Market Data Limited
United Kingdom
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Spectrum MTF Operator GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.06.2022 bis zum 31.05.2023

Jahresbilanz zum 31. Mai 2023

der Spectrum MTF Operator GmbH

Frankfurt am Main

Handelsregister Amtsgericht Frankfurt am Main (HRB 112032)

Aktivseite | Euro

31.05.2023 31.05.2022
1. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 4,865,488.77 4,311,673.46
b) andere Forderungen 8,196.16 0.00
4,873,684.93 4,311,673.46
2. Forderungen an Kunden
darunter: an Finanzdenstleistungsinstitute Euro 730.823,46 (Vorjahr: 1.027.855,03 Euro) 730,823.46
darunter: gegen Gesellschafter 0,00 Euro (Vorjahr: 0,00 Euro)
730,823.46 1,027,855.03
3. Sachanlagen 48,217.67 63,884.44
4. Sonstige Vermögensgegenstände 976,526.94 1,024,880.99
5. Rechnungsabgrenzungsposten 33,485.05 32,348.93
Summe der Aktiva 6,662,738.05 6,460,642.85

Passivseite | Euro

31.05.2023 31.05.2022
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen 0.00 0.00
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 359,081.44 365,402.16
bb) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 0,00 0,00
359,081.44 365,402.16
darunter: ggü. Finanzdienstleistungsinstituten 214.601,68 Euro (Vorjahr: 159.969,82 Euro)
359,081.44 365,402.16
2. Sonstige Verbindlichkeiten 398,460.41 266,477.14
3. Rechnungsabgrenzungsposten 5,000.00 30,000.00
4. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 0.00 0.00
b) Steuerrückstellungen 0.00 450,000.00
c) andere Rückstellungen 663,902.60 1,119,666.88
663,902.60 1,569,666.88
5. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 50,000.00 50,000.00
abzüglich nicht eingeforderter ausstehender Einlagen 0.00 0.00
50,000.00 50,000.00
b) Kapitalrücklage 15,500,000.00 15,500,000.00
c) Gewinnrücklagen 0,00 0.00
d) Bilanzverlust 10,313,706.40 11,320,903.33
5,236,293.60 4,229,096.67
Summe der Passiva 6,662,738.05 6,460,642.85

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juni 2022 bis 31. Mai 2023

Aufwendungen | Euro

01.06.2022 -31.05.2023 01.06.2021 -31.05.2022
1. Zinsaufwendungen 4,529.00 27,737.02
2. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 1,781,997.05 1,695,036.77
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung und für Unterstützung 332,642.53 279,600.98
2,114,639.58 1,974,637.75
darunter: für Alterversorgung 0,00 Euro
b) andere Verwaltungsaufwendungen 6,535,803.43 7,069,445.95
8,650,443.01 9,044,083.70
3. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 28,830.07 29,807.59
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 693.72 20,068.02
5. Jahresüberschuss 1,007,196.93 0.00
Summe der Aufwendungen 9,691,692.73 9,121,696.33
1. Jahresüberschuss (+) / Jahresfehlbetrag (-) 1,007,196.93 -2,338,113.96
2. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 11,320,903.33 8,982,789.37
3. Bilanzverlust 10,313,706.40 11,320,903.33

Erträge | Euro

1. Zinserträge aus 01.06.2022 -31.05.2023 01.06.2021 -31.05.2022
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 9,171.65 0.00
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 0.00 0.00
9,171.65 0.00
2. Provisionserträge 9,481,838.53 6,755,502.72
3. Sonstige betriebliche Erträge 200,682.55 28,079.65
4. Jahresfehlbetrag 0.00 2,338,113.96
Summe der Erträge 9,691,692.73 9,121,696.33

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen des Unternehmens

Spectrum MTF Operator GmbH (Spectrum) ist eine 100 % Tochtergesellschaft der Market Data Limited, London, und ist Teil der Unternehmensgruppe IG Group Holding Plc (IG). IG ist im Bereich der CFDs (Differenzkontrakte) und anderer derivativer Finanzinstrumente tätig sowie ein weltweit führender Anbieter im CFD-Handel. Mit den Niederlassungen in EMEA, Asia/Pacific Regionen, US und Großbritannien betreut IG weltweit über 358.300 Kunden 1. Die Zielgruppe von IG sind sowohl Kleinanleger, als auch professionelle Kunden und geeignete Gegenparteien. IG bietet überwiegend gehebelte Derivate als OTC ("Over the Counter")-Produkte an. Zudem sind physische Aktien und "Exchange-Traded Derivatives" (ETDs) in der Produktpalette von IG enthalten.

Mit der Geschäftsaufnahme von Spectrum im August 2019 hat IG das bestehende Produktportfolio durch den Handel verbriefter Derivate erweitert. Spectrum bietet institutionellen Teilnehmern den Handel dieser Instrumente auf einem multilateralen Handelsplatz (MTF) an.

Die von der BaFin regulierte Plattform nutzt ein Handelssystem, durch das Anleger mit großer Auswahl, Kontrolle und Stabilität handeln können. Durch die Zulassung einer europaweit gültigen ISIN, dem durchgehenden Handel an 5 Werktagen (24/5 Handel), seine proprietäre Plattform und durch entsprechende Verpflichtung des angebundenen Market Makers garantiert Spectrum eine Mindestliquidität der gehandelten Produkte, und ist in der Lage, schnell und sicher Orders auszuführen.

Spectrum betreibt ein Geschäftsmodell bei dem zwei Arten von Gebühren erhoben werden, Transaktionsgebühren (pro Einheit, pro Transaktion) und Mitgliedsbeiträge (jährlich). Spectrum unterscheidet die angebundenen Mitglieder in zwei Kategorien (Broker und Market Maker bzw. Liquidity Provider). Die Gebührenordnung zeigt die Gebühren für die jeweilige Kategorie. Beide Arten von Mitgliedern zahlen eine jährliche Mitgliedsgebühr 2 an Spectrum - wenn auch in unterschiedlichen Beträgen pro Kategorie - und nur Market Maker/Liquidity Provider zahlen Transaktionsgebühren. Das Umsatzniveau in jedem Zeitraum wird hauptsächlich vom Handelsniveau bestimmt sowie der Anzahl der Mitglieder. Die Gebührenordnung soll die Endkundenphilosophie von Spectrum widerspiegeln, bei der keine Transaktionsgebühren für Brokermitglieder erhoben werden, um niedrige Handelsgebühren für Endkunden zu ermöglichen.

1 https://www.iggroup.com/sites/ig-group/files/is-group-rebrand/investor/financial-result/result-reports-and-presentation/fy23-results-statement.pdf, S. 2
2 Für neue Mitglieder, die bis zum 31. Dezember 2022 beitreten, wird der jährliche Mitgliedsbeitrag für das erste Jahr der Mitgliedschaft bei Spectrum erlassen.

2. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

2.1. Wirtschaftliche Entwicklung in der EU im Jahr 2022 und im 1. HJ 2023

Nach einer starken Erholung der europäischen Wirtschaft von der weltweiten Pandemie im Jahr 2021, ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der EU gemäß Eurostat für das Jahr 2022 weniger stark um 3,4 % gestiegen.

Wachstumsraten des realen BIP in der EU

Datenquelle: Eurostat (Statistics | Eurostat (europa.eu))

2018 2019 2020 2021 2022
Europäische Union-27 Länder (ab 2020) 2,1 % 1,8 % -5,6 % 5,6 % 3,4 %

Laut einer Schätzung von Eurostat ist in der EU das saisonbereinigte BIP im ersten Quartal 2023 um 0,2 % gestiegen. Im vorangegangen vierten Quartal 2022 gab es einen Rückgang um 0,1 % gegenüber dem Vorquartal. Im zweiten Quartal 2023 ist das saisonbereinigte BIP in der EU laut einer Schätzung von Eurostat gegenüber dem Vorquartal unverändert geblieben. 3

Veröffentlichte Wachstumsraten des BIP - Volumen bis zum 2. Quartal 2023 (auf der Grundlage saisonbereinigter Daten * )

Prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorquartal
2022 Q3 2022 Q4 2023 Q1 2023 Q2
Euroraum 20 0,4 -0,1 0,0 0,3
EU 0,4 -0,1 0,2 0,0
Prozentuale Veränderung gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahres
2022 Q3 2022 Q4 2023 Q1 2023 Q2
Euroraum 20 2,4 1,8 1,1 0,6
EU 2,5 1,6 1,1 0,5

Quelle: Eurostat Pressemitteilung 87/2023 - 31. Juli 2023

Der russische Angriff auf die Ukraine, die gestiegene Inflation und gestiegene Finanzierungszinsen als auch die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft stellen die Europäische Union vor großen Herausforderungen. In einem herausfordernden globalen Umfeld zeigt sich die europäische Wirtschaft weiterhin widerstandsfähig. Niedrigere Energiepreise, weniger Lieferengpässe und ein starker Arbeitsmarkt haben zu einem kleinen Wachstum im ersten Quartal 2023 geführt. Ängste vor einer Rezession sind zurückgegangen. Der Wachstumsausblick für die EU-Wirtschaft steigt entsprechend für das Jahr 2023 auf 1,0 Prozent - in der Winterzwischenprognose waren es noch 0,8 Prozent. Für das Jahr 2024 wird mit 1,7 Prozent Wachstum gerechnet. 4

3 Eurostat Pressemitteilung 87/2023 - 31. Juli 2023
4 https://germany.representation.ec.europa.eu/news/fruhjahrsprognose-2023-europaische-wirtschaft-behauptet-sich-bemerkenswert-gut-2023-05-15_de

Laut Exekutiv-Vizepräsident Valdis Dombrovskis behauptet sich die Wirtschaft der EU gut gegen die Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine und hat zu einer Aufwärtskorrektur der Wachstumsprognose für 2023 geführt. 5

"Die OECD erwartet in ihrer aktuellen Prognose vom Juni 2023 eine verhaltene Erholung der weltwirtschaftlichen Aktivität. Die Weltwirtschaft dürfte demnach in diesem Jahr um 2,7 % und im kommenden Jahr um 2,9 % wachsen. Während die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum (+ 0,9 %) und in den USA (+ 1,6 %) nur schleppend zulegen dürfte, erwartet die OECD deutlichere Impulse für die Weltwirtschaft von den Schwellenländern (insbesondere China: +5,4 %, Indien: +6,0 %)." 6

5 https://germany.representation.ec.europa.eu/news/fruhjahrsprognose-2023-europaische-wirtschaft-behauptet-sich-bemerkenswert-gut-2023-05-15_de
6 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2023/20230614-diewirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2023.html

2.2. Der Markt für strukturierte Finanzprodukte in Europa

Am Ende des ersten Quartals 2023 beträgt das Marktvolumen 7 für Investment- und Hebelprodukte EUR 355 Milliarden. Im Vergleich zum Vorquartal entspricht dies einem Anstieg von 14 % und einem Anstieg von ebenfalls 14 % auf Jahresbasis. 8 Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die Entwicklung des Marktvolumens über fünf Quartale hinweg getrennt nach Investment- und Hebelprodukten.

4. Outstanding volume

7 Für die Länder Österreich, Belgien, Deutschland, Schweiz und Luxemburg; zudem Italien ab Q1 2023
8 https://eusipa.org/wp-content/uploads/EUSIPA-Report-Q1-2023-EN-FINAL-MERGED.pdf

Im ersten Quartal 2023 belief sich das Handelsvolumen mit Investment- und Hebelprodukten auf dem europäischen Finanzmarkt auf EUR 32 Milliarden, was einem Anstieg von 31 % gegenüber dem Vorquartal und einem Rückgang von 28 % gegenüber dem ersten Quartal 2022 entspricht. Hebelprodukte machten im ersten Quartal Q1 2023 einen Umsatz von EUR 21 Milliarden aus. Ihr Umsatz erhöhte sich im Quartalsvergleich um 29 % und fiel um 32 % im Vergleich zum ersten Quartal 2022. 9 Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die Entwicklung des Handelsvolumens über fünf Quartale hinweg getrennt nach Investment- und Hebelprodukten.

3. Exchange turnover

9 https://eusipa.org/wp-content/uploads/EUSIPA-Report-Q1-2023-EN-FINAL-MERGED.pdf
Zum Ende des ersten Quartals 2023 wurden an den Handelsplätzen der eusipa-Märkte 450.154 Investmentprodukte und 1.680.225 Hebelprodukte angeboten. Damit stieg die Zahl der gelisteten Produkte im Quartalsvergleich um 1 Prozent und im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent. 10 11

6. Number of exchange listed products

10 Laut Eusipa 9 %, nach eigener Berechnung 11 %
11 https://eusipa.org/wp-content/uploads/Q2-2022-market-report-EUSIPA-media-release-FINAL-ENG.pdf

2.3. Auswirkungen der gesamtwirtschaftlichen Lage auf Spectrum

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 von dem russischen Krieg auf die Ukraine und der damit verbundenen Energiekrise sowie Lieferkettenproblemen geprägt. Nach einer anfänglichen Stabilisierung zur Jahresmitte haben sich die Wirtschaftsaussichten in der zweiten Jahreshälfte zunehmend verschlechtert. Dennoch ist die Wirtschaft, gemessen am preisbereinigten BIP, insgesamt gewachsen und erreichte damit das Niveau vor der Corona Pandemie. Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2022 um 1,8 % höher als 2021. 12

Im ersten Halbjahr 2023 ist die deutsche Wirtschaft weiterhin von den Energiepreissteigerungen, der weltweiten Wirtschaftsschwäche und seit Jahresanfang zusätzlich von ungünstigeren Finanzierungsbedingungen belastet. Die deutsche Wirtschaft ist daher im ersten Halbjahr kaum gewachsen.

Im Hinblick auf das zweite Halbjahr wird von einer moderaten konjunkturellen Erholung ausgegangen. Diese Einschätzung beruht auf rückläufigen Preisen für Energie, einer weiter nachlassenden Inflationsdynamik, höheren Lohnabschlüssen und einer erwarteten wirtschaftlichen Belebung. 13

Die anhaltenden Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung spiegeln sich auch in den Handelsaktivitäten auf den europäischen Finanzmärkten wider, auch wenn die Volatilität an den Märkten auf ein niedrigeres Niveau zurückgegangen ist. Dies hat das ohnehin stattfindende stetige Wachstum der Handelsaktivitäten auf Spectrum begünstigt und dazu geführt, dass die Transaktionsvolumina 14 auch im vierten Geschäftsjahr weiter angestiegen sind. Im Geschäftsjahr 2023 hat Spectrum einen weiteren Broker und zwei Market Maker-Mitglieder angebunden. Zudem wurde ein weiterer Broker-Mitgliedsvertrag abgeschlossen. Die technische Anbindung des Broker-Mitglieds wird für das dritte Quartal 2023 erwartet. Die Prognose aus dem Vorjahr hinsichtlich einer deutlichen Steigerung des Handelsvolumens ist eingetreten. 15 Eingetreten ist auch die Prognose, dass die Umsatzsteigerungen ausreichen werden, um ein positives Ergebnis zu realisieren. Aus Sicht der Geschäftsführung ist die Geschäftsentwicklung insgesamt betrachtet günstig verlaufen. 16

12 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_N032_81.html
13 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2023/20230614-diewirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2023.html
14 Anzahl gehandelter Wertpapiere
15 Steigerung des Handelsvolumens um 504 Mio. gehandelte Instrumente von 1.063 Mio. im Geschäftsjahr 2022 auf 1.567 Mio. im Geschäftsjahr 2023.
16 Jahresüberschuss i. H. v. TEUR 1.007 (Vorjahr Jahresfehlbetrag i. H. v. TEUR 2.338)

2.4. Ukraine-Krieg

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, welcher am 24. Februar 2022 begann und bis heute andauert, hat erhebliche Auswirkungen auf die sicherheitspolitische und die wirtschaftliche Lage in Europa. Als eine der Folgen des Konflikts werden in Deutschland sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen mit stark gestiegenen Energiepreisen konfrontiert. Dies hemmt die Konsumfreudigkeit der Privathaushalte und beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit von energieintensiven Branchen in Deutschland. Auf die geschäftlichen Aktivitäten des Konzerns als auch von Spectrum hat der Konflikt minimale Auswirkungen. Spectrum hat weder Handelsteilnehmer aus Russland oder der Ukraine noch sind Finanzinstrumente aus diesen beiden Ländern auf Spectrum handelbar.

2.5. Inflation und Marktzinsen

Die im Jahr 2022 kontinuierlich gestiegene Inflation in Europa mit ihrem Höhepunkt im Oktober 2022 hat die Europäische Zentralbank zu einer Zinswende im Juli 2022 bewegt. Im weiteren Verlauf des Jahres 2022 und der ersten Jahreshälfte 2023 sind die Leitzinsen durch die EZB weiter angehoben worden. Sowohl die gestiegene Inflation als auch die gestiegenen Marktzinsen haben zu einer Dämpfung des Konsums der privaten Haushalte geführt. Die zu Beginn des Jahres 2023 niedrigeren Energiepreise, die Stabilisierung der Lieferketten und ein starker Arbeitsmarkt haben jedoch in der EU zu einem kleinen Wachstum im ersten Quartal 2023 geführt und haben Befürchtungen auf eine Rezession reduziert. Die in den USA und Europa gestiegene Inflation wirkte sich beim Konzern als auch bei Spectrum durch höhere Aufwendungen für Personal und bei der Beschaffung aus. Die höheren Marktzinsen haben einen positiven Effekt auf das Ergebnis des Konzerns als auch von Spectrum durch Zinserträge aus Guthaben. Insgesamt betrachtet haben die Entwicklungen keine negativen Auswirkungen auf die geschäftlichen Aktivitäten des Konzerns als auch von Spectrum.

3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens

Nach der Betriebsaufnahme des multilateralen Handelssystems im August 2019 sind im Oktober 2019 die ersten Handelsaktivitäten auf Spectrum durchgeführt worden. Das Geschäftsjahr 2023 ist das dritte volle Jahr mit 12 Monaten Handelsaktivität.

3.1. Ertragslage

Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt einen Jahresüberschuss i. H. v. TEUR 1.007 (Vorjahresfehlbetrag TEUR 2.338). Spectrum erwirtschaftete Provisionserträge i. H. v. TEUR 9.482 (Vorjahr TEUR 6.756), welche ausschließlich aus vereinnahmten Transaktionsgebühren i. H. v. TEUR 9.362 (Vorjahr TEUR 6.636) und Mitgliedschaftsgebühren i. H. v. TEUR 120 (Vorjahr TEUR 120) resultieren. Die Mitgliedschaftsgebühren stehen im Zusammenhang mit den ersten zwei Mitgliedern, welche in 2019 erfolgreich an das Handelssystem von Spectrum angebunden wurden. Die Anbindung dieser ersten Kunden führte Anfang Oktober 2019 zu den ersten durchgeführten Transaktionen auf dem Handelssystem mit einem stetigen Wachstum der Transaktionsvolumina. 17 Diesen Erträgen stehen Aufwendungen i. H. v. TEUR 8.684 (Vorjahr TEUR 9.122) gegenüber. Die Aufwendungen resultieren aus Personalaufwand i. H. v. TEUR 2.115 (Vorjahr TEUR 1.975) und anderen Verwaltungsaufwendungen i. H. v. TEUR 6.536 (Vorjahr TEUR 7.069). Die anderen Verwaltungsaufwendungen resultieren im Wesentlichen aus IT Lizenz Gebühren i. H. v. TEUR 1.899 (Vorjahr TEUR 1.549), Aufwendungen für Marketing i. H. v. TEUR 1.432 (Vorjahr TEUR 1.459), konzerninterne Dienstleistungen i. H. v. TEUR 1.178 (Vorjahr TEUR 1.538), nicht abziehbare Vorsteuer i. H. v. TEUR 1.013 (Vorjahr TEUR 1.352), Telekommunikation i. H. v. TEUR 333 (Vorjahr TEUR 333), Büroräume i. H. v. TEUR 182 (Vorjahr TEUR 211), Fremdleistungen wie Rechtsanwalts-, Steuerberater- und Prüfungskosten i. H. v. TEUR 155 (Vorjahr TEUR 345). Die Ertragslage zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Erträge um 43 % und einen Rückgang der Aufwendungen um 5 %. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Provisionserträge erneut stark gesteigert werden und gleichzeitig vor allem die Aufwendungen für konzerninterne Dienstleistungen reduziert werden. Damit konnte erstmalig ein Gewinn erwirtschaftet werden.

3.2. Finanzlage

Spectrum hat seine komfortable Finanzlage durch das wachsende Geschäft weiter ausgebaut. Liquidität und Zahlungsfähigkeit waren jederzeit gewährleistet. Zum Ende des Geschäftsjahres zeigt die Bilanz ein Eigenkapital i. H. v. TEUR 5.236 (Vorjahr TEUR 4.229) und Schulden i. H. v. TEUR 1.426 (Vorjahr TEUR 2.232). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 79 % (Vorjahr 65 %). Das Mutterunternehmen Market Data Limited hat sich verpflichtet Spectrum bei Bedarf mit ausreichend Kapital zu versorgen.

3.3. Vermögenslage

Die Vermögenslage ist gekennzeichnet durch einen Anstieg der Forderungen an Kreditinstitute um TEUR 562 auf TEUR 4.874 (Vorjahr TEUR 4.312) und einen Rückgang der Forderungen an Kunden um TEUR 297 auf TEUR 731 (Vorjahr TEUR 1.028). Darüber hinaus bestehen Sachanlagen i. H. v. TEUR 48 (Vorjahr TEUR 64), Sonstige Vermögensgegenstände i. H. v. TEUR 977 (Vorjahr TEUR 1.025) und ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten i. H. v. TEUR 33 (Vorjahr TEUR 32). Die Vermögenslage ist auch gekennzeichnet durch einen Rückgang der Rückstellungen um TEUR 906 von TEUR 1.570 auf TEUR 664, einem Anstieg der sonstigen Verbindlichkeiten um TEUR 132 auf TEUR 398. Zusammen mit den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden i. H. v. TEUR 359 (Vorjahr TEUR 365) und dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten i. H. v. TEUR 5 (Vorjahr TEUR 30) ergeben sich Schulden i. H. v. TEUR 1.426 (Vorjahr TEUR 2.232).

17 Siehe auch Grafik in Abschnitt 2.3; Entwicklung der letzten drei Geschäftsjahre

3.4. Gesamtaussage

Aus Sicht der Geschäftsführung zeigt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft im vierten Geschäftsjahr nach der Betriebsaufnahme des multilateralen Handelssystems insgesamt ein solides Bild. Durch den erstmalig erwirtschafteten Jahresüberschuss i. H. v. TEUR 1.007 (Vorjahr Jahresfehlbetrag TEUR 2.338) ist die Eigenkapitalquote von im Vorjahr 65 % auf 79 % angestiegen. Die Gesellschaft verfügt über einen komfortablen Bestand an liquiden Mitteln, um allen Verpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Die liquiden Mittel bilden den größten Vermögensposten der Bilanz. Auch für die Zukunft hat sich der Gesellschafter durch eine Patronatserklärung 18 dazu verpflichtet Spectrum bei Bedarf mit ausreichend Kapital zu versorgen.

18 Im Original "Letter of Undertaking"

4. Risikobericht

4.1. Ziel des Risikomanagements

Das übergeordnete Ziel des Risikomanagements der Spectrum ist die Sicherung der Risikotragfähigkeit und somit der langfristigen Fortführung des Unternehmens. Zur Erreichung dieses Ziels hat die Geschäftsführung, unter Berücksichtigung der Anforderungen von § 39 WpIG, § 25a Abs. 1 des Kreditwesensgesetzes (KWG) sowie der MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement), ein internes Risikomanagementsystem entwickelt. Das interne Risikomanagementsystem dient der Identifizierung, Messung, Steuerung und Überwachung der aus dem Geschäftsmodell von Spectrum resultierenden Risiken.

Unser Risikorahmenwerk einschließlich der Risikoidentifikation, des Risikoappetits und darauf aufbauenden Limitsystems sowie Richtlinien zum Risiko- und Kapitalmanagement, beschreibt die zentralen Elemente unseres Risikomanagementsystems. Diese Elemente unterliegen einem fortlaufenden Prozess der Überprüfung und Weiterentwicklung. Insbesondere die Risikoidentifizierung, -analyse, -bewertung, -steuerung und -überwachung sowie die Risikoberichterstattung sind von zentraler Bedeutung für die Wirksamkeit des Gesamtsystems.

In dem Risikorahmenwerk werden unter anderem die zentralen Aufgaben, Rechte und Verantwortlichkeiten, die organisatorischen Rahmenbedingungen und die Risikoidentifikation, Kontrolle, Überwachung und Berichterstattung beschrieben. Die Regelungen berücksichtigen zudem die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Risikomanagement sowie internationale Standards und Entwicklungen einer angemessenen Unternehmensführung. Durch das interne Risikorahmenwerk wird die Geschäftsleitung der Spectrum in die Lage versetzt, dass die Risiken der Gesellschaft gut verstanden sowie in Übereinstimmung mit dem Risikoappetit und der definierten Risikolimite gesteuert werden.

4.1.1. Risikokultur

Der Geschäftsführung der Spectrum ist bewusst, dass eine gelebte Risikokultur fundamental für die effiziente Umsetzung des Risikorahmenwerks in allen Unternehmensbereichen ist. Die Unternehmens- und Risikokultur ist definiert durch gemeinsame und verantwortungsvolle Werte, Einstellungen, Kompetenzen und Verhaltensweisen in allen geschäftlichen Bereichen. Eine mangelnde Risikokultur führt zwangsläufig zu höheren Risiken. Die Risikokultur wird durch Richtlinien und eine konsistente Umsetzung in allen Geschäftsaktivitäten unterstützt.

4.1.2. Risikotaxonomie

Spectrum hat ihre Risiken in einer Risikotaxonomie klassifiziert, um sicherzustellen, dass das gesamte Spektrum der relevanten Risiken in den Risikomanagementaktivitäten des Unternehmens Berücksichtigung findet. Darauf aufbauend werden geeignete Maßnahmen der Risikomessung, Überwachung und Berichterstattung abgeleitet. Die Risikotaxonomie lehnt sich an die Taxonomie an, die die IG Gruppe bereits seit einigen Jahren erfolgreich nutzt.

Ebene 1 Ebene 2
1 Aufsichtsrechtliches Umfeld 1.1 Aufsichtsrechtliche Änderungen
2 Kommerzielles Risiko 2.1 Kommerzielles Risiko
3 Geschäftsmodellrisiko 3.1 Marktrisiko
3.2 Kreditrisiko
3.3 Liquiditätsrisiko
3.4 Kapitaladäquanzrisiko
4 Operationelles Risiko 4.1 Operationelles Risiko
4.2 Technologierisiko
4.3 Prozessrisiko
4.4 Externes Risiko
5 Verhaltensrisiko 5.1 Unsere Teilnehmer

4.1.3. Risikoappetit

Der von der Geschäftsführung festgelegte Risikoappetit wird in der operativen Geschäftsführung berücksichtigt. Im Falle von Limitüberschreitungen der Frühwarnindikatoren wird nach festgelegten Eskalations- und Entscheidungsprozessen verfahren. Diese stellen sicher, dass Geschäftsinteressen und Risikomanagement-Aspekte abgewogen und in Einklang gebracht werden. Für den Risikoappetit besteht eine detaillierte Darstellung von Risikoindikatoren und die akzeptablen Risikowerte, die ein ausgewogenes Verhältnis von Risiko und Ertrag und damit ein profitables Geschäft gewährleisten. Die Identifikation soll im Rahmen der jährlichen Risikoinventur erfolgen.

4.1.4. Risikomanagement-Governance

Die Governance für das Risikomanagement wird von der Geschäftsführung beaufsichtigt und von den Bereichsleitern und einer Reihe von operativen Gruppenausschüssen unterstützt. Die Governance des Risikomanagements ist als die Anwendung der Grundsätze der Corporate Governance (die Systeme, mit denen das Unternehmen verwaltet, geleitet und kontrolliert wird, einschließlich der Richtlinien, Entscheidungsfindung und Delegation von Befugnissen) definiert und dient der Identifizierung, Bewertung, Management, Überwachung und Berichterstattung von Risiken innerhalb des von der Geschäftsführung festgelegten Risikoappetits.

Das Risikomanagement von Spectrum ist in drei Stufen aufgebaut ("three lines of defense"). Das bedeutet, dass in erster Linie eine Übernahme der Verantwortung für das Risikomanagement auf operativer Ebene erfolgt ("1st Line of Defence") mit unabhängiger Kontrolle und Überwachung der Risiken durch die Risikomanagement Funktion ("2nd Line of Defence") sowie der Prüfung des Risikomanagements durch die Interne Revision ("3rd Line of Defence"). Die nachfolgende Abbildung zeigt die Verzahnung der Risikomanagementfunktion mit der lokalen und gruppenweiten Governance-Struktur:

4.2. Risikoarten

Die Spectrum hat Risiken entsprechend der Risikotaxonomie in bestimmte Risikoklassen unterteilt. Für diese Risikoklassen wurden Risikoindikatoren definiert, die auf monatlicher oder quartalsweiser Basis überwacht werden.

Aufgrund der Geschäftsstruktur bestehen keine Handelspositionen oder andere Risikopositionen welche wesentlichen Marktpreisrisiken unterworfen sind. Das Marktrisiko wird definiert als potentieller Verlust aufgrund der Veränderungen von Zinsen, Aktien-, Derivate-, oder Wechselkursen.

Spectrum ist operationellen Risiken ausgesetzt und definiert diese, als das Risiko von Verlusten, die sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen interner Prozesse, menschlicher Aktivitäten, der Einführung neuer Technologien, Systemen oder externen Ereignissen ergeben. Das operationelle Risiko von Spectrum wird durch die Anwendung des Risikorahmenwerks gesteuert. Im Mittelpunkt steht die Durchführung von Kontrollen sowie Eskalations- und Berichtswege, durch die Risikoereignisse identifiziert und gesteuert werden. Da wesentliche operative Prozesse wie IT-Dienstleistungen an die Gruppengesellschaften IG Markets Ltd. bzw. IG KnowHow Ltd., UK, ausgelagert werden, bestehen Outsourcing-Risiken. Spectrum identifiziert, steuert und überwacht diese Risiken durch Anwendung lokaler und gruppenweiter Auslagerungsrichtlinien und Verfahren. Spectrum nutzt für die Quantifizierung der operationellen Risiken ein Op-VaR-Modell auf Basis verschiedener Szenarien. Die operationellen Risiken zum Ende des Geschäftsjahres betrugen EUR 3,8 Mio. Die Summe der Verluste aufgrund von operationellen Schadensfällen im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug EUR 0,5 Mio.

Darüber hinaus besteht ein Liquiditätsrisiko aus dem operativen Betrieb der Gesellschaft. Spectrum definiert das Liquiditätsrisiko als die Gefahr, dass die Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft nicht mehr erfüllt werden können (Zahlungsunfähigkeitsrisiko). Spectrum überwacht und steuert diese Risiken durch Anwendung einer Richtlinie, welche Frühwarnindikatoren und Stresstests auf Basis eines 6 monatigen Liquiditätspuffers vorschreibt. Darüber hinaus besteht eine Verpflichtung der alleinigen Gesellschafterin, Market Data Ltd., in Form einer Patronatserklärung, jederzeit ausreichend liquide Mittel zur Verfügung zu stellen. Aufgrund des umfassenden Instrumentariums wird von einer Quantifizierung der Liquiditätsrisiken abgesehen.

Daneben bestehen für Spectrum Kreditrisiken auf Grund von Forderungen gegenüber Kreditinstituten (täglich fällig), Teilnehmern, Gruppengesellschaften und Drittunternehmen. Spectrum definiert das Kreditrisiko als das Risiko finanzieller Verluste aufgrund des Ausfalls eines Kontrahenten. Spectrum überwacht und steuert dieses Risiko durch Anwendung einer Richtlinie, welche Risikoindikatoren vorschreibt. Die Quantifizierung der Kreditrisiken erfolgt über den Standardansatz (EU CRR Titel II Kapitel 2, Art. 111-141). Das Kreditrisiko zum Ende des Geschäftsjahres betrug EUR 0,2 Mio. Es wurden im abgeschlossenen Geschäftsjahr keine Verluste aufgrund von Kreditrisiken realisiert.

4.3. Regulatorisches Kapital und Eigenmittelquoten

Spectrum ist ein kleines Wertpapierinstitut im Sinne des § 2 Abs. 16 WpIG. Für die Eigenmittelanforderungen werden die Anforderungen aus fixen Gemeinkosten gemäß Art. 13 IFR herangezogen, da diese den höheren Wert gegenüber den permanenten Mindestkapitalanforderungen gemäß Art. 14 IFR darstellen. Somit entspricht die Höhe der regulatorischen Mindestkapitalanforderungen 100 % der Anforderung für fixe Gemeinkosten gemäß Artikel 13 IFR. Folgende Tabelle zeigt die Höhe und Zusammensetzung der Eigenmittelanforderungen der Gesellschaft zum Stichtag 31.05.2023:

Fixe Gemeinkosten (Artikel 13 IFR) 8.570 T€
Eigenmittelanforderung gesamt 2.142 T€
Regulatorische Eigenmittel 4.229 T€
Harte Kernkapitalquote 197 %
Kernkapitalquote 197 %
Gesamtkapitalquote 197 %

4.4. Internes Kontrollsystem

Die Geschäftstätigkeit von Spectrum steht in Einklang mit allen gesetzlichen Vorschriften. Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein wichtiges Teilsystem, das unter anderem dazu dient vorhandenes Vermögen zu sichern und zu schützen, Fehler und Unregelmäßigkeiten zu verhindern bzw. aufzudecken sowie Gesetze und Vorschriften einzuhalten. Das IKS besteht aus organisatorischen und technischen Maßnahmen und Kontrollen im Unternehmen. Die Kernelemente des IKS sind in einer Richtlinie dokumentiert, die ein gemeinsames Verständnis für eine differenzierte Umsetzung der notwendigen Kontrollen schaffen. Zu den Kontrollen zählen zum Beispiel das Vieraugenprinzip, die Funktionstrennung, sowie technische Plausibilitätskontrollen und Zugriffsberechtigungen in den IT-Systemen. Die Funktionsfähigkeit des IKS erfordert die Mitwirkung von Geschäftsleitung, Führungskräften und Mitarbeitern auf allen Ebenen.

4.5. Interne Kapitaladäquanz-Bewertungsprozess - ICAAP

Im Rahmen der quartärlichen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ICAAP) werden die für Spectrum wesentlichen Risiken quantifiziert und durch unterschiedliche Szenarien (inklusive Stresstests) simuliert. Die Tests sollen durch die verwendeten Szenarien sicherstellen, dass Spectrum widerstandsfähig ist und über eine ausreichende Kapitalausstattung verfügt, um außergewöhnliche, aber plausible Ereignisse abzudecken. Dabei wird zwischen einer normativen und einer ökonomischen Betrachtung der Kapitalanforderungen unterschieden. Die Stresstests decken Szenarien mit deutlich negativen marktweiten und institutsspezifischen Entwicklungen und deren Auswirkung auf die Kapitalausstattung und die Kapitaladäquanzquote der Gesellschaft ab. Die Risikotragfähigkeit war im Verlauf des Geschäftsjahres in beiden Betrachtungen jederzeit komfortabel gegeben. Die regulatorischen Mindestkapitalanforderungen waren in beiden Szenarien der normativen ICAAP Betrachtung jederzeit erfüllt. Die Auslastung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Betrachtung war ebenfalls durchgehend im Rahmen des durch die Geschäftsleitung genehmigten Risikoappetits.

4.6. Zusammenfassung

Das Risikomanagementsystem der Spectrum ist mit dem auf Gruppenebene implementierten Risikomanagement verzahnt. Der institutsspezifischen Risikosituation und den abweichenden regulatorischen Anforderungen in Deutschland wird Rechnung getragen. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung, überprüft die Spectrum durch unterschiedliche Stresstests die Risikosituation und die Angemessenheit der Kapitalausstattung. Für die Früherkennung von Risiken und zur rechtzeitigen Einleitung von Maßnahmen werden geeignete Risikoindikatoren überwacht. Überschreitungen des Risikoappetits werden an die Geschäftsleitung eskaliert und geeignete Maßnahmen ergriffen. Die Verfahren und Prozesse des Risikomanagements werden kontinuierlich weiterentwickelt und insbesondere bei Veränderungen des Risikoprofil der Gesellschaft angepasst.

Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation versteht Spectrum als konsolidierte Betrachtung aller wesentlichen Risikoarten. Die Gesamtrisikosituation im laufenden Geschäftsjahr ist signifikant besser als die des Vorjahres. Die Spectrum erwartet für das laufende Geschäftsjahr keine wesentlichen Veränderungen der Risikosituation.

Weiterhin ist die Spectrum davon überzeugt, dass sie auch in Zukunft sich bietende Chancen, durch die Anbindung weiterer Handelsteilnehmer und die Ausweitung der gehandelten Instrumente auf dem Handelssystem, nutzen kann, ohne sich dabei unverhältnismäßig hohen Risiken aussetzen zu müssen. Insgesamt wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken angestrebt.

5. Prognosen und Chancen

5.1. Ausblick

Spectrum plant im Geschäftsjahr 2024 die Anzahl der Handelsteilnehmer weiter zu steigern. Sowohl mit den bestehenden als auch mit neuen Handelsteilnehmern plant Spectrum das Handelsvolumen deutlich zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt Spectrum zwei Strategien: i) Konzentration auf die Anbindung mehrerer Standardmitglieder (Broker) um die Kundenbasis zu erweitern; und ii) die Anbindung weiterer Emittenten und Market Maker, um die auf Spectrum handelbare Produktpalette an strukturierten Finanzprodukten zu erweitern und damit die Attraktivität des Handelsplatzes für Standardmitglieder und deren Privatkunden zu erhöhen. Für das Geschäftsjahr 2024 ist zunächst die Fertigstellung der technischen Anbindung von einem Broker-Mitglied geplant und nachfolgend die Anbindung von einem Market Maker-Mitglied geplant.

Darüber hinaus bietet Spectrum bereits heute seinen Handelsteilnehmern und damit deren Privatkunden neue innovative Funktionen, zum Beispiel den Handel an fünf Tagen in der Woche rund um die Uhr (24/5 Handel), die Möglichkeit für Emittenten untertägige Emission von Wertpapieren durchzuführen und eine individuelle ISIN für jedes Finanzinstrument in verschiedenen europäischen Ländern. Es ist beabsichtigt diese Strategie fortzusetzen, welche mit weiteren Innovationen und zusätzlichen Finanzprodukten die Schaffung eines attraktiven Angebots für Privatkunden verfolgt.

5.2. Chancen und Risiken

Aufgrund von Veränderungen regulatorischer Rahmenbedingungen können sich für die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens weitere Chancen und Risiken ergeben. Der Geschäftsbetrieb von Spectrum befindet sich in einem hochregulierten Umfeld. Es ist davon auszugehen, dass der Regulierer im Hinblick auf den Anlegerschutz weitere Maßnahmen ergreifen wird, die sich auf den Wertpapierhandel auswirken können.

Bereits in den Erwägungsgründen der Europäischen Verordnung über Märkte für Finanzinstrumente (MiFIR) ist die Tendenz in der Gesetzgebung und in der Regulierung zu erkennen, dass der Handel and regulierten Handelsplätzen zu bevorzugen ist. Spectrum beabsichtigt, von einer solchen Veränderung der regulatorischen Landschaft zu profitieren und mit den Regulierungsbehörden zusammenzuarbeiten, um die daraus resultierenden Chancen für das Geschäftsmodel von Spectrum abzuleiten.

Obwohl die oben genannten Änderungen erhebliche Chancen bieten, ist sich Spectrum bewusst, dass sich das regulatorische Umfeld auch in einer Weise ändern kann, die sich negativ auf das Geschäftsmodell auswirkt. Spectrum hält sich an hohe regulatorische Standards und ist der Ansicht, dass es gut positioniert ist, um sich an regulatorische Veränderungen anzupassen und in einem sich entwickelnden Markt erfolgreich zu sein.

5.3. Prognose

Der anhaltende Russland-Ukraine-Krieg, die hohe Inflation und gestiegene Marktzinsen in Europa sorgen grundsätzlich für Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung. Zudem ist die Volatilität an den Finanzmärkten im Vergleich zum letzten Jahr zurückgegangen, was mit geringeren Handelsaktivitäten einhergeht. Aus heutiger Sicht werden jedoch keine negativen Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung von Spectrum erwartet. Ausgehend von dem Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr und den bereits beschriebenen Strategien, geht Spectrum von einer deutlichen Steigerung des Handelsvolumens sowohl bei den bestehenden Handelsteilnehmern als auch durch die Anbindung weiterer Handelsteilnehmer aus. Spectrum erwartet, dass die Umsatzsteigerungen im Folgejahr zu einer deutlichen Steigerung des Gewinns führen wird.

 

Frankfurt am Main, 30. September 2023

Spectrum MTF Operator GmbH
Frankfurt am Main

Der Geschäftsführer

Harkamal Singh Maan

Anhang für das Geschäftsjahr 2023 der Spectrum MTF Operator GmbH

A. Grundlegende Angaben zum Unternehmen und zur Bilanzierung

Registerdaten zum Unternehmen und Gliederung

Der Jahresabschluss der Spectrum MTF Operator GmbH, Frankfurt am Main (Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 112032) wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB), des GmbHG sowie der für Wertpapierinstitute erlassenen Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines multilateralen Handelssystems i. S. v. § 2 Abs. 2 Nr. 6 WpIG als Wertpapierinstitut.

Am Stammkapital der Spectrum MTF Operator GmbH i. H. v. TEUR 50 ist alleinig die Market Data Limited mit Sitz in Cannon Bridge House, 25 Dowgate Hill, London, Vereinigtes Königreich, beteiligt.

Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum 1. Juni bis 31. Mai.

Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen den Formblättern 1 und 2 des § 2 Abs. 1 RechKredV.

Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden und sonstige Vermögensgegenstände werden mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Wertberichtigungen waren nicht erforderlich.

Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, angesetzt. Im Abschnitt D ist die Entwicklung des Anlagevermögens gem. § 34 Abs. 3 RechKredV i. V. m. § 284 Abs. 3 HGB zu finden. Für die planmäßige lineare Abschreibung werden die nachfolgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern angesetzt:

EDV Hardware: 3 Jahre

Büroeinrichtung: 13 Jahre

Sonstige Sachanlagen: 4 bis 7 Jahre

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten ist gemäß § 250 Abs. 1 HGB gebildet.

Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten ist gemäß § 250 Abs. 2 HGB gebildet.

Rückstellungen werden i. H. des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags passiviert. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind von untergeordneter Bedeutung.

Das Eigenkapital ist zum Nennwert bilanziert.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Der Gesamtbetrag, der auf fremder Währung lautenden Vermögensgegenstände beträgt TGBP 74. Der Gesamtbetrag, der auf fremder Währung lautenden Schulden beträgt TGBP 74. Aufwendungen aus Währungsumrechnung bestehen i. H. V. TEUR 1.

B. Erläuterungen zur Bilanz

1. Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute i. H. v. TEUR 4.874 (Vorjahr TEUR 4.312) bestehen im Wesentlichen (im Vorjahr ausschließlich) aus Firmenbankguthaben und sind täglich fällig. Der Anstieg des Bankguthabens des Unternehmens ist auf die gestiegenen Provisionserträge für das laufende Jahr zurückzuführen. Die Guthaben werden bei konzernfremden Kreditinstituten, mit denen kein Beteiligungsverhältnis besteht, gehalten. Das Guthaben ist bei einem inländischen Kreditinstitut in der Währung Euro.

2. Forderungen an Kunden

Forderungen an Kunden i. H. v. TEUR 730 (Vorjahr TEUR 1.028) bestehen ausschließlich gegen verbundene Unternehmen. Forderungen an Kunden enthalten Forderungen aus Wertpapierdienstleistungen i. H. v. TEUR 729 (Vorjahr TEUR 810), welche eine Fälligkeit von unter einem Monat haben. Die verbleibenden Forderungen i. H. v. TEUR 1 (Vorjahr TEUR 218) sind täglich fällig.

3. Sachanlagen

Sachanlagen i. H. v. TEUR 48 (Vorjahr TEUR 64) bestehen ausschließlich aus Betriebs- und Geschäftsausstattung.

4. Sonstige Vermögensgegenstände

Sonstige Vermögensgegenstände i. H. v. TEUR 977 (Vorjahr TEUR 1.025) bestehen nahezu ausschließlich aus Steuerforderungen. Die Steuerforderungen i. H. v. TEUR 976 (Vorjahr TEUR 1.024) sind Vorauszahlungen für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag i. H. v. TEUR 950 (Vorjahr TEUR 998) und Umsatzsteuerforderungen i. H. v. TEUR 26 (Vorjahr TEUR 26).

5. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten i. H. v. TEUR 33 (Vorjahr TEUR 32) resultiert im Wesentlichen aus Vorauszahlungen an Dienstleister.

6. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bestehen ausschließlich gegenüber verbundenen Unternehmen i. H. v. TEUR 359 (Vorjahr TEUR 365).

7. Sonstige Verbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten i. H. v. TEUR 398 (Vorjahr TEUR 266) bestehen im Wesentlichen aus Umsatzsteuerverbindlichkeiten i. H. v. TEUR 263 (Vorjahr TEUR 120) und aus Verbindlichkeiten gegenüber Dienstleistern i. H. v. TEUR 70 (Vorjahr TEUR 134). Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen nicht.

8. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten i. H. v. TEUR 5 (Vorjahr TEUR 30) besteht ausschließlich aus erhaltenen Vorauszahlungen für Mitgliedsgebühren.

9. Steuerrückstellungen

Die im letzten Jahr gebildeten Umsatzsteuerrückstellungen i. H. v. TEUR 450, welche im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Dienstleistungen stehen, wurden größtenteils in Anspruch genommen. Der verbleibende Betrag i. H. v. TEUR 105 wurde umgebucht und wird zusammen mit anderen Umsatzsteuerverbindlichkeiten als sonstige Verbindlichkeit ausgewiesen.

10. Andere Rückstellungen

Andere Rückstellungen i. H. v. TEUR 664 (Vorjahr TEUR 1.119) bestehen im Wesentlichen aus Rückstellungen für Bonuszahlungen i. H. v. TEUR 383 (Vorjahr TEUR 541), Rückstellungen für offene Rechnungen aus Marketingdienstleistungen i. H. v. TEUR 99 (Vorjahr TEUR 301), Rückstellungen für Prüfungskosten i. H. v. TEUR 67 (Vorjahr TEUR 137), Urlaubsrückstellungen i. H. v. TEUR 48 (Vorjahr TEUR 46) und Rückstellungen für Steuerberatungskosten i. H. v. TEUR 43 (Vorjahr TEUR 24). Rückstellungen bestehen in der fremden Währung GBP i. H. v. umgerechnet TEUR 65 (Vorjahr TEUR 108).

11. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital i. H. v. TEUR 50 (Vorjahr TEUR 50) ist voll eingezahlt und wird zu 100 % von der Market Data Limited gehalten; die Kapitalrücklage besteht unverändert i. H. v. TEUR 15.500 (Vorjahr TEUR 15.500).

C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Zinserträge

Zinserträge i. H. v. TEUR 9 (Vorjahr TEUR 0) resultieren ausschließlich aus Zinsertag für Sichtguthaben.

2. Provisionserträge

Provisionserträge i. H. v. TEUR 9.482 (Vorjahr TEUR 6.756) resultieren ausschließlich aus vereinnahmten Transaktionsgebühren i. H. v. TEUR 9.362 (Vorjahr TEUR 6.636) und Mitgliedschaftsgebühren i. H. v. TEUR 120 (Vorjahr TEUR 120). Die Gebühren wurden aus dem Geschäft mit angebundenen Handelsteilnehmern erwirtschaftet, welche in den folgenden Ländern ansässig sind:

Land Provisionserträge Vorjahr
in TEUR in TEUR
Zypern 9.454 6.736
Deutschland 20 20
Frankreich 8 0
Summe 9.482 6.756

3. Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge i. H. v. TEUR 201 (Vorjahr TEUR 28) resultieren nur ausschließlich aus der Auflösung von Rückstellungen.

4. Zinsaufwendungen

Zinsaufwendungen i. H. v. TEUR 5 (Vorjahr TEUR 28) resultieren ausschließlich aus Negativzinsen für Sichtguthaben.

5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen i. H. v. TEUR 8.650 (Vorjahr TEUR 9.044) setzen sich zusammen aus Personalaufwand i. H. v. TEUR 2.115 (Vorjahr TEUR 1.975) und andere Verwaltungsaufwendungen i. H. v. TEUR 6.535 (Vorjahr TEUR 7.069).

5.1 Personalaufwand

Personalaufwand i. H. v. TEUR 2.115 (Vorjahr TEUR 1.975) setzt sich zusammen aus Löhne und Gehälter i. H. v. TEUR 1.782 (Vorjahr TEUR 1.695) und soziale Abgaben i. H. v. TEUR 333 (Vorjahr TEUR 280).

5.2 Andere Verwaltungsaufwendungen

Andere Verwaltungsaufwendungen i. H. v. TEUR 6.535 (Vorjahr TEUR 7.069) resultieren im Wesentlichen aus IT Lizenz Gebühren i. H. v. TEUR 1.899 (Vorjahr TEUR 1.549), Aufwendungen für Marketing i. H. v. TEUR 1.432 (Vorjahr TEUR 1.459), konzerninterne Dienstleistungen i. H. v. TEUR 1.178 (Vorjahr TEUR 1.538), nicht abziehbare Vorsteuer i. H. v. TEUR 1.013 (Vorjahr TEUR 1.352), Telekommunikation i. H. v. TEUR 333 (Vorjahr TEUR 333), Büroräume i. H. v. TEUR 182 (Vorjahr TEUR 211), Fremdleistungen wie Rechtsanwalts-, Steuerberater- und Prüfungskosten i. H. v. TEUR 155 (Vorjahr TEUR 345).

6. Abschreibungen und Wertberichtigungen

Abschreibungen i. H. v. TEUR 29 (Vorjahr TEUR 30) resultieren aus der Abschreibung der Betriebs- und Geschäftsaustattung.

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen i. H. v. TEUR 1 (Vorjahr TEUR 20) resultieren ausschließlich aus Aufwendungen aus Währungsumrechnung.

D. Entwicklung des Anlagevermögens

Anlagespiegel (HGB) zum Jahresabschluss 31.05.2023

In EUR AK/HK Zugänge AK/HK kumuliert Abgänge Umbuchungen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 155.192,52 13.163,30 168.355,82 0,00 0,00
In EUR Abschreibungen kumuliert Zuschreibungen des GJs Restbuchwert 31.05.2023 Restbuchwert 31.05.2022 Abschreibungen im GJ 22/23
Betriebs- und Geschäftsausstattung 120.138,15 0,00 48.217,67 63.884,44 28.330,07

E. Sonstige Angaben

1. Geschäftsführung

Herr Harkamal Singh Maan ist seit dem 20. Juli 2018 als alleiniger Geschäftsführer bestellt.

Der Geschäftsführer hat für seine Tätigkeit weder Bezüge erhalten noch wurden ihm Darlehen gewährt. Die für den Geschäftsführer bei der Schwestergesellschaft IG Index Ltd. angefallenen Personalaufwendungen werden von Spectrum anteilig erstattet. Hinsichtlich der Angaben gem. § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a HGB macht die Gesellschaft von § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.

2. Anzahl der Mitarbeiter

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren durchschnittlich 14 (Vorjahr 12,6) Arbeitnehmer beschäftigt.

Bereiche Anzahl Vorjahr
Operations 5,3 5,0
Marketing and Sales 3,7 3,1
Compliance, Risk and Finance 4,3 2,5
Other Backoffice Functions 0,7 2,0

3. Angaben zum Mutterunternehmen

Mutterunternehmen i. S. d. § 285 Nr. 14a HGB ist das Unternehmen Market Data Limited mit Sitz in Cannon Bridge House, 25 Dowgate Hill, London, Vereinigtes Königreich, eingetragen im Companies House unter 05022252. Die Gesellschafterin hat sich über eine Patronatserklärung vom 29. Januar 2020 dazu verpflichtet jederzeit ausreichend Kapital zur Verfügung zu stellen.

Die Spectrum MTF Operator GmbH wird in den Konzernabschluss der IG Group Holdings plc einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss ist im englischen Handelsregister (Companies House) unter der Nummer 04677092 einsehbar.

Die Spectrum MTF Operator GmbH wird in den Konzernabschluss der Market Data Limited einbezogen, die den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss ist im englischen Handelsregister (Companies House) unter der Nummer 05022252 einsehbar.

4. Haftungsverhältnisse

Zum Abschlussstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse.

5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

In Höhe von TEUR 529 (Vorjahr TEUR 1.018) bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus einem Mietvertrag für Büroräume mit einer Laufzeit bis zum 30.06.2024.

6. Honorare des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr 2023 sind Aufwendungen für externe Prüfungskosten i. H. v. TEUR 70 angefallen. Die Aufwendungen teilen sich auf in Abschlussprüferleistungen TEUR 67 und andere Bestätigungsleistungen TEUR 3.

7. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Bilanzstichtag 31.05.2023 nicht eingetreten.

 

Frankfurt am Main, 3. August 2023

Spectrum MTF Operator GmbH Frankfurt am Main

Der Geschäftsführer

Harkamal Singh Maan

V. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

17. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir mit Datum vom 20. Oktober 2023 den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Spectrum MTF Operator GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Spectrum MTF Operator GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Mai 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Spectrum MTF Operator GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Mai 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Mai 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

K. Schlussbemerkung

Den vorstehenden Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses der Spectrum MTF Operator GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Juni 2022 bis 31. Mai 2023 und des Lageberichts für dieses Geschäftsjahr erstatten wir in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Erstellung von Prüfungsberichten (IDW PS 450 n.F. (10.2021)).

Unsere grundsätzlichen Feststellungen einschließlich einer Zusammenfassung der Prüfungsergebnisse enthält Abschnitt B.

Der von uns erteilte Bestätigungsvermerk ist in Abschnitt B unter "Wiedergabe des Bestätigungsvermerks" enthalten.

 

Frankfurt am Main, den 20. Oktober 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kay Böhm, Wirtschaftsprüfer

Muriel Atton, Wirtschaftsprüfer

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