Bohai Automotive International GmbHLiquidiert

06493 Harzgerode, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 112046
Eingetragen
11.6.2018
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehörGroßhandel mit Kraftwagenteilen und -zubehörTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Gegenstand
Technische Entwicklung und Herstellung sowie der Vertrieb und die Zulieferung von Autoteilen und Autozubehör; ferner die Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit der technischen Entwicklung und Herstellung von Autoteilen und Autozubehör, der Verkauf und die Lizenzierung technischer Entwicklungen, der Import & Export sowie der Handel mit Autoteilen und Autozubehör

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Bin Xu
seit 28.3.2022
Geschäftsführer
Xuemei Cui
seit 23.12.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Bohai Automotive Systems Co., Ltd.CHN
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Bohai Automotive Systems Co., Ltd.
China
60.100.000 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
75.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bohai Automotive International GmbH

Frankfurt am Main

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Bohai Automotive International GmbH, Frankfurt am Main

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.641,7 9.234,3
2. Geschäfts- oder Firmenwert 1.000,7 1.179,9
3. Geleistete Anzahlungen 58,3 149,3
8.700,7 10.563,5
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 27.211,2 28.292,9
2. Technische Anlagen und Maschinen 27.782,7 31.159,2
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.896,3 3.807,4
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.242,5 1.638,6
63.132,7 64.898,1
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 3.161,3 3.161,3
2. Sonstige Ausleihungen 0,0 1,7
3.161,3 3.163,0
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe 26.573,7 20.414,2
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 21.637,7 18.922,1
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 5.664,9 8.197,5
53.876,3 47.533,8
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.382,2 4.629,9
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.215,4 2.211,9
3. Sonstige Vermögensgegenstände 4.008,0 5.528,5
25.605,6 12.370,3
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 12.759,4 29.392,1
C. Rechnungsabgrenzungsposten 144,4 757,2
167.380,4 168.678,0

PASSIVA

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 60.100,0 60.100,0
II. Verlustvortrag / Gewinnvortrag aus dem Vorjahr -2.842,1 1.413,6
III. Konzernjahresfehlbetrag -2.208,2 -1.514,5
IV. Nicht beherrschende Anteile 0,0 23.870,1
55.049,7 83.869,2
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 91,1 125,9
2. Sonstige Rückstellungen 5.194,3 2.811,3
5.285,4 2.937,2
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 59.203,5 40.122,7
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.102,9 12.390,3
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.912,9 3.741,0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 27.706,4 22.903,7
104.925,7 79.157,7
D. Passive latente Steuern 2.119,6 2.713,9
167.380,4 168.678,0

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2022

Bohai Automotive International GmbH, Frankfurt am Main

2022 2021
TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 246.178,1 193.048,5
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 934,1 3.166,9
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.194,3 2.399,0
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -109.359,0 -70.607,3
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -64.856,3 -58.183,7
-174.215,3 -128.791,0
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -34.371,0 -31.471,5
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -7.148,6 -7.408,7
-41.519,6 -38.880,2
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -13.305,2 -13.876,7
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -19.456,0 -17.743,7
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 108,8 106,0
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.447,0 -1.188,5
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -605,5 195,5
11. Ergebnis nach Steuern -2.133,3 -1.564,2
12. Sonstige Steuern -74,9 -75,4
13. Konzernjahresfehlbetrag vor dem Anteil anderer Gesellschafter -2.208,2 -1.639,6
14. Anteil anderer Gesellschafter am Konzernergebnis 0,0 125,1
15. Konzernjahresfehlbetrag -2.208,2 -1.514,5

Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Konzerngewinn / -verlustvortrag Konzernjahresfehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Eigenkapital
TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand 31.12.2020 60.100,0 1.725,3 -311,7 61.513,6
Konzernjahresfehlbetrag / -Überschuss Vorjahr 0,0 -311,7 311,7 0,0
Sonstige Veränderungen 0,0 -0,1 0,0 -0,1
Konzernjahresfehlbetrag 0,0 0,0 -1.514,5 -1.514,5
Stand 31.12.2021 60.100,0 1.413,5 -1.514,5 59.999,0
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne / Verluste Eigenkapital EIGENKAPITAL
TEUR TEUR TEUR EUR
Stand 31.12.2020 23.357,4 637,9 23.995,3 85.508,9
Konzernjahresfehlbetrag / -Überschuss Vorjahr 637,9 -637,9 0,0 0,0
Sonstige Veränderungen 0,0 0,0 0,0 -0,1
Konzernjahresfehlbetrag 0,0 -125,1 -125,1 -1.639,6
Stand 31.12.2021 23.995,3 -125,1 23.870,2 83.869,2
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Konzerngewinn / -verlustvortrag Konzernjahresfehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Eigenkapital
TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand 31.12.2021 60.100,0 1.413,5 -1.514,5 59.999,0
Konzernjahresfehlbetrag Vorjahr 0,0 -1.514,5 1.514,5 0,0
Abstockung von nicht beherrschenden Anteilen (DRS 23.175) 0,0 -2.741,1 0,0 -2.741,1
Konzernjahresfehlbetrag 0,0 0,0 -2.208,2 -2.208,2
Stand 31.12.2022 60.100,0 -2.842,1 -2.208,2 55.049,7
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Verluste Eigenkapital EIGENKAPITAL
TEUR TEUR TEUR EUR
Stand 31.12.2021 23.995,3 -125,1 23.870,2 83.869,2
Konzernjahresfehlbetrag Vorjahr -125,1 125,1 0,0 0,0
Abstockung von nicht beherrschenden Anteilen (DRS 23.175) -23.870,2 0,0 -23.870,2 -26.611,3
Konzernjahresfehlbetrag 0,0 0,0 -2.208,2
Stand 31.12.2022 0,0 0,0 0,0 55.049,7

Konzern-Kapitalflussrechnung

Bohai Automotive International GmbH, Frankfurt am Main

2022 2021
TEUR TEUR
Konzernjahresergebnis (einschließlich Ergebnisanteil außenstehender Gesellschafter) -2.208 -1.639
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 13.305 13.877
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 2.360 -3.316
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Erträge -617 -1.399
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -19.440 -7.035
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 7.274 -4.445
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -9 -39
+ Saldo aus Zinsaufwendungen und Zinserträgen 1.338 1.165
- Sonstige Beteiligungserträge 0 -83
+ Ertragsteueraufwand 605 -196
Ertragsteuerzahlungen -725 -2.566
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.883 -5.676
+ Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens 30 77
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -9.219 -8.500
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -479 -294
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 2 0
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 -2
+ Erhaltene Zinsen und andere Beteiligungserträge 109 23
+ Erhaltene Dividenden und Beteiligungserträge 0 83
= Cashflow aus Investitionstätigkeit -9.557 -8.613
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten (Mietkauf) 30.000 713
- Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -10.973 -70.000
- Auszahlungen aus Eigenkapitalherabsetzngen an andere Gesellschafter -23.870 0
- Auszahlungen aus Eigenkapitalherabsetzungen an Gesellschafter des Mutterunternehmens -2.741 0
- Gezahlte Zinsen -1.375 -1.401
= Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -8.959 -70.688
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -16.633 -84.977
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 29.392 114.369
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 12.759 29.392
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungsmittel 12.759 29.392
12.759 29.392

Konzernanhang 2022

Bohai Automotive International GmbH, Frankfurt am Main

Die Bohai Automotive International GmbH hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist eingetragen in das Handelsregister Frankfurt am Main unter der Registernummer HRB 112046.

Der Konzernabschluss besteht aus Konzernbilanz, Konzerngewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel und Konzernanhang. Zusätzlich wurde nach § 315 HGB ein Konzernlagebericht aufgestellt.

Der Konzernabschluss wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Dabei wurden die Vorschriften des Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) grundsätzlich beachtet. Entgegen den Empfehlungen des DRS 18 wurde keine steuerliche Überleitungsrechnung in den Konzernanhang aufgenommen, da die betreffenden Empfehlungen gesetzlich nicht vorgeschrieben sind.

Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

Der Konzernabschluss ist in TEUR dargestellt. Dabei werden die Beträge gerundet und es kann zu Rundungsdifferenzen kommen.

I. Konsolidierungskreis

Mit Effekt zum 02. August 2018 akquirierte die Gesellschaft 75 % an der TRIMET Automotive Holding GmbH (später umbenannt in BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH), Harzgerode, und deren Tochtergesellschaften. Die Bohai Gruppe wurde somit zum 02. August 2018 erstmalig konsolidierungspflichtig. Mit Effekt zum 22. August 2022 akquirierte die Gesellschaft die verbleibenden 25 % der Gesellschaftsanteile an der BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH, Harzgerode, und mittelbar deren Tochtergesellschaften.

In den Konzernabschluss der Bohai Automotive International GmbH (Konzernmutter) werden alle Unternehmen einbezogen, an denen der Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht. § 296 HGB kommt nicht zur Anwendung.

Neben der Bohai Automotive International GmbH sind vier inländische Tochterunternehmen nach der Methode der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 einbezogen.

Gesellschaften, an denen der Bohai Automotive International GmbH nicht unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht, aber auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird (assoziierte Unternehmen), werden nach § 312 Abs. 4 S. 1 HGB grundsätzlich nach der Equity-Methode in den Konzern einbezogen. Sofern assoziierte Unternehmen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns unwesentlich sind, werden sie mit den Anschaffungskosten angesetzt.

II. Konsolidierungsgrundsätze

1. Abschlussstichtag

Der Konzernabschluss der Bohai Automotive International GmbH sowie die Einzelabschlüsse sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen wurden einheitlich auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt.

2. Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch Verrechnung der konzerninternen Anteile an in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen mit dem auf diese Anteile entfallenden anteiligen Betrag des Eigenkapitals des jeweiligen Tochterunternehmens.

Für die Konsolidierung kommt die Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 HGB i.d.F. des BilMoG zur Anwendung.

Der aus der Erstkonsolidierung der Konzerngesellschaften entstandene aktive Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung wird gem. § 301 Abs. 3 S. 1 HGB als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Die Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren.

3. Schuldenkonsolidierung

Bei der Schuldenkonsolidierung wurden die Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften gem. § 303 Abs. 1 HGB aufgerechnet und eliminiert.

4. Aufwands- und Ertragskonsolidierung

In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurden konzerninterne Umsätze und sonstige Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen gem. § 305 HGB aufgerechnet. Auf die Konsolidierung von Zwischenergebnissen wird verzichtet, da keine wesentlichen Zwischengewinne erzielt werden (§ 304 Abs. 2 HGB).

5. Latente Steuerabgrenzung

Entsprechend den Vorschriften in § 274 HGB, § 306 HGB und DRS 18 werden latente Steuern gebildet, sofern der Wertansatz in der Handelsbilanz von dem Wertansatz in der Steuerbilanz abweicht. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf die bestehenden Körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen.

Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht.

Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 29,8 % zugrunde, der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird.

Die latenten Steuern im Konzernabschluss entstehen i.W. aus der im Rahmen der Konsolidierung abweichenden Bewertung des Anlagevermögens ("Purchase Price Allocation").

6. Entwicklung des Konzerneigenkapitals

Die separate Entwicklung des Konzerneigenkapitals ist nach § 297 Abs. 1 HGB integraler Bestandteil des Konzernabschlusses und ist in Anlage nach dem Deutschen Rechnungslegungs-Standard Nr. 22 (DRS 22) gesondert dargestellt. Ein zum Konzernbilanzstichtag entnehmbarer Betrag ergibt sich für die Gesellschafter des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 0.

7. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung ist nach § 297 Abs. 1 HGB integraler Bestandteil des Konzernabschlusses und ist in Anlage 3 gesondert dargestellt. Die Ermittlung der Konzernkapitalflussrechnung erfolgt unter Anwendung des Deutschen Rechnungslegungs-Standards Nr. 21 (DRS 21).

Der ausgewiesene Finanzmittelfonds betrifft den Bestand an Zahlungsmitteln abzüglich jederzeit fälliger Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

8. Nicht beherrschende Anteile

Der Ausweis beinhaltet im Vorjahr den im Konzernabschluss enthaltenen, anderen Gesellschaftern zustehenden Anteil am Eigenkapital. Aufgrund der Akquisition der verbleibenden 25% der Anteile an der BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH bestehen zum Bilanzstichtag keine nicht beherrschende Anteile mehr. Die Anteilsaufstockung der BHAI wurde im vorliegenden Konzernabschluss als Kapitalvorgang abgebildet. Danach sind die Anschaffungskosten der weiteren Anteile mit dem hierauf entfallenden Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital verrechnet worden. Ein sich hiernach ergebender Unterschiedsbetrag wurde erfolgsneutral mit dem Konzerneigenkapital verrechnet (DRS 23.175).

III. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Abschlüsse sämtlicher in den Konzernabschluss einbezogener inländischer Unternehmen werden grundsätzlich nach einheitlichen für die Bohai Automotive International GmbH geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungsdauern werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern in Anlehnung an die AfA-Tabellen der Finanzverwaltung ermittelt. Bei den immateriellen Vermögensgegenständen erfolgt die Abschreibung auf eine Nutzungsdauer von regelmäßig drei bis fünf Jahren. Die im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögensgegenstände (Technologien, Bezugsverträge und Kundenbeziehungen) werden über eine planmäßige Nutzungsdauer von 7 - 10 Jahren abgeschrieben. Der Zeitraum der planmäßigen linearen Abschreibung für entgeltlich erworbene Geschäfts- und Firmenwerte beträgt 10 Jahre. Die betriebliche Nutzungsdauer erworbener Geschäfts- und Firmenwerte basiert auf einer Einschätzung der zeitlichen Ertragsrückflüsse auf Basis der identifizierten Komponenten der Geschäfts- und Firmenwerte.

Diese repräsentieren insbesondere das 'Know-how' (Mitarbeiter und Unternehmensprozesse), die im Rahmen des Erwerbs der Geschäftsbetriebe übernommen wurden.

Die planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens werden linear über eine Nutzungsdauer von drei bis 33 Jahren, bei grundstücksgleichen Rechten und Bauten über 25 - 33 Jahre, bei technischen Anlagen und Maschinen und bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen über drei bis zehn Jahre vorgenommen. Anpassungen werden vorgenommen, soweit die betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer abweicht. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung der Vermögensgegenstände werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter bis zu EUR 250 werden sofort im Aufwand erfasst. Geringwertige Anlagegüter über EUR 250 bis EUR 1.000 werden im steuerlichen Sammelposten erfasst und im Jahr der Aktivierung und den vier folgenden Jahren zu je einem Fünftel abgeschrieben. Scheidet ein Wirtschaftsgut vorzeitig aus dem Betriebsvermögen aus, wird der Sammelposten nicht vermindert.

Geleistete Anzahlungen sind mit dem Nominalwert bilanziert.

2. Finanzanlagen

Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten oder bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Die Beteiligungen an zwei assoziierten Unternehmen (Anteilsbesitz Nr. 5 und Nr. 6) sind aufgrund der untergeordneten Bedeutung mit den Anschaffungskosten erfasst. Ausleihungen sind grundsätzlich zum Nominalwert bilanziert.

3. Vorräte

Unter den Vorräten ausgewiesene Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren werden zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt retrograd vom Netto-Verkaufspreis unter Abzug von Abschlägen für Gewinn, Vertriebskosten und Zinsen, ausstehende Bearbeitungsaufwendungen und Ausschusskosten. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen ausreichend berücksichtigt.

4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen. Auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde wegen des allgemeinen Kreditrisikos sowie zur Abdeckung der Kosten aus der Inanspruchnahme von gewährten Zahlungszielen eine angemessene Pauschalwertberichtigung gebildet.

5. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

6. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird zu Nennwerten angesetzt.

7. Rückstellungen für Pensionen

Rückstellungen für Pensionen werden versicherungsmathematisch nach der projizierten Einmalbeitragsmethode mit einem 10-jährigen Durchschnittszinssatz als Rechnungszinssatz gem. § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB in Höhe von 1,78 Prozent auf Basis der Richttafeln Heubeck 2018 G der HEUBECK AG bewertet. Auf die Berücksichtigung eines Gehaltstrends, eines Beitragsbemessungsgrenzen-Trends, eines Rententrends sowie einer Fluktuation wurde verzichtet. Vorhandenes Deckungsvermögen mit einem Zeitwert (= fortgeführte Anschaffungskosten aus der verzinslichen Ansammlung der vom Versicherungsnehmer geleisteten Sparanteile der Versicherungsprämien zuzüglich etwa vorhandener Guthaben aus Überschussbeteiligungen) zum 31.12.2022 von TEUR 749 (31.12.2021: TEUR 590), welches dem Zugriff aller Gläubiger entzogen ist und ausschließlich für Zwecke der Finanzierung einer Pensionsverpflichtung verwendet wird, wurde entsprechend § 246 Abs. 2 HGB mit den Rückstellungen (TEUR 840) saldiert. Im Berichtsjahr wurde der Ertrag aus dem Deckungsvermögen (Zinsertrag) von TEUR 39 zusammen mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtung (Zinsaufwand) von TEUR 19 unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Erträge" mit TEUR 20 ausgewiesen. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 20. Der Unterschiedsbetrag ist ausschüttungsgesperrt.

Zur Finanzierung unmittelbarer Pensionszusagen wurden Rückdeckungsversicherungs-verträge abgeschlossen. Die Rückdeckungsversicherungsansprüche werden seit dem Berichtsjahr gemäß des IDW Rechnungslegungshinweises "Handelsrechtliche Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen" (IDW RH FAB 1.021) bewertet. Sofern eine (teilweise oder volle) Kongruenz zwischen den Zahlungsströmen aus der Pensionszusage und den Leistungen aus der Rückdeckungsversicherung vorliegt, erfolgt insofern auf der Aktiv- und der Passivseite der Bilanz eine korrespondierende Bewertung unter Anwendung des Passivprimats. Durch den erstmaligen Einbezug von Rückdeckungsversicherungsverträgen in die kongruente Bewertung ergibt sich zum 31. Dezember 2022 ein ergebnisverbessender Unterschiedsbetrag von 35 Tsd. EURO im Vergleich zu dem bisher bilanzierten Wert der Rückdeckungsversicherungen.

8. Steuerrückstellungen und Sonstige Rückstellungen

Steuerrückstellungen und Sonstige Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssatz diskontiert.

9. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

V. Erläuterungen zur Konzernbilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Konzernanlagevermögens ist Bestandteil des Konzernanhangs und in Anlage gesondert dargestellt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen mit TEUR 2.200 (Vorjahr TEUR 2.200) Forderungen aus Auftragsvorfinanzierung und mit TEUR 15 (Vorjahr TEUR 11) Lieferungen und Leistungen. Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

3. Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt TEUR 60.100.

4. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen im Personalbereich, Gewährleistungs- und Reklamationsfälle sowie Ansprüche von Lieferanten.

Die Gesellschaft hat für bestimmte Verpflichtungen von dem Wahlrecht des Art. 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht und keine Rückstellungen für mittelbare Versorgungsverpflichtungen gebildet. Da es sich bei dem Versorgungsweg um eine kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse handelt, besteht kein Fehlbetrag im Sinne des Art. 28 Abs. 2 EGHGB.

5. Verbindlichkeiten

Die Gliederung nach Fristen ergibt sich aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel:

Gesamtbetrag Laufzeit bis zu 1 Jahr Laufzeit über 1 Jahr davon Laufzeit mehr als 5 Jahre gesicherte Beträge
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 59.203 203 59.000 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 16.103 16.103 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.913 1.913 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 27.706 20.053 7.653 1.992 0
104.925 38.272 66.653 1.992 0
Vergleich 31.12.2021 79.158 49.158 30.000 0 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen wie im Vorjahr vollständig Lieferungen und Leistungen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind im Rahmen eines Factoring-Programms erhaltene Kundeneinzahlungen auf verkaufte Forderungen in Höhe von TEUR 11.423 enthalten, die dem Factor geschuldet werden. Darüber hinaus sind in den sonstigen Verbindlichkeiten Mietkaufverpflichtungen in Höhe von TEUR 9.573 erfasst, die durch Eigentumsvorbehalt besichert sind.

6. Passive latente Steuern

Die passiven latenten Steuern beruhen auf Unterschieden im Anlagevermögen zwischen den Wertansätzen in der Konzernbilanz und den Wertansätzen in den Einzelabschlüssen, die infolge der Kaufpreisallokation zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung des Teilkonzerns der BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH entstanden sind. Der Saldo zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 2.120, dies entspricht einer Minderung von TEUR 594 gegenüber dem Vorjahr aufgrund der planmäßigen Abschreibung der Vermögensgegenstände.

VI. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen den Verkauf hergestellter Aluminiumgussprodukte (82 %) sowie der gegebenenfalls dazugehörigen Sonderbetriebsmittel (9 %) und Sonstiges (9 %). Die Erlöse werden im Wesentlichen in West- und Mitteleuropa erzielt.

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge von TEUR 628, die aus der Auflösung von Rückstellungen i.H.v. TEUR 31, aus Anlagenabgängen i.H.v. TEUR 11 sowie der Ausbuchung von Verbindlichkeiten i.H.v. TEUR 586 resultieren.

Darüber hinaus beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge die Erstattung der Beiträge zur Sozialversicherung im Zusammenhang mit beantragtem Kurzarbeitergeld i.H.v. TEUR 35.

3. Personalaufwand

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersversorgung von TEUR 493 (Vorjahr: TEUR 426) enthalten.

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 603, die im Wesentlichen aus Wertberichtigung auf Forderungen sowie Verlusten aus Anlagenabgängen stammen.

5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Der Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen beträgt TEUR 19 (Vorjahr TEUR 37).

6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der Ausweis enthält Erträge für latente Steuern in Höhe von TEUR 594 (Vorjahr TEUR 598). Die Steuern aus Einkommen und Ertrag enthalten periodenfremde Steuern der Jahre 2017 bis 2020 in Höhe von TEUR 744.

VII. Sonstige Angaben

1. Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Außerbilanzelle Geschäfte

Zu Finanzierungszwecken und zum Liquiditätsmanagement haben zwei Tochtergesellschaften mit Dritten Sale & Lease-Back-Verträge sowie Leasingverträge über Messanlagen, Flurförderfahrzeuge und Arbeitsbühnen mit einem Gesamtvolumen von TEUR 11.274 abgeschlossen. Die Verträge haben Laufzeiten bis längstens zum Jahr 2027. Risiken im Zusammenhang mit diesen Geschäften könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten, wofür es derzeit keine Anzeichen gibt.

Die BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH, Harzgerode, nimmt an einem Factoring-Programm teil, welches in Form des stillen Factorings praktiziert wird. Das Programm hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2025 und eine revolvierenden Gesamtfinanzierungslinie von TEUR 30.000. Der Rahmen wird zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 29.684 ausgeschöpft. Mit diesem Programm werden die Liquidität und der Finanzmittelfond gestärkt sowie die Finanzierungskanäle erweitert. Vom Kaufpreis zieht der Faktor einen Einbehalt von 5 % ab, der bei Zahlungsausgleich durch den Kunden fällig wird. Der Anspruch auf den Einbehalt beläuft sich zum Stichtag auf TEUR 1.484.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Miet- und Leasingverträgen (mit Laufzeiten längstens bis zum Jahr 2027) sowie aus dem Bestellobligo für Investitionen in Höhe von TEUR 4.374.

2. Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten

Im Durchschnitt waren während des Geschäftsjahres im Konzern beschäftigt:

2022 2021
Produktion 647 671
Verwaltung 100 100
Arbeitnehmer i.S.d. § 267 Abs. 5 HGB 747 771
Auszubildende 52 54
insgesamt 799 825

3. Geschäftsführung, Bezüge der Geschäftsführer

Geschäftsführer des Mutterunternehmens sind:

Herr Weigang Chen, Peking/China - alleinvertretungsberechtigt -
Vice President & Chief Technical Officer Beijing Hainachuan Automotive Parts Co., Ltd.; bis 28. März 2022
Frau Xuemei Cui, Peking/China - alleinvertretungsberechtigt -
Chairman - Supervisory Board at Bohai Automotive Systems Co., Ltd
Herr Bin Xu, Peking/China - alleinvertretungsberechtigt -
Director of Strategy and Planning Department Beijing Hainachuan Automotive Parts Co., Ltd.; seit 28. März 2022

Die Geschäftsführer erhalten keine Bezüge von der Gesellschaft.

4. Anteilsbesitz

Verbundene Unternehmen

Nr. Name und Sitz Anteil am Kapital (in Prozent)
1. BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH, Harzgerode' 100
2. Harzgerode Guss GmbH, Harzgerode 100 *
3. Sömmerda Guss GmbH, Sömmerda 100 *
4. MOFO Modell- und Formenbau GmbH, Harzgerode 100 *

* multiplikative Ermittlung

Assoziierte Unternehmen

Nr. Name und Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital Jahresergebnis
(in Prozent) * (in TEUR) (in TEUR)
5. GfWI Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Innovation mbH, Harzgerode 49,00 1.969 55
6. Sira Automation Industry S.r.l., Nusco, Italien 20,00 4.218 86

Angaben beziehen sich auf das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2022

* multiplikative Ermittlung

Auf eine Anwendung der Equity-Methode (§ 312 HGB) für die assoziierten Unternehmen wurde aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet (§ 311 Abs. 2 HGB). Der kumulierte Gesamtunterschiedsbetrag zwischen anteiligem Eigenkapital und Buchwert beträgt TEUR -159.

5. Gesamthonorar Abschlussprüfer

Das von dem Abschlussprüfer für das abgelaufene Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar beläuft sich auf TEUR 134. Diese entfallen ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen für den Konzernabschluss sowie für die Einzelabschlüsse.

6. Konzernabschluss

Der Konzernabschluss der Bohai Automotive International GmbH zum 31. Dezember 2022 wird in den Konzernabschluss der Bohai Automotive Systems Co., Ltd., Binzhou/China (kleinster Kreis) und in den Konzernabschluss der Beijing Hainachuan Automotive Parts Co., Ltd., Beijing/China (größter Kreis), einbezogen, welcher nach den Vorschriften der Chinese Accounting Standards (CAS) erstellt wird. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich und wird auf der Website der Shanghaier Börse der Volksrepublik China unter dem Aktiencode 600960 offengelegt.

7. Ergebnisverwendungsvorschlag

Es besteht kein frei verwendbares Konzerneigenkapital, das am 31. Dezember 2022 zur Ausschüttung zu Verfügung steht.

Die Geschäftsführer schlagen vor, den sich aus dem Einzelabschluss des Mutterunternehmens ergebenden Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 1.381 auf neue Rechnung vorzutragen.

8. Nachtragsbericht

Es liegen keine Vorgänge von besonderer Bedeutung vor, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Konzernbilanz berücksichtigt sind.

 

Frankfurt am Main, den 15. Juli 2023

Geschäftsführung

Xuemei Cui

Bin Xu

Entwicklung des Anlagevermögens

Bohai Automotive International GmbH, Frankfurt am Main

ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.513,2 424,5 -185,9 21,8 17.773,6
Geschäfts- oder Firmenwert 1.792,3 0,0 0,0 0,0 1.792,3
Geleistete Anzahlungen 149,3 54,8 0,0 -145,9 58,2
19.454,8 479,3 -185,9 -124,1 19.624,1
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 47.087,1 276,6 -4,2 315,4 47.674,9
Technische Anlagen und Maschinen 108.697,8 4.336,2 -2.700,7 473,2 110.806,5
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.174,3 1.161,6 -237,7 175,9 16.274,1
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.638,6 3.444,3 0,0 -840,4 4.242,5
172.597,8 9.218,7 -2.942,6 124,1 178.998,0
Finanzanlagen
Beteiligungen 3.161,3 0,0 0,0 0,0 3.161,3
Sonstige Ausleihungen 1,7 0,0 1,7 0,0 0,0
3.163,0 0,0 -1,7 0,0 3.161,3
195.215,6 9.698,0 -3.130,2 0,0 201.783,4
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
01.01.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 8.278,9 2.038,9 -185,9 10.131,9
Geschäfts- oder Firmenwert 612,4 179,2 0,0 791,6
Geleistete Anzahlungen 0,0 0,0 0,0 0,0
8.891,3 2.218,1 -185,9 10.923,5
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18.794,2 1.672,4 -2,9 20.463,7
Technische Anlagen und Maschinen 77.538,6 8.167,2 -2.682,0 83.023,8
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.366,9 1.247,4 -236,5 12.377,8
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,0 0,0 0,0 0,0
107.699,7 11.087,0 -2.921,4 115.865,3
Finanzanlagen
Beteiligungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Ausleihungen 0,0 0,0 0,0 0,0
0,0 0,0 0,0 0,0
116.591,0 13.305,1 -3.107,3 126.788,8
NETTOBUCHWERTE
31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.641,7 9.234,3
Geschäfts- oder Firmenwert 1.000,7 1.179,9
Geleistete Anzahlungen 58,2 149,3
8.700,6 10.563,5
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 27.211,2 28.292,9
Technische Anlagen und Maschinen 27.782,7 31.159,2
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.896,3 3.807,4
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.242,5 1.638,6
63.132,7 64.898,1
Finanzanlagen
Beteiligungen 3.161,3 3.161,3
Sonstige Ausleihungen 0,0 1,7
3.161,3 3.163,0
74.994,6 78.624,6

KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 01. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022

1. Grundlagen der Gruppe

Die Bohai Automotive International GmbH fungiert als Muttergesellschaft. Zwecks Finanzierung des Kaufpreises für den Erwerb des Teilkonzerns der BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH, Harzgerode, im Jahr 2018 hat das Mutterunternehmen ein Darlehen in Höhe von 100.000.000,00 € von einem Bankensyndikat, i.W. aus Asien, aufgenommen. Teile dieses Darlehens wurden an die BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH als Gesellschafterdarlehen weitergeleitet.

Konzernstruktur:

Darüber hinaus bestehen Beteiligungen an zwei assoziierten Unternehmen (GfWI Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Innovation mbH, Harzgerode (multiplikativer Kapitalanteil 49,00%) und Sira Automation Industry S.r.l., Nusco, Italien (multiplikativer Kapitalanteil 20,00%).

Der Teilkonzern BOHAI TRIMET (im Folgenden BOHAI TRIMET Automotive-Gruppe) mit der BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH als Zwischenholding entwickelt, produziert und vertreibt Teile für den Automobilbau und bündelt an den Standorten in Harzgerode und Sömmerda die Automotive-Aktivitäten einer Gruppe von Unternehmen, zu denen im Wesentlichen die Geschäftstätigkeiten der Harzgerode Guss GmbH, Harzgerode, und der Sömmerda Guss GmbH, Sömmerda, gehören, die über Lohnfertigungsverträge Guss- und Bearbeitungsaufträge der BOHAI TRIMET Automotive Holding ausführen. Ferner übernimmt die BOHAI TRIMET Automotive Holding die wesentlichen Zentralfunktionen sowie das Umwelt- und Qualitätsmanagement und einige weitere technische Serviceleistungen für die Lohnauftragnehmer. Die BOHAI TRIMET Automotive Holding GmbH stellt über die beiden Unternehmen Aluminium-Druckgussprodukte im Wesentlichen für die europäische und asiatische Automobilindustrie am Standort Harzgerode und Sömmerda her. Darüber hinaus werden weitere Gießkapazitäten eines italienischen Partners in Anspruch genommen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland / Europa

Die kritische Gesamtwirtschaftslage verschärft sich

Nachdem das globale wirtschaftliche Umfeld in den Vorjahren durch die Transformation der Automobilindustrie, die Störung der Lieferketten durch Chip- und Material-Mangel sowie die Corona-Pandemie bereits stark beeinträchtigt wurden, ist seit Anfang 2022 durch den Russland-Ukraine Konflikt das europäische Gesamtgefüge zusätzlich stark belastet worden.

Neben dem Entfall der Ukraine als Zulieferer diverser Komponenten für zahlreiche automobile Plattformen wurde besonders durch Sanktionen gegen Russland und den daraus resultierenden Gegensanktionen die gesamtwirtschaftliche Lage weiter verschärft.

Durch die starke Abhängigkeit Deutschlands von Rohstoffen zur Energiegewinnung aus Russland, gerieten die Handelsmärkte in eine verunsicherte und extrem volatile Situation. Sowohl die Strom- als auch die Gaspreise erreichten im Verlauf des Jahres 2022 ein nie zuvor dagewesenes Niveau. Dadurch wurden energieintensive Industriezweige nicht nur stark getroffen, sondern existentiell gefährdet.

Entwicklung der Branche

Die internationalen Automobilmärkte waren im Jahr 2022 von sehr unterschiedlichen Dynamiken geprägt. Während die Märkte in Europa (EU27, EFTA & UK), Japan und den USA hinter dem Vorjahresniveau zurückblieben, legte der Absatz in China deutlich zu. Insbesondere der Mangel an Vorprodukten und Rohstoffen, die deutlich gestiegenen Preise für Energie und Logistik sowie die durch den russischen Angriffskrieg ausgelöste Unsicherheit verhinderten ein besseres Ergebnis auf den internationalen Automobilmärkten. Mit gut 71 Millionen verkauften Neufahrzeugen blieb der Pkw- Weltmarkt 2022 auf Vorjahresniveau. 1

In Europa sankt die Zahl der Neufahrzeugzulassungen um -4 % auf rund 11,3 Millionen Pkw. Damit konnten die pandemie- und krisenbedingten Rückgänge der Jahre 2020 und 2021 nicht kompensiert werden. Und im Vergleich zu 2019 war der Absatz im vergangenen Jahr um 29 % reduziert. Europas fünf größten Einzelbinnenmärkte entwickelte sich die im abgelaufenen Jahr mehrheitlich negativ. Einzig Deutschland verzeichnete dabei ein Anstieg bei den Neuzulassungen um 1 %. Dagegen sankt die Zahl der Neufahrzeuge im Vereinigten Königreich um -2 %, in Spanien um -5 %, in Frankreich um -8 % und in Italien um -10 %. Lediglich im Dezember 2022 legte der europäische Pkw-Markt im Vergleich zum Dezember 2021 um 15 % auf 1,1 Millionen neuzugelassene Pkw zu. Dieser deutliche Trend nach oben konnte jedoch das negative Jahresergebnis nicht verhindern. 2

Entwicklung des Teilkonzerns BTAH

Das Geschäftsjahr 2022 war von Verhandlungen mit Lieferanten bezüglich der gestiegenen Energie- und Materialpreise und den Anstrengungen Kunden diese Kostensteigerungen weiterzugeben, geprägt. Durch erfolgreiche Abschlüsse auf beiden Seiten konnte das Geschäftsjahr 2022 positiv abgeschlossen werden, was unter Berücksichtigung der besonderen wirtschaftlichen Gesamtlage als Erfolg zu bewerten ist. Aus Sicht der Geschäftsführung wurde die Prognose des Vorjahres (moderate Steigerung von Umsatz und EBIT / EBITDA) erfüllt. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um 27 %, das EBIT um 215 % und das EBITDA um 3 % gesteigert werden.

Der Standort Sömmerda hat sich weiter positiv entwickelt und konnte nachhaltig stabilisiert werden. Der Umstieg auf ein reines 15 Schicht-Modell, also keine Produktion am Wochenende, wurde erfolgreich umgesetzt. Was ursprünglich durch die fehlende Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften für Wochenendarbeit getrieben war, hat positiven Einfluss auf die Produktionsleistung und Verfügbarkeit der Anlagen insgesamt gezeigt. Ein erfolgreicher Schritt, der nun auch für den Standort Harzgerode geplant ist und angegangen wird.

1 https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2023/230118_PM_Internationale_Automobilmaerkte_
2022_Europa_Japan_und_USA_mit_ Rueckgaengen
2 ebenda

Verschiedene neue Projekte konnten im Jahresverlauf erfolgreich in die Serienproduktion gebracht und weitere Neuprodukte akquiriert werden. Neben der Übernahme laufender Projekte von insolventen Marktbegleitern konnten besonders im Bereich Strukturguss und E-Mobilität wichtige und zukunftweisende Aufträge gewonnen werden.

Nach wie vor bleibt aber der Fachkräftemangel ein bestimmendes Thema an unseren Standorten. Durch den verstärkten Einsatz neuer Medien und gezielter Aktionen, um das Arbeitsumfeld attraktiver zu gestalten, konnten erste Erfolge bei der Neubesetzung von offenen Stellen erzielt werden. Der Ausbau der eigenen Ausbildung wurde durch internationale Kooperationen gestärkt, sodass im Jahr 2022 fünf junge Marokkaner am Standort Harzgerode ihre Ausbildung im technischen Bereich starteten.

Im August 2022 hat die Bohai Automotive International GmbH die restlichen 25 % der Geschäftsanteile von der TRIMET Aluminium SE übernommen und ist somit Alleineigentümerin. Aus unserer Sicht ist das ein klares und gutes Zeichen, dass die BOHAI-Gruppe weiterhin die deutschen Standorte als wichtigen Teil ihrer globalen Strategie ansehen.

2.2 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Steuerungsgrößen

Wesentliche Kennzahlen, nach denen die Gruppe gesteuert wird, sind die folgenden:

Kennzahl Definition
Umsatz Gemäß § 277 Abs. 1 HGB
EBIT/ EBITDA Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
Jahresergebnis Gemäß § 275 HGB

Ertragslage

Kennzahlen in Tsd. € GJ 2022 GJ 2021
Umsatzerlöse 246.178 193.049
Rohertrag 72.897 67.425
Übrige betriebliche Kosten / Erträge -73.087 -68.102
Finanzergebnis -1.338 -1.083
Steuern vom Einkommen und Ertrag -605 196
Konzernjahresfehlbetrag (i.Vj.vor dem Anteil anderer Gesellschafter) -2.208 -1.640

Aufgrund der beschriebenen, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren die Gusskapazitäten unserer beiden Produktionsstandorte nur zu 87 % ausgelastet. Von unserem italienischen Partner wurden zudem 7.081 Tonnen Gussprodukte (i.Vj. 5.999 Tonnen), welche zum Teil von unserem Joint Venture, Sira Automation Industry S.r.l. anschließend mechanisch bearbeitet wurden, bezogen.

Mit dieser Tonnage wurden 217 Mio. € (i.Vj. 178 Mio. €) Produktumsätze erzielt sowie 23 Mio. € (i.Vj. 9 Mio. €) produktspezifischen Werkzeugumsätze getätigt. Die sonstigen Umsatzerlöse und Erlöse durch erbrachte Dienstleistungen betrugen insgesamt 24 Mio. € (i.Vj. 21 Mio. €). Die Rohertragsquote von 30 Prozent (i.Vj. 35 Prozent) liegt unter dem Ergebnis des Vorjahres, was auf sowohl stark gestiegene Material- und Energiepreise als auch Neuprojektanläufe zurückzuführen ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden weitestgehend den drastisch veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst.

Das Betriebsergebnis (EBIT), ein wichtiger finanzieller Leistungsindikator für die Ergebnissteuerung der Gruppe beträgt T€ -190 (i.Vj. T€ -677) und entspricht der prognostizierten moderaten Steigerung. Das EBITDA liegt mit T€ 13.116 leicht unter Vorjahresniveau (T€ 13.200).

Vermögens- und Finanzlage

Kennzahlen in Tsd. € 31.12.2022 31.12.2021
Eigenkapital 55.050 83.869
Eigenkapitalquote in % 33 % 50 %
Investitionen 9.698 8.796
Liquide Mittel 12.759 29.392
Nettofinanzforderungen (+) / -verbindlichkeiten gegenüber Banken -46.444 -10.731

Aufgrund der Neuaufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist die Finanzstruktur der Gruppe ist durch eine deutlich niedrigere Eigenkapitalquote in Höhe von 33 % geprägt. Einige Produktionsanlagen beim der BOHAI TRIMET Automotive- Gruppe sind über Leasingverträge langfristig finanziert. Die Verträge haben Restlaufzeiten längstens bis zum 01. Oktober 2027.

Die Vermögensstruktur des Konzerns ist gekennzeichnet durch langfristig gebundenes Sachanlagevermögen in Produktions- und Verwaltungsinfrastruktur (38%, i.Vj. 38%) sowie immaterielle Vermögensgegenstände (Geschäfts- und Firmenwert, Kundenstamm, Technologie) (5%, i.Vj. 6%) und kurzfristige Vorratsbestände (33%, i.Vj. 28%), Kundenforderungen und sonstige Vermögensgegenstände (insgesamt 14%, i.Vj. 7%) und liquide Mittel (8%, i.Vj. 17%).

Die Umlaufbestände an Gussprodukten und vorfinanzierten, projektspezifischen Sonderbetriebsmitteln und Werkzeugen liegen ca. 16 % über dem Vorjahresniveau.

Die Finanzierung des portfoliobedingten hohen Working Capitals wird im Wesentlichen über einen Finanzfactoringvertrag (stille Behandlung) mit der PB Factoring GmbH mit einer revolvierenden Gesamtfinanzierungslinie von bis zu 30 Mio. € dargestellt. Der derzeitige Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2025. Die Inanspruchnahme zum Stichtag betrug rd. 28 Mio. €.

Die Passiva sind vor allem durch die hohen Verbindlichkeiten gekennzeichnet und enthalten zum Großteil Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (36%, i.Vj. 24%) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen und sonstige Verbindlichkeiten (27%, i.Vj. 23% der Bilanzsumme).

Die Gruppe ist weitgehend fremdfinanziert und kann bei Bedarf zusätzlich auf eine Finanzierungszusage der Bohai Automotive Systems Co., Ltd., Beijing, China, zurückgreifen. Es handelt sich hierbei um eine bis zum 31.12.2024 befristete Patronatserklärung in Höhe von 50 Mio. €, die zugunsten des Mutterunternehmens ausgestellt wurde. Die Gruppe verfügt somit über eine gesicherte Finanzierung und war somit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen zu jeder Zeit vollständig nachzukommen.

Kennzahlen in % 31.12.2022 31.12.2021
Liquide Mittel 8 17
Übriges Umlaufvermögen 47 36
Anlagevermögen 45 47
Eigenkapital 33 50
Rückstellungen 3 2
Übrige Passiva 64 48

2.3 Mitarbeiter

Die Anzahl der Beschäftigten zum Bilanzstichtag betrug:

31.12.2022 31.12.2021
Mitarbeiter inkl. Geschäftsleitung 755 755
Auszubildende 57 57
Mitarbeiter inkl. Auszubildende 812 812

Alle Mitarbeiter sind entweder in der Produktion, im produktionsnahen Umfeld oder der Verwaltung tätig.

3. Chancen- und Risikobericht

Die BOHAI TRIMET Automotive-Gruppe verfügt über ein Chancen- und Risikomanagementsystem, welches der Geschäftsführung erlaubt, potenzielle Chancen und bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen und ihnen erfolgreich zu begegnen. Die schnelle Reaktionsfähigkeit als Folge flacher Hierarchien garantiert eine zügige Einleitung und Umsetzung von Maßnahmen, um Chancen und Risiken - gleichermaßen - zu erkennen und diese entsprechend nutzen oder vermeiden zu können. An dieser Stelle sei nochmals betont, dass ein funktionierendes Chancen- und Risikomanagementsystem nicht bedeutet, dass alle Risiken vermeidbar sind!

Unser Kundenportfolio setzt sich ausschließlich aus Kunden aus der Automobilindustrie zusammen, sodass aktuell unsere Geschäftsentwicklung maßgeblich von der konjunkturellen Entwicklung der Branche bzw. unserer Kunden bestimmt und beeinflusst wird. Durch die breitgefächerte Kundenstruktur innerhalb der Branche - sowohl OEM's als auch Tier1-Kunden - sowie die Diversifizierung der Produktsegmente (Motor, Getriebe, Fahrwerk, Struktur bzw. Karosserie und E-Mobilität) versuchen wir, zu starke einseitige Abhängigkeiten von einzelnen Gewerken zu vermeiden. Unser Unternehmenserfolg der vergangenen Jahre, selbst unter dem Einfluss der Pandemie und der schwierigen globalen Marktbedingungen zeigt, dass sich unsere Kunden- und Produktstrategie als richtig erwiesen hat.

Das Projekt DCT 300 ist und bleibt ein wesentlicher Teil unserer Bilanz und entwickelt sich volumentechnisch bisher weiterhin auf gutem Niveau. Das Getriebe findet erfreulicherweise entsprechenden Anklang und Absatz im Markt, sodass man aktuell darüber nachdenkt eine weitere Fahrzeugplattform eines international agierenden Automobilherstellers mit diesem modernen und hochinnovativen Doppelkupplungsgetriebe auszustatten. Der BTAH bietet dies die Chance die im Projektanlauf gewonnenen Wissensvorsprünge und Erfahrungen bei der Auftragsvergabe zum Vorteil zu nutzen.

Die hervorragenden Eigenschaften des Aluminiumwerkstoffs hinsichtlich Verfügbarkeit, Performance, Leichtbaueignung und unbegrenzte Recyclierfähigkeit lassen auch in den nächsten Jahren einen deutlichen Anstieg der Nachfrage - unabhängig vom zuvor genannten Produktspektrum - nach Aluminium-Gussprodukten erwarten.

Wir glauben als Gruppe weiterhin eine sehr gute Position und Perspektive sowohl im deutschen als auch internationalen Markt zu haben. Durch den Gesellschafter BOHAI wird uns der globale Auftritt ermöglicht, unsere Aktivitäten als Zulieferer können nachhaltig erweitert und gestärkt werden. Wichtig ist aber auch, dass wir als solcher Global Player wahrgenommen werden. Dies ist eine der wichtigen Grundvoraussetzungen um eine gute und wettbewerbsfähige Position im Markt der Aluminiumdruckguss Automobilzulieferer einnehmen und weiter ausbauen zu können.

Dem Risiko einer schwieriger werdenden Verfügbarkeit von Mitarbeitern versuchen wir breitgefächert zu entgegnen. Unsere eigene Lehrwerkstatt, welche auch überregional einen sehr guten Ruf genießt, bietet eine moderne und attraktive Basis für das Heranziehen gut ausgebildeter junger Facharbeiter. Ferner bilden wir seit Jahren ausländische Jugendliche als künftige Mitarbeiter für unser Unternehmen aus. Wir beteiligen uns an Ausbildungs- und so genannten Rückkehrermessen, bieten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an u.v.a.m. an.

Im Wesentlichen sind wir Risiken aus dem Nachfrageverhalten (vertraglich nicht fixierbare Abrufe) unserer Kunden ausgesetzt. Des Weiteren begegnen wir den Saving-Forderungen unserer Kunden mit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess zur Effizienzsteigerung. Generell bestehen immer wieder Risiken, unsere Kunden nicht in vereinbarter Zeit, Quantität und Qualität zu beliefern. Aufgrund des Produktspektrums, der Prozessauslegung in der Produktion und unserer langjährigen Erfahrung werden Risiken aus Gewährleistungsthemen aktuell als gering eingeschätzt.

Dem Risiko der Preisschwankungen bei den Lieferanten, insbesondere im Rohstoffbereich, wird unter anderem durch den Abschluss von Mehrjahres- bzw. langfristigen Verträgen Rechnung getragen. Das entsprechende Risiko-management der Gesellschaft ist in die Aufbau- und Ablauforganisation integriert. Generell sind wir auf qualitativ hochwertige Zulieferprodukte angewiesen.

Zur Absicherung gegen eine Reihe von Rechtsrisiken haben wir Haftpflichtversicherungen mit entsprechenden Deckungssummen abgeschlossen, die die Unternehmensleitung als angemessen und branchenüblich ansieht.

Risiken, die den Bestand der Gruppe gefährden könnten - aus dem Umfeld der Gesellschaft, der Branche, der Unternehmensstrategie sowie dem Personalbereich sowie leistungswirtschaftliche oder informationstechnische Risiken sind der Gesellschaft heute nicht bekannt und für einen Zeitraum von 24 Monaten nicht absehbar. Keines der aufgezählten Risikopotenziale würde bei Eintritt voraussichtlich das Eigenkapital der Gruppe aufzehren.

Aufgrund der guten Auftragslage und einer soliden Finanzierung werden die beschriebenen Risiken als gering eingeschätzt. Bestandsgefährdende Risiken wurden nicht identifiziert.

Das durch das Mutterunternehmen Bohai aufgenommene Darlehen über 30 Mio. € hat eine Laufzeit bis April 2024. Aufgrund der im Januar 2022 geschlossenen Vereinbarung, die verbleibenden Anteile (25%) an der BOHAI TRIMET Automotive-Gruppe von der TRIMET Aluminium SE zu erwerben, wurde im Juli 2022 eine zusätzliche Finanzierung in Höhe von 25 Mio. € mit einer Laufzeit von zwei Jahren nach Inanspruchnahme abgeschlossen. Darüber hinaus hat die Bohai Automotive Systems Co., Ltd., Beijing, China, eine bis zum 31.12.2024 befristete Patronatserklärung in Höhe von 50 Mio. € zu Gunsten des Mutterunternehmens ausgestellt.

4. Prognosebericht

Für das Jahr 2023 gehen wir aktuell davon aus, dass die Gieß- und Bearbeitungskapazitäten an beiden Produktionsstandorten nochmals besser ausgelastet werden können als 2022. Auslaufende Produkte werden teilweise durch Neuanläufe oder Volumenerhöhungen bei bestehenden Aufträgen kompensiert. Es mehren sich sowohl kurzfristige wie auch mittelfristige Auftragsübernahmen und/oder Stützfertigungen aufgrund von in Schieflage geratenen Marktbegleitern. Aufträge und Anfragen zu neuen Projekten für die Automobilindustrie aus den Aluminium- Druckgussbereichen "Antriebsstrang", "Chassis", "Struktur" und "E Mobilität" liegen auch vor. Mit mehreren Automobilherstellern und sogenannten Tier1-Kunden befindet sich die BOHAI TRIMET Automotive-Gruppe aktuell in Verhandlungen über die Beauftragung von weiteren Produkten aus vorgenannten Bauteilfamilien.

Aufgrund der zuvor genannten Aspekte und Projekte, rechnen wir auch für das Jahr 2023 und darüber hinaus mit einem den Umständen entsprechend guten Auslastung der BOHAI TRIMET Automotive-Gruppe.

Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Konflikts und die damit einher-gehenden negativen Auswirkungen wie beispielsweise die Einschränkungen des Warenverkehrs, die Energiekosten und Rohstoffkostenexplosion oder auch die Verfügbarkeit von Mitarbeitern bei uns und unseren Zulieferern bis hin zum Zusammenbruch ganzer Lieferketten können weiterhin negative Effekte in Umsatz und Ergebnis mit sich bringen.

Um die explodierenden Kosten für Energie und Rohstoffe zu kompensieren, stehen wir mit all unseren Kunden in andauernden Verhandlungen.

Leider sind mögliche Ergebnisse daraus nach wie vor und aufgrund der sich ständig ändernden Bedingungen, Informationen und politischen und wirtschaftlichen Regelungen nicht seriös zu prognostizieren.

Für das Jahr 2023 erwarten wir daher eine moderate Steigerung des Umsatzes und des EBIT bzw. EBITDA auf Niveau des Vorjahres, sofern die Kostensteigerungen kundenseitig weitergegeben werden können. Aufgrund der Zinsbelastung und der Konsolidierungseffekte auf der Holdingebene wird das Konzernergebnis voraussichtlich erneut negativ ausfallen.

 

Frankfurt am Main, 25. Juli 2023

Bohai Automotive International GmbH

Geschäftsführung

Xuemei Cui

Bin Xu

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die BOHAI Automotive International GmbH, Frankfurt am Main

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der BOHAI Automotive International GmbH, Frankfurt am Main, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der BOHAI Automotive International GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)

festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Leipzig, 28. Dezember 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Werner Horn, Wirtschaftsprüfer

ppa. Marcus Engelmann, Wirtschaftsprüfer

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