Stammdaten

Register
Amtsgericht Duisburg HRB 36013
Eingetragen
24.11.2022
Branche
Einzelhandel mit Kraftwagenteilen und -zubehörGroßhandel mit Kraftwagenteilen und -zubehörTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehör
Gegenstand
der Kfz-Werkstattbetrieb sowie der Vertrieb von Ersatz- und Zubehörteilen für Kraftfahrzeuge sowie von sonstigen Erzeugnissen für Kraftfahrzeuge und Maschinen sowie die damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen an oder rund um Kraftfahrzeuge

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stephan Gerl
seit 26.9.2024
Prokura
Benjamin Simonkovics
seit 24.11.2022
Prokura
Stefan Kulas
seit 24.11.2022
Geschäftsführer
Carsten Gründgens
seit 24.11.2022
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert37.50% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Kulas Holding GmbH & Co. KG
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

pitstop.de GmbH

Mülheim an der Ruhr

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023

(einschließlich Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit bei der pitstop.de GmbH)

1. Wirtschaftliche Entwicklung und Entwicklung der Gesellschaft

1.1. Entwicklung des geschäftlichen Umfeldes und eigene Stellung im Markt

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

In 2022 ist die Weltwirtschaft durch den Russland-Ukraine Konflikt stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Ausgelöst durch den Konflikt hat sich die Dynamik der weltwirtschaftlichen Entwicklung im ersten Quartal 2022 abrupt verlangsamt. Corona und die Unterbrechung von Lieferketten und lange Lieferzeiten haben weltweit zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums geführt. Nach den IWF-Prognosen wird ungefähr ein Drittel der weltweiten Wirtschaft im kommenden Jahr in mindestens zwei aufeinander folgenden Quartalen ein negatives Wachstum aufweisen.

Entwicklung in Deutschland

Deutschland befindet sich seit über einem Jahr im Abschwung, der durch den sprunghaften Anstieg der Energiepreise im Jahr 2022 ausgelöst wurde. 1 Die hohe Inflation entzieht den privaten Haushalten Kaufkraft und die Leitzinsen sind auf ein Niveau von über vier Prozentpunkte gestiegen. 2 Die Politik der Bundesregierung verunsichert Unternehmen und Haushalte massiv und erschwert ökonomische Planungen. 1

Das Bruttoinlandsprodukt wird im Jahr 2023 voraussichtlich um 0,6 % sinken, was eine kräftige Revision der Prognose vom Frühjahr 2023 um 0,9 Prozentpunkte nach unten bedeutet. Der wichtigste Grund dafür ist, dass sich die Industrie und der Konsum langsamer erholen als im Frühjahr prognostiziert worden war. 2 Für das Jahr 2024 liegt die Prognose bei 1,3 %, was nur 0,2 Prozentpunkte unter der aus dem Frühjahr liegt. 1

Die konjunkturelle Schwäche ist mittlerweile auch auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Die Arbeitslosigkeit wird auf 2,6 Millionen Personen im Jahr 2023 ansteigen und im kommenden Jahr leicht sinken. 1 Die Inflationsrate wird im Jahr 2023 bei 6,1 % liegen und auf 2,6 % im Jahr 2024 zurückgehen. 1 Die Kerninflation (ohne Energiepreise) wird im laufenden Jahr bei 6,1 % und im kommenden Jahr bei 3,1 % liegen. 1

Das öffentliche Budgetdefizit sinkt auf 2,2 % in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 und geht weiter auf 1,6 % im Jahr 2024 und auf 1,1 % im Jahr 2025 zurück. 1

Die Wirtschaftspolitik sollte die Standortqualität verbessern und die politische Unsicherheit auch im Kontext der Energiewende einhegen. 1

Entwicklung im Kfz-Teile- und Servicemarkt

Die Umsätze im Kfz-Teile- und Servicemarkt sind coronabedingt aufgrund verminderten Verkehrsaufkommens in den vergangenen Jahren 2020 und 2021 zurückgegangen. In 2022 war erstmals wieder eine Steigerung zu verzeichnen. Die Werkstattauslastung im Jahr 2023 wird voraussichtlich stabil bleiben, nachdem sie im Jahr 2022 einen deutlichen Anstieg verzeichnet hat. Laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) lag die durchschnittliche Werkstattauslastung im Jahr 2022 bei 85 Prozent, was einem Anstieg von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2021 entspricht. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem letzten Jahr vor der Corona-Pandemie, war die Werkstattauslastung im Jahr 2022 um zwei Prozentpunkte höher. Für das Jahr 2023 erwartet der ZDK eine ähnliche Entwicklung, da die Nachfrage nach Service und Reparatur weiterhin hoch bleibt. 2

Eine große strukturelle Herausforderung für Kfz-Werkstätten ist die fortschreitende Digitalisierung. Die Digitalisierung bezieht sich hier auf drei Dimensionen: Digitalisierung von Kundeninteraktion, Digitalisierung von Produkten und Leistungen sowie Digitalisierung der Leistungserstellung. Weitere strukturelle Herausforderungen resultieren aus wirtschaftlichen Trends (Wettbewerbsdruck, Konzentrationsprozesse, Netzbereinigung), aus technischen Innovationen und Produkttrends (Elektromobilität, autonomes Fahren, vernetzte Autos) sowie beschäftigungspolitischem und demografischem Wandel mit neuen Anforderungen an die Fachkräftesicherung, an Aus- und Weiterbildung und an die Gestaltung guter Arbeitsbedingungen. 3

Der Umsatz im Kfz-Service in Deutschland wird für das Jahr 2023 auf rund 34 Milliarden Euro prognostiziert. Das entspricht einem Anstieg von etwa 6 % im Vergleich zum Jahr 2022, in dem der Umsatz rund 32 Milliarden Euro betrug. Im Jahr 2021 lag der Umsatz bei etwa 30 Milliarden Euro. Die wichtigsten Umsatzquellen im Kfz-Service sind die Wartungs- und Verschleißreparaturen, die Autowaschanlagen und die Lackierbetriebe für Kraftwagen. 4

Der Kfz-Bestand in Deutschland ist im Jahr 2023 leicht gestiegen. Laut dem Kraftfahrt- Bundesamt (KBA) waren am 1. Januar 2023 rund 60,1 Millionen Kraftfahrzeuge (Kfz) und 8,3 Millionen Kfz-Anhänger in Deutschland registriert. Das entspricht einem Zuwachs von 0,8 Prozent bei den Kfz und 2,4 Prozent bei den Kfz-Anhängern im Vergleich zum Vorjahr. Der Bestand an Personenkraftwagen (Pkw) erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 48,9 Millionen. Das Durchschnittsalter der Pkw lag bei 10,1 Jahren und war damit um 0,1 Jahre höher als im Jahr 2022. 5

Der Bestand von Elektrofahrzeugen hat sich im Jahr 2023 deutlich erhöht. Nach Angaben von Statista waren am 1. Januar 2023 rund 1,01 Millionen reine Batterieelektrofahrzeuge (BEV) in Deutschland zugelassen. Zum Stichtag 1. Juli 2023 waren es rund 1,17 Millionen. Das entspricht einem Anstieg von rund 16 Prozent innerhalb eines halben Jahres. Die Quelle für diese Informationen ist die Statistik von Statista, die unter folgendem Link abgerufen werden kann:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/265995/umfrage/anzahl-der-elektroautos-in-deutschland/

Der Bestand von Diesel- und Benzinfahrzeugen ist im Jahr 2023 gesunken. Nach Angaben des KBA waren am 1. Januar 2023 rund 14,4 Millionen Pkw mit Dieselmotor und rund 30,5 Millionen Pkw mit Benzinmotor in Deutschland zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von 2,6 Prozent bei den Dieselfahrzeugen und 1,4 Prozent bei den Benzinern im Vergleich zum Vorjahr. 6

Der durchschnittliche Aufwand für PKW-Reparaturen in 2023 im Vergleich zu 2022 hat sich leicht erhöht. Laut Statista betrug der Wartungsaufwand pro PKW in Deutschland im Jahr 2022 329 Euro, während er im Jahr 2023 auf 337 Euro gestiegen ist. Die Gründe für die Erhöhung sind unter anderem die steigenden Kosten für Ersatzteile, Energie und Diagnosegeräte. 7

Pro Fahrzeug war im Jahr 2022 ein gegenüber dem Vorjahr unveränderter Satz von 0,98 Wartungen festzustellen. 8 Für das Jahr 2023 wird erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt und der Marktanteil von freien Kfz-Werkstätten weiter steigt, da sie von ihrer Flexibilität, ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis und ihrer Kundennähe profitieren können.

Im Jahr 2022 wurden 36.420 beim ZDK gelistete Meisterbetriebe gezählt, davon entfielen 22.110 auf nicht fabrikatsgebundene Betriebe (ZDK Jahrespressekonferenz). Für das Jahr 2023 liegen noch keine Zahlen vor.

Entwicklung der Gesellschaft

Die Umsatzerwartungen konnten im gesamten Geschäftsverlauf insgesamt erreicht werden, wobei insbesondere im ersten Geschäftsquartal der Reifenabsatz an Endverbraucher zum Vorjahr stark rückläufig war. Ursächlich hierfür war eine ausgesprochene starke Kaufzurückhaltung bei Winterreifen, die industrieseitig starke Preisanstiege erfahren haben. Über das Geschäftsjahr entwickelte sich die Kooperation mit HUK Autoservice immer besser, sodass die Auslastung der Werkstätten gesteigert werden konnte.

Auch im laufenden Geschäftsjahr wirkte sich weiterhin positiv die mangelnde Neuwagenverfügbarkeit auf die Entwicklung des Flottengeschäfts aus. So konnte das Unternehmen den Umsatz im Flottengeschäft, der bislang einen niedrigen Anteil am Gesamtumsatz hatte, um mehr als 17 % steigern. Die Neueinführung von digitalen Lösungen für Fahrzeugflotten und Fuhrparkmanagement ermöglichte es pitstop.de, neue Flottenkunden zu akquirieren.

Negativ wurde das Geschäft durch erhebliche Preissteigerungen bei Ersatz- und Verschleißteilen beeinflusst. Zwar konnten die Preiserhöhungen an die Endverbraucher weitestgehend weitergegeben werden, im Flottengeschäft war dies aber aufgrund von halbjährlichen Vertragsbindungen nur eingeschränkt möglich.

Ebenfalls negativ wirkten sich die zur Reduzierung der Fluktuation unterjährig durchgeführten Lohnerhöhungen und die seit Juni 2023 erfolgte Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie auf die Personalkosten aus.

Die im Juni 2022 neu eingeführte, selbstentwickelte Software für eine transparentere und effizientere Einsatzplanung und Zeiterfassungsüberwachung wirkte sich positiv auf die Effizienzsteuerung aus, wobei das Potenzial bei Weitem noch nicht ausgeschöpft wurde.

Mit einem Jahr Verzögerung konnte im Frühjahr 2023 das neue Trainingscenter in Mülheim an der Ruhr in Betrieb genommen werden. Bis zum Abschluss des Geschäftsjahres konnten 820 Mitarbeiter für mindestens drei Tage dort geschult werden. Schwerpunkte der diesjährigen Schulungen waren Hochvolt, IT-Systeme und Prozesse zur Qualitätssteigerung. Wesentlich ist zudem die kontinuierliche Einarbeitung neuer Mitarbeiter, die in jeder ersten Woche eines Monats stattfindet und neuen Mitarbeiter eine zielführende und effiziente Einarbeitung im Unternehmen ermöglicht.

Auch im Geschäftsjahr 2023 konnte erneut die Zertifizierung für die Inspektion nach Herstellervorgaben durch den TÜV Rheinland erreicht werden. Als einziges Unternehmen in Deutschland mit mehr als 50 Werkstätten ist es pitstop.de damit gelungen, seit vielen Jahren in Folge diesen Zertifizierungsprozess erfolgreich zu durchlaufen.

1.2 Unternehmensstruktur

1.2.1 Geschäftsmodell

Die Gesellschaft betreibt eine Werkstattkette mit derzeit rund 300 Werkstätten in Deutschland unter der Bezeichnung pitstop.de und bietet sämtliche Werkstattleistungen für PKW als Full-Service-Dienstleister an. Das Unternehmen ist jedoch in allen Dienstleistungen als sogenannter Fast-Fitter ausgerichtet. Der Kern der Tätigkeit sind somit standardisierte Werkstattleistungen, die das Unternehmen auf gleichem Qualitätsniveau wie die OEMs erbringt, aber aufgrund der effizienteren Abwicklung und einer besseren Kostenstruktur günstiger als die OEM-Betriebe erbringen kann. Für die Wartungs- und Reparaturarbeiten kann das Fahrzeug jederzeit ohne Voranmeldung in der Filiale abgegeben werden, präferiert wird allerdings die Onlinebuchung, sodass die Vorarbeiten samt Teilebeschaffung vor dem Kundenbesuch erfolgen und die Leistung auch im Sinne des Kunden effizient erbracht werden kann. Inspektionen und Wartungen werden streng nach Herstellervorschrift durchgeführt und im Serviceheft des Fahrzeuges eingetragen, sodass die Fahrzeuggarantie vollständig erhalten bleibt. Täglich ist die Durchführung von Hauptuntersuchungs-Prüfungen direkt in den Werkstätten möglich. Neben den klassischen Fast-Fitter Warengruppen wie Inspektionen, Bremse, Fahrwerk und Ölwechsel können aber durch entsprechende Partner und Kooperationen fast alle Leistungen rund um das Fahrzeug angeboten werden, sodass der Kunde alles aus einer Hand bekommt. 97 % aller vormittags in die Filialen gebrachten Fahrzeuge werden am gleichen Tag an den Kunden zurückgegeben.

1.2.2 Rechtlicher Aufbau des Unternehmens

Das Unternehmen wird durch den Geschäftsführer Stefan Kulas sowie den Prokuristen Carsten Gründges und Benjamin Richel geführt. Die erweiterte Geschäftsleitung wird zudem seit dem 1. Januar 2021 um den Vertriebsleiter Stephan Gerl ergänzt. Die Aufgabenteilung erfolgt mittels Geschäftsordnung und im Rahmen monatlicher Geschäftsleitungssitzungen sowie Führungskräfte-Meetings.

Mit dem langjährigen Partner der pitstop.de GmbH im Reifengeschäft, der Bridgestone SA mit Sitz in Brüssel, wurde eine Minderheitsbeteiligung an der Kulas Holding GmbH & Co. KG vereinbart. Die Kulas Holding GmbH & Co. KG hält 100 % der Anteile an der pitstop.de GmbH. Die Mehrheit der Gesellschaftsanteile und Stimmrechte an der Kulas Holding GmbH & Co. KG wird von der LNN Flug GmbH, welche im alleinigen Besitz von Herrn Stefan Kulas steht, gehalten. Mit Eintragung im Handelsregister am 27. September 2022 wurde die HUK-Coburg Mobilitätsholding GmbH neben der Bridgestone Europe NV/SA zweiter Minderheitsgesellschafter an der Kulas Holding GmbH & Co. KG.

Die interne Steuerung erfolgt aufgrund ständiger Analysen und Überwachung der Planansätze.

Umsatz, Rohertrag, EBIT, EBITDA und Lohnkosten sowie gängige Kennzahlen zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage bilden die Grundlage eines turnusmäßigen Berichtswesens an die Geschäftsleitung.

Darüber hinaus stehen eine Vielzahl ein- und verkaufsseitiger Informationen, Statistiken und Steuerungsinstrumente zur Verfügung.

2. Erläuterungen zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Oktober eines Jahres bis zum 30. September des Folgejahres. Hintergrund für die Umstellung des Geschäftsjahres war, dass so mit dem stärksten, aber auch witterungsabhängigsten 4. Quartal eines Kalenderjahres gestartet wird. Dadurch lassen sich Investitionen besser anhand des zu erwartenden Geschäftsverlaufes steuern und Einfluss auf die Ertragslage nehmen. Zudem wird der Planungsprozess für das jeweils folgende Geschäftsjahr auf die ruhigeren Sommermonate verschoben und die Inventur kann im umsatzschwachen Monat September stattfinden.

2.1 Ertragslage

2022/2023 2021/2022 Veränderung ergebnisbezogen
TEUR % TEUR % TEUR
Umsatzerlöse 124.621 100,0% 118.009 100,0% 6.612
Materialaufwand -39.237 -31,5% -38.286 -32,4% -951
Rohergebnis 85.384 68,5% 79.723 67,6% 5.661
Ordentliche betriebliche Erträge 413 0,3% 238 0,2% 175
Personalaufwand -49.225 -39,5% -47.147 -40,0% -2.078
Abschreibungen -2.266 -1,8% -2.133 -1,8% -133
Sonstige Aufwendungen einschließlich sonstiger Steuern -28.895 -23,2% -27.380 -23,2% -1.515
Betriebsergebnis 5.411 4,3% 3.301 2,8% 2.110
Zinserträge 60 0,0% 19 0,0% 41
Zinsaufwendungen -105 -0,1% -154 -0,1% 49
Finanzergebnis -45 0,0% -135 -0,1% 90
Ergebnis vor Ertragsteuern 5.366 4,3% 3.166 2,7% 2.200
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.013 -1,6% -1.227 -1,0% -786
Jahresüberschuss 3.353 2,7% 1.939 1,6% 1.414

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 6.612 TEUR. Wesentliche Ursache hierfür waren die von HUK zugesteuerten Neukunden, ein stark wachsendes Flottengeschäft sowie Preissteigerungen, die an die Kunden weitergegeben wurden. Bei einer leicht verbesserten Wareneinsatzquote von 31,5 %, die im Wesentlichen aus einem besseren Umsatzsplitt (weniger Reifen) und Preissteigerungen im Arbeitslohn resultierte, konnte der Rohertrag um 5.661 TEUR verbessert werden.

Die ordentlichen betrieblichen Erträge haben sich um 175 TEUR erhöht.

Neben den Personalaufwendungen bilden die Mietaufwendungen den größten Aufwandsposten der Gesellschaft. Die Position Personalaufwand fiel um 2.078 TEUR höher aus. Ursache dafür waren die seit Juni 2023 geleistete monatliche Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie, gestiegene Löhne und etwas mehr Mitarbeiter. Die sonstigen Aufwendungen fielen im Vergleich zum Vorjahr um 1.515 TEUR höher aus. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) erhöhte sich im Periodenvergleich von 5.434 TEUR um 2.243 TEUR auf 7.677 TEUR.

Die Finanzlage ist aufgrund der Herausgabe des Genussrechtskapitals im Nominalwert von 10.000.000,00 EUR positiv. Zum Bilanzstichtag verfügt die Gesellschaft über Bankguthaben in Höhe von 8.345 TEUR sowie unterwegs befindliche Einzahlungen von 863 TEUR und Kassenbeständen von 338 TEUR. Dem stehen langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1.200 TEUR und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 1.600 TEUR gegenüber.

Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2022/2023 stets in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen zu begleichen.

Die Kapitalflussrechnung zeigt folgendes Bild:

2022/2023 2021/2022
TEUR TEUR
1. Periodenergebnis 3.353 1.939
2. + Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 2.266 2.133
3. + Zunahme der langfristigen Rückstellungen 14 5
4. = Cashflow i. e. S. 5.633 4.077
5. - Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -40 -32
6. - Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -624 -1.675
7. + Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 4.347 1.874
8. = Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (Summe aus 4 bis 7) 9.316 4.244
9. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 186 213
10. - Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -2.922 -3.409
11. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Summe aus 9 und 10) -2.736 -3.196
12. - Tilgung Finanzverbindlichkeiten -1.600 -2.310
13. - Ausschüttung Genussrechtsinhaber -252 -216
14. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -1.852 -2.526
15. Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Summe der Zeilen 8, 11 und 14) 4.728 -1.478
16. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 4.820 6.299
17. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode 9.548 4.821
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds am Ende der Periode
- Zahlungsmittel 9.547 4.820

2.3 Vermögenslage

30.09.2023 30.09.2022
TEUR TEUR
Aktivseite
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 1.226 3,6% 1.492 5,4%
Sachanlagen 11.191 33,2% 10.416 37,4%
Finanzanlagen 3 0,0% 3 0,0%
12.420 36,9% 11.911 42,8%
Umlaufvermögen
Vorräte 4.815 14,3% 4.412 15,8%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.604 4,8% 1.421 5,1%
Forderungen gegen Gesellschafter 46 0,1% 42 0,2%
Sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten 5.268 15,6% 5.233 18,8%
Flüssige Mittel 9.546 28,3% 4.820 17,3%
21.279 63,1% 15.928 57,2%
33.699 100,0% 27.839 100,0%
Passivseite
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 25 0,1% 25 0,1%
Bilanzgewinn 6.861 20,4% 3.760 13,5%
Genussrechtskapital 3.986 11,8% 3.986 14,3%
10.872 32,3% 7.771 27,9%
Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Mietunterdeckungen 50 0,1% 58 0,2%
Rückbauverpflichtungen 425 1,3% 403 1,4%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.200 3,6% 2.800 10,1%
1.675 5,0% 3.261 11,7%
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 5.553 16,5% 3.918 14,1%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.600 4,7% 1.600 5,7%
Erhaltene Anzahlungen 775 2,3% 718 2,6%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.924 32,4% 8.818 31,7%
Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten sowie passive latente Steuern 2.300 6,8% 1.753 6,3%
21.152 62,8% 16.807 60,4%
33.699 100,0% 27.839 100,0%
Veränderung
TEUR
Aktivseite
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände -266 -17,8%
Sachanlagen 775 7,4%
Finanzanlagen 0 0,0%
509 4,3%
Umlaufvermögen
Vorräte 403 9,2%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 183 12,9%
Forderungen gegen Gesellschafter 4 9,5%
Sonstige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten 35 0,7%
Flüssige Mittel 4.726 98,0%
5.351 33,6%
5.860 21,0%
Passivseite
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 0 0,0%
Bilanzgewinn 3.101 82,5%
Genussrechtskapital 0 0,0%
3.101 39,9%
Lang- und mittelfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Mietunterdeckungen -8 -13,8%
Rückbauverpflichtungen 22 5,5%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -1.600 -57,1%
-1.586 -48,6%
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Rückstellungen 1.635 41,7%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0,0%
Erhaltene Anzahlungen 57 8,1%
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.106 23,9%
Sonstige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten sowie passive latente Steuern 547 31,2%
4.345 25,9%
5.860 21,0%

Das Anlagevermögen der Gesellschaft ist um 510 TEUR gestiegen. Die Zugänge zum Anlagevermögen betreffen Sachanlagen. Bei den Sachanlagen schlägt sich hauptsächlich eine erhöhte Investitionstätigkeit in neue technische Ausstattung sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung (2.922 TEUR) nieder. Nach Verrechnung der Abschreibungen des Geschäftsjahres in Höhe von 2.266 TEUR ergibt sich der Buchwert zum Abschlussstichtag in Höhe von 12.419 TEUR.

Die Vorratsbestände zum 30. September 2023 haben sich um 404 TEUR - im Wesentlichen aufgrund von Preissteigerungen - erhöht.

Das Eigenkapital setzt sich aus dem Stammkapital von 25 TEUR, dem Bilanzgewinn von 6.861 TEUR und dem Genussrechtskapital von 3.986 TEUR zusammen. Die sonstigen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen aus dem Personalbereich (1,9 Mio. EUR). Rückbaukosten (0,4 Mio. EUR), Verkaufsprovisionen (0,2 Mio. EUR), Entsorgungskosten (0,1 Mio. EUR) und Umsatzmieten (0,1 Mio. EUR).

Die Geschäftsleitung ist mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2022/2023 zufrieden.

2.4 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

2.4.1 Kundenbelange

Unser Unternehmen fühlt sich der Servicequalität und Kundenzufriedenheit verpflichtet. Aus diesem Grund setzen wir nicht nur auf modernste Werkstattechnik, sondern auch auf das Know-how unserer Mechaniker und Meister. Überdurchschnittlich viele positive Auszeichnungen im laufenden Geschäftsjahr von unabhängigen Dritten anhand von Studien oder Marktbefragungen unterstreichen, dass sich das Unternehmen hinsichtlich Kundenausrichtung und mit der Einforderung der Qualitätsstandards auf einem guten Weg befindet.

pitstop.de beschäftigt 1.239 gut ausgebildete Mechaniker, Mechatroniker, Kfz-Meister und sonstige Fachkräfte sowie Aushilfen, die regelmäßig in neuen Techniken und Reparaturmethoden weitergebildet werden. Ein Schulungsschwerpunkt liegt auch im Bereich Kundenservice. Wir streben einen offenen und fairen Dialog mit unseren Kunden an. Wir setzen für unsere Kunden unseren Fokus auf Transparenz unserer Leistungen, Kalkulationen und Rechnungen. Unseren Kunden bieten wir an, unseren Meistern und Mechanikern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Fahrzeugannahme und Fehlerdiagnose sind für den Kunden transparent.

2.4.2 Mitarbeiterbelange

Neben regelmäßigen Fortbildungsmaßnahmen bieten wir unseren Mechanikern, Mechatronikern und Kfz-Meistern eine leistungsorientierte Vergütung mit regelmäßigen Leistungszulagen. Da wir uns als Familienunternehmen verstehen, werden auch Kinderbetreuung, Krankengeld sowie Meisterlehrgänge bezuschusst. Ein Gleitzeitkonto ermöglicht flexible Arbeitszeiten. Für uns zählt jeder Einzelne als Persönlichkeit, dem wir das sichere Gefühl geben, dass seine Arbeit im Team anerkannt und gewürdigt wird.

2.4.3 Umweltbelange (Nachhaltigkeit)

Die Umweltbelange waren bereits in den Vorjahren immer stärker in den Fokus unseres unternehmerischen Handels gerückt, sodass viele Projekte zur Schonung der Umwelt ergriffen wurden. Hierzu gehörten die Einführung von E-Bike-Leasing, der verstärkte Einsatz von elektrisch betriebenen Werkstattersatzwagen und ein lückenloses Abfallentsorgungskonzept. Durch die starke Verteuerung von Energiekosten, der gesetzlichen Vorgaben und der politischen Neuausrichtung in Deutschland bekam auch die Nachhaltigkeit einen anderen Stellenwert und veranlasste uns zur Überarbeitung unserer Nachhaltigkeitsstrategie, die auf den drei Säulen Ökologie, Soziales und Ökonomie basiert. Wir sind überzeugt, dass diese drei Aspekte untrennbar miteinander verbunden sind und dass wir nur dann langfristig erfolgreich sein können, wenn wir sie in Einklang bringen.

3. Chancen und Risiken

3.1 Beschreibung der auf die pitstop.de GmbH wirkenden Risiken und Chancen

3.1.1 Risiken

Rechnungslegungsbezogene Risiken

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (nachstehend "IKS") der pitstop.de GmbH dient dazu, Risiken anlässlich von Finanzberichtserstattungen zu minimieren, die darin bestehen, dass Falschdarstellungen in Berichten enthalten sein könnten, die einen nicht nur unwesentlichen Einfluss auf die Entscheidung der internen und externen Informationsadressaten haben. Mithilfe des IKS werden Fehlerquellen identifiziert und die Risiken der Berichterstattung begrenzt. Das bei der Gesellschaft implementierte interne Kontrollsystem stellt sicher, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Rechnungslegung sicher und vollständig umgesetzt werden.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Für die pitstop.de GmbH bestehen folgende finanzwirtschaftlichen Risiken:

Preisänderungsrisiken,

Ausfallrisiken sowie

Liquiditätsrisiken.

Zu "Preisänderungsrisiken"

Die Gesellschaft hat sich im Rahmen ihrer Geschäftsstrategie auf ein paar wenige Lieferanten fokussiert und langfristige Belieferungsverträge abgeschlossen, die das Risiko von Preisänderungen erheblich reduzieren und u. a. langfristig wettbewerbsfähige Konditionen für den Bezug von Waren und Dienstleistungen sicherstellen sollen.

Zu "Ausfallrisiken"

Die pitstop.de GmbH sieht sich hinsichtlich der finanzwirtschaftlichen Geschäftspartner in geringem Maße Ausfallrisiken ausgesetzt.

Zu "Liquiditätsrisiken"

Die Gesellschaft operiert mit Ausnahme geringer Bestände an Schmierstoffen und gängiger Filter im Bereich der Ersatz- und Verschleißteile quasi lagerlos und lässt sich an jedem Standort von den Zulieferern durchschnittlich dreimal täglich beliefern. Auch wurde der durchschnittliche Reifenbestand deutlich gesenkt und weitestgehend auf eine auftragsbezogene Bestellung von Reifen umgestellt. Zudem wurden Rückgabemengen mit den Hauptlieferanten für Reifen vereinbart, sodass auch das branchenübliche Bestandsrisiko in der Warengruppe Reifen reduziert ist.

Die Gesellschaft verfügt über ausreichend liquide Mittel, um ihren Verpflichtungen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb jederzeit termingerecht nachzukommen und die im Geschäftsplan vorgesehenen Investitionen zu tätigen.

Markt- bzw. Beschaffungsrisiken

Für die pitstop.de GmbH bestehen folgende Markt- und Beschaffungsrisiken.

Zu "Marktrisiken"

In den zurückliegenden Jahren führten steigende Öl- und Kraftstoffpreise zu einer zurückgehenden durchschnittlichen Jahresfahrleistung je Kraftfahrzeug und in Folge auch zu weniger Wartungen und Instandhaltungen sowie Reparaturen. Des Weiteren haben Fahrzeuge neuerer Generation längere Wartungsintervalle und Kundenbindungsmaßnahmen der OEMs nehmen zu.

Zudem gibt es einen Trend zum Eintritt neuer Intermediäre in den Markt, z. B. Versicherungsunternehmen. 9

Fortgesetzt hat sich auch der Trend zur Buchung von Werkstattleistungen im Internet, aber auch der einfache Preisvergleich.

In dieser Entwicklung sehen wir im Vergleich zur freien Werkstatt auch eine Chance für die Gesellschaft. Die Zukunft des Wartungs- und Reparaturmarktes wird von der komplizierten Technik bestimmt werden. Die Autofahrer werden verstärkt Fachwerkstätten in Anspruch nehmen müssen. Für den Erfolg von pitstop.de ist die richtige personelle Besetzung der Filialen sowie die weitergehende Digitalisierung der Prozesse wesentlich. Nur durch den richtigen Unternehmer vor Ort und ein fachlich versiertes Team lässt sich die heutige Herausforderung im Dienstleistungsbereich an Fahrzeugen meistern. Der ungehinderte Zugang zu den notwendigen Fahrzeugdaten ist trotz Änderung der Vertikal GVO noch immer durch die Hersteller stark limitiert. Hinzu kommt die Tendenz, Servicenachweise zunehmend elektronisch zu führen. In diesem Kontext wird man sich auch in den kommenden Jahren weiterhin den zunehmenden Digitalisierungsentwicklungen im Kfz-Markt stellen müssen.

Während der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) im Jahr 2018 noch die Auffassung vertrat, dass die steigende Zulassungszahl von Elektroautos bis zum Jahr 2025 nur leichte Auswirkungen auf den Service-Umsatz des Kfz-Gewerbes haben wird,10 stiegen die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen in den zurückliegenden Jahren stärker als allgemein erwartet, sodass das Unternehmen bereits heute die ersten Auswirkungen zu spüren bekommt und die Mitarbeiter schneller auf die neuen Antriebe schulen muss. Weniger Wartungsaufwand bei reinen Batteriefahrzeugen stehen höhere und komplexere Wartungsarbeiten bei Hybridfahrzeugen gegenüber. Die tatsächliche Entwicklung des langfristigen Wartungsumsatzes hängt von der weiteren Entwicklung der Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen ab. In Anbracht der steigenden Zulassungszahlen und der totalen Fokussierung der OEMs auf die Elektrofahrzeuge wird pitstop.de kurz- und mittelfristig profitieren, weil sich die OEMs zunehmend aus dem Reparaturmarkt für Verbrenner zurückziehen oder bei steigendem Fahrzeugalter nicht mehr als erste Anlaufstelle wahrgenommen werden. Langfristig wird die Umstellung der Antriebstechnik jedoch auch für pitstop.de spürbar werden. Durch das neue Schulungscenter ist pitstop.de jedoch in der Lage, alle Mitarbeiter stetig und auch konzentriert zu schulen und so die fachliche Kompetenz zu erhalten. Zudem erschließen sich mit dem Eintritt neuer E-Mobilitäthersteller auch neue Geschäftsfelder, da diese kein eigenes Servicenetz aufbauen und unterhalten wollen. Dazu führt die Geschäftsführung bereits vielversprechende Kooperationsgespräche und hat mit Fisker auch einen ersten Servicevertrag geschlossen.

Zunehmend wachstumshemmend wirkt sich weiter der Mangel an Fachkräften aus. Dieser Trend hat sich im Kalenderjahr 2023 noch einmal deutlich verschärft. pitstop sieht im Mangel an Fachkräften die wesentliche Herausforderung für die kommenden Jahre, insbesondere bei dem angestrebten Wachstum. Hierfür wurde eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen. Neben dem Aufbau einer eigenen Recruitingabteilung wurde die Suche über eine Vielzahl von Suchkanälen qualitativ und quantitativ erweitert. Zudem wurde die eigene Ausbildung stark ausgebaut, sodass die Gesellschaft in drei Lehrjahren rd. 180 Auszubildende beschäftigt und intensiv begleitet.

Zu "Beschaffungsrisiken"

Die Gesellschaft bezieht ihre Waren und Dienstleistungen im Wesentlichen von sechs Geschäftspartnern, mit denen langjährige Vereinbarungen bestehen. Während Ersatzteile vorwiegend über die Unternehmen PV Automotive GmbH und die STAHLGRUBER GmbH bezogen werden, bestehen für den Reifenbezug Geschäftsbeziehungen zu dem Minderheitsgesellschafter Bridgestone Deutschland GmbH, Continental AG und GettyGo GmbH. Dienstleistungen, insbesondere die Prüfleistungen im Rahmen der Haupt- und Abgasuntersuchung, werden vom TÜV Rheinland bezogen. Das Beschaffungsrisiko wird aufgrund der vorhandenen Wettbewerbssituation weiterhin als gering eingeschätzt. Alle Lieferanten könnten notfalls durch andere Mitbewerber ersetzt werden.

Neu hinzugetreten sind aber Engpässe bei der Beschaffung von technischer Ausrüstung. Diese werden oftmals nicht ausschließlich in der EU produziert und durch Engpässe bei der Chip-Produktion und begrenzte Frachtkapazitäten kommt es vermehrt zu längeren Wartezeiten.

Risiken aus dem IT-Umfeld

Die Abhängigkeit der Gesellschaft von IT-Systemen ist unverändert erheblich, das Ausfallrisiko wurde durch eine Überführung sämtlicher IT-Systeme in besonders geschützte Cloud- Umgebungen stark minimiert. Hackerangriffe gehören heute leider zum Tagesgeschäft und die Schäden, die bei Mitbewerbern durch Hackerangriffe ausgelöst wurden, haben alle noch einmal zusätzlich sensibilisiert. Regelmäßig werden durch externe Dienstleister sog. Penetrations-Tests durchgeführt und Testmails mit fingierter Schadsoftware an Mitarbeiter zur Sensibilisierung versendet.

Investitionsrisiken

Die Geschäftsführung sieht Investitionsentscheidungen aufgrund der langfristigen Kapitalbindung und der Höhe des Kapitaleinsatzes stets als risikobehaftet an. Investitionen in die Werkstattausstattung und die Mietobjekte werden daher analysiert und mit der gebotenen Sorgfalt abgewickelt. In einem sich technisch ständig weiterentwickelnden Markt sind regelmäßig zukunftsweisende Investitionsentscheidungen zu treffen, um mit dem technischen Fortschritt der Fahrzeuge mithalten zu können. Im Gegensatz zu den herstellergebundenen Werkstätten ist das Risiko von Fehlinvestitionen jedoch deutlich geringer, denn bevor die klassische Zielgruppe (Fahrzeuge älter als drei Jahre) die Filialen erreicht, kann die technische Entwicklung und die Aufrüstung bei den Herstellern mit ausreichend Vorlauf beobachtet werden. Investitionsbedarf ergibt sich auch durch immer neue Richtlinien für den Betrieb von Kfz-Werkstätten. Die Gesellschaft sieht sich auch auf diese Investitionen gut vorbereitet, sodass hieraus keine bestandsgefährdenden Sachverhalte zu erwarten sind.

Risiken aus der Energiekrise

Grundsätzlich werden die Energiekosten im Kalenderjahr 2024 deutlich ansteigen. Die Neuabschlüsse der Versorgungsverträge für Gas und Strom führen zu Kosten im drei- bis vierfachen Bereich. Diese lassen sich nicht analog durch Energieeinsparungen kompensieren, da die technische Verfügbarkeit nicht ausreichend gegeben ist und die dafür notwendigen Handwerksbetriebe stark ausgelastet sind.

3.1.2 Chancen

Die Marke pitstop hat einen hohen Bekanntheitsgrad und steht für eine preisgünstige Alternative zur Vertragswerkstatt und der freien Werkstatt. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge steigt weiter, und damit auch die Bereitschaft der Autofahrer, von der Vertragswerkstatt zu einer günstigeren Alternative zu wechseln. Die Fokussierung des Unternehmens liegt auf der Qualität. Dies zeigt sich einerseits in Qualität der verbauten Teile, denn es wird ausschließlich auf Erstausrüsterqualität gesetzt. Andererseits wird die Servicequalität durch massiven Schulungseinsatz und externe Unterstützung weiter vorangetrieben.

Wie in den Vorjahren sehen wir weitere Chancen in der Flächendeckung der Gesellschaft sowie in der Umstellung des Geschäftskonzeptes auf verschiedene Vertriebskanäle. Der Web-Shop über www.pitstop.de wird ständig weiterentwickelt. Durch die Flächenabdeckung werden erhebliche Wachstumspotenziale im Bereich von Flotten gesehen. In der Akquise von Großflotten, Versicherungskooperationen und Verbänden liegt in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der vertrieblichen Strategie. Erste Erfolge konnten bereits verzeichnet werden. So bringt der ADAC mittlerweile seine gesamte Flotte an Schutzfahrzeugen und Mietwagen zu pitstop.de. Mit der HUK hat pitstop.de eine Kooperation begründet, welche in den kommenden Jahren zu einer erheblichen Kundenzuführung führen soll.

Das Unternehmen bietet als Werkstattkette für den Privat-Kunden die Möglichkeit, Dienstleistungen selbst und fahrzeugspezifisch zu kalkulieren und zu buchen. Dabei erfolgen auch die Bezahlung und die Terminierung des Auftrages bereits über das Internet, sodass sichergestellt ist, dass zum vereinbarten Termin die Bühne für den Kunden frei ist und die notwendigen Ersatzteile bereits vor Ort sind. Damit bietet das Unternehmen den transparentesten und effektivsten Service an, ohne dabei eine Fülle an Ersatzteilen vorrätig halten zu müssen.

Es gibt zwar auch andere IT-Dienstleister, die sich auf die Kalkulation und die Vermittlung von Werkstattservice ausgerichtet haben, diese verfügen jedoch über kein eigenes Filialnetz und binden lediglich freie Werkstätten ein. Hierbei bestehen aber erhebliche Probleme bei der Sicherstellung eines einheitlichen Qualitätsstandards, denn dies erfordert wie in einer Werkstattkette eine hohe Überwachung und Kontrolle sowie die Möglichkeit der Einflussnahme. Nur Werkstattketten verfügen aber über den dafür notwendigen Durchgriff.

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2018 ist die pitstop.de GmbH stiller Gesellschafter der Point S Deutschland GmbH. Point S Deutschland bündelt über die Zentrale insbesondere den Reifeneinkauf der Gesellschafter und verschafft diesen somit deutliche Einkaufsvorteile gegenüber dem Einzelbezug.

4. Zukunftsgerichtete Aussagen

Das Unternehmen schöpft unverändert weniger als anderthalb Prozent des freien Reparaturmarktes in Deutschland ab und ist deshalb mit Ausnahme einiger frequenzbringender Warengruppen wie Reifen weniger als früher von allgemeinen Marktentwicklungen und Witterungsverhältnissen abhängig.

Die Planung der pitstop.de GmbH ging von einem überdurchschnittlichen Wachstum im Geschäftsjahr 2022/2023 im Vergleich zur allgemeinen Branchenerwartung aus. Dies hat sich bestätigt. Die Planung für das Geschäftsjahr 2023/2024 knüpft an diese Entwicklung an und geht von einer weiteren Umsatz- und Ergebnissteigerung aus, da die in den letzten Jahren geschaffenen Potenziale noch nicht ausgeschöpft sind und weitere Innovationen in Umsetzung sind. Bremsend könnten sich der Fachkräftemangel und Beschaffungsengpässe bei Ersatzteilen, wie sie in anderen Branchen bereits vorhanden sind, auf die Hebung der vorhandenen Wachstumspotenziale auswirken.

Für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit ist neben dem weiteren Netzausbau und den digitalen Prozessen zur Effizienzverbesserung von erheblicher Bedeutung, dass die Mitarbeiter dem technischen Wandel in der Branche folgen können und als Kette prozesssicher agieren. Dafür hat das Unternehmen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022/2023 eine neue Zentralverwaltung samt integriertem Trainingscenter in Mülheim an der Ruhr bezogen.

4.1 Prognosebericht

Das für das Geschäftsjahr wichtige erste Quartal (Q4/2023) hat wie geplant begonnen. Insgesamt ist der im September aufgestellte Plan aufgrund der Erfahrungen des Vorjahreszeitraums und der Planerreichung wieder ambitioniert ausgefallen. Die Umsatzentwicklung im ersten Monat zeigt eine leichte Planunterschreitung durch für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen. Dadurch sind die Reifenabsätze deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das wiederum hatte einen positiven Einfluss auf den Wareneinsatz. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass das daraus resultierende Monatsergebnis nahe an der Planung liegt. Das im September 2023 geplante Ergebnis (EBITDA) weist gegenüber dem Vorjahr 2022/2023 wiederholt eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses aus. Die Geschäftsführung geht insbesondere wegen der begonnenen Kooperation mit HUK davon aus, dass die Ergebnisplanung 2023/2024 als ambitioniert aber als durchaus realistisch eingestuft werden kann.

5. Zusammenfassende Beurteilung

Der vorgelegte Lagebericht, ergänzt um den Abschluss der pitstop.de GmbH, vermittelt ein zutreffendes Bild von der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022/2023.

 

Mülheim an der Ruhr, den 17. November 2023

Stefan Kulas

1. https://www.ifo.de/fakten/2023-09-28/gemeinschaftsdiagnose-herbst-2023

2. https://www.autohaus.de/nachrichten/werkstatt/bundesinnungsmeister-werkstattgeschaeft-bleibt-2023-stabil-3332044

3. Hans-Böckler-Stiftung, Nr. 223, August 2021, Branchenanalyse Kraftfahrzeuggewerbe ebenso Automobile Wert-schöpfung 20230/20250, Studie im Auftrag es Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

4. https://de.statista.com/themen/2210/kfz-service/:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/248339/umfrage/prognose-zumumsatz-im-kfz-gewerbe-in-deutschland/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/13266/umfrage/umsatz-im-kfzgewerbe-in-deutschland/

5. https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugbestand/2023/pm08_fz_bestand_pm_komplett.html

6. https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugbestand/2023/pm08_fz_bestand_pm_komplett.html

7. https://de.statista.com/themen/2210/kfz-service/

8. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/39415/umfrage/wartungsaufwand-pro-pkw-in-deutschland/

9. Hans-Böckler-Stiftung, Nr. 223, August 2021, Branchenanalyse Kraftfahrzeuggewerbe

10. Vgl. Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Pressemitteilung vom 18. Oktober 2018 "E-Mobilität beeinflusst After Sales bis 2025 nur unwesentlich"

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit bei der pitstop.de GmbH

Zum 6. Juli 2017 ist das Entgelttransparenzgesetz in Kraft getreten, welches zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern dient. Es ist für Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten verpflichtend anzuwenden. Somit ist gemäß der §§ 264 und 289 HGB ein Bericht zu Gleichstellung und Entgeltgleichheit zu erstellen. In diesem Bericht sollen Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Maßnahmen zur Herstellung der Entgeltgleichheit für Frauen und Männer dargestellt werden.

Seit dem 1. Januar 2020 besteht bei der pitstop.de GmbH zudem eine Gesamtbetriebsvereinbarung zur Vergütung, die dafür Sorge trägt, dass sämtliche Entgeltleistungen transparent und vergleichbar sind.

Der Bericht beinhaltet nach Geschlecht aufgeschlüsselte Angaben zur durchschnittlichen Gesamtzahl der Beschäftigten sowie zur durchschnittlichen Zahl der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten.

Maßnahmen zur Förderung von Gleichstellung

Bei der pitstop.de GmbH ist die Vielfalt der Mitarbeiter selbstverständlich, unabhängig von Nationalität, Geschlecht, religiöser und politischer Gesinnung, sexueller Orientierung, Alter oder möglicher Behinderung.

Die Anerkennung und Wertschätzung jedes einzelnen Mitarbeiters bietet Chancengleichheit für alle. Es sind viele Mitarbeiter unterschiedlicher Nationalitäten in unserem Unternehmen tätig.

In den Filialen sind weibliche Mitarbeiter unterrepräsentiert, insbesondere weil der Beruf des Kfz-Mechanikers nur von unter 2 % von Frauen erlernt wird. Von den 1.239 Mitarbeitern waren im Geschäftsjahr 2022/2023 nur 59 weiblich, was einer Quote von 4,8 % entspricht. In leitenden Funktionen im Unternehmen waren 14 Frauen tätig.

Amtsgericht Duisburg, HRB 36013

Bilanz zum 30. September 2023

Aktivseite

Vorjahr
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Nutzungs- und Mietrechte 114.540,00 152.096,00
2. Entgeltlich erworbene Software 1.111.544,00 1.339.536,00
1.226.084,00 1.491.632,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 610.008,00 538.622,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.984.416,00 6.420.129,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.587.260,70 3.395.101,90
4. Geleistete Anzahlungen 9.632,74 61.744,13
11.191.317,44 10.415.597,03
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 2.500,00 2.500,00
12.419.901,44 11.909.729,03
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren 4.815.230,41 4.411.647,05
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.604.422,47 1.421.513,18
2. Forderungen gegen Gesellschafter 46.475,28 42.360,56
3. Sonstige Vermögensgegenstände 4.623.623,09 4.770.023,56
6.274.520,84 6.233.897,30
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 9.545.616,65 4.819.821,84
20.635.367,90 15.465.366,19
C. Rechnungsabgrenzungsposten 644.709,15 463.462,65
33.699.978,49 27.838.557,87

Passivseite

Vorjahr
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Bilanzgewinn 6.860.813,63 3.759.974,26
III. Genussrechtskapital 3.986.005,54 3.986.005,54
10.871.819,17 7.770.979,80
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 2.719.535,74 1.514.754,10
2. Sonstige Rückstellungen 3.308.563,09 2.864.422,71
6.028.098,83 4.379.176,81
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.800.000,00 4.400.000,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 775.384,97 717.856,85
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.924.389,69 8.817.463,00
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.428.485,94 1.231.971,49
davon aus Steuern 757.936,55 EUR (Vorjahr 538.093,20 EUR)
15.928.260,60 15.167.291,34
D. Rechnungsabgrenzungsposten 354.420,89 465.522,92
E. Passive latente Steuern 517.379,00 55.587,00
33.699.978,49 27.838.557,87

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023

Vorjahr
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 124.621.436,75 118.008.876,83
2. Sonstige betriebliche Erträge 412.572,52 238.448,70
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Waren -39.236.481,55 -38.285.490,99
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -40.682.823,88 -38.824.447,69
b) Soziale Abgaben -8.542.324,59 -8.323.027,21
-49.225.148,47 -47.147.474,90
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -2.265.674,18 -2.132.732,54
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -28.895.609,07 -27.380.364,50
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 59.659,63 18.879,45
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -104.785,08 -154.251,55
davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen 8.818,15 EUR (Vorjahr 9.572,17 EUR)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.012.957,97 -1.226.783,80
davon laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag 1.551.165,97 EUR (Vorjahr 1.255.510,80 EUR)
davon latente Steuern 461.792,00 EUR (Vorjahr -28.727,00 EUR)
10. Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss 3.353.012,58 1.939.106,70
11. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 3.759.974,26 2.036.605,16
12. Ausschüttung an den Genussrechtsinhaber -252.173,21 -215.737,60
13. Gewinnvortrag 3.507.801,05 1.820.867,56
14. Bilanzgewinn 6.860.813,63 3.759.974,26

Anhang für das Geschäftsjahr 2022/2023

I. Wesentliche Bewertungsgrundlagen

Die pitstop.de GmbH hat ihren Jahresabschluss unter Beachtung der für große, nicht kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften aufgestellt. Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren.

Die pitstop.de GmbH hat ihren Sitz in Mülheim an der Ruhr und wird beim Amtsgericht Duisburg unter HRB 36013 geführt.

Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Oktober eines Jahres bis zum 30. September des Folgejahres.

Die folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Abschlusses für das Geschäftsjahr zum 30. September 2023 entsprechen den handelsrechtlichen Vorschriften:

Die Bewertung erfolgt unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Die Gegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, bilanziert.

Die (linearen) Abschreibungen orientieren sich - soweit handelsrechtlich zulässig - an den steuerlichen Vorgaben zu Nutzungsdauern. Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis zu 1.000,00 EUR (geringwertige Wirtschaftsgüter) werden entsprechend der steuerlichen Regelung nach § 6 Absatz 2a EStG in zwei Gruppen unterteilt. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 250,00 EUR werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten über 250,00 EUR bis zu 1.000,00 EUR werden in einen Sammelposten eingestellt. Der Sammelposten wird im Jahr der Anschaffung sowie in den vier weiteren Jahren zu je einem Fünftel aufgelöst. Die Auflösung des Sammelpostens erfolgt unabhängig von der tatsächlichen Nutzungsdauer sowie von Abgängen innerhalb der fünf Jahre.

Folgende Nutzungsdauern werden unterstellt:

- Software 5 Jahre
- Bauten auf fremden Grundstücken Laufzeit des Mietvertrages zzgl. Verlängerungsoption
- Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 14 Jahre
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15 Jahre

Für den Werkzeugbestand ist gemäß § 240 Abs. 3 HGB ein Festwert angesetzt worden.

Die Bewertung der Waren baut auf dem Mengengerüst des neuen Warenwirtschaftssystems auf. Die Bewertung erfolgt auf Basis der Anschaffungskosten. Teilwertabschreibungen wurden zum 30. September 2023 in Höhe von 3 % (Vorjahr 3 %) vorgenommen.

Die Forderungen sind zum Nominalbetrag abzüglich Einzelwertberichtigungen bewertet. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge in Form von pauschalen Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nominalwerten angesetzt. Wertberichtigungen sind, soweit erforderlich, gebildet worden.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurde für verschiedene Ausgaben vor dem Abschlussstichtag gebildet, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Steuerlatenzen sind im Jahresabschluss berücksichtigt worden. Es bestehen zum Bilanzstichtag sowohl aktive als auch passive latente Steuern, die auf temporären Differenzen zwischen der Handels- und Steuerbilanz - insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Wertansätze bei den Rückstellungen für Drohverluste und Rückbauverpflichtungen sowie Abweichungen im Bereich des Sachanlagevermögens - beruhen. Im Saldo ergibt sich ein passivierungspflichtiger Überhang der passiven latenten Steuern. Für die Berechnung der latenten Steuern wird ein Körperschaftsteuersatz in Höhe von 15,83 % und ein Gewerbesteuersatz in Höhe von 15,40 % zugrunde gelegt. Zum Bilanzstichtag wurden passive latente Steuern in Höhe von 517.379,00 EUR bilanziert (Vorjahr 55.587,00 EUR).

Rückstellungen werden auf der Grundlage von Verträgen, unternehmensinternen Aufzeichnungen oder Berechnungen sowie Schätzungen nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in der Höhe gebildet, in der mit einer zukünftigen wirtschaftlichen Belastung der Gesellschaft gerechnet werden muss (notwendiger Erfüllungsbetrag). Rückstellungen für Mietunterdeckungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre entsprechend § 252 Abs. 3 Satz 1 HGB abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag bewertet.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten wurde für Einnahmen vor dem Abschlussstichtag gebildet, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

II. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

1. Bilanz

a) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2022/2023 ist im Anlagenspiegel, auf der letzten Seite dieses Anhangs, dargestellt.

b) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Darlehensforderungen in Höhe von 1.337 TEUR (Vorjahr 1.317 TEUR) sowie Forderungen aus geleisteten Kautionen in Höhe von 120 TEUR (Vorjahr 20 TEUR) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Die Restlaufzeiten der übrigen in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen liegen unter einem Jahr.

c) Genussrechtskapital

Die Gesellschaft hat Genussrechte ausgegeben, die von der Immobilien-Treuhand Schifferstraße GmbH gezeichnet wurden. Der Nominalbetrag des Genussrechts im Zeitpunkt der Ausgabe betrug 10.000.000,00 EUR. Nach den Genussrechtsbedingungen erfolgt eine vorrangige Verlustbeteiligung des Genussrechts am Jahresfehlbetrag (vor Stammkapital und sonstigem Eigenkapital). Dem Genussrechtsinhaber wurde das Recht eingeräumt, das Genussrecht bis zum ursprünglichen Nominalbetrag wieder aufzufüllen, soweit dieses wegen der Verlustbeteiligung verringert ist; von diesem Recht hat der Genussrechtsinhaber keinen Gebrauch gemacht.

Das Genussrecht erfüllt die Kriterien für einen Ausweis als handelsrechtliches Eigenkapital.

d) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Personalrückstellungen (1.947 TEUR, Vorjahr 1.764 TEUR) sowie Rückstellungen für Mietunterdeckungen 51 TEUR, Vorjahr 58 TEUR) und Rückbauverpflichtungen 425 TEUR, Vorjahr 403 TEUR).

e) Verbindlichkeiten

Über die Fälligkeiten der Verbindlichkeiten gibt die nachstehende Tabelle Auskunft:

davon mit einer Restlaufzeit von davon mit einer Restlaufzeit von davon mit einer Restlaufzeit von
Gesamtbetrag 30.09.2023 (30.09.2022) bis zu einem Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.800.000,00 1.600.000,00 1.200.000,00 0,00
(4.400.000,00) (1.600.000,00) (2.800.000,00) (0,00)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 775.384,97 775.384,97 0,00 0,00
(717.856,85) (717.856,85) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.924.389,69 10.924.389,69 0,00 0,00
(8.817.463,00) (8.817.463,00) (0,00) (0,00)
Sonstige Verbindlichkeiten 1.428.485,94 1.428.485,94 0,00 0,00
(1.231.971,49) (1.231.971,49) (0,00) (0,00)
davon aus Steuern 757.936,55
(538.093,20)
Gesamt 15.928.260,60 14.728.260,60 1.200.000,00 0,00
(15.167.291,34) (12.367.291,34) (2.800.000,00) (0,00)

f) Passive Rechnungsabgrenzung

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft mit 334 TEUR Werbekostenzuschüsse sowie mit 21 TEUR Fördergelder zur Förderung der Elektromobilität. Der sogenannte Umweltbonus wird über die Laufzeit der Leasingverhältnisse aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2022/2023 betrug der Auflösungsbetrag 121 TEUR in der Gewinn- und Verlustrechnung.

2. Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse wurden im Inland sowie in geringem Maße mit im Ausland ansässigen Unternehmen und Personen erzielt. Wesentlich sind die Umsatzerlöse mit Reifen sowie Brems- und Fahrwerkstechnik. Zunehmende Bedeutung erlangt der Absatz von Ersatzteilen und Dienstleistungen mittels Internet.

Die Entwicklung einzelner Produktgruppen unterliegt saisonalen Schwankungen, in den typischen Reifenwechselzeiten Frühjahr und Herbst werden absolut betrachtet die höchsten Umsätze erzielt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/2023 ist der Umsatz insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,6 % gewachsen.

In den Warengruppen Reifen konnte Umsatzzuwachs aufgrund gestiegener Preise erreicht werden. Ebenso ist es gelungen, über die Steigerung der Inspektionszahlen und dem damit im Zusammenhang stehenden Bedarf an den jeweils erforderlichen typischen Wartungsprodukten, den Umsatz mit Produkten z. B. wie Öl und Filtertechnik zu steigern.

Umsätze mit Flottenkunden wuchsen gegenüber dem Vorjahr über 17 % an.

III. Sonstige Angaben

a) Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB

Am Abschlussstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften in Höhe von 75 TEUR (Vorjahr 75 TEUR) sowie aus der Haftung für fremde Verbindlichkeiten in Höhe von 11 TEUR (Vorjahr 11 TEUR).

Die Gesellschaft geht Haftungsverhältnisse nur nach Abwägung aller Risiken und nur in Zusammenhang mit der eigenen Geschäftstätigkeit ein. Bis zum Aufstellungszeitpunkt lagen der Gesellschaft keine Erkenntnisse über Haftungsinanspruchnahmen vor. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen wird als nicht wahrscheinlich eingeschätzt.

b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen resultieren Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 61.898 TEUR (Vorjahr 66.454 TEUR).

Weitere Verpflichtungen bestehen in einem Bestellobligo in Höhe von 70 TEUR.

c) Geschäftsführung

Die Gesellschaft hat einen Geschäftsführer:

Stefan Kulas, Rechtsanwalt und Steuerberater (einzelvertretungsberechtigt).

Von der Befreiung gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird Gebrauch gemacht.

d) Honorare des Abschlussprüfers

Das Abschlussprüferhonorar betrug im Geschäftsjahr 2022/2023 33.000,00 EUR. Steuerberatungsleistungen fielen in Höhe von 23.958,53 EUR an. Sonstige Leistungen betrugen 330,00 EUR.

e) Anzahl der Arbeitnehmer

Zum 30. September 2023 wurden im Durchschnitt 1.218 Arbeitnehmer (1.198 Vollzeitkräfte und 20 Teilzeitkräfte) beschäftigt.

f) Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, dass Ergebnis des Geschäftsjahres 2022/2023 auf neue Rechnung vorzutragen.

g) Nachtragsbericht

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag über die in einem Nachtragsbericht zu berichten wäre, haben sich nicht ereignet.

 

Mülheim an der Ruhr, den 17. November 2023

Stefan Kulas

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Wert 01.10.2022 Zugänge Abgänge Wert 30.09.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Nutzungs- und Mietrechte 484.089,31 0,00 0,00 484.089,31
2. Entgeltlich erworbene Software 2.476.540,85 0,00 51,48 2.476.489,37
2.960.630,16 0,00 51,48 2.960.578,68
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.038.525,22 235.290,06 4.751,08 3.269.064,20
2. Technische Anlagen und Maschinen 11.074.963,89 1.761.510,04 206.926,95 12.629.546,98
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.146.528,04 915.042,88 85.603,36 7.975.967,56
4. Geleistete Anzahlungen 61.744,13 9.632,74 61.744,13 9.632,74
21.321.761,28 2.921.475,72 359.025,52 23.884.211,48
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 2.500,00 0,00 0,00 2.500,00
24.284.891,44 2.921.475,72 359.077,00 26.847.290,16
Abschreibungen
Wert 01.10.2022 Zugänge Abgänge Wert 30.09.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Nutzungs- und Mietrechte 331.993,31 37.556,00 0,00 369.549,31
2. Entgeltlich erworbene Software 1.137.004,85 227.992,00 51,48 1.364.945,37
1.468.998,16 265.548,00 51,48 1.734.494,68
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.499.903,22 163.446,06 4.293,08 2.659.056,20
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.654.834,89 1.135.694,04 145.397,95 5.645.130,98
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.751.426,14 671.720,78 34.440,06 4.388.706,86
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00
10.906.164,25 1.970.860,88 184.131,09 12.692.894,04
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
12.375.162,41 2.236.408,88 184.182,57 14.427.388,72
Bilanzwerte
30.09.2023 01.10.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Nutzungs- und Mietrechte 114.540,00 152.096,00
2. Entgeltlich erworbene Software 1.111.544,00 1.339.536,00
1.226.084,00 1.491.632,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 610.008,00 538.622,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.984.416,00 6.420.129,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.587.260,70 3.395.101,90
4. Geleistete Anzahlungen 9.632,74 61.744,13
11.191.317,44 10.415.597,03
III. Finanzanlagen
Beteiligungen 2.500,00 2.500,00
12.419.901,44 11.909.729,03

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die pitstop.de GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der pitstop.de GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der pitstop.de GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensfortführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Duisburg, den 17. November 2023

PKF Fasselt
Partnerschaft mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Rechtsanwälte

Müller-Kemler, Wirtschaftsprüfer

Blaskiewicz, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 30. September 2023 ist in der Gesellschafterversammlung vom 31. Januar 2024 festgestellt worden.

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