R² Management GmbH
Ettlinger Straße 30, 76307 Karlsbad, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Moritz Shiva Ritter seit 22.3.2022 | Geschäftsführer |
Tim Benjamin Hoppe seit 22.3.2022 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
R² Holding KG | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
R² Holding GmbH & Co. KG (vormals: R² Holding KG)KarlsbadKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die R 2 Holding GmbH & Co. KG (vormals: R 2 Holding KG), Karlsbad Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der R 2 Holding GmbH & Co. KG (vormals: R 2 Holding KG), Karlsbad, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der R 2 Holding GmbH & Co. KG (vormals: R 2 Holding KG), Karlsbad, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 15. Mai 2023 Ebner
Stolz GmbH & Co. KG
Dr. Christoph Eppinger, Wirtschaftsprüfer Ingo Reinelt,Wirtschaftsprüfer Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2022
Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Konzerneigenkapitalspiegel im Geschäftsjahr 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20221. Allgemeine Grundsätze Das Mutterunternehmen ist die R 2 Holding GmbH & Co. KG (vormals: R 2 Holding KG) mit Sitz in Karlsbad. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter der Nummer HRA 706689 eingetragen. Mit Ausscheiden der haftenden natürlichen Person besteht mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 die Pflicht zur Aufstellung des Konzernabschlusses nach HGB. Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der R 2 Holding GmbH & Co. KG wurde entsprechend gemäß den §§ 290 bis 315 HGB (Vj. PublG) aufgestellt. Als Folge stellt der Konzern erstmalig einen Konzerneigenkapitalspiegel sowie eine Konzernkapitalflussrechnung auf. Die Konzernrechnungslegungspflicht ist erstmalig zum 31. Dezember 2018 aufgrund einer Transaktion unter gemeinsamer Beherrschung entstanden. Die Erstkonsolidierung ist daher auf den jeweiligen historischen Zeitpunkt der Gründung respektive des Erwerbs der Gesellschaften erfolgt. Das Reinvermögen wurde mit den jeweiligen Buchwerten fortgeführt. Eine Neubewertung ist nicht erfolgt. Der Konzernabschluss der R 2 Holding GmbH & Co. KG wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen Angaben in Tausend Euro. Die Beträge sind jeweils kaufmännisch gerundet. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der R 2 Holding GmbH & Co. KG einbezogenen Unternehmen wurden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen und auf den Stichtag des Jahresabschlusses der R 2 Holding GmbH & Co. KG erstellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke im Anhang gemacht. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Angaben zum Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden die R 2 Holding GmbH & Co. KG, Karlsbad (Muttergesellschaft), 15 weitere inländische und 11 ausländische Tochterunternehmen einbezogen. Die konsolidierten Gesellschaften sind aus der Aufstellung des Anteilsbesitzes ersichtlich. Im Geschäftsjahr wurden folgende Gesellschaften im Rahmen der Vollkonsolidierung neu in den Konsolidierungskreis aufgenommen: 1. Ritter Regenerativ GmbH, Karlsbad, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim unter Nummer HRB 746702. Die Erstkonsolidierung wurde auf den Erwerbszeitpunkt zum 15. Oktober 2022 durchgeführt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung hat sich ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 1.877 ergeben. Dieser ist vollständig als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und wird wegen der voraussichtlichen Anlagenlaufzeit der Windkraftanlagen über einen Zeitraum von 20 Jahren abgeschrieben. Der Restbuchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes beträgt zum 31.12.2022 TEUR 1.854. 2. Halde 435 GmbH (ab 13.01.2023: TM Verwaltungs GmbH), Karlsbad, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim unter Nummer HRB 745972. Die Erstkonsolidierung wurde auf den Erwerbszeitpunkt zum 14. Dezember 2022 durchgeführt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung ergab sich ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 3. Dieser ist vollständig als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und wird über einen Zeitraum von einem Jahr abgeschrieben. Der Restbuchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes beträgt zum 31.12.2022 TEUR 0. 3. R 2 Management GmbH, Karlsbad, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichtes Mannheim unter Nummer HRB 743374. Die Erstkonsolidierung wurde auf den Zeitpunkt der Unternehmensgründung zum 21. Februar 2022 durchgeführt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung ergab sich kein Unterschiedsbetrag. Die Gesellschaft Hanusa Chile S.A. (Kapitalanteil: 50%) wurde erstmalig zum 1. Januar 2017 nach der Equity-Methode bilanziert, da ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik gemäß § 311 Abs. 1 HGB bestand. Aus dem erstmaligen Ansatz hat sich ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 1.674 ergeben. Dieser entfiel in Höhe von TEUR 939 auf einen Geschäfts- oder Firmenwert. Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 beträgt dieser TEUR 376 (Vj. TEUR 470). Die Gesellschaften DK Konfekture K/S, Herlev/Dänemark, und DK Konfekture Verwaltungsgesellschaft mbH ApS, Herlev/Dänemark, werden nicht nach der Equity_Methode einbezogen, da sie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind (§ 311 Abs. 2 HGB). Die Beteiligungsbuchwerte werden unter den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Konsolidierungsmethoden Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt, die denen des Mutterunternehmens entsprechen. Hierzu werden die nach landesspezifischen Vorschriften erstellten Abschlüsse an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze angepasst, soweit sie nicht den HGB-Grundsätzen entsprechen und die Bewertungsabweichungen wesentlich sind. Die Erstkonsolidierung ist auf den jeweiligen historischen Zeitpunkt der Gründung oder des Erwerbs der Tochtergesellschaft erfolgt. Die Kapitalkonsolidierung für Gesellschaften oder für zugekaufte Kapitalanteile, die vor dem 1. Januar 2010 erstmals konsolidiert wurden, wurde nach der Buchwertmethode zum Erwerbszeitpunkt oder zum Zeitpunkt der erstmaligen Konsolidierung vorgenommen. Die zu aktivierenden Beträge wurden dabei soweit wie möglich den betreffenden Aktivposten zugeordnet. Aktive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung wurden innerhalb des Eigenkapitals/der Gewinnrücklagen erfasst. Passive Unterschiedsbeträge haben Eigenkapitalcharakter und wurden daher mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die aufgrund eines (Zu-)Erwerbs nach dem 1. Januar 2010 erstmals konsolidiert wurden, wurde nach der Neubewertungsmethode zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist, vorgenommen. Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Grundsätzlich wird ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Wird ein Unternehmen erstkonsolidiert, das zuvor aufgrund eines Einbeziehungswahlrechts nicht konsolidiert wurde, und entsteht aufgrund thesaurierter Gewinne zwischen Erwerbs- und Erstkonsolidierungszeitpunkt der Tochtergesellschaft ein passiver Unterschiedsbetrag, so wird dieser "technische" passive Unterschiedsbetrag erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen des Konzerns eingestellt. Der für die Bestimmung des Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten und der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Bei Tochterunternehmen, auf deren Einbeziehung bisher gemäß § 296 HGB verzichtet worden war, ist der Zeitpunkt der Einbeziehung des Tochterunternehmens in den Konzernabschluss maßgeblich. In der Konzernbilanz werden die Vorräte aus konzerninternen Bezügen zu Konzernherstellungskosten angesetzt, das Niederstwertprinzip wird beachtet. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen sind aufgerechnet, aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen stammende Zwischenergebnisse sind eliminiert, ebenso Aufwendungen und Erträge zwischen einbezogenen Unternehmen. Bei ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen sind für Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, latente Steuern berücksichtigt. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Für die Aufstellung des Konzernabschlusses sind die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unverändert zum Vorjahr maßgebend. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (Nutzungsdauer zwischen 3 bis 15 Jahre, lineare Methode) vermindert. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. In den Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Die in 2008 und ab 2010 neu angeschafften beweglichen Wirtschaftsgüter werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als € 250,00 bis € 1.000,00, die nach dem 31. Dezember 2017 angeschafft worden sind, wurde der jährlich steuerlich zu bildende Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen und pauschalierend jeweils 20 % p. a. im Zugangsjahr und den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Ausländische Gesellschaften schreiben grundsätzlich linear ab. Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Wertpapiere zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Assoziierte Unternehmen im Sinne des § 311 HGB, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausgeübt werden kann, werden gemäß § 312 Abs. 1 i. V. m. Abs. 4 HGB mit den fortgeführten Buchwerten bewertet. Der Wertansatz der Beteiligung und der Unterschiedsbetrag sind auf der Grundlage der Wertansätze zu dem Zeitpunkt ermittelt worden, zu dem das Unternehmen assoziiertes Unternehmen geworden ist. Bei den assoziierten Unternehmen wurden teilweise abweichende Bewertungsmethoden angewandt. Auf eine Anpassung der für die Equity-Bewertung zu Grunde gelegten Jahresabschlüsse an eine konzerneinheitliche Bewertung wurde verzichtet. Auf eine Zwischenerfolgseliminierung im Rahmen der Equity-Bewertung wurde verzichtet, da die für die Beurteilung maßgeblichen Sachverhalte nicht zugänglich sind. Die fortgeführten Buchwerte der assoziierten Unternehmen übersteigen das anteilige Eigenkapital der assoziierten Unternehmen zum Bilanzstichtag um TEUR 1.415. Die in den Beteiligungsansätzen enthaltenen Geschäfts- und Firmenwerte betragen zum Bilanzstichtag TEUR 376. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Bei fertigen Erzeugnissen wurden Fremdkapitalzinsen nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten und einen angemessenen Gewinn vorgenommen. Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für Verluste aus Liefer- und Abnahmeverpflichtungen werden in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Bewertungseinheiten wurden gemäß § 254 HGB für schwebende Festpreisbeschaffungskontrakte zum physischen Bezug unterschiedlicher Rohstoffe mit Lieferzeitraum 2023 und 2024 gebildet. Zudem wurden Kakaokontrakte für den Zeitraum 2023 bis 2024 abgeschlossen. Beim abgesicherten Risiko handelt es sich um das Commodity-Preisänderungsrisiko. Bewertungseinheiten werden für die Kontrakte gebildet, für die ansonsten aufgrund gesunkener Wiederbeschaffungskosten eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden gewesen wäre. Sofern die fixierten Preise der Beschaffungskontrakte, die in die Herstellungskosten mit einfließen, nicht zu einem negativen Planergebnis in 2023 und 2024 führen, sind die aus dem abgesicherten Festpreisrisiko und den Wiederbeschaffungskosten für den Absicherungszeitraum resultierenden Verlustüberhänge weder in der Konzernbilanz noch in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen (Einfrierungsmethode). Weiterhin werden Bewertungseinheiten im Hinblick auf das Fremdwährungsrisiko aus kontrahierten und geplanten Beschaffungsgeschäften, aus schwebenden Forderungsgeschäften sowie für geplante Abnahmeverpflichtungen gebildet. Als Sicherungsinstrumente sind die im Rahmen des betrieblichen Risikomanagements eingesetzten Fremdwährungsderivate designiert. Es wird die Einfrierungsmethode angewendet. Eine Bewertungseinheit wird zudem hinsichtlich des Börsenpreisrisikos für Kakao aus schwebenden Kakaoeinkaufsgeschäften in Nicaragua gebildet. Wie bereits in den Vorjahren wurden 2022 aufgrund des für das Unternehmen sehr guten Kakaobörsenpreises physische Kontrakte (Kakaomasse Westafrika und Kakaobutter) einerseits und Rohwarenswaps andererseits mittelfristig, d. h. für den Zeitraum bis 2024 als Preisabsicherung Kakao eingesetzt (Strategie: Absicherung 19+). Es wird die Einfrierungsmethode angewendet. Darüber hinaus wurden in 2022 ebenfalls aufgrund des sehr guten Zuckerbörsenpreises Rohwarenswaps auf Rohzucker bis in das Jahr 2025 abgeschlossen, um potenzielle Preisänderungsrisiken in der Beschaffung physischer Kontrakte zu minimieren (Strategie: Absicherung 21+). Es wird ebenfalls die Einfrierungsmethode angewendet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Es wurde das Projected Unit Credit-Verfahren (PUC-Verfahren) angewendet. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,78% (Vj. 1,87%) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 3,0% (Vj. 2,5%) und erwartete Rentensteigerungen mit 1,5% (Vj. 1,5%) berücksichtigt. Die Fluktuation wurde mit einer Rate von 8,28% (Vj. 5,88%) berücksichtigt. Unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wird der sich aus der Änderung der Rückstellungsbilanzierung nach §§ 249 Abs. 1 Satz 1, 253 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 HGB durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ergebende Zuführungsbetrag über den Höchstzeitraum von 15 Jahren verteilt. Aus der Umstellung war für den Bilanzposition Pensionen und ähnliche Verpflichtungen insgesamt eine Zuführung in Höhe von 3,2 Mio. EUR erforderlich, die bis spätestens 31. Dezember 2024 mit mindestens einem Fünfzehntel pro Kalenderjahr angesammelt wird. Der noch in künftigen Perioden anzusammelnde Fehlbetrag gemäß Art. 67 Abs. 2 EGHGB beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 425. Kongruent rückgedeckte Altersversorgungszusagen, deren Höhe sich somit ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs bestimmt, sind mit diesem bewertet, soweit er den garantierten Mindestbetrag (diskontierter Erfüllungsbetrag der Garantieleistung) übersteigt. Eine Rückdeckungsversicherung ist als kongruent zu bezeichnen, wenn die aus ihr resultierenden Zahlungen sowohl hinsichtlich der Höhe als auch hinsichtlich der Zeitpunkte mit den Zahlungen an den Versorgungsberechtigten deckungsgleich sind. Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem sog. geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zzgl. eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. Überschussbeteiligung). Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Soweit die zugrunde liegenden Verpflichtungen einen Zinsanteil enthalten oder eine Rentenverpflichtung ohne Gegenleistung darstellen, wurden die Rückstellungen zum Barwert mit einem Zinsfuß von 1,78% bzw. 1,44% (Vj. 1,87% bzw. 1,35%) angesetzt. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen. Währungsumrechnung Die funktionale Währung des Konzerns ist Euro. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die Aktiv- und Passivposten der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse wurden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals nach den Rücklagen unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Die Davon-Vermerke der Währungsumrechnung im Konzernanhang enthalten realisierte und unrealisierte Währungsdifferenzen. 3. Erläuterungen zur Konzernbilanz Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Die Kapitalkonsolidierung der im Jahr 2017 erworbenen Anteile an der SCEA de la Caussade, Palleville, La Caussade, Frankreich, führte zu einem als Geschäfts- oder Firmenwert aktivierten Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 423. Dieser wird über eine erwartete Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. In Anbetracht der strategisch langfristig angelegten Investition ist die Nutzungsdauer angemessen. Anteilsbesitzliste
Die Ritter Agrar Beteiligungen GmbH und die Alfred Ritter GmbH & Co. KG machen ab dem Geschäftsjahr 2022 von den Befreiungsvorschriften nach § 291 HGB gebraucht, weshalb für diese beiden Teilkonzerne keine (Teil-)Konzernabschlüsse mehr aufgestellt werden. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben - bzw. hatten im Vorjahr - eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Eigenkapital Das Eigenkapital beträgt zum Stichtag TEUR 212.181 (Vj. TEUR 126.658). Hierin enthalten sind Kapitalanteile von TEUR 52.000 (Vj. TEUR 15.000) sowie Rücklagen in Höhe von TEUR 157.627 (Vj. TEUR 110.469). Die Rücklagen enthalten eine gesamthänderisch gebundene Rücklage der Muttergesellschaft in Höhe von TEUR 87.802 (Vj. TEUR 51.802), erwirtschaftete Ergebnisse der konsolidierten Tochtergesellschaften, aufgedeckte stille Reserven aus Erstkonsolidierung sowie verrechnete Unterschiedsbeträge aus Kapitalkonsolidierungen vor dem 1. Januar 2010. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des zehnjährigen und des siebenjährigen Durchschnittszinssatzes beläuft sich auf TEUR 1.871. Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:
Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Altersteilzeitverpflichtungen, Kundenboni, Langzeitkonten, ausstehende Lieferantenrechnungen, Urlaubsansprüche und Sondervergütungen gebildet. Verbindlichkeiten
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind TEUR 18.931 durch Grundpfandrechte und zusätzlich TEUR 750 per verpfändeten Sichteinlagen bei Kreditinstituten besichert. Darüber hinaus sind TEUR 3.550 cash-flow-besichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen Gesellschafterdarlehen. Latente Steuern Die aktiven latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen ergeben sich im Rahmen der Zwischenergebniseliminierung von Vorratsbeständen. Die passiven latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen ergeben sich im Rahmen der Schuldenkonsolidierung. Die Steuersätze bewegen sich in einer Bandbreite zwischen 12 % und 25 %. Entwicklung der latenten Steuern
Im Geschäftsjahr 2021 ergaben sich passive latente Steuern i. H. v. TEUR 572. Im Geschäftsjahr 2022 ergaben sich aktive latente Steuern i. H. v. TEUR 407. 4. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse nach geografisch bestimmten Märkten
Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 5.165 (Vj. TEUR 2.337) enthalten. Darin enthalten sind unrealisierte Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 1.210 (Vj. TEUR 967) und realisierte Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 3.955 (Vj. TEUR 1.370) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 685 (Vj. TEUR 2.023). Es handelt sich um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen i. H. v. TEUR 345, Erträge aus Anlageabgängen i. H. v. TEUR 236 sowie übrige periodenfremde Erträge i. H. v. TEUR 104. Personalaufwand Im Posten "Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung" sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von EUR 2.989.322,69 (Vj. EUR 5.004.029,93) enthalten. Abschreibungen Die Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 ist in der Anlage zum Konzernanhang (integraler Bestandteil) dargestellt. Die Abschreibungen enthalten außerplanmäßige Abschreibungen auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau in Höhe von TEUR 1.763 (Vj. TEUR 306). Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung i. H. v. TEUR 3.977 (Vj. TEUR 1.661) enthalten. Dabei betragen die unrealisierten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung TEUR 799 (Vj. TEUR 948) und die realisierten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung TEUR 3.178 (Vj. TEUR 713). Weiterhin beinhalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.230 (Vj. TEUR 154). Diese beinhalten im Wesentlichen Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen i. H. v. TEUR 1.097 sowie Aufwendungen aus der Wertberichtigung auf Forderungen i. H. v. TEUR 76 und übrige periodenfremde Aufwendungen i. H. v. TEUR 57. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Anwendung von Art. 66 und Art. 67 Abs. 1 bis 5 EGHGB (Übergangsvorschriften zum BilMoG) in Höhe von TEUR 212 (Vj. TEUR 212) enthalten. Zinsen und ähnliche Aufwendungen In den übrigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 773 (Vj. TEUR 736) enthalten. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag stellen sich im Berichtsjahr wie folgt dar:
5. Sonstige Angaben Offenlegungserleichterungen Für folgende Gesellschaft wurden die Offenlegungserleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen: Ritter Sport International Holding GmbH, Waldenbuch Administrator Verwaltungsgesellschaft mbH, Waldenbuch Ritter Verwaltungsgesellschaft mbH, Waldenbuch Ritter Schönbuch Management GmbH, Waldenbuch Ritter Markenverwaltungs Gmbh, Waldenbuch Ritter Agrar Beteiligungen GmbH, Waldenbuch Ritter Sport Beteiligungsgesellschaft mbH, Waldenbuch Hang zur Sonne GmbH, Waldenbuch Ritter Schönbuch GmbH, Waldenbuch Ritter Regenerativ GmbH, Karlsbad TM Verwaltungs GmbH, Karlsbad R 2 Management GmbH, Karlsbad Für folgende Gesellschaft wurden die Offenlegungserleichterungen nach § 264b HGB in Anspruch genommen: Alfred Ritter GmbH & Co. KG, Waldenbuch Ritter Sport Markengesellschaft mbH & Co. KG, Waldenbuch Ritter Schönbuch Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG, Waldenbuch Sonstige finanzielle Verpflichtungen Aus Miet- und Leasingvereinbarungen ergeben sich Verpflichtungen in Höhe von TEUR 6.625 (Vj. TEUR 4.150). Das Bestellobligo für Investitionen in das Sachanlagevermögen beträgt TEUR 1.426 (Vj. TEUR 4.255). Aus sonstigen Vereinbarungen ergeben sich Verpflichtungen in Höhe von TEUR 6.119 (TEUR 3.211). Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten nach § 254 HGB Derivative Finanzinstrumente werden einerseits zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos in britischen Pfund (GBP), in US-Dollar (USD) und in Türkischer Lira (TRY) eingesetzt. Andererseits dienen Rohstoffderivate zur Absicherung des Kakaobohnenbörsenpreises für den Kakaobezug in Nicaragua und für die Beschaffung der Kakaomasse und Kakaobutter (Absicherung 19+) sowie für die Beschaffung von Zucker (Absicherung 21+). Das Fremdwährungsrisiko resultiert aus kontrahierten und geplanten Beschaffungsgeschäften für Rohstoffe in Fremdwährung. Alfred Ritter GmbH + Co. KG
000 Ritter Schokolad
Die Optionsprämien in Höhe von TEUR 154 sind unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen. Bei den strukturierten Devisentermingeschäften handelt es sich um klassische Termingeschäfte mit einer zusätzlich gekauften Option, die eine Partizipationsmöglichkeit an einem bestimmten Kursverlauf bis zu einer bestimmten Grenze am Fälligkeitszeitpunkt ermöglicht. Der Sicherungscharakter entspricht dem eines Devisentermingeschäftes. Des Weiteren wurden Rohwarenswaps zur Absicherung des Börsenpreises Kakaobohne für den Kakaoeinkauf in Nicaragua in USD sowie Rohwarenswaps Kakaobohne in GBP und Rohzucker in USD für die Absicherung des zukünftigen Einkaufs von Kakaomasse und Kakaobutter sowie Zucker (Strategien: Absicherung 19+ und Absicherung 21+) abgeschlossen. Die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente werden durch geeignete Bewertungsmethoden anhand von Marktdaten ermittelt. Für Zwecke der in der obigen Tabelle angegebenen Marktwerte werden die Bestätigungen der Banken als Grundlage herangezogen. Bei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um Devisentermingeschäfte, strukturierte Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen auf GBP, auf USD und auf TRY und Rohwarenswaps auf Kakaobohnen und Rohzucker. Die gemäß der Risikosteuerungspolitik der Gesellschaft eingegangenen ökonomischen Sicherungsbeziehungen für Fremdwährungsrisiken werden auch handelsrechtlich durch die Bildung von Bewertungseinheiten nachvollzogen. Zur Messung der Effektivität und zur Ermittlung des Betrags der bisherigen Unwirksamkeit wird die Critical-Term-Match-Methode angewendet. Die gegenläufigen Zahlungsströme aus den Grundgeschäften und den Sicherungsbeziehungen gleichen sich im Wesentlichen aus, sodass keine Rückstellung für Bewertungseinheiten passiviert wurde. Der Absicherungszeitraum beträgt zwischen einem Monat bis drei Jahren. Bei den abgesicherten geplanten Beschaffungsgeschäften handelt es sich um hoch wahrscheinlich erwartete Transaktionen zum physischen Bezug von Rohstoffen für die Produktion 2023 bis 2025. Die abgesicherten geplanten Abnahmeverpflichtungen werden in 2023 ebenfalls hoch wahrscheinlich erwartet. Des Weiteren werden Bewertungseinheiten für die Absicherung des Commodity-Preisänderungsrisikos gemäß der Risikosteuerungspolitik der Gesellschaft gebildet. Zum Bilanzstichtag wurden schwebende Festpreisbeschaffungskontrakte zum physischen Bezug unterschiedlicher Rohstoffe für den Lieferzeitraum 2023 und 2024 als Sicherungsinstrumente in einer Portfolio-Bewertungseinheit je Rohstoff-Spezifikation designiert. Grundgeschäfte sind die jeweiligen Rohstoff-Komponenten der geplanten Absatzmenge für 2023. Aufgrund des relativ guten Kakaopreises wurden zudem mittelfristige Kontrakte für die Kakaobutter und Kakaomasse bis 2024 abgeschlossen. Bei den schwebenden Beschaffungskontrakten handelt es sich um bereits kontrahierte Einkäufe von Rohstoffen auf Termin für bestimmte Lieferzeiträume in 2023 und 2024 mit bereits fixierten Preisen bzw. Preiskomponenten. Da es nicht möglich ist, einzelne Beschaffungskontrakte zu einzelnen Absatzmengen zuzuordnen, sind Portfolio-Bewertungseinheiten gebildet worden. Die prospektive und retrospektive Effektivität der Sicherungsbeziehung wird durch den Vergleich der wesentlichen Konditionen von Grund- und Sicherungsgeschäft sichergestellt (Critical Term Match). Es ergeben sich keine Ineffektivitäten aus der Sicherungsbeziehung, sodass keine Rückstellung für Bewertungseinheiten zu bilden ist. Der Absicherungszeitraum beträgt bis zu 24 Monate.
Beim einbezogenen Betrag der Bewertungseinheit zum Commodity-Preisänderungsrisiko handelt es sich um den Nominalbetrag der in der Bewertungseinheit designierten Festpreisbeschaffungskontrakte, der in die Herstellungskosten einfließt. Beim einbezogenen Betrag der Bewertungseinheiten zum Fremdwährungsrisiko handelt es sich um das designierte Fremdwährungsvolumen der Grundgeschäfte in GBP, in USD und in TRY. Bei der Rohwarensicherung handelt es sich um das designierte Kontraktvolumen des Kakaoeinkaufs aus Nicaragua sowie um das zukünftige Kontraktvolumen in Kakaomasse und Kakaobutter sowie um das zukünftige Kontraktvolumen des Zuckereinkaufs. Die Sicherungsbeziehungen wurden formal designiert und schriftlich bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses dokumentiert. Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter Die durchschnittliche Arbeitsnehmeranzahl gliedert sich wie folgt auf:
Angaben zum Honorar des Abschlussprüfers Für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses und der in den Konzernabschluss einbezogenen deutschen Konzernunternehmen wurde in 2022 ein Honorar für Abschlussprüfungsleistungen von TEUR 121 entrichtet. Organe des Mutterunternehmens Die Geschäftsführung obliegt der persönlich haftenden Gesellschafterin, der R 2 Management GmbH, Karlsbad, vertreten durch deren Geschäftsführer Moritz Ritter, Ettlingen (seit 22. März 2022) Tim Hoppe, Reutlingen (seit 22. März 2022) Michael Leßmann, Pliezhausen (seit 9. Mai 2023) Konzernkreis Die R 2 Holding GmbH & Co. KG, Karlsbad, erstellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den kleinsten und den größten Kreis von Unternehmen. Nachtragsbericht Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben. Aufgrund der fortwährend hohen Inflation sowie des weiter anhaltenden Kriegs in der Ukraine könnte es jedoch zu negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in 2023 kommen. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf unsere Ausführung im Konzernlagebericht Kapitel "Ausblick" und "Risiko- und Chancenbericht".
Karlsbad, 12. Mai 2023 R² Management GmbH (persönlich haftende Gesellschafterin), vertreten durch ihre Geschäftsführer Moritz Ritter Tim Hoppe Michael Leßmann Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022A. Grundlagen des Konzerns Überblick über die R 2 Holding GmbH & Co. KG Die R 2 Holding GmbH & Co. KG (nachfolgend: R 2 Holding) mit Sitz in Karlsbad ist die operative Holding der Ritter Sport Gruppe. Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung von der R 2 Holding gehörendem Vermögen, insbesondere das Halten und Verwalten von Beteiligungen an Industrie-, Immobilien- und Handelsunternehmen im eigenen Vermögen. Die Geschäftstätigkeit der Einzelgesellschaften der R 2 Holding erstreckt sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Tafelschokolade, den nachhaltigen Anbau und die Bewirtschaftung von eigenen Kakao- und Haselnussplantagen sowie die konzerninterne Vermietung und Verwaltung von Grundstücken und Gebäuden. Das Herzstück der Gruppe bildet die Schokoladenfabrik im schwäbischen Waldenbuch, deren Kerngeschäft seit der Gründung im Jahr 1912 die Herstellung und der Vertrieb von hochwertiger Tafelschokolade unter dem Markennamen Ritter Sport ist. Das Traditionsunternehmen genießt einen erstklassigen Ruf und ist über zahlreiche Distributionspartner sowie Vertriebsgesellschaften rund um den Globus vertreten. Seit 2021 werden auch Produkte unter dem Markennamen "Amicelli" hergestellt und vertrieben, deren Markenrechte im Jahr 2020 von der Mars GmbH übernommen wurden. Zum Bilanzstichtag werden in der Gruppe weltweit rund 1.800 Mitarbeiter beschäftigt. B. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Der deutsche Tafelschokoladenmarkt ist 2022 im Absatz (- 4,9%) und im Umsatz (-2,5%) gesunken. Der Absatz des bedeutsamen 100g - Segmentes liegt um -4,0% unter dem Vorjahreswert, während der Umsatz um -0,7% geringer als im Jahr 2021 ausfällt. Ritter Sport verliert im hart umkämpften und aktionsgetriebenen deutschen Tafelschokoladenmarkt Marktanteile mengenmäßig (2022: 14,7%; 2021: 15,9%); und wertmäßig (2022: 15,7%; 2021: 16,0%). Die Anteile im 100g-Segment liegen für 2022 mengenmäßig (2022: 19,1%; 2021: 20,9%) und wertmäßig unter dem Vorjahresniveau (2022: 20,0%; 2021: 20,5%). (Quelle: IRi Information Resources GmbH) International konnte Ritter Sport seine Marktanteile in Dänemark (2022: 16,4 %; 2021: 16,0 %), Italien (2022: 7,1 %; 2021: 7,0 %), Großbritannien (2022: 1,6 %; 2021: 1,4 %) und Österreich (2022: 7,7 %; 2021: 7,2) leicht steigern. In Russland (2022: 6,6 %; 2021: 7,0 %) und den Niederlanden (2022: 3,3 %; 2021: 3,7%) sind die Marktanteile leicht rückläufig (Quelle: IRi, Nielsen). Im Hinblick auf die Herkunft eines wesentlichen Bestandteils unserer Produkte - dem Kakao - lässt sich festhalten, dass die Kakaopflanze hauptsächlich in Westafrika, aber auch in Asien und Lateinamerika angebaut wird. Geerntet werden die Kakaobohnen zweimal im Jahr. Hauptlieferant von Rohkakao ist die Elfenbeinküste (Quelle: ICCO Quarterly Bulletin of Cocoa Statistics). Die Erntemenge von Kakaobohnen weltweit wird für das Erntejahr 2022/2023 auf 5,0 Mio. Tonnen geschätzt. (Quelle: ICCO Quarterly Bulletin of Cocoa Statistics). Die Türkei stellt nach wie vor das Land mit der höchsten Haselnussproduktion (ca. 70 % der Weltproduktion) dar. Die ersten Ernteprognosen für die Ernte 2022/2023 lassen auf eine größere Ernte als zur Vorsaison hoffen. Wesentlich für den EUR/kg-Preis ist nach wie vor die weitere Entwicklung der TRY, welche sehr volatil war und wohl auch bleiben könnte. Geschäftsverlauf des Konzerns Der Umsatz des Konzerns lag im Geschäftsjahr bei 561,5 Mio. EUR (Vj. 513,4 EUR). Regional betrachtet lässt sich feststellen, dass der Anteil des Inlandsumsatzes 52,7 % (Vj. 56,0 %) betrug. 17,1 % (Vj. 18,0 %) der Umsätze wurden im europäischen Ausland und 30,2 % (Vj. 26,0 %) in Drittländern getätigt. Für weitere Informationen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Abschnitt "Ertragslage". Ertragslage Die Umsatzerlöse erreichten kumuliert 561,5 Mio. EUR (Vj. 513,4 Mio. EUR), was einer Steigerung von 9,4 % (Vj. Steigerung von 7,7 %) zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der deutsche Inlandsmarkt hat mit mehr als der Hälfte des Gesamtumsatzes eine übergeordnete Bedeutung. Im Inland bleibt der Umsatz weitestgehend unverändert zum Vorjahr (+ 0,2 %). Im Ausland ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 17,6 % gestiegen. Die Gesamtleistung des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr von 521,9 Mio. EUR um 45,4 Mio. EUR auf 567,3 Mio. EUR gestiegen, was vor allem durch den Umsatzanstieg begründen ist. Die aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 5,3 Mio. EUR (Vj. 4,1 Mio. EUR) resultieren vorrangig aus dem Eigenanbau von Kakaoplantagen in Nicaragua. Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen im Geschäftsjahr 14,8 Mio. EUR (Vj. 7,9 Mio. EUR) und enthalten im Wesentlichen Erträge aus Währungsdifferenzen in Höhe von 5,2 Mio. EUR (Vj. 2,3 Mio. EUR), sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vj. 1,0 Mio. EUR). Der Materialaufwand erhöhte sich in Folge des Umsatzanstiegs im Geschäftsjahr deutlich auf 334,9 Mio. EUR (Vj. 307,3 Mio. EUR). Der Materialaufwand entfällt vorrangig auf den Zukauf von Rohstoffen. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl liegt im Geschäftsjahr bei 1.783 (Vj. 1.823). Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr von 82,8 Mio. EUR um 3,6 Mio. EUR auf 86,4 Mio. EUR gestiegen. Ursächlich für die Erhöhung sind im Wesentlichen die Steigerung der Tariflöhne und -gehälter sowie die Gewährung einer Mitarbeitererfolgsbeteiligung. Die Abschreibungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 15,4 Mio. EUR auf 17,7 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr mussten außerplanmäßige Abschreibungen auf Kakaoplantagen i.H.v. 1,8 Mio. EUR vorgenommen werden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 117,0 Mio. EUR (Vj. 108,2 Mio. EUR) entfallen primär auf Werbe- sowie Transport- und Lagerkosten. Das Finanz- und Beteiligungsergebnis im Geschäftsjahr beträgt -1,5 Mio. EUR (Vj. -2,1 Mio. EUR). Die Ergebnisverbesserung resultiert im Wesentlichen aus dem anteiligen Jahresüberschuss des assoziierten Unternehmens. Die Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und Ertrag liegen bei 6,1 Mio. EUR (Vj. 3,4 Mio. EUR). Der Anstieg des Steueraufwands resultiert aus der Steigerung des Jahresergebnisses. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von 18,2 Mio. Euro erzielt. Vermögenslage Das Anlagevermögen beträgt zum Bilanzstichtag 207,7 Mio. EUR (Vj. 194,6 Mio. EUR) und beinhaltet im Wesentlichen Sachanlagen in Höhe von 196,1 Mio. EUR (Vj. 184,5 Mio. EUR). Der Anstieg des Anlagevermögens ist im Wesentlichen auf bauliche Erweiterungen an den Produktionsstätten zurückzuführen. Das Umlaufvermögen liegt im Geschäftsjahr bei 209,7 Mio. EUR (Vj. 185,7 Mio. EUR) und beinhaltet Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von 62,6 Mio. EUR (Vj. 69,5 Mio. EUR), Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 88,2 Mio. EUR (Vj. 61,6 Mio. EUR) sowie Vorräte von 58,9 Mio. EUR (Vj. 54,5 Mio. EUR). Zum Bilanzstichtag beträgt das Eigenkapital 212,2 Mio. EUR (Vj. 126,7 Mio. EUR). Die Erhöhung resultiert überwiegend aus der Erhöhung der Kapitalanteile von 15,0 Mio. EUR um 37,0 Mio. EUR auf 52,0 Mio. EUR, aus der Zuführung zur Kapitalrücklage von 36,6 Mio. EUR, aus der Erhöhung der Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung von 1,1 Mio. EUR um 1,4 Mio. EUR auf 2,5 Mio. EUR sowie aus dem laufenden Konzernjahresüberschuss. Die Pensionsrückstellungen betragen zum Bilanzstichtag 33,0 Mio. EUR (Vj. 32,1 Mio. EUR), was einer Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr von 0,9 Mio. EUR entspricht. Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich von 26,0 Mio. EUR um 7,1 Mio. EUR auf 33,1 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf eine höhere Rückstellung für Werbekostenzuschüsse, Umsatzboni und Rabatte zurückzuführen ist. Die Verbindlichkeiten betragen zum Bilanzstichtag 139,2 Mio. EUR - das entspricht einer Verringerung um 53,6 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr. Maßgeblich hierfür ist der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern aus der Erhöhung der Kapitalanteile sowie der Zuführung zur Kapitalrücklage. Demgegenüber stehen die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 27,1 Mio. EUR um 7,3 Mio. EUR auf 34,4 Mio. EUR und die Erhöhung der sonstigen Verbindlichkeiten von 9,0 Mio. EUR um 2,4 Mio. EUR auf 11,4 Mio. EUR. Die Bilanzsumme steigt gegenüber dem Vorjahr von 381,5 Mio. EUR auf 420,3 Mio. EUR an. Investitionen Die Investitionen in die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen betragen im Geschäftsjahr 29,4 Mio. EUR, davon entfallen 12,6 Mio. EUR auf geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau, 7,2 Mio. EUR auf technische Anlagen und Maschinen, 4,9 Mio. EUR auf Grundstücke und Gebäude sowie 4,2 Mio. EUR auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um Erweiterungen der Produktionsanlagen und vorhandener Kakao- und Haselnussplantagen. Finanzlage Die Liquiditätslage des Konzerns entwickelte sich im Geschäftsjahr äußert positiv. Die Guthaben bei Kreditinstituten belaufen sich zum Stichtag auf insgesamt 88,2 Mio. EUR (Vj. 61,6 Mio. EUR). Es bestehen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 22,5 Mio. EUR (Vj. 22,1 Mio. EUR), welche vorrangig für die Finanzierung des Blockheizkraftwerkes, des Erweiterungsbaus des Verwaltungsgebäudes und für den Neubau des Roh- und Packstofflagers in Dettenhausen sowie für die Finanzierung der in 2022 erworbenen Windenergieanlage genutzt werden. Forschung- und Entwicklung Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung besteht aus 38 Mitarbeitern und befasst sich sowohl mit der Rezeptur-, Geschmacks- und Verfahrensoptimierung, der Entwicklung von Neuprodukten als auch mit der Weiterentwicklung von nachhaltigen Anbausystemen für die Kakao- und Haselnussproduktion. Gesamtaussage der Geschäftsführer zur wirtschaftlichen Lage Die Umsatzprognose des Vorjahres und die Prognose des Jahresergebnisses wurden im Geschäftsjahr übererfüllt. Ursächlich hierfür sind die verbesserten Ergebnisse aus den Tochtergesellschaften und im Jahr 2022 durchgeführte Preiserhöhungen. Aufgrund unserer starken Marktposition sowie unserer stabilen Liquiditätssituation beurteilen wir die wirtschaftliche Lage des Unternehmens insgesamt als positiv. Den Einfluss der fortwährend hohen Inflation sowie der anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine auf unser Geschäft im Jahr 2023 können wir nicht abschließend beurteilen, bleiben jedoch trotz aller Herausforderungen verhalten positiv. C. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren Mitarbeiter Der Erfolg von Ritter Sport hängt nach unserer Einschätzung seit mehr als 110 Jahren maßgeblich von der Motivation und Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Lebensfreude und Leistungsbereitschaft sollen bei Ritter Sport eng miteinander verbunden sein. Entsprechend des Unternehmensleitbildes sollen Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass diese zur persönlichen Zufriedenheit der Mitarbeiter beitragen. Die Fluktuationsrate liegt im einstelligen Bereich. Zur Unterstützung der Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es bei Ritter Sport eine Vielzahl von Maßnahmen und Angeboten, die unter dem Dach "Ritter-Life-Balance" gebündelt werden und auf das Thema Work-Life-Balance abzielen. Flexible Arbeitszeitmodelle sowie Schichtmodelle in der Produktion sollen helfen, Beruf und Familie zu vereinbaren. Damit die Mitarbeitenden auf ihrem Weg bei Ritter Sport dauerhaft wachsen, reifen und sich entfalten können, werden zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung angeboten. Neben der Vergabe herausfordernder Aufgaben bieten wir ihnen zahlreiche interne und externe Entwicklungs- und Förderprogramme, Seminare und Trainings an. Wichtigstes Ziel dabei ist, jedem Einzelnen die Chance zu bieten, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich voranzukommen. Ende des Jahres 2022 wurde Ritter Sport bundesweit erneut zu einem der 100 besten Arbeitgeber prämiert und mit dem "Great Place to Work Award 2022" ausgezeichnet. Im Jahr 2021 beschäftigte die Unternehmensgruppe weltweit rund 1.800 Mitarbeiter an Standorten in Deutschland, Großbritannien, Italien, Österreich, Russland, Singapur, Niederlanden, Frankreich, China und Nicaragua. Umwelt & Energie Unser Ziel ist es, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften. Wir versuchen dabei, die Ressourcen effektiv zu nutzen und unsere Arbeitskraft optimal einzusetzen. Unser Ziel ist es außerdem, so wenig wie möglich zu verschwenden. Um Treibhausgasemissionen zu senken, betreibt Ritter Sport seit 2002 ein eigenes auf dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung beruhendes Blockheizkraftwerk (BHKW). Die Abwärme des BHKW wird zum Heizen genutzt. Darüber hinaus bezieht Ritter Sport seit über 15 Jahren CO 2 neutralen Strom. Im Jahr 2022 wurden dadurch rund 7.156 Tonnen CO 2 eingespart. Darüber hinaus wurde im vergangenen Jahr mehr als 35% des benötigten Stroms selbst erzeugt. Durch nachhaltige Agroforstwirtschaft möchten wir einen weiteren Beitrag zur Emissionsreduktion leisten, was anhand des "Gold Standard" erfolgreich zertifiziert wurde. Mit dem "Gold Standard"-Zertifikat ausgezeichnete Kompensationsprojekte haben nicht nur die Reduktion der Treibhausgase zum Ziel, sondern auch die Förderung der nachhaltigen Entwicklung der jeweiligen Länder, wobei unter anderem die lokale Bevölkerung ausführlich in den Entscheidungsprozess eingebunden wird. Nachhaltigkeit und fairer Handel Wirtschaften mit Blick auf nachfolgende Generationen liegt Ritter Sport nicht nur als Abnehmer und Verarbeiter natürlicher Zutaten zu Schokolade am Herzen, sondern auch gerade als Familienunternehmen. Durch nachhaltiges Wirtschaften möchte das Unternehmen seinen Beitrag dazu leisten, dass auch die kommenden Generationen ein lebenswertes Umfeld haben und weiterhin die Möglichkeit besteht, natürliche Rohstoffe zu verarbeiten. Im Unternehmensleitbild ist daher das Ziel verankert, im Einklang mit Mensch und Natur zu wirtschaften. Neben kontinuierlichen Optimierungen beispielsweise im Fabrikablauf, der Energiereduzierung und der Abfallvermeidung am Standort - seit 2019 produziert das Unternehmen klimaneutral - möchte Ritter Sport einen wesentlichen Schwerpunkt auf nachhaltigen Rohstoffbezug legen. So wird bereits seit Ende 2017 ausschließlich zertifiziert nachhaltiger Kakao bezogen. Das ist nun durch den Aufdruck des Rainforest Alliance-Siegels auch auf den Verpackungen sichtbar. Anfang 2020 erfolgte die Umstellung des Palmfettbezuges von Mass Balance auf den bis zur Ölmühle rückverfolgbaren segregierten Standard (RSPO). Intensive Entwicklungsarbeit erfolgte und erfolgt auch im Bereich der Verpackung. Ein Prototyp einer papierbasierten 100g-Primärverpackung wurde Anfang 2020 von ersten Verbrauchern getestet. Ende 2020 folgte der nächste Schritt als in Österreich eine in Papier verpackte Limited Edition an einen Handelskunden ausgeliefert wurde. Anfang 2021 wurde in Deutschland der mini Beutel auf Papierbasis eingeführt. Diese Sekundärverpackung wurde und wird ebenfalls in verschiedenen internationalen Märkten nach und nach eingeführt. In den Niederlanden wird der mini Turm ebenfalls in einer Papierverpackung ausgeliefert. Im Bereich der Primärverpackungen sollen weitere Produkte in einer Papierumverpackung folgen, womit der Kunststoffeinsatz weiter reduziert werden soll. 2013 hat Ritter Sport als erster Schokoladenhersteller das ZNU-Nachhaltigkeitszertifikat erhalten. Alle zwei Jahre wird ein Fortschritts- und Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Über die Homepage und verschiedene mediale Kanäle tritt das Unternehmen in den direkten Austausch mit seiner interessierten Öffentlichkeit und stellt sich auch kritischen Fragen. Auch außerhalb des Unternehmens wird das nachhaltige Engagement wahrgenommen. So wurde das Unternehmen 2018 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für sein nachhaltiges Kakaoengagement ausgezeichnet. D. Chancen- und Risikobericht Die Ritter Gruppe verfügt über ein System zur Erfassung und Kontrolle von geschäftlichen Risiken. Die Risikopolitik sieht vor, unangemessene Risiken weitgehend zu vermeiden oder zu kontrollieren. Das Risikomanagementsystem ist so aufgebaut, dass potentielle Risiken frühzeitig erkannt werden können, um Gegenmaßnahmen einzuleiten. Schwebende Festpreisbeschaffungskontrakte zum physischen Bezug unterschiedlicher Rohstoffe mit Lieferzeitraum ab 2023, für die ansonsten aufgrund gesunkener Wiederbeschaffungskosten eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden gewesen wäre, werden gemäß § 254 HGB als Bewertungseinheit bilanziert. Weiterhin werden Bewertungseinheiten im Hinblick auf das direkte und indirekte Fremdwährungsrisiko aus kontrahierten und geplanten Beschaffungsgeschäften gebildet. Rohwarenswaps, die einerseits zur Absicherung schwebender Kakaoeinkäufe in Nicaragua sowie andererseits zur Absicherung des zukünftigen Einkaufs von Kakaomasse und Kakaobutter sowie Zucker dienen, werden ebenfalls als Bewertungseinheit dargestellt. Als Sicherungsinstrumente sind die im Rahmen des betrieblichen Risikomanagements eingesetzten Fremdwährungsderivate designiert. Es wird die Einfrierungsmethode angewendet. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Anhang. Die Richtlinien und Verantwortlichkeiten des internen Kontrollsystems sind so aufgebaut, dass eine korrekte und zeitnahe Bilanzierung aller Transaktionen gewährleistet werden soll sowie laufend verlässliche Informationen über die finanzielle Situation des Unternehmens geliefert werden können. Die weitere politische Isolation Russlands sowie verabschiedete und weitere potenzielle Sanktionen gegen Russland, insbesondere durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, könnten unsere dortige Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen. Weiterhin sehen wir in den Nicht-Euro-Ländern aufgrund der Währungsabwertungen, der Entwicklung des US-Dollars und im Allgemeinen dem weiteren Verlauf der globalen Zins- und Inflationsentwicklungen, die Gefahr einer sinkenden Nachfrage bzw. in der Verteuerung unseres Rohstoffeinkaufes auf Euro-Basis. Der unterliegende Preisdruck in den jeweiligen Währungsräumen wird vor allem ausschlaggebend für diese Entwicklung sein. Mögliche Auswirkungen der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine auf die weitere Geschäftstätigkeit und -entwicklung lassen sich nicht verlässlich bestimmen. Von den verhängten Sanktionen sind wir bisher nicht betroffen. Ungeachtet dessen besteht aufgrund weiterer, möglicher Sanktionen dennoch das Risiko von künftigen Absatz- und Umsatzeinbußen. Um die damit verbundenen Risiken zu minimieren, wurde eine Task Force implementiert, die die Geschehnisse in der Ukraine sowie die Stimmungsentwicklung in Deutschland hinsichtlich der Marke Ritter Sport beobachtet und gegebenenfalls schnell Handlungsempfehlungen geben kann. Unsere Rohstoffe sind Naturprodukte, deren Versorgungssituation durch die klimatischen und politischen Gegebenheiten in den jeweiligen Anbauländern beeinflusst werden kann. Weder von einem einzelnen Risiko noch von Risiken im Verbund geht in 2023 eine Bestandsgefährdung für den Konzern aus. Chancen werden insbesondere in der stetigen Entwicklung neuer und der Verbesserung bestehender Produkte gesehen. Insbesondere die große Vielfalt der angebotenen Sorten sowie die aus unserer Sicht hohe Qualität der Produkte betrachten wir als Wettbewerbsvorteil. Insgesamt beurteilen wir unsere Gruppe aufgrund des implementierten Risikomanagementsystems als gut gewappnet, um bestehenden und möglichen zukünftigen Risiken angemessen begegnen zu können. Ebenso sehen wir gute Möglichkeiten, die sich auftuenden Potenziale und Chancen nutzen zu können. Zusammenfassende Darstellung der Chancen und Risiken Insgesamt beurteilen wir unsere Gruppe aufgrund des implementierten Risikomanagementsystems als gut gewappnet, um bestehenden und möglichen zukünftigen Risiken angemessen begegnen zu können. Ebenso sehen wir gute Möglichkeiten, die sich auftuenden Potenziale und Chancen nutzen zu können. Wir beobachten das politische Umfeld in den Ländern unserer Tochtergesellschaften sehr genau und passen unser Handeln vor Ort entsprechend an. Unserer Einschätzung nach sind derzeit keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand der Gruppe gefährden könnten. Die weitere Entwicklung und den Einfluss der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine und dem steigenden Preisniveau auf unsere geschäftliche Entwicklung können wir derzeit nicht abschließend einschätzen. E. Prognosebericht Entwicklung der Rahmenbedingungen Im Zusammenhang mit der künftigen Entwicklung der Inflation sowie der kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine kann es zu Änderungen des in diesem Bericht beschriebenen Ausblicks für das Geschäftsjahr 2023 kommen. Angesichts der Entwicklung der Inflation, sowohl national als auch international, und des Geschehens in der Ukraine lässt sich das Ausmaß der Gesamtauswirkungen auf unser Geschäft im Jahr 2023 zu diesem Zeitpunkt nicht zuverlässig quantifizieren. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernlageberichts beliefern wir trotz der bestehenden Unsicherheiten weiterhin den russischen Markt. Sollte die Belieferung Russlands aufgrund eines Embargos oder Ähnlichem nicht mehr möglich sein, verliert Ritter Sport ca. 18% des Umsatzes. Die daraus entstehenden Folgekosten sollen mit Kosteneinsparungen und weiteren Maßnahmen kompensiert werden. Sofern keine Ersatzmärkte erschlossen werden können, die den Umsatzausfall zumindest teilweise ausgleichen könnten, verringert sich aufgrund dessen ebenfalls das Ergebnis. Wir gehen davon aus, dass der Schokoladen- bzw. Tafelschokoladenmarkt aufgrund der Preiskämpfe im Lebensmitteleinzelhandel auch in 2023 weiterhin stark umkämpft sein wird. Auf Basis der aktuellen positiven Entwicklung sehen wir für das Jahr 2023 gute Chancen, die Marktanteile sowohl in Deutschland als auch in den internationalen Märkten zu steigern. In den Auslandsmärkten sehen wir die Möglichkeit, überproportional zu wachsen und unsere Marktanteile weiter auszubauen. Nach den Steigerungen der Rohstoffpreise in 2022 erwarten wir, auch aufgrund unserer Sicherungsgeschäfte, für 2023 ein stabiles Preisniveau. Die globale Zinsentwicklung, die weltweit anziehende Inflation sowie Krisen wie in der Ukraine beinhalten aber Unsicherheiten und Risiken, die eine exakte Abschätzung nur schwer möglich machen. Entwicklung der Gruppe Mit zahlreichen Neuprodukten sehen wir uns für 2023 gut aufgestellt und rechnen für das kommende Jahr mit einer stabilen Geschäftsentwicklung. Wir gehen davon aus, dass der Konzernumsatz im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr leicht steigen wird. Das Konzernjahresergebnis im Geschäftsjahr 2023 erwarten wir im Vergleich zu 2022 auf einem leicht höheren Niveau. Im Agrarbereich rechnen wir für das Jahr 2023 mit einer etwa gleichbleibenden Erntemenge von Haselnüssen in Chile und einer ersten kleinen Ernte in Frankreich. In Nicaragua rechnen wir für das Jahr 2023 nicht mit einer Steigerung der Erntemenge Kakao gegenüber Vorjahr, da es aufgrund der Auswirkungen des Hurrikans "Julia" aus dem Oktober 2022 im ersten Halbjahr 2023 nur eine sehr geringe Ernte geben wird. Deswegen rechnen wir für das Jahresergebnis auch weiterhin mit einem Jahresfehlbetrag. In Frankreich und Nicaragua sollen auch im Geschäftsjahr 2023 weitere Flächen bepflanzt werden. In Chile sind die verfügbaren Landflächen vollständig bepflanzt und ein weiterer Landkauf ist aktuell nicht geplant. Unsere Chancen sehen wir langfristig zum einen in einem überproportionalen Wachstum und dem Ausbau unserer Marktanteile auf den Auslandsmärkten sowie einer größeren Unabhängigkeit auf den internationalen Rohstoffbeschaffungsmärkten, welche mit den steigenden Anbau- und Erntemengen von Kakao und Haselnüssen einhergeht.
Karlsbad, 12. Mai 2023 Moritz Ritter Tim Hoppe Michael Leßmann |
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