Stammdaten

Register
Amtsgericht Leipzig HRB 29038
Vorher
EuroMaint Rail GmbH
Eingetragen
10.3.2010
Branche
Reparatur und Instandhaltung von SchienenfahrzeugenVermietung von SchienenfahrzeugenHerstellung von Lokomotiven und anderen Schienenfahrzeugen
Gegenstand
Das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die Wartung, Reparatur, Modifikation und Erneuerung von Fahrzeugen des Transportund des Verteidigungssektors sowie der weiterverarbeitenden Industrie entwicklen und herstellen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Axel Folchert
seit 23.8.2019
Geschäftsführer
Peggy Schulze
seit 19.1.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Bantiger Invest Holding I S à r.l.LUX
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Bantiger Invest Holding I S à r.l
Luxembourg
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

RailMaint GmbH

Delitzsch

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

A. Grundlagen der Gesellschaft

1. Geschäftsmodell

Die RailMaint GmbH bietet Dienstleistungen im Bereich der Hauptuntersuchung, Wartung, Reparatur, Sanierung und Umbau von Schienenfahrzeugen an.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden in Deutschland im Durchschnitt 784 Mitarbeiter/innen in den Instandhaltungswerken Delitzsch, Duisburg, Kaiserslautern, Leipzig und Oberhausen beschäftigt.

Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2023 lagen in den Bereichen:

Instandhaltung von Kesselwagen (besonders Chemie- und Mineralölwagen) und von Druckgaswagen

Instandhaltung von Güterwagen (insbesondere die Industriebereiche Bau-, Montan- und Automobil sowie für den transeuropäischen intermodalen Verkehr)

Radsatzaufarbeitung (IS1 bis IS3), inkl. logistischer Administrations- und Dokumentationsanforderungen im Auftrag der Kunden

Komponentenaufarbeitung wie WC-Anlagen, Zugvorrichtungen, Sicherungsanlagen

Mobile Einsätze sowie der Betrieb von Stützpunkten beim Kunden

Hauptuntersuchung, Instandhaltung und Unfallinstandsetzung von Reisezugwagen, Elektrotriebfahrzeugen und Diesel-Triebfahrzeugen

Modernisierung von Triebzügen

Durchführung von Gewährleistungsarbeiten für OEMs

Betriebsnahe Wartung von Fahrzeugflotten für Verkehrsdienstleister

2. Forschung & Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten haben im Geschäftsjahr 2023 nicht stattgefunden.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Die RailMaint GmbH ist durch einen hohen Anteil deutscher Kunden mit europaweit eingesetzter Güter- und Personenwagen sowohl von der europäischen, als auch speziell der deutschen Wirtschaftslage abhängig.

Die Entwicklung der Weltwirtschaft bestimmt die konjunkturellen Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft [1] und waren 2023 besonders von einer schwachen Weltwirtschaft [2] , zunehmenden geopolitischen Verwerfungen [3] , einer hohen Inflation und zuletzt durch steigende Zinsen geprägt. [4] Zusätzlich zwingt das Karlsruher Urteil von Mitte November 2023 die Bundesregierung in einem Moment wirtschaftlicher Schwäche zum Sparen. [5]

Dennoch war der Start in das Wirtschaftsjahr 2023 besser als abzusehen war. Es kam zu keiner Energieverknappung, besonders nicht zu der befürchteten Gasmangellage. Somit wurden die gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten nicht durch Versorgungsnotstände und/oder Rationierungen beeinträchtigt. [6] Zudem erklärte der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Anfang April 2023 die Corona-Pandemie offiziell für beendet und die letzten Corona-Maßnahmen liefen aus. [7]

Die Entwicklung der Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2023 zeigte sich robust. Das Wachstum in den ersten Monaten war in vielen Regionen, u. a. den USA und Asien, stabil. In Europa hingegen wirkten sich hohe Inflation und gestiegene Zinsen noch stark aus und schwächten die Entwicklung spürbar. Insbesondere in Deutschland führte dies zu einer Stagnation der Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr 2023. [8]

Für 2023 wurde laut Prognosen ein moderates Wachstum der Weltwirtschaft erwartet. Positiv wirkten sich insbesondere die weltweit nachlassende Inflation und ein starkes Wirtschaftswachstum in Asien aus. Beim Welthandel hingegen wird ein leichter Rückgang, v. a. aufgrund hoher Lagerbestände, erwartet. [9] Laut der aktuellen Prognose der Europäischen Kommission stieg das reale BIP in der EU im Jahr 2023 um +0,6 % gegenüber dem Vorjahr. Es wird in den Mitgliedsstaaten für 2024 ein Wachstum des BIP von +1,3 % erwartet. Auch in der Eurozone belief sich das Wachstum des realen BIP im Jahr 2023 auf +0,6 % und wird für 2024 auf ca. +1,2 % prognostiziert. In Deutschland wird laut der aktuellen Prognose der Europäischen Kommission das reale BIP im Jahr 2023 um voraussichtlich 0,3 % sinken, nachdem es im Vorjahr um ca. 1,8 % gewachsen war. [10]

Durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wurde die Prognosestellung im Jahr 2022 zunächst deutlich erschwert. [11] Auch die aktuellen Prognosen über die Entwicklung der deutschen Wirtschaft für 2024 schwanken stark. Die Bundesregierung und die Gemeinschaftsdiagnose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen von einem Wachstum von +1,3 % aus, wohingegen die Bundesbank nur von +0,4 % gegenüber dem Vorjahr ausgeht. Das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung [12] und laut Prognose der Europäische Kommission liegt das Wirtschaftswachstum in Deutschland für das kommende Jahr 2024 bei voraussichtlichen +0,8 %. [13] Die deutsche Konjunktur wurde unter anderem durch die Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte beeinflusst, die wiederrum auf die hohe Inflation zurückzuführen ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) bekämpfte die starke Teuerung mit einem gestiegenen Zinsniveau, wodurch die Baubranche einen Nachfrageeinbruch erlitt. Den Exporteuren wiederum machte die schwache Weltkonjunktur zu schaffen. [14]

Die geopolitischen Verwerfungen, wie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine und dem im Oktober 2023 stattgefundenen Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel lässt das auf internationaler Arbeitsteilung aufgebaute Geschäftsmodell vieler deutscher Unternehmen erschüttern und setzen die Lieferketten erneut unter Druck. Insgesamt besteht die Gefahr, dass bereits bestehende geopolitische Spannungen zwischen den USA und China oder Europa und Russland zunehmen. Es könnten neue geopolitische Auseinandersetzungen hinzukommen. Raketenabschüsse aus den von Huthi-Rebellen kontrollierten Gebieten im Jemen auf Frachtschiffe im Golf von Aden verdeutlichen die Gefahr weiterer Eskalationen. Es besteht das Risiko, dass der andauernde Nahostkonflikt bereits bestehende Probleme, etwa rund um die Neuaufstellung globaler Lieferketten oder die drohende Blockbildung in der Weltwirtschaft, weiter verschärft. Angriffe auf Handelsrouten und Frachtschiffe könnten die Preise für wichtige Vorleistungsprodukte erhöhen. [15]

Die Inflationsrate betrug 2023 im Jahresdurchschnitt in Deutschland +5,9 % gegenüber dem Vorjahr fiel damit geringer als im Jahr zuvor (i. Vj. +6,9 %) aus, aber blieb weiterhin auf einem hohen Niveau. [16] Von Ökonomen und Forschern wird in 2024 eine spürbare Abschwächung der Inflation erwartet. Das ifo-Institut prognostiziert eine Inflationsrate von 2,2 % und die Bundesbank geht von einer Halbierung der Inflation auf 2,7 % aus. [17]

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit dem 2. Halbjahr 2022, zehnmal in Folge den Leitzins auf mittlerweile 4,5 % erhöht, mit dem wir auch ins Jahr 2024 hinübergingen. Marktauguren rechnen im zweiten, spätestens im dritten Quartal 2024 mit einer Leitzinssenkung der EZB, die bis zum Ende 2024 bei 75 bis 100 Basispunkte liegen dürfte und somit den Leitzins wieder auf ein Niveau von 3,5 % bis 3,75 % bringen würde. Bei den Bau- und Hypothekenzinsen hat die erwartete Entwicklung bereits eingesetzt und befinden sich seit dem 3. Quartal 2023 im Abwärtstrend. [18]

Das Karlsruher Urteil gegen die Umwidmung von Corona-Hilfsgeldern aus dem Nachtragshaushalt 2021 sollte nachträglich nicht nur 2022, sondern auch 2023 und 2024, für den Klimaschutz und die Modernisierung der Wirtschaft eingesetzt werden. Die in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) umgebuchten 60 Milliarden Euro stehen dadurch jetzt nicht mehr zur Verfügung und zwingen die Bundesregierung bei Einhaltung der Schuldenbremse zu sparen. [19]

Die Entwicklung des europäischen Personenverkehrs wird verkehrsträgerspezifisch und regional differenziert ausfallen. Anhaltspunkte bieten hier die Kennzahlen der Deutschen Bahn AG, als das größte Eisenbahnverkehrs- und Eisenbahninfrastrukturunternehmen in Mitteleuropa. Die Klimapolitik der EU und ihrer Mitgliedsstaaten bleibt jedoch langfristiger Motor für die Entwicklung klimafreundlicher öffentlicher Mobilität und damit insbesondere auch des Schienenpersonenverkehrs. Die Entwicklung der Verkehrsnachfrage hängt u. a. auch von verkehrspolitischen Maßnahmen und der konjunkturellen Entwicklung ab. Die während der Corona-Pandemie stark reduzierten Pendlerverkehre und Geschäftsreisen zeigen entgegen vorherigen Annahmen eine eher langsame Erholung. [20] Das Deutschland-Ticket hat die Nachfrage auf die Bahn gesteigert. So stieg die Zahl der Reisenden auf der Schiene bei der Deutsche Bahn AG von 917,5 Mio. im 1. Halbjahr 2022 um +7,9 % auf 990,2 Mio. im 1. Halbjahr 2023. Auch die Verkehrsleistung nahm in diesem Sektor von 36.431 Mio.km im 1. Halbjahr 2022 um +13,1 % auf 41.196 Mio.km zu. [21] Für den Schienenpersonenverkehr ist mit einem anhaltenden Verkehrsleistungswachstum im Nah- und Fernverkehr zu rechnen. Der Nahverkehr in Deutschland profitiert wesentlich vom Deutschland-Ticket. [22]

Im Schienengüterverkehr ist die Verkehrsleistung zurückgegangen. Die Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn sank im 1. Halbjahr von 43.523 Mio.tkm um -11,2 % auf 38.644 Mio.tkm. [23] Die Verkehrsleistung im europäischen Schienengüterverkehr (EU 27, Schweiz, Norwegen und Vereinigtes Königreich) ist im 1. Quartal 2023 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6 % zurückgegangen. Der Markt wurde durch die schwache konjunkturelle Entwicklung und hohe Kosten, vor allem im Bereich der Energie, belastet. Rückgänge gab es etwa bei energieintensiven Branchen wie Chemie, Metall, Kombinierten Verkehr, sowie in Mineralölverkehre. Baustoff- und Intermodalverkehre stützten den Markt dagegen. [24]

Die SCI Verkehr GmbH sieht trotz der aktuellen Entwicklungen die mittel- und langfristigen Aussichten der Schienenverkehrsmärkte in Europa positiv, auch weil die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten für die kommenden Jahre Unterstützung für die Schiene angekündigt haben. [25]

Mittelfristig dürften die Aufträge im Instandhaltungsmarkt von Schienenfahrzeugen wieder zunehmen, da die verhaltenen Investitionen in Neufahrzeuge dafür sorgen, dass ursprünglich geplante Fahrzeugausmusterungen verschoben und somit höhere Instandhaltungskosten verursachen werden [26] . Diese Rahmenbedingungen sind daher mittelfristig positiv für die RailMaint GmbH. Das Personenwagengeschäft ist grundsätzlich durch vergleichsweise weniger, dafür aber relativ größere Aufträge gekennzeichnet.

Die Kundennachfrage im Güterwagenbereich blieb auf einem konstanten Niveau. Regelmäßige Wartungsarbeiten und Bedarfsreparaturen haben zu einer stabilen Nachfrage von Serviceleistungen in allen RailMaint-Werken geführt.

Große Kunden bemühen sich weiterhin um eine langfristige Sicherung von Kapazitäten. Insbesondere im Güter- wie auch im Kesselwagenbereich führt das zu verbindlichen, mehrjährigen Rahmenverträgen für die RailMaint GmbH und damit zu vergleichsweise guter Planungssicherheit.

Die Verfügbarkeit der Züge ist ein wichtiges Kriterium für den Erfolg der Unternehmen. Die Instandsetzung an der Strecke bzw. beim Betreiber wird zwecks Minimierung von Ausfallzeiten immer wichtiger.

2. Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2023 ist gekennzeichnet durch einen Umsatzanstieg, sowie eine erhöhte Betriebsleistung und Preisanpassungen auf Kundenseite. Die Auftragslage im Güterwagenbereich war durchweg gut. Im Personenwagenbereich wurden wie auch in den Vorjahren überwiegend Aufträge mittlerer Größenordnung ohne größeren Seriencharakter durchgeführt.

In 2023 ist der Umsatz des mobilen Service von TEUR 5.261 auf TEUR 5.117 leicht zurückgegangen, der Anteil am Gesamtumsatz liegt weiterhin auf niedrigem Niveau.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden die Tarife für einen Großteil der Mitarbeiter um 4,4 % angehoben. Die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal war durchgängig limitierender Faktor für die Ausbringung. Die Personalrekrutierung gestaltete sich weiterhin schwierig; eine Reihe von offenen Stellen vor allem bei Schweißern, Drehern und Elektrikern konnte nicht besetzt werden.

Die Beschaffungsseite ist auch weiterhin ein Fokusthema, um eingeschränkte Materialverfügbarkeit und verlängerte Lieferzeiten bei Spezialmaterial zu vermeiden. Mit einer gezielten zentralen Steuerung und vorausschauenden Teilebevorratung konnten im Geschäftsjahr 2023 materialbedingte Produktionsverzögerungen weitgehend vermieden werden.

Der Jahresüberschuss liegt bei TEUR 1.798 und damit TEUR 1.207 über dem Vorjahr 2022.

3. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Neben finanziellen Indikatoren wie Umsatz, Auslastung und Jahresüberschuss sind Ergebnisse externer Audits und die Kundenzufriedenheit wichtige Messgrößen für die Steuerung des Unternehmens. Die Auslastung erfasst das Verhältnis der erbrachten Stunden zu Anwesenheitsstunden der direkten Mitarbeiter.

Externe Audits, wie z.B. die ISO-Zertifizierung nach ISO 9001:2015, ISO 14001:2015, ISO 45001:2018 und ISO 50001:2018 und Kundenaudits wurden mit positivem Ergebnis abgeschlossen. Über die Kundenzufriedenheit macht sich die Geschäftsführung regelmäßig durch persönlichen Kontakt ein Bild. Insgesamt ist die Entwicklung hier erfreulich.

In TEUR 2023 (Plan) 2023 (Ist) 2022 (Ist)
Umsatz 74.004 74.968 71.438
Jahresüberschuss 408 1.798 591
Auslastung 73% 69% 72%

Der fakturierte Umsatz liegt 2023 leicht über Plan. Das resultiert im Wesentlichen aus einem höheren Umsatz im Bereich Instandhaltung/Revision. Der Jahresüberschuss konnte jedoch gegenüber dem Plan deutlich um TEUR 1.390 gesteigert werden.

4. Lage

a) Ertragslage

Der höhere Umsatz von TEUR 74.968 (i. Vj. TEUR 71.438) resultiert im Wesentlichen aus der Bearbeitung von Aufträgen für Revisionen, Bedarfsinstandsetzungen und Umbau von Fahrzeugen in Höhe von TEUR 44.672 (i. Vj. TEUR 40.233).

Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf Tätigkeitsbereiche und Regionen:

2023
TEUR
2022
TEUR
Instandhaltungsleistungen 44.672 40.233
Sonstige Erlöse (Komponenten, mobiler Service) 29.575 30.895
Produktverkäufe 703 765
Erlösschmälerungen -159 -189
Erlöskorrekturen 177 -266
74.968 71.438
2023
TEUR
2022
TEUR
Inland 52.377 49.060
Schweiz 10.443 9.999
Österreich 3.207 2.619
Frankreich 2.723 4.256
Belgien 1.699 652
Schweden 1.324 1.454
Irland 1.322 2.073
Niederlande 578 401
Polen 565 347
Norwegen 350 229
Sonstige 362 803
Erlösschmälerungen -159 -189
Erlöskorrekturen 177 -266
74.968 71.438

Der Materialverbrauch (inkl. Energiekosten) auf die Gesamtleistung beträgt 19 %. Dies ist eine Senkung gegenüber dem Vorjahr (i. Vj. 22 %), was unter anderem auf die um TEUR 1.792 gesunkenen Energiekosten zurückzuführen ist. Der Aufwand für Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe in Bezug auf die Gesamtleistung liegt bei 14 % und somit auf Vorjahresniveau.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr 2022 auf TEUR 629 (i. Vj. TEUR 4.031) gesunken, Hintergrund sind geringere Erträge aus Auflösungen aus nicht mehr benötigten Rückstellungen (TEUR 447, i. Vj TEUR 1.588) und dem in 2022 ausgesprochenen Forderungsverzicht des Gesellschafterdarlehens in Höhe von TEUR 2.000.

Der Anstieg des Personalaufwandes basiert im Wesentlichen auf der Tariferhöhung sowie der Zahlung der Inflationsausgleichsprämie.

Die sich leicht erhöhten sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 12.381 (i. Vj. TEUR 11.967) beinhalten im Wesentlichen Dienstleistungen/Schulungen/Fremdpersonal in Höhe von TEUR 2.010 (i. Vj. TEUR 1.937) und Mieten/Pachten in Höhe von TEUR 3.339 (i. Vj. TEUR 3.118). Zur Erhaltung und Modernisierung der betrieblichen Abläufe wurden fortlaufend notwendige Reparaturmaßnahmen in Höhe von TEUR 2.741 (i. Vj. TEUR 2.982) durchgeführt, wie u. a. die Sanierung der Gleisanlagen und Maschinen an mehreren Standorten.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen haben sich aufgrund von Neuinvestitionen auf TEUR 1.374 (i. Vj. TEUR 1.293) erhöht. In den Beständen der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurde im Vorjahr 2022 eine außerordentliche Abschreibung von TEUR 1.823 vorgenommen.

Das Finanzergebnis resultiert überwiegend aus den Zinsaufwendungen für die Darlehen gegenüber der Gesellschafterin und sonstigen Zinsaufwendungen. Die Zinsaufwendungen sind von TEUR 340 auf TEUR 572 im Geschäftsjahr 2023 aufgrund erhöhter Zinssätze gestiegen.

Der Jahresüberschuss beträgt TEUR 1.798 (i. Vj. TEUR 591).

b) Finanzlage

Die Finanzlage stellt sich wie folgt dar:

2023
TEUR
Operativer Cashflow 3.603
Cashflow aus Investitionstätigkeit -1.514
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -3.517
Zahlungswirksame Veränderung Finanzmittelfonds -1.428
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 9.703
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 8.275

Der positive operative Cashflow in Höhe von TEUR 3.603 resultiert im Wesentlichen aus dem Jahresüberschuss und den Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.374. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist bedingt durch Investitionen in das Anlagevermögen in Höhe von TEUR -1.514 (i. Vj. TEUR -2.633) geprägt. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von TEUR -3.517 (i. Vj. TEUR -1.014) setzt sich primär aus Dividendenzahlungen TEUR -1.500 (i. Vj. TEUR 300), Rückzahlung aus Gesellschafterdarlehen TEUR -1.000, Kreditaufnahme TEUR 300 (i. Vj. TEUR 350), sowie aus niedrigeren Verbindlichkeiten aus Mietkauf TEUR -1.224 (i. Vj. TEUR 909) zusammen.

Ziel des Finanzmanagements, das derzeit hauptsächlich durch Gesellschafterfinanzierung mit fixen Zinssätzen getragen wird, ist es, sicherzustellen, dass die RailMaint GmbH jederzeit ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Die Gesellschafterin hat einen unbefristeten Rangrücktritt in Höhe von TEUR 9.000 erklärt.

Zum Bilanzstichtag bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 2.983 (i. Vj. TEUR 2.777). Zum Abschlussstichtag kann die RailMaint GmbH liquide Mittel in Höhe von TEUR 8.275 (i. Vj. TEUR 9.703) ausweisen.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von rd. EUR 17,7 Mio. (i. Vj. EUR 17,2 Mio) ergeben sich aus Miet- und Leasingverträgen für Maschinen, Kraftfahrzeugen und gepachtetem Gelände sowie Gebäuden in den einzelnen Werkstätten. Es bestanden zum Bilanzstichtag Bestellobligos für Investitionen in Höhe von ca. TEUR 1.829 (i. Vj. TEUR 456), welche zum Teil fremdfinanziert sind.

Die Zahlungsfähigkeit war im Berichtsjahr 2023 jederzeit gegeben.

c) Vermögenslage

Auf das langfristig gebundene Vermögen entfallen zum 31. Dezember 2023 31,9 % (i. Vj. 30,6 %) der Bilanzsumme. Das kurz- bis mittelfristig gebundene Vermögen, bestehend aus dem Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzungsposten, beträgt TEUR 23.545 (i. Vj. TEUR 24.665).

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Investitionen für das Anlagevermögen in Höhe von TEUR 1.529 (i. Vj. TEUR 2.633) getätigt. Es wurde u. a. in eine erste Erweiterung der Heizungsanlage (TEUR 254), Mess- und Testeinrichtung (TEUR 177), in eine neue Leichtbauhalle (TEUR 126), ein Rangiergerät (TEUR 118) und eine Beleuchtungsanlage (TEUR 118) investiert.

Das Eigenkapital ist aufgrund des entstandenen Jahresüberschuss von TEUR 1.798 gestiegen. Dem gegenüber stand eine vorab Dividendenausschüttung in Höhe von TEUR 1.250 und eine Gewinnausschüttung in Höhe von TEUR 250. Das Stammkapital liegt weiterhin bei TEUR 2.025. Die Eigenkapitalquote hat sich aufgrund der zuvor beschriebenen Sachverhalte zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 auf 8,5 % (i. Vj. 7,4 %) erhöht.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 6.536 (i. Vj. TEUR 6.564) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 2.348 (i. Vj. TEUR 2.710) sowie Personalrückstellungen in Höhe von TEUR 2.749 (i. Vj. TEUR 2.371). Die Rückstellungen für Gewährleistungs- und sonstige Geschäftsrisiken haben sich um TEUR 30 auf TEUR 632 erhöht. Im Geschäftsjahr 2023 wurden Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung in Höhe von TEUR 238 (i. Vj. TEUR 331) sowie Rückbauverpflichtungen in Höhe von TEUR 440 (i. Vj. TEUR 419) eingestellt.

Die Gesellschafterdarlehen inklusive angefallener Zinsen sind im Geschäftsjahr 2023 durch eine Rückzahlung in Höhe von TEUR 1.000 gesunken. Zum 31. Dezember 2023 valutieren diese auf TEUR 10.689 (i. Vj. TEUR 11.708) inkl. Zinsen. Die Darlehen laufen bis zum 1. Januar 2025 und werden regelmäßig um ein Jahr verlängert, zuletzt am 12. Dezember 2023.

Insgesamt lässt sich im Geschäftsjahr 2023 nach Beendigung der Corona-Pandemie und trotz des Andauerns des Ukrainekrieges und des Beginns des Konfliktes im Nahen Osten der positive Trend der letzten Jahre fortsetzen. Es ist eine positive Geschäftsentwicklung zu erkennen.

Aufgrund positiver Marktentwicklungen und weiteren Verbesserungen der internen Prozesse gehen wir von einer konstanten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Geschäftsjahr 2024 aus. Für weitere Einflussfaktoren wird auf den Abschnitt "Chancen- und Risikobericht" verwiesen.

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Risiko- und Chancenmanagement

Das Risikomanagement der RailMaint GmbH dient dazu, Chancen gezielt zu verfolgen und wahrzunehmen und etwaige Risiken frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu begrenzen. Ziel ist die Sicherung des Unternehmenserfolges. Die Geschäftsführung trägt die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement. Der operative Prozess umfasst die regelmäßige Identifikation, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken auf der Grundlage prognostizierbarer Marktentwicklungen (strategische Chancen und Risiken) sowie interner Berichterstattung (operative Chancen und Risiken) über entscheidungsrelevante Kennzahlen.

Zu den bereits zusätzlich identifizierten Risiken und Chancen durch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs mit seinen handelspolitischen Spannungen [27] , gesellen sich die Auswirkungen aus dem wieder aufgeflammten Gaza-Konflikt und den dadurch entstanden Angriffe der Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf Schiffe im Roten Meer. [28] Die globalen Lieferketten sind hierdurch zusätzlich unter Druck geraten und haben nicht nur Material-Knappheit und Preissteigerungen zur Folge, sondern sind auch einer der Treiber der hohen Inflationsraten in Deutschland und Europa. [29] Die Geschäftsführung begegnet diesen mit bereichsübergreifenden Maßnahmen, welche im Chancen- und Prognosebericht sowie im Risikobericht näher benannt sind.

Laut SCI Verkehr verkleinern zwar einige Flottenhalter und Betreiber ihre Güterwagenflotten, der Markt bleibt aber aufgrund steigender Laufleistungen und höherer Achszahlen, bis 2025 stabil und wächst bis 2030. [30]

Im Rahmen der mobilen Einsätze haben wir 2023 das Leistungsspektrum um mobile Bremsprüfungen nach UIC 543-1 ausgeweitet, um in Verbindung mit der deutschlandweiten Verfügbarkeit die Marktanteile der Gesellschaft zu sichern bzw. perspektivisch zu vergrößern.

Die Geschäftsleitung beobachtet permanent die Lage. Szenario-Betrachtungen bzgl. unterschiedlicher Auswirkungen der Inflation, des Ukrainekonfliktes, den Angriffen der Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf Schiffe im Roten Meer und dem möglichen wieder Auftreten der Corona-Pandemie wurden und werden weiterhin vorgenommen.

2. Chancen- und Prognosebericht

Vor dem Hintergrund der absehbaren Wartungszyklen für Güterwagen werden die Revisionsleistungen in 2024 und 2025 zugunsten anderer Instandhaltungsleistungen leicht nachgeben. Der zunehmende Versuch der Digitalisierung auch im Bereich des Güterverkehrs könnte potenziell zum Einsatz neuer Technologien führen (bspw. Automatische Kupplungen [31] , Verschleißmonitoring) [32] , die sich positiv auf die Verfügbarkeit der Flotten auswirken sollten und vorausschauende Wartung zulassen sollten, was auch die Planbarkeit der Materialversorgung in unseren Serviceeinrichtungen unterstützen würde.

Im Personenwagenbereich ist die Kundenstruktur der RailMaint GmbH vor allem von vergleichsweise wenigen größeren Aufträgen geprägt. Hier befinden wir uns in Angebotsprozessen, die insgesamt die Kapazität des Personenwagenwerkes Delitzsch übersteigen. Für das Geschäftsjahr 2024 ist mit einer gleichbleibenden Auslastung im Personenwagenbereich zu rechnen.

Die Nachfrage nach Mobile Services konnte 2023 trotz der ausgelaufenen Corona-Pandemie nicht gesteigert werden, sondern ging leicht um -2,7 % zurück. In den nächsten Jahren rechnet die RailMaint GmbH mit weiterem Wachstum auf diesem Markt, der neben den klassischen Kleinreparaturen auch Radsatztausch, Reinigung von WC-Anlagen und Bremsprüfungen umfasst.

Die Nachfrage im Regional- und Fernverkehr hat sich in diesem Jahr sehr erfreulich entwickelt. Das Deutschland-Ticket beflügelt den öffentlichen Personennahverkehr. Bei der Verkehrsleistung im Fernverkehr konnte die Deutsche Bahn im 1. Halbjahr 2023 einen historischen Rekord verbuchen. Die Menschen in Deutschland fahren immer weitere Strecken mit der Bahn. [33] Wir rechnen daher über das Geschäftsjahr 2023 hinaus mit einer langfristig guten Marktentwicklung des Personenwagengeschäfts. Die EU plant mit ihren Green-Deal-Zielen die Emissionen bis 2050 um 90 % zu senken, hierfür soll unter anderem im Güterverkehr der heutige Anteil von 75 % der Straße am Binnenfrachtvolumen reduziert und auf die Schiene und die Binnenschifffahrt verlagert werden. Der Verband der Güterwagenhalter in Deutschland e.V. (VPI) geht folglich davon aus, dass der Schienengüterverkehr bis 2030 um 50 % zunimmt und sich bis 2050 verdoppeln wird. [34]

Die Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene, bewirken somit ein nachhaltiges Wachstum im Schienentransportmarkt und erzeugen damit indirekt positive Effekte im Instandhaltungssektor, wodurch sich für die RailMaint GmbH eine positive Markt- und somit Umsatzentwicklung in den kommenden Jahren ergeben sollte.

Voraussetzung für die Nutzung der Umsatzpotenziale ist für die RailMaint GmbH die Verfügbarkeit von ausreichend qualifiziertem Personal.

Für das Geschäftsjahr 2024 planen wir einen Umsatz von etwa TEUR 75.871 und einen Jahresüberschuss von TEUR 498 basierend auf etwas geringeren Energiepreisen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023, allerdings mit erhöhtem Personalaufwand, getrieben durch entsprechende Tarifentwicklungen. Der geplante Umsatz ergibt sich aus einem leicht geänderten Kunden- bzw. Leistungsportfolio. Im Güterwagenbereich ist die Umsatzplanung weitgehend mit Bestellungen, Auslastungszusagen und robusten Forecasts der Kunden unterlegt. Im Personenwagenbereich ist eine Grundauslastung sichergestellt. Darüber hinaus ist die Gewinnung einiger größerer Aufträge geplant, für die der Vertrieb die Angebote im Markt platziert hat.

3. Risikobericht

Die Risiken umfassen sowohl kurzfristige (ein Jahr) als auch mittelfristige (bis zu drei Jahre) Zeiträume.

Marktpreisrisiko - Absatzmärkte

Für das Geschäftsjahr 2024 bestehen mit vielen Kunden vertragliche Preisgleitklauseln bzw. werden neue Zuschlagssätze vereinbart oder forciert.

Die allgemeine Anfragesituation nach Instandhaltungsleistungen stellt sich im Personenwagenbereich zu Beginn 2024 positiv da, dieser Bereich ist vor allem durch projektbezogene und langfristig laufendende Verkehrsverträge gekennzeichnet.

Im Güterwagenbereich wurden mit den wichtigsten Kunden preisliche Vereinbarungen getroffen bzw. werden vertraglich angestrebt. Flottenhalter und Betreiber von Güterwagen müssen trotz eigener Werkstätten weiterhin den Großteil der Instandhaltungsleistungen extern einkaufen. Die Nachfrage ist hier u. a. abhängig von der deutschen bzw. europäischen Industrie-, Chemie- und Logistikbranche.

Diesen Abhängigkeiten begegnen wir durch flexible Arbeitszeitmodelle, Leiharbeiter und ggf. Fremddienstleister, um das Risiko zu kontrollieren und Nachfrageschwankungen abfangen zu können. Mithilfe dieser Gegenmaßnahmen schätzen wir das Absatzmarkt-Risiko als mittel ein.

Kundenausfallrisiko

Zum Schutz vor Forderungsausfällen verfügt die RailMaint GmbH über eine Kreditversicherung. Kleinere Kunden mit Zahlungsproblemen werden kaum bedient. Durch ein effizientes Forderungsmanagement kam es im Geschäftsjahr 2023 zu keinen Ausfällen durch Kundeninsolvenzen. Um sowohl dem Ausfall- als auch dem Liquiditätsrisiko von Kundenforderungen zu begegnen, umfasst das Forderungsmanagement auch den Einsatz von Factoring. Aufgrund dieser Maßnahmen ist das Kundenausfallrisiko als gering einzuschätzen.

Arbeitskräfterisiko

Die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal ist im Geschäftsjahr 2024 auch weiterhin limitierender Faktor für das Wachstum. Es besteht das Risiko der Abwanderung von Mitarbeitern. Aufgrund des hohen Altersdurchschnitts der Belegschaft ist jährlich eine hohe Zahl von Rentenabgängen zu ersetzen. Wir begegnen diesem Risiko durch den Abschluss maßvoller Tarifverträge, einer individuellen, leistungsbezogenen Entlohnung für Schlüsselmitarbeiter und Leistungsträger, umfangreicher Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie der Investition in Auszubildende. Daneben setzen wir Leiharbeiter ein.

Trotz dieser Gegenmaßnahmen schätzen wir das Arbeitskräfterisiko aufgrund der sich zuspitzenden Situation auf den Arbeitsmarkt als mittelhoch ein.

Beschaffungsrisiko

In einem Markt mit dem Risiko perspektivisch teilweise unterbrochener Lieferketten ist die zeitgerechte Beschaffung, insbesondere spezifischer Teile, schwierig, zudem haben einige Lieferanten nahezu monopolistische Marktstellungen. Wir begegnen dem Beschaffungsrisiko durch gezielte Teilebevorratung, durch Bedarfsabstimmungen mit unseren Kunden und gegebenenfalls durch Beistellungen der Kunden. Diese genannten Maßnahmen werden im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und den Angriffen der Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf Schiffe im Roten Meer intensiviert, insbesondere in Zusammenarbeit mit Kunden und ergänzt um die Erweiterung von alternativen Beschaffungslösungen im In- und Ausland. Das Risiko in diesem Bereich schätzen wir daher als mittel ein.

Entwicklung der Energiepreise

Im Angesicht der stark gestiegenen Energiepreise in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine verabschiedete die Bundesregierung ab Januar bzw. März 2023 die sogenannte Gas-, Wärme- und Strompreisbremse, um die hohen Energiepreise für die Verbraucher zu begrenzen. Diese eingeführten Energiepreisbremsen sind zum 31. Dezember 2023 vorzeitig ausgelaufen, da inzwischen die derzeit angebotenen Preise für Energie zwar immer noch deutlich höher liegen als vor der Krise, aber grundsätzlich unterhalb der Obergrenzen, die durch die Energiepreisbremsen garantiert wurden, und ebenfalls unterhalb der Preise vom Herbst und Winter 2022. Zudem sind die deutschen Gasspeicher so gut gefüllt, dass nicht mit plötzlichen Preissprüngen gerechnet werden muss. Sollten die Preise für Energie dennoch erneut unerwartet dramatisch steigen, wäre die Bundesregierung jederzeit in der Lage, kurzfristig zu handeln. [35] Wir sehen die Energiebeschaffungsrisiken bisher beherrschbar, die RailMaint GmbH versucht das hohe Niveau der Energiekosten durch weitere Verbrauchstransparenz/Energieeinsparmaßnahmen/Investitionen, z. B. durch Ausweitung des Einsatzes von Unterzählern, Optimierung der Druckluftverbräuche, Umbau der Heizungsanlagen, Ausbau von Energiesparbeleuchtungen und Substitution von preiswerteren Energiemedien, zu reduzieren. Die Energiepreisentwicklung wird kontinuierlich verfolgt. In der Planung 2024 wurde die Entwicklung der Energiekosten entsprechend berücksichtigt. Die Gesamtwirtschaft ist ebenso mit den Energiepreisen auf hohem Niveau konfrontiert. Mithilfe der Gegenmaßnahmen schätzen wir das Preissteigerungsrisiko als mittel ein.

4. Zusammenfassende Darstellung

Wir rechnen langfristig mit einem Wachstum des Schienenverkehrs. Mit unseren vier Werken für Güterwagen sind wir geografisch gut aufgestellt.

Im Personenwagenbereich hat das Werk Delitzsch mit seiner vollstufigen Kompetenz ein Alleinstellungsmerkmal im Bereich der privaten Instandhaltungswerke.

Mobile Services haben wir als Wachstumsmarkt identifiziert und die notwendigen Schritte zum weiteren Ausbau dieses Sektors ergriffen.

Zusammen mit einer schlanken Kostenstruktur, der Suche nach Flexibilität durch variable Arbeitszeiten und Leiharbeiter sind wir damit für die nächsten Jahre gut aufgestellt und erwarten eine positive Geschäftsentwicklung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann die RailMaint GmbH bezüglich der zukünftigen weiteren wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und dem Konflikt im Nahen Osten keine wertmäßige Bezifferung vornehmen. Bislang ist der Geschäftsbetrieb davon nur geringfügig beeinträchtigt worden. Es sind Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, die ein schnelles Reagieren der Geschäftsleitung möglich machen.

D. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB

Auf Basis des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat die Geschäftsführung die Zielquote des Frauenanteils für den am 1. Januar 2022 beginnenden Erfüllungszeitraum mit einer Dauer bis zum 31. Dezember 2026 festgelegt.

Das Unternehmen strebt selbstverpflichtend an, in der ersten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung einen Frauenanteil von 23 % bis zum 31. Dezember 2026 zu erreichen. Das angestrebte Ziel wurde bereits zum Stichtag 31. Dezember 2022 erreicht. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 betrug der Anteil an Frauen in der ersten Führungsebene weiterhin 23 % (3 von 13 Führungskräfte). Aufgrund der flachen Hierarchie in der Führung der Gesellschaft besteht keine zweite Führungsebene. Das Ziel der RailMaint GmbH ist es, diesen Frauen-Anteil in Führungspositionen langfristig zu halten bzw. auszubauen.

1 Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft, IW-Report 65/2023, IW-Konjunkturprognose Winter 2023, S. 4.
2 Vgl. https://www.fr.de/wirtschaft/deutsche-wirtschaft-in-der-rezession-konjunktur-schrumpft-2023-um-prozent-zr-92775794.html, Deutschland in der Rezession: BIP schrumpft 2023 um 0,3 Prozent - Experten bleiben pessimistisch, Stand: 15.01.2024, abgerufen am 18.01.2024.
3 Vgl. https://geschaeftsbericht.claas.com/2023/assets/downloads/de/CLAAS_kraftvoll_2023.pdf, Konzernlagebericht 2023, S. 8, Stand: 04.12.2023, abgerufen am 18.01.2024.
4 Vgl. https://www.fr.de/wirtschaft/deutsche-wirtschaft-in-der-rezession-konjunktur-schrumpft-2023-um-prozent-zr-92775794.html, Deutschland in der Rezession: BIP schrumpft 2023 um 0,3 Prozent - Experten bleiben pessimistisch, Stand: 15.01.2024, abgerufen am 18.01.2024.
5 Vgl. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bip-rezession-deutsche-wirtschaft-konjunktur-faq-100.html, Warum die deutsche Wirtschafft schrumpft, Stand: 15.01.2024, abgerufen am 18.01.2024.
6 Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft, IW-Report 65/2023, IW-Konjunkturprognose Winter 2023, S. 5.
7 Vgl. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/corona-massnahmen-ende-101.html, Stand: 07.04.2023, abgerufen am 19.01.2024.
8 Vgl. https://zbir.deutschebahn.com/2023/de/weitere-informationen/download-center/, Deutsche Bahn, Integrierter Zwischenbericht Januar-Juni 2023, S. 22, Stand 21.07.2023, abgerufen am 26.01.2024.
9 Vgl. Ebd., S. 66.
10 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/159507/umfrage/prognose-zur-entwicklung-des-bip-in-den-laendern-der-eurozone/, Europäische Union: Prognose zum Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den Mitgliedstaaten von 2020 bis 2025, Stand: 03.01.2024, abgerufen 24.01.2024.
11 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/159507/umfrage/prognose-zur-entwicklung-des-bip-in-den-laendern-der-eurozone/, Europäische Union: Prognose zum Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den Mitgliedstaaten von 2020 bis 2025, Stand: 03.01.2024, abgerufen 24.01.2024.
12 Vgl. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/konjunkturprognose-ts-112.html, Konjunkturprognose für Deutschland, Stand 05.03.2024
13 Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/159507/umfrage/prognose-zur-entwicklung-des-bip-in-den-laendern-der-eurozone/, Europäische Union: Prognose zum Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den Mitgliedstaaten von 2020 bis 2025, Stand: 03.01.2024, abgerufen 24.01.2024.
14 Vgl. https://www.fr.de/wirtschaft/deutsche-wirtschaft-in-der-rezession-konjunktur-schrumpft-2023-um-prozent-zr-92775794.html, Stand: 15.01.2024, abgerufen 24.01.2024.
15 Vgl. https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2024/IW-Report_2024-Nahostkonflikt.pdf, Institut der deutschen Wirtschaft, Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die deutsche Wirtschaft, Stand: 02.01.2024, abgerufen am 26.01.2024.
16 Vgl. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html, Pressemitteilung Nr. 020 vom 16.01.2024, abgerufen am 18.01.2024.
17 https://www.wiwo.de/politik/deutschland/inflation-2024-wie-entwickelt-sich-die-inflationsrate-in-deutschland/26656644.html, Stand: 17.01.2024, abgerufen am 19.01.2024.
18 https://www.presseportal.de/pm/104820/5672655.
19 https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/nachtragshaushalt-ampel-100.html, Wie es mit dem Haushalt jetzt weitergeht, Stand: 22.11.2023, abgerufen am 19.01.2024.
20 Vgl. https://zbir.deutschebahn.com/2023/de/weitere-informationen/download-center/, Deutsche Bahn, Integrierter Zwischenbericht Januar - Juni 2023, S. 66, Stand: 21.07.2023, abgerufen am 26.01.2024
21 Vgl. Ebd., Auf einen Blick, Ausgewählte Kennzahlen, S. U3.
22 Vgl. Ebd. S. 66.
23 Vgl. Ebd., Auf einen Blick, Ausgewählte Kennzahlen, S. U3.
24 Vgl. Ebd., S. 32.
25 Vgl. SCI MULTICLIENTSTUDIES, THE EUROPEAN RAILWAY MARKET 2021 - COVID 19 CRISIS ANA MARKET TRENDS, Berlin, Stand 31.03.2021, S. 8 ff.
26 Vgl. https://www. sci.de/document/neue-studie-von-sci-verkehr-gmbh-market-report-rail-vehicle-maintenance-europe-2020, SCI Verkehr GmbH, 26. November 2020, abgerufen am 6. Januar 2021.
27 Vgl. https://www2.deloitte.com/de/de/blog/economic-trend-briefings/2022/globale-lieferketten-vor-dem-umbau.html?id=de:2ps:3gl:4economic-trend-briefing-globale-lieferketten:5:6oth:20221215:&gclid=EAIaIQobChMI45ef3qvi_AIV0NnVCh0VRwQ8EAAYAiAAEgLZ6fD_BwE, Deloitte GmbH, Börsch, A., Economic Trend Briefing: Globale Lieferketten vor dem Umbau, Stand: 15.12.2022, abgerufen am 25.01.2022.
28 Vgl. https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Steigende-Preise-fuer-Oel-und-Benzin-durch-Konflikt-im-Roten-Meer,spritpreise158.html, Stand: 19.12.2023, abgerufen am 12.01.2024.
29 Vgl. https://www2.deloitte.com/de/de/blog/economic-trend-briefings/2022/globale-lieferketten-vor-dem-umbau.html?id=de:2ps:3gl:4economic-trend-briefing-globale-lieferketten:5:6oth:20221215:&gclid=EAIaIQobChMI45ef3qvi_AIV0NnVCh0VRwQ8EAAYAiAAEgLZ6fD_BwE, Deloitte GmbH, Börsch, A., Economic Trend Briefing: Globale Lieferketten vor dem Umbau, Stand: 15.12.2022, abgerufen am 25.01.2022.
30 Vgl. Güterwageninstandhaltung in Deutschland und Europa - Ergebnispräsentation, SCI Verkehr GmbH, Stand: 28.10.2022.
31 Vgl. https://www.vpihamburg.de/de/news/pm-10-vpi-symposium, Presseinfo: "10. VPI Symposium: Bahnverbände zeichnen Charta zur Digitalen Automatischen Kupplung (DAK)", 14. Januar 2020, abgerufen am 13. Januar 2021.
32 Vgl. https://www.bahn-manager.de/railwatch-startet-livebetrieb-für-wayside-güterwagen-monitoring/, Railwatch startet Livebetrieb für Wayside-Güterwagen-Monitoring, 7. Februar 18, abgerufen am 13. Januar 2021.
33 Vgl. https://zbir.deutschebahn.com/2023/de/weitere-informationen/download-center/, Deutsche Bahn, Integrierter Zwischenbericht Januar - Juni 2023, S. 1, Stand: 21.07.2023, abgerufen am 26.01.2024
34 Vgl. VPI, Mitgliederinformation 45/2020 vom 11. Dezember 2020.
35 https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/entlastung-fuer-deutschland/strompreisbremse-2125002, Stand 01.01.2024, abgerufen 12.01.2024.

 

Delitzsch, den 27. März 2024

Axel Folchert, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 8.366,67 31.673,68
II. Sachanlagen
1. Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.016.592,99 982.146,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.504.804,20 6.086.479,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.971.745,92 3.669.147,29
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 542.142,70 11.035.285,81 120.011,74 10.857.784,84
11.043.652,48 10.889.458,52
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 9.551.827,92 9.202.123,54
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 2.358.652,83 1.432.012,35
3. Fertige Erzeugnisse 702.033,74 586.074,14
4. Geleistete Anzahlungen 7.042,62 12.619.557,11 0,00 11.220.210,03
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 706.751,67 1.305.398,81
2. Sonstige Vermögensgegenstände 1.816.619,58 2.523.371,25 2.309.844,81 3.615.243,62
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 8.275.008,45 9.703.121,33
23.417.936,81 24.538.574,98
C. Rechnungsabgrenzungsposten 127.124,39 126.624,54
34.588.713,68 35.554.658,04

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 2.025.000,00 2.025.000,00
II. Bilanzgewinn 909.784,49 611.569,13
2.934.784,49 2.636.569,13
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 12.771,80 0,00
C. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 60.000,00 111.524,67
2. Sonstige Rückstellungen 6.535.823,20 6.564.402,43
6.595.823,20 6.675.927,10
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.983.333,35 2.776.666,67
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 241.492,44 357.559,29
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.308.033,97 4.789.184,83
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 10.708.343,91 11.727.093,91
5. Sonstige Verbindlichkeiten 5.804.130,52 6.591.657,11
- davon aus Steuern TEUR 565 (i. Vj. TEUR 307) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 2 (i. Vj. TEUR 3) -
25.045.334,19 26.242.161,81
34.588.713,68 35.554.658,04

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 74.967.539,25 71.437.647,11
2. Erhöhung (i. Vj. Verminderung) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen 1.042.417,03 -343,26
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 64.579,76 2.182,59
4. Sonstige betriebliche Erträge 629.152,55 4.030.527,37
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -14.294.940,58 -16.488.744,65
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -9.537.846,98 -23.832.787,56 -7.173.548,20 -23.662.292,85
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -30.524.130,53 -29.591.361,15
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -6.138.080,53 -36.662.211,06 -6.161.647,03 -35.753.008,18
7. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.373.926,57 -1.292.681,61
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 -1.373.926,57 -1.822.558,00 -3.115.239,61
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -12.381.002,92 -11.967.289,92
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 113,91 80,81
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -572.065,00 -339.861,14
- davon an verbundene Unternehmen TEUR 276 (i. Vj. TEUR 187) -
11. Ergebnis vor Steuern 1.881.809,39 632.402,92
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -60.000,00 -17.682,56
13. Sonstige Steuern -23.594,03 -23.354,00
14. Jahresüberschuss 1.798.215,36 591.366,36
15. Gewinnvortrag (i. Vj. Verlustvortrag) aus dem Vorjahr 611.569,13 -21.429.797,23
16. Korrektur Vorabausschüttung des Vorjahres 0,00 1.000.000,00
17. Entnahme Kapitalrücklage 0,00 20.450.000,00
18. Ausschüttung aus dem Gewinnvortrag -250.000,00 0,00
19. Vorabgewinnausschüttung -1.250.000,00 0,00
20. Bilanzgewinn 909.784,49 611.569,13

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Erläuterungen

Der Jahresabschluss der RailMaint GmbH, Delitzsch, - eingetragen beim Amtsgericht Leipzig unter der Nummer HR B 29038 - für das Geschäftsjahr 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften sowie den Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt entsprechend den handelsrechtlichen Bestimmungen und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Die Vermögensgegenstände und Schulden werden einzeln bewertet.

Der Jahresabschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going-Concern) aufgestellt.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögengegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und - soweit abnutzbar - vermindert um die gemäß § 253 Abs. 3 HGB notwendigen Abschreibungen. Der planmäßigen Abschreibung liegen die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern zugrunde, wobei die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen linear pro rata temporis abgeschrieben werden. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn eine dauernde Wertminderung vorliegt.

Die Nutzungsdauern der wesentlichen Anlagengruppen sind folgender Tabelle zu entnehmen:

Jahre
Immaterielle Vermögensgegenstände 3
Sachanlagen
- Grundstücke und Bauten 9 bis 33
- Fuhrpark 8 bis 25
- Technische Anlagen 5 bis 21
- Andere Anlagen/BGA 3 bis 23

Die Herstellungskosten umfassen neben den Einzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie planmäßige Abschreibungen.

Für geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von bis zu EUR 250,00 erfolgt gemäß § 6 Abs. 2a EStG eine Sofortabschreibung, für solche von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wurde ein Sammelposten gebildet, der jährlich (ohne Beachtung des tatsächlichen Verschleißes und Verbleibs der Vermögensgegenstände im Unternehmen) zu einem Fünftel abgeschrieben wird.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ist zu gewichteten durchschnittlichen Einstandspreisen unter Beachtung des Niederstwertprinzips erfolgt.

Die Bestände an unfertigen Leistungen werden auftragsbezogen EDV-mäßig hinsichtlich der verarbeiteten Material- und Lohnanteile erfasst. Das Material wird unter Beachtung des Niederstwertprinzips zu Einstandspreisen inklusive der Materialgemeinkosten, die Lohnanteile hinsichtlich der tatsächlich angefallenen Stunden, welche sowohl direkte Personalkosten als auch Fertigungsgemeinkosten und den Werteverzehr des Anlagevermögens umfassen, bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf dem aktuellen Abrechnungs- bzw. Arbeitsstand beruhen, zu Herstellungskosten bewertet. Der Ansatz beinhaltet neben den Material- und Fertigungseinzelkosten, Material- und Fertigungsgemeinkosten und den Werteverzehr des Anlagevermögens in angemessener Höhe. Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten werden nicht aktiviert. Die Bewertung erfolgte verlustfrei. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Für erkennbare Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, werden angemessene Abwertungen vorgenommen.

Geleistete Anzahlungen sind zum Nennwert bewertet.

Forderungen und flüssige Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Die Sonstige Vermögensgegenstände sind unter Beachtung strengen Niederstwertprinzips zum Nennwert angesetzt. Das allgemeine Kreditrisiko bei Liefer- und Leistungsforderungen ist durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt worden. Konkret absehbaren Ausfallrisiken bei Liefer- und Leistungsforderungen wurde durch Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Unter den Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Aus den Bewertungsunterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie aus Verlustvorträgen ergibt sich eine aktive Steuerlatenz, wofür ein Aktivierungswahlrecht besteht. Jedoch wird auf die Aktivierung wie auch in den Vorjahren verzichtet. Die aktiven Steuerlatenzen betreffen im Wesentlichen Verlustvorträge aus den Vorjahren. Für die Ermittlung wird ein kombinierter Steuersatz aus Körperschaft- und Gewerbesteuer von ca. 30 % angesetzt.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 1.798 (i. Vj. TEUR 591) erwirtschaftet.

Des Weiteren geht die Geschäftsführung von einer positiven Fortbestandsprognose wie auch in den Vorjahren aus.

Das gezeichnete Kapital sind zum Nennwert bilanziert.

Der Sonderposten enthält passivisch abgegrenzte Investitionszuschüsse. Die erfolgswirksame Auflösung erfolgt korrespondierend zur Nutzungsdauer der entsprechenden Vermögensgegenstände.

Die Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag in der Höhe angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die bestehenden ungewissen Verpflichtungen sowie Risiken angemessen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Gewährleistungsrückstellungen wurden wie in Vorjahren mit 0,1 % (i. Vj. 0,1 %) der Erlöse für die Güterwagensparte auf den gewährleistungsbehafteten Jahresumsatz gebildet. Bei der Personenwagensparte erfolgte die Bildung ebenso wie in den Vorjahren bei Revisionsleistungen mit 0,5 % (i. Vj. 0,5 %) und mit Umbauten auf 1 % (i. Vj. 1 %) der Umsatzerlöse. Gesonderte Bewertungen werden entsprechend bei Projekten durchgeführt.

Die Bewertung der Rückstellung für Verpflichtungen aus Sterbegeldern und Jubiläumsgeldzahlungen erfolgte nach dem modifizierten Teilwertverfahren (mit dynamischem Ansatz) zum Barwert des Erfüllungsbetrages auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten mit fristadäquaten Zinssätzen von 1,19 % und 1,13 % (i. Vj. 0,66 % und 0,83 %) unter Berücksichtigung eines Gehaltstrends von 2 %; zur Anwendung kamen die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck, Köln ohne Modifikation.

Die Rückbauverpflichtung wurde entsprechend des Angebots von 2021 für die weitere Bewertung genutzt. Die Verteilung der Rückstellung erfolgt über die Laufzeit des zugrundeliegenden Mietvertrages bis zum Jahr 2046. Zu erwartende Preissteigerungen wurden berücksichtigt.

Erhaltene Anzahlungen und Verbindlichkeiten sind zum jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert.

III. Währungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit dem niedrigeren bzw. höheren Devisenkassamittelkurs am Einstandstag oder Bilanzstichtag umgerechnet.

IV. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2023 ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Aufgrund der gestiegenen Leistungsanfrage im Geschäftsjahr 2023 erfolgten Investitionen in eine erste Erweiterung der Heizungsanlage (TEUR 254), Mess- und Testeinrichtung (TEUR 177), in eine neue Leichtbauhalle (TEUR 126), ein Rangiergerät (TEUR 118) und in eine Beleuchtungsanlage (TEUR 118).

Die Vorräte haben sich gegenüber dem Vorjahr 2022 um TEUR 1.399 erhöht, insbesondere ist dies auf den Anstieg der Unfertigen Erzeugnisse in Höhe von TEUR 927 gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen.

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben, wie auch im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Im Geschäftsjahr 2023 hat die Gesellschafterin Dividendenausschüttungen in Höhe von TEUR 1.500 (i. Vj. TEUR 300) und eine Rückzahlung aus Gesellschafterdarlehen TEUR 1.000 erhalten.

Von den Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 8.274 (i. Vj. TEUR 9.703) dienen TEUR 10 (i. Vj. TEUR 10) der Besicherung für Bürgschaften.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 6.536 (i. Vj. TEUR 6.564) betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für fehlende Rechnungen in Höhe von TEUR 2.348 (i. Vj. TEUR 2.710), Personalrückstellungen in Höhe von TEUR 2.749 (i. Vj. TEUR 2.371), Rückstellungen für Gewährleistungs- und sonstige Geschäftsrisiken in Höhe von TEUR 632 (i. Vj. TEUR 602) sowie Rückbauverpflichtungen in Höhe von TEUR 440 (i. Vj. TEUR 419). Im Geschäftsjahr 2023 wurden für die unterlassene Instandhaltung ebenso eine Rückstellung in Höhe von TEUR 238 (i. Vj. TEUR 331) gebildet.

Die Verbindlichkeiten haben folgende Restlaufzeiten:

Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ≤ 1 Jahr
TEUR
> 1 Jahr < 5 Jahre
TEUR
> 5 Jahre
TEUR
gesamt
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.450 533 0 2.983
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 241 0 0 241
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.308 0 0 5.308
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 85 10.623 0 10.708
Sonstige Verbindlichkeiten 2.370 3.435 0 5.804
Summe 10.454 14.591 0 25.045
Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten Vorjahr gesamt
TEUR
Vorjahr ≤ 1 Jahr
TEUR
Vorjahr >1 Jahr < 5 Jahre
TEUR
Vorjahr > 5 Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.777 2.450 327 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 357 357 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.789 4.789 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 11.727 104 11.623 0
Sonstige Verbindlichkeiten 6.592 1.934 4.482 176
Summe 26.242 9.634 16.432 176

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind bis auf den üblichen Eigentumsvorbehalt nicht besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, die zugleich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie sonstige Verbindlichkeiten darstellen, ergeben sich in Höhe von TEUR 10.708 (i. Vj. TEUR 11.727). Die Gesellschafterin hat in Bezug auf die Gesellschafterdarlehen einen unbefristeten Rangrücktritt hinter die in § 39 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 InsO genannten Forderungen in Höhe von TEUR 9.000 erklärt.

Die Senkung bei den sonstigen Verbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus den zurückgegangen Finanzierungstätigkeiten im Rahmen von Mietkäufen.

Im Rahmen der Mietkäufe bestehen vertragsübliche Eigentumsvorbehälte in Bezug auf die erworbenen Vermögensgegenstände. Der Gesamtbetrag der gewährten Sicherheiten beläuft sich auf TEUR 3.435 (i. Vj. TEUR 4.659).

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse werden realisiert, wenn die Lieferungen und Leistungen ausgeführt sind und der Gefahrenübergang erfolgt ist.

Die Umsatzerlöse verteilen sich wie folgt auf Tätigkeitsbereiche und Regionen:

2023
TEUR
2022
TEUR
Instandhaltungsleistungen 44.672 40.233
Sonstige Erlöse (Komponenten, mobiler Service) 29.575 30.895
Produktverkäufe 703 765
Erlösschmälerungen -159 -189
Erlöskorrekturen 177 -266
74.968 71.438
2023
TEUR
2022
TEUR
Inland 52.377 49.060
Schweiz 10.443 9.999
Österreich 3.207 2.619
Frankreich 2.723 4.256
Belgien 1.699 652
Schweden 1.324 1.454
Irland 1.322 2.073
Niederlande 578 401
Polen 565 347
Norwegen 350 229
Sonstige 362 803
Erlösschmälerungen -159 -189
Erlöskorrekturen 177 -266
74.968 71.438

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 74.968 (i. Vj. TEUR 71.438) sind zum Vorjahr gestiegen, was im Wesentlichen aus der Bearbeitung von Aufträgen für Revisionen, Bedarfsinstandsetzungen und Umbau von Fahrzeugen in Höhe von TEUR 44.672 (i. Vj. TEUR 40.233) resultiert. Umsatzerlöse beinhalten Periodenfremde Erlöse i.H.v. TEUR 28 (i. Vj. TEUR 28).

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge auf TEUR 629 (i. Vj. TEUR 4.031) resultiert insbesondere aus einem Forderungsverzicht aus dem Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 2.000 aus dem Vorjahr 2022 mit einem Ertrag von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung dar (§ 285 Nr. 31 HGB), sowie aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 447 (i. Vj. TEUR 1.588). Die Periodenfremde Erträge betragen im Berichtjahr TEUR 87 (i. Vj. TEUR 346).

Der Personalaufwand in Höhe von TEUR 36.662 (i. Vj. TEUR 35.753) steigt gegenüber dem Vorjahr um TEUR 909 trotz eines Personalabbaus auf 784 Mitarbeiter/innen (i. Vj. 824). Der Anstieg basiert im Wesentlichen auf Tariferhöhungen und Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie.

Die in den Abschreibungen im Vorjahr 2022 ausgewiesene außerordentliche Anpassung der Wertberichtigung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe aus fehlender Gängigkeit in Höhe von TEUR 1.823 stellt einen Aufwand von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung dar (§ 285 Nr. 31 HGB). Es handelte sich dabei um periodenfremde Aufwendungen.

Der sonstige betriebliche Aufwand in Höhe von TEUR 12.381 (i. Vj. TEUR 11.967) ist gegenüber Vorjahr gestiegen. Der Anstieg resultiert insbesondere aus gestiegenen Mieten und Pachten in Höhe von TEUR 3.339 (i. Vj. TEUR 3.118) und Fahrzeugkosten in Höhe von TEUR 539 (i. Vj. TEUR 386). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen i.H.v. TEUR 59 (i. Vj. TEUR 9).

Die Zinsaufwendungen TEUR 572 (i. Vj. TEUR 340) enthalten u. a. Aufwendungen aus Darlehen insbesondere gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 276 (i. Vj. TEUR 187). Des Weiteren sind sonstige Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 144 (i. Vj. TEUR 91), Zinsen für die Bankkredite in Höhe von TEUR 138 (i. Vj. TEUR 55) und Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen mit TEUR 6 (i. Vj. TEUR 7) enthalten.

VI. Sonstige Pflichtangaben

1. Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB bestehen nicht.

2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen gegenüber Dritten in Höhe von EUR 17,7 Mio (i. Vj. EUR 17,2 Mio). Sie ergeben sich aus Miet- und Leasingverträgen für Maschinen, Kraftfahrzeuge und das gepachtete Gelände sowie die Gebäude der einzelnen Werkstätten.

Es bestanden zum Bilanzstichtag Bestellobligos für Investitionen in Höhe von TEUR 1.829 (i. Vj. TEUR 456), welche zum Teil fremdfinanziert sind.

3. Angabe nach § 285 Nr. 30a HGB

Die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung sind mit Wirkung zum 28. Dezember 2023 in Deutschland in Form des Mindeststeuergesetzes ("MinStG") in Kraft getreten. Das MinStG gilt erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen. Aus der zukünftigen Anwendung dieses Gesetzes wird keine Erhöhung des Ertragsteueraufwands in Folgejahren erwartet.

4. Sonstige nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Im Rahmen einer Factoring-Vereinbarung veräußert die Gesellschaft Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen an eine Factoringgesellschaft ("Factor"). Das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Debitors trägt dabei der Factor, sodass echtes Factoring vorliegt. Die RailMaint GmbH haftet ausschließlich nur noch aus der abgegebenen Veritätsgarantie.

Zusätzlich zu dem hierbei beabsichtigten Liquiditätszufluss führt dieses Verfahren zu einer Verringerung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Ergebnisauswirkungen ergeben sich aus der Transaktion nur in sehr geringem Umfang (Finanzierungsaufwendungen). Dadurch sind zum 31. Dezember 2023 die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 7.513 (i. Vj. TEUR 6.714) niedriger ausgewiesen. Für noch nicht durch den Factor bezahlte, aber an ihn veräußerte, Forderungen ist in den sonstigen Vermögensgegenständen ein Anspruch in Höhe von TEUR 1.720 (i. Vj. TEUR 2.259) enthalten.

5. Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich insgesamt 784 Mitarbeiter (i. Vj. 824) beschäftigt, hiervon 252 kaufmännische (i. Vj. 254) und 532 gewerbliche Arbeitnehmer (i. Vj. 570). Des Weiteren waren im Durchschnitt 35 Auszubildende (i. Vj. 32) im Unternehmen beschäftigt.

6. Honorar des Abschlussprüfers

Das im Geschäftsjahr 2023 als Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 47 (i. Vj. TEUR 43) und betrifft Abschlussprüfungsleistungen.

7. Konzernabschluss

Durch die Gesellschafterin, die Bantiger Invest Holding I S.A., Luxemburg, bzw. die oberste Muttergesellschaft, die Iberia Industry Capital Group S.A., Luxemburg, wird auskunftsgemäß kein Konzernabschluss erstellt.

8. Organe

Geschäftsführer im Geschäftsjahr war:

Herr Axel Folchert, Diplom-Kaufmann, mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

9. Ereignisse nach Bilanzstichtag

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres liegen keine Vorgänge von besonderer Bedeutung vor, mit Auswirkungen auf die im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 dargestellte Vermögens-Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft.

 

Delitzsch, den 27. März 2024

Axel Folchert, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 889.520,82 359,10 0,00 0,00 889.879,92
II. Sachanlagen
1. Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.088.958,76 150.884,34 4.764,13 0,00 2.244.607,23
2. Technische Anlagen und Maschinen 11.129.917,74 44.453,49 0,00 3.395,60 11.170.975,63
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.963.973,20 833.627,04 72.661,44 17.454,72 10.852.806,96
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 120.011,74 499.556,53 -77.425,57 0,00 542.142,70
23.302.861,44 1.528.521,40 0,00 20.850,32 24.810.532,52
24.192.382,26 1.528.880,50 0,00 20.850,32 25.700.412,44
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 857.847,14 23.666,11 0,00 881.513,25
II. Sachanlagen
1. Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.106.812,40 121.201,84 0,00 1.228.014,24
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.043.438,29 625.372,77 2.639,63 5.666.171,43
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.294.825,91 603.685,85 17.450,72 6.881.061,04
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
12.445.076,60 1.350.260,46 20.090,35 13.775.246,71
13.302.923,74 1.373.926,57 20.090,35 14.656.759,96
Buchwerte
31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 8.366,67 31.673,68
II. Sachanlagen
1. Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.016.592,99 982.146,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.504.804,20 6.086.479,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.971.745,92 3.669.147,29
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 542.142,70 120.011,74
11.035.285,81 10.857.784,84
11.043.652,48 10.889.458,52

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die RailMaint GmbH, Delitzsch

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der RailMaint GmbH, Delitzsch‌, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der RailMaint GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023‌ geprüft.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt D des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB‌‌ erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB‌‌ unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌‌‌ durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der Geschäftsführung‌‌ für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften‌‌ in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Geschäftsführung dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Geschäftsführung verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB‌‌ unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung‌ durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von der Geschäftsführung angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von der Geschäftsführung dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von der Geschäftsführung angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von der Geschäftsführung dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von der Geschäftsführung zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Leipzig, den 4. April 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lauer, Wirtschaftsprüfer

Jahr, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde am 10. April 2024 festgestellt.

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