DEKRA Assurance Services GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Stephan Kramer seit 3.7.2024 | Prokura |
Karin Schneider seit 3.7.2024 | Prokura |
Anton Rösch seit 8.5.2024 | Prokura |
Mario Schwarz seit 8.5.2024 | Prokura |
Andreas Karl-Heinz Schumm seit 8.5.2024 | Prokura |
Jens Vieting seit 8.5.2024 | Prokura |
Christian Köhn seit 21.4.2022 | Prokura |
Volker Noeske seit 31.8.2021 | Prokura |
Sebastian Dr. Sigle seit 31.8.2021 | Prokura |
Friedemann Bausch seit 2.1.2019 | Geschäftsführer |
Bernd Grüninger seit 5.7.2018 | Prokura |
Jann Jürgen Fehlauer seit 5.7.2018 | Geschäftsführer |
Sonja Fischer seit 17.4.2015 | Prokura |
Guido Gerd Kutschera seit 23.7.2013 | Geschäftsführer |
Ralf Schwerin seit 26.8.2009 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 25.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
DEKRA SEStuttgartKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des Konzerns DEKRA sorgt für Sicherheit DEKRA engagiert sich seit fast 100 Jahren für die Sicherheit von Menschen in allen Lebenssituationen. Was 1925 mit der technischen Überwachung von Kraftfahrzeugen begann, umfasst heute ein breites Spektrum an Dienstleistungen insbesondere rund um das Prüfen, Testen und Zertifizieren von Produkten, Prozessen und Anlagen sowie Aus- und Weiterbildung. DEKRA ist bezogen auf den Umsatz weltweit die größte nicht börsennotierte Expertenorganisation in der TIC-Branche (Testing, Inspection, Certification) und profitiert vom nachhaltigen und globalen Trend zu mehr Sicherheit. Der satzungsgemäße Auftrag Sicherheit ist heute so gültig wie in den Anfängen. Für DEKRA arbeiteten zum Jahresende 2022 rund 48.600 Beschäftigte in rund 60 Ländern auf fünf Kontinenten. Das Unternehmen führte weltweit rund 28 Millionen Fahrzeugprüfungen durch. Die umfassenden Dienstleistungen sind seit 2019 zunächst in acht und seit 2022 in sieben Service Divisions gebündelt. Die beiden Service Divisions Consulting und Training wurden im Berichtsjahr zur Service Division Advisory & Training Services zusammengelegt, um eine Vervielfachung der Möglichkeiten zur Kundenbetreuung zu erreichen und eine weitere Skalierung digitaler Produkte zu ermöglichen. Das weltweite Geschäft wird von der DEKRA SE mit Sitz in Stuttgart gesteuert und ist in sechs Regionen aufgeteilt. In allen Regionen der Welt vertreten Unter den sechs Regionen ist die Region Germany mit mehr als 2,4 Mrd. EUR Umsatz der größte Markt, gefolgt von der Region South-West Europe, zu der auch der zweite Heimatmarkt Frankreich gehört, mit 544 Mio. EUR. In der Region North-West Europe erzielte DEKRA einen Umsatz von 365 Mio. EUR, in Central East Europe & Middle East waren es 171 Mio. EUR. Zu den weiteren Fokusmärkten neben Europa zählen für DEKRA die Regionen APAC (Asia-Pacific) mit 244 Mio. EUR Umsatz und Americas mit 114 Mio. EUR Umsatz. Systematischer Ausbau des Produkt- und Dienstleistungsangebots In sieben Service Divisions konzentriert sich DEKRA auf die Weiterentwicklung und Optimierung der Dienstleistungen in den jeweiligen sieben entsprechenden Geschäftsfeldern, um der Kundschaft weiterhin ein umfassendes Serviceportfolio zu bieten. Im Zuge der Digitalisierung, der zunehmenden Vernetzung und der wachsenden Anforderungen an Cyber Security entwickeln die Expertinnen und Experten von DEKRA Sicherheitslösungen von morgen und bekräftigen die Rolle von DEKRA als Vordenker für Sicherheit. Das Serviceportfolio von DEKRA ist in den folgenden Service Divisions gebündelt: Vehicle Inspection In dieser Service Division sind sowohl periodisch wiederkehrende Fahrzeugprüfungen als auch nichtperiodische technische Prüfungen und periodische Emissionsprüfungen für alle Arten von Fahrzeugen zusammengefasst. Mit Blick in die Zukunft der Mobilität sorgt DEKRA in diesem Kernkompetenzfeld für eine sichere technische Prüfung von immer stärker vernetzten und automatisiert fahrenden Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren sowie von E-Fahrzeugen mit den alternativen Antriebsformen Batterie oder Brennstoffzelle (Wasserstoff). Claims & Expertise Zum Leistungsangebot der Service Division Claims & Expertise gehören die Schadenregulierung für Schäden jeder Art, Fahrzeugbewertungs- und Verwaltungsdienstleistungen sowie Gutachten - national wie international. Product Testing Die Prüfung und Zertifizierung von Konsum-, Industrie-, Automobil-, Informations- und Kommunikationsprodukten sowie Medizinartikeln zählen zur Expertise in der Service Division Product Testing. DEKRA kombiniert Sicherheits- mit Konnektivitätsprüfungen und arbeitet so an einer Zukunft, in der Produkte einwandfrei funktionieren und störungsfrei miteinander kommunizieren. Industrial Inspection Für Industriekundschaft in aller Welt erbringt DEKRA umfassende Dienstleistungen für Gebäude-, Anlagen-, Maschinen- und Infrastrukturinspektionen, einschließlich eines breiten Spektrums an Materialprüfungen. Advisory & Training Services Qualifizierte Mitarbeitende und leistungsstarke Unternehmen sind das Ergebnis unserer kompetenten Beratungen und Weiterbildungen in den verschiedensten Branchen. Unter der Nutzung moderner Tools und digitaler Technologien unterstützen unsere erfahrenen Consultants und Trainer mit Dienstleistungen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zugeschnitten sind. Audit Unabhängige Bewertungen und Zertifizierungen von Managementsystemen nach internationalen und nationalen Normen bilden die Kernkompetenz der Service Division Audit. DEKRA hält diverse Akkreditierungen für Systemzertifizierungen und übernimmt First- (Auditierung im eigenen Unternehmen), Second- (Auditierung bei Lieferanten nach eigenen Vorgaben) und Third-Party-Audits (Überprüfung nach international anerkannten Standards mit entsprechender Zulassung). Temp Work Umfassendes Know-how in den Bereichen Personal-, Lösungs-, Event- und Logistikmanagement zeichnet die Mitarbeitenden in der Service Division Temp Work aus. DEKRA ist bezogen auf den Umsatz auf Platz sechs der größten Personaldienstleister in Deutschland.
Ziele und StrategienVision 2025: Wir werden der globale Partner für eine sichere und nachhaltige Welt Die strategische Ausrichtung und operative Führung von DEKRA stehen unter dem Leitgedanken des stabilen und gesunden Wachstums. Fachliche Kompetenz, Innovationskraft und Kundennähe bleiben daher die primäre Aufgabe. Mit dem strategischen Programm "Vision 2025" und der Konzentration auf die relevanten drei Lebensbereiche - im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause - hat DEKRA zum 90. Geburtstag im Jubiläumsjahr 2015 die Weichen für die nächsten Jahre gestellt. Dabei hat sich DEKRA zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2025 das Ziel gesetzt: Wir werden der globale Partner für eine sichere und nachhaltige Welt. Dieser langfristigen Zielsetzung hat sich DEKRA auch im Geschäftsjahr 2022 mit ganzem Einsatz gewidmet. Dabei spielt - beschleunigt durch die COVID-19-Pandemie - die digitale Transformation eine bedeutende Rolle. DEKRA ist zwar schon heute ein weltweit anerkannter Partner für die Prüfung, Zertifizierung und Inspektion intelligenter und vernetzter Produkte, doch die digitale Kompetenz wird auf der Basis einer umfassenden Digitalstrategie konsequent weiterentwickelt. Das beginnt intern bei einer modernen, globalen IT und neuen Arbeitsformen, umfasst die digitale Interaktion mit Kundinnen und Kunden und führt bis zu neuen und datengetriebenen Dienstleistungen. DEKRA wird deshalb seine Prozesse so weit wie möglich digitalisieren, technisches Know-how weiter ausbauen und über Innovations- und Technologiepartnerschaften die Digitalisierung seiner Märkte mitgestalten und neue Geschäftsfelder aufbauen. Die Digitalstrategie ist 2021 konzernweit ausgerollt worden und wird bis 2025 umgesetzt. Die Unternehmensvision hat DEKRA im Jahr 2021 um die Elemente "Security" und "Nachhaltigkeit" ergänzt. Die digitale Vernetzung von Produkten und Systemen führt zu einem erweiterten Sicherheitsbegriff. Der Mensch steht weiterhin im Mittelpunkt. Aber zum Aspekt der physischen Sicherheit bzw. Unversehrtheit (Safety) kommt die Sicherheit persönlicher Daten und vernetzter Systeme vor Angriffen von außen (Security) hinzu. Zudem hat DEKRA den Gedanken der Nachhaltigkeit in seinem Selbstverständnis verankert und will bis 2025 klimaneutral werden. So verfolgt DEKRA nun das Ziel, bis 2025 zum globalen Partner für eine sichere und nachhaltige Welt zu werden. Mit der erweiterten Unternehmensvision waren 2021 strategische Weichenstellungen verbunden. Die Prüforganisation konzentriert sich auf fünf Fokusbereiche (Corporate Focus Areas), die für bedeutende Wachstumsfelder stehen, in denen sowohl vorhandene Dienstleistungen verbessert als auch neue digitale Dienstleistungen entwickelt werden. Die Fokusbereiche sind "Dienstleistungen für Fahrzeuge und Mobilität in der Zukunft", "Informations- und Cybersicherheitsdienstleistungen", "Remote-Dienstleistungen", "Künstliche Intelligenz und Datenanalyse" sowie "Nachhaltigkeitsdienstleistungen". In diesen Corporate Focus Areas werden die Services für heute und morgen entwickelt, wie beispielsweise die erfolgreiche Einführung des patentierten Batterieschnelltests im Berichtsjahr. Als globales Unternehmen profitieren wir von einer nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Organisation und unser Geschäftsmodell haben wir bewertet und in unserer Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt. Die Nachhaltigkeitsstrategie wird in enger Abstimmung mit dem Vorstand und dem Executive Management (höchste Managementebene direkt unterhalb des Vorstands) kontinuierlich weiterentwickelt. Wir befassen uns mit spezifischen Herausforderungen im Zusammenhang mit unserer Geschäftstätigkeit, wie zum Beispiel den indirekten Klimaauswirkungen von Geschäftsreisen, und arbeiten daran, diese zu minimieren und innovative Lösungen zu entwickeln. Umwelt- und Klimafragen werden auch im Rahmen unseres internen Risikomanagementprozesses sowie in unserem internen Auditsystem berücksichtigt. Mit unserem internen Umweltmanagementsystem bewerten wir wesentliche Ressourcenverbräuche und Emissionen und leiten daraus relevante Risiken und Optimierungspotenziale ab. Die wachsende Marktnachfrage nach unabhängiger Nachhaltigkeitsexpertise stellt für DEKRA insgesamt ein großes Potenzial dar. Forschung und Entwicklung DEKRA setzt sich als unabhängige Expertenorganisation seit 1925 und damit seit knapp 100 Jahren für das Thema Verkehrssicherheit ein - mit periodischen Fahrzeuguntersuchungen, dem Einsatz von Unfallanalytikerinnen und -analytikern sowie Unfallforschenden, Crashtests, Öffentlichkeitskampagnen und der Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien. So unterstützt die DEKRA Unfallforschung unter anderem Automobilhersteller und Systemzulieferer seit mehr als 40 Jahren mit Crashtests und Unfallanalysen. Der zeitlose Auftrag lautet: das reale Unfallgeschehen auf den Straßen analysieren und daraus Lehren für die Verkehrssicherheit ableiten. Überdies klärt DEKRA als internationale Expertenorganisation auch in Workshops und Publikationen die Öffentlichkeit über relevante technische Anforderungen für mehr Sicherheit rund um das Thema Straßenverkehr auf. Junge Verkehrsteilnehmende im Fokus Im Geschäftsjahr 2022 wurde zum 15. Mal der DEKRA Verkehrssicherheitsreport (VSR) vorgestellt. Der seit 2008 jährlich erscheinende DEKRA VSR liefert aktuelle Informationen und Hinweise zur Weiterentwicklung der Verkehrssicherheit für die Entscheidungsinstanzen in Politik, Verbänden und Unternehmen. Der DEKRA VSR 2022 beschäftigt sich unter dem Titel "Mobilität junger Menschen" mit der Frage, wie die Sicherheit von jungen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern verbessert werden kann. Der DEKRA VSR wird flankiert durch das DEKRA Online-Portal zur Verkehrssicherheit, www.dekra-road- safety.com. Hier sind weitergehende Inhalte zum gedruckten Report verfügbar, beispielsweise in Form von Videos oder interaktiven Grafiken. Das Portal beschäftigt sich auch mit vielen anderen Themen rund um die Verkehrssicherheit, wie Fahrzeugtechnik, Infrastruktur oder dem Faktor Mensch, zum Beispiel in der Frage der Ablenkung durch Smartphones. Mobilität der Zukunft DEKRA begleitet die technologischen Entwicklungen im Automobilbereich seit vielen Jahren. Der Wandel hin zur Mobilität der Zukunft stellt dabei für alle Akteure in der Automobilindustrie eine besondere Herausforderung dar. So arbeitet bei DEKRA ein Team daran, Dienstleistungen rund um das vernetzte Fahrzeug zu entwickeln. DEKRA bündelt dazu über Organisations- und Landesgrenzen hinweg das gesamte Wissen - von Labortests über Materialprüfungen bis hin zu Homologation und Typprüfungen. Nach der Übernahme des Lausitzrings in Klettwitz/Deutschland im November 2017 hat DEKRA die Rennstrecke im Jahr 2018 mit dem angrenzenden DEKRA Technology Center zusammengeführt. Auf einer Fläche von 540 Hektar entstand ein einzigartiges herstellerunabhängiges Test- und Prüfzentrum für automatisiertes und vernetztes Fahren. Neben der Prüfung von Komponenten nach dem WLAN-basierten 5G-Standard können unterschiedlichste Szenarien der vernetzten Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und mit ihrer Umgebung geprüft werden, die den 5G-Mobilfunkstandard nutzen. Die bisherigen Investitionen - unter anderem in die Strecken sowie in Übertragungs- und Messtechnik - liegen im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Doch der Ausbau geht weiter. Der DEKRA Vorstand hat im Berichtsjahr beschlossen, in Klettwitz ein Testzentrum für Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge anzusiedeln. Zudem sind Vorbereitungsarbeiten für den Bau von Citykursen auf dem Gelände angelaufen. Auf den neuen Asphaltflächen sollen in Zukunft mit mobiler Infrastruktur und flexibler Bebauung die unterschiedlichsten Innerortsszenarien dargestellt werden. So lassen sich künftig zusammen mit den schon vorhandenen Strecken auf dem DEKRA Test-Oval und am Lausitzring Testfahrzeuge in flexiblen innerstädtischen Überland- und Autobahnszenarien testen. Insgesamt sorgt DEKRA mit entwicklungsbegleitenden Tests für Hersteller und Zulieferer - genauso wie mit Tests im Rahmen von Homologation und Typprüfung - dafür, dass die automatisierten Fahrfunktionen, die morgen und übermorgen auf die Straße kommen, sicher sind. Die wachsende Bedeutung von automatisierten Fahrfunktionen für die Sicherheit des Verkehrs der Zukunft spiegelt sich auch im Forschungsprojekt LAURIN wider, das DEKRA und fünf Partner im Mai 2022 ins Leben gerufen haben. Ziel ist es, die Steuerung von bewegten Objekten rund um Testfahrzeuge auf eine neue Ebene zu heben. Die automatisierten Fahrfunktionen werden am DEKRA Lausitzring sowohl in Simulationen als auch durch reale Tests geprüft. Das Projekt LAURIN ist auf drei Jahre angelegt und wird durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Konsortialführer des Projekts ist die DEKRA Automobil GmbH. Zusammen mit weiteren DEKRA Standorten in Spanien, Festlandchina und Taiwan bilden der Lausitzring und der Standort Klettwitz einen leistungsstarken internationalen Testverbund. Im spanischen Málaga liegt der Schwerpunkt etwa auf sicherer Konnektivität und elektromagnetischer Verträglichkeit von Mobiltelefonen, Smart-Home-Produkten und Industrie-4.0-Anwendungen sowie einem Testareal für das vernetzte Fahren. Die Ausrichtung liegt dort auf Produktprüfungen, der Entwicklung von Testverfahren im frühen Entwicklungsstadium und auf der Prüfung sogenannter V2X-Technologien (Vehicle-to-Everything). Im Rahmen des zunehmenden automatisierten Fahrens und der Vernetzung des Verkehrs spielen Daten eine entscheidende Rolle - speziell auch für die Verkehrssicherheit. In der "Trust Center"-Initiative fordert DEKRA seit 2019 den ungefilterten und diskriminierungsfreien Zugang zu sicherheits- und umweltrelevanten Fahrzeugdaten - ohne sie lassen sich der ordnungsgemäße Zustand und die Sicherheit der Fahrzeuge nicht garantieren. Beim "Trust Center" handelt es sich um ein Treuhändermodell zur sicheren Sammlung und Verwertung von Daten im Sinne des Verbraucher- und Datenschutzes. Wasserstofftechnologien werden eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen. DEKRA engagiert sich daher - beispielsweise in seiner Rolle als Mitglied im Branchenverband Hydrogen Europe - für die Wasserstoffwirtschaft der Zukunft. Dabei geht es zum einen um weltweit gültige Standards und Regularien, zum anderen um eine sichere Infrastruktur. Von der Erzeugung über Transport und Verteilung bis zur Anwendung von Wasserstofflösungen steuert DEKRA - nicht zuletzt in erfolgreichen Kunden- und Pilotprojekten - wesentliches Know-how bei. Das Start-up hylane begleitet DEKRA beispielsweise bei der Einführung der ersten kommerziellen Vermietflotte von 44 Wasserstoffnutzfahrzeugen in Deutschland. Die beteiligten Partner sammeln dabei wichtige Erfahrungen mit unterschiedlichen Ansätzen der Brennstoffzellentechnologie. Und für BMW hat DEKRA Verbrauchsmessungen im Antriebsstrang- und Abgaslabor des DEKRA Technology Centers in Klettwitz am Lausitzring vor der Einführung der Demoflotte des iX5 Hydrogen durchgeführt. Intensivierung der Digitalisierungsoffensive Die Digitalisierung von Dienstleistungen und Prozessen wurde im Geschäftsjahr weiter vorangetrieben und damit weitere Weichen für die Entwicklung von zukunftsgerichteten Dienstleistungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und Cyber Security gestellt. Der 2020 begonnene Aufbau eines "Centers of Excellence" für KI in Kooperation mit DEKRA Digital wurde im Berichtsjahr fortgesetzt. Ziel ist es, auf Basis der Möglichkeiten von KI bestehende Dienstleistungen weiter zu verbessern. Über alle Service Divisions und Regionen hinweg konnten 70 potenzielle Projekte identifiziert werden, welche durch den Einsatz von KI initiiert und in den kommenden Jahren implementiert werden können. Bei DEKRA wurde bereits im Vorjahr ein "Cyber Security Hub" gegründet, um die Menschen weltweit vor Hackerangriffen und Datenmissbrauch zu schützen. Durch die zunehmende Vernetzung der Welt in allen Bereichen wird die Nachfrage nach allumfassenden Standards für die Cybersicherheit immer vorrangiger. Ob Funktionale Sicherheit, Produkttests oder automobile Cybersicherheit, unsere globale Kundschaft schätzt uns als Partner für die Transformation der Cybersicherheit. Ein aktuelles Anwendungsbeispiel sind die Herausforderungen durch die disruptiven UN-Verordnungen R155/156 der UNECE für die Automobilindustrie. Wir unterstützen unsere Kundinnen und Kunden, dass erstmalig die Zertifizierungsanforderungen an Cyber-Security-Managementsysteme über alle Stufen der Wertschöpfungskette sowie den gesamten Lebenszyklus der Autos regelmäßig überprüft werden können. Mit dem Mobile Application Security Assessment (MASA) wird die Sicherheit und Transparenz im Google Play Store gesteigert. Die von Google gegründete App Defense Alliance (ADA) setzt dabei auf die fundierte DEKRA Erfahrung im Bereich mobile Sicherheit und ernannte die Expertenorganisation zu einem der fünf offiziellen Partner des Programms. Überprüft werden die Apps der Entwickelnden anhand eines definierten Kriterienkatalogs. Die digitale Sicherheit steht auch bei der strategischen Zusammenarbeit im Mittelpunkt, die DEKRA und Microsoft im Berichtsjahr vereinbart haben. Ziel ist es, digitale Inspektionslösungen auf Basis von Microsoft Azure zu entwickeln. Die Kooperation mit der Perspektive einer Technologiepartnerschaft kann bereits erste Ergebnisse vorweisen. Denn mit dem patentierten Batterieschnelltest für Elektroautos hat DEKRA bereits eine erste Lösung auf Basis der Cloud-Computing-Dienste von Azure entwickelt. Bei künftigen Inspektionslösungen von DEKRA wird es darum gehen, anhand von digitalen Zwillingen ("Digital Twins") virtuelle Abbilder der zu prüfenden Gegenstände zu erstellen. Das wird immer wichtiger, weil geprüft werden muss, ob nach Software-Updates der Datenzustand echter Geräte noch immer dem digitalen Zwilling mit den hinterlegten gesetzlichen Vorschriften entspricht. DEKRA geht davon aus, dass Digital Twins die Prüfdienstleistungen neu definieren werden. Die Zukunft der Inspektion liegt demnach in der Kombination von Präsenz- und kontinuierlicher digitaler Inspektion. Entsprechend sind bei DEKRA mehr als 100 IT-Experten unter Leitung des DEKRA CIO eingebunden. Künftig dürften bei nahezu allen heutigen Prüfdienstleistungen digitale Lösungen relevant sein. Ein weiterer Prüfbereich mit wachsender Bedeutung ist die Wi-Fi-Sicherheit. DEKRA hat daher 2022 die Zusammenarbeit mit der Wi-Fi Alliance erweitert. Im DEKRA Produktprüflabor in Stuttgart/Deutschland entsteht ein Autorisiertes Testlabor (ATL) für das Zertifizierungsprogramm der Wi-Fi Alliance. Hersteller können dort künftig anerkannte Wi-Fi CERTIFIEDTM-Prüfungen für ihre Produkte durchführen lassen. Im Fokus des neuen ATL-Labors stehen besonders die Märkte für Automotive und Industrial Internet of Things (IoT). DEKRA verfügt bereits über von der Wi-Fi Alliance anerkannte Labore in Málaga/Spanien und Shenzhen/China. Insgesamt testet DEKRA an 14 Prüfstandorten weltweit Wireless-Technologien nach verschiedenen international anerkannten Standards. Integrität 1 1 Keine inhaltliche Prüfung durch den Abschlussprüfer Compliance-Management Die Einhaltung und Umsetzung von Gesetzen und Richtlinien genießen im gesamten Konzern eine hohe Aufmerksamkeit. Im Jahr 2022 wurde das DEKRA Compliance-Management weiter ausgebaut und an die sich verändernden Anforderungen angepasst. Unter Einbindung der operativen Bereiche entwickelte das DEKRA Compliance Office eine webbasierte internationale Compliance-Schulung, die 2023 im gesamten DEKRA Konzern ausgerollt wird. Zudem wurde der Compliance-Bereich mit Fokus auf dem Zusammenspiel mit den Regionen weiterentwickelt. Das Compliance Office arbeitet zusammen mit dem Risikomanagement daran, neue länderübergreifende Risikofelder zu erkennen sowie das internationale Team und dessen globale Zusammenarbeit zu stärken. Der Chief Compliance Officer und das Compliance Office stellen eine vertrauliche und neutrale Anlaufstelle für Mitarbeitende und Externe dar. Das Compliance Office hat im Jahr 2022 ein webbasiertes, hochsicheres Hinweisgebersystem zum Erhalt sowie zur Bearbeitung und Dokumentation von Meldungen eingeführt, welches die Anforderungen der "Whistleblower-Richtlinie" erfüllt. Das Hinweisgebersystem ist nach europäischem Datenschutzrecht zertifiziert und ermöglicht, mit dem Hinweisgebenden anonym in Kontakt zu treten. Compliance wird heute nicht nur als rein normenbasierte, sondern als eine wertebasierte, auf Integrität beruhende Aufgabe verstanden. Die Berücksichtigung der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility) nimmt dabei eine stetig wachsende Bedeutung für eine gelungene Unternehmensführung ein. Die Beachtung der ESG-Faktoren (Environmental, Social and Governance) ist nicht nur für die Vermeidung von Haftungsschäden, sondern auch für die Gewährleistung langfristiger Wettbewerbsfähigkeit sowie das Verhindern von Reputationsschäden unerlässlich. Die Compliance-Funktion entwickelt sich daher zunehmend zu einer integrierten Ethik-, Risiko- und Compliance-Funktion und trägt damit ihren Anteil dazu bei, dass DEKRA der globale Partner für eine sichere und nachhaltige Welt wird. Qualitätsmanagement Für den Erfolg von DEKRA als unabhängige Sachverständigenorganisation sind die Werte Unparteilichkeit, Integrität und Zuverlässigkeit von entscheidender Bedeutung. Die Reputation und Wettbewerbsfähigkeit von DEKRA am Markt sowie die Unabhängigkeit bei Dienstleistungen und hoheitlichen Aufgaben werden durch das Verhalten jedes Einzelnen wesentlich mitbestimmt. Behörden, Auftraggebende, Kundinnen und Kunden sowie geschäftliche Kontakte können erwarten, dass alle bei DEKRA Beschäftigten - Mitarbeitende, Führungskräfte, Geschäftsführung und Vorstand - auf der Grundlage dieser Werte arbeiten, ihre Verpflichtungen verlässlich erfüllen und als faire Geschäftspartnerinnen oder -partner handeln. Im Qualitätsmanagementsystem werden hierfür die internen Vorgaben und Verpflichtungen festgesetzt. Im Berichtsjahr wurden Änderungen und Aktualisierungen international gültiger Normen weltweit in die Prozesse bei DEKRA implementiert und in den Risikoermittlungsprozess aufgenommen. Das Qualitätsmanagement (QM) fixiert nicht nur die Vorgaben, sondern prüft und optimiert laufend die Prozesse und Dienstleistungen bei DEKRA. Zusätzlich zu den jährlichen externen Überwachungen durch die Behörden sichern alle Tochtergesellschaften mit zertifizierten oder akkreditierten QM-Systemen ihre Produkt- und Prozessqualität durch regelmäßige und geplante Audits. Das QM steuert und sichert zudem die Akkreditierungen und behördlichen Zulassungen von DEKRA. Zum weiteren Ausbau des QM greift DEKRA auf ein unternehmensweites Enterprise Quality Management System (EQMS) zurück. Nachhaltigkeit 2 2 Keine inhaltliche Prüfung durch den Abschlussprüfer Nachhaltigkeitsmanagement Der Ausbau des DEKRA Nachhaltigkeitsmanagements wurde auch im Geschäftsjahr 2022 fortgesetzt. Die Ausrichtung im Bereich Nachhaltigkeit orientiert sich an den DEKRA Unternehmenswerten und an den Anforderungen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), international The Sustainability Code, sowie an den zehn Prinzipien des UN Global Compact. Seit Ende 2020 ist DEKRA im Nachhaltigkeitsrating von EcoVadis mit der höchsten Stufe Platinum ausgezeichnet. Im Berichtsjahr 2022 wurde DEKRA das Platinum-Rating bestätigt. Damit gehört die Expertenorganisation weiterhin zu den Top-1-Prozent der bewerteten Unternehmen vergleichbarer Kategorie. Seit Ende 2020 ist DEKRA im Nachhaltigkeitsrating von EcoVadis mit der höchsten Stufe Platinum ausgezeichnet. Auf Grundlage der DEKRA Nachhaltigkeitsstrategie 2025 werden sowohl ökologische (Ausbau des internen Umwelt- und Klimamanagements) und soziale Themen (DEKRA Sozialstandards, Prozesse rund um die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht) als auch die organisatorische Integration des Nachhaltigkeitsmanagements in die Lieferkette weiter vorangetrieben. Schritt für Schritt verbessern wir uns in den definierten Schwerpunktfeldern: Umwelt & Klima, Mitarbeitende & Gesellschaft, Liefer- & Wertschöpfungskette sowie Management & Governance. Im Dialog mit internen und externen Stakeholdern wird die Nachhaltigkeitsausrichtung kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt. Einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft leistet DEKRA insgesamt vor allem auch als Multiplikator durch den Sachverstand und die Expertendienstleistungen mit dem Fokus Sicherheit sowie durch die spezifische Unterstützung der Kundschaft im Themenfeld Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility. Nach der strategischen Neuausrichtung 2022 ist Nachhaltigkeit einer der zentralen Fokusbereiche von DEKRA. Daher wurde im Berichtsjahr damit begonnen, das bestehende Nachhaltigkeitsportfolio strategisch in allen Regionen auszuweiten und in neue Dienstleistungen zu investieren. Die aktive Unterstützung von Kundinnen und Kunden fokussiert dabei auf die Themenfelder Energiewende, Kreislaufwirtschaft und ESG (Environmental, Social, Governance). Konkret wurden im Jahr 2022 Test-,Zertifizier-, Prüf-, Experten- und Trainingsdienstleistungen entwickelt bzw. weiterentwickelt, die sich auf die Technologien der Energiewende beziehen, insbesondere auf Wasserstoff, Photovoltaik, Windkraft und Batterien. Daneben entwickelt DEKRA Dienstleistungen, die Unternehmen, Finanzdienstleister und Investoren in der Umsetzung und Überprüfung von Nachhaltigkeitsstrategien unterstützen, beispielsweise wenn es um die Anforderungen von ESG-Ratings oder einer künftigen EU-Taxonomie geht. Um nachhaltige, klimafreundliche und zirkuläre Unternehmen und Lieferketten zu unterstützen, hat DEKRA zudem damit begonnen, Verifizierungs- und Validierungsdienstleistungen im Nachhaltigkeitsbereich auf- und auszubauen. Dazu gehört auch ein DEKRA Siegel. Ziel ist es, künftig für mehr Klarheit, Transparenz und Vertrauen bei den Marktteilnehmenden zu sorgen. Umwelt- und Klimaschutz Das interne Umweltmanagement auf der Grundlage eines weltweiten Managementsystems und der datenbasierten Steuerung von Umweltschutzthemen wird entsprechend aktueller Erkenntnisse und Anforderungen weiter aufgebaut und weiterentwickelt. Dabei stehen die Themen Energie- und Ressourceneffizienz sowie Klimaschutz im Vordergrund. So zählt etwa die Umstellung der Stromversorgungen bis 2025 auf 100 % erneuerbare Energien zu den Zielen. Zeitgleich will DEKRA zudem Klimaneutralität erreichen. Die Klimaneutralität bezieht sich dabei auf direkte Emissionen und indirekte Emissionen aus dem Energiebezug (Scope 1 und 2) sowie auf Dienstreisen (Scope 3). Hierbei nutzt DEKRA die Expertise seiner auf diese Bereiche spezialisierten Mitarbeitenden auch intern. Die Belegschaft wird zu Umweltschutzthemen geschult und sensibilisiert. Interne Best Practices werden hervorgehoben und auf geeignete Bereiche übertragen. Darüber hinaus bietet DEKRA weiterhin Expertendienstleistungen in den Bereichen Klima, Umwelt und Energie an, die auch außerhalb des Unternehmens einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Seit November 2021 ist DEKRA Teil der Science Based Targets Initiative (SBTi) und schließt sich der globalen "Business Ambition for 1.5°C" zur Reduktion der Treibhausgase und der Erderwärmung an. SBTi unterstützt Firmen dabei, wissenschaftlich fundierte Emissionsreduktionsziele zu erarbeiten. DEKRA ist auf diesem Weg im Berichtsjahr weiter vorangekommen. Zudem wurde die gemeinnützige Organisation CDP (Carbon Disclosure Projekt) beauftragt, die DEKRA Klimastrategie nach den CDP-Kriterien zu überprüfen. Damit ist DEKRA ein CDP-berichtendes Unternehmen und wird darauf aufbauend sein Klimamanagement weiterentwickeln und zukünftig vergleichbare Transparenz schaffen. Mit Blick auf das operative Geschäft hat DEKRA 2022 begonnen, die Umweltauswirkungen seiner Geschäftsprozesse in den Service Divisions zu erfassen. PersonalberichtPersonalwachstum In den sechs weltweiten DEKRA Regionen erhöhte sich die Beschäftigtenzahl zum Jahresende 2022 (ohne Temp Work) um 638 auf 29.668 (Vorjahr: 29.030). In der Region Germany stieg die Zahl der Stammbeschäftigten gegenüber dem Vorjahr um knapp 1 % auf 13.252. Auch die Anzahl der Mitarbeitenden in den Service Divisions nahm von 292 auf 331 zu. Die Zentralbereiche des Konzerns ("Steering & Support") dagegen reduzierten ihren Personalbestand auf 645 Mitarbeitende (Vorjahr: 680). Im Bereich Temp Work liegt die Zahl der Beschäftigten im Berichtsjahr nach einem bereits hohen Anstieg im Jahr 2021 (um 3.003 auf 17.768) weiterhin auf einem hohen Niveau von 18.002. In Deutschland waren im Bereich Temp Work 10.690 Mitarbeitende eingesetzt (Vorjahr: 10.532). Insgesamt erreichte damit die Gesamtbeschäftigtenzahl der DEKRA 48.646 Mitarbeitende (Vorjahr:47.770). Erklärung zur Unternehmensführung Für die Besetzung der wichtigsten Gremien sowie für die erste und zweite Führungsebene sind Zielgrößen für den Frauenanteil definiert. Die Zielgröße für die Besetzung des Aufsichtsrats der DEKRA SE beträgt 16,7 % (Vorjahr: 16,7 %). Diese Quote ist erreicht. Die Zielgröße für den Vorstand der DEKRA SE von 25 % ab dem Jahr 2022 wurde bereits 2021 realisiert. Für die erste Führungsebene (Executive Committee) bzw. für die zweite Führungsebene (Management Committee) wurden als Zielgrößen 15 % bzw. 20 % ab 2022 festgelegt. Für die erste Führungsebene ist die Zielgröße mit 9,5 % (Vorjahr: 9,1 %) noch nicht erreicht. Dagegen wurde für die zweite Führungsebene mit 19,8 % (Vorjahr: 18,9 %) der vorgenannte Zielwert erwirkt. Beide Zielgrößen haben weiterhin Bestand und bei der ersten Führungsebene wird kontinuierlich an der Zielerreichung gearbeitet. Chief Human Resources Officer (CHRO) Im Zuge der weiteren globalen Ausrichtung des Unternehmens und der Stärkung eines einheitlichen Konzernauftritts wurde die CHRO-Rolle im Unternehmen neu gestaltet. Wesentlich trägt diese Rolle dazu bei, den Aufbau und die Implementierung moderner globaler HR-Standards bei DEKRA zu sichern, um die konzernweite Arbeitgeberattraktivität zu steigern. Gleichzeitig wird die HR-Funktion durch neue Governance-Prozesse selbst gestärkt. HR-Strategie Die Verabschiedung der neuen und unternehmensweiten HR-Strategie dient uns als Leitfaden, die anstehenden unternehmerischen Herausforderungen der nächsten Jahre fokussiert zu begleiten und umzusetzen. Die wesentlichen Säulen sind: Kultur, Talentmanagement, Leadership und Mitarbeitererlebnis. Die HR-Strategie unterstützt proaktiv und strategieumsetzend die Unternehmensentwicklung, um als globaler Konzern zu wachsen. HR-Transformation Das Projekt "evolve" ist ein erster und entscheidender Schritt zum Aufbau unserer global abgestimmten HR-Organisation. "Evolve" hilft, DEKRA als Gruppe durch weltweit einheitliche HR-Prozesse und Tools zu stärken und zu harmonisieren. Gleichzeitig stärkt "evolve" die interne Funktion HR durch neue globale Rollen, Funktionen und Verantwortlichkeiten. Leadership Development Auch in diesem Jahr haben wir unsere Aktivitäten im Bereich der Führungskräfteentwicklung fortgesetzt. Das weltweite Format "International Advancement Program" (IAP) für Talente im internationalen Kontext wurde mit einem aktuellen Frauenanteil von über 50 % durchgeführt. Ebenso haben wir eine digitale Lernreise für unsere Führungskräfte realisiert, um sie durch diverse Trainings in ihren Führungsaufgaben und den veränderten Rahmenbedingungen ("digitale Führung") zu stärken. Hierdurch wurden unsere Führungskräfte auf die anstehenden digitalen Herausforderungen gezielt vorbereitet. Das Managerial Foundation Program (MFP) ist um ein weiteres Modul ergänzt worden. Talentmanagement Ein besonderer strategischer Fokus liegt im Bereich Talentmanagement zur Stärkung der Zukunftssicherung des Unternehmens. Der Aufbau eines Organisational Talent Review (OTR) unterstützt, Talente systematischer zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig stärkt OTR die globale Nachfolgeplanung und die Implementierung von individuellen Entwicklungsplänen im Unternehmen. Digitale Lernkultur DEKRA Global LMS ist die digitale Lernplattform bei DEKRA und wurde in enger Zusammenarbeit von Human Resources und dem Bereich Training aufgebaut und ab 2021 weltweit implementiert. Strategisches Ziel ist es, eine digitale Lernkultur im Unternehmen zu erschaffen. Ein besonderer Fokus liegt im Soft Skill-Bereich: Hier gibt es über 130 Kursangebote in zehn verschiedenen Sprachen - ab 2023 auch in Chinesisch. Weltweit wurden in diesem Jahr über 20.000 Kurse besucht. Diversity & Inklusion (D&I) D&I ist ein zentrales Anliegen der DEKRA Mitarbeitenden und der Unternehmensführung. 2022 hat sich DEKRA intensiv darum gekümmert, effektive Maßnahmen für Chancengleichheit zu implementieren: Neben der Verabschiedung einer globalen Richtlinie für Vielfalt, Inklusion und Gleichbehandlung haben wir uns durch die Unterzeichnung der "Charta der Vielfalt" zu einer aktiven Förderung von Vielfalt in der Belegschaft verpflichtet. Als Entscheidungs- und Berichtsgremium wurde das Diversity Steering Committee ins Leben gerufen. Dieses hat die Aufgabe, D&I strategisch zu steuern, die Wirksamkeit umgesetzter Maßnahmen zu kontrollieren und relevante Indikatoren regelmäßig zu analysieren. Durch den Austausch mit anderen Unternehmen zu D&I möchte DEKRA auch in Zukunft von den Best Practices lernen und ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem jede Person individuell gefördert und wertgeschätzt wird. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Wachstum der Weltwirtschaft rückläufig Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich 2022 deutlich verlangsamt. War das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2021 noch um 6,0 % gestiegen, so konnte 2022 nur ein Wachstum von 3,4 % verzeichnet werden. Besonders stark war der Einbruch in China. Gegenüber 8,1 % im Jahr 2021 wurden 2022 nur 3,0 % erreicht. Unter den Entwicklungs- und Schwellenländern verzeichnete Indien das stärkste Wachstum (6,8 %). Bei den westlichen Industrienationen lagen Spanien (5,2 %) und Großbritannien (4,1 %) an der Spitze. Das Wachstum im Euroraum erreichte 3,5 %. In den Entwicklungs- und Schwellenländern wurde ein Wachstum von 3,9 % erzielt. Die Arbeitslosigkeit im Euroraum (gemäß Definition IWF) ging gegenüber dem Vorjahr auf 6,6 % zurück (Dezember 2021: 7,0 %). Insgesamt waren im Dezember 2022 im Euroraum 11,0 Mio. Menschen ohne Beschäftigung. Die jährliche Inflationsrate im Euroraum stieg im Jahresvergleich laut EUROSTAT von 5,0 % im Vorjahr auf 9,2 % im Dezember 2022. Deutschland verzeichnete nach Angaben von EUROSTAT eine jährliche Inflationsrate von 9,6 % im Dezember 2022. Anspruchsvolle Rahmenbedingungen Die für DEKRA wichtige Automobilindustrie entwickelte sich 2022 je nach Region sehr unterschiedlich. Nach Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA) stiegen die Zulassungszahlen in Indien (23,0 %) und China (10,0 %). In Europa (EU-27, EFTA, UK) gingen die PKW-Zulassungszahlen zurück (-4,1 %), ebenso in den USA (-8,1 %). In Deutschland wurde das Vorjahresniveau leicht übertroffen (1,0 %). Nach Überwindung einiger Probleme in den Lieferketten ist die Pkw-Produktion in Deutschland wieder angestiegen. Die Produktionszahlen aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 wurden aber nicht erreicht. Das industrielle Geschäft von DEKRA wird durch die deutsche und internationale Industriekonjunktur beeinflusst. Im Jahr 2022 waren neben den Folgen der COVID-19-Pandemie die Verwerfungen durch den Krieg in der Ukraine ein Grund für ein zunehmend schwieriges wirtschaftliches Umfeld. In Deutschland verzeichnete das produzierende Gewerbe insgesamt zwar einen Rückgang von 0,6 %. In energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion allerdings deutlich stärker gesunken (-19,6 %). Insgesamt war die Produktion im Berichtsjahr vor allem von gestiegenen Energiekosten sowie Engpässen bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen gekennzeichnet. In den Geschäftsfeldern Training und Temp Work ist neben der Auftragsvergabe durch die öffentliche Hand vor allem die industrielle Nachfrage nach Zeitarbeit relevant. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit lag die Zahl der Zeitarbeit nehmenden im Jahresdurchschnitt 2021 bei 816.000 und damit höher als im Vorjahr, aber immer noch niedriger als im Vor-Corona-Jahr. GeschäftsverlaufKonzern Trotz schwierigem Umfeld auf Kurs Aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine hat sich das wirtschaftliche Umfeld im globalen Maßstab verschlechtert. In dieser Situation konnte DEKRA aufgrund seiner guten Marktpositionen und seiner Kundenzentriertheit das Geschäftsvolumen weiter ausbauen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 % auf 3.796,5 Mio. EUR. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnten die hohen Vorjahreswerte angesichts steigender Personal- und Energiekosten nicht erreicht werden. Darüber hinaus war im Vorjahr ein einmaliger positiver Umstellungseffekt in Höhe von 14,5 Mio. EUR im Zusammenhang mit einer deutschen Berufsgenossenschaft vorhanden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank auf 201,8 Mio. EUR (Vorjahr: 216,1 Mio. EUR). Region Germany In Deutschland wuchs der Umsatz von DEKRA um 9,9 % auf 2.358,5 Mio. EUR. Dieser Erfolg ist auf das hohe Qualitätsniveau der DEKRA Services, die flächendeckende Präsenz in Deutschland und die schnelle Digitalisierung von Dienstleistungen zurückzuführen. Darüber hinaus wurde der Umsatz durch eine erfreuliche Entwicklung insbesondere im Bereich Prüfwesen gestützt. Zudem ergaben sich pandemiebedingte Aufholeffekte im Bereich Training. Prüfgeschäft gut behauptet In der Fahrzeugprüfung (Vehicle Inspection) ist es 2022 gelungen, die Zahl der Hauptuntersuchungen nochmals zu steigern. Dadurch konnte DEKRA seine starke Marktposition weiter festigen. Im Geschäftsfeld Claims & Expertise wirkte die Flutkatastrophe in Deutschland und Belgien vom Juli 2021 auch noch im Berichtsjahr nach. Daneben ergaben sich Umsatzeffekte aus einem wieder erhöhten Verkehrsaufkommen nach der COVID-19-Pandemie. Im Jahr 2022 ist im DEKRA Technology Center am Lausitzring ein neuer Prüfstand für elektrische Motoren und elektrische Antriebsachsen in Betrieb gegangen. Damit baut DEKRA seine Position in einem Wachstumsfeld der Mobilität aus. Ein weiteres Highlight war die Prüfung des Wasserstoffverbrauchs eines Brennstoffzellenfahrzeugs auf dem Rollenprüfstand. Im Geschäftsfeld Industrial Inspection konnte der Umsatz aufgrund des Ausbaus der Marktposition erneut gesteigert werden. DEKRA war in der Großkundenakquise erfolgreich, unter anderem bei Unternehmen im Bau- und Energiesektor. Der Bereich Training konnte im Zuge der Lockerung der COVID-19-Maßnahmen erste Aufholeffekte verzeichnen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 %, liegt jedoch, auch bedingt durch einen niedrigen Stand der Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen geringeren öffentlichen Fördermaßnahmen, unter dem Vorkrisenniveau. Um diese Effekte abzumildern, wurde die Weiterentwicklung des Angebots zum virtuellen Lernen, insbesondere auch im privatwirtschaftlichen Sektor, im Berichtsjahr konsequent fortgeführt. Das Lernmanagementsystem - DEKRA Learncube - wurde hinsichtlich eines positiven Lernerlebnisses weiterentwickelt und stieß insbesondere bei Firmenkunden auf großes Interesse. Der Umsatz im Firmenkundengeschäft erreichte mit über 40 Mio. EUR einen Rekordwert. Dank flexibler Lernkonzepte und anerkannter Expertise konnte DEKRA auch im Bereich der Elektromobilität deutlich wachsen. DEKRA wird daher weiter in Ausstattung und Personal investieren und sein Angebot um Qualifizierungen für den Umgang mit Wasserstoff und anderen Bereichen stetig erweitern. Der steigende Fachkräftemangel verbunden mit der durch die Digitalisierung vorangetriebenen Transformation der Wirtschaft für die Zukunft bieten weiterhin Chancen im Bereich des geförderten Re- und Upskilling von Beschäftigten. Gleiches gilt für Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete. Das Geschäft im Bereich Temp Work hat sich im Berichtsjahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen positiv entwickelt. Zum einen zog die Nachfrage von Kundinnen und Kunden aus der Logistik- und Automobilbranche an. Zum anderen konnten in der Personalvermittlung, beispielsweise von High Professionals, deutliche Zuwächse erzielt werden. Die Zahl der Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer in Deutschland stieg von 10.532 auf 10.690. Region Central East Europe & Middle East Im Berichtsjahr hat DEKRA in der Region Central East Europe & Middle East einen Umsatz von 170,7 Mio. EUR (Vorjahr: 166,2 Mio. EUR) verzeichnet. Das Umsatzwachstum ist zum einen auf die positive Entwicklung im Bereich Fahrzeugprüfung (Vehicle Inspection) zurückzuführen. Durch die Übernahme von Prüfstationen in Tschechien 2021 konnte die Marktposition im Berichtsjahr weiter ausgebaut werden. Zum anderen erzielte DEKRA Erfolge im Geschäftsfeld der organisatorischen Prozesssicherheit und Produktprüfung, wo der Konzern durch die Übernahme eines italienischen Unternehmens 2021 seine Position in der Prüfung elektromagnetischer Bauelemente (EMV) im Jahr 2022 mit einem neuen Labor mit Sitz im Norden Italiens stärkte. Region North-West Europe In der Region North-West Europe konnte DEKRA den Umsatz auf 365,2 Mio. EUR steigern (Vorjahr: 355,8 Mio. EUR). Das Wachstum ist insbesondere auf die positive Entwicklung in den Bereichen Claims & Expertise, Industrial Inspection und Audit zurückzuführen. Im Bereich Claims & Expertise hat vor allem in Belgien und in den Niederlanden ein wieder erhöhtes Verkehrsaufkommen nach der COVID-19-Pandemie dazu beigetragen. In Dänemark, Schweden und Finnland wurde das bestehende Netz im Bereich Fahrzeugprüfung weiter ausgebaut. Die Zahl der Prüfstationen stieg auf 147 (Vorjahr: 133). In den Niederlanden hat DEKRA das Prüfgelände in Arnheim für den Bereich Product Testing um eine neue Open Area Test Site (OATS) für die Prüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) erweitert. Die neue Prüfeinrichtung kann für die Erprobung großer Fahrzeuge genutzt werden, beispielsweise Elektrobusse und E-Trucks, aber auch Baumaschinen und landwirtschaftliche Maschinen. Das Prüffeld bietet weitere Möglichkeiten für DEKRA, Hersteller bei der Entwicklung, Prüfung und Zertifizierung ihrer Neuentwicklungen zu unterstützen. Region South-West Europe In der Region South-West Europe erwirtschaftete DEKRA einen Umsatz in Höhe von 544,3 Mio. EUR und lag damit unter dem Vorjahr (551,1 Mio. EUR). Der Umsatzrückgang resultiert in Frankreich aus den Bereichen Product Testing sowie Industrial Inspection. Im Geschäftsfeld Product Testing lief ein Großvertrag aus. Im Geschäftsfeld Industrial Inspection konnte das Dienstleistungspotenzial aufgrund von Personalengpässen nicht ausgeschöpft werden. Demgegenüber konnte in Spanien der Umsatz im Berichtsjahr gesteigert werden. Die Bereiche Product Testing, insbesondere durch den Ausbau der Cyber-Security-Aktivitäten, Telekom und regulatorischen Dienstleistungen, sowie Advisory & Training Services entwickelten sich positiv. So konnte im Bereich Advisory & Training Services ein Global Player in der chemischen Industrie rund um die Arbeitssicherheit beim Bau einer neuen Fabrikanlage gewonnen werden. Zudem konnte eine Vertragsverlängerung bei einem führenden Hersteller von Luftfahrttechnik erreicht werden. Dabei geht es um Trainings rund um die Themen Health, Safety, Environment (HSE), Mental Health und Leadership. In Spanien ist im Mai 2022 die erste DEKRA Fahrzeugprüfstation in der Stadt Leganés im Südwesten der Region Madrid eröffnet worden. Weitere Standorte sollen hinzukommen. In der Service Division Advisory & Training Services konnte DEKRA im Bereich der Organisationssicherheit einen bedeutenden Düngemittelhersteller mit Sitz in Spanien und Produktionsstandorten in Frankreich und Großbritannien gewinnen und Beratungsprojekte durchführen. Im Bereich Audit konnte ein internationaler Automobilhersteller als Kunde gewonnen werden. DEKRA überzeugte rund um die Prüfung der Fahrzeuggewährleistung durch eine Kombination von Remote- und On-site-Audits. Region Americas Die Region Americas verzeichnete im Berichtsjahr ein Umsatzwachstum von 19,7 % auf 113,5 Mio. EUR (Vorjahr: 94,8 Mio. EUR). Diese Steigerung ergibt sich im Wesentlichen durch die Bereiche Vehicle Inspection in den Ländern Costa Rica, USA und Mexiko sowie Product Testing und Audit. Im Berichtsjahr 2022 ist DEKRA in die periodische Fahrzeugüberwachung in Costa Rica eingestiegen. Damit unterstreicht DEKRA seine Position als globaler Marktführer. Mit Costa Rica führt DEKRA nun in 24 Ländern Fahrzeuginspektionen durch, darunter fünf auf dem amerikanischen Kontinent. DEKRA hat im Berichtsjahr bereits 13 Prüfstationen in Costa Rica eröffnet und einen Umsatz in Höhe von 2,6 Mio. EUR erwirtschaftet. Im Advisory & Training-Geschäft bildete der Abschluss eines Projekts für Canadian National Rail (CN Rail) ein Highlight im Berichtsjahr. Dank der Beratung durch DEKRA konnte CN Rail die Arbeitssicherheit deutlich verbessern. Innerhalb von zwei Jahren sank die Verletzungsrate in dem Unternehmen mit 24.000 Beschäftigten und einem Schienennetz von 36.000 Kilometern um 32 Prozent. Region APAC In der Region APAC erzielte DEKRA weiteres Wachstum. Der Umsatz stieg auf 244,3 Mio. EUR (Vorjahr: 221,2 Mio. EUR). Dies ist insbesondere dem Bereich Vehicle Inspection in Neuseeland aufgrund von Aufholeffekten nach starken Lockdown-Maßnahmen der COVID-19-Pandemie im Jahr 2021 zuzuschreiben. Trotz massiven COVID-19-Lockdown-Maßnahmen in Festlandchina konnte der Umsatz leicht gesteigert werden. In Festlandchina und Taiwan entwickelte sich insbesondere der Bereich Product Testing, vor allem bei Failure Analysis, LED Testing, High Power Solution und klimatische Verträglichkeit positiv. In dieser Region hat DEKRA in den vergangenen Jahren ein Netzwerk an leistungsfähigen Prüflaboren aufgebaut. Ein weiterer Meilenstein war in dieser Hinsicht die Eröffnung eines neuen Prüfzentrums für erneuerbare Energien in Shanghai/China. Dadurch partizipiert DEKRA auch in Zukunft an der wachsenden Nachfrage der chinesischen Solarindustrie. Das DEKRA Shanghai Renewable Energy Testing Center in Baoshan, Shanghai, ist mit 2.600 Quadratmetern das größte und modernste Solarlabor von DEKRA. Das Dienstleistungsportfolio umfasst Prüfungen und Zertifizierungen entlang der gesamten solaren Wertschöpfungskette: von den Rohstoffen über Komponenten und Module bis hin zum Kraftwerksbetrieb und Low-Carbon-Zertifizierung. Im Konsumgüterumfeld (Geschäftsfeld Product Testing) konnte DEKRA sein Netzwerk an Authorized Test Labs (ATL) für den cloudbasierten Sprachservice Alexa von Amazon ausbauen. In inzwischen acht Laboren in China, Japan und Südkorea werden Geräte nach Amazon-Standards geprüft. So stellt DEKRA sicher, dass die Produkte die Anforderungen an Akustik, Funktionalität und Nutzerführung (UX) erfüllen. Gesamtaussage der Unternehmensleitung Trotz weitreichender politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen konnte DEKRA im Berichtsjahr Kurs halten und wachsen. Das Unternehmen hat sich konsequent auf die Bedürfnisse der Kundschaft und die Umsetzung der Strategie fokussiert. Dadurch ist es gelungen, die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und die anhaltenden Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie weitgehend zu kompensieren. DEKRA geht davon aus, dass auch im Jahr 2023, wie im Prognosebericht dargestellt, der Wachstumskurs beibehalten werden kann - allen Unwägbarkeiten des wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds zum Trotz. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageErtragslage Der Umsatz des DEKRA Konzerns lag im Geschäftsjahr 2022 mit 3.796,5 Mio. EUR (Vorjahr: 3.534,8 Mio. EUR) um 261,7 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau, was einem Umsatzanstieg von 7,4 % (Vorjahr: Umsatzanstieg von 10,9 %) entspricht. Damit wurde das Ziel einer Umsatzsteigerung von 3 % bis 5 % für das Geschäftsjahr 2022 übertroffen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank jedoch um 14,3 Mio. EUR von 216,1 Mio. EUR auf 201,8 Mio. EUR, wobei dies im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass das EBIT im Geschäftsjahr 2021 einen im Personalaufwand ergebniserhöhenden Sondereffekt in Höhe von 14,5 Mio. EUR enthielt. Bereinigt um diesen Sondereffekt belief sich das EBIT im Geschäftsjahr 2021 auf 201,6 Mio. EUR. Somit konnte durch das Umsatzwachstum das EBIT im Berichtsjahr auf Vorjahresniveau gehalten und die angestiegenen Kosten, insbesondere im Personalbereich, überkompensiert werden. Trotz nicht antizipierter Kostensteigerungen sowie einem COVID-19-bedingten erhöhten Krankenstand ist das Ziel aus dem Geschäftsjahr 2021, das EBIT im Geschäftsjahr 2022 leicht zu steigern, bereinigt um den genannten Sondereffekt im Personalaufwand im Geschäftsjahr 2021, lediglich leicht unter den Erwartungen geblieben. Das Umsatzwachstum resultiert in Höhe von 6,8 % (Vorjahr: 10,5 %) aus organischem Wachstum. Neben dem Ausbau der Geschäftsaktivitäten und -volumen trugen auch Preiserhöhungen zu dem Wachstum bei. In Höhe von 0,1 % (Vorjahr: 0,2 %) trugen die Akquisitionen des Geschäftsjahres und die vollständige Einbeziehung der im Vorjahr unterjährig erworbenen Unternehmen zum Umsatzwachstum bei. Die Veränderung der Wechselkurse wirkte sich mit 0,5 % (Vorjahr: 0,2 %) erhöhend auf die Umsatzerlöse aus. Im Geschäftsjahr verzeichneten alle Regionen bis auf die Region South-West Europe einen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Zur Umsatzsteigerung trug absolut gesehen die Region Germany maßgeblich bei. Die Region Germany verzeichnete einen Umsatzanstieg um 212,7 Mio. EUR zum Vorjahr. Insbesondere in den Geschäftsfeldern Temp Work, Vehicle Inspection und Industrial Inspection konnte in der Region Deutschland der Umsatz deutlich gesteigert werden. Über den DEKRA Konzern hinweg trugen zur Umsatzsteigerung insbesondere die Dienstleistungen der Geschäftsfelder Temp Work, Vehicle Inspection und Claims & Expertise absolut gesehen maßgeblich im Vergleich zum Vorjahr bei. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 3,9 Mio. EUR auf 47,1 Mio. EUR (Vorjahr: 43,2 Mio. EUR), was im Wesentlichen auf Erträge aus Fremdwährungsbewertung zurückzuführen ist. Der Materialaufwand stieg um 6,9 % unterproportional zu den Umsatzerlösen. Die Materialaufwandsquote liegt somit mit 9,2 % geringfügig unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 9,3 %). Die Personalaufwendungen stiegen im Jahr 2022 um 9,6 % auf 2.550,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2.327,3 Mio. EUR) und damit überproportional zum Umsatzwachstum. Die Personalaufwandsquote stieg im Geschäftsjahr deutlich um 1,4 Prozentpunkte von 65,8 % auf 67,2 %. Im Wesentlichen resultiert der Anstieg der Personalaufwendungen aus dem Bereich Temp Work bedingt durch einen Anstieg des Geschäftsvolumens sowie durch im Vergleich zum Vorjahr erhöhte unproduktive Kosten der Zeitarbeitnehmenden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entwickelten sich mit einem Anstieg von 8,3 % überproportional zu den Umsatzerlösen. Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 41,9 Mio. EUR auf 547,5 Mio. EUR. Die Aufwandsquote erhöhte sich geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 14,4 % (Vorjahr: 14,3 %). Die überproportionale Steigerung ist im Wesentlichen auf Änderungen im Konsolidierungskreis und Währungsdifferenzen von in Summe 12,1 Mio. EUR zurückzuführen. Bereinigt um diese Effekte erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 5,9 % unterproportional zum Umsatzwachstum bzw. die um diese Effekte bereinigte Aufwandsquote ist mit 14,1 % leicht unter Vorjahresniveau. Das Abschreibungsvolumen erhöhte sich im Geschäftsjahr leicht um 2,0 Mio. EUR auf 204,1 Mio. EUR (Vorjahr: 202,1 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen stiegen um 5,7 Mio. EUR, gegenläufig reduzierten sich die Aufwendungen für außerplanmäßige Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Mio. EUR. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat sich mit 201,8 Mio. EUR (Vorjahr: 216,1 Mio. EUR) um 6,6 % reduziert. Bereinigt um den im Vorjahr im Personalaufwand enthaltenen ergebniserhöhenden Sondereffekt in Höhe von 14,5 Mio. EUR, liegt das EBIT im Berichtsjahr stabil auf Vorjahresniveau. Die Umsatzrendite auf Basis des EBIT verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 % Prozentpunkte auf 5,3 % (Vorjahr Umsatzrendite: 6,1 %). Der im Vorjahr im Personalaufwand enthaltene ergebniserhöhende Sondereffekt in Höhe von 14,5 Mio. EUR trug mit 0,4 % zu dieser Reduktion bei. Das Finanzergebnis reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Mio. EUR auf 17,9 Mio. EUR. Dies ist im Wesentlichen auf Abschreibungen von Ausleihungen an verbundene, nicht konsolidierte Gesellschaften sowie auf im Vergleich zum Vorjahr veränderte Verbindlichkeiten aus Put-Call-Optionen im Zusammenhang mit in Vorjahren erworbenen Tochterunternehmen zurückzuführen. Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) reduzierte sich damit um 22,8 Mio. EUR auf 183,9 Mio. EUR (Vorjahr: 206,7 Mio. EUR). Die Umsatzrendite auf Basis des Ergebnisses vor Ertragsteuern verringerte sich auf 4,8 % (Vorjahr: 5,8 %). Die Konzernsteuerquote ist gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 31,2 % (Vorjahr: 31,6 %) gesunken. Der Konzernjahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2022 sank um 15,1 Mio. EUR auf 126,4 Mio. EUR (Vorjahr: 141,5 Mio. EUR) im Wesentlichen durch den Rückgang im EBIT in Höhe von 14,3 Mio. EUR. Das sonstige Ergebnis des Geschäftsjahres erhöhte sich um 66,2 Mio. EUR auf 137,1 Mio. EUR (Vorjahr: 70,9 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die versicherungsmathematischen Anpassungen der Pensionsverpflichtungen zurückzuführen, die das sonstige Ergebnis um 150,7 Mio. EUR (Vorjahr: 54,9 Mio. EUR) erhöhten. Demgegenüber reduzierte sich die Rücklage aus der Währungsumrechnung um 6,7 Mio. EUR (Erhöhung im Vorjahr: 15,6 Mio. EUR), was im Wesentlichen auf Tochtergesellschaften in Schweden, den USA und Taiwan zurückzuführen ist. Darüber hinaus wirkte sich die erfolgsneutrale Anpassung der zum Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumente ebenfalls negativ in Höhe von 6,9 Mio. EUR (Vorjahr: +0,4 Mio. EUR) auf das sonstige Ergebnis aus. Somit ergibt sich ein Gesamtergebnis unter Berücksichtigung der erfolgsneutral erfassten Aufwendungen und Erträge von 263,6 Mio. EUR (Vorjahr: 212,4 Mio. EUR). Zum Zwecke der Vergleichbarkeit wurden das EBIT sowie das EBT für 2022 und 2021 um die folgenden nicht operativen Ergebnisse (Sondereffekte) bereinigt:
Das bereinigte EBIT bewegt sich mit 226,4 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 226,0 Mio. EUR). Das EBIT wurde im Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen um Projektkosten für die maßgebliche Verbesserung der IT-Infrastruktur sowie Projektkosten für den Markteintritt in neue Länder oder Geschäftsfelder bereinigt. Die Marge für das bereinigte EBIT reduziert sich durch das überproportionale Umsatzwachstum um 0,4 Prozentpunkte auf 6,0 % (Vorjahr: 6,4 %). Das bereinigte EBT liegt im Geschäftsjahr bei 210,5 Mio. EUR (Vorjahr: 215,5 Mio. EUR). Dies entspricht einer Marge von 5,5 % (Vorjahr: 6,1 %).
FinanzlageFinanzmanagement Das Finanzmanagement des Konzerns umfasst unter anderem das Cash- und Liquiditätsmanagement sowie das Management von Marktpreisrisiken (Zinsen, Währungen) und von Kreditausfallrisiken. Im Cashmanagement werden für alle DEKRA Gesellschaften die benötigten bzw. überschüssigen Zahlungsmittel ermittelt. Rechtzeitige Kontendispositionen stellen sicher, dass die erforderlichen Mittel für Zahlungen dort zur Verfügung stehen, wo sie benötigt werden, mit dem Ziel, externe Geldanlagen und -aufnahmen auf ein Minimum zu reduzieren. Das Liquiditätsmanagement stellt die jederzeitige Erfüllung aller Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaften des DEKRA Konzerns sicher. Hierzu werden in der Liquiditätsplanung die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft ermittelt, absehbarer Liquiditätsbedarf wird frühzeitig abgesichert und Liquiditätsüberschüsse werden am Geldmarkt angelegt bzw. auf Bankkonten vorgehalten. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Zinssatz- und Währungsschwankungen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu werden die Marktpreisrisiken ermittelt, auf deren Basis Sicherungsentscheidungen getroffen werden. Diese beinhalten die Wahl der Sicherungsinstrumente, das zu sichernde Volumen sowie den abzusichernden Zeitraum. Derivative Finanzinstrumente wurden von DEKRA bis Juni 2022 in geringem Umfang eingesetzt, um variabel verzinsliche Finanzierungen abzusichern. Das beim Management von Kreditausfallrisiken betrachtete Risikovolumen umfasst Wertpapieranlagen und die Anlage liquider Mittel bei Finanzinstituten im Rahmen des Liquiditätsmanagements sowie das Kreditrisiko gegenüber Endkunden durch die Einräumung und konsequente Überwachung von Zahlungszielen aus dem Liefer- und Leistungsgeschäft. Die kurzfristige Anlage liquider Mittel erfolgt ausschließlich bei Finanzinstituten mit erstklassiger Bonität und auf Basis aktueller Einstufungen von Ratingagenturen sowie unter Berücksichtigung aktueller CDS-Spreads. Für die Bonitätsbewertungen unserer Kundschaft wird auf Kreditauskunfteien zurückgegriffen und in zweifelhaften Fällen auf Vorkasse oder auf Stellung von Bankbürgschaften (Avale) bestanden. Investitionen Das Nettoinvestitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrug 133,1 Mio. EUR (Vorjahr: 100,6 Mio. EUR). Investiert wurde im Wesentlichen in Grundstücke und Gebäude, technische und andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie immaterielle Vermögenswerte. Die Investitionen in Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten betrugen im Geschäftsjahr 6,9 Mio. EUR (Vorjahr: 43,2 Mio. EUR). Liquiditätsanalyse Die Liquiditätsentwicklung des DEKRA Konzerns ist im Wesentlichen durch die Abnahme des Nettoumlaufvermögens (ohne Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente), geringere Investitionen in finanzielle Vermögenswerte und sonstige Vermögenswerte sowie Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten im Vergleich zum Vorjahr sowie gestiegene Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten geprägt. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit reduzierte sich um 81,1 Mio. EUR auf 286,3 Mio. EUR (Vorjahr: 367,4 Mio. EUR). Dazu beigetragen haben unter anderem der Rückgang des Konzernjahresüberschusses in Höhe von 15,1 Mio. EUR, die Veränderung des Nettoumlaufvermögens (ohne Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) in Höhe von 42,4 Mio. EUR sowie der Anstieg der gezahlten Steuern in Höhe von 22,9 Mio. EUR. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit zeigte einen Mittelabfluss in Höhe von 154,3 Mio. EUR (Vorjahr: 175,0 Mio. EUR). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf ein gesunkenes Investitionsvolumen im Bereich der finanziellen Vermögenswerte und sonstigen Vermögenswerte sowie Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten zurückzuführen, die mit 32,7 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 93,6 Mio. EUR lagen. Gegenläufig erhöhten sich die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 36,6 Mio. EUR auf 143,2 Mio. EUR (Vorjahr: 106,6 Mio. EUR). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zeigte einen Mittelabfluss in Höhe von 223,8 Mio. EUR (Vorjahr: 134,6 Mio. EUR). Die Erhöhung des Mittelabflusses ist im Wesentlichen auf gestiegene Tilgungszahlungen von Finanzkrediten in Höhe von 104,7 Mio. EUR (Vorjahr: 47,8 Mio. EUR) zurückzuführen. Im Ergebnis verringerte sich der Finanzmittelfonds - bestehend aus Schecks, Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Zahlungsmitteläquivalenten - um 90,1 Mio. EUR auf 136,5 Mio. EUR (Vorjahr: 226,6 Mio. EUR). Vermögens- und Kapitalstruktur Die Bilanzsumme blieb im Geschäftsjahr mit 2.812,4 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 2.811,3 Mio. EUR). Dem leichten Anstieg der langfristigen Vermögenswerte um 8,7 Mio. EUR auf 1.848,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1.839,8 Mio. EUR) steht ein Rückgang in nahezu gleicher Höhe der kurzfristigen Vermögenswerte um 7,6 Mio. EUR auf 963,9 Mio. EUR (Vorjahr: 971,5 Mio. EUR) gegenüber. Der leichte Anstieg der langfristigen Vermögenswerte beruht im Wesentlichen auf mehreren gegenläufigen Effekten. Im Bereich der Sachanlagen erhöhten sich die anderen Anlagen und die Betriebs und Geschäftsausstattung um in Summe 14,7 Mio. EUR auf 130,8 Mio. EUR (Vorjahr: 116,1 Mio. EUR) sowie die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau um 11,5 Mio. EUR auf 24,0 Mio. EUR (Vorjahr: 12,5 Mio. EUR). Im Bereich der Leasing-Nutzungsrechte erhöhten sich die Nutzungsrechte aus Immobilien um 30,9 Mio. EUR auf EUR 359,0 Mio. EUR (Vorjahr: 328,1 Mio. EUR). Im Bereich der immateriellen Vermögenswerte stiegen die geleisteten Anzahlungen um 16,0 Mio. EUR an. Gegenüber diesen Erhöhungen steht der Rückgang der latenten Ertragsteueransprüche um 62,7 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf die erfolgsneutrale Neubewertung der Pensionsverpflichtungen zurückzuführen ist. Die leichte Verringerung der kurzfristigen Vermögenswerte um 7,7 Mio. EUR beruht im Wesentlichen auf zwei gegenläufigen Effekten. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente reduzierten sich um 90,1 Mio. EUR auf 136,5 Mio. EUR (Vorjahr: 226,6 Mio. EUR). Demgegenüber erhöhten sich die Forderungen aus Lieferung und Leistung um 83,5 Mio. EUR auf 550,9 Mio. EUR (Vorjahr: 467,4 Mio. EUR). Das Eigenkapital stieg um 210,7 Mio. EUR auf 1.153,5 Mio. EUR (Vorjahr: 942,8 Mio. EUR). Erhöhend haben sich dabei der Konzernjahresüberschuss in Höhe von 126,4 Mio. EUR (Vorjahr: 141,5 Mio. EUR), der Rückgang der erfolgsneutralen Neubewertung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 150,7 Mio. EUR (Rückgang im Vorjahr: 54,9 Mio. EUR) und die Zuführung in die Kapitalrücklage durch den DEKRA e.V., Stuttgart, von 10,0 Mio. EUR (Vorjahr: 10,0 Mio. EUR) ausgewirkt. Gegenläufig wirkte die Abführung des Ergebnisses an den DEKRA e.V., Stuttgart, in Höhe von 61,7 Mio. EUR (Vorjahr: 89,5 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote nahm somit deutlich auf 41,0 % gegenüber 33,5 % im Vorjahr zu. Die langfristigen Schulden verringerten sich stark um 271,7 Mio. EUR auf 657,4 Mio. EUR (Vorjahr: 929,1 Mio. EUR). Dies resultiert im Wesentlichen aus um 237,4 Mio. EUR gesunkenen Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen aufgrund der Reduzierung der Anwartschaftsbarwerte um 244,1 Mio. EUR kombiniert mit einem um 6,8 Mio. EUR gesunkenen Planvermögen. Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verminderten sich ebenfalls um 60,7 Mio. EUR auf 85,9 Mio. EUR (Vorjahr: 146,6 Mio. EUR). Im Gegenzug erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen um 23,4 Mio. EUR auf 300,1 Mio. EUR (Vorjahr 276,8 Mio. EUR). Der wesentliche Teil der kurz- und langfristigen Schulden besteht in Euro. Die kurzfristigen Schulden nahmen um 6,6 % von 939,4 Mio. EUR auf 1.001,5 Mio. EUR zu. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung. Der DEKRA Konzern benötigt einen ausreichenden Liquiditätsspielraum für zukünftige Investitionen, der durch die aufgenommenen Schuldscheindarlehen sowie durch längerfristige Kreditzusagen sichergestellt wird. Zum 31. Dezember 2022 bestehen schriftlich zugesagte Kreditlinien in Höhe von 413,8 Mio. EUR (Vorjahr: 440,5 Mio. EUR), die noch nicht in Anspruch genommen wurden. Zusammenfassende Beurteilung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Trotz des global schwierigen wirtschaftlichen Umfelds zeigt sich die Ertragslage des DEKRA Konzerns im Geschäftsjahr 2022 weiterhin robust. Die Umsatzentwicklung übertraf die Erwartungen für das Geschäftsjahr, so dass hierdurch das Ergebnis, bereinigt um den ergebniserhöhenden Sondereffekt im Personalaufwand im Geschäftsjahr 2021, auf Vorjahresniveau stabil bleibt. Die Vermögens- und Finanzlage gibt genügend Raum für die Verfolgung der Unternehmensziele. Risiko-, Chancen- und PrognoseberichtRisikobericht Risiken systematisch managen - integrierter Risikomanagementprozess DEKRA hat eine ausgeprägte Risikokultur etabliert, die die Basis für die Managementprozesse darstellt. Der integrierte Risikomanagementprozess hat sich bewährt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die Integration in die Managementprozesse und das Tagesgeschäft sowie das Maßnahmencontrolling und Ad-hoc-Meldungen sind wichtige Bausteine des Prozesses und konnten im aktuellen Geschäftsjahr weiter intensiviert werden. Bei der Risikoinventur werden ebenfalls Risiken in Bezug auf die Nachhaltigkeit und den Klimawandel geprüft und berücksichtigt Das Risikomanagement wird fortlaufend im Rahmen kontinuierlicher Überwachungs- sowie Verbesserungsprozesse verfeinert. Hiermit soll die Wirksamkeit der internen Kontroll- und Risikomanagementsysteme gewährleistet werden. Die hieraus entstehenden Erkenntnisse werden an den Vorstand (monatlich), den Beirat und den Aufsichtsrat der DEKRA (jährlich) berichtet. Dieser Prozess wird laufend an veränderte rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen angepasst. Der integrierte Risikomanagementprozess besteht aus den folgenden Teilprozessen:
Die Risikoinventur für kurz- und mittelfristige bzw. operative Risiken wird für einen Mehrjahreszeitraum (laufendes Geschäftsjahr sowie zwei Folgejahre) durchgeführt. Strategische Risiken und Chancen mit kumulativem Charakter werden in einer gesonderten Risikoinventur erfasst, welche langfristige Risiken mit einem Zeithorizont von vier oder mehr Jahren berücksichtigt. Den strategischen Risiken weist der Vorstand eine hohe Bedeutung zu, da diese auch erhebliche Chancen darstellen können. Risiken werden als negative Abweichung zu den festgelegten Planzahlen definiert. Bei den Risikoinventuren werden Risiken, soweit diese bereits in den Planungen erfasst wurden, nicht aufgenommen. Das Instrument des internen Ad-hoc-Risikomanagements mit Abstimmung zum Forecasting-Prozess für besonders dringliche Sachverhalte wird als Kommunikations- und Steuerungsmittel innerhalb des DEKRA Konzerns angewandt. Des Weiteren erfolgt ein regelmäßiges Controlling sowie eine Überprüfung und Anpassung der Wirksamkeit der Maßnahmen sowie der Risikotragfähigkeit. Zusätzlich findet eine stetige Abstimmung mit der Strategie und dem Risikoappetit des Unternehmens statt. Die Risikoinventuren sowie Ad-hoc-Berichte sind wesentlicher Bestandteil des Maßnahmenmanagements und -Controllings des Vorstands sowie der verantwortlichen Leitungsebenen. Auf dieser Basis erfolgt die qualitative und quantitative Risikosteuerung durch den Vorstand. Der Prozess bildet auch die DEKRA Matrix aus Regionen und Service Divisions sowie Steering- und Support-Funktionen ab, so dass potenzielle Risiken mit Handlungsbedarf von den betroffenen Ebenen ermittelt, bearbeitet und auch gesteuert werden können. Der Risikomanagementprozess wird im Tagesgeschäft in allen Prozessen des internen Kontrollsystems sowie Cash- und Performance-Managements angewandt. Auch hier liegt ein Fokus auf den Maßnahmen bzw. dem Maßnahmencontrolling sowie Chancenmanagement in Abstimmung mit dem Risikoappetit, der Risikotragfähigkeit und dem Business Development. Risikotragfähigkeit ist das maximale Risikoausmaß, welches das Unternehmen ohne Gefährdung eines Fortbestands tragen kann. Es versteht sich also als Gegenüberstellung des Gesamtrisikos mit den zur Risikodeckung verfügbaren finanziellen Mitteln, den sogenannten Deckungsmassen. Business Development ist ein wichtiger Bestandteil auf Basis der Unternehmensstrategie hinsichtlich der Umsetzung/Erreichung von Chancen sowie der Reduzierung von Risiken im Rahmen des Maßnahmencontrollings. Die führende Kennzahl der operativen Risiken ist der Schadenerwartungswert. Der Schadenerwartungswert (netto) einzelner Risiken wird durch die Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenpotenzial für das jeweilige Geschäftsjahr berechnet. Kategorisierung von Risiken
Qualitative Risiken werden insbesondere in den Bereichen Qualitätsmanagement, Interne Revision sowie dem Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements berücksichtigt. Hierbei werden mögliche Auswirkungen auf die Erreichung unternehmensstrategischer Ziele und solche in Bezug auf die Reputation der DEKRA in Betracht gezogen. Der Vorstand sowie die verantwortlichen Leitungsebenen werden regelmäßig über die aktuelle Risikosituation, deren Veränderung sowie deren Gegenmaßnahmen informiert. Auf dieser Basis werden in konzernübergreifenden Risk Committees und durch den Vorstand kontinuierlich Risiken, Chancen sowie Gegenmaßnahmen qualitativ und quantitativ gesteuert und die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft. Durch dieses Maßnahmencontrolling wird sichergestellt, dass eine Steuerung der Risiken hinsichtlich Reduzierung und Bewältigung der Risiken permanent stattfindet. Zudem erfolgt regelmäßig die Abstimmung mit dem Business Development (Investitionsmanagement) als zentraler Bestandteil des Chancenmanagements. Risk Committees werden auf mehreren Ebenen - Vorstand, Executive Vice President (EVP), Regionen und Service Divisions etc. - regelmäßig durchgeführt. Die Erkenntnisse aus dem Risikomanagementprozess werden in das Controlling, Reporting und den Budgetprozess eingegliedert. Mittels des IT-basierten Risikomanagementsystems sowie des digitalen Dashboards sind die Daten jederzeit für alle handelnden Personen zugänglich. Durch diesen automatisierten Prozess wird die Sichtbarkeit der vorhandenen Risiken sowie deren Wahrnehmung und Relevanz deutlich erhöht und ein schneller Zugang zu den relevanten Daten jederzeit gewährleistet. Nachfolgend werden die zum Bilanzstichtag vorhandenen Risiken mit Handlungsbedarf dargelegt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Gesamtrisikopotenzial unter Berücksichtigung der in den Planungen erfassten Risiken insgesamt stabil. Eine transparente Darstellung und fortwährende Beobachtung der in der Risikoinventur festgestellten Risiken und Maßnahmen gewährleistet, dass überschaubare Risiken eingegangen werden können. Die Risikotragfähigkeit, die Risikotoleranz und die Risikobereitschaft der DEKRA bilden die Voraussetzung, dass solche Risiken getragen werden können. Die finanziellen Auswirkungen der gemeldeten Risiken und die Risikobelastbarkeit des Konzerns werden regelmäßig analysiert sowie die eingeleiteten Gegenmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die Risikotragfähigkeit der Gesellschaft ist vor dem Hintergrund des Gesamtrisikoumfangs, des Deckungspotenzials, der Ausschüttungspolitik, der Liquidität, des Ratings und der Bonität sichergestellt. Die Auswirkungen sind auf Grundlage der gemeldeten Risiken sowie der bestehenden Maßnahmen beherrschbar. Operative Risiken Disruptive Technologien sowie politische, regulatorische und konjunkturelle Rahmenbedingungen sind für den Unternehmenserfolg einer weltweit tätigen Expertenorganisation wie DEKRA von großer Bedeutung. Aus Änderungen im Umfeld können sich Umsatz- und Ertragsrisiken ergeben. DEKRA beobachtet deshalb Märkte, Branchen und sich weltweit verändernde Gegebenheiten intensiv und kontinuierlich - insbesondere vor dem Hintergrund, ob und wie technologische Entwicklungen bisherige Geschäftsmodelle infrage stellen könnten. Für das Geschäft mit Dienstleistungen rund um das Automobil besteht das grundsätzliche regulatorische Risiko von rechtlichen Änderungen. Davon wären vor allem die Regionen Germany, South-West Europe, North-West Europe und Central East Europe & Middle East potenziell betroffen. Dieses Risiko wird derzeit als gering (unter Umständen Handlungsbedarf) eingeschätzt. Aus dem intensiven Wettbewerb und den sich wandelnden Technologien im Geschäftsbereich Vehicle Inspection ergibt sich jedoch ein mittleres Risiko (Handlungsbedarf), da Kostensteigerungen nur begrenzt an die Kundschaft weitergegeben werden können. Dieses Risiko reduziert DEKRA durch kontinuierliche Produktivitätssteigerungen auf der Basis optimierter Prozesse und neuer Technologien für mehr Verkehrssicherheit und weniger Verkehrstote. Konjunkturelle Erwartungen bestimmen auch die Investitionsbereitschaft der Industriekundschaft von DEKRA. Mit einer realen oder vermuteten wirtschaftlichen Unsicherheit wächst das Risiko von Auftragskürzungen. Das betrifft beispielsweise die Dienstleistungen im Bereich Product Testing und Industrial Inspection bzw. die Regionen North-West Europe, Germany, APAC und Americas. Dieses Risiko wird hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit und des Schadenpotenzials als gering eingestuft und verursacht unter Umständen Handlungsbedarf. Um dem entgegenzuwirken, erhöht DEKRA den Ausbau des Dienstleistungsangebots und die weitere Internationalisierung des Geschäfts. Konjunkturabhängig ist insbesondere die Dienstleistungserbringung in den Bereichen Advisory & Training Services und Temp Work. In beiden Geschäftsbereichen können Umsatz und Ertrag durch konjunkturell bedingte Auftragsschwankungen beeinträchtigt werden. Das Vorhandensein dieses Risikos wurde im vergangenen Jahr insbesondere in den Regionen Germany und Central East Europe & Middle East sichtbar. DEKRA begegnet diesen als mittel (unter Umständen Handlungsbedarf) eingestuften Risiken daher verstärkt durch das Erschließen neuer Märkte, durch eine Verbreiterung des Dienstleistungsportfolios und durch individualisierte Angebote. Neue gesetzliche Regelungen können im Bereich Temp Work zu mittleren Risiken führen (unter Umständen Handlungsbedarf). Regulatorischen Eingriffen in die Märkte für die Arbeitnehmerüberlassung wirkt DEKRA mit dem Ausbau des Großkundengeschäfts und mit Investitionen in seine Position als Qualitätsanbieter entgegen. Die bedeutendsten operativen Risiken gehen aktuell von Umfeld- und Branchenrisiken bzw. Marktrisiken und Risiken im Bereich der Makroumwelt aus. Derzeit werden die nachfolgenden Risikoklassen als größte Risiken hinsichtlich des EBIT der DEKRA betrachtet und mit dem theoretischen Schadenerwartungswert angegeben:
Insgesamt summieren sich die Risiken mit Handlungsbedarf 2022 auf einen theoretischen Schadenserwartungswert in Höhe von 111,6 Mio. EUR (Vorjahr: 44,0 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert insbesondere aufgrund geopolitischer und pandemischer Ereignisse sowie deren sich gegenseitig bedingender Auswirkungen. Disruptive Technologien (inklusive neue Wettbewerber) stellen zunehmend strategische Risiken, aber auch erhebliche Chancen dar. Entsprechende Maßnahmen sind initiiert. Die Gesamtrisikosituation bewegt sich im Verhältnis zum Jahresergebnis, EBIT sowie zum operativen Cashflow in einem normalen unternehmerischen Risikorahmen und wird regelmäßig überprüft sowie mit dem Risikoappetit, Maßnahmen, Projekten und Planungen abgestimmt. Eine ausgeprägte, nachhaltige und performanceorientierte sowie cashflowbasierte Unternehmensführung sichert den langfristigen Bestand der Gesellschaft. Das Maßnahmencontrolling des Risikomanagements ist in das Tagesgeschäft bzw. die Prozesse der internen Kontrollsysteme integriert. Die Risikostruktur (Risikoprofil) der Folgejahre bzw. Risikoverteilung über die Jahre 2022 bis 2024 sowie gegenüber der Abfrage aus dem Vorjahreszeitraum ist weitestgehend stabil und vor dem Hintergrund der bestehenden und eingeleiteten Maßnahmen beherrschbar. Unternehmensstrategische Risiken Mit dem Organisationsmodell TOM 2020 (sieben Service Divisions, sechs Regionen und Steering- & Support-Funktionen) kann DEKRA Wachstumschancen noch besser nutzen. Basierend auf der operativen Risikoabfrage, die hauptsächlich die kurz- und mittelfristige Risikoinventur für das laufende Geschäftsjahr sowie zwei Folgejahre widerspiegelt, erfolgt die unternehmensstrategische Risikoinventur (langfristig; Zeithorizont von vier oder mehr Jahren nach Risikoinventurstichtag) mit kumulativer Auswirkung auf Regionen- und/oder Service Division-Ebene. Die bedeutendsten unternehmensstrategischen Risiken gehen aktuell von Marktrisiken und Risiken im Bereich Dienstleistungen/Produktlebenszyklus/Commodity aus. Die unternehmensstrategischen Risiken werden in die folgenden Kategorien eingeordnet:
Kumulative Chancen und Risiken können sich positiv und negativ auf verschiedene Regionen und/oder Service Divisions gleichzeitig auswirken. Den strategischen Risiken weist der Vorstand eine hohe Bedeutung zu, da diese auch erhebliche Chancen darstellen können. Entsprechende Maßnahmen sind initiiert und werden kontinuierlich ausgebaut sowie überprüft. Eine Abstimmung mit dem Konzern-Strategie-Prozess und den Projekten der Service Divisions wird regelmäßig vorgenommen. Der strategische Risikobericht umfasst in wesentlichem Maße auch die strategischen Chancen, die sich aus den strategischen Risiken ergeben bzw. aus diesen hervorgehen und für DEKRA Chancen darstellen. Diese Opportunitäten werden regelmäßig überprüft und mit dem Business Development (Investitionsmanagement) abgestimmt. Das Risiko eines Scheiterns der stärkeren Ausrichtung auf interne Vernetzung und mehr Kundennähe wird heute als gering (unter Umständen Handlungsbedarf) eingeschätzt. Diese Bewertung beruht auf dem professionellen Projektmanagement rund um die Einführung der neuen Organisation, die sich bewährt hat. Darüber hinaus setzt DEKRA weiter auf durch gezielte Akquisitionen ergänztes organisches Wachstum. Mit strategischen Zukäufen stellt sich DEKRA sowohl fachlich als auch regional breiter auf. Die Integration erworbener Unternehmen kann jedoch misslingen oder sich verzögern. Budgets könnten nicht erreicht und Synergieeffekte nicht realisiert werden. Derartige Risiken werden im Rahmen des neuen Organisationsmodells für die Regionen insgesamt als mittel (unter Umständen Handlungsbedarf) eingestuft. Insgesamt begegnet DEKRA unternehmensstrategischen Risiken mit einem professionellen Projekt-, Performance- und Integrationsmanagement. Es erfolgt eine regelmäßige Abstimmung mit der Strategie 2025 hinsichtlich der strategischen Ausrichtung des Konzerns. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in außereuropäischen Märkten unterscheiden sich von den Verhältnissen in Deutschland und Europa. Die anhaltende Internationalisierung des Geschäfts ist daher mit Haftungs- und Reputationsrisiken verbunden. Das Risikomanagement und Compliance-Management wird deshalb kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei passt DEKRA den Haftungsschirm von Versicherungen laufend an sich ändernde Gegebenheiten an. Innerhalb des strategischen Risikoprozesses wurden insgesamt 28 (Vorjahr: 25) unternehmensstrategische Risiken mit Handlungsbedarf identifiziert. Die benannten strategischen Risikoerklärungen für jede Region und Service Division wurden von jedem Regionen EVP und jedem Service Division EVP sowie im Risk Committee und Vorstand analysiert, diskutiert und erörtert. Derzeit sind alle strategischen Risiken mit den entsprechenden Maßnahmen und Investitionen sowie den laufenden und geplanten Geschäftsentwicklungsprojekten (Business Development) von DEKRA beherrschbar bzw. stellen aus Konzernsicht auch Chancen dar. Die Summe aller strategischen Risiken gefährdet weder den Fortbestand noch den Unternehmenswert von DEKRA. Strategische Risiken bzw. Opportunitäten können auch unter Berücksichtigung von Maßnahmen eine negative oder positive Auswirkung (Chance) haben. Leistungswirtschaftliche Risiken Akkreditierungen und behördliche Zulassungen sind wichtige Voraussetzungen für den Geschäftserfolg von DEKRA. Das Risikomanagement spielt dabei eine wesentliche Rolle. Mit einem internen Kontrollsystem zur Sicherung der Dienstleistungsqualität sowie bestehenden Versicherungen reduziert DEKRA Risiken, die sich aus der Haftung für Prüfungen, Gutachten, Zertifizierungen und Siegel ergeben können. Risiken durch fehlende oder geänderte behördliche Zulassungen werden darüber hinaus durch kontinuierliche fachliche und rechtliche Prüfung identifiziert. Auf diese Weise lassen sich gesetzliche und normative Änderungen rechtzeitig erkennen und DEKRA Dienstleistungen zeitnah anpassen. Besonders wichtig ist in diesem Rahmen auch die oft aufwendige Qualifizierung der Mitarbeitenden sowie die rechtzeitige Planung und Vorhaltung der erforderlichen technischen Ausstattung. Die nationalen Vorgaben für die Hauptuntersuchung in Deutschland erfordern, dass Mess- und Prüfmittel nach unterschiedlichen Standards regelmäßig geeicht, kalibriert und stückgeprüft werden müssen. Die von der DAkkS zu auditierenden Dienstleistungen müssen durchgängig über ISO-konforme Nachweise verfügen. Das gilt für Kalibrierungen und bereitgestellte Informationen von Werkstätten gleichermaßen. DEKRA hat alle notwendigen Kalibrierverfahren so weit entwickelt, dass deren Begutachtungen durch die DAkkS erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Für weitere Anpassungen und die vollständige Umsetzung der akkreditierten Kalibrierverfahren wurden die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. Ein Element zur Identifizierung und Bewertung von Risiken aus Akkreditierungen, internen Prozessrisiken und aus der Überwachung der Ordnungsmäßigkeit (Compliance) der internen Basisprozesse weltweit ist der Prozess des Control Self Assessments. Dieser erfolgt gemeinsam mit den Erhebungen zum Risikomanagement und führt zu der eingangs genannten Risikoinventur. Darin sind interne Prozessrisiken und Marktrisiken zusammengeführt und bewertet. Insgesamt wird aufgrund der umfangreichen Vorsorge- und Risikominimierungsmaßnahmen das Risiko des Widerrufs der auf den Akkreditierungen beruhenden Anerkennungen als gering (unter Umständen Handlungsbedarf) eingestuft. Personalrisiken Sowohl die voranschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt, politische und wirtschaftliche Ereignisse als auch die Inflation, Energiekrise oder Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie haben Einfluss auf alle Unternehmen und damit auch auf DEKRA. Daraus ergeben sich aus Personalsicht folgende Risiken: Zum einen der voranschreitende Fachkräftemangel und damit verbunden die Schwierigkeit, qualifizierte Mitarbeitende zu finden. Zum anderen die Herausforderung, bestehende Mitarbeitende im Unternehmen zu halten. Darüber hinaus sind steigende Krankheitsraten - bedingt durch COVID-19 - und veränderte Arbeitsbedingungen Faktoren, die wir als Unternehmen beobachten. Die DEKRA Mitarbeitenden sind unser wichtigstes Kapital, denn sie erbringen die Dienstleistungen, die wir unseren Kundinnen und Kunden weltweit anbieten können. Ihr Know-how ist für den Erfolg unseres Unternehmens entscheidend. Daher ist die Stärkung unserer Mitarbeitenden das zentrale Thema unserer neu definierten HR-Strategie. Mittel- und langfristig wollen wir uns dabei auf die folgenden strategischen Themen konzentrieren: Culture, Leadership, Talentmanagement, Employee Experience, Digitalisierung, Operational Excellence und Structure & Foundation. Damit adressieren wir genau die Themen, die unsere Mitarbeitenden beschäftigen und derzeit als Risikofaktoren gelistet sind. 2022 haben wir bereits die ersten Schritte der Transformation gestartet, um eine einheitliche Unternehmensstruktur, -systeme, Governance und gemeinsame Standards weltweit in unserer HR-Organisation zu etablieren. Künftig wollen wir anhand von Daten und KPIs die Schlüsselfaktoren identifizieren, analysieren und gezielter unterstützen oder gegenwirken. Diesbezüglich werden derzeit unsere "Fundamentals of Good Governance" implementiert, um die Grundsätze für eine globale HR-Organisationsstruktur sicherzustellen. Auch im Bereich "Diversity & Inclusion" ist schon viel passiert. Wir wollen eine vielseitige und inklusive Unternehmenskultur leben. Das geht einher mit vielseitigen Angeboten an unsere Mitarbeitenden wie Weiterbildungsmöglichkeiten, angepasste Arbeitsbedingungen und Chancen zur Karriereentwicklung. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch Diversität im Unternehmen besser auf Kundenbedürfnisse und Marktsituationen eingehen können. Um unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit zur kontinuierlichen Weiterentwicklung zu bieten, haben wir unser Learning Management System (LMS) eingeführt und befüllen es fortlaufend mit neuen, spannenden Themengebieten: Das Angebot umfasst Kurse rund um die Digitalisierung, fachspezifische Themen und Soft-Skill-Trainings, bis hin zur Förderung der Gesundheit, Achtsamkeit und Stressbewältigung. Informationstechnische Risiken Diese liegen im üblichen Rahmen vor und werden durch entsprechende Gegenmaßnahmen begleitet. Als "First Line of Defence" wurde operativ auf aktuelle Ereignisse und politische Gefährdungslagen zeitnah und zielgerichtet reagiert. Die operative Absicherung des Tagesgeschäfts wird durch das 24/7 betriebene IT-Lagezentrum (Command & Control Center) sichergestellt - ergänzt durch die Bereitstellung AIgestützter Bewertung von operativen Risiken und proaktiver Gestaltung von Gegenmaßnahmen. DEKRA hat Sicherheit schon immer im Blick gehabt, aber in diesen sich verändernden Zeiten ist Informations- und Cybersicherheit eine der Säulen, die in einer Organisation wie DEKRA, die in mehr als 60 Ländern tätig ist, berücksichtigt werden müssen. Im vergangenen Jahr wurde die Organisation für Informations- und Cybersicherheit unternehmensweit global ausgebaut. Jede Gesellschaft in den sechs Regionen hat einen ernannten Verantwortlichen zur Informationssicherheit, um DEKRA auf jeder Ebene zu sichern. Ein wichtiges Thema, das im letzten Jahr ebenfalls im Fokus stand, ist die Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Zu diesem Zweck wurden Schulungen organisiert, der Cyber Month wurde weltweit eingeführt und Phishing-Kampagnen wurden und werden unter Einbeziehung der Mitarbeitenden in allen Gesellschaften durchgeführt. Das Team für Informations- und Cybersicherheit bewertet kontinuierlich die Sicherheitsreife jedes einzelnen Unternehmens der Gruppe, um einen transparenten und vollständigen Überblick über die aktuelle Sicherheitsreife zu erhalten und diese zu halten oder wo erforderlich zu verbessern. Zum nachhaltigen und einheitlichen Management der globalen Umgebung wurden weltweit Tools und Prozesse zur Unterstützung der Gesellschaften eingeführt. Unser Cyber Security Incident Response Team (CSIRT) scannt kontinuierlich unseren Internetparameter weltweit, um Schwachstellen zu entdecken und die entsprechende Behandlung auszulösen, um dadurch Risiken zu verringern. Außerdem wurde ein Cyber Defence Network Model definiert . Dadurch reagieren wir auf Cyberereignisse global koordiniert. Im Falle eines Angriffs erfolgt die Reaktion auf den Vorfall und erforderliche forensische Untersuchungen werden durchgeführt, um die Auswirkungen zu mindern. Trotz allem Erreichten ist uns als DEKRA bewusst, dass es Risiken gibt und dass wir täglich daran arbeiten müssen, die Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten von Bedrohungen im globalen Maßstab zu minimieren. DEKRA arbeitet kontinuierlich daran, das Erreichte zu verbessern und allen bestehenden Risiken, die unser Geschäft bedrohen könnten, so weit wie möglich zu begegnen. Der planmäßige Ausbau der Informations- und Cybersicherheit wird weiter vorangetrieben, um der sich stark veränderten und verändernden Bedrohungslage angemessen zu begegnen. Hierzu zählen neben der Implementierung technischer Ausrüstung ebenso die Anpassung personeller Kapazitäten. Finanzwirtschaftliche Risiken Gegen das Risiko von Forderungsausfällen und Zahlungsverzögerungen schützt sich DEKRA durch aktives Kunden- und Vertragsmanagement, globales Key-Account-Management und sorgfältige Bonitätsprüfungen. Da DEKRA das Geschäft überwiegend in Euro abwickelt, ist das Wechselkursrisiko gering (unter Umständen Handlungsbedarf). Die Fremdfinanzierung des Konzerns erfolgt in erster Linie durch aufgenommene Schuldscheindarlehen sowie durch zugesagte Bankkredite. Es bestehen wie im Vorjahr keine wesentlichen Bankavale oder Haftungsverhältnisse. Es wurden Sicherheiten bzw. Garantien in Höhe von 7.813 TEUR (Vorjahr: 925 TEUR) gewährt. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird derzeit als gering (unter Umständen Handlungsbedarf) eingestuft. Bei Inanspruchnahme der Garantien sind diese sofort fällig. Die Sicherung des für das operative Geschäft erforderlichen Liquiditätsspielraums erfolgt über vorgehaltene liquide Mittel sowie über zugesagte Kreditlinien der DEKRA SE bei Banken. Durch den zentralen Cash-Pool erfolgen die Liquiditätssteuerung und Versorgung der nationalen und zunehmend auch der internationalen Tochtergesellschaften. Die damit einhergehende Transparenz beugt möglichen Risiken vor. Die kurzfristige Anlage liquider Mittel erfolgt ausschließlich bei Finanzinstituten mit erstklassiger Bonität und auf Basis aktueller Einstufungen von Ratingagenturen sowie unter Berücksichtigung aktueller CDS-Spreads. Das Risiko, dass DEKRA seinen Zahlungsverpflichtungen aus Finanzinstrumenten künftig nicht nachkommen kann, wird ebenfalls als gering (unter Umständen Handlungsbedarf) eingestuft. Gesamtaussage des Vorstands zu bestandsgefährdenden Risiken Wesentliche Risiken, aber auch Chancen sind zunehmend neue Technologien, die zunehmende Digitalisierung sowie vor diesem Hintergrund das Risiko von neuen Wettbewerbern. Diese Entwicklung wurde durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie weiter beschleunigt. Als Maßnahmen sind neben der Anpassung der Prozesse und Kostenstrukturen die damit zusammenhängenden Anpassungen der Geschäftsmodelle/Geschäftsbereiche und der damit erforderlichen Investitionen zu nennen. Die Risikostruktur sowie das Risikoprofil und die Risikoverteilung der Einzelgesellschaften sowie des Konzerns sind weitestgehend stabil und durch die definierten Maßnahmen begrenzt. Die Risikotragfähigkeit des Konzerns ist jederzeit gegeben und wird regelmäßig vor dem Hintergrund des Risikoappetits und des Business Developments (Investitionsmanagement) überprüft. Aktuell sind die strategischen Risiken auf der Grundlage der initiierten und geplanten Projekte, Maßnahmen und Investitionen (Business Development) sowie der Chancen bei DEKRA beherrschbar. Die Summe aller Risiken ist in Relation zum Eigenkapital sowie der Finanzkraft vor dem Hintergrund des Risikoappetits der Gesellschaft vertretbar. Aufgrund der Eigenkapitalstärke, der ausgereiften Geschäftsmodelle, der breiten Portfolioaufstellung, der Ausschüttungspolitik und der soliden Finanzierungsstruktur gefährdet die Gesamtsumme der einzelnen Risiken den Fortbestand von DEKRA nicht. Bei konsequenter Umsetzung und Orientierung an den strategischen Chancen und Risiken geht der Vorstand von einem vertretbaren Risikoprofil aus. Es sind derzeit keine bestandsgefährdenden Risiken für den Konzern zu erkennen. ChancenberichtUmfeld- und Branchenchancen Sicherheit bleibt weltweit ein fundamentales, menschliches Grundbedürfnis. Insbesondere die Megatrends der Digitalisierung, des technologischen Wandels und die globalen Herausforderungen des Klimawandels bergen Risiken, aber auch Chancen. Diese führen zukünftig zu einer verstärkten Nachfrage nach Prüfungen, Zertifizierungen und Inspektionen im industriellen und privaten Bereich. Die Nachfrage nach den entsprechenden Dienstleistungen wächst global nicht nur in den westlichen Industrienationen, sondern auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern weiter. Durch die verstärkte Kundenzentrierung, gepaart mit einem umfassenden Dienstleistungsportfolio in den drei Lebensbereichen "im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause", positioniert sich DEKRA für diese zukünftigen Wachstumsmöglichkeiten. Positionierung im Zukunftsmarkt der Automotive Cyber Security. Im Zukunftsmarkt der Automotive Cyber Security rund um vernetztes und automatisiertes Fahren konnte sich DEKRA durch die Benennung als Technischer Dienst durch das Kraftfahrtbundesamt positionieren. Erste Projekte mit Automobilherstellern sind bereits angelaufen. Mit dem Titel erhält DEKRA den Status eines Typprüfers für die Einhaltung der neuen international gültigen Regularien zu Cyber Security und Software Updates. Nach den Vorschriften UNECE-R 155 und 156 müssen Hersteller über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs entsprechende Managementsysteme nachweisen und alle drei Jahre prüfen lassen. Informationstechnische Chancen Es wird erwartet, dass der Markt für Prüfung, Inspektion und Zertifizierung aufgrund der zunehmenden Einführung von Inspektions- und Zertifizierungsdiensten für digitale Produkte wachsen wird. Außerdem müssen die Unternehmen in den Märkten sichere und effiziente Prüf- und Inspektionsverfahren einhalten, um die höchsten Qualitätsstandards zu erfüllen und eine umfassende Effizienz zu erzielen. Der zunehmende internationale Import und Export, die Unterhaltungselektronik, die Landwirtschaft und verschiedene Industriesektoren, einschließlich der Automobilindustrie (Elektrofahrzeuge), werden in den kommenden Jahren immer mehr Möglichkeiten für TIC-Dienstleistungen bieten. Große Unternehmen weltweit sind bereit, TIC-Dienstleistungen auszulagern, um die Betriebskosten zu senken und sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, um ihre Ressourcen effizienter und effektiver einzusetzen. Es wird erwartet, insbesondere im Bereich der Cybersicherheit und KI, dass strengere Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsvorschriften eingeführt werden. Unternehmensstrategische Chancen Einerseits treiben mehrere Faktoren den globalen regulatorischen Wandel voran, darunter die Betonung der menschlichen Gesundheit und Sicherheit, ein erhöhtes Umweltbewusstsein und neue disruptive Technologien, die zu einer Komplexität der Anforderungen und gleichzeitig zu erheblichen Chancen für TIC-Akteure auf dem Markt führen. Auf der anderen Seite müssen die TIC-Unternehmen mit diesen Veränderungen Schritt halten und sich der Herausforderung stellen, ihre lokalen Märkte in einem globalen Wettbewerbsumfeld effektiv und effizient zu bedienen. DEKRA hat sich als unabhängiger Dritter auf den Weg gemacht, durch eine digitale Transformation seines Kerndienstleistungsangebots Werte für unsere Kundinnen und Kunden zu schaffen. Darüber hinaus strebt DEKRA einen hohen digitalen Reifegrad an, der sich direkt auf Umsatzwachstum, Markteinführungszeit, Produktqualität und Kosteneffizienz auswirkt. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz und Remote Services als Basistechnologie zur Nutzung der identifizierten Unternehmensschwerpunkte in den Bereichen zukünftige Fahrzeug- und Mobilitätsdienstleistungen, Informations- und Cybersicherheit sowie Nachhaltigkeitsdienstleistungen hat für DEKRA in den kommenden Jahren oberste Priorität. Einer der häufigsten Anwendungsfälle von KI ist beispielsweise die Automatisierung langwieriger und sich wiederholender Labortätigkeiten und die Vereinfachung der Analyse tausender Daten für die Berichterstellung. Die steigende Anzahl von E-Commerce-Plattformen und das Aufkommen von Technologien wie IoT, KI und Cloud-Sicherheit erhöhen die Nachfrage nach Cybersicherheitsdienstleistungen und -lösungen und wirken sich auf die Kernstrategie von DEKRA aus. Als vertrauenswürdiger Partner für eine sichere Welt - dem wichtigsten Unternehmenswert von DEKRA - legen wir einen starken Fokus auf Cybersicherheitsdienstleistungen und investieren in sie, um Geschäftsdaten zu schützen und Verluste durch Cyberangriffe zu verhindern. Leistungswirtschaftliche Chancen Eine klar formulierte Unternehmensstrategie ermöglicht es uns, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Kerngeschäftsstrategie, der Geschäftsplanung und dem Betrieb über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu erkennen. Unsere Prioritäten und Strategien können in dem heutigen dynamischen und komplexen Geschäftsumfeld kontinuierlich verbessert werden, da unsere Welt mit schnellen technologischen Veränderungen und akuten Schocks konfrontiert ist. Eines der Verbesserungsprogramme von DEKRA ist die Stärkung der regionalen Präsenz in den Ländern des asiatisch-pazifischen Raums und in Amerika, gefolgt von organischen und anorganischen Ambitionen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Ausbau von Cybersicherheits- und Produktprüfungsdienstleistungen in beiden Regionen aufgrund der steigenden Nachfrage in KMUs und Großunternehmen. Es ist erwähnenswert, dass die oben erwähnte verbesserte Technologie uns helfen wird, unsere interne Leistung zu verbessern, um unserer lokalen und globalen Kundschaft modernste Dienstleistungen zu bieten. PrognoseberichtSchwächeres Wachstum Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich 2023 gegenüber dem Vorjahr abschwächen. Vor dem Hintergrund der politischen Spannungen und wirtschaftlichen Krisen erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Anstieg um 2,9 % (Vorjahr: 3,4 %) für das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP). Während in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit 4,0 % Wachstum gerechnet wird, sind es im Euroraum nur 0,7 % und in den USA 1,4 %. Am stärksten dürften Indien (6,1 %) und China (5,2 %) zulegen. Die herausfordernde globale Wirtschaftslage, die in vielen Ländern zu einer Rezession führen könnte, sowie die geopolitischen Herausforderungen erschweren jede Prognose. Angesichts unserer guten Positionierung in bestehenden und in Zukunftsmärkten gehen wir unverändert von der Fortsetzung unseres Wachstumskurses aus. Der Umsatz wird im Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich im mittleren einstelligen Bereich steigen. Der Zuwachs wird vor allem organisch erzielt, ergänzt durch selektive Übernahmen. Darüber hinaus rechnen wir für 2023 mit einem moderaten Anstieg des EBIT. Dazu wird DEKRA unter anderem Geschäftsfelder mit höheren Renditechancen weiter ausbauen, Potenziale innerhalb und zwischen den Geschäftsfeldern nutzen sowie die globalen Strukturen und Prozesse im Vertrieb, in den Service Divisions und in den Steering & Support-Funktionen weiter optimieren. Zudem gehen wir von einer Normalisierung des COVID-19-bedingten Krankenstands für 2023 raus. Parallel zum Umsatz wird auch die Anzahl der Mitarbeitenden wachsen. Zum Jahresende 2023 rechnet DEKRA mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl im niedrigen vierstelligen Bereich. Das Geschäftsjahr 2022 hat unsere Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten unterstrichen. Das bestärkt uns in unserer "Vision 2025": Bis zum Jahr 2025 - DEKRA feiert dann sein 100-jähriges Bestehen - wollen wir unser komplettes Dienstleistungsportfolio digitalisiert haben und der globale Partner für eine sichere und nachhaltige Welt sein.
Stuttgart, 30. März 2023 DEKRA SE Der Vorstand Zurkiewicz, Vorsitzender Linsenmaier Konzern - Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Konzernbilanz zum 31.12.2022Aktiva
Konzern-Kapitalflussrechnung
*) Vorjahreswerte korrigiert Eigenkapitalveränderungsrechnung 2022
Hinsichtlich weiterer Erläuterungen verweisen wir auf Abschnitt 6.12 im Anhang. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20221 Allgemeine ErläuterungenDie DEKRA SE hat ihren Sitz in der Handwerkstraße 15 in Stuttgart, Deutschland, und ist unter der Nummer HRB 734316 in das Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart eingetragen. DEKRA ist eine internationale, unabhängige Sachverständigenorganisation, die in den Geschäftsbereichen Vehicle Inspection, Claims & Expertise, Product Testing, Industrial Inspection, Advisory & Training Services und Temp Work tätig ist. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 erstreckt sich auf die DEKRA SE und ihre konsolidierten Tochtergesellschaften. Der Konzernabschluss der DEKRA SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 wurde am 30. März 2023 durch die Mitglieder des Vorstands aufgestellt und freigegeben und anschließend zur Prüfung und Billigung an die Mitglieder des Aufsichtsrats weitergeleitet. Vorliegender Abschluss und Lagebericht werden im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Vorjahresabschluss und -lagebericht wurden im Berichtsjahr im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Sämtliche Anteile an der DEKRA SE hält der DEKRA e.V., Stuttgart. Der DEKRA e.V., Stuttgart, ist zudem das unmittelbare und oberste Mutterunternehmen der Gesellschaft. 2 RechnungslegungsgrundsätzeDer Konzernabschluss der Gesellschaft wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union zum Abschlussstichtag anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die zum Bilanzstichtag geltenden Grundsätze des Frameworks und die IFRS des International Accounting Standards Board (IASB) sowie die Auslegungsregeln des IFRS Interpretations Committee, wie sie in der Europäischen Union zum Abschlussstichtag anzuwenden sind, fanden Anwendung. Die Anwendung spezieller IFRS ist den Erläuterungen zu einzelnen Abschlusspositionen im weiteren Verlauf des Anhangs zu entnehmen. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, dabei handelt es sich um die funktionale Währung und Berichtswährung der DEKRA SE. Soweit nicht anders vermerkt, sind alle Werte auf Tausend Euro (TEUR) kaufmännisch auf- bzw. abgerundet. Der Konzernabschluss entspricht den Anforderungen des § 315e Abs. 3 HGB. 3 Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Darüber hinaus werden im Folgenden die neuen oder überarbeiteten Standards dargestellt, die im Geschäftsjahr 2022 in Übereinstimmung mit den jeweiligen Übergangsvorschriften erstmalig verpflichtend anzuwenden waren. Im Geschäftsjahr waren folgende IFRS-Standards und -Interpretationen erstmals anzuwenden:
Das IASB und das IFRS IC haben die nachfolgend aufgeführten Standards, Interpretationen und Änderungen verabschiedet, die am 31. Dezember 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Eine vorzeitige Anwendung dieser Neuregelungen ist nicht vorgesehen.
3.1 Konsolidierungsgrundsätze In den Konzernabschluss werden im Wege der Vollkonsolidierung alle Unternehmen einbezogen, die die Konzernobergesellschaft direkt oder indirekt beherrscht. Beherrschung wird angenommen, sobald die Muttergesellschaft die Entscheidungsgewalt aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über das Tochterunternehmen hat, an positiven und negativen variablen Rückflüssen aus dem Tochterunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse durch ihre Entscheidungsgewalt beeinflussen kann. Die Erstkonsolidierung erfolgt mit Wirkung ab dem Tag, an dem die DEKRA SE die Beherrschung der Tochtergesellschaft übernimmt. Eine Entkonsolidierung erfolgt, sobald die Beherrschung endet. Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Operations), bei denen eine Einbeziehung mit ihren anteiligen Vermögenswerten und Schulden sowie Aufwendungen und Erträgen erforderlich gewesen wäre, lagen weder während der Berichtsperiode noch zum Abschlussstichtag vor. Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und assoziierte Unternehmen werden nach der EquityMethode bewertet. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem der Anteilseigner über maßgeblichen Einfluss verfügt und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Joint Venture bzw. eine Joint Operation ist. In den Konzernabschluss der DEKRA SE werden im Geschäftsjahr zwei (Vorjahr: zwei) inländische und zwei (Vorjahr: zwei) ausländische Gesellschaften nach der Equity-Methode einbezogen. Die erstmalige Aktivierung erfolgt zu Anschaffungskosten. In der Folge werden die Buchwerte der Beteiligungen jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Die Grundsätze der Kaufpreisallokation bei Vollkonsolidierung werden auf die erstmalige Bewertung der Beteiligung analog übertragen. Der mit dem assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. DEKRA überprüft zu jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung des Buchwerts gemäß IAS 36 vorliegt. Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, gemeinsame Vereinbarungen und assoziierte Unternehmen, die für den Konzern sowie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bilds der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage einzeln und zusammen von untergeordneter Bedeutung sind, werden grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert in den Konzernabschluss einbezogen. Weiterhin werden die Anteile einzelner Gesellschaften mit ihren Anschaffungskosten unter Berücksichtigung etwaiger Wertminderungen und Wertaufholungen angesetzt. Diese Gesellschaften sind einzeln und zusammen betrachtet von untergeordneter Bedeutung. Nicht beherrschende Anteile am Gesamtergebnis und Eigenkapital von Tochterunternehmen werden gesondert in der Gesamtergebnisrechnung und innerhalb des Eigenkapitals dargestellt. Im Rahmen eines Kontrollerwerbs werden nicht beherrschende Anteile grundsätzlich mit dem jeweiligen Anteil des zu Zeitwerten bewerteten identifizierbaren Nettovermögens angesetzt. Der Konsolidierungskreis umfasst zum 31. Dezember 2022 neben der DEKRA SE die weiteren unter "Sonstige Angaben" aufgeführten Unternehmen. Die Abschlüsse der einzelnen Tochterunternehmen werden nach den von der DEKRA SE vorgegebenen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 einbezogen. Insgesamt werden neben der DEKRA SE, Stuttgart, 22 inländische (Vorjahr: 22) und 130 ausländische (Vorjahr: 127) Gesellschaften einbezogen. Effekte aus der erstmaligen Einbeziehung bislang unwesentlicher Tochterunternehmen sowie assoziierter Unternehmen werden in der Eigenkapitalveränderungsrechnung unter Änderungen des Konsolidierungskreises angegeben. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt des Kontrollübergangs (IFRS 3). Im Falle des Vorliegens nicht beherrschender Anteile wurde bisher stets ein beteiligungsproportionaler Geschäfts- oder Firmenwert in Einklang mit IFRS 3 (Purchased-Goodwill-Methode) erfasst. Im Rahmen von Unternehmenserwerben werden teilweise Vereinbarungen über bedingte Kaufpreiszahlungen getroffen sowie Kauf- und Verkaufsoptionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern vereinbart. Diese Verpflichtungen werden in Höhe des geschätzten Zeitwerts in die Kaufpreisermittlung einbezogen. Auf der Passivseite wird eine finanzielle Verbindlichkeit gemäß IAS 32 bilanziert. Änderungen des Zeitwerts in Folgeperioden werden erfolgswirksam erfasst. Im Falle von Kauf- und Verkaufsoptionen wird das erworbene Unternehmen zu 100 % in den Konzernabschluss einbezogen, ein Ausweis von Minderheitenanteilen erfolgt nicht. Transaktionen zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischengewinne aus konzerninternen Vorgängen werden eliminiert. Hierbei werden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht. Währungsumrechnung Der Konzernabschluss der DEKRA SE wird in Euro aufgestellt. Bei der Umrechnung von in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüssen einbezogener Tochtergesellschaften wird das Konzept der funktionalen Währung angewandt. Die funktionale Währung ist in der Regel die Landeswährung der jeweiligen Tochtergesellschaft. Vermögenswerte und Schulden werden zum Stichtagskurs, Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die übrigen Posten des Eigenkapitals werden zu historischen Kursen geführt. Der sich hieraus ergebende Unterschiedsbetrag wird erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet und in der Gesamtergebnisrechnung gesondert ausgewiesen. In den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen werden Geschäftsvorfälle in Fremdwährung mit dem Kurs am Tag der Transaktion umgerechnet. Für Vermögenswerte sowie Aufwendungen und Erträge, für die eine Gegenleistung im Voraus erbracht oder erhalten wurde und die beim erstmaligen Ansatz nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgt gemäß IFRIC 22 bei der erstmaligen Erfassung eine Umrechnung mit dem Kurs, zu dem die im Voraus erbrachte oder erhaltene Gegenleistung erstmalig bilanziert worden ist. In den Folgeperioden werden monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung mit dem Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen werden in der Gesamtergebnisrechnung grundsätzlich unter "Sonstige betriebliche Erträge" oder "Sonstige betriebliche Aufwendungen" erfasst. Fremdwährungsgewinne bzw. -verluste aus Kreditaufnahmen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Für nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden erfolgt grundsätzlich keine Neubewertung in den Folgeperioden. Nachfolgend sind die Umrechnungskurse der wesentlichen in Fremdwährung notierten Gesellschaften angegeben.
3.2 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Die Erstellung des Abschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind Finanzinstrumente, die nach IFRS 9 als "erfolgsneutral bzw. erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" kategorisiert wurden, sowie derivative Finanzinstrumente, die als Teil einer effektiven Sicherungsbeziehung designiert wurden. Dies beinhaltet im DEKRA Konzern im Wesentlichen Beteiligungen an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, Wertpapiere, Verpflichtungen aus Optionen und bedingten Kaufpreisbestandteilen. Weiterhin sind Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen von der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert ausgenommen. Unterscheidung von Kurz- und Langfristigkeit Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, bei denen eine Realisierung bzw. Erfüllung innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird, werden grundsätzlich als kurzfristig eingestuft. Alle anderen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich als langfristig klassifiziert. Kurzfristige Vermögenswerte beinhalten auch Vermögenswerte (zum Beispiel Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen), die innerhalb des normalen Geschäftszyklus verkauft, verbraucht oder realisiert werden, selbst wenn die Realisierung nicht innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erwartet wird. Einige kurzfristige Schulden, wie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Rückstellungen für personalbezogene Aufwendungen und andere betrieblichen Aufwendungen, bilden einen Teil des kurzfristigen Betriebskapitals, das im normalen Geschäftszyklus des Unternehmens gebraucht wird. Solche betrieblichen Posten werden selbst dann als kurzfristige Schulden eingestuft, wenn sie später als zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag fällig werden. Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, die mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet wird. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss entscheidet der Konzern, ob er die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Anschaffungsnebenkosten werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, so beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation der übernommenen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und zum Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Eine als Eigenkapital klassifizierte bedingte Gegenleistung wird nicht neu bewertet und die spätere Erfüllung wird im Eigenkapital erfasst. Eine als Vermögenswert oder Schuld klassifizierte bedingte Gegenleistung in Form eines in den Anwendungsbereich von IFRS 9 Finanzinstrumente fallenden Finanzinstruments wird gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Alle übrigen bedingten Gegenleistungen, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, werden zu jedem Abschlussstichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Betrag, um den der Kaufpreis einer Unternehmensakquisition den beizulegenden Zeitwert der einzeln anteilig identifizierbaren erworbenen Nettovermögenswerte übersteigt, wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Anschaffungsnebenkosten werden erfolgswirksam erfasst. Nach IAS 38 werden Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf Wertminderungen überprüft bzw. häufiger, wenn Ereignisse oder Änderungen darauf hinweisen, dass Wertminderungen vorliegen könnten. Soweit erforderlich, werden Wertminderungen nach IAS 36 (Impairment-Only-Approach) vorgenommen. Zu weiteren Ausführungen zur Thematik der Wertminderungen verweisen wir auf den Abschnitt "Wertminderungen und Wertaufholungen". Immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte, die eine begrenzte Nutzungsdauer aufweisen, werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen bilanziert. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bilanziert. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu ihren Herstellungskosten angesetzt, sofern sie die Aktivierungskriterien des IAS 38 erfüllen. Herstellungskosten umfassen direkt und indirekt zurechenbare Kosten. Forschungskosten werden als laufender Aufwand behandelt und sind im abgelaufenen Geschäftsjahr von untergeordneter Bedeutung. Die Nutzungsdauern sämtlicher immaterieller Vermögenswerte werden als begrenzt eingestuft und belaufen sich bei den Konzessionen, gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten auf durchschnittlich vier bis sieben Jahre, bei den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten auf durchschnittlich fünf bis elf Jahre und bei den sonstigen immateriellen Vermögenswerten auf durchschnittlich drei bis acht Jahre. Im Rahmen von Kaufpreisallokationen werden auch Nutzungsdauern von Markenrechten oder Kundenbeziehungen von zehn bis fünfzehn Jahren verwendet. Die planmäßige Abschreibung erfolgt nach der linearen Methode. Soweit notwendig, werden Wertminderungsaufwendungen erfasst, die bei späterem Wegfall der Gründe im Rahmen von Wertaufholungen rückgängig gemacht werden. Wertminderungen werden unter den Abschreibungen ausgewiesen. Zu weiteren Ausführungen zur Thematik der Wertminderungen verweisen wir auf den Abschnitt "Wertminderungen und Wertaufholungen". Sachanlagen Sachanlagen werden zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemäß IAS 16 abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen bilanziert. Bestehen Anhaltspunkte für eine Wertminderung und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, erfolgt eine Wertminderung. Zu weiteren Ausführungen zur Thematik der Wertminderungen verweisen wir auf den Abschnitt "Wertminderungen und Wertaufholungen". Herstellungskosten umfassen Material- und Fertigungseinzelkosten sowie produktionsbezogene Gemeinkosten. Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden aktiviert, wenn wahrscheinlich ist, dass über die ursprünglich bemessene Ertragskraft des Vermögenswerts hinaus dem Unternehmen zusätzlicher künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird. Alle anderen nachträglichen Ausgaben werden direkt als Aufwand erfasst. Instandhaltungsaufwendungen werden erfolgswirksam erfasst. Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden entsprechend der wirtschaftlichen Nutzungsdauer der einzelnen Vermögenswerte planmäßig linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer beträgt bei Bauten und deren einzelnen Bestandteilen zwischen zehn und vierzig Jahren, bei technischen Anlagen und Maschinen zwischen fünf und zehn Jahren und bei Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen drei und zehn Jahren. Wesentliche Restwerte gemäß IAS 16.53 waren bei der Bemessung der Abschreibungshöhe nicht zu berücksichtigen. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte wird regelmäßig überprüft. Gewinne und Verluste aus Anlagenabgängen werden als Differenz zwischen Nettoveräußerungserlös und Buchwert des jeweiligen Gegenstands ermittelt und in der Gesamtergebnisrechnung als sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Fremdkapitalkosten werden entsprechend den Regelungen gemäß IAS 23 n. F. nur dann aktiviert, wenn sie zur Finanzierung des Erwerbs, des Baus oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts anfallen. Ein qualifizierter Vermögenswert ist ein Vermögenswert, für den ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Leasingverhältnisse Leasingverhältnisse als Leasingnehmer Als Leasingnehmer least der Konzern Immobilien, technische Anlagen, IT- sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Gemäß IFRS 16 bilanziert der Konzern für die meisten dieser Leasingverträge Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten. Dabei werden Nichtleasingkomponenten von Leasingkomponenten getrennt. Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern die Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erwartungsgemäß zu leistenden Leasingzahlungen. Diese umfassen feste Zahlungen, variable Leasingzahlungen, die an einen Index gekoppelt sind, sowie den Ausübungspreis einer hinreichend sicheren Kaufoption, etwaige Strafzahlungen einer hinreichend sicheren Kündigungsoption und vom Konzern erwartete Zahlungen aus Restwertgarantien. In der Bewertung der Leasingverbindlichkeit sind darüber hinaus Leasingzahlungen aufgrund einer hinreichend sicheren Verlängerungsoption berücksichtigt. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder (Zins-) Satz gekoppelt sind, werden in der Periode aufwandswirksam erfasst, in der das Ereignis oder die Bedingung, das bzw. die diese Zahlung auslöst, eingetreten ist. Für die Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz zum Bereitstellungsdatum, da der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann. Nach dem Bereitstellungsdatum wird der Betrag der Leasingverbindlichkeiten erhöht, um dem höheren Zinsaufwand Rechnung zu tragen, und verringert, um den geleisteten Leasingzahlungen Rechnung zu tragen. Zudem wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten bei Änderungen des Leasingverhältnisses, der Laufzeit des Leasingverhältnisses, der Leasingzahlungen (zum Beispiel Änderungen künftiger Leasingzahlungen infolge einer Veränderung des zur Bestimmung dieser Zahlung verwendeten Index oder Zinssatzes) oder bei Änderung der Beurteilung einer Kaufoption für den zugrunde liegenden Vermögenswert neu bewertet. Der Konzern erfasst Nutzungsrechte zum Bereitstellungsdatum (das heißt zu dem Zeitpunkt, an dem der zugrunde liegende Leasinggegenstand zur Nutzung bereitsteht). Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten berichtigt. Die Kosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaigen erhaltenen Leasinganreize. Nutzungsrechte werden linear über den kürzeren Zeitraum aus Nutzungsdauer und Laufzeit des zugrunde liegenden Leasingvertrags abgeschrieben. Dazugehörige Abschreibungen auf Nutzungsrechte werden unter dem Posten Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen ausgewiesen. Der Konzern wendet auf Leasingverträge für Vermögenswerte, die eine Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger aufweisen, sowie für Vermögenswerte mit geringem Wert die praktischen Behelfe an, die für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, gelten. Der Aufwand für solche Leasingverhältnisse wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Leasingverhältnisse als Leasinggeber Der Konzern nimmt bei einigen Leasingverhältnissen die Rolle des Leasinggebers ein. Diese Leasingverhältnisse wurden als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft. Der Konzern hat IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" angewandt, um das vertraglich vereinbarte Entgelt auf die einzelnen Leasing- und Nichtleasingkomponenten aufzuteilen. Die Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Leasingverhältnisse aus Untermietverträgen liegen nur in sehr geringem Umfang vor. Vorräte Die Vorräte werden gemäß IAS 2 grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bilanziert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nach der gewichteten Durchschnittsmethode ermittelt. Der Nettoveräußerungswert ist der im normalen Geschäftsgang erzielbare Veräußerungserlös abzüglich der voraussichtlich noch anfallenden geschätzten Kosten für Fertigstellung und Vertrieb. Finanzinstrumente Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte sind vertragliche Rechte, von einem anderen Unternehmen flüssige Mittel oder andere finanzielle Vermögenswerte zu erhalten bzw. mit einem anderen Unternehmen finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten zu potenziell vorteilhaften Bedingungen auszutauschen. Sie beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Wertpapiere sowie Anteile an Tochtergesellschaften, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden. Des Weiteren sind Ausleihungen an nicht konsolidierte Tochterunternehmen und Beteiligungen enthalten. Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen vertragliche Verpflichtungen, an ein anderes Unternehmen flüssige Mittel oder andere finanzielle Vermögenswerte abzugeben bzw. mit einem anderen Unternehmen finanzielle Vermögenswerte oder Verpflichtungen zu potenziell nachteiligen Bedingungen auszutauschen. Hierzu zählen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Finanzverbindlichkeiten. Finanzinstrumente werden angesetzt, sobald DEKRA Vertragspartei wird. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz angegeben, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch darauf besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt wird, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte werden nach IFRS 9 bilanziert. Die finanziellen Vermögenswerte werden danach in drei Kategorien eingestuft: finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, finanzielle Vermögenswerte, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, und finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Diese Kategorie umfasst Schuldinstrumente, deren Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Des Weiteren werden die Schuldinstrumente dieser Kategorie im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, die Vermögenswerte zu halten, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen. Die erstmalige Erfassung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der regelmäßig dem Wert der Gegenleistung entspricht, zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie Wertberichtigungen werden erfolgswirksam erfasst. Zu dieser Kategorie gehören im DEKRA Konzern Ausleihungen an nicht vollkonsolidierte Tochtergesellschaften und sonstige Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und sonstige finanzielle Vermögenswerte. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Schuldinstrumente, die das Zahlungsstromkriterium zwar erfüllen, jedoch in einem Geschäftsmodell gehalten werden, das sowohl die Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch die Veräußerung finanzieller Vermögenswerte vorsieht, sind als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet" zu klassifizieren. Darüber hinaus besteht für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, ein unwiderrufliches Wahlrecht, diese im Rahmen der erstmaligen Klassifizierung dieser Kategorie zuzuordnen. Die kumulierten Änderungen der beizulegenden Werte werden auch bei Ausbuchung dieser Eigenkapitalinstrumente nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Sowohl die erstmalige Erfassung der Vermögenswerte als auch die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Wertschwankungen werden grundsätzlich erfolgsneutral in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Dahingegen werden bei Schuldinstrumenten Informationen über die Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme, wie etwa Zinserträge, sowie bei Eigenkapitalinstrumenten Dividenden erfolgswirksam erfasst. Der DEKRA Konzern nutzt diese Kategorie für die Bilanzierung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen. Diese Anteile werden als langfristige, strategische Beteiligungen gehalten, deren Veräußerung kurz- bis mittelfristig nicht erwartet wird. Kumulierte Gewinne oder Verluste werden zum Abgangszeitpunkt in die anderen Gewinnrücklagen umgebucht. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Hierunter fallen Schuldinstrumente, die die Zahlungsstrom- und/oder Geschäftsmodellbedingungen nicht erfüllen. Des Weiteren können Schuldinstrumente beim erstmaligen Ansatz optional in diese Kategorie eingestuft werden, um eine Ansatz- oder Bewertungsinkongruenz zu beseitigen oder erheblich zu verringern. Darüber hinaus beinhaltet diese Kategorie Eigenkapitalinstrumente, für die das Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert nicht ausgeübt wird. Die erstmalige Erfassung der Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst. Dieser Kategorie ordnet der DEKRA Konzern die gehaltenen Wertpapiere zu. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn nach eingehender Analyse davon auszugehen ist, dass dieser nicht mehr zu realisieren ist. Dies ist zum Beispiel nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder nach gerichtlichen Entscheidungen der Fall. Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten werden nach IFRS 9 in zwei Kategorien eingestuft: zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten sind mit Ausnahme von Derivaten, zu Handelszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten und bei Ausübung der Fair-Value-Option dieser Kategorie zuzuordnen. Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Der DEKRA Konzern nutzt diese Kategorie für den Großteil seiner finanziellen Verbindlichkeiten. Das Genussrechtskapital wurde zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Derivate mit negativem Marktwert müssen grundsätzlich in diese Kategorie eingeordnet werden, es sei denn, sie werden als Teil einer effektiven Sicherungsbeziehung bilanziert. Ebenfalls gehören in diese Kategorie alle zu Spekulationszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten und alle bedingten Verbindlichkeiten, die von einem Erwerber im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses gemäß IFRS 3 angesetzt werden. Für andere Verbindlichkeiten besteht eine Option, sie in diese Kategorie einzuordnen, analog zu den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten. Die Bewertung erfolgt analog zu den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten. Die Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben werden im DEKRA Konzern dieser Kategorie zugeordnet. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn diese getilgt sind, das heißt die im Vertrag genannten Verpflichtungen erfüllt oder aufgehoben sind oder auslaufen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und übrige finanzielle Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und übrige finanzielle Vermögenswerte werden abhängig von ihrer im vorigen Abschnitt genannten Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Langfristige unverzinsliche Forderungen sind zum Barwert unter Zugrundelegung eines fristenadäquaten Zinssatzes angesetzt. Vertragsvermögenswerte enthalten Forderungen aus nicht abgerechneten Dienstleistungsaufträgen. Hierfür finden die Vorschriften des IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" Anwendung. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und übrige finanzielle Vermögenswerte sowie Forderungen aus Leasingverhältnissen unterliegen dem Wertminderungsmodell des IFRS 9. Dieses wird im Abschnitt "Wertminderungen und Wertaufholungen nach IFRS 9" näher erläutert. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten den Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige Einlagen und werden zum Nennwert abzüglich erwarteter Kreditverluste bilanziert. Zahlungsäquivalente haben - gerechnet vom Erwerbszeitpunkt - eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten. Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste unterliegt ebenfalls dem Wertminderungsmodell nach IFRS 9. Dies wird im Abschnitt "Wertminderungen und Wertaufholungen nach IFRS 9" näher erläutert. Latente Steuern und Ertragsteuern Die Ertragsteuern umfassen die Aufwendungen und Erträge aus tatsächlichen und latenten Steuern sowie die Steuerumlagen an das Mutterunternehmen DEKRA e.V., Stuttgart, mit dem eine ertragsteuerliche Organschaft besteht. Die tatsächlichen Ertragsteuerschulden bzw. Ertragsteueransprüche werden mit dem Betrag angesetzt, in dessen Höhe eine Zahlung an die Steuerbehörden bzw. eine Erstattung von den Steuerbehörden erwartet wird. Bei der Berechnung werden die zum Bilanzstichtag gültigen oder angekündigten Steuersätze zugrunde gelegt. Bei der Ermittlung der Ertragsteuerschulden wurde IFRIC 23 beachtet. Unsichere Steuerpositionen werden bei den einbezogenen Tochtergesellschaften abgefragt. Sofern solche bestehen, werden sie entsprechend berücksichtigt. Latente Steuern werden nach der Liability-Methode entsprechend IAS 12 auf temporäre Differenzen zwischen der Steuerbilanz und dem Konzernabschluss - mit Ausnahme steuerlich nicht ansetzbarer Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung - sowie für steuerliche Verlustvorträge angesetzt. Aktive latente Steuern werden nur insoweit berücksichtigt, als deren Realisierung mit hinreichender Sicherheit gewährleistet ist. Für die wahrscheinliche Nutzbarkeit wird eine Mehrjahresplanung der jeweiligen Gesellschaft zugrunde gelegt. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt mit den jeweiligen landesspezifischen Steuersätzen auf Basis der zum Zeitpunkt der zeitlichen Umkehr der Differenz erwarteten Steuersätze. Bis zum Bilanzstichtag beschlossene Steuersatzänderungen sind bei der Berechnung der latenten Steuern berücksichtigt. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Ein Aktivposten für steuerliche Verlustvorträge wird nur in dem Umfang gebildet, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Einkommen zur Verrechnung zur Verfügung stehen wird. Aktive und passive latente Steuern werden in der Konzernbilanz saldiert ausgewiesen, sofern ein einklagbares Recht besteht, tatsächliche Steuerschulden aufzurechnen, und die latenten Steuern sich auf dasselbe Steuersubjekt und dieselbe Steuerbehörde beziehen. Saldierungen werden dementsprechend auf Gesellschafts- bzw. Organkreisebene durchgeführt. Wertminderungen und Wertaufholungen Wertminderungen und Wertaufholungen nach IAS 36 Die Buchwerte der Vermögenswerte, die in den Anwendungsbereich des IAS 36 fallen, werden einmal jährlich zum Jahresende und nach Bedarf daraufhin überprüft, ob Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Bei Vorliegen eines solchen Indikators wird der erzielbare Betrag des Vermögenswerts geschätzt. Falls es nicht möglich ist, den erzielbaren Betrag für den einzelnen Vermögenswert zu schätzen, wird der erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) bestimmt, zu der der Vermögenswert gehört. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus Nettoveräußerungserlös und Nutzungswert (Barwert der erwarteten künftigen Cashflows). Ist dieser geringer als der Buchwert, ist der Buchwert auf den erzielbaren Betrag außerplanmäßig abzuschreiben. Eine in Vorjahren erfasste Wertminderung ist aufzuheben, wenn sich eine Änderung der Schätzung ergibt und der erzielbare Betrag den Buchwert übersteigt. Wertminderungen werden unter den Abschreibungen ausgewiesen. Darüber hinaus ist für Geschäfts- oder Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie noch nicht zur Nutzung bereitstehende immaterielle Vermögenswerte jährlich ein Wertminderungstest durchzuführen. Da in der Regel weder Geschäfts- oder Firmenwerte noch andere immaterielle Vermögenswerte selbstständig veräußerbar sind und unabhängig von anderen Vermögenswerten Cashflows generieren, kann der Wertminderungstest nur im Zusammenhang mit einer ZGE erfolgen. Die ZGE für den Wertminderungstest der Geschäfts- oder Firmenwerte werden auf Ebene der regionalen Cluster sowie der global agierenden Einheit "Temp Work" festgelegt. Dies begründet sich im Wesentlichen durch die gemeinsame Steuerung und Überwachung der einzelnen regionalen Cluster und der global agierenden Einheit "Temp Work". Im Rahmen des Wertminderungstests einer ZGE wird der Buchwert der ZGE mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Die ZGE enthält jene Vermögenswerte, die ihr direkt oder indirekt auf einer schlüssigen Basis stetig zugerechnet werden können und die künftige Mittelzuflüsse erzeugen. Sind der Nettoveräußerungserlös und der Barwert der erwarteten künftigen Cashflows einer ZGE geringer als deren Buchwert, wird der erfolgswirksame Wertminderungsaufwand auf die einzelnen Vermögenswerte der ZGE verteilt. Die Verteilung erfolgt jeweils entsprechend dem Buchwertanteil der einzelnen Vermögenswerte an der ZGE. Wird der ZGE ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet, wird ein festgestellter Wertminderungsaufwand zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet und dann anteilig auf die anderen Vermögenswerte der ZGE verteilt. Wertminderungen und Wertaufholungen nach IFRS 9 Das durch IFRS 9 eingeführte Wertminderungsmodell basiert auf künftig zu erwartenden Kreditverlusten und ist für alle finanziellen Vermögenswerte (Schuldinstrumente) anzuwenden, welche nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie für Finanzgarantien und Darlehenszusagen. Der Wertminderungsansatz sieht, außer für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte, ein dreistufiges Modell zur Bestimmung der Höhe der Wertminderungen vor. Stufe 1: erwartete Kreditverluste innerhalb der nächsten zwölf Monate Stufe 1 umfasst alle Instrumente bei ihrem Zugang sowie alle Instrumente ohne wesentliche Verschlechterung des Kreditrisikos seit ihrem Zugang. Als Wertminderung wird der innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartete Ausfall berücksichtigt. Stufe 2: erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - keine beeinträchtigte Bonität Stufe 2 umfasst alle Instrumente, die am Abschlussstichtag im Vergleich zum Zugangszeitpunkt eine wesentliche Steigerung des Kreditrisikos, aber keine objektiven Hinweise für eine Wertminderung ausweisen. Als Wertberichtigung werden alle erwarteten Verluste über die Restlaufzeit des Instruments erfasst. Ein wesentlicher Anstieg des Kreditrisikos wird bei einer Überfälligkeit von mehr als 30 Tagen angenommen. Stufe 3: erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit - bonitätsbeeinträchtigt Liegt neben einer wesentlichen Erhöhung des Ausfallrisikos zum Abschlussstichtag zusätzlich ein objektiver Hinweis für eine Wertminderung vor, werden als Wertberichtigung alle erwarteten Verluste des Instruments über dessen gesamte Laufzeit erfasst. Als objektiver Hinweis für das Vorliegen einer Wertminderung werden eine Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen sowie weitere Indizien für finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners angenommen. Die Einschätzung, ob sich das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts wesentlich verschlechtert hat, wird in regelmäßigen Abständen, mindestens jährlich, auf Basis von intern bzw. extern verfügbaren Informationen zur Gegenpartei (zum Beispiel Ratinginformationen) und Daten zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung durchgeführt. Diese Informationen dienen auch zur Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit sowie der Ausfallverlustquote und somit zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste. Bei Forderungen aus Guthaben gegenüber Kreditinstituten, Ausleihungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste nach IFRS 9 jährlich auf Basis von Ausfallwahrscheinlichkeiten, die aus dem jeweiligen Rating der Vertragspartner abgeleitet werden, sowie aus der Verlustquote und der Höhe des ausfallgefährdeten Betrags. Die erwarteten Kreditverluste auf Guthaben gegenüber Kreditinstituten werden nur angepasst, wenn die Änderung wesentlich ist. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für Vertragsvermögenswerte wendet DEKRA eine vereinfachte Methode zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste an. Für diese Instrumente wird auf die über die jeweiligen Laufzeiten erwarteten Kreditverluste abgestellt. Eine Überprüfung, ob eine wesentliche Steigerung des Kreditrisikos vorliegt, muss daher nicht vorgenommen werden. Die Ermittlung von Portfoliowertberichtigungen für die zu erwartenden Kreditverluste erfolgt auf Basis historischer Daten, adjustiert um belastbare zukunftsgerichtete makroökonomische Faktoren. Dazu werden zum Beispiel die von der OECD veröffentlichten Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts der Regionen, in denen DEKRA tätig ist, analysiert und entsprechend gewichtet. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn nach eingehender Analyse davon auszugehen ist, dass dieser nicht mehr zu realisieren ist. Dies ist zum Beispiel nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder nach gerichtlichen Entscheidungen der Fall. Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Bei diesem Verfahren werden neben biometrischen Berechnungsgrundlagen gemäß anerkannten Richttafeln insbesondere aktuelle Annahmen über zukünftige Gehalts- und Rentensteigerungen berücksichtigt sowie der jeweils aktuelle langfristige Kapitalmarktzinssatz, der auf der Grundlage der Renditen bestimmt wird, die am Bilanzstichtag für erstklassige, festverzinsliche Unternehmensanleihen (High Quality Corporate Bonds) am Markt erzielt werden. Die Rückstellungen werden in Höhe des Verpflichtungsumfangs ausgewiesen. Planvermögen, das angelegt ist, um leistungsbasierte Pensionszusagen und andere ähnliche Leistungen zu decken, wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und mit den entsprechenden Verpflichtungen verrechnet. Die Nettozinsen auf die Nettoschuld bzw. auf den Nettovermögenswert ergeben sich nach IAS 19.123 als Verzinsung der Nettoschuld bzw. des Nettovermögenswerts der Berichtsperiode. Sie werden zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelt und bilden die Erhöhung der in der Vergangenheit aufgebauten Rückstellung bzw. des Vermögenswerts um die Verzinsung in der Periode ab. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die im Wesentlichen aus Abweichungen der getroffenen Annahmen resultieren, werden in der Periode ihres Entstehens erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Dienstzeitaufwand und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen werden sofort erfolgswirksam im Geschäftsjahr der Änderung im Personalaufwand erfasst. Zinsaufwendungen werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Für die Ermittlung der Pensionsrückstellungen werden grundsätzlich versicherungsmathematische Gutachten eingeholt. Sonstige Rückstellungen Rückstellungen werden in Höhe des Betrags angesetzt, der nach bestmöglicher Schätzung erforderlich ist, um alle gegenwärtigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag abzudecken. Künftige Ereignisse, die sich auf den zur Erfüllung einer Verpflichtung erforderlichen Betrag auswirken können, sind in den Rückstellungen berücksichtigt, sofern sie mit hinreichender objektiver Sicherheit vorausgesagt werden können und die Verpflichtung aus Vorgängen der Vergangenheit resultiert. Daneben werden Drohverlustrückstellungen für sogenannte "Onerous Contracts" entsprechend den Vorschriften von IAS 37 gebildet. Bei der Bewertung der Rückstellung wird der wahrscheinlichste Wert, bei einer Bandbreite unterschiedlicher Werte der Erwartungswert angesetzt. Ermittlung und Bewertung erfolgen, sofern möglich, anhand vertraglicher Vereinbarungen; ansonsten basieren die Berechnungen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und Schätzungen des Managements. Langfristige Rückstellungen werden mit dem Barwert angesetzt. Die Abzinsung erfolgt zu Marktzinssätzen, die dem Risiko und dem Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen. Vertragsverbindlichkeiten Zahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird. Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. Ertragsrealisierung DEKRA erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Vehicle Inspection, Claims & Expertise, Product Testing, Industrial Inspection, Advisory & Training Services sowie Temp Work und realisiert die damit zusammenhängenden Erträge gemäß IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden". IFRS 15 sieht ein einheitliches prinzipienbasiertes 5-Stufen-Modell für die Erlösermittlung vor, das auf alle Verträge mit der Kundschaft anzuwenden ist. DEKRA erfasst Umsatzerlöse über einen bestimmten Zeitraum, wenn entweder ein kontinuierlicher Nutzenzufluss an die Kundschaft erfolgt oder ein Vermögenswert ohne alternative Nutzungsmöglichkeit erstellt wird. In beiden Fällen besteht im Falle eines ordentlichen Kündigungsrechts durch die Kundinnen und Kunden ein Erstattungsanspruch des jeweiligen anteiligen Veräußerungspreises. Daher erfasst DEKRA Umsatzerlöse basierend auf dem jeweiligen Fertigstellungsgrad der Leistungsverpflichtung. Der anzusetzende Fertigstellungsgrad je Auftrag wird durch das Verhältnis der aufgelaufenen Kosten zu den kalkulierten Gesamtkosten (Cost-to-Cost-Methode) berechnet. Dieses Vorgehen stellt die für DEKRA geeignetste Methode zur Ermittlung des Leistungsfortschritts dar. Sofern das Ergebnis aus einer Leistungsverpflichtung, die über einen Zeitraum erbracht wird, noch nicht ausreichend sicher ist, DEKRA jedoch erwartet, dass es mindestens seine Kosten von der Kundschaft erstattet bekommt, wird der Erlös nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst. Die Transaktionspreise sind im Wesentlichen Festpreise. Die Verträge mit der Kundschaft enthalten in der Regel nur eine Verpflichtung. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand ausgewiesen. Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust unmittelbar als Aufwand ausgewiesen. Die Aufträge werden in der Regel innerhalb eines Jahres abgearbeitet. Die Umsatzlegung, Abrechnung und Geldzuflüsse resultieren in fakturierten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus noch nicht abgerechneten Dienstleistungsaufträgen (Contract Assets) sowie Verbindlichkeiten aus noch nicht abgerechneten Dienstleistungsaufträgen (Contract Liabilities). Da DEKRA Dienstleistungen erbringt, existieren keine Rückgaben. Weiterhin spielen Gutschriften keine wesentliche Rolle. In allen Geschäftsbereichen erfasst DEKRA Umsatzerlöse zu einem bestimmten Zeitpunkt. In diesem Fall werden Umsatzerlöse erfasst, wenn DEKRA die Leistung erbracht hat. Eine Erlöserfassung über einen bestimmten Zeitraum findet insbesondere in den Geschäftsbereichen Product Testing, Industrial Inspection und Training Anwendung. Dividenden werden mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 nur erfasst, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Sie werden erfolgswirksam zum Zeitpunkt des Anfalls der bezuschussten Aufwendungen vereinnahmt, sofern es sich nicht um Zuschüsse für einen Vermögenswert handelt. Der Ausweis der Zuwendungen der öffentlichen Hand erfolgt in der Regel unsaldiert innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge. Zuwendungen für Vermögenswerte werden vom Buchwert des entsprechenden Vermögenswerts abgesetzt und mittels einer reduzierten Abschreibung über die wirtschaftliche Nutzungsdauer im Gewinn oder Verlust ausgewiesen. Ermessensentscheidungen und Schätzungen Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben die Mitglieder des Vorstands nachfolgende Ermessensentscheidungen getroffen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen. Der Konzernabschluss enthält Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen haben. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Beträgen abweichen, die sich aus Schätzungen und Annahmen ergeben. Insbesondere sind Annahmen und Schätzungen bezüglich der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens, der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie sonstiger immaterieller Vermögenswerte, der Werthaltigkeit der Forderungen und Wertpapiere, der Parameter für die Bewertung von Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sowie der Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern getroffen worden. Darüber hinaus verweisen wir auf die obigen Erläuterungen sowie die Ausführungen in Abschnitt 6 zu den einzelnen Bilanzposten. Der Konzern bestimmt die Laufzeit des Leasingverhältnisses unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses, einschließlich hinreichend sicherer Verlängerungsoptionen und der Zeiträume, die durch eine Kündigungsoption abgedeckt sind, sofern der Konzern mit angemessener Sicherheit nicht von dieser Option Gebrauch machen wird. Es wurden mehrere Leasingverträge abgeschlossen, die Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten. Bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, werden Ermessensentscheidungen getroffen. Das heißt, alle relevanten Faktoren, die einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, die Verlängerungs- oder die Kündigungsoptionen auszuüben, werden in Betracht gezogen. Nach dem Bereitstellungsdatum wird die Laufzeit des Leasingverhältnisses erneut bestimmt, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine Änderung von Umständen eintritt, das bzw. die in der Kontrolle des Konzerns liegt und sich darauf auswirkt, ob die Option zur Verlängerung bzw. zur Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt wird oder nicht (zum Beispiel Durchführung von wesentlichen Mietereinbauten oder wesentliche Anpassung des zugrunde liegenden Vermögenswerts). Die Laufzeit von Leasingverträgen entspricht grundsätzlich der vertraglich festgelegten Laufzeit. Da bei unbefristeten Verträgen eine vertraglich festgelegte Laufzeit fehlt, wird in diesem Fall auf die Clusterlaufzeit zurückgegriffen. Die Clusterlaufzeit ist die Laufzeit, die Verträge im gleichen Cluster üblicherweise haben. Dabei stellt ein Cluster eine Gruppe von Leasingverträgen für ähnliche zugrunde liegende Vermögenswerte dar. DEKRA kategorisiert Leasingverträge in die Cluster IT, Gebäude, Kraftfahrzeuge, technische Ausstattung sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Clusterlaufzeit wurde für das Geschäftsjahr festgelegt und basiert auf historischen Erfahrungen. Auch bei Kündigungs -und Verlängerungsoptionen wird die Clusterlaufzeit als Laufzeit des Leasingvertrags zugrunde gelegt, sofern die Clusterlaufzeit größer als die vertraglich festgelegte Laufzeit ist. Ist bei einem Vertrag mit Kündigungs- oder Verlängerungsoption die vertraglich festgelegte Laufzeit größer als die Clusterlaufzeit, so wird die vertraglich festgelegte Laufzeit verwendet. Für Einzelheiten zu den möglichen Leasingzahlungen für Zeiträume nach dem Ausübungszeitpunkt der Verlängerungs- und Kündigungsoptionen, die nicht in der Leasinglaufzeit berücksichtigt sind, wird auf Abschnitt 8.1 verwiesen. Mindestens einmal jährlich wird die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte überprüft. Die durchgeführten Wertminderungstests basieren im Wesentlichen auf Schätzannahmen. Daher wurden verschiedene Szenarien für die einzelnen ZGE gerechnet. Wesentliche Schätzparameter waren erwartete künftige Zahlungsmittelüberschüsse, basierend auf Marktentwicklungen und konjunkturellen Annahmen, die Schätzung von Personalkostensteigerungen, die Wachstumsraten sowie die gewichteten Kapitalkosten. Auch bei möglichen Veränderungen der Parameter ist derzeit davon auszugehen, dass der erzielbare Betrag den Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte übersteigt. Insbesondere bezüglich der Annahmen zu Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten, den erwarteten zukünftigen Cashflows sowie den gewichteten Kapitalkosten verweisen wir auf Abschnitt 6.2. Die für den Werthaltigkeitstest verwendeten beizulegenden Zeitwerte werden auch für die Bewertung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumente verwendet. Da für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts, wie in diesem Absatz beschrieben, Schätzungen durchgeführt werden und kein aktiver Markt besteht, werden diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustquoten. DEKRA trifft diese Annahmen basierend auf den Erfahrungen aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie Schätzungen über die Zukunft zum Ende der Berichtsperiode. Die Wahl der Methode zur Bestimmung des Fertigstellungsgrads von Kundenverträgen erfordert Ermessensentscheidungen und hängt von der Art der jeweiligen Dienstleistung ab. Im Regelfall wird für die Bestimmung des Leistungsfortschritts der jeweiligen Verträge die Cost-to-Cost-Methode als Verhältnis der angefallenen Kosten zu den kalkulierten Gesamtkosten angewendet. Die Verpflichtung aus leistungsorientierten Pensionszusagen sowie die Pensionszahlungen des Folgejahres werden auf Basis von versicherungsmathematischen Parametern wie Rechnungszins, Gehalts- und Rententrend sowie Lebensalter ermittelt. Parameteränderungen können einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Pensionsverpflichtung haben. Hinsichtlich weiterer Erläuterungen verweisen wir auf Abschnitt 6.14. Bei Unternehmenszusammenschlüssen bestehen teilweise bedingte Kaufpreisbestandteile bzw. werden mit dem Verkäufer Kauf- oder Verkaufsoptionen für die nicht beherrschenden Anteile vereinbart. Die daraus resultierenden Kaufpreisverbindlichkeiten unterliegen Schätzungen in Form zukünftig erreichbarer Ziele sowie Annahmen in Bezug auf die Barwertermittlung künftiger Kaufpreiszahlungen. Hinsichtlich weiterer Erläuterungen verweisen wir auf Abschnitt 3.1. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie voraussichtlich genutzt werden können. Die Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit wird unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren, zum Beispiel zukünftiger zu versteuernder Ergebnisse in den Planperioden, beurteilt. DEKRA geht dabei von einem Planungshorizont von fünf Jahren aus. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Sie werden dann entsprechend der ursprünglichen Bildung erfolgswirksam oder erfolgsneutral erfasst. 4 UnternehmenserwerbeDarstellung wesentlicher Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr Im Geschäftsjahr 2022 fanden keine wesentlichen Unternehmenserwerbe statt. Zudem fanden keine Unternehmenserwerbe statt, die zusammen betrachtet wesentlich sind. Darstellung wesentlicher Unternehmenserwerbe des Vorjahres Im Jahr 2021 war die Akquisition der Centro Misure Compatibilità S.r.l., Italien, wesentlich. Aus diesem Unternehmenserwerb resultiert ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 4,9 Mio. EUR. Die Centro Misure Compatibilità S.r.l. wurde ab 1. Mai 2021 in den Konzernabschluss einbezogen und zum 1. Oktober 2022 auf die DEKRA Testing and Certification S.r.l., Italien, verschmolzen. Im Zeitraum von 1. Januar 2022 bis zum 30. September 2022 konnte die Gesellschaft mit 10,5 Mio. EUR (Vorjahr: 2,3 Mio. EUR) zum Konzernumsatz beitragen. 5 Konzern-GesamtergebnisrechnungDie Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die dem Geschäftsjahr zuzuordnenden Erträge und Aufwendungen werden erfolgswirksam erfasst. Die erfolgsneutral erfassten nicht eigentümerbezogenen Transaktionen sind im Anschluss an die Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet (One-Statement-Approach). 5.1 Umsatzerlöse Die Aufteilung der Umsatzerlöse erfolgt nach Regionen und Service Divisions. Die ermittelten Umsatzerlöse resultieren aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.
Im Geschäftsjahr wurden die früheren Service Divisions Training und Consulting in der neuen Service Division Advisory & Training Services zusammengelegt. Die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst. Die Umsatzerlöse enthalten auch Erlöse aus zum Jahresende noch nicht abgerechneten Dienstleistungsaufträgen (zeitraumbezogen) in Höhe von 63.278 TEUR (Vorjahr: 59.392 TEUR), die anteilig über den Zeitraum der Leistungserbringung erfasst werden. Davon wurden 38.588 TEUR (Vorjahr: 36.208 TEUR) in der Service Division "Product Testing" erbracht. Im Geschäftsjahr 2022 wurden wie folgt Umsatzerlöse realisiert:
Leistungsverpflichtungen von DEKRA sind in der Regel dann erfüllt, wenn die Dienstleistung erbracht (zum Beispiel Training, Consulting) oder abgeschlossen (zum Beispiel Vehicle Inspection, Product Testing) wurde. Die Zahlungsbedingungen unterscheiden sich bei DEKRA in den einzelnen Regionen und Dienstleistungen. Konzernweit bewegen sich die Zahlungsbedingungen in der Regel in einer Bandbreite von zehn bis sechzig Tagen. Hierbei sind keine wesentlichen Finanzierungskomponenten enthalten. Für Verträge mit der Kundschaft mit einer ursprünglich erwarteten Laufzeit von über einem Jahr bzw. von Leistungsverpflichtungen, die nicht nach IFRS 15.B16 vereinnahmt werden, gliedert sich der Transaktionspreis der verbleibenden unerfüllten bzw. teilweise erfüllten Leistungsverpflichtungen zum 31. Dezember 2022 wie folgt auf:
5.2 Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich im Geschäftsjahr auf 47,1 Mio. EUR (Vorjahr: 43,2 Mio. EUR). Darin enthalten sind Kursgewinne in Höhe von 6,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,4 Mio. EUR). Des Weiteren sind Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen in Höhe von 5,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,7 Mio. EUR) und Zuwendungen der öffentlichen Hand von insgesamt 3,3 Mio. EUR (Vorjahr: 7,2 Mio. EUR), die im Wesentlichen in Form von Eingliederungshilfen und Lohnkostenzuschüssen gewährt wurden, enthalten. Zudem sind periodenfremde Erträge in Höhe von 3,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2,2 Mio. EUR) und Erträge aus Schadenvergütungen in Höhe von 2,4 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR) entstanden. 5.3 Materialaufwand
5.4 Personalaufwand
Die Aufwendungen für Altersversorgung beinhalten auch Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 117,8 Mio. EUR (Vorjahr: 109,7 Mio. EUR). Bei den Mitarbeitenden des Konzerns handelt es sich überwiegend um Angestellte. Die Mitarbeitenden des Konzerns verteilen sich im Jahresdurchschnitt wie folgt:
5.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 547,5 Mio. EUR (Vorjahr: 505,6 Mio. EUR) beinhalten im Wesentlichen IT- und Telefonkosten in Höhe von 104,3 Mio. EUR (Vorjahr: 99,8 Mio. EUR), Reisekosten in Höhe von 99,8 Mio. EUR (Vorjahr: 86,0 Mio. EUR), Verwaltungskosten in Höhe von 99,5 Mio. EUR (Vorjahr: 89,3 Mio. EUR), Raum- und Gebäudekosten in Höhe von 68,4 Mio. EUR (Vorjahr: 63,5 Mio. EUR) sowie sonstige Personalkosten in Höhe von 46,9 Mio. EUR (Vorjahr: 38,8 Mio. EUR). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 1,4 Mio. EUR enthalten (Vorjahr: 5,4 Mio. EUR). Da es sich hierbei um einen saldierten Posten handelt, werden Erträge in Höhe von 6,4 Mio. EUR (Vorjahr: 6,4 Mio. EUR) mit Aufwendungen in Höhe von 7,8 Mio. EUR (Vorjahr: 11,8 Mio. EUR) verrechnet. Darüber hinaus sind Kursverluste in Höhe von 6,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,7 Mio. EUR) enthalten. 5.6 Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen Die Aufteilung der Abschreibungen ist in der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen ersichtlich. Siehe hierzu Abschnitt 6.1, 6.3 und 8.1. 5.7 Finanzergebnis
Das Beteiligungsergebnis aus At-equity-Unternehmen in Höhe von -377 TEUR (Vorjahr: -324 TEUR) resultiert im Wesentlichen aus der Vereinnahmung der anteiligen Gewinne bzw. Verluste der Unternehmen FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH, Dresden, und Spearhead AG, Dietlikon, Schweiz. Bei den Aufwendungen aus Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen auf Ausleihungen. Bei den Zinsen und ähnlichen Erträgen handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Marktbewertung von Wertpapieren in Höhe von 6.450 TEUR (Vorjahr: 690 TEUR) sowie Fremdwährungsbewertungen in Höhe von 5.106 TEUR (Vorjahr: 3.373 TEUR). Des Weiteren sind Zinserträge aus Kreditvergaben und Forderungen in Höhe von 2.972 TEUR (Vorjahr: 2.624 TEUR) enthalten. Aufwendungen aus der Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Put-Call-Optionen im Zusammenhang mit in Vorjahren erworbenen Tochterunternehmen wirkten sich in Höhe von -6.307 TEUR (Vorjahr: Erträge 2.022 TEUR) auf Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus. Der Finanzierungssaldo aus Pensionsrückstellungen ergibt sich aus Zinskosten der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 13.049 TEUR (Vorjahr: 8.280 TEUR) abzüglich der Verzinsung des Planvermögens in Höhe von 7.904 TEUR (Vorjahr: 4.447 TEUR). 5.8 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Als Ertragsteuern sind sowohl die gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Innerhalb der Ertragsteuern werden auch die Steuerumlagen gegenüber dem DEKRA e.V., Stuttgart, in Höhe von 35,1 Mio. EUR (Vorjahr: 40,5 Mio. EUR) ausgewiesen. Die Steuerumlage entspricht der tatsächlich anfallenden Steuer bis zur Ebene der DEKRA SE. Die Forderungen und Verbindlichkeiten hieraus sind in den Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten.
Im laufenden Steueraufwand sind periodenfremde Steuersachverhalte in Höhe von -689 TEUR (Vorjahr:-688 TEUR) enthalten. Der DEKRA Konzern hat zum Stichtag insgesamt 37.584 TEUR (Vorjahr: 28.777 TEUR) an nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen, die zu aktiven latenten Steuern in Höhe von 9.763 TEUR (Vorjahr: 7.646 TEUR) führten. Der Konzern hält es für hinreichend sicher, dass zukünftiges zu versteuerndes Einkommen zur Verrechnung zur Verfügung stehen wird. Es wurden die jeweiligen landesspezifischen Steuersätze herangezogen. Der laufende Steueraufwand ist aufgrund der Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verluste um 305 TEUR (Vorjahr: 1.313 TEUR) vermindert. Die latenten Steuern auf zeitliche Bewertungsunterschiede wurden zu den landesspezifischen, künftig zu erwartenden Steuersätzen, beispielsweise für Deutschland 30,5 % (Vorjahr: 30,5 %), Frankreich 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %) sowie für die Niederlande 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %), ermittelt. Auf thesaurierte Gewinne von Tochterunternehmen wurden keine latenten Steuern gebildet, da die Gewinne aus heutiger Sicht in den Tochterunternehmen investiert bleiben sollen. Die zum 31. Dezember 2022 bestehenden latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:
Die folgende Steuerüberleitungsrechnung erläutert den Unterschied zwischen dem tatsächlichen Steueraufwand laut Gesamtergebnisrechnung und dem Steueraufwand, der sich bei der Verwendung des Steuersatzes der DEKRA SE auf das Konzernergebnis vor Steuern theoretisch ergeben würde. Der Steuersatz des DEKRA Konzerns beträgt wie im Vorjahr 30,525 %.
Latente Ertragsteueransprüche sowie kurzfristige Ertragsteuerforderungen Im Konzern bestehen zeitlich unbegrenzt nutzbare steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 50.801 TEUR (Vorjahr: 43.822 TEUR), für die keine latenten Steuern aktiviert wurden, da eine steuerliche Nutzbarkeit noch nicht mit hinreichender Sicherheit absehbar ist. Eine Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern auf Organkreisebene wurde vorgenommen, sofern die Saldierungsvoraussetzungen nach IAS 12.74 vorlagen. Die Veränderung der latenten Steuern aus der Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne wurde in Höhe von -63.909 TEUR (Vorjahr: -23.548 TEUR) erfolgsneutral gebucht. Darüber hinaus ergaben sich bei den latenten Steuern Veränderungen aus Erstkonsolidierungen sowie aus Währungsumrechnungseffekten. Der Anstieg bei den kurzfristigen Ertragsteuerforderungen resultiert im Wesentlichen aus Erstkonsolidierungen. Latente Ertragsteuerverbindlichkeiten sowie kurzfristige Ertragsteuer verbindlichkeiten Die Steuerverbindlichkeiten bestehen neben effektiven Steuerverpflichtungen insbesondere aus passiven latenten Steuern. Die ermittelten Ansatz- und Bewertungsunterschiede aus den Anpassungen der Handelsbilanzen der einbezogenen Unternehmen an IFRS sowie erfolgswirksame Konsolidierungsbuchungen, die zu aktiven bzw. passiven latenten Steuern führten, sind in obiger Tabelle dargestellt. Im Rahmen der Erstkonsolidierungen wurden latente Steuern in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR) passiviert. Die kurzfristigen Steuerverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Ertragsteuerverpflichtungen der ausländischen Gesellschaften. Die Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen gegenüber dem DEKRA e.V., Stuttgart, sind in Höhe von 35,1 Mio. EUR (Vorjahr: 40,5 Mio. EUR) mit den Forderungen an verbundene Unternehmen saldiert. 5.9 Sonstiges Ergebnis Der Konzernjahresüberschuss nach IFRS beträgt 126,4 Mio. EUR (Vorjahr: 141,5 Mio. EUR). Dieser dient als Grundlage für die Fortentwicklung der Gewinn- und Verlustrechnung zur Gesamtergebnisrechnung. Die erfolgsneutralen Effekte, die auch zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden, entfallen auf die Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne in Höhe von 214,6 Mio. EUR (Vorjahr: 78,5 Mio. EUR) abzüglich darauf entfallender latenter Steuern in Höhe von -63,9 Mio. EUR (Vorjahr: -23,5 Mio. EUR) sowie auf die Änderung des Fair Values von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten in Höhe von -6,9 Mio. EUR (Vorjahr: 0,4 Mio. EUR). Des Weiteren sind erfolgsneutrale Verluste aus der Fremdwährungsumrechnung von in Fremdwährung aufgestellten Abschlüssen von Tochtergesellschaften in Höhe von -6,7 Mio. EUR (Vorjahr Erträge: 15,6 Mio. EUR) enthalten. Die Fremdwährungseffekte entfallen im Wesentlichen auf Umrechnungen aus schwedischen Kronen, US-Dollar sowie Taiwan-Dollar. Diese Position wird unter bestimmten Voraussetzungen künftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. 6 KonzernbilanzLangfristige Vermögenswerte 6.1 Immaterielle Vermögenswerte Ausgewiesen sind neben Geschäfts- oder Firmenwerten die in den sonstigen immateriellen Vermögenswerten ausgewiesenen entgeltlich erworbenen Kundenstämme. Zudem werden Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte (EDV-Entwicklungen) ausgewiesen. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte für Softwareentwicklungen wurden im Berichtsjahr in Höhe von 2.049 TEUR (Vorjahr: 1.269 TEUR) aktiviert. Im Geschäftsjahr wurden aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen Wertminderungen für IT-Projekte in Höhe von 90 TEUR (Vorjahr: 5.669 TEUR) vorgenommen.
6.2 Geschäfts- oder Firmenwerte Die Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen im Geschäftsjahr in Höhe von 217,0 Mio. EUR (Vorjahr: 215,9 Mio. EUR) auf die ZGE Germany, in Höhe von 115,0 Mio. EUR (Vorjahr: 113,5 Mio. EUR) auf die ZGE South-West Europe, in Höhe von 95,2 Mio. EUR (Vorjahr: 95,3 Mio. EUR) auf die ZGE North-West Europe, in Höhe von 82,6 Mio. EUR (Vorjahr: 84,3 Mio. EUR) auf die ZGE APAC und in Höhe von 64,9 Mio. EUR (Vorjahr: 61,0 Mio. EUR) auf die ZGE Americas. Des Weiteren entfallen 32,7 Mio. EUR (Vorjahr: 32,5 Mio. EUR) auf die ZGE Central East Europe & Middle East und 23,3 Mio. EUR (Vorjahr: 23,2 Mio. EUR) auf die ZGE Temp Work. Die Zugänge zu Geschäfts- oder Firmenwerten in Höhe von 6,1 Mio. EUR (Vorjahr: 10,1 Mio. EUR) resultieren aus Erstkonsolidierungen und aus Asset Deals des Jahres 2022. Darüber hinaus verringerte sich der Geschäfts- oder Firmenwert aufgrund von Währungsumrechnungsdifferenzen um 0,9 Mio. EUR (Vorjahr Erhöhung: 10,9 Mio. EUR). Der erzielbare Betrag der ZGE wurde anhand des Nutzungswerts der jeweiligen Einheit ermittelt. Die Cashflow-Prognose basiert dabei auf der zum Zeitpunkt der Durchführung des Werthaltigkeitstests gültigen, vom Management verabschiedeten langfristigen Planungen, die einen fünfjährigen Planungshorizont umfassen. Neben den Erwartungen für die künftige Markt- und Unternehmensentwicklung werden auch Erfahrungen aus der Vergangenheit in den Planungen des Managements berücksichtigt. Die Cashflows jenseits des fünfjährigen Planungszeitraums wurden grundsätzlich unter Berücksichtigung geschätzter Wachstumsraten von 0,5 % (Vorjahr: 0,5 %) extrapoliert. Die geschätzten Wachstumsraten entstammen Prognosen des Unternehmens. Zur Diskontierung der Zahlungsströme wurde für die sechs regionalen Cluster ein risikoadjustierter Zinssatz vor Steuern von 8,2 % berücksichtigt (Vorjahr: 6,1 %). Für die global agierende Einheit Temp Work wurde ein risikoadjustierter Zinssatz vor Steuern von 9,2 % (Vorjahr: 9,5 %) berücksichtigt. Eine zehnprozentige Verringerung der erwarteten Cashflows oder eine einprozentige Erhöhung des Diskontierungszinssatzes, die der Berechnung des Nutzungswerts der ZGE zugrunde gelegt werden, würden jede für sich betrachtet zu keinen Wertminderungen führen. Im Übrigen verweisen wir auf die Darstellungen im beschreibenden Teil des Anhangs zu Wertminderungen. 6.3 Sachanlagen
6.4 At equity bewertete Finanzanlagen Aus den Jahresabschlüssen der größten Unternehmen, die at equity bewertet werden, ergeben sich folgende Finanzinformationen, die nicht an die Beteiligungsquote angepasst wurden:
6.5 Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte
DEKRA hat im Geschäftsjahr Anteile an verbundenen Unternehmen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, aus strategischen Gründen in Höhe von 537 TEUR verkauft. Entsprechend IFRS 9.B5.7.1 wurden -9.737 TEUR von dem kumulierten sonstigen Konzernergebnis aus erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten in die Gewinnrücklage umgegliedert. DEKRA bewertet Anteile an verbundenen Unternehmen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert. Die kumulierten im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge der Neubewertung der Anteile belaufen sich auf 25,4 Mio. EUR (Vorjahr: 22,6 Mio. EUR). Davon wirkten sich -6,9 Mio. EUR (Vorjahr: +0,4 Mio. EUR) negativ auf das sonstige Ergebnis des Geschäftsjahres aus. Der Fair Value der Anteile an verbundenen Unternehmen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, teilt sich zum 31.12.2022 wie folgt auf Regionen auf:
Vom Fair Value in Höhe von 61,0 Mio. EUR (Vorjahr: 73,0 Mio. EUR) werden 46,7 Mio. EUR (Vorjahr: 56,2 Mio. EUR) als Anteile an verbundenen Unternehmen, 10,5 Mio. EUR (Vorjahr: 14,3 Mio. EUR) als langfristige Ausleihungen und 3,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2,5 Mio. EUR) als kurzfristige Ausleihungen an verbundene Unternehmen ausgewiesen. In den Wertpapieren wurden Fair-Value-Änderungen in Höhe von -2.545 TEUR (Vorjahr: 722 TEUR) netto vorgenommen. Die kumulierten Wertminderungen der Wertpapiere belaufen sich auf -1.351 TEUR (Vorjahr Werterhöhungen: 1.194 TEUR). Die Risikovorsorge der Ausleihungen an verbundene Unternehmen und der sonstigen Ausleihungen entwickelte sich in der Berichtsperiode wie folgt:
Im Vorjahr entwickelte sich die Risikovorsorge der Ausleihungen an verbundene Unternehmen und der sonstigen Ausleihungen folgendermaßen:
Die Risikovorsorge bei den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten beläuft sich auf -48 TEUR (Vorjahr: -52 TEUR). 6.6 Sonstige langfristige Vermögenswerte Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus Kautionen. Kurzfristige Vermögenswerte 6.7 Vorräte
6.8 Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen in Fremdwährung werden entsprechend IAS 21.21 zum Kurs zum Zeitpunkt der Transaktion in die funktionale Währung der Tochterunternehmen umgerechnet und gemäß IAS 21.23 zum Bilanzstichtagskurs bewertet. Der Unterschiedsbetrag wird erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Ertrag oder Aufwand verrechnet. 18.660 TEUR der Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns bestehen in US-Dollar, 16.211 TEUR in schwedischen Kronen, 13.908 TEUR in chinesischen Renminbi und 9.907 TEUR in marokkanischen Dirham. Dabei handelt es sich aus Sicht der jeweiligen berichtenden Tochterunternehmen im Wesentlichen um Forderungen in der funktionalen Währung.
Vertragsvermögenswerte werden zum Stichtag für nicht abgerechnete Dienstleistungen erfasst. Diese Dienstleistungen sind im Wesentlichen den Service Divisions Product Testing, Industrial Inspection sowie Audit zuzuordnen. Nach definierten Abrechnungszeitpunkten bzw. nach Abschluss und Abnahme der Dienstleistung durch die Kundschaft werden Beträge, die in den Vertragsvermögenswerten erfasst sind, in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert. Im Regelfall werden verbleibende Leistungsverpflichtungen aus Verträgen, die in den Vertragsvermögenswerten enthalten sind, innerhalb des darauffolgenden Geschäftsjahres erfüllt und abgerechnet. In den folgenden Tabellen werden die Bruttobuchwerte nach Ausfallrisiko-Ratingklassen angegeben, wobei die Ratingklassen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten vereinfacht nach den Überfälligkeiten dargestellt werden. Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen
Wertberichtigungen
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aufgrund des vereinfachten Ansatzes grundsätzlich der Stufe 2 des Wertminderungsmodells zuzuordnen sind, entwickelten sich wie folgt:
Die Vertragsvermögenswerte sind allesamt nicht überfällig. Die Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte, die aufgrund des vereinfachten Ansatzes grundsätzlich der Stufe 2 des Wertminderungsmodells zuzuordnen sind, entwickelten sich wie folgt:
Die Aufwendungen für die Zuführung zu Wertberichtigungen sowie die Erträge aus Auflösung von Wertberichtigungen sind saldiert in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. 6.9 Übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Der Rückgang um 9.538 TEUR bei Wertpapieren geht im Wesentlichen auf im Geschäftsjahr ausgelaufene kurzfristige Geldanlagen zurück. In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind insgesamt 93.929 TEUR (Vorjahr: 126.926 TEUR) Verbindlichkeiten aus Ertrag- und Umsatzsteuern, Ergebnisabführung der DEKRA SE und sonstigen Verrechnungen gegenüber dem Anteilseigner enthalten, die mit den Forderungen aus Cash-Pool sowie sonstigen Verrechnungen in Höhe von 108.443 TEUR (Vorjahr: 164.511 TEUR) saldiert wurden. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus der Ergebnisabführung sowie der Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen zurückzuführen. In den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind im Wesentlichen Erstattungsansprüche aus Schadenregulierungen in Höhe von 45.915 TEUR (Vorjahr: 50.644 TEUR) enthalten. Die Wertberichtigungen auf die übrigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte, die im Wesentlichen der Stufe 1 des Wertminderungsmodells zuzuordnen sind, entwickelten sich wie folgt:
6.10 Sonstige kurzfristige Vermögenswerte Dieser Posten beinhaltet im Wesentlichen den Rechnungsabgrenzungsposten sowie sonstige kurzfristige Steuerforderungen. 6.11 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Kapitalflussrechnung dargestellt.
Unter den Guthaben bei Kreditinstituten werden kurzfristige Gelder bis zu einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten ausgewiesen. 6.12 Eigenkapital Zur Entwicklung des Postens Eigenkapital wird auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung hingewiesen. Das Grundkapital der DEKRA SE beträgt unverändert zum Vorjahr 25.565 TEUR. Das Grundkapital unterteilt sich wie im Vorjahr in 10.000.000 autorisierte und auf den Inhaber lautende Nennwertaktien. Davon sind wie im Vorjahr 10.000.000 Aktien ausgegeben und voll eingezahlt. Der Nennwert pro Aktie beträgt 2,556459406 Euro. Die Kapitalrücklage in Höhe von 630.529 TEUR (Vorjahr: 620.529 TEUR) enthält im Wesentlichen Einlagen seitens des DEKRA e.V., Stuttgart. Im Berichtsjahr wurde eine Einlage in die Kapitalrücklage in Höhe von 10.000 TEUR (Vorjahr: 10.000 TEUR) vorgenommen. Die Gewinnrücklagen beinhalten das Konzernergebnis sowie die in den Vorjahren erwirtschafteten Ergebnisse der in den Konzern einbezogenen Unternehmen, soweit diese nicht ausgeschüttet bzw. abgeführt wurden. Zwischen der DEKRA SE und dem Mutterunternehmen besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. Die Gewinnabführung wird erfolgsneutral als Transaktion mit dem Eigenkapitalgeber ausgewiesen. Die Differenz zwischen Gewinnabführung nach handelsrechtlichen Grundsätzen und IFRS-Ergebnis wird in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Im kumulierten sonstigen Konzernergebnis sind Veränderungen versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste bei leistungsorientierten Versorgungsplänen, die Fair-Value-Veränderungen aus der erfolgsneutralen Bewertung von Sicherungsinstrumenten und Eigenkapitalinstrumenten sowie die erfolgsneutral gebildeten latenten Steuern und die erfolgsneutral abgebildeten Unterschiede aus der Fremdwährungsumrechnung enthalten. Fair-Value-Veränderungen aus der erfolgsneutralen Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten werden bei Ausbuchung des Eigenkapitalinstruments in die Gewinnrücklagen umgegliedert. 6.13 Nicht beherrschende Anteile Zur Entwicklung der nicht beherrschenden Anteile verweisen wir auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung. Nicht beherrschende Anteile bestehen an den Gesellschaften, die im Anteilsbesitz (Abschnitt 15) eine Beteiligungsquote von weniger als 100 Prozent ausweisen, es sei denn, im Rahmen des Unternehmenserwerbs wurden Optionen auf die nicht beherrschenden Anteile vereinbart. Für diese Anteile wird gemäß IAS 32 eine Kaufpreisverbindlichkeit passiviert, der Ausweis nicht beherrschender Anteile entfällt. Im Nachfolgenden sind die erforderlichen anteiligen Finanzinformationen der wesentlichen Gesellschaft mit nicht beherrschenden Anteilen (DEKRA iST Reliability Services Inc., Hsinchu, Taiwan) aufgeführt. Die Beträge verstehen sich vor konzerninternen Eliminierungen.
Aus Gründen der Wesentlichkeit werden in der obigen Darstellung nur die Finanzinformationen der DEKRA iST Reliability Services Inc., Hsinchu, Taiwan, aufgeführt. 6.14 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Im Konzern bestehen sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Versorgungspläne für Zusagen auf Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenleistungen auf der Grundlage von Betriebsvereinbarungen sowie auf einzelvertraglicher Basis. Nach diesen Versorgungsplänen werden Versorgungsbezüge gewährt, deren Höhe von der Dienstzeit und dem anrechnungsfähigen Einkommen abhängig ist. Altersgrenze ist die jeweils maßgebende Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Versorgung erfolgt dabei teilweise unmittelbar durch die Unternehmen, die die Versorgungszusage erteilen, und teilweise durch eine rechtlich selbstständige Unterstützungseinrichtung (DEKRA Unterstützungskasse e.V., Stuttgart). Im vorliegenden Konzernabschluss wurden die auf die konsolidierten Trägerunternehmen entfallenden Verpflichtungen in voller Höhe einbezogen. Die Finanzierung der Leistungen erfolgt teilweise intern über das planmäßige Ansammeln von Rückstellungen und teilweise durch Beitragszahlungen in Rückdeckungsversicherungen. Bei den mittelbaren Zusagen und den Direktzusagen handelt es sich um leistungsorientierte Verpflichtungen, für die innerhalb des DEKRA Unterstützungskasse e.V., Stuttgart, Vermögen (unter anderem durch den Abschluss von Rückdeckungsversicherungen) bereitgehalten wird. Darüber hinaus hat DEKRA mit Wirkung zum 24. Oktober 2017 zur Sicherung der Pensionsverpflichtungen aus diesen Versorgungsplänen die Einrichtung eines Contractual Trust Arrangement (CTA) umgesetzt. Mit der Allianz Treuhand GmbH, Stuttgart, die als Treuhänder im Rahmen einer Doppeltreuhand (Verwaltungs- und Sicherungstreuhand) agiert, wurde ein Treuhandvertrag zur Absicherung von Versorgungsansprüchen abgeschlossen. Die zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen übertragenen Mittel werden von der Allianz Treuhand GmbH, Stuttgart, treuhänderisch verwaltet und dürfen ausschließlich zweckgebunden zur Zahlung der Pensionsverpflichtungen verwendet werden. Mit Wirkung zum 1. Januar 2012 wurde die betriebliche Altersversorgung neu geordnet (DEKRA Betriebsrente). Ansprüche, die vor diesem Zeitpunkt erdient wurden, waren hiervon nicht betroffen. Im Rahmen der Neuordnung wurden Direktzusagen als beitragsorientierte Leistungszusagen entsprechend den Regelungen von gesondert abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen erteilt. Die Versorgung wird als beitragsorientiert bezeichnet, da sich die Höhe der Versorgungsleistung aus zuvor definierten Versorgungsbeiträgen ableitet und bemisst. Die Mitarbeitenden können zusätzlich zum Versorgungsbeitrag durch den Arbeitgeber diesen Beitrag durch Entgeltumwandlungen erhöhen. Die Rückdeckungsversicherungen sowie das Vermögen des DEKRA Unterstützungskasse e.V., Stuttgart, und das rechtlich abgetrennte Sondervermögen des CTA werden als Planvermögen gemäß IAS 19.113 behandelt. Der DEKRA Unterstützungskasse e.V., Stuttgart, verfügt über einen Beirat, der regelmäßig über die Situation des Kassenvermögens informiert wird. Die Rückstellungen für Pensionen im Ausland betreffen im Wesentlichen Versorgungspläne für Altersleistungen sowie einmalige Abfindungsleistungen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses aufgrund des Rentenbeginns der Mitarbeitenden. Die leistungsorientierten Verpflichtungen werden jährlich von unabhängigen versicherungsmathematischen Sachverständigen unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode berechnet. Es werden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck für die inländischen Pensionsverpflichtungen sowie die für die ausländischen Verpflichtungen anerkannten Richttafeln zugrunde gelegt. Bei einzelnen ausländischen Gesellschaften bestehen gemeinschaftliche Pläne mehrerer Arbeitgeber zu leistungsorientierten Plänen. Das Volumen dieser Pläne ist für den DEKRA Konzern von untergeordneter Bedeutung. Für die vorliegenden Pläne bestehen neben den allgemeinen Zins-, Inflations-, Langlebigkeits- und Rechtsprechungsrisiken keine besonderen unternehmensspezifischen Risiken. Dem Langlebigkeitsrisiko wird durch die Verwendung von Generationentafeln bei der Kalkulation der Verpflichtung Rechnung getragen. Die Generationentafeln berücksichtigen durch geeignete Annahmen insbesondere die zukünftig voraussichtlich weiter steigende Lebenserwartung. Das Inflationsrisiko wird durch einen langfristigen Ansatz mit 2,00 % p. a. (Vorjahr: 1,75 %) bei der Kalkulation der Verpflichtung nach derzeitigen Erkenntnissen in ausreichendem Maße berücksichtigt. Es wirkt sich im Übrigen hauptsächlich bei der Anpassungsprüfung laufender Renten aus. Risiken arbeitsrechtlicher Natur aufgrund höchstrichterlicher Rechtsprechung, die sich auf die Pläne auswirken würden, sind gegenwärtig nicht bekannt. Leistungsorientierte Versorgungspläne Der in der Bilanz erfasste Wert für Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:
Die Planabgeltungen resultieren aus der Ablösung der Verpflichtungen aufgrund der Beendigung von Arbeitsverhältnissen. Die gewichtete durchschnittliche Duration des überwiegenden Anteils der Pensionsverpflichtungen beträgt 13,64 Jahre (Vorjahr: 14,37 Jahre). Die erwarteten künftigen Rentenzahlungen für die kommenden fünf Geschäftsjahre belaufen sich wie folgt:
Die Relation zwischen der Leistungsverpflichtung und dem Planvermögen spiegelt den Finanzierungsgrad des jeweiligen Pensionsplans wider, wobei eine das Planvermögen übersteigende Leistungsverpflichtung eine Planunterdeckung darstellt. Sowohl Leistungsverpflichtung als auch Planvermögen können im Zeitablauf schwanken, was zu einer Erhöhung/Verminderung der Planunterdeckung führen kann. Gründe für solche Schwankungen können Veränderungen des Marktzinses und damit des Diskontierungszinses oder auch Anpassungen an versicherungsmathematische Annahmen sein. Das Planvermögen der DEKRA Gruppe besteht größtenteils aus Rückdeckungsversicherungen und unterliegt aufgrund der vorhandenen Mindestverzinsung nur bedingten Schwankungen. Die Dotierung des CTA erfolgt überwiegend durch die Einbringung von Spezialfonds und liquider Mittel. Grundsätzlich unterliegt das Sondervermögen des CTA denselben Risiken wie direkte Kapitalanlagen. Diesbezüglich verweisen wir auf die Ausführungen in Abschnitt 10. Die bilanzierte Planunterdeckung wird im Wesentlichen durch operative Cashflows gedeckt. Langfristiges Ziel des DEKRA Konzerns ist es, das Planvermögen sukzessive zu erhöhen, um die Deckungslücke zu schließen. Wesentliche Parameter Für den DEKRA Konzern kommen bei der Berechnung der Pensionsverpflichtung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren im Wesentlichen folgende Parameter zur Anwendung:
Die Ermittlung der Sensitivitäten erfolgte auf Basis desselben Bestands und desselben Bewertungsverfahrens wie die Bewertung der Pensionsverpflichtungen zum Stichtag. Bei der Berechnung der Sensitivitäten wurde jede Annahme jeweils isoliert verändert. Es handelt sich dabei um Durchschnittswerte, die mit dem Barwert der jeweiligen Pensionsverpflichtung gewichtet wurden. Die Verpflichtungen im Ausland werden unter Berücksichtigung landesspezifischer Berechnungsgrundlagen und Parameter ermittelt und sind von untergeordneter Bedeutung. Die Finanzierung der inländischen Versorgungszusagen erfolgt teilweise über den DEKRA Unterstützungskasse e.V., Stuttgart. Die Vermögenswerte des DEKRA Unterstützungskasse e.V., Stuttgart, erfüllen die notwendigen Voraussetzungen eines Planvermögens gemäß IAS 19. Bei einzelnen Gesellschaften erfolgt die Finanzierung der Versorgungszusage durch Leistungen an eine Versicherungsgesellschaft. Das dadurch entstandene Planvermögen umfasst ausschließlich qualifizierte Versicherungspolicen. Sensitivitätsanalyse Die folgende Übersicht stellt die Auswirkungen von Parameteränderungen auf die Pensionsverpflichtung dar. Die Analyse bezieht sich auf die Parameter, bei denen eine Änderung zum Abschlussstichtag für möglich gehalten wurde. Bei der Berechnung wurden Korrelationen zwischen den Parametern nicht berücksichtigt.
Planvermögen Der Zeitwert des Planvermögens unterteilt sich in folgende Vermögenskategorien:
Die Wertpapiere sind im Wesentlichen Spezialfonds, die eine Mischung aus Renten und Aktien beinhalten. Die Fonds bestehen hierbei zum Großteil aus Renten. Die Beiträge des Arbeitgebers in das Planvermögen werden im folgenden Geschäftsjahr voraussichtlich 17,7 Mio. EUR (Vorjahr: 15,1 Mio. EUR) betragen. Im Planvermögen sind weder eigene Finanzinstrumente noch eigene Immobilien oder andere Vermögenswerte enthalten, die DEKRA selbst nutzt. Beitragsorientierte Versorgungspläne Ein Teil der Altersversorgung für die überwiegende Anzahl der Mitarbeitenden, insbesondere in Deutschland, ist die gesetzliche Rentenversicherung. Bei einigen in- und ausländischen Gesellschaften bestehen freiwillige beitragsorientierte Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne inklusive Rentenversicherungsbeiträgen betrugen im Berichtsjahr 132,4 Mio. EUR (Vorjahr: 122,7 Mio. EUR). Die künftige Höhe dieser Aufwendungen hängt wesentlich von der Entwicklung der zugrunde liegenden Rentenversicherungssysteme ab. 6.15 Lang- und kurzfristige Rückstellungen
Bei den Rückstellungen für Altersteilzeit handelt es sich um Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle, die sich bereits in der Freiphase befinden. Somit verringern sich diese Rückstellungen kontinuierlich. In einigen Gesellschaften wird den Mitarbeitenden nach einer Betriebszugehörigkeit von zehn und fünfundzwanzig Jahren eine Jubiläumsprämie gewährt. Die Zuführung zu den Jubiläumsrückstellungen beginnt ab Eintritt des Mitarbeitenden ins Unternehmen. Somit unterliegen die Jubiläumsrückstellungen kontinuierlichen Zuführungen, Verbräuchen und Auflösungen.
Es bestehen in Frankreich langfristige Verpflichtungen im Rahmen von Gewährleistungen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von 10.532 TEUR (Vorjahr: 9.914 TEUR), deren Risiken über die abgedeckten Versicherungen hinausgehen. Darüber hinaus existieren langfristige Verpflichtungen aufgrund landesspezifischer Abgaben. In den langfristigen Rückstellungen sind wie im Vorjahr keine wesentlichen Aufzinsungseffekte enthalten. Die Rückstellungen decken alle erkennbaren Verpflichtungen gegenüber Dritten entsprechend IAS 37 ab. Sie sind in Höhe des wahrscheinlichen Betrags angesetzt. 6.16 Lang- und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Die Zunahme der langfristigen Leasingverbindlichkeiten um 23.357 TEUR ist im Wesentlichen auf neue Leasingverhältnisse sowie der Verlängerung bisheriger Verträge zurückzuführen. Bisher als langfristig ausgewiesene Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen wurden aufgrund der Fälligkeit in die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen umgegliedert. Diese Tatsachen erklären auch die Zunahme der kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten um 6.944 TEUR. Die Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben sind im Wesentlichen bedingte Kaufpreisbestandteile.
Die Verringerung der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 5.002 TEUR ist im Wesentlichen auf die Tilgung zweier Schuldscheindarlehen sowie der Tilgung eines Bankdarlehens zurückzuführen. Die DEKRA SE hat ihren Führungskräften und Mitarbeitenden die Möglichkeit eingeräumt, Genussrechtskapital bis zur Höhe von 10.737 TEUR (4,2 Mio. Genussrechte à 2,55645 EUR) zu zeichnen. Hiervon sind insgesamt 2.074.431 (Vorjahr: 2.223.186) Genussrechte gezeichnet. Das gezeichnete Genussrechtskapital gewährt eine Beteiligung am bereinigten Konzernergebnis der DEKRA SE mit einer Mindestverzinsung von 4 % p. a. und einer Maximalverzinsung von 30 % p. a. Gezeichnete Genussrechte können jederzeit kurzfristig durch den Genussrechtsnehmenden einseitig gekündigt werden. In den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Cash-Pool, Ertrag- und Umsatzsteuern sowie sonstigen Verrechnungen enthalten, die teilweise mit Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen saldiert wurden. Die Erhöhung der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden um 7.529 TEUR ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Beschäftigten im Geschäftsjahr zurückzuführen. 6.17 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsverbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsverbindlichkeiten belaufen sich im Geschäftsjahr auf folgende Beträge:
DEKRA erhält Zahlungen der Kundschaft auf der Grundlage eines Abrechnungsplans, der Bestandteil der Verträge ist. Der Vertragsvermögenswert bezieht sich auf den bedingten Anspruch auf eine Gegenleistung für die vollständige Erfüllung der vertraglichen Leistungen. Forderungen werden erfasst, sobald DEKRA seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. Die Vertragsverbindlichkeit bezieht sich auf Zahlungen, die vorzeitig, das heißt vor der Erfüllung der vertraglichen Leistungen, erhalten wurden. Vertragsverbindlichkeiten werden als Umsatzerlöse erfasst, sobald die vertragliche Leistung erbracht wurde. 6.18 Sonstige lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten Die sonstigen langfristigen nichtfinanziellen Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber dem Pensionssicherungsverein. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten teilen sich wie folgt auf:
Die personalbezogenen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen ausstehende variable Gehaltsbestandteile. Die Verbindlichkeiten aus Steuern betreffen im Wesentlichen Umsatzsteuer und Lohnsteuer. 7 Konzern-KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich der Zahlungsmittelbestand im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzuflüsse und -abflüsse verändert hat. In Übereinstimmung mit IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird indirekt und der Cashflow aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit direkt ermittelt. Die Zusammensetzung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht dem in der Bilanz zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Saldo der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente vor Berücksichtigung der Kreditverluste nach IFRS 9. Es existieren keine nur beschränkt verfügbaren Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit sind aus dem Erwerb und der Veräußerung vollkonsolidierter Tochterunternehmen folgende Zahlungen enthalten:
Des Weiteren sind im Cashflow aus der Investitionstätigkeit Kaufpreiszahlungen für weitere Tochterunternehmen, sonstige Geschäftseinheiten und Auszahlungen für Kapitalerhöhungen bei nicht konsolidierten Tochterunternehmen in Höhe von 9.348 TEUR (Vorjahr: 32.100 TEUR) enthalten. Aus diesen Erwerben bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten aufgrund variabler Kaufpreisbestandteile. Bei den im Vorjahr erworbenen Forderungen entsprach der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Die Vorjahresangabe zum Mittelzufluss aus Gesellschafterdarlehen (-54,6 Mio. EUR) sowie zu Auszahlungen an den Gesellschafter aus Gewinnabführung und an nicht beherrschende Anteilseigner (+54,6 Mio. EUR) wurden angepasst, damit eine zutreffende Darstellung innerhalb des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit wiedergegeben wird. Die Entwicklung der Verbindlichkeiten, die aus Finanzierungstätigkeit resultieren, stellt sich wie folgt dar: Zahlungsunwirksame Veränderungen
*) Ausgenommen Leasingverbindlichkeiten. Diese werden in Abschnitt 8.1 separat dargestellt. Im Vorjahr entwickelten sich die Verbindlichkeiten, die aus Finanzierungstätigkeit resultieren, folgendermaßen: Zahlungsunwirksame Veränderungen
*) Ausgenommen Leasingverbindlichkeiten. Diese werden in Abschnitt 8.1 separat dargestellt. 8 Sonstige Anhangangaben8.1 Leasingverhältnisse Leasingverhältnisse als Leasingnehmer Die Konzernunternehmen haben Leasingverträge für IT, Gebäude, Kraftfahrzeuge, technische Ausstattung sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung abgeschlossen. Leasingverträge für IT haben in der Regel Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren, Gebäude zwischen einem und dreißig Jahren. Bei Kraftfahrzeugen liegt die Laufzeit in der Regel zwischen einem und sechs Jahren, bei technischer Ausstattung zwischen drei und sieben Jahren. Leasingverträge für Betriebs- und Geschäftsausstattung haben in der Regel Laufzeiten zwischen einem und zehn Jahren. Die Verpflichtungen aus den Leasingverträgen sind durch das Eigentum des Leasinggebers an den Leasinggegenständen besichert. Mehrere Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Darüber hinaus wurden Leasingverträge für Vermögenswerte abgeschlossen, die eine Laufzeit von zwölf Monaten oder weniger aufweisen, sowie für Vermögenswerte mit geringem Wert. Auf diese Leasingverträge werden die praktischen Behelfe angewendet, die für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, gelten. In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte der bilanzierten Nutzungsrechte und die Veränderungen während der Berichtsperiode dargestellt:
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Leasingverbindlichkeiten und die Veränderung während der Berichtsperiode:
Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist in Abschnitt 10 dargestellt. In der Berichtsperiode wurden folgende Beträge erfolgswirksam erfasst:
Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betrugen 2022 116.379 TEUR (Vorjahr: 108.888 TEUR). Zusätzlich wurden nicht zahlungswirksame Zugänge zu den Nutzungsrechten in Höhe von 152.235 TEUR (Vorjahr: 133.501 TEUR) und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 153.937 TEUR (Vorjahr: 133.765 TEUR) ausgewiesen. Es wurden mehrere Leasingverträge abgeschlossen, die Verlängerungs- und Kündigungsoptionen enthalten. Diese Optionen werden vom Management ausgehandelt, um das Portfolio an Leasinggegenständen flexibel und in Einklang mit den jeweiligen Geschäftsanforderungen verwalten zu können. Die Beurteilung der Frage, ob die Ausübung dieser Verlängerungs- und Kündigungsoptionen hinreichend sicher ist, erfordert wesentliche Ermessensentscheidungen des Managements (siehe Abschnitt 3.2). 8.2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen inklusive Abnahmeverpflichtungen betragen 3.947 TEUR (Vorjahr: 4.567 TEUR). Diese resultieren im Wesentlichen aus abgeschlossenen Verträgen zu beauftragten Bauvorhaben sowie aus langfristigen Rahmenverträgen. 8.3 Eventualverbindlichkeiten, sonstige Haftungsverhältnisse und gewährte Sicherheiten Es bestehen wie im Vorjahr keine wesentlichen Bankavale oder Haftungsverhältnisse. Es wurden Sicherheiten bzw. Garantien in Höhe von 7.813 TEUR (Vorjahr: 925 TEUR) gewährt. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird derzeit als gering eingestuft. Bei Inanspruchnahme der Garantien sind diese sofort fällig. Der DEKRA Konzern ist an keinen Gerichtsverfahren beteiligt, die einen wesentlichen Einfluss auf seine wirtschaftliche oder finanzielle Lage haben könnten. 8.4 Zuwendungen der öffentlichen Hand Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 3.442 TEUR (Vorjahr: 6.574 TEUR) in Anspruch genommen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Lohnkostenzuschüsse und Eingliederungshilfen. 8.5 Sicherheiten bzw. beschränkt verfügbare Vermögenswerte Für im rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentum befindliche Sachanlagen bestanden mit Ausnahme der im Rahmen des Finanzierungsleasings aktivierten Vermögenswerte wie im Vorjahr keine Eigentums oder Verfügungsbeschränkungen. Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten insgesamt 1,5 Mio. EUR (Vorjahr: 2,3 Mio. EUR) an Deckungskapital aus Rückdeckungsversicherungen, die der Absicherung von Pensionsverpflichtungen dienen, jedoch nicht an die begünstigten Mitarbeitenden verpfändet sind. Es wurden keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten oder Eventualschulden verpfändet. 9 KapitalmanagementDEKRA verfolgt das Ziel, das Eigenkapital nachhaltig zu steigern. Dabei soll bei Verbesserung der EBIT-Rendite ein angemessener Verschuldungsgrad eingehalten werden. Das Eigenkapital wurde im abgelaufenen Jahr durch eine Einlage in die Kapitalrücklage in Höhe von 10,0 Mio. EUR sowie durch die Erhöhung der Gewinnrücklagen in Höhe von 52,7 Mio. EUR gestärkt. Unterschiede aus der Währungsumrechnung von in ausländischer Währung aufgestellten Abschlüssen einbezogener Tochtergesellschaften wirkten sich mit -6,7 Mio. EUR negativ auf das Eigenkapital aus. Die Eigenkapitalquote beträgt für den DEKRA Konzern zum Jahresende 41,0 % (Vorjahr: 33,5 %). 10 Zusätzliche Angaben zu FinanzinstrumentenDie finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nach IFRS 9 in eine der nachfolgenden Kategorien klassifiziert: a) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte b) Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte c) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte d) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten e) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Die nachfolgende Tabelle zeigt die Nettogewinne/-verluste je Kategorie:
Die Senkung der Nettoverluste aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten resultiert im Wesentlichen aus niedrigeren Aufwendungen für die Zuführung von Wertberichtigungen. Die Nettogewinne aus erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten ergeben sich im Wesentlichen aus dividendenähnlichen Ausschüttungen. Der Ertrag aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten ist auf Erträge aus Ausschüttungen zurückzuführen. Der Aufwand aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten beruht auf der Erhöhung von Verbindlichkeiten aus Verkaufsoptionen. Die Neubewertungsrücklage für erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 um 2,8 Mio. EUR (Vorjahr: 3,3 Mio. EUR). Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf unsere Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind im Folgenden beschrieben: Stufe 1: notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten; Stufe 2: andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preise) oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind; und Stufe 3: Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. Die Tabellen im Folgenden zeigen die Aufteilung der Bilanzpositionen in Kategorien und Klassen sowie die Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie. Die Fair Values der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten entsprechen den Buchwerten.
* Für die Leasingverbindlichkeiten werden nach IFRS 7.29 (d) keine beizulegenden Zeitwerte angegeben. In den sonstigen kurzfristigen Schulden sind Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden gemäß IAS 19 in Höhe von 44.811 TEUR enthalten. Diese Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden nach IAS 19 sowie die langfristigen bzw. kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 300.129 TEUR bzw. 111.340 TEUR nach IFRS 16 fallen nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 7. Umgruppierungen zwischen den verschiedenen Stufen der Bemessungshierarchie werden zum Ende des Geschäftsjahres vorgenommen.
* Für die Leasingverbindlichkeiten werden nach IFRS 7.29 (d) keine beizulegenden Zeitwerte angegeben. In den sonstigen kurzfristigen Schulden sind Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden gemäß IAS 19 in Höhe von 37.282 TEUR enthalten. Diese Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden nach IAS 19 sowie die langfristigen bzw. kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 276.772 TEUR bzw. 104.396 TEUR nach IFRS 16 fallen nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 7. Entwicklung der Fair-Value-Hierarchie Stufe 3:
Die Bewertung der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapiere wird jährlich von einem externen Sachverständigen anhand gängiger Bewertungsmethoden durchgeführt. Die bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten wurden zum Barwert passiviert. Dieser ergibt sich im Wesentlichen auf Basis eines EBIT-Multiples der betroffenen Gesellschaft. Nennenswerte Kaufpreisverbindlichkeiten bestehen zum Bilanzstichtag für die DEKRA New Zealand Ltd., Wellington, Neuseeland. Zu den nicht beobachtbaren Inputparametern der Verbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben zählen im Wesentlichen Faktoren wie das operative Ergebnis, das Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Ertragsteuern oder die Working-Capital-Entwicklung der erworbenen Unternehmen. Werden zum nächstmöglichen Ausübungszeitpunkt um +10 %/-10 % veränderte zugrunde liegende Parameter bezüglich nicht beobachtbarer Inputfaktoren unterstellt, fällt der Betrag der Kaufpreisverbindlichkeiten einschließlich Verkaufsoptionen und Earn Outs für die wesentlichen Verpflichtungen aus Unternehmensakquisitionen um 5 % höher bzw. 5 % niedriger aus. Zukünftige Wertänderungen der Kaufpreisverbindlichkeiten werden in den Folgejahren erfolgswirksam erfasst. Die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden mit dem Discounted-Cashflow-Verfahren bewertet. Werden der verwendete Diskontierungssatz um +1 %/-1 % und gleichzeitig die Zahlungsströme um -10 %/+10 % verändert, ändert sich der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen um -17,7 %/+35,0 % (Vorjahr: -22,2 %/+24,9 %). Für die vorhandenen kurzfristigen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente liegen die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine überwiegend innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Für sämtliche Posten der langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanziert sind, entspricht der Buchwert im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert. 11 FinanzrisikomanagementGrundsätze des Finanzmanagements Das Finanzmanagement des Konzerns umfasst unter anderem das Cash- und Liquiditätsmanagement sowie das Management von Marktpreisrisiken (Zinsen, Währungen) und von Kreditausfallrisiken. Im Cashmanagement werden für alle DEKRA Gesellschaften die benötigten bzw. überschüssigen Zahlungsmittel ermittelt. Rechtzeitige Kontendispositionen stellen sicher, dass die erforderlichen Mittel für Zahlungen dort zur Verfügung stehen, wo sie benötigt werden, mit dem Ziel, externe Geldanlagen und -aufnahmen auf ein Minimum zu reduzieren. Das Liquiditätsmanagement stellt die jederzeitige Erfüllung aller Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaften des DEKRA Konzerns sicher. Hierzu werden in der Liquiditätsplanung die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft ermittelt, absehbarer Liquiditätsbedarf wird frühzeitig abgesichert und Liquiditätsüberschüsse werden am Geldmarkt angelegt bzw. auf Bankkonten vorgehalten. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Zinssatz- und Währungsschwankungen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Hierzu werden die Marktpreisrisiken ermittelt, auf deren Basis Sicherungsentscheidungen getroffen werden. Diese beinhalten die Wahl der Sicherungsinstrumente, das zu sichernde Volumen sowie den abzusichernden Zeitraum. Das beim Management von Kreditausfallrisiken betrachtete Risikovolumen umfasst Wertpapieranlagen und die Anlage liquider Mittel bei Finanzinstituten im Rahmen des Liquiditätsmanagements sowie das Kreditrisiko gegenüber der Endkundschaft durch die Einräumung und konsequente Überwachung von Zahlungszielen aus dem Liefer- und Leistungsgeschäft. Die kurzfristige Anlage liquider Mittel erfolgt ausschließlich bei Finanzinstituten mit erstklassiger Bonität und bei Geldmarktfonds auf Basis aktueller Einstufungen von Ratingagenturen sowie unter Berücksichtigung aktueller CDS-Spreads. Für die Bonitätsbewertungen unserer Kundschaft wird auf Kreditauskunfteien zurückgegriffen und in zweifelhaften Fällen auf Vorkasse oder auf Stellung von Bankbürgschaften (Avalen) bestanden. Wesentliche Ziele des Finanzmanagements des DEKRA Konzerns sind die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit und die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken. Finanzderivate kommen nur zu Sicherungszwecken bei bestehenden bzw. absehbaren Grundgeschäften zum Einsatz. Daraus entstehen dem Konzern keine zusätzlichen Risiken. Die Transaktionen werden ausschließlich mit marktgängigen Instrumenten durchgeführt. Liquiditätsrisiko Die Sicherung des für das operative Geschäft und die Umsetzung strategischer Maßnahmen erforderlichen Liquiditätsspielraums erfolgt über die vorgehaltenen liquiden Mittel und schriftlich zugesagten Bankkreditlinien. Liquide Mittel werden auf Bankkonten vorgehalten oder in Form von Tages- und Festgeld sowie kurzfristigen Geldmarktpapieren angelegt. Bei der DEKRA SE ist ein zentrales Euro-Cash-Pooling eingerichtet, in das sowohl inländische Tochterunternehmen als auch internationale Tochterunternehmen aus dem Euroraum eingebunden sind. Cash-Pools sind auch für die Tochtergesellschaften in den USA (USD), China (CNY), Großbritannien (GBP) und Schweden (SEK) eingerichtet. Die Finanzierung der Gesellschaften in Euro erfolgt in der Regel zentral über die DEKRA SE. Der DEKRA Konzern ist zum 31. Dezember 2022 nur in geringem Maße dem Risiko ausgesetzt, in der Zukunft seinen Zahlungsverpflichtungen aus Finanzinstrumenten nicht nachkommen zu können. Der DEKRA Konzern benötigt einen ausreichenden Liquiditätsspielraum für zukünftige Akquisitionen, der durch vorhandene liquide Mittel, die aufgenommenen Schuldscheindarlehen sowie durch längerfristige Kreditzusagen sichergestellt wird. Zum 31. Dezember 2022 bestehen schriftlich zugesagte Kreditlinien in Höhe von 413,8 Mio. EUR (Vorjahr: 440,5 Mio. EUR), die noch nicht in Anspruch genommen wurden. Zur Visualisierung der Liquiditätsrisiken stellt der DEKRA Konzern eine Übersicht nach Restlaufzeiten für seine undiskontierten Zahlungsverpflichtungen aus Finanzinstrumenten auf. Die vertraglich vereinbarten undiskontierten finanziellen Verbindlichkeiten inklusive Zinsen stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
Die Bankverbindlichkeiten beinhalten neben den Verbindlichkeiten aus (Schuldschein-)Darlehen kurz und mittelfristige Inanspruchnahmen im Rahmen von Kreditlinien durch ausländische Tochtergesellschaften. Ausfallrisiko DEKRA unterliegt im Rahmen des operativen Geschäfts einem Ausfallrisiko offener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diesem Risiko begegnet der DEKRA Konzern durch ein zeitnahes Forderungsmanagement, das sowohl die regelmäßige Überwachung der offenen Posten als auch die zeitnahe Mahnung und Eintreibung von Forderungen beinhaltet. Zum Bilanzstichtag lagen keine wesentlichen Risikokonzentrationen vor. DEKRA unterliegt daneben im Rahmen von Geldanlagen Ausfallrisiken. Um diese Risiken weitestgehend zu reduzieren, beschränken wir uns bei Geldanlagen auf Gegenparteien mit erstklassiger Bonität im Rahmen definierter Limits. Darüber hinaus unterliegt der zulässige Anteil einer einzelnen Gegenpartei am gesamten Anlagevolumen einer Begrenzung. Wertpapierinvestitionen werden nur in Papiere im Investment-Grade-Bereich vorgenommen. Für die gehaltenen Finanzinstrumente werden keine Sicherheiten von der Gegenpartei gestellt. Zum 31. Dezember 2022 sind mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Ausleihungen keine nennenswerten finanziellen Vermögenswerte überfällig oder von Vertragsanpassungen betroffen. Die Höhe der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte entspricht dem maximalen Ausfallrisiko. Marktrisiko Das Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Das Marktrisiko beinhaltet im DEKRA Konzern drei Risikoarten: Zinsänderungsrisiko, Währungsrisiko und sonstige Preisrisiken, wie der Änderung von Aktienkursen oder Indizes. Zu den dem Marktrisiko ausgesetzten Finanzinstrumenten zählen unter anderem Darlehen, Einlagen, Schuld- und Eigenkapitalinstrumente sowie derivative Finanzinstrumente. Marktrisiko - Zinsänderungsrisiko Im Rahmen unserer Anlage- und Finanzierungsaktivitäten sind wir Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Auf der Anlageseite führen Zinsschwankungen zu Zeitwertveränderungen bei den festverzinslichen Wertpapieren. Bei dauerhaftem Kreditbedarf verfolgen wir das Ziel einer im Wesentlichen festverzinslichen Finanzierung. Das Risiko für die Gesamtergebnisrechnung wird im DEKRA Konzern mittels einer Sensitivitätsanalyse gemessen. Dabei wird untersucht, welche Auswirkung eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte auf den Zinsertrag bzw. Zinsaufwand hat. Eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte nach oben hätte ein Absinken des Zinsergebnisses um 1.094 TEUR (Vorjahr: Anstieg um 5.163 TEUR) zur Folge. Eine Parallelverschiebung um 100 Basispunkte nach unten würde zu einem Anstieg des Zinsergebnisses um 1.214 TEUR (Vorjahr: Absinken um 3.524 TEUR) führen. Um das Zinsrisiko von Schuldscheindarlehen abzusichern, wurden in vorherigen Geschäftsjahren Zinsderivate (Zinsswaps) abgeschlossen. Damit wurde die Zinsbelastung der Darlehen zum größten Teil festgeschrieben. Marktrisiko - Währungsrisiken Währungsrisiken aus dem laufenden Geschäft sind von unwesentlicher Bedeutung, da die lokalen Gesellschaften ihre vor Ort zu erbringenden Leistungen nahezu ausschließlich in ihrer Landeswährung fakturieren. Im Zusammenhang mit Investitionen bzw. konzerninternen Transaktionen entstehen gelegentlich Verbindlichkeiten in Fremdwährung, über deren Kurssicherung im Einzelfall entschieden wird. Eine Kursveränderung des Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen im Konzern um +/- 10 % hätte Auswirkungen auf das Finanzergebnis aus der Umrechnung von kurz- und langfristigen Ausleihungen an verbundene Unternehmen von ca. +/- 4,2 Mio. EUR (Vorjahr: +/- 5,4 Mio. EUR) ohne Berücksichtigung latenter Steuereffekte. Über dahingehend notwendige Kurssicherungsmaßnahmen wird im Einzelfall entschieden. Bei den übrigen finanziellen Vermögenswerten oder Schulden werden keine wesentlichen Effekte aus der Kursveränderung erwartet. Marktrisiko - sonstige Preisrisiken IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes infrage. Zum 31. Dezember 2022 hatte der Konzern insgesamt 42,5 Mio. EUR als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Vorjahr: 52,0 Mio. EUR) im Bestand, die Fair-Value-Schwankungen unterliegen. Diese Risiken sind im Wesentlichen durch Zins-, Bonitäts- und Kursrisiken bedingt und werden im Rahmen des generellen Risikomanagements berücksichtigt. Die Fair-Value-Veränderungen beliefen sich durchschnittlich auf 7,8 % im Jahr 2022 bzw. 2,2 % im Jahr 2021. 12 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenGemäß IAS 24 "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" ist über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen zu berichten. Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie auch Anteilseigner sind als nahestehende Personen und Unternehmen im Sinne des IAS 24.9 anzusehen. Vergütung der Mitglieder des Vorstands Die Vergütung der Vorstandsmitglieder (kurzfristig fällige Leistungen) setzt sich aus einer fixen Jahresvergütung und einem erfolgsabhängigen variablen Bonus (Tantieme) zusammen. Die gewährten Bezüge für die Mitglieder des Vorstands der DEKRA SE betragen einschließlich Aufwandsentschädigungen 2.034 TEUR (Vorjahr: 2.706 TEUR). Darüber hinaus ergaben sich (unter anderem für Pensionen der DEKRA SE) weitere Aufwendungen in Höhe von 683 TEUR (Vorjahr: 838 TEUR) und Verpflichtungen in Höhe von 334 TEUR (Vorjahr: 815 TEUR) gegenüber diesem Personenkreis. Somit ergibt sich eine Gesamtvergütung von 2.717 TEUR (Vorjahr: 3.544 TEUR). Die Gesamtbezüge von ehemaligen Mitgliedern des Vorstands betragen 460 TEUR (Vorjahr: 399 TEUR). Darüber hinaus bestehen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 12.516 TEUR (Vorjahr: 19.768 TEUR). Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats Die laufenden Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats betragen für das Geschäftsjahr 354 TEUR (Vorjahr: 286 TEUR), wovon insgesamt 354 TEUR (Vorjahr: 286 TEUR) zum Bilanzstichtag als Verbindlichkeiten ausgewiesen sind. Darüber hinaus ergaben sich weitere Aufwendungen in Höhe von 736 TEUR (Vorjahr: 719 TEUR) und Verpflichtungen aus Pensionen in Höhe von 570 TEUR (Vorjahr: 710 TEUR) gegenüber diesem Personenkreis. Transaktionen mit dem DEKRA e.V., Stuttgart Gegenüber dem DEKRA e.V., Stuttgart, bestehen zum 31. Dezember 2022 Verbindlichkeiten in Höhe von 31,8 Mio. EUR (Vorjahr: 32,2 Mio. EUR), die im Wesentlichen aus Umsatzsteuerverbindlichkeiten resultieren. Weiterhin bestehen Forderungen in Höhe von 13,2 Mio. EUR (Vorjahr: 35,6 Mio. EUR), die sich im Wesentlichen aus dem Cash-Pooling abzüglich Ergebnisabführung ergeben. Zwischen dem DEKRA e.V., Stuttgart, als Vermieter und diversen Unternehmen des DEKRA Konzerns als Mieter bestehen Mietverträge. Im Geschäftsjahr 2022 betrug die Miete für die Geschäftsräume 21,0 Mio. EUR (Vorjahr: 20,8 Mio. EUR). Aus Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem DEKRA e.V., Stuttgart, resultieren Zinserträge in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR) sowie Zinsaufwendungen in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR). Steuerumlagen für Ertragsteuern betrugen insgesamt 35,1 Mio. EUR (Vorjahr: 40,5 Mio. EUR). Daneben wurden Leistungen in Höhe von 1,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1,7 Mio. EUR) vom DEKRA e.V., Stuttgart, bezogen. Im Rahmen eines Unternehmenspachtvertrags werden Tätigkeiten vornehmlich im deutschen Automobilprüfungs- und Gutachtenbereich von einer operativen Gesellschaft des DEKRA Konzerns für den DEKRA e.V., Stuttgart, ausgeführt. Die Geschäfte werden grundsätzlich im Namen und auf Rechnung der DEKRA Automobil GmbH, Stuttgart, getätigt. Sämtliche Geschäftsvorfälle und -abläufe werden bei der DEKRA Automobil GmbH abgewickelt. Als Tätigkeitsvergütung wird ein pauschaler Prozentsatz des erwirtschafteten Gewinns vor Ertragsteuern bzw. des Umsatzes in Rechnung gestellt. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Gesamtvolumen in Höhe von 7,1 Mio. EUR (Vorjahr: 6,9 Mio. EUR) an den DEKRA Konzern belastet. Der DEKRA e.V., Stuttgart, erzielte hieraus in gleicher Höhe Umsatzerlöse. Des Weiteren erbrachte der DEKRA Konzern im Geschäftsjahr Leistungen in Höhe von 10,7 Mio. EUR (Vorjahr: 8,1 Mio. EUR) gegenüber dem DEKRA e.V., Stuttgart. Diese Leistungen sind im Wesentlichen für Öffentlichkeitsarbeit und Shared-Service-Leistungen angefallen. Zwischen der DEKRA SE und dem DEKRA e.V., Stuttgart, bestehen ein Ergebnisabführungsvertrag, ein Beherrschungsvertrag sowie eine ertrag- und umsatzsteuerliche Organschaft. Transaktionen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen sowie Beteiligungen
* Verbindlichkeiten sind im Bilanzausweis teilweise mit den Forderungen saldiert. 13 Angaben zu den Mitgliedern des Vorstands und des AufsichtsratsMitglieder des Vorstands während des Geschäftsjahrs 2022 bis zum Bilanzaufstellungstag waren:
Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2022:
* von den Mitarbeitenden gewählt 14 Ereignisse nach der BerichtsperiodeEs ergaben sich keine wesentlichen Ereignisse nach dem Abschlussstichtag. 15 Sonstige AngabenAbschlussprüfung Die Hauptversammlung wählte am 6. April 2022 die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022. Die im Geschäftsjahr erfassten Aufwendungen für Honorare des Abschlussprüfers sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich.
Anteilsbesitz und Konsolidierungskreis Der vollständige Anteilsbesitz des Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB sowie die gesamten Gesellschaften, die neben der DEKRA SE in den Konzernabschluss einbezogen wurden, sind in der nachfolgenden Aufstellung dargestellt.
III. Assoziierte Unternehmen 1. Inland
2. Ausland
IV. Beteiligungen
1) Wegen untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht nach der Equity-Methode bewertet. 2) Die Angaben gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 4 HGB unterbleiben, da diese für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bilds der VFE-Lage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. 3) Inanspruchnahme der Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB. 4) Es liegt kein maßgeblicher Einfluss vor. 5) Es liegt keine Beherrschung aufgrund der Beschlussfassungsregeln der Satzung vor.
Stuttgart, 30. März 2023 DEKRA SE Die Mitglieder des Vorstands Zurkiewicz Linsenmaier BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die DEKRA SE, Stuttgart Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der DEKRA SE, Stuttgart, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der DEKRA SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem alle übrigen Teile des Finanzberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 30. März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Marcus Nickel, Wirtschaftsprüfer Jürgen Berghaus, Wirtschaftsprüfer Bericht des Vorsitzenden des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, das Jahr 2022 war für die DEKRA SE durch den Wechsel im Vorstandsvorsitz sowie durch die Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine und die anhaltende Covid-19-Pandemie gekennzeichnet. In diesem Kontext hat der Aufsichtsrat seine Kontroll- und Führungsfunktion umfassend wahrgenommen und erfüllt. Über wichtige Geschäftsvorgänge hat der Vorstand der DEKRA SE den Aufsichtsrat regelmäßig schriftlich wie mündlich informiert. Im Rahmen des kontinuierlichen Austauschs nahmen das operative Geschäft und die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens breiten Raum ein. So haben sich der Vorstand und der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig ausgetauscht und der Vorstand mit dem Aufsichtsrat in zwei regulären Aufsichtsratssitzungen beispielsweise Strategien und Schritte auf dem Weg zu weiterem Wachstum diskutiert. Im Ergebnis wird DEKRA unter anderem sein Angebot an Dienstleistungen im Bereich Nachhaltigkeit rund um die Themenfelder Energiewende, Kreislaufwirtschaft und ESG (Environmental, Social, Governance) weiter ausbauen. Konkret wurden im Jahr 2022 Test-, Zertifizierungs-, Prüf-, Experten- und Trainingsdienstleistungen weiterentwickelt, die sich unter anderem auf die Technologien der Energiewende beziehen, insbesondere auf Wasserstoff, Photovoltaik, Windkraft und Batterien für Elektrofahrzeuge. Letztere stehen für den Umstand, dass neue Antriebstechnologien, Mobilitätsangebote und die Digitalisierung mittel- und langfristig das Kfz-Prüfgeschäft verändern. Die daraus erwachsenden Chancen für DEKRA zu nutzen, war ebenfalls Inhalt der Gespräche zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Für das Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC zum Abschlussprüfer bestellt und diese beauftragt, sowohl Jahresabschluss und Lagebericht als auch Konzernabschluss und Konzernlagebericht der DEKRA SE unter Einbeziehung der Buchführung für das Geschäftsjahr 2022 zu prüfen. Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Die eigene Prüfung von Jahresabschluss, Lagebericht, Konzernabschluss und Konzernlagebericht durch den Aufsichtsrat führte zu keinen Einwänden. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss wird vom Aufsichtsrat gebilligt und ist damit festgestellt. Für die erfolgreiche Arbeit im zurückliegenden Berichtsjahr dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen DEKRA Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Stuttgart, im April 2023 Der Aufsichtsrat Stefan Kölbl, Vorsitzender des Aufsichtsrats Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde am 05.04.2023 gebilligt. |
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