Flensburger SparkasseLiquidiert

Stammdaten

Register
Amtsgericht Flensburg HRA 3992 FL
Eingetragen
12.8.2005
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenBausparkassen
Gegenstand
Bankgeschäfte nach Maßgabe der Satzung.

Historie

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Management

NameRolle
Frank Kepp
seit 12.8.2005
Vorstandsmitglied
Frerich Eilts
seit 12.8.2005
Vorstandsmitglied

Konzern- und Jahresabschlüsse

Flensburger Sparkasse

Land: Schleswig-Holstein

Flensburg

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2006

Aktivseite

EUR EUR EUR 31.12.2005
TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 9.566.172,14 8.326
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 19.275.768,62 18.787
28.841.940,76 27.113
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen -,-- -
b) Wechsel -,-- -
3. Forderungen an Kreditinstitute -
a) täglich fällig 18.322.135,65 138.008
b) andere Forderungen 87.155.734,80 135.071
105.477.870,45 273.079
4. Forderungen an Kunden 1.964.692.045,33 1.995.483
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 478.373.882,35 EUR (424.514)
Kommunalkredite 37.378.737,51 EUR (34.629)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten -,-- -
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank -,-- EUR (-)
ab) von anderen Emittenten -,-- -
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank -,-- EUR -,-- (-)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 40.862.613,02 35.033
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 25.369.212,34 EUR (35.033)
bb) von anderen Emittenten 89.712.421,92 130.377
130.575.034,94 165.410
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 84.870.435,62 EUR (120.665)
c) eigene Schuldverschreibungen 1.155.075,09 1.037
Nennbetrag 1.100.500,00 EUR (1.030)
131.730.110,03 166.447
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 156.501.015,00 176.668
7. Beteiligungen 35.999.902,25 40.557
darunter:
an Kreditinstituten 307.813,24 EUR (308)
an Finanzdienstleistungsinstituten -,-- EUR (-)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen -,--
darunter:
an Kreditinstituten -,-- EUR (-)
an Finanzdienstleistungsinstituten -,-- EUR (-)
9. Treuhandvermögen 7.887.884,84 8.477
darunter:
Treuhandkredite 7.887.884,84 EUR (8.477)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch
11. Immaterielle Anlagewerte 208.457,00 305
12. Sachanlagen 25.463.362,91 23.855
13. Sonstige Vermögensgegenstände 12.357.152,43 20.754
14. Rechnungsabgrenzungsposten 3.135.866,33 2.901
Summe der Aktiva 2.472.295.607,33 2.735.639

Passivseite

EUR EUR EUR 31.12.2005
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 22.370.976,88 23.167
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 1.138.774.325,48 1.381.266
1.161.145.302,36 1.404.433
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 279.050.418,26 299.196
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 30.578.002,38 32.611
309.628.420,64 331.807
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 353.887.527,99 351.467
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 279.471.124,27 288.253
633.358.652,26 639.720
942.987.072,90 971.527
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 116.815.603,22 94.978
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten -,-- -
darunter: 116.815.603,22 94.978
Geldmarktpapiere -,-- EUR (-)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf -,-- EUR (-)
4. Treuhandverbindlichkeiten 7.887.884,84 8.477
darunter: Treuhandkredite 7.887.884,84 EUR (8.477)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 4.812.679,98 15.251
6. Rechnungsabgrenzungsposten 2.790.073,56 2.897
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.120.306,19 3.284
b) Steuerrückstellungen 2.544.229,43 2.716
c) andere Rückstellungen 6.656.571,85 5.496
12.321.107,47 11.496
8. Sonderposten mit Rücklageanteil -,-- -
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 41.838.457,55 45.507
10. Genussrechtskapital 78.194.426,53 80.086
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 15.850.048,32 EUR (13.651)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 10.900.000,00 10.900
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 17.128.278,02 17.128
b) Kapitalrücklage -,-- -
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 72.958.768,00 69.881
cb) andere Rücklagen -,-- -
72.958.768,00 69.881
d) Bilanzgewinn 2.515.952,90 3.078
92.602.998,92 90.087
Summe der Passiva 2.472.295.607,33 2.735.639
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln -,-- -
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 45.938.823,35 38.864
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten -,-- -
45.938.823,35 38.864
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften -,-- -
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen -,-- -
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 58.310.860,82 45.826
58.310.860,82 45.826

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2006

EUR EUR EUR 1.1.-31.12.2005
TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 107.702.343,17 101.746
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 6.074.042,52 5.581
113.776.385,69 107.327
2. Zinsaufwendungen 76.835.850,88 65.834
36.940.534,81 41.493
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 6.117.425,85 (6.814)
b) Beteiligungen 2.084.070,54 (6.263)
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen -,-- (-)
8.201.496,39 13.077
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen
5. Provisionserträge 15.401.226,50 (13.681)
6. Provisionsaufwendungen 652.003,02 (759)
14.749.223,48 12.922
7. Nettoertrag oder Nettoaufwand aus Finanzgeschäften 255.594,51 93
8. Sonstige betriebliche Erträge 4.565.100,13 3.542
9. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil -,-- -
64.711.949,32 71.127
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 15.453.700,01 (15.026)
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.674.997,36 (3.762)
19.128.697,37 (18.788)
darunter: für Altersversorgung 865.243,17 EUR (1.100)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 14.425.995,17 (13.045)
33.554.692,54 31.833
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 2.760.044,17 2.376
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.540.868,94 2.863
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 20.477.066,08 (17.279)
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft -,-- (-)
20.477.066,08 17.279
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 385.695,69 (730)
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren -,-- (-)
385.695,69 730
17. Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken -,-- 6.810
18. Aufwendungen aus Verlustübernahme 46.407,38 29
19. Einstellungen in Sonderposten mit Rücklageanteil -,-- -
20. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 2.947.174,52 9.207
21. Außerordentliche Erträge -,-- (-)
22. Außerordentliche Aufwendungen -,-- (-)
23. Außerordentliches Ergebnis -,-- -
24. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 385.899,10 (5.943)
25. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 45.322,52 (186)
431.221,62 6.129
26. Jahresüberschuss 2.515.952,90 3.078
27. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr -,-- -
2.515.952,90 3.078
28. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage -,-- (-)
b) aus anderen Rücklagen -,-- (-)
2.515.952,90 3.078
29. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage -,-- (-)
b) in andere Rücklagen -,-- (-)
30. Bilanzgewinn 2.515.952,90 3.078

Anhang

I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Wechsel im Bestand haben wir zum Zeitwert bilanziert. Sie wurden zu den Hereinnahmesätzen abgezinst.

Forderungen an Kunden und Kreditinstitute sowie Namensschuldverschreibungen von Kunden und Kreditinstituten haben wir gemäß § 340 e Abs. 2 HGB zum Nennwert bilanziert. Einbehaltene Disagien bzw. gezahlte Agien wurden unter den Rechnungsabgrenzungsposten der Passiv- bzw. Aktivseite aufgenommen. Die Auflösung erfolgt kapitalanteilig, im Falle von Festzinsvereinbarungen auf die Dauer der Festzinsvereinbarung, bei variabel verzinslichen Darlehen grundsätzlich auf einen Zeitraum von maximal 5 Jahren.

Für Forderungen an Kunden, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe des zu erwartenden Ausfalls gebildet. Dem latenten Kreditrisiko wurde durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung auf den gefährdeten Forderungsbestand Rechnung getragen, die nach den Erfahrungswerten (Ausfälle der vergangenen fünf Jahre) unter Berücksichtigung der steuerlichen Vorschriften, die einen pauschalen Abschlag von 40 % auf die Forderungsausfälle vorsehen, bemessen wurde.

In den Forderungen an Kreditinstitute sind dem Anlagevermögen zugeordnete Schuldscheindarlehen in Höhe von 20,0 Mio. EUR enthalten, deren zukünftige Verzinsung von der Entwicklung des 6- bzw. 12-Monats-Euribor abhängig ist. Die Bewertung erfolgte einheitlich ohne Abspaltung der Nebenrechte gemäß §253 Abs. 2 HGB zum Nennwert, da im Hinblick auf die Bonität der Schuldner von einer Rückzahlung zum Nennwert ausgegangen wird, und somit keine dauernde Wertminderung vorliegt.

Die Wertpapiere des Handelsbestandes und der Liquiditätsreserve wurden zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Kursen am Bilanzstichtag angesetzt (strenges Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 3 HGB), gegebenenfalls wurde auf diese Werte zugeschrieben (Wertaufholungsgebot gemäß § 280 HGB).

Die dem Anlagevermögen zugeordneten Anleihen und Schuldverschreibungen wurden entgegen der Handhabung im Vorjahr zur Vermeidung von Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit den Anschaffungskosten bzw. Buchwerten des Vorjahres bewertet, da im Hinblick auf die Bonität der Emittenten trotz der unter pari liegenden Zeitwerte von einer Rückzahlung zum Nennwert ausgegangen wird, und somit keine dauernde Wertminderung vorliegt.

Die weiteren dem Anlagevermögen zugeordneten Wertpapiere wurden ebenfalls gemäß § 253 Abs. 2 HGB bewertet und zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Kursen am Bilanzstichtag angesetzt. Das Wertaufholungsgebot gemäß § 280 HGB wurde beachtet.

Die Beteiligungen der Sparkasse wurden zu Anschaffungskosten bzw. zu dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Mit den Beteiligungen an der Sdirekt Schleswig-Holstein Dienstleistungsgesellschaft für die Sparkassen-Finanzgruppe GbR, Kiel und der Verwaltungsgesellschaft der schleswig-holsteinischen Sparkassenorganisation (GbR), Kiel ist eine unbeschränkte Haftung für die Verbindlichkeiten der Gesellschaften verbunden.

Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten, soweit zulässig vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert im Sachanlagevermögen oder bei den immateriellen Anlagewerten werden vorgenommen, sofern die Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgten bei den Gebäuden grundsätzlich linear über eine Nutzungsdauer von höchstens 50 Jahren.

Bei Um- und Ausbauten in gemieteten Räumen erfolgte die Verteilung der Anschaffungs- und Herstellungskosten entsprechend der Dauer des jeweiligen Vertragsverhältnisses, wenn dieses kürzer ist als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Für nach 1996 beendete Baumaßnahmen richtet sich die Verteilung der Anschaffungs- und Herstellungskosten nach den für Gebäude geltenden Grundsätzen.

Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung und der immateriellen Anlagewerte wurden linear abgeschrieben, wobei auf Zugänge die zeitanteilige Jahresabschreibung auf Monatsbasis berechnet wurde. Geringwertige Wirtschaftsgüter im Sinne des § 6 Abs. 2 EStG werden grundsätzlich im Anschaffungsjahr voll abgeschrieben.

Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich mit dem Rückzahlungsbetrag passiviert. Für abgezinste Verbindlichkeiten sind Rechnungsabgrenzungsposten gebildet, die entsprechend der Laufzeit aufgelöst werden. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Rückzahlungs- und dem niedrigeren Ausgabebetrag wurde unter den Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite aufgenommen. Er wird grundsätzlich laufzeitanteilig aufgelöst, im Falle von Festzinsvereinbarungen erfolgt die Verteilung auf die Dauer der Festzinsvereinbarung.

Für Inhaberschuldverschreibungen, deren Verzinsung von der Kursentwicklung bestimmter Aktien abhängig ist, hat die Sparkasse entsprechende Deckungsgeschäfte in Form von Schuldscheindarlehen mit einem Kreditinstitut abgeschlossen (Microhedge).

In den Verbindlichkeiten sind Credit Linked Notes von 6,5 Mio. EUR enthalten, die von der Sparkasse als Originator im Rahmen der Teilnahme an einem Kreditbasket emittiert wurden. Diese basieren auf der Ausgabe von Inhaberschuldverschreibungen, deren Rückzahlung vorbehaltlich des Eintritts von definierten Kreditereignissen erfolgt, d.h. implizit ist ein Credit Default Swap enthalten, wobei die Sparkasse Sicherungsnehmer ist. Es erfolgte eine getrennte Bewertung unter Abspaltung der Nebenrechte. Die Inhaberschuldverschreibungen werden zum Nennwert (maximaler Rückzahlungsbetrag) passiviert. Die abgespaltenen Nebenrechte bilden eine Bewertungseinheit mit den der Strukturierung zu Grunde liegenden Kreditforderungen.

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend dem Teilwertverfahren unter Berücksichtigung der steuerlichen Vorschriften auf Basis eines Rechnungszinsfußes von 6,0 % ermittelt. Zur Berechnung wurden die Heubeck-Richttafeln 2005 G herangezogen.

Die Sparkasse ist Mitglied bei der für sie zuständigen Zusatzversorgungskasse "Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL)", deren Umlagesatz für einen Deckungsabschnitt von fünf Jahren festgelegt wird und sich an dem zu erwartenden Aufwand orientiert. Für den Zeitraum vom 01.01.2002 bis zum 31.12.2007 wurde ein besonderer Deckungsabschnitt festgelegt.

Anspruchsberechtigt gegen die VBL sind grundsätzlich alle aufgrund der Tarifverträge für den öffentlichen Dienst sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Sparkasse. Die Höhe der Versorgungszusage ist abhängig von der Dauer der Beschäftigung sowie dem in dieser Zeit erzielten Entgelt. Zusätzlich werden soziale Komponenten für Zeiten ohne Arbeitsentgelt wie z.B. Elternzeit berücksichtigt. Es werden Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten gezahlt. Die Versicherungsfälle entsprechen denen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die derzeitig noch bestehende Zahlung von Sterbegeldern entfällt ab 2008.

Die Tarifvertragsparteien des öffentlichen Dienstes haben sich am 13.11.2001 auf eine grundlegende Reform der Zusatzversorgung geeinigt. Das bisherige Gesamtversorgungsmodell wurde rückwirkend zum 31.12.2000 geschlossen und durch ein Betriebsrentensystem in Form eines Punktemodells ersetzt, in dem diejenigen Leistungen zugesagt werden, die sich ergeben würden, wenn eine Gesamtbeitragsleistung von 4 % des Zusatzversorgungspflichtigen Entgelts vollständig in ein kapitalgedecktes System eingezahlt würde. Bei Arbeitnehmern, die am 01.01.2002 noch nicht das 55. Lebensjahr vollendet hatten, wurden die Anwartschaften entsprechend dem Gesamtversorgungsmodell festgestellt und in beitragsfreie Versorgungspunkte umgewandelt. Arbeitnehmer, die am 01.01.2002 bereits das 55. Lebensjahr vollendet hatten (rentennahe Jahrgänge), erhielten einen Bestandsschutz durch konkrete Berechnung ihrer zum 31.12.2001 bei Vollendung des 63. Lebensjahres erworbenen Zusatzrente auf der Grundlage des bisherigen Satzungsrechts. Einbußen erfolgten nur durch geringere Dynamisierung. Zweck der Änderung des Versorgungssystems ist, durch Absenkung des Versorgungsniveaus den Umlagesatz stabil zu halten. Der Umlagesatz beträgt seit dem 01.01.2002 7,86 % der zusatzversorgungspflichtigen Entgelte von 13,4 Mio. EUR. Die Sparkasse trägt den Umlagesatz in Höhe von 6,45 %, der Arbeitnehmer zahlt als Eigenbeteiligung eine Umlage in Höhe von 1,41 %.

Zusätzlich zur Umlage kann sich für die Sparkasse die Verpflichtung zur Zahlung eines Sanierungsgeldes ergeben, das zur Finanzierung der vor dem 01.01.2002 begründeten Anwartschaften und Ansprüche (Altbestand) gilt. Erstmals für das Jahr 2006 erfolgt eine leistungsgerechte Verteilung des Sanierungsgeldes, bei der jedes Jahr ein Solldeckungsgrad errechnet wird, der ins Verhältnis zum individuellen Deckungsgrad des Arbeitgebers gesetzt wird. Für das Jahr 2006 ergab sich neben der Umlage keine Zahlungsverpflichtung für die Sparkasse.

Die Währungsumrechnung erfolgte nach § 340 h HGB. Bilanzposten und Posten der Gewinn- und Verlustrechnung, die auf ausländische Währung lauten, wurden zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank, schwebende Termingeschäfte zum Mittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Es wurde vom Wahlrecht nach § 340 h Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht und unrealisierte Gewinne zum Ausgleich nur vorübergehender Aufwendungen bei Geschäften im Rahmen der einfachen Deckung berücksichtigt. Erträge aus der Währungsumrechnung wurden erfolgswirksam berücksichtigt, wenn Vermögensgegenstände, Schulden oder Termingeschäfte durch Vermögensgegenstände, Schulden oder andere Termingeschäfte in derselben Währung besonders gedeckt waren.

Die zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte wurden in die Gesamtbetrachtung des Zinsänderungsrisikos mit einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten.

Die im Kundengeschäft getätigten Devisentermingeschäfte, Zinsswapgeschäfte und Zinscapvereinbarungen wurden zusammen mit den abgeschlossenen gegenläufigen Deckungsgeschäften mit Kreditinstituten als Bewertungseinheit behandelt.

Die Fristengliederung für bestimmte Aktiva und Passiva wurde in Anwendung der §§ 8 und 9 RechKredV in Verbindung mit § 340 d HGB vorgenommen. Von einer Einbeziehung der anteiligen Zinsen in die Aufgliederung nach Restlaufzeiten wurde gemäß § 11 Satz 3 RechKredV abgesehen.

II. Erläuterungen zur Bilanz
Aktiva
2006
TEUR
2005
TEUR
Posten 3: Forderungen an Kreditinstitute
Die unter Posten 3 b) andere Forderungen ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:
- bis drei Monate 686 53.049
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 0 0
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 25.736 20.736
- mehr als fünf Jahre 55.000 45.000
Schuldscheindarlehen des Anlagevermögens im Nominalwert von 20 Mio. EUR werden als Daueranlagen angesehen und im Hinblick auf die Bonität der Schuldner nicht zum Niederstwert bewertet (Buchwert) 20.000 0
Der beizulegende Wert dieser Daueranlagen beläuft sich auf 17.280 0
Forderungen an die eigene Girozentrale: insgesamt 23.545 144.629
Posten 4: Forderungen an Kunden
Die Forderungen an Kunden gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:
- bis drei Monate 91.574 182.474
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 194.986 202.188
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 523.443 526.825
- mehr als fünf Jahre 1.013.199 987.618
Im Posten 4 enthaltene Forderungen mit unbestimmter Laufzeit: 136.714 91.180
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: 19.059 37.293
Forderungen mit Nachrangabrede 11.676 8.095
Forderungen mit Rangrücktritt zur Abwendung der bilanzmäßigen Überschuldung des Schuldners 3.461 202
Realkredite in Höhe von dienen der Deckung begebener Schuldverschreibungen. 56.147 57.217
Posten 5: Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
Von den unter Aktiva Posten 5 enthaltenen börsenfähigen Wertpapieren sind
- börsennotiert 125.619 160.401
- nicht börsennotiert 6.111 6.047
Von den unter Aktiva Posten 5 enthaltenen Wertpapieren sind im Jahr, das auf den Bilanzstichtag folgt, fällig: 1.787 26.941
ein Wertpapier in Höhe von
dient der Deckung begebener Pfandbriefe
4.983 1.994
Anleihen und Schuldverschreibungen des Anlagevermögens im 124.472 0
Nominalwert von 125 Mio. EUR werden als Daueranlagen angesehen und im Hinblick auf die Bonität der Emittenten nicht zum Niederstwert bewertet (Buchwert)
Der beizulegende Wert dieser Daueranlagen beläuft sich auf 120.225 0
eigene Inhaberschuldverschreibungen mit Nachrangabrede 10 129
Posten 6: Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Von den unter Aktiva Posten 6 enthaltenen börsenfähigen Wertpapieren sind
- börsennotiert 9.781 694
- nicht börsennotiert 0 31.444
Posten 7: Beteiligungen
Von den unter Aktiva Posten 7 enthaltenen börsenfähigen Beteiligungen sind
- nicht börsennotiert 50 50
Posten 9: Treuhandvermögen
Forderungen an Kunden (Posten 4 des Formblattes) 7.888 8.477
Posten 12: Sachanlagen
Die für sparkassenbetriebliche Zwecke genutzten Grundstücke und Bauten belaufen sich auf (Bilanzwert) 7.080 5.909
Der Bilanzwert der Betriebs- und Geschäftsausstattung beträgt 6.685 5.845
Posten 13: Sonstige Vermögensgegenstände
In dem Posten sind nachrangige Vermögensgegenstände enthalten von (inkl. Zinsabgrenzungen) 6.516 6.516
Posten 14: Rechnungsabgrenzungsposten
Unterschiedsbetrag zwischen dem Rückzahlungs- und dem niedrigeren Ausgabebetrag bei Verbindlichkeiten oder Anleihen 1.701 1.454
Unterschiedsbetrag zwischen dem Rückzahlungs- und dem höheren Ausgabebetrag bei Forderungen 0 0
Der Gesamtbetrag der auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenstände beläuft sich auf 365.978 659.919

Anlagespiegel des Sachanlagevermögens

Sachanlagevermögen Anschaffungs-
kosten
TEUR
Veränderungen während des Berichtsjahres Abschreibungen und Wertberichtigungen insgesamt
TEUR
Bilanzwert am Jahresende
TEUR
Zugänge
TEUR
Abgänge
TEUR
Zuschrei-
bungen 1
TEUR
Abschreibungen und Wertberichtigungen 1
TEUR
Grundstücke und Gebäude 26.396 1.903 869 0 1.016 8.652 18.778
Betriebs- und Geschäftsausstattung 18.604 2.383 1.552 0 1.541 12.750 6.685
Immaterielle Anlagewerte 1.395 106 0 0 203 1.293 208

1 Bei den Abschreibungen und Zuschreibungen des Geschäftsjahres handelt es sich nicht um eine Teilmenge der Abschreibungen und Wertberichtigungen insgesamt; sie sind kein rechnerischer Bestandteil des Anlagespiegels.

Anlagespiegel des Finanzanlagevermögens

Finanzanlagevermögen 1 (inkl. Zinsabgrenzungen) Bilanzwert am Vorjahresende
TEUR
Saldo der Veränderungen während des Berichtsjahres
TEUR
Bilanzwert am Jahresende
TEUR
Schuldscheindarlehen an Kreditinstitute 0 20.231 20.231
Wertpapiere 171.934 102.393 274.327
Beteiligungen 40.557 -4.557 36.000
Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 2 0 2
Stille (nachrangige) Beteiligungen 6.516 0 6.516

1 Bei der Darstellung des Finanzanlagevermögens wurde von der Möglichkeit der Zusammenfassung nach § 34 Abs. 3 RechKredV Gebrauch gemacht.

II. Erläuterungen zur Bilanz
Passiva
2006
TEUR
2005
TEUR
Posten 1: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Die unter Posten 1 b) ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:
- bis drei Monate 364.157 457.318
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 148.351 255.304
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 151.970 174.935
- mehr als fünf Jahre 466.761 487.312
Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 485.704 647.061
Als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten übertragene Vermögensgegenstände 10.704 13.664
Posten 2: Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Die unter Posten 2 a) Unterposten ab) ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:
- bis drei Monate 2.791 16.021
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 16.389 10.272
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 10.880 5.486
- mehr als fünf Jahre 476 780
Die unter Posten 2 b) Unterposten bb) ausgewiesenen Bestände gliedern sich nach ihrer Restlaufzeit wie folgt:
- bis drei Monate 87.632 118.960
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 18.109 7.728
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 52.170 64.107
- mehr als fünf Jahre 110.972 76.033
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht: 532 939
Posten 3: Verbriefte Verbindlichkeiten
Von den unter Passiva Posten 3 a) enthaltenen Beständen sind im Jahr, das auf den Bilanzstichtag folgt, fällig 6.852 4.329
Posten 4: Treuhandverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Posten 1 des Formblattes) 7.888 8.477
Posten 6: Rechnungsabgrenzungsposten
Unterschiedsbeträge zwischen dem Auszahlungsbetrag bzw. den Anschaffungskosten von Forderungen gegenüber dem höheren Nominalbetrag (Disagio) sind enthalten mit 2.537 2.513
Posten 9: Nachrangige Verbindlichkeiten
Für nachrangige Verbindlichkeiten sind im Berichtsjahr Zinsen und andere Aufwendungen angefallen in Höhe von 2.210 2.363
Die Verbindlichkeiten mit Nachrangabrede von im Einzelfall mehr als 10 % der Summe des Bilanzpostens 9 sind durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
7.500 TEUR 3,975 % Sparkassenkapitalbrief, fällig am 03.08.2011. Die vorzeitige Rückzahlung ist ausgeschlossen.
5.000 TEUR 6,110 % Sparkassenkapitalbrief, fällig am 29.12.2010. Die vorzeitige Rückzahlung ist ausgeschlossen.
Die sonstigen Mittelaufnahmen sind im Durchschnitt mit 5,212 % verzinslich. Die Ursprungslaufzeiten bewegen sich zwischen 5 und 10 Jahren.
Der Gesamtbetrag der auf Fremdwährung lautenden Schulden beläuft sich auf 363.231 655.690
III. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 2006
TEUR
2005
TEUR
Posten 3 b: Laufende Erträge aus Beteiligungen
Enthalten sind 0 TEUR Sonderausschüttungserträge (Vorjahr 4.630 TEUR).
Posten 26: Jahresüberschuss
Der ausgewiesene Jahresüberschuss wurde nur unwesentlich durch steuerlich begründete Bewertungsmaßnahmen der Vorjahre (§ 254 HGB) beeinflusst.

IV. Sonstige Angaben

Am Bilanzstichtag bestanden im Kundengeschäft noch nicht abgewickelte Devisentermingeschäfte (Basisvolumen: 267.410 TEUR), Swapgeschäfte (Basisvolumen: 41.947 TEUR) sowie Zinsterminkontrakte (Basisvolumen: 18.331 TEUR). Bei diesen Geschäften handelt es sich nicht um Handelsgeschäfte. Die Devisentermingeschäfte sind zur Deckung von Wechselkursschwankungen mit Kunden abgeschlossen. Die Swapgeschäfte wurden mit Kunden zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken geschlossen. Bei den Zinsterminkontrakten bestehen Zinsbegrenzungsgeschäfte in Form einer Höchstzinsvereinbarung (CAP) mit Kunden. Es bestanden in allen Fällen zusätzlich entsprechende währungs-, betrags- und fristenkongruente Deckungsgeschäfte mit Kreditinstituten zur Schließung der Positionen (Microhedge). Positive und negative Marktwerte wurden aufgerechnet, beizulegende Werte ergaben sich danach nicht. Die im Eigengeschäft abgeschlossenen Zins-Swapgeschäfte (Basisvolumen: 105 Mio. EUR) dienen dem Bilanzstrukturmanagement. Sie wurden mit verschiedenen Landesbanken abgeschlossen und haben Laufzeiten zwischen vier und fünfzehn Jahren. Der am Bilanzstichtag beizulegende Zeitwert beträgt -3.355 TEUR. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte innerhalb des FinanzIT-Programms "Depot A-Manager", indem die einzelnen Zahlungsströme (Cash Flows) unter Berücksichtigung der tagesaktuellen Swap-Kurve auf den Bilanzstichtag abgezinst wurden.

Die Verpflichtungen aus Leasingverträgen betragen jährlich 1.820 TEUR. Durch die Erweiterung und den Umbau des Hauptstellengebäudes erhöhen sich diese für das Jahr 2007 anteilig um 350 TEUR und in den Folgejahren um 450 TEUR. Die Leasingverträge haben eine Laufzeit bis zum Jahr 2020 bzw. 2031.

Es besteht eine Beteiligung von 25 TEUR (100 % des Kapitals; 24 % der Stimmrechte) an der Fulgurit Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG, Mainz sowie eine Beteiligung von 50 TEUR (entspricht einem relativen Anteil von 21,7 %) an der CC Coaching Capital Flensburg AG, Flensburg.

Aus der Zeichnung von Anteilen an einem Mezzanine-Fonds besteht eine offene Verpflichtung von 4.950 TEUR.

Darstellung der Deckungsverhältnisse am 31.12.2006

Das Deckungsregister wurde geschlossen.

Ordentliche Deckung
Kapital 31.12.2006 Zinsen 31.12.2006
TEUR % TEUR %
Begebene Schuldverschreibungen
- Pfandbriefe
- Namenspfandbriefe 20.000 803 (Zinsen)
2 (Disagio)
Summe 20.000 805
Forderungen an Kunden 56.147 2.491
Summe 56.147 2.491
Überdeckung 36.147 180,7 1.686 209,4
Ordentliche Deckung Barwert 31.12.2006 Sichernde Überdeckung Barwert 31.12.2006
TEUR % TEUR %
Begebene Schuldverschreibungen
- Pfandbriefe
- Namenspfandbriefe 20.236
Summe 20.236
Forderungen an Kunden 58.633
Wertpapier 4.708
Summe 58.633 4.708
Überdeckung 38.397 189,7 4.708 23,3

Organe der Sparkasse

Verwaltungsrat

1.

Klaus Tscheuschner, Oberbürgermeister (Vorsitzender)

2.

Susanne Herold, Realschullehrerin (1. stellvertretende Vorsitzende) (bis 30.06.2006)

3.

Dr. Peer Egtved, Studienrat (1. stellvertretender Vorsitzender seit 06.12.2006)

4.

Franz Eder, Pensionär (2. stellvertretender Vorsitzender)

5.

Henning Brüggemann, für das Finanzwesen zuständiger hauptamtlicher Stadtrat (seit 01.02.2007)

6.

Klaus Dietrich, Sparkassenangestellter

7.

Anita Eifert, Sparkassenangestellte

8.

Dr. Rainer Heinz, für das Finanzwesen zuständiger hauptamtlicher Stadtrat (bis 31.08.2006)

9.

Rolf Heigert, Verwaltungsangestellter

10.

Carsten Jensen, Geschäftsführer im Heizungs- und Lüftungsbau

11.

Sebastian Kainz, Sparkassenangestellter

12.

Dieter Lenz, Partei-Landesgeschäftsführer

13.

Dr. Martina Mardini-Müther, Rechtsanwältin (seit 28.09.2006)

14.

Hans-Peter Nissen, Sparkassenangestellter

15.

Klaus Nordmeyer, Sparkassenangestellter

16.

Regina Porath, Krankenkassenangestellte

17.

Uwe Schott, Privatier

18.

Heidemarie Winkelmann, Hausfrau

Die Mitglieder des Verwaltungsrates haben Aufwandsentschädigungen von 52 TEUR erhalten.

Vorstand

Sparkassendirektor Frerich Eilts, Vorsitzender des Vorstandes

Sparkassendirektor Frank Kepp

Die Mitglieder des Vorstandes erhielten Gesamtbezüge von 418 TEUR.

Vorstandsvertreter gemäß § 29 Abs. 2 der Satzung

Ingo Diedrichsen, Sparkassenangestellter

Eugen Kölling, Sparkassenangestellter

Eugen Kölling war bis zum 31.05.2006 Mitglied im Aufsichtsrat der Jako AG, Amtsstr. 82, 74673 Mulfingen-Hollenbach.

Für die früheren Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene wurden Versorgungsbezüge in Höhe von 212 TEUR gezahlt. Für diese Personengruppe bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.736 TEUR.

Den Mitgliedern des Vorstandes wurden Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 804 TEUR gewährt.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates haben Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 1.087 TEUR in Anspruch genommen.

Mitarbeiter/-innen 2006 2005
Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:
Vollzeitkräfte 276 272
Teilzeitkräfte 117 113
393 385
Auszubildende 24 25
insgesamt 417 410

 

Flensburg, 8. Juni 2007

Der Vorstand

Eilts

Kepp

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1.1.2006 bis 31.12.2006 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstandes der Sparkasse. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Sparkasse sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstandes sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Kiel, 03. Juli 2007

Prüfungsstelle
des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein

Stenneken, Wirtschaftsprüfer

Heuer, Wirtschaftsprüfer

LAGEBERICHT

Gliederung

Rechtliche Verhältnisse der Sparkasse

Entwicklung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen

Geschäftspolitische Strategie

Geschäftsentwicklung 2006

Darstellung der Lage

Risikobericht

Nachtragsbericht

Voraussichtliche Entwicklung/Prognosebericht

Rechtliche Verhältnisse der Sparkasse

Die Flensburger Sparkasse (im Folgenden Sparkasse genannt) mit Sitz in Flensburg wurde im Jahr 1819 gegründet. Sie ist im Handelsregister beim Amtsgericht Flensburg unter der Nummer A 3992 eingetragen. Die Sparkasse ist gemäß § 1 Sparkassengesetz Schleswig-Holstein eine mündelsichere, dem gemeinen Nutzen dienende Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein (SGVSH) und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV) angeschlossen.

Träger der Sparkasse ist die Stadt Flensburg. Ihre Organe sind der Verwaltungsrat mit sechzehn und der Vorstand mit zwei Mitgliedern. Zwei Führungskräfte der Sparkasse sind als Vorstandsvertreter bestellt.

Dem Verwaltungsrat der Sparkasse gehören Flensburgs Oberbürgermeister (Vorsitzender) und der für das Finanzwesen zuständige hauptamtliche Stadtrat als geborene und neun weitere von der Ratsversammlung benannte Vertreter sowie fünf Mitarbeitervertreter der Sparkasse als gewählte Mitglieder an.

Unser Geschäftsgebiet umfasst die Stadt Flensburg und die Gemeinden des angrenzenden Kreises. In Flensburg werden neben der Hauptstelle 10 Filialen und 18 SB-Stellen unterhalten. In einem Kompetenzzentrum in Flensburgs Innenstadt stehen Spezialisten für Vermögensmanagement, Immobilienvermittlung und -finanzierung sowie Versicherungen zur Verfügung, die zusammen mit den Kundenbetreuern der Filialen und des Bereiches Firmenkunden eine ganzheitliche, bedarfsgerechte Beratung vor Ort ermöglichen. In der Hauptstelle befindet sich das Firmenkundenzentrum, das auf die speziellen Bedürfnisse größerer Unternehmen und Selbständiger ausgerichtet ist.

Die Sparkasse ist Mitglied im bundesweiten Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe, dem umfassendsten Sicherungssystem der deutschen Kreditwirtschaft. Das aus Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen bestehende überregionale System stellt sicher, dass im Bedarfsfall ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, um die Forderungen der Kunden und auch das Institut selbst zu sichern.

Entwicklung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen

Allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen für und in Deutschland

Die deutsche Wirtschaft vollzog 2006 einen spürbaren Aufschwung. Die Entwicklung verlief im ersten Quartal zwar zunächst verhalten. Die Produktion war nicht zuletzt durch die ungewöhnlich kalte Witterung im davorliegenden Winter gedrückt. Doch war schon eine deutlich verbesserte Stimmungslage erkennbar. Die Auftragsbücher füllten sich zusehends. Ab dem Frühjahr schlug sich die verbesserte Konjunkturlage dann auch im Bruttoinlandsprodukt deutlich nieder.

Im Gesamtjahr 2006 betrug das reale Wachstum nach der ersten Schnellschätzung des Statistischen Bundesamtes 2,5 %. Berücksichtigt man ferner, dass 2006 zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahr zur Verfügung standen, lässt sich arbeitstäglich bereinigt sogar ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,7 % ausweisen.

Geprägt war die lange Schwächephase bis 2005 von einer Stagnation der Binnennachfrage und darin besonders von einer ausgeprägten Investitionszurückhaltung. Letztere begann sich bereits 2005 aufzulösen. 2006 verstärkte sich die Investitionstätigkeit und umfasste zunehmend auch Erweiterungsmaßnahmen. Eine gute Ertragslage, gute Stimmung und gute Finanzierungsbedingungen bei den Unternehmen lieferten den geeigneten Rahmen für die Expansion. Die Ausrüstungsinvestitionen legten 2006 um 7,3 % zu.

Der neue Schwung der Investitionstätigkeit ist auch ablesbar an der nach Jahren der Lethargie wieder angesprungenen Baukonjunktur. Die Bauwirtschaft hat - besonders ausgeprägt in Ostdeutschland, im Grundsatz aber auch im Westen - ein Jahrzehnt der Schrumpfung und Kapazitätsanpassung hinter sich. Ob dieser Prozess strukturell nun langfristig abgeschlossen ist, kann noch nicht endgültig beurteilt werden. Insgesamt haben die Bauinvestitionen mit einem Plus von 3,6 % im Jahr 2006 zunächst wenigstens den Rückgang des vorangegangenen Jahres wieder kompensieren können.

Der deutsche Export ist im Ergebnis 2006 real um beachtliche 12,4 % gewachsen. Der Güterimport expandierte gleichzeitig kaum schwächer um 12,1 %.

Durch den wachsenden Export und die hinzugetretene stärkere Investitionstätigkeit weitete sich die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nun von zwei Motoren getrieben aus. Das Überspringen auf den privaten Konsum als wichtige Nachfragekomponente war 2006 mit einem Zuwachs um 0,6 % erst im Ansatz erkennbar. Gegen Ende des Jahres wurde zwar eine gewisse Belebung des Konsums sichtbar. Allerdings ist noch unklar, welcher Anteil davon den von der Umsatzsteuererhöhung ausgelösten Vorzieheffekten zuzuschreiben ist. Da die nominalen Konsumausgaben der Verbraucher um 2,0 % etwas stärker als die um 1,7 % gewachsenen verfügbaren Einkommen zugelegt haben, ist die Sparquote um einen Zehntel Prozentpunkt auf 10,5 % zurückgegangen.

Die größte positive Überraschung des Jahresverlaufes 2006 war die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Erwerbstätigkeit ist saisonbereinigt stetig gestiegen; seit dem Sommer hat sich dieser Trend auf ein zuletzt recht beachtliches Tempo weiter beschleunigt. Zum Jahreswechsel 2006/2007 liegt die Zahl der registrierten Arbeitslosen bereits um fast 600.000 unter dem Wert des Vorjahres. Die Besserung mag von der zuletzt sehr milden Witterung zahlenmäßig überzeichnet sein, doch im Kern wird die Besserung am Arbeitsmarkt bestätigt.

Bis weit in das Jahr 2006 hinein reichten die Belastungen aus den hohen Energiepreisen. Der Ölpreis stieg im Spätsommer auf neue Rekordstände von über 75 US-Dollar pro Barrel. Bis Jahresende hat er sich dann wieder auf unter 60 Dollar beruhigt, was in etwa dem schon zu Jahresbeginn erreichten Stand entspricht. Trotz der Ölpreisbelastung konnte die Inflation auf Verbraucherebene somit unter Kontrolle gehalten werden. Im Währungsgebiet des Euro insgesamt lag die Steigerung der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt mit 2,2 % nur leicht über der selbstgesetzten Zielvorgabe der Europäischen Zentralbank (EZB). In Deutschland betrug der Verbraucherpreisanstieg 1,7 %.

Um den Preissteigerungseffekten Rechnung zu tragen und die in den Vorjahren geschaffene und 2006 weiter wachsende Liquidität zu begrenzen sowie auf die gefestigte Konjunktur der Eurozone zu reagieren, hat die Europäische Zentralbank 2006 ihre Geldpolitik stufenweise angepasst. Schon im Dezember 2005 hatte sie den aktuellen Zinssteigerungszyklus mit einem ersten Schritt eingeleitet; 2006 folgten dann fünf weitere Erhöhungen um jeweils einen Viertel Prozentpunkt. Der Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte als der wichtigste Leitzins erreicht somit zum Jahreswechsel 2006 auf 2007 ein Niveau von 3,5 %. Die Geldpolitik wirkt damit jetzt nur noch leicht expansiv.

Regionales Marktumfeld

Für eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Flensburg und der Region sorgt nicht nur der bundesweit spürbare Aufschwung. Die Nähe zu Dänemark erweist sich zunehmend als Standortvorteil. Handwerk und Handel spüren immer stärker die dänische Nachfrage. Dies gilt allerdings auch für deutsche Facharbeiter, die in den vergangenen Jahren in der - anders als diesseits der Grenze - boomenden Wirtschaft des Königreichs einen gut bezahlten Arbeitsplatz fanden. Die Betriebe der deutschen Grenzregion bekommen jetzt einen Fachkräftemangel zu spüren.

Die in der Vergangenheit vollzogene Straffung von Kostenstrukturen hat sich 2006 bei vielen Unternehmen positiv ausgewirkt. Auch die steigenden Umsätze führten zu steigenden Gewinnen. Viele der überwiegend in der Region agierenden Mittelstandsbetriebe zeigen deshalb wieder mehr Mut zu Investitionen.

Auch auf dem heimischen Arbeitsmarkt ist der Wirtschaftsaufschwung deutlich zu spüren. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Flensburg (Stadt Flensburg, Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland) gab es im März 2007 mit 2.451 Stellenangeboten im Vergleich zum Vorjahresmonat 714 oder 41,1 % mehr. Das milde Wetter um den Jahreswechsel begünstigte die positive Entwicklung der Arbeitslosenquote in der Stadt Flensburg: Sie sank im März 2007 auf 13,1 %. Im März 2006 betrug sie noch 17,0 %.

Die Nachfrage besonders im Flensburger Handwerk boomt wie seit etwa zwanzig Jahren nicht mehr. Besonders das Bau- und Ausbauhandwerk kann die Aufträge inzwischen kaum mehr bewältigen. Die bevorstehende Umsatzsteuererhöhung war sicherlich nicht der einzige Grund, Investitionen vorzuziehen. Es ist eine positive Grundstimmung festzustellen. Die starke Nachfrage sorgte teilweise für erheblichen Baustoffmangel, insbesondere bei Dachziegeln und Dämmstoffen. Die Industrie war von dieser Entwicklung offenbar überrascht worden. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage in der jetzigen Intensität weit in das Jahr 2007 anhalten wird.

Stellung im regionalen Markt

In unserem Geschäftsgebiet sind wir Marktführerin im Finanzdienstleistungssektor.

Wir bieten flächendeckend persönliche Betreuung sowie Service vor Ort und innovative, wettbewerbsfähige Produkte. Dabei wird - abgestimmt auf die persönliche Situation und die Bedürfnisse unserer Kunden - eine qualifizierte Beratung sichergestellt. Zusätzlich zu unseren in der Woche bis 17:30 Uhr (im Finanzmarkt am Holm durchgehend bis 18:00 Uhr) und - an zwei Standorten - auch sonnabends geöffneten Filialen bieten SB-Geräte, unser Service-Telefon und Internet einen 24-Stunden-Service.

Gleichwohl spüren auch wir den härter werdenden Wettbewerb im Kreditgewerbe. Die Großbanken haben das Geschäft mit dem Mittelstand - das sie in den letzten Jahren vernachlässigten - wieder intensiviert. Insbesondere bei den bonitätsstarken Adressen hat ein harter Konditionswettbewerb mit den entsprechenden Auswirkungen auf die erzielbaren Margen eingesetzt.

Im Privatkundengeschäft ist bereits seit einiger Zeit der Wettbewerbsdruck durch Direktbanken und auf dieses Kundensegment spezialisierte Finanzdienstleistungsvertriebe sowie seit Kurzem auch der Großbanken spürbar. Dies gilt sowohl für das Einlagengeschäft und die Konsumentenkredite als auch für die privaten Immobilienfinanzierungen.

Wir haben uns mit preis- und produktpolitischen Maßnahmen - einschließlich eines verfeinerten Margenmanagements - sowie verstärkter Vertriebssteigerungs- und -steuerungsaktivitäten auf diese Situation eingestellt. Schon vor dem bundesweiten Einsatz von "Leuchtturmprodukten" in der Sparkassen-Finanzgruppe haben wir mit derartigen Produkten auf das veränderte, sehr preissensible Verhalten der Kunden reagiert.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Nachdem bereits in den Vorjahren Mindestanforderungen der Bankenaufsicht an das Betreiben von Handelsgeschäften (MaH), die Ausgestaltung der Internen Revision (MaIR) und für das Kreditgeschäft (MaK) umzusetzen waren, veröffentlichte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht am 20.12.2005 ihre Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk). Die MaRisk, die u. a. die bereits bestehenden Mindestanforderungen zusammenfassen, sind spätestens zum 01.01.2008 umzusetzen. Im Hinblick auf das bereits eingerichtete Risikomanagementsystem und die umfassende Umsetzung der MaH, MaIR und MaK gehen wir von einem überschaubaren organisatorischen Änderungsbedarf aus, der durch ein internes Projekt begleitet wird.

Am 29.06.2006 beschloss die Ratsversammlung der Stadt Flensburg mit Wirkung zum 01.07.2006 eine Änderung unserer Satzung. Sie weicht von der vom Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein erlassenen Mustersatzung für öffentlich-rechtliche Sparkassen nicht ab. Die Änderungen dienen i. W. der Verwaltungsvereinfachung und Stärkung der Eigenverantwortung der Sparkassen. Neben redaktionellen Anpassungen insbesondere an die ab 19.07.2005 geltende Neufassung des Sparkassengesetzes für das Land Schleswig-Holstein wurden Änderungen bei den zulässigen Sparkassengeschäften, den Berichtspflichten gegenüber dem Verwaltungsrat sowie die Möglichkeit zur Bildung von Ausschüssen des Verwaltungsrates vorgesehen. Weiterhin ist nach der neuen Satzung die Aufnahme stiller Einlagen nicht mehr nur bei der Schleswig-Holsteinischen Sparkassen-Förderungsgesellschaft mbH, sondern grundsätzlich von jedermann, d. h. von juristischen und natürlichen Personen, nach vorheriger Anhörung durch den Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein möglich. Diese Hafteinlagen müssen so ausgestaltet sein, dass sie den Eigenmitteln der Sparkasse zugerechnet werden können. Den stillen Gesellschaftern dürfen keine Mitwirkungsbefugnisse eingeräumt werden.

Am 01.08.2006 ist eine neue Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV) in Kraft getreten. Sie gilt für Immobilien, deren Grundpfandrechte als Sicherheit für Darlehen dienen, die in die Deckungsmasse für eine Pfandbriefemission gem. § 16 Pfandbriefgesetz eingestellt werden sollen. Unter anderem werden Anforderungen an die fachliche Eignung und Unabhängigkeit des Gutachters, der die Beleihungsgutachten erstellt, sowie an die Ausgestaltung der Beleihungswertermittlungen formuliert.

Geschäftspolitische Strategie

Die Sparkasse hat gemäß Sparkassengesetz und Satzung in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, insbesondere der mittelständischen Wirtschaft, mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen sicherzustellen. Sie unterstützt dadurch die Aufgabenerfüllung ihres kommunalen Trägers im wirtschaftlichen, regionalpolitischen, sozialen und kulturellen Bereich. Die Geschäfte werden unter Beachtung dieses sogenannten öffentlichen Auftrags nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten getätigt; ihre Gewinne haben den Geschäftsbetrieb zu sichern.

Die Erfüllung dieser vielfältigen Aufgaben setzt eine dauerhaft positive wirtschaftliche Entwicklung der Sparkasse voraus. Sie muss als am Markt tätiges Unternehmen betriebswirtschaftlichen Anforderungen genügen, um auf Dauer erfolgreich sein zu können.

In Anlehnung an die vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband definierte "Strategie der Sparkassen-Finanzgruppe" streben wir eine stetige Verbesserung unserer Rentabilität an. Dabei nutzen wir auch den Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation. Hier werden sämtliche in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgeführten Erträge und Aufwendungen nach bestimmten einheitlichen Regeln um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die dann dem Neutralen Ergebnis zugerechnet werden. Die ermittelten Kennziffern dienen dem betriebsübergreifenden Vergleich der Leistungsfähigkeit der Sparkassen. Hieraus werden Maßnahmen zu deren Verbesserung abgeleitet.

Betriebswirtschaftliche Steuerungsgrößen und Marktstellung

Unter Beachtung des sich aus § 2 der Satzung ergebenden Öffentlichen Auftrages haben Verwaltungsrat und Vorstand als betriebswirtschaftliche Ziele eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15 % vor Steuern und eine Cost-Income-Ratio von maximal 60 % vereinbart. Dieses sind unsere zentralen Steuerungsgrößen auf Gesamtbankebene.

Die Eigenkapitalrendite vor Steuern gibt die Verzinsung der Bestandteile des Eigenkapitals an, die nicht bereits mit Zinsaufwand belastet sind. Für die Ermittlung werden in die Bemessungsgrundlage auch der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340 g HGB und die Vorsorgereserven gemäß § 340 f HGB einbezogen. Darüber hinaus werden neben dem operativen Geschäftsergebnis die Bewertungsergebnisse des Kredit- und Wertpapiergeschäftes sowie das neutrale Ergebnis berücksichtigt. Die Eigenkapitalrendite konnte in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert werden, wobei in 2005 ein Sondereffekt im neutralen Ergebnis zu einer Eigenkapitalrendite von 22,0 % führte. In 2006 liegt die Eigenkapitalrendite mit 5,1 % unter dem geplanten Niveau. Zurückzuführen ist dieses Ergebnis auf den gegenüber der Planung deutlich höheren Bewertungsaufwand. Dagegen wurde im ordentlichen Ergebnis vor Bewertung, also im operativen Ergebnis der Sparkasse, der Planwert vollständig erreicht.

Die Cost-Income-Ratio ist eine Kennziffer zur Messung der Effektivität des operativen Geschäfts. Zur Ermittlung wird der gesamte ordentliche Aufwand ins Verhältnis zu den ordentlichen Erträgen gesetzt. Sie drückt aus, wieviel Aufwand je erwirtschafteter Einheit Ertrag erforderlich war. Je niedriger die Kennziffer ist, umso besser ist das Verhältnis von Aufwand zum erzielten Ertrag. Der strategische Zielwert unserer Cost-Income-Ratio von 60 % wird seit 2004 unterboten. In 2006 liegt die Cost-Income-Ratio bei 58,5 %.

Nach unserer Satzung ist die Versorgung aller Bevölkerungskreise und insbesondere der mittelständischen Wirtschaft mit Geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen in unserem Geschäftsgebiet sicherzustellen.

Wir haben bereits eine sehr hohe Marktdurchdringung. Ein Verharren in der erreichten Marktstellung reicht jedoch nicht aus. Allein um den Marktanteil zu halten, ist in stark wachsenden Märkten, wie dem für Finanzdienstleistungsprodukte, eine Steigerung des Geschäftsvolumens erforderlich:

einerseits, um wegbrechende Erträge in einem immer härter werdenden Wettbewerb, beispielsweise mit Direktbanken und Strukturvertrieben, aufzufangen

und

andererseits, um dem beispielsweise durch ständig steigende gesetzliche sowie aufsichtsrechtliche Anforderungen direkt und indirekt verursachten Kostendruck standzuhalten.

Geschäftsentwicklung 2006

Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Im Geschäftsjahr 2006 wurden die Forderungen an Kreditinstitute sowie die Eigenanlagen in Wertpapieren abgebaut und die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduziert. Infolgedessen ging die Bilanzsumme von 2.735,6 Mio. EUR um 9,6 % auf 2.472,3 Mio. EUR zurück. Das Geschäftsvolumen (Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen) beläuft sich auf 2.518,2 Mio. EUR (- 9,2 %).

Das Kundengeschäftsvolumen (Kundenkredite einschließlich Treuhandkredite und Kundeneinlagen einschließlich verbriefter und nachrangiger Verbindlichkeiten) reduzierte sich insbesondere aufgrund niedrigerer Kundenkredite leicht um 1,6 % auf 3.002,7 Mio. EUR (Vorjahr: 3.051,1 Mio. EUR). Die Sparkasse konnte trotz dieser Entwicklung ihre Position als Marktführerin in ihrem Geschäftsgebiet in einem härter werdenden Wettbewerb behaupten.

Kreditgeschäft

Die Forderungen an Kunden (ohne Treuhandkredite) reduzierten sich gegenüber dem Vorjahresende um 30,8 Mio. EUR oder 1,5 % auf 1.964,7 Mio. EUR. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen hohe Sondertilgungen im Firmenkundenkreditgeschäft. Die Privatkundenkredite stiegen dagegen kräftig. Insbesondere die Immobilienkredite nahmen um 19,3 % bzw. 65,3 Mio. EUR auf 402,9 Mio. EUR (Vorjahr: 337,6 Mio. EUR) zu.

Die langfristigen Kredite erhöhten sich um 1,1 % auf 1.557,0 Mio. EUR, während die kurz- und mittelfristigen Kredite um 10,5 % auf 407,7 Mio. EUR zurückgingen.

Der Strukturanteil der Forderungen an Kunden an der Bilanzsumme stieg - bedingt durch die stark rückläufige Bilanzsumme - von 72,9 % auf 79,5 %. Damit ist das Kreditgeschäft weiterhin die wesentliche Erfolgsgröße im zinstragenden Geschäft der Sparkasse.

Einlagengeschäft/Pfandbriefemission

Der Bestand an Kundeneinlagen (Verbindlichkeiten gegenüber Kunden einschließlich verbriefter Verbindlichkeiten und nachrangiger Verbindlichkeiten) reduzierte sich um 17,0 Mio. EUR bzw. 1,6 % auf 1.030,1 Mio. EUR. Damit konnte an das Wachstum des Vorjahres (+ 16,1 %) nicht angeknüpft werden.

Erhöht werden konnten die Bestände an Sparkassenwertpapieren (Sparkassenbriefe und Inhaberschuldverschreibungen) durch attraktive Produktgestaltungen. Die Sparkassenbriefe erhöhten sich um 25,2 Mio. EUR bzw. 18,0 % auf 165,5 Mio. EUR, die Inhaberschuldverschreibungen um 15,2 Mio. EUR bzw. 45,2 % auf 48,8 Mio. EUR. Lediglich die nachrangigen Verbindlichkeiten reduzierten sich leicht um 3,7 Mio. EUR.

Die täglich fälligen Verbindlichkeiten (+ 2,4 Mio. EUR bzw. 0,7 %) blieben in etwa auf Vorjahresniveau. Stabilisierend wirkte sich das Ende 2004 eingeführte Produkt FLENSBURG direkt aus. Es handelt sich dabei um Sichteinlagen von Privatkunden, über die per PC oder Telefon verfügt werden kann und deren Verzinsung sich an ähnlichen Produkten der Direktbanken orientiert. Der Bestand konnte in 2006 um 23,0 Mio. EUR auf 110,6 Mio. EUR ausgeweitet werden.

Die befristeten Einlagen reduzierten sich um 21,0 Mio. EUR bzw. 21,3 % auf 77,5 Mio. EUR; allerdings nahmen allein die für Kredite verpfändeten Einlagen von 52,0 Mio. EUR um 41,5 Mio. EUR auf 10,5 Mio. EUR ab. Da diese Positionen regelmäßig starken Schwankungen unterworfen sind und zum großen Teil von Unternehmen und Selbständigen unterhalten werden, wird eine weitere abschließende Beurteilung dieser stichtagsbezogenen Änderungen erschwert.

Die Spareinlagen verringerten sich aufgrund anderer Anlagepräferenzen unserer Kunden um 22,2 Mio. EUR auf 309,6 Mio. EUR. Das entspricht einer Reduzierung um 6,7 %; im Vorjahr lag die Steigerung noch bei 0,7 %.

Mit einem Anteil an der Bilanzsumme von 41,7 % (Vorjahr: 38,3 %) stellen die Kundeneinlagen nach wie vor eine wichtige Refinanzierungsquelle der Sparkasse dar.

Die überdurchschnittlich ungünstige Relation von Kundenkrediten zu Kundeneinlagen betrug zum Jahresende 191,5 % und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (191,4 %) kaum verändert. Die Sparkasse muss sich nach wie vor, wie traditionell alle Sparkassen in Schleswig-Holstein, umfangreich am Kapitalmarkt refinanzieren. Im Bundesdurchschnitt liegt der vergleich bare Wert bei unter 100 %, d. h. das Einlagengeschäft übersteigt das Kreditvolumen.

Vor dem Hintergrund des Wegfalls der Gewährträgerhaftung und der damit einhergehenden Verteuerung der Refinanzierung hat die Sparkasse bereits 2004 und 2005 jeweils eine Pfandbriefemission über 10,0 Mio. EUR durchgeführt. Pfandbriefe sind durch grundpfandrechtlich gesicherte Wohnungsbaukredite gedeckt; sie stellen damit eine besonders sichere Form von festverzinslichen Wertpapieren dar. Das Zinsniveau von Pfandbriefen bewegt sich daher unterhalb des Zinsniveaus der sonstigen Schuldverschreibungen. Für das Jahr 2007 sind weitere Emissionen geplant.

Eigenanlagen

Das Wertpapiervermögen der Sparkasse besteht aus Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowie Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren. Das Volumen liegt bei 288,2 Mio. EUR und damit um insgesamt 54,9 Mio. EUR unter dem Bestand vom Jahresende 2005. Der Anteil an der Bilanzsumme beträgt 11,7 % (Vorjahr: 12,5 %). Die Schuldverschreibungen (131,7 Mio. EUR; 2005:166,4 Mio. EUR) haben überwiegend ein Rating gemäß Standard & Poors von A- oder besser. Die Anlagen in Spezialfonds und Aktien beliefen sich auf 156,5 Mio. EUR (2005:176,7 Mio. EUR).

Darüber hinaus bestehen Schuldscheindarlehen und ähnliche Forderungen in Höhe von 104,7 Mio. EUR gegen Schuldner guter Bonität. Im abgelaufenen Jahr wurde der Bestand um 23,0 Mio. EUR aufgestockt.

Interbankengeschäft

Die Forderungen an Kreditinstitute (einschließlich der enthaltenen Schuldscheindarlehen) verringerten sich um 167,6 Mio. EUR oder 61,4 % (Vorjahr: + 1,5 %) auf 105,5 Mio. EUR.

Da wir ein wesentlich umfangreicheres Kredit- als Einlagengeschäft haben, müssen wir uns in erheblichem Umfang am Kapitalmarkt refinanzieren.

Durch die Verringerung des Wertpapiervermögens und der Forderungen an Kreditinstitute konnte die Refinanzierung bei Kreditinstituten 2006 von 1.469,3 Mio. EUR um 236,6 Mio. EUR auf 1.232,7 Mio. EUR reduziert werden. Dies entspricht einem Anteil von 49,8 % an der Bilanzsumme (2005: 53,7 %). Hierunter fallen die Passivpositionen "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" (1.161,1 Mio. EUR) sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus den Positionen "Verbriefte Verbindlichkeiten" mit 68,0 Mio. EUR und "Nachrangige Verbindlichkeiten" mit 3,6 Mio. EUR.

Beteiligungen

Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe, insbesondere am Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein (SGVSH).

Die Beteiligungen nahmen durch den Verkauf der Beteiligung an der Wohnungsbau Flensburg GmbH um 4,6 Mio. EUR auf 36,0 Mio. EUR (Vorjahr 40,6 Mio. EUR) ab.

Dienstleistungsgeschäft

Das Dienstleistungsgeschäft der Sparkasse zeigte im Jahr 2006 insgesamt eine positive Entwicklung; die guten Ergebnisse des Vorjahres wurden überwiegend übertroffen.

Im Wertpapiergeschäft mit Kunden wurde der Gesamtumsatz um 21,6 % gesteigert. Dabei konnte mit einer Steigerung der Erträge um 26,9 % die Umsatzrentabilität ebenfalls verbessert werden. Der Schwerpunkt lag im Absatz von Fonds und strukturierten Anleihen mit Kapitalgarantie.

Das Provisionsergebnis aus dem Darlehensgeschäft (+ 93,7 %) konnte nahezu verdoppelt werden. Das Ergebnis aus Devisen- und Optionsgeschäften mit Kunden (+ 21,7 %) war ebenfalls besser als im Vorjahr.

Der Ertrag aus der Vermittlung von Versicherungen konnte deutlich um 53,6 % gesteigert werden. Maßgeblich hierfür war insbesondere der gestiegene Bedarf unserer Kunden an Altersvorsorgeprodukten. Der Absatz konnte hier sehr deutlich um 1.016 Stück auf 1.560 Verträge erhöht werden.

Der Absatz von Bausparverträgen wurde um 2,0 Mio. EUR auf 34,4 Mio. EUR Bausparsumme gesteigert, wobei sich der Ertrag überproportional um 19,2 % erhöhte.

Hingegen ging der Umsatz aus der Vermittlung von Immobilien nach einem sehr guten Geschäft in 2005 erwartungsgemäß zurück. Der Ertrag blieb aber bei einem Umsatz von 11,6 Mio. EUR aus 89 Objekten über dem geplanten Wert.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2006 wurden Immobilien mit Wohn- und Gewerbeflächen erworben, die teilweise der Erweiterung und der Aufwertung unserer Filialstandorte dienen sollen. Unsere Filiale "Östliche Höhe" wurde umfassend umgebaut, um sie in das angrenzende neue Nahversorgungszentrum zu integrieren und damit an die Kundenbedürfnisse anzupassen.

Im Inventarbereich ergaben sich höhere Investitionen für die Einrichtung unserer umgebauten Filiale "Östliche Höhe" und unserer neu angemieteten Filialen "Walzenmühle" und "Flensburg Galerie". Daneben wurden notwendige laufende Investitionen in die Ausstattung der Büroräume und die Hard- und Software getätigt.

Personalbereich

Am 31.12.2006 beschäftigte die Sparkasse 428 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon

273 vollzeitbeschäftigte Angestellte,
119 teilzeitbeschäftigte Angestellte,
9 Sparkassen-Studenten,
27 Auszubildende
428.

Der Personalbestand erhöhte sich um 8 Vollzeitbeschäftigte und 6 Teilzeitbeschäftigte. Während die Anzahl der Sparkassen-Studenten mit 9 konstant war, stieg die der Auszubildenden um 3.

Bei Umrechnung der Teilzeitkräfte in Vollzeitkräfte ergibt sich eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Anzahl von 338 Mitarbeiterkapazitäten. Unsere Personalpolitik steht damit im Gegensatz zu den Wettbewerbern, die teilweise in erheblichem Umfang Arbeitskräfte einsparen.

Um unseren Kunden ein attraktives und umfassendes Dienstleistungsangebot unterbreiten zu können und eine gute Beratungsqualität zu gewährleisten, nahm auch im vergangenen Jahr die gezielte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter einen hohen Stellenwert ein. 7 Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter absolvierten an Sparkassenakademien die Fortbildung zum Sparkassenfachwirt (2), Sparkassenbetriebswirt (4) bzw. diplomierten Sparkassenbetriebswirt (1). 2 Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter haben erfolgreich an Fachseminaren teilgenommen.

Jahresergebnis

Die Sparkasse hat in 2006 trotz des schwierigen Marktumfelds einen Bilanzgewinn von 2,5 Mio. EUR (2005: 3,1 Mio. EUR) erzielt. Die Erfolgskomponenten, die zu dem Bilanzgewinn führten, sind der Darstellung der Ertragslage zu entnehmen.

Darstellung der Lage

Vermögenslage

Die Vermögensverhältnisse der Sparkasse sind geordnet. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) bilanziert und bewertet.

Das Eigenkapital der Sparkasse sowie der Fonds für allgemeine Bankrisiken werden sich nach der vom Verwaltungsrat noch zu beschließenden Feststellung des Jahresabschlusses 2006 und nach Zuführung des Jahresüberschusses zusammen auf 103,5 Mio. EUR belaufen. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich aus dem Jahresüberschuss eine Erhöhung um 2,5 Mio. EUR.

Für die besonderen Risiken der Kreditinstitute bestehen zusätzliche Vorsorgereserven gem. § 340 f HGB. Neben dem Kernkapital verfügt die Sparkasse über umfangreiche ergänzende Eigenkapitalbestandteile in Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG), u. a. nachrangige Verbindlichkeiten und Genussrechtskapital. Die Eigenkapitalanforderungen des KWG wurden jederzeit eingehalten. Das Verhältnis der gemäß § 10 KWG anrechenbaren Eigenmittel zur Summe der anrechnungspflichtigen Positionen (Grundsatz I) überschritt per 31.12.2006 mit 9,9 % den gesetzlich vorgeschriebenen Wert von 8,0 %.

Trotz der absoluten Veränderungen in den Beständen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr innerhalb der Bilanzstruktur grundsätzlich keine wesentlichen Abweichungen zum Vorjahr ergeben.

Sämtliche Vermögensgegenstände wurden vorsichtig bewertet.

Die Forderungen werden regelmäßig auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Mit den gebildeten Einzel- und Pauschalwertberichtigungen und Rückstellungen ist den erkennbaren und latenten Risiken im Kreditgeschäft und den sonstigen Verpflichtungen ausreichend Rechnung getragen worden.

In den Forderungen an Kreditinstitute sind dem Anlagevermögen zugeordnete Schuldscheindarlehn enthalten, deren zukünftige Verzinsung von der Entwicklung des 6- bzw. 12-Monats-Euribor abhängig ist. Die Bewertung erfolgte einheitlich ohne Abspaltung der Nebenrechte zum gemilderten Niederstwertprinzip. Bezogen auf den beizulegenden Wert bestehen in diesem Bereich stille Lasten in Höhe von 2,7 Mio. EUR.

Die Bewertung des eigenen Wertpapierbestandes erfolgte, mit Ausnahme der festverzinslichen Wertpapiere des Anlagevermögens, unter Anwendung des strengen Niederstwertprinzips. Zu den aktuellen Marktpreisen bewertet, sind in diesem Bereich stille Reserven in Höhe von 0,5 Mio. EUR vorhanden. Dem gegenüber stehen allerdings stille Lasten in Höhe von 4,2 Mio. EUR.

Die Abschreibungen auf Vermögensgegenstände wurden im Rahmen der gesetzlich zulässigen Höchstgrenzen vorgenommen.

Investitionen wurden im erforderlichen Umfang nach dem Grundsatz einer sparsamen Mittelverwendung getätigt.

Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr aufgrund der verfügbaren liquiden Mittel und der Refinanzierungsmöglichkeiten sowie einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Der vom ehemaligen Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (heute Bestandteil der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) erlassene Grundsatz II sowie die Mindestreservebestimmungen der Deutschen Bundesbank wurden beachtet. Die Liquiditätskennziffer der Sparkasse beträgt zum 31.12.2006 1,82 (Vorjahr: 1,47).

Ertragslage

Die Analyse der Ertragslage der Sparkasse basiert in erster Linie auf der Erfolgsspannenrechnung, die sowohl Aufwendungen als auch Erträge nach ihrer Herkunft untergliedert. Der Zinsüberschuss gibt den Ergebnisbeitrag aus zinsabhängigen Kunden- und Handelsgeschäften an, der Provisionsüberschuss umfasst das Ergebnis aus dem Dienstleistungsgeschäft, und das Nettoergebnis aus Finanzgeschäften stellt den Erfolg aus zinsunabhängigen Handelsgeschäften dar. Erträge und Aufwendungen aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit, die nicht diesen Positionen zuzurechnen sind, werden unter "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" erfasst. Diese bilden unter Berücksichtigung der Sach- und Personalkosten das "Ordentliche Ergebnis vor Bewertung". Aus diesem wird nach Einbeziehung der einzelnen Bewertungsmaßnahmen (insbesondere Kreditrisikovorsorge, Bewertung von Wertpapieren und sonstigen Vermögensgegenständen, Bildung von Vorsorgereserven nach § 340 f HGB) das "Ordentliche Ergebnis nach Bewertung" ermittelt. Davon verbleibt nach Berücksichtigung des Neutralen Ergebnisses, der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340 g HGB und der Ertragssteuern das Jahresergebnis.

Für den überbetrieblichen Vergleich werden zur weitergehenden Analyse der Ertragslage die einzelnen Positionen der Erfolgsspannenrechnung im Verhältnis zur Durchschnittsbilanzsumme (DBS) ermittelt. In der nachfolgenden Tabelle ist die Erfolgsspannenrechnung mit Überleitung zum Jahresüberschuss der Sparkasse für das Geschäftsjahr 2006 dargestellt. Entgegen der Darstellung im Jahresabschluss werden wesentliche, nicht dem ordentlichen Geschäft entstammende Erträge und Aufwendungen aus den einzelnen Positionen der GuV dem Neutralen Ergebnis zugerechnet, um die tatsächliche Ertragskraft der Sparkasse - das Ordentliche Ergebnis - transparenter darzustellen. Zusätzlich werden unter betriebswirtschaftlichen Aspekten zins- und provisionsähnliche Erträge im Gegensatz zur GuV-Darstellung direkt dem Zins- bzw. Provisionsüberschuss zugeordnet. Zum Vergleich sind die entsprechenden Zahlen für das Geschäftsjahr 2005 abgebildet.

Position 2006
Mio. EUR
2005
Mio. EUR
Veränderungen 2006
% DBS
Mio. EUR in %
Zinsüberschuss 44,8 46,6 -1,8 -3,86 1,67
Provisionsüberschuss 16,8 14,0 2,8 20,00 0,63
Nettoergebnis aus Finanzgeschäften 0,3 0,1 0,2 200,00 0,01
Sonstige betriebliche Erträge 1,0 1,1 -0,1 -9,09 0,04
Personalaufwand 18,8 18,5 0,3 1,62 0,70
Sachaufwand inkl. Abschreibungen auf Sachanlagen 16,9 15,4 1,5 9,74 0,63
sonstige betriebliche Aufwendungen und sonstige Steuern 2,2 2,2 0,0 0,00 0,08
= Ordentliches Ergebnis vor Bewertung 25,0 25,7 -0,7 -2,72 0,93
Bewertungsergebnis -21,2 -18,0 -3,2 -17,78 -0,79
= Ordentliches Ergebnis nach Bewertung 3,8 7,7 -3,9 -50,65 0,14
Zuführung Fonds für allgemeine Bankrisiken § 340 g HGB 0,0 -6,8 6,8 -100,00 0,00
Neutrales Ergebnis incl. a.o. und aperiodische Erfolge -0,9 8,2 -9,1 -110,98 -0,03
Ertragssteuern 0,4 6,0 -5,6 -93,33 0,01
= Jahresüberschuss 2,5 3,1 -0,6 -19,35 0,09

Der Sparkasse ist es aufgrund des historisch niedrigen und zudem lange rückläufigen Zinsniveaus nicht gelungen, den ordentlichen Zinsüberschuss als bedeutendste Ertragsquelle gegenüber dem Vorjahr zu verbessern. Stattdessen war er um 1,8 Mio. EUR rückläufig.

Ursächlich für diese negative Entwicklung war vor allem die Erhöhung der Zinsaufwendungen für unsere Refinanzierungen. Der Zinsüberschuss in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme belief sich auf 1,67 % (Vorjahr: 1,72 %), konnte damit aber unsere Erwartungen um 0,02 %-Punkt übertreffen.

Der Provisionsüberschuss stieg insbesondere durch höhere Provisionserträge aus dem Wertpapier-, dem Devisen- und dem Darlehensgeschäft gegenüber dem Vorjahr um 20,0 % auf 16,8 Mio. EUR.

Das unbedeutende Nettoergebnis aus Finanzgeschäften, also das Ergebnis aus dem Eigenhandel mit Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Derivaten, erreichte mit 0,3 Mio. EUR einen gegenüber dem Vorjahr (2005: 0,1 Mio. EUR) höheren Wert.

Der ordentliche Personalaufwand einschließlich der sozialen Abgaben betrug 18,8 Mio. EUR (Vorjahr: 18,5 Mio. EUR) und lag damit geringfügig über dem Vorjahresniveau.

Der Sachaufwand (2006:16,9 Mio. EUR; 2005:15,4 Mio. EUR) stieg um 9,7 %.

Das ordentliche Ergebnis vor Bewertung als Indikator für die nachhaltige Ertragskraft der Sparkasse fiel mit 25,0 Mio. EUR um 0,7 Mio. EUR bzw. 2,7 % niedriger aus als im Vorjahr. Dennoch wurde das geplante Ergebnis vollständig erreicht. Mit 0,93 % der DBS liegt die Sparkasse etwas unterhalb des Durchschnittswertes aller schleswig-holsteinischen Sparkassen.

Das Bewertungsergebnis, das neben der Kreditrisikovorsorge auch Bewertungsveränderungen aus dem Wertpapiergeschäft und für sonstige Vermögensgegenstände sowie die Bildung von Vorsorgereserven nach § 340 f HGB umfasst, überstieg mit - 21,2 Mio. EUR das Ergebnis von 2005 (-18,0 Mio. EUR). Dies ergab sich aus höheren realisierten Erfolgen bei den Wertpapier-Eigenanlagen.

Das ordentliche Ergebnis nach Bewertung beschreibt das Ergebnis der Sparkasse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Es reduzierte sich aus den genannten Gründen, insbesondere als Folgewirkung des zu Ende gehenden schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes und der damit im Zusammenhang stehenden erforderlichen Bewertungsmaßnahmen, um 3,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahresergebnis auf 3,8 Mio. EUR.

Das neutrale Ergebnis von - 0,9 Mio. EUR umfasste im Wesentlichen neben den aperiodischen Erfolgen erhaltene Vorfälligkeitsentschädigungen für die vorzeitige Ablösung langfristiger Finanzierungen. Im neutralen Ergebnis 2005 von 8,2 Mio. EUR waren zusätzlich u. a. Close-out-Zahlungen aus Swaps sowie eine Ausschüttung des SGVSH aus der Realisierung stiller Reserven der Beteiligung an der HSH Nordbank AG enthalten.

Im Vergleich zum Vorjahr sanken die gewinnabhängigen Steuern um 5,6 Mio. EUR auf 0,4 Mio. EUR. Dies entspricht zum einen der geänderten Ertragslage. Zum anderen konnten nunmehr handelsrechtliche Abschreibungen aus dem Jahr 2002 durch die Auflösung eines Spezialfonds steuerlich geltend gemacht werden. Auch waren im Vorjahr Steuernachzahlungen enthalten.

Nach 3,1 Mio. EUR im Jahr 2005 wird im Geschäftsjahr 2006 ein Jahresüberschuss von 2,5 Mio. EUR ausgewiesen. Darüber hinaus wurden die Vorsorgereserven nach § 340 f HGB gestärkt.

Die Cost-Income-Ratio (CIR), die das Verhältnis der Aufwendungen zu den Erträgen aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beschreibt und für uns eine maßgebliche Steuerungsgröße darstellt, erhöhte sich in 2006 - berechnet auf Basis der Systematik des Sparkassenbetriebsvergleiches - von 56,64 % auf 58,53 % und liegt damit im Zielkorridor. Diese Kennziffer weist im Vergleich mit allen Sparkassen in Schleswig-Holstein weiterhin einen Spitzenwert aus.

Risikobericht

Ziele und Strategien des Risikomanagements

In Rahmengrundsätzen für das Risikomanagement wurde die risikopolitische Ausrichtung festgelegt. Danach werden Risiken nur eingegangen, wenn die aus den risikobehafteten Geschäften zu erwartenden Erträge deutlich über den zu erwartenden Risiken liegen. Entwickelt sich das Ertrags-/Risikoverhältnis ungünstig, erfolgt eine Verringerung oder vollständige Kompensation der Risiken durch geeignete Sicherungsgeschäfte. Gesteuert und begrenzt werden die eingegangenen Risiken durch den Umfang des bereitgestellten Risikodeckungspotenzials sowie die hieraus abgeleiteten Verlustobergrenzen und Volumenslimiten für einzelne Risikoarten.

Risikomanagementsystem

Zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung der Risiken haben wir ein Risikomanagement- und Risikoüberwachungssystem eingerichtet. Das Risikomanagement umfasst die Verfahren zur Identifizierung und Bewertung der Risiken, die Festlegung von geeigneten Steuerungsmaßnahmen und die notwendigen Überwachungsprozesse. Das Risikomanagementsystem ist Bestandteil einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation gemäß § 25a Abs. 1 KWG.

Der Vorstand ist für die Festlegung der Risikostrategien in den Geschäftsfeldern und für die Entwicklung des Risikomanagementsystems verantwortlich.

Für alle risikorelevanten Geschäfte ist bis in die Ebene des Vorstands eine funktionale Trennung zwischen Handel bzw. Markt einerseits und Abwicklung, Rechnungswesen und Überwachung andererseits festgelegt. Damit wird der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) geforderten Funktionstrennung Rechnung getragen.

Risikobehaftete Geschäfte sollen nur getätigt werden, wenn deren Risikogehalt von allen damit befassten Mitarbeitern beurteilt werden kann. Bevor Geschäfte mit neuen Produkten oder auf neuen Märkten regelmäßig abgeschlossen werden, ist angewiesen, dass im Rahmen einer Testphase deren Risikopotenzial zu bewerten ist und die für die Abwicklung notwendigen Prozesse in Arbeitsanweisungen festzulegen sind.

Unsere Revision prüft in regelmäßigen Abständen das eingerichtete Risikomanagementsystem. Zielsetzung der Prüfungen ist insbesondere die ordnungsgemäße Handhabung der festgelegten Regelungen sowie die Feststellung von Schwachstellen im Risikomanagementsystem und die Überwachung der Umsetzung notwendiger Anpassungen.

Risikomanagementprozess

Der Risikomanagementprozess umfasst alle Aktivitäten der Sparkasse zum systematischen Umgang mit Risiken. Er teilt sich auf in die Risikoerkennung und -identifikation, Risikoanalyse und -bewertung, Risikomessung, Risikoberichterstattung, Risikosteuerung und Risikokontrolle.

Im Rahmen der Risikoinventur werden regelmäßig alle auf die Geschäfts- und Funktionsbereiche der Sparkasse einwirkenden Risiken systematisch anhand von Risikoabfragen ermittelt und zusammengefasst.

Für jede Risikoart sind Methoden zur Messung des Risikos festgelegt. Über eine Risikoanalyse werden die Risiken der Sparkasse eingeschätzt. Die Bewertung erfolgt anhand der Merkmale Eintrittswahrscheinlichkeit, mögliche Schadenshöhe und Beherrschbarkeit. In Abhängigkeit von der Risikoeinschätzung werden die erforderlichen Maßnahmen zur Beobachtung und Steuerung des jeweiligen Risikos abgeleitet.

Die Messung erfolgt für die in die Risikotragfähigkeitsrechnung einbezogenen wesentlichen Risiken grundsätzlich nach einer gewinn- und verlustorientierten Sichtweise. Die Risiken werden dem gemäß Risikostrategie zur Verfügung stehenden Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt. Ergänzend werden Verfahren mit wertorientierter Sichtweise angewendet.

Über die eingegangenen Risiken und die Auslastung des Risikodeckungspotenzials wird dem Vorstand der Sparkasse regelmäßig unter Beachtung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement schriftlich berichtet Eine Ad-hoc-Berichterstattung erfolgt bei Risikoereignissen von wesentlicher Bedeutung.

Die im Risikomanagementprozess einzusetzenden Instrumente sind vom Vorstand umfassend festgelegt worden. Die Bearbeitungs- und Kontrollprozesse sind in Arbeitsanweisungen beschrieben.

Die durchgeführten Maßnahmen zur Steuerung der Risiken werden regelmäßig auf Effektivität und Effizienz überprüft. Zwischen der Risikosteuerung und der Risikoüberwachung besteht eine personelle Funktionstrennung. Die sich aus der Risikokontrolle ergebenden Maßnahmen fließen in den Risikomanagementprozess ein.

Für die Teilschritte des Risikomanagements sind Verantwortlichkeiten festgelegt worden: Die regelmäßig durchzuführende Risikoerhebung erfolgt dezentral in den für die Abwicklung zuständigen Betriebsstellen. Die Bewertung der Risiken nach einheitlichen Maßstäben ist auf den Leiter des Bereiches Gesamthaussteuerung (Risikomanager) übertragen worden. Die Aktivitäten zur Messung, Steuerung und Überwachung der Risiken sind im Bereich "Controlling und Unternehmensplanung" zusammengefasst worden. Dieser analysiert und quantifiziert die Risiken der Sparkasse, überwacht die Einhaltung der vom Vorstand festgelegten Limite und übernimmt die Risikoberichterstattung.

Der Risikomanager ist auch für die Fortentwicklung des Risikomanagementsystems und die Abstimmung der gesamten Aktivitäten im Risikomanagement verantwortlich.

Das Risikomanagementsystem ist in einem Risikohandbuch dokumentiert.

Die Steuerung und Begrenzung aller wesentlichen Risiken wird auf der Basis einer an der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung orientierten Risikotragfähigkeitsrechnung vorgenommen. Darüber hinaus wird an der Weiterentwicklung wertorientierter Risikokennzahlen für alle in die Risikotragfähigkeitsrechnung einbezogenen Risiken sowie damit verbunden einer wertorientierten Risikotragfähigkeitsrechnung gemäß einer Konzeption des DSGV gearbeitet.

Risikokategorisierung

Die im Rahmen der Risikoinventur festgestellten Risiken ordnen wir folgenden Risikokategorien und -arten zu:

Strukturierte Darstellung der wesentlichen Risikoarten

Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft

Als Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft verstehen wir die Gefahr von Ausfällen der im Rahmen des Kreditgeschäfts vertraglich zugesagten Leistungen durch den Ausfall eines Geschäftspartners.

Wir haben eine Risikostrategie für das Kreditgeschäft beschlossen, die jährlich überprüft wird. Im Rahmen dieser Kreditrisikostrategie werden zur Begrenzung von Einzelrisiken Höchstgrenzen für Kredite und ungesicherte Kreditteile festgelegt.

Grundlage jeder Kreditentscheidung ist eine detaillierte Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer. Im risikorelevanten Kreditgeschäft gemäß MaRisk ist ein zweites Kreditvotum durch den vom Markt unabhängigen Unternehmensbereich "Kreditgeschäft" notwendig.

Die Limitierung, Steuerung und Überwachung des Gesamtkreditportfolios erfolgt auf der Grundlage von vierteljährlichen Strukturanalysen.

Die Organisation des Kreditgeschäfts und die Bonität einzelner Kreditnehmer werden jährlich durch unsere Revision in umfangreichen Stichproben geprüft.

Unser Kreditgeschäft ist im Wesentlichen in zwei große Gruppen aufgeteilt: das Firmenkundenkreditgeschäft mit den wirtschaftlich Selbständigen und das Privatkundenkreditgeschäft. Die Zusammensetzung des Kundenkreditvolumens nach Kundengruppen stellt sich wie folgt dar:

31.12.2006
Mio. EUR
31.12.2005
Mio. EUR
Veränderung
Mio. EUR
Veränderung
%
Firmenkundenkredite 1.247,4 1.279,5 -32,1 -2,5
Privatkundenkredite 585,6 547,0 38,6 7,1
Kommunalkredite 7,8 11,8 -4,0 -33,9
Sonstige *) 117,3 160,1 -42,8 -26,7
= insgesamt 1.958,1 1.998,4 -40,3 -2,0

Quelle: Auswertung "Geschäftsentwicklung der Sparkassen" (GEWI) ohne Schuldscheindarlehen, Eigenermittlungen
*) Ausländische Unternehmen und Privatpersonen sowie inländische und ausländische Organisationen ohne Erwerbszweck

Innerhalb des Unternehmenskreditgeschäftes nehmen die Kredite an den Dienstleistungssektor eine hervorgehobene Stellung ein.

Die Kunden-Großkredite gemäß § 13 Abs. 1 KWG (ab 10 % des haftenden Eigenkapitals gemäß § 10 KWG) machten am 31.12.2006 das 1,3-fache (31.12.2005: das 2,3-fache; Höchstgrenze für alle Großkredite gemäß § 13 Abs. 3 KWG: das 8-fache; Auslastung per 31.12.2006 insgesamt: das 2,2-fache) des am Bilanzstichtag 31.12.2006 geltenden haftenden Eigenkapitals gemäß § 10 KWG aus.

Zur Beurteilung der Bonität der unternehmerisch tätigen Kreditnehmer nutzen wir ein vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) entwickeltes Kreditinformations- und -überwachungssystem mit den Bausteinen Einzelbilanzanalyse, Statistische Bilanzanalyse und Unternehmer- und Unternehmensbeurteilung.

Zudem wird das einheitliche Ratingverfahren der Sparkassenorganisation für das gewerbliche Kreditgeschäft eingesetzt. Seit März 2005 nutzen wir zur Bonitätsbeurteilung von Investoren, Bauträgern und Wohnungsbaugesellschaften ein gesondertes Immobiliengeschäfts-Rating, seit November 2005 ein Verhaltensrating für gewerbliche Kunden mit geringem Obligo und seit Februar 2007 das Antragsscoring für private Baufinanzierungen. Beim Sparkassen-PrivatKredit wird ein auf Basis von DSGV-Vordrucken entwickelter Scoring-Bogen verwendet.

Zur Bewertung des Kreditrisikos des Gesamtkreditportfolios werden die für die Kreditnehmer ermittelten Ratingnoten verwendet, deren Ausfallwahrscheinlichkeiten vom DSGV validiert sind und weiterentwickelt werden. Darüber hinaus werden die Sicherheiten der Kreditnehmer unter Berücksichtigung der auf Basis der Methoden des DSGV-Projektes "Adressenrisikomanagement und -controlling (ADR)" für uns individuell ermittelten Verwertungsquoten je Sicherheitenkategorie sowie die ebenfalls im Verlauf der Projektumsetzung berechnete Einbringungsquote einbezogen. Auf Basis dieser Parameter, ergänzt um die mit den einzelnen Geschäftsbereichen vereinbarten Ziele, wird der für die Gewinn- und Verlustrechnung relevante erwartete Verlust des Gesamtkreditportfolios errechnet.

Der unerwartete Verlust wird additiv ermittelt. Hier fließt Folgendes ein:

- die Standardabweichung vom erwarteten Verlust, abgeleitet aus der Schwankungsbreite der Bewertungsergebnisse des Kreditgeschäfts in den letzten 11 Jahren, bereinigt um den jeweils besten und schlechtesten Wert,

- die durchschnittliche nachträgliche Erfolgsbelastung aus schon wertberichtigten Forderungen der letzten acht Jahre und

- die strukturellen Besonderheiten bzw. Risiken unseres Kreditportfolios, wie die nicht ausgewogene Größenklassengliederung und die Sicherheitenkonzentration bei Aktien einzelner Gesellschaften. Darüber hinaus wird für die unerwarteten Risiken ein Stress-Szenario (sogenannter Worst Case) simuliert.

Die Abschirmung dieser erwarteten, unerwarteten und gemäß Stress-Szenario unerwarteten Risiken ist im Rahmen unserer GuV-orientierten Risikotragfähigkeitsrechnung durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial sichergestellt.

Zurzeit befindet sich das Programm "Credit Portfolio View" (CPV) zur Kreditportfoliosteuerung in der Testphase. Es ist vorgesehen, diese bis Ende 2007 abzuschließen.

Zur frühzeitigen Identifizierung der Kreditnehmer, bei denen sich erhöhte Risiken abzuzeichnen beginnen, setzen wir basierend auf dem vom DSGV vorgeschlagenen Verfahren zur Früherkennung von Kreditrisiken eine modifizierte "Frühwarnliste" ein. Dafür sind quantitative und qualitative Indikatoren festgelegt worden, die eine frühzeitige Risikoidentifizierung ermöglichen.

Soweit einzelne Kreditengagements festgelegte Kriterien erfüllen, die auf erhöhte Risiken hindeuten, werden diese von einem separaten Bereich besonders betreut (Intensivbetreuung).

Problemkredite werden von auf die Sanierung bzw. Abwicklung spezialisierten Mitarbeitern im vom Markt unabhängigen Bereich "Forderungsmanagement" auf der Grundlage eines Sanierungs- bzw. Abwicklungskonzeptes betreut.

In unseren Arbeitsanweisungen haben wir Kriterien festgelegt, auf deren Grundlage die für die Kreditweiterbearbeitung zuständigen Stellen die Kreditengagements zu ermitteln haben, für die Risikovorsorgemaßnahmen in Form von Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen erforderlich sind.

Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer nicht davon ausgegangen werden kann, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen entsprechend den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu erhalten.

Bei der Bemessung der Risikovorsorge werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Unsere Revision prüft die Vollständigkeit und Angemessenheit der vorgesehenen Wertberichtigungen in umfangreichen Stichproben.

Im Rahmen der vierteljährlichen Risikoberichte wird der Vorstand über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limitsysteme und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet.

Die vom Vorstand festgelegte Kreditrisikostrategie wird jährlich überprüft, gegebenenfalls angepasst, anschließend dem Verwaltungsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

Wesentliches Ziel unserer Kreditrisikostrategie ist der weitere Abbau der noch überdurchschnittlichen strukturellen Risiken im Kreditgeschäft, insbesondere die Verbesserung der Sicherheiten-, Größenklassen- und Branchenstruktur. Einen Schwerpunkt bildet hier weiterhin die Rückführung von Beteiligungsfinanzierungen.

Im Vergleich zum Vorjahr konnten die noch hohen strukturellen Risiken im Kundenkreditgeschäft teilweise weiter abgebaut werden. Die Risikostruktur des Kreditportfolios hat sich insgesamt verbessert.

Adressenausfallrisiko der Beteiligungen

Die Sparkasse hält Beteiligungen im Wesentlichen zur strategischen Steuerung ihres Geschäftes.

Der Vorstand hat im Rahmen der Beteiligungsstrategie die Zielsetzung der einzelnen Beteiligungen festgelegt. Im Vordergrund stehen:

die Stärkung des Vertriebs durch Beteiligungen an Verbundunternehmen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe,

die Erfüllung des öffentlichen Auftrages und die Unterstützung des Trägers der Sparkasse bei der Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur,

die Erweiterung und die Sicherung bestehender sowie die Anbahnung neuer Kundenbeziehungen

die betriebswirtschaftliche Stärkung der Sparkasse.

Von den am 31.12.2006 bestehenden Beteiligungen in Höhe von 36,0 Mio. EUR entfielen 35,9 Mio. EUR auf Beteiligungen in der Sparkassenorganisation. Der Buchwert der Beteiligung am Stammkapital des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein (SGVSH) beträgt 35,3 Mio. EUR. Der SGVSH ist u.a. Träger von Beteiligungen an der HSH Nordbank AG, Provinzial Nordwest Versicherungsgruppe und der Landesbausparkasse Schleswig-Holstein AG (LBS).

Die weiteren Beteiligungen in Höhe von 0,1 Mio. EUR dienen insbesondere der Intensivierung von Kundenbeziehungen, der Förderung der regionalen Wirtschaft sowie betriebswirtschaftlichen Zwecken.

Die Überwachung der Risiken erfolgt regelmäßig über die Träger der Beteiligungen und die Berichterstattung in den jeweiligen Gremien. Darüber hinaus werden die Adressrisiken ggf. gemäß den Vorschriften des Kreditgeschäftes überwacht.

Bei den Beteiligungen der Sparkasse bestehen zurzeit keine wesentlichen Risiken.

Adressenausfallrisiken und Marktpreisrisiken aus Handelsgeschäften

Zu den Handelsgeschäften zählen wir alle Eigenanlagen in Form von Tages- und Termingeldern, Publikums- und Spezialfonds, Aktien, Derivaten, Schuldverschreibungen und Wertpapieren inländischer öffentlicher Emittenten, inländischer und ausländischer Kreditinstitute, Mitgliedsstaaten der EU und sonstiger Staaten.

Das Adressenausfallrisiko definieren wir entsprechend dem Adressenausfallrisiko im Kreditgeschäft. Marktpreisrisiken der Handelsgeschäfte sind z. B. mögliche Ertragseinbußen, die sich aus der Veränderung der Marktpreise der Wertpapiere ergeben.

In unseren Organisationsrichtlinien wurde festgelegt, dass Handelsgeschäfte im Rahmen folgender Strategien abgeschlossen werden können:

EUR-Geldmarktgeschäfte ausschließlich zur Liquiditätsdisposition bzw. in Fremdwährung zur Deckung von Kundengeschäften,

Anlage freier Mittel ausschließlich bei einem Kreditinstitut gem. § 15 der Satzung,

Pensionsgeschäfte als Offenmarktgeschäfte mit der Deutschen Bundesbank, Wertpapierleihen mit öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten oder anderen inländischen Kreditinstituten,

Anlagen in mündelsicheren oder im Lombardverkehr der Deutschen Bundesbank beleihbaren Schuldverschreibungen, inländischen Schuldbuch- und Schuldscheinforderungen sowie Schuldverschreibungen, die von einem Vollmitgliedstaat der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geschuldet oder zu 100 % gewährleistet werden,

Anlagen in Wertpapieren, die an einer Börse in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union gehandelt werden oder deren Zulassung zum Handel nach den Ausgabebedingungen zwingend vorgesehen ist, mit Ausnahme von Optionsscheinen,

Anlagen in Wertpapieren von inländischen Kreditinstituten, die nicht unter die beiden zuletzt genannten Positionen fallen, mit Ausnahme von Aktien, Optionsscheinen und Genussscheinen,

Anlagen in Anteilscheinen von Kapitalanlagegesellschaften, die zum Vertrieb zugelassen sind,

Zinsderivate/Finanztermingeschäfte im Rahmen des Bilanzstrukturmanagements (Makro- und Micro-Hedges) bzw. zur Deckung von Geschäften mit Kunden sowie zur Erzielung von Handelserfolgen (insbesondere Future-Geschäfte),

Optionsgeschäfte zur Deckung von Geschäften mit Kunden sowie zur Erzielung von Handelserfolgen.

Darüber hinaus werden Wertpapiere zur Weiterveräußerung an die Kunden gehalten.

Der Bestand der bilanzwirksamen Handelsgeschäfte hat sich zum Bilanzstichtag wie folgt entwickelt:

Buchwert per Veränderungen
31.12.2006
Mio. EUR
31.12.2005
Mio. EUR
Mio. EUR in %
Tages- und Termingelder 13,3 173,3 -160,0 -92,3
Schuldscheindarlehen 104,7 83,6 21,1 25,2
Schuldverschreibungen und Anleihen 130,4 166,4 -36,0 -21,6
Aktien 4,2 0,7 3,5 500,0
Spezialfonds 144,6 167,5 -22,9 -13,7
sonstige Investmentfonds 7,8 8,5 -0,7 -8,2
= insgesamt 405,0 600,0 -195,0 -32,5

Zum Einsatz und dem Volumen der derivativen Finanzinstrumente verweisen wir auf unsere Erläuterungen im Anhang zum Jahresabschluss.

Zur Begrenzung von Adressenausfallrisiken aus Handelsgeschäften wurden Volumenslimite für einzelne Emittenten und Kontrahenten festgelegt. Unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeiten der jeweiligen Ratingklasse für jeden Emittenten bzw. Kontrahenten und daraus resultierender Risikobeträge werden die maximalen Ausfallrisiken ermittelt und zu einem Gesamtbetrag der Adressenrisiken addiert.

Zur Begrenzung der Marktpreisrisiken ist eine Verlustobergrenze für die Handelsgeschäfte festgelegt. Die Verlustobergrenze wird in einzelne Limite für fest definierte Portfolios untergliedert.

Der Umfang der Handelsbuchgeschäfte ist auf 15,0 Mio. EUR begrenzt.

Den Entscheidungen über Anlagen in Wertpapieren und Schuldscheinen wird ein externes Rating zugrunde gelegt. Nach unseren Rahmenbedingungen ist ein Mindestrating nach Standard & Poors von A- erforderlich. Dieses gilt auch für Anlagen, die in Wertpapier-Spezialfonds verwaltet werden. Abweichungen bedürfen der Zustimmung des Vorstands.

Die Ermittlung der Marktpreisrisiken der Handelsgeschäfte erfolgt anhand von Overnight- und Value-at-Risk-Szenarien, letztere mit einer fest vorgegebenen Haltedauer von 1 Tag für den Handelsbestand und 5 Tagen für die Liquiditätsreserve und den Anlagebestand. Darüber hinaus wird eine tägliche Bewertung zu Marktpreisen (Mark-to-Market) durchgeführt. Die für die Berechnung notwendigen Risikoparameter werden von den entsprechenden Fondsgesellschaften und vom Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt oder in Einzelfällen selbst ermittelt. Der Ermittlung liegt eine Vergangenheitsbetrachtung zugrunde, die den Kurs angibt, der mit einer 95 %-igen Wahrscheinlichkeit nicht unterschritten wird. Als Grundlage der Ermittlung der Parameter werden die letzten 250 Handelstage herangezogen.

Der berechnete Value-at-Risk ist in unserer GuV-orientierten Risikotragfähigkeitsberechnung durch das bereitgestellte Risikodeckungspotenzial abzudecken.

Monatlich wird ein Worst-Case-Szenario durch Verlängerung der Haltedauer und Berücksichtigung zusätzlicher Risikozuschläge bei den zugrunde liegenden Parametern bzw. bei den Rentenpositionen die Kursveränderung bei Eintritt unseres jeweiligen Worst-Case-Zinsszenarios (z.Z. steigende Zinsen) entsprechend des DSGV-Projekts "Typische Zinsszenarien und Dispositionskonzept" berechnet.

Die angewandten Risikoparameter werden halbjährlich einem Backtesting unterzogen, um deren Vorhersagekraft einschätzen zu können.

Die Überwachung des Marktpreisrisikos wird im Bereich "Controlling und Unternehmensplanung" unter strenger Beachtung der Funktionstrennung zum Handel wahrgenommen. Es wird täglich geprüft, ob sich die Adressenrisiken und die Marktpreisrisiken innerhalb der vorgegebenen Limite bewegen. Bei hohen Auslastungen unserer Risikolimite ist es zur Vermeidung von Überschreitungen der Verlustobergrenze vorgesehen, dass der Vorstand über Maßnahmen zur Verringerung der Marktpreisrisiken entscheidet.

Die Funktionstrennung zwischen Handel einerseits und Abwicklung und Überwachung andererseits ist nach den Vorgaben der MaRisk bis in die Ebene des Vorstands vollzogen. Der Überwachungsvorstand und der Handelsvorstand werden täglich über die Veränderungen der Risikokennzahlen unterrichtet.

Die Adressenausfallrisiken und Marktpreisrisiken aus den Handelsgeschäften bewegten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr im Wesentlichen innerhalb der vorgegebenen Limite.

Zinsänderungsrisiken

Als Zinsänderungsrisiko wird die Gefahr einer von Marktzinsänderungen herbeigeführten Verringerung der Bruttozinsspanne (Zinsspannenrisiko) und/oder Veränderung der Marktwerte verzinslicher Aktiva und Passiva zu Ungunsten der Sparkasse (Bewertungs- oder Vermögensrisiko) verstanden.

Zur Ermittlung der Auswirkungen von Marktzinsänderungen wird eine GuV-orientierte Berechnung des Zinsspannenrisikos durchgeführt. Grundlage ist eine Gegenüberstellung der festverzinslichen Aktiva und Passiva in einer Fristenablaufbilanz. Zusätzlich werden auch das variabel verzinsliche Geschäft und Derivate einbezogen. Ausgehend von dieser statischen Elastizitätenbilanz werden Veränderungen in der Struktur des zinstragenden Geschäfts berücksichtigt (dynamische Zinselastizitätenbilanz). Darüber hinaus werden unterschiedliche Anpassungselastizitäten und Neugeschäftszinsen für das zinstragende Geschäft sowie unterschiedliche Zinsszenarien in die Berechnung einbezogen. Grundlagen hierfür sind vorrangig die Zinseinschätzung der Sparkasse und ein Grenz- bzw. Worst-Case-Szenario mit steigenden Zinsen aus dem DSGV-Projekt "Typische Zinsszenarien und Dispositionskonzept".

Zur Quantifizierung des Zinsspannenrisikos wird die Bruttozinsspanne im Worst-Case-Szenario mit der erwarteten Bruttozinsspanne für einen Betrachtungszeitraum von fünf Jahren verglichen. Die negative Abweichung stellt das Zinsspannenrisiko dar. Gesteuert und begrenzt wird dieses Zinsspannenrisiko durch ein Risikolimit und dessen Auslastung. Die Höhe des Risikolimits wird aus der Risikotragfähigkeit der Sparkasse abgeleitet und jährlich neu festgesetzt. Die Einhaltung des Risikolimits wird monatlich überwacht. Das Zinsspannenrisiko fließt in die monatliche Risikotragfähigkeitsbetrachtung der Sparkasse ein.

Zur Ermittlung der Auswirkungen von Marktzinsänderungen auf den Vermögenswert aller zinstragenden Aktiv- und Passivpositionen (Zinsbuch) wird ergänzend das Modell der wertorientierten Zinsrisikosteuerung (Barwertkonzept) genutzt. Grundlage der Wertermittlung der Zinsgeschäfte sind alle innerhalb der jeweiligen Restlaufzeit (Zinsbindung) liegenden Zahlungen (Cash-Flows). Diese Zahlungen werden mit der aktuellen Rendite der jeweiligen Restlaufzeit abgezinst. Die Zinsbindung bzw. die Zahlungen variabel verzinslicher Geschäfte leitet die Sparkasse nach dem vom DSGV entwickelten Verfahren der "gleitenden Durchschnitte" aus dem tatsächlichen Zinsanpassungsverhalten dieser Geschäfte ab.

Für den aus dem Gesamt-Cash-Flow der Sparkasse errechneten Barwert wird anschließend das Verlustrisiko (Value-at-Risk) ermittelt und der zu erwartenden Performance gegenübergestellt. Die Berechnungen des Value-at-Risk und der erwarteten Performance beruhen auf der historischen Simulation der Marktzinsveränderungen. Die negative Abweichung der Performance innerhalb der nächsten 63 Tage (Haltedauer) von diesem statistisch erwarteten Wert wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % (Konfidenzniveau) berechnet.

Zur Steuerung des Zinsbuches werden bilanzwirksame Instrumente und Zinsswaps (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss) eingesetzt.

Über die Entwicklung der Zinsspannenrisiken und Limitauslastungen werden der Vorstand sowie die Mitglieder des Anlage- und Refinanzierungsausschusses regelmäßig unterrichtet.

Das Zinsspannenrisiko ist vor dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit und der Ertragslage vertretbar.

Liquiditätsrisiken

Unter dem Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass die Sparkasse ihren Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht mehr nachkommen kann.

Zur Sicherung ausreichender Liquidität halten wir einen entsprechenden Bestand von Tages- und Termingeldeinlagen.

Neben der Liquiditätsplanung erfolgt arbeitstäglich eine Disposition der Zahlungseingänge und -ausgänge.

Der von der BaFin gemäß § 11 KWG aufgestellte Liquiditätsgrundsatz wurde im Berichtsjahr eingehalten. Die Liquiditätskennziffer beträgt zum Bilanzstichtag 1,82.

Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden entsprechende Guthaben bei der Deutschen Bundesbank unterhalten.

Die Zahlungsbereitschaft war im Berichtszeitraum jederzeit gegeben; sie kann im Hinblick auf die derzeitige Ausstattung mit liquiden Mitteln, die erwarteten Liquiditätszu- und -abflüsse sowie die Kredit- und Refinanzierungsmöglichkeiten auch weiterhin als gewährleistet angesehen werden.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken entstehen aus der Gefahr unmittelbarer oder mittelbarer Verluste, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder externer Ereignisse eintreten.

Personelle Risiken sollen durch die Festlegung der Arbeitsprozesse in Arbeitsanweisungen und die darin enthaltenen internen Kontrollen verringert werden. Darüber hinaus werden die fachlichen Kompetenzen und persönlichen Eigenschaften der Mitarbeiter regelmäßig beurteilt. Die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter wird durch strukturierte Aus- und Fortbildungsmaßnahmen gestärkt.

Zur Begrenzung rechtlicher Risiken sind geprüfte Vertragsmuster zu verwenden.

Die Sparkasse und einer ihrer Kunden wurden auf die Herausgabe von Aktien verklagt. In einem im Auftrag der Sparkasse erstellten Rechtsgutachten wurde die Klage als unschlüssig beurteilt. Dies entspricht auch unserer Einschätzung. Daher werden besondere Risiken derzeit nicht gesehen.

Drohende Schäden durch externe Ereignisse sind soweit möglich versichert.

Zur Begrenzung der IT-Risiken liegt ein umfassendes Notfallkonzept vor.

Für Notfall- und Katastrophensituationen bestehen Alarm- und Räumungspläne für die Hauptstelle, die Filialen sowie Verwaltungsgebäude. Ein Notfallkonzept soll die Fortführung der Geschäftstätigkeit bei wesentlichen Elementarschäden sicherstellen. Das Management operationeller Risken wird mit der Umsetzung der MaRisk weiter verbessert.

Die operationellen Risiken werden vierteljährlich durch die einzelnen Fachbereiche geprüft und an den Bereich Gesamthaussteuerung gemeldet.

Der Vorstand wird vierteljährlich über die Risiken und gegebenenfalls eingeleitete organisatorische und personelle Maßnahmen unterrichtet.

Sonstige Risiken

Die darunter zusammengefassten strategischen Risiken, Ereignis- und Umweltrisiken und das Reputationsrisiko werden durch sorgfältige Planungen und daraus abgeleitete Maßnahmen gesteuert.

Gesamtbeurteilung der Risikolage

Die Risikotragfähigkeitsberechnung orientiert sich an Bilanzgrößen sowie vorrangig an der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Als Risikodeckungsmasse werden das prognostizierte Betriebsergebnis vor Bewertung sowie das außerordentliche Ergebnis zuzüglich Vorsorgereserven und Teilen des Fonds für allgemeine Bankrisiken herangezogen und den bewerteten Risiken gegenübergestellt. Lediglich für extreme Stresstests (Worst Case) wird neben dem Fonds für allgemeine Bankrisiken ein geringer Teil des weiteren Kernkapitals in die Risikodeckungsmasse einbezogen.

Grundlage für die Limitierung sind GuV-orientierte Risikomesszahlen für das Adressenausfallrisiko und das Marktpreisrisiko. Weiterhin wird das Zinsänderungsrisiko über das Zinsspannenrisiko aus der dynamischen Fristenablaufbilanz berücksichtigt. Für das operationelle Risiko wird ein Pauschalbetrag angesetzt.

Die Berichterstattung über die Risikotragfähigkeit an den Vorstand und den Verwaltungsrat erfolgt im Rahmen der vierteljährlichen Kreditrisikoberichte.

Die Risikolage der Sparkasse wird geprägt durch erhöhte strukturelle Risiken im Kreditgeschäft. Maßnahmen zur Verringerung der strukturellen Risiken im Kreditgeschäft wurden eingeleitet und zeigen Erfolge.

Die Risikotragfähigkeitsrechnungen zeigen, dass die Risikotragfähigkeit - auch unter Berücksichtigung der seit 2006 quantifizierten strukturellen Risiken - gegeben ist.

Nachtragsbericht

Sachverhalte von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres, die nicht bereits im vorliegenden Jahresabschluss berücksichtigt sind, sind nicht eingetreten.

Darstellung der voraussichtlichen Entwicklung (Prognosebericht)

Prognose der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung 2007, Konjunktur- und Wachstumserwartungen

Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland hat sich nach der Jahreswende 2006/2007 fortgesetzt. Allerdings hat sich das Tempo etwas vermindert. Bemerkenswert ist, dass der noch vor einem halben Jahr vielfach erwartete Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion ausblieb, obwohl die Umsatzsteuer angehoben wurde und die Käufe der privaten Haushalte im ersten Quartal deutlich gesunken sein dürften. Offenbar war die zugrunde liegende Dynamik der Konjunktur hoch genug, um die dämpfenden fiskalischen Effekte zu überspielen. Jedoch hat auch die ungewöhnlich milde Witterung zu dem Anstieg der Produktion beigetragen. Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung dürfte im ersten Quartal dieses Jahres um reichlich 1,5 %-Punkte höher gewesen sein als ein Jahr zuvor.

Mit dem kräftigen Aufschwung hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessert. So sank die Zahl der Arbeitslosen in den ersten Monaten dieses Jahres saisonbereinigt unter 4 Millionen: Die Arbeitslosenquote lag bei 9,0 % und war damit um knapp 2 %-Punkte niedriger als vor einem Jahr. Gleichzeitig nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sehr kräftig zu.

Der Preisauftrieb verstärkte sich in den vergangenen Monaten, insbesondere als Folge der Umsatzsteuererhöhung; jedoch wurde der Anstieg eine Zeitlang gedämpft durch den Rückgang der Energiepreise. Die Inflationsrate blieb auch zuletzt unter 2 %.

Die noch vor einem halben Jahr herrschende Unsicherheit über Stärke und Dauer des derzeitigen Aufschwungs hat sich zunehmend aufgelöst, und nach Ansicht der 5 Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer gemeinsamen Beurteilung der Wirtschaftslage im Frühjahr 2007 spricht nunmehr vieles dafür, dass sich die deutsche Wirtschaft in einem gefestigten Aufschwung befindet. Allerdings wird das Expansionstempo geringer sein als im vergangenen Jahr. Ein wichtiger Grund ist der restriktive Kurs der Finanzpolitik, der den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um schätzungsweise 0,5 %-Punkt dämpfen wird. Von der Geldpolitik gehen anders als in den Vorjahren keine Impulse mehr aus; die Europäische Zentralbank schwenkt auf einen neutralen Kurs ein. Die Institute erwarten zudem, dass die EZB die Leitzinsen im Sommer dieses Jahres um weitere 25 Basispunkte auf 4 % anheben wird.

Für eine Fortsetzung des Aufschwungs sprechen auch wichtige Frühindikatoren. So hält sich das Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft seit mehreren Monaten auf einem historisch hohen Niveau. Nach der Jahreswende 2006/2007 haben zudem die Auftragseingänge, die eine Zeitlang lediglich stagniert hatten, wieder kräftig angezogen, und äußerst hohe Auftragsbestände lassen erwarten, dass die Produktion in nächster Zeit spürbar ausgeweitet wird.

Gemeinschaftsdiagnose der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute: Lage der deutschen Wirtschaft im Frühjahr 2007

2003 2004 2005 2006 2007 3 2008 3
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1 -0,2 1,2 0,9 2,7 2,4 2,4
Erwerbstätige im Inland (in 1.000 Personen) 38.724 38.875 38.823 39.106 39.559 39.831
Arbeitslose (Mio.) 4,377 4,381 4,861 4,487 3,767 3,465
Verbraucherpreise 2 1,1 1,6 2,0 1,7 1,8 1,8
Finanzierungssaldo des Staates in % des BIP -4,0 -3,7 -3,2 -1,7 -0,6 0,0

1 in Preisen des Vorjahres
2 Verbraucherpreisindex (2000 = 100), Veränderung gegenüber Vorjahr in %.
3 Annahmen für die Prognose:
- Der Rohölpreis bewegt sich im gesamten Prognosezeitraum um 65 US-Dollar je Barrel (Sorte Brent).
- Der Welthandel expandiert in diesem und im kommenden Jahr mit 7,5 %.
- Der Wechselkurs liegt im Prognosezeitraum bei 1,32 US-Dollar je Euro. Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verbessert sich in diesem Jahr geringfügig; im nächsten Jahr verringert sie sich infolge der kräftigen Lohnsteigerungen etwas.
- Die Europäische Zentralbank wird den maßgeblichen Leitzins Mitte dieses Jahres um 25 Basispunkte auf 4,0 % anheben und ihn im kommenden Jahr unverändert lassen. Die Kapitalmarktzinsen erhöhen sich in ähnlichem Ausmaß.
- Die Tarifverdienste je Stunde steigen im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt in diesem Jahr um 2,0 % und im nächsten um 2,8 %.
- Die Unternehmen ziehen im laufenden Jahr Investitionen in Höhe von 2,5 Mrd. Euro vor, um die bis zum Jahresende geltenden Regelungen zur degressiven Abschreibung noch mitzunehmen.
- Die Finanzpolitik setzt ihre Beschlüsse zur Haushaltskonsolidierung sowie zur Unternehmenssteuerreform um.

Geschäftsentwicklung

Als Marktführer der Region planen wir vor dem Hintergrund dieser gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für das Jahr 2007 mit Wachstumsraten im Kundenkreditgeschäft von etwa 4,8 %.

Im Firmenkundenkreditgeschäft erwarten wir eine branchenübergreifende Belebung der Kreditnachfrage.

Auch das Kreditgeschäft mit Privatkunden soll in 2007 weiter ausgebaut werden. Die Finanzierung selbstgenutzter Immobilien und des privaten Konsums stehen hier im Fokus unserer Aktivitäten. In beiden Produktbereichen stehen wir insbesondere mit den Direktbanken im harten Wettbewerb, dem wir durch eine flexible Konditionen- und Produktgestaltung begegnen. Weiterhin forcieren wir im ersten Halbjahr 2007 den Absatz mit einem Kreditkontingent für Modernisierungsfinanzierungen in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft.

Wir gehen somit davon aus, dass sich nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2006 der Absatz unserer privaten Baufinanzierungen und der Konsumentendarlehn weiter positiv entwickelt.

Für das Jahr 2008 ist die voraussichtliche Entwicklung im Kundenkreditgeschäft zwar mit größerer Unsicherheit behaftet. Wir gehen dennoch bei unseren Planungen auf Grund der aktuellen guten Konjunkturaussichten von einer Wachstumsrate in den Positionen des Kundengeschäftes von 4,0 % aus.

Die Privatkunden werden in 2007 durch die weiterhin bestehende Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft sowie aufgrund der bedingt auch durch die Umsatzsteuererhöhung zunächst nachlassenden Konsumausgaben ihre Sparneigung beibehalten. In diesem Umfeld, das zudem von intensivem Wettbewerb geprägt ist, erwarten wir im Einlagengeschäft eine positive Entwicklung der Bestände. Diese werden wir mit intensiver Beratung der Kunden durch bedarfsorientierte Finanz-Checks, z. B. zur Altersvorsorge, sowie mit marktgerechten Konditionen und Produkten erreichen. Dabei wird nach unserer Einschätzung einerseits der Trend zu schnell verfügbaren Anlagen und andererseits die Nachfrage nach renditestarken strukturierten Produkten anhalten.

Wir beabsichtigen, fällig werdende Refinanzierungsmittel bei Kreditinstituten verstärkt durch Pfandbriefe zu ersetzen.

Zur Diversifizierung des Portfolios im Rahmen der Asset Allokation sind bei den Eigenanlagen zusätzlich Anlagen in Investmentfonds vorgesehen.

Auf Basis dieser Einschätzungen zur Entwicklung im Kredit- und Einlagengeschäft erwarten wir insgesamt eine Erhöhung der Bilanzsumme bis Ende 2008 von ca. 10,0 %, nachdem die Bilanzsumme im Wesentlichen ausgelöst durch Sondertilgungen im Kundenkreditgeschäft im Geschäftsjahr 2006 um 9,6 % rückläufig war.

Ertragslage

Der Zinsüberschuss als unsere wichtigste Ertragsquelle wird sich im Jahr 2007 voraussichtlich auf 1,54 % der durchschnittlichen Bilanzsumme (DBS) bzw. 40,2 Mio. EUR verringern. Dieser Prognose liegt die Annahme eines moderat steigenden Zinsniveaus zugrunde. Wir gehen hierbei davon aus, dass die Ergebnisbeiträge aus dem Kundengeschäft leicht gesteigert werden können, sich das Ergebnis aus der Fristentransformation aber aufgrund einer Verflachung der Zinsstrukturkurve an den Geld- und Kapitalmärkten deutlich verringern wird. Im Jahr 2008 erwarten wir nach unseren Planungen zunächst einen weiteren Rückgang der Zinsspanne auf ca. 1,49 % der Durchschnittsbilanzsumme (DBS).

Für den Fall einer ausgeprägteren Zinssteigerung würde sich unser Zinsüberschuss deutlich reduzieren. Eine Verringerung des Zinsniveaus würde das Zinsergebnis entsprechend positiv beeinflussen. Wir halten jedoch einen Rückgang des Zinsniveaus für relativ unwahrscheinlich.

Im Dienstleistungsgeschäft erwarten wir vor dem Hintergrund einer zunehmenden Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten und der Intensivierung unserer Beratungsaktivitäten im Privatkunden- und Firmenkundenbereich eine Steigerung des Ertrages in den Jahren 2007 und 2008. Die geplante weitere Steigerung des Ergebnisses im Wertpapierkommissionsgeschäft hängt dabei von der Entwicklung an den Wertpapiermärkten ab. Für den Provisionsüberschuss erwarten wir im Hinblick auf unsere Aktivitäten eine Steigerung auf etwa 20,4 Mio. EUR bis zum Jahr 2008.

Die Planung der Verwaltungsaufwendungen basiert auf den Erfahrungswerten der Vergangenheit und berücksichtigt Einsparungen durch aktives Kostenmanagement, die ab 2007 erhöhte Umsatzsteuer (ca. 450 TEUR) sowie zusätzliche Aufwendungen für geplante neue Projekte in 2007. Hierin enthalten sind Aufwendungen im Zusammenhang mit der in 2006 begonnenen und voraussichtlich im 2. Quartal 2007 fertiggestellten Sanierung, Erweiterung und dem Umbau von Teilen des von der Fulgurit Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungs KG geleasten Hauptstellengebäudes. Die zusätzliche anteilige Leasingrate für 2007 beträgt ca. 350 TEUR und in den Folgejahren ca. 450 TEUR p.a. Für erforderliche bauliche Anpassungen der angrenzenden Räume sind zusätzliche Aufwendungen in Höhe von 320 TEUR eingeplant. Für die neuen Standorte der Filiale Walzenmühle und der Selbstbedienungsfiliale Flensburg Galerie sind zusätzliche Mietaufwendungen für 2007 in Höhe von insgesamt 160 TEUR eingeflossen. Insgesamt werden die Verwaltungsaufwendungen in den nächsten beiden Jahre um ca. 2,5 Mio. EUR auf 40,5 Mio. EUR im Jahr 2008 steigen.

Die Cost-Income-Ratio wird nach unseren Erwartungen in 2007 den Wert 64,9 % annehmen bzw. gemäß unserer Planung in 2008 bei 62,9 % liegen.

Zusammengefasst erwarten wir gemäß unserer aktuellen Planung für das Jahr 2007 ein Betriebsergebnis vor Bewertung von 0,77 % der DBS bzw. 20,0 Mio. EUR und für das Jahr 2008 von 0,81 % der DBS bzw. 22,1 Mio. EUR. Die Ergebnisse dieser Folgejahre bleiben damit voraussichtlich unter dem Niveau des Jahres 2006. Dies ist im Wesentlichen abhängig von der Zinsentwicklung.

Das Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft würde durch die von uns erwartete moderate Erhöhung des Zinsniveaus in den Jahren 2007 und 2008 nur unwesentlich beeinflusst. Eine stärkere Erhöhung des Zinsniveaus, die unsere Zinsspanne wie zuvor erläutert belasten würde, hätte auch auf die Kurswerte unserer festverzinslichen Wertpapiere einen negativen Einfluss.

Die Prognose des Bewertungsergebnisses im Kreditgeschäft ist trotz des Einsatzes mathematischstatistischer Verfahren nur unter großen Unsicherheiten möglich. Die für uns erkennbaren Risiken aus dem Kreditgeschäft werden mit kaufmännischer Vorsicht im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen abgeschirmt.

Wir gehen für die Jahre 2007 und 2008 davon aus, dass als Ergebnis der weiteren Umsetzung unserer Kreditrisikostrategie der Bewertungsbedarf im Kreditgeschäft abnehmen wird. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten auch die verfeinerten Instrumente zur Risikofrüherkennung. Derzeit nicht vorhersehbare negative Entwicklungen einzelner Kreditnehmer können dennoch zu einem nennenswerten Risikovorsorgebedarf führen. Eine Quantifizierung dieser Risiken ist derzeit nicht möglich.

Das Betriebsergebnis nach Bewertung wird in 2007 nach unseren Einschätzungen über dem Niveau des Geschäftsjahres 2006 liegen.

Das Neutrale Ergebnis wird in den Folgejahren voraussichtlich keine außergewöhnlichen Größenordnungen annehmen.

Insgesamt wird für die Jahre 2007 und 2008 eine Ergebnisentwicklung erwartet, die wie in den Vorjahren eine Dotierung der Vorsorgereserven ermöglicht.

Das Ergebnis nach Steuern wird unter Zugrundelegung der vorgenannten Erläuterungen in 2007 mit 6,3 Mio. EUR prognostiziert und nach den bisherigen Planungen in 2008 6,9 Mio. EUR betragen.

Über die in dem Prognosebericht von uns genannten Szenarien hinaus können sich Chancen und Risiken im Sinne positiver und negativer Abweichungen für unseren Unternehmenserfolg ergeben. Chancen sehen wir in einem deutlich besseren Konjunkturverlauf als angenommen. Dieser könnte eine höhere Kreditvergabe als geplant bewirken, die zu einem verbesserten Zinsüberschuss führen würde. Entsprechend könnten sich positive Impulse für den Absatz unserer Einlagen- und Provisionsprodukte ergeben, die den Unternehmenserfolg positiver als erwartet beeinflussen. Aus einem schlechteren Konjunkturverlauf sowie einer stärkeren Erhöhung des Zinsniveaus können entsprechend unerwartete negative Auswirkungen für unser Ergebnis resultieren. Darüber hinaus bestehen die bereits beschriebenen banktypischen und unternehmerischen Risiken, denen wir mit dem genannten Risikomanagementsystem begegnen. Risiken, die den Bestand der Sparkasse gefährden könnten, bestehen nicht.

Schlussbemerkung

Wir haben uns nach einem erfolgreichen Jahr 2006 das Ziel gesetzt, die Ertragslage in den kommenden Jahren weiter zu festigen. Auf Basis der erwarteten Jahresergebnisse wird eine ausreichende Dotierung unseres Eigenkapitals als Voraussetzung für eine zukünftige Ausweitung unserer Geschäftsaktivitäten gegeben sein. Damit kann auch in Zukunft die Erfüllung unserer satzungsmäßigen Aufgaben sichergestellt werden.

 

Flensburg, 08.06.2007

Der Vorstand

Eilts

Kepp

Bericht des Verwaltungsrates

Der Verwaltungsrat nahm im Jahr 2006 die ihm aufgrund der sparkassenrechtlichen Bestimmungen obliegenden Aufgaben wahr. Er wurde vom Vorstand in acht Sitzungen über die geschäftliche Entwicklung und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Sparkasse sowie über alle besonderen Vorgänge unterrichtet.

Die Prüfungsstelle des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein in Kiel hat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss und den Lagebericht für das Jahr 2006 geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. In seiner heutigen Sitzung hat der Verwaltungsrat von dem Prüfungsergebnis Kenntnis genommen, den Jahresabschluss festgestellt und den Lagebericht des Vorstandes gebilligt.

Der Verwaltungsrat dankt dem Vorstand für die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die geleistete Arbeit.

 

Flensburg, 06. Juli 2007

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates

Tscheuschner

Die Fotokopie stimmt mit dem vorgelegten Original überein.

 

Flensburg, 10/08/07

- Billigung des Lageberichtes 2006 und Feststellung des Jahresabschlusses 2006 -

Der Verwaltungsrat stellt einstimmig den Jahresabschluss 2006 nebst Anhang mit einer Bilanzsumme in Höhe von 2.472.295.607,33 EUR sowie mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 2.515.952,90 EUR fest und billigt einstimmig den Lagebericht 2006.

- Beschluss über die Verwendung des Jahresüberschusses 2006 -

Der Verwaltungsrat beschließt einstimmig, den Jahresüberschuss, welcher 2.515.952,90 EUR beträgt, in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

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