WORLD.MINDS Management GmbH
Selbe AdresseInstitute für Factoring-Geschäfte
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Ralf Hermanns seit 19.5.2025 | Geschäftsführer |
Jan Nimtz seit 19.5.2025 | Geschäftsführer |
Susanne Sonnemann seit 22.3.2024 | Prokura |
Christoph Ansgar Dr. Schönborn seit 22.3.2024 | Prokura |
Carolin Hulshoff Pol seit 19.1.2023 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Axel Springer SEBerlinKonzernabschluss zum 31.12.2022FinanzberichtAxel Springer SE2022Konzern-BilanzAKTIVA
* Zur Anpassung der Werte zum 31. Dezember 2021
vgl. Ziffer (3p).
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. Ziffer
(3p).
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. Ziffer
(3p).
Konzern-Kapitalflussrechnung
* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. Ziffer
(3p).
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. Ziffer
(3p).
AnhangAllgemeine Angaben(1) GrundlagenDie Axel Springer SE ist eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea) mit Sitz in Berlin, Deutschland. Die Gesellschaft wird beim Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter der Handelsregisternummer HRB 154517 B geführt. Die Hauptaktivitäten der Axel Springer SE und ihrer Tochterunternehmen ("Axel Springer Konzern", "Axel Springer" oder "Konzern") sind in Ziffer (16) beschrieben. Der Vorstand der Axel Springer SE hat am 2. März 2023 den vorliegenden Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 freigegeben und anschließend dem Aufsichtsrat zur Billigung vorgelegt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte in Anwendung von § 315e HGB nach den am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union (EU) anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den vom IASB gebilligten Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC). Die Darstellungswährung ist Euro (€); sofern nicht anderweitig angegeben, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) berichtet. Summen und Prozentangaben wurden auf Basis der nicht gerundeten Euro-Beträge berechnet und können von einer Berechnung auf Basis der berichteten Millionen-Euro-Beträge abweichen. (2) Konsolidierung(a) KonsolidierungsgrundsätzeIn den Konzernabschluss sind die Axel Springer SE und ihre Tochtergesellschaften einbezogen, über die die Axel Springer SE unmittelbar oder mittelbar die Verfügungsmacht besitzt, die variablen Rückflüsse aus dem Tochterunternehmen beeinflussen kann und der Variabilität dieser Rückflüsse ausgesetzt ist. Die Anschaffungskosten im Rahmen eines Unternehmens- oder Geschäftserwerbs, bei dem Axel Springer die Beherrschung erlangt (Unternehmenszusammenschluss), werden mit dem anteiligen Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein aus der Verrechnung entstehender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und - sofern wir nicht sämtliche Anteile des Unternehmens erwerben - in Höhe des auf unsere Anteile entfallenden Betrags aktiviert. Negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam erfasst. Der Erwerbszeitpunkt stellt den Zeitpunkt dar, an dem die Möglichkeit der Beherrschung über das erworbene Unternehmen bzw. Geschäft erlangt wird. Unterschiedsbeträge aus Verkäufen und Käufen von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter verrechnen wir innerhalb des Eigenkapitals. Sind im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses Verkaufsoptionen über verbleibende Anteile nicht beherrschender Gesellschafter vereinbart, wird der bedingte Kaufpreis dieser Anteile als finanzielle Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert erfasst und ergebniswirksam zu jedem Bilanzstichtag neu bewertet. Bei Abschluss identischer bzw. nahezu identischer Kauf- und Verkaufsoptionen über verbleibende Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, bei denen sich der zu zahlende Kaufpreis an den künftigen Unternehmensergebnissen bemisst, wird ein antizipierter Erwerb dieser Anteile angenommen. Insofern unterbleibt ein Ausweis von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter. Assoziierte Unternehmen, bei denen Axel Springer einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann, und Gemeinschaftsunternehmen, die von Axel Springer und einer oder mehreren Parteien gemeinschaftlich geführt werden, werden nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Hierfür werden grundsätzlich die IFRS-Einzel- bzw. -Konzernabschlüsse dieser Unternehmen zum Konzernabschlussstichtag zugrunde gelegt. Im fortgeführten Beteiligungsbuchwert enthaltene Geschäfts- oder Firmenwerte sowie Vermögenswerte und Schulden werden nach den Bilanzierungsgrundsätzen für Unternehmens- und Geschäftserwerbe ermittelt. Verluste, die den Beteiligungsbuchwert bzw. sonstige langfristige Forderungen aus der Finanzierung dieser Unternehmen übersteigen, werden nicht erfasst, sofern keine Nachschusspflicht besteht. Zwischenergebnisse werden anteilig eliminiert. Beteiligungsbuchwerte werden hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit überprüft und bei vorliegender Wertminderung außerplanmäßig auf den niedrigeren erzielbaren Betrag abgeschrieben. (b) KonsolidierungskreisDie Zusammensetzung der in unseren Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften (Konsolidierungskreis) ergibt sich aus folgender Darstellung:
Die Gesellschaften des Konsolidierungskreises sind in Ziffer (36) angegeben. Im Geschäftsjahr 2022 ergab sich insbesondere die folgende Veränderung im Konsolidierungskreis: Anfang Juli 2022 haben wir weitere 26,0 % der Anteile an der bisher nach der Equity-Methode einbezogenen No Fluff Jobs, Sp. Z o.o., Danzig, Polen, erworben und halten nunmehr 70,0 % der Anteile. Seitdem wird die Gesellschaft vollkonsolidiert. Die weiteren Veränderungen betrafen insbesondere für den Konzernabschluss unwesentliche Verschmelzungen, Neugründungen, Erst- und Entkonsolidierungen von vollkonsolidierten bzw. nach der Equity-Methode einbezogenen Gesellschaften. (c) Akquisitionen und DesinvestitionenAnfang Juli 2022 haben wir über die Grupa Ringier Axel Springer Polska AG weitere 26,0 % der Anteile an No Fluff Jobs, Sp. Z o.o., Danzig, Polen, erworben und halten nunmehr 70,0 % der Anteile. Seitdem wird die Gesellschaft vollkonsolidiert. No Fluff Jobs betreibt ein Portal für IT-Stellenanzeigen in Polen. Für die restlichen 30,0 % der Anteile wurden Kauf- und Verkaufsoptionen vereinbart, bei denen sich der zu zahlende Kaufpreis an den künftigen Unternehmensergebnissen bemisst. Dementsprechend haben wir einen antizipierten Erwerb dieser Anteile angenommen und keine Anteile nicht beherrschender Gesellschafter ausgewiesen. Die Anschaffungskosten betrugen insgesamt € 31,5 Mio. und beinhalteten neben dem gezahlten Kaufpreis von € 8,4 Mio. den in Höhe von € 5,7 Mio. als Kaufpreis zu behandelnden Anteil der bedingten Kaufpreisverbindlichkeit sowie die zum Zeitwert bewertete bestehende Beteiligung von 44,0 % in Höhe von € 17,4 Mio. (vgl. zum Ertrag aus der Neubewertung Ziffer (23)). Die bedingte Kaufpreisverbindlichkeit von insgesamt € 10,9 Mio. resultierte aus Earn-out- und Optionsvereinbarungen und enthielt in Höhe von € 5,2 Mio. einen Teilbetrag, der als Personalaufwand über die Optionslaufzeit erfasst wird. Die Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses wurden den erworbenen Vermögenswerten und Schulden anhand der vorläufigen Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag wie folgt zugeordnet:
Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen Markenrechte sowie Kundenstämme. Die Kaufpreisallokation berücksichtigt alle auf den Erwerbsstichtag bezogenen werterhellenden Erkenntnisse und war insbesondere wegen der zeitlichen Nähe zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen. Der steuerlich nicht abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwert ist vor allem nicht separierbaren Werten wie dem Know-how der Mitarbeitenden und erwarteten Synergieeffekten aus der Integration sowie strategischen Vorteilen aus der führenden Marktposition und digitalen Reichweite des Unternehmens zuzurechnen. Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug € 0,2 Mio. Hierauf wurden keine Wertberichtigungen erfasst. Seit dem erstmaligen Einbezug Anfang Juli 2022 hat No Fluff Jobs zum Konzernumsatz in Höhe von € 1,6 Mio. sowie zum Konzernergebnis in Höhe von € - 3,4 Mio. beigetragen. Wenn No Fluff Jobs bereits am 1. Januar 2022 vollkonsolidiert worden wäre, hätten sich der Konzernumsatz 2022 um € 4,9 Mio. sowie das Konzernergebnis 2022 um € - 4,5 Mio. verändert. Weitere im Berichtszeitraum vollzogene Unternehmenstransaktionen sowie die Finalisierung von Kaufpreisallokationen des Vorjahres hatten einzeln und in Summe keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Akquisitionen und Desinvestitionen im Vorjahr:Mitte Oktober 2021 haben wir 100,0 % der Anteile an Politico Media Group, LLC (vormals Allbritton, LLC), Arlington, USA, erworben und seitdem vollkonsolidiert. Der Erwerb umfasste auch 50,0 % der Anteile an AS TYFP Media GmbH & Co. KG, Berlin, die Holdinggesellschaft der POLITICO EU-Gruppe, sodass Axel Springer nun Alleineigentümer ist. POLITICO verfügt über eines der weltweit einflussreichsten Angebote für politische Nachrichten und unterstützt Axel Springers Wachstumsstrategie, insbesondere die Expansion auf dem US-amerikanischen Medienmarkt. Die vorläufigen Anschaffungskosten betrugen insgesamt € 912,3 Mio. und beinhalteten neben dem im Geschäftsjahr 2021 gezahlten Kaufpreis von € 881,0 Mio. auch die zum Zeitwert bewertete bestehende Beteiligung von 50,0 % an der POLITICO EU-Gruppe von € 31,3 Mio. Die im sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres 2021 erfassten Anschaffungsnebenkosten beliefen sich auf € 3,2 Mio. Die vorläufigen Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses wurden den erworbenen Vermögenswerten und Schulden anhand der zum 31. Dezember 2021 vorläufigen Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag wie folgt zugeordnet:
Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen Markenrechte sowie Kundenstämme. Die Kaufpreisallokation berücksichtigt alle auf den Erwerbsstichtag bezogenen werterhellenden Erkenntnisse und war insbesondere wegen der zeitlichen Nähe zum 31. Dezember 2021 noch nicht abgeschlossen. Der nahezu vollständig steuerlich abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwert ist vor allem nicht separierbaren Werten wie dem Know-how der Mitarbeitenden und erwarteten Synergieeffekten aus der Integration sowie strategischen Vorteilen aus der führenden Marktposition und digitalen Reichweite des Unternehmens zuzurechnen. Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug € 32,1 Mio. Hierauf wurden Wertberichtigungen in Höhe von € 0,4 Mio. erfasst. Seit dem erstmaligen Einbezug Mitte Oktober 2021 hat POLITICO zum Konzernumsatz 2021 in Höhe von € 40,2 Mio. sowie zum Konzernergebnis 2021 in Höhe von € 1,1 Mio. beigetragen. Wenn POLITICO bereits am 1. Januar 2021 vollkonsolidiert worden wäre, hätten sich der Konzernumsatz 2021 um € 171,3 Mio. sowie das Konzernergebnis 2021 um € 5,5 Mio. verändert. Anfang März 2021 wurde der Verkauf von 100,0 % der von Axel Springer gehaltenen Anteile an der französischen La Centrale-Gruppe, Paris, Frankreich, für einen Gesamtkaufpreis von € 399,1 Mio. vollzogen. Im Konzern bereits erfasste Finanzmittel der Gesellschaft von € 78,0 Mio. wurden nicht veräußert, sondern vor Veräußerung an uns ausgeschüttet. Axel Springer hat sich anschließend mit einem Betrag von € 50,0 Mio. zu 22,5 % an der neu gegründeten Erwerbergesellschaft beteiligt. Der im sonstigen betrieblichen Ertrag des Geschäftsjahres 2021 erfasste Veräußerungsgewinn betrug € 251,3 Mio. Das Veräußerungsergebnis beinhaltete zuvor im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasste Aufwendungen in Höhe von € 0,6 Mio. Im Rahmen der Veräußerung entstanden veräußerungsbedingte Kosten von insgesamt € 1,1 Mio., die im Personalaufwand, sonstigen betrieblichen Ertrag bzw. sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres 2021 erfasst wurden. Die Buchwerte der abgegangenen Vermögenswerte und Schulden stellten sich wie folgt dar:
Ende September 2021 haben wir die durch die Ringier Axel Springer Media AG gehaltenen Anteile (87,0 %) an der Bistro.sk (vormals Ringier Axel Springer SK, a.s.), Bratislava, Slowakei, für einen zum 31. Dezember 2021 vorläufigen Gesamtkaufpreis von € 43,5 Mio. veräußert, wovon € 42,8 Mio. im Geschäftsjahr 2021 gezahlt wurden. Zuvor wurde das News Media und Community Business in separate Gesellschaften ausgegliedert. Der im sonstigen betrieblichen Ertrag des Geschäftsjahres 2021 erfasste vorläufige Veräußerungsgewinn betrug € 24,8 Mio. Im Zug der Veräußerung sind Anteile anderer Gesellschafter von € 0,2 Mio. abgegangen. Zudem entstanden veräußerungsbedingte Kosten von € 1,8 Mio., die im Personalaufwand bzw. sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres 2021 erfasst wurden. Die Buchwerte der abgegangenen Vermögenswerte und Schulden stellten sich wie folgt dar:
Ende Dezember 2021 haben wir den Verkauf unserer bislang vollkonsolidierten Anteile (50,0 %) an der Ringier Axel Springer Media AG, Zürich, Schweiz, vollzogen. Zuvor erfolgte die Ausgliederung der polnischen Beteiligungen in die Grupa Ringier Axel Springer Polska AG, Zürich, Schweiz, an der wir wie bislang 50,0 % der Anteile halten und die wir weiterhin aufgrund gesellschaftsvertraglicher Rechte vollkonsolidieren. Die Ringier Axel Springer Media AG und alle nach Ausgliederung verbleibenden Tochtergesellschaften haben wir für einen zum 31. Dezember 2021 vorläufigen Gesamtkaufpreis von € 213,9 Mio. vollständig veräußert. Von dem Gesamtkaufpreis wurde ein Betrag von € 52,7 Mio. durch Übertragung einer Darlehensforderung erfüllt, die in der Vergangenheit aufgrund nicht mehr benötigter Finanzmittel an die Axel Springer SE gewährt wurde. Der verbleibende zum 31. Dezember 2021 vorläufige Kaufpreis von € 161,2 Mio. wurde im Geschäftsjahr 2021 gezahlt. Der im sonstigen betrieblichen Ertrag des Geschäftsjahres 2021 erfasste vorläufige Veräußerungsgewinn betrug € 41,7 Mio. Das Veräußerungsergebnis beinhaltete zuvor im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasste Aufwendungen von € 12,3 Mio., fast ausschließlich Fremdwährungsdifferenzen. Im Zug der Veräußerung sind Anteile anderer Gesellschafter von € 159,0 Mio. abgegangen. Die im Rahmen der Veräußerung entstandenen veräußerungsbedingten Kosten von € 0,9 Mio. wurden im Personalaufwand bzw. sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres 2021 erfasst. Die Buchwerte der abgegangenen Vermögenswerte und Schulden stellten sich wie folgt dar:
Weitere im Geschäftsjahr 2021 vollzogene Unternehmenstransaktionen sowie Finalisierungen von Kaufpreisallokationen aus Unternehmenserwerben des Geschäftsjahres 2020 hatten einzeln und in Summe keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns (d) Umrechnung von FremdwährungsabschlüssenVermögenswerte und Verbindlichkeiten von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Währungskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte und Zeitwertanpassungen von Vermögenswerten und Schulden im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben außerhalb der Europäischen Währungsunion werden dem erworbenen Unternehmen zugeordnet und entsprechend mit dem Währungskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Posten der Gewinn- und Verlustrechnung dieser Tochterunternehmen werden zum gewichteten Durchschnittskurs umgerechnet. Eigenkapitalkomponenten werden zum historischen Kurs bei Entstehung umgerechnet. Aus der Umrechnung resultierende Währungsdifferenzen werden innerhalb des kumulierten übrigen Eigenkapitals bzw. der Anteile anderer Gesellschafter erfasst. Die Kurse der für uns wichtigen Fremdwährungen haben sich im Verhältnis zum Euro wie folgt entwickelt:
(3) Erläuterung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden(a) GrundlagenDie konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Berichtsjahr grundsätzlich unverändert zum Vorjahr angewendet. (b) ErlösrealisierungDer Axel Springer Konzern ist ein führender digitaler Verlag mit einem Schwerpunkt auf digitalen Rubrikenangeboten und Journalismus. Umsatzerlöse erzielen wir überwiegend aus Werbe- und Vertriebserlösen. Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich mit Erfüllung der identifizierten Leistungsverpflichtungen, d. h. wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die vereinbarten Güter erlangt und Nutzen hieraus ziehen kann oder die vereinbarten Dienstleistungen erbracht wurden. Die Erlöse bemessen sich in Höhe der jeweiligen Vergütung, die wir für die Übertragung zugesagter Güter oder die Erbringung von Dienstleistungen voraussichtlich erhalten werden ("Transaktionspreis") und die sich aus veröffentlichten Preislisten oder individuellen Vereinbarungen ergibt. Verträge mit Kunden werden entweder über einzelne Lieferungen und Leistungen geschlossen oder haben Laufzeiten, die überwiegend kurzfristig sind. Die Vergütung ist entweder im Voraus, im Zeitpunkt der Leistungserbringung oder unter Gewährung kurzfristiger Zahlungsziele fällig. Aufwendungen für die Anbahnung von Verträgen mit Kunden sind in der Regel von untergeordneter Bedeutung oder betreffen kurzfristige Verträge und werden daher aus Vereinfachungsgründen sofort aufwandswirksam erfasst. Sofern wir einen Teil unserer Leistungsverpflichtung bereits erfüllt haben, unser Anspruch auf Bezahlung jedoch von weiteren Leistungen abhängig ist, weisen wir einen Vertragsvermögenswert in den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten aus. Hat der Kunde bereits bezahlt, ohne dass wir unsere Leistungsverpflichtung erfüllt haben, bilanzieren wir eine Vertragsverbindlichkeit in den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten. Werbeerlöse umfassen insbesondere Erlöse aus digitalen Rubrikenangeboten, aus der Vermarktung der Online- und Printmedien sowie aus der reichweiten- und performancebasierten Vermarktung. Werbeerlöse aus digitalen Rubrikenangeboten werden im Wesentlichen aus dem Verkauf von Stellen-, Immobilien- und Autoanzeigen erzielt. Die Erlöse werden entsprechend der Leistungserbringung grundsätzlich linear über den Zeitraum der Schaltung der jeweiligen Anzeige realisiert. Die diesbezüglichen Vergütungen werden vielfach im Voraus oder mit Beginn der Leistungserbringung vereinnahmt, so dass wir in Bezug auf die noch ausstehenden Leistungen Vertragsverbindlichkeiten ausweisen. Die Vermarktung der Online- und Printmedien führt zu Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Werbeanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, aus TV-Werbung und aus dem Verkauf von Werbung in unseren Online-Medien. Die Realisierung der Erlöse erfolgt mit der Veröffentlichung bzw. Ausspielung der Werbung. Gewährte Rabatte und Boni werden bei der Bemessung der Umsatzerlöse mindernd berücksichtigt. In der Reichweitenvermarktung vermarkten wir Werbeplätze an Werbekunden, die in Abhängigkeit von der generierten Reichweite oder von der durch die Reichweite erzeugten Interaktion vergütet werden. Im Rahmen der performancebasierten Vermarktung bieten wir Plattformen an, die als Marktplatz Werbetreibende und Anbieter von Online-Werbeplätzen zusammenbringen. Die Werbetreibenden zahlen den Anbietern nur eine erfolgsabhängige Vergütung, sofern die Werbung zur vom Werbekunden gewünschten Transaktion geführt hat. Unsere Dienstleistung besteht insbesondere in der technischen und finanziellen Abwicklung zwischen den beiden Parteien. Da wir regelmäßig nicht die Verfügungsgewalt über die angebotenen Werbeplätze erlangen, werden wir im Bereich der performancebasierten Vermarktung überwiegend als Agent tätig und weisen die Umsatzerlöse nur in Höhe unseres Provisionsanspruchs aus. Vertriebserlöse umfassen vor allem den Verkauf von gedruckten Zeitungen und Zeitschriften an den Einzel- und Großhandel sowie an Abonnenten und den Verkauf digitaler Abonnements. Die Realisierung der Erlöse aus dem Verkauf gedruckter Angebote erfolgt grundsätzlich im Zeitpunkt der Lieferung an den Kunden. Erwartete Rücklieferungen werden auf Basis von Erfahrungswerten erlösmindernd berücksichtigt. Digitale Abonnements werden über deren Laufzeit linear realisiert, da die Leistungsverpflichtungen sukzessive mit der stetigen Aktualisierung der Inhalte erfüllt werden. Zahlungen an Kunden für den Abschluss von Abonnements vermindern den Transaktionspreis und werden entsprechend erlösmindernd über die Abonnementlaufzeit verteilt. Abonnementsvergütungen werden grundsätzlich im Voraus vereinnahmt, so dass für die noch ausstehenden Leistungen Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Umsatzerlöse aus Tauschgeschäften werden realisiert, wenn nicht gleichartige Güter oder Dienstleistungen getauscht werden und Erlöse eindeutig messbar sind. Sie werden zum Zeitwert der erhaltenen Leistung bewertet. Sofern im Rahmen von Tauschgeschäften der Zeitwert der erhaltenen Leistung nicht zuverlässig bestimmt werden kann, wird dieser anhand des Zeitwerts der erbrachten Leistung bemessen. Bei Angeboten, die mehrere Leistungskomponenten enthalten ("Bündelangebote"), erfolgt die Aufteilung des Transaktionspreises grundsätzlich auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise der einzelnen Leistungsverpflichtungen. Sofern Einzelveräußerungspreise nicht unmittelbar am Markt ableitbar sind, werden diese zu Beginn des Vertrags geschätzt. (c) Immaterielle VermögenswerteSelbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Kosten angesetzt, die in der Entwicklungsphase nach dem Zeitpunkt der Feststellung der technologischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit bis zur Fertigstellung entstanden sind. Die aktivierten Herstellungskosten umfassen die direkt der Entwicklungsphase zurechenbaren Kosten. Aufwendungen für selbst erstellte Internetseiten aktivieren wir, sofern diese unmittelbar der Erzielung von Umsatzerlösen dienen. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Selbst geschaffene und erworbene immaterielle Vermögenswerte, die eine bestimmbare Nutzungsdauer aufweisen, werden mit Beginn der Nutzungsbereitschaft linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben:
Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer, zu denen insbesondere Geschäfts- oder Firmenwerte sowie einzelne Titel- und Markenrechte zählen, werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für diese Vermögenswerte bestehen derzeit keine wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Restriktionen hinsichtlich ihrer Nutzung. (d) SachanlagenSachanlagen, mit Ausnahme von Leasing-Nutzungsrechten, werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert und planmäßig linear entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen weisen wir in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen aus. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich über die folgenden Nutzungsdauern:
Investitionszuschüsse und -zulagen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden. Zulagen und Zuschüsse für die Anschaffung bzw. Herstellung von Sachanlagen bilanzieren wir in einem passiven Abgrenzungsposten innerhalb der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten. Der Abgrenzungsposten wird nachfolgend über die Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögenswerte erfolgswirksam aufgelöst. Nutzungsrechte, die sich aus Leasingverhältnissen ergeben, weisen wir innerhalb der Sachanlagen aus. Ein Leasingverhältnis liegt vor, wenn wir berechtigt sind, über einen bestimmten Zeitraum einen identifizierbaren Vermögenswert, über den wir Kontrolle erlangt haben, gegen Entgelt nutzen zu können. Leasingverhältnisse betreffen bei Axel Springer im Wesentlichen Büroflächen, Leasingfahrzeuge und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung. Leasing-Nutzungsrechte werden zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses ("Bereitstellungsdatum") zu Anschaffungskosten bewertet, die sich insbesondere in Höhe der korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten und geleisteter Leasingvorauszahlungen unter Berücksichtigung erhaltener Leasinganreize ergeben. Laufende Abschreibungen nehmen wir linear vor. Leasingverbindlichkeiten werden zum Bereitstellungsdatum zum Barwert der noch nicht geleisteten Leasingzahlungen angesetzt und innerhalb der Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Die Abzinsung wird grundsätzlich unter Anwendung laufzeit- und währungsspezifischer Grenzfremdkapitalzinssätze ermittelt, da wir die den Leasingverhältnissen zugrundeliegenden Zinssätze regelmäßig nicht bestimmen können. Die Fortschreibung der Leasingverbindlichkeiten erfolgt gemäß der Effektivzinsmethode. Entsprechende Zinsaufwendungen weisen wir im Finanzergebnis aus. Leasingzahlungen im Zusammenhang mit Leasingverträgen mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten und Leasingverhältnissen über sogenannte geringwertige Vermögenswerte (Neuwert von bis zu € 5.000) werden vereinfachend als sonstige betriebliche Aufwendungen über die jeweilige Laufzeit der Leasingverhältnisse erfasst. Als Leasinggeber werden wir insbesondere im Rahmen von Untervermietungen von Büroflächen tätig. Am Bereitstellungsdatum wird geprüft, ob ein Operating- oder Finanzierungsleasingverhältnis vorliegt. Sofern alle wesentlichen Chancen und Risiken übertragen werden, handelt es sich um ein Finanzierungsleasingverhältnis. In diesem Fall wird eine Forderung in Höhe der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bilanziert. Die entsprechenden Zinserträge weisen wir im Finanzergebnis aus. Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden ergebniswirksam in den Umsatzerlösen erfasst. (e) Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und SachanlagenAußerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen nehmen wir vor, sofern aufgrund bestimmter Ereignisse oder veränderter Umstände der Buchwert der Vermögenswerte nicht mehr durch den erzielbaren Betrag, d. h. den höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ("Nettoveräußerungswert") bzw. Nutzungswert, gedeckt ist. Sofern eine Ermittlung des erzielbaren Betrags für einen einzelnen Vermögenswert nicht möglich ist, erfolgt die Bestimmung des erzielbaren Betrags auf Ebene der Zahlungsmittel generierenden Einheit oder der Gruppe von Zahlungsmittel generierenden Einheiten (jeweils "Berichtseinheit"), zu der der Vermögenswert gehört. Im Rahmen von Unternehmens- und Geschäftserwerben erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer unterliegen keiner planmäßigen Abschreibung, werden jedoch mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft. Zur Durchführung des Werthaltigkeitstests werden diese Vermögenswerte denjenigen Berichtseinheiten zugeordnet, die erwartungsgemäß von den Synergien der Unternehmens- und Geschäftserwerbe profitieren. Diese Berichtseinheiten repräsentieren die unterste Ebene, auf der diese Vermögenswerte für Zwecke der Unternehmenssteuerung überwacht werden. Sie entsprechen in der Regel einzelnen Titeln und digitalen Angeboten des Konzerns. Im Fall von integrierten Geschäftsmodellen fassen wir einzelne Titel und digitale Angebote zu einer Berichtseinheit zusammen. Soweit der Buchwert höher als der erzielbare Betrag ist, ergibt sich eine außerplanmäßige Abschreibung. Bei Berichtseinheiten wird zunächst der Geschäfts- oder Firmenwert gemindert, ein darüberhinausgehender Abschreibungsbetrag wird im Verhältnis der Buchwerte auf die anderen Vermögenswerte der Berichtseinheit verteilt. Grundsätzlich wird der erzielbare Betrag zunächst anhand des Nutzungswerts ermittelt. Sofern der Nutzungswert unterhalb des Buchwerts liegt, bestimmen wir zusätzlich den Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem um Veräußerungskosten geminderten Betrag, der aus einem Verkauf eines Vermögenswerts oder einer Berichtseinheit zu marktüblichen Bedingungen erzielbar ist. Da in der Regel keine Marktpreise vorliegen, wird der Nettoveräußerungswert als Barwert zukünftiger Cashflows ermittelt, die aus den Mittelfristplanungen aus Sicht eines unabhängigen Dritten abgeleitet werden. Die Bewertung erfolgt somit auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3, vgl. Ziffer (3f)). Die Ermittlung des Nutzungswerts erfolgt unter Berücksichtigung der weiteren Nutzung im Konzern auf Basis geschätzter zukünftiger Cashflows, die aus der Mittelfristplanung abgeleitet werden. Aufwendungen der Zentralbereiche des Konzerns werden bei der Ermittlung berücksichtigt. Der Planungshorizont der Mittelfristplanung beträgt grundsätzlich fünf Jahre. Die Nutzungswerte werden jedoch im Wesentlichen durch den Endwert bestimmt. Die Höhe des Endwerts hängt neben dem prognostizierten Cashflow im letzten Jahr der Mittelfristplanung von der Wachstumsrate der Cashflows nach Ablauf der Mittelfristplanung und dem Diskontierungssatz ab. Die Zahlungsströme nach dem letzten Jahr werden unter Nutzung einer Wachstumsrate extrapoliert, die aus dem angenommenen durchschnittlichen Markt- oder Branchenwachstum der Berichtseinheit abgeleitet wird. Die Diskontierungssätze ermitteln wir für jede Berichtseinheit auf Basis des gewichteten Durchschnitts von Eigen- und Fremdkapitalkostensätzen vergleichbarer Unternehmen. Hierbei werden länderspezifische Risikozuschläge und Steuersätze entsprechend berücksichtigt. In den folgenden Annahmen, die den Berechnungen zugrunde gelegt wurden, bestehen Schätzunsicherheiten:
Zuschreibungen nehmen wir vor, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer Berichtseinheit aufgrund von Änderungen in den der Bewertung zugrunde liegenden Schätzungen übersteigt. Die Zuschreibung erfolgt dabei höchstens auf den Betrag, der sich ohne die Vornahme vorheriger außerplanmäßiger Abschreibungen ergeben hätte. Eine Zuschreibung auf einen außerplanmäßig abgeschriebenen Geschäfts- oder Firmenwert erfolgt nicht. (f) Finanzielle Vermögenswerte und VerbindlichkeitenDie finanziellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen Finanzmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen, Ausleihungen, Beteiligungen und Finanzderivate mit einem positiven Marktwert. Die finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen, Leasingverbindlichkeiten, bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile sowie Finanzderivate mit einem negativen Marktwert. Bei der erstmaligen bilanziellen Erfassung werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Transaktionspreis, alle übrigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Zeitwert angesetzt. Transaktionskosten werden einbezogen, sofern die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Anderenfalls werden sie sofort aufwandswirksam erfasst. Die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie der bilanzielle Abgang marktüblicher Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag vorgenommen. Nach dem erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte, sofern sie nicht Teil einer bilanziellen Sicherungsbeziehung sind, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Das bei einzelnen finanziellen Vermögenswerten bestehende Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert nehmen wir grundsätzlich nicht in Anspruch. Die Folgebewertung hängt vom Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte und den Eigenschaften der diesbezüglichen vertraglichen Zahlungsströme ab. Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, für die eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts vorgesehen ist, wenden wir die nachfolgend beschriebene Bewertungshierarchie an. Demnach werden die in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren in drei Stufen eingeordnet:
Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wird die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering gehalten. Die Eingruppierung der Bemessungsverfahren in die einzelnen Stufen überprüfen wir zum Ende jeder Berichtsperiode. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert erloschen oder an Dritte übertragen worden sind oder wenn der Konzern eine vertragliche Verpflichtung zur Zahlung des Cashflows an eine dritte Partei eingegangen ist, bei der Chancen und Risiken oder die Verfügungsmacht übertragen wurden. Sofern wir nach angemessener Einschätzung nicht mehr davon ausgehen können, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist, erfolgt eine Abschreibung und somit eine Ausbuchung dieses Vermögenswerts. Spätestens ab einer Überfälligkeit von einem Jahr nehmen wir eine Realisierbarkeit grundsätzlich nicht mehr an. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. BeteiligungenDie Folgebewertung von Beteiligungen, die nicht konsolidiert oder nicht nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden, erfolgt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Den beizulegenden Zeitwert ermitteln wir anhand von Börsen- oder Marktpreisen bzw. mittels anerkannter Bewertungsmethoden. Zu den Bewertungsmethoden gehört insbesondere die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) auf Basis der erwarteten Beteiligungsergebnisse. Die aus der Veränderung des Zeitwerts resultierenden unrealisierten Gewinne und Verluste werden unmittelbar ergebniswirksam im Beteiligungsergebnis erfasst. Ausleihungen, Forderungen und sonstige finanzielle nicht-derivative VermögenswerteMit Ausnahme von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wandeldarlehen werden alle übrigen Ausleihungen, Forderungen und sonstige finanzielle nicht-derivative Vermögenswerte grundsätzlich nach der erstmaligen Erfassung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Abzug von Wertberichtigungen bilanziert, da sie ausschließlich zur Vereinnahmung vertraglich vereinbarter Tilgungs- und Zinszahlungen gehalten werden. Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung, Wertberichtigungen sowie Währungsumrechnungsdifferenzen erfassen wir ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen oder im Finanzergebnis. Wertberichtigungen bilden wir unter Berücksichtigung zukunftsorientierter Informationen grundsätzlich in Höhe der erwarteten Forderungsausfälle aufgrund von wahrscheinlichkeitsgewichteten Ausfallereignissen der nächsten zwölf Monate. Sofern das Risiko eines Ausfalls seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen ist, werden bei der Ermittlung der Wertberichtigung die Ausfallereignisse der gesamten Restlaufzeit des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigt. Ein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos liegt insbesondere ab einer Überfälligkeit von 30 Tagen vor. Als Ausfallereignis gilt auch eine Überfälligkeit von 90 Tagen. Zinserträge werden grundsätzlich auf Basis der Brutto-Forderung unter Anwendung des Effektivzinssatzes ermittelt und im Finanzergebnis erfasst. Hat sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz erhöht und liegen darüber hinaus objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor, insbesondere eine beeinträchtigte Bonität des finanziellen Vermögenswerts, werden Zinserträge nur noch auf Basis der wertgeminderten Forderung unter Anwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes ermittelt. Die Bonität des finanziellen Vermögenswerts ist vor allem bei signifikanten finanziellen Schwierigkeiten oder Vertragsbrüchen des Schuldners, wie beispielsweise einer Zahlungsüberfälligkeit von 90 Tagen, oder bei drohender Insolvenz beeinträchtigt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Leasingverhältnissen wenden wir das vereinfachte Verfahren zur Bestimmung von Wertminderungen an. Ungeachtet der tatsächlichen Veränderung des Kreditrisikos werden demnach die Ausfallereignisse der gesamten Restlaufzeit berücksichtigt. Die Wertberichtigung bemisst sich auf Basis historischer Forderungsausfälle und zukunftsgerichteter Informationen. Unter Verwendung von Wertberichtigungsmatrizen werden getrennt nach Geschäftsmodellen und geografischen Regionen Forderungsausfallraten für verschiedene Überfälligkeiten ermittelt und auf den tatsächlichen Forderungsbestand zum Bilanzstichtag angewendet. Unter den sonstigen finanziellen nicht-derivativen Vermögenswerten weisen wir außerdem Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen, ein im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen bestehenden Erstattungsanspruch und Vermögensüberdeckungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen aus. Zur Bilanzierung vgl. Ziffer (3d) bzw. (3i). FinanzderivateZur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken, die Einfluss auf zukünftige Zahlungsströme ausüben, setzen wir Finanzderivate ein. Diese werden zu beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Die Bewertung erfolgt auf Basis beobachtbarer Parameter mittels anerkannter Bewertungsmethoden und ist insbesondere von der Entwicklung der Terminkurse bzw. Zinsstrukturkurven beeinflusst. Sofern die Kriterien für die Abbildung von Sicherungsbeziehungen erfüllt sind, bilanzieren wir die Zeitwertänderungen unter Berücksichtigung der steuerlichen Wirkungen erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital. Die im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesenen Beträge werden ausgebucht, sofern das Grundgeschäft bilanziell erfasst bzw. erfolgswirksam geworden ist. Zeitwertänderungen von Derivaten, die ungeachtet ihrer wirtschaftlichen Sicherungswirkung die Kriterien für eine Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht erfüllen, werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Finanzielle VerbindlichkeitenDie finanziellen nicht-derivativen Verbindlichkeiten werden bei ihrer Ersterfassung mit dem Zeitwert abzüglich Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Zur Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten vgl. Ziffer (3d). Bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten aus antizipierten Unternehmenserwerben (vgl. Ziffer (2a)) und aus Earn-out-Vereinbarungen aus Unternehmenserwerben sowie sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen bilanzieren wir nach dem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert und weisen diese unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten aus. Sofern verlässlich ermittelbar, ergibt sich der Zeitwert aus den geschätzten finanziellen Leistungsgrößen der erworbenen Gesellschaften in den Jahren vor den möglichen Ausübungszeitpunkten der Optionsrechte bzw. den Zahlungszeitpunkten der Earn-outs. Zeitwertänderungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Diskontierungszinssätze werden auf Basis des Fremdkapitalkostenzinssatzes des Konzerns ermittelt. Bei den der Bewertung zugrunde gelegten finanziellen Leistungsgrößen handelt es sich in der Regel um Umsätze bzw. um EBITs oder EBITDAs, bereinigt um wesentliche Einmaleffekte sowie Effekte aus der Leasingbilanzierung (EBITDA). (g) VorräteVorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt auf der Grundlage eines gewichteten Durchschnittswerts. Die Herstellungskosten umfassen alle der Leistungserstellung zurechenbaren Einzelkosten sowie produktionsbezogene Gemeinkosten. Die Bewertung der Vorräte zum Bilanzstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Betrag von Anschaffungs- oder Herstellungskosten und realisierbarem Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert stellt dabei den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten dar. Der Nettoveräußerungswert von unfertigen Erzeugnissen wird retrograd aus dem Nettoveräußerungswert der fertigen Erzeugnisse unter Berücksichtigung der noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten ermittelt. Bei Wegfall der Gründe, die zu einer Wertminderung der Vorräte geführt haben, wird eine entsprechende Wertaufholung vorgenommen. (h) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführte AktivitätenVermögenswerte klassifizieren wir als zur Veräußerung gehalten, sofern ihr Verkauf eingeleitet wurde, die Veräußerung höchstwahrscheinlich ist und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist. Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder Zeitwert abzüglich Verkaufskosten bewertet. Für diese Vermögenswerte erfolgen keine planmäßigen Abschreibungen mehr. Die im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehenden Verbindlichkeiten werden ebenfalls in der Bilanz separat als kurzfristige Posten ausgewiesen. Nicht fortgeführte Aktivitäten stellen einen als zur Veräußerung verfügbar gehalten klassifizierten wesentlichen geografischen oder operativen Geschäftszweig des Konzerns dar. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Ergebnisse des Berichtsjahres und des Vorjahres aus fortgeführten Aktivitäten dargestellt. Die Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten weisen wir, sofern vorhanden, gesondert aus. In diesen Fällen werden Mittelzu- und -abflüsse aus nicht fortgeführten Aktivitäten in den Angaben im Anhang getrennt ausgewiesen. Die Angaben im Anhang beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten des Konzerns. (i) PensionsrückstellungenPensionsverpflichtungen für leistungsorientierte Versorgungspläne und ein diesbezüglich bestehender, in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesener Erstattungsanspruch ermitteln wir nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung von zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen. Das Planvermögen wird zum Zeitwert bilanziert. Zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen werden die Pensionsverpflichtungen mit dem Planvermögen saldiert. Soweit das Planvermögen die hierdurch gesicherten Pensionsverpflichtungen übersteigt, wird in Höhe der Vermögensüberdeckung ein sonstiger finanzieller Vermögenswert ausgewiesen. Die Lebenserwartung der Pensionsberechtigten wird auf Basis länderspezifischer versicherungsmathematischer Richttafeln berücksichtigt. Der Barwert der leistungsorientierten Versorgungszusagen ergibt sich durch Abzinsung der geschätzten künftigen Zahlungsmittelabflüsse. Der Abzinsungssatz orientiert sich hierbei an hochqualitativen Unternehmensanleihen, die im Hinblick auf Währung und Laufzeit den zugrunde liegenden Pensionsverpflichtungen entsprechen. Liegen Unternehmensanleihen gleicher Laufzeit nicht vor, werden hilfsweise die Stichtagsrenditen dieser Anleihen entlang der Zinsstrukturkurve für festverzinsliche Staatsanleihen unter Verwendung eines konstanten Spreads auf die Laufzeiten der zugrunde liegenden Pensionsverpflichtungen angepasst. Die der Bewertung des Planvermögens zugrunde gelegte Rendite, entspricht dem Rechnungszinssatz für leistungsorientierte Versorgungszusagen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die aus der Veränderung der versicherungsmathematischen Parameter resultieren, werden erfolgsneutral mit dem kumulierten übrigen Eigenkapital verrechnet. (j) Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren rechtlichen und faktischen Verpflichtungen gegenüber Dritten, deren Erfüllung wahrscheinlich ist und deren Höhe zuverlässig eingeschätzt werden kann. Die Rückstellungen werden mit dem erwarteten Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden auf der Grundlage entsprechender Marktzinssätze mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert. Rückstellungen für Restrukturierungen werden nur angesetzt, sofern zum Bilanzstichtag eine hinreichende Konkretisierung der beabsichtigten Maßnahmen erfolgt ist und diese Maßnahmen kommuniziert worden sind. (k) ErtragsteuernAls Ertragsteuern werden die gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie latente Steuern erfasst. Die Ertragsteuern setzen sich dabei aus Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und den entsprechenden ausländischen Einkommen- bzw. Ertragsteuern zusammen. Der Berechnung der Ertragsteuern werden die in den jeweiligen Ländern gültigen gesetzlichen Regelungen und Steuersätze zugrunde gelegt. Bei der Beurteilung ertragsteuerlicher Sachverhalte können sich Unsicherheiten darüber ergeben, wie die jeweiligen Steuerrechtsvorschriften anzuwenden sind. In diesen Fällen berücksichtigen wir auf Basis möglicher Alternativen das aus unserer Sicht wahrscheinlichste Ergebnis. Latente Steuern werden zur Berücksichtigung zukünftiger steuerlicher Folgen von temporären Differenzen zwischen den steuerlichen Bemessungsgrundlagen der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und deren Wertansätzen im Konzernabschluss sowie auf Zins- und Verlustvorträge gebildet. Die Bemessung der latenten Steuern erfolgt dabei auf Grundlage der vom Gesetzgeber zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres erlassenen Regelungen für die Geschäftsjahre, in denen sich die Differenzen ausgleichen bzw. die Verlustvorträge wahrscheinlich genutzt werden. Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen bzw. Zins- und Verlustvorträge setzen wir nur an, sofern ihre Realisierbarkeit in näherer Zukunft hinreichend gesichert erscheint. Auf temporäre Unterschiede, die aus der Zeitwertbilanzierung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten im Rahmen von Unternehmenserwerben resultieren, werden latente Steuern bilanziert; auf temporäre Unterschiede bei Geschäfts- oder Firmenwerten werden diese nur dann angesetzt, wenn die Geschäfts- oder Firmenwerte steuerlich geltend gemacht werden können. Aktive und passive latente Steuern werden bei steuerlich organschaftlich verbundenen Unternehmen saldiert, sofern sie sich auf Ertragsteuern beziehen und die gleiche Steuerart betreffen; im Übrigen erfolgt eine Saldierung nur, sofern sich die latenten Steuern auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und auch laufende Steuern gegeneinander verrechnet werden können. (l) Anteilsbasierte VergütungsprogrammeAls Bestandteil von erfolgsabhängigen Vergütungsprogrammen werden im Axel Springer Konzern anteilsbasierte Vergütungsprogramme mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente und mit Barausgleich ausgegeben. Die über den Erdienungszeitraum aufwandswirksam zu erfassenden Vergütungskomponenten entsprechen dem Zeitwert der gewährten Optionen zum Gewährungszeitpunkt (bei Ausgleich durch Anteile) bzw. zum Bilanzstichtag (bei Ausgleich durch Finanzmittel). Die Bestimmung der Zeitwerte erfolgt auf der Grundlage anerkannter Bewertungsmodelle. In korrespondierender Höhe wird eine Erhöhung der Kapitalrücklage (bei Ausgleich durch Anteile) bzw. werden Rückstellungen/Verbindlichkeiten (bei Ausgleich durch Finanzmittel) bilanziert. Verbindlichkeits- oder Rückstellungszuführungen werden im Personalaufwand, Auflösungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. (m) Transaktionen in FremdwährungKäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Tageskurs umgerechnet. Die Umrechnung von Fremdwährungsvermögenswerten und -verbindlichkeiten in die funktionale Währung erfolgt mit dem Wechselkurs zum Bilanzstichtag. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst. (n) Schätzungen und AnnahmenDie Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen sowie die Ausübung von Ermessensspielräumen, die Einfluss auf Höhe und Ausweis von Vermögenswerten und Schulden, Erträgen und Aufwendungen sowie von Eventualverbindlichkeiten haben können. Schätzungen und Annahmen werden laufend überprüft und gegebenenfalls angepasst. Dennoch können sie von den tatsächlichen Werten abweichen. Mit Unsicherheit behaftete Schätzungen und Annahmen betreffen insbesondere Werthaltigkeitstests von Geschäfts- oder Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer (vgl. Ziffer (3e)) sowie von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen (vgl. Ziffer (2a)), Kaufpreisallokationen (vgl. Ziffer (2c)) und Bewertungen von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten sowie sonstigen Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile (vgl. Ziffer (3f)), die versicherungsmathematischen Parameter im Rahmen der Bewertung von Pensionsverpflichtungen sowie die Bestimmung der Zeitwerte des Planvermögens (vgl. Ziffer (3i)), die Ermittlung der Höhe aktivierungsfähiger latenter Steueransprüche (vgl. Ziffer (3k)), die Ermittlung beizulegender Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten (vgl. Ziffer (3f)), die Bilanzierung von sonstigen Rückstellungen (vgl. Ziffer (3j)), die Bewertung anteilsbasierter Vergütungsprogramme (vgl. Ziffer (3l)) sowie die Bestimmung von Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten (vgl. Ziffer (3c)) und Sachanlagen (vgl. Ziffer (3d)). Zur Angabe der Buchwerte, denen Schätzungen und Annahmen zugrunde lagen, verweisen wir auf die entsprechenden Einzelerläuterungen. (o) Neue RechnungslegungsvorschriftenIm Berichtsjahr haben sich für Axel Springer keine wesentlichen Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards oder Interpretationen ergeben. Es wurden zudem keine Verlautbarungen des IASB oder des IFRS IC veröffentlicht, die nach verpflichtender Anwendung wesentliche Auswirkungen auf den Axel Springer Konzernabschluss haben werden. (p) Anpassung der VorjahreszahlenIm Berichtsjahr haben wir Kenntnis erlangt, die eine Anpassung der Vorjahreszahlen erforderlich machte. Für eine im Geschäftsbereich Classifieds Media tätige vollkonsolidierte Tochtergesellschaft haben wir festgestellt, dass bereits zum 31. Dezember 2021 durch Erfüllung der identifizierten Leistungsverpflichtung Umsatzerlöse in Höhe von € 14,2 Mio. hätten erfasst werden müssen. Durch die Anpassung erhöhten sich zum 31. Dezember 2021 die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um € 16,9 Mio., die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um € 2,7 Mio. sowie die Ertragsteuern und die Verbindlichkeiten aus laufenden Ertragsteuern um € 4,4 Mio. Damit einhergehend erhöhte sich das Konzernergebnis, das Konzerngesamtergebnis sowie das Eigenkapital um € 9,8 Mio. Die Veränderung des Eigenkapitals betraf ausschließlich die Anteile der Aktionäre der Axel Springer SE und das erwirtschaftete Eigenkapital. Die Anpassung hatte lediglich Auswirkungen auf einzelne Positionen innerhalb des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit. Erläuterungen zur Konzern-Bilanz(4) Immaterielle VermögenswerteDie Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte stellte sich wie folgt dar:
Die erworbenen Rechte und Lizenzen umfassten am Bilanzstichtag entsprechend dem Vorjahr im Wesentlichen Titel- und Markenrechte sowie Kundenstämme. Bei den selbst geschaffenen Rechten handelte es sich wie im Vorjahr insbesondere um Softwarelösungen und Internetseiten. Die Zuordnung der Geschäfts- oder Firmenwerte und der in den erworbenen Rechten und Lizenzen enthaltenen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer auf Berichtseinheiten sowie die im Werthaltigkeitstest verwendeten Diskontierungssätze und Wachstumsraten stellten sich wie folgt dar:
* Erwerb der POLITICO-Gruppe Mitte Oktober 2021
(vgl. Ziffer (2c)).
Die Geschäfts- oder Firmenwerte der größten Berichtseinheiten entwickelten sich hierbei wie folgt:
Im Vorjahr erfolgten im Einklang mit der Steuerung Anpassungen in der Zusammensetzung der Berichtseinheiten Insider und AVIV. Für eine Berichtseinheit ergab sich dabei eine außerplanmäßige Abschreibung von € 31,7 Mio. auf den Geschäfts- oder Firmenwert. Die Abschreibung resultierte aus angepassten Ergebnisplanungen durch marktbedingt reduzierte Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in den Kerngeschäftsfeldern. Zusätzlich zu den oben dargestellten Diskontsätzen und Wachstumsraten hängen die Werthaltigkeitstests von den Mittelfristplanungen der Berichtseinheiten ab. Im Jahr 2022 profitierte die StepStone-Gruppe insgesamt von einer starken Nachfrage nach Arbeitskräften, die aufgrund eines Arbeitskräftemangels in vielen Sektoren gegenwärtig nur schwer zu befriedigen ist. Auch die Mittelfristplanung basiert auf der Annahme, dass StepStone weiterhin von zunehmendem Arbeitskräftemangel und steigender Mitarbeitendenfluktuation am Arbeitsmarkt profitieren wird, sich auf Basis dieser Trends trotz einer wirtschaftlich sowie politisch herausfordernden Situation im Jahr 2023 positiv entwickeln wird und Aufholeffekte in den Folgejahren erkennbar sein werden. Um neue Kunden zu gewinnen und das Geschäft mit bestehenden Kunden auszuweiten, plant StepStone erhebliche Investitionen in kundengruppenspezifische Produkte sowie Technologien, die eine hohe Bewerberquote pro veröffentlichte Anzeige sicherstellen. Insbesondere in EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) wird StepStone weiterhin in Branding-Kampagnen investieren, um die Markenbekanntheit zu stärken und die Marktposition auszubauen. Zusammenfassend führen diese Annahmen in der Mittelfristplanung von StepStone zu einem kräftigen Erlös- und Ergebniswachstum. Die Mittelfristplanung der AVIV-Gruppe, die mit ihren Immobilienportalen in den Märkten Deutschland, Frankreich, Belgien, Israel und Spanien tätig ist, basiert auf der Annahme stabiler Marktbedingungen. Im Planungszeitraum wird von einem Umsatz- und Ergebniswachstum ausgegangen. Das Umsatzwachstum soll aus veränderter Preispolitik und angepassten Produktbündelungen sowie aus dem Ausbau des transaktionalen Geschäftsmodelles und der Monetarisierung von weiteren Dienstleistungen und Produkten rund um den Immobilienkauf- und Verkaufsprozess resultieren. Neben diesen Wachstumsinitiativen soll auch das Kerngeschäft der Anzeigen über kontinuierliche Investitionen in Personal, Werbung und Technologie ausgebaut und Synergien innerhalb der Gruppe über die Harmonisierung von Technologie- und Produktkomponenten realisiert werden. Ziel ist es, die Marktposition über eine Erweiterung des Kundenstammes und eine Erhöhung des durchschnittlichen Erlöses pro Kunde weiter auszubauen. In der Mittelfristplanung erwartet die Insider-Gruppe ein deutliches Wachstum der Umsatzerlöse und des operativen Ergebnisses. Insider geht dabei nach einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld im ersten Halbjahr 2023 von einer positiven Entwicklung der makroökonomischen Lage in den USA und damit von einem sich verbessernden digitalen Werbeumfeld aus. Die Werbeerlöse sollen darüber hinaus durch Optimierung der Vermarktung des Premiuminventars und eine verbesserte Effizienz der Vertriebsorganisation gesteigert werden. Neben den Werbeerlösen und Erlösen aus Drittvermarktung journalistischer Inhalte als Haupteinnahmequelle sind die Vertriebserlöse bedingt durch den Ausbau von B2C- und B2B-Abonnementangeboten ein wesentlicher Treiber für das prognostizierte Erlöswachstum. Treiber dieses Wachstums ist dabei eine kontinuierliche Erweiterung von journalistischen und datengetriebenen Inhalten. Kontinuierliche Investitionen vor allem in die Bereiche Journalismus und Produkt & Technologie werden im Planungszeitraum weiter forciert. Die Mittelfristplanung der POLITICO-Gruppe sieht ein kräftiges Umsatz- und Ergebniswachstum vor. Dabei wird nach dem aktuell schwierigen Marktumfeld im ersten Halbjahr 2023 mit einer erneut positiven ökonomischen Entwicklung im Hauptmarkt USA ab 2024 gerechnet. Wesentliche Wachstumstreiber sind dabei mengen- und preisbedingt steigende Werbeerlöse und der Ausbau des Abonnementgeschäfts u.a. aufgrund von neuen Produkt-Launches. Umfangreiche Investitionen vor allem in die Bereiche Vertrieb, Produkt & Technologie werden im Planungszeitraum weiter forciert. Die Mittelfristplanung der Awin-Gruppe ist im Wesentlichen durch die Umsetzung strategischer Projekte gekennzeichnet. Diese umfassen die Schaffung einer Self-Service-Plattform für kleine und mittlere Unternehmen, maßgeschneiderte Software-as-a-Service-Lösungen für Großkunden und die Etablierung von Abonnement-Modellen. Hierdurch sollen Bestandskunden stärker gebunden und Neukunden gewonnen werden, sodass eine deutliche Steigerung von Umsatz und Ergebnis über die nächsten Jahre realisiert werden kann. Der erzielbare Betrag wurde bei allen oben genannten großen Berichtseinheiten wie im Vorjahr grundsätzlich durch den Nutzungswert bestimmt. Lediglich bei der Berichtseinheit POLITICO wurde im Berichtsjahr mit dem Nettoveräußerungswert gerechnet. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse haben wir zum jeweiligen Bewertungsstichtag für jede der oben genannten großen Berichtseinheiten jeweils separat eine Minderung der zukünftigen Cashflows im letzten Planjahr um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % oder eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt angenommen. Auf dieser Basis ergab sich wie im Vorjahr für keine dieser großen Berichtseinheiten, dass der Buchwert der Vermögenswerte den erzielbaren Betrag der Berichtseinheit übersteigt. Den sonstigen Berichtseinheiten des Konzerns zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer von insgesamt € 371,4 Mio. (Vj.: € 419,5 Mio.) beliefen sich je Berichtseinheit auf weniger als 10 % bzw. kumuliert auf weniger als 20 % des Gesamtwerts. Der erzielbare Betrag dieser Berichtseinheiten wurde wie im Vorjahr grundsätzlich durch den Nutzungswert bestimmt. Im Berichtsjahr wurde bei drei Berichtseinheiten mit dem Nettoveräußerungswert gerechnet. Für drei sonstige Berichtseinheiten ergab sich ein Wertminderungsbedarf. Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse haben wir zum jeweiligen Bewertungsstichtag für jede sonstige Berichtseinheit jeweils separat eine Minderung der zukünftigen Cashflows im letzten Planjahr um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % oder eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt angenommen. Für eine im Geschäftsbereich News Media tätige Berichtseinheit, die in Deutschland Vertriebs- und Werbeumsätze aus Digital-, TV- und Print-Angeboten erzielt, wurde im Berichtsjahr eine außerplanmäßige Abschreibung von € 55,3 Mio. auf den Geschäfts- oder Firmenwert vorgenommen. Die Abschreibung resultierte aus angepassten Ergebnisplanungen der kommenden Jahre durch marktbedingt reduzierte Erwartungen an die Geschäftsentwicklung sowie aus der marktbedingten Änderung von Inputfaktoren bei der Ermittlung des Diskontsatzes. Der erzielbare Betrag der Berichtseinheit entsprach dem Nettoveräußerungswert in Höhe von € 352,3 Mio. Die Ermittlung erfolgte auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3) in Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens mit einem Diskontsatz nach Steuern von 7,7 % sowie einer Wachstumsrate in der ewigen Rente von 1,0 %. Infolgedessen ergab die Sensitivitätsanalyse für diese Berichtseinheit, dass eine Minderung der zukünftigen Cashflows im letzten Planjahr um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % bzw. eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt zu einem zusätzlichen Wertminderungsbedarf von € 7,9 Mio., € 39,7 Mio. bzw. € 17,7 Mio. führen würde. Für eine im Geschäftsbereich News Media tätige Berichtseinheit, die in Polen Vertriebs- und Werbeumsätze aus Digital- und Printangeboten sowie Rubriken- und Stellenangeboten erzielt, wurde im Berichtsjahr eine außerplanmäßige Abschreibung von € 13,5 Mio. auf den Geschäfts- oder Firmenwert vorgenommen. Die Abschreibung resultierte insbesondere aus der marktbedingten Änderung von Inputfaktoren bei der Ermittlung des Diskontsatzes. Der erzielbare Betrag der Berichtseinheit entsprach dem Nettoveräußerungswert in Höhe von € 261,0 Mio. Die Ermittlung erfolgte auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3) in Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens mit einem Diskontsatz nach Steuern von 8,8 % sowie einer Wachstumsrate in der ewigen Rente von 2,0 %. Infolgedessen ergab die Sensitivitätsanalyse für diese Berichtseinheit, dass eine Minderung der zukünftigen Cashflows im letzten Planjahr um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % bzw. eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt zu einem zusätzlichen Wertminderungsbedarf von € 22,1 Mio., € 32,4 Mio. bzw. € 15,1 Mio. führen würde. Für eine im Geschäftsbereich News Media tätige Berichtseinheit, die über ein Joint-Venture in Frankreich Vertriebs- und Werbeumsätze im Wesentlichen aus Printangeboten erzielt, wurde im Berichtsjahr eine außerplanmäßige Abschreibung von € 7,5 Mio. auf den Geschäfts- oder Firmenwert vorgenommen. Die Abschreibung resultierte aus angepassten Ergebnisplanungen der kommenden Jahre durch marktbedingt reduzierte Erwartungen an die Geschäftsentwicklung sowie aus der marktbedingten Änderung von Inputfaktoren bei der Ermittlung des Diskontsatzes. Der erzielbare Betrag der Berichtseinheit entsprach dem Nettoveräußerungswert in Höhe von € 11,1 Mio. Die Ermittlung erfolgte auf Basis nicht beobachtbarer Inputfaktoren (Stufe 3) in Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens mit einem Diskontsatz nach Steuern von 8,3 % sowie einer Wachstumsrate in der ewigen Rente von 0,0 %. Infolgedessen ergab die Sensitivitätsanalyse für diese Berichtseinheit, dass eine Minderung der zukünftigen Cashflows im letzten Planjahr um 10 %, eine Erhöhung der gewichteten Kapitalkosten um 10 % bzw. eine Minderung der langfristigen Wachstumsrate um einen halben Prozentpunkt zu einem zusätzlichen Wertminderungsbedarf von € 0,7 Mio., € 1,0 Mio. bzw. € 0,4 Mio. führen würde. (5) SachanlagenDie Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:
Zum 31. Dezember 2022 wurden Sachanlagen mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in Höhe von € 431,0 Mio. (Vj.: € 404,6 Mio.) genutzt, die bereits vollständig abgeschrieben worden sind. Zum Bilanzstichtag waren wie im Vorjahr keine Sachanlagen als Sicherheiten für eigene Verpflichtungen begeben worden. Folgende Leasing-Nutzungsrechte wurden bilanziert:
Die Abschreibungen auf Leasing-Nutzungsrechte setzten sich folgendermaßen zusammen:
Weitere Angaben zu Leasing-Nutzungsrechten, Leasingverbindlichkeiten bzw. Leasingaufwendungen finden sich in den folgenden Ziffern in diesem Anhang: Ziffer (3d), (8), (13), (15), (16), (22), (24), (27) und (34). (6) Finanzanlagen(a) Nach der Equity-Methode einbezogene UnternehmenNachfolgend werden zusammengefasste Finanzinformationen für alle nach der Equity-Methode einbezogenen und einzeln nicht wesentlichen Unternehmen dargestellt:
Von den Buchwerten und dem Gesamtergebnis des Berichtsjahres entfielen € 108,0 Mio. (Vj.: € 138,6 Mio.) bzw. € - 18,2 Mio. (Vj.: € 82,4 Mio.) auf unsere Frühphasenfonds, im Wesentlichen aus in den Fonds erfassten Neubewertungseffekten auf Beteiligungen. Zu den außerplanmäßigen Abschreibungen auf nicht wesentliche assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen vgl. Ziffer (23). Im Berichtsjahr wurden im Beteiligungsergebnis zu vereinnahmende anteilige Ergebnisse in Höhe von € - 1,1 Mio. (Vj.: € - 3,4 Mio.) nicht erfasst, da durch außerplanmäßige Abschreibungen oder die Berücksichtigung der anteiligen Ergebnisse für die entsprechenden Nettoinvestitionen in die Beteiligungen ein Buchwert von Null erreicht wurde. Die aus diesem Grund zum 31. Dezember 2022 kumulierten nicht vereinnahmten Ergebnisse beliefen sich auf € - 9,9 Mio. (Vj.: € - 10,6 Mio.). Im Berichtsjahr wurden aufgrund erfolgter Einzahlungen nicht vereinnahmte Ergebnisse des Vorjahres in Höhe von € - 1,8 Mio. ergebniswirksam erfasst. Für zum Bilanzstichtag bestehende Verpflichtungen im Zusammenhang mit assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen vgl. Ziffer (32). (b) Sonstige FinanzanlagenDie sonstigen Finanzanlagen beinhalteten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzanlagen in Höhe von € 274,8 Mio. (Vj.: € 289,5 Mio.). Diese betrafen Beteiligungen in Höhe von € 211,4 Mio. (Vj.: € 234,2 Mio.) sowie Wandeldarlehen in Höhe von € 63,4 Mio. (Vj.: € 55,3 Mio.). Darüber hinaus bestanden Ausleihungen in Höhe von € 31,2 Mio. (Vj.: € 30,7 Mio.), die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert wurden. Für die übrigen sonstigen Finanzanlagen wurden im Berichtsjahr Zuschreibungen in Höhe von € 0,1 Mio. (Vj.: Wertberichtigung von € 1,0 Mio.) erfasst. Der Bestand der Wertberichtigungen betrug zum Bilanzstichtag € 1,7 Mio. (Vj.: € 1,8 Mio.). Zusätzlich wurden Wertberichtigungen auf Kreditzusagen in Höhe von insgesamt € 2,0 Mio. (Vj.: Zuschreibungen von € 0,7 Mio.) erfasst. Die Beteiligungen umfassten insbesondere Anteile an der Lakestar II LP in Höhe von € 51,3 Mio. (Vj.: € 49,3 Mio.). (7) Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzten sich wie folgt zusammen:
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden in Höhe der erwarteten Forderungsverluste ermittelt. Es ergab sich folgende Wertminderungsmatrix zum 31. Dezember 2022:
Zum 31. Dezember 2021 ergab sich folgende Wertminderungsmatrix:
Nachfolgend ist die Entwicklung der auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildeten Wertberichtigungen dargestellt:
In Höhe von € 4,8 Mio. (Vj.: € 9,8 Mio.) wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Berichtsjahr abgeschrieben und ausgebucht (Inanspruchnahmen). Von den im Berichtsjahr ausgebuchten Beträgen unterlagen € 0,4 Mio. (Vj.: € 0,1 Mio.) weiterhin einer Vollstreckungsmaßnahme. (8) Sonstige VermögenswerteDie sonstigen Vermögenswerte gliederten sich wie folgt:
Zu Vermögensüberdeckungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen sowie zum Erstattungsanspruch aus Pensionsverpflichtungen vgl. Ziffer (11). Die derivativen Finanzinstrumente entfielen vollständig auf Zinsderivate in Form von Zinsswaps (vgl. Ziffer (31)). Die Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen betrafen nahezu ausschließlich Untervermietungen von angemieteten Büroflächen. In den übrigen finanziellen Vermögenswerten waren insbesondere ein vertraglicher Anspruch gegenüber einem fremden Dritten auf Übernahme eines Teilbetrags eines Mitarbeitendenvergütungsprogramms einer Tochtergesellschaft, eine Kaufpreisforderung für die Schlussrate der im Geschäftsjahr 2016 erfolgten Veräußerung des Bürogebäudekomplexes am Standort Hamburg sowie debitorische Kreditoren enthalten. Die übrigen nicht finanziellen Vermögenswerte betrafen überwiegend die Abgrenzung von als Vergütung identifizierten Teilbeträgen von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten für Appcast (vgl. Ziffer (29)). (9) EigenkapitalDie Bestandteile und Veränderungen des Konzerneigenkapitals sind in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. (a) Gezeichnetes KapitalDas voll eingezahlte Grundkapital in Höhe von unverändert € 107,9 Mio. ist in 107.895.311 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von € 1,00 je Aktie eingeteilt. Die Aktien können nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden. (b) Genehmigtes KapitalDer Vorstand ist gemäß § 5 Abs. 4 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital bis zum 17. April 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen (einschließlich gemischter Sacheinlagen) einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt € 10,5 Mio. zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären ist dabei grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Zum 31. Dezember 2022 war das genehmigte Kapital unverändert zum Vorjahresbilanzstichtag nicht ausgenutzt und betrug € 10,5 Mio. (c) KapitalrücklageDie Kapitalrücklage (€ 607,3 Mio.; Vj. € 602,2 Mio.) umfasste im Wesentlichen Aufgelder aus einer Sachkapitalerhöhung und der Ausgabe eigener Aktien sowie den Gegenwert des rechnerischen Personalaufwands aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (vgl. Ziffer (10)). (d) Erwirtschaftetes EigenkapitalDas erwirtschaftete Eigenkapital umfasste die erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Im Berichtsjahr hat die Axel Springer SE für das vorangegangene Geschäftsjahr € 125,2 Mio. (Vj.: € 400,3 Mio.) bzw. € 1,16 (Vj.: € 3,71) je dividendenberechtigte Stückaktie ausgeschüttet. Der Vorstand schlägt für das Geschäftsjahr 2022 die Ausschüttung einer Dividende von € 1,16 je dividendenberechtigte Aktie vor. Dies entspricht einer erwarteten Gesamtzahlung von € 125,2 Mio. Die Dividende ist von der Zustimmung der Hauptversammlung abhängig. Darüber hinaus werden im erwirtschafteten Eigenkapital Transaktionen mit Gesellschaftern erfasst. Das erwirtschaftete Eigenkapital wurde zum 31. Dezember 2021 aufgrund von Anpassungen der Vorjahreszahlen um € 9,8 Mio. auf € 1.625,1 Mio. erhöht (vgl. Ziffer (3p)). (e) Kumuliertes übriges EigenkapitalDas sonstige kumulierte übrige Eigenkapital umfasste am Bilanzstichtag im Wesentlichen Effekte aus der Währungsumrechnung in Höhe von € 101,1 Mio. (Vj.: € 32,2 Mio.) sowie versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Pensionsbilanzierung in Höhe von € - 33,4 Mio. (Vj.: € - 102,5 Mio.). Die Veränderungen aus der Währungsumrechnung entfielen im Berichtsjahr sowie im Vorjahr im Wesentlichen auf die Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen in US-Dollar, britischen Pfund und israelischen Schekeln (vgl. Ziffer (2d)). (f) Anteile anderer GesellschafterDie Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfielen im Wesentlichen auf die folgenden Unternehmen:
Ende Dezember 2021 haben wir den Verkauf unserer bislang vollkonsolidierten Anteile (50,0 %) an der Ringier Axel Springer Media AG, Zürich, Schweiz, vollzogen (vgl. Ziffer (2c)). Zuvor erfolgte die Ausgliederung der polnischen Beteiligungen in die Grupa Ringier Axel Springer Polska AG, Zürich, Schweiz, an der wir wie bislang 50,0 % der Anteile halten und die wir weiterhin aufgrund gesellschaftsvertraglicher Rechte vollkonsolidieren. Im Zuge der Veräußerung sind im Geschäftsjahr 2021 Anteile anderer Gesellschafter von € 159,0 Mio. abgegangen. (10) Anteilsbasierte VergütungDie Aufwendungen bzw. Erträge für anteilsbasierte Vergütungen betrugen im Berichtsjahr € - 38,2 Mio. bzw. € 18,7 Mio. (Vj.: € - 65,5 Mio. bzw. € 0,8 Mio.) und bezogen sich in Höhe von € - 11,4 Mio. (Vj.: € - 24,0 Mio.) auf Zusagen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente sowie in Höhe von € - 26,8 Mio. bzw. € 18,7 Mio. (Vj.: € - 41,5 Mio. bzw. € 0,8 Mio.) auf Zusagen mit Barausgleich. Die bilanzierten Verbindlichkeiten und Rückstellungen aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen beliefen sich auf insgesamt € 77,7 Mio. (Vj.: € 72,3 Mio.), wovon € 24,8 Mio. (Vj.: € 21,3 Mio.) in den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen ausgewiesen wurden (vgl. Ziffer (32)). Zudem hat sich die Kapitalrücklage aufgrund von anteilsbasierten Vergütungsprogrammen um € 5,0 Mio. (Vj.: € 23,2 Mio.) erhöht. Die zusammengefasst dargestellten Effekte betrafen insbesondere die nachfolgenden Optionsprogramme. Im Vorjahr wurde ein Management Incentive Plan für die Vorstandsmitglieder der Axel Springer SE und für ausgewählte Führungskräfte des Axel Springer Konzerns aufgelegt ("MIP"). Dem MIP liegen jeweils vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Teilnehmenden und der jeweiligen Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden zugrunde. Der MIP umfasst die Gewährung von Virtual Shares der Axel Springer SE ("VS") und von verschiedenen Phantom Stock Programmen ("PSP"). Den Teilnehmenden werden zu Beginn des Programms VS gewährt, für die sie ein Eigeninvestment zu leisten haben. Das Eigeninvestment erfolgt durch zukünftige Arbeitsleistung, für die die Teilnehmenden einen teilweisen Gehaltsverzicht erklären, oder durch Zahlung. Die VS sind keine Eigenkapitalinstrumente. Sie begründen ausschließlich Vergütungsansprüche gegen die jeweilige Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden, die eine Beteiligung an der Wertentwicklung der Axel Springer SE entsprechend der eines Aktionärs nachbilden sollen. Dies umfasst auch Ansprüche auf Zahlungen in Höhe der an Aktionäre geleisteten Dividenden. Zusätzlich partizipieren die Teilnehmenden an den PSP, die jeweils einen in der Höhe begrenzten Vergütungsanspruch gegen die jeweilige Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden auf eine prozentuale Beteiligung an der Wertsteigerung der Axel Springer SE ("AS-PSP") und für einen Teil der Führungskräfte zusätzlich eine Beteiligung an der Wertsteigerung der sie angehörenden Konzernbereiche ("OpCo-PSP"), insbesondere StepStone, AVIV und News Media National ("NMN"), begründen. Die für die Ermittlung der Wertsteigerung relevanten Basiswerte wurden jeweils auf Grundlage der Wertverhältnisse zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 vereinbart. Zahlungsansprüche aus dem AS-PSP und den OpCo-PSP (mit Ausnahme des OpCo-PSP für den Bereich NMN) entstehen grundsätzlich nur, wenn der Marktwert der Axel Springer SE und der jeweiligen Konzernbereiche mindestens um 50 % bzw. 40 % im Vergleich zum jeweiligen Basiswert gestiegen ist. Der prozentuale Vergütungsanspruch für diese OpCo-PSP erhöht sich ab einer Wertsteigerung von 150 %. Bei dem OpCo-PSP für den Bereich NMN entsteht ein Vergütungsanspruch bei Erreichen bestimmter Umsatz- und Ergebnisziele. Die Erfüllung der Vergütungsansprüche erfolgt nur bei Eintritt definierter Zahlungs- oder Bewertungsereignisse, insbesondere Ausschüttungen, die Veräußerung von Anteilen der Axel Springer SE oder einzelner Konzernbereiche in bestimmter Höhe, Börsengänge einzelner Konzernbereiche, die erneute Börsennotierung der Axel Springer SE, und grundsätzlich nur dann, wenn der Teilnehmende zu diesem Zeitpunkt noch für Axel Springer tätig ist. Im Fall einer erneuten Börsennotierung der Axel Springer SE können die Vergütungsansprüche auch durch die Ausgabe von Aktien erfüllt werden. Wird ein einzelner Konzernbereich, für den ein OpCo-PSP besteht, an die Börse gebracht, können die Vergütungsansprüche der diesem Konzernbereich angehörenden Führungskräfte ebenfalls in Form von Aktien erfüllt werden. Die hierbei in Aktien zu wandelnden Vergütungsansprüche sind um etwaig abzuführende Steuerbeträge zu mindern. Sofern ein Börsengang bis Ende 2024 stattfindet, sind die Vergütungsansprüche aus den betreffenden PSP zunächst nur zeitanteilig auf Basis einer rechnerischen Laufzeit ab Januar 2020 zu erfüllen. Verbleibende Ansprüche aus diesen PSP verfallen, führen jedoch zu entsprechenden Ansprüchen der Teilnehmenden im Rahmen eines dann neu zu vergleichbaren Konditionen aufzulegenden Vergütungsprogramms. Bei vorzeitigem Ausscheiden werden die Ansprüche aus den VS und PSP verwirkt; in diesem Fall erhält der Teilnehmende grundsätzlich einen Ausgleichsanspruch in Höhe seines geleisteten Investments bzw. des niedrigeren Zeitwerts der VS. In bestimmten Fällen wird zusätzlich ein Anteil an der erreichten Wertsteigerung gewährt. Die Gewährung des MIP erfolgte im Wesentlichen zwischen Mai und Dezember 2021 ("MIP 2021") durch individuell geschlossene Vereinbarungen mit den Teilnehmenden. Weiteren Teilnehmern wurde das MIP im Geschäftsjahr 2022 gewährt ("MIP 2022"). Der Erdienungszeitraum begann mit der jeweiligen Bekanntmachung des Programms im zweiten und dritten Quartal 2021 (MIP 2021) bzw. mit der individuellen Gewährung (MIP 2022). Er endet für die den Berechtigten eines Konzernbereichs gewährten VS und die bis dahin zu erfüllenden Teile der PSP (rd. 82 %; Vj.: rd. 41 %) mit dem voraussichtlichen Börsengang, der für 2024 (Vj.: 2022) angenommen wird. Für Ansprüche aus den verfallenden Teilen dieser PSP (rd. 18 %; Vj.: 59 %), die in ein neues Vergütungsprogramm zu überführen sind, wurde ein erwarteter Gesamterdienungszeitraum von vier Jahren bis zum zweiten Quartal 2025 geschätzt. Für die den übrigen Berechtigten gewährten VS und PSP wurde ein Gesamterdienungszeitraum von vier oder fünf Jahren bis zum zweiten Quartal 2025 bzw. 2026 angenommen. Erwartete Zahlungen aus den VS in Höhe der Dividenden werden über den jeweiligen Zeitraum bis zur Zahlung erdient. Hierbei wird eine regelmäßige Dividende von € 1,16 p. a. angenommen. In Abhängigkeit des jeweils wahrscheinlichsten Zahlungs- oder Bewertungsereignisses werden die VS und PSP (mit Ausnahme des OpCo-PSP für den Bereich NMN) entweder als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Aktien oder mit Barausgleich erfasst. Die den Berechtigten eines Konzernbereichs gewährten VS und PSP werden als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Aktien bilanziert, da ein Börsengang als das wahrscheinlichste Zahlungs- oder Bewertungsereignis für dieses Teilprogramm anzusehen ist und keine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht. Für die übrigen Teilprogramme überwiegt die Wahrscheinlichkeit eines Barausgleichs. Das OpCo-PSP für den Bereich NMN erfüllt nicht die Kriterien einer anteilsbasierten Vergütung und wird als Leistungen an Arbeitnehmer bilanziert. Die sich aus den VS und PSP ergebenden Vergütungskomponenten werden linear auf Basis der beizulegenden Zeitwerte der VS und PSP zum Gewährungszeitpunkt (bei Ausgleich durch Aktien) bzw. zum jeweiligen Bilanzstichtag (bei Barausgleich) ergebniswirksam über den jeweils erwarteten Erdienungszeitraum erfasst. Die für die gewährten VS geleisteten Eigeninvestments werden bis zur Erfüllung der VS in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die beizulegenden Zeitwerte der VS zu den jeweiligen Bewertungsstichtagen werden als anteilige Zeitwerte der Axel Springer SE auf Basis eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Hierbei werden die jeweiligen Mittelfristplanungen sowie bereichsspezifische Diskontierungssätze und Wachstumsraten berücksichtigt. Die beizulegenden Zeitwerte des AS-PSP und der OpCo-PSP werden unter Anwendung eines Binomialmodells geschätzt. Die wesentlichen Bewertungsparameter sind die Wertsteigerungen auf Basis der Marktwerte der Axel Springer SE und der jeweiligen für die OpCo-PSP relevanten Konzernbereiche im Vergleich zu deren Basiswerten, die erwartete Volatilität der Marktwerte in Bezug auf die voraussichtlichen Laufzeiten bzw. Restlaufzeiten im Bewertungszeitpunkt und die laufzeitabhängigen risikolosen Zinssätze. Die Marktwerte für die Axel Springer SE und die betreffenden Konzernbereiche ergeben sich aus den jeweiligen Zeitwerten zuzüglich der gezahlten Dividenden bzw. Ergebnisabführungen seit Anfang 2020. Für die im Berichtsjahr gewährten PSP im Rahmen des MIP mit Ausgleich durch Aktien wurden folgende wesentliche Parameter der Bewertung zugrunde gelegt:
* Laufzeiten getrennt für den zu
erfüllenden Teil im Zeitpunkt des geplanten
Börsengangs des betreffenden Konzernbereichs und
für verbleibende Ansprüche.
Die erwarteten Volatilitäten basieren auf einer Beurteilung der historischen Volatilitäten von Aktienkursen vergleichbarer Unternehmen, insbesondere in dem Zeitraum, der der erwarteten Laufzeit entspricht. Die Entwicklung der gewährten VS und PSP ist nachfolgend dargestellt:
* Gewichtetes durchschnittliches
Eigeninvestment.
Durch das vorzeitige Ausscheiden von Teilnehmenden am MIP wurden im Berichtsjahr VS und PSP verwirkt. Die entsprechenden Ausgleichsansprüche beliefen sich auf € 13,9 Mio. (Vj.: € 0,0 Mio.) und wurden überwiegend im Berichtsjahr ausgezahlt. Die zum jeweiligen Periodenende ausstehenden VS und PSP waren nicht ausübbar. Der beizulegende Zeitwert der im Berichtsjahr gewährten Komponenten des MIP mit Ausgleich durch Aktien betrug für die VS (ohne Berücksichtigung des Eigeninvestments) insgesamt € 0,2 Mio. (Vj.: € 5,9 Mio.), für das AS-PSP € 0,5 Mio. (Vj.: € 8,0 Mio.) und das OpCo-PSP € 4,0 Mio. (Vj.: € 49,3 Mio.). Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit des MIP mit Ausgleich durch Aktien in Bezug auf die VS und den zu erfüllenden Teil des PSP im Zeitpunkt des geplanten Börsengangs des betreffenden Konzernbereichs wurde zum 31. Dezember 2022 mit 1,2 Jahren (Vj.: 0,3 Jahren) angenommen, für die weitergehenden Ansprüche aus der Überführung in ein neues Vergütungsprogramm mit 2,3 Jahren (Vj.: 3,3 Jahren). Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit des MIP mit Barausgleich wurde zum 31. Dezember 2022 mit 3,1 Jahren (Vj.: 4,1 Jahren) angenommen. Der im Berichtsjahr erfasste Aufwand aus dem MIP setzte sich wie folgt zusammen:
Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Verpflichtungen aus dem MIP betrugen zum 31. Dezember 2022 insgesamt € 49,4 Mio. (Vj.: € 30,8 Mio.). Im Vorjahr wurden Zahlungsansprüche aus anderen anteilsbasierten Vergütungsprogrammen, auf die als Eigeninvestment für die Gewährung der VS verzichtet wurde, in Höhe von € 12,3 Mio. den Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem MIP zugeführt. Ergänzend zu dem MIP wurde im Vorjahr ein Virtual Employee Participation Program für Beschäftigte des Axel Springer Konzerns eingeführt ("VEP"). Dem VEP liegen jeweils vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Teilnehmenden und der jeweiligen Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden zugrunde. Den Teilnehmenden werden zu Beginn des Programms Virtual Shares der Axel Springer SE ("VS") gewährt, für die sie ein Eigeninvestment zu leisten haben. Dieses wird durch zukünftige Arbeitsleistung, für die die Teilnehmenden einen teilweisen Gehaltsverzicht erklären, erbracht. Die VS sind keine Eigenkapitalinstrumente. Sie begründen ausschließlich Zahlungsansprüche gegen die jeweilige Anstellungsgesellschaft des Teilnehmenden, die eine Beteiligung an der Wertentwicklung der Axel Springer SE entsprechend der eines Aktionärs nachbilden sollen. Jedoch erhält der Teilnehmende in jedem Fall sein geleistetes Eigeninvestment zurück. Die Erfüllung der Zahlungsansprüche erfolgt ausschließlich in bar und nur bei Eintritt definierter Zahlungs- oder Bewertungsereignisse, die grundsätzlich denen beim MIP entsprechen (siehe oben). Ergänzend haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, zum Ende des Geschäftsjahres 2025 eine Auszahlung auf Basis der sich dann ergebenden Zeitwerte der VS zu verlangen, sofern sich bis dahin kein anderes Zahlungs- oder Bewertungsereignis ereignet hat. Bei vorzeitigem Ausscheiden des Teilnehmenden vor Eintritt eines definierten Zahlungsoder Bewertungsereignisses wird grundsätzlich nur das geleistete Eigeninvestment ausgezahlt. Die Gewährung des VEP erfolgte im Wesentlichen im Vorjahr durch individuell geschlossene Programmvereinbarungen mit den Teilnehmenden. Weiteren Teilnehmenden wurde das VEP im Berichtsjahr gewährt. Der Erdienungszeitraum begann im Vorjahr mit Bekanntgabe des Programms im September 2021 bzw. mit der individuellen Gewährung im Sommer des Berichtsjahres. Da - analog zum MIP - für einen Konzernbereich ein Börsengang als das wahrscheinlichste Zahlungs- oder Bewertungsereignis gilt, endet das Programm und somit der Erdienungszeitraum für die Berechtigten dieses Konzernbereichs annahmegemäß im Geschäftsjahr 2024 (VEP I). Im Vorjahr wurde die Beendigung des VEP I für 2022 angenommen. Für den verbleibenden Teil des VEP (VEP II) wird eine Laufzeit von rd. fünf Jahren bis zum zweiten Quartal 2026 unterstellt. Das VEP wird als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich bilanziert. Über den Erdienungszeitraum werden die sich aus dem Programm ergebenden Vergütungskomponenten linear auf Basis des beizulegenden Zeitwerts des VEP zum jeweiligen Bilanzstichtag ergebniswirksam erfasst. Der beizulegende Zeitwert des VEP wird auf Basis eines Optionspreismodells ermittelt. Wesentliche Bewertungsparameter sind der Zeitwert der Axel Springer SE sowie dessen Volatilität über die antizipierte Restlaufzeit des VEP. Zur Ermittlung des Zeitwerts der Axel Springer SE vgl. die Ausführungen zum MIP (siehe oben). Die für die gewährten VS geleisteten Eigeninvestments werden bis zur Erfüllung der VS in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die Entwicklung der gewährten VS ist nachfolgend dargestellt:
* Gewichtetes durchschnittliches
Eigeninvestment.
Die zum jeweiligen Periodenende ausstehenden VS waren nicht ausübbar. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der gewährten VS wurde zum 31. Dezember 2022 mit 1,2 Jahren (Vj.: 0,3 Jahren) für das VEP I und 3,3 Jahren (Vj.: 4,4 Jahren) für das VEP II angenommen. Der im Berichtsjahr erfasste Aufwand aus dem VEP betrug 0,8 Mio. € (Vj.: € 1,1 Mio.). Die zum 31. Dezember 2022 für Verpflichtungen aus dem VEP gebildeten Rückstellungen beliefen sich einschließlich der geleisteten Eigeninvestments auf € 6,1 Mio. (Vj.: € 1,4 Mio.). Vorstandsmitgliedern und ausgewählten Führungskräften wurden 2016 bzw. 2018 eine langfristige variable Vergütung in Form eines Long-Term Incentive Plan ("LTIP") gewährt. Der LTIP wurde bereits im Vorjahr mit Einführung des MIP (siehe oben) nahezu vollständig beendet und die bis zu diesem Zeitpunkt erworbenen Vergütungsansprüche aus dem LTIP als Eigeninvestment in das MIP überführt oder ausgezahlt. Nach Auszahlung restlicher Ansprüche an Berichtigte des LTIP wurde das Programm im Berichtsjahr vollständig beendet. Der LTIP wurde als anteilsbasiertes Vergütungsprogramm mit Barausgleich mit seinem unter Anwendung eines stochastischen Modells zur Bewertung von Aktienoptionsrechten ermittelten Zeitwert zum Bilanzstichtag bewertet und entsprechend der voraussichtlich eintretenden Unverfallbarkeit erfasst. In der im Geschäftsjahr 2020 endenden vierjährigen Leistungsperiode wurde das vorgegebene Wertsteigerungsziel erreicht. Auf Basis eines der Ermittlung der Steigerung der Marktkapitalisierung zugrunde gelegten volumengewichteten Durchschnittskurses der Axel-Springer-Aktie von € 62,30 ergab sich ein Vergütungsanspruch in Höhe von insgesamt € 100,0 Mio., der jeweils zur Hälfte auf den Auszahlungsbetrag I und II entfiel. Ein Vergütungsanspruch setzte voraus, dass die Marktkapitalisierung der Axel Springer SE innerhalb von drei, vier oder höchstens fünf Jahren ab Gewährung (jeweils die "Leistungsperiode") um mindestens 40 % gesteigert wird. Unterhalb dieser Schwelle entstand kein Vergütungsanspruch. Der Vergütungsanspruch erhöhte sich nur bis zu einer Steigerung der Marktkapitalisierung um maximal 60 %. Im Falle der Zielerreichung stand den berechtigten Vorstandsmitgliedern und Führungskräften ein Zahlungsanspruch in Höhe von insgesamt 3,63 % bzw. 0,48 % der Steigerung der Marktkapitalisierung zu. Die Steigerung der Marktkapitalisierung wurde berechnet auf Basis des volumengewichteten Durchschnittskurses der Axel Springer-Aktie der letzten 90 Kalendertage vor dem 1. Mai 2016 bzw. vor Ende der jeweiligen Leistungsperiode, multipliziert mit der Anzahl der ausstehenden Axel Springer-Aktien (abzüglich eigener Aktien) unter Addition der Dividendenausschüttungen während der Leistungsperiode. Die Auszahlung des im Geschäftsjahr 2020 unverfallbar gewordenen Auszahlungsbetrages I wurde aufgrund einer mit den Berechtigten geschlossenen Stundungsvereinbarung zunächst in das Jahr 2021 verschoben. Der Auszahlungsbetrag II wäre nach einer Wartefrist von zwei Jahren 2022 zur Auszahlung gekommen. Der Nettobetrag aller Auszahlungen (nach Berücksichtigung abzuführender Steuern und Abgaben) wäre vollständig in ausgegebene Axel-Springer-Aktien zu investieren gewesen. Im Vorjahr wurde jedoch mit der überwiegenden Zahl der Berechtigten am LTIP eine teilweise Überführung von Vergütungsansprüchen als Eigeninvestment in das MIP und Auszahlung der verbleibenden Vergütungsansprüche vereinbart und somit der LTIP beendet. Den übrigen Berechtigten wurde der Auszahlungsbetrag I im Vorjahr ausgezahlt. Den Auszahlungsbetrag II erhielten sie entsprechend der ursprünglichen Vereinbarung im Berichtsjahr. Im Berichtsjahr ergab sich aus dem LTIP kein Personalaufwand, im Vorjahr führte das LTIP zu Personalaufwand in Höhe von € 9,0 Mio. Zahlungen an Berechtigte wurden in Höhe von € 1,3 Mio. (Vj.: € 67,9 Mio.) geleistet. Im Vorjahr wurden zudem Zahlungsansprüche von Berechtigten am LTIP in Höhe von € 11,4 Mio. als Eigeninvestment in das MIP überführt. Die zum 31. Dezember 2021 erfassten Rückstellungen für fortbestehende Ansprüche aus dem LTIP in Höhe von € 1,4 Mio. wurden in Höhe von € 1,3 Mio. für erfolgte Zahlungen in Anspruch genommen und in Höhe von € 0,1 Mio. ergebniswirksam aufgelöst. Dem nicht am LTIP beteiligten Vorstandsmitglied wurde im Geschäftsjahr 2018 ein virtueller Aktienoptionsplan über 225 Tsd. Optionsrechten mit einem Basiswert von € 62,06 pro Optionsrecht, einer Laufzeit von sechs und einer Wartezeit von vier Jahren gewährt. Das Programm wurde im Vorjahr mit Einführung des MIP (siehe oben) beendet und die bis zu diesem Zeitpunkt erworbenen Ansprüche als Eigeninvestment in das MIP überführt. Die Programmbedingungen und Voraussetzungen für einen Vergütungsanspruch, die nachfolgend wiedergegeben werden, wären insbesondere von der Entwicklung der Axel-Springer-Aktie abhängig gewesen. Der Kurs der Axel-Springer-Aktie wurde jedoch seit dem Rückzug von der Börse im Geschäftsjahr 2020 nicht mehr festgestellt. Hätte das Beschäftigungsverhältnis mindestens bis zum Ablauf der Wartezeit bestanden, hätten alle gewährten virtuellen Aktienoptionen unverfallbar werden können. Wäre das Beschäftigungsverhältnis vor Ende der Wartezeit beendet worden, jedoch frühestens ein Jahr nach dem Gewährungszeitpunkt, wären die Optionsrechte pro rata temporis im Verhältnis zur Wartezeit unverfallbar geworden. Weitere Voraussetzung für den Eintritt der Unverfallbarkeit wäre gewesen, dass innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr vor Ende der Wartezeit entweder der volumengewichtete Durchschnittskurs der Axel-Springer-Aktie eines Zeitraums von 90 Kalendertagen mindestens 30 % über dem Basiswert gelegen hätte oder die prozentuale Steigerung dieses Durchschnittskurses gegenüber dem Basiswert die Entwicklung des DAX-Kursindex übertroffen hätte. Die Ausübung der Optionsrechte wäre nur möglich gewesen, wenn der volumengewichtete Durchschnittskurs der Axel-Springer-Aktie 90 Kalendertage vor Ausübung mindestens 30 % über dem Basiswert gelegen hätte und seine prozentuale Steigerung gegenüber dem Basiswert die Entwicklung des DAX-Kursindex übertroffen hätte. Jedes Optionsrecht hätte einen auf maximal 200 % des Basiswerts begrenzten Zahlungsanspruch in Höhe des Wertzuwachses der Axel-Springer-Aktie, der der Differenz zwischen dem volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 90 Kalendertage vor Ausübung und dem Basiswert entspricht, gewährt. Das berechtigte Vorstandsmitglied wäre verpflichtet gewesen, für je zehn Optionsrechte eine Axel-Springer-Aktie als Eigeninvestment zu halten. Eine Verfügung über diese Aktien vor Ausübung der Optionsrechte hätte zu einem Verfall der Optionsrechte im gleichen Verhältnis geführt. Der virtuelle Aktienoptionsplan wurde als anteilsbasiertes Vergütungsprogramm mit Barausgleich mit seinem unter Anwendung eines Black-Scholes-Modells in einer Monte-Carlo-Simulation ermittelten Zeitwert zum jeweiligen Bilanzstichtag bzw. bis zum Beendigungszeitpunkt bewertet und entsprechend der voraussichtlich eintretenden Unverfallbarkeit erfasst. Die Neubewertung zum Zeitpunkt der Beendigung des Programms im Vorjahr führte zu Erträgen in Höhe von € 0,7 Mio. Der verbleibende Anspruch betrug € 0,9 Mio. und wurde im Vorjahr als Eigeninvestment in das MIP überführt. Bei unseren Tochtergesellschaften bestanden zum Bilanzstichtag folgende wesentliche anteilsbasierte Vergütungsprogramme: Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Appcast im Geschäftsjahr 2019 wurde eine bestehende anteilbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente in eine anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich umgewandelt. Die Aktienoptionen werden über einen Zeitraum von vier Jahren unverfallbar und wurden mit Kauf- und Verkaufsoptionen verknüpft, die in den Jahren 2023 bis 2025 ausübbar sind und bei denen sich der Kaufpreis an künftigen Unternehmensergebnissen bemisst (vgl. Ziffer (29)). Im Mai 2021 wurden die Kauf- und Verkaufsoptionen angepasst. Der Ausübungspreis basiert nunmehr auf einem Umsatz-Multiple. Darüber hinaus wurden Ausübungszeitpunkte individualisiert sowie maximale Auszahlungsbeträge in Abhängigkeit der jeweiligen Ausübungszeitpunkte festgelegt. Aufgrund der Anpassung erfüllte das Vergütungsprogramm ab dem Änderungszeitpunkt im Mai 2021 nicht mehr die Voraussetzungen für anteilsbasierte Vergütungen. Die Bilanzierung erfolgte seitdem als Leistungen an Arbeitnehmer. Im Vorjahr wurde bis zum Änderungszeitpunkt Personalaufwand aus anteilsbasierter Vergütung in Höhe von € 6,8 Mio. erfasst. Zum Vollzug des Erwerbs von Insider Ende 2015 wurden dem heutigen Vorstand von Insider als Ersatz für ein bestehendes Aktienoptionsprogramm 15.854 Optionen auf Erwerb von insgesamt 13 % der Anteile von Insider gewährt. Die Optionen werden über einen Zeitraum bis Ende 2025 (30 % nach drei Jahren und anschließend jährlich weitere 10 %) unverfallbar und sind danach bis Ende 2025 ausübbar. Ende 2025 können sämtliche bezogenen Anteile Axel Springer gegen Zahlung des Zeitwerts angedient werden, so dass eine anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich besteht. Im Geschäftsjahr 2018 wurden bis dahin unverfallbar gewordene 4.756 Optionen gegen Zahlung von USD 4,6 Mio. (€ 4,0 Mio.) zurückgekauft, so dass unverändert zum Vorjahr zum 31. Dezember 2022 11.098 Optionen bestanden. Im Geschäftsjahr 2019 wurde im Zusammenhang mit der operativen Zusammenführung der beiden US-Unternehmen Insider und Insider Intelligence dem Vorstand von Insider die Gesamtverantwortung für die zusammengeführten Unternehmen übertragen und somit das bestehende Optionsprogramm derart erweitert, dass auch die Wertentwicklung von Insider Intelligence umfasst ist. Hierzu wurden dem Vorstand 9.351 Optionen auf Erwerb von insgesamt 9,1 % der Anteile an Insider Intelligence unter Beibehaltung sämtlicher Bedingungen des bestehenden Optionsprogramms gewährt. Durch Erreichen von Umsatzzielen für das Geschäftsjahr 2020 wurde eine Vorabzahlung von USD 7,5 Mio. (€ 6,3 Mio.) im Vorjahr geleistet. Zudem wird bei Erreichen von Umsatz- und Ergebniszielen für 2022 und 2023 eine weitere Vorabzahlung von bis zu USD 12,0 Mio. (€ 11,2 Mio.) erfolgen. Zusätzlich werden USD 9,0 Mio. (€ 8,4 Mio.) ohne festgelegte Ziele in jährlichen Raten von USD 1,5 Mio. (€ 1,4 Mio.) in den Jahren 2018 bis 2023 ausgezahlt. Alle diese Vorabzahlungen werden mit künftigen Zahlungen aus den Optionen verrechnet. Bei Verfall oder Nichtausübung der Optionsrechte besteht keine Rückzahlungspflicht. Zum 31. Dezember 2022 bestanden unverändert zum Vorjahr Optionsrechte auf Erwerb von 9,1 % der Anteile an den zusammengeführten Unternehmen Insider und Insider Intelligence, von denen keine ausübbar waren. Der Ausübungspreis bzw. die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der bestehenden Optionen beträgt USD 3,6 Tsd. bis 3,9 Tsd. (€ 3,4 Tsd. bis 3,6 Tsd.) pro Anteil bzw. 2,8 Jahre (Vj.: 3,8 Jahre). Der beizulegende Zeitwert wurde zum Gewährungszeitpunkt sowie zu jedem Bilanzstichtag anhand eines Optionspreismodells auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung des Ausübungspreises der Optionen, des risikolosen Zinssatzes und der erwarteten Dividenden ermittelt; die Volatilität des Anteilspreises wurde über einen Peer Group-Vergleich bestimmt. Zu jedem Bilanzstichtag werden die Optionsrechte neu bewertet und der über den Zeitraum bis zum Erreichen der Unverfallbarkeit (Erdienungszeitraum) zu erfassende Personalaufwand ermittelt. Im Berichtszeitraum wurde ein sonstiger betrieblicher Ertrag aufgrund angepasster Wachstumsannahmen in Höhe von € 18,4 Mio. (Vj.: Personalaufwand in Höhe von € 5,7 Mio.) erfasst. Die Rückstellung belief sich zum 31. Dezember 2022 auf € 19,1 Mio. (Vj.: € 36,5 Mio.) und war auch durch die im Berichtsjahr erfolgten Auszahlungen (€ 1,4 Mio.) sowie Währungseffekte beeinflusst. Sonstige anteilsbasierte Vergütungsprogramme waren einzeln und in Summe von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. (11) PensionsverpflichtungenDie Pensionsverpflichtungen betrafen nahezu ausschließlich Konzerngesellschaften mit Sitz in Deutschland. Aus beitragsorientierten Versorgungsplänen zahlt der Konzern im Wesentlichen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen an staatliche Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen betrugen € 58,3 Mio. (Vj.: € 54,3 Mio.) und wurden im Personalaufwand ausgewiesen. Rückstellungen für Pensionen wurden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und laufenden Leistungen an ehemalige und aktive Mitarbeitende des Axel Springer Konzerns sowie für deren Hinterbliebene gebildet. Dabei entsprach die Rückstellung für leistungsorientierte Versorgungspläne dem Barwert der Verpflichtungen am Bilanzstichtag abzüglich des Zeitwerts des Planvermögens. Im Zusammenhang mit den Pensionsplänen ist der Konzern allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie Gehalts- und Rentensteigerungen, Langlebigkeit und Zinssatzänderungen sowie dem Inflationsrisiko und dem Kapitalmarkt- und Anlagerisiko ausgesetzt. In den deutschen Konzerngesellschaften existieren im Wesentlichen vier unterschiedliche Arten von leistungsorientierten Pensionsplänen, die dem Betriebsrentengesetz und somit den gesetzlichen Regelungen insbesondere zur Unverfallbarkeit, zum Inflationsausgleich in der Leistungsphase und zum Insolvenzschutz durch den Pensionssicherungsverein unterliegen. Die Pensionspläne werden zum Teil durch Planvermögen finanziert, das durch den Axel Springer Pensionstreuhand e. V. treuhänderisch verwaltet wird. Zwei Pensionspläne sehen für den Versorgungsberechtigten eine jährliche Rente auf Basis von Festbeträgen vor, die für den ersten Pensionsplan nur von der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit und für den zweiten Pensionsplan zusätzlich von der Stellung im Unternehmen abhängen und statisch in der Anwartschaftsphase und dynamisch in der Leistungsphase entsprechend den Vorgaben des Betriebsrentengesetzes sind. Die Vorstandszusagen entsprechen in der Ausgestaltung dem zweiten Pensionsplan und sind darüber hinaus dynamisch in der Anwartschaftsphase in Abhängigkeit von der Inflation. Der dritte Pensionsplan ist eine Leistungszusage, die sich in Abhängigkeit von umgewandelten Entgeltbestandteilen unter Berücksichtigung von festgeschriebenen Faktorentabellen berechnet. Ab Rentenbeginn erfolgt eine Anpassung der laufenden Leistungen mit 1 % p. a. Der vierte Pensionsplan umfasst Direktzusagen auf Basis bezuschusster Entgeltumwandlungen, die über eine Versicherung kongruent gedeckt sind, und im Regelfall eine Einmalzahlung mit Renteneintritt gewähren. Im Wesentlichen wurden die folgenden Parameter der Bewertung zugrunde gelegt:
Für die Lebenserwartung der Pensionszusagen in Deutschland wurden unverändert zum Vorjahr im Wesentlichen die Richttafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck verwendet. Im Folgenden ist die Entwicklung der leistungsorientierten Versorgungspläne, des Planvermögens und der Erstattungsansprüche dargestellt:
Die laufenden Dienstzeitaufwendungen wurden im Personalaufwand als Aufwendungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen erfasst (vgl. Ziffer (20)). Die Nettozinsaufwendungen sind im Finanzergebnis enthalten (vgl. Ziffer (24)). Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste wurden im sonstigen Ergebnis der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen (vgl. Ziffer (26)). Zum 31. Dezember 2022 betrug die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen 12,5 Jahre (Vj.: 14,0 Jahre). Das Planvermögen belief sich zum 31. Dezember 2022 auf insgesamt € 386,5 Mio. (Vj.: € 405,3 Mio.). In Höhe von € 23,4 Mio. (Vj.: € 0,0 Mio.) ergaben sich zum 31. Dezember 2022 Vermögensüberdeckungen aus Pensionsplänen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen wurden (vgl. Ziffer (8)). Das Planvermögen setzte sich wie folgt zusammen:
Die Immobilien betrafen vollständig das selbstgenutzte Axel-Springer-Hochhaus am Standort Berlin. Für das Geschäftsjahr 2023 rechnen wir mit keinen wesentlichen Arbeitgeberbeiträgen zum Planvermögen. Der Axel Springer SE stehen im Zusammenhang mit einer 2005 erfolgten Ausgliederung von Tiefdruckaktivitäten Erstattungsansprüche aus Pensionsverpflichtungen bzw. der in diesem Zusammenhang entstehenden Pensionsaufwendungen zu. Der Ausweis der Erstattungsansprüche erfolgte als sonstiger finanzieller Vermögenswert (vgl. Ziffer (8)), während in der Gewinn- und Verlustrechnung die Erträge aus der Erstattung mit den korrespondierenden Pensionsaufwendungen saldiert wurden. Aufgrund bestehender vertraglicher Vereinbarungen gehen wir nicht von einem kurzfristigen Ausgleich der Erstattungsansprüche und der zugrundeliegenden Pensionsverpflichtungen in voller Höhe aus; der Ausweis des Vermögenswerts sowie der entsprechenden Pensionsverpflichtungen erfolgt daher in Höhe von € 12,2 Mio. (Vj.: € 16,8 Mio.) als langfristig und in Höhe von € 1,6 Mio. (Vj.: € 1,8 Mio.) als kurzfristig. Ein Anstieg bzw. Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen hätte auf den Barwert der gesamten Pensionsverpflichtungen zum Bilanzstichtag folgende prozentuale Auswirkungen:
Eine um durchschnittlich ein Jahr verlängerte Lebenserwartung der Versorgungsberechtigten zum 31. Dezember 2022 hätte zu einem Anstieg der Pensionsverpflichtungen um 3,8 % (Vj.: 4,5 %) geführt. Den Sensitivitätsberechnungen liegt die durchschnittliche Laufzeit der zum Bilanzstichtag ermittelten Versorgungsverpflichtungen zugrunde. Die Berechnungen wurden für die wesentlichen versicherungsmathematischen Parameter isoliert vorgenommen. Da den Sensitivitätsanalysen die durchschnittliche Duration der erwarteten Versorgungsverpflichtungen zugrunde liegt und folglich die erwarteten Auszahlungszeitpunkte unberücksichtigt bleiben, führen sie nur zu näherungsweisen Informationen bzw. Tendenzaussagen. (12) Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen setzten sich wie folgt zusammen:
Sonstige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitenden betrafen insbesondere leistungsabhängige Vergütungen. Ebenfalls enthalten waren anteilsbasierte Vergütungen (vgl. Ziffer (10)). Die Auflösung des Berichtsjahres entfiel im Wesentlichen auf anteilsbasierte Vergütungsprogramme (vgl. Ziffer (10)). Übrige Rückstellungen entfielen unter anderem auf die Aufsichtsratsvergütung (vgl. Ziffer (32)) sowie auf Aufbewahrungs- und Archivierungskosten. Die anderen Veränderungen resultierten im Wesentlichen aus der erstmaligen Einbeziehung von erworbenen Unternehmen sowie der Entkonsolidierung von veräußerten Unternehmen (vgl. Ziffer (2c)), aus der Währungsumrechnung sowie aus der Aufzinsung. (13) FinanzverbindlichkeitenDie Finanzverbindlichkeiten umfassten Schuldscheindarlehen in Höhe von € 455,6 Mio. (Vj.: € 612,7 Mio.), andere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von € 1.589,0 Mio. (Vj.: € 1.480,4 Mio.) sowie Leasingverbindlichkeiten in Höhe von € 562,3 Mio. (Vj.: € 532,7 Mio.). Die Schuldscheindarlehen (Nominalbeträge) waren zum Bilanzstichtag durch die folgenden Inanspruchnahmen, Zinssätze und Fälligkeiten gekennzeichnet.
Die anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Nominalbeträge) betrafen nahezu ausschließlich die Inanspruchnahme der Kreditlinie der Axel Springer SE (inkl. der Laufzeitdarlehen), die durch die folgenden Inanspruchnahmen, Zinssätze und Fälligkeiten gekennzeichnet waren.
* Täglich veränderbar durch das
Kreditinstitut, abhängig von der Marktentwicklung.
Im Dezember 2022 wurden vorzeitig bestehende langfristige revolvierende Kreditlinien in Höhe von € 1.500,0 Mio. refinanziert. Die Kreditlinien wurden zum Bilanzstichtag in Höhe von € 791,5 Mio. in Anspruch genommen und haben eine Laufzeit bis Juli 2027. Im Vorjahr wurde ein Laufzeitdarlehen in Höhe von € 500,0 Mio. abgeschlossen, das im Juli 2026 zur Rückzahlung fällig wird. Das Laufzeitdarlehen in Höhe von € 300,0 Mio. wurde im Vorjahr um ein Jahr bis Juli 2024 verlängert. Am Bilanzstichtag bestanden nicht in Anspruch genommene langfristige Kreditlinien in Höhe von insgesamt € 708,5 Mio. (Vj.: € 813,5 Mio.). Das Commercial Paper Programm (vgl. Ziffer (28)) wurde im Berichtsjahr durchschnittlich in Höhe von ca. € 274 Mio. (Vj.: ca. € 228 Mio.) mit einer durchschnittlichen Verzinsung von 0,49 % (Vj.: 0,03 %) genutzt. Wie im Vorjahr erfolgte keine Inanspruchnahme zum Bilanzstichtag. (14) Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten gliederten sich wie folgt:
Die bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstigen Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile betrafen im Wesentlichen die Optionsverbindlichkeiten zum Erwerb der nicht beherrschenden Anteile an Appcast und Morning Brew (vgl. Ziffer (29)). Die Vertragsverbindlichkeiten betrafen im Wesentlichen Kundenvorauszahlungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden betrafen ausstehende Lohn- und Gehaltszahlungen, Tantieme- und Abfindungsansprüche. Die passivischen Abgrenzungen beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen aus noch nicht genommenen Urlaubstagen. (15) Analyse der Fälligkeit finanzieller VerbindlichkeitenNachfolgend sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Mittelabflüsse im Zusammenhang mit finanziellen Verbindlichkeiten dargestellt:
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung(16) UmsatzerlöseDas Geschäft von Axel Springer ist in drei operative Geschäftsbereiche gebündelt: Classifieds Media, News Media und Marketing Media. Hinzu kommt der Geschäftsbereich Services/Holding. Im Geschäftsbereich Classifieds Media sind alle Geschäftsmodelle zusammengefasst, die ihre Erlöse überwiegend dadurch erzielen, dass Werbekunden für das Inserieren von Jobs, Immobilien, Autos usw. zahlen. Die Aktivitäten des Geschäftsbereichs Classifieds Media sind in zwei operative Bereiche StepStone (Jobs) und AVIV (Immobilien) gegliedert. Die Stellenportale von StepStone umfassen die Portale von Totaljobs, Jobsite und Saongroup, das Regionalportal meinestadt.de, den Employer-Branding-Spezialisten Universum sowie die Angebote von Gehalt.de, Studydrive und Appcast. Die Immobilienportale von AVIV umfassen die Portale von SeLoger (inkl. Logic-Immo), MeilleursAgents, Immoweb, Immowelt/Immonet sowie das Generalistenportal Yad2. Der Geschäftsbereich umfasste bis zur Veräußerung im März 2021 auch das Autoportal La Centrale (vgl. Ziffer (2c)). Der Geschäftsbereich News Media umfasst im Wesentlichen Geschäftsmodelle, deren Grundlage die Erstellung von journalistischen Inhalten ist und die durch Werbung, zahlende Leser und Inhalteverwertung mit Dritten wie zum Beispiel Social Media-Plattformen finanziert werden. News Media National beinhaltet im Wesentlichen die Marken BILD und WELT mit ihren jeweiligen Digital-, TV- und Print-Angeboten, inkl. der Computer-, Auto- und Sportzeitschriften der Markenfamilie BILD, das Preisvergleichsportal Idealo sowie die 2022 gegründete Streaming Plattform Dyn Media. News Media International umfasst internationale Digital- und Printmedienangebote. In den USA ist Axel Springer mit der Insider-Gruppe, zu der die Wirtschafts-, Börsen- und Finanznachrichtendienste Insider, Insider Intelligence sowie Morning Brew gehören, und POLITICO, eines der weltweit einflussreichsten Angebote für politische Nachrichten, vertreten. POLITICO beinhaltet neben dem US-Geschäft auch die Aktivitäten von POLITICO EU. In Europa sind wir insbesondere mit der Ringier Axel Springer Polska-Gruppe vertreten, zu der das News- und Entertainmentportal onet.pl, das Rubrikenportal Gratka.pl, das Immobilienportal Morizon.pl sowie seit dem Berichtsjahr das IT-Stellenanzeigenportal No Fluff Jobs gehören. Darüber hinaus umfasst der Geschäftsbereich den Nachrichtenaggregator upday, das Finanzportal finanzen.net sowie den Drive-to-Store Marketing Partner Bonial. Der Geschäftsbereich umfasste bis zur Veräußerung der Ringier Axel Springer Media im Dezember 2021 auch unsere Geschäftsaktivitäten in Ungarn, Serbien, der Slowakei und den baltischen Ländern (vgl. Ziffer (2c)). Der Geschäftsbereich Marketing Media beinhaltet die Affiliate-Marketing-Plattform Awin als wesentliche operative Einheit. Awin generiert Erlöse im Wesentlichen durch performancebasierte Platzierung von Werbung im Internet. Im Geschäftsbereich Services/Holding werden übergeordnete Konzernservices sowie Holdingfunktionen ausgewiesen. Die Umsatzerlöse wurden sowohl in der Berichtsperiode als auch im Vorjahr nahezu ausschließlich aus Verträgen mit Kunden erzielt und setzten sich wie folgt zusammen:
* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. Ziffer
(3p).
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Classifieds Media resultierten nahezu ausschließlich aus Werbeerlösen im Online-Rubrikengeschäft und teilten sich wie folgt auf:
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich News Media ergaben sich vor allem aus nationalen und internationalen Werbe- und Vertriebserlösen und teilten sich wie folgt auf:
Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Marketing Media wurden wie im Vorjahr zum größten Teil durch Werbekunden in der performancebasierten Vermarktung generiert.
Darüber hinaus ergaben sich Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Services/Holding für Konzernservices und Holdingfunktionen in Höhe von € 5,7 Mio. (Vj.: € 7,7 Mio.). Die zum 31. Dezember 2021 erfassten Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von € 298,8 Mio. (Vj.: € 199,5 Mio.) führten im Berichtsjahr in Höhe von € 296,4 Mio. (Vj.: € 195,3 Mio.) zu Umsatzerlösen. In den übrigen Erlösen waren Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von € 3,9 Mio. (Vj.: € 2,9 Mio.) enthalten. Davon entfielen im Berichtsjahr € 3,5 Mio. (Vj.: € 2,5 Mio.) auf Erträge aus Unterleasingverträgen. (17) Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge gliederten sich wie folgt:
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultierten überwiegend aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen (vgl. Ziffer (10)). Zu den Erträgen aus der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten vgl. Ziffer (29). Die Erträge aus Abgängen von konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten resultierten im Vorjahr im Wesentlichen aus der Veräußerung der La Centrale-Gruppe, der Ringier Axel Springer Media-Gruppe (mit Ausnahme unserer polnischen Beteiligungen) sowie der Bistro.sk (vgl. Ziffer (2c)). Die übrigen betrieblichen Erträge enthielten eine Vielzahl betragsmäßig unwesentlicher Sachverhalte. (18) Bestandveränderung und andere aktivierte EigenleistungenDie Bestandveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen erhöhten sich im Berichtsjahr auf € 122,9 Mio. (Vj.: € 107,7 Mio.) und standen wie im Vorjahr im Wesentlichen im Zusammenhang mit IT-Entwicklungsprojekten zum Ausbau und zur Erweiterung unserer digitalen Geschäftsmodelle. (19) MaterialaufwandDer Materialaufwand unterteilte sich wie folgt:
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren betrafen in Höhe von € 55,0 Mio. (Vj.: € 34,2 Mio.) Aufwendungen für Papier. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen entfielen wie im Vorjahr überwiegend auf Fremddruckleistungen (inkl. Papierkosten), Honorarleistungen sowie sonstige bezogene Leistungen. (20) PersonalaufwandDer Personalaufwand setzte sich wie folgt zusammen:
Die Löhne und Gehälter enthielten Zuführungen zu Rückstellungen für Strukturmaßnahmen. Der Anstieg der Löhne und Gehälter sowie der übrigen sozialen Abgaben war im Wesentlichen auf den Personalaufbau in den wachstumsstarken digitalen Geschäftsbereichen sowie konsolidierungsbedingte Veränderungen zurückzuführen. Dem entgegen standen geringere Aufwendungen aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen (vgl. Ziffer (10)). Im Konzern waren durchschnittlich beschäftigt:
Der Anstieg der Personalzahlen gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus dem Personalaufbau in den wachstumsstarken digitalen Geschäftsbereichen. (21) AbschreibungenDie Abschreibungen teilten sich wie folgt auf:
Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen beinhalteten Abschreibungen auf Leasing-Nutzungsrechte in Höhe von € 68,5 Mio. (Vj.: € 62,8 Mio.), vgl. Ziffer (5). Die Erhöhung der planmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte betraf zum großen Teil Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben des Vorjahres (vgl. Ziffer (2c)). Zu den außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte vgl. Ziffer (4). Vorgenommene Abschreibungen auf Beteiligungen sind Bestandteil des Beteiligungsergebnisses (vgl. Ziffer (23)). (22) Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzten sich wie folgt zusammen:
Zu den Aufwendungen aus der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstiger Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile vgl. Ziffer (29). Die übrigen Aufwendungen enthielten Aufwendungen für übrige Versicherungen, Aufwendungen aus Zahlungsverkehr sowie andere betriebliche Aufwendungen. Die Leasingaufwendungen beinhalteten Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (€ 8,9 Mio.; Vj.: € 6,1 Mio.), Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte (€ 1,0 Mio.; Vj.: € 1,0 Mio.) sowie Aufwendungen aus variablen Leasingzahlungen (€ 1,0 Mio.; Vj.: € 0,8 Mio.). Für Dienstleistungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH sind folgende Honorare erfasst worden:
Die Honorare für Abschlussprüfungen umfassten im Wesentlichen gesetzliche bzw. freiwillige Prüfungen der Jahresabschlüsse der Axel Springer SE und weiterer deutscher Tochterunternehmen, des Konzernabschlusses, sowie die Prüfung nach IDW PS 480 von Abschlüssen, die nach Rechnungslegungsgrundsätzen für einen speziellen Zweck aufgestellt wurden. Die Steuerberatungshonorare resultierten aus Unterstützungsleistungen bei steuerlichen Einzelfragen. (23) BeteiligungsergebnisDas Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen in Höhe von € - 33,9 Mio. (Vj.: € 15,4 Mio.) betraf im Wesentlichen neben dem anteiligen laufenden Ergebnis von nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von € 11,2 Mio. (Vj.: € 63,9 Mio.) sowie Erträge aus der Übergangskonsolidierung der No Fluff Jobs von € 15,4 Mio. (vgl. Ziffer (2c)). Im Vorjahr waren Erträge aus der Übergangskonsolidierung der POLITICO EU-Gruppe von € 26,1 Mio. enthalten (vgl. Ziffer (2c)). Das anteilige laufende Ergebnis war durch Aufwendungen (Vj.: Erträge) unserer Frühphasenfonds geprägt (vgl. Ziffer (6a)). Die außerplanmäßigen Abschreibungen entfielen im Wesentlichen auf die Beteiligung an Ringier Axel Springer Schweiz AG in Höhe von € 11,1 Mio. (Vj.: € 4,5 Mio.). Die außerplanmäßigen Abschreibungen des Vorjahres betrafen darüber hinaus die Beteiligung an Purplebricks in Höhe von € 59,4 Mio. Das übrige Beteiligungsergebnis in Höhe von € - 13,3 Mio. (Vj.: € 60,6 Mio.) enthielt im Wesentlichen Ergebnisse aus der erfolgswirksamen Bewertung sonstiger Beteiligungen in Höhe von € - 30,4 Mio. (Vj.: € 48,9 Mio.). Diese betrafen im Berichtsjahr überwiegend unsere Beteiligung an Vox Media Holdings, Inc., im Vorjahr unsere Beteiligung an Frühphasenfonds. (24) FinanzergebnisDie Finanzerträge setzten sich wie folgt zusammen:
Die Finanzaufwendungen gliederten sich wie folgt:
Auf finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum Zeitwert bilanziert wurden, entfielen Zinserträge und -aufwendungen in Höhe von € 5,2 Mio. (Vj.: € 3,3 Mio.) bzw. € - 43,3 Mio. (Vj.: € - 28,8 Mio.). Die sonstigen Finanzerträge bzw. sonstigen Finanzaufwendungen enthielten Ergebnisse aus der Währungsumrechnung in Höhe von € 13,7 Mio. (Vj.: € 8,2 Mio.) bzw. € - 15,2 Mio. (Vj.: € - 11,9 Mio.). Darüber hinaus waren in den sonstigen Finanzaufwendungen Aufwendungen aus der Neubewertung von begebenen Wandeldarlehen in Höhe von € - 11,1 Mio. (Vj.: € - 3,4 Mio.) enthalten. (25) ErtragsteuernDie Ertragsteuern gliederten sich wie folgt:
Der Anstieg der Ertragsteuern resultierte im Wesentlichen aus negativen Ergebnissachverhalten ohne steuerliche Wirkung. Zudem waren im Vorjahr positive Ergebnissachverhalte im Wesentlichen aus Unternehmensverkäufen (vgl. Ziffer (2c)) enthalten, die keiner bzw. keiner wesentlichen Besteuerung unterlegen haben. Nachfolgend ist die Überleitung des bei Anwendung des Steuersatzes der Axel Springer SE erwarteten Steueraufwands zu den tatsächlich erfassten Ertragsteuern dargestellt:
Bei in Deutschland ansässigen Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft fällt Körperschaftsteuer in Höhe von 15,0 % sowie ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der geschuldeten Körperschaftsteuer an. Zusätzlich unterliegen die Gewinne dieser Gesellschaften der Gewerbesteuer, deren Höhe sich in Abhängigkeit von gemeindespezifischen Hebesätzen bestimmt. Die Gewinne der Unternehmen in der Rechtsform der Personengesellschaft unterliegen ausschließlich der Gewerbesteuer. Das Ergebnis wird dem Gesellschafter für Zwecke der Körperschaftsteuer zugerechnet. Der Konzernsteuersatz beträgt unverändert zum Vorjahr 31,0 %. Die Auswirkungen abweichender Steuersätze für Personengesellschaften und für ausländische Ertragsteuern vom Steuersatz der Axel Springer SE sind in der Überleitungsrechnung unter den abweichenden Steuersätzen ausgewiesen. Die permanenten Differenzen ergaben sich im Wesentlichen aus Neubewertungseffekten von Beteiligungen (vgl. Ziffer (23)), bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten (vgl. Ziffer (29)) sowie weiteren Konsolidierungseffekten, die steuerrechtlich nicht zu berücksichtigen sind. Die Ansatzkorrekturen latenter Steuern entfielen in Höhe von € 16,4 Mio. (Vj.: € 2,3 Mio.) auf den Nichtansatz von latenten Steuern auf Verlustvorträge. Im Vorjahr wirkten gegenläufig Effekte aus dem erstmaligen Ansatz von aktiven latenten Steuern. Die steuerfreien Erträge resultierten im Wesentlichen aus Dividenden von nicht konsolidierten Gesellschaften (vgl. Ziffern (2c)). Im Vorjahr betrafen die steuerfreien Erträge insbesondere die Veräußerung der La Centrale-Gruppe, der Ringier Axel Springer Media-Gruppe sowie der Bistro.sk (vgl. Ziffern (2c)). Die aktiven und passiven latenten Steuern ergaben sich aus den temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen wie folgt:
Die passiven latenten Steuern auf Sachanlagen und die aktiven latenten Steuern auf Verbindlichkeiten resultierten im Wesentlichen aus der Leasingbilanzierung (vgl. Ziffer (3d)). Der Anstieg der aktiven latenten Steuern auf sonstige Rückstellungen stand im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Management Incentive Plan (vgl. Ziffer (10)). Die Entwicklung des Saldos der latenten Steuerpositionen ist nachfolgend dargestellt:
Von den aktiven und passiven latenten Steuern können € 24,6 Mio. (Vj.: € 20,9 Mio.) bzw. € 19,7 Mio. (Vj.: € 22,5 Mio.) kurzfristig realisiert werden. Der nach IAS 12.82 anzugebende Betrag der aktiven latenten Steuern betrug € 1,8 Mio. (Vj.: € 4,0 Mio.) und kann voraussichtlich planmäßig durch entsprechende Gewinne aus dem laufenden Geschäft realisiert werden. Latente Steuern in Höhe von insgesamt € 14,9 Mio. (Vj.: € 46,8 Mio.) wurden aufgrund von erfolgsneutral im Eigenkapital bilanzierten Sachverhalten ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Im Berichtsjahr wurden auf steuerliche Verlustvorträge für körperschaftsteuerliche Zwecke in Höhe von € 328,6 Mio. (Vj.: € 175,6 Mio.) und für gewerbesteuerliche Zwecke in Höhe von € 138,5 Mio. (Vj.: € 87,0 Mio.) keine aktiven latenten Steuern bilanziert, da für diese Beträge die Generierung eines ausreichenden steuerlichen Einkommens in der näheren Zukunft nicht wahrscheinlich ist. Von den nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen unterlagen € 179,9 Mio. (Vj.: € 0,0 Mio.) einer zeitlich beschränkten Vortragsfähigkeit von bis zu zehn Jahren. Die Realisierung bisher nicht aktivierter steuerlicher Verlustvorträge führte zu einer Minderung der laufenden Ertragsteuern in Höhe von € 0,1 Mio. (Vj.: € 4,3 Mio.). Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es Korrekturen von aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen aufgrund von Betriebsprüfungen bzw. abweichenden Steuerveranlagungen in Höhe von € - 9,4 Mio. (Vj.: € 1,4 Mio.). Auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem in der Konzern-Bilanz erfassten anteiligen Eigenkapital von Tochtergesellschaften und den korrespondierenden steuerbilanziellen Beteiligungsansätzen, z. B. durch Gewinnthesaurierung, sind unter bestimmten Voraussetzungen latente Steuern zu bilanzieren. Auf Unterschiedsbeträge in Höhe von € 57,6 Mio. (Vj.: € 51,2 Mio.) wurden passive latente Steuern nicht angesetzt, da eine Realisierung aus heutiger Sicht nicht geplant ist. Bei Veräußerung oder Ausschüttung würden der Veräußerungsgewinn bzw. die Dividende zu 5,0 % der Besteuerung in Deutschland unterliegen; ggf. würden zusätzlich ausländische Quellensteuern anfallen. Erläuterungen zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung(26) Sonstiges ErgebnisDas sonstige Ergebnis setzte sich wie folgt zusammen:
Das sonstige Ergebnis der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen entfällt wie im Vorjahr ausschließlich auf Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung(27) Sonstige AngabenDer Finanzmittelfonds setzte sich aus kurzfristig verfügbaren Bankguthaben, Wertpapieren, Kassenbeständen und Scheckbeständen zusammen. Zugänge von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Höhe von € 2,2 Mio. (Vj.: € 1,6 Mio.) waren noch nicht zahlungswirksam. Die gesamten Leasingzahlungen beliefen sich auf € 91,1 Mio. (Vj.: € 85,7 Mio.). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit enthielt gezahlte Ertragsteuern von € 7,1 Mio. (Vj.: € 7,6 Mio.). Diese resultierten aus der im Vorjahr erfolgten Veräußerung der La Centrale-Gruppe (vgl. Ziffer (2c)). Im Vorjahr betrafen die Steuern die im Geschäftsjahr 2020 erfolgte Veräußerung des Axel-Springer-Neubaus. Zusammen mit den unterhalb der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Steuerzahlungen im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beliefen sich die gezahlten Ertragsteuern auf insgesamt € 188,1 Mio. (Vj.: € 163,0 Mio.). Nachfolgend sind die Anschaffungskosten, Auszahlungen sowie übernommenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Rahmen von Unternehmenserwerben dargestellt (zu den wesentlichen Unternehmenserwerben vgl. Ziffer (2c)):
Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Cashflow aus dem Erwerb von Anteilen an konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich übernommener Zahlungsmittel betraf im Berichtsjahr insbesondere den Erwerb von No Fluff Jobs (vgl. Ziffer (2c)) und enthielt neben den oben ausgewiesenen Barauszahlungen und übernommenen Finanzmitteln insbesondere Auszahlungen für Unternehmenserwerbe aus Vorjahren (im Vorjahr insbesondere Auszahlungen aus bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten von € 37,3 Mio.; vgl. Ziffer (29)). Nachfolgend sind die Verkaufserlöse, Einzahlungen sowie abgegangenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Rahmen von Beteiligungstransaktionen mit Beherrschungsverlust dargestellt:
Im Vorjahr entfielen die Verkaufserlöse insbesondere auf die Veräußerungen der La Centrale-Gruppe von € 399,1 Mio., von denen sich Axel Springer anschließend mit € 50,0 Mio. an der neu gegründeten Erwerbergesellschaft beteiligt hat, sowie der Ringier Axel Springer Media-Gruppe von € 213,9 Mio. (vgl. Ziffer (2c)). Der Ausweis der Zahlungsmittelzuflüsse aus Desinvestitionen erfolgte in der Kapitalflussrechnung in den Einzahlungen aus Abgängen von konsolidierten Tochterunternehmen und Geschäftseinheiten abzüglich abgegebener Zahlungsmittel. Diese enthielten darüber hinaus auch Einzahlungen aus Unternehmensveräußerungen aus Vorjahren. Im Vorjahr betrafen die Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzanlagen im Wesentlichen Einzahlungen aus den Verkäufen unserer Anteile an Airbnb Inc. von € 76,1 Mio. Die bilanzielle Veränderung der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten resultierte nahezu ausschließlich aus den im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesenen zahlungswirksamen Aufnahmen und Tilgungen. Darüber hinaus ergaben sich Veränderungen aus der zahlungsunwirksamen Abgrenzung von finanzierungsbedingten Transaktionskosten sowie aus der erstmaligen Konsolidierung einer Tochtergesellschaft. Die Veränderung der Leasingverbindlichkeiten betraf neben den Tilgungsbeträgen und Zinszahlungen (vgl. Ziffer (24)) auch zahlungsunwirksame Veränderungen der Leasingverbindlichkeiten aus Zu- und Abgängen. Die Zahlungszuflüsse aus sonstigen Finanzierungen des Berichtsjahres (Vj.: Zahlungsabflüsse) betrafen im Wesentlichen sonstige langfristige Darlehen und entsprechen deren bilanzieller Veränderung innerhalb der übrigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten. Sonstige Angaben(28) KapitalsteuerungDie Axel Springer SE unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von uns verwendeten Finanzkennzahlen sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse unseres Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet. Sowohl für allgemeine Gesellschaftszwecke als auch zur Finanzierung von Akquisitionen können wir die Finanzmittel aus den Schuldscheindarlehen (€ 456,5 Mio.) und aus dem bestehenden Laufzeitdarlehen (€ 300,0 Mio.) einsetzen sowie unsere langfristigen Kreditlinien (€ 1.500,0 Mio.) in Anspruch nehmen. Zudem besteht seit dem Vorjahr ausschließlich zur Akquisitionsfinanzierung ein weiteres Laufzeitdarlehen (€ 500,0 Mio.). Zur zinsoptimierten Deckung kurzfristigen Kapitalbedarfs können wir zudem bestimmte Formen kurzfristiger Inhaberschuldverschreibungen (Commercial Paper) mit einem maximalen Volumen von € 750,0 Mio. und einer Laufzeit bis zu einem Jahr emittieren. Für weitere Ausführungen zu den Finanzverbindlichkeiten vgl. Ziffer (13). Ende Dezember 2022 erfolgte vorzeitig die Refinanzierung unserer langfristigen Kreditlinien. Aus den Kreditlinien stehen uns Finanzmittel in Höhe von bis zu € 1.500,0 Mio. zur Verfügung, deren Inanspruchnahmen im Juli 2027 zur Rückzahlung fällig werden. Im Vorjahr wurde ein Laufzeitdarlehen in Höhe von € 500,0 Mio. abgeschlossen, das im Juli 2026 zur Rückzahlung fällig wird. Das Laufzeitdarlehen in Höhe von € 300,0 Mio. wurde im Vorjahr um ein Jahr bis Juli 2024 verlängert. Die Inanspruchnahmen der Kreditlinien und des Laufzeitdarlehens sind an die Einhaltung von Kreditbedingungen geknüpft. Sämtliche Kreditbedingungen sind bisher von uns eingehalten worden. Zudem bestanden zum 31. Dezember 2022 Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt € 456,5 Mio. mit Laufzeiten bis Mai 2023 (€ 72,0 Mio.) und bis Mai 2024 (€ 384,5 Mio.). Das Commercial Paper Programm wurde zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen. Eine Inanspruchnahme erfolgte lediglich unterjährig (vgl. Ziffer (13)). Zur Aufrechterhaltung und Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner vornehmen oder eigene Aktien bis zur Höhe von 10,0 % des zum Zeitpunkt des Hauptversammlungsbeschlusses über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien vom 18. April 2018 satzungsgemäßen Grundkapitals erwerben. Eigene Aktien können u.a. zur Akquisitionsfinanzierung verwendet oder eingezogen werden. Zum Bilanzstichtag und zum Vorjahresstichtag hielten wir keine eigenen Aktien. (29) Finanzielle Vermögenswerte und VerbindlichkeitenNachfolgend sind die Buchwerte der Bilanzposten zum 31. Dezember 2022, die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten enthalten, den Bewertungskategorien nach IFRS 9 zugeordnet (vgl. Ziffer (3f)):
Eine freiwillige Designation finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zur erfolgswirksamen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgte nicht. Nachfolgend sind die Buchwerte der Bilanzposten zum 31. Dezember 2021, die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten enthalten, den Bewertungskategorien nach IFRS 9 zugeordnet:
* Keine Bewertungskategorie gemäß
IFRS 9 und nicht finanzielle Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten.
Nachfolgend ist die für alle nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verwendete Stufe der Bewertungshierarchie angegeben (vgl. Ziffer (3f)):
Die Entwicklung der Beteiligungen betraf im Wesentlichen Zugänge von € 47,2 Mio., Abgänge von € 48,9 Mio., im sonstigen Beteiligungsergebnis erfasste Zeitwertanpassungen aus der erfolgswirksamen Bewertung von € - 30,4 Mio. sowie Umbuchungen aus den nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen von € 12,9 Mio. Die Entwicklung der Ausleihungen betraf im Wesentlichen Zugänge von € 25,1 Mio. sowie im sonstigen Finanzergebnis erfasste Zeitwertanpassungen aus der erfolgswirksamen Bewertung von € - 11,1 Mio. Zudem verminderten sich die Ausleihungen um € 5,9 Mio. durch eine Umgliederung aus den nach der Equity-Methode einbezogene Unternehmen aufgrund der Einordnung der Ausleihung als Nettoinvestition in das assoziierte Unternehmen. Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos wurden im Geschäftsjahr Zinsderivate in Form von Zinsswaps eingesetzt (vgl. Ziffer (31)). Zum Bilanzstichtag betrug der beizulegende Zeitwert der Zinsswaps € 7,4 Mio. (Vj.: € 0,0 Mio.) und wurde in den sonstigen Vermögenswerten (vgl. Ziffer (8)) ausgewiesen. Die Zeitwerte der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben und sonstige Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile entwickelten sich wie folgt:
Die bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstige Optionsverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 betrafen wie im Vorjahr im Wesentlichen die bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile an Morning Brew und Appcast. Die Zugänge des Berichtsjahres betrafen insbesondere No Fluff Jobs (vgl. Ziffer (2c)). Der Aufwand des Vorjahres stand im Wesentlichen im Zusammenhang mit vertraglichen Anpassungen der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten für Morning Brew aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung und der damit einhergehenden Anpassung der Mittelfristplanung. Die sonstigen Veränderungen betrafen insbesondere als Vergütung identifizierte Teilbeträge von bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten im Wesentlichen für Appcast (Vj.: Morning Brew und Appcast), die im Personalaufwand teilweise direkt erfasst wurden bzw. über die Laufzeit des Optionsvertrages erfasst werden (vgl. Ziffer (8)). Die Zeitwertbewertung der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten hängt im Wesentlichen von geschätzten finanziellen Leistungsgrößen der erworbenen Gesellschaften in den Jahren vor den möglichen Ausübungszeitpunkten der Optionsrechte bzw. den Zahlungszeitpunkten der Earn-outs ab. Bei den der Bewertung zugrunde gelegten finanziellen Leistungsgrößen handelt es sich in der Regel um Umsätze bzw. um EBITs oder EBITDAs, bereinigt um wesentliche Einmaleffekte sowie Effekte aus der Leasingbilanzierung (EBITDA). Bei einer Steigerung der für die Bewertung zugrunde gelegten geschätzten finanziellen Leistungsgrößen um 10 % würde sich der Wert der bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten um ca. 6 % erhöhen, bei einer Verringerung der finanziellen Leistungsgrößen um 10 %, würde sich eine Wertreduzierung von ca. 7 % ergeben. Mit Ausnahme der nachfolgend dargestellten Finanzverbindlichkeiten stimmten die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit den Zeitwerten überein:
Der ausgewiesene Zeitwert betraf wie im Vorjahr vollständig Schuldscheindarlehen und ergab sich aus dem Unterschied zwischen der vertraglich vereinbarten Effektivverzinsung und dem aktuellen Marktzinssatz unter Berücksichtigung unseres Kreditrisikos (Stufe 2 der Bewertungshierarchie, vgl. Ziffer (3f)). Nachfolgend sind die ergebniswirksam erfassten Nettogewinne und -verluste (ohne Zinsen, Beteiligungsergebnisse und Ergebnisse aus der Währungsumrechnung) dargestellt:
Die Nettogewinne bzw. -verluste der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten" betrafen ebenso wie im Vorjahr im Wesentlichen die Neubewertung von sonstigen Beteiligungen und Wandeldarlehen, Effekte aus der Folgebewertung von bedingten Kaufpreisverbindlichkeiten sowie Ergebnisse aus Abgängen von sonstigen Beteiligungen. Bei den Nettoverlusten der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" handelte es sich wie im Vorjahr im Wesentlichen um Bewertungseffekte bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Vermögenswerten. (30) Finanzielles RisikomanagementDer Axel Springer Konzern unterliegt hinsichtlich seiner finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Finanzmarkt-, Liquiditäts- und Ausfallrisiken. Die Aufgabe des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch gezielte Aktivitäten zu begrenzen. (a) FinanzmarktrisikenDie Finanzmarktrisiken bei finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Grundsätzlich können die Auswirkungen dieser Risiken auf die Wertentwicklung zeitnah bewertet und Verlustrisiken gegebenenfalls reduziert werden. Zur Risikobegrenzung werden ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Der Einsatz von Finanzderivaten ist durch entsprechende Richtlinien des Konzerns geregelt. Durch diese Richtlinien werden die Verantwortlichkeiten, der Handlungsrahmen, die Berichterstattung, die Geschäftspartner-Limite sowie die strikte Trennung von Handel und Abwicklung festgelegt. Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos setzen wir im Wesentlichen Festzinsvereinbarungen ein. Der Sicherungsgrad bewegt sich zwischen 22,0 % und 37,6 % (Vj.: 28,5 % und 60,8 %) des Netto-Grundgeschäftsvolumens. Im Jahresdurchschnitt wurde durch den Einsatz von Festzinsvereinbarungen und Zinssicherungsgeschäften (Vj.: Festzinsvereinbarungen) eine Sicherungsquote in Bezug auf die Nettoverschuldung (Schuldscheindarlehen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzüglich Finanzmittel) von 30,2 % (Vj.: 44,2 %) realisiert. Auswirkungen von Marktzinssatzänderungen auf nicht durch Finanzderivate gesicherte, variabel verzinsliche Finanzinstrumente werden mittels einer Sensitivitätsanalyse berechnet. Bei einer unterstellten Anhebung des Zinsniveaus um 50 Basispunkte hätte sich das Finanzergebnis im Berichtsjahr um € 6,8 Mio. (Vj.: € 0,4 Mio.) verschlechtert. Bei einer unterstellten Senkung des Zinsniveaus um 50 Basispunkte hätte sich das Finanzergebnis um € 6,8 Mio. (Vj.: € 0,4 Mio.) verbessert. Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden überwiegend dadurch vermieden, dass operative Kosten in den Ländern entstehen, in denen wir unsere Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Verbleibende Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden bislang im Konzern als unwesentlich eingestuft, da das adjusted EBITDA zum überwiegenden Teil im Eurowährungsraum erwirtschaftet wird (zur Definition des adjusted EBITDAs vgl. den Abschnitt "Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage" im Lagebericht). Im Berichtszeitraum betrug der Anteil des nicht in Euro erwirtschafteten adjusted EBITDAs 29 % (Vj.: 32 %). Währungsrisiken aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (ohne bedingte Kaufpreisverbindlichkeiten) sowie Forderungen und Verbindlichkeiten in Euro in Nicht-Euroländer mit Nettoexposures ab € 5 Mio. je Fremdwährung werden grundsätzlich mit fristenkongruenten Devisenderivaten gesichert. In Nicht-Euroländern erwirtschaftete Finanzmittel in lokalen Währungen werden entweder zum Ausbau der lokalen Geschäftsaktivitäten reinvestiert, bei der Axel Springer SE angelegt und durch Devisentermingeschäfte gesichert oder ausgeschüttet. Das Währungsrisiko aus Wechselkursschwankungen bei in Fremdwährung gehaltenen Finanzmitteln ist daher begrenzt. Effekte aus der Währungsumrechnung von Fremdwährungsabschlüssen von Tochtergesellschaften werden direkt im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Daher sichert sich Axel Springer gegen solche Währungseffekte nicht ab. (b) LiquiditätsrisikenWir überwachen mittels einer konzernweiten Liquiditätsplanung und monatlichen Cashflow-Analysen die Verfügbarkeit von finanziellen Mitteln zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit sowie zur Durchführung von Akquisitionen. Die Liquidität und finanzielle Flexibilität des Axel Springer Konzerns ist durch fest zugesagte Kreditlinien in Höhe von € 1.500,0 Mio. (bis 2027), zwei Laufzeitdarlehen in Höhe von insgesamt € 800,0 Mio. (bis 2024 bzw. 2026) sowie durch Schuldscheindarlehen (€ 456,5 Mio.) sichergestellt. Ziffer (15) enthält eine Analyse der Fälligkeit unserer finanziellen Verbindlichkeiten. Die Zahlungsverpflichtungen für noch nicht erfasste, aber vertraglich vereinbarte finanzielle Verpflichtungen sind in Ziffer (34) dargestellt. (c) AusfallrisikenDie Werthaltigkeit von finanziellen Vermögenswerten kann beeinträchtigt sein, wenn Geschäftspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Wesentliche Risikopositionen sind in den Finanzanlagen (Ausleihungen) sowie den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Forderungen gegenüber nahestehenden Personen und Unternehmen und den sonstigen Vermögenswerten enthalten. Die maximalen Risikopositionen aus finanziellen Vermögenswerten, die grundsätzlich einem Ausfallrisiko unterliegen, entsprechen deren Buchwerten. Sicherheiten für diesbezügliche Forderungen und Rückzahlungsansprüche bestehen in der Regel nicht. Der überwiegende Teil unserer Geschäftsmodelle beruht auf einer breit gestreuten und heterogenen Kundenbasis. Das Risiko von signifikanten Forderungsausfällen schätzen wir daher als gering ein. Sofern Bonitätsrisiken erkennbar sind, reduzieren wir diese durch aktives Forderungsmanagement, Kreditlimits und Bonitätsprüfungen unserer Geschäftspartner. Ausfallrisiken werden durch entsprechende Wertberichtigungen bilanziell berücksichtigt (vgl. Ziffer (3f)). Zur Wertminderungsmatrix für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vgl. Ziffer (7). Die Wertminderungsaufwendungen (netto) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte beliefen sich auf € 10,7 Mio. (Vj.: € - 3,9 Mio.). Investitionen in Wertpapiere dürfen gemäß unserem Finanzreglement im Wesentlichen nur mit Emittenten erfolgen, die über eine erstklassige Bonität (Investment Grade) verfügen. Die Anlage von Termingeldern erfolgt ausschließlich bei Finanzinstituten, die den Einlagensicherungsfonds angehören und/oder von führenden Ratingagenturen mindestens mit Investment Grade Status BBB- (S&P) bzw. Baa3 (Moody's) eingestuft wurden. (31) Finanzderivate mit bilanzieller SicherungsbeziehungIm Geschäftsjahr wurden Vereinbarungen zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos geschlossen. Die bilanziellen Sicherungsbeziehungen dienen insbesondere der Absicherung von Zinsrisiken aus langfristigen Finanzverbindlichkeiten (vgl. Ziffer (13)). Die Absicherung der Cashflows erfolgte durch den Einsatz von Zinsswaps. Die Zinsswaps wurden hinsichtlich Laufzeit und Nominalbetrag jeweils analog zu entsprechenden Teilen der aufgenommenen variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten (Grundgeschäfte) abgeschlossen. Abgesichert wurden variabel verzinslicher Schuldscheindarlehen, anteilig Laufzeitdarlehen sowie Teile unserer langfristigen Kreditlinien in Höhe von insgesamt € 300,0 Mio. Die Bilanzierung der Zinsswaps erfolgte zu Zeitwerten (Bewertungshierarchiestufe 2), deren Schwankungen bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst wurden. Aus der Bewertung der Zinsswaps ergab sich zum Bilanzstichtag ein positiver beizulegender Zeitwert von € 7,4 Mio. (vgl. Ziffer (29)). Während der Berichtsperiode wurde im sonstigen Ergebnis ein Gewinn (nach Steuern) von € 5,1 Mio. erfasst (vgl. Ziffer (26)). (32) Beziehungen zu nahestehenden Personen und UnternehmenDer Axel Springer Konzern wurde im Berichtsjahr unverändert zum Vorjahr gemeinschaftlich durch Herrn Dr. Mathias Döpfner, KKR Management LLP, Wilmington, Delaware, USA ("KKR"), und Canadian Pension Plan Investment Board, Toronto, Kanada ("CPPIB"), geführt. KKR ist das oberste Mutterunternehmen des Finanzinvestors Kohlberg Kravis Roberts. CPPIB ist das Mutterunternehmen des staatlichen kanadischen Finanzinvestors CPP Investments. Für den Axel Springer Konzern nahestehend waren Herr Dr. Mathias Döpfner und seine nahen Familienangehörigen, die durch ihn beherrschten, gemeinschaftlich geführten und maßgeblich beeinflussten Unternehmen sowie Unternehmen, in deren Management er eine Schlüsselposition ausübt. Darüber hinaus waren die Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen des Axel Springer Konzerns sowie die weiteren durch KKR und CPPIB jeweils beherrschten, gemeinschaftlich geführten und maßgeblich beeinflussten Unternehmen nahestehende Unternehmen. Ebenfalls nahestehend waren die im Berichtsjahr amtierenden Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Axel Springer SE (einschließlich deren Familienangehörigen) sowie deren mehrheitlich bzw. gemeinschaftlich geführten Beteiligungen sowie der Planvermögen des Konzerns verwaltende Axel Springer Pensionstreuhand e. V. Neben den Geschäftsbeziehungen zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen bestanden die folgenden Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen:
Im Vorjahr wurden die Wertberichtigungen auf Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen in Höhe von € 0,1 Mio. vollständig aufgelöst. Die auf assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen entfallenden Ausleihungen betrafen im Wesentlichen Wandeldarlehen gegenüber einem Gemeinschaftsunternehmen, über das wir die Beteiligung an Homeday halten. Zum 31. Dezember 2022 waren Wertberichtigungen auf Ausleihungen gegen assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen von € 5,5 Mio. (Vj.: € 1,8 Mio.) erfasst. Die auf assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen entfallenden Forderungen betrafen im Berichtsjahr wie im Vorjahr vor allem das Gemeinschaftsunternehmen, über das wir die Beteiligung an Homeday halten. Bei den Rückstellungen handelte es sich hauptsächlich um Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitgliedern des Vorstands der Axel Springer SE. Die Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen enthalten insbesondere Verpflichtungen aus dem Vorstand der Axel Springer SE gewährten anteilsbasierten Vergütungsprogrammen in Höhe von € 24,8 Mio. (Vj.: € 21,3 Mio.) (vgl. Ziffer (10)). Die auf assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen entfallenden Verbindlichkeiten betreffen fast ausschließlich ein im Berichtsjahr gewährtes Darlehen. Die erbrachten Leistungen für assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen umfassten im Wesentlichen Werbeleistungen und im Vorjahr zusätzlich sonstige Dienstleistungen. Die erbrachten Leistungen für sonstige nahestehende Personen und Unternehmen des Berichtsjahres betrafen im Vorjahr insbesondere Vertriebserlöse. Die von sonstigen nahestehenden Personen und Unternehmen empfangenen Leistungen entfielen wie im Vorjahr insbesondere auf die Vorstands- und Aufsichtsratstätigkeit. Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die festen Bezüge der Mitglieder des Vorstands der Axel Springer SE € 13,6 Mio. (Vj.: € 11,5 Mio.). Die variable Barvergütung belief sich auf € 5,2 Mio. (Vj. € 8,4 Mio.). Des Weiteren wurden Bezüge an Vorstandsmitglieder in Höhe von € 3,7 Mio. (Vj.: € 0,0 Mio.) infolge der Beendigung der Tätigkeit geleistet. Die Bewertung der dem Vorstand gewährten anteilsbasierten Vergütungsprogramme (vgl. Ziffer (10)) führte im Berichtsjahr zu Personalaufwand in Höhe von € 11,7 Mio. (Vj.: € 18,3 Mio.) und sonstigen betrieblichen Erträgen von € 0,0 Mio. (Vj.: € 0,8 Mio.). Aus Pensionszusagen an Vorstandsmitglieder ergab sich ein Personalaufwand von € 1,0 Mio. (Vj.: € 1,1 Mio.). Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich auf € 3,0 Mio. (Vj.: € 3,0 Mio.). Darüber hinaus waren in den empfangenen Leistungen wie im Vorjahr sonstige Dienstleistungen nahestehender Unternehmen enthalten. An ehemalige Vorstandsmitglieder und ehemalige geschäftsführende Sonderorgane sowie deren Hinterbliebene wurden € 2,4 Mio. (Vj.: € 2,4 Mio.) gezahlt. Für deren Pensionsverpflichtungen wurden insgesamt € 28,5 Mio. (Vj.: € 33,7 Mio.) zurückgestellt. Zum Bilanzstichtag bestanden Einzahlungsverpflichtungen gegenüber assoziierten bzw. Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von € 0,0 Mio. bzw. € 8,6 Mio. (Vj.: € 13,0 Mio. bzw. € 15,2 Mio.). Zudem wurden zugunsten assoziierter Unternehmen Darlehenszusagen in Höhe von € 11,9 Mio. (Vj.: € 2,1 Mio.) getätigt und Finanzierungsbürgschaften in Höhe von € 2,1 Mio. (Vj.: € 2,1 Mio.) übernommen (vgl. Ziffer (33) und (34)). In den Vorjahren haben wir einem nahestehenden Unternehmen eines Aufsichtsratsmitglieds Wandeldarlehen in Höhe von insgesamt € 3,5 Mio. gewährt und im Dezember 2019 in Anteile gewandelt. Das Unternehmen entwickelt Konzepte für die Mobilität der Zukunft. Zum Bilanzstichtag halten wir unverändert 27,3 % der Anteile. Das nahestehende Unternehmen eines Aufsichtsratsmitglieds hält unverändert weitere 41,0 % der Anteile. Zudem halten wir weiterhin einen Anteil von ca. 93 % an einem Investmentfonds für Medien-Start-Ups, an dem die restlichen Anteile von einem nahestehenden Unternehmen eines Aufsichtsratsmitglieds gehalten werden. Aufgrund gesellschaftsrechtlicher Vereinbarungen behandeln wir diese Beteiligung als Gemeinschaftsunternehmen. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Einzahlungsverpflichtungen in diesen Investmentfonds (Vj.: € 1,1 Mio.). Für die Übernahme der Management-Dienstleistungen hat das nahestehende Unternehmen des Aufsichtsratsmitglieds eine Vergütung in Höhe von € 0,4 Mio. (Vj.: € 0,3 Mio.) erhalten. Zudem wurde aufgrund der Erreichung von Erfolgszielen eine Auszahlung in Höhe von € 1,0 Mio. (Vj.: € 0,0 Mio.) geleistet. Das Axel-Springer-Hochhaus am Standort Berlin wird seit Anfang 2018 treuhänderisch vom Axel Springer Pensionstreuhand e. V. verwaltet. Zur weiteren Nutzung des Gebäudes wurde ein Mietvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren geschlossen. Die entsprechende Leasingverbindlichkeit betrug zum 31. Dezember 2022 € 110,9 Mio. (Vj.: € 107,4 Mio.). Die Mietzahlungen beliefen sich im Berichtsjahr auf € 6,4 Mio. (Vj.: € 6,1 Mio.). Zu weiteren Ausführungen zum Planvermögen vgl. Ziffer (11). (33) EventualschuldenZum 31. Dezember 2022 bestanden Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften in Höhe von € 9,4 Mio. (Vj.: € 4,1 Mio.), welche in Höhe von € 2,1 Mio. (Vj.: € 2,1 Mio.) assoziierte Unternehmen betrafen (vgl. Ziffer (32)). (34) Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzten sich wie folgt zusammen:
Die künftigen Zahlungen aus nicht bilanzierten Leasingverhältnissen beinhalteten Verpflichtungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen (€ 3,8 Mio.; Vj.: € 3,9 Mio.), Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte (€ 0,6 Mio.; Vj.: € 0,8 Mio.) sowie aus Verträgen, die bereits abgeschlossen wurden, deren Laufzeit jedoch erst nach dem Bilanzstichtag beginnt (€ 4,2 Mio.; Vj.: € 25,2 Mio.). Verpflichtungen aus übrigen Leasingverhältnissen wurden bereits als Finanzverbindlichkeiten erfasst (vgl. Ziffer (13)). Verlängerungs- und Kündigungsoptionen werden bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten nicht einbezogen, wenn die Ausübung der Optionen nicht hinreichend sicher ist. Zum 31. Dezember 2022 betrugen die potenziellen künftigen Zahlungsmittelabflüsse aus nicht sicheren Verlängerungs- und Kündigungsoptionen € 370,1 Mio. (Vj.: € 353,4 Mio.). Diese Optionen betrafen nahezu ausschließlich Leasingverträge über angemietete Büroflächen, insbesondere den Axel-Springer-Neubau in Berlin. Zum 31. Dezember 2022 enthielten die übrigen Verpflichtungen auf Basis vorliegender Erkenntnisse erwartete Zahlungsverpflichtungen zum Erwerb weiterer Anteile an derzeit nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen in den Jahren 2023 bis 2027 von insgesamt € 183,6 Mio. (Vj.: € 0,0 Mio.). Zudem waren Lizenzverpflichtungen im Zusammenhang mit Live-Übertragungsrechten diverser Sportarten in Höhe von € 117,6 Mio. (Vj.: € 0,0 Mio.) berücksichtigt. Ebenfalls waren Verpflichtungen gegenüber assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von € 20,5 Mio. (Vj.: € 30,3 Mio.) (vgl. Ziffer (32)) enthalten. Darüber hinaus beinhalteten die übrigen Verpflichtungen im Wesentlichen Verträge für TV-Produktionen bzw. TV-Rechte sowie sonstige Dienstleistungen. (35) Ereignisse nach dem BilanzstichtagIm Februar 2023 haben wir neue Schuldscheindarlehen zu Nominalbeträgen von insgesamt € 260,0 Mio. mit überwiegend fixer Verzinsung und Laufzeiten von drei, vier und fünf Jahren aufgenommen. Die Auszahlung erfolgte Ende Februar 2023. Mit dieser Finanzierungsmaßnahme soll die Refinanzierung bisheriger Darlehen sichergestellt und der Finanzierungsspielraum von Axel Springer erhöht werden. (36) Konsolidierungskreis und Anteilsbesitz
1) Keine Vollkonsolidierung wegen
untergeordneter Bedeutung (Relation Jahresergebnis und
Bilanzsumme der Gesellschaft zu Jahresergebnis bzw.
Bilanzsumme des Konzerns).
Berlin, den 2. März 2023 Axel Springer SE Dr. Mathias Döpfner Jan Bayer Dr. Julian Deutz Niddal Salah-Eldin Zusammengefasster LageberichtVorbemerkungenDer Lagebericht der Axel Springer SE und der Konzernlageberichtsind zusammengefasst. Die in diesem zusammengefassten Lagebericht enthaltenen Informationen betreffen die wirtschaftliche Lage und die Geschäftsentwicklung des Axel Springer Konzerns. Diese gelten im Wesentlichen auch für die Axel Springer SE. Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Lage des Mutterunternehmens Axel Springer SE sind im Kapitel "Wirtschaftliche Lage der Axel Springer SE" enthalten. Zu den Erläuterungen der verwendeten Leistungskennzahlen sowie zu den Bereinigungen unserer Ergebniskennzahlen verweisen wir auf das Kapitel "Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage". Grundlagen des KonzernsKonzernstrukturDie Axel Springer SE, Mutterunternehmen des Axel Springer Konzerns, ist eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea) mit Sitz in Berlin. Daneben sind wir an weiteren Standorten in Deutschland vertreten. Hinzu kommen zahlreiche Gesellschaften im In- und Ausland. Die konsolidierten Beteiligungen des Konzerns werden im Anhang unter Ziffer (36) dargestellt. GeschäftsmodellAxel Springer ist ein Medien- und Technologieunternehmen mit den Schwerpunkten digitale Rubrikenangebote und Journalismus. Die digitalen Rubrikenangebote, insbesondere im Bereich der Stellen- und Immobilienanzeigen, sind wirtschaftlich betrachtet die wichtigste Säule im Konzern. Die Angebote im Bereich Journalismus umfassen ein breites Portfolio von Marken wie die der BILD- und WELT-Gruppe in Deutschland oder Insider Inc. und POLITICO in den USA. GeschäftsbereicheDas Geschäft von Axel Springer ist in drei operative Geschäftsbereiche gebündelt: Classifieds Media, News Media und Marketing Media. Hinzu kommt der Bereich Services/Holding. Für die nachstehende Beschreibung der Geschäftsbereiche sowie die Darstellung der Finanzkennzahlen ist die im Geschäftsjahr 2022 verwendete Zuordnung der einzelnen Gesellschaften zu den jeweiligen Geschäftsbereichen maßgeblich. Die Geschäftsbereichszuordnung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Classifieds MediaIm Geschäftsbereich Classifieds Media sind alle Geschäftsmodelle zusammengefasst, die ihre Erlöse überwiegend dadurch erzielen, dass Werbekunden für das Inserieren von Jobs, Immobilien und Autos zahlen. Unternehmen zahlen für das Schalten von Stellenanzeigen, Makler für das Inserieren von Immobilien oder Autohändler für das Veröffentlichen von Auto-Annoncen einen bestimmten Preis pro Anzeige. Zusätzlich werden Erlöse durch die Zuführung von qualifizierten Kontakten bzw. Interessenten (Lead-Generierung), die Vermarktung von Online-Werbeplätzen und Kooperationen, das Angebot von unterstützenden Dienstleistungen rund um den Hausverkauf an Privatpersonen, die Bereitstellung von Softwarefunktionalitäten für Kunden sowie durch die Erstellung von Studien und Beratungsdienstleistungen im Bereich Employer Branding erzielt. Langfristige Wachstumstreiber sind unter anderem die Erweiterung des Produktangebots jenseits des reinen Listing-Geschäfts, z. B. im Bereich der Lead-Generierung und des Dienstleistungsangebots an private Hausverkäufer. Auch Produktoptimierungen sowie preisliche Maßnahmen tragen zum Erlöswachstum bei. Darüber hinaus wird die Geschäftsentwicklung maßgeblich durch das konjunkturelle Umfeld in den jeweiligen Marktsegmenten, die Marktposition in dem jeweiligen Segment sowie durch das Online-Nutzungsverhalten der Inserenten und der Suchenden bestimmt. Die Aktivitäten des Geschäftsbereichs Classifieds Media sind in zwei operative Bereiche gegliedert, deren wesentlichen Marken sich wie folgt darstellen: Portfolio Classifieds Media
Im Geschäftsbereich StepStone werden Anzeigenplätze an Stellenanbieter verkauft sowie Zugänge zu den Online-Lebenslaufdatenbanken der jeweiligen Portale angeboten, in denen die Stellenanbieter aktiv nach passenden Kandidaten suchen können. Mit ihren verschiedenen Marken ist StepStone in über 20 Ländern mit Online-Jobplattformen vertreten. Die Aktivitäten von StepStone sind überwiegend zentral organisiert, wodurch innerhalb der Gruppe Synergien realisiert werden, wie u.a. gemeinsam genutzte Produkte und Angebote sowie die gemeinsame Koordination von Entwicklungsvorhaben. Dienstleistungen in dem Bereich Employer Branding werden über das global vertretene Unternehmen Universum angeboten. Mit dem Unternehmen Appcast besetzt StepStone auch den Bereich der programmatischen Ausspielung von Stellenanzeigen im weltweit größten Recruiting-Markt USA. Insgesamt profitiert StepStone von einer starken Nachfrage nach Arbeitskräften, die aufgrund eines Arbeitskräftemangels in vielen Sektoren gegenwärtig nur schwer zu befriedigen ist. Die Nachfrage nach Arbeitskräften hängt vom globalen und regionalen Wirtschaftswachstum ab. Während besonders das europäische Geschäft stark von der hohen Nachfrage nach Talenten im Jahr 2022 profitiert hat, war das Wachstum im amerikanischen Markt durch Einstellungsstopps und Restrukturierungen bei den großen Technologie-Unternehmen rückläufig. Bei AVIV erzielen die auf Immobilien spezialisierten Portale ihre Erlöse in erster Linie aus dem Verkauf von Anzeigen- und Werbeplätzen an Makler, Projektentwickler, Wohnungsbaugesellschaften oder Privatpersonen. Das israelische Portal Yad2 erzielt seine Erlöse mit gewerblichen Automobilverkäufern, Immobilienmaklern, Projektentwicklern und Privatpersonen, die über diesen Marktplatz überwiegend gebrauchte Güter verkaufen. AVIV ist im Bereich der auf Immobilien spezialisierten Portale mit SeLoger, Logic-Immo und MeilleursAgents in Frankreich, mit Immoweb in Belgien sowie mit Immowelt in Deutschland vertreten. Über alle Marken hinweg konzentriert sich AVIV auf die Entwicklung von rein auf Anzeigen fokussierten Portalen hin zu transaktionsbasierten Marktplätzen, die zusätzlich vor- und nachgelagerte Leistungen anbieten, sowie auf die gemeinsame Entwicklung von neuen Produkten und die Hebung von Effizienzen durch z. B. den Austausch von bereits bestehenden technischen Komponenten oder Algorithmen. Am spanischen Markt ist AVIV mit Housell vertreten. Housell bietet privaten Immobilienverkäufern unterstützende Dienstleistungen rund um den Verkaufsprozess an. Neben den Immobilienportalen gehört auch das israelische Portal Yad2 zu AVIV. Yad2 ist ein Generalisten-Rubrikenportal in Israel für Immobilien-, Auto- und Kleinanzeigen. Der Markt der Immobilienportale ist gegenwärtig geprägt von im Jahr 2022 stark gestiegenen Zinsen und einer sich damit abkühlenden Nachfrage nach Kaufobjekten. Während der Markt im Jahr 2021 noch bestimmt war von einer rückläufigen Anzahl verkaufsbereiter Immobilienbesitzer und damit von Inseraten, hat sich 2022 die Anzahl an Anzeigen auf den Plattformen wieder deutlich erhöht. Hinzu kommt eine Verlagerung der Nachfrage hin zu Mietobjekten. News MediaDer Geschäftsbereich News Media umfasst im Wesentlichen Geschäftsmodelle, deren Grundlage die Erstellung von journalistischen Inhalten ist und die durch Werbung, zahlende Leser und Inhalteverwertung mit Dritten, z. B. Social Media Plattformen, finanziert werden. Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich News Media setzen sich im Wesentlichen aus Werbe- und Vertriebserlösen zusammen. Die Werbeerlöse resultieren aus der Vermarktung der Reichweiten von Online- und Printmedien. Die Vertriebserlöse stammen aus dem Verkauf klassischer Print-Produkte und digitaler Abonnements. Die Wertschöpfungskette ist medienübergreifend ausgerichtet und umfasst alle wesentlichen Prozesse von der Erstellung bis zum Vertrieb der Informations-, Unterhaltungs- und Bewegtbildangebote. In integrierten Newsrooms, die zum Teil titelübergreifend genutzt werden, laufen alle journalistischen Inhalte zusammen und werden für Online- und Printmedien unterschiedlich aufbereitet. Zur Herstellung unserer Printprodukte nutzen wir überwiegend eigene Druckereien. Der Vertrieb erfolgt vor allem über Presse-Großhandelsunternehmen. Neben den durch journalistische Inhalte geprägten Aktivitäten beinhaltet der Geschäftsbereich auch das Geschäft mit Preis- und Produktportalen, das click- und transaktionsbasierte Werbeerlöse durch Generierung von Reichweite bei Online-Händlern erzielt. Der Geschäftsbereich News Media gliedert sich in nationale und internationale Angebote. Die wesentlichen Aktivitäten stellen sich wie folgt dar: Portfolio News Media
Der Bereich News Media National beinhaltet im Wesentlichen die Marken BILD und WELT mit ihren jeweiligen Digital-, TV- und Print-Angeboten sowie das Preis- und Produktvergleichsportal Idealo mit den Marken idealo und Ladenzeile. BILD.de ist ein News- und Entertainmentportal in Deutschland. Mit BILDplus besteht ein digitales Paid-Content-Angebot. Zudem gehören zu den digitalen Angeboten von BILD weitere Themenportale wie fitbook.de, style-book.de, techbook.de, travelbook.de und myhomebook.de. Auch der 2021 gegründete TV-Sender BILD gehört mit zum Angebot. Im Printbereich zählen insbesondere die überregionale Tageszeitung BILD und ihre Regionalausgaben sowie die überregionale Sonntagszeitung BILD am SONNTAG zum Portfolio. Die Auto-, Computer- und Sportmedien der BILD-Markenfamilie bilden ein Zeitschriften-Portfolio rund um die Kernmarken AUTO BILD, COMPUTER BILD und SPORT BILD. WELT bietet neben dem digitalen Newsportal WELT.de mit WELTplus ein digitales Paid-Content-Angebot an. Im TV-Bereich ist WELT mit den Nachrichten- und Informationssendern WELT und N24 Doku vertreten. Im Printbereich werden insbesondere die Qualitätstageszeitung DIE WELT und die überregionale Qualitätssonntagszeitung WELT AM SONNTAG angeboten. Im Digitalgeschäft sind branchenweit die Vertriebserlöse noch deutlich kleiner als im Printgeschäft, verzeichnen aber ein starkes Wachstum. Das Printgeschäft steht weiterhin vor der Herausforderung sinkender Auflagen. Für die Werbekunden ist neben der Auflagenentwicklung vor allem die Reichweite von Bedeutung, von der insbesondere BILD weiterhin profitiert. Der Bereich News Media International umfasst internationale Digital- und Printmedienangebote. In den USA ist Axel Springer mit Insider, einem digitalen Angebot für Wirtschafts-, Börsen- und Finanznachrichten, Insider Intelligence, einem Anbieter von kostenpflichtigen Analysen, Studien und digitalen Marktdaten für Unternehmen und Institutionen, sowie Morning Brew, einem auf Wirtschaftsnachrichten fokussierten Newsletter-Anbieter, und POLITICO, einem Angebot für politische Nachrichten, vertreten. POLITICO beinhaltet neben dem US-Geschäft auch die Aktivitäten von POLITICO EU. Zur Grupa Ringier Axel Springer Polska gehören neben News- und Entertainmentportalen wie Onet auch das Rubrikenangebot Gratka.pl, das Immobilienkleinanzeigenangebot Morizon.pl sowie das im Geschäftsjahr 2022 erworbene IT-Stellenanzeigenportal No Fluff Jobs. Zu den polnischen Printangeboten zählen unter anderem die polnische Kaufzeitung FAKT. Unser Nachrichtenaggregator upday aggregiert in 34 europäischen Ländern von Redakteuren kuratierte "TopNews" und personalisiert darüber hinaus algorithmusbasierte "My-News"-Nachrichten für den Nutzer. Die Bonial-Gruppe mit Sitz in Berlin ist ein Drive-to-Store Marketing Partner in Deutschland. Die deutschen Verbraucherinformationsportale kaufDA.de und MeinProspekt.de liefern digitalisierte Werbeprospekte des Einzelhandels regionalisiert und vorwiegend über mobile Endgeräte aus. Die Dienstleistungen werden unter einer lokalen Marke auch in Frankreich angeboten. finanzen.net bietet seinen Nutzern börsentäglich Daten und Nachrichten zur aktuellen Entwicklung auf den Finanzmärkten. Das Portal ist im Rahmen seiner Internationalisierungsstrategie unter anderem auch mit einem Angebot in der Schweiz, den USA und Österreich vertreten. Seit 2021 betreibt finanzen.net mit ZERO einen eigenen sogenannten Neobroker. Die Ukrainekrise und allgemeine Wirtschaftslage hatten 2022 einen besonders hohen Einfluss auf Werbeschaltungen im nationalen und internationalen Mediengeschäft. Im Digitalbereich führten starker Traffic und innovative Vermarktungskonzepte sowie eine positive Entwicklung der Abonnentenzahlen 2022 zu einer signifikanten Steigerung der Erlöse. Idealo profitierte besonders ab dem dritten Quartal 2022 von einer gestiegenen Preissensibilität der Konsumenten. Die Entwicklung der Gesamtwirtschaftslage, der Inflation, Ukrainekrise und die Nachhaltigkeit von Trends im Digitalbereich werden auch für das Jahr 2023 von großer Bedeutung für die Geschäftsentwicklung im Geschäftsbereich News Media sein. Marketing MediaDer Geschäftsbereich Marketing Media beinhaltet die Affiliate-Marketing-Plattform Awin als wesentliche operative Einheit. Awin generiert Erlöse im Wesentlichen durch performancebasierte Platzierung von Werbung im Internet. Werbetreibende (Advertiser) können mit Hilfe der Awin-Technologie und des Awin-Netzwerks ihre Produkte und Angebote auf Webseiten von Publishern mittels Werbemittel wie Textlinks oder Werbebannern bewerben. Die Advertiser zahlen eine hauptsächlich erfolgsabhängige Provision, wenn über das Werbemittel eine vom Werbekunden gewünschte Transaktion generiert wurde. Im Zuge der bereits laufenden Transformation in eine Marketing Technology (MarTech) Company wurden neue Verträge auf ein neues Geschäftsmodell umgestellt, das mehr auf feste, vertraglich vereinbarte Umsätze (Annual Recurring Revenue) baut. In Zukunft werden beide Geschäftsmodelle koexistieren. Awin bietet innovative Technologien, internationale Reichweite und datenbasierte Insights für performance-getriebene Werbepartnerschaften mit über 241.000 aktiven Publishern und über 21.200 Advertisern weltweit. Die Performance von Awin korreliert eng mit dem E-Commerce-Wachstum und konnte vom weltweiten Anstieg des E-Commerce-Konsums in allen Regionen profitieren. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch 2023 fortsetzen wird. Services/HoldingIm Bereich Services/Holding werden übergeordnete Konzernservices sowie Holdingfunktionen ausgewiesen. Die Leistungen der Konzernservices werden von den konzerninternen Kunden zu marktüblichen Preisen bezogen. Leitung und KontrolleDer Vorstand der Axel Springer SE besteht derzeit aus vier Mitgliedern. Er wird von einem aus neun Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat bei der Unternehmensführung beraten und überwacht. Die Verantwortlichkeiten im Vorstand der Axel Springer SE sind zum Berichtszeitpunkt wie folgt verteilt: Dr. Mathias Döpfner ist Vorstandsvorsitzender (CEO). Er ist insbesondere verantwortlich für Strategie und Editorial, die BILD-Gruppe, die WELT-Gruppe und Bonial. Zudem berichten an ihn die Bereiche Public Affairs und Unternehmenskommunikation. Jan Bayer ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender und verantwortlich für das News Media-Geschäft in den USA. Das US-Portfolio umfasst POLITICO, Insider, Insider Intelligence und Morning Brew. Dr. Julian Deutz verantwortet den Vorstandsbereich Finanzen (CFO) sowie die Bereiche Real Estate Classifieds (AVIV) und Job Classifieds (StepStone). Neben den Bereichen Bilanzierung und Controlling schließt der Finanzbereich unter anderem die Bereiche M&A, Recht & Compliance (einschließlich Datenschutz), Einkauf, Finanzen, Steuern sowie Revision & Risk Management ein. Zudem hat er die Verantwortung für hy!, finanzen.net und APX/Early Stage. Niddal Salah-Eldin ist seit Juli 2022 Vorständin Talent & Culture und verantwortet neben Global People & Culture und Diversity & Inclusion auch die Free Tech Academy. Sie ist zudem verantwortlich für Idealo und Business Insider Deutschland. Darüber hinaus war im Berichtsjahr bis Juli 2022 Dr. Stephanie Caspar Vorständin der Gesellschaft und als solche für das gesamte Classifieds Media Geschäft (Real Estate Classifieds und Jobs Classifieds), d. h. für die AVIV-Gruppe und die StepStone-Gruppe verantwortlich. Zudem war Dr. Ulrike Handel von Mai bis Dezember 2022 Vorständin der Gesellschaft und insbesondere zuständig für die BILD-Gruppe, die WELT-Gruppe, Bonial, Idealo, Upday, Media Impact und die Awin-Gruppe. Ziele und StrategienDas Ziel von Axel Springer ist es, der weltweite Marktführer im Bereich des digitalen Journalismus und der digitalen Rubrikenangebote zu werden. Strategische Prioritäten liegen insofern im Bereich Classifieds Media und News Media. Bei der Umsetzung der Strategie und zur Wertsteigerung des Unternehmens soll stärker als in den letzten Jahren ein Wachstumskurs verfolgt werden. Im Geschäftsbereich Classifieds Media will Axel Springer seine Position als ein führender internationaler Anbieter von digitalen Rubrikenportalen weiter ausbauen. Hierzu sollen neben der organischen Weiterentwicklung abhängig von Akquisitionsmöglichkeiten auch weitere Zukäufe zum Wachstum beitragen. Synergien innerhalb der Gruppe werden konsequent genutzt. Zudem wurden im Geschäftsbereich Classifieds Media fokussiert Frühphasenaktivitäten gestartet und ausgewählte Minderheitsbeteiligungen eingegangen, um frühzeitig innovative Geschäftsmodelle und Anbieter zu identifizieren. Im Geschäftsbereich News Media will Axel Springer das Potenzial der starken nationalen Marken BILD und WELT im Digitalen und im Gedruckten, sowie das Potenzial internationaler Marken wie z. B. Insider und POLITICO ausschöpfen. Im Printbereich geht es darum, den Auflagenrückgang zu begrenzen und unsere Produkte noch konsequenter am Leser auszurichten, um die starke Stellung unserer Titel zu festigen. Der Digitalbereich hingegen erfordert es, verstärkt markenübergreifend in technologische Innovationen und Angebotserweiterungen zu investieren. Mit den digitalen Marken-Abos BILDplus, WELTplus und Insider Premium wird die Basis zahlender Leser im Internet weiter ausgebaut. Eine weitere Säule des Geschäftsbereichs sind die Bewegtbild-Formate und die TV-Sender von WELT und BILD. Über den zentralen Vermarkter Media Impact bietet der Geschäftsbereich den Werbetreibenden eine medienübergreifende und reichweitenstarke Plattform für Werbekampagnen. Die Strategie im Geschäftsbereich Marketing Media zielt darauf ab, die Aktivitäten durch neue, innovative Produkte sowie durch den Ausbau der Services und des Publisher-Netzwerks erfolgreich voranzutreiben. Die geschäftsbereichsspezifischen organischen Wachstumsmaßnahmen zielen darauf ab, aus dem bestehenden Portfolio heraus zu wachsen und über eine attraktive Produkt- und Preisgestaltung unter anderem die Erlöse und Erträge pro Nutzer oder Leser zu steigern, neue Nutzer für unsere Angebote zu gewinnen oder bestehenden Nutzern durch neue Geschäftsmodelle zusätzliche Angebote machen zu können. In allen Geschäftsbereichen nutzt Axel Springer darüber hinaus die Chance, das Geschäftsmodell durch Beteiligungen an Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen zu erweitern. Dabei wird vereinzelt auch in solche Unternehmen investiert, die sich noch in einer Frühphase der Unternehmensentwicklung befinden. Vor allem aber werden bei sich bietenden Chancen etablierte Unternehmen erworben. Geeignete Beteiligungen wählen wir dabei vor allem nach ihrer passenden strategischen Ausrichtung, der Qualität des Managements, der Profitabilität und der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells aus. Die Wirtschaftlichkeit von Investitionen in neue oder bestehende Geschäftsfelder beurteilen wir unter anderem anhand von anerkannten Kapitalwertverfahren, die geschäfts- und länderspezifische Risiken berücksichtigen. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenDer Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt in seinem im Januar 2023 veröffentlichten Ausblick das reale Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2022 auf 3,4 %. Dies vergleicht sich mit einem realen Wachstum in Höhe von 6,2 % im Jahr 2021. Die deutsche Wirtschaft ist nach Berechnung des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2022 preisbereinigt um 1,9 % gewachsen. Dem steht 2021 ein preisbereinigtes Wachstum von 2,6 % gegenüber. Der private Konsum lag 2022 preisbereinigt um 4,6 % über dem Vorjahresniveau und somit fast auf Vorkrisenniveau von 2019. Die preisbereinigten Investitionen blieben im Jahr 2022 konstant und entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 %. Die Exporte konnten preisbereinigt um 3,2 % zulegen, während sich die Importe wesentlich stärker um real 6,7 % zum Vorjahr erhöhten. Die Verbraucherstimmung verbessert sich laut der Erhebung der GfK im Dezember 2022 zum dritten Mal in Folge. Auch die Einkommenserwartung legt im Dezember 2022 zu. Dies ist laut GfK auf entgegen der Erwartung moderate Energiepreise und Entlastungspakete der deutschen Bundesregierung zurückzuführen. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 % an. Im Jahresdurchschnitt 2022 verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit 2,4 Mio. Arbeitslose. Die Zahl sank damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte, die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2022 bei 5,3 %. Das Wachstum der Wirtschaft in den USA wird vom IWF für das Jahr 2022 auf real 2,0 % geschätzt. Für das Jahr 2021 ermittelte der IWF ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von real 5,9 %. Die Wirtschaft in Großbritannien konnte nach Erholungseffekten in Höhe von 7,6 % im Jahr 2021 auch im Jahr 2022 laut IWF mit einem geschätzten Wachstum von real 4,1 % wachsen. Für Frankreich schätzt der IWF das reale Wirtschaftswachstum 2022 auf 2,6 % nach der Erholung der Wirtschaftsleistung um 6,8 % im Jahr 2021. Branchenbezogene RahmenbedingungenAuf Basis der aktuellen Werbemarktprognose von Insider Intelligence (Total Media Ad Spendings Germany, Oktober 2022) lag der Werbemarkt in Deutschland im Jahr 2022 um 3,5 % über dem Vorjahresniveau, während der weltweite Werbemarkt bei einem Plus von 5,1 % gegenüber 2021 lag. Nach den neusten Erhebungen lagen die Nettoumsätze des Gesamtwerbemarktes in Deutschland im Berichtszeitraum bei € 21,7 Mrd. (inkl. Rubrikenanzeigen und Prospektbeilagen, abzgl. gewährter Rabatte und Agenturprovisionen sowie ohne Produktionskosten). Im Bereich Digital (Display, Social Media, Search und Affiliate) stiegen die Nettowerbeumsätze im Jahr 2022 um 8,0 % auf € 11,2 Mrd. an. Die digitalen Werbeausgaben entsprachen damit einem Anteil an den Gesamtwerbeausgaben in Höhe von 51,6 %. Der Anteil hat sich gegenüber dem Vorjahr somit nochmals erhöht. Entscheidender Faktor dafür ist die angespannte Wirtschaftslage, die Unternehmen im Bemühen um kosteneffiziente Allokation von Werbebudgets verstärkt in digitale Kanäle treibt. Bei den Printmedien lagen die Nettowerbeumsätze der Zeitungen (Zeitungen, Anzeigenblätter sowie Zeitungssupplements) im Berichtszeitraum mit € 3,1 Mrd. 2,2 % unter Vorjahresniveau. Die Zeitschriften (Publikums- und Fachzeitschriften) lagen mit einem Nettowerbeumsatz von € 1,3 Mrd. 2,0 % unter Vorjahresniveau. Die Nettowerbeumsätze im TV in Deutschland verzeichnete 2022 ebenfalls einen Rückgang von 1,3 % auf € 4,3 Mrd., die Nettowerbeumsätze im Hörfunk stiegen dagegen um 1,0 % auf € 714 Mio. an. Die Nettowerbeumsätze bei der Out-of-home Werbung wuchsen im Jahr 2022 um 4,5 % auf € 1,1 Mrd. an. Insider Intelligence geht für das Berichtsjahr von der folgenden Werbeumsatzentwicklung aus:
Quelle: Insider Intelligence, Total Media Ad Spending Worldwide, Oktober 2022. Die Bedeutung digitaler Abonnements nimmt für Medienmarken in Deutschland weiterhin stark zu. Während der Print-Vertrieb pro Jahr durchschnittlich mit einem Rückgang der Vertriebserlöse von 1,6 % rechnen muss, stehen dem im digitalen Vertrieb durchschnittlich 4,4 % jährliches Wachstum der Vertriebserlöse gegenüber (PwC German Entertainment & Media Outlook 2022 bis 2026). Die Zahlungsbereitschaft für digitale News-Inhalte steigerte sich sehr deutlich von 9 % im Jahr 2021 auf 14 % im Jahr 2022 (Reuters News Report 2021/22). Der inländische Pressevertriebsmarkt war durch den Ukraine-Krieg sowie die hohe Inflationsrate geprägt. Durch die daraus resultierende Kaufzurückhaltung sank die verkaufte Auflage der Zeitungen und Zeitschriften im Abonnement und Einzelverkauf im Jahr 2022 um 7,9 %. Aufgrund der erfolgten Preiserhöhungen sind die Vertriebsumsätze im Abonnement und Einzelverkauf nur um 4,0 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das Segment der Kaufzeitungen hatte durch die mögliche Kaufflexibilität einen stärkeren Absatzrückgang (- 11,4 %) zu verzeichnen. Durch die negative Absatz- und Umsatzentwicklung wird der wirtschaftliche Druck auf den Pressegroßhandel (Pressegrossisten) immer größer, was im Berichtsjahr bereits zu Fusionen bei den Handelspartnern führte und sich auch 2023 fortsetzen wird. Die 323 IVW-gemeldeten Tages- und Sonntagszeitungen erreichten einen Gesamtverkauf von ca. 12,8 Mio. Exemplaren pro Erscheinungstag. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Rückgang von 6,0 %. Der Einzelverkauf (- 12,1 %) ist - wie auch im Vorjahr - deutlich stärker betroffen als das Abonnement (- 6,5 %). Die Nachfrage im Segment "Zeitungen Gesamt" innerhalb des Pressevertriebsmarktes gab - gemäß der jeweiligen Erscheinungsweise gewichtet - um 7,9 % nach. Der Gesamtverkauf der Publikumszeitschriften inklusive der Mitglieder- und Club-Magazine lag bei 53,1 Mio. Exemplaren pro Erscheinungstag. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Rückgang von 8,7 %. Die Anzahl der IVW-gemeldeten Titel betrug 570 (- 4,6 % zum Vorjahr). Die Nachfrage im Segment der Publikumszeitschriften gab - gemäß der jeweiligen Erscheinungsweise gewichtet - etwas stärker als das Segment "Zeitungen Gesamt" um 8,0 % nach. GeschäftsverlaufIm Januar 2022 hat Axel Springer einen Mehrheitsanteil an Dyn Media erworben und hält seit Sommer 2022 nunmehr 75,2 % der Anteile. Dyn Media hat im Berichtsjahr mit der Entwicklung einer Streaming-Plattform für Sportarten jenseits des Fußballs begonnen und wird voraussichtlich ab Sommer 2023 die neue Streaming-Plattform für die Live-Übertragung und Highlight-Berichterstattung aller Spiele der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga, 2. Handball-Bundesliga und DHB Pokal, der easyCredit Basketball Bundesliga, der Volleyball Bundesliga der Männer und der Tischtennis Bundesliga. Im März 2022 hat Axel Springer einen Mehrheitsanteil an der Event-Management-Gesellschaft WORLD.MINDS MANAGEMENT AG erworben. WORLD.MINDS mit Sitz in der Schweiz ist eine exklusive, nur auf Einladung zugängliche Gemeinschaft, der über 1.000 führende Köpfe aus Forschung, Kultur, Politik und Wirtschaft angehören. Mit ihren Veranstaltungen fördert sie den Austausch essenzieller neuer Erkenntnisse in Wirtschaft, Geopolitik und Forschung. Seit Anfang Juli 2022 halten wir durch den Erwerb weiterer 26 % der Anteile die Mehrheit an No Fluff Jobs. Die Ringier Axel Springer Polska zugeordnete Gesellschaft mit Sitz in Polen ist im Bereich Job Classifieds tätig und spezialisiert auf Stellenangebote im IT-Segment. Im Dezember 2022 wurde vorzeitig die Laufzeit der langfristigen Kreditlinien bis Juli 2027 verlängert. Das Finanzierungsvolumen beträgt unverändert € 1.500,0 Mio. Die Finanzierungskonditionen wurden an die Marktentwicklung angepasst. Gesamtaussage des Vorstands zu Geschäftsverlauf und wirtschaftlichem UmfeldDie Digitalisierung ist weiterhin der bestimmende Trend für das wirtschaftliche Umfeld von Medienunternehmen. Dies reflektiert auch die Entwicklung der Geschäftsbereiche des Axel Springer Konzerns. Das makroökonomische Umfeld war im Berichtsjahr insbesondere geprägt durch die Ukrainekrise, steigende Energiekosten, hohe Inflation und die damit verbundene allgemeine wirtschaftliche und politische Unsicherheit. Unsere Strategie der konsequenten Digitalisierung des Unternehmens hat es uns ermöglicht, die Auswirkungen dieses Umfelds zu beschränken. Mit langfristig orientierten Investoren als strategische Partner, die unsere Wachstumsstrategie unterstützen, sind wir gut aufgestellt, um die Potenziale, die wir in unseren Geschäftsfeldern sehen, zu heben und damit weiteres organisches Wachstum zu erzielen. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageFinanzielle LeistungsindikatorenIm Fokus steht für uns die nachhaltige Steigerung sowohl unserer Profitabilität als auch unseres Unternehmenswertes. Bei der Ertragskraft sind Pro-forma-Umsatzerlöse, adjusted EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) und adjusted EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) die wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren. Diese sowie die darüber hinaus verwendeten finanziellen Leistungsindikatoren ad-justed EBITDA-Rendite, adjusted EBIT-Rendite, frei verfügbarer Cashflow, Nettoverschuldung/-liquidität und Eigenkapitalquote sind nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) nicht definierte Kennzahlen, die als ergänzende Informationen anzusehen sind. Bei der Ermittlung der Pro-forma-Umsatzerlöse werden für die im Berichts- bzw. Vorjahr erworbenen Unternehmen die Umsatzerlöse so berücksichtigt, als wären diese Unternehmen bereits seit Beginn des Vorjahres im Konzernabschluss enthalten. Bei Veräußerungen bleiben die Umsatzerlöse der veräußerten Unternehmen im Berichts- sowie im Vorjahr vollständig unberücksichtigt. Adjusted EBITDA, adjusted EBITDA-Rendite, adjusted EBIT und adjusted EBIT-Rendite beinhalten keine Sondereffekte und keine Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen. Sondereffekte enthalten Effekte aus dem Erwerb und der Veräußerung (einschließlich Einbringung) von Tochtergesellschaften, Unternehmensteilen und Beteiligungen (einschließlich Effekten aus der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten und sonstiger Optionsverbindlichkeiten für den Erwerb nicht beherrschender Anteile), Abschreibungen und Zuschreibungen auf Beteiligungen, Effekte aus der Veräußerung von Immobilien, Sonderabschreibungen und Zuschreibungen auf eigengenutzte Immobilien, Aufwendungen im Zusammenhang mit langfristigen unternehmenswertbasierten Vergütungsprogrammen, Restrukturierungsaufwendungen, das gesamte Beteiligungsergebnis und sonstige wesentliche Einmaleffekte. Darüber hinaus wird auch eine der Ermittlung der Pro-forma Umsatzerlöse entsprechende Anpassung für Unternehmenserwerbe und -veräußerungen vorgenommen. Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen beinhalten den Aufwand aus Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen aus Unternehmens- und Geschäftserwerben. In der Darstellung der Ertragslage sind die Bereinigungen näher erläutert. Die adjusted EBITDA-Rendite ermittelt sich als Verhältnis des adjusted EBITDA zu den Pro-forma-Umsatzerlösen. Die adjusted EBIT-Rendite ermittelt sich als Verhältnis des adjusted EBIT zu den Pro-forma-Umsatzerlösen. Der frei verfügbare Cashflow ergibt sich aus dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzgl. Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (Capital Expenditures) zzgl. Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Die genannten Teilbeträge sind in der Konzern-Kapitalflussrechnung separat ausgewiesen. Die Nettoverschuldung/Nettoliquidität ermittelt sich als Saldo aus den Finanzmitteln und Finanzverbindlichkeiten. Die Eigenkapitalquote gibt das auf den jeweiligen Stichtag bezogene Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme wieder. Wir erachten die Pro-forma Umsatzerlöse, das adjusted EBITDA, die adjusted EBITDA-Rendite, das adjusted EBIT und die adjusted EBIT-Rendite als geeignete Kennzahlen zur Messung der operativen Ertragskraft von Axel Springer, da diese Kennzahlen Effekte außer Acht lassen, die die fundamentale Geschäftsentwicklung von Axel Springer nicht reflektieren. Zur Beurteilung unserer aktuellen Finanzierungs- und Kapitalstruktur sowie des zukünftigen Finanzierungsvolumens halten wir den frei verfügbaren Cashflow, die Nettoverschuldung/Nettoliquidität sowie die Eigenkapitalquote für geeignete Leistungskennzahlen. ErtragslageTrotz einer im Jahr 2022 unsicheren politischen und wirtschaftlichen Lage haben sich unsere Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr wirtschaftlich sehr gut entwickelt. Insbesondere das Geschäft mit Job-Portalen und mit Werbeanzeigen in unseren journalistischen Marken, das im ersten Krisenjahr 2020 von der wirtschaftlichen Rezession besonders betroffen war, konnte 2022 stark zulegen. Die AVIV-Gruppe konnte 2022 stabil wachsen. Geschäftsmodelle wie Idealo und Bonial konnten von der allgemeinen Preissensitivität der Konsumenten profitieren. POLITICO und Insider konnten 2022 ihre Anzahl an digitalen Abonnenten weiter ausbauen. Dementsprechend lagen die Umsatzerlöse im Berichtsjahr bei € 3.833,9 Mio. und damit 13,0 % über dem Vorjahr (Vj.: € 3.393,4 Mio.). * Die Pro-forma-Umsatzerlöse lagen mit € 3.846,9 Mio. um 12,8 % über dem Vorjahreswert (€ 3.409,6 Mio.). Die Pro-forma-Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs Classifieds Media erhöhten sich um 22,1 %; der Geschäftsbereich News Media legte um 7,2 % zu. Auch der Geschäftsbereich Marketing Media konnte die Proforma-Umsatzerlöse um 5,5 % steigern. Die Werbeerlöse erhöhten sich deutlich um 14,2 % auf € 2.818,8 Mio. (Vj.: € 2.467,8 Mio.). Die Pro-forma-Werbeerlöse erhöhten sich um 15,3 % auf € 2.823,6 Mio. (Vj.: € 2.448,9 Mio.). Zu diesem Wachstum trugen alle operativen Geschäftsbereiche bei, wobei Classifieds Media ein überproportionales Wachstum insbesondere bei den Aktivitäten von StepStone verzeichnete. Der Anteil der Pro-forma-Werbeerlöse an den Pro-forma-Umsatzerlösen bewegte sich mit 73,4 % leicht über dem Vorjahresniveau (Vj.: 71,8 %). Die Vertriebserlöse erhöhten sich um 12,6 % auf € 592,2 Mio. (Vj.: 525,8 Mio.). Der Anstieg der Pro-forma-Vertriebserlöse um 3,4 % von € 580,5 Mio. auf € 600,4 Mio. konnte trotz eines strukturellen Rückgangs von Auflagen bei gedruckten Zeitungen und Zeitschriften durch einen signifikanten Anstieg von digitalen Abonnements erreicht werden. Der Anteil der Pro-forma-Vertriebserlöse an den Pro-forma-Gesamtumsätzen sank auf 15,6 % (Vj.: 17,0 %). Die übrigen Erlöse beliefen sich auf € 422,9 Mio. Dies entsprach einem Anstieg von 5,8 % (Vj.: 399,8 Mio.). Die Pro-forma-übrigen-Erlöse lagen mit € 422,8 Mio. 11,2 % über dem Vorjahreswert von € 380,2 Mio. Insgesamt hatten die Pro-forma-übrigen-Erlöse einen Anteil von 11,0 % (Vj.: 11,1 %) an den Pro-forma-Umsatzerlösen. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen bei € 105,4 Mio. (Vj.: € 435,1 Mio.) und umfassten im Vorjahr im Wesentlichen Gewinne aus der Veräußerung von konsolidierten Tochterunternehmen, insbesondere die La Centrale-Gruppe mit € 251,3 Mio. und die Ringier Axel Springer Media-Gruppe (mit Ausnahme unserer polnischen Beteiligungen) mit € 41,7 Mio. Die Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen beliefen sich auf € 122,9 Mio. (Vj.: € 107,7 Mio.) und standen wie im Vorjahr im Wesentlichen im Zusammenhang mit IT-Entwicklungsprojekten zum Ausbau und zur Erweiterung unserer digitalen Geschäftsmodelle. Die Gesamtaufwendungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,6 % auf € 3.884,0 Mio. (Vj.: € 3.449,4 Mio.). Der Materialaufwand erhöhte sich um 11,8 % auf € 556,5 Mio. (Vj.: € 497,7 Mio.). Ursache für den Anstieg waren insbesondere höhere Aufwendungen für Papier sowie sonstige bezogene Leistungen insbesondere für die StepStone-Gruppe. Die Materialaufwandsquote reduzierte sich leicht auf 14,5 % (Vj.: 14,7 %). Der Personalaufwand lag mit € 1.726,7 Mio. (Vj.: € 1.532,3 Mio.) um 12,7 % über dem Vorjahresniveau. Ursächlich für diese Entwicklung waren im Wesentlichen der Personalaufbau in den wachstumsstarken digitalen Geschäftsbereichen sowie konsolidierungsbedingte Veränderungen. Dem entgegen standen geringere Aufwendungen aus langfristigen unternehmenswertbasierten Vergütungsprogrammen. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten des Konzerns stieg 2022 um 8,1 % auf 18.205. Der Anstieg der Abschreibungen auf € 459,5 Mio. (Vj.: € 381,6 Mio.) resultierte vor allem konsolidierungsbedingt aus höheren planmäßigen Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte sowie aus außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei € 1.141,3 Mio. (Vj.: € 1.037,9 Mio.). Der Anstieg war im Wesentlichen auf höhere Aufwendungen für Fremdpersonal sowie erhöhte Aufwendungen für Werbemaßnahmen zurückzuführen. Reduzierend wirkten geringere Aufwendungen im Zusammenhang mit der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten. Das Beteiligungsergebnis betrug € - 47,2 Mio. (Vj.: € 76,1 Mio.) und enthielt Verluste aus der Neubewertung von Finanzanlagen in Höhe von € 30,4 Mio. (Vj.: Gewinne von € 48,9 Mio.) sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf unsere nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen an Ringier Axel Springer Schweiz AG in Höhe von € 11,1 Mio. (Vj.: an Purplebricks und Ringier Axel Springer Schweiz AG in Höhe von € 59,4 Mio. bzw. € 4,5 Mio.). Darüber hinaus waren Ergebnisbeiträge unserer nach der Equity-Methode bilanzierten Frühphasenfonds in Höhe von € - 18,2 Mio. (Vj.: € 82,4 Mio.) berücksichtigt, die sich im Wesentlichen aus in den Fonds erfassten Neubewertungseffekten auf Beteiligungen ergaben. Das Finanzergebnis belief sich auf € - 48,6 Mio. (Vj.: € - 32,3 Mio.). Der Rückgang des Finanzergebnisses resultierte im Wesentlichen aus erhöhten Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie höheren Abschreibungen auf Wandeldarlehensforderungen. Die Ertragsteuern betrugen im Berichtsjahr € - 107,2 Mio. (Vj.: € - 81,4 Mio.). Die Steuerquote belief sich auf 130,0 % (Vj.: 15,3 %) und war durch steuerneutrale Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und Finanzanlagen sowie durch den Nichtansatz latenter Steuern auf Verlustvorträge geprägt. Das adjusted EBITDA stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,2 % auf € 742,9 Mio. (Vj.: € 727,2 Mio.). Die Rendite des Konzerns betrug 19,3 % (Vj.: 21,3 %). Der Geschäftsbereich Classifieds Media konnte das adjusted EBITDA um 23,0 % von € 406,9 Mio. auf € 500,3 Mio. erhöhen, was im Wesentlichen aus den Jobportalen resultierte, während besonders bei AVIV hohe Aufwendungen für den Aufbau der Gruppe mit einem einheitlichen Produktangebot auf einer geteilten technologischen Plattform zu berücksichtigen waren. Das adjusted EBITDA des Geschäftsbereichs News Media reduzierte sich um 21,7 % von € 315,0 Mio. auf € 246,6 Mio. Diese im Vergleich zur Umsatzentwicklung des Geschäftsbereichs gegenläufige Entwicklung resultierte insbesondere aus stark gestiegenen Kosten aus dem Aufbau von BILD TV sowie aus Anlaufverlusten in Zusammenhang mit der Etablierung neuer Geschäftsmodelle, wie Dyn Media. Der Geschäftsbereich Marketing Media verzeichnete beim adjusted EBITDA einen Rückgang um 5,0 % von € 60,4 Mio. auf € 57,4 Mio. Im Bereich Services/Holding reduzierte sich das adjusted EBITDA im Wesentlichen aufgrund gestiegener Kosten infolge der Ukrainekrise von € - 55,0 Mio. auf € - 61,5 Mio. Das adjusted EBIT erhöhte sich bei leicht gestiegenen Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % auf € 511,3 Mio. (Vj.: € 504,3 Mio.). Die Rendite lag mit 13,3 % unter dem Niveau des Vorjahres (14,8 %). Der Geschäftsbereich Classifieds Media konnte das adjusted EBIT um 28,7 % von € 308,7 Mio. auf € 397,4 Mio. erhöhen. Das adjusted EBIT des Geschäftsbereich News Media reduzierte sich um 35,5 % von € 203,0 Mio. auf € 130,9 Mio. Im Geschäftsbereich Marketing Media reduzierte sich das adjusted EBIT um 4,3 % von € 47,6 Mio. auf € 45,5 Mio. Das adjusted EBIT des Bereichs Services/Holding sank von € - 55,0 Mio. auf € - 62,6 Mio. Durch die konzerninterne Vermietung von Büroflächen wurden im Geschäftsbereich Services/Holding in den Abschreibungen Erträge aus Weiterverrechnungen an andere Geschäftsbereiche erfasst. Im adjusted EBITDA und adjusted EBIT ergaben sich folgende Bereinigungseffekte:
Die Effekte aus Unternehmens-/Immobilienveräußerungen entfielen im Vorjahr im Wesentlichen auf die La Centrale-Gruppe, die Ringier Axel Springer Media-Gruppe (mit Ausnahme unserer polnischen Beteiligungen) sowie auf Bistro.sk. Bereinigungen im Zusammenhang mit der Folgebewertung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten betrafen im Vorjahr insbesondere Morning Brew. Darüber hinaus wurden Aufwendungen und Erträge aus der Neubewertung unternehmenswertbasierter Vergütungsprogramme bereinigt, insbesondere für den langfristigen Management Incentive Plan sowie die Vergütungsprogramme bei Appcast, Insider und Morning Brew. Die Pro-forma-Effekte des Vorjahres entfielen im Wesentlichen auf den Erwerb von POLITICO und die Veräußerung der Geschäftsbereiche der Ringier Axel Springer Media-Gruppe, die sich gegenseitig nahezu ausgeglichen haben. Die vollständige Bereinigung des Beteiligungsergebnisses umfasst im Berichtsjahr und im Vorjahr insbesondere die laufenden Ergebnisse aus der At-Equity-Konsolidierung, außerplanmäßige Abschreibungen auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen sowie Neubewertungseffekte auf Finanzanlagen. Nachfolgend ist die Überleitung des adjusted EBITDA zum Konzernergebnis dargestellt: Überleitung des adjusted EBITDA zum Konzernergebnis *
Das Konzernergebnis sank um € 473,7 Mio. auf € - 24,7 Mio. (Vj.: € 449,0 Mio.). Das Ergebnis je Aktie sank aufgrund des positiven Ergebnisanteils der Anteile anderer Gesellschafter von € 3,71 je Aktie auf € - 0,42 je Aktie. FinanzlageFinanzmanagementDie Finanzmittel im Axel Springer Konzern werden grundsätzlich über die Axel Springer SE bereitgestellt. So wird gewährleistet, dass die Konzerngesellschaften stets über ausreichende Liquidität verfügen. Maßgebliches Ziel des Finanzmanagements ist die kostengünstige Sicherstellung der Liquidität unter Berücksichtigung einer fristengerechten Finanzierung. Nettoliquidität/-verschuldung
* Inkl. Leasingverbindlichkeiten in Höhe
von € 562,3 Mio. (Vj.: € 532,7 Mio.).
Im Dezember 2022 wurde vorzeitig die Laufzeit der langfristigen Kreditlinien bis Juli 2027 verlängert. Das Finanzierungsvolumen beträgt unverändert € 1.500,0 Mio., die Finanzierungskonditionen wurden an die Marktentwicklung angepasst. Zum Bilanzstichtag waren die Kreditlinien in Höhe von € 791,5 Mio. (Vj.: € 686,5 Mio.) ausgeschöpft. Darüber hinaus bestanden zwei Laufzeitdarlehen in Höhe von € 300,0 Mio. und € 500,0 Mio. mit Laufzeiten bis Juli 2024 bzw. Juli 2026. Ferner bestanden Schuldscheindarlehen in Höhe von € 456,5 Mio. (Vj.: € 614,5 Mio.) mit Laufzeiten bis Mai 2023 (€ 72,0 Mio.) und Mai 2024 (€ 384,5 Mio.). Zur zinsoptimierten Deckung kurzfristigen Kapitalbedarfs kann Axel Springer bestimmte Formen kurzfristiger Inhaberschuldverschreibungen (Commercial Paper) mit einem maximalen Volumen von € 750,0 Mio. und einer Laufzeit bis zu einem Jahr emittieren. Zum Bilanzstichtag waren keine Commercial Paper ausgegeben. Die Kreditlinie, das Laufzeitdarlehen über € 300,0 Mio., die Schuldscheindarlehen sowie das kurzfristige Commercial Paper Programm können sowohl für allgemeine Gesellschaftszwecke als auch zur Finanzierung von Akquisitionen eingesetzt werden. Das im Vorjahr aufgenommene Laufzeitdarlehen über € 500,0 Mio. dient ausschließlich der Akquisitionsfinanzierung. Cashflow-EntwicklungKonzernkapitalflussrechnung (Kurzfassung)
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag bei € 464,4 Mio. und damit um 7,0 % über dem Wert des Vorjahreszeitraums (€ 434,2 Mio.). Die Entwicklung resultierte insbesondere aus geringeren Auszahlungen für langfristige unternehmenswertbasierte Vergütungsprogramme. Entgegengesetzt wirkten höhere Netto-Steuerzahlungen sowie höhere Netto-Zinszahlungen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf € - 214,6 Mio. (Vj.: € - 598,9 Mio.). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen insbesondere aufgrund einer im Vorjahr getätigten technologischen Einmalinvestition unter dem Vorjahresniveau. Die Auszahlungen (abzgl. übernommener Zahlungsmittel) für im Vorjahr vollzogene Unternehmens- und Beteiligungserwerbe betrafen im Wesentlichen mit € 861,7 Mio. den Erwerb von POLITICO (inkl. 50 % der Anteile an POLITICO Europe). Die Investitionen in Finanzanlagen betrafen im Wesentlichen Investitionen in unsere Hybridmakler-Beteiligungen. Im Vorjahr waren zudem Investitionen in Digitalagenturen enthalten. Im Vorjahr standen demgegenüber Einzahlungen aus dem Verkauf unserer Anteile (abzgl. abgegebener Zahlungsmittel) an der La Centrale-Gruppe (€ 342,6 Mio., nach Abzug eines Investitionsbetrag von € 50,0 Mio. in die Erwerbergesellschaft), der Ringier Axel Springer Media-Gruppe (mit Ausnahme unserer polnischen Beteiligungen) (€ 62,8 Mio.), sowie der Bistro.sk (€ 40,4 Mio.). Zudem haben wir im Vorjahr unsere Beteiligung an Airbnb veräußert (€ 76,1 Mio.). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von € - 249,1 Mio. (Vj.: € 143,9 Mio.) war im Berichtsjahr neben dem Tilgungsanteil von Miet- und Leasingzahlungen durch die gegenüber dem Vorjahr geringere Dividende an die Aktionäre der Axel Springer SE sowie durch die Nettotilgung (Vj.: Nettoaufnahme) von Finanzverbindlichkeiten geprägt. VermögenslageKonzern-Bilanz (Kurzfassung) *
Die Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte war vor allem geprägt durch positive Währungsumrechnungseffekte sowie die Erfassung immaterieller Vermögenswerte im Rahmen der erstmaligen Konsolidierung des im Berichtsjahr vollzogenen Unternehmenserwerbs von No Fluff Jobs. Dem entgegen standen planmäßige sowie außerplanmäßige Abschreibungen, insbesondere auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Der Rückgang der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen war im Wesentlichen auf negative Ergebnisbeiträge unserer Frühphasenfonds, bedingt durch in den Fonds erfasste Neubewertungseffekte auf Beteiligungen, sowie außerplanmäßige Abschreibungen, insbesondere auf Ringier Axel Springer Schweiz AG, zurückzuführen. Der Anstieg der sonstigen Vermögenswerte war geprägt von Vermögensüberdeckungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen. Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen geringfügig über dem Wert des Vorjahres ohne wesentliche Veränderungen. Das Eigenkapital war nahezu unverändert zum Vorjahr. Erhöhend wirkten Währungsumrechnungseffekte konsolidierter Abschlüsse sowie die Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne durch die Erhöhung des Diskontierungszinssatzes bei der Pensionsbilanzierung (unter Berücksichtigung entsprechender Steuereffekte). Dem entgegen wirkte insbesondere die Dividende an die Aktionäre der Axel Springer SE sowie das Konzernergebnis des Berichtsjahres. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich leicht auf 34,6 % (Vj.: 34,1 %). Der Rückgang des langfristigen Fremdkapitals stand im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Verminderung der Netto-Pensionsverpflichtung durch Anpassung des Diskontierungszinssatzes. Das kurzfristige Fremdkapital verminderte sich im Berichtsjahr nur geringfügig. Der Rückgang der Finanzverbindlichkeiten durch die Tilgung des im Geschäftsjahr 2022 fälligen Schuldscheindarlehens wurde teilweise durch die Umbuchung des im Geschäftsjahr 2023 fälligen Schuldscheindarlehens kompensiert. Darüber hinaus erhöhten sich die sonstigen Verbindlichkeiten, insbesondere aufgrund des Anstiegs der Vertragsverbindlichkeiten. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten GeschäftsverlaufIn der im Geschäftsbericht 2021 veröffentlichten Prognose rechneten wir für das Geschäftsjahr 2022 im Konzern mit einem Wachstum der Pro-forma-Umsatzerlöse im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Für das ad-justed EBITDA und das adjusted EBIT erwarteten wir ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Tatsächlich wurde dies im Geschäftsjahr 2022 umsatzseitig bestätigt, während im adjusted EBITDA und EBIT nur ein geringes einstelliges Wachstum erreicht wurde. Dies ist vor allem durch zusätzliche Aufwendungen für die Transformation und das Wachstum bei AVIV zum Aufbau der Gruppe mit einem einheitlichen Produktangebot auf einer geteilten technologischen Plattform sowie in Teilen durch inflationsbedingt gestiegene Kosten zu erklären. Für die Pro-forma-Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Classifieds Media erwarteten wir im Jahr 2022 einen überproportionalen Beitrag zum konzernweiten Umsatzwachstum mit einer besonders dynamischen Entwicklung bei StepStone. Für das adjusted EBITDA und das adjusted EBIT rechneten wir trotz erhöhter Investitionen in zukünftiges Wachstum mit einem Wachstum im mittleren zweistelligen Prozentbereich. Tatsächlich konnten wir das Vorjahr sowohl beim Umsatz als auch beim adjusted EBITDA und adjusted EBIT deutlich übertreffen. Hierzu trug insbesondere das Geschäft mit unseren Jobportalen bei, die von einem signifikanten Arbeitskräftemangel profitierten. Im Geschäftsbereich News Media rechneten wir für das Jahr 2022 marktbedingt mit einem leicht unterproportionalen Beitrag zum Wachstum bei den Pro-forma-Umsatzerlösen, insbesondere aufgrund des strukturell weiterhin rückläufigen Printgeschäfts. Beim adjusted EBITDA und adjusted EBIT erwarteten wir investitionsbedingt einen Rückgang. Bei den Pro-forma-Umsatzerlösen wurde das Geschäftsjahr 2021 um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz überschritten, was vor allem aus Anstiegen bei den nationalen Digitalaktivitäten und im internationalen Bereich, insbesondere bei den US-Beteiligungen Insider und POLITICO sowie bei Finanzen.net und Bonial, resultierte. Das adjusted EBITDA lag im Geschäftsjahr 2022 deutlich unter dem Geschäftsjahr 2021. Das adjusted EBIT ging ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahreswert zurück. Der Geschäftsbereich News Media hatte im Geschäftsjahr 2022 besondere Herausforderungen im Werbemarkt und aufgrund stark gestiegener Kosten. Sofern auf den zweistelligen Prozentbereich Bezug genommen wird, bezieht sich dies in Anlehnung an den englischen Begriff "Teens" auf den Bereich von mindestens 10 % und höchstens 20 %. Demgegenüber sind mit "deutlich unter Vorjahr" bzw. "deutlich über Vorjahr" Abweichungen gegenüber dem Vorjahr von mehr als 20 % gemeint. Gesamtaussage des Vorstands zur Ertrags-, Finanz- und VermögenslageDas Geschäftsjahr 2022 war von einer gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit geprägt, verursacht durch den Krieg in der Ukraine, hohe Inflation und Energiekosten. Vor diesem Hintergrund verlief das Geschäftsjahr 2022 für uns erfolgreich. Unsere Pro-forma-Umsatzerlöse erhöhten sich um 12,8 %, das adjusted EBITDA stieg um 2,2 %. Das Geschäft mit unseren Jobportalen trug dabei konjunkturbedingt überproportional zu dieser positiven Entwicklung bei. Auch die Immobilienportale konnten 2022 umsatzseitig wieder zulegen und signifikant in die Transformation investieren. Im Geschäftsbereich News Media wurden im nationalen Bereich strukturell bedingte Umsatzrückgänge im Printbereich durch höhere Umsätze bei den digitalen Medienangeboten und das Umsatzwachstum der Idealo-Gruppe zu großen Teilen kompensiert. Hinzu kamen Investitionen in neue Geschäftsmodelle und steigende Kosten besonders im Print-Bereich. Im internationalen News Media-Bereich stiegen die Umsätze insbesondere in den USA deutlich. Auch der Geschäftsbereich Marketing Media verzeichnete weiterhin ein wachsendes Geschäft. Wir sind überzeugt, dass es noch deutliches Wachstumspotenzial insbesondere im Bereich der digitalen Rubrikenangebote und des digitalen Journalismus gibt. Wir haben unsere Wachstumsinitiativen weiter vorangetrieben. Akquisitionen und ein aktives Portfoliomanagement werden auch in Zukunft ein Baustein zur Weiterentwicklung des Konzerns bleiben. Durch die strategische Partnerschaft mit langfristig orientierten Investoren, die unsere Wachstumsstrategie unterstützen, sind wir gut aufgestellt, um die Potenziale, die wir in unseren Geschäftsfeldern sehen, zu heben, um auch in Zukunft organisches Wachstum zu erzielen. Die Nettoverschuldung verminderte sich leicht im Vergleich zum Vorjahr. Mit einem sehr starken Cashflow, einer soliden Bilanzstruktur und den uns zur Verfügung stehenden günstigen Finanzierungsmöglichkeiten befinden wir uns weiterhin in einer guten Position, um die erforderlichen Investitionen zur Realisierung von zukünftigem Wachstum vornehmen zu können. Ausgewählte Kennzahlen auf Konzernebene *
* Zur Anpassung der Vorjahreszahlen vgl. die
Erläuterungen in Ziffer (3p) im Anhang zum
Konzernabschluss sowie im Kapitel Ertragslage des
Lageberichts.
Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenMitarbeitendeWas Axel Springer im Kern ausmacht, sind die Mitarbeitenden - ihre Vielfalt, ihre individuellen Fähigkeiten, ihr Wissen und ihr Engagement. Axel Springer beschäftigte im Berichtsjahr durchschnittlich 18.205 (Vj.: 16.835) Mitarbeitende (ohne Auszubildende und Journalistenschüler und -schülerinnen/Mitarbeitende im Volontariat). Durchschnittlich 9.334 der Mitarbeitenden waren im Ausland (Vj.: 8.344) beschäftigt; das entspricht einem Anteil von 51,3 % (Vj.: 49,6 %). Im Konzern waren durchschnittlich 8.033 Frauen, 10.165 Männer und 8 diverse Mitarbeitende tätig. Der Anteil der Frauen liegt mit 44,1 % (Vj.: 44,5 %) nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Anzahl der Redakteurinnen und Redakteure stieg im Berichtszeitraum um 15,9 % auf 3.402. Die Anzahl der Angestellten erhöhte sich leicht um 6,8 % auf 14.539 Mitarbeiter. Beschäftigte nach Geschäftsbereichen
Im Geschäftsbereich Classifieds Media wurden bei StepStone und AVIV Mitarbeitende aufgebaut. Der Anstieg im Geschäftsbereich News Media resultierte vor allem aus dem Aufbau News Media National TV, dem organischen Wachstum bei Insider und der ganzjährigen Berücksichtigung von POLITICO. Demgegenüber stand ein Rückgang infolge der Veräußerung von Teilen von Ringier Axel Springer Media Ende 2021. Im Geschäftsbereich Marketing Media baute Awin Mitarbeitende auf. Der Aufbau im Bereich Services/Holding ist im Wesentlichen durch die erstmalige Einbeziehung der AS Security in den Konzernabschluss begründet. Das Ziel von Axel Springer ist es, ein vielfältiges und inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeitenden respektiert, wertgeschätzt und zugehörig fühlen. Um die Themen Vielfalt und Inklusion tiefer im Bewusstsein der Mitarbeitenden und in der Geschäftsstrategie zu verankern, hat Axel Springer im April 2022 eine konzernweite Strategie formuliert, die bis Ende 2026 umgesetzt werden soll. Diese umfasst Bestrebungen in fünf Bereichen mit insgesamt 15 Verpflichtungen: Aktivierung von Führungskräften, Glaubwürdige Bemühungen, Inklusive Karrieren, Talent-Erfahrung, Nutzung von Daten. Die Förderung von Frauen in Führungspositionen bleibt im Fokus des ganzheitlichen Diversity & Inclusion-Ansatzes von Axel Springer: Bis 2026 soll konzernweit ein Geschlechterverhältnis von mindestens 40 % Frauen in den Top-Führungspositionen erreicht werden. In den Geschäftsbereichen gibt es auf den weiteren Managementebenen dezentrale Zielvorgaben für größere Geschlechtervielfalt. Der jeweilige Korridor liegt dabei zwischen 40 % bis 50 %. Es wird angestrebt, auch Menschen mit dem Geschlechtseintrag "divers" sowie nichtbinäre Menschen in dieses Ziel mit einzubeziehen. Der Vorstand war zum 31. Dezember 2022 mit einer Frau und drei Männern besetzt. Der Aufsichtsrat hatte zu diesem Zeitpunkt neun Mitglieder, wovon sieben Männer und zwei Frauen waren. Die Zusammensetzung der Führungskräfte von Axel Springer nach Gender ist nachfolgend dargestellt: Führungskräfte nach Gender
Forschung und EntwicklungAxel Springer betreibt keine Forschungs- und Entwicklungsabteilung im Sinne eines Industrieunternehmens. Alle Bereiche des Unternehmens optimieren die bestehenden Angebote und arbeiten daran, innovative Produkte im Markt zu etablieren. Vor allem bedeutet dies, dass wir unser Angebotsspektrum kontinuierlich durch Innovationen im digitalen Geschäft erweitern, redaktionelle Inhalte weiterentwickeln und unsere journalistische Exzellenz ausbauen. Dabei legen wir großen Wert auf die frühzeitige Berücksichtigung der sich verändernden Mediennutzung. Neben unseren Investitionen in Beteiligungen im Frühphasenbereich haben wir im Berichtsjahr Eigenleistungen von € 122,9 Mio. (Vj.: € 108,3 Mio.) im Zusammenhang mit IT-Entwicklungsprojekten zum Ausbau und zur Erweiterung unserer digitalen Geschäftsmodelle aktiviert. Absatzmarktbezogene LeistungsindikatorenFür die Beurteilung unserer kunden-, markt- und angebotsbezogenen Leistungen sind die folgenden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren relevant, auch wenn das Unternehmen als Ganzes nicht danach gesteuert wird: Unique Users/Visitors sowie geschäftsmodellbezogene Kennzahlen unserer Online-Medien und die daraus resultierende Marktposition, Reichweite unserer Medien im Werbemarkt sowie Kennzahlen zu Marken- und Werbebekanntheit, durchschnittlich verkaufte Auflage aller wesentlichen Zeitungen und Zeitschriften und digitale Abonnements. Wirtschaftliche Lage der Axel Springer SEAusgewählte Kennzahlen
VorbemerkungenDie Axel Springer SE ist das Mutterunternehmen des Axel Springer Konzerns. Ihre Geschäftsentwicklung unterliegt aufgrund der von ihr direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften grundsätzlich den gleichen Risiken und Chancen wie der Konzern. Diese werden ausführlich im Kapitel "Risiko- und Chancenbericht" dargestellt. Ebenso entsprechen die Erwartungen im Hinblick auf die Entwicklung der Axel Springer SE im Wesentlichen den im Prognosebericht beschriebenen Konzernerwartungen (siehe Kapitel "Prognosebericht"). Die folgenden Ausführungen basieren auf dem Jahresabschluss der Axel Springer SE, der nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellt wurde. Jahresabschluss und Lagebericht werden im Bundesanzeiger bekannt gemacht. GeschäftstätigkeitDie Axel Springer SE ist operativ im Geschäftsbereich News Media National tätig und publiziert insbesondere überregionale Tages- und Wochenzeitungen. Des Weiteren umfasst die operative Geschäftstätigkeit Angebote des Digital-Portfolios der Zeitungen sowie der Auto-, Computer- und Sportzeitschriften. Daneben übt die Axel Springer SE als Mutterunternehmen des Axel Springer Konzerns Holdingfunktionen aus, steuert das konzernweite Liquiditätsmanagement und erbringt weitere Dienstleistungen an Konzerngesellschaften. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Axel Springer SE entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns und werden im Kapitel "Wirtschaftsbericht" beschrieben. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageErtragslageGewinn- und Verlustrechnung (Kurzfassung)
Die Umsatzerlöse verminderten sich im Berichtsjahr um € 34,3 Mio. bzw. 4,3 %. Aufgrund weiterer marktbedingter Rückgänge im Printgeschäft reduzierten sich die Vertriebserlöse um € 15,1 Mio. bzw. 4,5 % auf € 321,7 Mio. Die Werbeerlöse gingen ebenfalls zurück und lagen mit € 251,5 Mio. um € 15,7 Mio. bzw. 5,9 % unter dem Vorjahreswert. Die übrigen Erlöse (€ 186,6 Mio.) verringerten sich um € 3,6 Mio. bzw. 1,9 %. Die übrigen betrieblichen Erträge beliefen sich im Berichtsjahr auf € 66,8 Mio. (Vj.: € 99,4 Mio.). Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus geringeren Erträgen aus der Veräußerung von Beteiligungen. Der Materialaufwand stieg um € 28,4 Mio. bzw. 13,1 % auf € 245,3 Mio. Ursächlich hierfür waren insbesondere deutlich gestiegene Einkaufspreise für Zeitungsdruckpapier. Der Personalaufwand erhöhte sich um € 13,0 Mio. bzw. 6,8 % auf € 206,6 Mio. Höhere Aufwendungen ergaben sich insbesondere aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen infolge höherer Inflationserwartungen. Gegenläufig wirkten vor allem geringere Aufwendungen aus leistungsabhängigen Vergütungsregelungen und unternehmenswertbasierten Vergütungsprogrammen. Die Zahl der durchschnittlich Beschäftigten (1.026; Vj.: 1.036) reduzierte sich um 1,0 %. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen lagen mit € 10,4 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit € 497,5 Mio. um € 15,9 Mio. bzw. 3,3 % über dem Vorjahreswert. Hierin waren Leistungen von Tochtergesellschaften in Höhe von € 224,9 Mio. (Vj.: € 212,7 Mio.) enthalten. Das Ergebnis aus Finanzanlagen belief sich auf € - 172,2 Mio. (Vj.: € 579,6 Mio.). Die hierin enthaltenden Ergebnisübernahmen von Tochtergesellschaften (€ - 113,5 Mio.; Vj.: € 555,7 Mio.) waren insbesondere durch Abschreibungen auf Finanzanlagen belastet, während sich im Vorjahr Ergebnisbeiträge von StepStone, die auch Erträge aus Kapitalmaßnahmen beinhalteten, positiv auswirkten. Sonstige Erträge aus direkten Beteiligungen der Axel Springer SE und Ausleihungen beliefen sich auf € 18,6 Mio. (Vj.: € 18,7 Mio.). Darüber hinaus resultierte aus der Bewertung von Beteiligungen und Ausleihungen insgesamt ein negatives Ergebnis von € 77,3 Mio. (Vj.: positives Ergebnis von € 5,0 Mio.), das Abschreibungen in Höhe von € 77,3 Mio. (Vj.: € 10,4 Mio.) und Zuschreibungen von € 0,0 Mio. (Vj.: € 15,4 Mio.) beinhaltete. Das Zinsergebnis des Berichtsjahres betrug € - 63,9 Mio. (Vj.: € - 0,5 Mio.) und umfasste im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus in Anspruch genommenen Kreditlinien, aus Schuldscheindarlehen und aus kurzfristigen Commercial-Paper-Emissionen sowie aus der Bewertung von Pensionsverpflichtungen. Der Rückgang des Zinsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus einem geringeren Zinsergebnis aus der Pensionsbilanzierung und höheren Zinsaufwendungen aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten infolge gestiegener Zinsen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (€ 3,1 Mio.; Vj.: € - 31,3 Mio.) umfassten im Berichtsjahr insbesondere Erträge aus der Anpassung erwarteter Steuerzahlungen für Vorjahre. Das Geschäftsjahr 2022 endete mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von € 366,2 Mio. (Vj.: Jahresüberschuss in Höhe von € 539,3 Mio.). FinanzlageDie Nettoverschuldung (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen abzüglich Finanzmittel) belief sich zum 31. Dezember 2022 auf € 1.999,9 Mio. (Vj.: € 2.033,1 Mio.). Im Dezember 2022 wurde vorzeitig die Laufzeit der langfristigen Kreditlinien bis Juli 2027 verlängert. Das Finanzierungsvolumen beträgt unverändert € 1.500,0 Mio., die Finanzierungskonditionen wurden entsprechend der Marktentwicklung angepasst. Zum Bilanzstichtag waren die Kreditlinien in Höhe von € 791,5 Mio. (Vj.: € 686,5 Mio.) ausgeschöpft. Darüber hinaus bestanden zwei Laufzeitdarlehen in Höhe von € 300,0 Mio. und € 500,0 Mio. mit Laufzeiten bis Juli 2024 bzw. Juli 2026. Ferner bestanden Schuldscheindarlehen in Höhe von € 456,5 Mio. (Vj.: € 614,5 Mio.) mit Laufzeiten bis Mai 2023 (€ 72,0 Mio.) und Mai 2024 (€ 384,5 Mio.). Zur zinsoptimierten Deckung kurzfristigen Kapitalbedarfs kann Axel Springer bestimmte Formen kurzfristiger Inhaberschuldverschreibungen (Commercial Paper) mit einem maximalen Volumen von € 750,0 Mio. und einer Laufzeit bis zu einem Jahr emittieren. Zum Bilanzstichtag waren keine Commercial Paper ausgegeben. Die Kreditlinie, das Laufzeitdarlehen über € 300,0 Mio., die Schuldscheindarlehen sowie das kurzfristige Commercial Paper Programm können sowohl für allgemeine Gesellschaftszwecke als auch zur Finanzierung von Akquisitionen eingesetzt werden. Das im Vorjahr aufgenommene Laufzeitdarlehen über € 500,0 Mio. dient ausschließlich der Akquisitionsfinanzierung. VermögenslageBilanz (Kurzfassung)
Die Bilanzsumme reduzierte sich im Berichtsjahr um € 245,4 Mio. auf € 7.945,8 Mio. Das Anlagevermögen belief sich auf € 7.618,0 Mio. (Vj.: 7.681,4 Mio.) und stellte 95,9 % (Vj.: 93,8 %) des Gesamtvermögens dar. Es war zu 26,1 % (Vj.: 32,3 %) durch Eigenkapital gedeckt. Die Finanzanlagen nahmen im Berichtsjahr um € 59,2 Mio. auf € 7.575,3 Mio. ab. Der Rückgang resultierte insbesondere aus Abschreibungen auf Beteiligungen und Ausleihungen infolge einer niedrigeren Bewertung zum Bilanzstichtag. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (€ 217,0 Mio.; Vj.: € 364,9 Mio.) sowie die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (€ 3.675,6 Mio.; Vj.: € 3.398,9 Mio.) resultierten im Wesentlichen aus dem konzernweiten Liquiditätsmanagement. Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2022 verringerte sich im Vergleich zum Bilanzstichtag des Vorjahres um € 491,3 Mio. und betrug € 1.986,0 Mio. (Vj.: € 2.477,3 Mio.). Ursächlich hierfür waren der Jahresfehlbetrag des Berichtsjahres in Höhe von € 366,2 Mio. und die Dividendenzahlung für das vergangene Geschäftsjahr (€ 125,2 Mio.). Die Eigenkapitalquote verringerte sich zum Bilanzstichtag auf 25,0 % (Vj.: 30,2 %). Die Rückstellungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag um € 16,9 Mio. auf € 157,3 Mio. (Vj.: € 140,4 Mio.). Ursächlich für den Anstieg waren insbesondere höhere Vorsorgen für Pensionsverpflichtungen infolge der Inflation und eines geringeren Deckungsvermögens. Die Pensionsrückstellungen beliefen sich nach Abzug des Deckungsvermögens auf € 43,0 Mio. Im Vorjahr ergab sich eine in den übrigen Aktiva ausgewiesene Vermögensüberdeckung von € 23,9 Mio. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Schuldscheindarlehen sind im Berichtsjahr leicht gesunken und beliefen sich auf € 2.055,3 Mio. (Vj.: € 2.102,6 Mio.). AbhängigkeitsberichtDer Vorstand der Axel Springer SE hat den nach § 312 AktG vorgeschriebenen Abhängigkeitsbericht an den Aufsichtsrat erstattet und folgende Schlusserklärung abgegeben: "Die Axel Springer SE hat nach den Umständen, die ihr in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem Rechtsgeschäfte mit einem verbundenen Unternehmen vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und hat im Berichtszeitraum weder auf Veranlassung noch im Interesse der herrschenden oder eines mit ihnen verbundenen Unternehmens Maßnahmen getroffen oder unterlassen." Risiko- und ChancenberichtAxel Springer ist als international agierender Konzern einer Vielzahl von internen und externen Einflüssen ausgesetzt, die das Erreichen unserer Ziele in wesentlichem Maße beeinflussen können. Dabei definieren wir Risiken als Möglichkeit einer negativen Abweichung der Unternehmensentwicklung von unseren Zielen, während Chancen die Möglichkeit einer Abweichung im positiven Sinn darstellen. Vor diesem Hintergrund sollen sich bietende Chancen zur Steigerung des Ertrags- und Unternehmenswertes genutzt und Risiken nur insoweit eingegangen werden, wenn sich diese in einem für das Unternehmen annehmbaren und angemessenen Rahmen bewegen. Risiken sollen durch geeignete Maßnahmen auf ein akzeptables Maß begrenzt werden, teilweise oder vollständig auf Dritte übertragen, vermieden bzw. beobachtet werden, sofern eine Risikobegrenzung nicht sinnvoll erscheint. RisikomanagementsystemDer Risikomanagementprozess ist darauf ausgerichtet, alle wesentlichen und potenziell bestandsgefährdenden Risiken möglichst frühzeitig zu identifizieren und zu bewerten, um entsprechend gegensteuern zu können. Die grundsätzliche Ausgestaltung der Strukturen und Prozesse des Risikomanagementsystems bei Axel Springer orientiert sich neben nationalen Standards auch an dem international anerkannten "Enterprise Risk Management Framework", dem vom Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) entwickelten Rahmenwerk. Die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagement obliegt dem Vorstand der Axel Springer SE, das operative Management der Einzelrisiken liegt in erster Linie im Verantwortungsbereich der jeweiligen Geschäftsbereiche bzw. Beteiligungen von Axel Springer. Dies umfasst die Früherkennung, Identifikation und Bewertung bereichs- bzw. unternehmensspezifischer Risiken, die Festlegung geeigneter Maßnahmen, deren Steuerung und Kontrolle sowie eine angemessene Dokumentation und Berichterstattung. Darüber hinaus sind die jeweiligen Bereichsleitungen und Geschäftsführungen unserer Unternehmen verpflichtet, an den turnusmäßigen, systematisierten und standardisierten Risikoerhebungen teilzunehmen. Wesentliche Ad-hoc-Änderungen der Risikosituation sind dem zentralen Corporate Risk Management umgehend zu melden. Das zentrale Corporate Risk Management stellt übergreifende Standards, Methoden und Tools zur Verfügung, steuert sowohl die halbjährliche als auch die jährliche Risikoerhebung und gewährleistet die Berichterstattung an das Audit Committee des Aufsichtsrats und den Vorstand. Es koordiniert die konzernweiten Risikomanagementaktivitäten und plausibilisiert die gemeldeten Risiken auf Vollständigkeit. Darüber hinaus entwickelt das zentrale Corporate Risk Management das Risikomanagementsystem von Axel Springer kontinuierlich weiter. Die Bewertung der Risiken erfolgt - soweit zweckmäßig und bezifferbar - quantitativ anhand der Parameter "Schadenshöhe" (Wirkung) und "Eintrittswahrscheinlichkeit" oder auf Basis qualitativer Kriterien. Eine qualitative Einschätzung des potenziellen Schadens erfolgt mittels Kriterien wie operative Auswirkungen, Einfluss auf unsere Reputation oder rechtliche Konsequenzen. Die Risikobewertung erfolgt unter Berücksichtigung der Maßnahmen zur Gegensteuerung bzw. Risikoreduzierung (Nettobetrachtung). Das auf diese Weise ermittelte Nettorisiko wird in seiner Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Die anschließende Einordnung der Risiken erfolgt in einer ordinalskalierten Risikomatrix. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit im Gesamtrisikoportfolio werden die Risiken als "bestandsgefährdend", "wesentlich", "zu überwachend", "übrige" oder "nicht konzernrelevant" kategorisiert.
Regelmäßig wird auf Konzernebene die Risikotragfähigkeit ermittelt, die das maximale Risikoausmaß angibt, das getragen werden kann, ohne den Fortbestand des Unternehmens zu gefährden. ChancenmanagementsystemAxel Springer verfolgt das Ziel, den unternehmerischen Erfolg nachhaltig zu sichern. Mögliche Chancen, die sich im Rahmen der Geschäftstätigkeit durch positive Entwicklungen ergeben, sollen frühzeitig erkannt und genutzt werden. Im Rahmen der Führungs-, Strategie- und Planungsprozesse werden für die Geschäftsbereiche und Beteiligungen von Axel Springer mögliche intern sowie extern induzierte Chancen identifiziert und analysiert. Externe Chancen bieten sich beispielsweise durch sich verändernde Marktstrukturen oder Kundenwünsche, interne Chancen ergeben sich aus Produktinnovationen oder Qualitätsverbesserungen. Grundlage für die Chancenidentifikation sind dabei z. B. Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, Analysen sowie der regelmäßige Austausch mit Fachexperten. Identifizierte Chancen dienen bei Abwägung mit den einhergehenden Risiken als Grundlage unternehmerischer Entscheidungen und der Einleitung entsprechender Maßnahmen, z. B. über Investitionen in neue Märkte oder Technologien. Die Steuerung der Chancen liegt konzernweit in der Verantwortung des Vorstands und erfolgt dezentral durch die operativen Bereiche und deren Geschäftsführer oder Bereichsleiter. Das interne RevisionssystemDie Konzernrevision (Corporate Audit) ist organisatorisch dem Bereich Corporate Audit, Risk Management und Corporate Information Security zugeordnet, der funktional dem Gesamtvorstand und disziplinarisch dem Vorstand Finanzen und Classifieds Media unterstellt ist. Sie untergliedert sich in die Teams Operational Audit und IT Audit, die organisatorisch und personell vom Team Corporate Risk Management und Corporate Information Security getrennt sind. Corporate Audit erbringt risikoorientiert Prüfungs- und Beratungsleistungen in sämtlichen Konzerngesellschaften und -bereichen und richtet die Tätigkeit dabei an den maßgeblichen nationalen und internationalen Berufsstandards aus. Dem Bereich kommt insbesondere die Aufgabe zu, die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit des internen Kontroll- und Überwachungssystems risikoorientiert und systematisch zu überprüfen sowie gegebenenfalls Maßnahmen zur Schwachstellenbehebung abzuleiten. Zur Wahrung der Unabhängigkeit erstreckt sich der Prüfungsauftrag von Corporate Audit im Hinblick auf das Risikomanagement nur auf die dezentralen Bestandteile. Das zentrale Risikomanagement wird regelmäßig einer Wirksamkeitsprüfung durch qualifizierte, externe Revisionsdienstleister unterzogen. Corporate Audit überwacht die ordnungsgemäße und fristgerechte Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen zur Beseitigung der identifizierten Schwachstellen auf Grundlage eines systematischen Verfahrens (Follow-up). Die Ergebnisse einzelner Prüfungs- bzw. Beratungsaufträge werden an den Vorstand berichtet und periodisch im Audit Committee des Aufsichtsrats zusammenfassend vorgestellt. Zur Sicherstellung der Wirksamkeit des internen Revisionssystems sind Qualitätssicherungs- und -verbesserungsverfahren eingerichtet, die unter anderem externe Quality Assessments entsprechend den berufsständischen Vorgaben umfassen. Bericht über das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem und interne KontrollsystemEinen wesentlichen Bestandteil des internen Überwachungssystems der Axel Springer SE bilden das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem sowie das angeschlossene interne Kontrollsystem, das gleichfalls auf dem COSO-Rahmenwerk basiert. Durch das effektive Zusammenspiel dieser Systeme sollen die Ordnungsmäßigkeit, Vollständigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung sichergestellt werden. Die Finanzberichterstattung soll somit unter Beachtung einschlägiger Gesetze und Normen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Axel Springer SE und des Axel Springer Konzerns vermitteln. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem umfassen alle organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Erkennung von und zum Umgang mit den Risiken der Rechnungslegung und Finanzberichterstattung. Allerdings bietet selbst ein wirksames und somit angemessenes und funktionsfähiges Risikomanagementsystem und internes Kontrollsystem keine absolute Sicherheit, alle Unregelmäßigkeiten oder unzutreffenden Angaben zu verhindern oder aufzudecken. Wesentliche Elemente des rechnungslegungsbezogenen Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems sind:
Die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems wird durch prozessintegrierte Kontrollen überwacht. Als prozessunabhängige Instanz prüft Corporate Audit in regelmäßigen Abständen in Stichproben ausgewählte Elemente des auf zentraler Ebene und in den Konzerngesellschaften eingerichteten rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems, um Schwachstellen aufzudecken und somit zur Verbesserung der gesetzlichen Regelkonformität beizutragen. Darüber hinaus überwacht das Audit Committee des Aufsichtsrats die Finanzberichterstattungsprozesse sowie die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems und Risikomanagementsystems. Risiken und ChancenSofern nicht anders angegeben, werden im Folgenden jene Risiken und Chancen erläutert, die eine wesentliche Auswirkung auf das Erreichen unserer Unternehmensziele haben könnten. Innerhalb der dargestellten Risikoarten sind die Risiken und Chancen in der Regel nach ihrer Wesentlichkeit für den Konzern geordnet. Die zum Bilanzstichtag identifizierten und im Folgenden dargestellten Risiken und Chancen beziehen sich grundsätzlich auf den Prognosezeitraum 2023, sofern sie nicht langfristige Ziele betreffen. Markt- und WettbewerbsrisikenMarkt- und Wettbewerbsrisiken beziehen sich grundsätzlich auf Änderungen der Absatz- und Beschaffungsbedingungen sowie die Entwicklung konkurrierender Anbieter. Da Axel Springer global agiert und akquiriert, ist eine Vielzahl wirtschaftlicher Einflussfaktoren zur Bestimmung der Marktrisiken zu berücksichtigen. Konjunkturprognosen vor allem für die bedeutenden Absatzmärkte Deutschland, Europa und die USA dienen als übergreifende Indikatoren zur Einschätzung der Markt- und Wettbewerbsrisiken. Die angespannte geopolitische Lage, insbesondere der weiterhin andauernde russische Krieg gegen die Ukraine, beeinflusst die Konjunktur auch im Geschäftsjahr 2023 sowohl in Deutschland als auch weltweit. Die Gefahr einer Eskalation des russischen Krieges ist allgegenwärtig. Dies kann zu Einbußen bei unseren Geschäftsmodellen führen, z. B. könnten die Werbeerlöse im Bereich News Media hiervon negativ beeinflusst werden. Dies betrifft sowohl unsere nationalen als auch internationalen Werbeerlöse im Print- und Online-Bereich oder im TV. Die aktuelle Inflation, die hauptsächlich durch gestiegene Energiepreise getrieben wird, hat zu einer Verlangsamung des globalen Wachstums geführt, das zwar seine Talsohle erreicht hat, aber dennoch die Geschäftsaktivitäten von Axel Springer weiterhin negativ beeinflussen könnte, beispielsweise durch anhaltende Preissteigerungen unserer Lieferanten oder Rückgänge in den Abonnementzahlen aufgrund einer Zurückhaltung im Kaufverhalten unserer Leserinnen und Leser. Ausführungen zum Konjunkturverlauf und den Wachstumsannahmen im Jahr 2023, vor allem für unsere relevanten Absatzmärkte, sind im Kapitel "Prognosebericht" ausführlich beschrieben. Die Unternehmensaktivitäten in unseren operativen Geschäftsbereichen (siehe Kapitel "Grundlagen des Konzerns") sind nach wie vor einer hohen Markt- und Wettbewerbsdynamik ausgesetzt, die zu Marktanteilsverlusten und somit zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen führen könnte. Der Wettbewerb insbesondere durch große internationale Technologiekonzerne, z. B. Alphabet (Google), Meta (Facebook) und Microsoft (LinkedIn), nimmt weiterhin stetig zu und ist fortlaufend zu beobachten. Diese marktbeherrschenden Unternehmen konzentrieren nicht nur spezialisiertes Wissen innerhalb ihrer Konzerne, sondern sind auch weltweit führend in der Digitalisierung und dringen in neue Marktsegmente ein. Sie konkurrieren teilweise auch mit unseren Aktivitäten. Neue innovative oder disruptive Geschäftsmodelle, das Verpassen von (Markt-)Trends und neue Technologien, z. B. künstliche Intelligenz, sowie allgemein eine mangelnde Weiterentwicklung unserer Produkte können ebenso zu einer potenziellen Gefährdung unserer bestehenden Marktposition beitragen und Umsatz- und Ergebnisrückgänge zur Folge haben. Zur Begrenzung der genannten Markt- und Wettbewerbsrisiken erfolgt eine systematische und kontinuierliche Beobachtung des relevanten Markt- und Wettbewerbsumfelds und sich abzeichnender Trends. Auf Grundlage dieser Informationen werden Steuerungsmaßnahmen für die operative Unternehmensführung abgeleitet. Die Attraktivität unserer Geschäftsmodelle verbessern wir unter anderem durch Investitionen in innovative Produktentwicklungen und -anpassungen, neue hochwertige Dienstleistungen, den Einsatz neuer Technologien, zielgruppenorientiertes Marketing und die Erhöhung der Markenbekanntheit. Mit diesen Maßnahmen wollen wir den sich verändernden Kundenbedürfnissen gerecht werden und zugleich den Abstand zum Wettbewerb halten bzw. ausbauen oder verringern. Auch die Einstellung und Weiterentwicklung von hoch qualifiziertem Fachpersonal und der Ausbau langfristiger Kundenbeziehungen wirken risikoreduzierend. Eine große Anzahl unserer digitalen Angebote sehen sich weiterhin permanent dem Risiko eines plötzlichen Verlusts an Sichtbarkeit ausgesetzt, das sich vorrangig aus der Dominanz der Internetsuchmaschine Google ergibt. Die sich stetig verändernden und teilweise intransparenten Kriterien der Suchalgorithmen führen zu unerwarteten Sichtbarkeitsverlusten und können somit wesentliche Auswirkungen auf die aktuelle und künftige Erlössituation haben. Bereits kleine Auf- und Abwertungen in der Sichtbarkeit bzw. Platzierung auf den Ergebnisseiten können bei bestimmten Geschäftsmodellen zu signifikantem Traffic-Verlust und einem damit einhergehenden Rückgang Traffic-gebundener Erlöse führen. Wir begegnen diesem Risiko durch ein professionelles Suchmaschinenmarketing, eine zielführende Suchmaschinenoptimierung, die Verbesserung der Online-Seitenstruktur, die Optimierung unseres Contents sowie Investitionen in alternative Traffic-Quellen. Weiterhin kann die Abhängigkeit von wichtigen Kunden die wirtschaftliche Entwicklung einiger unserer Geschäftsmodelle beeinflussen. So könnte der Verlust von Schlüsselkunden erhebliche Umsatzeinbußen verursachen und unsere Wettbewerbsposition schwächen. Um diese Risiken zu minimieren, setzen wir uns gezielt für die Kundenbindung und -zufriedenheit ein, arbeiten professionell mit unseren Kunden zusammen und suchen nach alternativen Vertragspartnern. Im Bereich unserer gedruckten Publikationen führt die anhaltende Veränderung des Leseverhaltens hin zu den digitalen Angeboten weiterhin zu erheblichen Erlösrückgängen, die von den Erlösen der digitalen Angebote bisher nicht kompensiert werden können. Ein sich veränderndes Marktumfeld, das durch Produktinnovationen geprägt ist, sowie unvorhersehbare Marktentwicklungen können die bereits einkalkulierten Rückgänge weiter verstärken. Auch der Verlust großer Anzeigen- und Werbekunden aufgrund rechtlicher Werbebeschränkungen oder das Ausweichen bedeutender Handelskunden auf andere Werbeformate wie beispielsweise Fernsehen, Radio oder andere Online-Medien stellen weiterhin ein ernstzunehmendes Risiko dar. Neben den vorgenannten Risiken ist auch die Abhängigkeit von strategisch bedeutsamen Kooperationspartnern risikobehaftet, beispielsweise für upday, eine Newsaggregator-Plattform für Smartphones, die in Zusammenarbeit mit Samsung entstand. Sollte Samsung die Kooperation nicht fortsetzen wollen, würde dies den Fortbestand des Geschäftsmodells in Frage stellen. Aber auch unsere Jobportale sehen sich mit diesem Risiko konfrontiert. Dies betrifft insbesondere wichtige Traffic-Partner. Der Verlust eines strategischen Kooperationspartners könnte zu sinkendem Traffic und möglicherweise zu einem Verlust von Marktanteilen führen. Zugleich könnte aufgrund der geringeren Produktleistung die Kundenzufriedenheit abnehmen. Der Abschluss langfristiger Verträge, eine rechtliche Begleitung bei der Aushandlung und Neuverhandlung der Verträge sowie eine kontinuierliche Beobachtung der Geschäftsaktivitäten unserer Kooperationspartner tragen zu einer Reduzierung des Risikos bei. Unsere Immobilienportale könnten von anhaltenden schwierigen Marktbedingungen betroffen sein. Insbesondere ein hohes Zinsniveau in den Ländern, in denen wir aktiv sind, verbunden mit rückläufigen Zahlen an Immobilientransaktionen könnten dazu führen, dass unsere Maklerkunden ihre Marketingausgaben deutlich kürzen oder ganz aus dem Markt verschwinden. Markt- und WettbewerbschancenDie Unsicherheiten aufgrund der geopolitischen Lage und bezüglich der Inflationsentwicklung bestehen weiterhin und voraussichtlich wird die Dynamik eines möglichen Aufschwungs im Jahr 2023 deutlich zwischen den Ländern und einzelnen Wirtschaftssektoren variieren. Sollte sich die globale Konjunktur schneller und besser als prognostiziert erholen, könnte dies positive Auswirkungen auf unsere Umsatzentwicklung haben. Insbesondere könnten unsere digitalen Geschäftsmodelle von der aktuellen Wirtschaftslage profitieren, da sich die Verlagerung von "analog" zu "digital" aufgrund des gestiegenen Interesses nach Nachrichten/Informationen deutlich beschleunigt. Mit unseren Investitionen in digitale Wachstumsmärkte sieht sich Axel Springer in einer guten Position, die wirtschaftliche Krise gut zu meistern und unsere Marktanteile bei den digitalen Geschäftsmodellen auszubauen. Selbst eine negative gesamtwirtschaftliche Entwicklung kann Chancen eröffnen: So könnten Wettbewerber aus dem Markt ausscheiden, während dadurch unsere eigene Position gestärkt wird. Zusätzlich bestünde die Möglichkeit, Unternehmen zu vorteilhaften Preisen zu erwerben, somit in bestehenden Märkten unsere Position weiter auszubauen und in neue Märkte mit Wachstumspotenzial zu investieren. Intelligente Matching- und Recruitingtechnologien sind für StepStone weiterhin von entscheidender Bedeutung, um unser Wachstum zu unterstützen. Mit dem zur StepStone-Gruppe gehörenden Unternehmen Appcast, einem führenden Anbieter für programmatisches e-recruiting in den USA, partizipieren wir an diesem schnell wachsenden Markt und setzen damit unsere Wachstumsstrategie konsequent fort. Die 2021 getätigte Übernahme der Conversational AI-Technologie Mya durch StepStone trägt ebenfalls zur Erreichung unserer Wachstumsziele bei. Die für Dialogsituationen optimierte künstliche Intelligenz (Conversational AI) von Mya kann die Art und Weise der Kommunikation mit Jobsuchenden deutlich verändern. StepStone wird über neue Kanäle noch stärker mit den Nutzern interagieren, um deren Präferenzen und Fähigkeiten zu erfahren und sie zu mehr Bewerbungen zu motivieren. Die neuartige Technologie zieht Schlüsse aus den Kandidaten-Gesprächen und schlägt passende Jobs per SMS, WhatsApp oder Onsite-Chat vor. Dies kann zu einem verbesserten Matching und damit einer höheren Qualität sowie Anzahl passender Bewerbungen führen. Die Anzahl der erreichbaren Jobsuchenden kann hierdurch erhöht und die Zufriedenheit unserer Kunden gesteigert werden. Im Geschäftsbereich unserer Immobilienportale verfolgen wir nunmehr einen "One Company"-Ansatz. Die Portale wurden unter dem Dach der AVIV Group GmbH zusammengeführt und befinden sich unter einer einheitlichen Leitung. Die einzelnen Organisationen werden im Sinne einer Matrix zusammengeführt. Zugleich investieren wir signifikant in neue Technologien, die schrittweise die bestehenden Plattformen ersetzen und über alle Immobilienportale ausgerollt werden sollen. Hierdurch können Wettbewerbs- und Größenvorteile entstehen. Darüber hinaus internationalisieren wir das Produkt von MeilleursAgents, das Makler unterstützt, verkaufswillige Eigentürmer zu identifizieren und so zusätzliches Geschäft zu generieren und führen es in Deutschland und Belgien ein. Darüber hinaus prüfen wir die Entwicklung und Einführung immobiliennaher weiterer Dienstleistungen, teilweise mit transaktionsbasierter Vergütung. Im Bereich News Media National eröffnet die konstante Weiterentwicklung unserer Medienmarken BILD und WELT neue Möglichkeiten. Insbesondere der konsequente Ausbau der Digitalplattformen und der Fokus auf das Bewegtbildangebot von BILD und WELT bieten Chancen und stärken die Präsenz von zwei der größten Medienmarken Europas zusätzlich. Die Multi-Medialität (Print, Digital, TV und Audio) ermöglicht, ebenso wie das redaktionsübergreifende Sportkompetenzzentrum, das konsequente Erschließen neuer Geschäfts- und Wachstumsfelder, neue Geschäftschancen und die Gewinnung neuer Zielgruppen. Mit mehr als 650.000 Paid Content Nutzern (Januar 2023) bei BILDplus und 210.000 Paid Content Nutzern (Januar 2023) bei WELTplus sind wir medialer Vorreiter. In den USA befindet sich der Medienmarkt weiterhin im Umbruch. Dies bietet unseren journalistischen Angeboten die Chance auf den Ausbau ihrer Marktposition. Unsere US-Tochter Insider Inc., das globale digitale Medienunternehmen hinter den Marken Business Insider, Insider, Markets Insider und einer stetig wachsenden Markenfamilie, bietet bereits jetzt mehrere der größten Digitalangebote für Wirtschaftsnachrichten und -analysen. Insider Inc. ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen, ist in neun Ländern vertreten und bietet Inhalte zu über 50 verschiedenen eigenständigen Themenfeldern und veröffentlicht 17 globale Ausgaben in acht Sprachen. Insider Inc. könnte insofern als einer der Gewinner der Veränderungen im Medienmarkt hervorgehen. Dazu beitragen könnte ebenfalls Morning Brew, eine weitere US-Tochter von Axel Springer, die auf alternativen Kanälen (Newsletter, Podcast, Video und Social Media) auch eine jüngere Zielgruppe anspricht. Durch die Akquisition der digitalen US-Mediengruppe POLITICO, die zu den führenden Nachrichtenanbietern für Politik und Gesetzgebung gehört, hat Axel Springer seine Position im US-Medienmarkt weiter ausbauen können. POLITICO verfügt durch Firmenkundenabonnements und unterschiedliche Werbeerlösströme über ein diversifiziertes Erlösmodell und operiert in komplementären Segmenten. In den USA soll POLITICO weiter regionalisiert werden, um den dort steigenden Nachrichtenbedarf zu decken. Aber auch eine Expansion nach Europa - darunter Frankreich und Deutschland - ist geplant, wodurch unsere starke Marktposition weiter ausgebaut werden könnte. Strategische RisikenWesentliche strategische Risiken resultieren bei Axel Springer vorrangig aus Entscheidungen zu Investitionen in neue Geschäftsfelder und -modelle sowie Unternehmen, die sich langfristig anders als geplant entwickeln oder sich nicht nachhaltig am Markt behaupten können bzw. durch neue Geschäftsmodelle verdrängt werden. Bilanziell außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung im Rahmen der durchzuführenden Werthaltigkeitstests und eine geringere Profitabilität wären die Folge. Von diesem Risiko sind die Aktivitäten in allen operativen Geschäftsbereichen betroffen. Ebenfalls birgt eine mögliche unzureichende Diversifikation ein hohes Risikopotenzial. Insgesamt sind die Geschäftsfelder und -modelle unserer Beteiligungen jedoch vielfältig, sodass durch die Diversifikation sogenannte Klumpenrisiken vermieden werden. Hinzu kommen zur weiteren Risikominimierung präventive Steuerungsmaßnahmen wie klare Investmentkriterien, nach denen wir im Rahmen unserer M&A-Aktivitäten neue Investitionen prüfen, sowie ein aktives Portfolio- und Beteiligungsmanagement, der Aufbau und Erhalt einer qualifizierten Führungsebene und eine aktive und systematische Überwachung der Geschäfts- und Marktentwicklung. Neben den vorgenannten Risiken ist auch die Abhängigkeit von strategisch bedeutsamen Kooperationspartnern risikobehaftet. Ein aktives Key Account Management, eine rechtliche Begleitung bei der Aushandlung und Neuverhandlung der Verträge sowie eine kontinuierliche Beobachtung der Geschäftsaktivitäten unserer Kooperationspartner tragen zu einer Reduzierung dieses Risikos bei. Strategische ChancenIn einem sich stetig wandelnden Umfeld entwickeln wir unser Unternehmen kontinuierlich weiter, um den globalen und branchenspezifischen Herausforderungen auch zukünftig mit innovativen und bedarfsgerechten Lösungen begegnen zu können und unsere Position als Europas führendes digitales Medienhaus zu stärken. Die Strategie von Axel Springer, die auf einen weiteren Ausbau des Geschäfts entlang der bestehenden Kernkompetenzen abzielt, bietet aufgrund einer sehr positiven Entwicklung der digitalen Märkte weiterhin gute Chancen, ein wachstums- und renditestarkes Digitalportfolio aufzubauen und Journalismus auch in der digitalen Welt als erfolgreiches Geschäftsmodell zu etablieren. Neben der kontinuierlichen digitalen Transformation und Monetarisierung der etablierten starken Medienmarken sowie eigener Neu-/Online-Entwicklungen nutzt Axel Springer die Marktentwicklung durch strategisch ausgerichtete Akquisitionen von und Investitionen in neue bzw. zukunftsweisende Unternehmen und Technologien. Auch die Vernetzung mit der Gründergeneration digitaler Start-ups, das Eingehen neuer und der Ausbau bestehender Kooperationen ist Bestandteil unserer internationalen Digitalisierungsstrategie. Ebenfalls könnte uns der Eintritt in neue bzw. der Ausbau bestehender Märkte (z. B. USA) sowie eine weitere mögliche Verselbstständigung von Geschäftsbereichen Wachstumsoptionen eröffnen. Der Erwerb von Beteiligungen an Unternehmen mit aussichtsreichen digitalen Geschäftsmodellen in den Wachstumsphasen ihres Lebenszyklus bietet uns die Möglichkeit, Kontakte innerhalb der Branche und zu anderen Gründern und Investoren zu knüpfen sowie Zugang zu neuen Ideen und Geschäftsmodellen zu bekommen und zu nutzen. Bei erfolgreicher Entwicklung der Beteiligungsunternehmen können wir damit von potenziell signifikanten Wertsteigerungen profitieren. InformationssicherheitsrisikenAufgrund der hohen Integration von Informationstechnologien in Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle ist Axel Springer auf eine hohe Verfügbarkeit von IT-Komponenten angewiesen, um Unterbrechungen der Geschäftstätigkeit mit weitreichenden Konsequenzen für Erlöse und Reputation zu vermeiden. Externe Faktoren in Form von Cybercrime stellen ein zunehmendes Risiko für das Unternehmen dar. Beispiele hierfür sind eingeschleuste Schadsoftware, die den Zugriff auf Unternehmensdaten durch eine Verschlüsselung unterbindet bzw. über die eine Veröffentlichung von Unternehmensdaten angedroht wird (Ransomware), gezielte Überlastattacken (DDoS-Angriffe) sowie CEO-Fraud (Betrugsversuche). Als weitere IT-Risiken werden Ereignisse eingestuft, die eine Verletzung der Vertraulichkeit von Informationen oder der Datenintegrität zur Folge haben können. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von digitalen Bezahlinhalten, programmatischer Online-Werbung sowie der mit der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) konformen Verarbeitung personenbezogener Daten kommt dem Schutz zur Vermeidung von Diebstahl oder Verlust der Daten eine hohe Bedeutung zu. Aus diesem Grund wurden und werden spezifische Maßnahmen ergriffen, um Auswirkungen von kriminellen Handlungen und Ausfall von IT-Komponenten weitestgehend zu vermeiden bzw. zu begrenzen. Der Risikoreduzierung dienen hier Maßnahmen, wie bspw. DDoS-Schutz, Ausweichrechenzentren, Analysen von Schwachstellen, Einsatz von Verschlüsselung, Netzwerkzugangskontrollen, Konsolidierung und Standardisierung, Suche nach Datenlecks sowie Härtung von Systemen. Die genannten Maßnahmen werden kontinuierlich analysiert und, sofern notwendig, ausgebaut und verbessert. Datenschutzrechtliche RisikenDie Relevanz des Datenschutzes sowie die gesellschaftliche und politische Sensibilität für Privatsphäre, Transparenz und Datensicherheit, besonders im digitalen Bereich, nehmen seit Jahren stetig zu. Risiken für 2023 ergeben sich nach wie vor aus der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO), die seit 2018 gilt. Neben inhaltlichen Verschärfungen zum Datenschutz (unter anderem bei Einwilligungen oder der Verarbeitung großer Datenmengen im Rahmen von "Big Data") hat die DS-GVO vor allem die Risiken für datenverarbeitende Unternehmen deutlich erhöht. Es gibt eine unternehmensseitige Rechenschaftspflicht, nach der das für die betreffenden personenbezogenen Daten (z. B. Mitarbeiter- und Kundendaten) verantwortliche Unternehmen die DS-GVO-Konformität und die Bildung und kontinuierliche Anpassungen von datenschutzorganisatorischen Maßnahmen nachweisen muss. Bei Verstößen können nach DS-GVO Bußgelder in Höhe von bis zu € 20 Mio. oder im Fall eines Unternehmens von bis zu 4 % des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres verhängt werden. Daneben können Verstöße gegen die DS-GVO Schadenersatzforderungen und Reputationsschäden zur Folge haben. Als Reaktion auf die Einführung der DS-GVO haben wir frühzeitig konzernweit zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören unter anderem die neue Festlegung von Verantwortlichkeiten betreffend den Datenschutz und Datensicherheit, die Durchführung von Schulungen sowie die Einführung einer neuen Richtlinie. Darüber hinaus wurde innerhalb der Holding im Bereich Data & IP (Group Legal) ein Service Center ("Data Privacy Hub") etabliert, das neben Prozessanleitungen, Merkblättern und Templates auch einen konzernweiten Austausch aller Stakeholder ermöglicht und strategisch wichtige sowie konzernweite Themen adressiert. Für die von Axel Springer im Bereich der IT-Sicherheit ergriffenen Maßnahmen wird auf den Abschnitt "Informationssicherheitsrisiken" verwiesen. Ende 2021 ist das neue Telekommunikations-Telemedien-Datenschutzgesetz (TTDSG) in Kraft getreten. Das TTDSG regelt unter anderem den Schutz der Privatsphäre bei der Nutzung von Endeinrichtungen (z. B. ein PC oder Smartphone), unabhängig davon, ob Personenbezug vorliegt oder nicht. Das TTDSG besagt, dass die Speicherung von Informationen wie Cookies und andere Tracking-Technologien in der Endeinrichtung oder der Zugriff auf diese Informationen nur mit ausreichend informierter Einwilligung der Endnutzer zulässig ist. Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden (DSK) hebt hervor, dass der Einsatz von Cookies oder das anschließende Tracking in den meisten Fällen einer Einwilligung der Nutzer bedarf. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Online-Werbung als ein zentrales Standbein der Finanzierung von digitalen Content-Angeboten von Axel Springer. Konkret betrifft dies den Einsatz von Cookies oder ähnlicher Technologien für die Erstellung von Nutzerprofilen für personalisierte Werbung. In diesem Zusammenhang ist die Sicherung der Datenschutzkonformität von Einwilligungsbannern, insbesondere die rechtmäßige Abfrage von Einwilligungen und die ausreichende Bereitstellung der notwendigen Informationen, nach wie vor eine zentrale datenschutzrechtliche Herausforderung für die digitalen Online-Angebote. Die Datenschutzaufsichtsbehörden fordern grundsätzlich eine Möglichkeit der Ablehnung von Cookies und sonstigen Technologien auf der ersten Ebene des Einwilligungsbanners. Diese Auffassung wird auch von der aktuellen Rechtsprechung unterstützt und nach rechtskonformen Lösungen gesucht. So hat sich der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) im Januar 2023 auf eine gemeinsame Linie hinsichtlich der Gestaltung der Buttons zum Ablehnen von Cookies, das Design der Cookie-Banner sowie weiterer Symbole geeinigt, die von Webseitenbetreibern entsprechend zu beachten sind. Diese rechtlichen Entwicklungen könnten sich auf die wirtschaftliche Entwicklung unserer digitalen Geschäftsmodelle auswirken, beispielsweise könnte die Erzielung digitaler Werbeerlöse beeinträchtigt werden. Weiterhin von großer datenschutzrechtlicher Relevanz ist der Transfer von personenbezogenen Daten in die USA (sogenannter Drittland-Transfer). 2020 wurde das Datenschutzniveau der USA vom EuGH für nicht angemessen befunden (Schrems II) und der vorherige Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission für ungültig erklärt. Hauptgrund für das aus Sicht des EuGH nicht adäquate Schutzniveau sind die Befugnisse der US-Behörden, ggf. auf personenbezogene Daten von EU-Bürgern ohne effektive Rechtsbehelfsmöglichkeiten zuzugreifen. Im Juni 2021 hat die Europäische Kommission neue Standardvertragsklauseln (Standard Contractual Clauses - SCC) angenommen, mit denen eine Rechtsgrundlage für den Datentransfer in jene Länder geschaffen wurde, in denen ein von der Europäischen Union abweichendes Datenschutzniveau herrscht. Auch wenn die 2021 veröffentlichten SCC die Rechtsunsicherheit des transatlantischen Datentransfers formal beseitigt haben, fordern die SCC eine individuelle Prüfung des Risikos des jeweiligen Datentransfers und der diesem gegenübergestellten Maßnahmen. Mit der "Executive Order" vom Oktober 2022 hat die US-Regierung die wesentlichen Kritikpunkte Schrems II (Entscheidung des EuGH) an der Rechtslage der USA adressiert. Diese soll Grundlage für einen Angemessenheitsbeschluss der Europäischen Kommission bilden. Die EU-Kommission wird voraussichtlich im Jahr 2023 entscheiden, ob die Executive Order einen gleichwertigen Schutz von personenbezogenen Daten in den USA bietet. Die Datenschutzaufsichtsbehörden haben hieran bereits erhebliche Zweifel geäußert. Potenzielle Rechtsverstöße gegen die vorgenannten datenschutzrelevanten Gesetze könnten Bußgelder, Schadenersatzforderungen und mögliche Reputationsschäden zur Folge haben. Wir wirken diesen Risiken entgegen, in dem wir uns - auch über die uns vertretenden Verbände - frühzeitig über Entwicklungen im Bereich Datenschutz informieren und versuchen, die für uns relevanten Änderungen rechtzeitig zu erkennen und die sich daraus ergebenden organisatorischen und rechtlichen Anforderungen im Rahmen einer risikoorientierten Priorisierung angemessen umzusetzen. Politische RisikenMögliche Unsicherheiten ergeben sich für Axel Springer aus unseren Geschäftsaktivitäten in Polen. Die politische Lage ist geprägt durch politische Einflussnahme der dortigen nationalkonservativen Regierung auf öffentlich-rechtliche Medien, aber auch durch mögliche zukünftige Versuche der Einflussnahme auf private Medien. Politische und rechtliche ChancenAuf europäischer Ebene sind im Jahr 2022 mit dem Digital Services Act und dem Digital Markets Act zwei besonders wichtige neue Gesetzestexte in Kraft getreten. Ersterer wird für sehr große Online-Plattformen höhere Transparenzanforderungen und eine zentrale Aufsicht durch die EU-Kommission einführen. Letzterer soll für faire Marktbedingungen in Bezug auf die großen Digital-Plattformen sorgen, von denen auch Axel Springer profitieren würde. Die wesentlichen Pflichten gelten bei beiden Gesetzen ab dem ersten Quartal 2024. Auf nationaler Ebene ist im September 2022 der Referentenentwurf für eine 11. GWB-Novelle veröffentlicht worden, der wichtige Regelungen zur privaten Durchsetzung des Digital Markets Act enthält sowie erstmalig eine Kompetenz des Bundeskartellamts einführt, im Anschluss an Sektoruntersuchungen Maßnahmen zu ergreifen, um die untersuchten Märkte für mehr Wettbewerb zu öffnen. ReputationsrisikenNeben den bisher genannten Reputationsrisiken im Zusammenhang mit Datenschutz und Informationssicherheit können sich weitere als Sekundärrisiko bzw. Sekundärwirkung im Zusammenhang mit einem primären Risiko ergeben. Beispielsweise kann ein Verstoß gegen Recht und Gesetz aufgrund der exponierten Stellung von Axel Springer und seinem Beitrag zur gesellschaftlichen Meinungsbildung eine hohe Aufmerksamkeit verursachen und unsere Reputation schädigen. Insbesondere eine fehlerhafte oder widersprüchliche Berichterstattung einer unserer journalistischen Marken könnte rufschädigend wirken. Weitere mögliche Reputationsrisiken könnten beispielsweise aus der Verletzung der journalistischen Unabhängigkeit erwachsen, sollte die journalistische Arbeit aufgrund persönlicher Vorteilsnahme, mangelhafter Recherche, unvollständigen Informationen oder fehlender Sorgfalt im Umgang mit Quellen gefährdet werden. Auch ein etwaiger Verstoß gegen länderspezifische Gesetze und Verordnungen, die Missachtung von Programmen zur Gleichbehandlung und Chancengleichheit oder soziale und ökologische Konflikte im Rahmen des Beschaffungsprozesses von Ressourcen könnten Reputationsschäden zur Folge haben. Verstöße gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen und nicht korrekt veröffentlichte Informationen im Rahmen der externen Berichterstattung können wirtschaftliche oder juristische Konsequenzen für Axel Springer nach sich ziehen. Zudem besteht das Risiko eines Imageschadens für den Konzern bzw. seiner Marken durch eine negative Berichterstattung oder Kampagnen in Social-Media-Kanälen schon dann, wenn rechtlich betrachtet noch kein Gesetzesverstoß vorliegt. Den genannten Reputationsrisiken wird unter anderem mit regelmäßigen Sensibilisierungen der Beschäftigten, z. B. durch eLearning, Richtlinien und Corporate Principles, einer transparenten internen und externen Kommunikation sowie unserem Code of Conduct, der konzernweit gültige Verhaltensstandards definiert, entgegengewirkt. In unserem neuen Supplier Code of Conduct legen wir unsere Mindestanforderungen bezüglich Sozial- und Umweltstandards an unsere Geschäftspartner offen. Das seit Januar 2023 geltende Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet Axel Springer dazu, Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden im eigenen Geschäftsbereich und in der Lieferkette zu vermeiden. Um diese Sorgfaltspflichten einzuhalten, hat Axel Springer entsprechende Verfahren und Maßnahmen aufgesetzt und in einer Grundsatzerklärung zur Menschenrechtsstrategie offengelegt. Wir definieren darin unsere menschenrechts- und umweltbezogen Erwartungen an unsere Mitarbeiter und Geschäftspartner und wirken damit auch potenziellen Reputationsrisiken entgegen. PersonalrisikenDie individuellen Fähigkeiten, fachlichen Kompetenzen und das Engagement unserer Beschäftigten tragen wesentlich zum Erfolg von Axel Springer bei. Ein wesentliches Risiko stellt deshalb der Verlust von Fach- und Führungskräften und der damit einhergehende unternehmensspezifische Wissens- und Kompetenzverlust dar. Diesem wirken wir professionell und aktiv entgegen. Ein Schwerpunkt unseres Personalmanagements liegt in der gezielten und zukunftsweisenden Entwicklung und Motivation der Beschäftigten mithilfe individueller Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, regelmäßigen Feedbackgesprächen sowie attraktiven Bonusprogrammen. Fachbereichsspezifische Maßnahmen wie Coachings, Bildungsbedarfsanalysen und unser konzernweites Talentmanagement unterstützen dabei, zunächst die individuellen Bedürfnisse zu identifizieren und im nächsten Schritt Positionen mit den passenden Personen/Talenten zu besetzen und diese gezielt weiterzuentwickeln. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Besetzung von Top-Führungspositionen durch Frauen. Auch flexible Arbeitszeitmodelle, die Möglichkeit des mobilen Arbeitens und umfassende Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, haben an Bedeutung gewonnen und tragen ebenfalls zur Risikominimierung bei. Eine systematische Nachfolgeplanung und -entwicklung, insbesondere bei altersbedingter Fluktuation, unterstützt die Besetzung von Schlüsselpositionen und ist unabdingbar. Auf diese Weise soll der Transfer von wertvollem Erfahrungsschatz und Unternehmensexpertise gewährleistet und der Personalbedarf nachhaltig gedeckt werden. Darüber hinaus stellt auch die erschwerte Situation bei der Rekrutierung von Nachwuchs- als auch Führungskräften ein kontinuierlich wachsendes Risiko dar. Infolge des demografischen Wandels und des steigenden Wettbewerbs auf dem Arbeitsmarkt ist es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Mit Blick auf die kontinuierlich steigende Digitalisierung des Konzerns werden insbesondere IT-Fachkräfte nach wie vor verstärkt nachgefragt. Deshalb haben wir personalstrategische Initiativen gestartet, um beispielsweise den langfristigen Aufbau eines gemeinsamen Talente-Pools mit Fokus auf Engpass- und Schlüsselfunktionen zu sichern. Auch unser proaktiver Rekrutierungsansatz, zusätzliche Rekrutierungsressourcen und ein den aktuellen Marktpreisen angepasstes Gehaltsniveau leisten einen wichtigen Beitrag, Axel Springer als attraktiven und innovativen Arbeitgeber in Zeiten von New Work in der relevanten Zielgruppe zu positionieren. Finanzwirtschaftliche Risiken und Risiken aus der Verwendung von FinanzinstrumentenAufgrund des Internationalisierungsgrads von Axel Springer ist der Konzern einer Reihe von Marktpreisrisiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Diese Risiken werden im Wesentlichen durch den Bereich Konzernfinanzen auf Basis der durch den Axel Springer Vorstand festgelegten Richtlinien gesteuert. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Währungsrisiken werden überwiegend dadurch vermieden, dass operative Kosten in den Ländern entstehen, in denen wir unsere Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Darüber hinaus verbleibende Währungsrisiken aus Fremdwährungs-Cashflows (Transaktionsrisiken) werden nicht gesichert. Währungsrisiken aus offenen Nettopositionen ab € 5 Mio. je Fremdwährung werden auf Einzelbasis mit den entsprechenden Fachbereichen diskutiert und weitestgehend gesichert. Währungseffekte aus der Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen (Translationsrisiko) werden direkt im kumulierten Eigenkapital erfasst. Daher sichert sich Axel Springer nicht gegen solche Währungsrisiken ab. Das bestehende Zinsänderungsrisiko resultiert in erster Linie aus finanziellen Forderungen oder Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung. Aufgrund von fest definierten Finanzierungsgrundsätzen und eines regelmäßigen Monitorings des variablen Zinsanteils ist dieses Risiko allerdings begrenzt oder wird, soweit erforderlich, durch den Einsatz von Zinsderivaten minimiert. Das Liquiditätsrisiko wird regelmäßig auf Basis der Mittelfristplanung überwacht. Im Dezember 2022 wurde die Kreditlinie (€ 1.500,0 Mio. Revolving Credit Facility (RCF)) bis 2027 verlängert. Zusammen mit den vereinbarten Laufzeitdarlehen von in Summe € 800,0 Mio. sowie den Schuldscheindarlehen bilden diese Finanzierungsinstrumente einen ausreichenden Liquiditätsrahmen - auch für ungeplante Auszahlungen. Die Anlage liquider Mittel generiert im Konzern nur geringe Ausfallrisiken. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, erfolgt die Anlage nach vorgegebenen Kriterien, die in einer Konzernrichtlinie festgelegt sind. Die Risiken aus Finanzinstrumenten und Sicherungsmaßnahmen sind im Konzernanhang unter Ziffer (30) ausführlich erläutert. Insgesamt werden die finanzwirtschaftlichen Risiken als gering eingeschätzt. Sonstige RisikenIm Rahmen unseres Nachhaltigkeitsmanagements haben wir eine umfangreiche Klimastrategie erarbeitet (https://sustainability.axelspringer.com/strategy/), die die kontinuierliche Emissionsreduktion vorsieht. Unsere Druckereien betreiben bereits ein optimiertes Energiemanagement und wir nehmen regelmäßig erfolgreich an Energie-Audits teil. Mögliche Risiken, die sich aus dem globalen Klimawandel ergeben, wurden ebenfalls untersucht. Jedoch gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass der Klimawandel einen unmittelbaren Einfluss auf die Geschäftsmodelle von Axel Springer hätte. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass auch zu Beginn vermeintlich unscheinbare Ereignisse ein erhebliches Risiko für die Geschäftstätigkeit von Axel Springer und unserer Gesellschaft im Allgemeinen darstellen (z. B. Covid-19-Pandemie, Angriffskrieg in der Ukraine). Das Unternehmen folgt daher dem All-Gefahren-Ansatz, bei dem alle Risiken aus Extremereignissen, z. B. Naturgefahren, Unfälle, terroristische Anschläge oder kriminelle Handlungen, gleichermaßen berücksichtigt werden. Diesen Risiken begegnen wir unter anderem mit erhöhten Sicherheitsstandards, einer Krisenprävention und -bewältigung sowie einer ausführlichen Aufklärung und Schulung des sicherheitsrelevanten Personenkreises. Das finanzielle Risiko durch mögliche Sachschäden und Betriebsunterbrechungen ist über entsprechende Versicherungen abgedeckt. Im Rahmen unserer journalistischen Tätigkeit sehen wir uns mit Risiken konfrontiert, die entstehen können, wenn unsere Journalistinnen und Journalisten Reisen in Kriegs- und Krisengebiete antreten müssen. Neben möglichen körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen könnte insbesondere in Hochrisikogebieten auch eine Berichterstattung vor Ort unmöglich für uns werden. Bedingt durch die Covid-19-Pandemie sind mittlerweile jedoch nicht nur Kriegsgebiete als Risikogebiete einzustufen und somit nicht ausschließlich unsere Journalistinnen und Journalisten potenziellen Gefahren ausgesetzt, sondern jeder unserer Beschäftigten, der eine zwingend notwendige Reise antritt und somit seine Gesundheit mit einer potenziellen Ansteckung durch eine Krankheit gefährdet. Nicht nur der krankheitsbedingte Ausfall unserer Beschäftigten oder entstehende Rückführungskosten, sondern auch der mögliche Ausfall unserer Berichterstattung wären die Folge. Mit speziellen Trainings zur Vorbereitung der Reisenden auf den Ernstfall, entsprechenden Versicherungen sowie einer 24/7-Hotline, um eine medizinische und sicherheitsrelevante Betreuung vor Ort zu gewährleisten, minimieren wir die Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen der Risiken deutlich. Neben diesen Maßnahmen werden u.a. Risk Assessments und OSINT-Analysen zur Gefahrenlage im Zielland durchgeführt. Betriebliche und sonstige ChancenDer laufende kulturelle Wandel bei Axel Springer hin zu einem Weltmarktführer im digitalen Journalismus und bei digitalen Rubriken bringt zusätzliche Chancen in verschiedenen Bereichen mit sich. Zum einen wird durch den Abbau strikter Hierarchien und durch Umstrukturierungen eine schnellere Reaktions- und Entscheidungsfähigkeit auf sich verändernde Markt- und Wettbewerbsbedingungen gewährleistet. Zum anderen bietet sich die Chance, Axel Springers Arbeitgeberattraktivität durch ein modernes, internationales und zunehmend digitales Arbeitsumfeld zu steigern. Verschiedene Initiativen machen unser Haus insbesondere auch für junge Fachkräfte aus dem Start-up-Umfeld und anderen relevanten Zielgruppen als Arbeitgebermarke attraktiver. So wird beispielsweise mit der "FreeTech Academy of Journalism and Technology" das Ziel verfolgt, die eigene Technologie-Kompetenz langfristig auszubauen, Journalismus und Technologie in einzigartiger Weise miteinander zu verbinden und die Entwicklung disruptiver Innovationen zu fördern, bei denen Technologie und Journalismus Hand in Hand gehen. Die FreeTech Academy verzahnt Journalistinnen und Journalisten mit Tech-Talenten unter einem Dach und bietet ihnen ein innovatives Ausbildungsprogramm. Die Transformation von der Akademie zur FreeTech Academy zeigt, dass wir auf fundamentale Branchenveränderungen mit einem entsprechenden Ausbildungsprogramm reagieren. Chancen eröffnen sich uns zudem durch den Personalabbau bei großen internationalen Technologieunternehmen. Sowohl jüngere als auch erfahrene IT- und Softwarespezialisten können auf diese Weise gewonnen werden. Gesamtbetrachtung der Risiko- und ChancensituationDas Gesamtbild der Risiko- und Chancensituation des Axel Springer Konzerns setzt sich aus den Einzelrisiken und -chancen aller Risiko- und Chancenkategorien der konsolidierten Mehrheitsbeteiligungen und der Konzernholding zusammen. Gegenwärtig sind keine Risiken ersichtlich, die den Fortbestand des Axel Springer Konzerns gefährden oder die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage maßgeblich beeinflussen könnten. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass es nicht zu einer signifikanten Verschlechterung der Konjunktur in unseren Märkten sowie der Medienbranche und damit verbunden zu einer wesentlichen Verschlechterung der Ertragslage des Konzerns kommt. Zudem werden Risikokonzentrationen durch kontinuierliche Diversifizierung, Internationalisierung, und Optimierung des Marken- und Produktportfolios sowie durch Digitalisierung reduziert. PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche ErwartungenDer Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in seinem Ausblick vom Januar 2023 ein verlangsamtes Wachstum der Weltwirtschaft und prognostiziert für das Jahr 2023 ein globales Wirtschaftswachstum von real 2,9 %. Das Wirtschaftswachstum für 2023 zeigt sich bereits optimistischer als vorherige Einschätzungen, was an der gezeigten Widerstandsfähigkeit verschiedener Volkswirtschaften liegt. Das vergleichsweise geringe Wirtschaftswachstum für 2023 wird wesentlich durch steigende Leitzinsen in den Industrienationen und den Krieg in der Ukraine beeinflusst. Der IWF erwartet eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den Industrieländern, während die Schwellen- und Entwicklungsländer ihr Wachstum gegenüber 2022 um 0,1 Prozentpunkte steigern können. In den USA erwartet der IWF zudem dämpfende Effekte auf das Wirtschaftswachstum durch eine restriktivere Zinspolitik der US-amerikanischen Zentralbank. Während im Euroraum eine positive Korrektur des Wirtschaftswachstums vorgenommen wurde, bedingt durch nachgelagerte Effekte aus 2022 und fiskalpolitische Maßnahmen, wurde der Ausblick für 2023 in Großbritannien um fast einen Prozentpunkt gegenüber dem Ausblick aus Oktober 2022 nach unten korrigiert. Im Hinblick auf die Schwellen- und Entwicklungsländer leisten speziell China und Indien einen außerordentlichen Beitrag, was einerseits an der robusten Inlandsnachfrage in Indien und steigenden Mobilität in China liegt. Trotz einiger Wachstumschancen liegt der Fokus für die meisten Volkswirtschaften im Jahr 2023 auf der Abwendung von weiteren Risiken und somit speziell auf dem Rückgang der Inflation, finanzieller Stabilität und der weiteren Bekämpfung von Covid-19. Das ifo Institut geht im Dezember 2022 von einem schrumpfenden Wirtschaftswachstum in Deutschland in Höhe von - 0,1 % (IWF: 0,1 %) aus. Trotz der erwarteten technischen Rezession nach dem Winterhalbjahr 2022/23 wird eine konjunkturelle Erholung ab dem Frühjahr 2023 erwartet. Die Zahl der Erwerbstätigen wird laut ifo Institut voraussichtlich um rund 77.000 auf jahresdurchschnittlich 45,6 Mio. Personen steigen. Dies liegt besonders an der konjunkturellen Abschwächung und dadurch bedingten Erliegen des Beschäftigungsaufbaus. Die Arbeitslosenquote dürfte rund 5,5 % betragen. Trotz expansiver Finanzpolitik und Leitzinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation geht das ifo Institut von einer Steigerung der Verbraucherpreise in Deutschland um 6,4 % aus. Erwartete konjunkturelle Entwicklung (Auswahl)
Quelle: IWF, Januar 2023. Die für die Weltwirtschaft insgesamt genannten wesentlichen negativen Einflussfaktoren wirken gleichermaßen dämpfend auf das für 2023 erwartete Wirtschaftswachstum in allen für uns wesentlichen Märkten. Der IWF erwartet 2023 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts der Welt von 2,9 % und eine globale Inflation von durchschnittlich 6,6 %, was einen Rückgang um 2,2 Prozentpunkte gegenüber 2022 entspricht. Branchenbezogene ErwartungenDurch den anhaltenden Krieg in der Ukraine und die daraus resultierenden makroökonomischen Herausforderungen, z. B. höhere Energie-, Lebensmittel- und Kraftstoffkosten, steigende Inflation im Allgemeinen sowie steigende Zinsen, haben sich die Ausgaben von Unternehmen und Verbrauchern verschoben. Das führt dazu, dass der Werbemarkt langsamer wächst als zunächst angenommen. Vor allem für Unternehmen wird deshalb im Jahr 2023 der verstärkte Fokus auf direkten Gewinnen liegen. Es wird davon ausgegangen, dass dadurch Performance-Kampagnen priorisiert werden, was einen Einfluss auf den Kanalmix haben wird. Mit dieser Einschätzung geht einher, dass alle Wachstumstreiber in der deutschen Werbebranche weiterhin im Digitalbereich liegen. Dieser steigt im Jahr 2023 im Display-Bereich um 7,0 % und im Mobile-Sektor um 11,8 % lt. der Prognose von Insider Intelligence. Diese Zahlen liegen über der Prognose von Insider Intelligence für den gesamten deutschen Werbemarkt. Dieser wird zwar ebenfalls um € 0,7 Mrd. bzw. 3,3 % wachsen, aber nicht so stark wie der Digitalsektor. Neben dem zu erwartenden Trend des digitalen Werbewachstums (+ 7,0 %) wird im Out-of-home Bereich ebenfalls ein Wachstum (+ 2,0 %) im Jahr 2023 prognostiziert. Im TV-Werbemarkt wird lt. Prognose von Insider Intelligence ein leichter Rückgang (- 0,1 %) der Werbeumsätze erwartet. Das gleiche gilt für Zeitungen (- 1,3 %) und Zeitschriften (- 3,0 %). Im Bereich Radio geht Insider Intelligence von einem konstanten Werbemarkt im Jahr 2023 aus. Im digitalen Werbemarkt werden On-Demand-Anbieter, z. B. Netflix, Disney+, zukünftig eine immer größere Rolle spielen. Bisher haben sich diese fast ausschließlich auf sogenannte SVOD-Geschäftsmodelle (subscription video on demand) konzentriert. Die Ankündigung von Netflix zukünftig auch auf AVOD-Geschäftsmodelle (advertising video on demand) zu setzen, bietet für den Werbemarkt neue Chancen. Die Werbemärkte im Ausland, in denen sich Axel Springer mit eigenen Unternehmensaktivitäten engagiert, werden sich nach der Prognose von Insider Intelligence wie folgt entwickeln: In den USA wird das Werbevolumen 2023 um 24,1 Mrd. USD steigen; das entspricht einem Zuwachs von 7,0 %. Für den Werbemarkt in Großbritannien wird 2023 ein Wachstum von 7,2 % und in Frankreich ein Plus von 4,9 % angenommen. Erwartete Werbekonjunktur
Quelle: Insider Intelligence, Total Media Ad Spending Worldwide, Oktober 2022. KonzernprognoseAxel Springer hat das Ziel, der weltweite Marktführer für digitalen Journalismus und Rubrikenangebote zu werden. Hierfür entwickeln wir unsere Angebote permanent weiter und bauen unser Geschäft organisch und, wo möglich und sinnvoll, durch zielgerichtete Akquisitionen weiter aus. Zusammen mit unseren Investoren wollen wir den eingeschlagenen Wachstumspfad konsequent weiter beschreiten und dadurch einen langfristigen Unternehmenswertzuwachs erzielen. Für das Geschäftsjahr 2023 rechnen wir mit einem Wachstum der Pro-forma-Umsatzerlöse im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Wir gehen davon aus, dass unsere Classifieds-Portale und unsere US-Medien überproportional zum Umsatzwachstum beitragen, wobei das Wachstum vor allem konjunktur- und wechselkursbedingt deutlich geringer ausfällt als noch im Vorjahr. Für die deutschen Medien rechnen wir mit einem leichten Rückgang, insbesondere aufgrund des strukturell weiterhin rückläufigen Printgeschäfts. Für das adjusted EBITDA erwarten wir aufgrund von inflationsbedingt steigenden Kosten und fortgeführter Wachstumsinitiativen einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim adjusted EBIT rechnen wir mit einem Minus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Bei den künftigen Dividendenvorschlägen an die Hauptversammlung sollen der jeweilige Stand der Umsetzung der Wachstumsstrategie und dazu notwendige Finanzmittel berücksichtigt werden. Die künftige Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage planen wir auf Basis von Annahmen, die aus heutiger Sicht plausibel und hinreichend wahrscheinlich sind. Die tatsächliche Entwicklung kann jedoch deutlich von den getroffenen Annahmen und den daraus resultierenden Planungen und Trendaussagen abweichen. Insbesondere liegt der Prognose die Annahme zugrunde, dass es im ersten Halbjahr 2023 zu einer moderaten Rezession in Europa und den USA kommen wird, der Krieg in der Ukraine anhält und sich nicht ausweitet, die Inflation im Laufe des ersten Halbjahrs leicht zurückgeht und ab dem zweiten Halbjahr 2023 eine Erholung einsetzt. Ferner liegt der Prognose die Annahme zugrunde, dass die tatsächlichen Wechselkurse nicht signifikant von den zugrunde gelegten Plan-Wechselkursen abweichen. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Axel Springer SEPrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Axel Springer SE, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Axel Springer SE (im Folgenden "Konzernlagebericht") vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 3. März 2023 Ernst
& Young GmbH
Ludwig, Wirtschaftsprüfer von Michaelis, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Vorstand diesen beraten und dessen Geschäftsführung überwacht. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat anhand schriftlicher und mündlicher Berichte eingehend, regelmäßig und zeitnah über alle für das Unternehmen wesentlichen Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Über Vorkommnisse von besonderer Bedeutung wurde der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungen durch den Vorstand informiert; darüber hinaus führten der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorstandsvorsitzende regelmäßige Informations- und Beratungsgespräche. Der Aufsichtsrat hat in die ihm vorgelegten wesentlichen Planungs- und Abschlussunterlagen Einsicht genommen und sich von deren Richtigkeit und Angemessenheit überzeugt. Er prüfte und erörterte alle ihm unterbreiteten Berichte und Unterlagen im gebotenen Maß. Darüber hinaus war eine Einsicht in die Bücher und Schriften der Gesellschaft durch den Aufsichtsrat im Berichtsjahr nicht erforderlich. Vorgänge von entscheidender Bedeutung für die Gesellschaft wie insbesondere die Unternehmensplanung, größere Investitions- und Desinvestitionsvorhaben und Personalfragen wurden mit dem Vorstand beraten; die strategische Ausrichtung des Unternehmens wurde zwischen Vorstand und Aufsichtsrat abgestimmt und der Stand der Strategieumsetzung erörtert. Der Aufsichtsrat entschied über alle Rechtsgeschäfte und Maßnahmen, an denen der Aufsichtsrat aufgrund Gesetzes, Satzung oder Geschäftsordnung des Vorstands mitzuwirken hat. Zusammensetzung des AufsichtsratsIm Laufe des Berichtsjahres ergab sich folgende Veränderung im Aufsichtsrat: Pascal Keutgens hat sein Mandat mit Ablauf des 30. April 2022 niedergelegt; zu seinem Nachfolger als Mitglied des Aufsichtsrats wurde durch Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 17. Mai 2022 Herr Andrej Babache gewählt. Seine Amtszeit endet, ebenso wie die Amtszeit aller übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats, mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2023 entscheidet, längstens jedoch bis zum Ablauf des 17. April 2025. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Keutgens für dessen erfolgreiche Arbeit als Aufsichtsrat der Axel Springer SE. Wesentliche vom Aufsichtsrat behandelte ThemenIm Berichtsjahr beschäftigte sich der Aufsichtsrat intensiv mit den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, des starken Anstiegs der Energiepreise und der Inflationsrate sowie der daraus resultierenden makroökonomischen Unsicherheit auf Axel Springer. Einen weiteren Schwerpunkt der Beratungen des Aufsichtsrats bildete die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021 (mit zusammengefasstem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns) und des Berichts über Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht). Des Weiteren hat sich der Aufsichtsrat im Berichtsjahr ausführlich beschäftigt mit Personalangelegenheiten des Vorstands (einschließlich der Entsendung von Jan Bayer in die USA), Compliance-Fragen, möglichen IPOs von Tochtergesellschaften und der Entwicklung von WELT, BILD und BILD TV sowie mit den damit zusammenhängenden Strategieprojekten. Der Aufsichtsrat hat ferner beraten und beschlossen über die teilweise Umstellung der Verwahrart der Axel Springer SE-Aktien von Girosammelverwahrung auf Eigenverwahrung durch die Aktionäre sowie über eine Abschlagszahlung auf den Bilanzgewinn 2021. Der Aufsichtsrat wurde eingehend über die Informationssicherheit bei Axel Springer sowie die ESG-Strategie der Gesellschaft informiert und erörterte diese Themen im Plenum. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat mit den der außerordentlichen Hauptversammlung am 17. Mai 2022 sowie der ordentlichen Hauptversammlung am 16. September 2022 zu unterbreitenden Beschlussvorschlägen des Aufsichtsrats, einschließlich eines Beschlussvorschlages zu TOP 6 der ordentlichen Hauptversammlung (Beschlussfassung über Änderungen der Satzung). Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat als ständige Ausschüsse die Gremien Präsidium, Audit Committee, Personalausschuss und Nominierungsausschuss gebildet. Jahres- und Konzernabschluss sowie Lage- und KonzernlageberichtDie Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die vorstehenden Unterlagen sowie der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns und die Prüfungsberichte der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Die Unterlagen wurden in Anwesenheit des Abschlussprüfers in der Sitzung des Audit Committee am 15. März 2023 umfassend geprüft und erörtert. Der Abschlussprüfer berichtete dabei über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagements bezogen auf den Rechnungslegungsprozess wurden dabei nicht festgestellt. Der Abschlussprüfer ging ferner auf Umfang, Schwerpunkte sowie Kosten der Abschlussprüfung ein. Umstände, die die Befangenheit des Abschlussprüfers besorgen lassen, lagen nicht vor. Der Prüfungsausschuss beschloss, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, den Jahres- und Konzernabschluss nebst zusammengefasstem Lage- und Konzernlagebericht zu billigen. Der Vorsitzende des Audit Committee hat in der Bilanzsitzung am 16. März 2023 dem Aufsichtsrat über die vom Audit Committee angestellten Untersuchungen und deren Ergebnisse berichtet und die Empfehlungen des Audit Committees zur Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts ausgesprochen. Der Aufsichtsrat hat sodann unter Berücksichtigung dieses Berichts und dieser Empfehlungen, der Prüfungsberichte der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie der Diskussion mit dem auch in der Bilanzsitzung anwesenden Abschlussprüfer die vorstehend genannten Unterlagen seinerseits geprüft; die Anwesenheit des Vorstands hatte der Aufsichtsrat für erforderlich erachtet. Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht entsprechend den Empfehlungen des Audit Committee gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der Axel Springer SE festgestellt. Der Aufsichtsrat hat auch den Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und sich diesem unter Berücksichtigung insbesondere des Jahresergebnisses, der Liquidität und der Finanzplanung der Gesellschaft angeschlossen. AbhängigkeitsberichtAußerdem hat der Vorstand dem Aufsichtsrat den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG vorgelegt. Ebenfalls lag dem Aufsichtsrat der hierzu von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellte Prüfungsbericht vor. Beide Berichte wurden vorab jedem Aufsichtsratsmitglied übermittelt. Der Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers zum Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen lautet wie folgt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Auch den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG sowie den hierzu erstellten Prüfungsbericht des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat geprüft. Der Abschlussprüfer hat in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vom 16. März 2023 außerdem mündlich über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und stand für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hat den Bericht des Abschlussprüfers zustimmend zur Kenntnis genommen. Gegen die Ergebnisse des Prüfungsberichts des Abschlussprüfers und die Erklärung des Vorstands zum Bericht gemäß § 312 Abs. 3 AktG sind vom Aufsichtsrat nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung keine Einwendungen zu erheben. Dank an die Mitglieder des Vorstands sowie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UnternehmensDer Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die hervorragenden Leistungen im zurückliegenden Geschäftsjahr.
Berlin, den 16. März 2023 Der Aufsichtsrat Ralph Büchi, Vorsitzender |
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