KAEFER Schiffsausbau GmbH
Selbe AdresseBau von Schiffen und schwimmenden Vorrichtungen für zivile Zwecke, ohne Boots- und Yachtbau
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Marius Wellbrock seit 4.9.2025 | Prokura |
Sven Burgard seit 21.7.2025 | Prokura |
Luisa Rezewski seit 21.7.2025 | Prokura |
Patrick Winter seit 21.7.2025 | Prokura |
Peter Norbert Imiela seit 23.4.2025 | Geschäftsführer |
Lea-Maria Thater seit 18.2.2025 | Prokura |
Julius Burghard Liessem seit 25.4.2024 | Prokura |
Bernd Beermann seit 23.6.2021 | Prokura |
Dirk Brand-Saßen seit 7.12.2020 | Prokura |
Udo Giesen seit 7.12.2020 | Prokura |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
KAEFER SE & Co. KG (vormals: KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft)BremenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft (zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG) Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft (zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG), Bremen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Kapitalflussrechnung und der Entwicklung des Konzerneigenkapitals für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft (zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, 8. April 2022 Ernst
& Young GmbH
Ludwig, Wirtschaftsprüfer Hantke, Wirtschaftsprüfer KONZERNBILANZKAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft(zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG), BremenAKTIVA
PASSIVA
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGKAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditaesellschaft(zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG), Bremen
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGKAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft(zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG), Bremen
ENTWICKLUNG DES KONZERNEIGENKAPITALSKAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft(zwischenzeitlich KAEFER SE & Co. KG), Bremen
KONZERNANHANGKAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft(zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG), Bremen1. ALLGEMEINE ANGABEN Der Konzernabschluss und die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse der Einzelgesellschaften wurden nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Das Mutterunternehmen war bis zum 31. Dezember 2021 unter der Firma KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft mit Sitz in Bremen im Handelsregister des Amtsgerichts Bremen unter der Nummer HRA 14280 eingetragen. Zum 1. Januar 2022 erfolgte ein Wechsel der persönlich haftenden Gesellschafterin von der HPK Verwaltungs- GmbH mit Sitz in Bremen zur KAEFER Management SE mit Sitz in Bremen. Im Zuge dessen erfolgte die Umfirmierung zur KAEFER SE & Co. KG (im Folgenden: "KAEFER KG"). 2. KONSOLIDIERUNGSKREIS Die KAEFER KG ist Mutterunternehmen i. S. d. § 290 HGB für die inländischen und ausländischen Tochterunternehmen, die sich aus der Aufstellung des Anteilsbesitzes ergeben. Die Gesellschaften, bei denen von der Einbeziehung in den Konzernabschluss gemäß § 296 Abs. 2 HGB abgesehen wurde, haben für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns eine nur untergeordnete Bedeutung. Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt verändert: Nachfolgende Gesellschaften wurden erstmalig einbezogen:
Nachfolgende Gesellschaften wurden entkonsolidiert:
3. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN 3.1. Stichtag des Konzernabschlusses und der einbezogenen Einzelabschlüsse Der Konzernabschluss ist auf den Stichtag des Jahresabschlusses der Muttergesellschaft zum 31. Dezember 2021 aufgestellt worden. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften sind ebenfalls auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt worden. 3.2. Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für Unternehmenszusammenschlüsse ab dem 1. Januar 2010 gemäß § 301 Abs. 1 HGB nach der Neubewertungsmethode. Für historische Kapitalkonsolidierungen nach der Buchwertmethode wird das Beibehaltungswahlrecht in Anspruch genommen. Die Kapitalkonsolidierung wird gem. § 301 Abs. 2 HGB grundsätzlich zu dem Zeitpunkt vorgenommen, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen. Der Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung wird ergebniswirksam über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der erworbenen abnutzbaren Vermögensgegenstände aufgelöst. Der Unterschiedsbetrag resultiert aus einem Unternehmenserwerb und wurde im Geschäftsjahr 2021 erfolgswirksam um 571 TEUR aufgelöst. Der für die Bestimmung des Zeitwerts der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie der für die Kapitalkonsolidierung maßgebliche Zeitpunkt ist grundsätzlich der, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Bei Tochterunternehmen, auf deren Einbeziehung bisher gemäß § 296 HGB verzichtet worden war, ist der Zeitpunkt der Einbeziehung des Tochterunternehmens in den Konzernabschluss maßgeblich. Werden nach Erlangung des beherrschenden Einflusses weitere Anteile an einem Tochterunternehmen erworben (Aufstockung) oder veräußert (Abstockung), ohne dass der Status als Tochterunternehmen verloren geht, werden diese Transaktionen als Erwerbs- bzw. Veräußerungsvorgang abgebildet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die aus Erwerbsvorgängen bis zum 31. Dezember 2009 entstanden sind, werden entsprechend Artikel 66 Absatz 3 Satz 4 EGHGB i. V. m. § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a. F. über einen Zeitraum von 15 Jahren erfolgsneutral mit dem Konzernbilanzgewinn verrechnet. Im Vergleich zu einer erfolgswirksamen Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte verbesserte sich dadurch das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Jahresergebnis um 1.165 TEUR (Vorjahr: 1.189 TEUR). Bei einer Entkonsolidierung der jeweiligen Gesellschaft werden die zunächst erfolgsneutral verrechneten Abschreibungen erfolgswirksam erfasst. Geschäfts- oder Firmenwerte, die in den Geschäftsjahren seit dem 1. Januar 2010 und bis zum 31. Dezember 2015 entstanden sind, werden nach § 309 Abs. 1 HGB i. V. m. § 253 HGB a.F. planmäßig mit einer Nutzungsdauer von fünf Jahren erfolgswirksam abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwerte, die ab dem 1. Januar 2016 entstanden sind, werden planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Für die Geschäfts- oder Firmenwerte der übernommenen Unternehmen RIP Comercio und RIP Servicos (entstanden im Geschäftsjahr 2014) sowie KAEFER ESG (entstanden im Geschäftsjahr 2018) wird eine Nutzungsdauer von zehn Jahren angenommen, für den im Geschäftsjahr 2020 entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert des übernommenen Unternehmens WGIS eine Nutzungsdauer von fünfzehn Jahren. Der Markt für Isolierlösungen in den entsprechenden Ländern zeichnete sich in der Vergangenheit durch eine hohe Stabilität aus. Da die Branche kurzfristig keinen technischen Veränderungen unterliegt, ist auch für die Zukunft ein stabiles Marktumfeld zu erwarten. Auf Basis der Ergebnisplanung und unter Berücksichtigung der Marktrisiken geht die Geschäftsführung von einer voraussichtlichen Nutzungsdauer der Geschäfts- oder Firmenwerte über zehn bzw. fünfzehn Jahre aus. Für nicht dem Mutterunternehmen gehörende Anteile an in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurde gemäß § 307 Abs. 1 S. 1 HGB innerhalb des Eigenkapitals ein Ausgleichsposten gebildet ("Nicht beherrschende Anteile"). Für die Zweckgesellschaften SEDISA und KAEFER U-Kasse liegt bei wirtschaftlicher Betrachtung die Mehrheit der Risiken und Chancen des Unternehmens und damit beherrschender Einfluss durch das Mutterunternehmen vor. Die Zweckgesellschaften wurden daher nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen. 3.3. Schuldenkonsolidierung Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse werden gegeneinander aufgerechnet. Differenzen werden erfolgswirksam behandelt. 3.4. Behandlung von Zwischenergebnissen Zwischenergebnisse werden entsprechend § 304 HGB eliminiert, soweit sie für die Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung sind. 3.5. Aufwands und Ertragskonsolidierung Konzerninterne Aufwendungen und Erträge werden gemäß § 305 HGB erfolgsneutral gegeneinander aufgerechnet, soweit sie nicht als Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen oder als andere aktivierte Eigenleistungen auszuweisen sind. Beteiligungserträge von konsolidierten Unternehmen werden eliminiert. 3.6. Equity-Bewertung Zum Bilanzstichtag bestehen keine Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, die einer Equity-Bewertung unterliegen. 3.7. Währungsumrechnung Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 298 Abs. 1 i. V. m. § 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 298 Abs. 1 i. V. m. § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Davon-Vermerke zur Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen. Die Aktiv- und Passivposten der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse wurden, mit Ausnahme des Eigenkapitals (gezeichnetes Kapital, Rücklagen, Ergebnisvortrag zu historischen Kursen zum Stichtag der Erstkonsolidierung) zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals nach dem erwirtschafteten Konzerneigenkapital unter dem Posten " Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung " ausgewiesen. Im Falle einer Entkonsolidierung wird die Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung der Gesellschaft in entsprechender Höhe erfolgswirksam aufgelöst. 4. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden grundsätzlich nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt. Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Für die Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen der Geschäfts- oder Firmenwerte verweisen wir auf Abschnitt 3.2 Kapitalkonsolidierung. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Bei Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken und technischen Anlagen und Maschinen werden Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung deren Herstellung verwendet wird, gemäß § 298 Abs. 1 i. V. m. § 255 Abs. 3 Satz 2 HGB in die Herstellungskosten einbezogen. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigungen angesetzt. Die Anschaffungskosten für erworbene Unternehmen bemessen sich nach der Gegenleistung des erwerbenden Unternehmens. Die Gegenleistung entspricht dem Erwerbspreis für das erworbene Unternehmen bzw. dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte oder Anteile zuzüglich Anschaffungsnebenkosten einschließlich sonstiger dem Erwerb direkt zurechenbarer Leistungen. Falls ein Teil des Kaufpreises von künftigen Ereignissen abhängt, ist der voraussichtlich zu zahlende Gesamtbetrag als Anschaffungskosten anzusetzen, sofern die Kaufpreisanpassung wahrscheinlich ist und der Betrag verlässlich geschätzt werden kann. Die Wertberichtigungen werden bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung vorgenommen. Die ausgewiesenen Buchwerte der Finanzanlagen liegen nicht über ihren beizulegenden Zeitwerten. Gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB wird das Deckungsvermögen mit den Pensionsrückstellungen verrechnet. Vorräte werden zu durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. In den Herstellungskosten sind neben den Einzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten enthalten. Soweit erforderlich, sind Bestandsrisiken durch den Ansatz des niedrigeren Stichtagspreises, durch Reichweitenabschläge sowie durch - auf Vollkostenbasis ermittelte - Abschläge für verlustfreie Bewertung berücksichtigt. Erhaltene Netto-Anzahlungen für laufende Projekte werden offen von den ausgewiesenen Vorräten abgesetzt. Soweit die erhaltenen Anzahlungen die zu aktivierenden Herstellungskosten überschreiten, werden die übersteigenden Anzahlungsbeträge passivisch ausgewiesen. Bei langfristigen Fertigungsprojekten werden Teilgewinne für unfertige Leistungen anteilig realisiert, sofern der erwartete Gewinn verlässlich zu ermitteln ist, die Gesamtleistung in kalkulatorisch abgrenzbare Teilleistungen zerlegt werden kann, keine Risiken ersichtlich sind, die das erwartete Ergebnis wesentlich beeinträchtigen können und keine Anzeichen dafür vorliegen, dass die jeweiligen Abnehmer Einwendungen erheben könnten, die sich negativ auf das Gesamtergebnis auswirken können. Für unvorhersehbare Garantieleistungen und Nachbesserungen werden dabei vorsichtig bemessene Beträge berücksichtigt. Schließen Teilleistungen gegenüber den Vorkalkulationen mit wesentlich höheren Ist-Kosten ab, so werden anteilige Gewinne nicht vereinnahmt, soweit nicht davon ausgegangen werden kann, dass die noch anfallenden Kosten hinreichende Deckung im Erlös finden. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nominalwerten unter Berücksichtigung angemessener Abschläge für alle erkannten Risiken angesetzt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch einen pauschalen Abschlag Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt. Die Rechnungsabgrenzungsposten berücksichtigen Ein- bzw. Auszahlungen für Erträge bzw. Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach der "Projected-Unit-Credit-Methode" unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,87 % p. a. (Vorjahr: 2,30 % p. a.) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Rentensteigerungen wurden mit 1,50 % p. a. (Vorjahr: 1,50 % p. a.) berücksichtigt, es sei denn, dass Steigerungen von 1,00 % p. a. (Vorjahr: 1,00 % p. a.) bei Einzelzusagen oder 1,50 % p. a. (Vorjahr: 1,50 % p. a.) beim Rentenplan garantiert sind. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden hinsichtlich der gehaltsabhängigen Zusagen mit 2,00 % p. a. (Vorjahr: 2,00 % p. a.), für die nicht gehaltsabhängigen Zusagen mit 0,00 % p. a. (Vorjahr: 0,00 % p. a.) berücksichtigt. Eine Fluktuation ist vor dem Hintergrund der Ausgestaltung der Versorgungsordnungen nicht zu berücksichtigen. Die Pensionsrückstellungen für Kapitalansprüche aus umgewandelten Entgeltbestandteilen werden erst bei tatsächlichem Einbehalt des Entgelts und nicht prospektiv bei Vertragsabschluss gebildet. Des Weiteren wird die Bewertung der Kapitalansprüche aus Arbeitgeberansprüchen nach dem degressiven m/n-tel Verfahren ohne eine ratierliche Kürzung gemäß der Dienstzeit angewendet. Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt 3.484 TEUR (Vorjahr: 4.455 TEUR). Für Pensionszusagen, deren Ansprüche vor dem 1. Januar 1987 erworben wurden, sowie für mittelbare Pensionszusagen wurden aufgrund des Wahlrechts gemäß Art. 28 Abs. 1 EGHGB keine Pensionsrückstellungen gebildet. Zum 31. Dezember 2021 beträgt die nicht passivierte Verpflichtung 14.879 TEUR (Vorjahr: 14.602 TEUR). Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet. Die Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Als Rechnungsgrundlagen dienten die 2018 erschienenen Richttafeln (RT 2018 G) von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Gemäß BilMoG wurde ein laufzeitabhängiger Rechnungszins ermittelt. Dieser betrug zum 30. November 2021 0,35 % (Vorjahr: 0,48 %) bei einer durchschnittlichen Laufzeit der ATZ-Verträge von ca. 2,33 Jahren (Vorjahr: ca. 2,10 Jahren). Weiter wurde eine Gehaltssteigerung von 2,0 % p.a. (Vorjahr: 2,0 % p. a.) berücksichtigt. Die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtungen wurde nach den Vorgaben des IDW RS HFA 3 vorgenommen. Danach setzt sich die Altersteilzeitrückstellung aus einem Teilbarwert für Erfüllungsrückstände sowie einem Teilbarwert für Aufstockungsbeträge zusammen. Die Rückstellung für Erfüllungsrückstände ist über den Zeitraum ratierlich zu bilden, in dem die Arbeitnehmer vereinbarungsgemäß die Entlohnung erdienen. Die Rückstellung für Aufstockungsbeträge, inklusive der Aufstockung der Sozialversicherungsbeiträge, wird in Abhängigkeit des wirtschaftlichen Charakters der Altersteilzeitvereinbarung gebildet. Hat die Altersteilzeitvereinbarung den wirtschaftlichen Charakter einer Abfindungsleistung, so sind die gesamten Aufstockungsbeträge bei Entstehen der Altersteilzeitverpflichtung in voller Höhe zu berücksichtigen. Hierbei sind alle am Abschlussstichtag bestehenden oder aufgrund eines den Arbeitnehmern unwiderruflich eingeräumten Wahlrechts voraussichtlich in der Zukunft bestehenden Verpflichtungen zur Zahlung von Aufstockungsbeträgen bei der Rückstellungsbildung zu berücksichtigen. Hat die Altersteilzeitvereinbarung dagegen den wirtschaftlichen Charakter einer Entlohnung, so ist die Aufstockungsrückstellung ratierlich über den Zeitraum zu bilden, in dem der Arbeitnehmer vereinbarungsgemäß diese zusätzliche Entlohnung erdient. Zum Bilanzstichtag wurden, mit Ausnahme von zwei Altersteilzeitverträgen, die Entlohnungscharakter haben, bei allen Altersteilzeitverträgen die Aufstockungsbeträge in voller Höhe berücksichtigt ("wirtschaftlicher Charakter einer Abfindungsleistung"). Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlas- tung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Dabei werden auch Differenzen, die auf Konsolidierungsmaßnahmen gemäß den §§ 300 bis 307 HGB beruhen, berücksichtigt, nicht jedoch Differenzen aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts bzw. eines negativen Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung. Im Rahmen der Gesamtdifferenzbetrachtung wird der aktivische Überhang der latenten Steuern, resultierend aus den einbezogenen Einzelabschlüssen, konzernweit bilanziert. Derivative Finanzinstrumente, wie beispielsweise Devisenterminkontrakte und Zinsswaps, welche zur Absicherung gegen Wechselkurs- und Zinsrisiken eingesetzt werden, werden gemäß § 254 HGB als Bewertungseinheiten bilanziert. Hierbei wird in die folgenden Sicherungsbeziehungen unterschieden:
Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien der Gesellschaft im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Die Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion sowie die Art des abgesicherten Risikos und eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermittelt. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung definiert wurde, noch wirksam waren. Wenn und soweit sich die Wertveränderungen aus Grund- und Sicherungsgeschäft kompensieren, wird die Einfrierungsmethode verwendet, d.h. der effektive Teil der Sicherungsbeziehung schlägt sich weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Lediglich der ineffektive Teil wird imparitätisch durch Bildung von Rückstellungen berücksichtigt, soweit sich ein negativer Wertüberhang ergibt. 5. EINZELANGABEN ZUR KONZERNBILANZ 5.1. Anlagevermögen Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens gem. § 248 Abs. 2 HGB wurden i. H. v. 4.068 TEUR (Vorjahr: 5.558 TEUR) bilanziert und betreffen Entwicklungskosten für ERP-Softwareprodukte. Die Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte beinhalten außerplanmäßige Abschreibungen von 49 TEUR. Weitere Entwicklungen des Anlagevermögens werden im Anlagenspiegel dargestellt. 5.2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände enthalten keine (Vorjahr: 0 TEUR) Forderungen gegen Gesellschafter. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 22 TEUR (Vorjahr: 1.620 TEUR). Zum Bilanzstichtag waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 62.560 TEUR (Vorjahr: 57.497 TEUR) diverser Tochtergesellschaften im Rahmen von ABS-Transaktionen (Asset Backed Securities) veräußert. 5.3. Latente Steuern Auf Grundlage des Deutschen Rechnungslegungs-Standard Nr. 18 (DRS 18) werden aktive latente Steuern in Höhe von 20.481 TEUR ausgewiesen (Vorjahr: 30.985 TEUR). Darin enthalten sind aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen in Höhe von 17.391 TEUR (Vorjahr: 23.680 TEUR) und aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 3.090 TEUR (Vorjahr: 7.305 TEUR). Die passiven latenten Steuern werden mit 936 TEUR (Vorjahr: 4.833 TEUR) ausgewiesen. In den latenten Steuern sind aktive latente Steuern in Höhe von 2.708 TEUR (Vorjahr: 4.664 TEUR) und passive latente Steuern in Höhe von 350 TEUR (Vorjahr: 4.498 TEUR) auf erfolgswirksame Konsolidierungsbuchungen enthalten, welche gem DRS 18.62 saldiert ausgewiesen werden, falls die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Die latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt:
Die latenten Steuern aus temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz resultieren im Wesentlichen aus folgenden Bilanzposten:
Für die Ermittlung der latenten Steuern wurden lokale Steuersätze von 4,9% - 34,0% verwendet. 5.4. Deckungsvermögen Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB), werden mit dem Erfüllungsbetrag der Altersversorgungsverpflichtungen saldiert. Angaben zur Verrechnung nach § 314 Abs. 1 Nr. 17 i. V. m. § 246 Abs. 2 S. 2 HGB:
5.5. Eigenkapital Der Konzernabschluss wurde gem. § 268 HGB nach Ergebnisverwendung aufgestellt. Soweit sich für die Gesellschafter der Muttergesellschaft auf deren Ebene ein positiver Ergebnisanteil ergibt, wird dieser aufgrund deren gesellschaftsrechtlicher Struktur unter der Bilanzposition "Verbindlichkeiten gegenüber Kommanditisten" ausgewiesen. Die persönlich haftende Gesellschafterin hat keine Einlagen in das Eigenkapital der KAEFER KG geleistet. 5.6. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen gebildet für Personalaufwendungen von 70,3 Mio. EUR (Vorjahr: 57,2 Mio. EUR), ausstehende Rechnungen von 46,8 Mio. EUR (Vorjahr: 30,3 Mio. EUR), Tantiemen sowie andere Sonderzahlungen von 15,0 Mio. EUR (Vorjahr: 7,9 Mio. EUR), Gewährleistungen von 7,7 Mio. EUR (Vorjahr: 10,4 Mio. EUR), Restrukturierung von 5,1 Mio. EUR (Vorjahr: 5,9 Mio. EUR), Kundenboni von 2,9 Mio. EUR (Vorjahr: 4,5 Mio. EUR) und Drohverluste von 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,3 Mio. EUR). 5.7. Verbindlichkeiten Die jeweilige Restlaufzeit der Verbindlichkeiten ist in der folgenden Übersicht dargestellt:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) durch Grundpfandrechte gesichert. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten in Höhe von 122 TEUR (Vorjahr: 114 TEUR) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 46.880 TEUR (Vorjahr: 50.567 TEUR) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 22.735 TEUR (Vorjahr: 26.416 TEUR). 6. EINZELANGABEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 6.1. Umsatzerlöse / Gesamtleistung Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 % auf 1.727,1 Mio. EUR gestiegen. Die Umsatzerlöse verteilen sich mit 1.546,8 Mio. EUR (Vorjahr: 1.305,5 Mio. EUR) auf die Geschäftsbereiche Industry, mit 108,8 Mio. EUR (Vorjahr: 163,1 Mio. EUR) auf Construction und mit 71,5 Mio. EUR (Vorjahr: 76,2 Mio. EUR) auf Marine. 51,2 % (Vorjahr: 50,2 %) der Umsatzerlöse entfallen auf das europäische Ausland, 17,1 % (Vorjahr: 22,1 %) auf das Inland sowie 31,7 % (Vorjahr: 27,7 %) auf den Rest der Welt. Die Gesamtleistung (Summe aus Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen inkl. aktivierter Eigenleistungen) für die in den Konzern einbezogenen Gesellschaften teilt sich entsprechend den Geschäftsbereichen wie folgt auf:
Die Gesamtleistung entfällt mit 351,7 Mio. EUR (Vorjahr: 318,1 Mio. EUR) auf das Inland, mit 892.2 Mio. EUR (Vorjahr: 758,7 Mio. EUR) auf das europäische Ausland sowie mit 561.3 Mio. EUR (Vorjahr: 427,8 Mio. EUR) auf den Rest der Welt. In der Gesamtleistung sind Leistungen von zum Stichtag entkonsolidierten Unternehmen in Höhe von 20,2 Mio. EUR (Vorjahr: 5,6 Mio. EUR) enthalten. Erstkonsolidierte Unternehmen trugen mit 0,0 Mio. EUR (Vorjahr: 71,1 Mio. EUR) zur Gesamtleistung bei. Die Umsatzerlöse beinhalten außerordentliche Umsatzerlöse von 0,0 Mio. EUR (Vorjahr: 46,4 Mio. EUR). Die Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen beinhaltet außerordentliche Abschreibungen von 1,4 Mio. EUR (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR) aufgrund von Insolvenzanträgen von zwei deutschen Werften. 6.2. Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind folgende wesentliche Positionen enthalten:
Die Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen betreffen im Wesentlichen Zahlungseingänge aus in Vorjahren einzelwertberichtigten Forderungen in den Regionen Africa & Middle East und Western Europe. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind außergewöhnliche Erträge in Höhe von 1.793 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) enthalten und resultieren aus der Entkonsolidierung von Gesellschaften. 6.3. Personalaufwand Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung beinhalten Aufwendungen für Altersversorgung von 14,2 Mio. EUR (Vorjahr: 13,2 Mio. EUR). 6.4. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe von 15.795 TEUR (Vorjahr: 253 TEUR) enthalten und resultieren aus Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der erfolgreichen Suche nach einem neuen Gesellschafter sowie aus Entkonsolidierungen von Gesellschaften. Die Entkonsolidierungsaufwendungen beinhalten ebenfalls Kosten des Konzerns für die voraussichtliche Abwicklung der entkonsolidierten Gesellschaften. 6.5. Zinsen und ähnliche Erträge/Aufwendungen Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Beträge enthalten Erträge von verbundenen Unternehmen von 99 TEUR (Vorjahr: 94 TEUR) sowie Aufwendungen an verbundene Unternehmen von 10 TEUR (Vorjahr 2 TEUR). 6.6. Erträge und Aufwendungen der Rückstellungsabzinsung Im Geschäftsjahr wurden 3.344 TEUR (Vorjahr: 3.145 TEUR) Aufwendungen aus der Rückstellungsabzinsung erfasst. 6.7. Ertragsteuern Der Ertragsteueraufwand beträgt im Geschäftsjahr 23,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,5 Mio. EUR). Daraus ergibt sich ein effektiver Konzernsteuersatz von 61,5 % (Vorjahr: -388,9 %).
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten Aufwendungen aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern von 6.897 TEUR (Vorjahr: Erträge von 5.951 TEUR). Durch einen Wechsel im Gesellschafterkreis sind im Geschäftsjahr 2021 2.783 TEUR latente Steuern auf Verlustvorträge und temporäre Differenzen abgeschrieben worden. 7. SONSTIGE ANGABEN 7.1. Bewertungseinheiten Das Finanzergebnis wurde durch den Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten beeinflusst. Im Geschäftsjahr wurden derivative Finanzinstrumente (Devisentermingeschäfte, FX-Swaps, Non Deliverable Forwards sowie strukturierte Produkte) zur Absicherung künftiger Zahlungsströme aus in fremder Währung gewährter und erhaltener Darlehen an / von Tochtergesellschaften abgeschlossen. Den jeweiligen Sicherungsgeschäften liegen Grundgeschäfte mit vergleichbarem, gegenläufigem Risiko (micro-hedge) zugrunde. Darüber hinaus gibt es Sicherungsgeschäfte für in fremder Währung gehaltene Guthaben auf Bankkonten, in fremder Währung ausgestellte Fakturen sowie erwartete Transaktionen zwischen Konzerngesellschaften (geplante Dividenden) des kommenden Geschäftsjahres, für die wir ebenfalls Bewertungseinheiten gebildet haben.
Die bestehenden Grundgeschäfte zu den o.g. Bewertungseinheiten sind bis auf wenige Ausnahmen zu annähernd 100 % gesichert. Zu den Sonderfällen haben wir uns bewusst entschlossen, da die aus den Grundgeschäften zu erwartenden Cash-Flows nicht vollumfänglich in einem Zeitfenster von bis zu einem Jahr zu erwarten sind. Bei der Gesamtbetrachtung allerdings ist davon auszugehen, dass sich im Laufe der jeweiligen Sicherungszeiträume die gegenläufigen Wertänderungen/Zahlungsströme von Grund- und Sicherungsgeschäft ausgleichen werden. Die Regelungen zur Bildung einer Bewertungseinheit zur kompensatorischen Bewertung der Sicherungsbeziehung werden angewandt. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die "Critical-Terms-Match-Methode" verwendet. Allerdings konnten auf Grund unterschiedlicher Fristigkeiten zwischen den Grundgeschäften (an Töchter gewährte Konzerndarlehen mit Fälligkeiten > 1 Jahr) und den dazu gehörenden Sicherungsbeziehungen (Devisentermingeschäfte mit Laufzeiten < 1 Jahr) unter Anwendung des BilMoG 276 TEUR (Vorjahr: 196 TEUR) an positiven Währungseffekten in den Grundgeschäften nicht ausgewiesen werden. 7.2. Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds setzt sich aus den flüssigen Mitteln abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zusammen und beträgt zum 31. Dezember 2021 135,3 Mio. EUR (Vorjahr: 117,9 Mio. EUR). Hiervon unterliegen 4,3 Mio. EUR (Vorjahr: 3,7 Mio. EUR) Verfügungsbeschränkungen. Die Auszahlungen für Zinsen betragen im Geschäftsjahr 19,1 Mio. EUR (Vorjahr: 18,9 Mio. EUR) und die Einzahlungen aus Zinsen betragen 1,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Mio. EUR). 7.3. Haftungsverhältnisse Zum Bilanzstichtag bestehen folgende Haftungsverhältnisse
Das Risiko der Inanspruchnahme der Verbindlichkeiten aus Wechseln, Bürgschaften und Garantien ist, aufgrund der geordneten wirtschaftlichen Verhältnisse der Vertragspartner sowie der Qualität der Projekte, als sehr gering einzuschätzen. 7.4. Außerbilanzielle Geschäfte Für die Angabe der ABS-Transaktionen wird auf Abschnitt 5.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände verwiesen. 7.5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Im Konzern bestehen Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- sowie Wartungsverträgen i. H. v. 53,9 Mio. EUR (Vorjahr: 51,3 Mio. EUR) mit einer Laufzeit im Wesentlichen von 2022 bis zum Jahr 2026. 7.6. Arbeitnehmer
Im Geschäftsjahr 2021 stieg die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter um 681, was im Wesentlichen auf die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter in Brasilien (+2.067 Mitarbeiter) und Australien (+598 Mitarbeiter) ist. Gegenläufig waren die Entwicklungen in Südafrika (-682 Mitarbeiter), Kuwait (-391 Mitarbeiter), Saudi-Arabien (-321 Mitarbeiter) und Vereinigte Arabische Emirate (-182 Mitarbeiter). 7.7. Abschlussprüferhonorar Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers des Konzerns - der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft - beträgt für Abschlussprüfung 460 TEUR, sonstige Leistungen 22 TEUR, Steuerberatungsleistungen 294 TEUR und andere Bestätigungsleistungen von 1 TEUR. 7.8. Befreiung Tochtergesellschaften von Aufstellung, Prüfung und Offenlegung Die folgenden in den Konzernabschluss einbezogenen deutschen Tochtergesellschaften machen im Geschäftsjahr 2021 von der Befreiung gemäß §§ 264 Abs. 3 und 264 b HGB Gebrauch:
7.9. Leitungsorgane der Gesellschaft Die persönlich haftende Gesellschafterin der KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft im Geschäftsjahr 2021 war die HPK Verwaltungs- GmbH mit Sitz in Bremen ("HPK"). Persönlich haftende Gesellschafterin der Gesellschaft ist zwischenzeitlich die KAEFER Management SE, Bremen. Geschäftsführer der HPK waren bzw. zwischenzeitlich geschäftsführende Direktoren der KAEFER Management SE sind:
Die Gesellschaft wird durch je zwei Geschäftsführer gemeinschaftlich oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten. Auf die Angabe der Geschäftsführergehälter wurde in entsprechender Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung betragen 4.041 TEUR, die laufenden Bezüge für diese Personengruppe betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 266 TEUR. Mitglieder des Beirates der geschäftsführenden Gesellschafterin: Moritz Koch - Vorsitzender des Beirates, Sprecher der Gesellschafter
Dr. Hans Christoph Atzpodien - stellvertretender Vorsitzender des Beirats
Alexander von Witzleben - Vorsitzender des Bilanzausschusses, Vertreter der Gesellschafter
Antonie-Sophie Brandt - Vertreterin der Gesellschafter
Dr. Volker Knabe - Vertreter der Gesellschafter
Anne-Doreen Koch - Vertreterin der Gesellschafter
Den dem Beirat angehörenden Mitgliedern wurden im Geschäftsjahr Bezüge von 451 TEUR gewährt. Es wurden keine wesentlichen Geschäfte seitens des Mutterunternehmens und seiner Tochterunternehmen mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind. 7.10. Nachtragsbericht Die COVID-19-Pandemie wird von der Geschäftsführung weiterhin als Risiko der weltweiten Wirtschaft gesehen. Weitere Infektionswellen und Lockdown-Maßnahmen können nicht verlässlich abgeschätzt werden und sind eine Gefahr für die Geschäftsaktivität der KAEFER-Gruppe. Angesichts der zum Teil sehr unterschiedlichen Lage in den jeweiligen Ländern können die Auswirkungen der Krise auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage nicht verlässlich abgeschätzt werden. Die Geschäftsführung sieht KAEFER hinreichend gut aufgestellt, um die COVID-19-Pandemie zu überstehen. Am 8. Dezember 2021 ist KAEFER eine Partnerschaft mit der deutschen SMS group mit Sitz in Düsseldorf und dem europäischen Investor Altor mit Sitz in Schweden eingegangen. Die neuen Partner werden gemeinsam 50 Prozent der Anteile an KAEFER halten (neuer Gesellschafter wird die SMS Altor Holding SA, Luxemburg), die übrigen 50 Prozent der Anteile verbleiben im Besitz der KAEFER-Eigentümerfamilie. Die Transaktion steht noch unter Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die die globale Konjunktur und die finanzielle Entwicklung von KAEFER sind zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch nicht abschließend zu beurteilen. Wir erwarten nach derzeitigem Kenntnisstand keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe, da wir weder in Russland und der Ukraine aktive Landesgesellschaften betreiben noch in diesen Ländern Projekte abwickeln. Indirekt können sich insbesondere Risiken ergeben, wenn sich eine allgemeine Rohstoffverknappung auf die Preise unserer Materiallieferanten auswirkt. Mittelfristig gehen wir aber davon aus, dass wir diese Preissteigerungen an unsere Kunden weitergeben können, bei langfristigen Wartungsverträgen u.a. durch vertraglich vereinbarte Preisgleitklauseln. Außerdem könnten einzelne Kunden betroffen sein, die in ihrer Lieferkette Abhängigkeiten von den betroffenen Ländern haben und in der Folge Investitionen in eigene Anlagen reduzieren. Auf der anderen Seite ist angesichts hoher Rohstoffpreise mit Investitionen in neue und bestehende Anlagen zu rechnen. Dies betrifft unter anderem unsere Kunden aus dem Minen- und Energiebereich und insbesondere aus dem Öl- und Gasbereich in Europa und Nordamerika. Eine europäische Abkehr von russischem Gas hin zu LNG aus dem Mittleren Osten und Nordamerika sind nur zwei prominente Beispiele, die sich positiv auf die Geschäftsaussichten von KAEFER auswirken könnten.
Bremen, den 31. März 2022 KAEFER SE & Co. KG Geschäftsführende Direktoren Steen Ejlskov Hansen Dr. Roland Gärber ENTWICKLUNG DES KONZERNANLAGEVERMÖGENSKAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft (zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG), Bremen
ANTEILSBESITZLISTE KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft (zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG), Bremen
1 Bezogen auf die jeweilige Obergesellschaft
Abkürzungsverzeichnis KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft (zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG), Bremen
KONZERNLAGEBERICHTKAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft(zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG), Bremen1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS 1.1 Leistungsprofil Als 1918 gegründetes Familienunternehmen hat sich KAEFER in den vergangenen mehr als 100 Jahren von einem Bremer Nischenunternehmen im Isoliergeschäft zu einem globalen Player im Bereich der industriellen Dienstleistungen entwickelt. Heute umfasst das Leistungsspektrum von KAEFER zahlreiche Dienstleistungen in den Bereichen Isolierung, Zugangstechnik, Oberflächenschutz und passiver Brandschutz für Industriekunden. Darüber hinaus bietet KAEFER ergänzende Leistungen wie elektromechanische Arbeiten, Asbestentfernung und Feuerfestarbeiten für Industriekunden sowie den Innenausbau für Kunden aus dem Baugewerbe und Schiffsbau an. KAEFER hat das Ziel, der zuverlässigste und effizienteste Partner für seine Kunden im gesamten Anlagenlebenszyklus zu sein-von dem Neubau einer Anlage über die Sicherstellung der Integrität für den Anlagenbetreiber während der Lebensdauer bis hin zum Abbau der Anlage. Wiederkehrende Wartungsarbeiten und Stillstände sowie das diversifizierte Auftragsportfolio, das sich auf eine Vielzahl von Endmärkten und Kunden verteilt, führen zu einem risikoresistenten Geschäftsmodell. Die angebotenen Dienstleistungen sind unseres Erachtens vielfältig kombinierbar, um dem Kunden einen maximalen Nutzen zu bieten, sowie die Integrität, den Wert und die Lebensdauer der Anlagen zu sichern. Damit spielt KAEFER unseres Erachtens eine wichtige Rolle bei der Gestaltung einer nachhaltigen und energieeffizienten Zukunft. 1.2 Strategie Im Jahr 2019 hat KAEFER das strategische Programm LIFT als Fundament für profitables und nachhaltiges Wachstum eingeführt. Die Mission lautet: wir wollen der verlässlichste und effizienteste Anbieter technischer Industriedienstleistungen sein. Die Stärkung von KAEFER im nationalen wie internationalen Wettbewerbsumfeld erfolgt durch die Standardisierung globaler Prozesse, die umfangreiche Implementierung des LEAN-Managements und die Digitalisierung der Geschäftsprozesse bei gleichzeitiger Einbeziehung von Umwelt, Sozial und Corporate Governance ("ESG") Kriterien. Auch im Geschäftsjahr 2021 stellte die globale COVID-19 Pandemie KAEFER vor Herausforderungen. Dabei hatten die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes, der sichere Zugang zu Projekten und Anlagen sowie die Gesundheit und der Schutz der Mitarbeiter*innen trotz der sich stetig im Wandel befindlichen Richtlinien und Vorgaben oberste Priorität. Die anhaltende COVID-19 Pandemie führte dazu, dass einige strategische Ziele von LIFT an die aktuellen Gegebenheiten angepasst und der Zeithorizont neu bestimmt werden mussten. Die strategischen Vorhaben wurden neu bewertet und finanzielle Ziele bis zum Jahr 2025 adjustiert, nachdem sich die Auswirkungen der globalen Pandemie konkreter quantifizieren ließen. Insgesamt haben sich die ursprünglichen strategischen Bausteine und Initiativen trotz COVID-19 nach wie vor als gültig erwiesen und bilden somit auch weiterhin das strategische Fundament des Unternehmens. Um seine Marktposition weiter zu stärken, ist KAEFER eine Partnerschaft mit der deutschen SMS Group und dem europäischen Investor Altor mit Sitz in Schweden eingegangen. Die neuen Partner werden gemeinsam 50 Prozent der Anteile an KAEFER halten, die übrigen 50 Prozent der Anteile verbleiben im Besitz der KAEFER-Eigentümerfamilie. Eine entsprechende Investitionsvereinbarung wurde am 8. Dezember 2021 von den drei Parteien unterzeichnet. Die Transaktion steht noch unter Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Ziel des langfristig angelegten Engagements aller Partner ist die Sicherstellung eines weiteren profitablen Wachstums von KAEFER im stark umkämpften Markt der technischen Industriedienstleistungen. Zudem plant das Unternehmen, unterstützt durch die aktuellen und neuen Anteilseigner, weitere Fähigkeiten zu entwickeln, um sich auf nachhaltige Entwicklungen wie Dekarbonisierung, Energiewende und LNG-Technologie konzentrieren zu können. 1.3 Organisations- und Führungsstruktur Die Konzernführung erfolgt durch die KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. Kommanditgesellschaft (zwischenzeitlich: KAEFER SE & Co. KG) mit Sitz in Bremen. Diese wird durch das "Executive Board" mit zwei Co-CEOs, Dr. Roland Gärber und Steen E. Hansen, geleitet. Die operative Geschäftstätigkeit erfolgt über dezentral organisierte Tochtergesellschaften, die regionalen Geschäftseinheiten zugeordnet sind und eigenständig am Markt auftreten. Die Leistungserbringung erfolgt überwiegend auf den Anlagen der Kunden. Die Geschäftseinheiten können in folgende geographische Regionen gegliedert werden:
1.4 Nachhaltigkeit Die Herausforderungen des Klimawandels erfordern unseres Erachtens eine Reflexion der Auswirkungen des eigenen Handelns, von Privatpersonen und Institutionen gleichermaßen. Nachhaltiges und bewusstes Verhalten geht jedoch über Umweltressourcen hinaus und umfasst soziale Ressourcen gleichermaßen. KAEFER widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit schon seit vielen Jahren und veröffentlicht jährlich einen freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht. Um der stetig wachsenden Bedeutung des Themas sowohl aus gesellschaftlicher als auch regulatorischer Perspektive gerecht zu werden, hat KAEFER im Jahr 2021 Umwelt, Sozial und Corporate Governance ("ESG") Kriterien explizit in seine Strategie aufgenommen. Dadurch sollen intensivierte Diskussionen in den lokalen Einheiten wie auch auf Gruppenebene erreicht werden. Außerdem sollen Schwerpunktbereiche identifiziert und Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt werden. KAEFER befindet sich noch in einer frühen Phase dieses Prozesses, der jedoch insbesondere in den vergangenen Monaten unseres Erachtens deutlich an Fahrt gewonnen hat. 2. WIRTSCHAFTSBERICHT 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Dieser Abschnitt basiert auf den folgenden Quellen: Schneider, S. (17 Dez 2021): Ausblick 2022: Neue Realitäten, DB Research; Folkerts-Landau, D. (13 Dez 2021): World Outlook 2022-23: Dodging the Tempests, DB Research; Brown, S. (7 Dez 2021): LatAm Macro and Strategy Focus, DB Research; The House View Macro Forecasts (8 März 2022): Weekly Update, DB Research; Wirtschaftsdaten Kompakt (Nov 2021): Australien, GTAI Germany Trade & Invest; VAIS Managementbericht, Branchenmonitor 2021. Die COVID-19 Pandemie ist und bleibt aktuell der größte Unsicherheitsfaktor für die weltwirtschaftlichen BIP Entwicklung. Virusmutationen sowie eine sich uneinheitlich entwickelnde Impfbereitschaft erhöhen die volkswirtschaftlichen Prognoseabweichungen erheblich. Auch wenn die USA hinsichtlich des BIP für 2021 ihr Vor-Pandemieniveau sogar überschreiten wird, konnte man im Laufe des zweiten Halbjahres 2021 schon eine deutliche Verlangsamung der Wirtschaftsleistung feststellen. Die Eurozone hat diesen Trend ebenfalls bestätigt, hinkte den USA jedoch hinterher. Einen weiteren Dämpfer erhielt die weltweite BIP Entwicklung durch eine sich manifestierende Lieferkettenproblematik und einen Energiepreisschock, die zu einem massiven globalen Anstieg der Inflationsraten führten. Allerdings reagierten die Währungshüter dies- und jenseits des Atlantiks bisher sehr unterschiedlich auf die Entwicklung der Teuerungsraten. Während die US-amerikanische Notenbank FED den Ausstieg aus ihrem Anleihenkaufprogramm ankündigte und mehrere Leitzinserhöhungen beabsichtigt, glaubt die Europäische Zentralbank bisher eher an ein temporäres Phänomen und befürchtet keine erheblichen Einbußen an Wachstumsdynamik. Die deutsche Wirtschaft stellt ein Spiegelbild der durchschnittlichen Wachstumsraten der gesamten Eurozone dar. Nach einer deutlichen Erholung im ersten Halbjahr 2021 stagnierte das Wachstum durch erneute Lieferengpässe und steigende COVID-19 Fallzahlen. Trotz der unterschätzten Inflationsentwicklung scheint eine Lohn- und Preisspirale noch nicht in Gang gesetzt worden zu sein, was einer BIP-Entwicklung im Jahr 2022 zugutekommen könnte. In Großbritannien schrumpfte die Wirtschaft im Jahr 2020 um fast 10%, wuchs im Folgejahr jedoch um ca. 7%. Der nun endlich umgesetzte Brexit und die damit verbundene Abwanderung ausländischer Arbeitnehmer hat zu einer deutlichen Verknappung auf dem heimischen Arbeitsmarkt geführt, so dass die Arbeitslosenquote die 5% Marke wieder unterschreiten konnte. Die verbesserte Statistik sagt jedoch nicht unmittelbar etwas darüber aus, ob dieser Effekt auch die jährliche Wirtschaftsleistung verbessern wird. Geplante Steuererhöhungen zur Finanzierung der zusätzlich entstandenen Staatsausgaben der Pandemiebewältigung sollen, laut volkswirtschaftlicher Prognose, das BIP für 2022 (3,5%) und 2023 (1,7%) wieder deutlich nach unten korrigieren lassen. Auch die australische Wirtschaft bestätigt den allgemeinen Trend. Während das BIP im Jahr 2020 um knapp 2,4% schrumpfte, wird für 2021 ein Plus von 4,7% und im Folgejahr sogar ein Zuwachs von 5% erwartet. Nicht nur die weltweit gestiegene Nachfrage nach Bodenschätzen und ein daraus resultierender deutlicher Rohstoffpreisanstieg, sondern auch der nach harten Lock-Down Maßnahmen in den Jahren 2020 und 2021 wieder anlaufende Tourismus sollten zu einem BIP Wachstum beitragen. In China wird man für 2021 ein deutliches Plus im BIP verzeichnen, aber auch in der führenden Volkswirtschaft der Region könnten die bekannten Unwägbarkeiten die Wachstumsraten dämpfen. Nichtsdestotrotz erwarten Makroökonomen für 2022 und 2023 stabile BIP Zuwachsraten von jeweils ca. 5%. Der südamerikanische Kontinent und damit auch Brasilien wurde von der Pandemie schwer getroffen. 2021 ging Brasilien auf Erholungskurs, auch weil sich Agrarprodukte und andere Rohstoffe am Weltmarkt deutlich verteuerten. Das führte allerdings, neben einer weiterhin sehr schwachen heimischen Währung (BRL), zu stärker als erwartetem Inflationsdruck, was die brasilianische Zentralbank dazu animierte, die "Selic Rate" von Ihrem Tiefststand Anfang 2021 auf inzwischen 9,25% p.a. (letzte Entscheidung am 09.12.2021) zu erhöhen. Ob dieser Weg dazu führen wird, die Inflation einzudämmen, ohne das Wirtschaftswachstum zu behindern, ist fraglich. Auf jeden Fall hat dieser massive Zinserhöhungszyklus nicht dazu beigetragen ausländische Direktinvestitionen zu beflügeln, was wiederum dem BRL hätte Auftrieb geben müssen. Dieser blieb hingegen auf einem schwachen Niveau und handelte in 2021 vornehmlich in einer Spanne zwischen EUR/BRL 6,00 und 6,50. Das Risiko scheint den Anlegern nach wie vor zu hoch und die für den Herbst 2022 angesetzten Präsidentschaftswahlen könnten die Volatilität des BRL im Laufe des kommenden Jahres nochmal signifikant erhöhen. Allerdings birgt gerade das aktuelle Kursniveau, gepaart mit stabil hohen Zinsen, ein starkes Aufwertungspotenzial, sollten sich die politischen Rahmenbedingungen in Brasilien zu Gunsten ausländischer Investoren verändern. BIP-Wachstum in % im Vergleich zu den Vorjahren nebst Prognosen:
Quelle: Deutsche Bank Research / GTAI Wirtschaftsdaten kompakt - Australien Die Rahmenbedingungen der Branche standen nach einem anspruchsvollen und schwierigen Krisenjahr 2020 auch im Jahr 2021 im Zeichen der Herausforderungen mit der COVID-19 Pandemie, wenngleich schon klare Anzeichen der Erholung sichtbar waren. Das dabei zu beobachtende Wachstum ist zum Teil auf Nachholeffekte zurückzuführen. Auftragsabwicklungs- und Lieferkettenproblematiken führten aber weiterhin zu Störungen und Verzögerungen. Des Weiteren sorgten Einschränkungen in der Bewegungs- und Reisefreiheit auch im Jahr 2021 für erschwerte Bedingungen, um Serviceleistungen vor Ort zu erbringen. Der Vertriebsprozess wurde durch Auflagen zur Kontaktbeschränkung ebenfalls beeinträchtigt, dies konnte jedoch durch den Einsatz von digitalen Kommunikationsmitteln mittlerweile größtenteils kompensiert werden. Die Resilienz der Industrieservice-Branche hat sich unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen erneut bewährt, was die Flexibilität, das Knowhow und die Vielfalt sowie Innovationskraft der Branche unterstreicht. 2.2 Ertragslage Das Konzernergebnis betrug im Berichtsjahr 14,9 Mio. EUR und konnte damit im Vergleich zum Vorjahr um 24,3 Mio. EUR bzw. 258,5% gesteigert werden. Die (wirtschaftliche) Ertragslage stellte sich wie folgt dar:
Die Gesamtleistung stieg im Berichtsjahr um 302,1 Mio. EUR auf 1.806,7 Mio. EUR. Wie im Vorjahr wurde die Gesamtleistung insbesondere durch die Regionen WEU, CEE und SCANDICS, in 2021 aber auch durch die Region APAC geprägt. Für weitere Informationen zu der Entwicklung der Gesamtleistung wird auf den Abschnitt '2.5 Entwicklung der Gesamtleistung" verwiesen. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen hauptsächlich aufgrund von Zahlungseingängen aus in den Vorjahren einzelwertberichtigten Forderungen um 18,7 Mio. EUR auf 48,6 Mio. EUR. Die Materialaufwandsquote sank von 30,9% in 2020 auf 30,1% in 2021, hierzu gegenläufig stieg die Personalaufwandsquote von 51,7% auf 52,2%. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 28,5 Mio. EUR bzw. 13,0% auf 247,4 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf höhere Miet- und Leasingaufwendungen, Reise- sowie allgemeine Betriebskosten zurückzuführen. Bezogen auf die Gesamtleistung sanken die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 0,9%-Punkte auf 13,7%. Das EBITDA stieg im Vergleich zum Vorjahr um 50,0 Mio. EUR auf 121,7 Mio. EUR im Wesentlichen aufgrund einer deutlich gesteigerten Gesamtleistung sowie Maßnahmen zur konsequenten Kostendisziplin. Die EBITDA-Marge stieg von 4,8% in 2020 auf 6,7% in 2021 und übertraf sogar das Vorkrisenniveau (6,2%) deutlich. Damit konnte die Vorjahresprognose einer EBITDA-Marge von min. 6,2% erzielt werden. Die Abschreibungen verringerten sich um 1,1 Mio. EUR auf 38,8 Mio. EUR. Das neutrale Ergebnis belief sich im Berichtsjahr auf -19,4 Mio. EUR gegenüber -7,7 Mio. EUR im Vorjahr und beinhaltete insbesondere Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der erfolgreichen Suche nach einem neuen Gesellschafter (SMS / Altor) sowie Aufwendungen im Rahmen von Werftinsolvenzen in Deutschland. Die Ertragsteuern sind insgesamt um 16,3 Mio. EUR auf 23,8 Mio. EUR gestiegen. Dies resultiert hauptsächlich aus dem Anstieg des EBT in den Regionen WEU und AMERICA sowie der Abschreibung von 2,8 Mio. EUR latenten Steuern auf Verlustvorträge infolge eines Wechsels im Gesellschafterkreis. Wie im Vorjahr prognostiziert, konnte das Konzernergebnis deutlich verbessert werden und stieg von -9,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 14,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021. 2.3 Vermögenslage Zum 31. Dezember 2021 betrug die Bilanzsumme 866,0 Mio. EUR (Vorjahr: 798,3 Mio. EUR) und stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,5%. Die Aktiva und Passiva setzten sich wie folgt zusammen:
Das Anlagevermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Mio. EUR auf 228,0 Mio. EUR erhöht, insbesondere durch hohe Investitionen von insgesamt 40,9 Mio. EUR (davon 21,8 Mio. EUR in Gerüste) ins Sachanlagevermögen. Währungsbedingt stieg das Sachanlagevermögen um 2,9 Mio. EUR. Das Working Capital (Summe der Kundenforderungen und Vorräte abzüglich Lieferantenverbindlichkeiten, erhaltener Anzahlungen und Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen) stieg von 212,3 Mio. EUR auf 235,3 Mio. EUR. Im Verhältnis zur Gesamtleistung betrug das Working Capital zum 31. Dezember 2021 13,0% (Vorjahr: 14,1%). Ausschlaggebend für den Rückgang war ein konsequentes Net Working Capital Management. Das Bankguthaben stieg um 20,3% von 118,5 Mio. EUR auf 142,5 Mio. EUR. Für weitere Erläuterungen wird auf die Kapitalflussrechnung verwiesen.
Das Eigenkapital erhöhte sich im Berichtsjahr um 36,4% auf 69,2 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote betrug bei einer um 67,7 Mio. EUR bzw. 8,5% gestiegenen Bilanzsumme 8,0% (Vorjahr: 6,4%). Die Veränderung des Eigenkapitals ist im Wesentlichen auf das positive Konzernergebnis von 14,9 Mio. EUR und auf Effekte der Währungsumrechnung von +9,4 Mio. EUR zurückzuführen. Die wesentlichen gegenläufigen Effekte waren die Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter von -2,9 Mio. EUR sowie die Gutschrift auf Gesellschafterkonten von -1,8 Mio. EUR und Entnahmen der Gesellschafter von -1,2 Mio. EUR. Wesentlichen Einfluss auf den Währungseffekt nahm die Kursveränderung des GBP. Das langfristige Fremdkapital (Summe aus Pensionsrückstellungen, Anleihen, Darlehen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr) stieg leicht um 2,0 Mio. EUR auf 341,6 Mio. EUR (Vorjahr: 339,6 Mio. EUR). Das kurzfristige Fremdkapital stieg um 47,9 Mio. EUR auf 455,2 Mio. EUR im Wesentlichen bedingt durch höhere Personalrückstellungen, Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen sowie Lieferantenverbindlichkeiten. 2.4 Finanzlage Die KAEFER-Gruppe strebt eine ausgewogene Finanzierungsstruktur mit einem Mix aus Konzernbanken und weiteren Finanzierungspartnern an. Neben der Finanzierung des Umlaufvermögens spielen vor dem Hintergrund des Projektgeschäftes insbesondere die Bereitstellung von Garantien für Anzahlungen und Gewährleistungen eine zentrale Rolle. In diesem Bereich leisten auch Kreditversicherungsunternehmen einen signifikanten Beitrag. Das Unternehmen verfügt über einen Konsortialkredit in Höhe von 500 Mio. EUR inklusive eines Avalrahmens von 350 Mio. EUR sowie über eine öffentliche Anleihe in Höhe von 250 Mio. EUR. Der zusätzliche Finanzierungsrahmen unter dem KfW Sonderprogramm, der im Jahr 2020 bereitgestellt worden war, wurde nicht in Anspruch genommen und zum 30.06.2021 aufgehoben. Trotz der anhaltenden COVID-19 Situation hat KAEFER seine Finanzierung mit Kernbanken und Kreditversicherungsunternehmen solide aufgestellt, um weiterhin entsprechende finanzielle Freiheiten zur Stärkung des Kerngeschäfts und der Kernländer zu ermöglichen. Auch durch die Ratingagenturen S&P (B+ stable) und Fitch (BB stable) wurde die finanzielle Stabilität von KAEFER bestätigt. Der Finanzmittelfonds (flüssige Mittel abzüglich kurzfristiger Bankverbindlichkeiten) betrug zum Stichtag 135,3 Mio. EUR und ist gegenüber dem Vorjahr um 17,4 Mio. EUR gestiegen. Die Entwicklung stellt sich wie folgt dar:
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug 75,2 Mio. EUR und verringerte sich somit gegenüber dem Vorjahr um 61,7 Mio. EUR bzw. 45,1%. Positiv beeinflusst wurde der Cashflow durch das verbesserte operative Ergebnis. Der Rückgang des Cashflows resultiert im Wesentlichen aus dem höheren Working Capital-Bedarf im Vergleich vom Geschäftsjahr 2019 auf das Geschäftsjahr 2020, welcher jedoch aufgrund von Optimierungen im Forderungsmanagement unterproportional zur gestiegenen Gesamtleistung ausfiel. Damit konnte die Vorjahresprognose eines positiven, jedoch unter dem operativen Cashflow aus 2020 liegenden Cashflows erfüllt werden. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug 35,2 Mio. EUR, die Auszahlungen waren verglichen zum Vorjahr um 86,6 Mio. EUR geringer. Dies resultierte im Wesentlichen aus der im Vorjahr durchgeführten Akquisition von WGIS. Hierzu gegenläufig erhöhten sich die Auszahlungen für Investitionen für Sachanlagen auf 40,7 Mio. EUR bzw. 2,3% der Gesamtleistung (Vorjahr: 26,7 Mio. EUR bzw. 1,8% der Gesamtleistung). Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit verbesserte sich um 11,6 Mio. EUR auf -22,4 Mio. EUR, insbesondere aufgrund von Darlehensaufnahmen im Zusammenhang mit gestiegenen Investitionen ins Anlagevermögen. Die Summe der Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie aus der Investitionstätigkeit (sog. "Free Cash Flow") überstieg die Zahlungen an Eigenkapital- und Fremdkapitalgeber um 12,4 Mio. EUR (Vorjahr: -15,7 Mio. EUR). 2.5 Entwicklung der Gesamtleistung Die Konzerngesamtleistung betrug im Berichtsjahr 1.806,7 Mio. EUR und ist im Vergleich zum Vorjahr um 302,1 Mio. EUR (20,1%) gestiegen. Die wesentlichen Gründe für diese Entwicklung werden im Folgenden dargestellt. 2.5.1 Regionale Entwicklung
Die Gesamtleistung ist gegenüber dem Vorjahr in nahezu allen Regionen deutlich gestiegen. Lediglich in der Region AFRICA & ME ging die Gesamtleistung aufgrund der Beendigung eines Großprojektes in Südafrika sowie des Abschlusses einiger größerer Aufträge und Verzögerungen durch Visarestriktionen in einigen Einheiten des Mittleren Ostens zurück. Die Regionen WEU und CEE blieben starke Regionen und erwirtschafteten gemeinsam 55% der Gesamtleistung des Geschäftsjahres 2021. 2.5.2 Entwicklung nach erbrachten Dienstleistungen
Der Anstieg der Gesamtleistung um 302,1 Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus den erbrachten Dienstleistungen Isolierung, Zugangstechnik, Oberflächenschutz sowie Electromechanical. Der Bereich Isolierung stieg um 38,2 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen bei den deutschen KAEFER Gesellschaften, in Australien und Norwegen. Gegenläufig dazu gab es einen Rückgang bei den Isolierungsarbeiten in Middle East. Die Bereiche Zugangstechnik (+88,9 Mio. EUR) und Oberflächenschutz (+42,2 Mio. EUR) verzeichneten einen Anstieg vor allem in Großbritannien und Australien. Der Bereich Electromechanical erfuhr mit 94,0 Mio. EUR den größten Zuwachs zum Vorjahr vor allem in Australien und Brasilien. Insgesamt wurde erfreulicher Weise die Vorjahresprognose eines deutlichen Anstiegs der Gesamtleistungen getroffen. 2.6 Auftragseingänge und Auftragsbestände
Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die Auftragseingänge 2.076 Mio. EUR und lagen um 397 Mio. EUR bzw. 24% über dem Vorjahresniveau. Hauptursächlich dafür waren vor allem die deutlich höheren Auftragseingänge in Norwegen (Instandhaltungsaufträge sowie ein Großprojekt), in Australien (gestiegene Umsätze in der Mining Industrie) sowie in Großbritannien (Auftragseingänge im Bereich Marine).
Zum Geschäftsjahresende lagen die Auftragsbestände mit 1.416 Mio. EUR um 176 Mio. EUR bzw. 14% über dem Vorjahresniveau und stiegen v.a. in Norwegen (+68 Mio. EUR), in Middle East (+59 Mio. EUR) und in Brasilien (+49 Mio. EUR). Die Auftragsreichweite für die Gruppe lag mit 9 Monaten unverändert im Vergleich zum Vorjahr. 3. HEALTH, SAFETY & ENVIRONMENT Der Bereich Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz (HSE) spielt für KAEFER eine entscheidende Rolle und stellt ein langfristiges Ziel dar. Durch besondere Aufmerksamkeit unserer Führungskräfte und sorgfältig erarbeitete Kommunikationssysteme bemühen wir uns Tag für Tag um herausragende Leistungen im Bereich HSE. Für die Arbeiten gelten die gesetzlichen und branchenspezifischen Anforderungen an Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltschutzpakete. Die Identifizierung und adäquate Kontrolle der Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltrisiken, die im Rahmen unserer Aktivitäten auftreten könnten, wird durch die Abteilung "Corporate Health, Safety & Environment" gewährleistet. Die Einhaltung der Corporate Health, Safety & Environment Policy wird unter anderem durch die beiden Indikatoren "Lost Time Incidents Frequency" (LTIF) sowie "Total Recorded Cases Frequency" (TRCF) kontrolliert. Der LTIF (bezogen auf 1.000.000 Arbeitsstunden) belief sich im Jahr 2021 auf 0,7 (im Vergleich zu 0,8 im Vorjahr). Der TRCF (bezogen auf 1.000.000 Arbeitsstunden) betrug zum Ende des Geschäftsjahres 2021 2,3 (Vorjahr: 2,5). Diese Kennzahlen werden im Jahr 2022 unter Einbindung aller Führungskräfte und Mitarbeiter weiter verbessert und beeinflussen positiv das Ansehen der KAEFER-Gruppe bei der Projektakquisition. Die stetige Vertiefung einer gelebten Sicherheitskultur steht auch weiterhin im Einklang mit unserer Strategie und lässt KAEFER bereits auf eine fünfjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Ab dem Jahr 2022 werden weitere Kennzahlen erhoben, um die Umsetzung der entsprechenden Sicherheitskultur anhand der Beteiligung der Führungskräfte und Mitarbeiter*innen abzuleiten und zukünftig in Form von verhaltensbeeinflussenden Indikatoren darzustellen. 4. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Der Zentralbereich "Corporate Innovation & Technical Excellence" mit den Bereichen "Technical Support", "Technical Excellence", "Product Excellence", "Asset Integrity Management", "Technology & Smart Insulation Systems", "Corporate Competence Center Renewable Energies" und "Corporate Access Engineering" konnte seine Arbeit im Berichtsjahr 2021 unseres Erachtens weiter erfolgreich fortsetzen und ausbauen. Die umfangreichen Fähigkeiten und Erfahrungen des "Technical Support" im Bereich von Sensorik für Feuchte-/Wasserdetektierung und Weiterentwicklungen thermischer Isolierungen führte unseres Erachtens zu umfangreichen und aufwändigen Untersuchungen für einen namhaften Hersteller für Beschichtungen und für einen namhaften Hersteller für Tiefkälteisolierungen. Unseres Erachtens sorgte die erfolgreiche Abwicklung, das Berichtswesen sowie das von KAEFER eingebrachte Know-how nicht nur für Einnahmen im Drittgeschäft, sondern ermöglichten KAEFER weitreichende Erkenntnisse über diese Systeme. Unseres Erachtens ist durch die weitere und andauernde Festigung unseres guten Rufes in der Branche mit Folgeaufträgen für 2022 zu rechnen. Der Bereich "Technical Excellence" hat im Berichtsjahr 2021 den Fokus auf das Thema Materialbeschaffung gelegt. Bedingt durch die Auswirkungen der COVID-19 Krise auf die Verfügbarkeit der Baustoffe war es die Hauptaufgabe des Bereiches, gemeinsam mit der "Corporate Supply Management" Abteilung die Auswirkungen auf das operative Geschäft so klein wie möglich zu halten. Trotz der schwierigen Umstände konnten unseres Erachtens bemerkenswerte Erfolge erzielt werden. Der Bereich "Product Excellence" fokussierte im Berichtsjahr 2021 die Weiterentwicklung der Anwendungstechnologie im Bereich Oberflächen. Insbesondere der Bereich der Overspray- Reduzierung mit der System- und Komponentenauswahl im Bereich Beschichtung konnte, trotz der weiterhin eingeschränkten Reisetätigkeit, erfolgreich zu neuen Methoden und Systemen führen. Ebenso wurde ein Projekt zur Reduzierung von Lärmbelastung der Mitarbeiter im Bereich Strahlen gestartet. Der Bereich "AIM/CUI" (Asset Integrity Management/Corrosion under insulation) konnte unseres Erachtens zwei sehr erfolgreiche Beratungsprojekte für einen internationalen Kunden in Großbritannien gewinnen und abwickeln. In der Abteilung "Technology & Smart Insulation Systems" konnte im Bereich der Sensorik der Flächensensor als ausgewählte Vorzugstechnologie auf Basis der Erkenntnisse aus 2020 in die finale "Version 4" des Systems überführt werden. Ebenso wurde das Thema der Punktsensoren zur Detektion von Wasser in Kombination mit einer robotergestützten Montage in Norwegen weiterentwickelt. Beide Systeme, Punkt- und Flächensensor zusammen, werden unseres Erachtens in der Lage sein, die Bedürfnisse der Kunden umfangreich zu erfüllen. Durch die anhaltende COVID-19 Krise im Jahr 2021 wird die ATEX und CE Erteilung des Flächensensors, der nun den geschützten Namen "HydLocator" trägt, erst in Q1 2022 erfolgen können. Im Bereich "Corporate Competence Center Renewable Energies" wurden die beiden Projekte Power-Induced Catalytic Combustor (PICC) und Polyphem (ein EU-Projekt im Rahmen von Horizon 2020) weiter vorangetrieben. Erfolgreiche Laufversuche der Polyphemanlage wurden von der EU verifiziert; alle anderen Parameter unserer Arbeitspakete wurden erfolgreich erreicht. Ausstehend ist noch das letzte Arbeitspaket, das Ende März 2022 abgegeben werden muss. Der PICC Prototyp war Ende des Jahres 2021 kurz vor Auslieferung und Aufbau / Inbetriebnahme bei der Bremer Blockland Deponie. Der Bereich "Corporate Access Engineering" verzeichnete im Berichtsjahr eine deutlich angestiegene Anzahl von Kooperationsprojekten u.a. zwischen Kanada und Deutschland. Ein Innovationsprojekt namens "Scaffolding Plattform", welches KAEFER erhebliche Vorteile in der Vereinheitlichung der Prozesse, der Reduzierung von potenziellen Fehlerquellen sowie einer deutlich gesteigerten Kalkulationsgeschwindigkeit einbringen wird, wurde von dem Bereich auf den Weg gebracht. Als Pilotland konnte Großbritannien gewonnen werden. Die Arbeitsgruppe besteht aus Fachexperten mehrerer KAEFER Länder. Die Pilotphase beginnt in Q1 2022. 5. PERSONALMANAGEMENT Zum Bilanzstichtag 2021 beschäftigte die KAEFER-Gruppe weltweit etwa 30.000 Mitarbeiter. Ein Kernthema des zentralen Personalbereiches "Corporate Human Resources" war im Geschäftsjahr 2021 die Umsetzung der gruppenweiten HR Strategie im Rahmen der Gesamtstrategie LIFT 2025. Die HR Strategie fokussiert dabei folgende Themen:
Besondere Zielgruppen innerhalb der HR Strategie sind die Top Talente sowie die Nachwuchskräfte für Führungspositionen. Die Formulierung von Karriereplänen und die Erreichung von HR-KPIs unterstützen quantitativ und qualitativ die Strategieumsetzung. Das "Performance Management" sowie "Potential & Promotability incl. Succession Planning" wurden professionalisiert und eine Möglichkeit zur Erfassung von Kompetenzen im jährlichen Beurteilungsprozess wurde über die Software "Talentsoft" geschaffen. Die Anpassungen im Prozess wurden global mit den HR Verantwortlichen erarbeitet. Umfangreiche neue Trainingsmaterialien, z.B. zur Definition von "SMART targets", wurden neu erarbeitet und global mit dem Ziel der Professionalisierung und Verbesserung der Qualität des KAEFER Talent Managements zur Verfügung gestellt. Im gleichen Zusammenhang wurden die Themen Diversity und International Mobility diskutiert und in das Talent Management als zukünftige Fokusthemen mit aufgenommen. Im Bereich Learning und Training wurden im Jahr 2021 weitere Compliance und HR Trainings als E-Learning zur Verfügung gestellt. Der Katalog wird derzeit um Project Governance und IT Inhalte erweitert. Darüber hinaus hat eine umfassende globale Erhebung potenzieller zukünftiger Lerninhalte stattgefunden. Auf dieser Basis werden die Trainingsinhalte für das Jahr 2022 definiert. Das "Junior Leadership Programm (JLP)" wurde erstmalig, vor allem COVID-19 Pandemiebedingt, als virtuelles Programm durchgeführt. Inhaltlich wurde das Programm auf eine Online-Version angepasst und teils auch mit neuen Trainingsinhalten und Guestspeakern durchgeführt. 6. NACHHALTIGKEITSBERICHTERSTATTUNG 2008 wurde die Abteilung "Corporate Responsibility & Sustainability" (CRS) gegründet, die seit 2011 Teil des Bereichs "Corporate Sustainability & Communication" ist. Ihre Aufgabe besteht darin, die Themenfelder der unternehmerischen Verantwortung und Nachhaltigkeit bei KAEFER zu fördern, zu koordinieren, zu messen und teilweise zu initiieren. CRS stellt dabei den Rahmen und unterstützt die lokalen Einheiten. Dies erfolgt über die sogenannten Sustainability Champions, die als Ansprechpartner in ihrem jeweiligen Land/Unternehmen fungieren, Handlungsfelder identifizieren und Maßnahmen erarbeiten. Insbesondere koordinieren sie Nachhaltigkeitsprojekte, führen lokale Veranstaltungen durch, kommunizieren die "Best Practices" und liefern Beiträge sowie die Daten für den KAEFER Nachhaltigkeitsbericht. Nachdem im Jahr 2020 die Arbeitsgruppe für Nachhaltigkeit (Sustainability Working Group) aufgestellt wurde, um das Thema aus strategischer Sicht zu beleuchten, nahm 2021 zudem das "Sustainability Sounding Board" seine Arbeit auf. Dieses ist breiter aufgestellt, um so möglichst viele unterschiedliche Perspektiven, hauptsächlich auch aus lokaler operativer Sicht, mit einzubeziehen. Dieser Gedanke spiegelt sich auch in der Durchführung einer weiteren Stakeholderumfrage zum Thema Nachhaltigkeit wider, die im Februar 2021 stattfand. Die daraus resultierenden Schwerpunkte aus Sicht der verschiedenen Interessensgruppen fließen in die thematische Gestaltung des Nachhaltigkeitsberichts mit ein. KAEFER berichtet seit 2011 jährlich über seine Nachhaltigkeitsaktivitäten. Der Bericht für das Jahr 2020 wurde als digitaler Bericht im Juni 2021 veröffentlicht. Strukturiert nach dem Umwelt-, Sozial- und Governance-Ansatz ("ESG") finden sich hier neben den verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekten und -initiativen auch die Entwicklungen in den Bereichen Compliance, Arbeitssicherheit, Umwelt und Vielfalt wieder. Zudem wurde KAEFERs Ansatz im Hinblick auf die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN und der Global Reporting Initiative mit aufgenommen. Der Link zum aktuellen Report und den vorherigen Ausgaben ist auf der KAEFER Webseite zu finden. KAEFER Foundation gGmbH: Generell verfolgt die KAEFER Foundation gGmbH die Umsetzung langfristiger Ziele, um so KAEFER intern, aber auch extern, einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. Der Fokus lag im Jahr 2021 auf den Bereichen Nothilfe, Umweltschutz und Gesundheitsfürsorge. Im Bereich der Nothilfe unterstützte die KAEFER Foundation u.a. die "Aktion Deutschland Hilft" anlässlich der Flutkatastrophe in Deutschland im Juli 2021 und startete einen Spendenaufruf, um den Betroffenen zu helfen. Zahlreiche KAEFER Kollegen deutschlandweit nahmen an der Spendeninitiative teil, so dass insgesamt 6.500 EUR an privaten Spenden zusammengetragen wurden. Durch den Anteil der KAEFER Foundation stieg die Spendensumme auf 12.000 EUR. Im Bereich Umweltschutz wurden u.a. alle KAEFER-Kolleginnen und Kollegen weltweit dazu aufgerufen, ihre Ideen zum Schutz der Umwelt einzureichen. Darauf basierend wurden verschiedene Bereiche und NGOs identifiziert, die seit Sommer 2021 unterstützt werden. Im Bereich Gesundheitsfürsorge wurden anstelle einer gemeinsamen Teilnahme des KAEFER Laufteams am traditionellen "Venuslauf", einer Veranstaltung zugunsten von Krebspatienten in Bremen, alle interessierten KAEFER-Mitarbeiter weltweit dazu aufgerufen, zu laufen, zu joggen, zu radeln oder zu schwimmen. Für jeden geleisteten Kilometer überwies die KAEFER Foundation eine Spende an die Bremer Krebsgesellschaft oder an eine lokale Krebsgesellschaft in den einzelnen KAEFER Ländern. So kamen insgesamt Spenden in Höhe von rund 35.000 EUR zusammen. Informationen zu diesem und allen weiteren Projekten sind auf der Webseite www.kaefer.foundation sowie auf der LinkedIn-Seite der KAEFER Foundation gGmbH zu finden. 7. RISIKO- UND CHANCENBERICHT Als international agierender Dienstleister ist KAEFER einer Vielzahl von sowohl externen als auch internen Ereignissen und Entwicklungen ausgesetzt, die die finanzielle und nichtfinanzielle Zielerreichung wesentlich beeinflussen können. Daher ist ein fundiertes Chancen- und Risikomanagement ein zentraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung. 7.1 Chancenbericht Nachfolgend werden wesentliche Chancen beschrieben, die sich aus KAEFERs Geschäftsaktivitäten ergeben. 7.1.1 Operative Chancen KAEFER legt einen besonderen Fokus auf die Digitalisierung seiner Geschäftsprozesse. In diesem Zusammenhang wurde 2019 eine holistische Initiative, die sogenannte "Digital Roadmap" ausgearbeitet. Neben konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz in den Bereichen Operations und Backoffice wurde auch die Grundlage für eine "Digital Culture" geschaffen, die die vorhandene Kreativität der Mitarbeiter fördern und so Basis für zukünftige Innovationen schaffen wird. Ein Hauptschwerpunkt ist die Verbesserung des Kundenerlebnisses durch nahtlose Schnittstellen der Interaktion. Auch die Prozess- und Systemharmonisierung ist ein wichtiger Bestandteil, um Effizienz, Bedienerfreundlichkeit und Transparenz von administrativen Prozessen zu steigern und die Fehleranfälligkeit zu minimieren. Die fortschreitende Professionalisierung bei der Angebotserstellung und Vertragsabwicklung wird durch die Vermeidung von klassischen Fehlern bei der konsequenten Anwendung von Projektmanagement-Tools für zusätzliche Renditemöglichkeiten sorgen. Auch die Identifizierung von zusätzlichen Auftragspotentialen sowie der strukturierte Umgang im Nachtragsmanagement bieten zusätzliche Chancen. Hierbei unterstützt die globale LEAN-Kampagne bei KAEFER, in der seit vielen Jahren das Personal geschult wird. Zudem werden durch eine strikte KPI-Nachverfolgung die Umsetzung und die erzielten Erfolge der LEAN-Kampagne gemessen. Durch den Einsatz von neuen Technologien und innovativen Lösungen können im Rahmen von operativen Arbeitsabläufen einige Tätigkeiten mit hohem Gefährdungspotenzial für die Mitarbeiter teilweise oder vollständig automatisiert werden. 7.1.2 Strategische Chancen KAEFERs Positionierung im Umfeld wachsender Energienachfrage und höherer Energieeffizienz bietet weiterhin ein solides Fundament für die strategische Ausrichtung. Moderne ganzheitliche Isolierlösungen sind ein effizienter Weg, den Energieverbrauch zu reduzieren und so das Klima zu schützen. Hier sieht KAEFER weiterhin ein großes Potenzial, da sich die thermischen Produktionsabläufe unseres Erachtens kurz- und mittelfristig nicht wesentlich verändern werden. Die kontinuierlich steigenden Weltmarktpreise für Rohstoffe können zu einer verstärkten Bereitschaft unserer Kunden für höhere Investitions- und Instandhaltungsbudgets führen und so für zusätzliche Nachfrageimpulse sorgen. In ausgewählten Märkten könnte die Zielsetzung zur Reduktion von CO 2 -Ausstößen die Nachfrage nach Kernenergie beleben. Die steigende Nachfrage nach LNG als wichtige Brückentechnologie in der globalen Energiewende führt zu einer Vielzahl weltweiter Neubauprojekte, die KAEFER mit seinem globalen Kompetenzzentrum sowie nachgewiesenen Erfahrungen und Kompetenzen in die Position versetzt, an den vielfältigen Wachstumschancen zu partizipieren. Unseres Erachtens können die steigende technische Komplexität sowie der erhöhte Bedarf unserer Kunden nach Umwelt, Sozial und Corporate Governance ("ESG") Kriterien in einem Wettbewerbsumfeld mit ansonsten vielen kleinen lokalen Unternehmen zu einer stärkeren Position von KAEFER mit seinen professionellen Strukturen führen. Während in den meisten Industrieländern strikte Sicherheits- und Compliance-Standards ein festes Element im Ausschreibungs- und Vergabeprozess sind, steigt unseres Erachtens der Anspruch an diese Kriterien auch vermehrt in Entwicklungs- und Schwellenländern, was KAEFERs Position als international agierendes Unternehmen zusätzlich stärken könnte. KAEFER vollzieht regelmäßig eine strategische Beurteilung des bestehenden Portfolios. Dieser Prozess bildet die Basis für Maßnahmen zur Festigung und Optimierung der Positionierung in den relevanten Weltmärkten. 7.2 Risikobericht Unter effektivem Risikomanagement wird der Prozess zur Minimierung und Beseitigung von Risiken verstanden, die aus unserer Geschäftstätigkeit entstehen. Risiko ist dabei als Abweichung vom Erwartungswert definiert. Bestandteile zur Minimierung sind ein zeitnahes Risikocontrolling mit einem aussagekräftigen und effizienten Frühwarnsystem sowie ein angemessenes internes Kontroll- und Überwachungssystem. Auf der obersten Ebene können die Risiken in operative und strategische Risiken gruppiert werden. Operative Risiken haben Einfluss auf die kurz- bis mittelfristige Ergebnis- und Liquiditätslage. Diese können sich aus der täglichen Projektausführung, aus Beziehungen zu Kunden und Lieferanten sowie aus internen Geschäftsprozessen ergeben. Operative Risiken werden monatlich sowie ad-hoc an die Geschäftsführung berichtet. Strategische Risiken beruhen auf Veränderungen unseres konjunkturellen und branchenspezifischen Umfeldes und beeinflussen die langfristige Entwicklung von KAEFER. Hierfür gibt es ebenfalls einen institutionalisierten und regelmäßigen Prozess zur Besprechung mit der Geschäftsführung. Nachfolgend werden Risiken beschrieben, die eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation von KAEFER haben können. 7.2.1 Operative Risiken KAEFERs Geschäftsmodell mit der Erbringung von Dienstleistungen im Projektgeschäft und auf Basis von Rahmenverträgen unterliegt diversen Risiken, die sich von der Kalkulation in der Angebotsphase über die Ausführung der Auftragsabwicklung bis hin zur Abnahme bei Fertigstellung erstrecken. Nicht vorauskalkulierte Anforderungen, Projektverzögerungen, technische Komplikationen, Änderung des Baustellenumfelds oder deren Bedingungen, ungünstige Witterungsbedingungen, logistische Schwierigkeiten, finanzwirtschaftliche Probleme unserer Kunden oder Lieferanten, Fachkräftemangel oder Änderungen der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen können sowohl zur Verringerung der Marge als auch zur Reduktion des Auftragsvolumens führen, wenn die kalkulierten Preise nicht auskömmlich ermittelt wurden und Nachträge nicht gewährt werden. Die Steuerung und Begrenzung von operativen Risiken unterliegt im Wesentlichen den verantwortlichen Geschäftseinheiten. In Abhängigkeit der Risikoklassifizierung eines Auftrages, die obligatorisch bei der Angebotserstellung ermittelt wird, werden zudem unabhängige zentrale Kontrollinstanzen für die Risikoeinschätzung und Freigabe eingebunden. Die Einstufung der Risikoklasse ist Teil von KAEFERs konzernweiter Project Governance, die neben dem Leistungsumfang auch die Erfahrung mit dem Kunden, regionale Gegebenheiten des Leistungsorts, Kapazitäten und Kompetenzen der ausführenden operativen Geschäftseinheit, die Vertragsbedingungen sowie Zahlungsplan und Zahlungssicherheiten analysiert und bewertet. Die Erkenntnisse aus dieser projektbezogenen Risikoanalyse unterstützen bei der Entscheidung, ob und unter welchen Rahmenbedingungen ein Angebot abgegeben wird. Ein durch den Wettbewerb bestehender Margendruck sowie eine gleichzeitig zu beobachtende Inflation, die nicht immer unmittelbar durch vertraglich vereinbarte Indexierungen an den Kunden weitergegeben werden kann, erfordert eine kontinuierliche Steigerung der Produktivität. Hierfür hat KAEFER ein globales "Operations Excellence"-Programm implementiert, in dem u.a. der Ausbau des LEAN-Managements zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse und Arbeitsabläufe umgesetzt wird. Des Weiteren ist das Verständnis der zu erbringenden Dienstleistung, der Kundenbedürfnisse und der vereinbarten Vertragsbedingungen eine zwingende Voraussetzung zur Reduktion der Risiken in der Auftragsabwicklung. Dies steht im Fokus des Mitarbeiterqualifizierungs- und Weiterbildungsprogramms von KAEFER. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, setzt KAEFER überwiegend eigenes Personal ein. Die Erfahrung sowie Kompetenz des Personals ist ein entscheidender Erfolgsfaktor des Geschäftsmodells. Der Wettbewerb um qualifizierte und qualitätsbewusste Fachkräfte ist sehr intensiv. Der zukünftige operative Erfolg hängt daher u.a. davon ab, benötigtes Fachpersonal im Wettbewerb mit anderen Branchen extern zu rekrutieren, in die Arbeitsprozesse zu integrieren und es langfristig an das Unternehmen zu binden. Hierfür setzt KAEFER stark auf die eigene Ausbildung von Fachkräften zum Teil in eigens betriebenen Ausbildungszentren. Des Weiteren wird die unseres Erachtens hohe Identifikation der Belegschaft mit KAEFER genutzt, um den Mitarbeitern persönliche Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen und zu ermöglichen. KAEFERs Dienstleistungen werden überwiegend auf den Anlagen der Kunden erbracht, und es werden höchste Ansprüche bezogen auf Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz gestellt. Negative Vorfälle in diesem Zusammenhang können nicht nur zur Beschädigung der Kundenbeziehung, sondern auch zu Verlust von Aufträgen sowie Vertragsstrafen und Schadensersatzforderungen führen. Strikte Unterweisungen, dedizierte Überwachungsmechanismen sowie regelmäßige Sicherheitskampagnen tragen dazu bei, dass KAEFER historische Bestwerte bezogen auf die Arbeitsunfallquote mit Ausfalltagen, die als branchenüblicher Indikator für Arbeitssicherheit gilt, erreicht hat. 7.2.2 Finanzielle Risiken Das Geschäftsmodell von KAEFER ist durch ein vergleichsweise hohes Net Working Capital gekennzeichnet, da ein Ungleichgewicht zwischen der Aktivseite mit Kundenforderungen und teilfertigen Leistungen (d.h. bereits erbrachte Arbeiten, die aber noch nicht abgerechnet werden können) und der Passivseite mit Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen für den geschäftstypischen Einsatz von Nachunternehmern und für bezogene Materialien besteht. Da die Zahlungsziele der Lieferanten häufig kürzer ausfallen als die unserer Kunden, entsteht ein erhöhter Working Capital Bedarf. Sowohl KAEFERs Wachstumsambitionen als auch das aktive Working Capital Management der Kunden durch eine noch restriktivere Auslegung von Rechnungsstellungsmeilensteinen können auch zukünftig zu einem steigenden Working Capital Bedarf sowie damit verbundenen zusätzlichen Finanzierungskosten führen. Die Risikosteuerung zur Sicherstellung ausreichender Liquidität zur Finanzierung des Working Capitals und der Fixkosten erfolgt primär durch die konsequente Fokussierung der operativen Geschäftseinheiten auf das Forderungs- und Verbindlichkeitenmanagement, was unseres Erachtens einen elementaren Bestandteil der Mitarbeiterqualifizierung darstellt. Durch Einsatz von dedizierten Systemen und Prozessen im Projektcontrolling werden Abweichungen frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet. Die weiterhin laufende Harmonisierung der ERP-Systemlandschaften erhöht die Transparenz und ermöglicht das weitere Aufdecken von Verbesserungspotenzialen. Hohe Forderungslücken werden auch von den Zentralfunktionen durch ein regelmäßiges Berichtswesen überwacht. Um dem grundsätzlichen Risiko von Forderungsausfällen entgegenzuwirken, werden Warenkreditversicherungen genutzt oder kundenseitige Bankgarantien angefordert. Eine regelmäßige Abrechnung und ein entsprechendes Forderungsmanagement sind fester Bestandteil der etablierten Prozesse unserer operativen Einheiten. Zudem stellt die verbindliche Bilanzierungsrichtlinie sicher, dass überfällige Forderungen mit dem Ziel einer direkten Begrenzung von Risiken konsequent abgewertet werden. Des Weiteren gibt es eine Incentivierung des Managements zur Nachverfolgung und zum Abbau von überfälligen Forderungen. Darüber hinaus überwacht KAEFER sämtliche Finanzrisiken mit etablierten Kontroll- und Steuerungsinstrumenten. Insbesondere kann eine nicht prognostizierte negative Geschäftsentwicklung eine Verschlechterung der Bonitätseinschätzung durch Banken und Ratingagenturen bedeuten, die in der Folge den Einsatz von Finanzinstrumenten erschwert und verteuert. Auch sind vereinbarte Financial Covenants im Rahmen von Finanzierungsvereinbarungen einzuhalten, da bei einem Verstoß entsprechende Linien durch Kreditgeber gekündigt bzw. bestehende Verbindlichkeiten fällig gestellt werden können. Diese Risiken werden mittels des Einsatzes eines konzernweiten Treasury Management Systems überwacht. Dieses System erfasst täglich und transparent den Liquiditätsstatus aller KAEFER-Gesellschaften, der sich aus den Liquiditäts- und Projektplanungen der operativen Einheiten ableitet. Zudem wird auf Basis aktueller Ergebnisse und Ergebnisprognosen der KAEFER-Gruppe die Entwicklung der Financial Covenants simuliert, so dass auch bei negativen Entwicklungen genug Reaktionszeit zur Gegensteuerung vorhanden ist. Durch die zentrale Überwachung soll die für den operativen Betrieb ausreichende Verfügbarkeit von Bar- und Avallinien sichergestellt werden. Den Risiken aus möglichen Zinssteigerungen wird unter anderem durch die Aufnahme von Darlehen mit festen Zinssätzen entgegengewirkt. Zum Stichtag bestand eine festverzinsliche Anleihe in Höhe von 250 Mio. EUR (Vorjahr: 250 Mio. EUR). Bei variablen Zinssätzen würden entsprechend Zinsderivate für die Absicherung der Zinsrisiken abgeschlossen werden, sofern ein Risiko hieraus ersichtlich ist. Zudem werden regelmäßig Zinsprognosen analysiert, um einen ausgewogenen Chancen- und Risikomix zu gewährleisten. In der KAEFER-Gruppe bestanden zum Stichtag mittel- und langfristige Darlehen von 33,9 Mio. EUR (Vorjahr: 30,0 Mio. EUR). Durch feste Zinssätze verfügt KAEFER über eine stabile Planungsgrundlage. Die Verzinsung der Kontokorrentlinien ist an den Verlauf kurzfristiger Refinanzierungszinssätze gekoppelt. Da Inanspruchnahmen in manchen Ländern Anlagen in anderen Ländern gegenüberstehen, die ebenfalls variablen Anlagezinssätzen unterliegen, ergeben sich Kompensationseffekte, die zu einer Bewertung eines geringen Zinsrisikos führen. Durch die internationale Präsenz können sich Wechselkursschwankungen nachteilig auf den Geschäftsbetrieb sowie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Da die überwiegende Tätigkeit in regionalen Märkten erfolgt, werden KAEFERs Leistungen in der Regel in derselben Währung vergütet, in der die Kosten entstehen. Zur währungskongruenten Refinanzierung werden Mittel überwiegend durch das Nutzen der zentral zur Verfügung gestellten Kontokorrentlinien oder Darlehen der Holding in der benötigten Währung vergeben. Transferleistungen in verschiedenen Währungen finden nur in geringem Umfang statt. Die geographische Diversifikation mit Präsenz in zahlreichen Ländern weltweit trägt zum internen Ausgleich bei. Darüber hinaus werden relevante Positionen insbesondere aus Kundenverträgen aber auch aus Darlehen und Ergebnissen gegen den Verfall von Währungskursen abgesichert. KAEFER verfolgt die Strategie eines nahezu 100%igen Sicherungsgrades, was einem Risikolimit von null entspricht. 7.2.3 Rechtliche Risiken Rechtliche Risiken können sich aus Klagen und Ansprüchen gegen Gesellschaften der KAEFER-Gruppe ergeben. Hierzu zählen insbesondere Risiken aus Rechtstreitigkeiten mit Wettbewerbern, Lieferanten und Kunden sowie steuerrechtliche Risiken. Sowohl durch den Einsatz interner Fachabteilungen als auch durch die Inanspruchnahme von externen Beratungsdienstleistungen soll ein möglicher Schaden für die KAEFER-Gruppe frühzeitig identifiziert und hierdurch minimiert bzw. vermieden werden. Die Bekämpfung von Compliance Risken ist ein zentraler Bestandteil des KAEFER Compliance Management Systems ("CMS"). Ein Schwerpunkt des CMS liegt dabei auf der Identifikation, Bewertung und gründlichen Analyse von potenziellen Risiken, die sich aus den globalen Geschäften und Aktivitäten ergeben können (z.B. in den Bereichen Korruptionsbekämpfung, fairer Wettbewerb und Betrugsbekämpfung). Alle hieraus gewonnenen Erkenntnisse werden in der Compliance Organisation von KAEFER ausgewertet, welche gruppenweit eingerichtet und der zentralen Funktion Corporate Group Compliance unterstellt ist. Diese steuert die Compliance Aktivitäten unter Berücksichtigung der Prinzipien Prävention, Aufdeckung, Reaktion und kontinuierliche Verbesserung. Zudem werden gruppenweite Schulungsaktivitäten koordiniert, die Einhaltung interner und externer Vorschriften überwacht und die Entwicklung und Umsetzung weltweiter verbindlicher interner Standards unterstützt. 7.2.4 Strategische Risiken KAEFER ist in seinem Geschäftsmodell konjunkturellen und marktbedingten Risiken ausgesetzt. Die Abhängigkeit der Kunden von Rohstoffpreisen bestimmt deren Investitionsverhalten. Die gezielte Diversifizierung über unterschiedliche Industriesegmente sowie die natürliche Absicherung durch die Bedienung von fördernden aber auch verarbeitenden und produzierenden Industrien reduziert KAEFERs Risiko gegenüber konjunkturellen Schwankungen durch die unterschiedlichen zugrundeliegenden Zyklen der Endmärkte. Ein möglicher langfristiger Rückgang von konventionellen Energiequellen stellt insgesamt ein potenzielles Risiko dar, wenn keine Maßnahmen zur Kompensation ergriffen werden. KAEFER ist in seinen Märkten fragmentierten und konkurrenzintensiven Wettbewerbsverhältnissen ausgesetzt. KAEFER versucht mit gezielter Kundenselektion, risikoaversen Liefer- und Leistungsumfängen sowie einer Fokussierung auf schlanke und professionalisierte Arbeitsabläufe seine Wettbewerbsfähigkeit sowie Profitabilität sicherzustellen. Um den konjunkturellen bzw. marktbedingten Risiken entgegenzuwirken, beobachtet die Geschäftsführung das externe Umfeld unter strategischen Gesichtspunkten, analysiert laufend die volkswirtschaftliche Entwicklung der Märkte und überprüft die Wettbewerbsfähigkeit der Organisationsstrukturen. Über auffällige Marktveränderungen berichten die operativen Einheiten im Rahmen regelmäßiger Statusmeetings. Die gesammelten Erkenntnisse werden in drei Treffen innerhalb eines Jahres mit dem lokalen Top Management umfassend analysiert und in eine strategische Drei-Jahres-Planung eingearbeitet. Darüber hinaus werden laufende Aktualisierungen für das aktuelle Geschäftsjahr diskutiert. Auf diese Art und Weise entsteht bei KAEFER eine langfristige Ausrichtung mit einer hohen Sicherheit, geprägt durch die Flexibilität, auf kurzfristige Markttrends reagieren zu können. Dies konnte insbesondere im Rahmen der COVID-19 Pandemie unseres Erachtens regelmäßig unter Beweis gestellt werden. 7.2.5 Akquisitionsrisiken Die Akquisition neuer Gesellschaften ist mit verschiedenen Chancen und Risiken verbunden. Um die Kontrolle über in Betracht kommende Unternehmen zu erlangen und die Risiken zu beherrschen, übernimmt KAEFER geeignete Gesellschaften in der Regel vollständig oder mehrheitlich. Interessante Akquisitionsobjekte werden von internen und externen Experten mit Hilfe umfassender Due Diligence Prüfungen analysiert und bewertet. Entscheidend für die Beurteilung sind strategische Relevanz, Ertragsstärke und Zukunftsperspektiven. Die Kaufpreisentscheidung wird anhand von Cashflow-basierten sowie marktgestützten Multiple-Verfahren bewertet und verifiziert. Neue Gesellschaften werden nach klaren Planvorgaben in den Konzern und sein Risikomanagement integriert. Hierfür gibt es eine detaillierte Post-Merger-Guideline. Jede Akquisition durchläuft eine Sensitivitätsrechnung, so dass eine Verletzung von Financial Covenants auch im Downside Case der Entwicklung der Gesellschaft mit hinreichender Wahrscheinlichkeit analysiert werden kann. Entscheidungen über die im Konzern getätigten Akquisitionen werden von der Holdinggeschäftsführung gemeinsam mit dem Beiratspräsidium getroffen. Bei größeren Unternehmensübernahmen ist zusätzlich die Genehmigung durch den Beirat erforderlich. KAEFERs Finanzierungspartner werden ebenfalls anhand der beschriebenen Szenariorechnungen über die finanziellen Auswirkungen informiert. 7.3 Zusammenfassende Risikobeurteilung Der Fortbestand der KAEFER-Gruppe ist nach Ansicht der Geschäftsführung auf Basis der aktuellen Bewertung der oben aufgeführten Risiken nicht gefährdet. Die Geschäftsführung ist davon überzeugt, die Herausforderungen, die sich aus den oben beschriebenen Risiken ergeben, erfolgreich steuern zu können. Insgesamt hat sich die Risikolage zum Vorjahr reduziert, was als Indiz gewertet werden kann, dass die Risiken angemessen gesteuert werden. 8. PROGNOSEBERICHT 2022 8.1 Asia Pacific In Australien wurde die für 2021 erwartete Gesamtleistung durch eine gute Auftragslage, insbesondere in der Minenindustrie, übertroffen. Durch den Abschluss von einigen Großprojekten in 2021 wird für 2022 eine etwas geringere Gesamtleistung erwartet. In den Folgejahren kann durch die stabile Auftragslage von einer kontinuierlichen Steigerung der Gesamtleistung ausgegangen werden. In Thailand konnte KAEFER den positiven Trend auch im Jahr 2021 fortsetzen und plant für 2022 eine deutliche Steigerung der Gesamtleistung durch die Abwicklung von Großprojekten in der Öl- & Gasindustrie. In Malaysia war das Jahr 2021 noch von einem zurückhaltenden Investitionsverhalten in Folge der COVID-19 Pandemie geprägt. Für 2022 erwartet KAEFER eine Steigerung der Gesamtleistung. 8.2 North & South America In den USA sieht sich KAEFER nach dem erfolgreichen Abschluss eines LNG-Projektes weiterhin in einer guten strategischen Position, um kommende Aufträge zu gewinnen und erfolgreich abzuwickeln. In Kanada konnte die für 2021 erwartete Gesamtleistung leicht übertroffen werden. Aufgrund der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie erweist sich die Marktlage in Kanada weiterhin als schwierig. Das lokale Management plant trotzdem ein starkes Wachstum der Gesamtleistung, insbesondere getrieben durch LNG Projekte. Die brasilianische KAEFER-Gesellschaft RIP sah sich auch im Jahr 2021 mit den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie in Brasilien konfrontiert. Des Weiteren war das Marktumfeld von signifikanten Wechselkursfluktuationen und Inflationsdruck getrieben. Trotz dieser anhaltenden und weiteren makro-ökonomischen Unsicherheiten, wie z.B. den im Herbst 2022 anstehenden Präsidentschaftswahlen, plant die Gesellschaft eine erhebliche Ergebnissteigerung im Vergleich zu 2021. Diese wird sowohl durch eine weiter steigende Gesamtleistung, insbesondere in der Minen- und Ölindustrie, als auch durch eine erhöhte relative Profitabilität erreicht werden. Insgesamt wird auch weiterhin der überwiegende Anteil der Gesamtleistung von RIP in der Minen- und Metallurgieindustrie erwirtschaftet werden. In Peru werden nach der Fertigstellung der Arbeiten in Talara keine weiteren Aktivitäten stattfinden. 8.3 Africa & Middle East In Südafrika kann der Rückgang der Gesamtleistung durch den Abschluss des Medupi-Projektes noch nicht, wie zuvor geplant, durch neue LNG-Aufträge kompensiert werden, da sich der Vergabeprozess dieser Großprojekte weiter verzögert. Allerdings wird KAEFER ab Januar 2022 Wartungsarbeiten auf vier anstatt zuvor drei ESKOM-Anlagen durchführen. Dies sorgt für eine konstante und planbare Auslastung für die nächsten Jahre mit regelmäßigen Projektarbeiten im Zusammenhang mit Stillständen auf den Anlagen. Für Middle East wird eine deutliche Steigerung der Gesamtleistung gegenüber dem Jahr 2021, welches von schwierigen Marktbedingungen resultierend aus der COVID-19 Krise geprägt war, erwartet. Da das Jahresergebnis 2021 durch einen Einmaleffekt positiv beeinflusst ist, wird für das Jahr 2022 ein rückläufiges Ergebnis erwartet. 8.4 Central & Eastern Europe Durch stabile Auftragslage im Grundgeschäft in Verbindung mit zusätzlichen Stillständen auf Wartungsverträgen wurde die für 2021 budgetierte Gesamtleistung übertroffen. Durch die anhaltende Stärkung des Kerngeschäfts hat KAEFER die erwartete Ergebnisverbesserung im Jahr 2021 realisiert und plant dieses für das kommende Geschäftsjahr weiter auszubauen. Der Innenausbau in Deutschland verzeichnet über alle Standorte gute Auftragsbestände, womit der Wachstumskurs im Jahr 2022 fortgesetzt wird. Nach den auch in 2021 gravierenden Folgen aus der COVID-19-Pandemie wird im Schiffbau in 2022 eine Konsolidierung des Geschäftes erwartet. Die Wachstumsmärkte in Ost- und Nordeuropa befinden sich in einem hart umkämpften Marktumfeld. Aufgrund hoher Inlandsnachfrage wird für 2022 eine leichte Steigerung der Gesamtleistung sowie eine Stärkung des Neubaugeschäfts erwartet. 8.5 Scandinavia Das Grundgeschäft in Norwegen mit langfristigen Wartungsaufträgen in der Öl- und Gasindustrie wird sich auch im Jahr 2022 stabil entwickeln. Allerdings wird auf Grund der Beendigung des Martin-Linge Großprojekts eine gegenüber 2021 rückläufige Gesamtleistung erwartet. Der Einstieg in das sensor-basierte Wartungsgeschäft verspricht jedoch mittelfristig wieder eine steigende Gesamtleistung und Ergebnisbeiträge. In Schweden konnte KAEFER die Ergebniserwartungen für 2021 übertreffen. Für das Jahr 2022 wird bei stabiler Gesamtleistung eine Stärkung des Wartungsgeschäfts erwartet, welche sich positiv auf das Ergebnis auswirkt. 8.6 Western Europe Nach einer soliden, aber unter den Erwartungen gebliebenen Gesamtleistung im Jahr 2021 wird in Frankreich für 2022 ein starker Anstieg der Gesamtleistung und des Ergebnisses, insbesondere getrieben durch den Nuklearbereich, erwartet. Auch in UK & Irland werden für 2022 weitere Steigerungen der Gesamtleistung und des Ergebnisses erwartet. Während über alle Branchen hinweg eine steigende Geschäftstätigkeit geplant ist, wird insbesondere die Ausweitung des bestehenden Fußabdrucks in der Nuklearbranche ein Treiber der zunehmenden Geschäftstätigkeit sein. Die britische Regierung sieht erhebliche Investitionen in die Nuklearinfrastruktur vor, um so die gesetzten Klimaziele zu "Net Zero" zu erreichen. An dieser Entwicklung wird KAEFER partizipieren und hat sich daher strategisch positioniert. Die Zunahme der Geschäftsaktivität bei weiterhin konsequentem Kostenmanagement wird zu einer Verbesserung der relativen Profitabilität im Vergleich zu 2021 führen. Spanien stand im Jahr 2021 vor einer angespannten und veränderten Marktsituation aufgrund von anhaltenden negativen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie. Die erwartete Gesamtleistung konnte durch ein großes Instandhaltungsprojekt erreicht werden. Für 2022 wird ein moderater Anstieg der Gesamtleistung erwartet, der durch die schrittweise Steigerung der Aktivitäten in neuen bzw. aktuell weniger stark fokussierten Marktsegmenten, z.B. Windkraft und Marine, gesichert wird. Auch eine Ausweitung der Aktivitäten im portugiesischen Markt trägt positiv zu dieser Entwicklung bei. Für das Jahr 2022 wird in Benelux eine stabile Entwicklung der Gesamtleistung durch die andauernden Laufzeiten der bestehenden Instandhaltungsverträge erwartet. 8.7 Gesamtausblick / Rückblick Die KAEFER-Gruppe zieht ein positives Resümee aus dem Geschäftsjahr 2021, welches von einer deutlichen Erholung der Geschäftsaktivitäten von der COVID-19-Pandemie geprägt war. Die schrittweise Aufhebung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens und der Baustellen unserer Kunden führten dazu, dass die Gesamtleistung in der Mehrheit der KAEFER Einheiten die Vorjahreswerte erheblich übertraf. Rückläufige Entwicklungen waren vornehmlich in Südafrika (Beendigung eines Großprojektes), in einigen Einheiten des Mittleren Ostens (Beendigung einiger größerer Aufträge und Verzögerungen aufgrund von Visarestriktionen zu Beginn des Jahres) sowie im deutschen Schiffsausbau (anhaltend schwierige Marktbedingungen) zu verzeichnen. Über alle Regionen hinweg konnte im Bereich Instandhaltungsarbeiten das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden. Außerdem konnten Nachholeffekte aus im Jahr 2020 verschobenen Arbeiten verzeichnet werden. Ein verändertes Bild zeigt sich im Neubaugeschäft; aufgrund der anhaltend unsicheren globalen Lage sind Investitionsentscheidungen für die Durchführung großer Neubauprojekte weiterhin verzögert. Als Beispiele können sowohl große Projekte im LNG-Bereich als auch in der Kreuzfahrtindustrie angeführt werden. Daher wird in diesem Bereich die Rückkehr zum Vorkrisenniveau erst für die Jahre 2023 / 2024 erwartet. Trotz der umsatzseitig genannten Einschränkungen übertrafen das EBITDA (121,7 Mio. EUR) sowie auch die EBITDA-Marge (6,7%) das Vorkrisenniveau von 2019 (106,6 Mio. EUR; 6,2%) deutlich. Damit konnte die Vorjahresprognose erreicht bzw. übertroffen werden. Ursächlich hierfür war hauptsächlich die deutlich gesteigerte Gesamtleistung, auch aufgrund der Akquisition von WGIS im Februar 2020, welche zu einer besseren Kostendegression führte. Außerdem hatten die im Jahr 2020 eingeführten Maßnahmen zur konsequenten Kostendisziplin sowie Sondereffekte aus der Beilegung langjähriger Rechtsfälle und Nachträge (z.B. in Saudi-Arabien und Australien) positive Effekte auf das EBITDA. Dies führte zu einem Konzernergebnis im Berichtsjahr von 14,9 Mio. EUR gegenüber -9,4 Mio. EUR im Vorjahr. Das Konzernergebnis wurde jedoch von Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der erfolgreichen Suche nach einem neuen Gesellschafter (SMS / Altor) sowie von Aufwendungen im Rahmen von Werftinsolvenzen in Deutschland belastet, die im neutralen Ergebnis ausgewiesen werden. Die Prognose eines positiven, wenn auch unter den Vorjahreswerten liegenden operativen Cashflows wurde mit 75,2 Mio. EUR (Vorjahr: 137,0 Mio. EUR, 2019: 113,4 Mio. EUR) bestätigt. Die wachstumsgetrieben hohe Bindung von Working Capital, insbesondere im Vergleich zu einem sehr niedrigen Ausgangsniveau 2020, konnte als der Haupttreiber für den Rückgang des operativen Cashflows identifiziert werden. Die konsequenten Bemühungen zur Optimierung des Working Capitals wurden zum Jahresende 2021 besonders deutlich; das Verhältnis von Working Capital und Gesamtleistung konnte mit 13,0% sogar gegenüber dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (15,4%) erheblich verbessert werden. Zusammenfassend konnte KAEFER, trotz der anhaltenden Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf den Bereich der Neubauten, ein starkes Jahresergebnis realisieren. Für das Geschäftsjahr 2022 sieht sich KAEFER sehr gut positioniert und erwartet eine konstante Entwicklung der Gesamtleistung, die auf 1.800 Mio. EUR prognostiziert wird. Durch ein weiterhin konsequentes Kostenmanagement wird für die EBITDA-Marge eine leichte Verbesserung avisiert. Aufgrund des erwarteten Working Capital Bedarfs wird mit einem verbesserten, jedoch leicht unter dem Niveau von 2019 liegenden operativen Cashflow ausgegangen. Nach der erwarteten Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden wird KAEFER ein Teil des Kaufpreises aus der Veräußerung des 50%-igen Anteils zufließen. Diese zusätzliche Liquidität wird nicht nur die Bilanz von KAEFER erheblich stärken, sondern legt damit auch den Grundstein für flankierendes anorganisches Wachstum durch weitere erfolgreiche Akquisitionen.
Bremen, den 31. März 2022 KAEFER SE & Co. KG Geschäftsführende Direktoren Steen Ejlskov Hansen Dr. Roland Gärber |
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