Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 210443
Vorher
D & Z Beteiligungs GmbHZellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH
Eingetragen
27.3.2006
Branche
Herstellung von Haushalts-, Hygiene- und Toilettenartikeln aus Zellstoff, Papier und PappeBeteiligungsgesellschaftenHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
die Herstellung und der Vertrieb von Zellstoffprodukten aller Art, Papier, Papiererzeugnissen, Bioenergie und Chemikalien auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die Erbringung von Verkehrsleistungen im Schienengüterverkehr, die Beratung und Unterstützung verbundener Unternehmen und solcher, die auf den vorgenannten Geschäftsfeldern tätig sind sowie die Übernahme von Beteiligungen an solchen Unternehmen und Übernahme ihrer Geschäftsführung

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Markus Hörl
seit 18.3.2026
Prokura
Thomas Herzog
seit 18.3.2026
Prokura
Christian Dr. Sörgel
seit 11.3.2020
Geschäftsführer
Tobias Albert
seit 9.1.2018
Prokura
Andrea Hüttenrauch
seit 2.1.2015
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Mercer International Inc.USA
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Mercer Europe GmbH
Germany
25.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mercer Rosenthal GmbH

Rosenthal am Rennsteig

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemein

Die Mercer Rosenthal GmbH, Rosenthal am Rennsteig, im Folgenden auch als "Rosenthal", "MR" oder "das Unternehmen" bezeichnet, gehört zum nordamerikanischen Konzern Mercer International Inc., Seattle, Washington/USA und hat eine jährliche Produktionskapazität von 360.000 Tonnen Langfaserzellstoff.

Das Unternehmen ist eine 100%ige Tochter der Muttergesellschaft Mercer Europe GmbH, die ihren Unternehmenssitz ebenfalls am Standort Rosenthal am Rennsteig hat. Mit der Mercer Europe GmbH besteht ein Gewinnabführungsvertrag.

Der von MR produzierte Langfaserzellstoff wird als Rohstoff zur Herstellung von Schreib- und Druckpapieren sowie Hygiene- und Spezialpapieren eingesetzt. Die Vermarktung als "Mercer Pulp" erstreckt sich im Wesentlichen auf den Mitteleuropäischen Raum.

B. Markt- und Wettbewerbsumfeld1

Der Kernmarkt für Rosenthals Langfaserzellstoff, die mitteleuropäische Papierindustrie, hat sich im Jahr 2023 negativ entwickelt. Die Papier- und Kartonproduktion in Europa ist um etwa 14,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Besonders betroffen war der Bereich der grafischen Papiere, in dem der Rückgang 26,7 % betrug.

Gründe für die reduzierte Produktionsleistung der Papierindustrie waren eine gesunkene Nachfrage vor allem im Bereich der grafischen Papiere sowie hohe Produktionskosten, die insbesondere in Deutschland durch hohe Energiepreise verursacht wurden. Viele Papierfabriken in Deutschland haben mit Kapazitätsanpassungen reagiert, oft temporär in Verbindung mit Kurzarbeit. In mehreren Fällen kam es aber zu dauerhaften Werksschließungen, die auch langjährige Rosenthaler Kunden betroffen haben.

Parallel zur sinkenden Nachfrage wurde allerdings auch die Zellstoffproduktion in Europa und Nordamerika angepasst. Vor allem integrierte Zellstoffproduzenten haben die Produktion reduziert bzw. kam es vereinzelt auch zu dauerhaften Werksschließungen. Insgesamt war in Europa im Jahr 2023 die Herstellung von Zellstoff um etwa 7,5 % geringer als im Vorjahreszeitraum, die Herstellung von reinem Marktzellstoff stieg jedoch um 4,7 % im Vergleich zum Vorjahr.

Rosenthal hat auf den schwächeren europäischen Markt mit einer Ausweitung des Exports nach Übersee reagiert. Auf diese Märkte, Asien/China an erster Stelle, entfielen im Jahr 2023 17,0 % des Zellstoffabsatzes gegenüber 1,5 % im Vorjahr.

1

Die Energiemärkte und damit auch der Markt für Rosenthals zweitwichtigstes Produkt Elektroenergie haben sich in Folge des Ukraine-Kriegs teils turbulent entwickelt. Im Dezember 2022 wurde der von Rosenthal eingespeiste Strom mit 244 EUR/MWh vergütet. Die Planung für das Jahr 2023 hat einen Strompreis auf einem Niveau von 160 EUR/MWh vorgesehen. Tatsächlich realisiert wurde ein durchschnittlicher Stromerlös von 95 EUR/MWh. Dies war auch durch eine staatliche Marktregulierung beeinflusst, die im Folgenden noch näher erläutert wird.

Der Markt für Rosenthals drittes Produkt Tallöl hat sich unter dem Einfluss der Energiekrise und der gestiegenen Preise für fossile Chemierohstoffe im Jahr 2023 sehr positiv entwickelt. Lag der erzielte Verkaufspreis für Tallöl im Jahr 2022 noch bei durchschnittlich 994 EUR/t, so ist dieser auf durchschnittlich 1.400 EUR/t im Jahr 2023 gestiegen.

C. Wirtschaftliche Lage, finanzielle Leistungsindikatoren

a. Vermögenslage

Im Berichtsjahr verringerte sich die Bilanzsumme der Mercer Rosenthal GmbH um 51,2 MEUR auf 197,6 MEUR. Einen wesentlichen Einfluss hatte die Verrechnung der Verbindlichkeit aus der Gewinnabführung in Höhe von 55,7 MEUR mit einer Darlehensforderung gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 45,0 MEUR. Den Unterschiedsbetrag hat Mercer Rosenthal bezahlt.

Das Vorratsvermögen ging um 17,2 MEUR zurück. Davon entfällt auf Fertigwaren ein Rückgang von 11,8 MEUR. Dies ist vor allem auf den Abbau der Fertigwarenbestände von 26.179 Tonnen im Vorjahr auf 13.182 Tonnen am Ende des Berichtsjahres zurückzuführen.

Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 10,0 MEUR ist im Wesentlichen auf niedrigere Umsatzerlöse infolge von sinkenden Verkaufspreisen für Zellstoff und Elektroenergie zurückzuführen.

Das Eigenkapital blieb aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages unverändert. Die Eigenkapitalquote stieg infolge der Verringerung der Bilanzsumme von 61,4 % auf 77,3 %.

b. Finanzlage/Liquidität

Die zum Bilanzstichtag vorhandene Liquidität, die dem Kassenbestand und den Guthaben bei Kreditinstituten entspricht, stieg im Berichtsjahr von 2,3 MEUR auf 16,9 MEUR. Neben einer Schadenersatzleistung in Höhe von 15,3 MEUR für den Generatorschaden in 2021 erhielt Rosenthal eine Strompreiskompensation für 2022 in Höhe von 3,2 MEUR und Fördermittel der Thüringer Aufbaubank von 0,8 MEUR.

Der seit dem 1. März 2019 bestehende Cash-Pooling-Vertrag innerhalb der Mercer-Gruppe in Deutschland hatte im Geschäftsjahr 2023 weiterhin Bestand. Dadurch konnte der Liquiditätsbedarf innerhalb der Gruppe jederzeit kurzfristig und in vorhersehbarer Weise gedeckt werden. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus dem Cash-Pooling-Vertrag erhöhten sich auf 15,9 MEUR (Vorjahr: 8,4 MEUR).

Seit September 2022 besteht eine gemeinsame Kreditlinie "Revolving Facility" in Höhe von 300,0 MEUR. Mit der Vereinbarung vom 22. März 2023 und gemäß "Increase Certificate" vom 18. September 2023 wurde die Kreditlinie auf insgesamt 370,1 MEUR erhöht. Die Gesellschaften MS, MR, ML, MTPS, MH, ME, MPS, Mercer Torgau GmbH & Co. KG, Torgau (MT) sowie Mercer Timber Products GmbH, Saalburg-Ebersdorf (MTP), haften gesamtschuldnerisch. Der Kreis der Kreditnehmer erweiterte sich in 2023 um MT. Die zusätzliche Kreditlinie wurde auf die vorhandenen Parteien des Bankenkonsortiums aufgeteilt. MR kann je nach Inanspruchnahme der anderen Gesellschaften auf bis zu 100% der Kreditlinie verfügen.

Unter dem vorgenannten Vertrag stehen den Kreditnehmern Ancillary Facilities in Höhe von maximal 50,0 MEUR in Anrechnung auf die "Revolving Facility" Gesamtlinie zur wahlweisen Ausnutzung als Kontokorrent bzw. Avalkredit zur Verfügung. Die MR hat die Gesamtlinie zum Bilanzstichtag lediglich im Rahmen von Avalkrediten von 3,1 MEUR in Anspruch genommen.

c. Ertragslage

Der Gewinn, der an die Gesellschafterin abgeführt wird, sank von 55,7 MEUR im Vorjahr auf 3,3 MEUR im Berichtsjahr. Die Umsatzrendite sank von 18,0 % in 2022 auf 1,2 % in 2023. Das EBITDA fiel von 68,8 MEUR im Vorjahr auf 15,8 MEUR. Der im Vorjahr prognostizierte deutliche Rückgang von Umsatz und EBITDA ist damit eingetreten. Wesentliche Ursachen für den Rückgang waren sowohl sinkende Umsatzerlöse als auch höhere Kosten, insbesondere für Roh- und Hilfsstoffe. Der Nettoumsatz im Bereich Zellstoff ist trotz höherer Verkaufsmengen aufgrund von sinkenden Zellstoffpreisen von 269,0 MEUR im Jahr 2022 auf 250,2 MEUR im Jahr 2023 gesunken. Die Erlöse aus dem Verkauf von Energie sind von 33,4 MEUR im Jahr 2022 auf 15,0 MEUR im Jahr 2023 gesunken.

Die Herstellkosten wurden vor allem im ersten Halbjahr durch höhere Holz- und Chemikalienpreise beeinflusst. Diese Preissteigerungen konnten im Verlauf des Jahres zum Teil wieder egalisiert werden. Die Kostensenkung wurde zum Teil durch Einsparmaßnahmen im Produktionsprozess und zum größeren Teil durch sinkende Marktpreise erzielt. Trotzdem lagen die variablen Kosten im Jahr 2023 im Schnitt um 3,4 % über dem Vorjahr. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wiesen zum Jahresende eine Bestandsminderung von 12,8 MEUR (im Vorjahr eine Erhöhung um 9,2 MEUR) aus.

Einen wesentlichen positiven Effekt auf das Ergebnis hat eine Schadensersatzzahlung des Sachversicherers in Höhe von 15,2 MEUR für den Generatorschaden und den resultierenden Ausfall der Elektroenergieerzeugung im zweiten Halbjahr 2021, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 8,1 MEUR gegenüber dem Vorjahr. Das ist im Wesentlichen auf die Frachtkosten zurückzuführen, bedingt durch zusätzliche Lagerkosten sowie Umschlagkosten und Schiffsfrachten für die Exporte nach Asien.

Die Kosten lagen dennoch in vielen Bereichen unter den Vorjahresprognosen. Gleichzeitig konnten die geplanten Umsatzerlöse nicht erreicht werden. Dies ist aufgrund des hohen Absatzes nicht mengenbedingt, sondern auf unter den Erwartungen liegende Verkaufspreise sowohl für Zellstoff als auch für Energie zurückzuführen.

d. Umsatz- und Auftragsentwicklung

Der Umsatz der Mercer Rosenthal GmbH belief sich auf 270,2 MEUR (Vorjahr: 308,8 MEUR). Der Umsatzrückgang resultierte im Wesentlichen aus einem Rückgang der Verkaufspreise für Zellstoff und Elektroenergie. 92,6 % des Umsatzes wurden durch den Vertrieb von Langfaserzellstoff erzielt, 5,5 % entfielen auf Energie und 0,4 % auf Tallöl, eine Biochemikalie, die aus den Nebenprodukten des Holzaufschlusses gewonnen wird. Die verbleibenden 1,5 % entfielen auf den Verkauf von Holznebenprodukten, Diesel und sonstigen Materialien sowie auf die Weiterberechnung von Dienstleistungen.

Die Anlagen wurden im gesamten Jahreszeitraum mit Vollauslastung betrieben, der Verkauf von 370.165 Tonnen Zellstoff stellt das beste Vertriebsergebnis in der Geschichte Rosenthals dar. Der Verkauf von Elektroenergie betrug 150.816 MWh, zusätzlich wurden 694 Tonnen Tallöl verkauft.

Insbesondere die ersten 6 Monate des Jahres waren von einer geringeren Zellstoffnachfrage im Inland gekennzeichnet, die sich im weiteren Jahresverlauf stabilisierte und durch Versand nach Übersee, insbesondere China, ergänzt werden konnte. Die Zellstoffbestände reduzierten sich im Jahresverlauf von 26.179 Tonnen zu Jahresbeginn auf 13.182 Tonnen per 31. Dezember 2023.

Die Zellstoffpreise, die das Unternehmen erzielte, fielen im ersten Halbjahr von 1.410 USD/Adt auf 1.041 USD/Adt zur Jahresmitte, um dann im weiteren Jahresverlauf wieder auf 1.125 USD/Adt per Ende Dezember zu steigen.

Der Verkauf von 150.816 MWh Elektroenergie stellt ein Plus von 12,4 % gegenüber dem Vorjahr dar. Gründe waren die höhere Zellstoffproduktion und dadurch bedingt auch eine höhere Elektroenergieerzeugung sowie eine höhere technische Verfügbarkeit von Turbine und Generator. Im Jahr 2022 erfolgte ein längerer Reparaturstillstand an Turbine und Generator. Wie bereits erläutert, sind die Strompreise mit durchschnittlich 95 EUR/MWh niedriger als erwartet ausgefallen, insgesamt lag der Elektroenergieumsatz von 14,3 MEUR um 53,8 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Der Umsatz aus dem Verkauf von Tallöl belief sich auf 1,0 MEUR. Rosenthal konnte aufgrund des begrenzten Anfalls von Tallöl im Produktionsprozess nur bedingt vom positiven Marktumfeld profitieren.

e. Produktion

Die Zellstoffproduktion betrug im Jahr 2023 357.168 Tonnen. Das Jahr 2023 war von einem sehr stabilen Anlagenbetrieb gekennzeichnet. Die Verfügbarkeit der Anlagen betrug 95,5 % einschließlich eines geplanten 13-tägigen Revisionsstillstandes im dritten Quartal.

Die Elektroenergieproduktion betrug 408.302 MWh und lag damit um 12,7 % über dem Vorjahresniveau. Die Tallölproduktion betrug 731 Tonnen. Im zweiten Halbjahr 2023 wurde in einer neu errichteten Pilotanlage zur Ligninextraktion erstmals Rohlignin aus der Zellstofflablauge hergestellt. Die Produktion an Lignin betrug 25,7 Tonnen. Das gewonnene Material soll vor allem im Rahmen von Kooperationen mit Forschungspartnern und Industrieunternehmen zur Entwicklung von biobasierten Grund- und Werkstoffen verwendet werden.

f. Beschaffung

Im Bereich Beschaffung besteht eine enge Kooperation zwischen den deutschen Mercer-Standorten. Der Holzeinkauf wird durch eine separate Gesellschaft, die Mercer Holz GmbH, Rosenthal am Rennsteig (MH), für alle deutschen Mercer-Standorte durchgeführt. Die MH ist damit in der Lage, alle gängigen Holzsortimente zu beschaffen und zu disponieren. Dies bewirkt Synergien im Beschaffungs- sowie im Logistikbereich. Ein verhalteneres Angebot an Sägenebenprodukten konnte im Jahresverlauf durch höhere Bereitstellung von Wald- und Industrieholz ausgeglichen werden.

Im Energieeinkauf besteht eine Kooperation mit der Mercer Stendal GmbH, Arneburg. Fossile Brennstoffe werden für beide Zellstoffwerke gemeinsam beschafft. Einer für den Winter 2022/2023 befürchteten Gasmangellage konnte durch Beschaffung von Heizöl begegnet werden.

Die übrigen Roh- und Fertigwaren werden ebenfalls für beide Zellstoffwerke gemeinsam durch einen Zentraleinkauf beschafft. Insgesamt war das Jahr 2023 von einer stabilen Beschaffungssituation gekennzeichnet, es gab nur vereinzelt Meldungen über Verknappung, insbesondere von einzelnen Prozesschemikalien, die durch Substitute ersetzt werden konnten.

Für das Jahr 2024 bestehen keine Anzeichen einer Verknappung wichtiger Roh- und Fertigwaren.

g. Investitionen, Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2023 wurden insgesamt 13,8 MEUR investiert. 6,9 MEUR, entsprechend 50 %, entfielen auf Ersatzinvestitionen sowie Investitionen in Sicherheits- und Umwelttechnik. So setzt Rosenthal beispielsweise ein stufenweises Investitionsprogramm zur Verbesserung des Brandschutzes im Bereich der Holzlagerplätze um.

Auf strategische und ergebnisverbessernde Investitionen entfielen 6,5 MEUR bzw. 47 %. Größte Einzelmaßnahme war hier die Investition in ein Lignin Center, das Anfang Juli in Betrieb genommen wurde. Das Lignin Center ist eine Pilotanlage, die die Produktion von bis zu einer Tonne Lignin pro Tag ermöglicht. Weiterhin umfasst das Lignin Center Laborausrüstung zur Charakterisierung des gewonnenen Lignins und zur Produktentwicklung auf Basis des erzeugten Rohlignins. Die Anlage ist die erste ihrer Art in Mitteleuropa und soll die stoffliche Nutzung des bislang energetisch genutzten Holzbestandteils Lignin ermöglichen, um die Wertschöpfung aus den nicht zu Zellstoff verarbeiteten Holzbestandteilen zu erhöhen.

h. Personal- und Sozialbereich

Im Bereich Personal wurde das Nachfolgekonzept konsequent weiterverfolgt.

Mit Wirkung zum 1. April 2023 wurde ein lang geplanter Wechsel in der Geschäftsführung vollzogen. Der langjährige Alleingeschäftsführer Leonhard Nossol schied zum 31. März 2023 altersbedingt aus der Geschäftsführung der Mercer Rosenthal GmbH aus. Ihm folgte zum 1. April Dr. Christian Sörgel als alleiniger Geschäftsführer nach. Herr Sörgel war bereits seit 1. März 2020 Co-Geschäftsführer neben Herrn Nossol.

Insgesamt lag die Belegschaftsstärke am 31. Dezember 2023 bei 371 Personen (Vorjahr: 367 Personen). Hinzu kommen 11 Auszubildende (Vorjahr: 20).

10 Auszubildende schlossen ihre Ausbildung ab und wurden übernommen, 2 Auszubildende wurden neu eingestellt.

Der bestehende Haustarifvertrag trat am 1. Oktober 2022 in Kraft und hat eine Laufzeit bis einschließlich 30. September 2024.

In 2022 wurde ein Bundes-Entgeltrahmentarifvertrag (BETV) abgeschlossen. Das neue Tarifwerk muss regional umgesetzt werden und sieht vor, dass die bestehenden Lohn- und Gehaltsgruppen der tariflichen Mitarbeiter/innen in Entgeltgruppen überführt werden. Diese Überführung soll in den Unternehmen der Zellstoff- und Papierindustrie im Jahr 2024 erfolgen, d.h. auch Rosenthal wird im Jahr 2024 das neue Entgelt-Tarifsystem einführen.

i. Risiken und Risikomanagement

Die wesentlichen Risiken und deren Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und möglichen Auswirkungen werden auf Konzernebene erfasst. Das Finanzteam, bestehend aus CFO, VP Controller, den Geschäftsführern und Finanzverantwortlichen aller Mercer-Standorte, hält die Aufstellung der Risiken aktuell. Mindestens einmal jährlich wird dieser Katalog durch den CFO im Mercer-Aufsichtsrat vorgestellt und diskutiert. Seit November 2022 wird der Bereich durch eine Stabsstelle "interne Revision" in der Mercer Europe GmbH unterstützt.

Mercer unterscheidet in drei Handlungsoptionen:

"accept" - Marktrisiken werden üblicherweise akzeptiert;

"mitigate" - gegen Risiken im internen und politischen Bereich wird ein entsprechendes Risikomanagement betrieben und

"transfer" - gegen plötzliche Ereignisse versichert man sich.

Darüber hinaus gibt es ein Risikomanagement-Komitee am Standort Rosenthal, das mögliche Risiken kontinuierlich überwacht und in regelmäßigen Sitzungen bespricht. Dort werden auch Gegenmaßnahmen zur Minderung oder Vermeidung von Risiken erarbeitet.

Die für das Unternehmen wesentlichen Risiken werden in Risikokategorien unterteilt und bewertet. Rosenthal hat für sich identifiziert:

Marktrisiken

Interne Risiken

Risiken aus plötzlichen Ereignissen

Risiken aus politischem Raum und Regulierung.

Marktrisiken können sich sowohl mengen- als auch preismäßig ergeben:

Preissteigerungen beim Rohstoff sowie bei Hilfs- und Betriebsstoffen

temporäre oder strukturelle Knappheit bei Rohstoffen

Mindernachfrage seitens der Kunden

Preisverfall beim Produkt

verschärfter Wettbewerb.

Zins- und Währungsveränderungen können ebenfalls einen Einfluss auf Rosenthal haben, vor allem Veränderungen des Wechselkurses USD zu Euro. Der Zellstoffpreis wird in USD quotiert und ändert sich oft im Monatsrhythmus. Ein stärkerer USD bewirkt höhere Erträge in Euro, ein schwächer werdender USD entsprechend geringere Erträge.

Das Risikomanagementkomitee des Unternehmens beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Marktrisiken. Es werden nicht nur wesentliche Lieferanten und Kunden systematisch beobachtet, sondern auch andere Marktteilnehmer und deren Handeln. Mitteilungen der Kreditversicherung, Presseveröffentlichungen sowie Bilanzveröffentlichungen werden beobachtet und ausgewertet.

Auf Konzernebene können Entscheidungen über Absicherungen getroffen werden, zum Beispiel die Absicherung von Preisen, um das Marktpreisrisiko zu steuern. Erdgas-Forwardgeschäfte wurden genutzt, um den Bedarf teilweise abzudecken. Dies soll das Risiko minimieren und dem Unternehmen auch in den Folgejahren günstige Energiekosten sichern. Diese Risikominimierung wird auch weiter betrieben, Mercer hat hierzu Richtlinien für die Tochtergesellschaften erlassen.

Auch bei Emissionsrechten hat sich Rosenthal eingedeckt. Der Bestand lag per Jahresende 2023 bei 113.665 Rechten, was eine Abdeckung der Bedarfe von gut 2 Jahren bedeutet. Auch hierzu gibt es eine Mercer-Richtlinie.

Als interne Risiken verstehen wir Betrug, Korruption, Unterschlagung, Diebstahl, unbefugte Verfügung über betriebliches Vermögen, Sabotage, Abschluss von dem Unternehmen schädlichen Verträgen, unrichtige Finanzzahlen in Berichten.

Mercer hat 2003 konzernweit ein internes Kontrollsystem mit einheitlichen Kontrollen für alle Konzernunternehmen eingeführt. Jedes Werk hat eine eigene Kontrollorganisation. In 13 wesentlichen Prozessen finden jährlich je mindestens 2 Audits statt. Die Ergebnisse werden protokolliert und ausgewertet. Abweichungen müssen gemeldet und an Mercer mitgeteilt werden.

2023 sind, wie in den Vorjahren, keine wesentlichen Abweichungen aufgetreten.

Risiken aus plötzlichen Ereignissen können Naturkatastrophen sein, Terrorismus, andere kriminelle Handlungen von Dritten, ganz aktuell Krieg, unabsehbare Zahlungsausfälle, ungeplante Einwirkungen des Unternehmens in die Umwelt, Epidemien, Pandemien, Unfälle, technische Defekte sowie Vermögensschäden und Schäden bei Dritten aufgrund der angeführten Ereignisse. Für Rosenthal besteht Versicherungsschutz gegen alle wesentlichen versicherbaren Risiken, teilweise im Rahmen von Konzernprogrammen wie Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung, Kreditversicherung, allgemeine und Umwelthaftpflichtversicherung; und teilweise im Rahmen eigener Eindeckungen wie Reiseversicherung, Kraftfahrzeugversicherung.

Einige solcher externen Faktoren sind in den letzten Jahren bedeutsamer geworden. Insbesondere ist hier das Risiko "Krieg in Europa" anzuführen. Mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine im Februar 2022 trat eine neue Lage ein, die Auswirkungen auf viele Märkte hatte. Insbesondere die eingeschränkte Verfügbarkeit und die dadurch verursachte Preisentwicklung für Energie, vor allem fossile Brennstoffe, hat Rosenthal besonders im ersten Halbjahr 2023 betroffen. Um einer vorhergesagten Gasmangellage zu begegnen, hat Rosenthal einen Teil des benötigten Erdgases durch Heizöl ersetzt. Beide Brennstoffsortimente haben sich im Jahr 2022 stark verteuert, eine Umkehr dieses Effekts ist erst im Laufe des Jahres 2023 eingetreten. Die gestiegenen Energiekosten haben auch die Wirtschaftlichkeit unserer Kunden aus dem Bereich der klassischen Papiersorten eingeschränkt. Dies hat in Verbindung mit einer schwachen Nachfrage nach diesen Papiersorten zur Schließung einiger Standorte in Deutschland geführt, die von Rosenthal beliefert wurden.

In 2022 kam es zu einem extern verursachten Fall, bei dem Abrechnungsdaten von Mitarbeitern gestohlen wurden. Ausgangspunkt des Schadens war nicht Rosenthal selbst, sondern ein externer Dienstleister, der für den beauftragten Serviceprovider für die Lohnabrechnung Entgeltdaten druckt und an die Mitarbeiter versendet.

Es ist weiterhin kein Missbrauchsfall dieser Daten bekannt geworden, so dass das resultierende Risiko geringer als zunächst angenommen eingeschätzt werden dürfte.

Bekämpft wird Cybercrime durch

eine werksübergreifende Stelle "Cyber Security" in Vancouver

Cybercrime-Trainings für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Computer nutzen

Geplante Reduzierung der Menge der eingesetzten Systeme

Nutzung einer externen Firewall

Auditierung der bestehenden Sicherheitssysteme unter anderem durch den Sachversicherer.

2023 sind keine wesentlichen ungeplanten Ereignisse vorgekommen, die bei Rosenthal einen wirtschaftlichen Schaden hervorgerufen haben.

Im Bereich Risiken aus politischem Raum und Regulierung sind hier zu nennen:

Besteuerung von eigenverbrauchtem Strom

Am 15. Dezember 2023 hat der Gesetzgeber informiert, dass die Stromsteuerentlastung für eigenverbrauchten Strom, der aus fester Biomasse hergestellt wird, ab 1. Januar 2024 entfallen kann. Diese Änderung ist noch nicht final als Gesetz beschlossen. Würde sie umgesetzt und gäbe es keine Kompensationsmöglichkeiten, würde diese Gesetzesänderung für Rosenthal Mehrausgaben von ca. 5 MEUR pro Jahr bedeuten.

Mögliche Erhebung der Abwasserabgabe

In Deutschland wird auf die industriellen Abwässer eine Abwasserabgabe erhoben, im Gegensatz zu den meisten Wettbewerberländern, in denen ebenfalls ein vergleichbarer Zellstoff erzeugt wird. Diese Abwasserabgabe konnte Rosenthal in den Jahren bis 2020 mit Investitionsausgaben zur Verringerung der Umwelteinwirkungen verrechnen. Auch für das Jahr 2021 wird das noch möglich sein. Für den Abrechnungszeitraum 2022 bis 2024 muss noch ein entsprechendes technologisches Konzept mit der Behörde abgestimmt werden. Die Risiken aus der Nichteinhaltung von Grenzwerten belaufen sich auf 2 - 3 MEUR pro Jahr.

j. Chancen und Risiken der künftigen Geschäftsentwicklung

Im Wesentlichen bestehen Risiken und Chancen wie folgt:

Der Marktpreis für Zellstoff und somit die Erlöse des Unternehmens werden in US-Dollar quotiert, die Produktionskosten hingegen fallen in Euro an. Es besteht ein Erlösrisiko aufgrund von Schwankungen des USD-Wechselkurses, bei günstiger Währungsentwicklung jedoch auch eine Chance.

Die Kundennachfrage nach Zellstoff ist beeinflusst von der konjunkturellen Entwicklung und der daraus resultierenden Investitionstätigkeit. Entsprechend der Nachfrage können die Zellstoffpreise sinken oder steigen. Sinkende Nachfrage aus dem klassischen Schreib- und Druckpapiersegment in Mitteleuropa kann durch erhöhten Marktzellstoffbedarf in Asien sowie durch Wachstumsbereiche wie Hygiene oder Verpackung ausgeglichen werden.

Zellstoff wird aus erneuerbaren Rohstoffen erzeugt, deren Verfügbarkeit begrenzt ist und nicht beliebig erhöht werden kann. Naturereignisse wie Käferbefall oder Sturm können zu einem erhöhten Angebot führen, wodurch die Preise fallen können. Gleiches gilt für die Baukonjunktur und damit verbunden die Einschnitttätigkeit der Sägeindustrie, die wiederum den Anfall an Sägenebenprodukten beeinflusst.

Technische Störungen aufgrund des Alters der Produktionsanlagen können zu Produktionsausfall oder erhöhten Produktionskosten durch wiederholte An- und Abfahrprozesse der Anlagen führen. Die Verfügbarkeit von Fachpersonal bei Dienstleistungsunternehmen kann ebenfalls den Umfang des Produktionsausfalls negativ beeinflussen.

Die Personalbeschaffung und -entwicklung gewinnt aufgrund des Generationswechsels zunehmend an Bedeutung. Die Personalplanung von Rosenthal erstreckt sich über einen Zeithorizont von 5 Jahren und berücksichtigt Einarbeitungsphasen und das rechtzeitige Anlernen an Maschinen und Prozessen für jeden einzelnen Arbeitsplatz. Für die Qualifikation der Mitarbeiter steht ein umfangreiches Weiterbildungsangebot zur Verfügung. Durch die Präsentation auf Messen und die Durchführung von Informationsveranstaltungen im Werk bieten wir die Möglichkeit, die Ausbildungsberufe und das Unternehmen näher kennenzulernen.

k. Voraussichtliche Entwicklung im neuen Jahr

Für das Jahr 2024 wird mit weiter steigenden Zellstoffpreisen gerechnet. Einer nach wie vor verhaltenen Nachfrage nach Nördlichem Langfaserzellstoff in Mitteleuropa steht eine stabile Nachfrage in Asien sowie ein durch vorübergehende oder dauerhafte Stilllegung von Anlagen begrenztes Angebot gegenüber. Die erwarteten Verkaufspreise und Wechselkurse basieren auf Marktanalysen. Diese Annahmen unterliegen erheblichen Unsicherheiten, da bereits kleine Schwankungen im Wechselkurs zu deutlich veränderten Umsatzerlösen führen würden.

Auf der Kostenseite wird im Jahr 2024 mit einer Stabilisierung der Kosten für die wesentlichen Produktionsfaktoren Holz, Chemikalien und Energie auf dem Niveau des zweiten Halbjahres 2023 bzw. darunter gerechnet. Risiken bestehen wie angeführt durch eine Änderung der Energiebesteuerung.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir mit 358.000 Tonnen wieder ein Produktionsvolumen in Höhe des Vorjahres. Die Planungsrechnung geht davon aus, dass die produzierte Menge im Geschäftsjahr vollständig verkauft werden kann. Insgesamt wird für das kommende Geschäftsjahr ein Umsatz auf Vorjahresniveau und eine deutliche Steigerung des EBITDA erwartet.

Die Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens können voraussichtlich durch erwirtschaftete Mittel aus betrieblicher Tätigkeit und Nutzung des Cash Pools sowie der Kreditlinie abgedeckt werden.

 

25. März 2024

Dr. Christian Sörgel, Geschäftsführer

1 Marktdaten basieren auf CEPI statistics per November 2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 238.447,34 540.504,86
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.522.593,10 10.096.779,73
2. Technische Anlagen und Maschinen 54.026.948,71 52.322.605,63
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.183.857,99 6.305.127,07
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.059.016,89 7.725.182,40
77.792.416,69 76.449.694,83
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 2.492.500,00
2. Beteiligungen 500,00 500,00
500,00 2.493.000,00
78.031.364,03 79.483.199,69
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 32.271.544,63 36.609.153,65
2. Unfertige Erzeugnisse 886.039,85 1.967.365,33
3. Fertige Erzeugnisse 7.673.770,60 19.425.593,67
4. Geleistete Anzahlungen 16.500,00 19.800,00
40.847.855,08 58.021.912,65
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 39.509.214,84 49.534.056,51
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 19.237.893,75 54.740.769,10
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.963.465,62 3.059.902,57
60.710.574,21 107.334.728,18
III. Wertpapiere 24,60 24,60
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 16.850.894,85 2.319.269,55
118.409.348,74 167.675.934,98
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.197.402,24 1.703.226,26
197.638.115,01 248.862.360,93

Passiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000.000,00 25.000.000,00
II. Kapitalrücklage 70.052.330,89 70.052.330,89
III. Gewinnvortrag 57.664.216,30 57.664.216,30
152.716.547,19 152.716.547,19
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 10.326.646,12 7.708.134,50
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 55.948,17 58.949,04
2. Sonstige Rückstellungen 23.449.319,68 22.040.255,32
23.505.267,85 22.099.204,36
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 17.529,48 19.480,11
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.171.841,72 3.964.841,77
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.501.226,22 61.649.388,10
4. Sonstige Verbindlichkeiten 399.056,43 704.764,90
(davon aus Steuern: € 257.189,98 Vorjahr: € 252.519,13)
11.089.653,85 66.338.474,88
197.638.115,01 248.862.360,93

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023
2022
1. Umsatzerlöse 270.188.168,64 308.841.142,73
2. Verminderung / Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -12.833.148,55 9.167.428,01
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 162.412,75 122.917,50
4. Sonstige betriebliche Erträge 21.774.802,35 10.741.517,27
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 170.862.533,62 165.192.091,43
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 21.425.605,90 30.708.464,66
192.288.139,52 195.900.556,09
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 19.304.485,67 20.499.446,16
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 3.969.168,98 3.880.447,18
(davon für Altersversorgung € 114.206,00; Vorjahr 124.834,00)
23.273.654,65 24.379.893,34
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 12.732.754,45 12.680.228,99
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 47.904.620,39 39.801.289,04
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 856.291,91 660.360,16
(davon aus verbundenen Unternehmen € 552.884,20; Vorjahr € 430.659,29)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 627.642,04 1.068.243,45
(davon an verbundene Unternehmen € 11.302,77; Vorjahr 81.917,73)
11. Ergebnis nach Steuern 3.321.716,05 55.703.154,76
12. Sonstige Steuern 60.277,48 34.143,46
13. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführter Gewinn 3.261.438,57 55.669.011,30
14. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Mercer Rosenthal GmbH, Rosenthal am Rennsteig

HRB 210443 Amtsgericht Jena

Allgemeine Hinweise

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der Mercer Rosenthal GmbH, Rosenthal am Rennsteig, im Folgenden "MR" genannt, wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Bilanz wurde auf der Passivseite gemäß § 265 Abs. 5 HGB um den Sonderposten für Investitionszuschüsse erweitert.

Angaben gemäß §§ 268 Abs. 5 Satz 1 HGB und 277 Abs. 5 Satz 2 HGB wurden im Anhang gemacht.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Seit dem 1. Januar 2019 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Gesellschafterin Mercer Europe GmbH, Rosenthal am Rennsteig (ME).

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Nachfolgend werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellt, die unverändert zum Vorjahr sind.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angesetzt. Soweit erforderlich werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Entwicklungskosten werden nicht aktiviert.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen entsprechend ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angesetzt. Soweit erforderlich werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau sind zum Nennbetrag ausgewiesen.

Folgende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern werden den planmäßigen Abschreibungen zugrunde gelegt:

Posten Nutzungsdauer
Software 3 Jahre
ERP-System 5 Jahre
Bauten 25 - 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 - 33 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 13 Jahre

Die im Geschäftsjahr angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens von EUR 250 bis zu je EUR 800 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. In 2023 wurden geringwertige Vermögensgegenstände mit einem Gesamtwert von rund TEUR 42 angeschafft.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte sowie Beteiligungen zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert und Ausleihungen zum Nominalwert angesetzt. Soweit erforderlich werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. CO 2 -Emissionsrechte werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet. Unentgeltlich erworbene CO 2 -Emissionsrechte werden mit dem Wert Null angesetzt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag angesetzt. Ersatzteile mit einer Lagerdauer von vier bis fünf Jahren werden zu 50 % abgewertet, solche mit mehr als 5 Jahren zu 90 %.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden.

Geleistete Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge in Höhe von 1,2 % berücksichtigt.

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens sind mit den Anschaffungskosten oder den niedrigeren Zeitwerten angesetzt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert ausgewiesen.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Erhaltene Investitionszuschüsse werden in den Sonderposten für Investitionszuschüsse eingestellt. Der Sonderposten wird entsprechend der Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände ertragswirksam aufgelöst.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie werden in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Erfüllung notwendig ist.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Heubeck-Richttafeln 2018 G bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betreffen ausschließlich in der Auszahlungsphase befindliche Alters- und Witwenrenten. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Sterbetafeln 2019/2021. Rentensteigerungen wurden nicht unterstellt, da sie keine wesentliche Auswirkung auf die bestehende Rückstellung haben. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden mit dem der jeweiligen Laufzeit entsprechenden Zinssatz von 0,91 % bis 1,39 % abgezinst, wie er von der Deutschen Bundesbank im Monat Januar 2024 als durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre veröffentlicht wurde (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Die Rückstellungen für Jubiläums- und Sterbegeldverpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Berechnungsverfahren (Projected Unit Credit Method) sowie grundlegenden Annahmen der Berechnung gemäß den Heubeck-Richttafeln 2018 G bewertet. Die Sterbegeldrückstellung wurde mit 3,89 % abgezinst. Die Rückstellung für Jubiläen wird anhand des Pauschalwertverfahrens gebildet.

Die sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Die Rückstellungen für die Abgabeverpflichtung von CO 2 -Emissionsrechten werden zum Zeitwert der entgeltlich erworbenen CO 2 -Emissionsrechte bewertet, soweit diese abgegeben werden müssen.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsumrechnung in Euro

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Ersterfassung erfasst. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet, wobei bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr Kursgewinne nicht berücksichtigt werden.

Auf der Ebene der MR werden keine latenten Steuern bilanziert. Latente Steuern werden ggf. auf der Ebene des steuerlichen Organträgers Mercer Europe GmbH (ME) abgebildet.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Zur Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres wird auf den Anlagenspiegel verwiesen, der Bestandteil des Anhangs ist.

Angaben zum Anteilsbesitz

Währung Beteiligung
in %
Eigenkapital
in EUR
Ergebnis
in EUR
Papyrus Versicherungsvermittler für die Papierwirtschaft GmbH, Mülheim an der Ruhr EUR 2 57.500,00 2.500,00 *

* Ergebnis aus 2021

Die Anteile an der Mercer Holz GmbH, Rosenthal am Rennsteig, zum Vorjahr ausgewiesen mit 24,925 %, wurden mit notariell beurkundetem Anteilskaufvertrag vom 19. Dezember 2023 und dazugehöriger einvernehmlicher Änderung des notariell beurkundeten Anteilskaufvertrags vom 29. Dezember 2023 an die Gesellschafterin ME verkauft.

Unfertige und fertige Erzeugnisse

Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen besteht im Wesentlichen aus Eigenhackgut. Hierbei handelt es sich um Rundholz, das zu Hackschnitzeln verarbeitet wurde. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten zuzüglich Fertigungskosten für die Hackerleistung.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 18.909 Forderungen gegen die Gesellschafterin ME und resultieren aus dem Cash Pool (TEUR 15.936), aus der Veräußerung der MH-Anteile (TEUR 2.822), Zinsen (TEUR 31) sowie aus Kapitalertragsteuer aus der ertragsteuerlichen Organschaft (TEUR 120).

Weitere Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 329 aus Lieferungen und Leistungen, davon TEUR 24 gegen die Muttergesellschaft Mercer Europe GmbH.

Sonstige Vermögensgegenstände betreffen in Höhe von TEUR 1.518 (Vorjahr TEUR 2.411) Forderungen gegen Finanzbehörden in Bezug auf Umsatzsteuer.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Prämien aus Versicherungen.

Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene und voll eingezahlte gezeichnete Kapital beträgt TEUR 25.000.

Sonderposten für Investitionszuschüsse

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen enthält gewährte Investitionszuschüsse aus Mitteln des Landes Thüringen im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und aus Mitteln des Bundes zur Gleisanschlussförderung sowie aus verrechneter Abwasserabgabe.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (§ 253 Abs. 6 HGB) beträgt TEUR 0,1 und unterliegt einer Ausschüttungssperre, aber keiner Abführungssperre.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Eingangsrechnungen (TEUR 8.331; TEUR 9.116 im Vorjahr), Abwasserabgabe (TEUR 5.992; TEUR 8.016 im Vorjahr), Altlasten (TEUR 2.440; TEUR 2.365 im Vorjahr), Überstunden, Urlaub und Zuschläge (TEUR 911; TEUR 748 im Vorjahr), Jahressonderzahlungen (TEUR 353; TEUR 1.291 im Vorjahr) und Jubiläen (TEUR 108; TEUR 111 im Vorjahr).

Im Berichtsjahr und im Vorjahr erhielt Rosenthal eine Strompreiskompensation, die eine Beihilfe für die indirekten CO 2 -Kosten von stromintensiven Unternehmen darstellt. Aufgrund der unklaren Rechtslage im Zusammenhang mit der Umsetzung der Antragsbedingungen wurde vorsorglich eine Rückstellung in Höhe der Auszahlung von insgesamt TEUR 4.831 gebildet.

Verbindlichkeiten

Mit einer Restlaufzeit
bis zu einem Jahr
EUR
von mehr als einem Jahr
EUR
von mehr als fünf Jahren
EUR
gesamt 31.12.2023
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 17.529,48 0,00 0,00 17.529,48
(Vorjahr) (19.480,11) 0,00 0,00 (19.480,11)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.171.841,72 0,00 0,00 2.171.841,72
(Vorjahr) (3.964.841,77) 0,00 0,00 (3.964.841,77)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.501.226,22 0,00 0,00 8.501.226,22
(Vorjahr) (61.649.388,10) 0,00 0,00 (61.649.388,10)
Davon Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter 3.344.281,59 0,00 0,00 3.344.281,59
(Vorjahr) (55.745.770,26) 0,00 0,00 (55.745.770,26)
Sonstige Verbindlichkeiten 399.056,43 0,00 0,00 399.056,43
(Vorjahr) (704.764,90) 0,00 0,00 (704.764,90)
Summe Verbindlichkeiten 11.089.653,85 0,00 0,00 11.089.653,85
(Vorjahr) (66.338.474,88) 0,00 0,00 (66.338.474,88)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen Provisionen für die Bereitstellung von Kreditlinien. Die Kreditlinien bzw. Darlehen wurden zum Jahresende nur teilweise für Bürgschaften in Anspruch genommen. Fällige Bereitstellungsprovisionen für den nicht gezogenen Teil des Darlehens sind in den Zinsverbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 5.240 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr TEUR 5.980), davon gegenüber der Gesellschafterin TEUR 83. Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin ME in Höhe von TEUR 3.261 (Vorjahr TEUR 55.669) resultieren aus dem zum 4. Januar 2019 abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrag zwischen MR und ME.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 257 (Vorjahr TEUR 253) und Verbindlichkeiten aus kreditorischen Debitoren in Höhe von TEUR 138 (Vorjahr TEUR 434).

Haftungsverhältnisse

Es bestehen Bürgschaften in Höhe von insgesamt TEUR 5.613, davon TEUR 2.661 als Sicherheitsleistung für die Betriebsdeponie, TEUR 2.552 als Sicherheitsleistung für Fördermittel des Bundes und TEUR 400 für Bahntransporte.

Seit September 2022 besteht eine gemeinsame Kreditlinie "Revolving Facility" in Höhe von 300,0 MEUR. Mit der Vereinbarung vom 22. März 2023 und gemäß "Increase Certificate" vom 18. September 2023 wurde die Kreditlinie auf insgesamt 370,1 MEUR erhöht. Die Gesellschaften MS, MR, ML, MTPS, MH, ME, MPS, Mercer Torgau GmbH & Co. KG, Torgau (MT) sowie Mercer Timber Products GmbH, Saalburg-Ebersdorf (MTP), haften gesamtschuldnerisch. Der Kreis der Kreditnehmer erweiterte sich in 2023 um MT. Die zusätzliche Kreditlinie wurde auf die vorhandenen Parteien des Bankenkonsortiums aufgeteilt. MR kann je nach Inanspruchnahme der anderen Gesellschaften auf bis zu 100% der Kreditlinie verfügen.

Unter dem vorgenannten Vertrag stehen den Kreditnehmern Ancillary Facilities in Höhe von maximal 50,0 MEUR in Anrechnung auf die "Revolving Facility" Gesamtlinie zur wahlweisen Ausnutzung als Kontokorrent bzw. Avalkredit zur Verfügung. Die MR hat die Gesamtlinie zum Bilanzstichtag lediglich im Rahmen von Avalkrediten von 3,1 MEUR in Anspruch genommen.

Verpflichtungen aus Haftungsverhältnissen waren nicht zu passivieren, da die zu Grunde liegenden Verbindlichkeiten, wie in der Vergangenheit, voraussichtlich künftig erfüllt werden können und mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen ist.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 25.464 gegenüber der Mercer Holz GmbH und betreffen Einkaufsverträge für Hackschnitzellieferungen (TEUR 16.232) und Rundholzlieferungen (TEUR 9.231). Weitere finanzielle Verpflichtungen bestehen für Gaslieferungen (TEUR 2.874) und die Lieferung von Sauerstoff und Ozon (TEUR 677).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:

2023
TEUR
2022
TEUR
Papierzellstoff 250.279 269.032
davon Inland 95.053 125.252
davon Europäische Union 109.817 138.291
davon sonstiges Ausland 45.408 5.490
Chemikalien 972 688
davon Inland 0 0
davon Europäische Union 972 688
Elektro- und Wärmeenergie 14.975 33.408
Holz 1.180 1.241
davon Intercompany 1.180 1.241
Sonstiges 2.783 4.472
davon Intercompany 2.137 2.396
Total 270.188 308.841

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge von insgesamt TEUR 856 (Vorjahr TEUR 526). Nachfolgend eine Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Erträge:

2023
TEUR
2022
TEUR
Empfangene Schadensersatzleistungen 15.264 117
Erträge aus Währungsumrechnung 2.780 8.453
Auflösung Sonderposten 2.215 1.538
Erträge aus Auflösung von Rückstellungen 842 393
Erträge aus der Veräußerung von Anteilen 330 0
Übrige 344 240
21.775 10.741

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 3.736 (Vorjahr: TEUR 2.814). Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr in Rechnung gestellte Gesamthonorar in Höhe von TEUR 279 (Vorjahr: TEUR 298) entfällt auf Abschlussprüfungsleistungen (TEUR 260) und andere Bestätigungsleistungen (TEUR 19).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthalten die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr gemäß § 253 Abs. 2 HGB in Höhe von TEUR 35 (Vorjahr: TEUR 31).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Seit 1. Januar 2019 besteht eine körperschaft- und gewerbesteuerliche Organschaft mit der Gesellschafterin Mercer Europe GmbH, die nunmehr die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag schuldet.

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Die Gesellschaft entschied sich, von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch zu machen, weil sich anhand dieser Angabe die Bezüge der Geschäftsführer feststellen lassen.

Dr. Christian Sörgel ist seit dem 1. April 2023 der alleinige Geschäftsführer der MR. Ab 2020 führte er als technischer Geschäftsführer die Gesellschaft gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Leonhard Nossol, der zum 31. März 2023 planmäßig aus dem Unternehmen ausschied.

Mitarbeiter

Durchschnittlich wurden während des Zwölf-Monats-Zeitraums gem. § 267 Abs. 5 HGB beschäftigt:

2023 2022
Gewerbliche Arbeitnehmer 251 245
Angestellte 121 117
372 366

Darüber hinaus waren durchschnittlich 11 Auszubildende beschäftigt.

Konzernverhältnisse

Alleinige Gesellschafterin ist die Mercer Europe GmbH, Rosenthal am Rennsteig. Die Mercer International Inc., Seattle, Washington/USA, ist das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Dieser Konzernabschluss, der nach den US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (US-GAAP) aufgestellt wird, ist in englischer Sprache bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) erhältlich. Wesentliche Abweichungen in den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden bestehen in diesem nach § 292 Abs. 2 HGB befreienden Konzernabschluss, der im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird, beim Anlagevermögen durch abweichende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern und der sich daraus ergebenden unterschiedlichen Bestandsbewertung des Zellstoffs. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten werden um erhaltene Investitionsfördermittel gekürzt. Ferner bestehen Abweichungen bei Rückstellungen und latenten Steuern sowie bei der Bilanzierung der Leasingverhältnisse als Finanzierungsleasing oder operatives Leasing.

Transaktionen mit nahestehenden Personen

Marktunübliche Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden im Geschäftsjahr nicht getätigt.

Nachtragsbericht

Nach dem Ende des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung aufgetreten, die einen Einfluss auf die Bilanz oder die Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 2023 haben.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von EUR 3.261.438,57 wird gemäß dem mit der Gesellschafterin bestehenden Ergebnisabführungsvertrag in voller Höhe abgeführt.

 

Rosenthal am Rennsteig, 25. März 2024

Dr. Christian Sörgel, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.378.775,25 11.314,99 9.183,75 29.310,67 9.410.217,16
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18.804.990,13 3.314.013,00 0,00 1.727.506,35 23.846.509,48
2. Technische Anlagen und Maschinen 518.922.982,86 7.756.455,26 0,00 3.957.212,68 530.636.650,80
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 22.043.910,50 1.587.956,94 231.713,27 55.814,41 23.455.968,58
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.725.182,40 1.103.678,60 0,00 -5.769.844,11 3.059.016,89
567.497.065,89 13.762.103,80 231.713,27 -29.310,67 580.998.145,75
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.492.500,00 0,00 2.492.500,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 500,00 0,00 0,00 0,00 500,00
2.493.000,00 0,00 2.492.500,00 0,00 500,00
579.368.841,14 13.773.418,79 2.733.397,02 0,00 590.408.862,91
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 8.838.270,39 342.683,18 9.183,75 9.171.769,82
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.708.210,40 615.705,98 0,00 9.323.916,38
2. Technische Anlagen und Maschinen 466.600.377,23 10.009.324,86 0,00 476.609.702,09
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.738.783,43 1.765.040,43 231.713,27 17.272.110,59
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
491.047.371,06 12.390.071,27 231.713,27 503.205.729,06
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
499.885.641,45 12.732.754,45 240.897,02 512.377.498,88
Restbuchwerte
31.12.2023
31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 238.447,34 540.504,86
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.522.593,10 10.096.779,73
2. Technische Anlagen und Maschinen 54.026.948,71 52.322.605,63
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.183.857,99 6.305.127,07
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.059.016,89 7.725.182,40
77.792.416,69 76.449.694,83
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 2.492.500,00
2. Beteiligungen 500,00 500,00
500,00 2.493.000,00
78.031.364,03 79.483.199,69

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Mercer Rosenthal GmbH, Rosenthal am Rennsteig

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Mercer Rosenthal GmbH, Rosenthal am Rennsteig, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Mercer Rosenthal GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 25. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Frederik Mielke, Wirtschaftsprüfer

ppa. Martin Katzy, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 22.07.2024 festgestellt.

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