Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 235358
Eingetragen
8.11.2021
Branche
Organisationen der Bildung, Wissenschaft und ForschungForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieBerufsorganisationen
Gegenstand
Die Förderung der und Durchführung von Veranstaltungen zur systematischen Weiterqualifizierung, Fortbildung und Weiterbildung des ärztlichen, psychotherapeutischen, pflegerischen und sonstigen Personals sowie die Förderung des gemeinsamen Wissensaustausches zwischen den Zielgruppen, die Anregung, Durchführung und Förderung wissenschaftlicher Veranstaltungen und Forschungsarbeiten sowie die Informationsvermittlung und Förderung publizistischer Tätigkeiten über wissenschaftliche Arbeiten, Forschungsberichte, Tagungen und Vorträge, die Zusammenarbeit und der Austausch mit Forschungseinrichtungen (Hochschulen und Universitäten), die Förderung und Durchführung von Projekten im Bereich der Erwachsenen- sowie der Kinder- und Jugendpsychotherapie zur Erforschung von Behandlungsmethoden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Alexander Dr. Zobel
seit 21.3.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Maren Dr. Kentgens
seit 28.4.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Sigmund International S.A.LUX
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

SigFreu Holding GmbH

Berlin

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.755.348,70 2.810.032,57
2. Geschäfts- oder Firmenwert 201.606.962,65 200.330.367,53
3. Geleistete Anzahlungen 425.386,22 206.787.697,57 1.161.930,68 204.302.330,78
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.092.405,03 2.213.765,30
2. Technische Anlagen und Maschinen 318.861,00 98.557,00
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.359.963,75 6.743.058,75
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.528.647,89 19.299.877,67 793.725,71 9.849.106,76
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 50.000,00 50.000,00
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 50.000,00 126.419,58 176.419,58
226.137.575,24 214.327.857,12
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 322.181,09 159.931,21
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 92.291,34 110.554,52
3. Geleistete Anzahlungen 3.616,96 418.089,39 0,00 270.485,73
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24.003.010,95 19.065.755,41
2. Sonstige Vermögensgegenstände 5.060.451,66 3.530.759,97
3. Auszahlung Anteilserwerb 2022 0,00 29.063.462,61 47.901.241,26 70.497.756,64
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.175.848,62 7.578.392,31
30.657.400,62 78.346.634,68
C. Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 2.963.348,24 3.725.002,82
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter
Fehlbetrag 112.593.313,48 72.459.998,75
372.351.637,58 368.859.493,37

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 19.904.743,39 19.904.743,39
III. Verlustvortrag -92.389.742,14 -74.296.654,94
IV. Konzernjahresfehlbetrag -40.152.278,48 -18.093.087,20
V. Nicht beherrschende Anteile 18.963,75 0,00
VI. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 112.593.313,48 72.459.998,75
0,00 0,00
B. Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens 1.210.879,00 0,00
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 263.039,00 276.968,00
2. Steuerrückstellungen 1.210.425,14 1.233.493,71
3. Sonstige Rückstellungen 15.692.664,89 14.735.815,03
17.166.129,03 16.246.276,74
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.294.244,53 59.097,74
2. Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditgebern 140.639.590,17 163.750.130,02
3. Erhaltene Anzahlungen 366.141,49 264.936,84
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.716.620,41 2.764.778,46
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 191.804.759,06 179.687.308,91
- davon gegenüber Gesellschaftern EUR 191.804.759,06 (i. Vj. EUR 179.687.308,911) -
6. Sonstige Verbindlichkeiten 8.642.096,70 4.840.217,66
- davon aus Steuern EUR 1.623.626,25 (i. Vj. EUR 1.510.489,45) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 107.987,77 (i. Vj. EUR 182.463,05) -
353.463.452,36 351.366.469,63
E. Passive latente Steuern 511.177,19 1.246.747,00
372.351.637,58 368.859.493,37

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 126.230.374,14 107.809.746,57
2. Sonstige betriebliche Erträge 6.838.381,55 13.843.649,49
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 5.963.139,21 4.589.257,01
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.925.172,42 7.888.311,63 1.183.311,17 5.772.568,18
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 67.625.305,16 50.592.032,60
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 12.847.716,27 80.473.021,43 9.386.283,86 59.978.316,46
- davon für Altersversorgung EUR 503.634,71 (i. Vj. EUR 328.507,08) -
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 22.199.516,00 19.826.094,96
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 40.004.375,38 30.772.520,73
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 66.625,52 2.240,03
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 23.303.636,83 20.785.156,01
- davon an verbundene Unternehmen EUR 12.751.471,43 (i. Vj. EUR 11.812.336,78) -
9. Erträge (i. Vj. Aufwand) aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -969.824,10 2.552.993,84
- davon Erträge aus latenten Steuern EUR 735.569,81 (i. Vj. EUR 0,00) -
10. Ergebnis nach Steuern -39.763.655,96 -18.032.014,09
11. Sonstige Steuern 375.883,77 61.073,11
12. Konzernjahresfehlbetrag -40.139.539,73 -18.093.087,20
13. Nicht beherrschende Anteile -12.738,75 0,00
14. Konzernjahresfehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist -40.152.278,48 -18.093.087,20

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

1 Allgemeine Hinweise

Der Konzernabschluss der SigFreu Holding GmbH, Berlin, wird zum 31. Dezember 2022 gemäß den geltenden Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für Kapitalgesellschaften aufgestellt.

Die SigFreu Holding GmbH, Berlin, hat ihren Sitz in Berlin und ist beim Amtsgericht Charlottenburg in das Handelsregister B unter der Registernummer HRB 199531 eingetragen. Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den Vorschriften des Dritten Buches des HGB nach §§ 290 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt worden.

Für die SigFreu Holding GmbH wird im Folgenden auch die Abkürzung SigFreu verwendet.

Die geltenden handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften wurden unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit beachtet. Die auf den vorherigen Abschluss angewandten Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

1.1 Stichtag für die Aufstellung

Abschlussstichtag aller zum Konzern gehörenden Unternehmen ist der 31. Dezember 2022.

Der Abschlussstichtag der konsolidierten Gesellschaften stimmt mit dem Abschlussstichtag des Konzerns überein.

1.2 Angaben zum Konsolidierungskreis

Allgemeines

Die Abgrenzung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen der §§ 294 und 296 HGB.

Im Konzernabschluss wurden gemäß § 294 Abs. 1 HGB i. V. m. § 290 Abs. 1 HGB neben der SigFreu Holding GmbH, Berlin, als Mutterunternehmen alle Tochterunternehmen mit Ausnahme der ABC Physiotherapie GmbH, Berlin, nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung erfasst.

Die ABC Physiotherapie GmbH wird aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in den Konzernabschluss aufgenommen. Das Eigenkapital der ABC Physiotherapie GmbH, Berlin, beträgt zum 31. Dezember 2022 TEUR 102. Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von TEUR 6. Die Anteile der ABC Physiotherapie GmbH, Berlin, werden zu 100 % durch die Oberbergkliniken GmbH, Berlin, gehalten.

Im Jahr 2022 sind nachfolgende Gesellschaften erstmals in den Konsolidierungskreis aufgenommen worden:

Neugründungen

Oberberg Institut GmbH, Berlin

Oberberg Klinik Bad Honnef GmbH, Berlin

Oberberg Klinik Kraftwerk Bille GmbH, Berlin

Oberberg Klinik Schloss Wedendorf GmbH, Berlin

Erwerb von Anteilen

Eberl GmbH, inzwischen umfirmiert in Oberberg Klinik Bad Tölz GmbH, Bad Tölz

Die "Windach-Gruppe" bestehend aus der

Psychosomatische Klinik GmbH & Co. Windach-Ammersee KG, Windach

deren Komplementärin, die Psychosomatische Klinik GmbH, Windach und

die MVZ Psychotherapie München Westend GmbH, Windach.

Die Unternehmen der Windach-Gruppe wurden zum 1. Januar 2022 in den Konzernabschluss einbezogen, da der Erwerb der Anteile mit Wirkung auf den 1. Januar 2022 erfolgte. Die Anteile an der Eberl GmbH wurde mit Wirkung zum 1. März 2022 erworben; die Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgte zum 1. Januar 2022, da die Veränderungen im Zeitraum 1. Januar bis 28. Februar 2022 insgesamt als unwesentlich eingeschätzt werden.

Die Oberberg Klinik Marzipanfabrik GmbH wurde an die im Geschäftsjahr 2022 neu gegründete Klink Marzipanfabrik Holding GmbH veräußert, an der die Oberberg GmbH 75,1 % hält.

Die Konzernbilanz und die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind durch die erstmalige Einbeziehung der im Geschäftsjahr 2022 wesentlichen erstkonsolidierten Gesellschaften im Vorjahr nur eingeschränkt vergleichbar. Im Folgenden sind die wichtigsten Posten der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angegeben und in welcher Höhe diese durch die Erweiterung des Konsolidierungskreises in 2022 beeinflusst sind:

Konzern gesamt Erstkonsolidierung
TEUR TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände (ohne Firmenwerte) 5.181 197
Sachanlagevermögen 19.300 3.542
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24.003 2.397
Sonstige Vermögensgegenstände 5.060 883
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.176 790
Rückstellungen 17.166 1.278
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.294 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.717 252
Sonstige Verbindlichkeiten 8.642 5.872
Umsatzerlöse 126.230 17.738
Personalaufwand 80.473 12.311
Materialaufwand 7.888 1.441

Anteilsliste der in den Konzernabschluss im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenen Tochterunternehmen

Firma, Sitz Kapitalanteil der SFH Eigenkapital der Gesellschaft zum 31.12.2022 Jahresergebnis 2022
% TEUR TEUR
Oberberg GmbH, Berlin (OG) 100,00 66.215 0
Oberbergkliniken GmbH, Berlin (OK) 100,00 12.606 0
Oberberg Kliniken Köln Hürth GmbH, Berlin (OKH) 100,00 1.426 0
Oberberg Kliniken Mönchengladbach Kaarst GmbH, Berlin (OMK) 100,00 529 0
Oberberg Klinik Rhein-Jura GmbH, Berlin (ORJ) 100,00 1.194 0
Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad GmbH, Berlin (OWS) 100,00 25 0
Oberberg Tageskliniken GmbH, Berlin (OTK) 100,00 171 0
Oberberg Klinik Scheidegg GmbH, Scheidegg (OKS) 100,00 11.648 0
Der Jägerwinkel Privatklinik GmbH, Berlin (DJW) 100,00 3.523 0
Physiotherapie Jägerwinkel GmbH, Berlin (PJW) 100,00 1.117 0
Psychosomatische Akutklinik Tegernsee GmbH, Berlin (Schmerbach) 100,00 -209 -98
NESCURE GmbH, Bad Bayersoien (NES) 100,00 370 0
Klinik Marzipanfabrik Holding GmbH (MFH)= 75,1 -203 -228
Tochterunternehmen der MFH: 75,1 277 279
Oberberg Klinik Marzipanfabrik GmbH, Berlin (OMF)
Zentrum Isartal am Kloster Schäftlarn GmbH, Berlin (ZIS) 100,00 18 0
Oberberg Klinik Potsdam, Berlin (OPO) 100,00 25 0
Oberbergkliniken Kinder und Jugendliche GmbH, Berlin (OKJ) 100,00 25 0
Oberberg Verwaltungs GmbH, Berlin 100,00 24 -2
Oberberg Akademie GmbH, Berlin (OAK) 100,00 25 0
Oberberg 1. Immobilien GmbH & Co. KG, Berlin 100,00 1.198 -23
Oberberg 2. Immobilien GmbH, Berlin 100,00 -173 -193
Privatklinik Friedenweiler GmbH, Friedenweiler (bis zum 24. Januar 2022 Privatklinik Friedenweiler Verwaltungs GmbH, Friedenweiler) (FRI) 100,00 22.541 0
Oberberg Institut GmbH (OIN) 100,00 20 -5
Oberberg Fachklinik Bad Tölz GmbH (EBE) 100,00 -964 -1.147
Oberberg Klinik Schloss Wedendorf GmbH (OSW) 100,00 25 0
Oberberg Klinik Kraftwerk Bille GmbH (OHH) 100,00 23 -2
Oberberg Klinik Bade-Honnef GmbH (OBH) 100,00 24 -1
Psychosomatische Klinik GmbH & Co. Windach Ammersee KG (WIN) 100,00 1.200 28.187
Psychosomatische Klinik GmbH 100,00 30 -1
MVZ Psychotherapie München Westend GmbH 100,00 118 3

1.3 Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 HGB nach der Neubewertungsmethode.

Im Rahmen der Neubewertung wurden die Zeitwerte im Wesentlichen auf Grund der Marktpreise ermittelt.

Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden die Beteiligungsbuchwerte gegen das konsolidierungspflichtige Eigenkapital aufgerechnet. Ein danach verbleibender Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt.

Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden gemäß § 303 Abs. 1 HGB eliminiert.

Konzerninterne Umsätze und Erträge werden gemäß § 305 Abs. 1 HGB mit den entsprechenden Aufwendungen zwischen den zu konsolidierenden Unternehmen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung aufgerechnet.

Zwischenergebnisse aus dem konzerninternen Liefer- und Leistungsverkehr werden grundsätzlich gemäß § 304 Abs. 1 HGB eliminiert, sind jedoch im Geschäftsjahr 2022 nicht entstanden.

1.4 Angaben zu Bilanzierung und Bewertung

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear und degressiv vorgenommen. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern werden dabei in Anlehnung an die steuerlichen Afa-Tabellen ermittelt.

Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt in den Fällen, in denen dies zu einer höheren Jahresabschreibung führt.

Die Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, wird der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung angesetzt.

Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Sofern der niedrigere beizulegende Wert am Bilanzstichtag niedriger war, wurde dieser angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt.

Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die flüssigen Mittel werden zum Nennbetrag bewertet.

Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag bewertet.

Der Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens wurde für erhaltene Fördermittel nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz gebildet. Er wird entsprechend der Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögensgegenstände ergebniswirksam aufgelöst.

Die Rückstellungen berücksichtigten alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten. Sie werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die Bewertung der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen erfolgte analog dem Vorjahr anhand des modifizierten Teilwertverfahrens unter Berücksichtigung zukünftiger Gehalts- und Rententrends (0,0 % bzw. 2,0 %) und des von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Geschäftsjahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren (1,78 %, Stand Dezember 2022) ergibt. Weiterhin werden der Bewertung die "Richttafeln" von Prof. Dr. Klaus Heubeck, Köln, 2018G zugrunde gelegt. Bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen ergibt sich zwischen dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren (TEUR 263) und dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren (TEUR 270) ein Unterschiedsbetrag im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 7 (i. Vj. TEUR 12). Dieser Unterschiedsbetrag ist gemäß § 253 Abs. 6 HGB von einer Ausschüttungssperre betroffen. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes und Zinseffekte einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit spiegeln sich im Finanzergebnis wider.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Der Ermittlung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der Gesamtdifferenzmethode.

2 Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

2.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres 2022 in der Anlage zum Anhang (Anlagespiegel) dargestellt.

In den Abschreibungen sind in Höhe von TEUR 163 außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände enthalten.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 50 den Anteil an der ABC Physiotherapie GmbH.

Nach der Kapitalkonsolidierung sind im Konzernabschluss auf der Aktivseite Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Restbuchwert in Höhe von TEUR 201.607 enthalten. Die Zugänge resultieren neben den Zugängen aus der Anschaffung der Windach-Gruppe (TEUR 15.486), der Oberberg Fachklinik Bad Tölz GmbH (TEUR 1.916) aus nachträglichen Anschaffungskostenminderungen der Oberberg Kliniken Köln Hürth GmbH (TEUR -45), Oberberg Kliniken Mönchengladbach Kaarst GmbH (TEUR -22), der Oberberg Klinik Rhein Jura GmbH (TEUR -98) und der Aufnahme neu gegründeter Gesellschaften in den Konsolidierungskreis (TEUR 50). Die bisher als Geschäfts- oder Firmenwerte aktivierten Unterschiedsbeträge werden weiterhin linear über eine Laufzeit von 15 Jahren planmäßig abgeschrieben.

Der Einschätzung der voraussichtlichen Nutzungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwertes liegt die erwartete Geschäftsentwicklung zugrunde, die auf der Grundlage des intensiven, innovativen und individuellen Therapiekonzepts der Oberberg Gruppe, der Dauer der erwarteten Tätigkeit der medizinischen Wissensträger und der erwarteten Entwicklung der Diagnostik beruht.

Das medizinisch-therapeutische Konzept in den Kliniken der Oberberg Gruppe hängt deutlich mit der Kontinuität der Arbeit der Chefärzte zusammen. Daher ist die Betriebszugehörigkeit von Chefärzten von im Mittel über 15 Jahren in den meisten der länger bestehenden Kliniken der Oberberg Gruppe bereits für zurückliegende Zeiträume ein Indiz für die Stabilität der Therapieausrichtung und -konzeption. Die in den Kliniken der Oberberg Gruppe bevorzugt angewendeten Therapiekonzepte bzw. Psychotherapieverfahren zeigen einerseits eine hohe Stabilität und Kontinuität, andererseits eine wellenförmige Weiterentwicklung in Zeiträumen von im Mittel über 15 Jahren. Schließlich folgen auch die für die Verschlüsselung von Krankheiten relevanten medizinischen Klassifikationssysteme (DSM und ICD) und damit die Diagnostik in der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie einer stufenartigen Weiterentwicklung und Überarbeitung in Phasen von im Mittel über 15 Jahren. Dies wird durch die "Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" (ICD) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anhand der ICD determiniert. Während die ICD-8 bis 1978 Gültigkeit hatte, ist die Entwicklung von der ICD-9 und -10 bis zu der im Jahre 2018 vorgestellten ICD-11 als der aktuellen Version fortgeschritten.

2.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Bis auf die in den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Mietkautionen in Höhe von TEUR 64 (i. Vj. TEUR 202) haben sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen aus Steuerrückerstattungsansprüchen aus Körperschaftsteuer in Höhe von TEUR 1.121 (i. Vj. TEUR 131), Gewerbesteuer in Höhe von TEUR 1.559 (i. Vj. TEUR 801) und aus Umsatzsteuer-Überzahlungen in Höhe von TEUR 150 (i. Vj. TEUR 107). Ferner sind in den sonstigen Vermögensgegenständen im Folgejahr abziehbare Vorsteuerbeträge in Höhe von TEUR 112 (i. Vj. TEUR 126) enthalten.

2.3 Auszahlungen Anteilserwerb

Die Auszahlungen Anteilserwerb betrafen im Vorjahr in voller Höhe (TEUR 47.901) eine Kaufpreiszahlung der Oberberg GmbH am 30. Dezember 2021 für Anteile, deren Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten erst im Geschäftsjahr 2022 erfolgt.

Das Gliederungsschema wurde insoweit gemäß § 264 Abs. 5 HGB erweitert.

2.4 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt zum Abschlussstichtag TEUR 2.963 (i. Vj. TEUR 3.725). Hiervon betreffen TEUR 2.294 (i. Vj. TEUR 3.008) Kreditnebenkosten.

2.5 Latente Steuern

Die passiven latenten Steuern werden im Rahmen der Gesamtdifferenzmethode ausgewiesen. Die passiven latenten Steuern resultieren aus der Bildung einer Rücklage nach § 6b EStG in der Steuerbilanz infolge der Veräußerung des Grundstücks in Laßbruch und sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Die aktiven latenten Steuern entstehen insbesondere aus Pensionsrückstellungen, sonstigen Rückstellungen und auf steuerliche Verlustvorträge. Diese wurden mit den passiven latenten Steuern saldiert.

Die Bewertung der latenten Steuern erfolgte mit einem Steuersatz von 30,53 %; dabei entfallen 15,0 % auf die Körperschaftsteuer, 0,8 % auf den Solidaritätszuschlag und 14,7 % auf die Gewerbesteuer.

Es gibt keine latenten Steuern aus Konsolidierungsmaßnahmen.

2.6 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt TEUR 19.905. Der Betrag unterliegt in Höhe von TEUR 7 einer Ausschüttungssperre.

2.7 Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Sachanlagevermögens

Die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens in Höhe von TEUR 1.234 werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

2.8 Angaben und Erläuterungen zu sonstigen Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen von insgesamt TEUR 15.693 beinhalten nachfolgende größere Einzelkategorien:

TEUR
Personal- und Personalnebenkosten 5.907
Erlösschmälerungen 3.498
Abschluss- und Prüfungskosten 442
Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen 320
Zinsen 3.385
Sonstige 2.141
15.693

2.9 Verbindlichkeiten

Verbindlichkeitenspiegel

Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeiten bis ein Jahr ein bis fünf Jahre über fünf Jahre Gesamt 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.260 34 0 7.294
(Vorjahr) (25) (34) (0) (59)
2. Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditgebern 0 140.640 0 140.640
(Vorjahr) (30.000) (133.750) (0) (163.750)
3. Erhaltene Anzahlungen 366 0 0 366
(Vorjahr) (265) (0) (0) (265)
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.717 0 0 4.717
(Vorjahr) (2.765) (0) (0) (2.765)
5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (verbundene Unternehmen) 0 0 191.805 191.805
(Vorjahr) (0) (0) (179.687) (179.687)
6. Sonstige Verbindlichkeiten 8.642 0 0 8.642
(Vorjahr) (4.840) (0) (0) (4.840)
Gesamt 20.985 140.674 191.805 353.464
(Vorjahr) (37.895) (133.784) (179.687) (351.366)

Die Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditgebern betreffen gewährte Darlehen eines Debt-Fonds. Das Gliederungsschema wurde insoweit gemäß § 264 Abs. 5 HGB erweitert.

Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditgebern (TEUR 147.893) ist durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert:

Verpfändung der Geschäftsanteile der Tochterunternehmen und deren Tochtergesellschaften,

Verpfändung von Kontenguthaben,

Sicherungsübereignung des beweglichen Anlage- und Umlaufvermögens,

Sicherungsabtretung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Intercompany- Darlehensverträgen,

Die Besicherung erfolgt im Rahmen einer Darlehensvereinbarung vom 8. August 2019 durch folgende Tochtergesellschaften:

Oberberg GmbH, Berlin

Oberbergkliniken GmbH, Berlin

Oberberg Kliniken Köln Hürth GmbH, Berlin

Oberberg Kliniken Mönchengladbach Kaarst GmbH, Berlin

Oberberg Klinik Rhein-Jura GmbH, Berlin

Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad GmbH, Berlin

Oberberg Tageskliniken GmbH, Berlin

Der Jägerwinkel Privatklinik GmbH, Berlin

Physiotherapie Jägerwinkel GmbH, Berlin

Oberberg Klinik Scheidegg GmbH, Scheidegg

Privatklinik Friedenweiler GmbH, Friedenweiler

NESCURE GmbH, Bad Bayersoien

Ferner sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 41 über eine selbstschuldnerische Bürgschaft gesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, die gleichzeitig Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind, resultieren, wie im Vorjahr, aus einem gewährten Darlehen einschließlich darauf entfallener Zinsen.

2.10 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse werden im Inland erzielt und beinhalten überwiegend die Erlöse aus Tagespflegesätzen.

2.11 Sonstige Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten periodenfremde Erträge von insgesamt TEUR 4.100, die in Höhe von TEUR 3.234 aus der Auflösung von Rückstellungen, in Höhe von TEUR 613 aus der Auflösung von Wertberichtigungen und dem Eingang abgeschriebener Forderungen und in Höhe von TEUR 253 aus sonstigen Erträgen resultieren.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Höhe von TEUR 1.472 periodenfremde Aufwendungen, insbesondere aus Forderungsverlusten und Wertberichtigungen (TEUR 1.183) enthalten.

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind in Höhe von TEUR 5 (i. Vj. TEUR 7) Aufwendungen aus der Aufzinsung, insbesondere der Pensionsrückstellung, erfasst. Ferner sind in Höhe von TEUR 12.751 Zinsaufwendungen aus gewährten Darlehen der Sigmund International S.A., Luxemburg, enthalten.

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind periodenfremde Erträge aus Steuererstattungen in Höhe von TEUR 234 und in den sonstigen Steuern periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 48 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 41 enthalten.

3 Sonstige Pflichtangaben

Angaben zur Konzernkapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode betrifft liquide Mittel (TEUR 1.176 i. Vj TEUR 7.578) abzüglich bestehender Kontokorrentkreditverbindlichkeiten (TEUR 7.252; i. Vj. TEUR 8).

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Neben den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen unter Berücksichtigung der erstmaligen Kündigungsmöglichkeit sonstige finanzielle Verpflichtungen aus längerfristigen Beratungs-, Leasing-, Miet- und Wartungsverträgen in Höhe von TEUR 279.650 (davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren TEUR 187.322).

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen insbesondere Klinikmietverträge. Da die SigFreu-Gruppe strategisch auf das Betreiben und weiteres Wachstum des Klinikbetriebs ausgerichtet ist, konzentrieren sich die Ressourcen und Kapitaleinsatz der SigFreu-Gruppe auf diesen Bereich und nicht auf das Halten von Klinikimmobilien.

Angaben der durchschnittlichen Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer im Konzern

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres 2022 im Konzern beschäftigt:

2022 2021
nichtmedizinisches Personal 656 528
medizinisches Personal 921 722
Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer 1.576 1.250

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das für das Geschäftsjahr 2022 berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt für

TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 150

Angaben zu den Mitgliedern der Geschäftsführung des Mutterunternehmens:

Zum Geschäftsführer waren bestellt:

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Matthias J. Müller, Nieder-Olm), Geschäftsführer der Oberberg GmbH, Berlin

Ilmarin B. Schietzel, B.Sc. in International Business Economics, Frankfurt am Main, Geschäftsführer der Oberberg GmbH, Berlin (bis zum 30. Juni 2023)

Henrik Onne Bodenstab, Hamburg (seit dem 27. Februar 2023)

Dr. phil. Maren Kentgens, Hamburg (seit dem 13. März 2023).

Die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung unterbleibt unter entsprechender Anwendung der Schutzklausel des § 314 Abs. 3 i. V. m. § 286 Nr. 4 HGB.

Sale and lease Back

Da die Oberberg Gruppe strategisch auf das Betreiben ("Asset Light Model") und weiteres Wachstum des Klinikbetriebs ausgerichtet ist, konzentrieren sich die Ressourcen und der Kapitaleinsatz der Oberberg Gruppe auf diesen Bereich. Das Halten und das Management von Klinikimmobilien stehen dabei nicht im Fokus. Entsprechend wurde die Klinikimmobilie in Windach im Geschäftsjahr 2022 veräußert und langfristig angemietet.

Wesentliche Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung ergeben sich daraus nicht; in Höhe der erzielten Veräußerungserlöse wurden Darlehen zurückgeführt.

Inanspruchnahme von Erleichterungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB

Für Zwecke der Offenlegung werden für die Einzelabschlüsse der nachfolgend genannten, jeweils vollkonsolidierten, Tochtergesellschaften die Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB in Verbindung mit der vorgenannten Norm in Anspruch genommen:

Oberberg GmbH mit Sitz in Berlin

Oberbergkliniken GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Kliniken Mönchengladbach Kaarst GmbH mit Sitz in Berlin Oberberg Kliniken Köln Hürth GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Klinik Rhein-Jura GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Parkklinik Wiesbaden Schlangenbad GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Klinik Scheidegg GmbH mit Sitz in Scheidegg

Der Jägerwinkel Privatklinik GmbH mit Sitz in Berlin

Physiotherapie Jägerwinkel GmbH mit Sitz in Berlin

Psychosomatische Akutklinik Tegernsee GmbH mit Sitz in Berlin

NESCURE GmbH mit Sitz in Bad Bayersoien

Zentrum Isartal am Kloster Schäftlarn GmbH mit Sitz in Berlin

Privatklinik Friedenweiler GmbH mit Sitz in Friedenweiler

Oberberg Verwaltungs GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Tageskliniken GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Klinik Potsdam GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Klinik Marzipanfabrik GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Klinik Kinder und Jugendliche GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Akademie GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg 1. Immobilien GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin

Oberberg 2. Immobilien GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Institut GmbH mit Sitz in Berlin

Eberl GmbH mit Sitz in Bad Tölz; später umfirmiert in Oberberg Klinik Bad Tölz GmbH

Klinik Marzipanfabrik Holding GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Klinik Kraftwerk Bille Hamburg GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Klinik Bad Honnef GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Klinik Schloss Wedendorf GmbH mit Sitz in Berlin

Psychosomatische Klinik GmbH & Co. Windach-Ammersee KG mit Sitz in Windach

MVZ Psychotherapie München Westend GmbH mit Sitz in Windach

Psychosomatische Klinik GmbH mit Sitz in Windach

Ferner werden für die Erstellung von Lageberichten in den Einzelabschlüssen der nachfolgend genannten, jeweils vollkonsolidierten, Tochtergesellschaften die Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen:

Oberbergkliniken GmbH mit Sitz in Berlin

Der Jägerwinkel Privatklinik GmbH mit Sitz in Berlin

Oberberg Klinik Rhein-Jura GmbH mit Sitz Berlin

Oberberg Klinik Scheidegg GmbH mit Sitz in Scheidegg

Oberberg Kliniken Köln Hürth GmbH mit Sitz in Berlin

Privatklinik Friedenweiler GmbH mit Sitz in Friedenweiler

Psychosomatische Klinik GmbH & Co. Windach-Ammersee KG mit Sitz in Windach

Konzernzugehörigkeit

Die Anteile des Mutterunternehmens werden von der Sigmund International S.A., L-2449 Luxemburg, gehalten.

Ergebnisabführungsvertrag

Am 9. März 2018 wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2018 ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Oberberg Beteiligungs GmbH, Berlin, und der Oberberg GmbH, Berlin, abgeschlossen. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 12. März 2018.

Die Oberberg Beteiligungs GmbH, Berlin, wurde gemäß Verschmelzungsvertrag vom 20. Februar 2018 und den Zustimmungsbeschlüssen vom selben Tage mit Wirkung zum 1. Januar 2018 durch Übertragung ihres Vermögens als Ganzes unter Auflösung ohne Abwicklung auf die SigFreu Holding GmbH, Berlin, verschmolzen. Die Verschmelzung wurde mit der Eintragung in das Register der übernehmenden SigFreu Holding GmbH am 6. September 2018 wirksam. Die Ergebnisabführung an die SigFreu Holding GmbH für das Geschäftsjahr 2022 beträgt TEUR 27.692.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung vom 27. Februar 2023 wurde Herr Henrik Onne Bodenstab und mit Wirkung zum 13. März 2023 wurde Frau Dr. Maren Kentgens zu weiteren Geschäftsführern bestellt.

Die Gesellschaft hat am 19. April 2023 mit den finanzierenden Parteien eine Vereinbarung getroffen, wonach u. a. der Gesellschafter Ende April 2023 Finanzmittel in Höhe von TEUR 6.950 als Gesellschafterdarlehen und Kapitalzuführung zur Verfügung gestellt hat. Darüber hinaus wurde im November 2023 eine geänderte Vereinbarung mit den Finanzierungsgebern geschlossen, die u. a. weitere Finanzmittel als Gesellschafterdarlehen und Kapitalzuführung vorsieht.

 

Berlin, den 29. November 2023

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Matthias J. Müller, Geschäftsführer

Dr. phil. Maren Kentgens, Geschäftsführerin

Henrik Onne Bodenstab, Geschäftsführer

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungskosten
01.01.2022 Zugänge aus Erstkonsolidierung Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.934.315,55 1.132.944,20 2.196.003,67 0,00 651.436,59 9.914.700,01
2. Geschäfts- oder Firmenwert 262.202.634,88 17.531.369,35 2.607.116,98 165.810,27 95.701,14 282.271.012,08
3. Geleistete Anzahlungen 1.161.930,68 0,00 10.593,27 0,00 -747.137,73 425.386,22
269.298.881,11 18.664.313,55 4.813.713,92 165.810,27 0,00 292.611.098,31
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.162.296,40 45.549.119,33 3.392.086,91 44.126.773,22 133.879,23 8.110.608,65
2. Technische Anlagen und Maschinen 273.902,87 9.573,13 250.000,00 0,00 0,00 533.476,00
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.603.656,72 5.234.970,75 3.802.009,22 6.069,31 292.148,54 29.926.715,92
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 793.725,71 6.900,43 1.176.788,85 11.239,33 -426.027,77 1.540.147,89
24.833.581,70 50.800.563,64 8.620.884,98 44.144.081,86 0,00 40.110.948,46
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 50.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 50.000,00
2. Sonstige Ausliehungen 126.419,58 0,00 0,00 126.419,58 0,00 0,00
176.419,58 0,00 0,00 126.419,58 0,00 50.000,00
294.308.882,39 69.464.877,19 13.434.598,90 44.436.311,71 0,00 332.772.046,77
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2022 Zugänge aus Erstkonsolidierung Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.124.282,98 942.732,20 1.092.336,13 0,00 5.159.351,31
2. Geschäfts- oder Firmenwert 61.872.267,34 0,00 18.791.782,09 0,00 80.664.049,43
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
64.996.550,32 942.732,20 19.884.118,22 0,00 85.823.400,74
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 948.531,10 13.257.551,83 136.851,41 13.324.730,72 1.018.203,62
2. Technische Anlagen und Maschinen 175.345,87 7.318,13 31.951,00 0,00 214.615,00
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.860.597,97 3.575.003,75 2.135.095,37 3.944,92 19.566.752,17
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 11.500,00 0,00 11.500,00
14.984.474,94 16.839.873,71 2.315.397,78 13.328.675,64 20.811.070,79
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Sonstige Ausliehungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
79.981.025,26 17.782.605,91 22.199.516,00 13.328.675,64 106.634.471,53
Buchwert
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.755.348,70 2.810.032,57
2. Geschäfts- oder Firmenwert 201.606.962,65 200.330.367,54
3. Geleistete Anzahlungen 425.386,22 1.161.930,68
206.787.697,57 204.302.330,79
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.092.405,03 2.213.765,30
2. Technische Anlagen und Maschinen 318.861,00 98.557,00
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.359.963,75 6.743.058,75
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.528.647,89 793.725,71
19.299.877,67 9.849.106,76
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 50.000,00 50.000,00
2. Sonstige Ausliehungen 0,00 126.419,58
50.000,00 176.419,58
226.137.575,24 214.327.857,13

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022

Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Verlustvortrag Konzernjahresüberschuss/ -verlust Summe
EUR EUR EUR EUR
31. Dezember 2020 25.000,00 18.800.000,00 -42.442.731,38 -31.853.923,56 -55.471.654,94
Einzahlung in die Kapitalrücklage 0,00 1.104.743,39 0,00 0,00 1.104.743,39
Verlustvortrag auf neue Rechnung 0,00 0,00 -31.853.923,56 31.853.923,56 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00 -18.093.087,20 -18.093.087,20
31. Dezember 2021 25.000,00 19.904.743,39 -74.296.654,94 -18.093.087,20 -72.459.998,75
Eigenkapital Minderheitenanteil 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Einzahlung in die Kapitalrücklage 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Verlustvortrag auf neue Rechnung 0,00 0,00 -18.093.087,20 18.093.087,20 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00 -40.152.278,48 -40.152.278,48
31. Dezember 2022 25.000,00 19.904.743,39 -92.389.742,14 -40.152.278,48 -112.612.277,23
Nicht beherrschende Anteile
Eigenkapitalanteile nicht beherrschende Anteile Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn Summe Konzern-Eigenkapital
EUR EUR EUR EUR
31. Dezember 2020 0,00 0,00 0,00 -55.471.654,94
Einzahlung in die Kapitalrücklage 0,00 0,00 0,00 1.104.743,39
Verlustvortrag auf neue Rechnung 0,00 0,00 0,00 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00 -18.093.087,20
31. Dezember 2021 0,00 0,00 0,00 -72.459.998,75
Eigenkapital Minderheitenanteil 6.225,00 0,00 6.225,00 6.225,00
Einzahlung in die Kapitalrücklage 0,00 0,00 0,00 0,00
Verlustvortrag auf neue Rechnung 0,00 0,00 0,00 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 12.738,75 12.738,75 -40.139.539,73
31. Dezember 2022 6.225,00 12.738,75 18.963,75 -112.593.313,48

Konzernkapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Periodenergebnis -40.140 -18.093
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 22.200 19.826
Zunahme der Rückstellungen 526 1.056
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge -1.233 0
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -760 -4.219
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 1.321 -557
Verlust (i. Vj. Gewinn) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 13 -9.343
Zinserträge/Zinsaufwendungen 23.144 20.574
Ertragsteueraufwand/-ertrag -970 2.553
Ertragsteuerzahlungen -2.234 -2.018
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.867 9.779
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 31.094 18.580
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -5.012 -2.388
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -4.814 -1.969
Auszahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen -2.868 -23.626
Auszahlungen aus dem Erwerb von nicht konsolidierten Unternehmen 0 -126
Auszahlung Anteilserwerb 2022 0 -47.901
Erhaltene Zinsen 8 2
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 18.408 -57.428
Einzahlungen aus Einzahlungen in die Kapitalrücklage 0 1.105
Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 6.909 48.364
Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-)Krediten -30.430 0
Einzahlung aus der Aufnahme von Gesellschafterdarlehen 0 6.395
Gezahlte Zinsen -10.400 -8.170
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -33.921 47.694
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -13.646 45
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 7.570 7.525
Finanzmittelfonds am Ende der Periode -6.076 7.570

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1 Unternehmen und Organisation

Die Oberberg Gruppe mit Hauptsitz in Berlin ist eine vor mehr als 30 Jahren gegründete Klinikgruppe mit 28 Kliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an verschiedenen Standorten in Deutschland (Stand Jahresende 2022; aktuell 31 Kliniken). In den Kliniken der Oberberg Gruppe werden Erwachsene, Jugendliche und Kinder in individuellen, intensiven und innovativen Therapiesettings behandelt. Darüber hinaus existiert ein deutschlandweites Netzwerk aus Oberberg City Centern, korrespondierenden Therapeuten und Selbsthilfegruppen.

Die im Konzernabschluss zusammengefassten Unternehmen haben die Oberberg GmbH als Holding. Diese bündelt zentral u. a. Geschäftsführung, Forschung und Unternehmensentwicklung, Projektmanagement & Integration, Marketing, PR & Sales, Finanzen, Medizincontrolling & QM, IT und HR. Die SigFreu Holding GmbH ergänzt die Oberberg Gruppe hinsichtlich der Finanzierung durch Banken, Fonds und Gesellschafter. Diese Einheit bildet insgesamt die SigFreu Gruppe. Die Oberberg Gruppe verfolgt das Ziel, in ihrem Segment auf dem deutschen Gesundheitsmarkt eine führende Stellung einzunehmen und auszubauen. In diesem Zusammenhang wurden die für das Wachstum erforderlichen Führungs- und Steuerungsstrukturen sukzessive entwickelt, erfolgreich implementiert und in die Holdingstrukturen der Oberberg GmbH integriert. Dazu gehört auch die Finanzierung der Gruppe durch die SigFreu Holding GmbH.

Die Gruppe ist in den letzten 10 Jahren stark gewachsen und hat sich insbesondere seit 2019 in dem für die Oberberg Gruppe strategisch bedeutsamen süddeutschen Raum um fünf stationäre Einrichtungen erweitert. Das ist zum einen die Oberberg Fachklinik Scheidegg im Allgäu, die Psychosomatik, Psychotherapie und Naturheilverfahren verbindet. Die Privatklinik Jägerwinkel am Tegernsee erweitert die Klinikgruppe ihr Spektrum um multimodal-interdisziplinäre Therapiekonzepte zur Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation von orthopädischen, psychosomatischen und internistischen Erkrankungen mit einem Schwerpunkt auf der konservativ-orthopädischen Schmerztherapie. Die Nescure Privatklinik am See im bayerischen Bad Bayersoien bietet spezialisierte Therapien zur qualifizierten Entzugs- und Motivationsbehandlung für Patienten mit Alkoholabhängigkeit. Die Klinik setzt u. a. die Neuroelektrische Stimulation (NES) unterstützend ein. Patienten werden dort in weniger als vier Wochen in kleinen Gruppenstärken behandelt. 2021 hat sich die Gruppe regional und inhaltlich im Südwesten mit der Privatklinik Friedenweiler sowie seit Beginn des Jahres 2022 mit der Klinik Windach am Ammersee - der bisher größten Einrichtung - mit einem Akutkrankenhaus für Psychosomatik für gesetzlich Versicherte und deren zugehöriger Tagesklinik Westend in München erweitert. Die Kliniken sind mit 181 stationären Betten in Windach und 50 tagesklinischen Plätzen in München Westend in den bayerischen Krankenhausplan eingebunden. Im dazu gehörenden Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ Psychotherapie Westend) werden darüber hinaus ambulante Therapien angeboten. Schließlich ergänzt die familiär geführte Privatklinik Eberl in Bad Tölz (nunmehr Oberberg Fachklinik Bad Tölz) seit 2022 das Angebot der Gruppe.

Die Gruppe baut zudem sukzessive Kliniken für Kinder und Jugendliche in der für Oberberg strategisch bedeutsamen Wachstumssäule auf. In der 2020 eröffneten Fachklinik Marzipanfabrik werden Kinder ab 6 Jahren und Jugendliche/Adoleszente bis 21 Jahren im belebten Hamburger Stadtteil Bahrenfeld behandelt. Zudem erfolgte 2020 auch der Umzug des Patientenbetriebes der Oberberg Fachklinik Düsseldorf Kaarst sowie der temporäre Umzug der Fachklinik Wasserschlösschen vom Standort Mönchengladbach in den Klinikneubau in Kaarst. In diesem modernen Klinikneubau teilen sich die beiden Kliniken seither das Gebäude, bis Mitte 2023 die Klinik für Kinder- und Jugendliche (Fachklinik Wasserschlösschen) wieder zurück in das bisherige Klinikgebäude nach Mönchengladbach ziehen wird, welches aktuell renoviert und ausgebaut wird. Die Eröffnung einer weiteren Klinik für Kinder und Jugendliche in Berlin steht mit dem Fasanenkiez Mitte 2023 unmittelbar bevor.

Nach der Integration der ersten reinen Tagesklinik Kurfürstendamm Berlin Ende 2018 wurden seit 2020 weitere Tageskliniken in zentraler Lage eröffnet: Zunächst die Tageskliniken in Hamburg und München Bogenhausen, im Jahr 2021 sodann Frankfurt am Main sowie in Lörrach. Im Jahr 2022 waren Eröffnungen weiterer Tageskliniken ein Schwerpunkt: in Essen, in Hannover, in Freiburg (für Kinder und Jugendliche), gefolgt von Bremen und Bonn Anfang 2023. Erworben wurde 2022 neben der oben bereits genannten Tagesklinik in München Westend auch die Praxis Isartal am Kloster Schäftlarn, die ihr Angebot mit Übernahme um eine Tagesklinik erweitert hat. Die Tageskliniken der Oberberg Gruppe bieten Patienten die Möglichkeit einer hochfrequenten, multidisziplinären und intensiven Therapie, wenn ambulante Behandlungen nicht ausreichen. Der Patient behält zudem den wichtigen Bezug zum Lebensalltag. Vor dem Hintergrund der geographischen Expansion und Umsetzung der Cluster-Strategie als auch der Verzahnung der Behandlungskette sind die Eröffnungen ein weiterer strategisch wichtiger Schritt für die Oberberg Gruppe.

In Potsdam und Berlin wurden mit der Gründung neuer Gesellschaften und der Anmietung ehemaliger Hotelimmobilien, neue Klinikstandorte entwickelt, die den Rahmen für neue Kliniken für Erwachsene bzw. Kinder- und Jugendliche schaffen. Die Eröffnung und der Betrieb in Potsdam erfolgte Ende 2022, in Berlin ist es für Juni 2023 geplant.

Darüber hinaus konnten in strategisch wichtigen Regionen an attraktiven Standorten z. B. in Nordrhein-Westfalen (Bad Honnef) und Norddeutschland (Hamburg und im Großraum Lübeck) weitere Einrichtungen für die Oberberg Gruppe gesichert werden. Die Eröffnungen sind ab 2024 avisiert.

Die Oberberg Gruppe hat einen medizinisch-wissenschaftlichen Beirat, der aus derzeit acht namhaften Medizinern und Psychologen aus Wissenschaft und Praxis besteht. Sie bilden das Spektrum der Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Diagnostik und Therapie sowohl für das Erwachsenen- als auch das Kindes- und Jugendalter ab. Der medizinisch-wissenschaftliche Beirat unterstützt die Klinikgruppe und trägt maßgeblich dazu bei, dass neueste evidenzbasierte Erkenntnisse aus Forschung und Lehre in die klinische Versorgung der Patienten einfließen und sichert eine Qualitätskontrolle in allen Kliniken.

In 2022 haben zudem die Oberberg Akademie GmbH sowie das Oberberg Institut GmbH für die Bündelung und Koordination von Fort- und Weiterbildungsangeboten bzw. von weiteren Gesundheitsleistungen (im Bereich von Prävention, Beratung, Coaching von Personen, Gruppen und Unternehmen) der Oberberg Gruppe ihre Aktivitäten aufgenommen.

2 Konzernstrategie

Die Zahl der behandlungsbedürftigen Menschen und die Inanspruchnahme von Therapieangeboten im Bereich der Psychiatrie und insbesondere in den Bereichen Psychosomatik und Psychotherapie wird in unserer Gesellschaft noch weiter zunehmen. Dazu gehören insbesondere Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen, aber auch Krankheitsbilder, die als Stress- und Traumafolgestörungen sowie psychosomatische Schmerz- und Schlafstörungen subsummiert werden können. Diese gesundheitsökonomischen Rahmenbedingen bilden die Grundlage für eine Intensivierung der Expansionsstrategie der Oberberg Gruppe, sowohl im Bereich der Erwachsenenpsychiatrie als auch ganz besonders in den kinder- und jugendpsychiatrischen Indikationen.

Die Oberberg Gruppe verfolgt die Strategie des nachhaltigen Wachstums. Die Erweiterung vorhandener und der Aufbau neuer Kliniken sowie der Erwerb weiterer Einrichtungen sind dabei wesentlicher Bestandteil. Der Fokus liegt auf der Verlängerung bzw. Verzahnung der Versorgungskette (ambulant - tagesklinisch - vollstationär), der zielgerichteten geographischen Expansion in Clustern, der Expansion in neue oder angrenzenden Indikations- und Behandlungsfelder mit neuen Angeboten und Roll-out Opportunitäten sowie der Erweiterung auf dem Markt der gesetzlich versicherten Patienten.

Trotz der Coronapandemie seit dem Frühjahr 2020 hat die Oberberg Gruppe auch in den Jahren 2021 und 2022 weitere Aktivitäten hinsichtlich Fortführung, Modernisierung und Erweiterung des Klinikbetriebes umgesetzt. Das zeigt der konsequente Aufbau und Roll-out von weiteren stationären Einrichtungen und Tageskliniken sowie die zielgerichteten Akquisitionsaktivitäten.

Da die Oberberg Gruppe strategisch auf das Betreiben ("Asset Light Model") und weiteres Wachstum des Klinikbetriebs ausgerichtet ist, konzentrieren sich die Ressourcen und der Kapitaleinsatz der Oberberg Gruppe auf diesen Bereich. Das Halten und das Management von Klinikimmobilien stehen dabei nicht im Fokus. Hinsichtlich Immobilieninvestitionen arbeitet die Oberberg Gruppe erfolgreich mit erfahrenen Immobilienpartnern zusammen.

Die Fachkliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie sind zwischenzeitlich integraler Teil einer Markenidentität der gesamten Oberberg Gruppe. Sie behalten ihre individuellen Stärken und Angebote, sind aber - ggf. nach der jeweiligen Umbenennung - in einem einheitlichen Markenbild erkennbar. Die Marke steht dabei nicht nur für den größten Verbund privater Fachkliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland. Sie steht vor allem auch für individuelle, intensive und innovative Medizin mit einem hohen Qualitätsanspruch auf der Grundlage des Zusammenwirkens von Menschlichkeit, Verbundenheit und Evidenz. Mit den Ende des Jahres 2022 bestehenden 28 Kliniken, die sich auf das ganze Bundesgebiet erstrecken, bietet die Oberberg Gruppe den Patientinnen und Patienten ein umfangreiches Netzwerk an erfahrenen Fachärzten und eine große Breite Therapieansätze unter einem Namen. Darüber hinaus behalten die Privatklinik Jägerwinkel am Tegernsee und Nescure Privatklinik am See und zunächst auch die Privatklinik Friedenweiler ihre bisherigen Markenidentitäten und werden als eigenständige Marken, inklusive Markenidentität und -ausrichtung neben der Marke Oberberg in den Verbund eingegliedert.

Bei der Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kooperiert die Oberberg Gruppe eng mit Universitäten und profitiert vom wachsenden Netzwerk der Kliniken. Das ermöglicht auch eine bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung.

3 Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

Die Einrichtungen der Oberberg Gruppe behandeln überwiegend Privatpatienten und Beihilfepatienten. Diese sind in der Regel Selbstzahler, die eine Kostenerstattung von einer privaten Krankenversicherung oder einer staatlichen Beihilfestelle erhalten. Insofern bildet die Kontinuität der politischen Rahmenbedingungen in diesem Kontext mit der privaten Krankenversicherung. eine stabile Zukunftsperspektive

Die Coronapandemie beeinflusste seit dem Ausruf des internationalen Gesundheitsnotstands seitens der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus (SARS-CoV-2) Ende Januar 2020 und der offiziellen Einstufung als Pandemie seit Mitte März 2020 den Geschäftsverlauf deutlich. Der Umgang mit der Coronapandemie hat weltweit und in Deutschland die Regierungen, die Wirtschaft, das Gesundheitssystem und auch die Oberberg Gruppe vor bislang ungekannte Herausforderungen gestellt. Das operative Geschäft ist wie 2021 auch und insbesondere mit Ausbruch der Variante Omikron mit besonders hohen Inzidenzen im Geschäftsjahr 2022 weiterhin stark geprägt von der Coronapandemie, was sich auch in den Kennzahlen 2022 widerspiegelt. Nach dem Ende der letzten Corona-Schutzmaßnahmen nach Infektionsschutzgesetz am 7. April 2023 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Gesundheitsnotstand wegen der Covid-19-Pandemie am 5. Mai 2023 aufgehoben. Dies ermöglicht nun wieder ein Betreiben der Kliniken ohne Einschränkungen.

Die Oberberg Gruppe hat in den unterschiedlichen Phasen und Wellen zur Milderung negativer Auswirkungen der anhaltenden Pandemie eine Vielzahl an Maßnahmen und Initiativen ergriffen. Die regelmäßigen Task-Force-Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen haben das Pandemiegeschehen durchgängig begleitet und die Maßnahmen gesteuert. Zentrale Elemente waren neben Abstandsregeln, Kontaktreduktion und der Ausstattung mit adäquaten Schutzausrüstungen bzw. Mund-Nasen-Schutz die frühzeitige und konsequente Umsetzung von Test-, Hygiene- und Lüftungskonzepten (einschließlich Luftreinigungsgeräten) zum größtmöglichen persönlichen Schutz der Patienten, Mitarbeiter und Besucher. Trotz der ergriffenen Maßnahmen, die den Klinikbetrieb auch teilweise erschwert haben, hat sich die anhaltende Pandemie, aufgrund der besonders hohen Infektionszahlen im Jahr 2022 negativ auf die Patientenzahlen ausgewirkt.

Operative Maßnahmen wie gezielte PR-, Marketing- und Kommunikationsaktivitäten oder neue Angebote wie zum Beispiel Telemedizin, Video-Sprechstunden oder Post-COVID-Therapieangebote wurden implementiert, konnten die adversen Effekte der Pandemie jedoch nicht kompensieren. Weiterhin zu nennen ist die Erhebung krisenbedingter Infektionsschutzzuschläge, um die Zusatzkosten für den Infektionsschutz zumindest in Teilen auszugleichen. Im Jahr 2022 gab es keine Inanspruchnahme staatlicher Hilfen - die zeitlich beschränkten Ausgleichszahlungen waren ausschließlich im Geschäftsjahr 2020 relevant.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass aufgrund der zunehmenden Sensibilisierung im Gesundheitssystem (z. B. der Hausärzte) sowie der zunehmenden Akzeptanz von psychosomatisch-psychotherapeutischen Behandlungsmaßnahmen in der Bevölkerung eine steigende Inanspruchnahme von Behandlungen, vor allem für Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen und Stress/Traumafolgestörungen, und damit steigende Fallzahlen erwartet werden können. Wir beobachten auch, dass die Coronapandemie ebenfalls zu steigenden Fallzahlen führt.

Der im Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine hat auch auf die Oberberg Gruppe durch Unsicherheiten bei Patienten, Mitarbeitern und Geschäftspartner, sowie durch Preissteigerungen, insbesondere bei Energie, Lebensmitteln und Mietpreisen negativ ausgewirkt. Die Inflationsrate stieg 2022 auf +7,9 %. Die Oberberg Gruppe ist dem mit folgenden Maßnahmen begegnet: Ein Energiemanagementsystem wurde eingeführt und Maßnahmen zur Reduktion des Energiebedarfes realisiert. Darüber hinaus findet ein regelmäßiges Monitoring der Energiepreise und der vertraglichen Preisbindung statt. Es wurde ein gruppenweites digitales Einkaufs- und Beschaffungssystem eingeführt, welches mittels Echtzeit-Preisvergleichen Kostensenkungen im Lebensmitteleinkauf ermöglicht.

Als indirekte Folge des Ukrainekrieges sowie der seit Juli 2022 schrittweisen Erhöhung des Leitzinses der Europäischen Zentralbank erhöhte sich auch der EURIBOR und damit die Finanzierungskosten der Oberberg Gruppe.

4 Wirtschaftsbericht

4.1 Ertragslage

Wesentliche Steuerungsgrößen sind die Belegung, Umsatzerlöse und das bereinigte EBITDA.

Grundlage der Ertragsentwicklung des Konzerns ist die Belegung/Auslastung der Kliniken. Mit vorrangig fixen Kostenblöcken, die als Privatkliniken den Grundstrukturen eines gehobenen Hotelbetriebes mit Klinikbetrieb entsprechen, ist die Belegung der wichtigste Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg. Privatpatienten lassen sich besonders in ihrer Situation nur ungern auf Wartezeiten ein, sodass die Oberbergkliniken entsprechende Kapazitäten bereithalten müssen.

Mehrjährige Erfahrungen zeigen, dass vorübergehende Nachfrageschwankungen nur eingeschränkt steuerbar und teilweise auch keiner klaren Saisonalität zuzuordnen sind. Mit anhaltendem Gruppenwachstum und steigendem Diversifizierungsgrad können diese jedoch zunehmend besser ausgesteuert werden.

Das seit vielen Jahren fortschreitende Wachstum von Klinikplätzen, Belegung und Umsatz der Oberberg Gruppe konnte auch im Geschäftsjahr 2022 fortgesetzt werden. Auch aufgrund der erworbenen stationären Kliniken in Windach und Bad Tölz und der neu eröffneten stationären Klinik in Potsdam sowie den neuen Tageskliniken München Westend, Zentrum Isartal, Essen, Hannover und Freiburg (für Kinder und Jugendliche) konnte der Umsatz des Konzerns um 17,1 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Bezogen auf die Kliniken, die im Vorjahr bereits im Bestand waren, ist der Umsatz der stationären Kliniken für Erwachsene zum Vorjahr in Summe insbesondere coronabedingt rückläufig, während der Umsatz der Tageskliniken gesteigert und der Umsatz der stationären Kliniken für Kinder- und Jugendliche deutlich gesteigert werden konnte.

Eine von der Pandemie beeinträchtigte Patientennachfrage sowie pandemiebedingt anzupassende Kapazitäten haben sich 2022 wie bereits im Vorjahr mindernd auf den Umsatz ausgewirkt, die Auslastung ist gesunken. Die angefallenen gestiegenen Personalkosten haben trotz Umsatzsteigerung zu einer Reduktion des erzielten EBITDA geführt.

Das Ergebnis vor Abschreibung, Zinsen und Steuern ist gegenüber dem Vorjahr um EUR 20,4 Mio. gesunken. Das ist im Wesentlichen auf den im Vorjahr aus dem Verkauf der Panorama Fachklinik generierten Buchgewinn von EUR 9,3 Mio. in den sonstigen betrieblichen Erträgen sowie gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen von EUR 9,2 Mio. zurückzuführen.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Erweiterung Oberberg Gruppe in 2022 mit einer Klinik für gesetzlich Versicherte in Windach, einer kleineren Klinik in Bad Tölz, die zukünftig mit einer privatversicherten Patientenstruktur wie in anderen Oberbergkliniken entwickelt wird sowie mit der neu eröffneten stationären Klinik in Potsdam und mit fünf Neueröffnungen von Tageskliniken vor allem Kliniken mit starkem Entwicklungspotential erworben bzw. eröffnet wurden, bei denen großes Potential besteht, die Ergebnisse künftig zu steigern, weiter erfolgreich fortgesetzt wurde. Dennoch liegt die Gesamtergebnisentwicklung der Gruppe im Wesentlichen bedingt durch Corona deutlich hinter den Erwartungen ohne Pandemie zurück.

4.1.1 Belegung

Die Kliniken der Oberberg Gruppe haben im Jahr 2022 einen Jahresdurchschnittswert von 804 Patienten erreicht und damit 171 Patienten (26,9 %) mehr als im Vorjahr, aber 133 Patienten (14 %) unter der geplanten Belegung. Davon resultieren 124 Patienten per Saldo aus den beiden Kliniken mit gesetzlich Versicherten, aus der in 2022 erworbenen Klinik Windach und der veräußerten Panorama Klinik, die in den ersten 5 Monaten des Vorjahres noch Bestandteil der Gruppe war. Darüber hinaus kamen 43 tagesklinische Patienten hinzu. Während die Belegung in den stationären Kliniken für Erwachsene (ohne Klinik Windach) in Summe leicht rückläufig ist, ist die Belegung der Kinder- und Jugendkliniken in Summe leicht gestiegen.

Die Klinikgruppe weist für das Jahr 2022 eine durchschnittliche Belegungsquote von 78,1 % auf. Die Belegungskapazität ist weiterhin pandemiebedingt standortindividuell angepasst und im Gruppendurchschnitt leicht reduziert. Neben der Oberberg Fachklinik Schwarzwald sowie der Oberberg Fachklinik Konraderhof für Kinder und Jugendliche konnte auch die Privatklinik Friedenweiler und die Klinik Windach Belegungsquoten von über 90 % im Jahresdurchschnitt erzielen. Die geringste Belegungsquote ist mit 63,1% in der Oberberg Klinik Kaarst, die zu Beginn der Pandemie neue eröffnet hat und sich im Ramp-up befindet, für die nun nach Ende der Pandemie Steigerungspotential bzgl. der Belegung besteht.

4.1.2. Umsatz

Die Umsatzerlöse der SigFreu Gruppe betragen EUR 126,2 Mio. Das entspricht einem Wachstum um EUR 18,4 Mio. (17,1 %) gegenüber dem Vorjahreszeitraum, aber 13,7 % unter Plan. Die Umsätze setzen sich im Wesentlichen zusammen aus dem Tagessatz der Patienten sowie Wahlleistungen. Das sind Zimmerzuschläge und wahlärztliche Leistungen nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte). Zum 1. Januar 2022 wurden bei den meisten Kliniken Preisanpassungen beim Tagessatz vorgenommen. Der seit Juni 2020 erhobene pauschalierte Infektionsschutzzuschlag zum teilweisen Ausgleich von Mehraufwendungen aufgrund der coronabedingten Infektionsschutzmaßnahmen ist im Juli 2022 ausgelaufen. Die Wahlleistungen blieben in allen Kliniken im Preis unverändert.

Der Umsatz verteilt sich auf die 28 Kliniken der Gruppe in unterschiedlichen Clustern, Versorgungsketten und Schwerpunkten. Somit können einrichtungsspezifische Umsatzschwankungen mit zunehmender Zahl der Kliniken diversifiziert und vermehrt kompensiert werden. Die hinzugekommene Klinik Windach hat als größte Klinik auch den höchsten Umsatz von EUR 14,9 Mio. in 2022 verzeichnet. Die Oberberg Kliniken Rhein-Jura und Schwarzwald haben einen Umsatz von mehr als EUR 10 Mio. erreicht. Die von fünf auf zehn gestiegenen Tageskliniken, die nur an Wochentagen belegt werden und sich teilweise im Aufbau befinden, haben in 2022 einen Gesamtumsatz von EUR 7,9 Mio. erreicht.

4.1.3 EBITDA

Im Geschäftsjahr 2022 hat die SigFreu Gruppe ein bereinigtes EBITDA von EUR 16,2 Mio. erzielt. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang von EUR 5,4 Mio.). Dabei wird das EBITDA um Einmal- und Transaktionskosten sowie gegenläufig um kalkulatorische Mieten und Buchgewinnen aus Verkaufserlösen per Saldo um neutrale Aufwendungen von EUR 11,5 Mio. (i. Vj. neutrale Erträge EUR 3,5 Mio.) bereinigt. Dem EBITDA-Planziel von EUR 29,3 Mio. lag die Annahme zu Grunde, dass die Pandemie nur bis zum ersten Quartal 2022 andauert. Die deutlich unter Plan liegende Belegung führte zu einem Umsatz von EUR 19,5 Mio. unter Plan. Dies konnte teilweise (etwas mehr als einem Drittel) durch geringeres Personal und geringere sonstige Kosten kompensiert werden, so dass das EBITDA EUR 13,0 Mio. unter Plan liegt.

Die Personalkosten sind mit EUR 80,5 Mio. der größte Kostenbestandteil (63,8 % des Umsatzes, Vj. 55,6 %). Es folgen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit EUR 40,0 Mio. Sie bilden 31,7 % (Vj. 28,5 %) des Umsatzes ab. Enthalten sind hier auch die Einmal- und Transaktionskosten. Die Abschreibungen in Höhe von EUR 22,2 Mio. (17,6 % des Umsatzes; Vj. 18,4 %) bestehen mit EUR 18,8 Mio. überwiegend aus den Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert.

Der Zinsaufwand beinhaltet überwiegend Zinsen aus Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 12,8 Mio. und beträgt inklusive der Zinsaufwendungen gegenüber anderen Finanzierungspartnern bei gestiegenem Zinsniveau in Summe EUR 23,3 Mio. Die Ertragsteuern stehen als Erstattungsanspruch mit einem Ertrag von EUR 1,0 Mio. zu Buche.

Somit ergibt sich ein Konzernergebnis nach Zinsen und Steuern von EUR -39,8 Mio., nach sonstigen Steuern ein Konzernjahresfehlbetrag von EUR 40,2 Mio.

4.2 Finanz- und Vermögenslage

Das Anlagevermögen ist mit EUR 226,1 Mio. um EUR 11,8 Mio. bzw. 5,5 % zum Vorjahreswert gestiegen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind um EUR 41,4 Mio. bzw. 58,8 % zum Vorjahreswert deutlich gesunken. Das ist im Wesentlichen auf den Kaufpreis für die Psychosomatische Klinik GmbH & Co Windach / Ammersee KG zurückzuführen, der bereits vor dem Stichtag überwiesen wurde, während die Klinik aber erst mit Wirkung direkt nach dem Stichtag übertragen wurde. Der Bankbestand ist mit EUR 1,2 Mio. um EUR 6,4 Mio. geringer als im Vorjahr.

In Summe hat sich die Bilanzsumme um EUR 3,5 Mio. (0,9 %) auf EUR 372,4 Mio. leicht erhöht.

Durch den Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von EUR 40,2 Mio. hat sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag auf EUR 112,6 Mio. erhöht.

Die Rückstellungen haben sich um EUR 0,9 Mio. erhöht, im Wesentlichen verursacht durch den Anstieg der sonstigen Rückstellungen. Die Finanzierung der SigFreu und Oberberg Gruppe erfolgt zum einen durch ein Gesellschafterdarlehen, das mit EUR 191,8 Mio. in den Büchern steht und sich durch endfällige Tilgung und kapitalisierte Verzinsung entsprechend erhöht. Zum anderen durch ein Darlehen eines Finanzierungskonsortiums in Höhe von insgesamt EUR 140,6 Mio., das teilweise unterjährig getilgt wird. In Summe haben sich dadurch die Verbindlichkeiten im Vergleich zum Vorjahr um EUR 2,1 Mio. erhöht.

Im Geschäftsjahr 2022 lag der operative Cashflow (Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit) bei EUR 1,9 Mio. Bedingt durch den sale and lease back der Klinikimmobilie der Psychosomatische Klinik GmbH & Co Windach / Ammersee KG ergibt sich aus Investitionstätigkeit ein Mittelzufluss von EUR 18,4 Mio. und aus Finanzierungstätigkeit ein Abfluss in Höhe von EUR 33,9 Mio. bei gestiegenem Zinsniveau und insbesondere aufgrund der Darlehenstilgung für die Klinikimmobilie der Psychosomatischen Klinik GmbH & Co Windach / Ammersee KG. Der Bestand an liquiden Mitteln abzüglich Kontokorrentverbindlichkeiten lag zum Bilanzstichtag bei EUR -6,1 Mio.

Insgesamt zeigt sich, nach Abzug des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages, durch den Immobilienverkauf der Psychosomatische Klinik GmbH & Co Windach / Ammersee KG ein in Summe gesunkenes Vermögen und eine in Summe leicht gestiegene Verschuldung. Die Liquidität war durch die bestehenden Darlehensverträge gewährleistet.

5 Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2022 waren im Durchschnitt 1.576 Mitarbeiter (i. Vj. 1.250) beschäftigt. Aufgrund einer branchenüblichen hohen Teilzeitquote entspricht dies 1.108 Vollzeitkräften (i. Vj. 876).

Die Oberberg Gruppe arbeitet aktuell fast ausschließlich mit festangestellten Mitarbeitern im ärztlichen und pflegerischen Bereich. Das unterstützt, dem eigenen Anspruch als größter Qualitätsverbund privater Fachkliniken im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland gerecht zu werden.

Der kontinuierlich und nachhaltig hohe fachliche Standard soll durch regelmäßigen Austausch innerhalb der Gruppe - beispielsweise im Rahmen von Leitungskonferenzen -, kontinuierlicher Beratung des mit namhaften Experten hochrangig besetzten, medizinisch-wissenschaftlichen Beirats sowie durch interne und externe Weiterbildungen gesichert werden.

Im Geschäftsjahr 2022 gelang es, das Angebotsspektrum im medizinisch-therapeutischen Bereich erneut auszuweiten und zu vertiefen. Basis dafür ist die Expertise der erfahrenen ärztlichen Direktoren, Chefärzte, leitenden Psychologen und Therapeuten in den Kliniken, die die Oberberg Gruppe über viele Jahre begleiten, hinzugewonnen werden konnten oder sich der Gruppe über die neuen Kliniken angeschlossen haben.

Zudem besteht eine regionale Struktur mit erfahrenen kaufmännischen Direktoren, die jeweils für mehrere Kliniken der Oberberg Gruppe verantwortlich sind und deren Struktur mit den Entwicklungen der Gruppe wächst. Auch die Entwicklung der Oberberg Plattform mit zentraler Holdingstruktur und Matrixorganisation wurde sukzessive weiterentwickelt. Ebenso konnten durch die verantwortlichen Teams die Integration der erworbenen Kliniken und der Aufbau neuer Kliniken konsequent fortgeführt werden.

Dank eines aktiven Personalmanagement und unterstützt auch durch ein gutes Corona-Sicherheits- und Hygienekonzepts konnte auch in der im Jahr 2022 anhaltenden angespannten Corona-Situation der Personalstamm in der Gruppe stabil gehalten werden und damit die Patientenbetreuung kontinuierlich gewährleistet werden.

6 Risiko- und Chancenbericht

Umsatz, Personal- und Kostenstruktur sowie Investitionen wurden in einer Zielplanung für die nächsten Jahre festgelegt. Im Rahmen des etablierten Managementinformationssystems werden Zielermittlungen, zielbeeinflussende Faktoren, Finanz-, Cashflow- und Investitionskennzahlen über permanente Soll-Ist-Vergleiche überprüft. Die wesentlichen Steuerungsgrößen sind Belegung, Umsatzerlöse und bereinigtes EBITDA.

Grundlage der Planung ist eine aus historischen Daten abgeleitete Kosten- und Ertragsplanung auf individueller Klinik- und Holdingebene, die durch die geplanten Investitionen und Projekte sowie die Finanzierungsstrategie ergänzt werden. Die Planungsrechnung wird auf Jahresbasis mit monatlicher Zuordnung jährlich bzw. bedarfsbezogen erstellt. Das Managementinformationssystem steht der Geschäftsführung, den Anteilseignern und Finanzierungspartnern fortwährend zur Verfügung. Tägliche Belegungs- und Liquiditätsübersichten mit entsprechenden rollierenden Forecasts ergänzen das Informationsangebot.

Zusätzlich sind die Kliniken mit elektronischen Krankenhaus-Informationssystemen (KIS) ausgestattet, welche die Verwaltung der Patienten, deren Behandlungsakten und die Basisdokumentation abbilden. Sie werden kontinuierlich weiterentwickelt, standardisiert und in der Gruppe harmonisiert.

Die Belegung ist der wichtigste Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg und steht als wesentliche Chance/Risiko im Fokus. Eine vollständige Erstattung der Tagessätze und Wahlleistungen von Patienten ist eine zunehmende Herausforderung mit Kostenträgern. Zudem rückt das Thema der Personalgewinnung und -entwicklung auch hinsichtlich des Fachkräftemangels in der Pflege und Medizin sowie zunehmend auch in Berufsgruppen des Klinikbetriebs weiterhin und zunehmend in der Gesundheitsindustrie in den Fokus.

Die Kliniken erstellen wöchentlich eine Belegungsvorschau. Diese erfolgt auf Tagesbasis über einen Drei-Wochen-Zeitraum. Außerdem werden Benchmarks pro Klinik gebildet. Auf nicht steuerbare Komponenten wie aperiodisch immer wieder eintretende Nachfrageschwankungen reagiert die Oberberg Gruppe durch aktive Belegungssteuerung: Kernpunkte sind die zentrale Erfassung der potenziellen Patienten, eine zentrale Patienten-Hotline, Kampagnenauswertungen und Kooperation zwischen den einzelnen Kliniken. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Marketing-, PR & Sales-, Digitalisierungs- sowie IT-Strategie. So werden Themenkomplexe wie bspw. Das Ausrollen einer gemeinsamen Marke für alle Kliniken, zielgerichtete Marketingkampagnen, die Implementierung eines übergreifenden Customer Relationship Managements (CRM), die Harmonisierung der KIS Systeme sowie Investitionen in die IT-Infrastruktur, IT-Systeme und IT-Sicherheit weiter vorangetrieben. Trotz allem sind temporäre Belegungsschwankungen nicht vollständig zu verhindern.

Mit dem Abschluss von Versicherungen für mögliche Haftungsrisiken und Schadensfälle wird sichergestellt, dass im laufenden Betrieb entstehende Risiken in Grenzen gehalten werden, sodass bei Schadensfällen keine existenzgefährdenden Auswirkungen auf die Gruppe auftreten. Aufgrund der Erfahrungen der Versicherungswirtschaft während der Coronakrise ist davon auszugehen, dass Pandemierisiken in Zukunft nur noch sehr eingeschränkt im Rahmen von Betriebsunterbrechungsversicherungen abgesichert werden können. Im Bereich der D&O-sowie der Cyber-Versicherung sind Bedingungen und Prämien eine zunehmende Herausforderung.

Chancen für die Unternehmensgruppe liegen in der Differenzierung und Erweiterung des Angebotsspektrums und der Angebotsstruktur vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Einerseits werden in nahezu allen Bevölkerungsgruppen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen und im Bereich der Leistungsträger, immer stärkere Belastungen wahrgenommen. Andererseits werden Folgen dieser Belastungen (Stress- und Belastungsstörungen, Burnout, Depressionen und Angststörungen mit dem Risiko für Chronifizierung und stetig steigenden Zahlen an Krankheitstagen und Frühberentungen) zunehmend diagnostiziert und von Betroffenen und dem Gesundheitssystem als behandlungsbedürftig anerkannt und akzeptiert. Das gilt vor allem für die Psychotherapie. Die psychischen Belastungen im Zusammenhang mit der Pandemie und die Post-Covid-Symptomatik werden in der näheren Zukunft eine noch nicht abschätzbare Rolle spielen. Demzufolge kann von einem erhöhten Therapiebedarf, der durch das stetig wachsende und ausdifferenzierte Therapieangebot der Oberberg Gruppe abgedeckt wird, ausgegangen werden.

Die Entwicklung der Kostenerstattungssituation im Bereich der Beihilfe und teilweise auch bei den privaten Krankenversicherungen geht nicht mit der Kostenentwicklung einher. Daher wird auch in diesem Bereich ein differenziertes Angebot notwendig, um eine Zunahme von Mindererlösen zu verhindern. Die Diversifizierung im Bereich der Privatkliniken, aber auch die Erfahrungen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), ermöglichen der Oberberg Gruppe, adäquate Lösungen zu entwickeln und anzubieten. Darüber hinaus rückt auch ein noch aktiveres Management der Kosten stärker in den Fokus, um dieser wirtschaftlichen Realität bei einer sehr guten medizinischen Qualität Rechnung zu tragen.

Steigende Energiepreise, Inflation und insbesondere steigende Zinskosten beeinflussen die Kostenseite überdurchschnittlich und können nur teilweise durch Erhöhungen von Tagessätzen und Zimmerzuschlägen kompensiert werden.

Auf alle Änderungen, die in Relation zur Planung eintreten, reagieren die Verantwortlichen unmittelbar und soweit möglich proaktiv. Die Marktstellung des Klinikverbundes macht es möglich, dass Kostensteigerungen über Flexibilität in der Preispolitik, aktives Kostenmanagement und Synergien im Verbund kompensiert werden können. Die Oberberg Gruppe ist auf dieser Basis bezogen auf Marktveränderungen gut aufgestellt.

7 Prognosebericht

Steigende Preise, insbesondere Energie- und Zinskosten werden 2023 nachhaltig beeinflussen. Die Oberberg Gruppe geht davon aus, dass sich im Zusammenhang mit Ende der Pandemie die Inanspruchnahme und damit die Belegung im Laufe des Jahres 2023 weiter gesteigert werden kann.

Zudem wird als Schwerpunkt in 2023 den steigenden Preisen und Zinsen durch erweiterte Angebote, Maßnahmen zur Preisstrategie, der Belegungssteigerung und der kontinuierlichen Kontrolle und Einsparung von Kosten und Investitionen begegnet.

Die Geschäftsführung der Oberberg Gruppe plant im Jahr 2023 moderates Wachstum durch Eröffnung von einer stationären Einrichtung für Kinder und Jugendliche und wenige Tageskliniken. Neben Gründung und Aufbau der in 2022 und 2023 eröffneten Kliniken steht die Stabilisierung und der Aufbau der Belegung vorhandener Standorte im Fokus. Dabei wird in der Planung davon ausgegangen, dass die Durchschnittsbelegung - über alle bestehenden Kliniken betrachtet und ausgehend von 804 Patienten im Jahr 2022 - auf rund 1.000 Patienten gesteigert werden kann.

Insgesamt ist ein deutlicher Anstieg der Umsatzerlöse geplant. Basis dieser Annahme ist eine gewisse Normalisierung nach dem Ende der Pandemie Anfang 2023 mit der Erwartung, dass sich in der Folge die Belegung in den etablierten Bestandkliniken der Gruppe wieder dem Vor-Covid Niveau annähert sowie der Belegungsaufbau der neuen stationären und teilstationären Einrichtungen wie geplant fortgeführt werden kann. Unter Berücksichtigung dieser Annahmen und entsprechender Belegungsentwicklung sollte auch das bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr 2023 deutlich gesteigert werden können.

Zur Finanzierung der künftigen Entwicklung der Oberberg Gruppe wurden im Geschäftsjahr 2023 Vereinbarungen mit den finanzierenden Parteien geschlossen. Der Gesellschafter hat in diesem Zusammenhang u.a. Ende April 2023 weitere Finanzmittel als Gesellschafterdarlehen und Kapitalzuführung in Höhe von EUR 7,0 Mio. zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurde im November eine geänderte Vereinbarung mit den Finanzierungsgebern geschlossen, die u.a. weitere Finanzmittel als Gesellschafterdarlehen und Kapitalzuführung vorsieht, um die Liquiditätsausstattung zu stärken.

Zum 1. März 2023 ist die Geschäftsführung der Oberberg Gruppe mit Frau Dr. Maren Kentgens neben Prof. Dr. Dr. Matthias J. Müller und Ilmarin B. Schietzel, der Ende des ersten Halbjahres 2023 ausgeschieden ist, erweitert worden. In der Position als operative Geschäftsführerin (COO) ist Dr. Maren Kentgens zuständig für das operative Geschäft, das Medizin-Controlling, das Patienten- und Qualitätsmanagement, die Weiter- und Neuentwicklung der Behandlungsangebote sowie Marketing, Vertrieb und Pressearbeit verantwortlich.

 

Berlin, den 29. November 2023

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Matthias J. Müller, Geschäftsführer

Henrik Onne Bodenstab, Geschäftsführer

Dr. phil. Maren Kentgens, Geschäftsführerin

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die SigFreu Holding GmbH, Berlin

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Konzernabschluss der SigFreu Holding GmbH, Berlin, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1.1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der SigFreu Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt.

Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrecht-lichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN KONZERNLAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinforma-tionen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erheb-liches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dresden, 29. November 2023

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Prof. Dr. Penter, Wirtschaftsprüfer

gez. Karnstedt, Wirtschaftsprüfer

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