Menkingär Gebäudereinigung GmbH
Selbe AdresseAllgemeine Gebäudereinigung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Andreas Borchert seit 11.2.2026 | Geschäftsführer |
Matthias Luxi seit 11.2.2026 | Prokura |
Sunil Baldi seit 24.6.2025 | Geschäftsführer |
Daniel Kochinka seit 16.4.2024 | Prokura |
Stefan Rauterkus seit 11.8.2021 | Prokura |
Jörg Dahringer seit 11.8.2021 | Prokura |
Siegfried Martin Schabel seit 24.6.2010 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Indorama Netherlands B.V. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Indorama Ventures Fibers Germany GmbH (vormals: Trevira GmbH)BobingenJahresabschluss zum 31. Dezember 2023(vormals: Trevira GmbH)Lagebericht für 2023I. Grundlagen 1. Geschäftsmodell, Ziele und Strategien Die Indorama Ventures Fibers Germany GmbH, Bobingen, im Folgenden "IVFG" oder das Unternehmen genannt, ist ein innovativer Hersteller von hochwertigen Polyesterfasern und Filamenten und entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern maßgeschneiderte Polyester-Spezialitäten, die für höchste Funktionalität stehen. Einsatzgebiete sind Heim- und Haustextilien, Bekleidung, Hygienetextilien sowie Automobil und technische Anwendungen. Insbesondere in Anwendungen für schwerentflammbare Fasern und Filamente (Trevira CS) verfügt IVFG über weltweite, langjährige Kundenbeziehungen und bietet als weltweit einziger Hersteller eine umfassende Palette textiler Polyesterprodukte aus einer Hand an. Unterstützt von einer internationalen Marketing- und Vertriebsorganisation umfasst die IVFG-Organisation in Deutschland 3 Standorte:
Die mittel- und langfristige Strategie und Zielsetzung der IVFG ist fokussiert auf die nachhaltige Steigerung der Produktivität und Wirtschaftlichkeit, insbesondere aber auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer Polyesterfaser- und -Filament-Spezialitäten, in enger Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern, entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette. Kurzfristig ist die IVFG auf eine Steigerung der Profitabilität ausgerichtet. Die Organisationsstrukturen der IVFG sind konsequent an der Strategie und Zielsetzung des Konzernmutter-Unternehmens ausgerichtet. Entsprechend sind der Business Unit (BU) Fasern bzw. der Business Unit Filamente alle geschäftsrelevanten Funktionen wie Vertrieb, Produktion, Forschung, Produktentwicklung und Logistik direkt zugeordnet, um somit eine effiziente Steuerung der Geschäftsprozesse innerhalb der BU-Struktur sicherzustellen. Corporate Funktionen für die Bereiche Human Resources, Finanz- und Rechnungswesen, Controlling, Einkauf, Marketing, Recht und IT unterstützen die BU's in ihrer konsequenten Ausrichtung an den Erfordernissen der Absatzmärkte. 2. Unternehmensinternes Steuerungssystem Das unternehmensinterne Steuerungssystem der IVFG ist grundsätzlich in folgende Bereiche gegliedert:
a) Ergebnisplanung und Steuerung Das Unternehmen verfügt über ein integriertes Modell zur Planung, Steuerung und Kontrolle von Ergebnis und Cash Flow, welches darüber hinaus Funktionen zur Planung und Steuerung von Bilanzdaten mit Schwerpunkten im Bereich des Working Capitals umfasst. Im Gegensatz zur handelsrechtlichen Berichterstattung des Unternehmens nach dem "Gesamtkosten- Verfahren" basiert die unternehmensinterne Planung und Steuerung auf dem Prinzip des Umsatzkosten-Verfahrens (IVFG Performance P&L). Auf Basis der aktuellsten Umsatz- und Absatzplanung der Vertriebsorganisation (rollierende Drei-Monatsschätzung und "Full-Year-Forecast") sowie der aktuellen Rohstoffpreis- und Kostenplanung unterliegt die Ergebnis- und Cash-Flow-Planung der IVFG einer laufenden monatlichen Fortschreibung. Somit ist sichergestellt, dass Abweichungen zum Business Plan des laufenden Jahres frühzeitig erkannt werden und falls erforderlich gegengesteuert werden kann. Die Berichterstattung an die Geschäftsführung bzw. an das Management erfolgt monatlich im Rahmen eines "Financial Reporting Package" und umfasst im Wesentlichen folgende Inhalte:
b) Liquiditätsplanung und Steuerung Zur kurzfristigen Steuerung der Liquidität erstellt die IVFG eine tagesaktuelle Liquiditätsanalyse über den Zeitraum von 3 Monaten (rollierend). Ein- und Ausgaben des jeweils laufenden Monats werden auf Tagesbasis ermittelt, wobei die jeweils aktuellsten Absatz-, Beschaffungs- und Kostenplanungen berücksichtigt werden. Die Berichterstattung an die Geschäftsführung erfolgt im Abstand von 2 Wochen sowie ad hoc bei sich abzeichnenden Liquiditätsengpässen, so dass Gegenmaßnahmen kurzfristig eingeleitet werden können. Die Liquiditätsplanung und Steuerung wird ergänzt durch einen wöchentlichen "Credit-Report", der den aktuellen Forderungsbestand, dessen Altersstruktur, Kreditlimits und Überfälligkeiten umfasst. c) Investitionsplanung und Steuerung Zur Planung und Steuerung von Investitionen verfügt die IVFG über einen standardisierten Prozess zur Genehmigung und Durchführung von Investitionen. Auf Basis der im Business Plan definierten Einzelprojekte erfolgt deren Einzelfreigabe in enger Abstimmung mit dem Mutterkonzern. Der aktuelle Stand der Genehmigungen, die angefallenen Aufwendungen und Obligos sowie ein entsprechender Forecast unterliegen einer laufenden Überwachung und Dokumentation. Die laufende Analyse und monatliche Berichterstattung stellt sicher, dass Planabweichungen frühzeitig erkannt und durch entsprechende Maßnahmen zeitgerecht gegengesteuert werden kann. Das Ergebnis durchgeführter Investitionsmaßnahmen wird nach Projektabschluss analysiert und mit den Projektannahmen bei Genehmigung abgeglichen. d) Planung und Steuerung der operativen Prozesse Die Planung und Steuerung der operativen Prozesse erfolgt über ein umfassendes System von standardisierten Analysen und Reports, die der Geschäftsführung sowie den verantwortlichen Leitern der Business Units (BU) und der Funktionsbereiche im wöchentlichen, monatlichen und quartalsweisen Rhythmus zur Verfügung gestellt werden. Das Standardreporting umfasst hierbei u.a. folgende Themenbereiche:
3. Forschung und Entwicklung Der Bereich Forschung und Entwicklung ist in Abhängigkeit des Produktportfolios den beiden Business Units Stapelfasern und Filamente zugeordnet und umfasst im wesentlichen Polymerentwicklung, Technikum und die Entwicklung von Fertigprodukten. Die Entwicklung neuer Produkte erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Kunden, im Rahmen eines strukturierten Stage-Gate Prozesses, der die zeitnahe und wirtschaftliche Durchführung von Entwicklungsprojekten sicherstellt. Abzüglich der Erträge aus Laborleistungen für Dritte betrug der Forschungs- und Entwicklungsaufwand in 2023 2,0 % des Nettoumsatzes (2022: 1,8 %). 4. Zielgrößen für die Beteiligung von Frauen Gemäß § 289 a HBG i.V.m. §§ 52, 36 GmbHG und § 111 Abs. 5 AktG sind der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung verpflichtet, Zielgrößen für die Beteiligung von Frauen (i) in der Geschäftsführung sowie (ii) im Aufsichtsrat und (iii) in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung festzulegen, ferner einen Zeitrahmen, innerhalb dessen das Ziel erreicht werden soll zu definieren, sowie über die Zielerreichung zu berichten und wenn diese nicht erreicht werden, Angaben zu den Gründen zu machen. a) Geschäftsführung und Aufsichtsrat In der Sitzung des Aufsichtsrates der Indorama Ventures Fibers Germany GmbH vom 23.11.2022 wurden als Zielgrößen für den Frauenanteil sowohl für die Geschäftsführung als auch für den Aufsichtsrat jeweils eine Quote von 0% festgelegt. Diese Zielgrößen gelten für den Zeitraum bis zum 31.12.2025. b) Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung Die Geschäftsführung der Indorama Ventures Fibers Germany GmbH hat gemäß § 36 GmbHG festgelegt, dass für den Anteil von Frauen
Die gefassten Zielgrößen für den Frauenanteil von 0% für die Ebenen Geschäftsführung, Aufsichtsrat sowie der ersten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung werden dabei jeweils wie folgt begründet: Für die IVFG als Teil der Indorama gilt der Grundsatz: Vielfalt ist unsere Stärke. Als globales Unternehmen schätzen wir die Vielfalt an Wissen, Perspektiven und Erfahrungen, zentrale Werte und schöpfen daraus die Kraft für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Die Aufsichtsratsmitglieder und die Geschäftsführung werden auf der Grundlage Ihrer Führungsqualitäten, Fähigkeiten, Branchenkenntnisse und Vertrautheit mit den Trends ausgewählt; dabei spielen weder Nationalität, ethnische Zugehörigkeit, Alter noch Geschlecht eine Rolle, die vorrangigen Auswahlkriterien sind die Fähigkeiten und Erfahrungen. Die Zielgröße für die Geschäftsführung und die beiden Führungsebenen wahrte den jeweiligen Stand. Die vorgenannten Zielgrößen der Ziffern a) und b) wurden bis zum 31.12.2025 festgelegt. Diese Zielgrößen wurden von der Geschäftsführung der Indorama Ventures Fibers Germany GmbH für den weiteren Zeitraum bis zum 31.12.2025 festgelegt und von dem Aufsichtsrat in der Sitzung vom 23.11.2022 bestätigt. c) Bericht über die Zielerreichung im Jahr 2023 Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene beträgt 0%, in der zweiten Führungsebene wurde zum 31.12.2023 die gesetzte Zielgröße mit 26,1 % mehr als erreicht. II. Geschäfts- und Rahmenbedingungen 1. Wirtschaftliches Umfeld a) Gesamtwirtschaft Die Krisen der vergangenen Jahre, wie z. B. die Corona-Pandemie und Energiekrise, haben in Europa und insbesondere in Deutschland deutliche Spuren hinterlassen. Die deutsche Wirtschaftsleistung liegt derzeit nahezu auf demselben Niveau wie zu Beginn der Corona-Pandemie vor knapp vier Jahren. Deutschland verzeichnet damit seit Beginn der Corona-Pandemie das geringste Wachstum aller Volkswirtschaften des Euro-Raums. Insbesondere während der Energiekrise entwickelte sich die deutsche Wirtschaft sehr schwach. Gegenüber dem Vorjahr dürfte die Wirtschaftsleistung im aktuellen Jahr schrumpfen und im kommenden Jahr deutlich langsamer wachsen als in den 2010er-Jahren. [1] Die Europäische Kommission setzt das Wachstum sowohl in der EU als auch im Euro-Währungsgebiet für das Jahr 2023 bei 0,5 % an, für 2024 soll es bei 0,9 bzw. 0,8 % liegen. Für Deutschland erwartet die Kommission für 2024 ein Wachstum von 0,3 %, im Jahr 2023 ist die Wirtschaftskraft in Deutschland um 0,3 % gesunken. [2] Das bescheidene Wachstum in der EU im Jahr 2023 ist weitgehend der Dynamik der wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie in den beiden vorangegangenen Jahren zu verdanken. Bereits gegen Ende 2022 kam die wirtschaftliche Expansion zu einem abrupten Ende, und seither stagniert die Wirtschaftstätigkeit weitgehend vor dem Hintergrund der sinkenden Kaufkraft der privaten Haushalte, des Einbruchs der Auslandsnachfrage, der drastischen Straffung der Geldpolitik und der teilweisen Rücknahme der fiskalischen Unterstützung im Jahr 2023. Die EU-Wirtschaft ist somit schwächer in das Jahr 2024 gestartet als ursprünglich erwartet. Nachdem in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres eine technische Rezession knapp vermieden wurde, bleiben die Aussichten für das erste Quartal 2024 gedämpft. Alles in allem scheinen die Voraussetzungen für eine allmähliche Beschleunigung der Wirtschaftstätigkeit in 2024 weiterhin gegeben zu sein. Da sich die Inflation abschwächt, dürften Reallohnzuwächse und eine robuste Beschäftigung einen Aufschwung des Verbrauchs unterstützen. Trotz sinkender Gewinnmargen dürften die Investitionen von einer allmählichen Lockerung der Kreditbedingungen profitieren. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen und die Ausweitung des Nahostkonflikts auf das Rote Meer lassen die Risikobilanz eher ungünstig ausfallen. Zusätzliche Handelsunterbrechungen könnten die Lieferketten erneut unter Druck setzen, die Produktion behindern und den Preisdruck erhöhen. [3] Im Jahr 2023 hat die durchschnittliche Inflationsrate in der Europäischen Union (EU-27) rund 6,4 % und in der Eurozone rund 5,4 % gegenüber dem Vorjahr betragen. [4] Die Gesamtinflation ging im Jahr 2023 vor allem dank sinkender Energiepreise schneller als erwartet zurück. Wegen der gedämpften Wirtschaftstätigkeit machte sich das Nachlassen des Preisauftriebs in der zweiten Jahreshälfte auch bei anderen Waren und Dienstleistungen bemerkbar. Die in den letzten Monaten hinter den Erwartungen zurückbleibende Inflationsrate, niedrigere Preise für Energierohstoffe und eine schwächere Wirtschaftsdynamik setzten die Inflation auf einen steileren Abwärtspfad als erwartet. Auf kurze Sicht dürften jedoch das Auslaufen der Entlastungsmaßnahmen im Energiebereich in vielen Mitgliedstaaten und die höheren Transportkosten infolge der Handelsstörungen im Roten Meer einen gewissen Preisdruck nach sich ziehen, ohne dass die Inflation von ihrem Abwärtspfad abkommen dürfte. [2] Gegenüber 2022 sanken die Erzeugerpreise in der Industrie im Jahresdurchschnitt 2023 im Euroraum um 3,2 % und in der EU um 2,1 %. Im Euroraum sanken die Erzeugerpreise in der Industrie im Dezember 2023 gegenüber Dezember 2022 für Energie um 27,5 % und für Vorleistungsgüter um 4,9 %, während die Preise für Investitionsgüter um 2,8 %, für Gebrauchsgüter um 3,0 % und für Verbrauchsgüter um 3,2 % stiegen. Die Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt ohne Energie sanken um 0,4 %. In der EU sanken die Erzeugerpreise in der Industrie für Energie um 25,6 % und für Vorleistungsgüter um 5,0%, während die Preise für Gebrauchsgüter um 2,4 %, für Investitionsgüter um 2,8 % und für Verbrauchsgüter um 3,0 % stiegen. Die Erzeugerpreise in der Industrie insgesamt ohne Energie sanken um 0,6 %. [5] Gegenüber 2022 sank die Industrieproduktion im Jahresdurchschnitt 2023 im Euroraum um 2,4 % und in der EU um 2,0%. Im Euroraum stieg die Produktion von Investitionsgütern im Dezember 2023 gegenüber Dezember 2022 um 9,4 %, während die Produktion von Energie um 1,7 %, von Vorleistungsgütern um 3,6 %, von Verbrauchsgütern um 3,7 % und von Gebrauchsgütern um 5,4% sank. In der EU stieg die Produktion von Investitionsgütern um 8,6 %, während die Produktion von Energie um 1,3 %, von Verbrauchsgütern um 1,7 %, von Vorleistungsgütern um 4,0 % und von Verbrauchsgütern um 6,4 % sank. [6] Im Zeitraum Januar-Dezember 2023 sanken die Warenausfuhren des Euroraums in die restliche Welt auf 2.839,8 Mrd. EUR (ein Rückgang von 1,2 % gegenüber Januar-Dezember 2022) und die Einfuhren sanken auf 2 773,8 Mrd. EUR (ein Rückgang von 13,5 % gegenüber Januar-Dezember 2022). Infolgedessen verzeichnete der Euroraum einen Überschuss von 65,9 Mrd. EUR, gegenüber -332,2 Mrd. EUR im Zeitraum Januar-Dezember 2022. Der Intra-Euroraum-Handel sank im Zeitraum Januar-Dezember 2023 auf 2.630,1 Mrd. EUR, ein Rückgang um 5,4 % verglichen mit dem Zeitraum Januar-Dezember 2022. Im Zeitraum Januar-Dezember 2023 sanken die Extra-EU-Warenausfuhren auf 2.553,6 Mrd. EUR (ein Rückgang um 0,7 % gegenüber Januar-Dezember 2022), und die Einfuhren sanken auf 2.512,8 Mrd. EUR (ein Rückgang um 16,4 % gegenüber Januar-Dezember 2022). Infolgedessen verzeichnete die EU einen Überschuss von 40,8 Mrd. EUR gegenüber 434,6 Mrd. EUR im Januar-Dezember 2022. Der Intra-EU-Handel belief sich im Zeitraum Januar-Dezember 2023 auf 4.101,3 Mrd. EUR, ein Rückgang von 3,6 % gegenüber Januar-Dezember 2022. [7] Nach einer ersten Eurostat Schätzung der Jahreswachstumsrate für 2023 stieg die Erwerbstätigkeit im Euroraum um 1,4 % und in der EU um 1,3 %. [8] Im Dezember 2023 lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Euroraum bei 6,4 %, unverändert gegenüber November 2023 und ein Rückgang gegenüber 6,7% im Dezember 2022. Die Arbeitslosenquote in der EU lag im Dezember 2023 bei 5,9 %, ebenfalls unverändert gegenüber November 2023 und ein Rückgang gegenüber 6,1 % im Dezember 2022. [9] b) Branchenkonjunktur Nach einem enttäuschendem Jahr 2023 sehen Ökonomen eine kleine konjunkturelle Erholung am Horizont für 2024. Für die Chemie- und Kunststoffindustrie bleiben die Zeiten jedoch herausfordernd. Im Vordergrund steht für die Branche dabei die Bewältigung der Dreifach-Transformation aus der Klima- und Energiewende, der Digitalisierung und KI-Revolution sowie der demografische Wandel mitsamt seinem Fachkräftemangel. Standortnachteile - insbesondere in Deutschland bei Energiepreisen und Rohstoffverfügbarkeiten - werden im globalen Wettbewerb nicht kompensiert, so dass durch die Subventionspolitik in den USA und in China weitere Investitionshemmnisse für die heimische Industrie dazu kommen. [10] Die Energiekosten sind die Achillesferse der europäischen Chemieindustrie, insbesondere im Vergleich zu den Vereinigten Staaten und dem Nahen Osten. Zusammen mit den hohen Rohstoffkosten führt dies dazu, dass die Branche ihren Wettbewerbsvorteil auf den globalen Chemiemärkten verliert. Die Kapazitätsauslastung in der chemischen Industrie der EU27 war erneut rückläufig und lag im dritten Quartal 2023 bei 74,1%. Die Herstellung von Ethylen - dem Grundstoff für Kunststoffe und viele andere Materialien - war in Europa in der ersten Hälfte des Jahres 2023 3,2-mal teurer als in den USA. Wichtige Schwellenländer wachsen schneller als die EU27 und die USA, wobei China alle anderen Länder übertrifft. Die Verlagerung des verarbeitenden Gewerbes nach Asien und das damit verbundene höhere Wachstum der Chemieproduktion, die alternde Bevölkerung in Europa und die Verlagerung der petrochemischen Produktion in ressourcenreiche Länder sind einige der Gründe, warum Europa hinter Asien zurückbleibt. In absoluten Zahlen wird die Branche zwar weiterwachsen, aber deutlich langsamer. [11] Im Vergleich zu 2022 hat die europäische chemische Industrie 2023 weniger produziert, weniger exportiert und weniger importiert. Deutschland hat sich noch nicht erholt, und die meisten EU27-Länder sind von einer vollständigen Erholung noch weit entfernt. Obwohl sich das Vertrauen in die europäische Chemieindustrie leicht verbessert, liegt es immer noch unter dem langfristigen Durchschnitt. Die schwache globale Nachfrage hilft den europäischen Chemieunternehmen nicht. Das Geschäftsklima ist bescheiden und muss sich stark verbessern, um wieder das das Vorkrisenniveau zu erreichen. Die chemische Industrie in der EU27 verzeichnete den fünftgrößten Produktionsrückgang im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 (-8,0 %) - ein deutlicher Rückgang war bei den Polymeren zu verzeichnen (-10,5 %). Der Rückgang der Produktion wirkt sich weiterhin auf den Handel der EU27 Handelsströme der chemischen Industrie mit dem Nicht-EU27-Raum aus. Die Ausfuhren von chemischen Erzeugnissen aus der EU27 in die übrige Welt fielen im Jahr 2023 um 16 Mrd. € gegenüber dem Jahr 2022. Die Einfuhren von chemischen Erzeugnissen aus der EU27 fielen um 46 Mrd. € in demselben Zeitraum. Zukünftig wird es entscheidend darauf ankommen, dass mit Hilfe einer gezielten Industriepolitik die energieintensiven Industrien in Europa bleiben, sodass die selbstständige und widerstandsfähige Position der EU am Markt gesichert ist. [12] Für die chemische Industrie in Deutschland war 2023 ein schlechtes Jahr. Lt. VCI (Verband der Chemischen Industrie) ging die Chemie- und Pharmaproduktion insgesamt um 8 % zurück. Rechnet man das Pharmageschäft heraus, liegt der Rückgang bei 11 %. Den Unternehmen fehlten zunehmend die Aufträge. Die Kapazitäten der Branche waren mit durchschnittlich rund 77 % nicht ausgelastet. Damit liegt die Produktion seit neun Quartalen unterhalb der wirtschaftlich notwendigen Grundauslastung von 82 %. Mit rund 230 Milliarden Euro lag der Branchenumsatz 12 % niedriger als im Vorjahr. Besonders kräftig fiel der Rückgang im Inlandsgeschäft aus. Die Verkäufe sanken um 16 % auf 86 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz lag mit 144 Milliarden Euro 10 % niedriger als im Vorjahr. Zum Jahresende herrscht in der Branche weiterhin Rezessionsstimmung. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate sind negativ. Damit dürften weiter Aufträge im Chemiegeschäft fehlen. [13] Der VCI geht deshalb für 2024 nicht davon aus, dass die Chemieproduktion wieder ansteigt. Beim Branchenumsatz wird ein Minus von 3,5 % in 2024 erwartet. [14] Lt. VCI rechnen die Mitgliedsunternehmen kurzfristig nicht mit einem Aufschwung. 45 % rechnen frühestens 2025 mit einer Besserung. Umsatzrückgang, sinkende Verkaufspreise und hohe Produktionskosten setzen die Gewinne der Unternehmen erheblich unter Druck. Laut aktueller VCI-Mitgliederumfrage beklagen knapp 40 % deutliche Gewinneinbrüche. Rund 15 % der Unternehmen schreiben bereits rote Zahlen. Auch der Ausstieg aus defizitären Geschäftsfeldern, Investitionsverlagerung ins Ausland oder Personalabbau seien mittlerweile nicht mehr auszuschließen. Die Unternehmen stemmen sich mit aller Kraft gegen die Krise. 70 % haben angekündigt, Effizienzmaßnahmen noch stärker in den Fokus zu rücken. Jedes zweite Unternehmen plant, die Innovationsanstrengungen zu intensivieren. 30 % der Unternehmen wollen den ökologischen Umbau beschleunigen. [13] 2. Geschäftsverlauf [15] Das zurückliegende Jahr war von schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Anhaltend hohe Rohstoff- und Energiepreise, steigender Wettbewerbsdruck, Inflation und mangelnde Planungssicherheit haben zu großer Verunsicherung in den Märkten geführt. Die einzelnen Produktsparten der Indorama Ventures Fibers Germany GmbH entwickelten sich somit nur schwach bzw. blieben hinter den Vorjahreswerten zurück. Auch das Geschäft mit flammhemmenden Trevira ® Fasern und Filamentgarnen geriet unter den o.g. Einflüssen unter Druck. Schwer entflammbare Textilien werden in erster Linie im Objektmarkt eingesetzt, in dem insbesondere für Großprojekte Planungssicherheit benötigt wird, die unter den vorherrschenden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur bedingt vorhanden war. Die Kaufzurückhaltung, die bereits im 4. Quartal 2022 eingesetzt hatte, zog sich durch das gesamte Jahr 2023, die erwartete Erholung trat nicht ein. Projekte wurden auf Eis gelegt oder auch gestrichen, was einen spürbaren Rückgang in der Nachfrage zur Folge hatte. Der Rückgang an verfügbaren Abnahmemengen im Markt führte wiederum zur Verschärfung des Preisdrucks. Im Bereich der schwer entflammbaren Trevira ® Filamentgarne erwiesen sich die Märkte Italien, Skandinavien und - trotz einer hohen Inflationsrate - insbesondere die Türkei als stabil. Das Trevira CS Geschäft hat seinen Fokus nach wie vor auf Europa, wo die Marktanteile in etwa gehalten wurden. Die Verkaufsmengen gingen im Vergleich zum Vorjahr um ca. 12 % zurück, die geplanten Preise waren am Markt nicht vollumfänglich durchzusetzen und liegen mit knapp 4 % unter dem Budgetansatz. Die Planmengen wurden um ca. 25 % unterschritten. Im Trevira CS Fasergeschäft zeigte sich nach einem anfänglich guten Start in 2023 in der 2. Jahreshälfte eine Abschwächung der Nachfrage. Insgesamt schloss das Geschäft mit -12 % unter Vorjahr ab. Der Planansatz wurde um knapp 21 % verfehlt. Preise konnten leicht über Budgetansatz durchgesetzt werden. Als besonders robust erwiesen sich die Märkte Deutschland, Italien, Türkei, Österreich und Spanien. Ungebrochen besteht eine große Nachfrage nach recycelten Fasern für den Einsatz in Trevira CS eco Textilien. Hier werden weiterhin deutliche Wachstumspotenziale erwartet. Um den Herausforderungen im Objektmarkt zu begegnen, werden gezielt Produktentwicklungen vorangetrieben, die die Anbieter von Trevira CS Textilien in ihrem Geschäft unterstützen. Hierzu zählen schwer entflammbare, spinngefärbte, UV-stabile Filamentgarne, die nun in 30 Farben verfügbar sind. Im Bereich der Nachhaltigkeit stehen Produkte im Fokus, die aus chemisch recycelten PET-Rohstoffen bestehen. Zusätzlich wird das Vertriebs-Knowhow für das Trevira CS Faser- und Filamentgeschäft in einem neu zusammengeführten Team gebündelt, um damit eine besser vernetzte Betreuung von Spinnereien und Flächenherstellern sicherzustellen. Das PLA Faser-Geschäft schloss 24 % unter Vorjahr und 20 % unter Budget ab und blieb somit massiv hinter den Erwartungen zurück. Auch die geplanten Preise konnten nicht realisiert werden. Die Auftragslage aus den Bereichen der Öl- und Gasexploration war enttäuschend, das Geschäft für die Anwendungsbereiche der Tee- und Kaffeefiltration erwies sich zwar als konstant, konnte aber die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Das Geschäft mit Biko-Fasern konnte ebenfalls nicht das Planniveau erreichen (-29 %) und blieb auch hinter den Volumen von 2021 zurück (-21 %). Auch die budgetierten Preise waren am Markt nicht durchsetzbar. Das Geschäft mit pillarmen Fasern konnte den positiven Trend des Jahres 2022 nicht fortsetzen. Der Absatz lag 15 % unter dem des Vorjahres. Die Verkaufspreise lagen deutlich über Plan, so dass der Umsatz die Zielvorgaben lediglich 11 % verfehlte. Insgesamt ist der Markt schwach, insbesondere weil die Nachfrage nach Bekleidung im Endverbrauchermarkt eingebrochen ist. Besonders nachgefragt waren nach wie vor die recycelten Produkte, für die bei wachsenden Mengen gute Preise erzielt werden. Während der europäische Markt durch eine Konjunkturflaute und einer damit verbundenen Nachfrageschwäche gekennzeichnet ist, verlief das Geschäft in Südamerika zufriedenstellend und in Indien gut. Konnte der Bereich Filamente im kleinen Produktsegment des Bekleidungsmarktes im vergangenen Jahr noch von globalen Logistikproblemen profitieren, zeichnete sich 2023 eine andere Situation ab. Der Absatz lag 24 % unter dem des Vorjahrs. Dennoch konnten die geplanten Mengen um gut 14 % und die budgetierten Preise knapp 9 % überschritten werden. Insgesamt ist der Markt schwach - die Endverbraucher haben durch die andauernde Inflation weniger Geld zur Verfügung, sodass die Nachfrage nach Bekleidung rückläufig ist bzw. Verbraucher ihre Prioritäten in anderen Bereichen setzen (müssen). Das Geschäft mit Filamentgarnen für industrielle Einsatzgebiete entwickelte sich aufgrund von Markteinflüssen aber auch insbesondere durch interne Anpassungen in der Produktion im Werk Guben negativ. So lag der Absatz 44 % unter Vorjahr. Ein großer Teil dieses Rückgangs ist auf den Abbau der Streckschärerei in Guben im Mai 2023 zurückzuführen, da dieser Teil des Produktportfolios nicht mehr abgebildet wird. Die Preise in diesem Segment gaben um 27% nach, die Volumen konnten den Planansatz um 48 % überschreiten. Auch das Geschäftsumfeld im Bereich der Automobilwirtschaft bleibt herausfordernd: Insbesondere in Europa, aber auch in anderen Weltregionen, kam es infolge von geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten zuletzt zu einer gedämpften gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und damit zu einem verhaltenen Wirtschaftswachstum. Auch die nach wie vor hohen Energie- und Verbraucherpreise wirken sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage aus. Auf dem europäischen Pkw-Markt (EU, EFTA & UK) wurden im Jahr 2023 gut 12,8 Mio. Fahrzeuge neu zugelassen und damit 14 % mehr als im Vorjahr. Die Erholung verläuft jedoch weiterhin schleppend: Der europäische Pkw-Markt liegt aktuell noch immer knapp ein Fünftel (-19 %) unter den Neuzulassungen des Vorkrisenniveaus von 2019. Im Monat Dezember wurden mit gut 1,0 Mio. Einheiten 4 % weniger Neufahrzeuge registriert als noch im Vorjahresmonat. Maßgeblich für den Rückgang ist der schwache deutsche Markt, auf dem infolge eines Ende 2022 wirksamen Sondereffektes (Änderungen bei der Förderung von E-Autos) im Elektrosegment im Dezember 2023 insgesamt deutlich weniger Neufahrzeuge zugelassen wurden. Die fünf größten europäischen Einzelmärkte entwickelten sich im abgelaufenen Monat wie folgt: Frankreich (+15 %), Spanien (+11 %), Vereinigtes Königreich (+10 %), Italien (+6 %), Deutschland (-23 %). [16] Für den deutschen Markt rechnet der VDA 2024 mit einem Rückgang von einem Prozent auf weiterhin 2,8 Mio. Einheiten. Das ist etwa ein Viertel weniger als im Vorkrisenjahr 2019. In Europa werden rund 4 % Zuwachs erwartet. Bei der Pkw-Inlandsproduktion erwartet der VDA für dieses Jahr eine Seitwärtsbewegung (± 0 %; 4,1 Mio. Einheiten). Grund ist unter anderem die gesamtwirtschaftliche Schwäche. Analog zur Entwicklung der Automobilmärkte verlief das Geschäft mit Filamentgarnen für die Automobilzulieferindustrie im Gegensatz zum Vorjahr rückläufig (-8 %). Allerdings lagen die Volumen in etwa auf Planniveau. Die verkauften Mengen lagen bei Dachhimmeln -6 % und bei Sitzen und Seitenverkleidungen bei -3 % unter den Vorjahreszahlen. Die Preise lagen insgesamt leicht über Plan. Insgesamt ist marktseitig weiterhin ein verstärktes Interesse an nachhaltigen Produkten zu verzeichnen. Indorama Ventures Fibers Germany setzt hier weiterhin auf unterschiedliche Verfahren zur Rückgewinnung und Wiederverwendung von Wertstoffen. So werden unter Verwendung einer Agglomerationsanlage Wertstoffe aus Produktionsabfällen zurückgewonnen und zu hochwertigen, neuen Produkten weiterverarbeitet - hierbei handelt es sich um ein Pre-Consumer-Recycling-Verfahren. Im Post-Consumer-Recycling werden Filamente und Fasern auf Basis von regranulierten PET-Flaschen gewonnen. Das langfristige Ziel bei der Entwicklung nachhaltiger Produkte ist der Einstieg in eine geschlossene Kreislaufwirtschaft. In der zweiten Jahreshälfte 2022 startete Indorama Ventures Fibers Germany eine neue Produktentwicklung, die sich in diese Richtung bewegt. Ausgangspunkt der neuen Entwicklung war ein chemisch recycelter Rohstoff. Dieser wird aktuell aus PET-Material aus der Verpackungsindustrie verwendet, das nicht für die Wiederverwendung zur Herstellung von Flaschen/Verpackungsmaterial geeignet ist. Beim chemischen Recycling kommt es zur Depolymerisation, einer Sequenz von chemischen Reaktionen, bei der die Polymerketten wieder in ihre ursprünglichen Bestandteile, d. h. die Monomere zerlegt werden. Der Rohstoff ist mit dem Ursprungsmaterial vergleichbar und kann wieder in hochwertigen Produkten zum Einsatz kommen. Der größte Vorteil liegt jedoch in dem Potenzial, das dieser Ansatz für die Zukunft eröffnet. Heute wird der chemisch recycelte Rohstoff, der zur Herstellung von flammhemmenden Trevira ® -Fasern und -Filamentgarnen verwendet wird, aus PET-Abfällen aus der Verpackungsindustrie gewonnen, aber theoretisch könnte er aus fast allen anderen PET-Recyclingmaterialien stammen, sogar aus Textilien. In Zukunft können also aus Textilabfällen mit Hilfe des chemischen Recyclings möglicherweise Rohstoffe für neue Textilien gewonnen werden. Die Technologie ist sowohl für Filamente als auch für Fasern anwendbar und kann für alle Polyester-Produkte angewendet werden. Indorama Ventures Fibers Germany arbeitet weiterhin am Ausbau seines Trevira CS Rücknahme-Programms, das im Markt zunehmend auf Interesse stößt. Hier geht es darum, textile Abfälle in Ressourcen umzuwandeln. Gebrauchte Trevira CS Stoffe (post-consumer) oder nicht verkaufte Trevira CS Reststoffe (pre-consumer) können im Rahmen des Trevira CS Rücknahmeprogramms bei dem Recyclingpartner ALTEX in Gronau (D) mechanisch recycelt und zu Vliesen/Nonwovens weiterverarbeitet werden. Diese können vielfältig eingesetzt werden - z. B. zur Isolierung, Dämmung und als Schallschutzpaneele. Letztere wird von Kunden nachgefragt, um daraus Akustikpanels herzustellen, die wiederum mit neuen Trevira CS Stoffen verkleidet werden. Den interessierten Trevira CS Kunden steht ein umfassender Leitfaden für die Rücksendung der nicht mehr benötigten Textilien zur Verfügung, der 2023 erstellt wurde. Des Weiteren steht eine umfangreiche Broschüre zum Thema Nachhaltigkeit zur Verfügung, die ebenfalls 2023 herausgegeben wurde. Die Messe- und Veranstaltungsbranche nahm in 2023 wieder Fahrt auf. So präsentierte sich die Marke Trevira CS unter dem Motto "Partnerschaft, Innovation, Nachhaltigkeit" auf einem von der IVFG organisierten Gemeinschaftsstand zusammen mit 18 Top-Kunden auf der Heimtextil, die im Januar 2023 in Frankfurt stattfand. Der Stand umfasste eine Fläche von über 1.400 m 2. Die Trevira CS Kunden und Partner stellten ihre schwer entflammbaren Produkte und neuen Kollektionen für den Heimtextil- und Objektmarkt an individuellen Ständen auf dem Gemeinschaftsstand aus. Im Fokus der Trevira CS Präsentation stand ein "Nachhaltigkeitspfad", entlang welchem die Trevira CS Nachhaltigkeitsthemen präsentiert wurden. In den USA steht das Segment der Kreuzschifffahrt im Fokus der Aktivitäten, wo aufgrund der anspruchsvollen Brandschutzvorschriften nach wie vor eine starke Nachfrage nach Trevira CS Textilien vorherrscht. Auf einem Trevira CS Messestand auf der Cruise Ship Interiors im Juni 2023 in Miami konnten hier neue Impulse gesetzt werden. Hier standen insbesondere die neuen spinngefärbten, UV-stabilen Filamentgarnen im Fokus, die in einer Palette von 30 Farben verfügbar und den besonderen Anforderungen im Outdoor-Bereich im Hinblick auf Lichtbeständigkeit und Haltbarkeit standhalten. Die IVFG war ferner auf dem Indorama Ventures Gemeinschaftsstand auf der Index Messe in Genf vertreten sowie Teil weiterer Indorama Veranstaltungen. Insgesamt wurden in 2023 vier Pressemeldungen lanciert, u.a. wurde auch über die Namensänderung der Trevira GmbH in Indorama Ventures Fibers GmbH im Mai 2023 (www.trevira.de/news) berichtet. Themen rund um die Marke Trevira CS wurden in 25 Postings auf dem Trevira CS LinkedIn Kanal aufgegriffen. Um das Networking mit den nachgelagerten Stufen der textilen Kette zu intensivieren und die Präsenz der Marke Trevira CS zu stärken, ist für 2024 eine Kooperation mit dem Münchner Stoff-Frühling sowie der Ausbildungsoffensive "Generation Handwerk" geplant. III. Geschäftsentwicklung und wirtschaftliche Lage 1. Ertragslage
Insgesamt lagen die Absatzmengen 2023 mit ca. 77 kt deutlich unter den Erwartungen für das Jahr 2023 und unter dem Niveau des Vorjahres (92 kt). Die Absatzmengen der BU Stapelfasern lagen bei fast allen Produktsegmenten unter dem Vorjahr. Lediglich im PLA-Geschäft konnten Absatzsteigerungen erzielt werden. Bei der BU Filamente sind die Absatzmengen in allen Produktsegmenten eingebrochen, insbesondere in den Bereichen Industrial, Apparel und Trading. Die Absatzmengen der BU Stapelfasern lagen mit -11,8 % und die der BU Filament mit -17,3 % unter denen des Vorjahres. Unter Berücksichtigung der Absatzmengen des PET-Chips-Geschäfts, liegen die Absatzmengen insgesamt mit -16,9 % unter denen des Vorjahres. Zur Erhöhung der Kapazitätsauslastung im Bereich der Polykondensation an den Standorten Bobingen und Guben wurde das Geschäft mit PET-Chips weiterhin fortgeführt, wobei die Absatzmengen im Vergleich zum Vorjahr um -27,5 % gesunken sind. Neben den geringen Absatzmengen haben sich auch die durchschnittlichen Produkt-Preise aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks reduziert. Die Auftragslage Chips-Geschäft hat sich im 1. Quartal 2024 positiv gegenüber dem Budget-Ansatz entwickelt, wohin gegen die Auftragseingänge bei Filamenten und Stapelfasern unter den Plan-Annahmen liegen. Sonstige Umsatzerlöse umfassen im Wesentlichen Umsätze aus der Durchleitung bzw. dem Verkauf von Energien an Dritte, Laborleistungen und Mieteinnahmen an den Standorten Bobingen und Guben. Der entsprechend Aufwandsausweis für Energien erfolgt im Materialaufwand. Der Rückgang bei den Verkäufen von Energien ist im Wesentlichen auf die erhöhten Energiepreise im Vorjahr zurückzuführen, die an die Letztverbraucher weitergeben wurden.
Die auf EUR-Basis gehandelten Hauptrohstoffe PTA und MEG lagen im Jahresdurchschnitt 2023 um -14 % bzw. -23 % unter den Vergleichswerten des Vorjahres sowie unter den Budgetwerten für das Jahr 2023 (-11 % bzw. -13 %), was eine deutliche Reduzierung des Materialaufwands zur Folge hatte. Die Materialaufwandsquote hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 % auf 63,1 % reduziert (2022: 71,6 %). Im Materialaufwand enthaltene Energiekosten sind um rund 40 % zurückgegangen, da sich die Energiepreise gegenüber dem Vorjahr einerseits erholt haben, der Mengenbezug aufgrund geringerer Produktionsvolumina andererseits aber auch unter dem Vorjahr lag. Grund hierfür war die sehr hohen Energiekosten im Vorjahr aufgrund des Ukraine-Konflikts. Die Beschaffung der Bedarfsmengen für Gas und Strom erfolgt über Energielieferverträge auf Spotmarktbasis nach den an der Börse Leipzig gehandelten Produkten. Ergänzend hierzu sieht die Beschaffungsstrategie der IVFG vor, einen Teil der benötigten Mengen im Voraus preislich zu sichern. Mit Mio. € 3,7 lag der Aufwand für Lohnbearbeitung in 2023 leicht unter dem Vorjahr (-1,1 %). Im Geschäftsjahr 2023 fand an den Standorten Bobingen und Guben planmäßig keine Polyrevision statt, demnach sind auch keine Aufwendungen entstanden. Am 31.12.2023 waren 776 Mitarbeitende (Bobingen 409, Guben 335, Hattersheim 28, Europäischer Außendienst 4) beschäftigt, wovon 19 Mitarbeitende sich in Ausbildung befanden. Das entspricht einem Rückgang zum Vorjahr von -14,0 %. Der Personalaufwand verringerte sich allerdings nur um 3,3 %. Dies ist im Wesentlichen auf die auf die zum 1.3.2023 erfolgte Tariferhöhung um 3,25 % zurückzuführen. Zudem wirkten sich die im Jahr 2023 durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen im Jahresvergleich erst im 4. Quartal 2023 aus. Bei der IVFG waren im Jahr 2023 durchschnittlich 848 Mitarbeitende beschäftigt, die sich auf die deutschen Werke wie folgt aufteilen: Bobingen 414, Guben 402 und Hattersheim 28 Mitarbeitende sowie 4 Mitarbeitende im europäischen Außendienst. Die Geschäftsführung hat im Januar 2024 ein Restrukturierungsprogramm am Standort Bobingen beschlossen. Dies führt zu einem Abbau von ca. 40 Stellen, welcher in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung erfolgen wird. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 20,9 % auf Mio. € 37,5 reduziert. Im Vorjahr ist aufgrund eines Restrukturierungsprogramms ein Sondereffekt in Höhe von Mio € 4,4 enthalten. Weiterhin sind im Wesentlichen die Reduzierung der Frachtkosten, Fremdarbeiten, Fremdleistungen und die Einsparung bei Fremdlöhnen darauf zurückzuführen. Infolgedessen, dass die Aufwendungen die rückläufigen Erträge leicht überkompensieren, hat sich das EBITDA von Mio € -10,4 auf Mio € -8,3 zwar leicht verbessert, bleibt aber negativ.
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2019 einen Ergebnisabführungsvertrag mit der unmittelbaren Muttergesellschaft abgeschlossen, wodurch in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Ertrag aus Verlustübernahme in gleicher Höhe ausgewiesen wird. 2. Finanzlage Zum 31.12.2023 standen der IVFG Kreditlinien von Mio. € 12,0 (committed, verpflichtende Kreditzusage) sowie weitere Mio. € 23,0 (uncommitted, nicht verpflichtende Kreditzusage) zur Verfügung, die im Rahmen von Rahmenkreditvereinbarungen durch die Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, durch die UniCredit Bank AG, Augsburg, sowie durch die Banca Bilbao Vizcaya Argentaria S.A., Frankfurt am Main, ohne jegliche Sicherungsübereignungen zur Verfügung gestellt werden. Die Bereitstellung der Kreditlinien erfolgt auf unbestimmte Zeit, sie unterliegen einer flexiblen Inanspruchnahme und können ohne Einhaltung einer Frist kurzfristig gekündigt werden. Die Kreditlinien waren zum 31.12.2023 mit Mio. € 1,2 in Anspruch genommen worden. Zusätzlich hat die Gesellschaft am 1. Oktober 2019 einen Darlehensvertrag über Mio. € 25,0 mit einem verbundenen Unternehmen geschlossen. Das Darlehen war am 31.12.2023 in Höhe von Mio. € 23,6 abgerufen. Weiterhin hat die Gesellschaft bei ihrer Gesellschafterin ein Darlehen in Höhe von Mio. € 10,0 in Anspruch genommen und weitere Mio. € 21,5 bei einem anderen verbundenen Unternehmen abgerufen. Beide Darlehen sind kurzfristig und können mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. Im Rahmen eines Anlage-Konzepts mit der Indorama Ventures Europe B.V besteht für die Indorama Ventures Fibers Germany GmbH seit 01.10.2015 die Möglichkeit, liquide Mittel bis zu Mio. € 15,0 auf kurzfristiger Basis anzulegen. Zum 31.12.2023 wurden Anlagen in Höhe von Mio. € 0,0 vorgenommen. Die IVFG wurde im Vorjahr einem echten Cash-Pool-Verfahren ihrer deutschen Muttergesellschaft angeschlossen. Hieraus kann die Gesellschaft bis zu einem Betrag von Mio. € 4,0 bzw. Mio. USD 4,0 abrufen oder einbezahlen. Am 31.12.2023 wurden Mio. € 1,1 als Darlehen in Anspruch genommen und Mio. USD 1,3 als Guthaben geführt. Der operative Cashflow hat sich von 2022 auf 2023 um Mio. € 4,8 auf Mio. € -7,7 (Vj. Mio. € -12,5) verbessert. Dies ist im Wesentlichen auf den deutlichen Lagerabbau und die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Gegenläufige Effekte waren im Wesentlichen der Anstieg bei den Forderungen sowie der Rückgang der Rückstellungen. Der operative Cashflow berechnet sich wie folgt: EBITDA abzüglich der Steueraufwendungen und zuzüglich der Veränderung des Umlaufvermögens sowie der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten, als auch der Veränderung der Rückstellungen und der kurzfristigen Verbindlichkeiten (ohne originäre Darlehensverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, aber inklusive Zinsverbindlichkeiten) sowie der passiven Rechnungsabgrenzungsposten. Die Guthaben sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie die Finanzierungsforderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, die nicht den Liefer- und Leistungsaustausch betreffen (interne "Cash-Pooling") werden dabei außer Acht gelassen:
In 2023 wurden Investitionen in immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen in Höhe von Mio. € 6,6 (2022: Mio. € 8,1) durchgeführt und betreffen insbesondere die Erweiterung bestehender Kapazitäten sowie den Ersatz von Anlagevermögen. Hiervon entfallen Mio. € 0,4 auf die Aktivierung von Produktentwicklungskosten. Darüber hinaus hat die Indorama Ventures Public Company Limited, Bangkok, Thailand, zugunsten der Gesellschaft eine harte Patronatserklärung bis zum 31. Dezember 2025 abgegeben. Diese soll dazu dienen, die in der Planung berücksichtigen Kapitalbedarfe zu decken. Unter Berücksichtigung dieser Finanzierungsmaßnahmen wird die aktuelle Liquiditätslage der IVFG als gesichert angesehen. 3. Vermögenslage
Auf das Vorratsvermögen, das sich gegenüber dem Vorjahr um Mio. € 7,6 und damit um 14,3 % reduziert hat, entfällt 27,9 % der Bilanzsumme. Hier spiegelt sich der Bestandsabbau wider. Die kurzfristigen Forderungen haben sich um Mio. € 5,9 gegenüber dem Vorjahr erhöht, 71,5 % der kurzfristigen Forderungen entfallen mit Mio. € 35,5 auf Darlehensforderungen sowie Mio. € 16,6 auf Forderungen aus der Verlustübernahme des Geschäftsjahres 2023 gegenüber der deutschen Muttergesellschaft, der Indorama Germany GmbH. 23,8 % entfallen auf Kundenforderungen, der Rest entfällt auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände. Der Anstieg ist vor allem auf die gestiegenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Im Rahmen der gesetzlichen Notwendigkeiten wurden unter dem Gesichtspunkt der Risikovorsorge Rückstellungen gebildet. Zum 31.12.2023 entfallen hiervon 53,3 % auf Personalkostenrückstellungen (i. Vj. 64,0 %), 41,9 % (i. Vj. 27,8 %) der Rückstellungen auf Kunden Rabatte/Boni und Verkaufskontrakte sowie 4,8 % (i. Vj. 8,2 %) auf sonstige Rückstellungen. Ursächlich für den Rückgang waren insbesondere der Sondereffekt im Vorjahr für Restrukturierungsmaßnahmen. Die "Übrige Passiva" haben sich mit Mio. € 3,7 um knapp 4,8 % auf Mio. € 80.527 erhöht und enthalten im Wesentlichen Darlehensverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von Mio. € 55,7 (69,2 %). Mio. € 1,2 Mio. entfallen auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (1,5 %), Mio. € 18,3 auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (22,7 %), Mio. € 3,9 (4,8 %) auf weitere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie Mio. € 1,4 (1,8 %) auf sonstige Verbindlichkeiten. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Gegenläufiger Effekt ist die Reduzierung der Bankverbindlichkeiten. 4. Gesamtaussage Das Geschäftsjahr endet mit einem negativen, jedoch leicht über dem Vorjahr liegenden Ergebnis vor Steuern. Aufgrund der Ergebnisverfehlung sehen wir die Entwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres als nicht zufriedenstellend. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Geschäftsverlauf in 2023 die Erwartungen aus dem letztjährigen Budget nicht erfüllen konnte. 5. Leistungsindikatoren Die IVFG ist nach DIN EN ISO 9001:2015, 14001:2015 und DIN EN ISO 50001:2018 zertifiziert. Zudem wurde sie wiederholt mit dem Gütesiegel "Sicher mit System" der BG RCI ausgezeichnet. Die ISO-Zertifizierungen wurden im Rahmen von Überwachungsaudits in 2023 überprüft. Die Einhaltung der Normenforderungen wurde ohne Abweichungen bescheinigt. Die Rezertifizierung der DIN EN ISO 50001 bescheinigt der IVFG darüber hinaus auch die Erfüllung aller behördlichen Anforderungen zur Antragstellung zur besonderen Ausgleichsregelung gemäß § 63 ff. EEG. Die dazu notwendigen Projekte und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz werden weiterhin mit hoher Priorität durchgeführt. Als wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren werden neben den Umsatzerlösen das EBITDA, das Jahresergebnis vor Ergebnisabführung sowie der operative Cashflow verwendet. IV. Chancen und Risiken 1. Chancen- und Risikomanagement Die Identifikation bestehender Chancen- und Risikopotentiale erfolgt sowohl im Rahmen der strategischen bzw. operativen Planungsprozesse als auch kurzfristig entlang der operativen Geschäftsprozesse. Identifizierte Chancen und Risiken werden folgenden Klassen zugeordnet:
Im Rahmen eines standardisierten Risikomanagementprozesses erfolgt eine systematische Identifikation und Analyse möglicher Risiken für folgende Funktionsbereiche:
Identifizierte Einzelrisiken unterliegen einer mehrdimensionalen Bewertung, in deren Rahmen sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die möglichen Auswirkungen auf die Unternehmensziele beurteilt werden. Im Ergebnis resultiert eine jeweilige Risikokategorisierung in "hoch", "mittel" und "gering". Die Klassifizierung orientiert sich an Risikowert, welcher auf Basis der möglichen Auswirkung und der individuellen Eintrittswahrscheinlichkeit ermittelt wird. In Abhängigkeit des Risikowerts werden die Risiken wie folgt klassifiziert:
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Risiken bzw. Maßnahmen zur Risikominimierung, denen seitens des IVFG Managements besondere Bedeutung beigemessen wird und im Zuge des Risiko-Management Prozesses mit "hoch" oder "mittel" eingestuft wurden. Die Darstellung der Risiken erfolgt dabei nach der Bruttomethode, d.h. vor Umsetzung der Risikobegrenzungsmaßnahmen. Wesentliche Veränderungen [17] gegenüber dem Vorjahr haben sich wie folgt ergeben:
Gegenüber dem Risikoportfolio des Vorjahres neu definiert wurde das Risiko im Bereich " Mitarbeiter", dass sich aus der Einstellung von ungeeigneten Bewerbern resultiert. Vor dem Hintergrund des sich weiter verschärfenden Fachkräftemangels ist ein zielgerichtetes Recruiting zentraler Baustein für die Aufrechterhaltung des Geschäftsablaufs sowie die Realisation der gesteckten Unternehmensziele. Gleiches gilt für den Verlust von Fachwissen, der sich aufgrund von ungeplanten Abgängen oder übermäßiger Mitarbeiterfluktuation ergeben kann, weshalb das Risiko von "mittel" auf "hoch" angepasst wurde. Im Bereich " Strategie und Absatzmärkte" wurde das Risiko, dass für die Produktpalette Trevira CS keine nachhaltigen Alternativen entwickelt werden können als "hoch" klassifiziert, da eine deutliche Reduktion dieser Produktpalette Auswirkungen auf die Ertragslage der Gesellschaft haben könnte. Dem gegenüber ist folgendes, wesentliches Risiko im Vergleich zum Vorjahr entfallen: Mit der Stilllegung der Polykondensationsanlage ist die Grundlage für eine Abwasseraufbereitung und damit einhergehenden Risiken entfallen. 2. Strategie und Absatzmärkte Strategische Chancen und Risiken werden innerhalb der strategischen bzw. operativen Planungsprozesse auf der Ebene der Unternehmensleitung beurteilt. Basierend auf einer fundierten Analyse des Unternehmensumfeldes (Absatzmarkt und Wettbewerb) und dessen Entwicklung sowie den Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens werden strategische Optionen und die damit verbundenen Risiken identifiziert, bewertet und in eine strategische Maßnahmen- und Finanzplanung überführt. Entsprechend diesem Konzept wurde in 2023 in Zusammenarbeit mit dem Anteilseigner der IVFG eine strategische Planung für den Zeitraum 2024 - 2028 erstellt und abgestimmt. Kurzfristige Marktchancen und -risiken auf der Absatzseite werden im Rahmen einer rollierenden Monatsplanung sowie eines monatsweise durchgeführten "Full-Year-Forecasts" analysiert und bewertet. Abweichungen zum operativen Jahresplan können somit kurzfristig erkannt bzw. notwendige Korrekturmaßnahmen eingeleitet werden. Entsprechend der strategischen Zielsetzung der IVFG, in deren Mittelpunkt die verstärkte Ausrichtung auf innovative Faser- und Filament-Spezialitäten steht, ergeben sich erhebliche Marktchancen für die Gesellschaften durch Substitution wettbewerbsintensiver Standardprodukte durch ertragsstarke, kundenspezifische Produktentwicklungen innerhalb des IVFG Produktportfolios. Die Gesellschaft verfügt hierbei über die notwendigen Kern-Kompetenzen in den Bereichen Produktinnovation, Branding und Polymerkonzepte und ist in den wesentlichen Marktsegmenten Hygiene, Automotive, Hometextiles (Trevira CS) und Industrial präsent. Um disruptiven, aus Nachhaltigkeitsaspekten getriebenen Entwicklungen zu begegnen und somit die Nachhaltigkeit der Kernmarken zu sichern, werden laufend Produktspezifikationen durchgeführt und nach recyclingfähigen Materialien gesucht sowie geforscht. Im Jahr 2023 betrug der Umsatz mit neuen Produkten 35 % (2022: 57 %) [18] . Weitere Chancen ergeben sich darüber hinaus durch die Erschließung von neuen Absatzmärkten außerhalb von Europa. Aufgrund des breit angelegten Produktportfolios, einer hohen, branchenübergreifenden Marktpräsenz sowie der Flexibilität vorhandener Produktionsanlagen kann, in Abhängigkeit der jeweiligen Ertragskraft, kunden- und/oder produktspezifischen Absatzrisiken grundsätzlich gegengesteuert werden. Zur Verbesserung der künftigen Profitabilität ist für 2023 ein Restrukturierungsprogramm an Standort Guben eingeleitet worden, welches in künftigen Jahren durch eine Optimierung des Produktmix und Kostenreduktionen zu einer erhöhten Profitabilität führen soll. Weiterhin hat die Geschäftsführung im Januar 2024 ein weiteres Restrukturierungsprogramm am Standort Bobingen beschlossen, welches die Produktionskapazitäten im Bereich der Polykondensation am Standort Guben bündelt. Zum Schutze unseres geistigen Eigentums unterliegen Teile des IVFG Produktportfolios dem Patentschutz. Mögliche Verletzungen des Patentschutzes bzw. der Ablauf erteilter Patente führen zu erhöhtem Wettbewerbs- und Preisdruck. Zur Vermeidung potenzieller Risiken werden durch die IVFG R&D-Organisation laufende Analysen potenzieller Wettbewerbsprodukte bzw. systematische Patentrecherchen im Vorfeld eigener Produktentwicklungen durchgeführt. 3. Operative Kerntätigkeit Rohstoffe und Energien Risiken für die Entwicklung der Gesellschaft ergeben sich insbesondere aus der hohen Preisvolatilität der wichtigsten Rohstoffe PTA und MEG, der Energiepreisentwicklung sowie der fehlenden Möglichkeit, Preis- und Kostensteigerungen zeitnah an die Kunden weiterzugeben oder durch entsprechende Kostensenkungsmaßnahmen abzufangen. In diesem Zusammenhang erfolgt entsprechend dem Rhythmus der Absatz/Umsatz-Planung im Bereich der Beschaffung eine laufende Analyse von Risiken bezüglich Preisentwicklung und Versorgungsicherheit unserer wichtigsten Rohstoffe in enger Abstimmung mit dem Anteilseigner der Gesellschaft. Zur weiteren Risikominimierung werden soweit möglich, Einkaufs- und Verkaufspreise in Abhängigkeit veröffentlichter Rohstoffpreisindikatoren festgelegt (Formelpreise). Risiken ergeben sich darüber hinaus im Hinblick auf die Versorgungssicherheit sowie aus den Einkaufpreisen für Rohstoffspezialitäten, die zum Teil nur durch einen Anbieter bereitgestellt werden können. In enger Abstimmung mit den jeweiligen Bedarfsträgern erfolgt die laufende Analyse der Beschaffungsmärkte mit dem Ziel, potenzielle Zweitlieferanten zu qualifizieren um somit das Risiko des "Single-Sourcings" auf ein Minimum zu reduzieren. Die Herstellung von Polyester-Fasern und Filamenten basiert auf energieintensiven Produktionsverfahren. Entsprechend ergeben sich Risiken aus der Energieversorgung des Unternehmens sowie für die Kostenposition der IVFG aufgrund der hohen Volatilität der Energiepreise. Die Beschaffungsstrategie der IVFG sieht vor, einen Teil der benötigten Energiemengen (Gas und Strom) im Voraus über entsprechende Versorgungsverträge mengenmäßig und preislich zu sichern. Darüber hinaus wird die Spotmarktentwicklung täglich verfolgt und hinsichtlich künftiger Entwicklungen bewertet. Trotz der anfänglichen Unsicherheit auf dem Energiemarkt wegen des Russland-Ukraine-Konflikts zu Beginn des Jahres 2022 haben sich auch in 2023 keine Versorgungslücken ergeben. Die Energiepreise haben sich im Vergleich zum Jahr 2022 deutlich entspannt. Grundsätzlich besteht dennoch das Risiko von ungeplanten Versorgungslücken, welche zu Produktionsstillständen und somit zu reduzierten Produktions- und Absatzmengen führen könnten. Operative Prozesse Der sichere Betrieb der Anlagen unterliegt den mit der Herstellung von Polyester bzw. Fasern und Filamenten verbunden Risiken, einschließlich der Lagerung und des Transports von Rohstoffen, Fertigprodukten und Abfällen. Die IVFG verfügt über entsprechende Sach-, Betriebsunterbrechungs-, Unfall- und Umwelthaftpflichtversicherungen, die der üblichen Branchenpraxis entsprechen. Umweltrisiken bestehen mit der chemischen Produktion von Polyester und eventueller Wasser- und Bodenkontamination. Sie werden durch entsprechende Vorkehrungen in der Produktion eingegrenzt und durch ein strukturiertes Sicherheits- und Notfallmanagement unterstützt. Risiken für die Ertragslage des Unternehmens ergeben sich darüber hinaus aus ungeplanten Produktionsstillständen (wie z.B. aufgrund von fehlenden Produktionskapazitäten, veraltetem Maschinenpark / Laborequipment, verfügbaren Verwaltungs- und Produktionsflächen, Stillstand durch Streik, etc.) und daraus resultierenden geringeren Produktionsmengen, die nicht über die vorhandenen Sicherheitsbestände abgedeckt werden können. Der Risikomanagement-Prozess stellt hierbei sicher, dass notwendige Ersatzinvestitionen bzw. Sonderreparaturen frühzeitig erkannt und in den IVFG Investitionsprozess überführt werden können. 5. Gesundheit und Sicherheit Neben der Sicherheit unserer Produkte und dem Schutz der Umwelt hat der Schutz der Mitarbeiter höchste Priorität. Personenbezogene Risiken, die mit der Herstellung chemischer Produkte bzw. der Herstellung von Fasern und Filamenten verbunden sind, werden durch entsprechende technische Vorkehrungen in der Produktion eingegrenzt und durch ein strukturiertes Gesundheits- und Sicherheitsmanagement verstärkt. 6. Mitarbeiter Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind wesentliche Voraussetzung für den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Insbesondere an den deutschen Standorten der IVFG werden qualifizierte Fachkräfte stark umworben, so dass in zunehmendem Maße die Notwendigkeit besteht, qualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren und langfristig an das Unternehmen zu binden sowie Mitarbeiter entsprechend der notwendigen Anforderungsprofile zu entwickeln. Im Rahmen der IVFG HR-Organisation erfolgt die frühzeitige Analyse notwendiger Personalmaßnahmen in enger Abstimmung mit den operativen Einheiten. Darüber hinaus werden notwendige Ausbildungsmaßnahmen jährlich erarbeitet und bei Bedarf kurzfristig aktualisiert. 7. Informationstechnologie (IT) Die Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die internen- und externen Kommunikationsprozesse der IVFG basieren im wesentlichen Umfang auf IT-Systemen. Eine wesentliche technische Störung oder gar der komplette Ausfall eines IT-Systems können hierbei zu erheblichen Störungen der Geschäfts- und Produktionsprozesse führen. Ausfallrisiken ergeben sich insbesondere im Bereich der Hard- und Software, denen mit entsprechenden technischen und organisatorischen Vorkehrungen gegengesteuert wird (z.B. Firewalls, Datenwiederherstellung, Hardwareredundanz, Anti-Viren-Software, Bereitschaftsdienste intern und extern, etc.). Darüber hinaus wurden Kontinuitätspläne (Business Continuity Plan) entwickelt und eingeführt, die im Falle von Systemstörungen zu einer Minimierung der Ausfallzeit führen. Die Integrität und Vertraulichkeit von internen und externen Daten werden eine besondere Bedeutung beigemessen. Ein Kompromittierung von Daten kann zu Manipulation bzw. zu einem unkontrollierten Abfluss von Daten führen, welchen wir durch entsprechende Maßnahmen gegensteuern (z.B. Zugangsbeschränkungen, Berechtigungskonzept, Sicherheitssoftware, etc.). 8. Recht und Compliance Die Verletzung rechtlicher Vorschriften oder regulatorischer Verordnungen (wie z.B. REACH) können zu straf- und zivilrechtlichen Folgen einschließlich monetärer Strafen führen. Im Rahmen unseres Verhaltenskodexes (Code of Conduct) verpflichten wir unsere Mitarbeiter zur Einhaltung rechtlicher Vorschriften, regulatorischer Verordnungen sowie zur Einhaltung unserer Grundsätze im Bereich Nachhaltigkeit und Führung bzw. im Verhalten gegenüber Dritten. Um die Nachhaltigkeit unseres Handelns entlang der Wertschöpfungskette sicherzustellen hat IVFG bereits in 2016 einen Verhaltenskodex für Lieferanten eingeführt, der nunmehr auch die Lieferanten an unsere Compliance-Grundsätze bindet. Im Zuge unseres Compliance-Management-Prozesses werden unsere Mitarbeitende darüber hinaus laufend über Veränderungen relevanter rechtlicher Vorschriften und Verordnungen informiert sowie durch entsprechende Schulungsmaßnahmen unterstützt. Risiken ergeben sich darüber hinaus beim Import von chemischen Substanzen durch IVFG aus nicht EU-Ländern im Zusammenhang mit der REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Registration of Chemicals). Diese schreibt eine zwingende Registrierung von chemischen Stoffen vor, die ein Hersteller oder Importeur im Geltungsbereich von REACH (EU) in den Verkehr bringen möchte. Die R&D-Organisation der IVFG stellt, in enger Zusammenarbeit mit den Bedarfsträgern sicher, dass Hersteller aus Nicht-EU-Ländern über ihren Importeur bzw. alleinigen Vertreter (Only Representive) über eine entsprechende Registrierung verfügen und diese bestätigen. Darüber hinaus bestehen verschiedene rechtliche Risiken aus der Geschäftstätigkeit, die sich über langwierige Rechtstreitigkeiten auf das operative Geschäft auswirken und somit hohe Kosten verursachen könnten. IVFG begegnet rechtlichen Risiken einerseits durch das Compliance Management System, andererseits durch einen Rückgriff auf die konzerninterne Rechtsabteilung bzw. auf externe Experten. 9. Finanzen Basierend auf den Einschätzungen der Absatz- und Beschaffungsmärkte erfolgt im Rahmen eines integrierten Finanzplanungsmodells die Bewertung möglicher Ertragsrisiken und deren Auswirkungen auf die Cash-Flow-Situation der IVFG. In diesem Zusammenhang werden mögliche Risiken der Kostenentwicklung analysiert und entsprechend ihrer Bedeutung in der Ertragsprognose berücksichtigt. Zur Vermeidung kurzfristiger Liquiditätsrisiken verfügt die IVFG über eine aktuelle, rollierende Liquiditätsvorschau über 3 Monate, die für den jeweils ersten Berichtsmonat auf Tagesbasis erstellt wird. Berücksichtigt werden hierbei Ein- und Auszahlungen auf Basis der jeweils aktuellsten Absatzplanung, Beschaffungsplanung und Kostenentwicklung. Darüber hinaus wird durch die Einbeziehung der einzelnen Gesellschaften in das Cash-Pooling der Indorama Germany GmbH die Liquidität den Einzelgesellschaften bereitgestellt. Bei einer unerwarteten Abweichung von der Liquiditätsplanung (z.B. Umsatzrückgang) kann auf Hilfsmaßnahmen, wie z.B. Kurzarbeitergeld zurückgegriffen werden. Zusätzlich hat die Indorama Ventures Public Company Limited, Bangkok, Thailand, zu Gunsten der Gesellschaft eine harte Patronatserklärung bis zum 31. Dezember 2025 abgegeben. Finanzierungsrisiken, die sich in Folge einer rückläufigen Ergebnissituation und damit zusammenhängenden Auswirkung auf die Kreditwürdigkeit der Gesellschaft ergeben, werden somit begegnet. Ebenso werden auf diese Weise Wachstumsinvestitionen finanziert. Risiken des Forderungsausfalls sind über eine Ausfallversicherung gesichert, wobei diese 90 % des jeweiligen Forderungsausfalls abdeckt. Darüber hinaus werden Lieferungen gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen der IVFG grundsätzlich nur unter verlängertem Eigentumsvorbehalt durchgeführt. Im Rahmen des Forderungsmanagements verfügt die Gesellschaft zusätzlich über einen systemgestützten Prozess der Kreditlimitprüfung. Bei Überschreitung vorhandener Kreditlimits bzw. bestehender Überfälligkeit werden Lieferungen erst nach Einschätzung möglicher Zahlungsrisiken durch Vertriebs- und Finanzorganisation und gegebenenfalls in Abstimmung mit der Geschäftsführung freigegeben. Im Geschäftsjahr 2023 waren keine signifikanten Forderungsausfälle zu verzeichnen. Steuerliche Risiken können entstehen, wenn die Finanzverwaltung bei Sachverhalten eine andere Sichtweise vertritt bzw. anderweitig beurteilt wird. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die Gesellschaft Kompensationsleistungen aufgrund von gesetzlichen Anpassungen der EEG-Regularien teilweise verliert. IVFG verfolgt laufend die aktuellen Entwicklungen, um frühzeitig auf etwaige Änderungen reagieren zu können. 10. Umwelt Grundsätzlich ist die Gesellschaft Risiken, die mit der Herstellung von Fasern und Filamenten verbunden sind und zu Umweltverschmutzungen führen könnten, ausgesetzt. Derartigen Risiken wird durch entsprechende Betriebsanweisungen und technische Vorkehrungen begegnet, um die Risiken weitestgehend zu reduzieren. 11. Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken Unter Berücksichtigung der aktuell etablierten Managementprozesse und der daraus resultierenden Risikobeurteilung sind wir davon überzeugt, die Auswirkungen der als "hoch" und "mittel" eingestuften internen Risiken (Operative Prozesse, Gesundheit, Sicherheit, Mitarbeiter, IT-Sicherheit, Recht und Compliance, Finanzen) auf die Ertragskraft des Unternehmens auf ein akzeptables Restrisiko reduzieren zu können. Weiterhin bestehende (externe) Risiken resultieren insbesondere aus der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung, der Entwicklung spezifischer Marktsegmente sowie der hohen Preisvolatilität der Rohstoff- und Energiemärkte, soweit diese nicht im Rahmen unserer Prognoseannahmen bereits berücksichtigt wurden. Aufgrund des breit angelegten Produktportfolios, einer branchenübergreifenden Marktpräsenz, der Flexibilität vorhandener Produktionsanlagen sowie der Leistungsfähigkeit unserer R&D-Organisation, sind wir jedoch in der Lage, potenzielle Chancen der Absatzmärkte zu nutzen, um externen Risiken gegensteuern zu können. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft oder deren Entwicklung gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar: Die identifizierten Risiken stellen sowohl einzeln als auch kombiniert im Zusammenhang mit den getroffenen Maßnahmen kein Risiko im Hinblick auf Illiquidität oder Überschuldung im Zeitraum von mindestens einem Jahr dar, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten. V. Prognosebericht Die Profitabilität des Geschäftes ist nach wie vor in starkem Maße von der weiteren Entwicklung des konjunkturellen und gesamtwirtschaftlichen Umfeldes sowie von der Fokussierung des Produktportfolios auf innovative und ertragsstarke Faser- und Filament-Spezialitäten abhängig. Insbesondere die Entwicklung der Nachfragemengen sowohl in unseren europäischen Schwerpunktmärkten, aber auch in den entsprechenden Überseemärkten bestimmt nachhaltig die Ertragslage der IVFG. Darüber hinaus wird die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft maßgeblich von der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage abhängig sein, wobei wir davon ausgehen, dass die zunehmende Wettbewerbsintensität -insbesondere im Bereich der Standardprodukte- zu weiterem Preisdruck führen wird. Für 2024 gehen wir auf Basis des aktuellen Forecasts von einem geringfügigen Rückgang der Umsatzerlöse von rund 2% aus. Während sich die Absatzmengen der umsatz- und ertragsstarken Produkte zwar erhöhen sollen, wird bei weniger ertragsstarken Produkten dagegen mit einem rückläufigen Absatzvolumen gerechnet. Zudem wird im Handelsgeschäft mit Filamenten von einem geringeren Absatzvolumen ausgegangen. Im Vergleich zum Durchschnitt 2023 erwarten wir bei Rohstoffpreisen und Stromkosten leichte Kostenzreduzierungen, bei den Gaspreisen hingegen rechnen wir mit einem Kostenanstieg. Im Rahmen der Energiekostenplanung wurde die Teilbefreiung von der KWKG- und Offshore-Umlage unterstellt. Ein entsprechender Begrenzungsbescheid wurde durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für 2024 erteilt. Auf Basis der aktuell vorliegenden Informationen erwartet die Geschäftsführung insbesondere aufgrund von Kostenreduktionen eine moderate Verbesserung des EBITDA und ein im Vergleich zum Jahr 2023 moderat verbessertes Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung). Das EBITDA und das Jahresergebnis 2024 werden unter Berücksichtigung der eingeplanten Restrukturierungsmaßnahmen noch im negativen Bereich erwartet. Das Working Capital unterliegt einer laufenden Optimierung - in 2024 gehen wir von einem leichten Anstieg des Working Capitals aus. Aufgrund des verbesserten EBITDA erwarten wir einen moderaten Anstieg des operativen Cash-Flows. Aufgrund der Einbindung in die Konzernfinanzierung, dem bestehenden Ergebnisabführungsvertrag und der erhaltenen Patronatserklärung gehen wir davon aus, dass der Gesellschaft im Prognosezeitraum ausreichend Liquidität zur Verfügung steht, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Die Geschäftsführung ist sich darüber bewusst, dass die unterstellten Planprämissen sowie die im Rahmen der Unternehmensplanung gesetzten Ziele höchste Priorität besitzen und wird daher die Zielerreichung über entsprechende Kontrollinstrumente begleitend überwachen. Änderungen der grundlegenden Planannahmen können jedoch zu wesentlichen Abweichungen der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens führen.
1 Jahresgutachten Sachverständigenrat 23/24
Bobingen, 31. März 2024 Indorama Ventures Fibers Germany GmbH Geschäftsführung Klaus Holz Shishir Vijay Pimplikar Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Anhang für 2023I. Allgemeine Hinweise Die Gesellschaft ist beim Registergericht Augsburg unter der HRB Nr. 24933 eingetragen. Mit notarieller Urkunde vom 18. April 2023 wurde die Gesellschaft in Indorama Ventures Fibers Germany GmbH geändert. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 26. April 2023. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Die Gesellschaft hat mit Wirkung vom 1.1.2019 einen Ergebnisabführungsvertrag mit ihrer Muttergesellschaft, der Indorama Germany GmbH, geschlossen. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Das Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wurde ab 2017 in Anspruch genommen. Sie werden mit den bei deren Entwicklung anfallenden Herstellungskosten (bestehend aus anteiligen Personal- und Materialkosten sowie Fremdleistungen) bewertet und über 5 Jahre linear abgeschrieben. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Die Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 10 Jahren. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Im Falle einer dauerhaften Wertminderung wird eine außerplanmäßige Abschreibung durchgeführt. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben, gegebenenfalls wurden die Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode, die beim ursprünglichen Zugang bei der Trevira Abwicklungsgesellschaft mbH i.L. des Vermögensgegenstandes definiert wurden, beibehalten. Die Nutzungsdauern betragen für Sachanlagen zwischen 3 und 50 Jahren. Für technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, die in der Trevira Abwicklungsgesellschaft mbH i.I. zwischen 1. Januar 2005 und 31. Dezember 2007 zugegangen sind, wird die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Zur linearen Methode wird in dem Jahr, für welches die lineare Methode erstmals zu höheren Jahresabschreibungsbeträgen führt, übergegangen. Die übrigen Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 800,00 EUR werden sofort abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen. Die Finanzanlagen werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten oder Nennwerten angesetzt bzw. niedrigeren beizulegenden Werten bei voraussichtlich dauernder Wertminderung. Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden aktiviert. Die fertigen Erzeugnisse wurden verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bewertet. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind mit den anteiligen Auszahlungsbeträgen angesetzt. Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) unter Verwendung der "Heubeck - Richttafeln 2018 G" ermittelt. Für die Abzinsung wurde pauschal der durchschnittliche Marktzinssatz aus den letzten zehn Jahren bei einer restlichen Laufzeit von 15 Jahren von 1,83 % gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 3,25 % und erwartete Rentensteigerungen mit 2,20 % berücksichtigt. Der Unterschiedsbetrag zwischen der alten Regelung, in der der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten sieben Jahre verwendet wurde und der neuen Regelung von zehn Jahren beträgt T€ 59. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Für Verluste aus Lieferverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Die fondsakzessorischen Verpflichtungen aus Langzeitkonten werden in Höhe der korrespondierenden Wertpapiere angesetzt. Da die Voraussetzungen für saldierungspflichtiges Vermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB erfüllt sind, werden die Verpflichtungen mit den Vermögenswerten saldiert, sodass es zu keinem Bilanzausweis kommt. Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge für Körperschafts- und Gewerbesteuer, werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Aufgrund des bestehenden Abführungsvertrags mit der Indorama Germany GmbH als Organträgerin, erfolgt der Ausweis der latenten Steuern demnach auf der Ebene der Organträgerin. Der Steuersatz für die Berechnung der latenten Steuern beträgt 27,69 %. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die Innenfinanzierungskraft der Gesellschaft ist aufgrund der negativen Ertragsplanung (vor Ergebnisabführung) eingeschränkt und die Liquiditätsausstattung ist abhängig von der Einbindung in das Cash-Pooling der Indorama Germany GmbH bzw. der Bereitstellung von finanziellen Mitteln durch die Konzernmutter Gesellschaft. III. Erläuterungen zur Bilanz 1. Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. a) Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres belief sich auf T€ 5.018. Davon entfällt auf im Berichtsjahr aktivierte selbst geschaffene Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ein Betrag von T€ 448. b) Wertpapiere des Anlagevermögens Der Bestand der Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von T€ 250 (VJ T€ 498) umfasst Wertpapiere, die zur Absicherung von Ansprüchen aus Altersteilzeitverpflichtungen auf einen Treuhänder übertragen wurden und für die Gesellschaft nicht frei verfügbar sind. 2. Umlaufvermögen a) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sämtliche Forderungen aus Lieferung und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. b) Forderungen gegen verbundene Unternehmen Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten mit T€ 1.045 (VJ T€ 1.135) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Restlaufzeit unter einem Jahr). Daneben bestehen Darlehensforderungen (einschließlich deren Verzinsung) in Höhe von T€ 35.531 (VJ T€ 35.356) mit einer Laufzeit von über einem Jahr sowie Forderungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag für das laufende Jahr in Höhe von T€ 16.619 (Laufzeit unter einem Jahr) gegen die Gesellschafterin. c) Sonstige Vermögensgegenstände Bei den sonstigen Vermögensgegenständen handelt es sich ausschließlich um kurzfristige Forderungen. 3. Rückstellungen Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Kundenboni und Reklamationen, Gewährleistungsansprüche, Drohverluste aus der Annahme von Lieferverpflichtungen und schwebenden Geschäften sowie im Personalbereich gebildet. Darüber hinaus besteht eine Rückstellung für Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Guben in Höhe von T€ 1.228 (VJ T€ 4.982). Beim Ausweis der Rückstellungen werden Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 2.265 (VJ T€ 2.107), welche zur Insolvenzsicherung für Verpflichtungen aus Langzeitkonten auf Depotsperrkonten angelegt sind, verrechnet. Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände beträgt T€ 2.265 (VJ T€ 2.107) und der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden T€ 2.071 (VJ T€ 2.251). Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betrugen T€ 2.137 (VJ T€ 2.003). Aufwendungen und Erträge wurden in Höhe von T€ 24 (VJ T€ 4) saldiert. 4. Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt.
1 davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen T€ 3.899 (i. Vj. 2.976) und Darlehensverbindlichkeiten T€ 55.697 (i. Vj. T€ 43.410) 5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen u.a. folgende Sachverhalte:
Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2024 und 2028. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung a) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
b) Periodenfremde Aufwendungen und Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von T€ 4.132 (VJ T€ 6.048) enthalten. Diese setzen sich wie folgt zusammen:
Wesentliche periodenfremde Aufwendungen sind im Geschäftsjahr nicht angefallen. c) Fremdwährungskursgewinne und -verluste Die Fremdwährungskursgewinne betragen T€ 181 (VJ T€ 1.201) und die Fremdwährungskursverluste betragen T€ 835 (VJ T€ 831). d) Zinsaufwendungen Die Zinsaufwendungen enthalten Aufzinsungen auf Rückstellungen in Höhe von T€ 60 (VJ T€ 54). Diese entfallen auf Pensionsrückstellungen (T€ 59) und auf Rückstellungen für Lohnfortzahlung im Todesfall (T€ 1). V. Sonstige Angaben a) Aufsichtsrat
b) Gesamtbezüge des Aufsichtsrats Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betrugen T€ 40. c) Geschäftsführung
d) Gesamtbezüge der Geschäftsführung Die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung unterbleibt unter Anwendung von § 286 Abs. 4 HGB. e) Mitarbeitende Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigte Mitarbeitende:
f) Prüfungs- und Beratungsgebühren Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt für
g) Konzernverhältnisse Die Indorama Ventures Fibers Germany GmbH, Bobingen, wird in den Konzernabschluss der Indorama Germany GmbH, Hattersheim, einbezogen. Dieser Konzernabschluss stellt den kleinsten Konsolidierungskreis dar und wird der das Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch übermittelt und kann im Unternehmensregister eingesehen werden. Die Indorama Germany GmbH wird in den Konzernabschluss der Indorama Ventures Public Company Limited, Bangkok, Thailand einbezogen. Dieser Konzernabschluss ist der größte Konsolidierungskreis, in dem die Gesellschaft einbezogen wird und kann auf der Internetseite www.indoramaventures.com eingesehen werden. h) Ergebnisverwendung Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresfehlbetrag vor Ergebnisübernahme in Höhe von T€ 16.619 ab, der aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages von der Indorama Germany GmbH übernommen wird. Der Bilanzgewinn wird auf neue Rechnung vorgetragen. i) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die Geschäftsführung hat im Januar ein Restrukturierungsprogramm am Standort Bobingen beschlossen. Der notwendige Stellenabbau wird ca. 40 Personen umfassen und erfolgt in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung.
Bobingen, den 31. März 2024 Geschäftsführung Klaus Holz Shishir Vijay Pimplikar Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Indorama Ventures Fibers Germany GmbH, Bobingen Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Indorama Ventures Fibers Germany GmbH, Bobingen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Indorama Ventures Fibers Germany GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Augsburg, den 15. Mai 2024 KPMG
AG
Querfurth, Wirtschaftsprüfer Heider, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratesDer Aufsichtsrat der Indorama Ventures Fibers Germany GmbH bestand im Jahr 2023 aus Herrn Jochen Boos (Vorsitzender), Herrn Uwe Wöhner (Stellvertretender Vorsitzender) als Vertreter der Anteilseigner sowie Herrn Stephan Linke als Arbeitnehmervertreter. Der Aufsichtsrat hat sich in seinen Sitzungen am 19. April 2023, 29. Juni 2023 und 30. November 2023 von der Geschäftsführung eingehend über den Geschäftsverlauf des Jahres 2023 einschließlich Finanz- und Ertragslage, die vorgesehenen Investitionen sowie die kurz- und mittelfristige Planung berichten lassen. Der Aufsichtsrat wurde von der Geschäftsführung am 30.11.2023 informell über die beabsichtigte Restrukturierung in Bobingen und das geplante Konzept zur Fortführung in Guben und Bobingen informiert. Des Weiteren erfolgte eine monatliche schriftliche detaillierte Information über die aktuelle Geschäftslage (inkl. BU-Ergebnisse). Der Aufsichtsrat hat die Berichte der Geschäftsführung mit ihr diskutiert und Anregungen gegeben. Mit der Planung für das Jahr 2024 ist er einverstanden. Der von der Geschäftsführung aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 und der Lagebericht der Geschäftsführung sind von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Prüfungsbericht des Wirtschaftsprüfers wurde den Aufsichtsratsmitgliedern zugeleitet. Der Aufsichtsrat hat den Abschlussbericht zur Kenntnis genommen, erörtert und auf Plausibilität beurteilt. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer angeschlossen und im Rahmen seiner eigenen Plausibilitätsbeurteilung festgestellt, dass Einwendungen gegen den Prüfungsbericht nicht zu erheben sind, so dass er den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 billigt und der Gesellschafterversammlung zur Feststellung empfiehlt. Ferner empfiehlt der Aufsichtsrat der Gesellschafterin, Aufsichtsrat und Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2023 Entlastung zu erteilen.
Bobingen, den 11. Juni 2024 Jochen Boos, Vorsitzender des Aufsichtsrates Feststellung des JahresabschlussesDer Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der Indorama Ventures Fibers Germany GmbH wurde am 12.06.2024 festgestellt. |
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