Wöhrl Mode und Textilhandelsdienstleistungen GmbH
Selbe AdresseGroßhandel mit Textilien
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Stefan Fiedler seit 4.5.2023 | Prokura |
Frank Müller seit 29.11.2019 | Prokura |
Matthias Wankerl seit 17.8.2012 | Prokura |
Christian Eras seit 17.8.2012 | Prokura |
Martin Törnvik seit 17.8.2012 | Prokura |
Stephan Dippold seit 18.1.2011 | Geschäftsführer |
Klaus Hörndler seit 5.10.2007 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 36.00% | |
A******** C***** H***** | 9.00% |
C******** S***** H***** | 9.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
Ziehm Refurbished Systems GmbHAufgelöst | 0.00% |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Ziehm Imaging GmbHNürnbergJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231 Grundlagen des Unternehmens und Geschäftsmodell Die Ziehm Imaging GmbH (im Folgenden Ziehm GmbH) und ihre Tochtergesellschaften sind auf die Entwicklung, Produktion und weltweite Vermarktung von Systemlösungen für die mobile Röntgenbildgebung spezialisiert. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um folgende Produkte:
Die Ziehm Gruppe gilt mit ihrer langjährigen Erfahrung als der Experte im Markt und positioniert sich als Innovationsführer. Daraus leitet das Unternehmen den Anspruch ab, mit seinen Serviceangeboten den langjährigen und zuverlässigen Betrieb der installierten Basis sicherzustellen und dadurch die Kundenbindung zu festigen. 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Nachdem zuletzt auch in China die Covid-Restriktionen fielen, konnte ab Anfang 2023 die COVID-19-Pandemie global als beendet betrachtet werden. Mit weiterhin bestehenden Schwierigkeiten in den Lieferketten und einer ungebrochenen hohen Inflation schrieb sich eine von wirtschaftlichen Unsicherheiten durchsetzte Zeit fort. Dazu hielt der andauernde Konflikt-Ukraine-Russland die Energie- / und Rohstoffkosten weiter hoch, die Inflation flachte sich zwar in der zweiten Jahreshälfte ab, blieb jedoch auf einem hohen Niveau. Die Regierungen der NATO Staaten bauten ihre synchronisierten Waffenlieferungen an die Ukraine weiter aus. Was zaghaft mit Sachspenden von wenigen deutschen Kevlarhelmen begann, signalisierte mit der abgestimmten Zusage der Lieferung von US-amerikanischen und deutschen Kampfpanzermodellen sowie weiterer europäischer Staaten ab Januar 2023 eine neue Geschlossenheit der westlichen Welt. Besorgniserregend erscheint weiterhin die Annäherung von China an Russland und das zu eskalieren drohende Konfliktpotential zwischen den USA und China. Weiterhin verschärfte sich 2023 die globale Sicherheitslage durch eine zusätzliche Krise: Mit dem Überfall der Hamas am 7. Oktober auf Israel und den darauffolgenden Gegenschlägen der israelischen Armee auf die Palästinensergebiete in Gaza entflammte ein weiterer globaler Brennpunkt. Medienberichte um die Kommandozentrale der Hamas 1 unterhalb der des Schifa-Krankenhauses sowie die Bilder vom darauffolgenden Erstürmen von israelischen Kampfeinheiten brannten sich in die Gedächtnisse im Winter 2023 ein. Die jüngsten Angriffe der von Iran unterstützen Huthi Rebellen auf Handelsschiffe im Roten Meer 2 sowie die folgende militärische Intervention der USA und Großbritanniens im Jemen lassen keine Zuversicht auf eine schnelle Entspannung der angespannten Sicherheitslage aufkommen. Geänderte Container-Schifffahrtsrouten großer Reedereien, die die Passage durch das rote Meer nun meiden, führten laut Medienberichten 3 4 bereits zu Produktionsausfällen in der Automobilindustrie im Januar 2024. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich die Lage im Bereich Supply Chain Elektronik, Halbleiter und Mechanik-Komponenten wieder etwas normalisieren, jedoch setzen viele Zulieferer nun ihre geänderte Preispolitik um, was zu teils signifikanten Einkaufspreissteigerungen führte. Weitere Auswirkungen auf die Supply Chain bleiben abzuwarten. Generell ist mit weiteren Preissteigerungen im Bereich internationaler Transport, auch zusätzlich getrieben durch die ungebrochenen hohen Energiepreise, zu rechnen. Im Oktober gab der IWF der deutschen Wirtschaft eine schlechte Prognose 5 und auch für die Weltwirtschaft scheint ein Wachstum wie vor der Pandemie außer Reichweite.
1 Aus Münchner Merkur Online,
https://www.merkur.de/politik/ein-krankenhaus-als-kommandozentrale-derhamas-zr-92663640.html
In 2023 sei für Deutschland nun mit einer um 0,5 % geringeren Wirtschaftsleistung zu rechnen als im Vorjahr, wie die Organisation bei ihrer Jahrestagung 2023 mit der Weltbank im marokkanischen Marrakesch mitteilte. Für die Weltwirtschaft insgesamt sind die IWF-Ökonomen zwar optimistischer. Doch IWF- Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas mahnt: "Die Weltwirtschaft humpelt vor sich hin, sie sprintet nicht." Sie erholt nur sich nur langsam von den Folgen der Corona-Pandemie, dem russischen Krieg gegen die Ukraine und der hohen Inflation - das Wachstum ist historisch schwach. Die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft für dieses Jahr liegt wie im Juli 2023 bei 3,0 %. Für das Jahr 2024 korrigierte der Fonds die Schätzung leicht nach unten auf 2,9 % (minus 0,1 Prozentpunkte). Im Jahr 2022 war die Weltwirtschaft noch um 3,5 % gewachsen. Rückblickend betrachtet sei die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft aber mit Blick auf die diversen Krisen bemerkenswert, so der IWF. Das Wachstum sei weltweit ungleichmäßig, so IWF- Chefvolkswirt Gourinchas. Die Abschwächung ist in den Industrienationen demnach stärker ausgeprägt als in ärmeren Ländern. Eine vollständige Erholung in Richtung der vor der Pandemie herrschenden Trends scheine zunehmend außer Reichweite zu sein. Das Wachstum werde neben den Folgen der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine auch wegen der strengen Geldpolitik aufgrund der hohen Inflation und extremer Wetterereignisse gebremst, so der IWF. Die für Ziehm Imaging und Tochterfirmen relevanten Kernmärkte entwickelten sich in 2023 wie folgt: • Deutschland Deutschland wäre nach den Oktober Prognosen des IWF in 2023 weiterhin der einzige G7- Staat, dessen Bruttoinlandsprodukt zurückgeht. Für 2024 prognostiziert der IWF für die deutsche Wirtschaft zwar wieder ein geringes Wachstum von 0,9 %. 2024 läge Deutschland damit deutlich unter dem G7-Durchschnitt, aber knapp vor Italien und Großbritannien. Die wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands haben sich damit im Laufe des Jahres Schritt für Schritt eingetrübt. Im April 2023 war der IWF noch von einem minimalen Wirtschaftsrückgang um 0,1 % ausgegangen. Die aktuelle Korrektur nach unten begründeten die Experten mit der "Schwäche der zinssensiblen Sektoren und der geringeren Nachfrage der Handelspartner" der Bundesrepublik. 6 Die Inflationsrate betrug im Jahresschnitt 2023 in Deutschland 5,9 %. 7
6 aus: BR24,
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/iwf-gibt-deutscher-wirtschaft-schlechteprognose,
TsGy8gC
Speziell im Bereich Gesundheitspolitik wurde im Deutschen Bundestag die Krankenhausreform weitergetrieben. Auch wurde unter Gesundheitsminister Dr. Lauterbach die Abkehr vom bisherigen Abrechnungssystem der Fallpauschalen (DRGs) vorgestellt. Weiterhin setzte sich das Kliniksterben deutscher Krankenhäuser und die Spezialisierung der Kliniken in Deutschland fort, auch getrieben durch die ungebrochen hohen Energiepreise. Generell herrscht im Kernmarkt Deutschland eine große Zurückhaltung in der Anschaffung von investitionsintensiver Medizinprodukten wie Großgeräten, da viele Häuser defizitär arbeiten und eine Modernisierung der Geräteflotte verschieben. Dies berichteten unsere Businessmanager Deutschland auf der DACH-Sales Jahrestagung Anfang Januar 2024 aus direkten Gesprächen mit Klinikern und Einkaufsleitern aus erster Hand. • USA Im Jahr 2022 hatte die durchschnittliche Inflationsrate in den USA rund 7,99 % betragen. Für das Jahr 2023 wird die durchschnittliche Inflationsrate in den USA auf rund 4,08 % prognostiziert. 8 In 2023 wuchs die US-amerikanische Wirtschaft um geschätzt 3,1 %. Im Vorjahr 2022 betrug das jährliche Wachstum rund 0,7 %. 9 Ungebrochen sind die USA der größte Medizintechnikmarkt der Welt und beheimatet die Firmensitze der größten global agierenden MedTech-Firmen der Welt, u.a. Abott, Johnson&Johnson und Medtronic. • China Im 4. Quartal 2023 ist das reale BIP in China saisonbereinigt gegenüber dem Vorquartal um ein % angewachsen und ist unbereinigt um 5,2 % 10 gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Nachdem Chinas Wirtschaft im Jahr 2022 hinter den selbst gesteckten Zielen zurückblieb, konnte das Wachstum im ersten Quartal 2023 wieder zunehmen. In konstanten Preisen ist das chinesische BIP somit um 5,2 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen. 11 Die restriktivere Einkaufspolitik von importierten Medizinprodukten in China mit dem Bevorzugen von lokal fertigenden Herstellern, darunter auch Großkonzerne wie Siemens Healthineers, die ihre 3D C-Bögen auch vor Ort fertigen, stellt ein Hindernis für weiteres Wachstum dar. Zu erwähnen ist der starke Innovationsgeist chinesischer Unternehmen mit Staatsbeteiligung im Bereich MedTech Robotik und computergestützte Chirurgie. Hier wird zusätzlicher Neubedarf an hochauflösenden 3D-Bildgebungslösungen im OP entstehen.
8 Studie von Statista,
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/165718/umfrage/inflationsrate-in-den-usa/
• EU und Euroraum Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Dezember 2023 bei 2,9 %. Ein Jahr zuvor hatte sie 9,2 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Dezember 2023 bei 3,4 %, gegenüber 3,1 % im November. Ein Jahr zuvor hatte sie bei 10,4 % gelegen. 12 Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Währungsunion (EWU) stagnierte im vierten Quartal 2023. Für das Gesamtjahr 2023 bedeuten die vorläufigen Ergebnisse, dass die Wirtschaftsleistung des Währungsgebiets gegenüber dem Vorjahr 2022 um 0,5 % zulegen konnte. In Frankreich stagnierte das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal. Bremsend wirkten deutlich geringere Investitionen und etwas geringere Konsumausgaben. Dagegen stützte der Außenbeitrag, aber nur weil die Exporte weniger stark abnahmen als die Importe. Italien (+0,2 %), Spanien (+0,6 %), Belgien (+0,4 %), Österreich (+0,2 %) und Portugal (+0,8 %) verzeichneten im Schlussquartal positive Zuwachsraten. Neben Deutschland sank das BIP nur noch in Irland mit -0,7 %. In der Summe zeigt sich, dass sich insbesondere die deutsche Volkswirtschaft mit dem aktuellen Umfeld schwertut und hinter den Wachstumsergebnissen der anderen Länder zurückbleibt. Die deutsche Industrie leidet stärker als andere unter einer schwachen Nachfrage und einem im Vergleich zur Vor-Coronazeit hohen Energiepreisniveau. Zudem bremsen wohl die gestiegenen Zinsen. 13 2.2 Wesentliche finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung der Gesellschaft sind die Umsatzerlöse sowie das Ergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA). Darüber hinaus wird die Gesamtleistung als weitere Steuerungsgröße der Gesellschaft unterstützend herangezogen. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren haben bei der Ziehm Imaging GmbH eine untergeordnete Bedeutung als Steuerungsgrößen.
12 Bericht von Eurostat, 10/2024 vom 17.01.2024
https://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/18343103/2-17012024-AP-DE.pdf/e971
fc0f-da0f-6900-7350- bddcb3aaf378
2.3 Entwicklung der Ziehm Imaging GmbH Generelle Entwicklung im Markt für Medizinprodukte Lage der Branche Im Jahr 2022 erwirtschaftete die deutsche Gesundheitswirtschaft 12,7 % der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung. Dies entspricht in etwa jedem achten Euro des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig ist sie Arbeitgeber für rund 17,7 % der Menschen in Deutschland und sichert somit fast jeden 5. Arbeitsplatz. Zudem sind ihr rund 9,8 % der gesamtdeutschen Exporte zuzuschreiben - ein enormer Beitrag für eine Branche, die einen Großteil ihrer Wertschöpfung durch die Erbringung von Dienstleistungen am Patienten erzielt. Im Bereich produzierende Medizinprodukte und Medizintechnik arbeiteten im Jahr 2021 236.000 Beschäftigte und generierten dabei einen Umsatz von 19,1 Mrd. EUR (Stand Daten 2022; Betrachtungszeitraum 2021, derzeit sind keine aktuelleren Daten verfügbar). 14 Aus der BVMed-Herbstumfrage 2023 15 lassen sich folgende Schlüsse festhalten: Der Medizintechnik-Standort Deutschland steht unter erheblichem Druck. Die MedTech- Branche verzeichnet nach den Ergebnissen der Herbstumfrage des BVMed zwar ein Umsatzplus von 4,8 % gegenüber dem Krisenjahr 2022, dem stehen jedoch stark gestiegene Personal-, Logistik-, Rohstoff- und Energiepreise sowie die hohen Kosten für die Umsetzung der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) gegenüber. Darunter leiden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die 93 % der Branche ausmachen und Innovationstreiber sind. Aktuell gehen die Investitionen am Standort Deutschland zurück, Forschungsinvestitionen werden zunehmend ins Ausland verlagert. Das Innovationsklima ist nach dem BVMed-Index auf einem Tiefstand. In 2023 zeigt sich die Medizintechnik-Branche nach den Krisenjahren 2020 bis 2022 leicht erholt. 66 % der befragten MedTech-Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einem besseren Umsatzergebnis in Deutschland als im Vorjahr. Das ist ein leicht besseres Ergebnis als in den beiden Vorjahren - reicht aber noch nicht an die Werte vor der Corona- Pandemie heran. Von einem Umsatzrückgang gehen 19 % der befragten Unternehmen aus. Bei 12 % sind die Umsatzrückgänge sogar im zweistelligen Bereich. Das zeigt, dass sich einzelne Produktbereiche der MedTech-Branche sehr unterschiedlich entwickeln. Aus den gewichteten Umsatzangaben der BVMed-Unternehmen ergibt sich im deutschen Markt ein durchschnittlicher Umsatzanstieg von 4,8 % gegenüber dem vorhergehenden Krisenjahr. Die erwartete weltweite Umsatzentwicklung schneidet mit einem Plus von 6,4 % deutlich besser als die Inlandsentwicklung ab.
14 Report "Gesundheitswirtschaft Fakten und
Zahlen" Daten 2022 des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Klimaschutz, Stand April 2023
Aufgrund der weiter dramatischen Kostensteigerungen stehen die Gewinne der Unternehmen aber unter großem Druck. Nur 20 % der MedTech-Unternehmen erwarten in diesem Jahr Gewinnsteigerungen gegenüber dem Krisenjahr 2022. Mit 49 % gehen sogar knapp die Hälfte der Unternehmen von einer weiteren Verschlechterung der Gewinnsituation aus. Der wichtigste Grund für die angespannte Geschäftssituation sind wie im Vorjahr die gestiegenen Logistik-, Rohstoff- und Energiepreise. Hinzu kommen stark steigende Personalkosten aufgrund der Inflationsentwicklung sowie der zunehmende bürokratische Aufwand für das regulatorische System. Der zunehmende Druck auf die Branche wirkt sich verstärkt auch auf die Investitionen am Standort Deutschland aus. Mehr als ein Viertel der Unternehmen verringern ihre Investitionen. Ähnlich sieht die Situation bei der Forschung aus. 20 % der Unternehmen verringern ihre Forschungsausgaben gegenüber dem Vorjahr. Auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) bewerten die Unternehmen das Innovationsklima für Medizintechnik in Deutschland im Durchschnitt nur noch mit 3,5. Das ist seit Erhebung des Indexes 2012 der absolute Tiefstwert und zeigt die Dramatik der Herausforderungen für die KMU-geprägte MedTech-Branche in Deutschland auf. Trotz der Krisenauswirkungen und dramatisch steigenden Kosten schafft die Medizintechnik-Branche in Deutschland weiter zusätzliche Arbeitsplätze. 31 % der Unternehmen, die sich an der BVMed-Herbstumfrage 2023 beteiligten, erhöhen die Zahl der Mitarbeiter:innen gegenüber dem Vorjahr, 58 % halten die Zahl der Stellen stabil. Die Berufsaussichten für Fachkräfte in der MedTech-Branche sind dabei weiter ausgezeichnet. 87 % der Unternehmen halten die Berufsaussichten für unverändert gut bzw. besser. Gesucht werden vor allem Ingenieur:innen, Informatiker:innen und Data Scientists und Medizintechniker:innen, aber auch lernende technische und kaufmännische Berufe. Der hohe Wert für Data Scientists zeigt, dass datengetriebene Versorgungslösungen in der MedTech-Branche an Bedeutung gewinnen. Langfristiger Ausblick: Wachstumsmarkt Medizintechnik 16 Die Medizintechnik-Branche wird ein Wachstumsmarkt bleiben. Dazu tragen unter anderem folgende Faktoren bei:
Die Folge all dieser Faktoren: Der Bedarf an Gesundheitsleistungen und Bildgebung im OP- Bereich wird global weiter steigen. Es ist zu erwarten, dass global viele Länder ihre teils maroden Gesundheitssysteme sanieren, weiter modernisieren und digitalisieren werden.
16 BVMed Branchenbericht Medizintechnologien
2020: Stand 1. Oktober 2020, Seite 7.
Dies zeigt für den Absatz von mobilen Bildgebungsgeräten und Softwarelösungen in den Folgejahren ein positives Bild auf. Auch im Bereich Service und Nachrüstungen ist mit einem wachsenden Bedarf und damit Umsätzen zu rechnen, da die aufgeschobenen Eingriffe mit Alt- / Bestandsgeräten im OP- Bereich nachgeholt werden. 2.4 Wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres Obwohl der Auftragseingang der Ziehm Imaging GmbH in 2023 leicht unter dem Rekordwert des Vorjahres lag, wurde in 2023 der Umsatz des Vorjahres um 28,3 Mio. EUR übertroffen. Mit 163,8 Mio. EUR lag der Umsatz 2023 um 20,9 % über dem Umsatz 2022. Neben dem guten Auftragseingang 2023 ist dieser Umsatzzuwachs auf den außerordentlich hohen Auftragsbestand zum Jahresende 2022 zurückzuführen; die erheblichen Störungen der Lieferketten verhinderten im Vorjahr einen höheren Output. Obwohl die Versorgungsprobleme auch in 2023 noch nicht völlig beseitigt waren, konnte der hohe Auftragsbestand zum Ende des Berichtsjahres deutlich reduziert werden. In unseren größten Absatzregionen Deutschland, USA und Italien konnten wir unsere im Vorjahr erzielten Umsätze übertreffen, in China und Großbritannien (viertgrößter und fünftgrößter Absatzmarkt in 2023) wurden die Vorjahreswerte nur knapp verfehlt. Die größten Umsatzzuwächse im Geschäftsjahr konnten wir in Deutschland, USA und Marokko verzeichnen. Das Ergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis und Abschreibungen (EBITDA) liegt deutlich über dem EBITDA des Vorjahres. Neben dem höheren Umsatz zeichnet hierfür insbesondere die bessere Materialaufwandsquote verantwortlich, während höhere Personalkosten und höhere sonstige Kosten (insbesondere höherer Earn Out als 2022 und höhere IT-Kosten) das Ergebnis belasteten.
2.4.1 Operations Der Berichtszeitraum startete mit einem starken Auftragsbestand und hatte somit die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Jahr. Dennoch waren die Versorgungsprobleme nicht vom Tisch. Bei einigen neuralgischen Materialien gab es weiter Engpässe in der globalen Versorgungskette. Lange Lieferzeiten sorgten teils für Unmut bei den Kunden, wodurch ein erhöhter Betreuungsaufwand registriert wurde. Effizienzsteigerungen waren gefordert. Produktionsabläufe wurden hinterfragt und an die geänderten Anforderungen angepasst. Optimierungen im Generatorbereich und bei den Bildspeichern halfen die Lieferzeiten konstant zu halten. Die Produktionsstückzahlen waren zum Halbjahr auf Plan. Jedoch folgte ab Juli ein Einbruch aufgrund von Qualitätsproblemen, Krankheitsausfällen und fehlendem Material zweier Hauptkomponenten. Wiederum war eine Strategieänderung einer effizienten Fertigungsreihenfolge notwendig, um die Geräte weitestgehend vorzubauen und nach Erhalt des fehlenden Materials fertigzustellen. Die Einhaltung des Levelling Plans, wenn manchmal auch nur auf Teilsystemen, half uns am Jahresende unser Budgetziel zu übertreffen. Der Jahres-Endspurt war für die Mitarbeiter sehr belastend durch die vielen Überstunden und Samstagsarbeit. Für das Jahr 2024 sind weitere Stückzahlsteigerungen anvisiert, weshalb auch in der Personalstärke nachgebessert werden muss. • Pandemie und Grippe In 2023 spürten wir fast keine Folgen der Pandemie, wenn es auch nicht immer unterscheidbar war, ob eine Krankheit aufgrund von Grippe oder COVID vorlag. Nur noch selten, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, kam es vermehrt zu personellen Ausfällen aufgrund von grippalen Infekten, die durch den verstärkten Arbeitseinsatz der Mitarbeiter ausgeglichen werden konnten. • Supply Chain Management Im Berichtszeitraum konnten erneut Verbesserungen bei der logistischen Umsetzung des Ziehm-Produktionssystems durch weitere KANBAN-Regelkreise und Ablaufoptimierungen erzielt werden. Die Einbindung der Rohstofflieferanten in unser Mehrweg-Verpackungskonzept konnte weiter ausgebaut und optimiert werden. Hinsichtlich der Verfügbarkeit von Zulieferteilen im Bereich Mechanik und Elektromechanik war ab Mitte 2023 eine deutliche Verbesserung feststellbar. Auch das sehr hohe Preisniveau einiger Mechanik-Komponenten konnte stellenweise reduziert werden, liegt aber weiterhin über dem Vorkriegs- und Pandemie-Niveau. Die größte Herausforderung blieb weiterhin die Versorgung der Produktion mit Elektronikbaugruppen. Teilweise setzten sich die Probleme in den Lieferketten fort. Im Bereich der Halbleiter waren hier immer noch die Auswirkungen der COVID-Pandemie zu spüren. Das Wiederhochfahren verschiedener Herstellungsprozesse bei Vorlieferanten ist immer noch nicht vollständig abgeschlossen. Der Trend zur Antriebselektrifizierung im Automotive-Bereich samt der dafür benötigten Infrastruktur, aber auch die Bedarfe an speziellen Elektronikbauteilen der Rüstungsindustrie (bedingt durch die vorherrschenden weltweiten Konflikte) führten in 2023 zu einer Marktverknappung bei diversen Elektronikbauteilen. Darüber hinaus wirkt sich in fast allen Warengruppenbereichen unserer Kaufteile der Fachkräftemangel negativ auf benötigte Produktions- und Dienstleistungskapazitäten aus. Durch die daraus resultierenden Terminverschiebungen war es unseren Systemlieferanten weiterhin nicht möglich, vertraglich vereinbarte Sicherheitsbestände wiederaufzubauen. Mangelnde Mengentreue durch Teillieferungen, permanentes Hinterfragen von Lieferterminen und -mengen sowie die Umplanung der Fertigung führten zu immensen internen Mehraufwänden. Die Entscheidung einiger Elektronikbauteilehersteller ihr Produktportfolio zu bereinigen, führte zudem zu kurzfristigen Abkündigungen. Die Verfügbarkeit dieser Bauteile war nur dadurch sicherzustellen, dass die Bedarfe zu sehr hohen Mehrkosten bei Brokern gedeckt wurden oder durch die Qualifizierung von Alternativ-Bauteilen, die in enger Abstimmung mit dem Entwicklungsbereich stattfinden musste was zur Folge hatte, dass Ressourcen gebunden wurden, die für wichtige Innovationsprojekte eingeplant waren. 2.4.2 Qualitätsmanagement (QM) und Regulatory Affairs (RA) Am 14. Juli 2023 erhielt die Ziehm Imaging GmbH nach über zweieinhalb Jahren Projektdauer die durch die Benannte Stelle TÜV Rheinland LGA Products (TRLP) überreichte MDR-Zertifizierung. Seither unterliegt Ziehm für die überführten Produkte nicht mehr den Übergangsbestimmungen gemäß Artikel 120 der Verordnung (EU) 2017/745. Die aufwendige sog. MDR-Zertifizierung ist ein regulatorischer Meilenstein für die Ziehm Imaging GmbH, und bringt erhebliche organisatorische und prozessuale Änderungen mit sich. Signifikante Änderungen an Ziehm Produkten können nun innerhalb des Geltungsbereichs der Europäischen Verordnung einschränkungslos unter der MDR-Zertifizierung eingeführt werden. Alle wesentlichen weltweiten Zulassungen von Ziehm Produkten wurden 2023 aufrechterhalten. Darüber hinaus konnten wesentliche Änderungen an zugelassenen Produkten zur Registrierung gebracht werden. Turnusgemäß erfolgten 2023 diverse Überwachungsaudits durch Überwachungsorgane:
Darüber hinaus fanden verschiedene Audits durch Lieferanten (u. a. Stryker und Fujifilm) statt. Aus Ziehm-Sicht verliefen alle Audit erfolgreich, das heißt alle Zertifizierungen werden ohne Einschränkungen aufrechterhalten. Die in den genannten Audits identifizierten Abweichungen waren allesamt unwesentlich und konnten im Rahmen von individuellen Korrektur- und Vorbeugemaßnahmenverfahren wirksam beigelegt werden. Neben den genannten Drittpartei-Audits stellte Ziehm mit effektiv durchgeführten internen Audits die Wirksamkeit des eingeführten QM-Systems sicher. 2.4.3 Personal- und Sozialbereich Zum 31. Dezember 2023 waren bei der Ziehm Imaging GmbH Nürnberg 556 Mitarbeiter beschäftigt, davon 9 Personen über Zeitarbeit und 2 Personen über einen externen Bildungsträger (Vorjahr 519 Mitarbeiter, davon 6 Personen über Zeitarbeit und 1 Person über externe Bildungsträger). Der Frauenanteil in der Belegschaft lag bei 22,12 % (433 Männer/123 Frauen). Der Anteil der Akademiker im Unternehmen betrug zum Stichtag 35,79 %. Die Fluktuation in der Belegschaft lag bei 5,80 %. Das Durchschnittsalter betrug 43 Jahre. Zielgrößen für den Frauenanteil Gemäß § 52 Absatz 2 GmbHG hat die Gesellschafterversammlung Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und in der Geschäftsführung festgelegt. Zum Abschlussstichtag betrug der Anteil von Frauen in der Geschäftsführung 0 %. Als Zielgröße für den Frauenanteil in der Geschäftsführung wurde bis zum 31. Dezember 2024 mindestens 0 % festgelegt, da kein Abgang, Änderung oder Erweiterung dieser Führungsebene geplant ist. Zum Abschlussstichtag bzw. Aufstellungszeitpunkt von Jahresabschluss und Lagebericht existierte noch kein Aufsichtsrat. Als Zielgröße für den Frauenanteil im Aufsichtsrat wurden mindestens 0 % bis zum 31. Dezember 2024 festgelegt, da sich für den Zeitraum des ersten zu besetzenden Aufsichtsrats keine Kandidatinnen zur Verfügung gestellt haben und dieser voraussichtlich unverändert bis zum Ende der ersten Amtszeit besetzt sein wird. Gemäß § 36 GmbHG legt die Geschäftsführung Zielgrößen für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung fest. Liegt der Frauenanteil bei Festlegung der Zielgrößen unter 30 %, so dürfen die Zielgrößen den jeweils erreichten Anteil nicht mehr unterschreiten. Der Frauenanteil lag in der Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung zum Ende des Berichtsjahres bei 0 %. Für die Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung wurde eine Zielgröße von mindestens 0 % für den Anteil von Frauen bis zum 31. Dezember 2024 festgelegt, da kein Abgang erwartet wird und keine Ausweitung dieser Führungsebene geplant ist. Für die zweite Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung wurde zum Berichtsjahresende eine Zielgröße von 18 % erreicht. Für die zweite Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung wurde der Anteil von Frauen bis zum 31. Dezember 2024 auf 18 % festgelegt, da auch hier kein Abgang erwartet wird und keine Ausweitung dieser Führungsebene geplant ist. 2.4.4 Forschung und Entwicklung Ziehm Imaging entwickelt, produziert und vermarktet neue C-Bogen-Optionen und ergonomische Funktionen für optimale Benutzerfreundlichkeit in verschiedenen OP- Szenarien. Unsere mobilen röntgenbasierten Bildgebungslösungen werden in Wirbelsäulen-Chirurgie, Orthopädie, Traumatologie, Gefäßchirurgie, interventionellen Radiologie, Kardiologie und Herzchirurgie sowie vielen weiteren klinischen Applikationen eingesetzt. Fokus und Konzentration auf den Anwender, intraoperative Bildgebung und innovative Röntgen-Technologien wurden weiterhin konsequent durch Investitionen in Forschung und Entwicklung umgesetzt. Wir bieten seit Mitte 2023 ausschließlich Flachdetektoren für das gesamte C-Bogen- Portfolio. Um den weltweit steigenden Anforderungen von Medizinern gerecht zu werden, setzen wir konsequent auf ein vollständiges Flachdetektor-Portfolio in der gesamten Produktreihe. Flachdetektoren bieten eine deutlich bessere Bildqualität und Anwendbarkeit gegenüber den analogen Bildverstärkern. • Erweiterte Produktlinie mit Ziehm Solo FD Die analogen Bildverstärker in der Produktlinie Ziehm Solo wurden durch Flachdetektoren ersetzt. Mit seinem "All-in-one"-Design, das einen separaten Monitorwagen überflüssig macht, ist er einer der kompaktesten C-Bögen und damit selbst für kleinste Behandlungsräume geeignet. Eine der neuen Varianten verfügt über einen 31 cm x 31 cm großen IGZO-Flachbilddetektor, der ein breiteres Anwendungsspektrum ermöglicht, wie beispielsweise die Abbildung der kompletten Hüfte in der Orthopädie. Die zweite Neuerung ist der Ziehm Solo FD lite, eine Konfiguration für preissensible Märkte mit einem eingeschränkten Optionspaket. Die Premium-Variante Ziehm Solo FD CMOSline ist mit neuester CMOS- Flachdetektortechnologie ausgestattet, die eine höhere räumliche Auflösung durch kleinere Pixelgrößen erreicht und so eine hervorragende Bildqualität bei deutlich reduzierter Dosis ermöglicht. • IGZO (Indium Gallium Zinkoxid) die neueste Technologie für Flachdetektoren Wie aSi (Amorphes Silizium) Detektoren verwendet sie ebenfalls Fotodioden, kombiniert diese jedoch mit IGZO-TFTs anstelle von aSi-TFTs. IGZO-TFTs können kleiner gebaut werden als aSi-TFTs und bieten deutlich verbesserte Schaltzeiten. Infolgedessen werden die Pixel empfindlicher (geringeres Rauschen), können schneller ausgelesen werden und die Auflösung des Detektorpanels kann gegenüber aSi Detektoren signifikant erhöht werden. Indium-Gallium-Zinkoxid (IGZO) Flachdetektor-Technologie zur intraoperativen Bildgebung überzeugt mit hervorragender Bildqualität bei gleichzeitig minimierter Dosis. • Leistungsstarke Lösungen für effizientere Interventionen Zwei leistungsstarke klinische Lösungen für kardio- und vaskuläre Interventionen, die auf dem voll motorisierten Ziehm Vision RFD Hybrid Edition basieren.
Angetrieben von der Motivation, dem klinischen Anwender und Nutzen zu dienen, sehen wir auf eine breite Palette von Innovationen für die Expansion in neue Anwendungsbereiche, in denen mobile C-Bögen eingesetzt werden können, indem die Systemkomponenten und Bildqualität kontinuierlich verbessert wird. • Robotergeführte 3D-Bildgebung Die bewährte Schnittstelle NaviPort verbindet den mobilen 3D-C-Bogen Ziehm Vision RFD 3D mit Navigationssystemen führender Hersteller. Darüber hinaus ist NaviPort jetzt auch für robotergeführte Systeme verfügbar. Durch die Anbindung von medizinischen Robotik- und Navigationssystemen unterstützt Ziehm Imaging die orthopädische und die robotergeführte Wirbelsäulenchirurgie. Diese ermöglicht eine präzise Positionierung der chirurgischen Instrumente durch die intraoperative Planung bei minimal-invasiven und offenen Eingriffen. Der stark wachsende Markt von medizinischen Robotik- und Navigationssystemen wird kontinuierlich durch Ziehm Naviport unterstützt und erweitert. 2.4.5 Marketing Im Global Marketing fokussierte sich Ziehm Imaging unter Fortführung seiner "Always Ahead" Dach-Kampagne auf die Einführung der IGZO-Flachdetektortechnologie in seinen Mid-Range C-Bögen. Hierzu wurden im Frühjahr auf der Leitmesse ECR, die sich bezüglich Besucherzahlen zum Vorjahr etwas erholt hatte, die IGZO-Detektoren auf seinen Produkten Ziehm Solo FD, Vision FD und dem Rotationsanoden-System Ziehm Vision RFD. Im Juli erhielt Ziehm Imaging die MDR-Zertifizierung. Dies kommunizierten die Marketingkollegen an unsere Distributoren und Handelspartner, wie auch an die Belegschaft durch die Intranet-Plattform. Zeitgleich wurde das Produkt-Portfolio um die Bildverstärker-Systeme verschlankt. Bereits im Sommer waren auf der Website des Unternehmens als erster "Major Player"-Hersteller von C-Bögen ausschließlich Flachdetektor-Systeme präsentiert. Der Paradigmenwechsel vom Bildverstärker zum Flat- Panel konnte nunmehr umgesetzt werden. Die Marketingabteilung arbeitete in der zweiten Jahreshälfte verstärkt an der Verbesserung der Ziehm Produkt-Webseiten und des Newsletterings unter Einbindung der Tochterunternehmen Orthoscan und Therenva, die in Q1/2024 finalisiert werden sollen. Hierbei ist im Besonderen zu erwähnen, dass durch die verbesserte Darstellung der Therenva Produkte und die Vernetzung mit dem CRM-System Salesforce in Zukunft bessere Analytik der Kundenanfragen möglich sein werden. Die Grundsteine dazu, taktisch wie strategisch, wurden geschaffen und fortwährend durch das Jahr 2023 ausgebaut, die Nutzung von SEO & SEA verfeinert. Hervorzuheben ist auch die Stärkung im Bereich Social Media: Hier gibt das Stammhaus in Nürnberg in Zukunft mehr Weisung und Beratung an die Marketing-Ländervorgaben und etablierte eine Social-Media Arbeitsgruppe, um die 3 Unternehmenskanäle der Hauptmarken Ziehm Imaging, Therenva und Orthoscan mit den länderadaptierten Subkanälen zu vereinheitlichen und auf gemeinsame Ziele auszurichten. Ende November 2023 komplettierte das Unternehmen sein IGZO-Detektor-Mid-Range Portfolio mit seiner Solo FD Produktfamilie mit dem neu vorgestellten Ziehm Solo FD 3131 mit 31 cm IGZO Detektor sowie der kostengünstigen Variante Ziehm Solo FD lite. Der große Solo FD wurde prominent in Chicago auf der RSNA ausgestellt. Die lite-Systemvariante ersetzt künftig den Ziehm 8000, dessen Phase-Out nun beschleunigt umgesetzt werden kann. Ein weiteres Highlight auf der Radiologie-Leitmesse RSNA stellte die Präsentation der verbesserten Surface-Rendering Algorithmen des 3D Flaggschiffs dar, die in Kooperation mit Therenva-Entwicklungsingenieuren auf Basis deren Algorithmen implementiert wurde. Erstmalig präsentierten sich die Marken Ziehm Imaging, Therenva und Orthoscan auf einem gemeinsam RSNA Messestand. Hierzu kollaborierten das internationale Ziehm Team in gewohnter Weise und überzeugten durch einen gelungenen Messeauftritt. Die erfassten Messe-Leads konnten schnell und direkt per Leadscanner digital erfasst, ins CRM-System eingespielt und in den zuständigen Vertriebsgesellschaften weiterbearbeitet werden. Hervorzuheben ist, dass ein Wachstum an erfassten Messeleads von 45 % zum Vorjahr erreicht werden konnte. Weiterhin bleibt festzustellen, dass sich die Leitmesse RSNA mehr zur Industriefachmesse wandelt, sich dort also vermehrt Industrieteilnehmer & Distributoren in der Ausstellung treffen und der Anteil der Besucher aus dem Bereich Klinik/OP/Radiologie rückläufig ist. Das Erreichen der MDR-Zertifizierung durch Orthoscan im November 2023 war ein weiterer wichtiger Schritt, der es nun auch im EMEA-Bereich erlauben wird, neue Mini-C-Bogen- Produktinnovationen zu vermarkten. Salesforce, das im Kernmarkt Deutschland bereits eingeführte CRM-System zur Planung, Steuerung und Durchführung unternehmensübergreifender Kundenbeziehungen, wird im Rahmen des Global Rollouts nun in weiteren Zielländern eingeführt werden, was auch stark von der Marketingabteilung unterstützt wird. Global Marketing verfeinerte das Konzept zur Digitalisierung des Produkt- / & Service- Kerngeschäftes und gab Anstöße zur Wandlung unseres Weiterbildungszentrums Ziehm Academy zum Profit Center, das künftig End-User Trainings anbieten und gemeinsam mit Unterstützung von Marketing vermarkten wird. Mittels eines angedachten Login-Bereichs auf Ziehm.com sollen künftig Trainingsprofile erstellt und verwaltet sowie Testlizenzen zu Software-Upgrades heruntergeladen werden können und so wechselseitige Mehrwerte generiert werden. Die auf diese Weise erworbenen Nutzerdaten erleichtern zielgerichtete Marketingmaßnahmen auch per CRM und reduzieren Streuverluste bei erhöhter Effizienz. Auch lieferte Marketing Anstöße für die Einführung von generativer KI nicht nur in der eigenen Abteilung z.B. für das Erstellen von Texten, sondern auch für unternehmensweite strategische Initiativen. 3 Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.1 Ertragslage
*) Jahresüberschuss vor Ertragsteuern und
Finanzergebnis
Nach einem Umsatzrückgang im Vorjahr aufgrund von Lieferengpässen bedingt durch Störungen in den internationalen Lieferketten entspannte sich die Situation merklich und auch die Auftragseingänge blieben nahezu auf dem hohen Niveau des Vorjahres, so dass die Ziehm GmbH in 2023 ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnete. Der Umsatzanstieg von 135.482 TEUR in 2022 auf 163.764 TEUR in 2023 entspricht einem Anstieg von 28.282 TEUR bzw. 20,9 %. Das EBIT erhöhte sich ebenfalls deutlich um 5.569 TEUR bzw. 41,6 % auf 18.959 TEUR, das EBITDA um 5.745 bzw. 30,6 % auf 24.503 TEUR. Das Wachstum der Umsatzerlöse resultiert hauptsächlich aus dem Anstieg im Vertriebsbereich (+25.307 TEUR bzw. 22,2 %) und aus der Zunahme der Umsatzerlöse im Servicebereich (+2.863 bzw. 13,7 %). Im Servicebereich profitieren wir weiterhin von unserem starken Wachstum der Vorjahre im Vertriebsbereich, wo der Umsatz signifikant gesteigert werden konnte (von 79 Mio. EUR in 2015 auf 139 Mio. EUR in 2023) und sich dadurch insbesondere die weltweit installierte Basis im Bereich der technisch komplexen High-End-Geräte erhöhte. Aufgrund der gestörten Lieferketten auf dem Beschaffungsmarkt (vor allem CMOS-Panels) konnten im Vorjahr nicht alle Aufträge abgearbeitet werden, so dass das Geschäftsjahr 2023 mit einem sehr hohen Auftragsbestand in Höhe von 33,4 Mio. EUR begonnen wurde. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Situation am Beschaffungsmarkt entspannt, so dass der hohe Auftragsbestand vom Jahresbeginn bis zum Ende des Geschäftsjahres um 10,4 Mio. EUR reduziert werden konnte. Da der Auftragseingang für C-Bögen im Geschäftsjahr 2023 mit 125.930 TEUR nur um 2,4 % unter dem Vorjahreswert lag, liegt der Auftragsbestand zum Jahresende mit 23,0 Mio. EUR weiterhin auf einem hohen Niveau. Bezüglich des Auftragseinganges spürten wir in 2023 in einigen Ländern Zurückhaltung bzgl. Neubestellungen (z.B. bei den großen Krankenhausketten in Deutschland, in den USA, in Großbritannien und in Polen) aufgrund der weltweit politisch und wirtschaftlich angespannten Situation, wobei dieser Effekt durch Aufträge in anderen Regionen größtenteils wieder kompensiert wurde. Der C-Bogen Umsatz konnte zum einen aufgrund des hohen Auftragsbestandes aus dem Vorjahr und zum anderen aufgrund verschiedener weltweit gewonnener Ausschreibungen sowie Bestellungen aus geschlossenen Rahmenvereinbarungen signifikant erhöht werden. Umsatzzuwächse verzeichneten wir in nahezu allen Ländern, in denen wir unsere Produkte vertreiben, wobei wir die betragsmäßig größten Umsatzzuwächse in USA, Deutschland, Marokko, Rumänien, Italien, Österreich, Spanien, Ägypten, Indien, Südafrika und Frankreich verzeichnen konnten. Im vierten Quartal wurden 30,7 % des Jahresumsatzes (Vorjahr 35,8 %) erzielt, wobei mit 36 % der größte Anteil davon auf den Dezember (Vorjahr 40 %) entfällt. Im Vorjahresvergleich entfiel in 2023 ein höherer Umsatzanteil auf die ersten drei Quartale, da der Abbau des hohen Auftragsbestandes aus dem Vorjahr vor allem im ersten Halbjahr erfolgte. Ein Grund für den hohen Umsatzanteil des letzten Quartals im Vorjahr war, dass viele Produktionsmaterialien, für die ein Engpass vorlag, in diesem Zeitraum geliefert wurden. Der Umsatzanstieg ist sowohl im Low-End-Bereich als auch im High-End-Bereich zu verzeichnen, wobei der anteilig im High-End Bereich erzielte Umsatz mit 88 % zunimmt (Vorjahr 86 %). Im November 2022 wurden die neuen IGZO-Detektoren eingeführt deren Anteil in 2023 bereits 26 % des Umsatzes der Geräte mit Flachdetektor ausmacht, wodurch auch der Anteil der Geräte mit CMOS-Detektoren auf 67 % sinkt (Vorjahr 76 %). Ebenso nimmt dadurch auch der bereits in den Vorjahren kontinuierlich gesunkene Anteil der Produkte mit Bildverstärker ab, der nur noch 11 % (Vorjahr 15 %) beträgt. Seit Mitte 2023 enthält das Produktportfolio der Ziehm nur noch die innovativen Geräte mit Flachdetektor- Technologie. Der Rohertrag (Gesamtleistung abzüglich Materialaufwand) nahm um 15.382 TEUR bzw. 20,9 % auf 88.962 TEUR zu und entwickelte sich somit leicht überproportional zum Umsatz. Die Rohertragsquote (Rohertrag im Verhältnis zur Gesamtleistung) steigt von 51,7 % im Vorjahr auf 52,6 %. Die Materialkostenquote (Materialaufwand im Verhältnis zur Gesamtleistung) sinkt gegenüber dem Vorjahr von 48,3 % auf 47,4 % aufgrund von Kosteneinsparungen gegenüber dem Vorjahr, in dem auch wegen der Störung der internationalen Lieferketten für einige Komponenten höhere Einkaufspreise und Transportkosten anfielen. Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen 1.847 TEUR und liegen um 2.043 TEUR unter dem Vorjahreswert von 3.890 TEUR. Gründe hierfür sind um 1.952 TEUR niedrigere Erträge aus der Währungsumrechnung sowie um 232 TEUR geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Gegenläufig wirken sich um 109 TEUR höhere Erträge aus der Forderungsbewertung aus. Im Geschäftsjahr 2023 hat sich die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten Mitarbeiter von 506 auf 530 erhöht. Dieser Anstieg um 4,7 % sowie die üblichen Gehaltsanpassungen hatten den wesentlichen Anteil an der Erhöhung der Personalaufwendungen um 5.216 TEUR bzw. 14,4 %. Der überproportionale Anstieg im Geschäftsjahr 2023 lässt sich aber vor allem neben Aufwendungen für das neu eingeführte Management LTI (Long Term Incentive Programm) auf die im aktuellen Jahr höheren Erfolgsbeteiligungen aufgrund der guten Geschäftsentwicklung zurückführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 24.825 TEUR. Sie waren in 2023 um 2.377 TEUR bzw. 10,6 % deutlich höher als im Vorjahr. Neben der allgemeinen Preissteigerung sind insbesondere eine um 1.000 TEUR höhere bedingte Kaufpreiszahlung (Earn-Out) für den Erwerb der Therenva SAS, um 616 TEUR gestiegene IT-Kosten und eine Zuführung zu den Gewährleistungsrückstellungen in Höhe von 483 TEUR für den Anstieg verantwortlich. Sowohl die Aufwendungen für die Forderungsbewertung als auch die Aufwendungen für Fremdwährungsumrechnung und -bewertung sanken um 582 TEUR bzw. um 133 TEUR. Darüber hinaus fielen im Bereich Forschung- und Entwicklung für Fremdleistungen um 546 TEUR geringere Aufwendungen an. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen erhöhen sich um 176 TEUR. Diese Zunahme resultiert im Wesentlichen aus höheren Abschreibungen auf selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände, die durch eine Abnahme der Abschreibungen auf Sachanlagen nicht gänzlich kompensiert wird. Das Finanzergebnis fällt mit 2.385 TEUR um 1.916 TEUR niedriger aus. Im Geschäftsjahr 2023 sind mit 2.476 TEUR gegenüber dem Vorjahr um 1.735 TEUR geringere Beteiligungserträge durch Gewinnausschüttungen enthalten. Ebenso sanken die Zinserträge aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen aufgrund der vollständigen Tilgung des an die Ziehm-Orthoscan ausgereichten Darlehens zu Beginn des Jahres um 182 TEUR. Das Jahresergebnis vor Ergebnisabführung in Höhe von 25.732 TEUR wird aufgrund des am 6. Dezember 2022 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrages an die Gesellschafterin ATON MedTech GmbH abgeführt. 3.2 Vermögenslage Die Bilanzsumme erhöhte sich um 9,8 Mio. EUR von 186,1 Mio. EUR auf 195,9 Mio. EUR. Während sich das Anlagevermögen lediglich um 0,4 Mio. EUR erhöhte, stieg das Umlaufvermögen um 9,3 Mio. EUR an. Im Anlagevermögen erhöhten sich die Buchwerte der selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werte um 4,5 Mio. EUR durch die Aktivierung von Entwicklungskosten. Im Vorjahr wurden die im Rahmen des Forschungszulagengesetzes (FZuIG) gewährte Zulage auf bereits aktivierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Höhe von 1,1 Mio. EUR vermindernd berücksichtigt. Darüber hinaus wurden größere Investitionen zur Einführung unseres neuen CRM-Systems in Höhe von 1,2 Mio. EUR getätigt. Der Buchwert der anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung ging im Wesentlichen aufgrund geringerer Investitionen als in den Vorjahren zurück. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Mio. EUR. Diese Veränderung begründet sich hauptsächlich aus der vollständigen Tilgung des an die Ziehm-Orthoscan Inc. ausgegebenen Darlehens. Im Jahr 2020 wurde die Therenva SAS erworben zu einem Kaufpreis, der zum Teil vom Eintreten bestimmter Bedingungen abhängig ist (Earn-out-Klauseln). Die damals angenommene Kaufpreisanpassung beträgt 6,5 Mio. EUR und wurde im Erwerbszeitpunkt als Kaufpreisbestandteil im Anlagevermögen berücksichtigt, als Ausgleichsposten wurde eine sonstige Verbindlichkeit erfasst. Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine weitere Tranche des Kaufpreises fällig, die um 519 TEUR geringer ausfiel als ursprünglich angenommen (Vorjahr -77 TEUR). Die Differenz wurde im Anlagevermögen als Abgang erfasst. Zudem wurden Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 44 TEUR für die gegründete Gesellschaft Ziehm Middle East Trading L.L.C. aktiviert. Die Stammeinlage von 300.000 AED wurde zum 31. Dezember 2023 mangels eines lokalen Bankkontos noch nicht geleistet. Insbesondere weil die Umsätze des letzten Quartals im aktuellen Geschäftsjahr höher ausfielen als im Vorjahr, erhöhen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte (+2,6 Mio. EUR) und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen erhöhen sich um (+7,2 Mio. EUR). Der Vorratsbestand verringerte sich um 1,0 Mio. EUR auf 27,5 Mio. EUR. Diese Abnahme begründet sich größtenteils dadurch, dass im Vorjahr aufgrund der vorherrschenden globalen Lieferengpässe bestimmte Bauteile in höherem Umfang bevorratet wurden als üblich. Der Bestand an liquiden Mitteln erhöhte sich zum Jahresende um 1,8 Mio. EUR auf 3,8 Mio. EUR. 3.3 Finanzlage Der Kapitalbedarf, im Wesentlichen bedingt durch den hohen Forderungsbestand und die damit einhergehende Vorfinanzierung der Umsätze, wird durch Eigenmittel gedeckt. Da im Geschäftsjahr 2023 erstmalig der Jahresüberschuss an die ATON MedTech abgeführt wird, bleibt das Eigenkapital mit 150,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr unverändert. Deshalb fällt die Eigenkapitalquote zum Ende des Geschäftsjahres mit 76,8 % aufgrund der Erhöhung der Bilanzsumme deutlich niedriger aus als im Vorjahr (80,8 %). Trotz der vollständigen Ergebnisabführung steigt der Deckungsgrad des Eigenkapitals im Verhältnis zum Anlage- und Vorratsvermögen wegen des Abbaus des Vorratsvermögens leicht von 106,3 % auf 106,8 %. Gegenüber dem Vorjahr steigen die sonstigen Rückstellungen deutlich um 3,1 Mio. EUR, was vor allem auf höhere Rückstellungen für die Erfolgsbeteiligung zurückzuführen ist, da der Umsatz als auch das Ergebnis höher ausfielen als geplant. Bedingt durch die gestiegene Mitarbeiteranzahl erhöhten sich die übrigen Personalrückstellungen. Außerdem wurde ein höherer Betrag für Gewährleistungsverpflichtungen zurückgestellt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 4.025 TEUR sind die Restschuld eines langfristigen Bankdarlehens, welches zur Finanzierung eines Teils der Umbaumaßnahmen in unserem neuen Headquarter in Höhe von 7,0 Mio. EUR aufgenommen wurde. Die Tilgung des Darlehens erfolgt seit Dezember 2019 vierteljährlich über einen Zeitraum von 10 Jahren. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen steigen im Vergleich zum Vorjahr deutlich an, da hierin die nach bereits erfolgten Vorauszahlungen in Höhe von 11,5 Mio. EUR verbleibende Verbindlichkeit gegenüber der ATON MedTech aus dem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von 14,2 Mio. EUR enthalten ist. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen fallen stichtagsbedingt aufgrund des höheren Umsatzvolumens des vierten Quartals höher aus. Innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten wird der Restbetrag in Höhe von 2,4 Mio. EUR aus der bedingten Kaufpreisanpassung des Kaufs der Therenva SAS (Vorjahr 3,9 Mio. EUR) ausgewiesen. Bei allen weiteren Änderungen der Kapitalstruktur handelt es sich im Wesentlichen um stichtagsbedingte Veränderungen. Der operative Cash-Flow fällt durch das deutlich höhere Ergebnis vor Steuern und Ergebnisabführung, die Zunahme der Rückstellungen und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und durch den Bestandsabbau mit 22,9 Mio. EUR deutlich höher aus als im Vorjahr (8,9 Mio. EUR). Sowohl der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit vor allem für Investitionen in das Anlagevermögen und die bedingten Kaufpreiszahlungen (Earn-Out) aus dem Kauf der Therenva SAS über 1,0 Mio. EUR als auch der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit für die vorab gezahlte Ergebnisabführung an die ATON MedTech GmbH in Höhe von 11,5 Mio. EUR und die Tilgungen der Finanzverbindlichkeiten konnten aus dem Finanzmittelbstand zum Ende des Vorjahres, dem operativen Cash-Flow und dem Zahlungsmittelzufluss aus der Tilgung gruppeninterner Darlehen finanziert werden. Zum Jahresende beträgt der Finanzmittelbestand 3,8 Mio. EUR (Vorjahr 2,0 Mio. EUR). Zum Stichtag werden 8,7 Mio. EUR (Vorjahr 7,1 Mio. EUR) der zugesagten Kreditlinien in Höhe von 11,0 Mio. EUR nicht genutzt. 3.4 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft Die Geschäftsführung beurteilt die Geschäftsentwicklung der Ziehm Imaging GmbH zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts weiterhin als positiv. Nach wie vor sehen wir eine positive Nachfrage nach unseren Produkten. Daher beurteilen wir die Geschäftsentwicklung insgesamt als zufriedenstellend. Obwohl sich die Situation im Laufe des Jahres etwas entspannt hat, wirkten sich die Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie sowie die weltweiten Konflikte auch in 2023 auf die Materialverfügbarkeit aus. Insbesondere die Marktverknappung bei diversen Elektronikbauteilen sorgten weiterhin für längere Lieferzeiten und höhere Preise als vor der Pandemie. Aufgrund der allgemeinen Inflation und des Fachkräftemangels sind die Material-, Personal- und sonstige Kosten in 2023 deutlich gestiegen. Bei gleichzeitig wachsendem Wettbewerbsdruck können wir die Kostenerhöhungen nur teilweise an unsere Kunden weitergeben, was die Profitabilität der Ziehm Imaging GmbH negativ beeinflusst. Durch die Einführung der MDR ist bei der Ziehm Imaging GmbH ein Innovationsstau entstanden, der nun aufgelöst werden kann. Da die benannten Stellen jedoch weiterhin stark überlastet sind, führt die Zertifizierung der signifikanten Änderungen und Anwendungserweiterungen unserer Produkte zu Verzögerungen. Aus heutiger Sicht führen die starken Kostensteigerungen und die verzögerte Einführung neuer Anwendungen lediglich zu einer leichten Reduzierung unserer nach wie vor guten Ertragskraft; eine Bestandsgefährdung ist aber aus heutiger Sicht nicht zu erwarten. 4 Chancen- und Risikobericht Die Ziehm Imaging GmbH entwickelt ihre technisch anspruchsvollen Medizinprodukte für eine globale Vermarktung. Hieraus ergeben sich vielfältige Chancen und Risiken, die wir mit Hilfe von Kennzahlen, definierten Prozessen und regelmäßig stattfindenden Besprechungen überwachen und steuern. Unser Ziel ist es, diese Chancen frühzeitig zu erkennen und schnell zu ergreifen und auftretenden Risiken entschlossen entgegenzuwirken. Dabei definieren wir Chancen und Risiken als potenzielle Abweichungen von der prognostizierten Unternehmensentwicklung, die wir in unserem umfassenden aktuellen Geschäftsplan, der die Basis für unser operatives Handeln ist, beschrieben haben. Mit geeigneten Abwehrstrategien wollen wir negative Auswirkungen, die aus Risiken entstehen können, vermeiden bzw. vermindern, um so den Unternehmenswert der Gesellschaft und der Tochtergesellschaften nachhaltig zu steigern. Dabei stützen wir uns auf ein Chancen- und Risikomanagementsystem, welches einen verantwortungsvollen Umgang mit möglichen Chancen und vorhandenen Risiken in unserem täglichen Handeln ermöglicht. Das Chancenmanagement ist nicht Teil des Risikomanagementsystems. Die Kennzahlen werden vom Controlling, dem Projektmanagement-Office und dem Qualitätsmanagement in regelmäßigen Abständen, meist monatlich, zur Verfügung gestellt und von verschiedenen Gremien (unter anderem Q-Board, Operationsmeeting, Einkaufsbesprechung und Teamleiterbesprechung) überwacht und gegebenenfalls Maßnahmen eingeleitet. Signifikante Risiken werden an das wöchentlich stattfindende Management Meeting eskaliert. Alle Prozesse, die mit der Auslegung, Fertigung, Endkontrolle, Installation und Wartung sowie dem Vertrieb unserer Medizinprodukte in Verbindung stehen, sind im QM-Handbuch und den jeweiligen Prozess- und Arbeitsanweisungen beschrieben. Die Einhaltung der Prozesse wird durch regelmäßige interne und externe Audits überwacht. Chancen und Risiken für die zukünftige Entwicklung ergeben sich aus folgenden Bereichen: • Technologie Um den weltweit steigenden Anforderungen von Medizinern gerecht zu werden, setzen wir konsequent auf ein vollständiges Flachdetektor-Portfolio, das eine deutlich bessere Bildqualität und Anwendbarkeit bietet. Flachdetektoren für das gesamte C-Bogen-Portfolio setzt Standards in unserem medizinischen Umfeld. Mit ihrer hohen Innovationskraft hat die Ziehm Imaging GmbH die technologische Führerschaft im Bereich mobiler C-Bögen errungen. Neben den guten Marktchancen bergen die steigende Variantenvielfalt und die neuen Technologien jedoch auch Risiken. Das Risiko hieraus wird als gering eingeschätzt. Dem erhöhten Qualitätsrisiko der neuen Produkte begegnen wir durch die ständige Verbesserung unserer Qualitätsmanagement- und -sicherungssysteme, die uns helfen, die Risiken rechtzeitig zu erkennen und ihnen gegenzusteuern. Das Risiko hieraus wird als gering eingeschätzt. Die kurzen Innovationszyklen und die steigende Variantenvielfalt stellen hohe Anforderungen an unsere Mitarbeiter und an unsere Vertriebs- und Servicepartner. Mit gezielter Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter, unter anderem mit Hilfe von E-Learning- und Präsenzkursen, stellen wir uns dieser Aufgabe. • Lieferketten In 2024 werden sich einige Versorgungsprobleme aus dem Vorjahr fortsetzen. Die Organisation ist aber entsprechend aufgestellt, diese Versorgungsprobleme zu überwinden. Es gelingt verstärkt durch mehr Transparenz in den Lieferketten, Versorgungsengpässe zu vermeiden. Dafür ist weiterhin ein hoher Personalaufwand sowie interdisziplinäre Zusammenarbeit von kaufmännischen und technischen Abteilungen notwendig. Die Qualifizierung neuer Lieferanten und Technologien aber auch die Veränderung von Herstellungsprozessen bei Lieferanten, um manuelle Engpassprozesse zu eliminieren und dadurch den Fachkräftemangel entgegenzuwirken, muss weiter vorangetrieben werden. Das bereinigte eigene Vertriebsportfolio reduziert vor allem das Versorgungsrisiko hinsichtlich älterer und schwer verfügbarer Zukaufkomponenten. Dennoch ist eine enge Abstimmung zwischen Vertriebsplanung und Beschaffung notwendig, um den Kundenanforderungen gerecht zu werden. Die Materialkosten werden sich in 2024 insgesamt voraussichtlich auf dem Niveau von 2023 einpendeln, weil fallende Rohstoffpreise durch Lohn- und Gehaltssteigerungen kompensiert werden und größere Maßnahmen zur Kostenoptimierung eher mittel- und langfristig umsetzbar sind. • Geopolitische Risiken Der Krieg in der Ukraine geht in 2024 in sein drittes Jahr und ein Ende ist nicht absehbar. Die damit im Zusammenhang stehenden Folgen aus den verschiedenen Wirtschaftsembargos, der Inflation und dem Flüchtlingsstrom haben Politik und Wirtschaft vor neue Herausforderungen gestellt und wird voraussichtlich auch in den kommenden Jahren für Verwerfungen sorgen. Seit dem Angriff durch Kämpfer der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich der Konflikt zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten deutlich verschärft, mit aktuell nicht absehbaren Folgen für die Entwicklung in der Region und der Weltwirtschaft. Weiterhin besorgniserregend erscheint auch die Annäherung von China an Russland und das zu eskalieren drohende Konfliktpotential zwischen den USA und China, welches in einem Handelskrieg enden könnte. Darüber hinaus müssen auch die Folgen und Eindämmung der globalen Klimaerwärmung in unternehmerisches Handeln und künftige Entscheidungen einbezogen werden. Pandemien globalen Ausmaßes, wie COVID-19, können ebenfalls und sehr kurzfristig das Arbeitsleben verändern. Solche globalen Krisen haben zur Folge, dass gerade auch politische Einflussnahme das Geschehen in Unternehmen entscheidend mitbestimmt und teilweise nur schwer abschätzbar machen. Durch aktives Krisenmanagement von entsprechend geschulten Teams kann bei Ziehm auch kurzfristig auf geänderte Situationen eingegangen werden. Hieraus abgeleitete Maßnahmen werden sofort umgesetzt und Risiken reduziert bzw. vermieden. Gezielte Investitionen wie beispielsweise in nachhaltige Technologien, besseres Energiemanagement und Umweltschutz sollen einerseits unseren Anteil zum Klimaschutz beitragen und dienen anderseits dem proaktiven Klimamanagement zur Risikominimierung in diesem Bereich. Trotz allem schätzen wir mögliche, oft schwer abschätzbare geopolitische Risiken als wesentliche Einflussfaktoren auf unser zukünftiges Geschäft ein. • Märkte Die Ziehm Imaging GmbH vertreibt ihre Produkte in ca. 80 Ländern weltweit. Die globale Ausweitung hilft uns, die Anzahl der verkauften Geräte zu steigern und die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren. Neben diesen positiven Effekten birgt die Internationalisierung aber auch Risiken. Das Risiko hieraus wird als mittel eingeschätzt. Den Forderungsausfallrisiken in den wichtiger werdenden Märkten, wie beispielsweise dem Mittleren Osten, begegnen wir durch individuelle Sicherungsmaßnahmen wie beispielsweise Akkreditivabsicherungen. Darüber hinaus birgt die Globalisierung Risiken im normativen Umfeld, die bis zu Vermarktungsverboten/-einschränkungen sowie Rückrufaktionen ("Field Safety Corrective Action") führen können. Seit Juli 2023 ist die Ziehm Imaging GmbH MDR-zertifiziert und seit November 2023 auch die Ziehm-Orthoscan Inc. Ziehm wird mit der Erlangung der MDR-Zertifizierung wieder in der Lage sein, maßgebliche Produktinnovationen auf dem europäischen Markt zur Verfügung zu stellen. Da die benannten Stellen jedoch weiterhin stark überlastet sind, führt die Zertifizierung der signifikanten Änderungen und Anwendungserweiterungen unserer Produkte zu Verzögerungen. Um den steigenden Anforderungen bei Zulassungen und Einfuhrbestimmungen gerecht zu werden, schulen wir unsere Mitarbeiter, verstärken uns mit Spezialisten und nehmen externe Beratung in Anspruch. Das Risiko hieraus wird als mittel eingeschätzt. Die Risiken schwankender Wechselkurse begrenzen wir durch internes Hedging (z.B. Einkauf in US-Dollar zur Absicherung des US-Dollar-Umsatzes). Darüber hinaus kommen auch derivative Finanzinstrumente zum Einsatz. Das Risiko hieraus wird als gering eingeschätzt. • Rechtliche Risiken Rechtliche Risiken ergeben sich aus Verletzungen von geistigem Eigentum/Intellectual Properties (IP-Verletzungen), Daten-/Geheimnisschutzsachverhalten, Produkt- und Schadensersatzhaftungen sowie Rechtsstreitigkeiten. Durch den IP-Prozess wird das Risiko von IP-Verletzungen, die einen relevanten Einfluss auf die Geschäfts-, Vermögens- und Ertragslage haben könnten, eingeschränkt. Um die Risikominimierung auch für die Zukunft zu gewährleisten wird dieser Prozess stetig verbessert. Für erkannte Risiken werden Lösungsmöglichkeiten sondiert und umgesetzt. Aufgrund unter anderem dieser Maßnahmen wird das Risiko von IP-Verletzungen derzeit als gering eingeschätzt. Das Risiko von Datenschutzverletzungen, die einen relevanten Einfluss auf die Geschäfts-, Vermögens- und Ertragslage haben könnten, wurde erkannt und bereits frühzeitig entsprechende Datenschutzprozesse und Verfahrensanweisungen etabliert. Dem Eintreten von Haftungen in diesem Bereich wird weiter durch die stetige Aktualisierung und Umsetzung einer internen Datenschutzrichtlinie, entgegengewirkt. Zudem erfolgen gezielte Einzelschulungen von Bereichen bei denen ein erhöhter Umgang mit personenbezogenen Daten stattfindet. Das Risiko hieraus wird daher als gering eingeschätzt. Im Bereich des Geheimnisschutzes wurden Risiken im Rahmen von Informationsflüssen intern erkannt. Zur frühzeitigen Begegnung dieser Risiken wurden betroffene Bereiche geschult, Leitfäden und Checklisten entwickelt. Zur nachhaltigen Risikominimierung werden Geheimhaltungsvereinbarungen abgeschlossen und Prozesse bzw. Verfahrensanweisungen etabliert. Mit Greifen dieser Maßnahmen wird das Risiko als gering eingeschätzt. Produkt- und Schadenshaftungen, die sich durch Qualitätsmängel ergeben, sind unter anderem über Produkthaftpflichtversicherungen abgedeckt. Zur präventiven Vermeidung von Qualitätsmängeln setzt Ziehm Imaging ein Qualitätsmanagement-System (QM- System) ein, welches im Wesentlichen der Struktur der DIN EN ISO 13485 folgt und prozessorientiert aufgebaut ist. Das QM-System ist Basis für die regelkonforme Entwicklung und Herstellung sowie der Produktion nachgelagerten Prozesse der Ziehm Medizinprodukte. Die Wirksamkeit des QM-Systems wird durch regelmäßige interne und externe Audits überprüft. Weitere rechtliche Risiken ergeben sich aus Rechtsstreitigkeiten mit Endkunden, Lieferanten, Wettbewerbern, Distributoren oder ehemaligen Mitarbeitern. Für diese werden rechtzeitig und in ausreichendem Umfang Rückstellungen gebildet, die sowohl realistische Schadenssummen als auch zugehörige Rechtskosten beinhalten. Das Eintreten von Haftungen in diesem Bereich aufgrund unklarer oder unvorteilhafter Vertragsbestandteile wird durch eine interne und unterstützend externe Rechtsberatung, ein Vier-Augen-Prinzip sowie insbesondere durch interne Regelungen wie die Unterschriftenrichtlinie reduziert. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von neuen Rechtsstreitigkeiten in Zukunft lässt sich nur schwer prognostizieren. In den bestehenden Rechtsstreitigkeiten halten wir aufgrund der getätigten Rückstellungen den Eintritt weiterer, hoher Schadenssummen für unwahrscheinlich. • IT-Risiken Die Sicherheit unserer Informationssysteme hat für uns einen hohen Stellenwert. Unser Ziel ist es, unsere IT-Systeme vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Damit unsere Prozesse stets reibungslos funktionieren, müssen die dafür benötigten IT-Systeme dauerhaft verfügbar sein. Um eine größtmögliche Informationssicherheit zu erlangen, sind unsere wesentlichen IT-Systeme bei einem ISO 27001-zertifizierten Dienstleister ausgelagert. Unsere gesamte Software wird regelmäßig aktualisiert, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Zur Datensicherheit und zum Schutz gegen Datenverlust oder den Diebstahl von Daten nutzen wir entsprechende Viren- und Zugangsschutzsysteme sowie geeignete Verschlüsselungssysteme. Zusätzlich werden alle Daten durch ein Backup- System gesichert und können im Falle eines Verlustes wiederhergestellt werden. Zusammenfassend halten wir fest, dass IT-Risiken in Zukunft einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Geschäfts-, Vermögens- und Ertragslage haben könnten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir aus heutiger Sicht als gering an. Um auch weiterhin eine entsprechende Verfügbarkeit unserer IT-Systeme gewährleisten zu können, führen wir in regelmäßigen Abständen interne Audits bzw. Penetrationstests durch. • Personelle Risiken Im Jahr 2023 bleiben personelle Risiken ein zentrales Thema, das unsere Unternehmensstrategie und operative Maßnahmen maßgeblich beeinflusst. Die Herausforderungen des Vorjahres, insbesondere der Fachkräftemangel und die steigenden Anforderungen der Arbeitskräfte, haben weiterhin Bestand und beeinflussen unsere Vorgehensweisen in der Personalpolitik.
Fazit: Der Fachkräftemangel und die sich wandelnden Arbeitsmarktbedingungen bleiben eine unserer größten Herausforderungen. Durch unsere proaktiven Maßnahmen in der Personalpolitik sind wir jedoch zuversichtlich, dass wir diese Herausforderungen erfolgreich meistern und unser Unternehmen für die Zukunft stark positionieren können. • Wirtschaftliche und sonstige Risiken Die Medizintechnik gilt als Markt mit guten Zukunftsaussichten und ist deshalb auch wettbewerbsintensiv. Darüber hinaus ist die Weltwirtschaft auch weiterhin durch Abwärtsrisiken und Unsicherheiten gekennzeichnet. Das Risiko hieraus wird als gering eingeschätzt. Mit einem effektiven Controlling der Kosten und der Flexibilisierung unserer Kapazitäten sehen wir uns den Herausforderungen gewachsen. Gesamtbeurteilung der Risikosituation Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir keine wesentlichen Einzelrisiken festgestellt, die allein oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdet hätten. Bei Eintritt unvorhersehbarer, außergewöhnlicher Risiken ist ein Einfluss auf die Leistungs- und Ergebnisentwicklung nicht auszuschließen. Aus heutiger Sicht sind jedoch keine wesentlichen Risiken erkennbar, die die Gesellschaft in ihrem Bestand gefährden können. Die Risikoeinschätzung hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich geändert. 5 Risikobericht in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Zu den bei der Gesellschaft bestehenden Finanzinstrumenten zählen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben sowie Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten. Das Zahlungsausfallrisiko von Kunden unterliegt der ständigen Überwachung. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsziele bezahlt. Aufgrund der weltweiten Präsenz der Ziehm Gruppe kommt dem Fremdwährungsmanagement eine große Bedeutung zu. Währungsrisiken resultieren hauptsächlich aus der operativen Geschäftstätigkeit. Dem bestehenden Währungsrisiko in der operativen Geschäftstätigkeit wird durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente und internem Hedging begegnet. Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit variabler Verzinsung bergen ein Zinsänderungsrisiko, welchem mit dem Einsatz von Zinsswaps begegnet wird. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Risiken eines zugrundeliegenden Grundgeschäfts getätigt. Sie werden nicht aus spekulativen Gründen eingesetzt. 6 Nachtragsbericht Ereignisse nach dem Bilanzstichtag mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich nicht ergeben. 7 Prognosebericht Die Prognosen zeigen, dass sich die globale Wirtschaftstätigkeit, inmitten der Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik sowie Finanzbedingungen und eines geringen Welthandel Wachstums, weiter abschwächt. Nach einer enormen Verlangsamung im Jahr 2022 von 3,0 % und einem weiteren Rückgang im letzten Jahr (2,6 %) wird auch das Jahr 2024 mit einem deutlichen Rückgang des Welthandel-Wachstums vorausgesagt. Mit 2,4 % im Jahr 2024 handelt es sich dabei um das dritte abschwächende Jahr in Folge. Gründe hierfür sind u.a. der jüngste Konflikt im Nahen Osten, der die geopolitischen Risiken sowie die Unsicherheit auf den Rohstoffmärkten erhöht hat, welche potenzielle negative Auswirkungen auf das globale Wachstum haben. Auch die Auswirkungen der COVID-19- Pandemie, die Invasion der Russischen Föderation in der Ukraine, der Anstieg der Inflation sowie die Verschärfung der globalen monetären Bedingungen zeigen nur einige Beispiele, die diese Abschwächung beeinflussen. Die kurzfristigen Prognosen für das globale Wachstum 2024 beinhalten somit unterschiedliche Entwicklungen in Industrieländern einerseits und Schwellen- und Entwicklungsländern andererseits. Für hochentwickelte Volkswirtschaften wird in diesem Jahr ein Wachstum von 1,2 % vorausgesagt. Den USA wird mit 1,6 % das höchste Wachstum zugesprochen, wohingegen der Euroraum mit 0,7 % und Japan mit 0,9 % erwartet werden. Dem gegenüber rechnet die Weltbank für die Schwellen- und Entwicklungsländer mit einem Anstieg des Wachstums von 3,9 %; dabei wird China für das Jahr 2024 mit einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 4,5 % eingeordnet. 17 Vor dem Hintergrund der weiterhin positiven Prognosen für den weltweiten Healthcare- Markt sehen wir uns für die kommenden Jahre gut gerüstet. Mit unseren globalen Vertriebsstrukturen und einem Produktportfolio, das alle medizinischen Anwendungsfelder eines mobilen C-Bogens abdeckt, erwarten wir für das Jahr 2024 eine moderate Umsatzsteigerung gegenüber dem Umsatz von 2023. Während der Umsatz des Berichtsjahres noch von einem außerordentlichen Auftragsbestand zum Jahresende 2022 profitierte ist das Auftragspolster für 2024 nur noch knapp über dem anvisierten Auftragsbestand. Voraussetzung für diese Umsatzprognose ist jedoch, dass sich die geopolitischen Risiken nicht einschneidend auf die weltweite Nachfrage auswirken. Mit der Erteilung des MDR-Zertifikates steht der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer C-Bögen nichts mehr im Wege. Mit Hilfe der neu eingeführten IGZO-Detektoren und durch die Einführung der neuen Produkte Ziehm Solo FD 3131 sowie der kostengünstigen Variante Ziehm Solo FD lite wollen wir den Paradigmenwechsel von den Bildverstärkergeräten zu einem rein auf Flatpanel-Technologie basierendem Produktportfolio vorantreiben. Darüber hinaus wollen wir mit Hilfe des EndoNaut unserer Tochtergesellschaft Therenva SAS, der die Planung und die Durchführung minimalinvasiver kardiovaskulärer Eingriffe unterstützt, die guten Möglichkeiten zur Verbesserung unserer Wettbewerbsposition weiter vorantreiben.
17 Weltbank - Global Economic Prospects /
January 2024
Bedingt durch den starken Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr (+21 %) stieg auch das EBITDA in 2023 deutlich und übertraf sogar das Ergebnis des Rekordjahres 2021 leicht. Obwohl die Lieferengpässe aus 2022 weitgehend beseitigt wurden, sind sowohl Material- und Personalkosten als auch die sonstigen Kosten im Berichtsjahr gestiegen oder auf dem hohen Niveau des Vorjahres geblieben. Für den EBITDA erwarten wir in 2024 eine deutliche Steigerung gegenüber 2023. Basis für die erwartete Ergebnisverbesserung sind neben dem Umsatzwachstum geplante Kosteneinsparungen bei den Materialkosten sowie neue Produkte und Features. Das global abgeschwächte Wirtschaftswachstum und der starke Wettbewerbsdruck oder das Eintreten von unerwarteten Risiken könnten den grundsätzlich positiven Erwartungen noch entgegenstehen. Ob und in welcher Höhe sich der Ukraine- Krieg, der Nahost-Konflikt oder ein möglicher Handelskrieg zwischen den USA und China auf den Umsatz und das Ergebnis der Ziehm Imaging GmbH einschließlich der Tochtergesellschaften auswirken werden, kann aus heutiger Sicht jedoch noch nicht abschließend beurteilt werden.
Nürnberg, 25. April 2024 Die Geschäftsführung Stephan Dippold Klaus Hörndler Wir weisen darauf hin, dass bei zukunftsbezogenen Aussagen die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können, wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen. Bilanz zum 31. Dezember 2023der Ziehm Imaging GmbH, NürnbergAktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023der Ziehm Imaging GmbH, Nürnberg
Anhang für das Geschäftsjahr 20231 Allgemeine Hinweise Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Die Ziehm Imaging GmbH mit Sitz in Nürnberg wird beim Amtsgericht Nürnberg unter HRB 5615 geführt. 2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. 2.1 Immaterielle Vermögensgegenstände Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden zu Herstellungskosten aktiviert. Die planmäßige Abschreibung erfolgt über einen branchenüblichen Abschreibungszeitraum von fünf bis zehn Jahren. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen linear vermindert. Der Zeitraum der Abschreibung je Bilanzposition ist in folgender Übersicht dargestellt:
2.2 Sachanlagen Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen. Geringwertige Anlagegüter mit einem Wert bis zu 250,00 EUR werden im Zeitpunkt des Zugangs aufwandswirksam erfasst. Zugänge von geringwertigen Anlagegütern ab einem Wert von 250,00 EUR bis 1.000,00 EUR werden im handelsrechtlichen Abschluss in einem jahresbezogenen Sammelposten zusammengefasst und über eine Dauer von fünf Jahren aufgelöst. Erst nach vollständiger Abschreibung des Sammelpostens wird ein Abgang unterstellt. Der Zeitraum der Abschreibung je Bilanzposition ist in folgender Übersicht dargestellt:
2.3 Finanzanlagen Die Finanzanlagen werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden auch bei einer nur vorübergehenden Wertminderung vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgt eine entsprechende Wertaufholung. Die Erträge aus der Zuschreibung von Finanzanlagen werden - soweit vorhanden - in einem gesonderten Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis ausgewiesen. 2.4 Vorräte Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie ein angemessener Werteverzehr des Anlagevermögens berücksichtigt werden. Ein Einbezug von Fremdkapitalzinsen in die Herstellungskosten erfolgt nicht. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. 2.5 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. 2.6 Flüssige Mittel Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt. 2.7 Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. 2.8 Eigenkapital Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. 2.9 Rückstellungen Die Steuerrückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken aus ungewissen Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind unter Berücksichtigung zukünftiger Preis- und Kostensteigerungen in der Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig und zulässig ist. Erstattungsansprüche werden bei der Bewertung der Rückstellungen berücksichtigt, wenn sie in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der drohenden Inanspruchnahme stehen, in rechtlich verbindlicher Weise der Entstehung oder Erfüllung der Verbindlichkeit nachfolgen und vollwertig sind. Bei der versicherungsmathematischen Berechnung der Jubiläumsrückstellung nach der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Verfahren) werden zukünftig erwartete Gehaltsentwicklungen mit 2,0 %, die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze mit 2,0 % sowie die erwartete Mitarbeiterfluktuation mit 7,3 % berücksichtigt. Zur Bestimmung des Rechnungszinses wurde eine Restlaufzeit von zehn Jahren unterstellt. Der zugrunde gelegte Rechnungszinsfuß betrug zum 31. Dezember 2023 1,49 %. Als Rechnungsgrundlagen dienten die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. 2.10 Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Werden derivative Finanzinstrumente zur Zinssicherung bei Verbindlichkeiten abgeschlossen und gleichen sich gegenläufige Wert- oder Zahlungsstromänderungen aus Grund und Sicherungsgeschäften aus, werden Bewertungseinheiten gebildet. In diesem Fall wird auf die bilanzielle Erfassung der unrealisierten Gewinne und Verluste verzichtet (Einfrierungsmethode). 2.11 Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. 2.12 Fremdwährungsumrechnung Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden werden zum Tagesmittelkurs im Zugangszeitpunkt erfasst. Positionen mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr werden am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Entstandene nicht realisierte Aufwendungen und Erträge aus der Bewertung werden erfolgswirksam erfasst. 3 Erläuterungen zur Bilanz 3.1 Anlagevermögen Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt. Vom Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres 2023 in Höhe von 9.632 TEUR wurden 6.180 TEUR als selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte des Anlagevermögens aktiviert. Im Geschäftsjahr wurde gemäß den erhaltenen Zulagenbescheiden die im Vorjahr innerhalb der selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werte berücksichtigten Forschungszulagen gemäß Forschungszulagengesetz (FZulG) um 14 TEUR als Zugang innerhalb dieser Position korrigiert. 3.2 Angaben zum Anteilsbesitz
*) Quelle: Deutsche Bundesbank
Die Zahlen zum Eigenkapital und zum Ergebnis beziehen sich auf den 31. Dezember 2023. Die Gesellschaft Ziehm Middle East Trading L.L.C. wurde von der Ziehm GmbH gegründet und wurde am 11. Dezember 2023 in das lokale Commercial Register eingetragen. Die Stammeinlage von 300.000 AED wurde zum 31. Dezember 2023 noch nicht geleistet, da die Eröffnung eines Bankkontos in Dubai noch aussteht. Zum Bilanzstichtag wurden bereits angefallene Gründungskosten in Höhe von 44 TEUR aktiviert. 3.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Restlaufzeiten der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände verteilen sich wie folgt:
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um folgende Ansprüche:
3.4 Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Sondervergütungen (3.958 TEUR; Vj. 2.197 TEUR), Gewährleistungsansprüche (1.773 TEUR; Vj. 1.293 TEUR), Jubiläumszuwendungen (1.649 TEUR; Vj. 1.592 TEUR), ausstehende Lieferantenrechnungen (1.561 TEUR; Vj. 1.211 TEUR), Urlaubsansprüche (551 TEUR; Vj. 465 TEUR), Überstunden (387 TEUR; Vj. 287 TEUR), Prozessrisiken (270 TEUR; Vj. 280 TEUR) gebildet. 3.5 Verbindlichkeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten verteilen sich wie folgt:
Alle ausgewiesenen Verbindlichkeiten waren nicht besichert. Im Rahmen des Beteiligungserwerbs der Therenva SAS wurden variable Kaufpreisbestandteile vereinbart, die erst mit dem Eintritt von gewissen Bedingungen ausgezahlt werden müssen. In Höhe des wahrscheinlichen Eintritts dieser Bedingungen wurde eine Verbindlichkeit aus dem Unternehmenserwerb in den sonstigen Verbindlichkeiten bilanziert. Zum Stichtag betrug der Restbetrag hierfür 2.393 TEUR, der innerhalb eines Jahres fällig ist. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind enthalten:
3.6 Latente Steuern Zwischen der ATON MedTech GmbH und der Ziehm GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag, durch den eine ertragsteuerliche Organschaft begründet wird. Die Ziehm GmbH nimmt hierbei die Rolle als Organgesellschaft und die ATON MedTech GmbH die Rolle als Organträger ein. Durch Inkrafttreten der steuerlichen Organschaft im aktuellen Geschäftsjahr wird das steuerliche Einkommen der ATON MedTech GmbH zugerechnet. Aus diesem Grund erfolgt seit dem Geschäftsjahr 2023 der Ausweis der latenten Steuern bei der ATON MedTech GmbH, so dass der passive Saldo der latenten Steuern des Vorjahres in Höhe von 4.426 TEUR im aktuellen Geschäftsjahr erfolgswirksam ausgebucht wurde. Der Überhang der passiven latenten Steuern wurde in den Vorjahren gem. § 274 Abs. 1 HGB in der Bilanz angesetzt. Die aktiven latenten Steuern resultierten im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Bewertung der Jubiläumsrückstellungen und aus dem unterschiedlichen Ansatz der Rückstellung für Prozessrisiken. Die passiven latenten Steuern entstanden durch den Ansatz der selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werten sowie der ungleichen Bewertung der Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung. Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 32,17 % zugrunde gelegt. Entwicklung der latenten Steuersalden:
4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 4.1 Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse, die im Wesentlichen den Verkauf von C-Bögen und damit zusammenhängende Serviceleistungen betreffen, verteilen sich geographisch wie folgt:
Nach Tätigkeitsbereichen ergibt sich folgende Verteilung der Umsatzerlöse:
4.2 Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten neben den Erträgen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 580 TEUR (Vj. 2.532 TEUR) im Wesentlichen Erträge aus dem Ausgleichsposten für die Kfz-Gestellung in Höhe von 507 TEUR (Vj. 472 TEUR), die Weiterbelastung von Kosten an verbundene Unternehmen in Höhe von 280 TEUR (Vj. 263 TEUR), Erträge aus wertberichtigten Forderungen in Höhe von 114 TEUR (Vj. 5 TEUR), Versicherungsentschädigungen in Höhe von 94 TEUR (Vj. 56 TEUR), Lizenzerträge in Höhe von 63 TEUR (Vj. 43 TEUR) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 58 TEUR (Vj. 290 TEUR). 4.3 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten insbesondere Vertriebskosten in Höhe von 7.411 TEUR (Vj. 7.097 TEUR) (darunter Aufwendungen für Fremdleistungen im Vertrieb, Vermittlungsprovisionen, Kosten der Warenabgabe sowie Werbe- und Messekosten), Verwaltungskosten in Höhe von 6.240 TEUR (Vj. 4.608 TEUR) (darunter v.a. Aufwendungen für EDV-Kosten, KfZ-Betriebskosten, Repräsentationskosten und der erfolgswirksam erfasste Bestandteil der bedingten Kaufpreiszahlungen aus dem Erwerb der Therenva SAS), Mietaufwendungen in Höhe von 2.318 TEUR (Vj. 2.338 TEUR), Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 1.480 TEUR (Vj. 1.056 TEUR), Raumkosten in Höhe von 1.391 TEUR (Vj 1.104 TEUR), Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 1.102 TEUR (Vj. 1.648 TEUR), Reisekosten in Höhe von 885 TEUR (Vj. 767 TEUR), Instandhaltungskosten in Höhe von 560 TEUR (Vj. 617 TEUR) und Gewährleistungsaufwand in Höhe von 483 TEUR (Vj. 0 TEUR). Darüber hinaus sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 1.021 TEUR (Vj. 1.154 TEUR) und Aufwendungen aus der Wertberichtigung auf Forderungen in Höhe von 27 TEUR (Vj. 609 TEUR) enthalten. 4.4 Zinsen und ähnliche Aufwendungen Die Zinsaufwendungen enthalten 25 TEUR (Vj. 19 TEUR) aus der Aufzinsung von Rückstellungen. 4.5 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der ausgewiesene Steuerertrag in Höhe von 4.389 TEUR enthält den Ertrag aus der Ausbuchung des passiven latenten Steuersaldos des Vorjahres in Höhe von 4.426 TEUR und einen Aufwand aus nicht anrechenbarer Quellensteuer in Höhe von 47 TEUR aufgrund der ertragsteuerlichen Organschaft mit der ATON MedTech GmbH. Den Vorjahren zurechenbare Steuererträge aus Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer sind in Höhe von 10 TEUR enthalten. Im Vorjahr enthielt der ausgewiesene Steueraufwand in Höhe von 4.558 TEUR in Summe 3.592 TEUR für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer des laufenden Jahres und 134 TEUR für Vorjahre sowie einen Aufwand aus der Veränderung der latenten Steuern in Höhe von 832 TEUR. 5 Sonstige Angaben 5.1 Geschäftsführung Herr Klaus Hörndler, Nürnberg, technischer Geschäftsführer Herr Stephan Dippold, Würzburg, kaufmännischer Geschäftsführer 5.2 Gesamtbezüge der Geschäftsführung Die Angaben bezüglich der Bezüge der Geschäftsführung unterbleiben mit Verweis auf § 286 Abs. 4 HGB. 5.3 Gesamthonorar des Abschlussprüfers Die Angabe des Gesamthonorars unterbleibt mit Verweis auf die Angaben im Konzernabschluss der ATON 2 GmbH, München, in den die Ziehm Imaging GmbH einbezogen wird. 5.4 Ausschüttungssperre Zum Bilanzstichtag sind 18.703 TEUR als selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte aktiviert. Da zum Stichtag keine passiven latenten Steuern hierfür gebildet wurden, verbleibt ein Betrag im Sinne des § 268 Abs. 8 Satz 1 HGB in Höhe von 18.703 TEUR. Diesem ausschüttungsgesperrten Betrag stehen frei verfügbare Rücklagen in Höhe von 147.930 TEUR gegenüber. Daher besteht keine Ausschüttungssperre in Bezug auf das Ergebnis des aktuellen Geschäftsjahres in Höhe von 25.732 TEUR, das im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrages vollumfänglich an die Gesellschafterin ATON MedTech GmbH abgeführt wird. 5.5 Haftungsverhältnisse Zur Absicherung der Kreditlinien der Ziehm Italien hat die Ziehm Imaging GmbH eine Patronatserklärung in Höhe von 3.150 TEUR abgegeben. Zum Stichtag wurden die Linien in Höhe von 1.719 TEUR durch Avale in Anspruch genommen. Für die angeführte Eventualschuld wurde keine Rückstellung gebildet, weil mit einer Inanspruchnahme aufgrund ausreichender liquider Mittel der Ziehm Italien nicht gerechnet wird. 5.6 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Der Vorteil der Miet- und Leasingverträge ist die Liquiditätsschonung (§ 285 Nr. 3 HGB) im Vergleich zu einer eigenen Anschaffung. Risiken sind hieraus nicht erkennbar. Bei der sonstigen Verpflichtung in Höhe von 76 TEUR handelt es sich um die bislang nicht geleistete und nicht eingeforderte Stammeinlage an die Tochtergesellschaft Ziehm Middle East Trading L.L.C. 5.7 Mitarbeiter Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter (inkl. Geschäftsführer):
Zum Stichtag 31. Dezember beschäftigte Mitarbeiter (inkl. Geschäftsführer):
5.8 Derivative Finanzinstrumente Die Ziehm Imaging GmbH ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungsrisiken ausgesetzt, die durch eine Über- oder Unterdeckung von Umsätzen in Fremdwährung im Verhältnis zu Einkäufen in Fremdwährung entstehen können. Das Risiko wird durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestehen keine ausstehenden Transaktionen aus derivativen Finanzinstrumenten. Dem Risiko aus der variablen Verzinsung eines Bankdarlehens wurde mit dem Abschluss eines Zinsswap und eines Zinsfloor entgegengewirkt. Zum Stichtag beläuft sich der Betrag des abgesicherten Grundgeschäfts auf 4.025 TEUR. Da sich die gegenläufigen Wert- und Zahlungsstromänderungen bis zum 28. September 2029 ausgleichen, wurde eine Bewertungseinheit gebildet und die Bewertungsgewinne und -verluste saldiert. 5.9 Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen Im Geschäftsjahr fanden zwischen der Ziehm Imaging GmbH und nahestehenden Unternehmen und Personen, welche unter § 285 Nr. 21 HGB zu subsummieren sind, Transaktionen zu marktüblichen Konditionen statt. 5.10 Angabe zu Ereignissen nach dem Abschlussstichtag/Nachtragsbericht Ereignisse nach dem Bilanzstichtag mit Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben sich nicht ergeben. 5.11 Konzernverhältnisse Die Ziehm Imaging GmbH ist seit dem 28. November 2022 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der ATON MedTech GmbH, München, einer hundertprozentigen Tochter der ATON GmbH, München, welche wiederum von der ATON 2 GmbH, München, gehalten wird. Die Obergesellschaft ATON 2 GmbH, München, stellt einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) (kleinster und größter Kreis) auf, in den die Ziehm Imaging GmbH einbezogen wird. Der Konzernabschluss der ATON 2 GmbH, München, wird beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht und über die Publikationsplattform (gemeinsames Portal von Bundesanzeiger und Unternehmensregister) veröffentlicht. Seit dem 6. Dezember 2022 besteht mit der Gesellschafterin ATON MedTech GmbH ein Ergebnisabführungsvertrag mit einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren, der ab dem 1. Januar 2023 in Kraft trat. Die Ziehm Imaging GmbH hat ihren Jahresabschluss unter Berücksichtigung der Ergebnisabführung bzw. Verlustübernahme darzustellen. 5.12 Globale Mindestbesteuerung gem. "Pillar 2" Zum Bilanzstichtag wurden die BEPS Pillar 2 Regelungen (MinBestRL-UmsG) bereits in deutsches Recht überführt (MinStG), sind aber noch nicht in Kraft getreten. Durch die Zugehörigkeit zum ATON 2 GmbH Konzern fällt das Unternehmen indirekt in den Anwendungsbereich dieser Regelungen. Die ATON 2 GmbH hat zum Abschlussstichtag eine erste indikative Analyse durchgeführt, um die grundsätzliche Betroffenheit und die Jurisdiktionen zu ermitteln, aus denen der Konzern möglichen Auswirkungen im Zusammenhang mit einer Pillar 2 Top-up Tax ausgesetzt ist. Aus dieser ersten indikativen Analyse wurden für Deutschland keine möglichen Effekte aus der Entrichtung einer Pillar 2 Top-up Tax identifiziert 6 Ergebnisverwendung Das Ergebnis des Geschäftsjahres vor Ergebnisabführung beträgt 25.732.288,02 EUR. Gemäß dem geschlossenen Ergebnisabführungsvertrag zwischen der ATON MedTech GmbH und der Ziehm Imaging GmbH wird der gesamte handelsrechtliche Gewinn an die ATON MedTech GmbH abgeführt. Bis zum Stichtag wurden hierauf bereits Abschlagszahlungen in Höhe von 11.500.000,00 EUR geleistet.
Nürnberg, den 25. April 2024 Die Geschäftsführung Stephan Dippold Klaus Hörndler Entwicklung des Anlagevermögens
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Ziehm Imaging GmbH, Nürnberg Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Ziehm Imaging GmbH, Nürnberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Dar- über hinaus haben wir den Lagebericht der Ziehm Imaging GmbH, Nürnberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die im Abschnitt 2.4.3 des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die in Abschnitt 2.4.3 des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Nürnberg, den 25. April 2024 Deloitte
GmbH
Sebastian Kiesewetter, Wirtschaftsprüfer Stefan Otto, Wirtschaftsprüfer |
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