Stammdaten

Register
Amtsgericht Hannover HRB 209738
Vorher
Blitz F12-fünf-zwei GmbHVierte Laura Beteiligungsgesellschaft mbH
Eingetragen
30.8.2012
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenBeteiligungsgesellschaftenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehör
Gegenstand
Die Herstellung, der Vertrieb von und der Handel mit Komponenten für die Automobilindustrie. Die Gesellschaft ist berechtit, alle Maßnahmen und Rechtsgeschäfte durchzuführen, die dem Gesellschaftszweck mittelbar oder unmittelbar zu dienen geeignet sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Annika Bergmann
seit 14.11.2022
Prokura
Torsten Langer
seit 14.11.2022
Prokura
Oliver Wolfram Altmann
seit 26.11.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert99.99% ungelöst

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
1.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bergmann Automotive GmbH

Barsinghausen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Bergmann Automotive GmbH ist Lieferant von Zylinderlaufbuchsen und hat ihren Sitz in Barsinghausen bei Hannover.

Zu dem Kundenkreis zählen weltweit namhafte Automobilhersteller und TIER 1 Lieferanten.

Unter Anwendung des Schleudergussverfahrens werden auf selbst konzipierten und realisierten Maschinen und Anlagen die Zylinderlaufbuchsen gefertigt.

Bergmann verfügt über alle notwendigen Zertifizierungen (IATF 16949, ISO 14001, ISO 50001), die für die Kunden aus der Automobilindustrie wichtig sind.

Im Leistungsumfang ist von der Entwicklung über die Vorserienphase und dem Gießverfahren bis hin zur abschließenden Weiterverarbeitung alles enthalten.

Bei der Beschaffung der notwendigen Rohstoffe wird vorzugsweise mit lokalen Lieferanten gearbeitet.

Selbstverständlich engagiert sich das Unternehmen auch in Sachen Umweltschutz: Durch energieeffiziente Produktionsweisen, umfangreiches Recycling und Umweltzertifizierungen (ISO 14001) wird dazu beigetragen, Rohstoffe effizient zu nutzen, Kosten zu minimieren und Umwelt und Klima zu schonen.

2. Branchenumfeld Internationale Automobilmärkte 2022 (gemäß VDA 1)

Europa, Japan und USA mit Rückgängen, China und Indien kräftig gewachsen - Pkw-Weltmarkt 2022 auf Vorjahresniveau

Die internationalen Automobilmärkte waren im Jahr 2022 von sehr unterschiedlichen Dynamiken geprägt. Während die Märkte in Europa (EU27, EFTA & UK), Japan und den USA hinter dem Vorjahresniveau zurückblieben, legte der Absatz in China deutlich zu. Insbesondere der Mangel an Vorprodukten und Rohstoffen, die deutlich gestiegenen Preise für Energie und Logistik sowie die durch den russischen Angriffskrieg ausgelöste Unsicherheit verhinderten ein besseres Ergebnis auf den internationalen Automobilmärkten. Insgesamt blieb der Pkw-Weltmarkt 2022 auf Vorjahresniveau. Es wurden 71,2 Millionen Pkw abgesetzt. Für das Jahr 2023 geht der VDA für den Pkw-Weltmarkt von einem Plus von 4 Prozent auf 74,0 Mio. Einheiten aus.

Im Jahr 2022 wurden auf dem europäischen Pkw-Markt 11,3 Mio. Neufahrzeuge zugelassen, rund 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit blieb auch im vergangenen Jahr die Erholung von den pandemiebedingten Rückgängen der beiden Vorjahre aus. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 war der Absatz im zurückliegenden Jahr um 29 Prozent reduziert. Die fünf größten Einzelmärkte entwickelten sich im abgelaufenen Jahr mehrheitlich negativ: Während die Neuzulassungen in Deutschland um 1 Prozent zulegten, reduzierte sich das Marktvolumen im Vereinigten Königreich ( 2 Prozent), Spanien (-5 Prozent) und in Frankreich (-8 Prozent). In Italien reduzierte sich das Neuzulassungsvolumen gar um 10 Prozent. Im Dezember legte der europäische Pkw-Markt gegenüber dem Vorjahresmonat um 15 Prozent auf 1,1 Mio. neuzugelassene Pkw zu. Das negative Jahresergebnis aber konnte auch dieser Jahresendspurt nicht verhindern.

1 Pressemitteilung vom 18. Januar 2023 "China und Indien kräftig gewachsen - Pkw-Weltmarkt 2022 auf Vorjahresniveau"

Auf dem chinesischen Pkw-Markt wurden im vergangenen Jahr 23,2 Mio. Neufahrzeuge verkauft. Das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Rückgänge aus dem Frühling, als Lockdowns in wichtigen Absatzregionen für ein stark eingeschränktes Geschäft sorgten, wurden auch dank einer Steuerreduktion auf einen Großteil der verkauften Fahrzeuge im zweiten Halbjahr wieder wettgemacht. Zum Jahresende wurden in China im Dezember gut 2,2 Mio. Neufahrzeuge abgesetzt, 6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

In den USA sind die Light-Vehicle-Verkäufe (Pkw und Light Trucks) im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr 2021 um 8 Prozent auf 13,7 Mio. Fahrzeuge zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 war der Markt 2022 gut 3,2 Mio. Fahrzeuge kleiner. Der Absatz von Light Trucks (-6 Prozent gegenüber 2021) entwickelte sich dabei im vergangenen Jahr weniger schwach als der Absatz von Pkw (-15 Prozent gegenüber 2021). Im Dezember 2022 steht mit 1,3 Mio. neu zugelassenen Light Vehicle ein leichtes Wachstum von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu Buche.

In Japan ist der Absatz von fabrikneuen Pkw im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge zurückgegangen. Mit gut 3,4 Mio. verkauften Pkw im Jahr 2022 lag das Marktvolumen 6 Prozent unter dem des Vorjahres. Im Dezember wurden 284.300 Pkw verkauft, 1 Prozent mehr als im Dezember 2021.

In Russland sind die Light-Vehicle-Verkäufe im Jahr 2022 um 59 Prozent auf knapp 687.400 Einheiten eingebrochen. Aufgrund des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine hatten sich ab März 2022 zahlreiche internationale Automobilhersteller aus Russland zurückgezogen.

Auf dem indischen Pkw-Markt wurden 2022 knapp 3,8 Mio. Pkw abgesetzt. Das ist fast ein Viertel mehr als im Vorjahr (+23 Prozent). Im Jahresendspurt wurden im Dezember 235.300 fabrikneue Fahrzeuge verkauft, 7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Der brasilianische Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Duty) beschloss das Jahr 2022 knapp unter dem bereits schwachen Vorjahresniveau. Knapp 2,0 Mio. neu zugelassene Fahrzeuge bedeuten ein Minus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 besteht ein Defizit von 26 Prozent. Im Dezember 2022 wurden in Brasilien 202.200 Fahrzeuge abgesetzt, 4 Prozent mehr als im Dezember des Vorjahres.

Neuzulassungen/Verkäufe von Personenkraftwagen

Dez 22 +/- in % Jan. - Dez. 2022 +/- in %
Europa (EU27 & EFTA & UK)*  1) 1.091.100 14,8 11.286.900 -4,1
Europäische Union (EU27)*  1) 897.000 12,8 9.255.900 -4,6
Westeuropa (EU14 & EFTA & UK) 1) 999.900 16,2 10.162.000 -4,1
Neue EU-Länder ab 2004 (EU13)*  1) 91.200 1,9 1.124.900 -4,2
China  2) 2.231.000 -6,4 23.240.500 10
USA ** 3) 1.263.300 4,9 13.734.200 -8,1
Japan  4) 284.300 1,5 3.448.300 -6,2
Russland** ***  5) - - 687.400 -58,8
Indien  6) 235.300 7,2 3.792.400 23
Brasilien**  7) 202.200 4,2 1.960.500 -0,8

1) ACEA 2) CAAM 3) Wards Intelligence 4) JAMA 5) AEB 6) SIAM 7) ANFAVEA

* ohneMalta
** LightVehicles
*** Umfassende Zahlen zum russischen Markt sind aktuell nur auf Quartalsbasis erhältlich.

3. Geschäftsverlauf

Die ab April 2021 markseitig beeinträchtigt herausfordernde Geschäftsentwicklung setzte sich in 2022 zunächst fort. Ursache dafür war der Mangel an Vorprodukten und Rohstoffen in der Automobilindustrie. Des Weiteren hatte die Verunsicherung durch den Krieg in der Ukraine und die gestiegenen Kosten u.a. bei Energie das Geschäft massiv negativ beeinträchtigt. Insbesondere zwei unserer Hauptkunden waren von dieser negativen Geschäftsentwicklung betroffen. Außerdem hatte Bergmann mit Kriegsbeginn das Geschäft in Russland verloren. Wie schon im Vorjahr hatte Bergmann auf die deutlich reduzierten Kundenabrufe reagiert und mittels Kurzarbeit, Bestellmanagement und Bestandsplanung sowie Begrenzung der Spitzenlast, die Kosten reduziert. Die ab dem 4. Quartal 2022 getroffenen Maßnahmen führten zu einer deutlichen Verbesserung der Geschäftsentwicklung und werden im Folgenden näher beschrieben.

Der erfolgreiche Serienstart für den im Jahr 2021 akquirierten Großauftrag im Automobilsektor erfolgte im Juni 2022. Im Gegensatz zu den negativen Tendenzen bzgl. Abrufe im Automobilmarkt entwickelten sich hier die Stückzahlen bis Ende 2022 positiv. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Automobilhersteller bei Ressourcenknappheit vorrangig höherpreisige Fahrzeuge aufgrund der höheren Margen bedienten.

Die Aktivitäten im Bereich Fun-Cars (u.a. Quad, Snowmobil) wurden weiter vorangetrieben, mit dem Ziel in 2023 einen Serienauftrag zu erhalten. Die Prototypen, die für Bremssysteme ausgeliefert wurden, schlossen erste Tests erfolgreich ab.

Durch die genannten externen Marktgegebenheiten, insbesondere den reduzierten Abrufen aus genannten Gründen und den Kostensteigerungen vor allem bei Energie und Material, wurde im dritten Quartal des Jahres 2022 beschlossen, die Ertrags- und Kostenbasis der Gesellschaft umfangreich anzupassen. Dazu wurde ein externer Berater beauftragt. Die damit verbundenen Anpassungen setzen sich im Wesentlichen aus drei Elementen zusammen: (i) Preiserhöhungen bei den Kunden, (ii) Reduzierung Personalkosten und (iii) Reduzierung weiterer Kostenpositionen. Die Anpassung der Ertrags- und Kostenbasis entwickelte sich bei allen relevanten Werthebeln äußerst vielversprechend.

Das operative Management wurde durch eine Hierarchieebene ergänzt. Die Position der Produktionsleitung wurde im 4. Quartal besetzt. Hierzu wurde der Gießereileiter befördert und erhielt Prokura. Des Weiteren erhielt die Leitung des Personalwesens auch im 4. Quartal Prokura und wurde zum 01.01.2023 zur kaufmännischen Leitung befördert. Durch diese Maßnahmen wird die Geschäftsführung unterstützt und kann den Ausbau des Kunden- und Produktportfolios zur weiteren internationalen Positionierung von Bergmann Automotive im Markt vorantreiben.

3.1. Lage der Gesellschaft

Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren haben sich wie folgt entwickelt:

Ertragslage

2022 2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Betriebsleistung 29.466 100% 20.593 100% 8.873
Betriebsaufwand -25.909 88% -22.093 107% -3.816
(ohne Restrukturierungkosten)
Betriebsergebnis 3.558 12% -1.500 -7% 5.058
(vor Restrukturierungkosten)
Restrukturierungs- und Transformationskosten -3.257 -11% 0 0% -3.257
Finanzergebnis -130 0% -210 -1% 80
Ergebnis vor Ertragsteuern 170 1% -1.710 -8% 1.880
Steuern vom Einkommen und Ertrag 0 0% 0 0% 0
Sonstige Steuern -27 0% -27 0% 0
Ergebnis vor Abführung/Ausgleich 143 0% -1.737 -8% 1.880

Die Verkaufspreise sind (grundsätzlich) in langfristigen Verträgen fixiert. Das Volumen der verkauften Buchsen hat sich in 2022 im Vergleich zu 2021 um 4,4% reduziert, die Betriebsleistung (Umsatzerlöse, Bestandsveränderung und sonstige betriebliche Erträge) erhöhte sich im Jahr 2022 um 43,1%. Dieser hohe Anstieg ist auf erhaltene Überbrückungshilfen von TEUR 2.119 (Vorjahr TEUR 527) und Preisanpassungen nach intensiven Verhandlungen mit unseren Kunden zurückzuführen.

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe und für bezogene Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 38,7% angestiegen. Dies hängt im Wesentlichen mit gestiegenen Kosten für die Produktion zusammen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind gegenüber 2021 um 94,7 % angestiegen und haben sich somit fast verdoppelt. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen (TEUR 3.257) zurückzuführen.

Ohne diesen Sondereffekt liegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen anteilsmäßig (bezogen auf die Betriebsleistung) 3,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau, was auf die gegenüber dem Vorjahr reduzierten Abrufe begründet ist.

Insgesamt ergab sich durch die angestiegenen Umsätze sowie erhaltene Überbrückungshilfen ein positives Betriebsergebnis von 3.558 TEUR. Bedingt durch die Restrukturierungskosten und ein leicht verbessertes Finanzergebnis aufgrund der gesunkenen Bankverbindlichkeiten, ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern von TEUR 170 (Vorjahr TEUR -1.710). Das Jahresergebnis (vor Ergebnisabführung) stieg entsprechend von einem Jahresfehlbetrag von TEUR 1.737 auf einen Jahresüberschuss (vor Ergebnisabführung) von TEUR 143.

3.2 Vermögens- und Kapitalstruktur

Vermögensstruktur

2022 2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Langfristig gebundenes Vermögen 9.380 46% 10.835 59% -1.455
Kurzfristig gebundenes Vermögen 10.978 54% 7.448 41% 3.530
Gesamtvermögen 20.358 100% 18.284 100% 2.074

Der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens am Gesamtvermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozentpunkte verringert, was im Wesentlichen auf ein durch Abschreibungen leicht gesunkenes Anlagenvermögen, bei gleichzeitigem Anstieg der Bilanzsumme zurückzuführen ist. Der Gesamtanstieg der Bilanzsumme resultiert vor allem aus dem höheren Bestand an Liquiden Mitteln (siehe hierzu Abschnitt 3.3).

Kapitalstruktur

2022 2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Eigenkapital 11.428 56% 11.556 63% -128
Fremdkapital 8.931 44% 6.727 37% 2.204
Gesamtkapital 20.358 100% 18.284 100% 2.074

Das Fremdkapital hat sich um TEUR 2.204 erhöht. Während die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aufgrund der vollständigen Tilgung zweier Darlehen um TEUR 956 sanken, stiegen die Rückstellungen, im Wesentlichen restrukturierungsbedingt, um TEUR 2.661.

3.3 Finanz- und Liquiditätslage

Finanz- und Liquiditätslage

2022 2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Liquide Mittel 5.718 1.106 4.612
Bankverbindlichkeiten -2.801 -3.757 956
2.917 -2.651 5.568

Zusätzlich zur im Vorjahr 2021 erfolgten Auszahlung eines Kredites aus einem KfW-Sonderprogramm i. H. v. TEUR 2.801 erhöhte sich der Zahlungsmittelbestand im Wesentlichen durch erhaltene Corona-Überbrückungshilfen von TEUR 2.119. Hiermit wurden im Berichtsjahr für zwei ältere Darlehen vollständige Tilgungen von insgesamt TEUR 954 getätigt. Zur weiteren Stärkung der Liquiditätssituation wurde im April des Geschäftsjahres ein Factoringvertrag mit einer Laufzeit bis mindestens Ende April 2024 mit einem Finanzdienstleister geschlossen. Hierdurch ergibt sich im Jahresvergleich ebenfalls ein erhöhter Bestand an Liquiden Mitteln. Am 20. Januar 2023 wurde die vereinbarte Tilgungsstruktur der ausstehenden Verbindlichkeit aus dem KfW-Sonderprogramm, welche Ende des ersten Quartals 2023 in Höhe von TEUR 2.801 fällig gewesen wäre, gemeinsam mit der finanzierenden Bank verlängert und angepasst. Ab März 2023 sollen jedes Quartal bis März 2025 TEUR 311,1 getilgt werden. Es wird auch auf die Ausführungen unter "5. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken" verwiesen. Bedingt durch Preisverhandlungen mit Kunden gegen Ende des Berichtsjahres mit rückwirkenden Effekt für 2022 ergaben sich ebenfalls größere Zahlungseingänge zum Jahresende, welche den Zahlungsmittelbestand zum Stichtag erhöhen.

Bis einschließlich September 2022 wurden dem Unternehmen Überbrückungshilfen in Höhe von rund TEUR 2.646 seit dem Beginn des Geschäftsjahres 2021 ausgezahlt.

3.4 Gesamtaussage

Aufgrund des Mangels an Vorprodukten und Rohstoffen, des Krieges in der Ukraine und den gestiegenen Kosten u.a. bei Energie und den damit verbundenen Auswirkungen auf dem globalen Markt kam es zu Nachfragerückgängen bei allen Kunden. Dies führte dazu, dass wir unseren geplanten Absatz nicht erreicht haben. Aufgrund der gewährten Überbrückungshilfen und der umfangreichen Anpassungen der Ertrags- und Kostenstruktur konnte insgesamt ein Jahresergebnis vor Ergebnisabführung von TEUR 143 (Vorjahr: Fehlbetrag von TEUR 1.737) generiert werden, welches unseren Erwartungen entsprach.

4. Forschung und Entwicklung

Die Bedürfnisse der Kunden stehen bei der Bergmann Automotive GmbH nach wie vor im Fokus der Forschung und Entwicklung von Sondermaterialien. Spezielle Materialentwicklung für die Herstellung von Zylinderlaufbuchsen für Automobilmotoren zählt ebenso zu den Aufgaben wie die Entwicklung von modernen Fertigungstechniken und neuen Fertigungsverfahren für die kostengünstige Fertigung von thermisch gefügten Buchsen oder Eingussbuchsen. Darüber hinaus ist die Weiterentwicklung von verschiedenen Verbindungssystemen zur Verkrallung der Buchse mit dem Aluminiummotorblock eine weitere wichtige Herausforderung.

Gemeinsam mit Forschungsinstituten, Dienstleistern und Komponentenherstellern werden neben der Optimierung von Fertigungsverfahren auch vollautomatische Systeme zur Vermessung und Qualitätskontrolle entwickelt, die in kürzester Zeit wesentliche Qualitätsmerkmale prüfen und die Bauteile anschließend zum Versand freigeben.

Des Weiteren werden Entwicklungen und Designvarianten für neue Produkte abseits des Verbrennungsmotors vorangetrieben, die die Zukunftsfähigkeit des Standortes absichern sollen.

5. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken

Die Bergmann Automotive GmbH ist ein Lieferant von Zylinderlaufbuchsen für namhafte Automobilhersteller. Beliefert wird hauptsächlich das Motorensegment von Klein- und Mittelklassefahrzeugen (Benzin und Diesel). Die durch Bergmann Automotive entwickelten Oberflächenstrukturen und Materialeigenschaften bieten Voraussetzungen für Downsizing, alternative Antriebe (Hybrid) und Langlebigkeit der Motoren.

Bergmann Automotive konzentriert sich weiterhin auf den Vertrieb sowie die Neuprojektgewinnung. Weitere Umsatzpotentiale für Buchsen sind auch in anderen Industriezweigen gegeben. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit neuen Produkten an äußerst vielversprechenden Ansätzen sowohl außerhalb des Verbrennungsmotors innerhalb Automobilindustrie als auch außerhalb der Automobilindustrie.

Der Absatzmarkt der Bergmann Automotive GmbH war seit jeher eng mit den Geschäften der Automobilindustrie verknüpft und ist daher im Segment der Einguss- und Einpressbuchsen mit den allgemeinen Risiken dieser Branche behaftet.

Bedeutsame Risiken resultieren im Wesentlichen aus rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen, der derzeit noch bestehenden Abhängigkeit von wenigen Großkunden und konjunkturellen, nicht beeinflussbaren Faktoren sowie steigender Rohstoff- und Energiepreise. Das aufgrund der Corona Krise und dem Ukraine-Krieg weiterhin angespannte Marktumfeld hat entscheidend Einfluss auf die Absatzzahlen genommen und hat auch zu Engpässen in der Materialversorgung, insbesondere bei der Versorgung mit Halbleitern, geführt. Wegen des Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine kommt es seit Ende März 2022 zu zusätzlichen Engpässen in den Lieferketten der Automobilindustrie. Auch dies hat Auswirkungen auf das Abrufverhalten der Kunden. Hinzu kommt, dass aufgrund des Konfliktes für die Bergmann Automotive das Geschäft mit Russland entfiel. Des Weiteren besteht ein Risiko im Zusammenhang mit der Schließung des Barsinghäuser Werkes des Tenneco-Konzerns, mit dem eine Kooperation im Rahmen des Energiebezugs besteht.

Die in Abschnitt 3 genannten Anpassungen der Ertrags- und Kostenbasis entwickeln sich bisher bei allen relevanten Werthebeln äußerst vielversprechend, weshalb die Geschäftsführung zuversichtlich in das Geschäftsjahr 2023 schaut.

Risiken hinsichtlich der Rückzahlung erhaltener Überbrückungshilfen ergeben sich aus divergierenden Auffassungen bei Bewilligungsstellen bezüglich der Abgrenzung des zu betrachtenden Unternehmensverbundes.

Der Darlehensvertrag für den (ursprünglich) am 31. März 2023 zurückzuzahlenden Kredit aus dem KfW-Sonderprogramm i. H. v. TEUR 2.801 sah die Einhaltung der Finanzkennzahl "Netto-Verschuldungsgrad" während der Laufzeit des Darlehensvertrages vor. Der im Januar 2023 angepasste Kreditvertrag sieht die Einhaltung der Kennzahlen "Mindestliquidität" und "Mindest EBITDAL" vor. Die Kennzahlen sind quartalsweise zu ermitteln. Bei Nichteinhaltung und nicht erfolgter Heilung (durch Bereitstellung neuer Finanzmittel aus Kapitalerhöhungen oder nachrangigen Gesellschafterdarlehen) kann der Kreditvertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Es wird auch auf die Ausführungen unter 3.3 Finanz- und Liquiditätslage verwiesen.

Bei unverändert konservativen Bewertungsmaßstäben hat die Gesellschaft für alle bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses erkannten Risiken im Geschäftsabschluss angemessene Vorsorge getroffen. Auch ohne den am 20. Januar 2023 erfolgten Abschluss der Verhandlungen über eine Streckung der Tilgung der zum 31. März 2023 insgesamt fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und unter Berücksichtigung des Bestands an liquiden Mitteln sowie auf Basis der Planung für die Jahre 2023 bis 2025 wird davon ausgegangen, dass den bestehenden Zahlungsverpflichtungen auch künftig jederzeit nachgekommen wird.

Prognose

Die erfolgreich eingeleitete Anpassung der Ertrags- und Kostenbasis sowie die generelle Diversifizierung des Kundenspektrums mit unterschiedlichen OEM-Kunden und TIER-1 Aluminiumgießereien sowie die Aktivitäten in anderen Industriezweigen wie Zweiräder, Fun-Cars und Kompressoren, ergänzt durch die Entwicklung neuer Produkte, bilden ein stabiles Fundament für das bestehende und zukünftige Geschäft.

Basierend auf den bereits akquirierten Neuprojekten und den weiteren Potentialen in den für Bergmann Automotive existierenden und neuen Märkten, dem Vertrauen der Kunden sowie den permanenten Investitionen in das Unternehmen können wir auch weiterhin positiv in die Zukunft blicken.

Die gegen Ende des Berichtsjahres verhandelten Preiserhöhungen wirken in 2023 fort. Aufgrund der im Jahr 2022 erhaltenen Überbrückungshilfen wird eine im Vergleich zum Jahr 2022 geringere Betriebsleistung zu erwarten sein. Die aktuellen Kundenabrufe liegen zu Beginn des Jahres 2023 über den geplanten Zahlen. Die aktuelle Planung für das Jahr 2023 sieht bei einer rückläufigen Betriebsleistung aufgrund sinkender Gesamtkosten ein im Vergleich zu 2022 deutlich verbessertes Jahresergebnis vor Gewinnabführung vor.

Trotz der genannten schwierigen Rahmenbedingungen wurde im Geschäftsjahr 2022 eine sehr gute Leistung erbracht. Die Geschäftsführung bedankt sich dafür ausdrücklich bei der Belegschaft.

 

Barsinghausen, 31. März 2023

Bergmann Automotive GmbH

Oliver Altmann
Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2021
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. selbst geschaffene ähnliche Rechte und Werte 2,00 0
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.052,00 1
6.054,00 1
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.785.552,33 5.024
2. technische Anlagen und Maschinen 4.317.700,00 5.492
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 265.943,00 253
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.780,00 65
9.373.975,33 10.834
9.380.029,33 10.835
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.171.088,48 2.486
2. unfertige Erzeugnisse 539.496,93 58
3. fertige Erzeugnisse und Waren 246.717,73 824
2.957.303,14 3.368
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.012.267,84 2.273
2. sonstige Vermögensgegenstände 1.270.127,44 577
2.282.395,28 2.850
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 5.717.553,13 1.106
10.957.251,55 7.324
C. Rechnungsabgrenzungsposten 21.000,11 17
20.358.280,99 18.176

PASSIVA

31.12.2022 31.12.2021
T€
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000
II. Kapitalrücklage 3.982.000,00 3.982
III. Gewinnvortrag 6.445.579,19 6.446
11.427.579,19 11.428
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 53.729,00 66
2. sonstige Rückstellungen 4.068.857,95 1.396
4.122.586,95 1.462
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.800.720,93 3.757
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.189.266,41 1.008
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 143.123,34 25
4. sonstige Verbindlichkeiten 675.004,17 496
4.808.114,85 5.286
- davon aus Steuern: € 127.325,52 (i. V. € 65.812,89)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 2.329,63 (i.V. € 1.180,69)
20.358.280,99 18.176

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
T€ T€
1. Rohergebnis 19.471.848,98 13.387
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 7.962.196,18 7.912
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.575.945,23 1.391
9.538.141,41 9.303
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.648.111,17 1.482
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 7.984.895 4.102
5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 130.497,41 210
6. Ergebnis nach Steuern 170.204,04 -1.710
7. sonstige Steuern 27.080,70 27
8. Aufwand/Ertrag aus Gewinnabführungsverträgen -143.123,34 1.737
9. Jahresüberschuss 0,00 0,00

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

1. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft ist i. S. d. § 267 Abs. 2 HGB eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde auf der Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des HGB und des GmbHG aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren i. S. d. § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die Gesellschaft mit Sitz in Barsinghausen wird beim Amtsgericht Hannover unter der Handelsregister Nummer HRB 209738 geführt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Selbst erstellte immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens sind mit Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2a S. 1 HGB bewertet.

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über den Zeitraum der Nutzung (überwiegend 3 Jahre) planmäßig linear abgeschrieben. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die zwischen 6 und 50 Jahren liegt, entsprechend dem tatsächlichen Werteverzehr der Vermögensgegenstände vorgenommen. Die Abschreibungen der Sachanlagen werden dabei nach der linearen Abschreibungsmethode basierend auf den steuerlichen AfA-Tabellen ermittelt.

Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 250 werden im Zugangsjahr sofort abgeschrieben. Für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten von mehr als EUR 250 bis EUR 1.000 wird ein Sammelposten gebildet. Dieser Sammelposten (Pool) wird über eine Dauer von fünf Jahren gleichmäßig verteilt gewinnmindernd aufgelöst.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren werden zu Anschaffungskosten bzw. zu den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die niedrigeren beizulegenden Werte werden im Wesentlichen nach den Verhältnissen am Beschaffungsmarkt unter Berücksichtigung der Einsatzmöglichkeit der Bestände ermittelt. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und verminderter Verwertbarkeit ergeben, werden in angemessenem und ausreichendem Umfang vorgenommen.

Unfertige und fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten bewertet. Dabei werden neben den zurechenbaren Einzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem niedrigeren am Abschlussstichtag beizulegenden Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet sind, werden in angemessenem Umfang Wertberichtigungen vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Bei der Bundesagentur für Arbeit haben wir im Jahr 2022 folgende Zahlungen für Kurzarbeit geltend gemacht: TEUR 327 Löhne & Gehälter und TEUR 49 Sozialabgaben. Die Kürzung des Bruttoentgelts und die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge haben den Personalaufwand reduziert.

Die Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen werden nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes der letzten zehn Jahre ermittelt.

Die Rückstellungen für Pensionen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag gemäß versicherungsmathematischen Grundsätzen nach der "Projected-Unit-Credit-Methode" unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Rentenanpassungen angesetzt.

Die Pensionsrückstellungen wurden mit einem Rechnungszinssatz von 1,79 % p. a. unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Dieser Zinssatz entspricht dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten zehn Jahre, der sich laufzeitadäquat auf Basis einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Hierbei wird der von der Deutschen Bundesbank ermittelte und bekannt gegebene Abzinsungssatz verwendet. Darüber hinaus wurde bei der Berechnung der Pensionsrückstellung ein Rententrend von 2 % angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt, um alle zum Abschlussstichtag drohenden Verluste und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

3. Erläuterungen zum Jahresabschluss

3.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zu diesem Anhang dargestellt. Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr keine weiteren selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert.

3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen die laufenden Umsatzsteueransprüche von TEUR 190 (Vorjahr: TEUR 300), Forderungen von TEUR 100 (Vorjahr: TEUR 0) gegen eine Gesellschafterin, Forderungen gegen das Hauptzollamt aus beantragten Stromsteuererstattungen gemäß §§ 9a, 9b, 10 StromStG von TEUR 79 (Vorjahr: TEUR 124), sowie die Abgrenzung der Vorsteuer von TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 8), die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entsteht. Sämtliche Forderungen haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

3.3 Pensionsrückstellungen

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellung für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beläuft sich auf TEUR 1 (Vorjahr: TEUR 3). Um diesen Betrag wäre die Rückstellung für die Pensionsverpflichtungen höher ausgewiesen worden.

3.4 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen aus Restrukturierungsmaßnahmen von TEUR 3.257, sowie Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern aufgrund von Resturlaubs- und Überstundenverpflichtungen und Jubiläumszusagen in Höhe von TEUR 380 (Vorjahr: TEUR 915). Im Vorjahr waren darin noch die Rückstellung für geschätzte Klageforderungen von Mitarbeitern zu Wasch- und Umkleidezeiten in Höhe von TEUR 472, sowie Tantiemen und Abfindungen in Höhe von TEUR 193 enthalten, die wir im Berichtsjahr der erstgenannten Position Restrukturierungsmaßnahmen zuordnen. Daneben bilanzieren wir Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung von TEUR 200 (Vorjahr: TEUR 0), sowie Gewährleistungsrisiken, Jahresabschlusskosten, Berufsgenossenschaftsbeiträge, Rechtsstreitigkeiten und Aufwendungen für die Archivierung von Geschäftsunterlagen und Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen in Höhe von insgesamt TEUR 575 (Vorjahr: TEUR 481).

3.5 Verbindlichkeiten

Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr mehr als 5 Jahre Gesamt
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gg. Kreditinstituten 1.244 1.557 0 2.801
(im Vorjahr) (954) (2.803) (0) (3.757)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.189 0 0 1.189
(im Vorjahr) (1.008) (0) (0) (1.008)
Verbindlichkeiten ggü. Gesellschaftern 143 0 0 143
(im Vorjahr) (25) (0) (0) (25)
Sonstige Verbindlichkeiten 675 0 0 675
(im Vorjahr) (497) (0) (0) (497)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen ein durch die KFW gefördertes Darlehen, welches im Jahr 2021 aufgenommen wurde.

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin, die gleichzeitig solche gegenüber verbundenen Unternehmen darstellen, ergeben sich aus der Ergebnisabführung.

3.6 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse entfallen mit TEUR 19.436 (Vorjahr: TEUR 17.464) auf das Ausland (TEUR 18.529 europäisches Ausland und TEUR 907 außereuropäisches Ausland) und mit TEUR 6.964 (Vorjahr: TEUR 2.721) auf das Inland.

3.7 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf TEUR 3.163 (Vorjahr: TEUR 938). Diese betreffen im Wesentlichen COVID-19 Überbrückungshilfen mit insgesamt TEUR 2.119 (Vorjahr: TEUR 527), periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von TEUR 454 (Vorjahr: TEUR 197), mit TEUR 190 (Vorjahr TEUR: 0) Innovationsförderungsbeiträge, TEUR 165 (Vorjahr: TEUR 165) Erstattungen für Strompreiskompensationen und TEUR 65 (Vorjahr: TEUR 0) Versicherungserstattungen. Bei den Erträgen aus der Überbrückungshilfe handelt es sich um Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung.

3.8 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

In den Abschreibungen in Höhe von TEUR 1.648 (Vorjahr TEUR 1.482) sind TEUR 304 (Vorjahr: TEUR 0) außerplanmäßige Abschreibungen enthalten. Diese sind im Wesentlichen durch die Stilllegung von zwei nicht mehr benötigten technischen Anlagen aufgrund Änderungen des Produktportfolios verursacht.

3.9 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Restrukturierungskosten in Höhe von TEUR 3.257, welche von außergewöhnlicher Größenordnung und Bedeutung sind. Des weiteren sind Aufwendungen für Reparatur und Instandhaltung, Werkzeugkosten, Versand, Qualität und Leasingaufwendungen enthalten.

3.10 Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Vom Zinsaufwand entfallen TEUR 2 auf die Aufzinsung von Rückstellungen (Vorjahr: TEUR 2).

3.11 Aufwendungen / Erträge aus Verlustübernahme

Zwischen der Bergmann Automotive Holding GmbH, Barsinghausen, und der Bergmann Automotive GmbH ist am 3. Dezember 2015 ein Ergebnisabführungs- und Verlustübernahmevertrag geschlossen worden, der seit dem 1. Januar 2016 gültig ist.

4. Sonstige Angaben

4.1 Haftungsverhältnisse

Nicht bilanzierte Eventualverbindlichkeiten, wie Verbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln, aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften und aus Gewährleistungsverträgen sowie Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten existieren nicht.

4.2 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Gesellschaft hat Leasingverträge für PKW und Gabelstapler abgeschlossen, für die am Abschlussstichtag noch Verpflichtungen von TEUR 116 (Vorjahr: TEUR 58) für den Zeitraum bis Dezember 2025 bestanden. Die Verpflichtungen aus Bestellobligo belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 696 (Vorjahr: TEUR 1.007).  

4.3 Arbeitnehmer

Die Gesellschaft hat während des Geschäftsjahres 2022 durchschnittlich 176 (Vorjahr: 187) Arbeitnehmer beschäftigt. Die Arbeitnehmer gehören folgenden Gruppen an:

Kaufmännische Angestellte 14 (Vorjahr: 14)
Gewerbliche Arbeitnehmer 158 (Vorjahr: 169)
Teilzeitbeschäftigte 4 (Vorjahr: 4)

4.4 Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 berechnete Gesamthonorar von TEUR 60 resultiert aus

a. Abschlussprüfungsleistungen TEUR 45,
b. Andere Bestätigungsleistungen TEUR 0,
c. Steuerberatungsleistungen TEUR 15.

4.5 Geschäftsführung

Die Geschäftsführung (hauptberufliche Tätigkeit) oblag:

 

Herrn Oliver Wolfram Altmann, Diplom Ingenieur, Neckarsulm

Hinsichtlich der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

4.6 Beirat

Für Beiratstätigkeiten hat die Gesellschaft drei Personen bestellt:

Herrn Florian Kähler, Geschäftsführer ECM Equity Capital Management GmbH, als Beiratsvorsitzenden,
Herrn Bernhard Büthe, ehemaliger Geschäftsführer und Rentner,
Herrn Jörg Feuring, ehemaliger Geschäftsführer

Die Beiratsmitglieder werden mit insgesamt TEUR 60 in Summe pauschal vergütet.

4.7 Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der Bergmann Automotive GmbH zum 31. Dezember 2022 wird in den Konzernabschluss der Bergmann Automotive Holding GmbH, Barsinghausen, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

 

Barsinghausen, 31. März 2023

Bergmann Automotive GmbH

Oliver Altmann
Geschäftsführer

Der Jahresabschluss wurde am 15. Mai 2023 festgestellt.

Anlagespiegel zum 31. Dezember 2022

Anschaffungskosten
1.1.2022 Zugänge Umbuchung Abgänge 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene ähnliche Rechte und Werte 301.013,27 0,00 0,00 0,00 301.013,27
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 21.295.425,79 7.890,00 0,00 0,00 21.303.315,79
21.596.439,06 7.890,00 0,00 0,00 21.604.329,06
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 7.072.310,93 0,00 0,00 0,00 7.072.310,93
2. Technische Anlagen und Maschinen 19.769.445,82 63.772,59 31.237,43 1.592.054,03 18.272.401,81
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.518.236,69 37.014,03 57.967,00 3.931,73 1.609.285,99
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 65.048,58 84.895,97 -89.204,43 55.960,12 4.780,00
28.425.042,02 185.682,59 0,00 1.651.945,88 26.958.778,73
50.021.481,08 193.572,59 0,00 1.651.945,88 48.563.107,79
Wertberichtigungen
1.1.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene ähnliche Rechte und Werte 301.011,27 0,00 0,00 301.011,27
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 21.294.071,79 3.192,00 0,00 21.297.263,79
21.595.083,06 3.192,00 0,00 21.598.275,06
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 2.047.946,60 238.812,00 0,00 2.286.758,60
2. Technische Anlagen und Maschinen 14.277.413,82 1.269.342,02 1.592.054,03 13.954.701,81
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.265.636,69 80.805,03 3.098,73 1.343.342,99
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 0,00 55.960,12 55.960,12 0,00
17.590.997,11 1.644.919,17 1.651.112,88 17.584.803,40
39.186.080,17 1.648.111,17 1.651.112,88 39.183.078,46
Nettobuchwerte
31.12.2022 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene ähnliche Rechte und Werte 2,00 2,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.052,00 1.354,00
6.054,00 1.356,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 4.785.552,33 5.024.364,33
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.317.700,00 5.492.032,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 265.943,00 252.600,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 4.780,00 65.048,58
9.373.975,33 10.834.044,91
9.380.029,33 10.835.400,91

Der vorstehende zur Offenlegung bestimmte und nach § 276 HGB und § 327 HGB verkürzte Jahresabschluss entspricht den gesetzlichen Vorschriften. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht haben wir den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bergmann Automotive GmbH, Barsinghausen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Bergmann Automotive GmbH, Barsinghausen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bergmann Automotive GmbH, Barsinghausen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 11. April 2023

QUADRILOG WIRTSCHAFTSPRÜFUNG GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Stephan Imkamp
Wirtschaftsprüfer

Dirk Schiffers
Wirtschaftsprüfer

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