Stiftung Denkfabrik Klimaneutralität GmbH
Selbe AdresseÖffentliche Verwaltung des Umwelt- und Naturschutzes
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Denny Morawiak seit 12.2.2025 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Coinbase Global, Inc. | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Coinbase Germany GmbHBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Registered number: HRB 213709BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Coinbase Germany GmbH, Berlin Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Coinbase Germany GmbH, Berlin, - bestehend aus der Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Coinbase Germany GmbH, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Überein-stimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 23. Mai 2024 Deloitte
GmbH
Kevin
Vogt
Anna-Lena
Müller
October 17, 2024
Alesia
Jeanne Haas
Anlage / Annex
Lagebericht des Geschäftsjahres 2023 und Jahresabschluss zum 31.Dezember 2023 Lagebericht* Bilanz* Gewinn und Verlustrechnung* Anhang* Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers *Darstellungsbedingt sind Rundungsdifferenzen möglich .
Coinbase Germany GmbH
Company Number
Geschäftsführer
Wirtschaftsprüfer
LageberichtOrganisatorische und rechtliche Struktur der Gesellschaft Die Coinbase Germany GmbH (CBG), gegründet am 6. Januar 2020 ist eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft der Coinbase Global, Inc. (die "Muttergesellschaft")), einer an der Nasdaq unter dem Symbol COIN gelisteten US-amerikanischen Gesellschaft mit Sitz in 55 Hudson Yards, 550 West 34th Street, 4th Floor, New York, NEW YORK 10001, United States . Coinbase Global, Inc. agiert global mit weiteren Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern, u.a. im Vereinigten Königreich, Irland, Indien und Singapur. CBG hat keine Beteiligungen oder Tochtergesellschaften. Sie bietet den Handel und die Verwahrung von Kryptowerten für Kunden der Coinbase-Gruppe an, die in Deutschland ansässig sind. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Coinbase Germany GmbH am 28. Juni 2021 die Erlaubnis erteilt, das Kryptoverwahrgeschäft (§ 1 Abs 1a Satz 2 Nr. 6 KWG) und den Eigenhandel (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 4 KWG a.F.) - beschränkt auf Kryptowerte und Rechnungseinheiten - zu erbringen. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Das Jahr 2023 war geprägt vom zweiten Jahr des Kriegs in der Ukraine und dem Gaza Konflikt sowie den daraus resultierenden wirtschaftlichen Unsicherheiten für Deutschland und der EU. Laut ersten Prognosen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, erhöhte sich das reale BIP in der Eurozone nur noch um 0,5% nach einem Anstieg um 3,4% im Vorjahr, bei einer Inflation von 5,4%, nachdem diese im Vorjahr noch 8,4% betragen hatte. Die drei Leitzinssätze der Europäischen Zentralbank wurden weiter auf 4,5% (Vorjahr: 2,5%) für Hauptrefinanzierungsgeschäfte, 4,75% (Vorjahr: 2,75%) für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und 4% (Vorjahr: 2%) für die Einlagefazilität erhöht. Die Marktkapitalisierung des globalen Kryptomarktes stieg nach dem hohen Rückgang in 2022 laut dem Coingecko Industry Report von €766 Mrd auf €1.590 Mrd. Positiv entwickelte sich auch der deutsche Kryptomarkt. Derzeit sind klare Kopplungen des Kryptomarkts mit makroökonomischen Parametern bzw. Korrelationen mit anderen Anlageklassen nicht etabliert. Allerdings kann man ein starkes Handelsvolumen- und Kundenwachstum in der Regel feststellen, wenn der Kurs des Bitcoins (BTC) ansteigt. Der Kurs des Bitcoins ist im Jahr 2023 um ungefähr 155% stark gestiegen. Alleine im vierten Quartal 2023 stieg der Kurs des Bitcoins um ungefähr 64% von $26.918 auf $42.220 und erreichte in diesem Zeitraum mit $44.004 ein Jahreshoch, das seit April 2022 nicht mehr erreicht wurde. Die unveränderte Steuerungsgröße der monatlich auf der Plattform handelnden Benutzer (monthly transacting user - MTU) befand sich mit ca. 260.000 Ende 2023 auf dem gleichen Niveau wie Ende 2022. Hierdurch liegt das Provisionsergebnis leicht unter Plan. Die deutsche und internationale Kryptoindustrie waren auch im Jahr 2023 durch Insolvenzen geprägt. Die Kryptohandelsplattform Bittrex, Inc. und der Kryptokreditgeber Genesis Global Capital mussten Insolvenz anmelden. Negativ wirkten sich auch die Nachwirkungen der Insolvenz einer der größten globalen Kryptobörsen FTX sowie die Binance-Vereinbarung mit der SEC über eine Strafzahlung in Höhe von $4,3 Mrd aus. Zur positiven Marktentwicklung insbesondere im vierten Quartal 2023 hatte u.a. die Anbahnung der Genehmigung durch die SEC für Bitcoin-Spot-ETFs, welche im Januar 2024 offiziell erteilt wurde, beigetragen. Hieraus resultierte auch ein wachsendes Interesse institutioneller Investoren an Kryptowährungen und hat entsprechend positiv auf die Marktkapitalisierung eingewirkt. Für die Coinbase Germany GmbH wirkte sich dies vor allem durch einen Anstieg der Handelsaktivitäten im vierten Quartal 2023 aus. Auf der regulatorischen Seite wurde am 29. Juni 2023 die "Markets in Crypto-Assets Regulation" (MiCAR) Verordnung zur EU-weiten Regulierung von Krypto-Assets in Kraft gesetzt. Die Verordnung ist ab dem 30. Dezember 2024 bzw. in Teilbereichen bereits mit Inkrafttreten anzuwenden. Unter anderem werden gemäß der MiCAR Anbieter von Krypto-Dienstleistungen eine Zulassung benötigen, um in der EU tätig zu werden. Zudem werden sie verpflichtet, Vorgaben zum Schutz des Wallets von Verbrauchern zu erfüllen und werden bei Verlust der Kryptowerte von Anlegern haftbar gemacht. Emittenten von Stablecoins sollen eine ausreichend liquide Reserve im Verhältnis 1:1, teilweise in Form von Einlagen, vorhalten. Die Reserve unterliegt einer Mindestliquidität. "Stablecoin"-Besitzer erhalten einen jederzeit ausübbaren, kostenlosen Anspruch auf Umtausch. Weiterhin bestehen allerdings durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht beschlossene strenge Auflagen für Anlagen in Kryptowerten, was zusätzliche Erschwernisse im Kryptomarkt mit sich bringt. Mit einem Risikogewicht von 1250 Prozent im Hinblick auf die Unterlegung mit Eigenmitteln werden die Anlagen in besonders riskanten Kryptowerten für Banken uninteressant. Jedoch ist das Geschäft mit institutionellen Anlegern für die Coinbase Germany GmbH derzeit von untergeordneter Bedeutung. Die Coinbase Germany GmbH erwartet durch die Einführung der MiCAR zwar zu Beginn einen größeren Aufwand auf der regulatorischen Seite, aber auf der anderen Seite längerfristig positive Auswirkungen im Marktumfeld, da die Vorgaben gezielter auf das Krypto basierte Geschäftsmodell der Coinbase Germany passen als die heutige Regulierung. Zudem hat die EU am 17. Januar 2023 die DORA (Digital Operational Resilience Act) in Kraft gesetzt, welche ab dem 17. Januar 2025 auch für die Coinbase Germany GmbH anzuwenden ist. DORA als "Verordnung über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor" ist als europäische Antwort auf den digitalen Wandel im Bereich der Finanzdienstleistungen zu begreifen und im Kontext der zunehmenden Gefahr von Cyberbedrohungen im Finanzsektor zu würdigen. Der Fokus der DORA liegt auf dem angemessenen Umgang mit der zunehmenden Abhängigkeit des Finanzsektors von Drittanbietern. Zudem soll der Finanzplatz "EU" in die Lage versetzt werden, die Betriebsstabilität im Falle einer schwerwiegenden Störung jederzeit aufrechterhalten zu können. Die Coinbase Germany GmbH ist bestrebt, sämtliche Anforderungen der DORA, insbesondere über den umfassenden harmonisierten IT-Risikomanagementrahmen, die Ausweitung und Vereinheitlichung der Meldepflichten von schwerwiegenden IT-Vorfällen, die Schaffung eines Europäischen Überwachungsrahmens für kritische IT-Drittdienstleister sowie die Durchführung von Tests der digitalen operationalen Resilienz umzusetzen und einzuhalten. Insgesamt ist die Kryptoindustrie weiterhin durch eine hohe Wettbewerbsintensität geprägt. Neben globalen Anbietern wie Coinbase gibt es eine Vielzahl von lokalen und regionalen Anbietern mit unterschiedlichen Ausprägungen und Schwerpunkten. Auch in Deutschland dürfte sich das Wettbewerbsumfeld spätestens nach Inkrafttreten von MiCAR nochmals vielfältiger gestalten. Geschäftsverlauf Am 28. Juni 2021 erteilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der Coinbase Germany GmbH eine Lizenz für Kryptoverwahrung und -handel im Rahmen des im Januar 2020 eingeführten neuen Lizenzregimes. Der BaFin-Lizenzrahmen ist der erste seiner Art in der Europäischen Union, und Coinbase Deutschland ist das erste Unternehmen, das eine solche Lizenz erhalten hat. Anschließend, am 2. August 2021, nahm Coinbase Deutschland nach Erhalt dieser Lizenzen seinen operativen Betrieb auf. Die Verwahrungslizenz ermöglicht die Verwahrung, Verwaltung und den Schutz von Krypto-Assets oder privaten kryptografischen Schlüsseln, die verwendet werden, um Krypto-Assets für andere zu halten, zu speichern oder zu übertragen. Dabei ermöglicht die Handelslizenz den Kauf und Verkauf von Kryptowerten für eigene Rechnung als Dienstleistung für andere. Nach dem Start wurden alle deutschen Kunden zu Coinbase Deutschland migriert und gebeten, die neuen Geschäftsbedingungen zu akzeptieren, um weiterhin mit der Plattform interagieren zu können. Rund 0,5 Mio. haben den neuen Dienstleistungsvertrag akzeptiert. Es wird erwartet, dass weitere 0,2 Millionen deutsche Kunden den neuen Servicevertrag in Zukunft akzeptieren werden, da sie Vermögenswerte auf Coinbase halten. Alle migrierten Kunden werden bis Januar 2024 bereinigt (d.h. dem deutschen KYC-Prozess unterzogen), beginnend mit Kunden mit hohem Risiko im Januar 2022. Institutionelle Kunden (weniger als 100) wurden bereits im Jahr 2021 bereinigt. Von den durch die Remediation betroffenen Nutzern haben insgesamt ca. 265.000 die CBG Geschäftsbedingungen akzeptiert und den Deutschen Identifikationsprozess durchlaufen, um somit Kunden der CBG zu werden. Die CBG Geschäftsleitung hat im Dezember 2023 die Entscheidung getroffen, Geschäftsbeziehungen zu Nutzern, welche den Identifikationsprozess nicht erfolgreich abgeschlossen haben und daher bereits systemseitig eingeschränkt waren, zu beenden. Parallel zur Aufnahme des Geschäftsbetriebs wurde der Aufbau der Organisation und Prozesse vorangetrieben. Diese Strukturen wurden im Geschäftsjahr nochmals gestärkt und sollen auch in Zukunft weiter gestärkt und optimiert werden. Die Lage am Arbeitsmarkt für Fachkräfte und entsprechende Verzögerungen bei Einstellungen bleiben dabei ein limitierender Faktor. Insgesamt ist die Geschäftsführung mit der Entwicklung der Geschäftslage der Gesellschaft zufrieden und sieht sich für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Der wesentliche finanzielle Leistungsindikator des Unternehmens ist der Provisionserlös. Die Provisionserlöse der Gesellschaft sind vor allem von Handelsvolumina geprägt. Da die Handelsvolumen der Kryptoindustrie weltweit stark volatil sind, schwanken die monatlichen Umsätze der Gesellschaft entsprechend. Im Jahr 2023 wurden Provisionserträge in Höhe von 29,2 Mio. € (Vorjahr: 41,6 Mio. €) erzielt. Die allgemeinen Marktherausforderungen wurden aus der bisherigen makroökonomischen Sicht beschrieben. Die Provisionserträge wurden vor allem durch das Geschäft mit Endkunden getrieben. Die Gesellschaft erzielte für das am 31. Dezember 2023 und am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von TEUR 753 bzw. TEUR 937. Das Unternehmen hat in den bisherigen Geschäftsjahren keine Dividendenausschüttungen vorgeschlagen oder gezahlt. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Ertragslage Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete die Gesellschaft ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von €1 Mio. (Vorjahr: €1,3 Mio.). Der Jahresüberschuss betrug €0,8 Mio. (Vorjahr: €0,9Mio.). Ursächlich für den Anstieg des Zinsergebnisses ist ausschließlich die positive allgemeine Zinsentwicklung durch die angeführten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank. Der Provisionserlös in Höhe von €29,2 Mio. (Vorjahr: €41,6 Mio.) stammt überwiegend aus Provisionen im Zusammenhang mit Börsengeschäften der deutschen Kunden. Die Reduzierung der Provisionserträge gegenüber dem Vorjahr resultierte dabei im Wesentlichen aus dem schwierigen allgemeinen Marktumfeld mit dem zuvor beschriebenen Rückgang der Marktkapitalisierung des Kryptomarktes während des Geschäftsjahres, das sich auch negativ auf die Gesellschaft auswirkte. Inflationsbezogene Effekte waren nicht feststellbar. Das Unternehmen ist im Fremdwährungsbereich gegenüber dem US-Dollar exponiert, daraus entstanden Verluste i.H.v. €17 Tsd (Vorjahr: €902 Tsd). Das Zinsergebnis in Höhe von €518 Tsd (Vorjahr: €0) ergibt sich ausschließlich aus Erträgen aus Sichteinlagen bei Kreditinstituten. Der hohe Anstieg der aktienbasierten Vergütungsaufwendungen für das Geschäftsjahr 2023 resultierte aus dem Anstieg des Aktienkurses der Muttergesellschaft Coinbase Global, Inc. als direktem Bezug für die Mitarbeiteraktie. Infolgedessen erhöhten sich die Personalaufwendungen auf €7,0 Mio. (Vorjahr: €1,9 Mio.), wobei zusätzliche lokale Mitarbeiter im deutschen Markt eingestellt wurden. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sanken als Resultat der Ausgabendisziplin aufgrund konzernweiter Vorgaben auf €11,3 Mio. (Vorjahr: €12,6 Mio.). Diese sind vor allem auf mit der Muttergesellschaft Coinbase Global, Inc. abgeschlossene Service Level Agreements zur Bereitstellung von börsenbezogenen Dienstleistungen und Unterstützung zurückzuführen. Vermögenslage Die Bilanzsumme des Unternehmens belief sich zum 31. Dezember 2023 auf €30,9 Mio. und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von €85,5 Mio. Dies ist auf die Abwicklung großer Teile des konzerninternen Geschäfts infolge eines Anstiegs des Währungsrisikos bei den USD-Forderungen im Laufe des Jahres zurückzuführen. Der überwiegende Teil der Entwicklung sowohl der Aktiva als auch der Passiva stammt aus konzerninternen Verträgen über den Betrieb der börsenbezogenen Dienstleistungen, aus innerhalb des Konzerns erbrachten Dienstleistungen und aus den FIAT-Beständen der deutschen Kunden. Verbindlichkeiten resultieren aus bezogenen konzerninternen Dienstleistungen. Diese sind innerhalb eines Monats fällig und sind nicht verzinslich. Der Rückgang sowohl der Forderungen an Kreditinstitute um €57,2 Mio. auf €9,2 Mio. und der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um €53,2 Mio. auf €18,7 Mio. bei gleichzeitig geringfügig um €1,9 Mio. auf €20,5 Mio. gestiegenen Forderungen an Kunden resultiert vor diesem Hintergrund aus der marktbedingten Abnahme der Geschäftsaktivitäten in 2023. Vor diesem Hintergrund ist auch der Rückgang der anderen Rückstellungen um €3,6 Mio. auf €1,7 Mio. zu sehen, deren Rückgang durch verminderte Rückstellungen für Bonuszahlungen (RSU) und Umsatzsteuer im Zusammenhang mit verminderten konzerninternen Dienstleistungen, für die eine Umkehr der Steuerschuldnerschaft (reverse charge VAT) Anwendung findet, zu sehen sind. Im Geschäftsjahr 2023 wurden weitere €2,0 Mio. als Zuzahlung in die Kapitalrücklage von Coinbase Global, Inc. zugeführt, um die Kapitalrücklage auf €7,5 Mio. zu erhöhen (€5,6 Mio. im Geschäftsjahr 2022). Die Kapitalzuführung diente der weiteren Unterstützung des Geschäfts und der Sicherstellung der regulatorischen Kapitalanforderungen. Finanzlage Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente verringerten sich im Berichtsjahr 2023 um €57,2 Mio. auf €9,2 Mio. Das Liquiditätsrisiko wird aufgrund der bestehenden konzerninternen Dienstleistungsverträge als minimal angesehen. Der größte Teil des Rückgangs der liquiden Mittel stammt aus der Entwicklung im operativen Geschäft, das sich aus der Erleichterung der Abwicklung von Kundenaktivitäten und dem Rückgang der damit verbundenen konzerninternen Verbindlichkeiten aus dem E-Geld-Integrationsvertrag und den Exchange Services Agreements/ General Services Agreements des Unternehmens ergibt. Insbesondere durch Kapitaleinlagen von Coinbase Global, Inc. und die Thesaurierung des Vorjahresüberschusses erhöhte sich das Eigenkapital auf €10,0 Mio. (Vorjahr: €7,4 Mio.), um den Kapitalbedarf der Gesellschaft zu decken. Dies ist ein Bestandteil des Finanzmanagements der Coinbase Global, Inc., um die Ziele der Coinbase Gruppe zu erreichen, unter anderem ihre Töchter (Coinbase Germany GmbH) zur Erschließung des deutschen Marktes, unter Einhaltung ihrer Kapitalquoten, zu befähigen. Die Gesellschaft sieht sich ausreichend mit finanziellen Mitteln ausgestattet. Vor dem Hintergrund der beschriebenen anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Kryotomarktes im Geschäftsjahr erachtet die Geschäftsführung den Geschäftsverlauf sowie die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft unverändert als zufriedenstellend. Risikobericht Für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der CBG und das Erreichen der strategischen Ziele gemäß Geschäftsstrategie ist ein erfolgreiches Management bestehender und neu auftretender Risiken entscheidend. Um Marktchancen nutzen und die hierin liegenden Erfolgspotenziale ausschöpfen zu können, müssen in angemessenem Umfang auch Risiken getragen werden. Daher ist das Risikomanagement ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsorganisation und der Unternehmensführung der CBG. Die Ausgestaltung der Ablauf- und Aufbauorganisation des Risikomanagements in der CBG sowie das Zusammenarbeitsmodell und die Berücksichtigung von globalen Vorgaben und Methoden der Coinbase, Inc. hat die CBG in einer Risk Methodology festgelegt und in 2023 nochmals verfeinert und die notwendigen Anpassungen in der Methodik, den Prozessen, den Systemen sowie der Organisation in 2023 umgesetzt. Zudem ist beabsichtigt, diese in 2024 weiter zu optimieren. Wesentlicher Bestandteil ist die mindestens jährlich fortgeschriebene Risikostrategie der CBG, die sich sowohl an der globalen Risikostrategie der Coinbase, Inc. orientiert, als auch die Bedürfnisse der Geschäftsstrategie der CBG berücksichtigt, um u.a. die Risikobereitschaft der CBG festzulegen. Diese ist definiert als das maximale Risiko, das die CBG bereit ist, einzugehen, um ihre Geschäftsziele zu erreichen. Leitgedanke dabei ist die Sicherstellung einer angemessenen Liquidität und Kapitalausstattung für die CBG. Strategische und operative Entscheidungen werden auf der Grundlage der in der Risk Methodology festgelegten Rahmenbedingungen für die CBG getroffen. Aufgrund der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sind die Chancen, die sich im Wesentlichen aus positiven Marktund Wettbewerbsentwicklungen ergeben, nicht in das Risikomanagementsystem einbezogen. Risikomanagement in der CBG Der Head of Control als Teil der Geschäftsführung der Coinbase Germany GmbH verantwortet das Risikomanagement. Dadurch stellt die CBG sicher, dass es eine klare Trennung von Pflichten, Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf Führungsebene und in der Organisationsstruktur gibt, um den Grundsätzen ordnungsgemäßer Unternehmensführung insbesondere gemäß den Vorgaben des KWG und der MaRisk gerecht zu werden. Das Risikomanagement der CBG nutzt die in der Risk Methodology der CBG festgelegten Methoden, Prozesse und Werkzeuge zur Erkennung, Einstufung, Steuerung, Kommunikation sowie Überwachung der CBG spezifischen Risiken. Hierbei werden die globalen Gruppenvorgaben der Coinbase, Inc. aus dem "Enterprise Risk Management" (ERM) berücksichtigt. Das Risikomanagement ist zudem ein elementarer Bestandteil des Three-Lines-of-Defence-Modell (3LOD in der CBG). Risikostrategie und -planung Die Risikobereitschaft des Unternehmens setzt sich zusammen aus der Erklärung zur Risikobereitschaft, den Risikokategorien und den globalen Bestandsaufnahmen der Coinbase, Inc. sowie den dazu korrespondierenden Risikokennzahlen. Die Risikobereitschaft in der CBG ist definiert als die maximale Höhe des Risikos, dass die CBG bei der Verfolgung ihrer in der Geschäftsstrategie verankerten Geschäftsziele bereit ist einzugehen. Die Risikobereitschaft ist dahingehend limitiert, dass sie nicht über die global vorgegebene Risikobereitschaft der Coinbase, Inc. hinausgehen darf. Die Risikobereitschaft wird in Risikokategorien heruntergebrochen. Die Risikokategorien bilden die potenziellen Risiken für die CBG ab, deren Eintritt das Erreichen der strategischen Geschäftsziele der CBG beeinträchtigen könnte. Als Ausgangsbasis zur Identifikation der für die CBG relevanten Risikokategorien nutzt die CBG die im globalen ERM-Ansatz definierten Risikokategorien der Coinbase, Inc. und ergänzt diese um zusätzliche CBG-spezifische Risikokategorien. Aus der Summe aller identifizierten CBG-relevanten Risikokategorien ergibt sich das Risikoinventar. Das Risikoinventar wird mindestens jährlich oder bei Bedarf (ad-hoc) überprüft und ggf. angepasst. Die Risikokennzahlen sind datengestützte Indikatoren, die dazu dienen, zunehmende oder potenzielle Risikoveränderungen zu erkennen, zu bewerten und zu steuern, um die Einhaltung der Risikobereitschaft zu ermöglic Diese drei grundlegenden 'Enterprise Risk Management' (Unternehmensrisikomanagement (ERM))-Komponenten bilden den Rahmen für das Risikomanagementsystem in der CBG. Risikomanagementprozesse Die Risikobereitschaft wird durch die Entwicklung einer Reihe umfassender, auf das Risikoinventar abgestimmter Messgrößen operationalisiert (u.a. werden etwaige interne und externe Betrugsfälle mit Kundenbezug bzw. finanziellen Verlusten gemessen, analysiert sowie, falls notwendig, Maßnahmen zur Mitigation eingeleitet und nachgehalten) und zusammen mit einer klaren Zuordnung der Rollen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten aller am Prozess zum Risikomanagement und zur Kapitalplanung beteiligten Stellen, Organisationseinheiten und Gremien wirksam umgesetzt. Im Rahmen der Regelprozesse für das Risikomanagement werden Risiken sowohl auf globaler Ebene (Coinbase, Inc.) als auch auf lokaler Ebene der CBG identifiziert. Das Risikomanagement der CBG ist für die Sicherstellung einer Identifizierung, Bewertung und Steuerung der Risiken für die CBG verantwortlich. Hierzu wurde ein Prozess eingeführt, in dem die einzelnen Funktionen (z.B. Compliance, Finance, Operations) eine regelmäßige Analyse der Entwicklung der Risikokategorie und eine Überprüfung der Wesentlichkeitseinschätzung der einzelnen Risiken durchführen. Somit wird es ermöglicht, sich zukünftig ändernde Aspekte der Geschäftsstrategie der CBG, Marktentwicklungen, neue Produkte, Dienstleister- Performance, Änderungen im Kundenportfolio sowie in der Prozessstabilität unmittelbar im Risikomanagement zu berücksichtigen. Das übergreifende ERM-Rahmenwerk für das Risikomanagement der CBG wird durch die globale Funktion Enterprise Risk Management grundsätzlich vorgegeben und fortgeschrieben. Basierend darauf hat die CBG ihre Risk Methodology aufgesetzt, um einerseits der Erfüllung der CBG-spezifischen regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden sowie andererseits den sich aus der Geschäftsstrategie der CBG ergebenden Aspekten Rechnung zu tragen. Die in der Risk Methodology festgelegten Methoden, Leitlinien und Prozesse bilden den Rahmen für das Risikomanagement in der CBG, einschließlich der Risikobereitschaft, des Risikoinventars und der Risikokennzahlen. Mindestens jährlich werden diese überprüft, bei Bedarf angepasst sowie als verbindlich veröffentlicht. Strategische und operative Entscheidungen werden auf der Grundlage einer Risiko-Ertrags-Bewertung getroffen. Unter der Voraussetzung, dass die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften sowie die unternehmenspolitischen und ethischen Grundsätze eingehalten werden, geht CBG bewusst Risiken ein. Hierzu muss das Ausmaß dieser Risiken bekannt sein, die systemtechnischen Voraussetzungen für deren Abbildung gegeben sein sowie die Risiken in einem angemessenen Verhältnis zu den sich hieraus ergebenden Ertragspotenzialen stehen. Risikokonzentrationen, welche die Risikotragfähigkeit und damit den Fortbestand der CBG gefährden könnten, werden vermieden. Eine Risikokonzentration besteht im Hinblick auf Sichteinlagen. Die CBG arbeitet weiterhin daran, das Portfolio an Kontrahenten auszubauen, um somit eine Minderung der Risikokonzentration zu ermöglichen. In einem gewissen Maße sind diese Risikokonzentrationen aber auch Bestandteil des Geschäftsmodells der CBG und werden insbesondere noch im Rahmen des andauernden Ramp-ups bewusst eingegangen. Das global übergreifende ERM-Rahmenwerk für das Risikomanagement der CBG gibt eine grundsätzliche dreistufige Risiko-Hierarchie vor für die Risiken, denen die CBG im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit potenziell ausgesetzt ist. Diese wird von der CBG um CBG-spezifische Risiken der Kategorie 4 ergänzt. Das daraus resultierende Risikoinventar (Kategorie 1-4) wird gemäß der Risikobereitschaft der CBG zusammengestellt. Das Risikoinventar liefert eine detaillierte Auflistung der Risiken, denen CBG ausgesetzt ist, und ist Teil des globalen Risiko Bewertungsprozesses des Unternehmens. Governance In der Coinbase Gruppe findet das Three-Lines-of-Defence-Modell (3LOD) Anwendung, um eine Aufgabentrennung in Bezug auf die Identifizierung, die Verantwortlichkeiten, das Management, die Überwachung und die Berichterstattung von Risiken an das Management zu gewährleisten. Die bestehende Berichterstattung wurde im Rahmen des Ramp-ups der Coinbase Germany implementiert und wird weiter ausgebaut. Die Verantwortung für das Risikomanagement der CBG liegt beim Head of Control. Der Risk Controller im Risk Management der CBG berichtet direkt an den Head of Control der CBG. Die Risikomanagement Funktion wird durch die Teams der Coinbase Gruppe als Second-Line-of-Defence (2 LOD-Teams) unterstützt, wodurch eine laufende Überwachung der gruppenweiten Risiken und der relevanten Kontrollen ermöglicht wird. Berichterstattung Die Grundlage der Risikoüberwachung ist eine umfassende, objektive, rechtzeitige und transparente Offenlegung der Risiken gegenüber der Geschäftsführung, den Aufsichtsbehörden und den Shareholdern. Das Risk Management Team berichtet vierteljährlich an die Geschäftsführung der CBG. Im Rahmen des Ramp-ups der CBG und der Ausgestaltung des Zusammenarbeitsmodells mit dem globalen ERM-Team wird derzeit noch an einer weiteren Verfeinerung der Risikoberichterstattung gearbeitet. Die Risikoarten Die relevanten Risikoarten werden in den nachfolgenden Abschnitten behandelt. Dabei sieht die Risikoinventur gemäß der Risikotaxonomie der CBG als wesentliche Risiken übergreifend das strategisches Risiko, das finanzielle Risiko, u.a. mit dem Adressenausfallrisiken, operationelle Risiken, Compliancerisiken, Reputationsrisiken und Nachhaltigkeitsrisiken vor. Des Weiteren werden Marktpreisrisiken und Liquiditätsrisiken behandelt, die aufgrund des Geschäftsmodells der CBG jeweils als nicht wesentlich klassifiziert werden. Strategisches Risiko Das strategische Risiko ist das Risiko, dass die Auswahl, Priorisierung, Anpassung und Implementierung von Strategien, welche die Erreichung des langfristigen Ziels von CBG gefährden (i.e. Risiko in Medienkommunikation, Verlust von Marktanteilen, Fusions- und Übernahmerisiko, Geographisches Risiko). Der Geschäftsplan für 2023 dient als Grundlage zur Bewertung des strategischen Risikos für CBG. Der Verlust von Marktanteilen hat einen wesentlichen Einfluss auf den Umsatz, die Rentabilität und die Kapitaladäquanz von CBG. Daher wird das strategische Risiko als wesentlich für CBG angesehen und ist Teil der Risikobewertung. Die Bewertung und Steuerung des strategischen Risikos erfolgt im Rahmen regelmäßiger Sitzungen, an denen neben der Geschäftsführung leitende Angestellte der CBG teilnehmen. In deren Rahmen werden die Soll-, den erwirtschafteten Istzahlen unter Berücksichtigung der aktuellen Marktgegebenheiten gegenübergestellt und bedarfsweise entsprechende Maßnahmen durch die Geschäftsführung erarbeitet und in Kraft gesetzt. Adressenausfallrisiken Adressenausfallrisiken sind für CBG potenzielle Verluste aufgrund des Ausfalls einer Gegenpartei oder der Muttergesellschaft bzw. Schwestergesellschaften. Durch die Auslagerung von Tätigkeiten mit sehr starkem Fokus auf die Coinbase, Inc. und Schwestergesellschaften entstehen für CBG hohe Adressenausfallrisiken. Diese werden in der Risikosteuerung als wesentlich eingestuft. Die Adressenausfallri Die Bewertung und Steuerung der Adressenausfallrisiken erfolgt durch den Säule 1 plus Ansatz, unter der CRR (Capital Requirements Regulation). Neben diesen hauptsächlich aus den Fiat-Währungsbeständen bei Banken sowie aus konzerninternen Verbindlichkeiten resultierenden Risiken ergeben sich in diesem Zusammenhang weitere potenzielle Risiken für CBG in Form des Länderrisikos der Muttergesellschaft in den USA und der Schwestergesellschaften in den USA, sowie in Irland. Aufgrund der Opportunitätskosten zur Minderung dieser Risiken und deren sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit werden diese Risiken allerdings als sehr gering erachtet. Trotzdem werden sie regelmäßig im Rahmen von Sitzungen ,an denen neben der Geschäftsführung der Leiter Recht und weitere leitende Angestellte teilnehmen, analysiert und vertieft betrachtet. Operationelle Risiken Operationelle Risiken mit den Unterrisikoarten regulatorisches Risiko, Risiko strafbarer Handlungen, Risiko menschlicher Fehler, IT Risiko, Auslagerungs- und Dienstleisterrisiko sowie Veränderungs- und Produktrisiko, stellen im Geschäftsumfeld der CBG ein wesentliches Risiko dar. Durch die Zusammenarbeit mit Schwestergesellschaften kann CBG auf gesonderte Sicherheits- und Tech-Teams zurückgreifen. Diese bieten eine Minimierung dieser Risiken, sowie aufbau- und ablauforganisatorische Maßnahmen, welche im Rahmen eines laufenden Business Continuity Management (BCM) regelmäßig bearbeitet und weiterentwickelt werden. Die Bewertung und Steuerung der technischen, operationellen und Sicherheitsrisiken erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Dienstleistern auf Basis der vertraglichen vereinbarten Service-Level-Agreements, definierten Kennzahlen sowie der zugehörigen Berichterstattung. Darüber hinaus gelangen strukturelle, prozessuale und organisatorische Maßnahmen, die Teil des Business Continuity Managements (BCM) sind, fortlaufend zur Anwendung. Die Bewertung und Steuerung der Adressenausfallrisiken erfolgt ergänzend durch den Säule 1 plus Ansatz, unter der CRR (Capital Requirements Regulation). Zudem befindet sich derzeit eine Schadensfalldatenbank mit ausschließlicher Fokussierung auf die CBG im Aufbau. Compliance-Risiken Unter den Compliancerisiken wird in der CBG das Risiko der Nichteinhaltung von Gesetzen oder Vorschriften aufgrund mangelnder betrieblicher Wirksamkeit und / oder einer schwachen Kontrollumgebung beschrieben. Entsprechend werden die beiden Unterrisikoarten Rechtsrisiken und Risiken im Hinblick auf das regulatorische Inventar sowie Risiken betreffend den Kontroll- und Überwachungsplan unterschieden. Dabei beinhalten die Compliancerisiken insbesondere das Risiko, dass die CBG die festgelegten Regeln und Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche, der Identifizierung und Dokumentation der Kundenbeziehungen, der Transaktionsüberwachung, der Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus sowie der Sanktionsbefolgung und Finanzkriminalität nicht einhält. Die Nichteinhaltung dieser Regeln und Vorschriften kann unter anderem zu behördlichen Maßnahmen, Selbstanzeigen, Geldstrafen oder Strafen führen. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wurde insbesondere das Compliance-Monitoring-Programm implementiert, um eine zeitnahe Aktualisierung der Compliancerichtlinien und die Durchführung zur Umsetzung dieser Vorgaben sicherzustellen. In diesem Rahmen sieht CBG's Governancestruktur eine periodische Berichterstattung an die Geschäftsführung durch die Leitung der Complianceabteilung vor. Zur Steuerung dieser Risiken überwacht die CBG aktiv ihre Geschäftstätigkeit und die Geschäftstätigkeit ihrer verbundenen Unternehmen und dokumentiert wichtige Geschäftsprozesse, um den Wissenstransfer im Falle des Ausscheidens von Teammitgliedern zu erleichtern. Das Compliance-Team hat Richtlinien und Kontrollen entworfen und implementiert, diese zielen darauf ab, das höchste Risiko, dem die Gruppe ausgesetzt ist, zu mindern. Reputationsrisiken Unter Reputationsrisiken versteht die CBG das Risiko eines Vertrauens- oder Reputationsverlustes bei ihren Stakeholdern aufgrund von negativen Ereignissen im Zusammenhang mit ihrer Geschäftstätigkeit, wobei zu den Stakeholdern in diesem Zusammenhang insbesondere die Öffentlichkeit und die Medien, Nichtregierungsorganisationen und ihre Kunden gehören. Aufgrund der Tatsache, dass Unternehmen nicht nur aufgrund persönlicher Erfahrungen, sondern auch auf Basis der öffentlichen Berichterstattung in den Medien beurteilt werden, sind Reputationsrisiken direkt mit Kommunikationsrisiken verbunden. Aufgrund seiner besonderen Ausgestaltung erfolgt seitens der CBG keine Quantifizierung der Reputationsrisiken. Vielmehr werden identifizierte mögliche Sachverhalte und Ereignisse, die die Reputation der CBG und der Coinbase Gruppe negativ beeinflussen könnten, im Rahmen monatlicher Sitzungen, an denen neben der Geschäftsführung auch der Leiter Recht und weitere leitende Angestellte teilnehmen, ausführlich diskutiert und analysiert und bedarfsweise entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet. Nachhaltigkeitsrisiken Nachhaltigkeitsrisiken sind die Risiken, die mit Umwelt-, Sozial- oder Governance-(ESG-) Ereignissen oder Entscheidungen verbunden sind, die das Anlegervertrauen, die finanzielle Position von Coinbase oder dessen Ruf negativ beeinflussen. Aus der Perspektive der CBG umfassen die Risiken von ESG Umsatzrisiken, Kosten der Einhaltung von Vorschriften oder potenzielle Prozesskosten. CBG betrachtet ESG-Risiken als wesentlich und daher sind sie Teil der Risikobewertung. Aufgrund ihrer besonderen Ausgestaltung werden Nachhaltigkeitsrisiken in der CBG nicht isoliert als einzelnes Risiko, sondern risikoartenübergreifend berücksichtigt und in die Risikosteuerung einbezogen. Marktpreisrisiken Aufgrund des Geschäftsmodells der CBG entstehen für CBG, mit Ausnahme marginaler Fremdwährungsrisiken, keine Marktpreisrisiken, sofern eine sachgerechte und regelkonforme Ausführung der in der Geschäftsstrategie der CBG verankerten Geschäftsaktivitäten erfolgt. Das Kryptoverwahrgeschäft umfasst ausschließlich die Verwahrung von Kryptowährungen, die für CBG mit keinen Marktpreisrisiken verbunden sind. Eigene Bestände in Kryptowährungen werden derzeit und gemäß der mittelfristigen Geschäftsplanung nicht gehalten Liquiditätsrisiken Unter Liquiditätsrisiken, die für die CBG relevant sind, versteht das Unternehmen das Risiko, dass gegenwärtige und zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig oder nicht fristgerecht erfüllt werden können. Auf der Aktivseite der CBG befinden sich neben den Sichteinlagen bei zwei Banken nur die im Rahmen der Global Service Agreements vertraglich vereinbarten konzerninternen Forderungen gegenüber der amerikanischen Mutter. Beides ist nicht als Level 1 Assets einzustufen. Zum anderen besteht außer dem Provisionsaufwand kein weiterer nennenswerter Zahlungsabfluss. Der Provisionsaufwand bezieht sich auf den Teil des Provisionsertrags, der an das Mutterunternehmen abgeführt wird. Durch diese Struktur und die finanzielle Lage des Konzerns ist das Liquiditätsrisiko für die CBG als nicht wesentlich einzustufen. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Die wesentlichen Risiken der CBG werden grundsätzlich durch das Risikomanagement überwacht, gesteuert und berichtet. Im Rahmen der weiteren Ausgestaltung des Risikomanagements in der CBG sind weitere Optimierungen, u.a. in der Risikoberichterstattung und den genutzten Methoden vorgesehen. Die Risikotragfähigkeit der Coinbase Germany GmbH war im Geschäftsjahr, analog zum Vorjahr, jederzeit gegeben. Dies erfordert eine Mindestquote von 14,5% Risikodeckungspotenzial im Verhältnis zu den gewichteten Risikopositionen. Zum 31. Dezember 2023 hatte die CBG Eigenmittel in Höhe von € 9.382 Mio. (Vorjahr: €6.494 Mio.) unter Berücksichtigung der Auflage im Lizenzverfahren. Die finanzielle Lage des Unternehmens hat sich im Geschäftsjahr unverändert so entwickelt, dass die Liquidität ständig gegeben war. Die Berechnung des Risikodeckungspotenzials (RDP) zum 31. Dezember 2023 stellt sich wie folgt dar:
Zum Stichtag des 31. Dezember 2023, stellen sich die Risiken und Kapitalquoten unter Anwendung des Basisindikatoransatzes (316 CRR) wie folgt dar:
Herleitung operationelles Risiko nach Basisindikatoransatz aus der Planung Art. 315 und 316 CRR
*Berechnungen wurden für 2022 sowie 2023 auf Basis von Ist-Zahlen, für 2024 und 2025 basierend auf Planzahlen erstellt Qualität der Vorhersage Im Rahmen des Prognoseprozesses wird eine 3-Jahres-Prognose regelmäßig überprüft und bei Bedarf neu bewertet. Im Rahmen eines solchen Prognoseprozesses werden drei Stressszenarien mit unterschiedlich hohen Umsätzen für den Zeitraum zugrunde gelegt, um das Worst-Case-Szenario zu ermitteln. Im Rahmen der Tests werden die wichtigsten Kapital- und Liquiditätsquoten bewertet, um sicherzustellen, dass die erforderlichen Finanzierungsniveaus auch im schlechtestmöglichen Fall vorhanden sind. Dabei liegt den durchzuführenden Stresstests ein übergreifendes Basisszenario zugrunde, das auf den im Rahmen der Risikoinventur als wesentlich klassifizierten Risiken sowie der Planabweichung von der mittelfristigen Unternehmensplanung aufsetzt. Als ein kleines Finanzinstitut mit geringer Komplexität betrachtet die Coinbase Germany GmbH in diesem Rahmen Stressszenarien sowohl für erwartete als auch unerwartete Risiken der einzelnen als wesentlich klassifizierten Risikoarten und Adressenausfallrisiken. Für die Szenarien I und II stresst die Coinbase Germany GmbH die zugrunde liegenden Parameter jeweils mit einem definierten Prozentsatz, wobei sich Szenario II aus der weiteren Erhöhung der Prozentsätze von Szenario I ergibt. Szenario III beschreibt das reverse Szenario, welches risikoartenabhängig eine Stressung des Basisszenarios um 100% bzw. 150% simuliert. In allen Szenarien führt jede Option zu einem gewissen Nettogewinn pro Jahr, der in Abhängigkeit des zugrundeliegenden Geschäftsvolumens und dem damit einhergehenden Ertragspotential betrachtet werden muss. Dies ist in erster Linie auf die konzerninternen Vereinbarungen zurückzuführen, bei denen die Dienstleistungen anteilig auf der Grundlage der erzielten Einnahmen in Rechnung gestellt werden. Prognosebericht Der Prognosebericht beschreibt die Entwicklung der Coinbase Germany GmbH aus Sicht der Geschäftsführung als Teil der Coinbase Gruppe für das Jahr 2024. Diese zukunftsbezogenen Aussagen können mit bekannten oder unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können deshalb wesentlich von den derzeit erwarteten abweichen. Erwartete Entwicklung der wirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen Die wesentlichen, beeinflussenden Faktoren werden neben den Entwicklungen des Kryptomarktes die weitere Ausgestaltung des europäischen regulatorischen Regelwerks sein. Dabei spielen insbesondere die Ausprägung der EU-weit geltenden Market in Crypto Assets (MiCAR) Regulation als auch die Transfer of Funds Regulation eine herausragende Rolle, die nationale Regulationen ersetzen werden. Die Coinbase Germany GmbH erwartet durch die Einführung der MiCAR zwar zu Beginn einen größeren Aufwand auf der regulatorischen Seite, aber auf der anderen Seite längerfristig positive Auswirkungen im Marktumfeld, da die Vorgaben gezielter auf das Krypto Geschäftsmodell der Coinbase Germany passt als die heutige Regulierung. Die Muttergesellschaft Coinbase Global, Inc. hat in einer Presseverlautbarung vom 18. Oktober 2023 bekanntgegeben, dass sie eine MiCA Lizenz für die entsprechende irische Einheit für den nach dem Ende des Geschäftsjahres 2024 beginnenden Zeitraum beantragen wird. Zugleich hat sie die Stärkung der CBG als sogenannten "Talent Hub" zur Stärkung und Ausweitung der innerhalb der Europäischen Union angebotenen Produkte und Dienstleistungen im Kryptomarkt verlautbart. Somit ist davon auszugehen, dass, unabhängig von der Ausgestaltung einer zukünftigen Lizensierung, weiterhin Mitarbeiter in Deutschland von der deutschen Entity beschäftigt und derzeit auch neu eingestellt werden. Entsprechend dieser Planungen der Coinbase Gruppe ist die CBG als wichtiger Bestandteil der Kryptoaktivitäten der Coinbase Gruppe in Europa vorgesehen. Derzeit rechnet die Coinbase Gruppe mit einer Aufnahme der operativen Geschäftsaktivitäten der irischen Einheit gemäß den Anforderungen unter der zu erteilenden MiCA Lizenz nicht vor dem dritten Quartal 2025. Darüber hinaus ist die bedarfsweise Übertragung der Kundenbestände der CBG auf eine irische Einheit der Coinbase Gruppe und deren Neulegitimation mit einem länger andauernden Arbeitsaufwand zu veranschlagen. Als zeitlicher Anhaltspunkt können die entsprechenden Erfahrungen im Rahmen der Umsetzung der Anforderungen durch Lizensierung der CBG herangezogen werden, welche einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren erforderten. Die Geschäftsführung der CBG erwartet detailliertere Informationen zur Ausgestaltung der Kryptoaktivitäten der Coinbase Gruppe in Europa und der expliziten Rolle der CBG in diesem Rahmen frühestens im vierten Quartal 2024. Vor dem beschriebenen Hintergrund erachtet die Geschäftsführung der Coinbase Germany GmbH die Bewertung der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden unter dem Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB weiterhin als angemessen, da dieser nach eingehender Analyse keine tatsächlichen oder rechtlichen Gegebenheit entgegenstehen. Darüber hinaus werden im Jahr 2024 keine wesentlichen Änderungen des regulatorischen Rahmens in Deutschland erwartet. Des Weiteren beeinflussen unter anderem die Entwicklung neuartiger Angebote, hohe Sicherheitsstandards, die Vereinfachung des Zugangs, die Verbesserung der Infrastruktur sowie die Erhöhung der Transparenz die weitere Entwicklung der Branche. Zudem führten die Insolvenzen, u.a. der Krypto-Börsen FTX und Bittrex und des Krypto-Lenders Genesis, zu großer Unsicherheit bei den Kunden und einer hohen Volatilität der Märkte für Kryptowährungen und Krypto-Assets. Ebenfalls negativ wirkte sich die mit der SEC vereinbarte Strafzahlung in Höhe von USD 4,3 Mrd. durch Binance aus. Insgesamt resultiert daraus ein Vertrauensverlust, der die gesamte Branche betrifft. Dessen Auswirkungen werden auch im Jahr 2024 insbesondere bezüglich Kundenattraktivität, Handelsvolumen und Volatilität in den Kryptomärkten weiterhin die Rahmenbedingungen für die Branche maßgeblich beeinflussen. Demgegenüber steht die Erlaubnis des ersten Bitcoin-Spot-ETFs durch die SEC. Die CBG hat im Jahr 2023 in die Stärkung ihrer regulatorischen Resilienz und die weitere Re-Identifikation (KYC) ihrer Bestandskunden investiert. Darüber hinaus wurde das Dienstleistungsangebot der Gesellschaft weiter ausgebaut und die Marktkommunikation intensiviert. Die Gesellschaft geht von einem Anhalten der wiederbelebten Wachstumsdynamik der Krypto-Branche in Deutschland aus. Allerdings unterliegen die Handelsvolumina des Kryptomarktes weiterhin hohen Schwankungen. Die Geschäftsführung ist bezüglich der langfristigen Geschäftsaussichten optimistisch, kurzfristig zeichnen sich jedoch eher stark schwankende Handelsvolumina ab. Für das gesamte Geschäftsjahr 2024 erwartet die Geschäftsführung daher mindestens Provisionserträge in vergleichbarer Höhe wie in 2023 mit einer leicht steigenden Tendenz. Die Planung beruht maßgeblich auf dem wesentlichen KPI der MTUs, die mit einer leichten Steigerung von ca. 5% angenommen wurden. Wesentliche Chancen und Risiken, so wie Gesamtaussage über die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft Aus Sicht der Geschäftsführung ist die CBG organisatorisch, technisch und finanziell solide aufgestellt, um von Wachstumschancen des deutschen Kryptomarktes profitieren zu können. Die wesentlichen Risiken bestehen in der geringen Planbarkeit des Geschäfts aufgrund stark schwankender Handelsvolumina und der hohen Wettbewerbsintensität. Sonstige Angaben Der Jahresabschluss der CBG zum 31.12.2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung sowie der für Finanzdienstleistungsinstitute geltenden Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, der Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die CBG wird in den Konzernabschluss der Coinbase Global, Inc. einbezogen. Der Abschluss der CBG wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Die CBG unterhält keine Zweigniederlassungen. Vorbehalt bei Zukunftsaussagen Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen der Geschäftsführung sowie den ihr derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.
Berlin, 23. Mai 2024 Die Geschäftsführung der Coinbase Germany GmbH Michael Schroeder Jan-Oliver Sell Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023
Gewinn-
und Verlustrechnung
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| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| 1. Zinserträge aus | ||
| a) Kredit- und Geldmarktgeschäften | 518 | - |
| 2. Zinsaufwendungen | - | - |
| 518 | - | |
| 3. Provisionserträge | 29.249 | 41.582 |
| 4. Provisionsaufwendungen | 7.548 | 21.634 |
| 21.701 | 19.948 | |
| 5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen | ||
| a) Personalaufwand | 7.015 | 1.884 |
| aa) Löhne und Gehälter | 6.627 | 1.681 |
| ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 387 | 203 |
| darunter: für Altersversorgung | 137 | 203 |
| b) andere Verwaltungsaufwendungen | 11.337 | 12.550 |
| 18.352 | 14.434 | |
| 6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen | 0 | 9 |
| 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 2.886 | 4.248 |
| darunter: aus der Währungsumrechnung | 17 | 902 |
| 8. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 982 | 1.257 |
| 9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 229 | 320 |
| 10. Jahresüberschuss | 753 | 937 |
1. ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Coinbase Germany GmbH ("das Unternehmen") ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die am 6. Januar 2020 in Deutschland gegründet wurde. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Coinbase Global, Inc. (die "Muttergesellschaft"), einem in den Vereinigten Staaten von Amerika eingetragenen Unternehmen. Die Adresse des Firmensitzes der Gesellschaft ist Kurfürstendamm 12, Berlin, Deutschland.
Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter der HRB-Nr. 213709 eingetragen. Das Geschäftsjahr des Unternehmens entspricht dem Kalenderjahr.
Die Haupttätigkeit des Unternehmens besteht darin, Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Anwendung der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) zu erbringen, einschließlich des Angebots von Verwahrungs- und Tauschdienstleistungen für Kryptowährungen für Kunden in Deutschland.
Coinbase Global, Inc. mit Sitz in 55 Hudson Yards, 550 West 34th Street, 4th Floor, New York, NEW YORK 10001, United States fungiert als Muttergesellschaft innerhalb der Coinbase Group und hält als Muttergesellschaft alle Anteile an der Coinbase Germany GmbH. Coinbase Global, Inc. erstellt den Konzernabschluss für die kleinste und größte Unternehmensgruppe. Der Konzernabschluss wird unter https://investor.coinbase.com veröffentlicht.
2. WESENTLICHE RECHNUNGSLEGUNGSGRUNDSÄTZE
Grundlagen der Erstellung
Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und unter Beachtung der "Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, der Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute" (RechKredV), sowie des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) erstellt.
Forderungen an Kreditinstitute
Die Bankguthaben umfassen täglich fällige Einlagen bei Banken. Barmittel und Bankguthaben werden zu ihrem Nennwert ausgewiesen.
Forderungen an Kunden
Dazu gehören Forderungen aus Verwahrungsgebühren und Forderungen gegen verbundene Unternehmen, die zu ihrem Nennwert ausgewiesen werden.
Pauschalwertberichtigungen werden gebildet, um die künftig erwarteten Kreditverluste über die Laufzeit der Forderung widerzuspiegeln, da diese Forderungen innerhalb eines Jahres fällig sind. Die künftig erwarteten Kreditverluste beruhen auf den Erfahrungen mit historischen Verlusten. Zum 31. Dezember 2023 wies die Gesellschaft, wie im Vorjahr, keine Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen aus.
Sowohl die Steuerung der Forderungen an Kreditinstitute als auch die Forderungen an Kunden sind in das Risikomanagement der Coinbase Germany GmbH einbezogen.
Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag über keine Handelsbestände.
Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen besteht aus Computerausstattung. Sie werden zu Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung erfolgt über die Nutzungsdauer nach der linearen Methode. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen im Falle einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung.
Die Nutzungsdauer der Sachanlagen, zu denen auch die Computerausstattung gehört, beträgt zwei Jahre.
Sonstige Vermögensgegenstände
Die sonstigen Vermögensgegenstände bestehen aus Sicherheitsleistungen und sonstigen anderen Vermögenswerten und werden mit ihren Nominalwerten angesetzt. Auch Steuererstattungsansprüche sind hier enthalten.
Latente Steuern
Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen in der Bewertung von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen gemäß HGB sowie auf steuerliche Verlustvorträge berechnet. Steuerliche Verlustvorträge können nur berücksichtigt werden, wenn sie innerhalb der gesetzlichen Frist von fünf Jahren mit steuerpflichtigem Einkommen verrechnet werden können. Der Steuersatz für die Berechnung beträgt 30.175%.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bestehen aus Beträgen, die an verbundene Parteien zu zahlen sind und werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Diese Verbindlichkeiten sind ungesichert und täglich fällig.
Sonstige Verbindlichkeiten
Hierbei handelt es sich um Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Lohnsteuer und Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, die zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen werden. Alle sonstigen Verbindlichkeiten sind ungesichert und innerhalb eines Jahres fällig.
Steuerrückstellungen
Steuerrückstellungen sind für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer zu bilden. Die Bewertung der Steuerrückstellungen erfolgt auf der Grundlage der Steuergesetzgebung und nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung.
Die Regeln der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ("OECD") für die zweite Säule der globalen Mindeststeuer sehen im Allgemeinen einen effektiven Mindeststeuersatz von 15 % vor. Am 15. Dezember 2023 hat der deutsche Bundesrat ein Gesetz zur Umsetzung der EU-Mindeststeuerrichtlinie verabschiedet. Das Gesetz trat am 27. Dezember 2023 in Kraft und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen. Das Unternehmen verfolgt die Entwicklungen und die Gesetzgebung zu diesen Vorschriften genau, einschließlich der Möglichkeit, sich für die Safe-Harbor-Regeln zu qualifizieren. Zum Berichtszeitpunkt gab es keine Auswirkungen auf den laufenden Steueraufwand im Zusammenhang mit der zweiten Säule.
Andere Rückstellungen
Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, unsicheren Verpflichtungen und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und werden mit dem nach unternehmerischem Ermessen erforderlichen Erfüllungsbetrag (§ 253 HGB) angesetzt. Es bestanden keine Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Die anderen Rückstellungen bestehen aus Rückstellungen für angefallene, aber noch nicht in Rechnung gestellte Ausgaben und Rückstellungen für leistungsabhängige Vergütungen sowie aus noch zu erfüllenden Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Provisionserträge
Die Provisionserträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Transaktionsgebühren und Verwahrungsgebühren.
Die Transaktionsgebühren werden durch den Handel der Nutzer auf der Plattform des Unternehmens generiert. Das Unternehmen erhält eine Gebühr auf der Grundlage des Wertes dieser Geschäfte. Die Provisionserträge aus Transaktionsgebühren werden anhand der erhaltenen Gegenleistung bemessen und zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem der Handel abgewickelt wurde.
Zu den Erträgen aus Abonnements und Dienstleistungen gehören Verwahrungsgebühren und Erträge von verbundenen Unternehmen.
Die Gesellschaft bietet ihren Kunden 'Cold Storage' zur sicheren Aufbewahrung von Kryptowährungen an und erhält dafür eine Gebühr, die auf einem vertraglich festgelegten Prozentsatz des täglichen Wertes der verwahrten Vermögenswerte basiert. Die Gebühr wird auf monatlicher Basis eingezogen. Die Erträge aus den Verwahrungsgebühren werden über den Zeitraum der Erbringung der Dienstleistungen verbucht, da die Gesellschaft einen unanfechtbaren Anspruch auf die Gebühren für bereits erbrachte Dienstleistungen hat.
Im Rahmen des Handels mit Kryptowährungen durch seine Kunden und der Verwahrung der Kryptowährungen der Kunden erzielt das Unternehmen Einnahmen von einem verbundenen Unternehmen gemäß einer Vereinbarung über konzerninterne Dienstleistungen mit dieser Partei. Der Ertrag wird auf der Grundlage der Vertragsbedingungen bewertet und erfasst, wenn das Unternehmen die damit verbundenen Dienstleistungen erbringt.
Provisionsaufwendungen
Provisionsaufwendungen sind Kosten, die zur Erzielung von Provisionserträgen anfallen. Sie umfassen an verbundene Unternehmen gezahlte und zu zahlende Gebühren und andere Aufwendungen, die bei der Erzielung von Provisionserträgen anfallen. Die Aufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens erfasst.
Löhne und Gehälter
Zu den Löhnen und Gehältern gehören reguläre Gehälter, Sozialleistungen, Einmalzahlungen an Mitarbeiter, Lohnsteuer des Arbeitgebers und aktienbasierte Vergütungen.
Aufwendungen für Löhne und Gehälter, mit Ausnahme der aktienbasierten Vergütung, werden bei der Durchführung der Tätigkeiten für das Unternehmen erfasst.
Das Unternehmen gewährt seinen Mitarbeitern aktienbasierte Vergütungen in Form von Optionen und Aktien mit Verfügungsbeschränkung. Diese Prämien werden von der Muttergesellschaft in ihren Stammaktien der Klasse A beglichen.
Mitarbeiter, die diese Prämien erhalten, müssen für einen bestimmten Zeitraum beim Unternehmen beschäftigt bleiben, um die Prämien zu erhalten (die "Sperrfrist"). Die mit diesen Prämien verbundenen Aufwendungen basieren auf dem beizulegenden Zeitwert der Prämien zum Zeitpunkt der Gewährung und werden über den Erdienungszeitraum abgegrenzt.
Andere Verwaltungsaufwendungen
Die anderen Verwaltungsaufwendungen umfassen Aufwendungen für verbundene Unternehmen, Gebühren für professionelle Dienstleistungen, Marketing und Mietaufwendungen und andere verschiedene Aufwendungen, die im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit des Unternehmens anfallen.
Die Mietaufwendungen beziehen sich auf von der Gesellschaft angemieteten Büroflächen. Diese Vereinbarungen werden als operative Leasingverhältnisse klassifiziert, wobei die damit verbundenen Aufwendungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst werden.
Die mit verbundenen Unternehmen angefallenen Aufwendungen beziehen sich auf Dienstleistungen, die von diesen verbundenen Unternehmen für die Gesellschaft im Rahmen von allgemeinen Dienstleistungsverträgen zwischen den Unternehmen erbracht werden. Die Aufwendungen werden auf der Grundlage der Vertragsbedingungen bewertet und bei ihrem Anfall durch die Gesellschaft erfasst. Die Berechnungsgrundlage für die Aufwendungen ist variabel und basiert auf den während des relevanten Zeitraums erzielten Provisionserträgen.
Die anderen Aufwandskategorien werden auf der Grundlage der in Rechnung gestellten oder abgegrenzten Beträge bewertet und erfasst, wenn sie der Gesellschaft entstanden sind. Aufwendungen, die sich über mehrere Perioden erstrecken, werden in der Periode, auf die sich die Leistungen beziehen, als Aufwand erfasst.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Realisierte und nicht realisierte Verluste im Zusammenhang mit der Währungsumrechnung werden saldiert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst . Sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr ergab sich ein Aufwand.
Währungsumrechnung
Nicht auf Euro lautende Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit dem jeweiligen Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet und mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Gewinne aus der Währungsumrechnung werden im Posten "Sonstige betriebliche Erträge" und Verluste aus der Währungsumrechnung im Posten "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.
Coinbase Germany GmbH verfügt über auf Fremdwährung lautende Vermögenswerte in Höhe von 19 Tausend. € (Vorjahr: 1 Mio €) und Fremdwährungsverbindlichkeiten in Höhe von 8 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €).
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Ertragsteuern stellen die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag dar, zu deren Zahlung das Unternehmen als Steuerzahler nach dem Steuerrecht für die Periode verpflichtet ist. Die Ertragsteuern werden auf der Grundlage der Steuergesetzgebung und der in der Periode geltenden Steuersätze bewertet.
3 BESONDERE ANGABEN ZU DEN EINZELNEN POSTEN DER BILANZ
Forderungen an Kreditinstitute
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Forderungen an Kreditinstitute | ||
| Forderungen an Kreditinstitute | ||
| - täglich fällig | 9.231 | 66.409 |
| Total | 9.231 | 66.409 |
Forderungen an Kunden
Die Forderungen an Kunden setzen sich wie folgt zusammen:
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Forderungen an Kunden | ||
| Forderungen aus noch nicht abgewickelten Dienstleistungen | 3 | 82 |
| Forderungen an verbundene Unternehmen | 20.498 | 18.499 |
| Insgesamt | 20.501 | 18.581 |
Wie im Vorjahr ist der Gesamtbetrag der Forderungen an Kunden täglich fällig.
Sachanlagen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens einschließlich der Abschreibungen ist im Anlagenspiegel wie folgt dargestellt (TEUR):
| Einzelheiten | Betriebs- und Büroausstattung |
| Historische Anschaffungskosten | TEUR |
| Am 1. Januar 2023 | 19 |
| Zuführungen | - |
| Abgänge | (19) |
| Am 31. Dezember 2023 | - |
| Kumulierte Abschreibungen | |
| Am 1. Januar 2023 | 19 |
| Zuführungen | - |
| ````Abgänge | (19) |
| Am 31. Dezember 2023 | - |
| Buchwert zum Periodenende | |
| Am 31. Dezember 2022 | - |
| Am 31 Dezember 2023 | - |
Sonstige Vermögensgegenstände
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Sonstige Vermögensgegenstände | ||
| Steuervorauszahlungen | 1.162 | 522 |
| Sicherheiten | 11 | 11 |
| Weitere Vermögensgegenstände | 30 | - |
| Insgesamt | 1.203 | 533 |
Der Steuererstattungsanspruch stellt den Überschuss der geschätzten Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag im Vergleich zu den geleisteten Steuervorauszahlungen dar.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und sonstige Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| Stand: 31. Dezember 2023 | Stand: 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden: | ||
| andere Verbindlichkeiten | 18.690 | 71.884 |
| Insgesamt | 18.690 | 71.884 |
| Sonstige Verbindlichkeiten: | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 131 | 563 |
| Aufgelaufene Lohn- und Gehaltsabrechnungen | - | 56 |
| Insgesamt | 131 | 619 |
Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten ist unverändert täglich fällig. Die anderen Verbindlichkeiten bestehen zu 100% gegenüber verbundenen Unternehmen.
Rückstellungen
Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Rückstellungen: | ||
| Ertragsteuer | 300 | 278 |
| Andere Rückstellungen | ||
| Sonstige | 1.526 | 3.057 |
| Umsatzsteuer | 151 | 2.237 |
| Insgesamt | 1.977 | 5.572 |
Die sonstigen anderen Rückstellungen umfassen hauptsächlich Personalrückstellungen, insbesondere für Bonuszahlungen (RSU). Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen von 2022 auf 2023 ist in erster Linie auf die Senkung der Umsatzsteuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit konzerninternen Dienstleistungen zurückzuführen , bei denen eine Umkehrung der Steuerschuldnerschaft (reverse charge VAT) zu berücksichtigen ist.
Eigenkapital
Das Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Gezeichnetes Kapital | 25 | 25 |
| Kapitalrücklage | 7.521 | 5.570 |
| Gewinnvortrag | 1.836 | 899 |
| Jahresüberschuss | 753 | 937 |
| 10.135 | 7.431 |
Während des am 31. Dezember 2023 endenden Jahres leistete die Muttergesellschaft der CBG, Coinbase Global, Inc., gem. Art. 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Zuzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von 2,0 Mio. EUR
4. BESONDERE ANGABEN ZU DEN EINZELNEN POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit
Die geographische Herkunft der Zinserträge, die nicht auf Deutschland entfallen, ist mit TEUR 11 Estland. Die Provisionserträge der Coinbase Germany GmbH werden mit in Deutschland ansässigen Endkunden erzielt.
Provisionserträge
Die folgende Tabelle zeigt die Einnahmen der Gesellschaft nach Einnahmequellen:
| 2023 | 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Aufgliederung der Provisionserträge | ||
| Einnahmen aus Transaktionsgebühren | 27.540 | 40.514 |
| Erträge aus Abonnements und Dienstleistungen | 1.711 | 1.033 |
| Sonstige Einnahmen | - | 35 |
| Insgesamt | 29.250 | 41.582 |
Andere Verwaltungsaufwendungen
Die anderen Verwaltungsaufwendungen beinhalten Aufwendungen für verbundene Unternehmen im Zusammenhang mit Dienstleistungen, die von diesen verbundenen Unternehmen an das Unternehmen gemäß einem allgemeinen Dienstleistungsvertrag zwischen den Entitäten erbracht wurden.
Der Rückgang der sonstigen Verwaltungsaufwendungen ist fast ausschließlich auf gesunkene Kosten aus dem allgemeinen Service Agreement zurückzuführen, die von der Muttergesellschaft Coinbase Global, Inc. zugewiesen wurden.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten insbesondere Aufwendungen für die Umsatzsteuer im Rahmen der Umkehr der Steuerschuldnerschaft in Höhe von TEUR 1.154 (Vorjahr: TEUR 1.835). Zudem werden hierunter realisierte und nicht realisierte Verluste aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 17 (Vorjahr TEUR 902) subsummiert.
Mitarbeiter und Führungskräfte
Der Personalaufwand im Berichtszeitraum stellt sich wie folgt dar:
| 2023 | 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Löhne und Gehälter | 6.627 | 1.681 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 387 | 203 |
| darunter: für Altersversorgung | 137 | 203 |
| Personalaufwendungen insgesamt | 7.014 | 1.884 |
Die Löhne und Gehälter setzen sich zusammen aus Lohn und Gehaltskosten in Höhe von TEUR 3.132 (Vorjahr: TEUR 1.701), aktienbasierten Vergütungen in Höhe von TEUR 3.222 (Vorjahr: TEUR-190) und sonstigen Leistungen in Höhe von TEUR 273 (Vorjahr: TEUR 170).
Der Anstieg des Aufwands für aktienbasierte Vergütungen für das am 31. Dezember 2023 endende Jahr ist auf die Erhöhung der Anzahl der den Mitarbeitern des Unternehmens gewährten Aktien und den Anstieg des beizulegenden Zeitwerts am Tag der Gewährung aufgrund des Anstiegs des Aktienkurses der Muttergesellschaft zurückzuführen.
Honorare des Abschlussprüfers
Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 25. Mai 2023 wurde die Deloitte & Touche GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Europa-Allee 91, 60486 Frankfurt am Main, Deutschland, mit der Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 beauftragt. Das Honorar für die Prüfung des Jahresabschlusses für das am 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr betrug 323 Tausend Euro. Weitere Honorare über die für die Abschlussprüfungsleistungen hinaus sind keine angefallen.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die wichtigsten Bestandteile des Ertragsteueraufwands waren wie folgt:
| 2023 | 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Laufende Ertragssteuer | ||
| Laufende Ertragsteuerbelastung | 244 | 283 |
| Laufende Steuer insgesamt | 244 | 283 |
| Latente Steuern | ||
| Nicht realisierte Verluste | (15) | 37 |
| Latente Steuern insgesamt | (15) | 37 |
| In der Gewinn-und Verlustrechnung ausgewiesener Steueraufwand | 229 | 320 |
Die latenten Steueransprüche/ -verbindlichkeiten beziehen sich auf die folgenden Posten:
| 31 Dezember 2023 | 31 Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Nicht realisierte Verluste | (2) | (17) |
| Insgesamt | (2) | (17) |
Der Gesamtsteueraufwand für den Zeitraum stellt sich wie folgt dar:
| Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2023 | Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Steuern | 982 | 1.257 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit multipliziert mit dem Steuersatz 30.175% | 296 | 379 |
| Auswirkungen von: | ||
| Anpassung an die Rückstellung aus dem Vorjahr | 23 | (57) |
| Anrechenbare Steuern | (94) | - |
| Sonstiges, einschließlich nicht abzugsfähiger Steuern | 4 | (2) |
| Gesamtsteueraufwand / (-ertrag) für den Zeitraum | 229 | 320 |
Überleitung der aktiven/ passiven latenten Steuern:
| Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2023 | Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Zu Beginn des Zeitraums | (17) | 20 |
| Veränderungen im Jahr 2023 | 15 | (37) |
| Zum 31. Dezember | (2) | (17) |
Verwendung der Ergebnisse des laufenden Jahres
Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss und den Gewinnvortrag zum 31. Dezember 2023 in Höhe von 2.590 TEUR in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.
5. SONSTIGE ANGABEN
Eventualverbindlichkeiten und sonstige Verpflichtungen
Das Unternehmen ist mit Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Untersuchungen konfrontiert, die sich aus dem normalen Geschäftsverlauf ergeben. Das Unternehmen bildet Rückstellungen für solche Angelegenheiten, wenn potenzielle Verluste wahrscheinlich werden und vernünftig geschätzt werden können.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietaufwendungen belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf 59 TEUR und (Vorjahr: 43 TEUR). Wie im Vorjahr gibt es keine anderen finanziellen Verpflichtungen, die darüber hinausgehen.
Sonstige Haftungsverhältnisse
Haftungsverhältnisse, die nicht aus der Bilanz ersichtlich sind, bestehen nicht.
Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte
Es bestehen keine Verbindlichkeiten oder Haftungsverhältnisse, die nicht in der Bilanz als Verbindlichkeiten ausgewiesen sind.
6. Mitarbeiter und Führungskräfte
Die durchschnittliche jährliche Anzahl der Mitarbeiter (einschließlich der Geschäftsführer), die während des Zeitraums des am 31. Dezember 2023 endenden Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt waren, betrug 16 Mitarbeiter (Vorjahr: 13).
Die durchschnittliche Zahl der Vollzeitbeschäftigten lag im Berichtsjahr bei 16 (2022: 13), 2 davon waren Frauen (2022: 2).
Im Jahr 2023 gehörten der Geschäftsführung folgende Mitglieder an:
| • |
Sascha Rangoonwala, Mitglied der Geschäftsführung (zurückgetreten am 31 Januar 2023) |
| • |
Jan-Oliver Sell, Geschäftsführung Markt |
| • |
Daniel Seifert, Mitglied der Geschäftsführung (seit 18. Januar 2023, zurücktreten am 20. März 2023) |
| • |
Michael Schröder, Geschäftsführung Marktfolge (seit dem 2. Februar 2023) |
Die Vergütung der Geschäftsführung im Jahr 2023 belief sich auf € 1.523.331. Gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 285 Abs. 9 HGB wurde die Gesamtvergütung der Geschäftsführung im Vorjahr nicht offengelegt. Den Geschäftsführern des Unternehmens wurden keine Darlehen gewährt.
Die Geschäftsführer hatten zum 31. Dezember 2023 weniger als 1% des Nennwerts des ausgegebenen Aktienkapitals mit Stimmrechten der Gesellschaft oder der Gruppe.
Aktienbasierte Vergütungen
Eigenkapital-Pläne
Die Muttergesellschaft unterhält einen Aktienbeteiligungsplan, an dem die Gesellschaft teilnimmt: den 2019er Aktienbeteiligungsplan (der Plan 2019). Der Plan 2019 trat am 17. Juli 2019 in Kraft und er sieht die Gewährung von Aktienoptionen, RSUs und Wertsteigerungsrechten vor.
Im Februar 2021 genehmigte und verabschiedete der Vorstand den Plan 2021. Der Plan 2021 trat am 31. März 2021 in Kraft, unmittelbar vor dem Datum des Inkrafttretens der Registrierungserklärung des Unternehmens für die Direktauflistung. Der Plan 2021 dient als Nachfolger des Plans 2019. Herausragende Auszeichnungen unter dem Plan 2019 unterliegen weiterhin ihren ursprünglichen Bedingungen. Der Plan 2021 sieht die Gewährung von Incentive-Aktienoptionen, Aktieneinheiten mit Verfügungsbeschränkung, Aktien mit Verfügungsbeschränkung, Wertsteigerungsrechten und Wertentwicklungen sowie Aktienbonusprämien zur Unterstützung bei der Gewinnung, Bindung und Motivation von Mitarbeitern vor. Die Anzahl der Aktien, die im Rahmen des Plans 2021 zur Gewährung und Ausgabe zur Verfügung stehen, wird am 1. Januar jedes der ersten 10 Geschäftsjahre während der Laufzeit des Plans 2021 automatisch um den niedrigeren Wert von (a) 5 Prozent der Gesamtzahl der Aktien aller Stammaktiengattungen des Unternehmens auf der Basis einer Umwandlung zu Stammaktien an jedem 31. Dezember unmittelbar vor dem Datum der Erhöhung, oder (b) die vom Vorstand festgelegte Anzahl von Aktien erhöht.
Zum 31. Dezember 2023 und 2022 wurden nur Aktien mit Verfügungsbeschränkung ausgegeben oder waren ausstehend, die im Rahmen der obigen Pläne sind.
Restricted Stock Units (RSU)
Im Dezember 2020 gab die Muttergesellschaft an Mitarbeiter der Gesellschaft RSUs aus. Diese RSUs werden bei Erfüllung einer dienstzeitabhängigen Bedingung unverfallbar. Im Allgemeinen werden die RSUs des Unternehmens über einen Dienstzeitraum von vier Jahren unverfallbar. Nach Ablauf der Sperrfrist werden die RSUs durch die Lieferung von Stammaktien der Muttergesellschaft beglichen.
Die Aktivität der im Rahmen des Plans ausstehenden RSUs stellt sich wie folgt dar:
| Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2023 | ||
| Anzahl der Aktien (In Tausend) | Gewichteter durchschnittlicher beizulegender Zeitwert je Aktie am Tag der Gewährung (EUR) | |
| Ausstehend zum 1. Januar 2023 | 14 | 64.25 |
| Während des Zeitraums bewilligt | 45 | 57.87 |
| Während des Berichtszeitraums verwirkt | (37) | 53.99 |
| Während des Berichtszeitraums ausgeübt | (12) | 64.21 |
| Ausstehend zum 31. Dezember 2023 | 9 | - |
In den Geschäftsjahren zum 31. Dezember 2022 und auch zum 31. Dezember 2023 hat das Unternehmen RSUs an seine Mitarbeiter ausgegeben. Diese RSUs werden bei Erfüllung einer dienstzeitabhängigen Bedingung unverfallbar. Im Allgemeinen werden die RSUs über einen Dienstzeitraum von einem bis vier Jahren unverfallbar. Nach Ablauf der Sperrfrist werden die RSUs durch die Lieferung von Stammaktien der Muttergesellschaft beglichen.
Der beizulegende Zeitwert der gewährten RSUs basierte auf dem beizulegenden Zeitwert der Klasse-A-Stammaktien des Mutterunternehmens. Vor dem Börsengang des Mutterunternehmens und der Notierung seiner Stammaktien am Nasdaq Global Select Market in den Vereinigten Staaten von Amerika am 14. April 2021 (die "direkte Notierung") wurde der beizulegende Zeitwert der Stammaktien der Klasse A durch lineare Interpolation zwischen den Zeitpunkten bestimmt, zu denen das Mutterunternehmen für die Finanzberichterstattung Bewertungen seiner Stammaktien der Klasse A durch Dritte erhielt. Für RSUs, die nach der direkten Börsennotierung gewährt wurden, wurde der Schlusskurs der Klasse-A-Stammaktien des Mutterunternehmens, wie er am Nasdaq Global Select Market am Tag der Gewährung gemeldet wurde, als beizulegender Zeitwert verwendet.
Für RSUs, die während des am 31. Dezember 2023 endenden Jahres gewährt wurden, wurde der am Nasdaq Global Select Market gemeldete Schlusskurs der Stammaktienklasse A des Mutterunternehmens am Tag der Gewährung als beizulegender Zeitwert verwendet.
Aufwand für aktienbasierte Vergütung
In den Geschäftsjahren zum 31. Dezember 2023 und zum 31. Dezember 2022 verbuchte die Gesellschaft anteilsbasierte Vergütungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 3,2Mio. EUR bzw. -0,2 Mio. EUR (Ertrag).
7. Angaben zu verbundenen Unternehmen
Die Gesellschaft ist Vertragspartei der folgenden Vereinbarungen mit der Muttergesellschaft und den hundertprozentigen oder mehrheitlich im Besitz der Muttergesellschaft befindlichen Schwestergesellschaften:
| Vereinbarung | Beschreibung |
| Abkommen über Austauschdienste | Die Gesellschaft erhält Börsendienstleistungen und andere damit verbundene Dienstleistungen von Coinbase, Inc. Das Unternehmen erbringt bestimmte Vertriebsdienstleistungen für Kunden. Aus der Vereinbarung ergeben sich Aufwendungen für die Nutzung der Online-Handels- und Kontoverwaltungstools durch die Gesellschaft und der Börsendienstleistungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter Transaktionsgebühren für verbundene Unternehmen ausgewiesen werden. |
| Vertrag über Verwahrungsdienstleistungen | Das Unternehmen erhält von Coinbase Custody International (CCI) Custody Services Knox-Produktionsumgebungen, Custody-Produktionsumgebungen, Cold Storage, Cold-Storage Backup sowie Produkt- und Engineering-Dienstleistungen im Zusammenhang mit seinen Geschäftsaktivitäten. Die Vereinbarung führt zu betrieblichen Aufwendungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung auf der Grundlage der Art der erhaltenen Dienstleistung ausgewiesen werden. |
| Allgemeine Dienstleistungsvereinbarung | Die Gesellschaft erhält von Coinbase, Inc. allgemeine, administrative und Management-Dienstleistungen im Zusammenhang mit deren Geschäftsbetrieb. Die Vereinbarung führt zu betrieblichen Aufwendungen, die in der Gewinnund Verlustrechnung auf der Grundlage der Art der erhaltenen Dienstleistung ausgewiesen werden. |
| Stock Recharge Vereinbarung | Die Stock Recharge Vereinbarung wurde zwischen dem Unternehmen und Coinbase Global, Inc. geschlossen, um das bisherige gemeinsame Verständnis über die Zuweisung von Kosten im Zusammenhang mit der aktienbasierten Vergütung für Mitarbeiter zu formalisieren. |
| E-Geld-Integrationsvereinbarung | Die Vereinbarung wurde zwischen dem Unternehmen und Coinbase Irland geschlossen, wobei sich der Anbieter bereit erklärt, seine regulierten Fiat-Geld-Dienstleistungen in die Börse zu integrieren, so dass der Anbieter seinen Kunden bestimmte Fiat-Geld-Dienstleistungen direkt über die Börse anbieten wird. |
| Support Service Vereinbarung | Das Unternehmen erhält von CB Payments Ltd. vertriebsunterstützende Dienstleistungen für bestehende und potenzielle Kunden, wie z. B. die Aufnahme von Kunden, Kundenbetreuung, Kommunikation/Marketing neuer Produktangebote für Kunden und Kontoverwaltungsdienste. Die Vereinbarung führt zu betrieblichen Aufwendungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung auf der Grundlage der Art der erhaltenen Dienstleistung ausgewiesen werden. |
Im Folgenden sind die Beträge der Transaktionen mit verbundenen Unternehmen aufgeführt, die während des Berichtszeitraums stattfanden:
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
| EUR | EUR | |
| Forderungen an verbundene Unternehmen | ||
| Coinbase Global, Inc. | - | 810 |
| Coinbase Ireland (Platform) | 20.492 | 17.656 |
| Coinbase Custody International Limited | 6 | 33 |
| Insgesamt | 20.498 | 18.499 |
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | ||
| Coinbase Global, Inc. | - | 2.315 |
| Coinbase, Inc. | 18.455 | 61.095 |
| Coinbase Custody International Limited | - | 323 |
| Coinbase Ireland | - | 8.151 |
| CB Payments, Ltd. | 235 | - |
| Insgesamt | 18.690 | 71.884 |
Die Forderung gegenüber dem Anteilseigner (Coinbase Global, Inc.) beträgt 25.000€ und die Verbindlichkeit gegenüber dem Anteilseigner (Coinbase Global, Inc.) beträgt 0€.
Aufteilung der Aufwendungen zwischen den verbundenen Unternehmen:
| Coinbase, Inc. | Coinbase Ireland | Coinbase Custodiy International Limited | CB Payments Ltd. | Insgesamt | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Provisionsaufwendungen | 4.508 | 1.012 | 3 | - | 5.523 |
| Löhne & Gehälter | 3.254 | - | - | - | 3.254 |
| Ausstattung | 11 | - | - | - | 11 |
| Software | 698 | - | - | - | 698 |
| Allgemeines & Verwaltung | 1.073 | - | - | 335 | 1.408 |
| Insgesamt | 9.544 | 1.012 | 3 | 335 | 10.894 |
In den Jahren bis zum 31. Dezember 2023 und 2022 hat die Muttergesellschaft der Gesellschaft gemäß der Aktienaufladevereinbarung 3.275 Tausend Euro bzw. 729 Tausend Euro für aktienbasierte Vergütungen in Rechnung gestellt.
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen im Rahmen des normalen Geschäftsverkehrs und zu Bedingungen, die mit denen von Transaktionen mit nicht nahestehenden Unternehmen und Personen vergleichbar sind. Die zum jeweiligen Jahresende ausstehenden Salden sind unbesichert und werden im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs beglichen. Diese Transaktionen mit verbundenen Parteien waren nicht mit ungewöhnlich hohen Verrechnungspreisrisiken oder anderen ungünstigen Merkmalen verbunden.
Die unter den sonstigen Verwaltungskosten ausgewiesenen Aufwendungen in Höhe von 5.036 TEUR (Vorjahr: 11.440 TEUR) beziehen sich auf Dienstleistungen, die von Coinbase, Inc. für die Gesellschaft im Rahmen eines allgemeinen Dienstleistungsvertrags zwischen der Gesellschaft und Coinbase, Inc. erbracht wurden. Diese Aufwendungen wurden unter Anwendung der Kostenaufschlagsmarge in Übereinstimmung mit den geltenden Verrechnungspreisgesetzen ermittelt.
8. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Es sind keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten, die eine Anpassung bzw. Offenlegung in diesem Abschluss erfordern.
Berlin, 23. Mai 2024
Die Geschäftsführung der Coinbase Germany GmbH
Michael Schroeder
Jan-Oliver Sell
Lagebericht des Geschäftsjahres 2023 und Jahresabschluss zum 31.Dezember 2023
Lagebericht*
Bilanz*
Gewinn und Verlustrechnung*
Anhang*
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
*Darstellungsbedingt sind Rundungsdifferenzen möglich .
Coinbase Germany GmbH
Kurfürstendamm 12
10719 Berlin
Germany
Company Number
HRB 213709
Amtsgericht Berlin Charlottenburg
Geschäftsführer
Jan-Oliver Sell
Michael Schroeder
Wirtschaftsprüfer
Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Europa-Allee 91 60486
Frankfurt am Main Germany
Organisatorische und rechtliche Struktur der Gesellschaft
Die Coinbase Germany GmbH (CBG), gegründet am 6. Januar 2020 ist eine einhundertprozentige Tochtergesellschaft der Coinbase Global, Inc. (die "Muttergesellschaft")), einer an der Nasdaq unter dem Symbol COIN gelisteten US-amerikanischen Gesellschaft mit Sitz in 55 Hudson Yards, 550 West 34th Street, 4th Floor, New York, NEW YORK 10001, United States . Coinbase Global, Inc. agiert global mit weiteren Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern, u.a. im Vereinigten Königreich, Irland, Indien und Singapur. CBG hat keine Beteiligungen oder Tochtergesellschaften. Sie bietet den Handel und die Verwahrung von Kryptowerten für Kunden der Coinbase-Gruppe an, die in Deutschland ansässig sind. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat Coinbase Germany GmbH am 28. Juni 2021 die Erlaubnis erteilt, das Kryptoverwahrgeschäft (§ 1 Abs 1a Satz 2 Nr. 6 KWG) und den Eigenhandel (§ 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 4 KWG a.F.) - beschränkt auf Kryptowerte und Rechnungseinheiten - zu erbringen.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Das Jahr 2023 war geprägt vom zweiten Jahr des Kriegs in der Ukraine und dem Gaza Konflikt sowie den daraus resultierenden wirtschaftlichen Unsicherheiten für Deutschland und der EU. Laut ersten Prognosen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, erhöhte sich das reale BIP in der Eurozone nur noch um 0,5% nach einem Anstieg um 3,4% im Vorjahr, bei einer Inflation von 5,4%, nachdem diese im Vorjahr noch 8,4% betragen hatte. Die drei Leitzinssätze der Europäischen Zentralbank wurden weiter auf 4,5% (Vorjahr: 2,5%) für Hauptrefinanzierungsgeschäfte, 4,75% (Vorjahr: 2,75%) für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und 4% (Vorjahr: 2%) für die Einlagefazilität erhöht.
Die Marktkapitalisierung des globalen Kryptomarktes stieg nach dem hohen Rückgang in 2022 laut dem Coingecko Industry Report von €766 Mrd auf €1.590 Mrd. Positiv entwickelte sich auch der deutsche Kryptomarkt. Derzeit sind klare Kopplungen des Kryptomarkts mit makroökonomischen Parametern bzw. Korrelationen mit anderen Anlageklassen nicht etabliert. Allerdings kann man ein starkes Handelsvolumen- und Kundenwachstum in der Regel feststellen, wenn der Kurs des Bitcoins (BTC) ansteigt. Der Kurs des Bitcoins ist im Jahr 2023 um ungefähr 155% stark gestiegen. Alleine im vierten Quartal 2023 stieg der Kurs des Bitcoins um ungefähr 64% von $26.918 auf $42.220 und erreichte in diesem Zeitraum mit $44.004 ein Jahreshoch, das seit April 2022 nicht mehr erreicht wurde.
Die unveränderte Steuerungsgröße der monatlich auf der Plattform handelnden Benutzer (monthly transacting user - MTU) befand sich mit ca. 260.000 Ende 2023 auf dem gleichen Niveau wie Ende 2022. Hierdurch liegt das Provisionsergebnis leicht unter Plan.
Die deutsche und internationale Kryptoindustrie waren auch im Jahr 2023 durch Insolvenzen geprägt. Die Kryptohandelsplattform Bittrex, Inc. und der Kryptokreditgeber Genesis Global Capital mussten Insolvenz anmelden. Negativ wirkten sich auch die Nachwirkungen der Insolvenz einer der größten globalen Kryptobörsen FTX sowie die Binance-Vereinbarung mit der SEC über eine Strafzahlung in Höhe von $4,3 Mrd aus. Zur positiven Marktentwicklung insbesondere im vierten Quartal 2023 hatte u.a. die Anbahnung der Genehmigung durch die SEC für Bitcoin-Spot-ETFs, welche im Januar 2024 offiziell erteilt wurde, beigetragen. Hieraus resultierte auch ein wachsendes Interesse institutioneller Investoren an Kryptowährungen und hat entsprechend positiv auf die Marktkapitalisierung eingewirkt. Für die Coinbase Germany GmbH wirkte sich dies vor allem durch einen Anstieg der Handelsaktivitäten im vierten Quartal 2023 aus.
Auf der regulatorischen Seite wurde am 29. Juni 2023 die "Markets in Crypto-Assets Regulation" (MiCAR) Verordnung zur EU-weiten Regulierung von Krypto-Assets in Kraft gesetzt. Die Verordnung ist ab dem 30. Dezember 2024 bzw. in Teilbereichen bereits mit Inkrafttreten anzuwenden. Unter anderem werden gemäß der MiCAR Anbieter von Krypto-Dienstleistungen eine Zulassung benötigen, um in der EU tätig zu werden. Zudem werden sie verpflichtet, Vorgaben zum Schutz des Wallets von Verbrauchern zu erfüllen und werden bei Verlust der Kryptowerte von Anlegern haftbar gemacht. Emittenten von Stablecoins sollen eine ausreichend liquide Reserve im Verhältnis 1:1, teilweise in Form von Einlagen, vorhalten. Die Reserve unterliegt einer Mindestliquidität. "Stablecoin"-Besitzer erhalten einen jederzeit ausübbaren, kostenlosen Anspruch auf Umtausch.
Weiterhin bestehen allerdings durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht beschlossene strenge Auflagen für Anlagen in Kryptowerten, was zusätzliche Erschwernisse im Kryptomarkt mit sich bringt. Mit einem Risikogewicht von 1250 Prozent im Hinblick auf die Unterlegung mit Eigenmitteln werden die Anlagen in besonders riskanten Kryptowerten für Banken uninteressant. Jedoch ist das Geschäft mit institutionellen Anlegern für die Coinbase Germany GmbH derzeit von untergeordneter Bedeutung.
Die Coinbase Germany GmbH erwartet durch die Einführung der MiCAR zwar zu Beginn einen größeren Aufwand auf der regulatorischen Seite, aber auf der anderen Seite längerfristig positive Auswirkungen im Marktumfeld, da die Vorgaben gezielter auf das Krypto basierte Geschäftsmodell der Coinbase Germany passen als die heutige Regulierung.
Zudem hat die EU am 17. Januar 2023 die DORA (Digital Operational Resilience Act) in Kraft gesetzt, welche ab dem 17. Januar 2025 auch für die Coinbase Germany GmbH anzuwenden ist. DORA als "Verordnung über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor" ist als europäische Antwort auf den digitalen Wandel im Bereich der Finanzdienstleistungen zu begreifen und im Kontext der zunehmenden Gefahr von Cyberbedrohungen im Finanzsektor zu würdigen. Der Fokus der DORA liegt auf dem angemessenen Umgang mit der zunehmenden Abhängigkeit des Finanzsektors von Drittanbietern. Zudem soll der Finanzplatz "EU" in die Lage versetzt werden, die Betriebsstabilität im Falle einer schwerwiegenden Störung jederzeit aufrechterhalten zu können.
Die Coinbase Germany GmbH ist bestrebt, sämtliche Anforderungen der DORA, insbesondere über den umfassenden harmonisierten IT-Risikomanagementrahmen, die Ausweitung und Vereinheitlichung der Meldepflichten von schwerwiegenden IT-Vorfällen, die Schaffung eines Europäischen Überwachungsrahmens für kritische IT-Drittdienstleister sowie die Durchführung von Tests der digitalen operationalen Resilienz umzusetzen und einzuhalten.
Insgesamt ist die Kryptoindustrie weiterhin durch eine hohe Wettbewerbsintensität geprägt. Neben globalen Anbietern wie Coinbase gibt es eine Vielzahl von lokalen und regionalen Anbietern mit unterschiedlichen Ausprägungen und Schwerpunkten. Auch in Deutschland dürfte sich das Wettbewerbsumfeld spätestens nach Inkrafttreten von MiCAR nochmals vielfältiger gestalten .
Geschäftsverlauf
Am 28. Juni 2021 erteilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der Coinbase Germany GmbH eine Lizenz für Kryptoverwahrung und -handel im Rahmen des im Januar 2020 eingeführten neuen Lizenzregimes. Der BaFin-Lizenzrahmen ist der erste seiner Art in der Europäischen Union, und Coinbase Deutschland ist das erste Unternehmen, das eine solche Lizenz erhalten hat. Anschließend, am 2. August 2021, nahm Coinbase Deutschland nach Erhalt dieser Lizenzen seinen operativen Betrieb auf.
Die Verwahrungslizenz ermöglicht die Verwahrung, Verwaltung und den Schutz von Krypto-Assets oder privaten kryptografischen Schlüsseln, die verwendet werden, um Krypto-Assets für andere zu halten, zu speichern oder zu übertragen. Dabei ermöglicht die Handelslizenz den Kauf und Verkauf von Kryptowerten für eigene Rechnung als Dienstleistung für andere.
Nach dem Start wurden alle deutschen Kunden zu Coinbase Deutschland migriert und gebeten, die neuen Geschäftsbedingungen zu akzeptieren, um weiterhin mit der Plattform interagieren zu können. Rund 0,5 Mio. haben den neuen Dienstleistungsvertrag akzeptiert. Es wird erwartet, dass weitere 0,2 Millionen deutsche Kunden den neuen Servicevertrag in Zukunft akzeptieren werden, da sie Vermögenswerte auf Coinbase halten. Alle migrierten Kunden werden bis Januar 2024 bereinigt (d.h. dem deutschen KYC-Prozess unterzogen), beginnend mit Kunden mit hohem Risiko im Januar 2022. Institutionelle Kunden (weniger als 100) wurden bereits im Jahr 2021 bereinigt. Von den durch die Remediation betroffenen Nutzern haben insgesamt ca. 265.000 die CBG Geschäftsbedingungen akzeptiert und den Deutschen Identifikationsprozess durchlaufen, um somit Kunden der CBG zu werden. Die CBG Geschäftsleitung hat im Dezember 2023 die Entscheidung getroffen, Geschäftsbeziehungen zu Nutzern, welche den Identifikationsprozess nicht erfolgreich abgeschlossen haben und daher bereits systemseitig eingeschränkt waren, zu beenden.
Parallel zur Aufnahme des Geschäftsbetriebs wurde der Aufbau der Organisation und Prozesse vorangetrieben. Diese Strukturen wurden im Geschäftsjahr nochmals gestärkt und sollen auch in Zukunft weiter gestärkt und optimiert werden. Die Lage am Arbeitsmarkt für Fachkräfte und entsprechende Verzögerungen bei Einstellungen bleiben dabei ein limitierender Faktor. Insgesamt ist die Geschäftsführung mit der Entwicklung der Geschäftslage der Gesellschaft zufrieden und sieht sich für die kommenden Jahre gut aufgestellt.
Der wesentliche finanzielle Leistungsindikator des Unternehmens ist der Provisionserlös. Die Provisionserlöse der Gesellschaft sind vor allem von Handelsvolumina geprägt. Da die Handelsvolumen der Kryptoindustrie weltweit stark volatil sind, schwanken die monatlichen Umsätze der Gesellschaft entsprechend.
Im Jahr 2023 wurden Provisionserträge in Höhe von 29,2 Mio. € (Vorjahr: 41,6 Mio. €) erzielt. Die allgemeinen Marktherausforderungen wurden aus der bisherigen makroökonomischen Sicht beschrieben. Die Provisionserträge wurden vor allem durch das Geschäft mit Endkunden getrieben.
Die Gesellschaft erzielte für das am 31. Dezember 2023 und am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von TEUR 753 bzw. TEUR 937.
Das Unternehmen hat in den bisherigen Geschäftsjahren keine Dividendenausschüttungen vorgeschlagen oder gezahlt.
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete die Gesellschaft ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von €1 Mio. (Vorjahr: €1,3 Mio.). Der Jahresüberschuss betrug €0,8 Mio. (Vorjahr: €0,9Mio.).
Ursächlich für den Anstieg des Zinsergebnisses ist ausschließlich die positive allgemeine Zinsentwicklung durch die angeführten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank. Der Provisionserlös in Höhe von €29,2 Mio. (Vorjahr: €41,6 Mio.) stammt überwiegend aus Provisionen im Zusammenhang mit Börsengeschäften der deutschen Kunden. Die Reduzierung der Provisionserträge gegenüber dem Vorjahr resultierte dabei im Wesentlichen aus dem schwierigen allgemeinen Marktumfeld mit dem zuvor beschriebenen Rückgang der Marktkapitalisierung des Kryptomarktes während des Geschäftsjahres, das sich auch negativ auf die Gesellschaft auswirkte. Inflationsbezogene Effekte waren nicht feststellbar. Das Unternehmen ist im Fremdwährungsbereich gegenüber dem US-Dollar exponiert, daraus entstanden Verluste i.H.v. €17 Tsd (Vorjahr: €902 Tsd). Das Zinsergebnis in Höhe von €518 Tsd (Vorjahr: €0) ergibt sich ausschließlich aus Erträgen aus Sichteinlagen bei Kreditinstituten.
Der hohe Anstieg der aktienbasierten Vergütungsaufwendungen für das Geschäftsjahr 2023 resultierte aus dem Anstieg des Aktienkurses der Muttergesellschaft Coinbase Global, Inc. als direktem Bezug für die Mitarbeiteraktie. Infolgedessen erhöhten sich die Personalaufwendungen auf €7,0 Mio. (Vorjahr: €1,9 Mio.), wobei zusätzliche lokale Mitarbeiter im deutschen Markt eingestellt wurden. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sanken als Resultat der Ausgabendisziplin aufgrund konzernweiter Vorgaben auf €11,3 Mio. (Vorjahr: €12,6 Mio.). Diese sind vor allem auf mit der Muttergesellschaft Coinbase Global, Inc. abgeschlossene Service Level Agreements zur Bereitstellung von börsenbezogenen Dienstleistungen und Unterstützung zurückzuführen.
Vermögenslage
Die Bilanzsumme des Unternehmens belief sich zum 31. Dezember 2023 auf €30,9 Mio. und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von €85,5 Mio. Dies ist auf die Abwicklung großer Teile des konzerninternen Geschäfts infolge eines Anstiegs des Währungsrisikos bei den USD-Forderungen im Laufe des Jahres zurückzuführen. Der überwiegende Teil der Entwicklung sowohl der Aktiva als auch der Passiva stammt aus konzerninternen Verträgen über den Betrieb der börsenbezogenen Dienstleistungen, aus innerhalb des Konzerns erbrachten Dienstleistungen und aus den FIAT-Beständen der deutschen Kunden. Verbindlichkeiten resultieren aus bezogenen konzerninternen Dienstleistungen. Diese sind innerhalb eines Monats fällig und sind nicht verzinslich. Der Rückgang sowohl der Forderungen an Kreditinstitute um €57,2 Mio. auf €9,2 Mio. und der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um €53,2 Mio. auf €18,7 Mio. bei gleichzeitig geringfügig um €1,9 Mio. auf €20,5 Mio. gestiegenen Forderungen an Kunden resultiert vor diesem Hintergrund aus der marktbedingten Abnahme der Geschäftsaktivitäten in 2023. Vor diesem Hintergrund ist auch der Rückgang der anderen Rückstellungen um €3,6 Mio. auf €1,7 Mio. zu sehen, deren Rückgang durch verminderte Rückstellungen für Bonuszahlungen (RSU) und Umsatzsteuer im Zusammenhang mit verminderten konzerninternen Dienstleistungen, für die eine Umkehr der Steuerschuldnerschaft (reverse charge VAT) Anwendung findet, zu sehen sind. Im Geschäftsjahr 2023 wurden weitere €2,0 Mio. als Zuzahlung in die Kapitalrücklage von Coinbase Global, Inc. zugeführt, um die Kapitalrücklage auf €7,5 Mio. zu erhöhen (€5,6 Mio. im Geschäftsjahr 2022). Die Kapitalzuführung diente der weiteren Unterstützung des Geschäfts und der Sicherstellung der regulatorischen Kapitalanforderungen.
Finanzlage
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente verringerten sich im Berichtsjahr 2023 um €57,2 Mio. auf €9,2 Mio. Das Liquiditätsrisiko wird aufgrund der bestehenden konzerninternen Dienstleistungsverträge als minimal angesehen.
Der größte Teil des Rückgangs der liquiden Mittel stammt aus der Entwicklung im operativen Geschäft, das sich aus der Erleichterung der Abwicklung von Kundenaktivitäten und dem Rückgang der damit verbundenen konzerninternen Verbindlichkeiten aus dem E-Geld-Integrationsvertrag und den Exchange Services Agreements/ General Services Agreements des Unternehmens ergibt.
Insbesondere durch Kapitaleinlagen von Coinbase Global, Inc. und die Thesaurierung des Vorjahresüberschusses erhöhte sich das Eigenkapital auf €10,0 Mio. (Vorjahr: €7,4 Mio.), um den Kapitalbedarf der Gesellschaft zu decken. Dies ist ein Bestandteil des Finanzmanagements der Coinbase Global, Inc., um die Ziele der Coinbase Gruppe zu erreichen, unter anderem ihre Töchter (Coinbase Germany GmbH) zur Erschließung des deutschen Marktes, unter Einhaltung ihrer Kapitalquoten, zu befähigen. Die Gesellschaft sieht sich ausreichend mit finanziellen Mitteln ausgestattet.
Vor dem Hintergrund der beschriebenen anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Kryotomarktes im Geschäftsjahr erachtet die Geschäftsführung den Geschäftsverlauf sowie die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft unverändert als zufriedenstellend.
Risikobericht
Für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der CBG und das Erreichen der strategischen Ziele gemäß Geschäftsstrategie ist ein erfolgreiches Management bestehender und neu auftretender Risiken entscheidend. Um Marktchancen nutzen und die hierin liegenden Erfolgspotenziale ausschöpfen zu können, müssen in angemessenem Umfang auch Risiken getragen werden. Daher ist das Risikomanagement ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsorganisation und der Unternehmensführung der CBG.
Die Ausgestaltung der Ablauf- und Aufbauorganisation des Risikomanagements in der CBG sowie das Zusammenarbeitsmodell und die Berücksichtigung von globalen Vorgaben und Methoden der Coinbase, Inc. hat die CBG in einer Risk Methodology festgelegt und in 2023 nochmals verfeinert und die notwendigen Anpassungen in der Methodik, den Prozessen, den Systemen sowie der Organisation in 2023 umgesetzt. Zudem ist beabsichtigt, diese in 2024 weiter zu optimieren.
Wesentlicher Bestandteil ist die mindestens jährlich fortgeschriebene Risikostrategie der CBG, die sich sowohl an der globalen Risikostrategie der Coinbase, Inc. orientiert, als auch die Bedürfnisse der Geschäftsstrategie der CBG berücksichtigt, um u.a. die Risikobereitschaft der CBG festzulegen. Diese ist definiert als das maximale Risiko, das die CBG bereit ist, einzugehen, um ihre Geschäftsziele zu erreichen. Leitgedanke dabei ist die Sicherstellung einer angemessenen Liquidität und Kapitalausstattung für die CBG.
Strategische und operative Entscheidungen werden auf der Grundlage der in der Risk Methodology festgelegten Rahmenbedingungen für die CBG getroffen.
Aufgrund der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft sind die Chancen, die sich im Wesentlichen aus positiven Marktund Wettbewerbsentwicklungen ergeben, nicht in das Risikomanagementsystem einbezogen.
Risikomanagement in der CBG
Der Head of Control als Teil der Geschäftsführung der Coinbase Germany GmbH verantwortet das Risikomanagement. Dadurch stellt die CBG sicher, dass es eine klare Trennung von Pflichten, Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf Führungsebene und in der Organisationsstruktur gibt, um den Grundsätzen ordnungsgemäßer Unternehmensführung insbesondere gemäß den Vorgaben des KWG und der MaRisk gerecht zu werden.
Das Risikomanagement der CBG nutzt die in der Risk Methodology der CBG festgelegten Methoden, Prozesse und Werkzeuge zur Erkennung, Einstufung, Steuerung, Kommunikation sowie Überwachung der CBG spezifischen Risiken. Hierbei werden die globalen Gruppenvorgaben der Coinbase, Inc. aus dem "Enterprise Risk Management" (ERM) berücksichtigt. Das Risikomanagement ist zudem ein elementarer Bestandteil des Three-Lines-of-Defence-Modell (3LOD in der CBG).
Risikostrategie und -planung
Die Risikobereitschaft des Unternehmens setzt sich zusammen aus der Erklärung zur Risikobereitschaft, den Risikokategorien und den globalen Bestandsaufnahmen der Coinbase, Inc. sowie den dazu korrespondierenden Risikokennzahlen.
Die Risikobereitschaft in der CBG ist definiert als die maximale Höhe des Risikos, dass die CBG bei der Verfolgung ihrer in der Geschäftsstrategie verankerten Geschäftsziele bereit ist einzugehen. Die Risikobereitschaft ist dahingehend limitiert, dass sie nicht über die global vorgegebene Risikobereitschaft der Coinbase, Inc. hinausgehen darf.
Die Risikobereitschaft wird in Risikokategorien heruntergebrochen. Die Risikokategorien bilden die potenziellen Risiken für die CBG ab, deren Eintritt das Erreichen der strategischen Geschäftsziele der CBG beeinträchtigen könnte. Als Ausgangsbasis zur Identifikation der für die CBG relevanten Risikokategorien nutzt die CBG die im globalen ERM-Ansatz definierten Risikokategorien der Coinbase, Inc. und ergänzt diese um zusätzliche CBG-spezifische Risikokategorien. Aus der Summe aller identifizierten CBG-relevanten Risikokategorien ergibt sich das Risikoinventar. Das Risikoinventar wird mindestens jährlich oder bei Bedarf (ad-hoc) überprüft und ggf. angepasst.
Die Risikokennzahlen sind datengestützte Indikatoren, die dazu dienen, zunehmende oder potenzielle Risikoveränderungen zu erkennen, zu bewerten und zu steuern, um die Einhaltung der Risikobereitschaft zu ermöglichen.
Diese drei grundlegenden 'Enterprise Risk Management' (Unternehmensrisikomanagement (ERM))-Komponenten bilden den Rahmen für das Risikomanagementsystem in der CBG.
Risikomanagementprozesse
Die Risikobereitschaft wird durch die Entwicklung einer Reihe umfassender, auf das Risikoinventar abgestimmter Messgrößen operationalisiert (u.a. werden etwaige interne und externe Betrugsfälle mit Kundenbezug bzw. finanziellen Verlusten gemessen, analysiert sowie, falls notwendig, Maßnahmen zur Mitigation eingeleitet und nachgehalten) und zusammen mit einer klaren Zuordnung der Rollen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten aller am Prozess zum Risikomanagement und zur Kapitalplanung beteiligten Stellen, Organisationseinheiten und Gremien wirksam umgesetzt. Im Rahmen der Regelprozesse für das Risikomanagement werden Risiken sowohl auf globaler Ebene (Coinbase, Inc.) als auch auf lokaler Ebene der CBG identifiziert.
Das Risikomanagement der CBG ist für die Sicherstellung einer Identifizierung, Bewertung und Steuerung der Risiken für die CBG verantwortlich. Hierzu wurde ein Prozess eingeführt, in dem die einzelnen Funktionen (z.B. Compliance, Finance, Operations) eine regelmäßige Analyse der Entwicklung der Risikokategorie und eine Überprüfung der Wesentlichkeitseinschätzung der einzelnen Risiken durchführen. Somit wird es ermöglicht, sich zukünftig ändernde Aspekte der Geschäftsstrategie der CBG, Marktentwicklungen, neue Produkte, Dienstleister- Performance, Änderungen im Kundenportfolio sowie in der Prozessstabilität unmittelbar im Risikomanagement zu berücksichtigen.
Das übergreifende ERM-Rahmenwerk für das Risikomanagement der CBG wird durch die globale Funktion Enterprise Risk Management grundsätzlich vorgegeben und fortgeschrieben. Basierend darauf hat die CBG ihre Risk Methodology aufgesetzt, um einerseits der Erfüllung der CBG-spezifischen regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden sowie andererseits den sich aus der Geschäftsstrategie der CBG ergebenden Aspekten Rechnung zu tragen.
Die in der Risk Methodology festgelegten Methoden, Leitlinien und Prozesse bilden den Rahmen für das Risikomanagement in der CBG, einschließlich der Risikobereitschaft, des Risikoinventars und der Risikokennzahlen. Mindestens jährlich werden diese überprüft, bei Bedarf angepasst sowie als verbindlich veröffentlicht.
Strategische und operative Entscheidungen werden auf der Grundlage einer Risiko-Ertrags-Bewertung getroffen. Unter der Voraussetzung, dass die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften sowie die unternehmenspolitischen und ethischen Grundsätze eingehalten werden, geht CBG bewusst Risiken ein. Hierzu muss das Ausmaß dieser Risiken bekannt sein, die systemtechnischen Voraussetzungen für deren Abbildung gegeben sein sowie die Risiken in einem angemessenen Verhältnis zu den sich hieraus ergebenden Ertragspotenzialen stehen. Risikokonzentrationen, welche die Risikotragfähigkeit und damit den Fortbestand der CBG gefährden könnten, werden vermieden. Eine Risikokonzentration besteht im Hinblick auf Sichteinlagen. Die CBG arbeitet weiterhin daran, das Portfolio an Kontrahenten auszubauen, um somit eine Minderung der Risikokonzentration zu ermöglichen. In einem gewissen Maße sind diese Risikokonzentrationen aber auch Bestandteil des Geschäftsmodells der CBG und werden insbesondere noch im Rahmen des andauernden Ramp-ups bewusst eingegangen.
Das global übergreifende ERM-Rahmenwerk für das Risikomanagement der CBG gibt eine grundsätzliche dreistufige Risiko-Hierarchie vor für die Risiken, denen die CBG im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit potenziell ausgesetzt ist. Diese wird von der CBG um CBG-spezifische Risiken der Kategorie 4 ergänzt. Das daraus resultierende Risikoinventar (Kategorie 1-4) wird gemäß der Risikobereitschaft der CBG zusammengestellt. Das Risikoinventar liefert eine detaillierte Auflistung der Risiken, denen CBG ausgesetzt ist, und ist Teil des globalen Risiko Bewertungsprozesses des Unternehmens.
Governance
In der Coinbase Gruppe findet das Three-Lines-of-Defence-Modell (3LOD) Anwendung, um eine Aufgabentrennung in Bezug auf die Identifizierung, die Verantwortlichkeiten, das Management, die Überwachung und die Berichterstattung von Risiken an das Management zu gewährleisten. Die bestehende Berichterstattung wurde im Rahmen des Ramp-ups der Coinbase Germany implementiert und wird weiter ausgebaut.
Die Verantwortung für das Risikomanagement der CBG liegt beim Head of Control. Der Risk Controller im Risk Management der CBG berichtet direkt an den Head of Control der CBG. Die Risikomanagement Funktion wird durch die Teams der Coinbase Gruppe als Second-Line-of-Defence (2 LOD-Teams) unterstützt, wodurch eine laufende Überwachung der gruppenweiten Risiken und der relevanten Kontrollen ermöglicht wird.
Berichterstattung
Die Grundlage der Risikoüberwachung ist eine umfassende, objektive, rechtzeitige und transparente Offenlegung der Risiken gegenüber der Geschäftsführung, den Aufsichtsbehörden und den Shareholdern. Das Risk Management Team berichtet vierteljährlich an die Geschäftsführung der CBG. Im Rahmen des Ramp-ups der CBG und der Ausgestaltung des Zusammenarbeitsmodells mit dem globalen ERM-Team wird derzeit noch an einer weiteren Verfeinerung der Risikoberichterstattung gearbeitet.
Die Risikoarten
Die relevanten Risikoarten werden in den nachfolgenden Abschnitten behandelt. Dabei sieht die Risikoinventur gemäß der Risikotaxonomie der CBG als wesentliche Risiken übergreifend das strategisches Risiko, das finanzielle Risiko, u.a. mit dem Adressenausfallrisiken, operationelle Risiken, Compliancerisiken, Reputationsrisiken und Nachhaltigkeitsrisiken vor. Des Weiteren werden Marktpreisrisiken und Liquiditätsrisiken behandelt, die aufgrund des Geschäftsmodells der CBG jeweils als nicht wesentlich klassifiziert werden.
Strategisches Risiko
Das strategische Risiko ist das Risiko, dass die Auswahl, Priorisierung, Anpassung und Implementierung von Strategien, welche die Erreichung des langfristigen Ziels von CBG gefährden (i.e. Risiko in Medienkommunikation, Verlust von Marktanteilen, Fusions- und Übernahmerisiko, Geographisches Risiko). Der Geschäftsplan für 2023 dient als Grundlage zur Bewertung des strategischen Risikos für CBG. Der Verlust von Marktanteilen hat einen wesentlichen Einfluss auf den Umsatz, die Rentabilität und die Kapitaladäquanz von CBG. Daher wird das strategische Risiko als wesentlich für CBG angesehen und ist Teil der Risikobewertung.
Die Bewertung und Steuerung des strategischen Risikos erfolgt im Rahmen regelmäßiger Sitzungen, an denen neben der Geschäftsführung leitende Angestellte der CBG teilnehmen. In deren Rahmen werden die Soll-, den erwirtschafteten Istzahlen unter Berücksichtigung der aktuellen Marktgegebenheiten gegenübergestellt und bedarfsweise entsprechende Maßnahmen durch die Geschäftsführung erarbeitet und in Kraft gesetzt.
Adressenausfallrisiken
Adressenausfallrisiken sind für CBG potenzielle Verluste aufgrund des Ausfalls einer Gegenpartei oder der Muttergesellschaft bzw. Schwestergesellschaften. Durch die Auslagerung von Tätigkeiten mit sehr starkem Fokus auf die Coinbase, Inc. und Schwestergesellschaften entstehen für CBG hohe Adressenausfallrisiken. Diese werden in der Risikosteuerung als wesentlich eingestuft. Die Adressenausfallrisiken ergeben sich hauptsächlich aus Fiatwährungsbeständen an Banken sowie konzerninternen Forderungen.
Die Bewertung und Steuerung der Adressenausfallrisiken erfolgt durch den Säule 1 plus Ansatz, unter der CRR (Capital Requirements Regulation).
Neben diesen hauptsächlich aus den Fiat-Währungsbeständen bei Banken sowie aus konzerninternen Verbindlichkeiten resultierenden Risiken ergeben sich in diesem Zusammenhang weitere potenzielle Risiken für CBG in Form des Länderrisikos der Muttergesellschaft in den USA und der Schwestergesellschaften in den USA, sowie in Irland. Aufgrund der Opportunitätskosten zur Minderung dieser Risiken und deren sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit werden diese Risiken allerdings als sehr gering erachtet. Trotzdem werden sie regelmäßig im Rahmen von Sitzungen ,an denen neben der Geschäftsführung der Leiter Recht und weitere leitende Angestellte teilnehmen, analysiert und vertieft betrachtet.
Operationelle Risiken
Operationelle Risiken mit den Unterrisikoarten regulatorisches Risiko, Risiko strafbarer Handlungen, Risiko menschlicher Fehler, IT Risiko, Auslagerungs- und Dienstleisterrisiko sowie Veränderungs- und Produktrisiko, stellen im Geschäftsumfeld der CBG ein wesentliches Risiko dar. Durch die Zusammenarbeit mit Schwestergesellschaften kann CBG auf gesonderte Sicherheits- und Tech-Teams zurückgreifen. Diese bieten eine Minimierung dieser Risiken, sowie aufbau- und ablauforganisatorische Maßnahmen, welche im Rahmen eines laufenden Business Continuity Management (BCM) regelmäßig bearbeitet und weiterentwickelt werden.
Die Bewertung und Steuerung der technischen, operationellen und Sicherheitsrisiken erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Dienstleistern auf Basis der vertraglichen vereinbarten Service-Level-Agreements, definierten Kennzahlen sowie der zugehörigen Berichterstattung. Darüber hinaus gelangen strukturelle, prozessuale und organisatorische Maßnahmen, die Teil des Business Continuity Managements (BCM) sind, fortlaufend zur Anwendung. .
Die Bewertung und Steuerung der Adressenausfallrisiken erfolgt ergänzend durch den Säule 1 plus Ansatz, unter der CRR (Capital Requirements Regulation). Zudem befindet sich derzeit eine Schadensfalldatenbank mit ausschließlicher Fokussierung auf die CBG im Aufbau.
Compliance-Risiken
Unter den Compliancerisiken wird in der CBG das Risiko der Nichteinhaltung von Gesetzen oder Vorschriften aufgrund mangelnder betrieblicher Wirksamkeit und / oder einer schwachen Kontrollumgebung beschrieben. Entsprechend werden die beiden Unterrisikoarten Rechtsrisiken und Risiken im Hinblick auf das regulatorische Inventar sowie Risiken betreffend den Kontroll- und Überwachungsplan unterschieden. Dabei beinhalten die Compliancerisiken insbesondere das Risiko, dass die CBG die festgelegten Regeln und Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche, der Identifizierung und Dokumentation der Kundenbeziehungen, der Transaktionsüberwachung, der Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus sowie der Sanktionsbefolgung und Finanzkriminalität nicht einhält. Die Nichteinhaltung dieser Regeln und Vorschriften kann unter anderem zu behördlichen Maßnahmen, Selbstanzeigen, Geldstrafen oder Strafen führen.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, wurde insbesondere das Compliance-Monitoring-Programm implementiert, um eine zeitnahe Aktualisierung der Compliancerichtlinien und die Durchführung zur Umsetzung dieser Vorgaben sicherzustellen. In diesem Rahmen sieht CBG's Governancestruktur eine periodische Berichterstattung an die Geschäftsführung durch die Leitung der Complianceabteilung vor. Zur Steuerung dieser Risiken überwacht die CBG aktiv ihre Geschäftstätigkeit und die Geschäftstätigkeit ihrer verbundenen Unternehmen und dokumentiert wichtige Geschäftsprozesse, um den Wissenstransfer im Falle des Ausscheidens von Teammitgliedern zu erleichtern. Das Compliance-Team hat Richtlinien und Kontrollen entworfen und implementiert, diese zielen darauf ab, das höchste Risiko, dem die Gruppe ausgesetzt ist, zu mindern.
Reputationsrisiken
Unter Reputationsrisiken versteht die CBG das Risiko eines Vertrauens- oder Reputationsverlustes bei ihren Stakeholdern aufgrund von negativen Ereignissen im Zusammenhang mit ihrer Geschäftstätigkeit, wobei zu den Stakeholdern in diesem Zusammenhang insbesondere die Öffentlichkeit und die Medien, Nichtregierungsorganisationen und ihre Kunden gehören. Aufgrund der Tatsache, dass Unternehmen nicht nur aufgrund persönlicher Erfahrungen, sondern auch auf Basis der öffentlichen Berichterstattung in den Medien beurteilt werden, sind Reputationsrisiken direkt mit Kommunikationsrisiken verbunden.
Aufgrund seiner besonderen Ausgestaltung erfolgt seitens der CBG keine Quantifizierung der Reputationsrisiken. Vielmehr werden identifizierte mögliche Sachverhalte und Ereignisse, die die Reputation der CBG und der Coinbase Gruppe negativ beeinflussen könnten, im Rahmen monatlicher Sitzungen, an denen neben der Geschäftsführung auch der Leiter Recht und weitere leitende Angestellte teilnehmen, ausführlich diskutiert und analysiert und bedarfsweise entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet.
Nachhaltigkeitsrisiken
Nachhaltigkeitsrisiken sind die Risiken, die mit Umwelt-, Sozial- oder Governance-(ESG-) Ereignissen oder Entscheidungen verbunden sind, die das Anlegervertrauen, die finanzielle Position von Coinbase oder dessen Ruf negativ beeinflussen. Aus der Perspektive der CBG umfassen die Risiken von ESG Umsatzrisiken, Kosten der Einhaltung von Vorschriften oder potenzielle Prozesskosten. CBG betrachtet ESG-Risiken als wesentlich und daher sind sie Teil der Risikobewertung. Aufgrund ihrer besonderen Ausgestaltung werden Nachhaltigkeitsrisiken in der CBG nicht isoliert als einzelnes Risiko, sondern risikoartenübergreifend berücksichtigt und in die Risikosteuerung einbezogen.
Marktpreisrisiken
Aufgrund des Geschäftsmodells der CBG entstehen für CBG, mit Ausnahme marginaler Fremdwährungsrisiken, keine Marktpreisrisiken, sofern eine sachgerechte und regelkonforme Ausführung der in der Geschäftsstrategie der CBG verankerten Geschäftsaktivitäten erfolgt. Das Kryptoverwahrgeschäft umfasst ausschließlich die Verwahrung von Kryptowährungen, die für CBG mit keinen Marktpreisrisiken verbunden sind. Eigene Bestände in Kryptowährungen werden derzeit und gemäß der mittelfristigen Geschäftsplanung nicht gehalten.
Liquiditätsrisiken
Unter Liquiditätsrisiken, die für die CBG relevant sind, versteht das Unternehmen das Risiko, dass gegenwärtige und zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig oder nicht fristgerecht erfüllt werden können. Auf der Aktivseite der CBG befinden sich neben den Sichteinlagen bei zwei Banken nur die im Rahmen der Global Service Agreements vertraglich vereinbarten konzerninternen Forderungen gegenüber der amerikanischen Mutter. Beides ist nicht als Level 1 Assets einzustufen. Zum anderen besteht außer dem Provisionsaufwand kein weiterer nennenswerter Zahlungsabfluss. Der Provisionsaufwand bezieht sich auf den Teil des Provisionsertrags, der an das Mutterunternehmen abgeführt wird. Durch diese Struktur und die finanzielle Lage des Konzerns ist das Liquiditätsrisiko für die CBG als nicht wesentlich einzustufen.
Zusammenfassende Darstellung der Risikolage
Die wesentlichen Risiken der CBG werden grundsätzlich durch das Risikomanagement überwacht, gesteuert und berichtet. Im Rahmen der weiteren Ausgestaltung des Risikomanagements in der CBG sind weitere Optimierungen, u.a. in der Risikoberichterstattung und den genutzten Methoden vorgesehen.
Die Risikotragfähigkeit der Coinbase Germany GmbH war im Geschäftsjahr, analog zum Vorjahr, jederzeit gegeben. Dies erfordert eine Mindestquote von 14,5% Risikodeckungspotenzial im Verhältnis zu den gewichteten Risikopositionen.
Zum 31. Dezember 2023 hatte die CBG Eigenmittel in Höhe von € 9.382 Mio. (Vorjahr: €6.494 Mio.) unter Berücksichtigung der Auflage im Lizenzverfahren. Die finanzielle Lage des Unternehmens hat sich im Geschäftsjahr unverändert so entwickelt, dass die Liquidität ständig gegeben war.
Die Berechnung des Risikodeckungspotenzials (RDP) zum 31. Dezember 2023 stellt sich wie folgt dar:
| EUR | |
| Eingezahlte Kapitalmarktinstrumente | 25.000 |
| Freie Vorsorgereserve (§ 340f HGB) | 0 |
| Fonds für allg. Bankrisiken (§ 340g HGB) | 0 |
| Fonds (§ 340g HGB) aus Umwandlung (§ 340f) | 0 |
| Gewinn 2023 | 753.317 |
| Sonstige Rücklage | 9.357.601 |
| Aufsichtsrechtliche Eigenmittel (gem. Auflage Lizenzverfahren) | -730.000 |
| Gesamtrisikodeckungspotenzial | 9.405.918 |
Zum Stichtag des 31. Dezember 2023, stellen sich die Risiken und Kapitalquoten unter Anwendung des Basisindikatoransatzes (316 CRR) wie folgt dar:
| Risikogewichtete Aktiva gemäß Planung | 31.12.2023 | 31.12.2024 | 31.12.2025 |
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| Kredite (Guthaben) bei Banken der EU (LHV) | 3.571 | 4.000 | 4.000 |
| Ansatz 20% nach Art. 112
f, 113, 120 Abs. 2 , 136 CRR
Bonitätsstufe 2, da LHV Pank Litauen Rating Moody's: - von A3 bzw. P2 hat für die alufzeir bis 3 Monate - von Baa3 hat langfristige Laufzeit vgl. https://investor.Ihv.ee/en/credit-rating/ |
714 | 800 | 800 |
| Kredite (Guthaben) bei Banken der EU (Citibank) | 5.660 | 12.000 | 12.000 |
| Ansatz 20% nach Art. 112
f, 113, 120 Abs. 2 , 136 CRR
Bonitätsstufe 2, da LHV Pank Litauen Rating Moody's: - von A3 bzw. P2 hat für die Laufeit bis 3 Monate - von Baa3 hat langfristige Laufzeit vgl. https://investor.Ihv.ee/en/credit-rating/ |
1.132 | 2.400 | 2.400 |
| Forderungen/Verbindlichkeiten gegenüber Coinbase | 1.833 | 2.000 | 2.000 |
| kein Rating, daher
Ansatz 100% nach Art. 122, 131, 140
CRR kein Mengengeschäft Rating Irland mit Moody's: -A1(Mai 2022) nach Art. 114, 136 CRR -bzw Aaa USA Insgesamt kein Ansatz nach Art. 122 Abs. 2 CRR, |
1.833 | 2.000 | 2.000 |
| Kreditrisiko-Ansatz RWA für Säule 1 | 3.679 | 5.200 | 5.200 |
Herleitung operationelles Risiko nach Basisindikatoransatz aus der Planung Art. 315 und 316 CRR
| Ermittlung Drei-Jahres Durchschnitt | 31.12.2023 | 31.12.2024 | 31.12.2025 |
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| Zinsergebnis | 518 | 960 | 960 |
| Provisionserträge | 29.250 | 29.209 | 33.800 |
| Provisionsaufwändungen | -7.547 | -9.883 | -11.436 |
| Summe | 22.221 | 20.286 | 23.324 |
| 3 Jahres Durchschnitt | 21.454 | hiervon 15% | 3.218 |
| Da noch keine drei Geschäftsjahre vorhanden sind, wurden nur die Ist/Werte aus 2022 und 2023 herangezogen und mit Planwerten für 2024 und 2025 gerechnet. | |||
| Operationeller Risiko-Ansatz Säule 1 (15%) | 3.218 | 3.218 | 3.218 |
| zzgl. Faktor 12,5 | 40.225 | 40.225 | 40.225 |
| Ein Marktrisiko und ein CVA Risiko bestehen nicht mangels Handelsbestand bzw. ähnlicher Positionen und/oder (OTC-)Derivaten | |||
| Gesamtrisikobetrag | 43.905 | 45.425 | 45.425 |
| (Hartes Kern-)Kapital (Eigenmittel) | 9.431 | 16.018 | 16.018 |
| Harte Kernkapitalquote in % | 21,48% | 35,26% | 35,26% |
*Berechnungen wurden für 2022 sowie 2023 auf Basis von Ist-Zahlen, für 2024 und 2025 basierend auf Planzahlen erstellt
Qualität der Vorhersage
Im Rahmen des Prognoseprozesses wird eine 3-Jahres-Prognose regelmäßig überprüft und bei Bedarf neu bewertet. Im Rahmen eines solchen Prognoseprozesses werden drei Stressszenarien mit unterschiedlich hohen Umsätzen für den Zeitraum zugrunde gelegt, um das Worst-Case-Szenario zu ermitteln.
Im Rahmen der Tests werden die wichtigsten Kapital- und Liquiditätsquoten bewertet, um sicherzustellen, dass die erforderlichen Finanzierungsniveaus auch im schlechtestmöglichen Fall vorhanden sind.
Dabei liegt den durchzuführenden Stresstests ein übergreifendes Basisszenario zugrunde, das auf den im Rahmen der Risikoinventur als wesentlich klassifizierten Risiken sowie der Planabweichung von der mittelfristigen Unternehmensplanung aufsetzt. Als ein kleines Finanzinstitut mit geringer Komplexität betrachtet die Coinbase Germany GmbH in diesem Rahmen Stressszenarien sowohl für erwartete als auch unerwartete Risiken der einzelnen als wesentlich klassifizierten Risikoarten und Adressenausfallrisiken. Für die Szenarien I und II stresst die Coinbase Germany GmbH die zugrunde liegenden Parameter jeweils mit einem definierten Prozentsatz, wobei sich Szenario II aus der weiteren Erhöhung der Prozentsätze von Szenario I ergibt. Szenario III beschreibt das reverse Szenario, welches risikoartenabhängig eine Stressung des Basisszenarios um 100% bzw. 150% simuliert.
In allen Szenarien führt jede Option zu einem gewissen Nettogewinn pro Jahr, der in Abhängigkeit des zugrundeliegenden Geschäftsvolumens und dem damit einhergehenden Ertragspotential betrachtet werden muss. Dies ist in erster Linie auf die konzerninternen Vereinbarungen zurückzuführen, bei denen die Dienstleistungen anteilig auf der Grundlage der erzielten Einnahmen in Rechnung gestellt werden.
Prognosebericht
Der Prognosebericht beschreibt die Entwicklung der Coinbase Germany GmbH aus Sicht der Geschäftsführung als Teil der Coinbase Gruppe für das Jahr 2024. Diese zukunftsbezogenen Aussagen können mit bekannten oder unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können deshalb wesentlich von den derzeit erwarteten abweichen.
Erwartete Entwicklung der wirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen
Die wesentlichen, beeinflussenden Faktoren werden neben den Entwicklungen des Kryptomarktes die weitere Ausgestaltung des europäischen regulatorischen Regelwerks sein. Dabei spielen insbesondere die Ausprägung der EU-weit geltenden Market in Crypto Assets (MiCAR) Regulation als auch die Transfer of Funds Regulation eine herausragende Rolle, die nationale Regulationen ersetzen werden.
Die Coinbase Germany GmbH erwartet durch die Einführung der MiCAR zwar zu Beginn einen größeren Aufwand auf der regulatorischen Seite, aber auf der anderen Seite längerfristig positive Auswirkungen im Marktumfeld, da die Vorgaben gezielter auf das Krypto Geschäftsmodell der Coinbase Germany passt als die heutige Regulierung.
Die Muttergesellschaft Coinbase Global, Inc. hat in einer Presseverlautbarung vom 18. Oktober 2023 bekanntgegeben, dass sie eine MiCA Lizenz für die entsprechende irische Einheit für den nach dem Ende des Geschäftsjahres 2024 beginnenden Zeitraum beantragen wird. Zugleich hat sie die Stärkung der CBG als sogenannten "Talent Hub" zur Stärkung und Ausweitung der innerhalb der Europäischen Union angebotenen Produkte und Dienstleistungen im Kryptomarkt verlautbart. Somit ist davon auszugehen, dass, unabhängig von der Ausgestaltung einer zukünftigen Lizensierung, weiterhin Mitarbeiter in Deutschland von der deutschen Entity beschäftigt und derzeit auch neu eingestellt werden. Entsprechend dieser Planungen der Coinbase Gruppe ist die CBG als wichtiger Bestandteil der Kryptoaktivitäten der Coinbase Gruppe in Europa vorgesehen. Derzeit rechnet die Coinbase Gruppe mit einer Aufnahme der operativen Geschäftsaktivitäten der irischen Einheit gemäß den Anforderungen unter der zu erteilenden MiCA Lizenz nicht vor dem dritten Quartal 2025. Darüber hinaus ist die bedarfsweise Übertragung der Kundenbestände der CBG auf eine irische Einheit der Coinbase Gruppe und deren Neulegitimation mit einem länger andauernden Arbeitsaufwand zu veranschlagen. Als zeitlicher Anhaltspunkt können die entsprechenden Erfahrungen im Rahmen der Umsetzung der Anforderungen durch Lizensierung der CBG herangezogen werden, welche einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren erforderten.
Die Geschäftsführung der CBG erwartet detailliertere Informationen zur Ausgestaltung der Kryptoaktivitäten der Coinbase Gruppe in Europa und der expliziten Rolle der CBG in diesem Rahmen frühestens im vierten Quartal 2024.
Vor dem beschriebenen Hintergrund erachtet die Geschäftsführung der Coinbase Germany GmbH die Bewertung der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden unter dem Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB weiterhin als angemessen, da dieser nach eingehender Analyse keine tatsächlichen oder rechtlichen Gegebenheit entgegenstehen.
Darüber hinaus werden im Jahr 2024 keine wesentlichen Änderungen des regulatorischen Rahmens in Deutschland erwartet.
Des Weiteren beeinflussen unter anderem die Entwicklung neuartiger Angebote, hohe Sicherheitsstandards, die Vereinfachung des Zugangs, die Verbesserung der Infrastruktur sowie die Erhöhung der Transparenz die weitere Entwicklung der Branche. Zudem führten die Insolvenzen, u.a. der Krypto-Börsen FTX und Bittrex und des Krypto-Lenders Genesis, zu großer Unsicherheit bei den Kunden und einer hohen Volatilität der Märkte für Kryptowährungen und Krypto-Assets. Ebenfalls negativ wirkte sich die mit der SEC vereinbarte Strafzahlung in Höhe von USD 4,3 Mrd. durch Binance aus. Insgesamt resultiert daraus ein Vertrauensverlust, der die gesamte Branche betrifft. Dessen Auswirkungen werden auch im Jahr 2024 insbesondere bezüglich Kundenattraktivität, Handelsvolumen und Volatilität in den Kryptomärkten weiterhin die Rahmenbedingungen für die Branche maßgeblich beeinflussen. Demgegenüber steht die Erlaubnis des ersten Bitcoin-Spot-ETFs durch die SEC.
Die CBG hat im Jahr 2023 in die Stärkung ihrer regulatorischen Resilienz und die weitere Re-Identifikation (KYC) ihrer Bestandskunden investiert. Darüber hinaus wurde das Dienstleistungsangebot der Gesellschaft weiter ausgebaut und die Marktkommunikation intensiviert.
Die Gesellschaft geht von einem Anhalten der wiederbelebten Wachstumsdynamik der Krypto-Branche in Deutschland aus. Allerdings unterliegen die Handelsvolumina des Kryptomarktes weiterhin hohen Schwankungen. Die Geschäftsführung ist bezüglich der langfristigen Geschäftsaussichten optimistisch, kurzfristig zeichnen sich jedoch eher stark schwankende Handelsvolumina ab. Für das gesamte Geschäftsjahr 2024 erwartet die Geschäftsführung daher mindestens Provisionserträge in vergleichbarer Höhe wie in 2023 mit einer leicht steigenden Tendenz. Die Planung beruht maßgeblich auf dem wesentlichen KPI der MTUs, die mit einer leichten Steigerung von ca. 5% angenommen wurden.
Wesentliche Chancen und Risiken, so wie Gesamtaussage über die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Aus Sicht der Geschäftsführung ist die CBG organisatorisch, technisch und finanziell solide aufgestellt, um von Wachstumschancen des deutschen Kryptomarktes profitieren zu können. Die wesentlichen Risiken bestehen in der geringen Planbarkeit des Geschäfts aufgrund stark schwankender Handelsvolumina und der hohen Wettbewerbsintensität.
Sonstige Angaben
Der Jahresabschluss der CBG zum 31.12.2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung sowie der für Finanzdienstleistungsinstitute geltenden Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, der Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt.
Die CBG wird in den Konzernabschluss der Coinbase Global, Inc. einbezogen. Der Abschluss der CBG wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Die CBG unterhält keine Zweigniederlassungen.
Vorbehalt bei Zukunftsaussagen
Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen der Geschäftsführung sowie den ihr derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.
Berlin, 23. Mai 2024
Die Geschäftsführung der Coinbase Germany GmbH
Michael Schroeder
Jan-Oliver Sell
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| AKTIVA | ||
| 1. Forderungen an Kreditinstitute | ||
| a) täglich fällig | 9.231 | 66.409 |
| 2. Forderungen an Kunden | 20.501 | 18.581 |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 1.203 | 533 |
| Summe Aktiva | 30.935 | 85.523 |
| PASSIVA | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden | ||
| a) andere Verbindlichkeiten | ||
| aa) täglich fällig | 18.690 | 71.884 |
| 2. Sonstige Verbindlichkeiten | 131 | 619 |
| 3.Rechnungsabgrenzungsposten | ||
| 3a. Passive latente Steuern | 2 | 17 |
| 4. Rückstellungen | ||
| a) Steuerrückstellungen | 300 | 278 |
| b) andere Rückstellungen | 1.677 | 5.294 |
| 1.977 | 5.572 | |
| 5. Eigenkapital | ||
| a) gezeichnetes Kapital | 25 | 25 |
| b) Kapitalrücklage | 7.521 | 5.570 |
| c) Gewinnvortrag | 1.836 | 899 |
| d) Jahresüberschuss | 753 | 937 |
| 10.073 | 7.431 | |
| Summe Passiva | 30.935 | 85.523 |
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| 1. Zinserträge aus | ||
| a) Kredit- und Geldmarktgeschäften | 518 | - |
| 2. Zinsaufwendungen | - | - |
| 518 | - | |
| 3. Provisionserträge | 29.249 | 41.582 |
| 4. Provisionsaufwendungen | 7.548 | 21.634 |
| 21.701 | 19.948 | |
| 5. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen | ||
| a) Personalaufwand | 7.015 | 1.884 |
| aa) Löhne und Gehälter | 6.627 | 1.681 |
| ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 387 | 203 |
| darunter: für Altersversorgung | 137 | 203 |
| b) andere Verwaltungsaufwendungen | 11.337 | 12.550 |
| 18.352 | 14.434 | |
| 6. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen | 0 | 9 |
| 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 2.886 | 4.248 |
| darunter: aus der Währungsumrechnung | 17 | 902 |
| 8. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 982 | 1.257 |
| 9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 229 | 320 |
| 10. Jahresüberschuss | 753 | 937 |
1. ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Coinbase Germany GmbH ("das Unternehmen") ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die am 6. Januar 2020 in Deutschland gegründet wurde. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Coinbase Global, Inc. (die "Muttergesellschaft"), einem in den Vereinigten Staaten von Amerika eingetragenen Unternehmen. Die Adresse des Firmensitzes der Gesellschaft ist Kurfürstendamm 12, Berlin, Deutschland.
Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg unter der HRB-Nr. 213709 eingetragen. Das Geschäftsjahr des Unternehmens entspricht dem Kalenderjahr.
Die Haupttätigkeit des Unternehmens besteht darin, Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Anwendung der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) zu erbringen, einschließlich des Angebots von Verwahrungs- und Tauschdienstleistungen für Kryptowährungen für Kunden in Deutschland.
Coinbase Global, Inc. mit Sitz in 55 Hudson Yards, 550 West 34th Street, 4th Floor, New York, NEW YORK 10001, United States fungiert als Muttergesellschaft innerhalb der Coinbase Group und hält als Muttergesellschaft alle Anteile an der Coinbase Germany GmbH. Coinbase Global, Inc. erstellt den Konzernabschluss für die kleinste und größte Unternehmensgruppe. Der Konzernabschluss wird unter https://investor.coinbase.com veröffentlicht.
2. WESENTLICHE RECHNUNGSLEGUNGSGRUNDSÄTZE
Grundlagen der Erstellung
Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und unter Beachtung der "Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, der Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute" (RechKredV), sowie des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) erstellt.
Forderungen an Kreditinstitute
Die Bankguthaben umfassen täglich fällige Einlagen bei Banken. Barmittel und Bankguthaben werden zu ihrem Nennwert ausgewiesen.
Forderungen an Kunden
Dazu gehören Forderungen aus Verwahrungsgebühren und Forderungen gegen verbundene Unternehmen, die zu ihrem Nennwert ausgewiesen werden.
Pauschalwertberichtigungen werden gebildet, um die künftig erwarteten Kreditverluste über die Laufzeit der Forderung widerzuspiegeln, da diese Forderungen innerhalb eines Jahres fällig sind. Die künftig erwarteten Kreditverluste beruhen auf den Erfahrungen mit historischen Verlusten. Zum 31. Dezember 2023 wies die Gesellschaft, wie im Vorjahr, keine Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen aus.
Sowohl die Steuerung der Forderungen an Kreditinstitute als auch die Forderungen an Kunden sind in das Risikomanagement der Coinbase Germany GmbH einbezogen.
Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag über keine Handelsbestände.
Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen besteht aus Computerausstattung. Sie werden zu Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung erfolgt über die Nutzungsdauer nach der linearen Methode. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen im Falle einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung.
Die Nutzungsdauer der Sachanlagen, zu denen auch die Computerausstattung gehört, beträgt zwei Jahre.
Sonstige Vermögensgegenstände
Die sonstigen Vermögensgegenstände bestehen aus Sicherheitsleistungen und sonstigen anderen Vermögenswerten und werden mit ihren Nominalwerten angesetzt. Auch Steuererstattungsansprüche sind hier enthalten.
Latente Steuern
Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen in der Bewertung von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen gemäß HGB sowie auf steuerliche Verlustvorträge berechnet. Steuerliche Verlustvorträge können nur berücksichtigt werden, wenn sie innerhalb der gesetzlichen Frist von fünf Jahren mit steuerpflichtigem Einkommen verrechnet werden können. Der Steuersatz für die Berechnung beträgt 30.175%.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bestehen aus Beträgen, die an verbundene Parteien zu zahlen sind und werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Diese Verbindlichkeiten sind ungesichert und täglich fällig.
Sonstige Verbindlichkeiten
Hierbei handelt es sich um Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Lohnsteuer und Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, die zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen werden. Alle sonstigen Verbindlichkeiten sind ungesichert und innerhalb eines Jahres fällig.
Steuerrückstellungen
Steuerrückstellungen sind für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer zu bilden. Die Bewertung der Steuerrückstellungen erfolgt auf der Grundlage der Steuergesetzgebung und nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung.
Die Regeln der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ("OECD") für die zweite Säule der globalen Mindeststeuer sehen im Allgemeinen einen effektiven Mindeststeuersatz von 15 % vor. Am 15. Dezember 2023 hat der deutsche Bundesrat ein Gesetz zur Umsetzung der EU-Mindeststeuerrichtlinie verabschiedet. Das Gesetz trat am 27. Dezember 2023 in Kraft und ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen. Das Unternehmen verfolgt die Entwicklungen und die Gesetzgebung zu diesen Vorschriften genau, einschließlich der Möglichkeit, sich für die Safe-Harbor-Regeln zu qualifizieren. Zum Berichtszeitpunkt gab es keine Auswirkungen auf den laufenden Steueraufwand im Zusammenhang mit der zweiten Säule.
Andere Rückstellungen
Die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken, unsicheren Verpflichtungen und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und werden mit dem nach unternehmerischem Ermessen erforderlichen Erfüllungsbetrag (§ 253 HGB) angesetzt. Es bestanden keine Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Die anderen Rückstellungen bestehen aus Rückstellungen für angefallene, aber noch nicht in Rechnung gestellte Ausgaben und Rückstellungen für leistungsabhängige Vergütungen sowie aus noch zu erfüllenden Umsatzsteuerverbindlichkeiten.
Provisionserträge
Die Provisionserträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Transaktionsgebühren und Verwahrungsgebühren.
Die Transaktionsgebühren werden durch den Handel der Nutzer auf der Plattform des Unternehmens generiert. Das Unternehmen erhält eine Gebühr auf der Grundlage des Wertes dieser Geschäfte. Die Provisionserträge aus Transaktionsgebühren werden anhand der erhaltenen Gegenleistung bemessen und zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem der Handel abgewickelt wurde.
Zu den Erträgen aus Abonnements und Dienstleistungen gehören Verwahrungsgebühren und Erträge von verbundenen Unternehmen.
Die Gesellschaft bietet ihren Kunden 'Cold Storage' zur sicheren Aufbewahrung von Kryptowährungen an und erhält dafür eine Gebühr, die auf einem vertraglich festgelegten Prozentsatz des täglichen Wertes der verwahrten Vermögenswerte basiert. Die Gebühr wird auf monatlicher Basis eingezogen. Die Erträge aus den Verwahrungsgebühren werden über den Zeitraum der Erbringung der Dienstleistungen verbucht, da die Gesellschaft einen unanfechtbaren Anspruch auf die Gebühren für bereits erbrachte Dienstleistungen hat.
Im Rahmen des Handels mit Kryptowährungen durch seine Kunden und der Verwahrung der Kryptowährungen der Kunden erzielt das Unternehmen Einnahmen von einem verbundenen Unternehmen gemäß einer Vereinbarung über konzerninterne Dienstleistungen mit dieser Partei. Der Ertrag wird auf der Grundlage der Vertragsbedingungen bewertet und erfasst, wenn das Unternehmen die damit verbundenen Dienstleistungen erbringt.
Provisionsaufwendungen
Provisionsaufwendungen sind Kosten, die zur Erzielung von Provisionserträgen anfallen. Sie umfassen an verbundene Unternehmen gezahlte und zu zahlende Gebühren und andere Aufwendungen, die bei der Erzielung von Provisionserträgen anfallen. Die Aufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens erfasst.
Löhne und Gehälter
Zu den Löhnen und Gehältern gehören reguläre Gehälter, Sozialleistungen, Einmalzahlungen an Mitarbeiter, Lohnsteuer des Arbeitgebers und aktienbasierte Vergütungen.
Aufwendungen für Löhne und Gehälter, mit Ausnahme der aktienbasierten Vergütung, werden bei der Durchführung der Tätigkeiten für das Unternehmen erfasst.
Das Unternehmen gewährt seinen Mitarbeitern aktienbasierte Vergütungen in Form von Optionen und Aktien mit Verfügungsbeschränkung. Diese Prämien werden von der Muttergesellschaft in ihren Stammaktien der Klasse A beglichen.
Mitarbeiter, die diese Prämien erhalten, müssen für einen bestimmten Zeitraum beim Unternehmen beschäftigt bleiben, um die Prämien zu erhalten (die "Sperrfrist"). Die mit diesen Prämien verbundenen Aufwendungen basieren auf dem beizulegenden Zeitwert der Prämien zum Zeitpunkt der Gewährung und werden über den Erdienungszeitraum abgegrenzt.
Andere Verwaltungsaufwendungen
Die anderen Verwaltungsaufwendungen umfassen Aufwendungen für verbundene Unternehmen, Gebühren für professionelle Dienstleistungen, Marketing und Mietaufwendungen und andere verschiedene Aufwendungen, die im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit des Unternehmens anfallen.
Die Mietaufwendungen beziehen sich auf von der Gesellschaft angemieteten Büroflächen. Diese Vereinbarungen werden als operative Leasingverhältnisse klassifiziert, wobei die damit verbundenen Aufwendungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst werden.
Die mit verbundenen Unternehmen angefallenen Aufwendungen beziehen sich auf Dienstleistungen, die von diesen verbundenen Unternehmen für die Gesellschaft im Rahmen von allgemeinen Dienstleistungsverträgen zwischen den Unternehmen erbracht werden. Die Aufwendungen werden auf der Grundlage der Vertragsbedingungen bewertet und bei ihrem Anfall durch die Gesellschaft erfasst. Die Berechnungsgrundlage für die Aufwendungen ist variabel und basiert auf den während des relevanten Zeitraums erzielten Provisionserträgen.
Die anderen Aufwandskategorien werden auf der Grundlage der in Rechnung gestellten oder abgegrenzten Beträge bewertet und erfasst, wenn sie der Gesellschaft entstanden sind. Aufwendungen, die sich über mehrere Perioden erstrecken, werden in der Periode, auf die sich die Leistungen beziehen, als Aufwand erfasst.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Realisierte und nicht realisierte Verluste im Zusammenhang mit der Währungsumrechnung werden saldiert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst . Sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr ergab sich ein Aufwand.
Währungsumrechnung
Nicht auf Euro lautende Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit dem jeweiligen Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet und mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Gewinne aus der Währungsumrechnung werden im Posten "Sonstige betriebliche Erträge" und Verluste aus der Währungsumrechnung im Posten "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.
Coinbase Germany GmbH verfügt über auf Fremdwährung lautende Vermögenswerte in Höhe von 19 Tausend. € (Vorjahr: 1 Mio €) und Fremdwährungsverbindlichkeiten in Höhe von 8 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €).
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Ertragsteuern stellen die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag dar, zu deren Zahlung das Unternehmen als Steuerzahler nach dem Steuerrecht für die Periode verpflichtet ist. Die Ertragsteuern werden auf der Grundlage der Steuergesetzgebung und der in der Periode geltenden Steuersätze bewertet.
3 BESONDERE ANGABEN ZU DEN EINZELNEN POSTEN DER BILANZ
Forderungen an Kreditinstitute
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Forderungen an Kreditinstitute | ||
| Forderungen an Kreditinstitute | ||
| - täglich fällig | 9.231 | 66.409 |
| Total | 9.231 | 66.409 |
Forderungen an Kunden
Die Forderungen an Kunden setzen sich wie folgt zusammen:
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Forderungen an Kunden | ||
| Forderungen aus noch nicht abgewickelten Dienstleistungen | 3 | 82 |
| Forderungen an verbundene Unternehmen | 20.498 | 18.499 |
| Insgesamt | 20.501 | 18.581 |
Wie im Vorjahr ist der Gesamtbetrag der Forderungen an Kunden täglich fällig.
Sachanlagen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens einschließlich der Abschreibungen ist im Anlagenspiegel wie folgt dargestellt (TEUR):
| Einzelheiten | Betriebs- und Büroausstattung |
| Historische Anschaffungskosten | TEUR |
| Am 1. Januar 2023 | 19 |
| Zuführungen | - |
| Abgänge | (19) |
| Am 31. Dezember 2023 | - |
| Kumulierte Abschreibungen | |
| Am 1. Januar 2023 | 19 |
| Zuführungen | - |
| ````Abgänge | (19) |
| Am 31. Dezember 2023 | - |
| Buchwert zum Periodenende | |
| Am 31. Dezember 2022 | - |
| Am 31 Dezember 2023 | - |
Sonstige Vermögensgegenstände
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Sonstige Vermögensgegenstände | ||
| Steuervorauszahlungen | 1.162 | 522 |
| Sicherheiten | 11 | 11 |
| Weitere Vermögensgegenstände | 30 | - |
| Insgesamt | 1.203 | 533 |
Der Steuererstattungsanspruch stellt den Überschuss der geschätzten Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag im Vergleich zu den geleisteten Steuervorauszahlungen dar.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und sonstige Verbindlichkeiten
| Stand: 31. Dezember 2023 | Stand: 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kunden: | ||
| andere Verbindlichkeiten | 18.690 | 71.884 |
| Insgesamt | 18.690 | 71.884 |
| Sonstige Verbindlichkeiten: | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 131 | 563 |
| Aufgelaufene Lohn- und Gehaltsabrechnungen | - | 56 |
| Insgesamt | 131 | 619 |
Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten ist unverändert täglich fällig. Die anderen Verbindlichkeiten bestehen zu 100% gegenüber verbundenen Unternehmen.
Rückstellungen
Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Rückstellungen: | ||
| Ertragsteuer | 300 | 278 |
| Andere Rückstellungen | ||
| Sonstige | 1.526 | 3.057 |
| Umsatzsteuer | 151 | 2.237 |
| Insgesamt | 1.977 | 5.572 |
Die sonstigen anderen Rückstellungen umfassen hauptsächlich Personalrückstellungen, insbesondere für Bonuszahlungen (RSU). Der Rückgang der sonstigen Rückstellungen von 2022 auf 2023 ist in erster Linie auf die Senkung der Umsatzsteuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit konzerninternen Dienstleistungen zurückzuführen , bei denen eine Umkehrung der Steuerschuldnerschaft (reverse charge VAT) zu berücksichtigen ist.
Eigenkapital
Das Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:
| 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Gezeichnetes Kapital | 25 | 25 |
| Kapitalrücklage | 7.521 | 5.570 |
| Gewinnvortrag | 1.836 | 899 |
| Jahresüberschuss | 753 | 937 |
| 10.135 | 7.431 |
Während des am 31. Dezember 2023 endenden Jahres leistete die Muttergesellschaft der CBG, Coinbase Global, Inc., gem. Art. 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB Zuzahlungen in die Kapitalrücklage in Höhe von 2,0 Mio. EUR
4. BESONDERE ANGABEN ZU DEN EINZELNEN POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit
Die geographische Herkunft der Zinserträge, die nicht auf Deutschland entfallen, ist mit TEUR 11 Estland. Die Provisionserträge der Coinbase Germany GmbH werden mit in Deutschland ansässigen Endkunden erzielt.
Provisionserträge
Die folgende Tabelle zeigt die Einnahmen der Gesellschaft nach Einnahmequellen:
| 2023 | 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Aufgliederung der Provisionserträge | ||
| Einnahmen aus Transaktionsgebühren | 27.540 | 40.514 |
| Erträge aus Abonnements und Dienstleistungen | 1.711 | 1.033 |
| Sonstige Einnahmen | - | 35 |
| Insgesamt | 29.250 | 41.582 |
Andere Verwaltungsaufwendungen
Die anderen Verwaltungsaufwendungen beinhalten Aufwendungen für verbundene Unternehmen im Zusammenhang mit Dienstleistungen, die von diesen verbundenen Unternehmen an das Unternehmen gemäß einem allgemeinen Dienstleistungsvertrag zwischen den Entitäten erbracht wurden.
Der Rückgang der sonstigen Verwaltungsaufwendungen ist fast ausschließlich auf gesunkene Kosten aus dem allgemeinen Service Agreement zurückzuführen, die von der Muttergesellschaft Coinbase Global, Inc. zugewiesen wurden.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten insbesondere Aufwendungen für die Umsatzsteuer im Rahmen der Umkehr der Steuerschuldnerschaft in Höhe von TEUR 1.154 (Vorjahr: TEUR 1.835). Zudem werden hierunter realisierte und nicht realisierte Verluste aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 17 (Vorjahr TEUR 902) subsummiert.
Mitarbeiter und Führungskräfte
Der Personalaufwand im Berichtszeitraum stellt sich wie folgt dar:
| 2023 | 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Löhne und Gehälter | 6.627 | 1.681 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 387 | 203 |
| darunter: für Altersversorgung | 137 | 203 |
| Personalaufwendungen insgesamt | 7.014 | 1.884 |
Die Löhne und Gehälter setzen sich zusammen aus Lohn und Gehaltskosten in Höhe von TEUR 3.132 (Vorjahr: TEUR 1.701), aktienbasierten Vergütungen in Höhe von TEUR 3.222 (Vorjahr: TEUR-190) und sonstigen Leistungen in Höhe von TEUR 273 (Vorjahr: TEUR 170).
Der Anstieg des Aufwands für aktienbasierte Vergütungen für das am 31. Dezember 2023 endende Jahr ist auf die Erhöhung der Anzahl der den Mitarbeitern des Unternehmens gewährten Aktien und den Anstieg des beizulegenden Zeitwerts am Tag der Gewährung aufgrund des Anstiegs des Aktienkurses der Muttergesellschaft zurückzuführen.
Honorare des Abschlussprüfers
Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 25. Mai 2023 wurde die Deloitte & Touche GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Europa-Allee 91, 60486 Frankfurt am Main, Deutschland, mit der Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2023 beauftragt. Das Honorar für die Prüfung des Jahresabschlusses für das am 31. Dezember 2023 endende Geschäftsjahr betrug 323 Tausend Euro. Weitere Honorare über die für die Abschlussprüfungsleistungen hinaus sind keine angefallen.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die wichtigsten Bestandteile des Ertragsteueraufwands waren wie folgt:
| 2023 | 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Laufende Ertragssteuer | ||
| Laufende Ertragsteuerbelastung | 244 | 283 |
| Laufende Steuer insgesamt | 244 | 283 |
| Latente Steuern | ||
| Nicht realisierte Verluste | (15) | 37 |
| Latente Steuern insgesamt | (15) | 37 |
| In der Gewinn-und Verlustrechnung ausgewiesener Steueraufwand | 229 | 320 |
Die latenten Steueransprüche/ -verbindlichkeiten beziehen sich auf die folgenden Posten:
| 31 Dezember 2023 | 31 Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Nicht realisierte Verluste | (2) | (17) |
| Insgesamt | (2) | (17) |
Der Gesamtsteueraufwand für den Zeitraum stellt sich wie folgt dar:
| Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2023 | Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Steuern | 982 | 1.257 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit multipliziert mit dem Steuersatz 30.175% | 296 | 379 |
| Auswirkungen von: | ||
| Anpassung an die Rückstellung aus dem Vorjahr | 23 | (57) |
| Anrechenbare Steuern | (94) | - |
| Sonstiges, einschließlich nicht abzugsfähiger Steuern | 4 | (2) |
| Gesamtsteueraufwand / (-ertrag) für den Zeitraum | 229 | 320 |
Überleitung der aktiven/ passiven latenten Steuern:
| Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2023 | Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Zu Beginn des Zeitraums | (17) | 20 |
| Veränderungen im Jahr 2023 | 15 | (37) |
| Zum 31. Dezember | (2) | (17) |
Verwendung der Ergebnisse des laufenden Jahres
Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss und den Gewinnvortrag zum 31. Dezember 2023 in Höhe von 2.590 TEUR in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.
5. SONSTIGE ANGABEN
Eventualverbindlichkeiten und sonstige Verpflichtungen
Das Unternehmen ist mit Rechtsstreitigkeiten und behördlichen Untersuchungen konfrontiert, die sich aus dem normalen Geschäftsverlauf ergeben. Das Unternehmen bildet Rückstellungen für solche Angelegenheiten, wenn potenzielle Verluste wahrscheinlich werden und vernünftig geschätzt werden können.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietaufwendungen belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf 59 TEUR und (Vorjahr: 43 TEUR). Wie im Vorjahr gibt es keine anderen finanziellen Verpflichtungen, die darüber hinausgehen.
Sonstige Haftungsverhältnisse
Haftungsverhältnisse, die nicht aus der Bilanz ersichtlich sind, bestehen nicht.
Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte
Es bestehen keine Verbindlichkeiten oder Haftungsverhältnisse, die nicht in der Bilanz als Verbindlichkeiten ausgewiesen sind.
6. Mitarbeiter und Führungskräfte
Die durchschnittliche jährliche Anzahl der Mitarbeiter (einschließlich der Geschäftsführer), die während des Zeitraums des am 31. Dezember 2023 endenden Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt waren, betrug 16 Mitarbeiter (Vorjahr: 13).
Die durchschnittliche Zahl der Vollzeitbeschäftigten lag im Berichtsjahr bei 16 (2022: 13), 2 davon waren Frauen (2022: 2).
Im Jahr 2023 gehörten der Geschäftsführung folgende Mitglieder an:
| • |
Sascha Rangoonwala, Mitglied der Geschäftsführung (zurückgetreten am 31 Januar 2023) |
| • |
Jan-Oliver Sell, Geschäftsführung Markt |
| • |
Daniel Seifert, Mitglied der Geschäftsführung (seit 18. Januar 2023, zurücktreten am 20. März 2023) |
| • |
Michael Schröder, Geschäftsführung Marktfolge (seit dem 2. Februar 2023) |
Die Vergütung der Geschäftsführung im Jahr 2023 belief sich auf € 1.523.331. Gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Verbindung mit § 285 Abs. 9 HGB wurde die Gesamtvergütung der Geschäftsführung im Vorjahr nicht offengelegt. Den Geschäftsführern des Unternehmens wurden keine Darlehen gewährt.
Die Geschäftsführer hatten zum 31. Dezember 2023 weniger als 1% des Nennwerts des ausgegebenen Aktienkapitals mit Stimmrechten der Gesellschaft oder der Gruppe.
Aktienbasierte Vergütungen
Eigenkapital-Pläne
Die Muttergesellschaft unterhält einen Aktienbeteiligungsplan, an dem die Gesellschaft teilnimmt: den 2019er Aktienbeteiligungsplan (der Plan 2019). Der Plan 2019 trat am 17. Juli 2019 in Kraft und er sieht die Gewährung von Aktienoptionen, RSUs und Wertsteigerungsrechten vor.
Im Februar 2021 genehmigte und verabschiedete der Vorstand den Plan 2021. Der Plan 2021 trat am 31. März 2021 in Kraft, unmittelbar vor dem Datum des Inkrafttretens der Registrierungserklärung des Unternehmens für die Direktauflistung. Der Plan 2021 dient als Nachfolger des Plans 2019. Herausragende Auszeichnungen unter dem Plan 2019 unterliegen weiterhin ihren ursprünglichen Bedingungen. Der Plan 2021 sieht die Gewährung von Incentive-Aktienoptionen, Aktieneinheiten mit Verfügungsbeschränkung, Aktien mit Verfügungsbeschränkung, Wertsteigerungsrechten und Wertentwicklungen sowie Aktienbonusprämien zur Unterstützung bei der Gewinnung, Bindung und Motivation von Mitarbeitern vor. Die Anzahl der Aktien, die im Rahmen des Plans 2021 zur Gewährung und Ausgabe zur Verfügung stehen, wird am 1. Januar jedes der ersten 10 Geschäftsjahre während der Laufzeit des Plans 2021 automatisch um den niedrigeren Wert von (a) 5 Prozent der Gesamtzahl der Aktien aller Stammaktiengattungen des Unternehmens auf der Basis einer Umwandlung zu Stammaktien an jedem 31. Dezember unmittelbar vor dem Datum der Erhöhung, oder (b) die vom Vorstand festgelegte Anzahl von Aktien erhöht.
Zum 31. Dezember 2023 und 2022 wurden nur Aktien mit Verfügungsbeschränkung ausgegeben oder waren ausstehend, die im Rahmen der obigen Pläne sind.
Restricted Stock Units (RSU)
Im Dezember 2020 gab die Muttergesellschaft an Mitarbeiter der Gesellschaft RSUs aus. Diese RSUs werden bei Erfüllung einer dienstzeitabhängigen Bedingung unverfallbar. Im Allgemeinen werden die RSUs des Unternehmens über einen Dienstzeitraum von vier Jahren unverfallbar. Nach Ablauf der Sperrfrist werden die RSUs durch die Lieferung von Stammaktien der Muttergesellschaft beglichen.
Die Aktivität der im Rahmen des Plans ausstehenden RSUs stellt sich wie folgt dar:
| Für das Jahr bis zum 31. Dezember 2023 | ||
| Anzahl der Aktien (In Tausend) | Gewichteter durchschnittlicher beizulegender Zeitwert je Aktie am Tag der Gewährung (EUR) | |
| Ausstehend zum 1. Januar 2023 | 14 | 64.25 |
| Während des Zeitraums bewilligt | 45 | 57.87 |
| Während des Berichtszeitraums verwirkt | (37) | 53.99 |
| Während des Berichtszeitraums ausgeübt | (12) | 64.21 |
| Ausstehend zum 31. Dezember 2023 | 9 | - |
In den Geschäftsjahren zum 31. Dezember 2022 und auch zum 31. Dezember 2023 hat das Unternehmen RSUs an seine Mitarbeiter ausgegeben. Diese RSUs werden bei Erfüllung einer dienstzeitabhängigen Bedingung unverfallbar. Im Allgemeinen werden die RSUs über einen Dienstzeitraum von einem bis vier Jahren unverfallbar. Nach Ablauf der Sperrfrist werden die RSUs durch die Lieferung von Stammaktien der Muttergesellschaft beglichen.
Der beizulegende Zeitwert der gewährten RSUs basierte auf dem beizulegenden Zeitwert der Klasse-A-Stammaktien des Mutterunternehmens. Vor dem Börsengang des Mutterunternehmens und der Notierung seiner Stammaktien am Nasdaq Global Select Market in den Vereinigten Staaten von Amerika am 14. April 2021 (die "direkte Notierung") wurde der beizulegende Zeitwert der Stammaktien der Klasse A durch lineare Interpolation zwischen den Zeitpunkten bestimmt, zu denen das Mutterunternehmen für die Finanzberichterstattung Bewertungen seiner Stammaktien der Klasse A durch Dritte erhielt. Für RSUs, die nach der direkten Börsennotierung gewährt wurden, wurde der Schlusskurs der Klasse-A-Stammaktien des Mutterunternehmens, wie er am Nasdaq Global Select Market am Tag der Gewährung gemeldet wurde, als beizulegender Zeitwert verwendet.
Für RSUs, die während des am 31. Dezember 2023 endenden Jahres gewährt wurden, wurde der am Nasdaq Global Select Market gemeldete Schlusskurs der Stammaktienklasse A des Mutterunternehmens am Tag der Gewährung als beizulegender Zeitwert verwendet.
Aufwand für aktienbasierte Vergütung
In den Geschäftsjahren zum 31. Dezember 2023 und zum 31. Dezember 2022 verbuchte die Gesellschaft anteilsbasierte Vergütungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 3,2Mio. EUR bzw. -0,2 Mio. EUR (Ertrag).
7. Angaben zu verbundenen Unternehmen
Die Gesellschaft ist Vertragspartei der folgenden Vereinbarungen mit der Muttergesellschaft und den hundertprozentigen oder mehrheitlich im Besitz der Muttergesellschaft befindlichen Schwestergesellschaften:
| Vereinbarung | Beschreibung |
| Abkommen über Austauschdienste | Die Gesellschaft erhält Börsendienstleistungen und andere damit verbundene Dienstleistungen von Coinbase, Inc. Das Unternehmen erbringt bestimmte Vertriebsdienstleistungen für Kunden. Aus der Vereinbarung ergeben sich Aufwendungen für die Nutzung der Online-Handels- und Kontoverwaltungstools durch die Gesellschaft und der Börsendienstleistungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung unter Transaktionsgebühren für verbundene Unternehmen ausgewiesen werden. |
| Vertrag über Verwahrungsdienstleistungen | Das Unternehmen erhält von Coinbase Custody International (CCI) Custody Services Knox-Produktionsumgebungen, Custody-Produktionsumgebungen, Cold Storage, Cold-Storage Backup sowie Produkt- und Engineering-Dienstleistungen im Zusammenhang mit seinen Geschäftsaktivitäten. Die Vereinbarung führt zu betrieblichen Aufwendungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung auf der Grundlage der Art der erhaltenen Dienstleistung ausgewiesen werden. |
| Allgemeine Dienstleistungsvereinbarung | Die Gesellschaft erhält von Coinbase, Inc. allgemeine, administrative und Management-Dienstleistungen im Zusammenhang mit deren Geschäftsbetrieb. Die Vereinbarung führt zu betrieblichen Aufwendungen, die in der Gewinnund Verlustrechnung auf der Grundlage der Art der erhaltenen Dienstleistung ausgewiesen werden. |
| Stock Recharge Vereinbarung | Die Stock Recharge Vereinbarung wurde zwischen dem Unternehmen und Coinbase Global, Inc. geschlossen, um das bisherige gemeinsame Verständnis über die Zuweisung von Kosten im Zusammenhang mit der aktienbasierten Vergütung für Mitarbeiter zu formalisieren. |
| E-Geld-Integrationsvereinbarung | Die Vereinbarung wurde zwischen dem Unternehmen und Coinbase Irland geschlossen, wobei sich der Anbieter bereit erklärt, seine regulierten Fiat-Geld-Dienstleistungen in die Börse zu integrieren, so dass der Anbieter seinen Kunden bestimmte Fiat-Geld-Dienstleistungen direkt über die Börse anbieten wird. |
| Support Service Vereinbarung | Das Unternehmen erhält von CB Payments Ltd. vertriebsunterstützende Dienstleistungen für bestehende und potenzielle Kunden, wie z. B. die Aufnahme von Kunden, Kundenbetreuung, Kommunikation/Marketing neuer Produktangebote für Kunden und Kontoverwaltungsdienste. Die Vereinbarung führt zu betrieblichen Aufwendungen, die in der Gewinn- und Verlustrechnung auf der Grundlage der Art der erhaltenen Dienstleistung ausgewiesen werden. |
Im Folgenden sind die Beträge der Transaktionen mit verbundenen Unternehmen aufgeführt, die während des Berichtszeitraums stattfanden:
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
| EUR | EUR | |
| Forderungen an verbundene Unternehmen | ||
| Coinbase Global, Inc. | - | 810 |
| Coinbase Ireland (Platform) | 20.492 | 17.656 |
| Coinbase Custody International Limited | 6 | 33 |
| Insgesamt | 20.498 | 18.499 |
| 31.12.2023 | 31.12.2022 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | ||
| Coinbase Global, Inc. | - | 2.315 |
| Coinbase, Inc. | 18.455 | 61.095 |
| Coinbase Custody International Limited | - | 323 |
| Coinbase Ireland | - | 8.151 |
| CB Payments, Ltd. | 235 | - |
| Insgesamt | 18.690 | 71.884 |
Die Forderung gegenüber dem Anteilseigner (Coinbase Global, Inc.) beträgt 25.000€ und die Verbindlichkeit gegenüber dem Anteilseigner (Coinbase Global, Inc.) beträgt 0€.
Aufteilung der Aufwendungen zwischen den verbundenen Unternehmen:
| Coinbase, Inc. | Coinbase Ireland | Coinbase Custodiy International Limited | CB Payments Ltd. | Insgesamt | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Provisionsaufwendungen | 4.508 | 1.012 | 3 | - | 5.523 |
| Löhne & Gehälter | 3.254 | - | - | - | 3.254 |
| Ausstattung | 11 | - | - | - | 11 |
| Software | 698 | - | - | - | 698 |
| Allgemeines & Verwaltung | 1.073 | - | - | 335 | 1.408 |
| Insgesamt | 9.544 | 1.012 | 3 | 335 | 10.894 |
In den Jahren bis zum 31. Dezember 2023 und 2022 hat die Muttergesellschaft der Gesellschaft gemäß der Aktienaufladevereinbarung 3.275 Tausend Euro bzw. 729 Tausend Euro für aktienbasierte Vergütungen in Rechnung gestellt.
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgen im Rahmen des normalen Geschäftsverkehrs und zu Bedingungen, die mit denen von Transaktionen mit nicht nahestehenden Unternehmen und Personen vergleichbar sind. Die zum jeweiligen Jahresende ausstehenden Salden sind unbesichert und werden im Rahmen des normalen Geschäftsverlaufs beglichen. Diese Transaktionen mit verbundenen Parteien waren nicht mit ungewöhnlich hohen Verrechnungspreisrisiken oder anderen ungünstigen Merkmalen verbunden.
Die unter den sonstigen Verwaltungskosten ausgewiesenen Aufwendungen in Höhe von 5.036 TEUR (Vorjahr: 11.440 TEUR) beziehen sich auf Dienstleistungen, die von Coinbase, Inc. für die Gesellschaft im Rahmen eines allgemeinen Dienstleistungsvertrags zwischen der Gesellschaft und Coinbase, Inc. erbracht wurden. Diese Aufwendungen wurden unter Anwendung der Kostenaufschlagsmarge in Übereinstimmung mit den geltenden Verrechnungspreisgesetzen ermittelt.
8. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Es sind keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten, die eine Anpassung bzw. Offenlegung in diesem Abschluss erfordern.
Berlin, 23. Mai 2024
Die Geschäftsführung der Coinbase Germany GmbH
Michael Schroeder
Jan-Oliver Sell
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