OBD Precision GmbHLiquidiert

Daimlerstraße 16, 74405 Gaildorf, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 758153
Vorher
INOS 16-022 GmbH
Eingetragen
27.6.2016
Branche
Herstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebHerstellung von Lagern, Getrieben, Zahnrädern und AntriebselementenHerstellung von nichtelektrischen Haushaltsgeräten
Gegenstand
Die Produktion, die Fertigung, der Vertrieb von hochpräzisen Dreh- und Frästeilen für die Automobilindustrie und die Montage derartiger Baugruppen sowie Dienstleistungen in diesem Zusammenhang, soweit hierfür keine behördliche Genehmigung erforderlich ist.

Historie

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Management

NameRolle
Stefan Müller
seit 4.5.2022
Prokura
Michael Bölling
seit 22.9.2016
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

60.00% identifiziert50.83% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
60.00%

Ungelöste Beteiligungen (28)

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Michael Bölling
Willich
60.00%
BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH
Germany
40.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

OBD Precision GmbH

Gaildorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Lagebericht

1. Wirtschaftsbericht 2019

a. Geschäftsverlauf

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung:

Nachdem sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland bereits 2018 gegenüber den Vorjahren verlangsamt hat, sank das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Berichtsjahr nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts preisbereinigt auf 0,6 % gegenüber 2018. Somit wurde die im Januar 2019 aufgestellte Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 1,3 % deutlich unterschritten. Ursächlich für den Rückgang des Wachstums waren geringere Zuwächse der Konsumausgaben der privaten und der öffentlichen Haushalte als erwartet sowie ein leicht niedrigerer positiver Beitrag des Außenhandels im Vergleich zum Vorjahr.

Das Wirtschaftswachstum des Euroraums erreichte 2019 nach aktuellen Zahlen der Statistikbehörde Eurostat eine BIP-Zunahme von 1,2 % und verfehlte damit ebenfalls die IWF-Prognose aus dem Januar 2019 von 1,3 %. Neben dem geringeren Wachstum in Deutschland verlangsamte sich auch das Expansionstempo der großen Volkswirtschaften Frankreich, Italien und Spanien. Insgesamt betrachtet blieben die Konsumausgaben der privaten und der öffentlichen Haushalte unter den Erwartungen.

Die für unsere Exporte wichtigen Schwellen- und Entwicklungsländer zeigten im Berichtsjahr gemäß Update des IWF von Januar 2020 in Summe ein Wachstum von 3,7 %. Die wesentlichen Wachstumstreiber waren abermals China und Indien. Allerdings verringerte sich das Wachstum der chinesischen Wirtschaft und damit des wichtigsten globalen Absatzmarktes, wie vom IWF Anfang 2018 erwartet, leicht auf 6,7 % (VJ. 6,95 %). Laut IWF wuchs die Weltwirtschaft 2019 um 2,9 %, nach 3,6 % im Vorjahr.

Branchenspezifische Entwicklung: Für OBD Precision als Tier-2 Lieferant in der Automobilindustrie ist das Geschäft mit den Tier-1 Lieferanten das wichtigste Marktsegment, welches wiederum abhängig von der Entwicklung der Pkw-Produktion respektive der Pkw-Neuzulassungen ist.

Weltweit sanken 2019 die Pkw-Neuzulassungen um rund 3,9 Mio. auf 75 Mio. Einheiten. Der Trend, dass die Pkw-Neuzulassungen rückläufig sind, setzt sich fort.

Die Pkw-Neuzulassungen in Europa blieben 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabil. In Summe stagnierten 2019 in Deutschland die Pkw-Neuzulassungen.

Entwicklung der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen

Weltweit sank 2019 die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen aufgrund der rückläufigen Fertigung in den großen Märkten um 4 % auf 91,7 Mio. Einheiten.

Weltweit betrachtet, sank die Pkw-Produktion im Vergleich zu Vorjahr sogar um 6,3 %.

Beschaffungsbereich: Verschiedene Rohstoffe, aber vor allem Qualitätsstahl, gehören zu den wichtigsten Vormaterialien für unsere Produktion, dessen Preisentwicklung unsere Herstellkosten maßgeblich beeinflusst. Je nach Vertragsgestaltung werden eventuell anfallende Kostenveränderungen zeitversetzt an uns weitergegeben oder bei anstehenden Vertragsverhandlungen neu festgesetzt.

Im Berichtsjahr führte die im Jahresverlauf abnehmende wirtschaftliche Dynamik zu einer nachlassenden Nachfrage nach Rohstoffen und zu einer Verbesserung der Verfügbarkeit. Durch die festgeschriebenen Basispreise mit den Lieferanten ergaben sich für uns lediglich Änderungen in den Schrott- und Legierungszuschlägen.

Produktionsbereich: OBD Precision befindet sich in einem industrietypischen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Wir sind zu der Einschätzung gelangt, dass insbesondere durch eine Anpassung der Arbeitssysteme und der weiteren Automatisierung eine Optimierung der Fertigung erreicht wird, die besser auf die Kundenaufträge zugeschnitten ist und insoweit perspektivisch die Marktakzeptanz der OBD Precision erhöhen wird.

Aus diesen Erkenntnissen resultieren Reorganisationsnotwendigkeiten mit der Zielsetzung, die optimale Nutzung der eingesetzten Maschinen und Anlagen im Rahmen der Wertschöpfungskette zu erreichen.

Der Personalbestand, einschließlich Leiharbeitern und inklusive 14 Auszubildender, war Ende 2019 296 Mitarbeiter.

Des Weiteren wurden die Rezertifizierungen ITAF 16949, ISO 9001, ISO 14001 und ISO 50001 durchgeführt.

Absatzbereich: Das Jahr 2019 verlief in Summe erfolgreich und OBD Precision GmbH konnte einige Neuaufträge akquirieren. OBD Precision erzielte ca. 95% des Umsatzes mit Kunden aus der Automobilzuliefererindustrie. Anhaltend war die Abschwächung in den letzten Monaten des Jahres als Folge der sinkenden Gesamtproduktion im Pkw-Segment und vor allem im Bereich älterer Dieselplattformen.

Die hohe Anzahl von Anfragen für Zukunftsprojekte seitens unserer Kunden und den Gewinn mehrerer Neukunden werten wir als positiven Indikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung.

b. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Die Ertragslage der OBD Precision blieb im Geschäftsjahr 2019 hinter den Erwartungen der Jahresplanung zurück. Hierfür verantwortlich ist eine Kombination aus hoher Volatilität der Kundenabrufe über das Produktportfolio hinweg, Abzügen von vertraglich zugesagten Mengen zur Stützung schwächelnder Mitbewerber, sowie anhaltende Auswirkungen des veränderten Diesel-Marktes.

Die Personalkosten sind gegenüber dem Branchendurchschnitt weiterhin als überdurchschnittlich zu bezeichnen. Die anhaltende Reduktion von Mitarbeitern als Folge von Optimierungen der Arbeitssysteme, Automatisierungen und weiterer Effizienzsteigerungsmaßnahmen führt zu geringeren Personalkosten im Jahr 2020.

Die Bilanzsumme belief sich auf 11,1 Mio. Euro, wobei den Großteil der Aktiva die technischen Anlagen und Maschinen mit insgesamt 6,0 Mio. Euro bilden.

Die Finanzverbindlichkeiten betragen moderate 4,4 Mio. Euro und abzüglich des Bankbestandes belaufen sich die Nettofinanzverbindlichkeiten auf 3,9 Mio. Euro. Der Verschuldungsgrad (Leverage) liegt bei lediglich 1,3x und somit unterhalb eines üblichen Branchenwertes.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bilden mit 1,6 Mio. Euro eine weitere Refinanzierungsquelle. Gegenüber dem Vorjahr konnten die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um ca. 0,4 Mio. Euro zurückgefahren werden.

Das wirtschaftliche Eigenkapital beläuft sich inklusive der stillen Beteiligung auf 4,2 Mio. Euro bzw. eine Quote von 37,4%.

Die Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität der OBD Precision steht im Mittelpunkt unserer finanziellen Steuerung. Wir verfügen über ein effizientes Liquiditätsmanagement, in dem wir die Salden der Konten jederzeit mit unseren aktuellen Forderungen und Verbindlichkeiten abgleichen, um so den Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachzukommen.

2. Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung: Für Deutschland und die Eurozone erwartet der IWF für das aktuelle Geschäftsjahr aufgrund der anhaltenden Herausforderungen der Corona-Krise ein Negativwachstum. Für 2020 prognostiziert der IWF einen Rückgang des BIPs in Deutschland um 9,4% und der Eurozone um 10,2%.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer sollen 2020 gemäß IWF einen BIP-Abschwung von 3,0% erreichen. Die wesentliche Ursache für das im Vergleich zu 2019 negative Wachstum ist die Corona-Pandemie.

Auf Basis seiner Einschätzungen für die einzelnen Länder und Regionen prognostiziert der IWF für die Weltwirtschaft für das Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang des Wachstums um 7,8 Prozentpunkte auf ein Negativwachstum von 4,9 %. Als eine wesentliche Risikoquelle für seine Prognose nennt der IWF eine Eskalation verschiedener Handelskonflikte, zunehmender politische Spannungen sowie die Auswirkungen des Corona-Virus. Angesichts der hohen öffentlichen und privaten Verschuldung, sowie dem aktuellen Wirtschaftseinbruch könnten sich die allgemeine Risikostimmung und die finanziellen Rahmenbedingungen nochmals verschlechtern.

Branchenspezifische Entwicklung: Entsprechend der letztjährigen Erwartung ist die Fahrzeugproduktion 2019 global gesunken.

Im ersten Halbjahr 2020 wird es zu einer rückläufigen Entwicklung der globalen Produktion von Pkw kommen. Für Europa erwarten wir ein Produktionsvolumen unter der Höhe des Vorjahres.

Für Asien ist entscheidend inwiefern die Entwicklungen der Nachfrage in China sowie die Wirtschaftsförderungen der chinesischen Regierung sich verhält.

Unternehmensspezifische Entwicklung: Wir sehen unsere Chance als qualifizierter Zulieferer für die Tier-1 Automobilzulieferer. Unser technisches Know-how, unsere Erfahrung verbunden mit unserem hochmodernen Maschinenpark bieten alle Voraussetzungen für die geforderte Prozesskompetenz, die in der Bearbeitung von Präzisionsteilen für die Automobilindustrie notwendig ist. Unser Fokus liegt dabei auf hochkomplexen Komponenten für die Bereiche Lenksysteme und Antriebstechnik, die Optionen für ein höheres Margenpotential bieten.

Wir haben uns als OBD Precision sehr intensiv mit der Planung der Gesellschaft auseinandergesetzt. Neben den makroökonomischen und branchenspezifischen Einflussfaktoren sind unsere Prognosen durch sehr konkrete Preis-Volumenplanungen auf Produktbasis und durch Kundengespräche erstellt worden. Des Weiteren wurden die Zahlen mit historischen und zukünftigen im System befindlichen Abrufen abgeglichen und mit den Kunden-LOIs verglichen und angepasst.

Durch den Rückgang bei der Fahrzeugproduktion im Gesamtjahr 2019 legen wir gesteigertes Augenmerk auf die Kostenseite und steuern so dem marktbedingten Abrufverhalten der Kunden entgegen. So konnten beispielsweise die Personalkosten durch Abbau von Leiharbeit und optimierter Produktionsplanung um € 1,3 Mio. gegenüber der Planung gesenkt werden. Durch enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten in Verbindung mit einer detaillierten Ausschussbetrachtung, konnte die Materialkostenquote auf 31,9 % gegenüber dem Planwert von 35,3 % gesenkt werden.

Das Jahr 2020 hat sich mit der globalen Ausbreitung des Corona-Virus und den damit einhergehenden weltweiten Wirtschafseinbrüchen als eines der herausforderndsten der letzten Jahrzenten entwickelt. Durch den plötzlichen Einbruch der kundenseitigen Bedarfe brach der Umsatz in den Monaten April bis Juni auf bis zu 30 % der Vorjahreswerte ein. Dieser Umsatzeinbruch konnte durch ein hohes Maß an Kurzarbeit und einem KfW-Kredit kompensiert werden. Nach Abklingen der ersten Lock-Down-Wellen in Deutschland und weiten Teilen der restlichen Welt, nehmen die Kundennachfragen im 4. Quartal 2020 stark zu und liegen sogar über den Werten der ursprünglichen Jahresplanung für 2020. Für das verbleibende Jahr 2020 rechnet die OBD mit positiven Monatsergebnissen und ausreichender Liquidität.

3. Risikobericht

Risikomanagementziele und -methoden: Unter Risiken verstehen wir ein mögliches Eintreten von internen oder externen Ereignissen, die unsere strategischen und operativen Ziele negativ beeinflussen können.

Das Risikomanagement ist darauf ausgerichtet, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, um mit geeigneten, gegensteuernden Maßnahmen drohenden Schaden für das Unternehmen abwenden und eine Bestandsgefährdung ausschließen zu können.

Um Risiken rechtzeitig zu erkennen, ihre Ursachen zu analysieren, sie zu bewerten, zu minimieren oder zu vermeiden, berichten die verantwortlichen Führungskräfte in regelmäßigen Abständen an die Geschäftsleitung, Dazu gibt es Regeltermine, an denen die Verantwortlichen der Funktionsbereiche an die Geschäftsführung berichten, die ihrerseits im Bedarfsfall weitere innerbetriebliche Abstimmungsrunden initiiert.

Zur Früherkennung von Qualitäts- oder Auslastungsrisiken greifen wir auf eine Betriebs- und Maschinendatenerfassung zurück. Die Datenerfassung ist bis auf wenige Ausnahmen über den gesamten Fertigungsbereich ausgedehnt.

Darüber hinaus werden wichtige Kennzahlen der Unternehmensentwicklung täglich, wöchentlich und monatlich erhoben.

Vier-Augen-Prinzip und Funktionstrennung sind grundlegende Prinzipien bei der Abschlusserstellung. Darüber hinaus gibt die Geschäftsleitung für die Bilanzierung und Abschlusserstellung Richtlinien vor, die Zugriffsberechtigungen in den IT-Systemen regeln sowie interne und externe Spezialisten in eine gesetzeskonforme Rechnungslegung einbeziehen.

Leasingverträge und Forderungsmanagement unterliegen einer ständigen Finanzplanung.

Branchenrisiken: OBD Precision generiert mehr als 90% Ihres Umsatzes innerhalb der Automobilindustrie. Bei einer dauerhaften Schwäche oder einer Verschlechterung der europäischen und auch weltweiten Automobilmärkte müssen wir mit Umsatz- und/ oder Ertragseinbußen rechnen. Durch die momentane Situation ist dies für das Jahr 2019 und auch für 2020 zutreffend.

Die Fahrzeugproduktion und damit auch der Verkauf an unsere Kunden ist zyklisch und steht in starker Abhängigkeit von den allgemeinen Konjunkturbedingungen sowie von den Konsumausgaben, die von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise der Kraftstoffkosten und Verfügbarkeit von Verbraucherkrediten beeinflusst werden.

Infolge schwankender bzw. stagnierender oder sogar rückläufigen Produktionsvolumina in der Automobilindustrie ist auch die Nachfrage nach Produkten von OBD Precision unregelmäßig, da sich unsere Kunden in der Regel nicht zu Mindestabnahmen oder Fixpreisen verpflichten.

Die Kunden fordern weiterhin, auch als Folge eines großen Transformationsprozesses in der Branche, signifikante Preisnachlässe. Um dem Preisdruck zu begegnen, ist OBD Precision bestrebt, Produkte mit technologischen Alleinstellungsmerkmalen in verschiedenen Marktsegmenten zu fertigen. Darüber hinaus sind wir kontinuierlich gefordert, unsere Prozesse auf bessere Effizienz hin zu prüfen und jegliche Kostenoptimierungsmöglichkeit zu realisieren.

Absatzrisiken: Das Kundenportfolio ist durch eine Konzentration auf wenige Großkunden gekennzeichnet. Die Abhängigkeit von Großkunden und deren mögliche kurzfristige Kapazitätsanpassung sowie deren Absatzmarktstellung können zu unkalkulierbaren und bedeutsamen Umsatzentwicklungen führen. Diese Entwicklungen können derart signifikanter Natur sein, dass das Unternehmen diesen kurzfristigen Entwicklungen ohne Zugang zu Kapitalmitteln nicht begegnen kann.

Beschaffungsrisiken: OBD Precision ist Preisschwankungen bei Rohstoffen und Energie ausgesetzt. Sollte es dem Unternehmen nicht möglich sein, seine gestiegenen Kosten auszugleichen oder an die Kunden weiterzugeben, könnten diese Preiserhöhungen die Erträge wesentlich beeinflussen.

Um diesbezügliche Risiken soweit wie möglich einzugrenzen, setzt die Firma auf langjährige und partnerschaftliche Kooperationen mit seinen Lieferanten. Rohmaterialien werden üblicherweise über Einjahreskontrakte mit fixen Preisen geschlossen. Wir disponieren Material grundsätzlich frühzeitig und verfolgen bzw. intensivieren soweit möglich eine Mehrlieferantenstrategie.

Qualitätsrisiken: OBD Precision ist dem Risiko von Garantie- und Produkthaftungsansprüchen ausgesetzt. Unsere Produkte stellen wir nach den Spezifikationen und Qualitätsvorgaben unserer Kunden her. Wenn von uns produzierte und gelieferte Teile nicht die Spezifikationen erfüllen, wird die Fertigung der betroffenen Produkte i.d.R. kundenseitig so lange gestoppt, bis die Ursachen abgestellt sind und eine Wiederfreigabe durch den Kunden erfolgt ist (8D-Prozess).

Für den Qualitätsmanagement-Prozess beschäftigt OBD Precision 5 Qualitätsmanager, die für die Einhaltung der relevanten Q-Prozesse, die interne Qualitätssicherung und den Kundenkontakt verantwortlich sind.

OBD Precision unterliegt der jährlichen Zertifizierung nach ITAF 16949.

Unsere Prozesse und Abläufe werden auch im Rahmen von Lieferantenaudits in regelmäßigen Abständen von unseren Kunden geprüft und bestätigt.

Personalrisiken: Die Mitarbeiter sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Unternehmen und wichtige Know-how-Träger. Dem Risiko von Wissensverlust durch Personalabwanderung begegnet das Unternehmen, indem es seinen Mitarbeitern ein sozial ausgewogenes und motivierendes Arbeitsumfeld bietet und damit die Fluktuationsquote möglichst gering hält. Zusätzlich wird spezifisches Wissen selbstverständlich im internen Managementsystem (IMS) dokumentiert.

Spezialkenntnisse werden von den Mitarbeitern im Zuge von internen und externen Qualifizierungsmaßnahmen erreicht und auch weitergegeben. Wir investieren weiterhin in umfangreiche Schulungen und Ausbildung unserer Mitarbeiter und streben die Übernahme aller geeigneten Auszubildenden an.

Forderungsausfallrisiken: Die Bonität unserer Kunden wird in regelmäßigen Zyklen geprüft. Durch unsere Factoring-Gesellschaft wird der Bonitätsausfall von unseren Kunden abgesichert.

Finanzwirtschaftliche Risiken: Es ergibt sich ein Risiko aus möglichen Liquiditätsengpässen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, planen wir unsere Liquidität kurz- und mittelfristig. Planzahlen werden den Ist-Zahlen gegenübergestellt und Abweichungen können dadurch zeitnah erkannt und Maßnahmen eingeleitet werden. Ziel dieser Planung ist es stets einen positiven Kontostand am Ende des Tages vorzuweisen. Um eventuelle Risiken von mehreren großen Zahlungen kurz hintereinander, wie z.B. Lohn- und Gehaltszahlungen und Leasing- und Versicherungszahlungen, abzufangen, verfügt die OBD zusätzlich über eine Kontokorrentlinie bei der Sparkasse Schwäbisch Hall.

Risiken in Verbindung mit Zinsänderungen sind für uns von eingeschränkter Bedeutung, da lediglich das Factoring-Volumen durch den Leitzins beeinflusst wird.

Ein Währungsrisiko besteht nicht, da bei allen Einkaufs- und Verkaufskontrakten sowie der bestehenden Finanzierungsstruktur der EUR als Währung vereinbart wurde.

IT-Risiken: Das Unternehmen setzt branchenspezifische sowie Standardinformationstechnologie ein.

Zur Aufrechterhaltung sowie Weiterentwicklung werden interne und vor allem externe Fachleute hinzugezogen. Dem Risiko eines Systemausfalls wird mit umfangreichen Maßnahmen zur autarken Geschäftsbesorgung begegnet.

4. Nachtragsbericht

Zu Beginn des Jahres 2020 wurde von den chinesischen Behörden offiziell die Identifizierung mehrerer Personen durch ein neuartiges Coronavirus bekanntgegeben. Die Ausbreitung dieser Krankheit beschränkte zunächst nur auf einen sehr begrenzen Bereich bevor sie sich zur innerhalb kurzer Zeit zu einer globalen Pandemie entwickelte. Mögliche Auswirkungen dieser Pandemie wurde durch die OBD auf Basis der neusten Kenntnisstände bewertet und für die Prognose der Ertragslage des Jahres 2020 mitberücksichtigt. Bedingt durch den Umstand, dass die Entwicklung der Corona-Pandemie nur schwer vorherzusagen ist und mit erheblichen Unsicherheiten verbunden ist, kann die tatsächliche Entwicklung der Ertragslage signifikant von der Prognose abweichen.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat für den Ansatz und die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden des Unternehmens zum 31.12.2019 keinerlei Auswirkung. Weitere Ereignisse von wesentlicher Bedeutung traten nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 nicht ein

 

Gaildorf, den 31.08.2020

Michael Bölling

Carsten Behnert

Bilanz

Aktiva

31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Anlagevermögen 6.247.986,66 7.383.852,50
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 6.274,00 81.321,00
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 6.274,00 81.321,00
II. Sachanlagen 6.241.712,66 7.302.531,50
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.089,00 9.744,00
2. technische Anlagen und Maschinen 4.666.481,00 6.145.463,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 286.774,00 368.602,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.282.368,66 778.722,50
B. Umlaufvermögen 5.467.801,11 5.452.832,92
I. Vorräte 4.054.147,64 3.632.762,35
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 950.490,73 1.303.000,41
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 826.973,40 814.972,43
2. sonstige Vermögensgegenstände 123.517,33 488.027,98
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 463.162,74 517.070,16
C. Rechnungsabgrenzungsposten 30.449,32 42.908,32
Bilanzsumme, Summe Aktiva 11.746.237,09 12.879.593,74

Passiva

31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Eigenkapital 3.352.087,71 3.147.061,41
I. gezeichnetes Kapital 31.250,00 31.250,00
II. Kapitalrücklage 1.268.750,00 1.268.750,00
III. Gewinnvortrag 1.847.061,41 1.414.756,45
IV. Jahresüberschuss 205.026,30 432.304,96
B. Rückstellungen 423.670,19 435.318,85
C. Verbindlichkeiten 7.730.762,76 8.941.308,39
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 855.174,35 681.777,26
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.265.715,34 6.785.516,13
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 500.000,00 500.000,00
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.109.873,07 974.015,00
D. Passive latente Steuern 239.716,43 355.905,09
Bilanzsumme, Summe Passiva 11.746.237,09 12.879.593,74

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2019 - 31.12.2019
EUR
1.1.2018 - 31.12.2018
EUR
1. Rohergebnis 25.867.944,90 28.938.754,22
2. Personalaufwand 13.536.895,80 14.795.981,36
a) Löhne und Gehälter 11.400.742,09 12.587.238,92
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.136.153,71 2.208.742,44
davon für Altersversorgung 83.145,94 68.906,61
3. Abschreibungen 2.739.067,55 2.479.921,94
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.739.067,55 2.479.921,94
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 9.002.029,95 10.714.011,40
5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 252.748,97 299.512,77
6. Steuern vom Einkommen und Ertrag 104.878,41 197.514,33
a) Aufwand aus der Veränderung latenter Steuern -116.188,66 143.964,39
7. Ergebnis nach Steuern 232.324,22 451.812,42
8. sonstige Steuern 4.497,92 7.474,13
9. auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 22.800,00 12.033,33
10. Jahresüberschuss 205.026,30 432.304,96

Anhang

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss der OBD Precision GmbH wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRuG) aufgestellt. Es handelt sich um eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht OBD Precision GmbH
Firmensitz laut Registergericht Gaildorf
Registereintrag Handelsregister
Registergericht Stuttgart
Registernummer 758153

2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Geschäftsführer der OBD Precision GmbH haben den Jahresabschluss am 27. März 2020 unter Annahme der Unternehmensfortführung und unter Anwendung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BiLRUG) aufgestellt. Bilanzierung und Bewertung erfolgen unter Beachtung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches für mittelgroße Kapitalgesellschaften. Zur Anwendung kommt der Standardkontenrahmen SKR 03. Abweichungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Vergleich zum Vorjahr liegen nicht vor. Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist.

Die Posten der Aktivseite sind nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen und Grundstücksrechte nicht mit Grundstückslasten verrechnet worden.

Das Anlage- und Umlaufvermögen, das Eigenkapital, die Schulden und die Rechnungsabgrenzungsposten sind in der Bilanz gesondert ausgewiesen und hinreichend gegliedert. Das Anlagevermögen weist nur Gegenstände aus, die bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauernd zu dienen.

Rückstellungen sind nur im Rahmen des § 249 HGB gebildet worden. Rechnungsabgrenzungsposten sind nach den Vorschriften des § 250 HGB gebildet worden.

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände

Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis 800 € wurden im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben.

Umlaufvermögen

Vorräte

Die Vorräte wurden nach Art und Menge körperlich aufgenommen und in einer Einzelaufstellung belegt. Die Bewertung Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips nach § 253 Abs. 4 HGB. Die Bewertung der Unfertigen Erzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Fertigungsgrades (retrograde Methode). Die Bewertung der Fertigen Erzeugnisse und Waren erfolgte zu Herstellungskosten (retrograde Methode).

Forderungen

Forderungen und Wertpapiere wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Rückstellungen

Rückstellungen sind in Höhe der Erfüllungsbeträge angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig sind, um alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken. Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

In der Bilanz 31.12.2019 wurden folgende latente Steuersalden angesetzt:

Euro
passive latente Steuern 239.716,43

Die Steuersalden änderten sich im Geschäftsjahr folgendermaßen:

Euro
Auflösung latenter Steuern 116.188,66

Der Ansatz von passiven latenten Steuern beruht auf handelsrechtlichem Mehrvermögen, das im Wesentlichen aus dem Ansatz unterschiedlicher Nutzungsdauern beim Anlagevermögen beruht. Auf den Unterschiedsbetrag kam ein Steuersatz in Höhe von 28,075% zum Ansatz.

Der in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene Gewinnanteil der in 2018 begründeten typisch stillen Gesellschaft ist mit 2,85% der geleisteten Einlage ("Höchstgrenze der jährlichen Gewinnbeteiligung") ermittelt.

3. Angaben zur Bilanz

3.1 Brutto-Anlagenspiegel

Die Aufgliederung und Entwicklung der Anlagenwerte ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen. Siehe Anlage 1.

3.2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind sämtlich innerhalb eines Jahres fällig. Im Sinne eines sogenannten "echten" Factorings bestehen vertragliche Vereinbarungen mit der TARGO Commercial Finance AG.

3.3 Sonstige Vermögensgegenstände

Bei den sonstigen Vermögensgegenständen bestehen keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. In den Sonstigen Vermögensgegenständen sind größere Beträge enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag rechtlich entstehen. Dabei handelt es sich um Beträge, die erst nach dem Bilanzstichtag zu Einnahmen führen, aber zum Zweck der periodengerechten Gewinnermittlung bereits zum Bilanzstichtag als Einnahmen erfasst wurden. Die Beträge haben Forderungscharakter.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten einen Energie- und Stromsteuererstattungsanspruch in Höhe von T€ 80,0. Der Betrag wurde nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung geschätzt.

3.4 Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten die zum Bilanzstichtag noch nicht veranlagten Steuern für das Jahr 2019. Für noch nicht genommen Urlaub und angesammelte Überstunden war eine Rückstellung für Personalkosten zu bilden. Diese setzt sich zusammen aus der Rückstellung für nicht genommenen Urlaub in Höhe von T€ 187,5 und der Rückstellung für angesammelte Überstunden in Höhe von T€ 79,1.

3.5 Verbindlichkeiten und Sicherungsrechte

Die Verbindlichkeiten und die Aufgliederung der Restlaufzeiten, sowie eine Übersicht über die Sicherungsrechte sind in der nachfolgenden Aufstellung aufgezeigt:

Art der Verbindlichkeit zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2019 TEuro kleiner 1 Jahr
TEuro
1 - 5 Jahre
TEuro
größer 5 Jahre
TEuro
gegenüber Kreditinstituten 855,2 632,4 105,0 117,8
aus Lieferungen und Leistungen 5.265,7 3.760,4 1.455,9 49,2
(davon Verbindlichkeiten aus LuL) (2463,1) (2.463,1)
(davon Verbindlichkeiten aus Mietkauf) (2.802,6) (1.297,3) (1.455,9) (49,2)
gegenüber verbundenen Unternehmen 500,0 500,0 0,0 0,0
gegenüber beteiligten Unternehmen 822,8 22,8 0,0 800,0
übrige sonstige Verbindlichkeiten 287,1 287,1 0,0 0,0
davon aus Steuern 98,2 TEuro
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 4,5 TEuro
Summe 7.730,8 5.202,7 1.560,9 967,0

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im branchenüblichen Umfang durch Eigentumsvorbehalt gesichert.

Hinsichtlich der Einlage der stillen Beteiligung in Höhe von TEuro 800,0 besteht eine Verbindlichkeit mit Restlaufzeit über 5 Jahren.

3.6 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Gegenüber der OBD Grundbesitz GmbH bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 500,0.

Gesellschafter der OBD Grundbesitz GmbH sind die Main Kapital GmbH und Michael Bölling, jeweils mit einem Anteil am Stammkapital in Höhe von 12.500,00 Euro (jeweils 50%).

3.7 Verbindlichkeiten aus stiller Gesellschaft

Im Jahr 2018 wurde mit der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH (nachfolgend kurz "MBG") ein Vertrag über die Beteiligung der MBG an der OBD Precision GmbH als typisch stille Gesellschafterin geschlossen. Der Vertrag endet am 31.10.2027 ("normale Beteiligungslaufzeit").

Die Einlage in Höhe von T€ 800,0 ist als "Sonstige Verbindlichkeiten aus stiller Gesellschaft" gemäß § 265 (5) HGB in der Bilanz gesondert ausgewiesen. Desweiteren ist die auf das Berichtsjahr entfallende Gewinnbeteiligung in Höhe von T€ 22,8 bei dieser Bilanzposition berücksichtigt.

Die MBG ist nicht am Verlust beteiligt. Eine Nachschusspflicht der MBG besteht nicht.

Im Insolvenzfall der OBD Precision GmbH ist die MBG ab Antragstellung mit ihren Ansprüchen erst nach allen nicht nachrangigen Gläubigern, nicht jedoch nach anderen nachrangigen Gläubigern und vor den Gesellschaftern der OBD Precision GmbH, zu befriedigen.

3.8 Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gem. § 251 HGB bestanden nicht.

3.9 Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen

Am Bilanzstichtag bestanden die folgenden wesentlichen Verpflichtungen:

Verpflichtungen TEUR
aus Mietverträgen (Jahresschuld) 624,4
aus Leasingverträgen (Restverpflichtungen) 1.492,9
Summe 2.117,3

4. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Umsatzerlöse setzen sich im Wesentlichen zusammen aus umsatzsteuerfreien Umsätzen in Höhe von T€ 29.017,9 und umsatzsteuerpflichtigen Umsätzen in Höhe von T€ 7.210,3. Die umsatzsteuerfreien Umsätze resultieren insbesondere aus Lieferungen ins EU-Ausland und ins Drittland.

Die Gesamtleistung des Unternehmens in Höhe von T€ 36.168,8 setzt sich zusammen aus den Umsatzerlösen in Höhe von T€ 36.228,2 und der Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen in Höhe von T€ 59,4.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten insbesondere die Erträge aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in Höhe von T€ 1.082,3.

Der Materialaufwand des Geschäftsjahrs in Höhe von T€ 11.556,5 resultiert aus den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von T€ 8.160,4 und den Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von T€ 3.396,1. Sowohl die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, als auch die Aufwendungen für bezogene Leistungen werden im Wesentlichen im Inland bezogen.

In Höhe von T€ 13.536,9 sind Personalaufwendungen ausgewiesen. Diese unterteilen sich in Aufwendungen für Löhne und Gehälter in Höhe von T€ 11.400,7 und Aufwendungen für soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung in Höhe von T€ 2.136,2.

Aufgrund der begründeten typisch stillen Gesellschaft mit der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH sind auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne in Höhe von T€ 22,8 gewinnmindernd berücksichtigt.

5. Sonstige Angaben

5.1 Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppen 1. Januar bis 31. März 1. April bis 30. Juni 1. Juli bis 30. September 1. Oktober bis 31. Dezember Jahresdurchschnitt
Vollzeitmitarbeiter 255 254 260 255 256
Teilzeitmitarbeiter 14 14 14 17 15
Auzubildende 17 14 13 15 15
Summe 286 282 287 287 286

5.2 Namen der Geschäftsführer

Geschäftsführer waren im Berichtszeitraum Herr Dr. Ulrich Ahrens und Herr Michael Bölling. Die Geschäftsführer sind jeweils von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

5.3 Organbezüge

Bezüglich der Angabepflicht der Organbezüge nach § 285 Nr. 9 HGB wird unter Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB von der Ausnahmeregelung Gebrauch gemacht.

5.4 Vorgänge von besonderer Bedeutung

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat sich ab Januar 2020 ausgehend von China sehr dynamisch und weltweit entwickelt. Angesichts der Ausbreitungsdynamik, der Schwierigkeit, Menschen vor einer Übertragung zu schützen und der Gefährlichkeit des Virus ergriffen und ergreifen Regierungen und nationale Behörden Maßnahmen, die das öffentliche Leben extrem einschränken und die Wirtschaft (einschließlich Güter- und Warenverkehr) stark negativ beeinträchtigen.

Beispiele hierfür sind

(vorübergehende) Ein- und Ausreisestopps,

Schließungen von Landesgrenzen, Häfen, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen oder gastronomischen Betrieben,

Absage von Messen und Veranstaltungen aller Art,

Ausdünnung des Flug- und Bahnverkehrs.

In den knapp vier Wochen vom 17.02.2020 bis zum 13.03.2020 verlor der Leitindex der größten deutschen börsennotierten Unternehmen DAX mehr als 30% seines Wertes. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Gleiches gilt für die finanziellen Auswirkungen auf unser Unternehmen, die wir nicht quantifizieren können, jedoch als deutlich negativ beurteilen. Wir verweisen zudem auf die Ausführungen im Lagebericht. Weitere Ereignisse von wesentlicher Bedeutung traten nach dem Bilanzstichtag nicht ein.

5.5 Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Gemäß gesondertem Gesellschafterbeschluss haben die Gesellschafter den Jahresüberschuss in Höhe von Euro 205.026,30 auf neue Rechnung vorgetragen.

5.6 Unterschrift der Geschäftsführung

 

Gaildorf, den 31.08.2020

gez. Geschäftsführer Michael Bölling

Anlagespiegel

Anschaffungs- Herstellungskosten 01.01.2019
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs- Herstellungskosten 31.12.2019
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Linzenzen an solchen
Rechten und Werten 325.163,00 325.163,00
Immaterielle Vermögensgegenstände 325.163,00 325.163,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18.273,37 18.273,37
2. technische Anlagen und Maschinen 10.622.954,71 1.845.653,06 2.416.916,66 -206,56 10.051.484,55
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 808.646,75 127.165,17 935.811,92
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 778.722,50 593.646,16 90.000,00 1.282.368,66
Sachanlagen 12.228.597,33 2.566.464,39 2.506.916,66 -206,56 12.287.938,50
12.553.760,33 2.566.464,39 2.506.916,66 -206,56 12.613.101,50
kumulierte Abschreibungen 01.01.2019
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibungen 31.12.2019
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Linzenzen an solchen
Rechten und Werten 243.842,00 75.047,00 318.889,00
Immaterielle Vermögensgegenstände 243.820,00 75.047,00 318.889,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.529,37 3.655,00 12.184,37
2. technische Anlagen und Maschinen 4.477.491,71 2.441.482,06 1.533.763,66 -206,56 5.385.003,55
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 440.044,75 208.993,17 649.037,92
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
Sachanlagen 4.926.065,83 2.654.130,23 1.533.763,66 -206,56 6.046.225,84
5.169.907,83 2.729.177,23 1.533.763,66 -206,56 6.365.144,84
Zuschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Buchwert 31.12.2019
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Linzenzen an solchen
Rechten und Werten 6.274,00
Immaterielle Vermögensgegenstände 6.274,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.089,00
2. technische Anlagen und Maschinen 4.666.481,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 286.774,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.282.368,66
Sachanlagen 6.241.712,66
6.247.986,66

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 31.08.2020 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die OBD Precision GmbH

Prüfungsurteile

Ich habe den Jahresabschluss der OBD Precision GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der OBD Precision GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für alle Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019. Der Lagebericht vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für alle Kaufleute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) enthält unter www.idw.de/idw/verlautbarungen/bestaetigungsvermerk/hgb-ja-non-pie eine weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Diese Beschreibung ist Bestandteil meines Bestätigungsvermerks.

 

Schwäbisch Hall, 31. August 2020

Dr. Rainer Keller, Wirtschaftsprüfer

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