Festo International Holding GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jaroslav Dr. Patka seit 3.9.2020 | Vorstandsmitglied |
Frank Paul Notz seit 14.2.2019 | Vorstandsmitglied |
Markus, geb. Maier Dr. Frischmuth seit 14.2.2019 | Prokura |
Oliver D. Dr. h.c. Jung seit 14.11.2018 | Vorstandsmitglied |
Frank Dr. Melzer seit 17.10.2017 | Vorstandsmitglied |
Gerhard Borho seit 19.5.2016 | Vorstandsmitglied |
Jasmin Dr. Löffler seit 28.5.2015 | Prokura |
Ansgar Dr. Kriwet seit 18.2.2009 | Vorstandsmitglied |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Festo AktiengesellschaftStuttgartJahresabschluss zum 31. Dezember 2006Konzern-Lagebericht für 2006A. Geschäft und Rahmenbedingungen
1. Geschäftsprofil
Überblick
Festo ist ein weltweit führender Anbieter von Automatisierungstechnik. Das global ausgerichtete, unabhängige Familienunternehmen mit Hauptsitz in Esslingen a. N. hat sich in über 50 Jahren durch Innovationen und Problemlösungskompetenz rund um die Pneumatik sowie mit einem einzigartigen Angebot an industriellen Aus- und Weiterbildungsprogrammen zum Leistungsführer seiner Branche entwickelt.
Die Konzernaktivitäten umfassen die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Produkten, technischen Systemen und Dienstleistungen sowie Vermittlung von Wissen für Aufgaben der Automatisierung, wie Steuerung, Regelung, Positionierung und Handhabung bei Maschinen, Apparaten und technischen Prozessen. Der Konzern gliedert sich in die beiden Geschäftsbereiche Automation sowie Didactic.
Weltweite Präsenz
Festo beliefert weltweit rund 300.000 Kunden in über 200 Kundenbranchen. Weltweit stellen 56 Festo Landesgesellschaften mit 250 Regionalbüros in 176 Ländern sicher, dass Beratung, Service, Lieferqualität und Zuverlässigkeit in allen Industrieregionen der Welt rundum stimmen.
Mitarbeiter und Produktionsstandorte
Festo beschäftigte Ende 2006 rund 12.000 Mitarbeiter, davon ist rund die Hälfte im Ausland beschäftigt. Weltweit betreuen 3.500 Mitarbeiter die Kunden vor Ort. Die Ausbildung hat bei Festo einen großen Stellenwert - das Unternehmen bildet in 12 technischen und kaufmännischen Berufen und 7 Studiengängen der Berufsakademie aus.
Der Festo Konzern produziert an 14 Standorten in einem weltweiten Produktionsverbund. Außerhalb Deutschlands befinden sich Produktionsstätten in Brasilien, Bulgarien, China, Indien, Korea, Mexiko, Schweiz, Singapur, Tschechische Republik, Ukraine, Ungarn und in den USA.
Produktsortiment
Das Produktprogramm bietet für die pneumatische und elektrische Automatisierungstechnik rund 25.000 Produkte für die Fabrik- und Prozessautomation, aus denen durch variantenreiche Baukastensysteme kundenspezifische Lösungen hergestellt werden. Pneumatische und elektrische Antriebe, Ventile, Ventilinseln, installationssparende Anschlusstechnik, Handhabungs- und Montagetechnik, Druckluftaufbereitung, Verbindungstechnik, Vakuumtechnik, Lage- und Qualitätsprüfung, Sensorik und Steuerungstechnik sowie ein umfassendes Angebot zur industriellen Aus- und Weiterbildung bilden das Basisangebot.
Auf dem Gebiet des industriellen Bildungswesens bündelt das Unternehmen ein umfassendes Angebot von Lernsystemen für die industrielle Aus- und Weiterbildung.
Darüber hinaus gehören einbaufertige Subsysteme ebenso zum Programm wie abgestimmte Branchenlösungen für die Automobil-, Elektronik-, Nahrungsmittel- und Verpackungs-, Biotech-/Pharma- und die Prozessindustrie, spezialisierte Lösungen für regionale Märkte und individuelle Lösungen für Einzelkunden. Mit einem kompletten Serviceangebot unterstützt Festo seine Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von der intensiven Beratung, über die Auswahl der optimalen Produkte und Systeme, den schnellen Einbau im Sinne von "plug and work" bis hin zu Schulungen und dem Service vor Ort.
Absatzmärkte und wichtige Branchen
Die wichtigsten Schlüsselbranchen nach Umsätzen sind die Automobil-, Elektronik-, Nahrungs- und Verpackungsindustrie sowie der Werkzeugmaschinenbau. In keiner Branche werden jedoch mehr als 15 % vom Konzernumsatz realisiert. Aufgrund der guten Kunden- und Branchendiversifikation können Nachfrageschwankungen aus Konjunktur und Branchenzyklen zwischen den fokussierten Branchen abgefedert werden.
In regionaler Hinsicht liegt der Schwerpunkt der Geschäftsaktivitäten trotz der in den letzten Jahren fallenden Tendenz unangefochten in Europa, gefolgt von der Region Amerika (umfasst Kanada, USA und Südamerika) und Asien. Vor allem der asiatische Markt hat seit 2001 kontinuierlich an Bedeutung gewonnen.
Konzernstruktur
Konzernobergesellschaft ist die Festo AG, in der Form einer nicht operativ tätigen Konzernholding. Sie hält direkt bzw. indirekt die Beteiligungen an allen in- und ausländischen Tochterunternehmen. Die Anteile inländischer Tochterunternehmen sind überwiegend bei der Festo AG & Co. KG gebündelt, deren persönlich haftende Gesellschafterin die Festo AG ist.
Familiengesellschaft mit Fremdmanagement
Festo ist eine Familiengesellschaft mit Fremdmanagement. Die Zusammenarbeit zwischen den Gesellschaftern (Mitglieder der Familien Stoll), dem Aufsichtsrat und dem Vorstand ist im Festo Corporate Governance Codex geregelt. Der Erhalt des Firmenvermögens über mehrere Generationen hinweg genießt höchste Priorität. Die langfristigen Unternehmensgrundsätze und -strategien sind diesem Grundsatz untergeordnet.
2. Globale Marktentwicklung und wesentliche Einflüsse
Der Weltmarkt für Automatisierungstechnik nahm 2006 weiter Fahrt auf, getrieben durch die starke Nachfrage aus dem In- und Ausland. Die weltweite Positionierung von Festo in den bedeutenden Wirtschaftsregionen hat sich 2006 sehr positiv ausgewirkt. An dem weltweiten Wirtschaftswachstum konnte Festo als "Global Player" in Automation und Didactic maßgeblich teilhaben.
Getragen von insgesamt günstigen Rahmenbedingungen setzte Festo im Geschäftsjahr 2006 den positiven Trend des Vorjahres fort. Der Umsatz kletterte um nahezu 12 % auf über 1,5 Mrd. €.
Wichtige Wachstumsimpulse gingen insbesondere von Asien und Osteuropa aus. Der Zuwachs in Amerika entwickelte sich vom Volumen gut, aufgrund der Dollar-Euro-Relation jedoch insgesamt nur moderat. In Westeuropa nahm das Wirtschaftswachstum zu und steigerte die Nachfrage. Besonders erfreulich entwickelte sich der Inlandsmarkt. Die Ende 2005 begonnene Marktbelebung setzte sich im Jahresverlauf weiter fort und brachte Festo neue wichtige Aufträge.
Festo ist im Jahre 2006 stärker als der Markt gewachsen. Besonders die Nachfrage nach Handhabungstechnik, einbaufertigen und kundenspezifischen Lösungen ist gestiegen. In den neuen Geschäftsfeldern "Elektrische Antriebe" und "Prozessautomatisierung" wurden, wie in vielen anderen Bereichen, zweistellige Wachstumsraten erreicht. Die Schwerpunkte in der Prozessindustrie bildeten die Segmente "Biotech/Pharma", "Wasser/Abwasser" sowie "Nahrungsmittel". Das Flachbildschirmgeschäft in Asien entwickelte sich im zweiten Jahr in Folge erfreulich. Festo ist in diesem Bereich ein wichtiger Partner für die international ausgerichteten Kunden.
Im Bereich der neuen Geschäftsfelder wuchs Festo über 30 %. Die Erweiterung des Produktspektrums zum Vollsortimenter nicht nur für pneumatische, sondern auch für elektrische Antriebe sowie für die Prozessindustrie zahlte sich auch 2006 aus. Kunden schätzen den Partner Festo, der sie technologieneutral berät und den gesamten Produktionsprozess in seinem Portfolio abbildet. So können die Prozesse zwischen Mensch, Mechanik, Protokollen, Soft- und Hardware effizient gestaltet und Prozesskosten nachhaltig gesenkt werden.
Im Inland konnten wir sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz Zuwächse von rund 8,0 % verzeichnen. Überdurchschnittlich zulegen konnten wir insbesondere in den Branchen Nahrungsmittel und Verpackung sowie Druck und Papier und dem Werkzeugmaschinenbau. Dagegen blieben die Zuwächse im Bereich Sondermaschinenbau eher bescheiden gegenüber dem Vorjahr. In der gesamten Region 1 Europa haben wir unsere Wachstumsziele ebenfalls übertroffen und sind gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich gewachsen. Mit einem Zuwachs von 11,0% gegenüber Vorjahr haben wir unsere Marktstellung ausbauen können.
In der Region 2 Amerika haben wir unsere Umsatzerwartungen knapp erreicht und sind gerechnet in EUR mit rund 13,2% gegenüber Vorjahr gewachsen. Positiv war der Auftragseingang in den Ländern Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru, wohingegen die Marktumsätze die Erwartungen in den Ländern Brasilien, Kanada und den USA nicht ganz erfüllt haben.
Das stärkste Wachstum verzeichnete Festo im Geschäftsjahr 2006 in der Region 3 Asien mit knapp 15,3%. Positiv lag der Umsatz insbesondere in China, Thailand und Singapur; dagegen haben sich Hongkong, Malaysia, Korea und die Philippinen eher unterdurchschnittlich entwickelt.
Ebenfalls überdurchschnittlich sind wir in der Region 5 Mittel- und Osteuropa gewachsen. Besonders stark waren die Zuwächse in Russland, aber auch in Polen, der Slowakei und der Ukraine.
Festo hat insgesamt einen Anteil am Weltmarkt von rund 19 %. Mit dem Geschäftsbereich Automation sind wir in Deutschland und Europa Marktführer. In Deutschland und Westeuropa konnten wir unseren Marktanteil weiter ausbauen. Auch in Osteuropa bauten wir in einem guten Marktumfeld unseren Marktanteil aus. Im Geschäftsbereich Didactic steht der Konzern überwiegend im Wettbewerb mit nationalen Kleinanbietern.
3. Produktion
Festo unterhält ein internationales Netzwerk an eigenen Produktionsstätten im In- und Ausland. Dabei haben die Werke (Global Production Center) für spezifische Produktprogramme und Fertigungstechnologien ihre spezifische Standortkompetenz entwickelt und beliefern jeweils mit ihrem Sortiment den Weltbedarf von Festo. Die GPC arbeiten eng verzahnt mit dezentralen Entwicklungszentren (Technical Engineering Center).
Elektronischen Systemen kommt für die Automatisierung eine wachsende Bedeutung zu. Daher baute Festo die Entwicklung und Produktion elektronischer Komponenten und Produkte auch 2006 weiter aus. Damit werden auch im Kerngeschäft der Pneumatik neue Funktionen verfügbar.
Auch im Rahmen der europäischen Manufuture Initiative arbeitet Festo an anwendungsorientierten Konzepten für die Produktionstechnik der Zukunft.
Festo bezieht rund 36.000 Beschaffungsteile von 685 Lieferanten aus 28 Ländern. Mit den 10 wichtigsten Lieferanten werden knapp 40% des Beschaffungsvolumens abgedeckt - eine ausgewogene Position zwischen dem Anspruch der Lieferantenminimierung und der Vermeidung von Abhängigkeiten durch zu wenige Lieferanten.
4. Investitionen
Das Unternehmen Festo nimmt nachhaltig Investitionen in der Bandbreite von 100-120 Mio. € p.a. vor. Davon wird jeweils die Hälfte in Deutschland und im Ausland getätigt. Im Geschäftsjahr 2006 belief sich das Investitionsvolumen auf insgesamt 116,3 Mio. EUR nach 104,0 Mio. EUR im Vorjahr. Davon entfallen 82,9 Mio. EUR auf Sachanlagen, 8,8 Mio. EUR auf immaterielle Vermögensgegenstände und 24,6 Mio. EUR auf Finanzanlagen, insbesondere Ausleihungen.
In 2006 haben wir an unseren inländischen Produktionsstandorten Rohrbach und Esslingen im Wesentlichen in neue Anlagen und Baulichkeiten investiert, um unsere Fertigungskapazitäten auszubauen und auf dem neuesten technologischen Stand zu halten. Am Standort Esslingen-Berkheim wurde in 2006 mit dem Bau eines weiteren Gebäudes zur Erweiterung insbesondere der Engineering Kapazität im Stammhaus begonnen. Mit einem Investitionsvolumen von 20 Mio. € wird auf einer Länge von 120 Metern im architektonischen Stil des TechnologieCenters ein Gebäude realisiert, das rund 11.000 m² Fläche für den zukünftigen Flächenbedarf bereit stellen wird. Mit dem Bezug des Gebäudes wird Ende 2007 gerechnet.
Im Ausland bildeten Investitionsschwerpunkte: der Ausbau der Fertigung in der Ukraine und in China sowie der weitere Aufbau unserer Vertriebs- und Service-Aktivitäten weltweit. In Tschechien wurde ein neues Headquarter seiner Bestimmung übergeben.
Im Rahmen der laufenden Umsetzung der Markterweiterungsstrategie in China wurde in 2006 die Jinan Huaneng Pneumatics Corporation (JPC) zu 100 % von der Festo AG übernommen. Die Aufnahme von JPC in die Festo Gruppe wird als Ergänzung zum bestehenden Programm gesehen. Mit dem schnellen Zugang zu weiteren neuen Kundenkreisen im Wachstumsmarkt China beschleunigt Festo damit konsequent den Ausbau seiner Marktstellung.
5. Forschung und Entwicklung
Festo erhöhte 2006 nochmals seine Investitionen in die Entwicklung neuer Produkte und Services. Einen Schwerpunkt bildete der Einsatz neuer Technologien, wie der Mikro- und Nanotechnologie. Das globale Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk wurde weiter ausgebaut. Die FuE-Quote stieg damit 2006 auf 7,5 % (Vorjahr 7,0 %).
Im Jahr 2006 wurden 98 Produktneuheiten für den Vertrieb freigegeben. Die Zahl der neu angemeldeten Patente lag, wie im Vorjahr bei 95 Erfindungsmeldungen. Damit gehört Festo zu den innovativsten Unternehmen im Inland und weltweit.
Bei Festo sind in der Produktentwicklung rund 20 verschiedene moderne Analyse- und Testverfahren zur Untersuchung von Materialproben im Einsatz: (Infrarotspektrometer identifizieren Stoffe und ihre Bestandteile, Licht- und Rasterelektronenmikroskope prüfen Oberflächen, Rotationsverdampfer bereiten eine chemische Analyse vor und die Zugprüfmaschine ist für eine Zerreißprüfung notwendig.) Wo bisher manuelle Verfahren der Qualitätsprüfung dienten, erlaubt die 3-D-Röntgentechnik zerstörungsfreie Blicke in das Innere von Materialien und Bauteilen. Diese Methode garantiert eine ganzheitliche Qualitätssicherung unterschiedlichster Art bei Festo. Mit der Einführung der MetroTomographie - der Verschmelzung von Metrologie und Tomographie - erweiterte Festo das Spektrum der industriellen Messtechnik erheblich. Ein neuer Computertomograph ergänzt die geläufigen Verfahren und unterstützt eine schnelle, hochpräzise Qualitätssicherung und effiziente Bauteiloptimierung.
6. Mitarbeiter
Zum 31. Dezember 2006 beschäftigte Festo weltweit 11.994 Mitarbeiter und damit 4,5 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. In den Landesgesellschaften wurde der Belegschaftsstand um 4,6 % auf 6.382 Mitarbeiter gesteigert. Der Personalbestand in der Festo AG & Co. KG sowie der Festo Didactic GmbH & Co. KG nahm im Jahresvergleich um 4,3 % zu. Zum 31. Dezember 2006 waren in beiden Gesellschaften insgesamt 5.612 Mitarbeiter beschäftigt. Die Ausbildungsquote betrug 2006 in Deutschland 7,2 %.
Im Unternehmen Festo stehen den Mitarbeitern vielfältige Möglichkeiten auch in der Weiterbildung zur Verfügung: internationale Qualifizierungsprogramme, das Traineeprogramm für Neueinsteiger und eine unternehmenseigene Festo Academy. Der Anteil der Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung beträgt durchschnittlich jährlich 1,5 % vom Umsatz.
Bezogen auf die Dauermitarbeiter lag die Fluktuationsquote im Inland 2006 bei 2,1 %.
7. Steuerungssystem des Unternehmens
2006 war ein wichtiges Implementierungsjahr für die Umsetzung der Unternehmensstrategie von Festo. Die Planungskonferenz 2006 im November in Italien stand deshalb ganz im Zeichen der Analyse der Zielerreichung der Top Balanced Scorecard, die als zentrales Steuerungssystem und Managementinformationssystem von Festo eingesetzt wird. Die wichtigsten Ergebnisse: Die Unternehmensstrategie erweist sich als tragfähig. Festo liegt entsprechend der strategischen Gesamtvorgaben weltweit auf Zielkurs. Die Ausgangsbedingungen für ein weiteres nachhaltiges Wachstum von Festo sind gegeben.
B. Ertragslage
Die Festo-Gruppe konnte in 2006 den Umsatz erneut deutlich steigern. Der Konzernumsatz stieg von 1.382,0 Mio. EUR um 11,7 % auf 1.543,9 Mio. EUR. Diese Entwicklung resultiert aus einer verbesserten Konjunktur, insbesondere in der wichtigen Branche der Automobil- und Automobilzulieferindustrie. Geografisch konnten in allen Regionen absolute Zuwächse erzielt werden. Die Regionen Asien und Amerika sind hierbei mit 15,3 % bzw. 13,2 % überproportional gewachsen. Die umsatzstärkste Region Europa ist mit 11,0 % leicht unterdurchschnittlich gewachsen. Die Regionen Australien und Afrika haben sich mit Ihrem Wachstum von 7,3 % bzw. 5,3 % im Vergleich unterdurchschnittlich entwickelt. Erhöhend auf den Umsatz hat sich insbesondere die positive Währungsentwicklung in Brasilien und Korea ausgewirkt. Dämpfend wirkten hingegen die negative Währungsentwicklung in Südafrika und Indien. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderung und der aktivierten Eigenleistung ergibt sich gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung der Gesamtleistung um 169,4 Mio. EUR bzw. 12,3 %. Damit haben wir unsere Planziele für das Geschäftsjahr 2006 deutlich überschritten.
Der Materialaufwand ist in Relation zur Entwicklung der Gesamtleistung überproportional gestiegen und liegt mit einer Quote von 31,9 % der Gesamtleistung um rund 1 Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. Gründe hierfür liegen zum einen in Preissteigerungen im Rohstoff bereich, aber auch in Strukturveränderungen bedingt durch die neuen Geschäftsfelder. Diese Effekte konnten durch Erschließung von weiteren Einkaufspotentialen nur teilweise kompensiert werden.
Der Personalaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um 35,9 Mio. EUR erhöht. Neben den Tariferhöhungen um 3,0 % wirkt sich hier auch der moderate Anstieg der durchschnittlichen Belegschaft mit einem Zuwachs von 5,1 % aus. In Relation zur Entwicklung der Gesamtleistung blieb die Erhöhung der Personalaufwendungen unterproportional mit einem Zuwachs von 6,8 %.
Die Abschreibungen sind aufgrund der anhaltend hohen Investitionen der Vorjahre moderat angestiegen und liegen im Geschäftsjahr bei rund 74 % der Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Verhältnis zur Entwicklung der Gesamtleistung nahezu gleich geblieben. Der Anstieg um 30,4 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg bei den Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von 11,0 Mio. EUR. Die restlichen 19,4 Mio. EUR sind vor allem auf Steigerungen der Einzelpositionen Kursverluste, Fracht- und Verpackungskosten, Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, Personalkosten für Leiharbeitskräfte und Reisekosten zurückzuführen.
Das Finanzergebnis konnte aufgrund der sehr guten Ertragslage von 2,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 8,5 Mio. EUR verbessert werden. Dadurch hat sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um rund 30 Mio. EUR bzw. 19,7 % verbessert.
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind gegenüber dem Vorjahr trotz des deutlich verbesserten Ergebnisses rückläufig, da im Vorjahr erhebliche Effekte aus einer steuerlichen Umstrukturierung enthalten waren.
Insgesamt konnte der Konzernjahresüberschuss um 36,9 Mio. EUR auf 114,5 Mio. EUR gesteigert werden. Die Umsatzrendite liegt im Geschäftsjahr 2006 damit bei 7,4 % (Vj. 5,6 %).
C. Finanzlage
Die Festo-Gruppe weist eine gesunde Kapitalstruktur auf. Die Eigenkapitalquote ist im laufenden Geschäftsjahr aufgrund der Ausweitung des Gesamtkapitals um 211,4 Mio. EUR zwar leicht von 60,0 % auf 57,7 % gesunken, sie ist im Branchendurchschnitt aber immer noch überdurchschnittlich hoch. Die Gruppe verfügt zum Stichtag über liquide Mittel in Höhe von 142,2 Mio. EUR. Daneben sind in den sonstigen Vermögensgegenständen Schuldscheindarlehen in Höhe von 180,2 Mio. EUR enthalten, die kurzfristig liquidiert werden können. Festo finanziert sich im Wesentlichen über den Cash-Flow, der im laufenden Geschäftsjahr von 158,4 Mio. EUR auf 197,0 Mio. EUR angestiegen ist.
Im Geschäftsjahr 2006 hat die Festo-Gruppe zur Sicherung des momentan niedrigen Zinsniveaus ein Schuldscheindarlehen in zwei Tranchen zu je 50,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit von 7 bzw. 10 Jahren aufgenommen. Diesen Darlehen stehen Anlagen in Höhe von 180,2 Mio. EUR unter den sonstigen Vermögensgegenständen gegenüber. Die verbleibenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind kurzfristiger Natur. Ohne diese Darlehensaufnahme wären die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Mio. EUR leicht angestiegen. Nach wie vor ist die kurzfristige Bankfinanzierung auf einem sehr niedrigen Niveau.
Insgesamt ist die Festo Gruppe solide finanziert. Die notwendigen Zukunftsinvestitionen können aus dem laufenden Cash-Flow finanziert werden. Das Finanzergebnis hat sich im Geschäftsjahr 2006 deutlich positiv entwickelt.
D. Vermögenslage
Die Bilanzsumme hat sich im Geschäftsjahr 2006 um 211,4 Mio. EUR bzw. 15,3 % ausgeweitet. Dies ist im Wesentlichen auf den Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände zurückzuführen. Rund 471,1 Mio. EUR des investierten Vermögens sind im Anlagevermögen gebunden (29,5 %). Es ist im Geschäftsjahr aufgrund der getätigten Investitionen von 116,3 Mio. EUR und Abschreibungen von 69,7 Mio. EUR um 19,8 Mio. EUR gestiegen. Die kurzfristigen Forderungen haben sich um 197,2 Mio. EUR auf 751,6 Mio. EUR erhöht. Dies liegt im Wesentlichen an der Anlage eines kurzfristigen Schuldscheindarlehens in Höhe von 180,2 Mio. EUR über den Stichtag. Der Anstieg der Vorräte um 17,5 Mio. EUR resultiert aus der Umsatzausweitung und verläuft nahezu proportional zur Steigerung der Umsatzerlöse.
Das Eigenkapital ist insbesondere aufgrund des positiven Jahresergebnisses von 114,5 Mio. EUR um 89,5 Mio. EUR angestiegen. Der Währungseinfluss auf das Eigenkapital betrug im laufenden Geschäftsjahr -21,8 Mio. EUR. Im Bereich der Verbindlichkeiten ist die Erhöhung von 552,4 Mio. EUR auf 674,0 Mio. EUR insbesondere auf die Aufnahme des langfristigen Schuldscheindarlehens in Höhe von 100,0 Mio. EUR zurückzuführen.
E. Nachtragsbericht
Wesentliche Sachverhalte, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage auf die Festo-Gruppe haben, sind der Unternehmensleitung nicht bekannt.
F. Risikobericht
Zur Erfassung und Überwachung der Hauptrisiken wurde vom Vorstand ein Risk-Managementsystem eingeführt. Mit diesem System wird fortlaufend das Gefährdungspotenzial der Gesellschaft evaluiert. Aufgrund der breiten Branchen- und Produktdiversifikation sind keine bedeutsamen Einzelrisiken erkennbar. Es bestehen aber die allgemeinen Risiken in den Bereichen Rohstoff- und Energiepreise, Währungsentwicklung, Konjunktur- und Branchenentwicklungen sowie der Produkthaftung. Das Hauptrisiko in der Automatisierungstechnik liegt in der Verbreitung fehlerbehafteter Produkte, von denen ein Gefährdungspotenzial für Anwender ausgehen könnte. Eine Auditierung von qualifizierten Lieferanten sowie diverse Qualitäts-Audits interner Abläufe (u.a. entsprechende Managementprozesse) begrenzen dieses Risiko. Darüber hinaus besteht eine global gültige Produkthaftpflichtversicherung. Insgesamt sieht der Vorstand keine bestandsgefährdenden Risiken für das Unternehmen.
G. Prognosebericht
Das weitere Wachstumspotenzial für Automatisierungstechnik wird weltweit hoch eingeschätzt. Ein wesentlicher Treiber hierfür ist, dass sich produzierende Unternehmen auf den sich immer mehr verschärfenden, globalen Wettbewerb einstellen müssen und dadurch zu einer Optimierung der Fertigungsprozesse gezwungen sind. Große Wachstumspotenziale liegen in Asien mit China und Indien. Im NAFTA-Raum werden die USA der Wachstumsmotor für Automatisierungstechnik bleiben. Aber auch Mittel- und Südamerika bieten Potenzial für weiteres Wachstum.
Ein wesentliches strategisches Ziel von Festo ist es, die Position in den angestammten Marktsegmenten zu verbessern und gleichzeitig mit innovativen neuen Produkten weitere Marktpotenziale zu erschließen. Festo sieht durch den Ausbau des Kerngeschäfts und den Aufbau neuer Geschäftsfelder wie Prozessautomation, elektrische Antriebe, und Biotech/Pharma zusätzliches Potenzial, um schneller als der Markt zu wachsen.
Für das Geschäftsjahr 2007 erwartet der Vorstand, vorbehaltlich einer moderaten Entwicklung auf den Energie- und Währungsmärkten, eine weitere Steigerung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr zwischen 6 und 8 %. Festo zeigt sich zuversichtlich, diesen Wachstumskurs auch in den Jahren 2008-2010 fortsetzen zu können.
Stuttgart, 11. Mai 2007
Der Vorstand Konzernbilanz zum 31.12.2006
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2006
Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2006
Konzern-Kapitalflussrechnung für 2006
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20061. AllgemeinesDer Konzernabschluss der FESTO AG, Stuttgart, für das Geschäftsjahr 2006 wurde nach den Vorschriften der §§ 290 ff. des Handelsgesetzbuches erstellt.
Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit des Konzernabschlusses wurden die für die einzelnen Positionen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung geforderten zusätzlichen Angaben in den Anhang übernommen. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Weiterhin wurde eine Kapitalflussrechnung nach DRS 2 (Anlage 3) und ein Eigenkapitalspiegel nach DRS 7 (Anlage 4) aufgestellt.
2. KonsolidierungskreisDer Konzernabschluss umfasst die FESTO AG mit Sitz in Stuttgart (Konzernobergesellschaft), alle Gesellschaften, bei denen der Konzernobergesellschaft unmittelbar oder mittelbar die Stimmrechtsmehrheit zusteht, sowie die nach dem Control - Konzept gem. § 290 Abs. 2 HGB einzubeziehenden inländischen und ausländischen Unternehmen.
Zur Aufstellung des Anteilsbesitzes wird auf die Anlage 7 verwiesen.
Nicht in den Konzernabschluss nach § 296 Abs. 2 HGB einbezogen wurden die in der Anlage 7 entsprechend aufgeführten Unternehmen, da sie sowohl einzeln als auch zusammen (vom Gesichtspunkt des Einzelabschlusses als auch in Hinblick auf den Konzernabschluss) von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind.
Für sechs Unternehmen ist von der Ausnahmeregelung des § 313 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht worden.
Im Geschäftsjahr 2006 wurden fünf weitere Tochtergesellschaften erstmalig in den Konzernabschluss einbezogen.
Dieser Konzernabschluss hat befreiende Wirkung für die Offenlegung gemäß § 264b HGB bzw. § 264 Abs. 3 HGB für die folgenden Gesellschaften:
Festo AG & Co. KG, Esslingen a.N. Festo Didactic GmbH & Co. KG, Esslingen a.N. Beck IPC GmbH, Pohlheim-Garbenteich Dr. Reuter MICROCELL PU GmbH, Osnabrück Festo AG, Stuttgart Festo International GmbH, Stuttgart Festo GmbH, St. Ingbert
3. Konsolidierungsgrundsätze
Der Konzernabschluss wurde für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2006 aufgestellt. Grundlagen für die Konsolidierung sind der Jahresabschluss der FESTO AG, Stuttgart, zum 31. Dezember 2006 und die Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen zum 31. Dezember 2006.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 Ziffer 1 und Abs. 2 HGB nach der Buchwertmethode grundsätzlich durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen im Zeitpunkt der Gründung des jeweiligen Tochterunternehmens. Bei fünf Tochterunternehmen erfolgt die Kapitalkonsolidierung gemäß § 301 Abs. 1 S.1 und Abs. 2 HGB nach der Buchwertmethode auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss.
Der sich in Summe ergebende aktivische Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 9.516 (Vorjahr: TEUR 9.270) wurde gemäß § 309 Abs. 1 S. 3 HGB mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Die bei der Konsolidierung entstandenen passivischen Unterschiedsbeträge in Höhe von TEUR 12.305 (Vorjahr: TEUR 7.319) sind mit den Gewinnrücklagen verrechnet worden, da es sich um thesaurierte Gewinne der Vergangenheit handelt.
Die Anteile der Familiengesellschafter sowie die Anteile fremder Gesellschafter am Kapital werden gemäß § 301 Abs. 1 Ziffer 1 HGB nach der Buchwertmethode ermittelt und gemäß § 307 Abs. 1 HGB gesondert ausgewiesen. Die Anteile der Familiengesellschafter am Jahresergebnis belaufen sich auf einen Gewinnanteil von TEUR 25.032 (Vorjahr: Gewinnanteil TEUR 13.443), die Anteile fremder Gesellschafter am Jahresergebnis belaufen sich auf einen Anteil in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).
Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung wurden Forderungen und Verbindlichkeiten der in den Konzern-abschluss einbezogenen Gesellschaften gemäß § 303 Abs. 1 HGB aufgerechnet. Die erfolgswirksame Differenz aus der Schuldenkonsolidierung wurde unter den sonstigen betrieblichen Erträgen (Vj. Aufwendungen) ausgewiesen. Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen sind in erforderlichem Umfang konsolidiert.
Soweit bei Lieferungen oder Leistungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen Zwischengewinne oder -verluste entstanden sind, wurden diese gemäß § 304 Abs. 1 HGB eliminiert.
Bei der Konsolidierung der Aufwands- und Ertragsposten gemäß § 305 Abs. 1 HGB wurden die Umsatzerlöse sowie die anderen Erträge zwischen den einbezogenen Unternehmen mit den ihnen entsprechenden Aufwendungen der Empfänger verrechnet.
Die latenten Steuern aufgrund von Anpassungsbuchungen in der Handelsbilanz II wurden mit den für die jeweiligen Tochterunternehmen maßgeblichen Steuersätzen ermittelt. Bei der Berechnung der latenten Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen wurde ein Steuersatz von 45,97 % (Vorjahr 46,02 %) zugrunde gelegt; er entspricht dem Einkommensteuersatz der Gesellschafter des Mutterunternehmens zuzüglich der Gewerbeertragsteuer des Mutterunternehmens. 4. Bilanzierungs‑ und BewertungsmethodenDie Abschlüsse der FESTO AG, Stuttgart, und der anderen einbezogenen Gesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.
Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, angesetzt.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Dabei wird, soweit zulässig, die degressive Abschreibungsmethode, ansonsten die lineare Methode angewandt. Abschreibungserleichterungen für die Zugänge und die geringwertigen Wirtschaftsgüter wurden voll in Anspruch genommen.
Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten oder dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert ausgewiesen.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie die Waren sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bzw. zu niedrigeren Tagespreisen bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten neben den direkten Material und Fertigungskosten in angemessenem Umfang Material und Fertigungsgemeinkosten. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer oder geminderter Verwertbarkeit ergeben, werden durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.
Die geleisteten Anzahlungen sind zu ihrem Nennbetrag angesetzt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Den im Forderungsbestand liegenden Risiken wird durch die Bildung von Einzel‑ und Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.
Wertpapiere des Umlaufvermögens sind mit den Anschaffungskosten oder mit den niedrigeren Börsenkursen am Bilanzstichtag oder einem früheren Abschlussstichtag angesetzt.
Innerhalb des Eigenkapitals wird keine Position "Gewinn- oder Verlustvortrag" ausgewiesen, da in der Bilanz das gesondert ausgewiesene Jahresergebnis im Folgejahr mit den Gewinnrücklagen verrechnet wird.
Die für die inländischen Gesellschaften gebildeten Pensionsrückstellungen werden nach den Vorschriften des § 6a EStG unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005 G berechnet. Der Rechnungszinsfuß beträgt 6 %. Bei den Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen ergibt sich im Inland ein nicht passivierter Fehlbetrag von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).
Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Betrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie decken alle zum Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten ab.
Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.
In den Einzelabschlüssen werden Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung zum Anschaffungskurs bewertet. Verluste aus Kursänderungen, die bis zum Bilanzstichtag eingetreten sind, werden berücksichtigt.
5. WährungsumrechnungDie Währungsumrechnung der Abschlüsse der ausländischen Konzernunternehmen erfolgt für die Posten der Bilanz zum Mittelkurs am Bilanzstichtag. Die Aufwendungen und Erträge der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem gewichteten Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Für das Jahresergebnis und die Abschreibungen wird der Stichtagskurs zugrunde gelegt. Die Umrechnungsunterschiede aus Stichtags- und Durchschnittskurs sind saldiert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen oder den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Die Jahresabschlüsse von Gesellschaften in Hochinflationsländern werden nach entsprechender Berücksichtigung landesspezifischer Indizierung ebenfalls mit dem Stichtags- oder Durchschnittskurs umgerechnet. Im Berichtsjahr wurde keine Indizierung vorgenommen.
Im Konzernanhang werden die Angaben zur Konzernbilanz mit den jeweiligen Mittelkursen am Bilanzstichtag und Angaben zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung mit den für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung geltenden Grundsätzen umgerechnet.
6. Erläuterungen zur Bilanz(1) AnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem in Anlage 6 zum Konzernanhang dargestellten Anlagespiegel. Der Indizierung in Hochinflationsländern sowie den Differenzen aus Fremdwährungsumrechnung wurde durch eine entsprechende Anpassung der Anschaffungs‑/Herstellungskosten sowie der kumulierten Abschreibungen Rechnung getragen.
(2) Forderungen und sonstige VermögensgegenständeVon den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 257.680 (Vorjahr: TEUR 239.674) haben TEUR 3.900 (Vorjahr: TEUR 1.818) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 288.973 (Vorjahr: TEUR 292.920) haben in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 48) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 673) haben in Höhe von 0 (Vorjahr: TEUR 673) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Von den sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 224.793 (Vorjahr: TEUR 36.066) weisen TEUR 15.940 (Vorjahr: TEUR 12.414) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.
(3) Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten
Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 18.200 (Vorjahr: TEUR 16.405) enthalten.
Die Berechnung der latenten Steuern erfolgte wie in Vorjahren mit einem Steuersatz, der an die Ertragsteuerbelastung der Gesellschafter angelehnt ist.
(4) Gewinnrücklagen und Anteile anderer GesellschafterDie Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 474.668 (Vorjahr: TEUR 399.798) und Anteile anderer Gesellschafter in Höhe von TEUR 85.608 (Vorjahr: TEUR 141.899) beinhalten thesaurierte Gewinne und Einlagen von Gesellschaftern. Anteile anderer Gesellschafter per 31.12.2006 sind ausschließlich Anteile der Familiengesellschafter. Des Weiteren sind in den Gewinnrücklagen Beträge enthalten, die bei Tochtergesellschaften zu Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln verwandt wurden und damit für Ausschüttungen nicht zur Verfügung stehen. Entnahmen der Gesellschafter werden ebenfalls bei den Gewinnrücklagen berücksichtigt.
(5) Sonderposten mit RücklageanteilDer Sonderposten mit Rücklageanteil wurde entsprechend den Vorschriften des TransPuG aufgelöst.
(6) RückstellungenIn den Steuerrückstellungen sind passive latente Steuern in Höhe von TEUR 19.542 (Vorjahr: passive latente Steuer: TEUR 20.953) enthalten.
Die Berechnung der latenten Steuern erfolgte wie in Vorjahren mit einem Steuersatz, der an die Ertragsteuerbelastung der Gesellschafter angelehnt ist.
Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen im Personal- und Sozialbereich in Höhe von 84.863 TEUR (Vorjahr: TEUR 81.857) sowie Gewährleistungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 26.601 (Vorjahr: TEUR 18.712).
(7) VerbindlichkeitenDie Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich aus der folgenden Aufstellung:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundpfandrechte oder ähnliche Instrumente in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 479) besichert.
7. Erläuterungen zur Gewinn‑ und Verlustrechnung(8) UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse teilen sich nach Regionen wie folgt auf:
Der Umsatz wird überwiegend mit Produkten für die industrielle Automatisierung erzielt.
(9) Sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen
Wesentliche sonstige betriebliche Erträge ergeben sich aus realisierten Kursgewinnen, aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen, aus der Auflösung von Rückstellungen, aus Anlageabgängen sowie aus Mieteinkünften.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Kosten für Werbung und für Messen, Wertberichtigungen auf Forderungen, Zuführungen zu Rückstellungen, Frachtkosten, EDV-Kosten, Reise- und Bewirtungskosten, Instandhaltungsaufwendungen, Aufwendungen für Miete und Leasing, Telekommunikations- und Portokosten, unrealisierte und realisierte Kursverluste sowie Rechts und Beratungskosten.
(10) PersonalaufwandIn den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 25.324 (Vorjahr: TEUR 25.962) enthalten.
(11) Erträge aus BeteiligungenDie Erträge aus Beteiligungen in Höhe von TEUR 571 (Vorjahr: TEUR 54) betreffen Dividenden von nicht in den Konzernabschluss einbezogenen verbundenen Unternehmen.
(12) Sonstige Zinsen und ähnliche ErträgeHierin sind Zinsen und ähnliche Erträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 2.621 (Vorjahr: TEUR 1.812) enthalten.
(13) Zinsen und ähnliche AufwendungenHierin sind Zinsen und ähnliche Aufwendungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 113 (Vorjahr: TEUR 87) enthalten.
(14) Steuern vom Einkommen und vom ErtragIn dieser Position sind neben inländischen Körperschaft‑ und Gewerbeertragsteuern sowie latenten Steueraufwendungen auch die fiktiven persönlichen Einkommensteuern der Gesellschafter auf die von den Personengesellschaften erzielten Jahresergebnisse enthalten. Die Höhe der Einkommensteuern wurde mit dem Spitzensteuersatz für gewerbliche Einkünfte berechnet und zur zweckgebundenen Entnahme den Steuerrückstellungen zugewiesen.
8. Haftungsverhältnisse
Davon entfallen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 163) auf Bürgschaften gegenüber verbundenen Unternehmen.
9. Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen betragen TEUR 11.207 (Vorjahr: TEUR 28.117). Darüber hinaus besteht aus erteilten Investitionsaufträgen ein Bestellobligo in Höhe von 8.167 TEUR.
10. Derivative FinanzinstrumenteDie Werte der im Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar (TEUR):
Diederivativen Finanzinstrumente wurden nach der Mark-to-market Methode bewertet. In Höhe der negativen Marktwerte sind Rückstellungen angesetzt.
11. Ergänzende Angaben
Anzahl der Arbeitnehmer
Im Jahresdurchschnitt waren 11.992 (Vorjahr: 11.411) Personen beschäftigt.
Gesellschaftsorgane
Mitglieder des Geschäftsführungsorgans der Festo AG
Rudi Menrad, Diplom-Ingenieur Dr. Eberhard Veit, Diplom-Ingenieur Dr. Ulrich Walker, Diplom-Kaufmann Dr. Ekkehard Gericke, Diplom-Ingenieur Dr. Thomas Rubbe, Diplom-Kaufmann Lothar Kempf, Betriebswirt (FH) (ab 01.03.2007)
Mitglieder des Aufsichtsrats der Festo AG
Dr. Wilfried Stoll, Diplom-Kaufmann, Vorsitzender Dr.h.c. Kurt Stoll, Diplom-Ingenieur, stellvertretender Vorsitzender Curt-Michael Stoll, Diplom-Kaufmann (ab 01.01.2007) Christina Zügel-Stoll, Diplom-Kauffrau (bis 31.12.2006) Dr. Ulrich Stoll, Diplom-Kaufmann (lic.oec.HSG) (ab 01.01.2007) Martin Stoll, Diplom-Kaufmann (bis 31.12.2006) Prof. Dr. Mark K. Binz, Rechtsanwalt Prof. Dr. Joachim Milberg
Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats
Wir machen unter Bezugnahme auf das BMJ-Schreiben vom 6. März 1995 in analoger Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB von der Schutzvorschrift Gebrauch.
Für ehemalige Vorstände sind Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 5.536 angesetzt
An den Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates sind endfällige Darlehen in Höhe von TEUR 20.705 zu einem Zinssatz von 4,35 % mit einer Laufzeit unter einem Jahr gewährt.
FESTO AG
.................................... ................................... Dr. Eberhard Veit Dr. Ekkehard Gericke Vorstand FESTO AG Vorstand FESTO AG
..................................... .................................... Dipl.-Ing. Rudi Menrad Dr. Thomas Rubbe Vorstand FESTO AG Vorstand FESTO AG
..................................... .................................... Dr. Ulrich Walker Betriebswirt (FH) Lothar Kempf Vorstand FESTO AG Vorstand FESTO AG
Stuttgart, den 31. März 2007
Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2006
Aufstellung des Anteilsbesitzes
BestätigungsvermerkBestätigungsvermerkWir haben den von der Festo AG, Stuttgart, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel sowie Anhang - und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2006 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns mit der Maßgabe, dass die auf den Konzern entfallenden Steuern der Gesellschafter in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Stuttgart, 14. Mai 2007 Ernst & Young AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft
Dr. Dyck Wengert Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer |
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