BLG Cargo Logistics GmbH
28 Bremen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Claudia Hallay seit 30.12.2025 | Prokura |
Thorben Kolk seit 13.9.2013 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (2)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 99.99% | |
| 0.01% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877-BremenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Gruppenabschluss 2021 BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877- und BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KGGruppenlageberichtGrundlagen der GruppeDie börsennotierte BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877- (BLG AG) hat als persönlich haftende Gesellschafterin der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG (BLG KG) die Geschäftsführung für die BLG-Gruppe übernommen. Diese beiden Unternehmen, die rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch eng verbunden sind, stellen als einheitliche Spitze den Gruppenabschluss auf. Die BLG AG ist am Gesellschaftskapital der BLG KG nicht beteiligt und ihr steht auch kein Ergebnisbezugsrecht an der Gesellschaft zu. Für die übernommene Haftung und für ihre Geschäftsführungstätigkeit erhält sie jeweils eine Vergütung. Sämtliche Kommanditanteile der BLG KG werden von der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) gehalten. Die Geschäfte der BLG KG werden durch den Vorstand der BLG AG als Organ der Komplementärin geführt. Der Vorstand führt die Geschäfte entsprechend § 76 Absatz 1 AktG in eigener Verantwortung und ist Weisungen der Gesellschafter nicht unterworfen.
Rechtliche Gruppenstruktur zum 31. Dezember 2021Geschäftsmodell und OrganisationsstrukturDie BLG-Gruppe tritt nach außen unter der Marke BLG LOGISTICS auf. BLG LOGISTICS ist ein Seehafen- und Logistikdienstleister mit einem internationalen Netzwerk. Mit über 100 Gesellschaften und Niederlassungen sind wir in Europa, Amerika, Afrika und Asien und auf allen Wachstumsmärkten der Welt präsent. Wir bieten unseren Kunden aus Industrie und Handel komplexe logistische Systemdienstleistungen an. Unsere Geschäftsbereiche AUTOMOBILE und CONTAINER sind führend in Europa. Unser Geschäftsbereich CONTRACT bietet unsere Logistikleistungen an mehr als 40 Standorten in Europa und Übersee an. Die BLG KG als strategische Managementholding fokussiert sich auf die strategischen Entwicklungen auf Gruppenebene. Damit ist der Einfluss der Holding auf das operative Geschäft weitreichender als bei einer reinen Finanzholding, jedoch auch deutlich geringer als bei einer operativen Managementholding. Eine Sonderrolle als Schnittstelle zu den operativen Einheiten nehmen die zuständigen Mitglieder des Vorstands der drei Geschäftsbereiche AUTOMOBILE, CONTRACT und CONTAINER ein. Der Vorstand bestimmt mit Vision und Mission die Gruppenstrategie begleitet von strategischen Leitlinien auf Gruppenebene; der Geschäftsbereichsvorstand bestimmt zusammen mit den operativen Leitungen die Geschäftsbereichsstrategie im Rahmen der Gruppenstrategie und ist für das strategische Geschäftsbereichsmanagement verantwortlich. Die jeweiligen Strategien werden durch die Zentralbereiche in ihrer Erfüllung unterstützt. Entsprechend der definierten Mission will BLG LOGISTICS die Logistik der Kunden einfacher machen, damit diese sich auf das erfolgreiche Auftreten im Markt fokussieren können. BLG LOGISTICS ist in drei Geschäftsbereichen tätig. Dieser Aufteilung folgt auch die Berichterstattung. Die Geschäftsbereiche AUTOMOBILE und CONTRACT sind in Geschäftsfelder untergliedert. Die operative Führung der Geschäftsfelder, einschließlich der Ergebnisverantwortung, obliegt den jeweiligen Geschäftsfeldleitungen der Geschäftsbereiche AUTOMOBILE und CONTRACT sowie der Gruppengeschäftsführung des Teilkonzerns EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG für den Geschäftsbereich CONTAINER. Geschäftsbereich AUTOMOBILEDer Geschäftsbereich AUTOMOBILE ist ein führender Technik- und Logistikdienstleister für die internationale Automobilindustrie. Im Geschäftsjahr 2021 wurden in unserem weltweiten AUTOMOBILE-Netzwerk 4,8 Mio. Fahrzeuge umgeschlagen, transportiert oder technisch bearbeitet. BLG LOGISTICS setzt in diesem Bereich weltumspannend multimodale Verkehrsträger für die Logistik ein und verknüpft individuelle und innovative technische Dienstleistungen miteinander. Die Distribution findet per Lkw, Bahn und Binnenschiff statt. Neben Seehafenterminals in Bremen, Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg und in Danzig betreiben wir weitere Terminals an Rhein und Donau. Die Stützpunkte unserer Lkw-Flotte erstrecken sich quer durch Europa. BLG AutoRail ist ein Spezialanbieter für Fahrzeugtransport auf der Schiene und verfügt über 1.500 eigene offene Doppelstock-Waggons, davon 200 Flachwagen. Damit ist die logistische Leistungskette von den Autoherstellern bis zum Endkunden komplett. Bei uns stehen die Räder niemals still: Konsequent ergänzt der BLG-Geschäftsbereich AUTOMOBILE sein Logistiknetzwerk mit smarten digitalen Lösungen und nachhaltigen Konzepten für klimafreundliche Transporte. Geschäftsbereich CONTRACTDer Geschäftsbereich CONTRACT managt komplexe Projekte und bietet unseren Kunden verlässliche Logistiklösungen an. Der Schwerpunkt unseres Know-hows und unserer Erfahrung liegt in der Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik sowie in der Retouren- und Ersatzteillogistik. Wir lagern, transportieren, verpacken und entpacken, wickeln konventionelle Bestellungen, E-Commerce-Themen und auch vielfältige Mehrwertdienstleistungen ab. Als Logistikarchitekt planen, konzeptionieren, realisieren und betreiben wir kundenspezifische Logistiklösungen. Dies können hochautomatisierte Logistikzentren oder manuelle In-house-Abwicklungen sein. Projektmanagement ist unsere Kernkompetenz, das Thema Nachhaltigkeit und eine vereinbarte, verlässliche Qualität haben dabei für uns höchste Priorität. Unsere Kunden sind starke Marken aus Industrie und Handel, mittelständische Unternehmen und die großen deutschen sowie viele internationale Automobilhersteller. An mehr als 40 Standorten in Europa und Übersee arbeiten wir in eigenen Logistikzentren sowie in den Produktionsbereichen und Werken unserer Kunden. Ob Autoteile, Eisenbahnkomponenten, Sportbekleidung, Drucker, Mode, Möbel, Nahrungsmittel, Sanitärtechnik oder Tiefkühlgüter - unsere Expertenteams schnüren maßgeschneiderte Leistungspakete für die unterschiedlichsten Güter. Geschäftsbereich CONTAINERDer Geschäftsbereich CONTAINER wird durch das Joint Venture EUROGATE vertreten. Die EUROGATE-Gruppe, an der BLG LOGISTICS zu 50 Prozent beteiligt ist, ist Europas führende, reedereiunabhängige Containerterminal-Gruppe. Das Unternehmen betreibt gemeinsam im Netzwerk mit dem italienischen Terminalbetreiber CONTSHIP Italia elf Containerterminals von der Nordsee bis zum Mittelmeer. Das Leistungsspektrum wird abgerundet durch intermodale Dienstleistungen und Services rund um die Box. Änderungen im KonsolidierungskreisIm Geschäftsbereich CONTRACT hat die BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG, Bremen, mit Vertrag vom 23. Februar 2021 ihre Anteile an der BLG Logistics Solutions Italia S.r.l., Mailand, Italien, mit Wirkung zum selbigen Datum veräußert. Mit Vertrag vom 11. Februar 2021 hat die BLG International Forwarding GmbH & Co. KG, Hamburg, im Rahmen eines Asset Deals ihr operatives Geschäft mit Wirkung zum 1. April 2021 veräußert. Im Zuge der nachfolgenden Umstrukturierung schied die Gesellschaft durch Anwachsung auf die BLG KG mit Wirkung zum 6. Oktober 2021 aus dem Konsolidierungskreis aus. Zur Ausweitung der Dienstleistungstiefe hat die BLG Logistics, Inc., Atlanta, USA, im Berichtsjahr die BLG Freight, LLC, Hoover, USA, gegründet. Gegenstand der Gesellschaft ist die Erbringung von Distributions- und Transportdienstleistungen. Aufgrund des geringen Geschäftsumfangs wurde die Gesellschaft zunächst nicht in den Gruppenabschluss einbezogen. Forschung und EntwicklungUm die logistischen Abläufe unserer Kunden fit für die Zukunft zu machen, entwickeln wir fortlaufend neue Lösungen. Zugleich steht bei uns die stetige Prozessoptimierung über das gesamte Leistungsportfolio hinweg im Fokus. Die dazu nötigen Innovationen werden durch die Abteilung Nachhaltigkeit und Digitalisierung aufgesetzt, gesteuert und schließlich in Produktlösungen überführt. Das garantiert langfristig unsere Wettbewerbsfähigkeit und positioniert uns gegenüber unseren Kunden als Treiber der Logistik von morgen. Um neue Ideen anhand ihres Potenzials zu bewerten, verfolgen wir diese Ansätze: Technologien, Prozesse oder potenzielle Lösungen, die noch ohne Beweis ihrer Eignung sind, testen wir im Rahmen unserer 100-Tage-Projekte an ausgewählten Standorten oder innerhalb einzelner Geschäftsbereiche. So steht schon nach rund drei Monaten ein Nachweis, auf Grundlage dessen der interne Auftraggebende entscheidet, ob das Projekt in den Dauerbetrieb übergeht, in einem 6-Monats-Sprint weiter getestet und optimiert, als operatives Projekt weitergeführt oder nicht weiter verfolgt wird. Bestehende und erprobte Lösungen setzen wir über operative Innovationsprojekte direkt im Unternehmenskontext um. Nicht zuletzt arbeiten wir in Forschungs- und Entwicklungsprojekten zusammen mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie an gänzlich neuen, besonders komplexen Konzepten. 2021 wurden sieben solcher Projekte bearbeitet. Im Berichtsjahr haben wir acht 100-Tage-Projekte und sechs 6-Monats-Sprints durchgeführt. Darüber hinaus wurden Konzeptionsprojekte für die Geschäftsbereiche CONTRACT und AUTOMOBILE durchgeführt. Darunter solche aus den Bereichen Robotic Process Automation (RPA), Data Science, Sensorik und Internet of Things (IoT). Am Standort Bremen haben wir zwei autonom fahrende Stapler in Betrieb genommen, die ab sofort die materialseitige Ver- und Entsorgung einer Beschichtungslinie sicherstellen. Darüber hinaus hat das Innovationsteam auch in diesem Jahr zahlreiche Workshops zu strategischen Innovations- und Digitalisierungsthemen durchgeführt. Ergänzt wurden diese um ein Schulungsangebot unter der Überschrift "Digital FIT", das Trainings zum Thema Digitalisierung sowie zu den Grundlagen agiler Arbeitsmethoden enthält. Die Aspekte "Hybrides Arbeiten" und "Wissensmanagement" sind ebenfalls Teil des Pakets. Ziel des Schulungskonzepts ist es, den Mitarbeitenden Zugang zu neuen Technologien und Arbeitsformen zu erleichtern. Die Forschungsprojekte "SecProPort", "IRiS" und "SHARC" sind im Berichtsjahr abgeschlossen worden. Als Teil eines Konsortiums aus acht Kooperationspartnern arbeiteten wir in Ersterem an der Entwicklung einer IT-Sicherheitsarchitektur zur Wappnung der Hafenlogistik gegen Cyberangriffe. Mit einem Partner aus der Wissenschaft und zweien aus der Industrie wurden im Projekt "IRiS" Lösungen zum automatisierten Entladen von Kartons aus Containern entwickelt. Nach coronabedingter Verzögerung konnte 2021 die Inbetriebnahme erfolgen und Labortests durchgeführt werden. Gegenstand des Projekts "SHARC" war ein Konzept für die intelligente Integration von erneuerbaren Energien in die Energieinfrastruktur des Hafens. Ende November 2021 wurde "SHARC" beim MCN Cup des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) für den nachhaltigen Innovationsansatz ausgezeichnet. Das am 1. Juli 2020 gestartete Projekt "Isabella 2.0", welches die Ergebnisse des erfolgreichen Vorgängerprojekts "Isabella" aufgreift, lief auch 2021 weiter. Es zielt darauf ab, alle Verkehrsträgerprozesse, also die Be- und Entladung von Lkw, Bahn und Schiff, in den zuvor entwickelten intelligenten Steuerungsansatz zu integrieren. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) soll dieser Steuerungsansatz zudem noch leistungsfähiger gestaltet werden. Die sich verändernden Arbeitsprozesse werden zudem durch die Entwicklung einer virtuellen Schulungsumgebung für Fahrer:innen adressiert. Dazu werden Trainings entwickelt, welche die Umschlagsprozesse in einer Virtual-Reality-Umgebung realitätsnah vermitteln. Alle vier genannten Projekte werden oder wurden jeweils im Rahmen des Programms IHATEC (Innovative Hafentechnologien) vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Im Berichtsjahr weitergeführt wurden auch die 2020 neu gestarteten Förderprojekte "KITE" und "INSERT". Bei ersterem arbeiten wir gemeinsam mit einem Wissenschafts- und zwei Industriepartnern an der Entwicklung eines KI-basierten Prognoseverfahrens zur Vorhersage von Transportvolumina. Sein Einsatz soll speditionsseitige Leerfahrten um bis zu 15 Prozent reduzieren und so das übergeordnete Ziel unterstützen, durch die Reduktion von CO 2 -Emissionen eine nachhaltigere Transportlogistik zu gestalten. Das Projekt erhält ebenfalls eine Förderung des BMDV. Auch am Projekt "INSERT", das durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird, arbeiten wir gemeinsam mit drei Kooperationspartnern. Hier geht es um die Entwicklung eines Assistenzsystems zur ersten Konzepterstellung für die Produktions- und Logistikplanung, wofür entsprechendes Expertenwissen in ein KI-basiertes System überführt wird. Dieses lernende System soll die Planer unterstützen und so die Qualität der entwickelten Konzepte erhöhen. Zugleich wird eine signifikante Verkürzung der Planungsprozesse angestrebt. Neu gestartet ist Ende 2021 das Projekt "PortSkill 4.0: Bildungshub der deutschen Hafenbetriebe". Ziel dieses ebenfalls vom IHATEC-Programm geförderten Projekts ist die Analyse, Erforschung und Entwicklung der für die Hafenarbeit der Zukunft notwendigen Kompetenzen und Qualifikationen. Dies mündet in der Ausarbeitung und Untersuchung neuer Lernkonzepte und -methoden, die einen Fokus auf digitales Lernen legen. Es sollen Lernwelten entwickelt werden, die in einem digitalen Test- und Trainingscenter (DTTC) iterativ von den Probandinnen und Probanden erprobt werden können. Im Berichtsjahr haben wir drei zusätzliche Anträge für neue Forschungsprojekte gestellt, von denen eins bereits bestätigt wurde. In der Folge werden wir uns 2022 mit der intelligenten Arbeitsergonomie mittels sensorischer Exoskelette und autonomen Transportsystemen für die erweiterte Mensch-Technik-Interaktion befassen. Im Jahr 2021 beteiligte sich BLG LOGISTICS somit an sieben Verbundprojekten mit einem Gesamtvolumen von EUR 14,6 Mio. Rechtliche und wirtschaftliche EinflussfaktorenBLG LOGISTICS muss eine Vielzahl von nationalen und internationalen Rechtsvorschriften beachten. Neben den öffentlich-rechtlichen Regelungen sind für uns insbesondere das Kapitalmarktrecht, das Arbeitsrecht einschließlich Arbeitssicherheits- und Gesundheitsrecht, das Transport- und Zollrecht sowie das Wettbewerbsrecht relevant. Zu den für BLG LOGISTICS wesentlichen wirtschaftlichen Einflussfaktoren zählen insbesondere Tarifabschlüsse in Deutschland, da ein Großteil der Mitarbeitenden in Deutschland tätig ist und der Aufwand für Personal, für eigenes sowie Fremdpersonal, die wesentliche Kostenposition darstellt. Da unser Geschäftsmodell in allen Geschäftsbereichen zudem kapitalintensiv ist, kommt den Kapitalkosten ebenfalls eine hohe Bedeutung zu. GruppensteuerungFinanzielle KennzahlenIm Rahmen der Mission und Vision von BLG LOGISTICS und der Schärfung strategischer Leitgedanken wurde das Steuerungssystem so klar und transparent wie möglich gestaltet.
Die wesentlichen Steuerungskennzahlen von BLG LOGISTICS, an dem sich internes Reporting und Vergütungssysteme unterhalb des Vorstands im Geschäftsjahr 2021 orientiert haben, waren:
In der Tabelle sind die erwarteten Steuerungskennzahlen den erreichten Kennzahlen im Geschäftsjahr gegenübergestellt sowie die Prognose für das folgende Geschäftsjahr abgebildet. Für die Erläuterungen bezüglich des Geschäftsjahres 2021 verweisen wir dazu auf den → Wirtschaftsbericht Durch Beschluss der Hauptversammlung am 2. Juni 2021 wurde rückwirkend zum 1. Januar 2021 ein neues Vergütungssystem für den Vorstand eingeführt. Demnach wird die variable Vergütung des Vorstands an folgenden Kennzahlen bemessen: Kurzfristkomponente:
Langfristkomponente:
Es ist geplant, die genannten Messgrößen für die Vergütung des Vorstands zukünftig gruppenweit für weitere Ebenen anzuwenden. Die Berechnung von EBIT und RoCE erfolgt wie in der folgenden Grafik aufgezeigt. Aufgrund des wesentlichen Beitrags des Geschäftsbereichs CONTAINER für die BLG-Gruppe werden die Beteiligungserträge mit im EBIT ausgewiesen.
In der Planung für das Geschäftsjahr 2022 waren diese Kennzahlen erstmals explizit enthalten. Da der RoCE und das EBIT für das Vergütungssystem wesentliche Kennzahlen darstellen, werden diese zukünftig mit als Steuerungskennzahlen aufgenommen und sind auch im → Prognosebericht enthalten bzw. erläutert. Nichtfinanzielle KennzahlenNeben den o. g. Kennzahlen zur Bestimmung der variablen Vergütung des Vorstands handelt es sich bei den weiteren nichtfinanziellen Kennzahlen je nach operativer Geschäftseinheit um individuelle Steuerungsgrößen. Hierzu gehören Messgrößen wie Fahrzeughandling, bearbeitete Mengen und der Containerumschlag. Zur Einschätzung der zukünftigen Entwicklung setzen wir auf einen kontinuierlichen Dialog mit den Kunden und beobachten die gesamtwirtschaftliche Entwicklung genau, um frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können. Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenMitarbeitende 2021
Die Verteilung der gemäß § 267 Absatz 5 HGB (Jahresdurchschnitt) Beschäftigten in den Segmenten - ohne Mitglieder des Vorstands sowie Auszubildende - und ihre Aufteilung auf die Geschäftsbereiche ist der Tabelle zu entnehmen. BLG LOGISTICS als internationaler Seehafen- und Logistikdienstleister benötigt leistungsbereite, motivierte und qualifizierte Mitarbeitende, um am Markt nachhaltig erfolgreich zu sein sowie den stetigen Herausforderungen der Globalisierung und des demografischen Wandels gerecht zu werden. Unter dem Motto " ErfolgBrauchtAlle" wird dieses seit dem Geschäftsjahr 2019 durch verschiedenste Maßnahmen und Aktionen unterstrichen, die übergreifend alle Ebenen von aushelfenden Personen bis zum Vorstand und Bereiche sowie Standorte von BLG LOGISTICS einbinden. Um Mitarbeitende zu gewinnen, fördern und halten zu können, verfolgt BLG LOGISTICS das Ziel, dauerhaft als attraktives Unternehmen am Arbeitsmarkt wahrgenommen zu werden. Zu den Bestandteilen unserer Personalpolitik zählen daher neben einer leistungsorientierten Vergütung und gezielten Weiterbildungsmöglichkeiten auch Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie spezifische Instrumente des Gesundheitsmanagements. Die erfolgreiche Umsetzung einer klaren und zukunftsweisenden Strategie hängt in großen Teilen von dem Management von BLG LOGISTICS ab. Unsere Führungsgrundsätze und unsere Unternehmenswerte unterstützen dabei, ein gemeinsam getragenes Führungsverständnis auf allen Ebenen zu erreichen. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeitenden (ohne Geschäftsbereich CONTAINER) ist im Berichtsjahr mit 379 Personen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent gestiegen. Der Anstieg im Geschäftsbereich CONTRACT ist im Wesentlichen durch Neueinstellungen im Zuge der Geschäftsausweitung, insbesondere an unseren neuen Standorten, begründet. Mitarbeitende nach Altersgruppen
Mitarbeitende nach Geschlecht *
Nichtfinanzieller BerichtNach den Vorgaben des Gesetzes zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) gibt BLG LOGISTICS seit dem Geschäftsjahr 2017 eine nichtfinanzielle Gruppen-Erklärung im Sinne von § 315b HGB ab. Diese Erklärung ist als gesonderter nicht finanzieller Bericht im Nachhaltigkeitsbericht integriert, der unter → reporting.blg-logistics.com abrufbar ist. In unserem Nachhaltigkeitsbericht 2021 wird des Weiteren ausführlich über weitere nichtfinanzielle Themen berichtet. WirtschaftsberichtRahmenbedingungenErholung der WeltwirtschaftAuch im Geschäftsjahr 2021 hat die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft spürbar beeinflusst. Dabei verliefen die Infektionswellen zwischen den Ländern aber immer weniger synchron. Nachdem zu Jahresbeginn 2021 vielerorts noch starke Kontaktbeschränkungen bestanden, setzten die Wirtschaft und der Welthandel sowie der private Konsum im Frühjahr/Sommer zu einer deutlichen Erholung an. Hierbei kam es zu regionalen Unterschieden. Im Sommer wurde die Weltkonjunktur durch ein verstärktes Infektionsgeschehen in den asiatischen Ländern erneut gebremst. Die Auswirkungen auf die Produktion in den Vereinigten Staaten und Europa waren zumeist gering. Generell wurden in Ländern mit hohen Impfquoten darüber hinaus zunehmend auch höhere Inzidenzen toleriert, ohne dass für die Konjunktur dämpfende Eindämmungsmaßnahmen ergriffen wurden. Ab dem dritten Quartal schwächte sich die Konjunktur aufgrund des zunehmenden Infektionsgeschehens, auch hervorgerufen durch die Omikron-Variante, ab. Des Weiteren haben anhaltende Lieferengpässe für Vorleistungsgüter für die Industrieproduktion und andere Waren sowie der verstärkte Inflationsdruck die allgemeine Lage getrübt. Insbesondere aber die Preise für Rohöl und Energie stiegen deutlich an. Die Notenbanken agierten im Jahr 2021 darauf noch zurückhaltend und stützten zunächst weiter die Konjunktur mit niedrigen Zinsen. In diesem Umfeld litt insbesondere auch die weltweite Automobilindustrie zunehmend unter den Lieferengpässen, etwa bei Halbleiter-Chips. Weltweit war die Autoproduktion bereits bis zum Herbst um rund 30 Prozent gesunken, was sich erheblich auf die gesamtwirtschaftliche Produktion auswirkte. Zum Jahresende erhöhte sich die Unsicherheit über die allgemeine weitere wirtschaftliche Entwicklung durch die starke Omikron-Welle innerhalb der Corona-Pandemie deutlich, während sich die Knappheit von Vorleistungsgütern in der Industrie etwas entspannte. Quellen dieses Abschnitts: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Januar sowie Februar 2022 IfW Kiel, Kieler Konjunkturberichte, Nr. 85 (2021|Q4) IMK, IMK Report Nr. 171, September 2021 Deutsches BIP stieg 2021 um rund 2,8 Prozent an
Veränderung des realen BIP gegenüber den VorjahrenAnalog der beschriebenen Lage der Weltwirtschaft verhielt sich auch die Lage in Deutschland. Auch hier zog die wirtschaftliche Aktivität und der private Konsum insbesondere im Sommerhalbjahr 2021 kräftig an, während sie im letzten Quartal leicht zurückging. Insbesondere die kontaktintensiven Dienstleistungsbereiche waren zum Jahresende von der Omikron-Welle erneut betroffen. Die für Deutschland wichtige Automobilindustrie war insbesondere im zweiten Halbjahr ebenfalls von den weltweiten Lieferengpässen im verarbeitenden Gewerbe, aber auch von der allgemeinen Nachfragezurückhaltung beeinflusst. Auch das Baugewerbe war zeitweise von Materialengpässen betroffen, die die Produktion beeinträchtigten. Insgesamt stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Umfeld um rund 2,8 Prozent. Dank der Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung blieben die Auswirkungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt 2021 begrenzt und der Arbeitsmarkt entwickelte sich vergleichsweise günstig. Die Arbeitslosenquote lag unter 6 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen hingegen 2021 auch in Deutschland deutlich an und die Inflationsrate lag zum Jahresende auf Rekordniveau. Quellen dieses Abschnitts: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Januar sowie Februar 2021 IfW Kiel, Kieler Konjunkturberichte, Nr. 86 (2021|Q4) IMK, IMK Report Nr. 172, Dezember 2021 Branchenbezogene RahmenbedingungenEine der zentralen Erkenntnisse von 2021 ist, wie wichtig die Logistikbranche ist. Die Systemrelevanz von Häfen, Straße und Schiene ist eindrucksvoll untermauert worden. Die Logistikbranche stellt eine entscheidende Verbindung zwischen Produzenten, Handel und Konsumenten dar. Sie erbringt des Weiteren viele zusätzliche produktionsnahe Dienstleistungen. Neben dem klassischen Speditionsgeschäft zählt die Erbringung logistischer Leistungen im Zusammenhang mit der Zulieferung, Produktion und Distribution von Gütern zu ihren Leistungsschwerpunkten. Die Anforderungen an die Logistik verändern sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Anhaltende Globalisierung, kürzere Produktlebenszyklen, Digitalisierung und Urbanisierung sind Treiber dieser Veränderungen. Die Branche profitiert dabei weiterhin von der steigenden Nachfrage nach Logistikdienstleistungen, die durch das wachsende E-Commerce-Geschäft sowie die Retourenbearbeitung im Business-to-Consumer-Geschäft zusätzlich verstärkt wird. Herausforderungen bestehen insbesondere im Zusammenhang mit dem anhaltenden Margendruck, mit der demografischen Entwicklung und dem sich weiter verstärkenden Wettbewerb um Fach-, Führungs- und Nachwuchskräfte. Hinzu kommen die in der Corona-Krise noch einmal gewachsene Bedeutung des Onlinehandels, steigende Kundenanforderungen hinsichtlich Geschwindigkeit, Flexibilität und Qualität der Belieferung sowie ein steigendes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung. Personaldefizite gibt es in der Branche derzeit insbesondere bei Lagerarbeitern, Kraftfahrern, Lokführern und IT-Managern. Zusätzlich werden von den Logistikunternehmen im Rahmen von Outsourcingaktivitäten hohe Investitionsbereitschaft und Innovationskraft erwartet. Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt dabei in Umschlags-, Distributions- und Kommissionierungszentren in verkehrsgünstigen Lagen. Da Verträge mit Kunden regelmäßig nur Laufzeiten von wenigen Jahren aufweisen, werden die Flächen und Umschlagsgeräte häufig gemietet oder geleast. Hierbei werden langfristige Kapitalbindungen vermieden und die Flexibilität des Logistikdienstleisters stark erhöht. Aufgrund steigender Kundenanforderungen hat sich auch der Einsatz von durchgängigen Informations- und Kommunikationstechniken entlang der Prozessketten deutlich ausgeweitet. Logistikdienstleister müssen verstärkt Geschäftsmodelle an Veränderungen, wie den steigenden Einfluss durch die fortschreitende Digitalisierung der Prozessketten, anpassen. Analog dem deutschen und weltweiten Wirtschaftsgeschehen erholte sich das SCI/Logistikbarometer (Geschäftsklima) ab dem Frühjahr 2021 deutlich und lag zum Jahresende auf einem hohen Niveau. Trotz anhaltender Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, deutlich gestiegener Energiepreise und Turbulenzen in den globalen Lieferketten bewertet eine Mehrheit im Dezember 2021 die derzeitige Geschäftslage als "normal" (33 Prozent) oder "gut" (56 Prozent). Personaldefizite, u. a. das Fehlen zehntausender Fahrer, spüren die Betriebe hingegen deutlich. Auch der BVL-Logistik-Indikator stieg im Frühjahr 2021 zunächst deutlich, allerdings erhielt er im vierten Quartal einen deutlichen Dämpfer. Die Geschäftsaussichten trübten sich zum Jahresende hin weiter ein. Die Geschäftslage wurde häufig günstig beurteilt, aber seltener als zuletzt. Insbesondere durch die anhaltenden Lieferschwierigkeiten in Industrie und Handel machte sich Skepsis in Hinblick auf die Geschäftsperspektiven breit. Auch der Lagerbestand blieb branchenspezifisch auf zu niedrigem Niveau. Rund 90 Prozent der globalen Warenströme werden per Containerschiff transportiert. Diese waren im Geschäftsjahr 2021 erheblich gestört. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die Corona-Pandemie und damit einhergehende, ständig wechselnde Restriktionen in den einzelnen Häfen erschwerten den Wechsel der Schiffsbesatzungen. Des Weiteren kam es zu Staus vor den wichtigen Häfen in China und der amerikanischen Westküste. In China wurden aufgrund von Corona-Infektionen bei den Hafenarbeitern immer wieder Häfen ganz oder teilweise geschlossen. Durch eine Knappheit an Lkw-Fahrern funktionierten auch die Hinterlandverkehre nicht so wie erhofft. Das alles führte des Weiteren dazu, dass die Transportboxen wegen Verspätungen in den Fahrplänen oft nicht dort waren, wo sie für eine neue Beladung benötigt wurden. Es wird erwartet, dass Lieferengpässe und -verzögerungen sich noch weit in das Jahr 2022 hineinziehen werden. Die Logistikbranche in Deutschland bietet eine Vielzahl Arbeitsplätze. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Logistikstandort Deutschland einen großen Anteil seiner Wirtschaftsleistung in Industrie und Handel erbringt. Weitere Ursachen sind der traditionell hohe Exportanteil, die zentrale Lage in Europa und die daraus abgeleitete Drehscheibenfunktion. Auch die Qualität der Verkehrsinfrastruktur und die signifikante logistische Kompetenz tragen zur hohen Attraktivität des Logistikstandorts Deutschland bei. Quellen dieses Abschnitts: BVL-Logistik-Indikator 4. Quartal 2020, 13.12.2021 inkl. Kommentierung SCI Verkehr, SCI Logistikbarometer, Dezember 2021 Zeit.de vom 3.1.2022, "Wann entspannt der Containerverkehr?", abgerufen am 7.2.2022 9:50 Uhr Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen LageIm Jahr 2020 hatte die Corona-Pandemie - insbesondere der weltweite Lockdown - unsere Geschäfte stark beeinträchtigt. Das Geschäftsjahr 2020 endete mit einem deutlichen Verlust von EUR 116 Mio. Auch 2021 hatte die Corona-Pandemie weiterhin Einfluss auf unsere Geschäfte. Doch trotz der widrigen Umstände konnten wir das Jahr 2021 mit einem guten Ergebnis abschließen und unsere Prognose aus dem letzten Jahr von einer "deutlichen Verbesserung" des Ergebnisses vor Steuern (EBT) eindrucksvoll erreichen. Dazu hat beigetragen, dass wir unser Geschäft in den letzten Jahren immer stärker diversifiziert haben und eine breite Basis unterschiedlicher Kunden besitzen. Nachdem im ersten Halbjahr 2021 im Geschäftsbereich AUTOMOBILE die Volumina wieder leicht angestiegen waren, machte sich die fehlende Teileverfügbarkeit im zweiten Halbjahr stark bemerkbar. Es fehlten nicht nur Chips, auch fehlende Lacke, Scheiben und Airbags verhinderten die Fertigstellung der Fahrzeuge. Somit verringerte sich nicht nur der Umschlag, sondern auch die nachgelagerten Dienstleistungen, die wir erbringen. Insgesamt schwächten an den Standorten die Maßnahmen rund um die pandemische Lage zusätzlich den Ertrag. Denn die notwendigen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen wirken sich deutlich negativ auf die Produktivität und die Kostensituation aus. Dennoch sind diese wichtig, denn die Gesundheit unserer Mitarbeitenden steht an erster Stelle. Unabhängig von der Pandemie konnten wir im Geschäftsbereich AUTOMOBILE zahlreiche Erfolge erzielen. So stellten wir pünktlich ein weiteres großes Autoregal im bayerischen Kelheim fertig und konnten einen wichtigen Kunden weiter langfristig an uns binden. Ein großer Meilenstein für den Standort Bremerhaven wurde zum Jahresende 2021 unter Vertrag gebracht. Einer der größten Reeder weltweit, Hyundai Glovis, wird im Rahmen eines Joint Ventures Bremerhaven als europäischen Hub für seine Automobiltransporte zwischen Asien und Europa nutzen. BLG LOGISTICS sorgt weiterhin für eine verbesserte CO 2 -Bilanz durch Transporte auf der Schiene. Pro Zug kann die BLG AutoRail mehr als 200 Pkw transportieren. Das passiert im deutschen und österreichischen Streckennetz komplett mit Grünem Strom. Auch in unserem Geschäftsbereich CONTRACT schlug sich 2021 das Problem der Teileverfügbarkeit nieder. Hier sind besonders Standorte der Industrielogistik, in denen wir für Kunden aus der Automobilindustrie arbeiten, betroffen. Dennoch ist das Gesamtergebnis des Geschäftsbereichs CONTRACT für 2021 positiv. Insbesondere Konsumgüter und Dienstleistungen im Bereich E-Commerce waren gefragt. Im fränkischen Geiselwind konnten wir ein neues, hochautomatisiertes Logistikzentrum für unseren Kunden eröffnen. Mit der Grundsteinlegung für das C3 in Bremen bauen wir bereits am nächsten Leuchtturmprojekt. Ab Herbst 2022 bündeln wir hier die Logistikaktivitäten für einen führenden Fahrzeughersteller. Dabei legen wir neben den bestmöglichen Abläufen für den Kunden großen Wert auf Nachhaltigkeit - u. a. mit der größten zusammenhängenden Dachphotovoltaikanlage Deutschlands - und ein gutes Arbeitsklima für unsere Mitarbeitenden. Im Geschäftsbereich CONTAINER hatte Corona dafür gesorgt, dass durch Nachholeffekte durch zumindest temporär verändertes Konsumverhalten und Staus in den Häfen die Fahrpläne der Reedereien völlig außer Takt geraten waren. Es gibt auf den Weltmeeren dadurch zur Zeit nicht ausreichend Frachtkapazitäten. Das führte dazu, dass viel mehr Container als üblich in unseren Häfen länger gelagert werden. Dies bedeutete für uns weitaus höhere Lagergelder als geplant. Insbesondere der Standort Wilhelmshaven entwickelte sich positiv weiter. EUROGATE investiert rund EUR 150 Mio. bis 2025 in den Container Terminal Wilhelmshaven (CTW). Dort wird der Containerumschlag vom manuellen Betrieb auf ein automatisiertes System umgestellt. Bereits 2024 soll der erste automatisierte Schiffsliegeplatz fertig sein. Wir haben im Geschäftsjahr 2021 von der Stadt Bremen Corona-Beihilfen in Höhe von EUR 53 Mio. erhalten. Ziel war es, die Eigenkapitalquote, die auf 5 Prozent gesunken war, zu steigern. Die Konformität einer solchen Rekapitalisierung nach EU-Beihilferecht wurde vorab geprüft. Aufgrund dieser Beihilfe und unseres guten Ergebnisses für 2021 mit einem EBT von TEUR 52.226 ist unsere Eigenkapitalquote mit 12,8 Prozent wieder zweistellig und deutlich gestiegen. Darüber hinaus ist es BLG LOGISTICS auch 2021 gelungen, in Bewegung zu bleiben. Wir haben neue Standorte eröffnet, bestehende erweitert und haben uns intensiv mit dem Thema Klimaschutz beschäftigt. Wir wollen bis 2030 klimaneutral sein. Auch verfolgen wir konsequent unsere Digitalisierungs- und Innovationsstrategie und widmen uns hier Themen wie künstlicher Intelligenz. Auch wenn das Jahr 2022 durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine und aufgrund der Corona-Pandemie von schwierigen Rahmenbedingungen und Fragezeichen geprägt sein wird, arbeiten wir intensiv daran, die wirtschaftliche Lage von BLG LOGISTICS stetig zu verbessern, und sehen uns auch in diesen unsicheren Zeiten für die Zukunft gut aufgestellt. Diese Einschätzung beruht auf den Ergebnissen des Gruppenabschlusses 2021 und berücksichtigt den Geschäftsverlauf bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Gruppenlageberichts in 2022. Die Geschäftsentwicklung zu Beginn des Jahres 2022 lag im Januar insgesamt etwas über den Erwartungen und war ab Februar von der unsicheren Lage hinsichtlich des Krieges beeinflusst. GeschäftsverlaufErtragslage
Umsatzentwicklung (in TEUR)Im Geschäftsjahr 2021 ist der Gruppenumsatz gegenüber dem Vorjahr um TEUR 14.797 auf TEUR 1.050.438 gesunken. Dieser Rückgang entfällt mit TEUR 3.402 auf den Geschäftsbereich AUTOMOBILE und ist im Wesentlichen durch geringere Volumina aufgrund von fehlenden Vorleistungsgütern und Produktionsunterbrechungen bei unseren Kunden zurückzuführen. Der Rückgang im Geschäftsbereich CONTRACT beträgt TEUR 9.822. Dies ist insbesondere durch den Verkauf der internationalen Speditionsaktivitäten zum 1. April 2021 begründet. Im Geschäftsbereich CONTAINER konnte das Umschlagsvolumen (in TEU) insgesamt um 13,1 Prozent gesteigert werden. Dies war im Wesentlichen auf Nachholeffekte aufgrund der Corona-Pandemie zurückzuführen. Des Weiteren ergaben sich aufgrund der Turbulenzen in den weltweiten Lieferketten und den abweichenden Fahrplänen der Reeder temporär deutlich erhöhte Lagergelder, sodass die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2021 um TEUR 42.433 auf TEUR 305.955 angestiegen sind. Da die EUROGATE-Gruppe, die den Geschäftsbereich CONTAINER repräsentiert, nach der Equity-Methode in den Gruppenabschluss einbezogen wird, sind diese Umsätze nicht im ausgewiesenen Gruppenumsatz enthalten. Das Ergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden. Neben den Auswirkungen aus der Corona-Pandemie war das Vorjahresergebnis insbesondere durch hohe Abschreibungen auf Finanzanlagen und Restrukturierungsaufwendungen (Rückstellungen) für die Einzelbetriebe belastet. Letztere konnten im Berichtsjahr teilweise aufgelöst werden. Dementsprechend ist das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen insgesamt im Berichtsjahr mit TEUR 62.302 deutlich positiv. Wir verweisen diesbezüglich auch auf die unten stehenden Erläuterungen zum Geschäftsbereich CONTAINER.
Der Materialaufwand ist mit -6,8 Prozent stärker gesunken als die Umsatzerlöse (-1,4 Prozent). Dies ist insbesondere dadurch begründet, dass durch den Verkauf der internationalen Speditionsaktivitäten zum 1. April 2021 der Einkauf der dort notwendigen Subunternehmerleistungen entfallen ist. Die Kompensation durch andere Geschäfte in unseren Geschäftsbereichen AUTOMOBILE, CONTRACT und CONTAINER erfordern generell weniger bezogene Leistungen. Der Anstieg der sonstigen Erträge (TEUR 9.009) gegenüber dem Vorjahr entfällt mit TEUR 7.116 auf höhere Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Sachanlagevermögens und hier im Wesentlichen auf den Verkauf der Hochregallager-Immobilie am Standort Bremen (Geschäftsfeld Handelslogistik). Der Personalaufwand ist im Berichtsjahr auf TEUR 479.303 (Vorjahr: TEUR 455.476) angestiegen. Dies korrespondiert mit dem Anstieg der Beschäftigten (ohne den Geschäftsbereich CONTAINER) um 379 aufgrund von Geschäftsausweitungen und Neugeschäften. Durch im Vorjahr eingestellte Mitarbeiter des Gesamthafenbetriebsvereins (GHBG) am Standort Bremerhaven erhöhte sich der eigene Personalaufwand zusätzlich. Des Weiteren kam es im Geschäftsjahr 2021 zu geringeren Erstattungen aus temporärer Kurzarbeit. Die Abschreibungen sind im Geschäftsjahr 2021 um TEUR 34.607 gesunken. Dieser Rückgang resultiert mit TEUR 26.000 aus außerplanmäßigen Wertminderungen, die im Vorjahr insbesondere für die Wertberichtigung von Firmenwerten (TEUR 19.549) und anderen Vermögenswerten angefallen waren. Die planmäßigen Abschreibungen sanken um TEUR 8.606. Dies ist auf diverse Einzelsachverhalte zurückzuführen. Einen wesentlichen Teil trägt der Verkauf der Hochregallager-Immobilie am Standort Bremen (Geschäftsfeld Handelslogistik) bei, der im Berichtsjahr - verbunden mit einem neuen Betreibervertrag - erfolgt ist. Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 824 auf TEUR -9.281 reduziert. Dies ist mit TEUR 366 auf höhere Aufwendungen für die Aufzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten und mit TEUR 625 auf höhere Zinsaufwendungen für langfristige Darlehen und sonstige Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen. Aufgrund der beschriebenen Rahmenbedingungen ist das Ergebnis vor Steuern (EBT) im Wesentlichen durch das stark angestiegene Beteiligungsergebnis des Geschäftsbereichs CONTAINER sehr deutlich um TEUR 168.353 auf TEUR 52.226 gestiegen. Entsprechend ist auch die EBT-Marge deutlich gestiegen und beträgt 5,0 Prozent (Vorjahr: -10,9 Prozent). Die Ertragsteuern beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 1.660 (Vorjahr: TEUR 4.047). Die laufenden Steuern sanken demgegenüber um TEUR 1.721. Des Weiteren wirkte sich insbesondere die positive Veränderung der latenten Steuern (TEUR 666) aus. Aufgrund der zuvor beschriebenen Entwicklungen ist das Gruppenperiodenergebnis um TEUR 170.740 auf TEUR 50.566 deutlich gestiegen. Geschäftsbereich AUTOMOBILE4,8 MIO. FAHRZEUGE haben wir im Jahr 2021 umgeschlagen, transportiert oder technisch bearbeitet.
Der Geschäftsbereich AUTOMOBILE ist der führende Technik- und Logistikdienstleister für die internationale Automobilindustrie. Das Unternehmen setzt in diesem Bereich weltumspannend multimodale Verkehrsträger für die Logistik ein und verknüpft individuelle und innovative technische Dienstleistungen miteinander.
Fahrzeughandling (in Mio.)Die Auswirkungen der Corona-Pandemie führten in der Automobilindustrie zur größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg und im Geschäftsjahr 2020 zu einem deutlichen Einbruch. Zu dem ohnehin schwierigen Umbruch von Verbrennungsmotoren in die neue Zeit der Alternativantriebe und Vernetzung wurden die Produktionen der Automobilhersteller 2021 massiv von fehlenden Vorleistungsgütern getroffen. Nachdem die Volumina im ersten Halbjahr des Jahres 2021 leicht anstiegen, sorgte der Mangel an Halbleitern und im weiteren Jahresverlauf auch anderen benötigten Teilen (Lacke, Scheiben, Airbags usw.) für eine deutliche Drosselung der Produktion, obwohl sich die Wirtschaft insgesamt wieder erholte. Die Nachfrage nach neuen Fahrzeugen war in der Corona-Pandemie ebenfalls zurückhaltend. Das wirkte sich erneut unmittelbar auf die Volumina aller Geschäftsfelder im Geschäftsbereich AUTOMOBILE aus. In diesem schwierigen Umfeld ist es uns dennoch gelungen, das Fahrzeugvolumen im Netzwerk des Geschäftsbereichs im Geschäftsjahr 2021 insgesamt mit einem Handling von 4,8 Mio. Fahrzeugen auf dem Vorjahresniveau zu halten. Geschäftsfeld SeehafenterminalsIm Geschäftsfeld Seehafenterminals lag das Pkw-Umschlagsvolumen insgesamt auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Auf unserem größten Umschlagsstandort, dem AutoTerminal Bremerhaven, wurden 2021 rund 1,7 Mio. Fahrzeuge, und damit weniger als im Vorjahr, umgeschlagen. Auch an unserem AutoTerminal in Cuxhaven ging das Umschlagsvolumen zurück. Aufgrund der oben genannten Probleme lagen die Volumina insgesamt deutlich unter unseren Erwartungen. Des Weiteren belasteten Sonderausgaben aufgrund der Corona-Pandemie und eine hohe Krankenquote das Ergebnis. Im Geschäftsjahr 2021 hat sich der Bereich High&Heavy positiv entwickelt, der ein Umschlagsvolumen deutlich über den Planungen erzielen konnte (1,4 Mio. t, Vorjahr: 1,1 Mio. t). Dabei hat er auch vom weltweiten Mangel an Containern und verstärkter rollender Ladung (RoRo) profitiert. Des Weiteren wurde eine hohe Wertschöpfung, die über den Erwartungen lag, erreicht. Auch an unserem Standort im Neustädter Hafen in Bremen wurde eine hohe Tonnage (insbesondere bei Forstprodukten) und damit verbunden eine hohe Beschäftigung erzielt. Eine hohe Krankenquote, der notwendige Einsatz von Fremdpersonal und die Abstands- und Hygienemaßnahmen wirkten sich gegenläufig auf die Produktivität aus. Die umgeschlagene Tonnage (schiffsseitige Abwicklung) stieg hier von 1,2 Mio. t auf 1,3 Mio. t. Da der Fahrzeugumschlag und die Lagermenge insgesamt unter den Erwartungen lagen, schließt das Geschäftsfeld das Jahr insgesamt deutlich negativ ab. Geschäftsfeld InlandterminalsIm Geschäftsfeld Inlandterminals konnte ebenfalls ein Fahrzeughandling (Umschlag, Terminalhandling, technische Bearbeitung) auf Vorjahresniveau erreicht werden, lag aber insgesamt unter den Planungen. Die reduzierten Volumina der Hauptkunden und das eingebrochene Vermietergeschäft konnten mit Kurzarbeit, Spot- und Neugeschäften abgemildert werden. Die im Geschäftsjahr 2021 - trotz der widrigen Umstände - stabilen und leistungsstarken Standorte Kelheim und Dodendorf haben das insgesamt positive und im Rahmen der Erwartungen liegende Ergebnis des Geschäftsfelds kompensieren können. Geschäftsfelder AutoTransporte und AutoRailAuch im Transportbereich unserer Geschäftsfelder AutoTransporte und AutoRail lagen die transportierten Einheiten aufgrund der beschriebenen Probleme in der Automobilindustrie unter den Erwartungen. Dennoch konnten sie trotz der Beeinträchtigungen das Geschäftsjahr 2021 insgesamt mit einem positiven Ergebnis abschließen. Einflüsse auf die Produktivität ergaben sich auch durch Personalengpässe (Fahrer/Lokführer), einen hohen Krankenstand, Baustellen und Streckensperrungen und die Hochwasserkatastrophe in Deutschland. Vereinzelte Sondereffekte wie der Verkauf von Alt-Lkw und eine Trassenpreisförderung begünstigten das Gesamtergebnis. Der Bereich CarShipping, der u. a. den Autotransport per speziellen Binnenschiffen repräsentiert, lag im Jahr 2021 insbesondere durch die reduzierten Produktionsvolumina aufgrund fehlender Bauteile im zweiten Halbjahr unter den Erwartungen. Geschäftsfeld Süd-/OsteuropaDie oben genannten Produktionsunterbrechungen der Hersteller und die geringe Nachfrage durch die Endkunden sowie hohe Kraftstoffkosten wirkten sich auch im Geschäftsfeld Süd-/Osteuropa aus. Durch Zusatzgeschäfte wurden die Ergebnisse im Rahmen der Möglichkeiten kompensiert, sodass das Geschäftsfeld insgesamt ein leicht positives und über den Erwartungen liegendes Ergebnis erzielen konnte. Insbesondere in unserer russischen Gesellschaft konnte durch einen erhöhten Anteil an internationalen Verkehren der Umsatz spürbar gesteigert werden. Aufgrund der beschriebenen Entwicklungen mit Volumina, die insbesondere im Geschäftsfeld Seehafenterminals deutlich unter den Erwartungen lagen, konnte das EBT im Geschäftsbereich AUTOMOBILE gegenüber dem Vorjahr zwar von TEUR -8.998 auf TEUR -1.076 gestiegert werden, liegt aber noch im negativen Bereich. Geschäftsbereich CONTRACTIn Europa und Übersee sind wir an ÜBER 40 STANDORTEN für unsere Kunden präsent.
Der Geschäftsbereich CONTRACT managt komplexe Projekte und bietet seinen Kunden verlässliche Logistiklösungen an. An mehr als 40 Standorten in Europa und Übersee arbeiten wir in eigenen Logistikzentren sowie in den Produktionsbereichen und Werken unserer Kunden. Geschäftsfeld Industrielogistik (Europa)Die zunehmende Erholung der Industrie im Geschäftsjahr 2021 wirkte sich auch auf unser Geschäftsfeld Industrielogistik (Europa) aus. Die Auftragslage und Mengenlage war vielerorts gut und insgesamt liegt das Ergebnis leicht über den Erwartungen. An unserem größten Standort in Bremen konnten insbesondere in den Exportgeschäften sehr hohe Volumina erzielt werden. An den Standorten, an denen wir für Kunden aus der Automobilindustrie tätig sind, wirkte sich die gedrosselte Produktion der Hersteller aufgrund der mangelnden Teileverfügbarkeit auch auf unsere Volumina und Prozesse aus. Durch das Gegensteuern in Form von Kostenreduzierungen und Verbesserungen von Prozessen konnten die Auswirkungen abgemildert werden. Geschäftsfeld Industrielogistik (Übersee)Aufgrund der Corona-Pandemie wurden an unseren Standorten im Geschäftsfeld Industrielogistik (Übersee) teilweise erneut staatliche Lockdowns verhängt. Darunter litt insbesondere unser Standort in Malaysia, an dem die Transportvolumina zum Jahresende aber wieder gesteigert werden konnten. Durch die gute Entwicklung von Neugeschäften und hohen Volumina an unseren Standorten in den USA und Südafrika sowie Indien konnte das Geschäftsfeld insgesamt leicht über den Erwartungen abschließen. Geschäftsfeld HandelslogistikDas Geschäftsfeld Handelslogistik konnte sich auch 2021 weiter positiv entwickeln und schließt das Geschäftsjahr im Rahmen der ursprünglichen Planungen ab. Durch den Verkauf des Hochregallagers an unserem Standort Bremen an den Kunden, verbunden mit einem neuen Betreibervertrag, konnte ein positiver Einmalbeitrag erzielt werden. An vereinzelten Standorten wirkten sich die mangelnde Teileverfügbarkeit in der Produktion und gestörte Lieferketten gegenläufig aus. Am Standort Ochtrup waren darüber hinaus operative Herausforderungen zu lösen, die noch aus dem Lockdown in der Textilbranche nachwirkten. Insbesondere der junge Standort Schlüchtern trug aufgrund der hohen Volumina zur positiven Entwicklung bei. Durch ungeplante Sondergeschäfte und einen neuen Ankerkunden konnte des Weiteren die Restrukturierung im Bereich Sports & Fashion erfolgreich umgesetzt werden. Geschäftsfeld SpeditionIm ersten Quartal des Geschäftsjahres 2021 lag der Bruttospeditionsnutzen in diesem Geschäftsfeld unter den Erwartungen. BLG LOGISTICS hat entschieden, sich strategisch an die veränderten Marktverhältnisse anzupassen und sich künftig auf nationales und internationales Geschäft in den Geschäftsbereichen AUTOMOBILE, CONTRACT und CONTAINER zu konzentrieren. Zum 1. April 2021 wurden daher die internationalen Speditionsaktivitäten der BLG International Forwarding GmbH & Co. KG von Rhenus Air & Ocean übernommen. Von der Übernahme ausgenommen ist der Speditionsstandort in Bremen, der sich auf Landverkehr, Schwerguttransporte, Projektgeschäft und Seefracht konzentriert. Diese Bereiche wurden in die bestehenden Geschäftsfelder Seehafenterminals und Industrielogistik (Europa) integriert und das Geschäftsfeld Spedition wurde in diesem Zuge aufgelöst. Aufgrund der beschriebenen, positiven Entwicklungen ist das EBT im Geschäftsbereich CONTRACT insgesamt gegenüber dem Vorjahr deutlich um TEUR 22.608 auf TEUR 8.717 gestiegen. Geschäftsbereich CONTAINERIm Vergleich zum Vorjahr haben wir 13,1 % MEHR CONTAINER (in TEU) umgeschlagen.
Der Geschäftsbereich CONTAINER der BLG LOGISTICS wird durch die Hälfte der Gesellschaftsanteile an dem Gemeinschaftsunternehmen EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG repräsentiert. Diese betreibt - teilweise mit Partnern - Containerterminals in Bremerhaven, Hamburg, Wilhelmshaven, an den italienischen Standorten La Spezia, Ravenna und Salerno, in Limassol (Zypern) sowie in Tanger (Marokko) und Ust-Luga (Russland). Darüber hinaus ist die EUROGATE-Gruppe an mehreren Binnenterminals sowie Eisenbahnverkehrsunternehmen beteiligt. Dieser Geschäftsbereich ist vor allem im Containerumschlag aktiv. Als Sekundärdienstleistungen werden intermodale Dienste, wie Transporte von Seecontainern von und zu den Terminals, Reparaturen, Depothaltung und Handel von Containern, cargomodale Dienste sowie technische Serviceleistungen angeboten. Das Geschäftsjahr 2021 war insbesondere im ersten Halbjahr durch hohes Umschlagswachstum geprägt, das auf Nachholeffekte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. Diese bewirkten insbesondere bedingt durch eine hohe Fahrplanuntreue der Reeder und damit einhergehenden nachhaltigen Schiffsverspätungen eine deutlich gestiegene Verweildauer von Containern auf den Terminals, die wiederum zu einer Überauslastung der Kapazitäten mit entsprechenden Einschränkungen in der betrieblichen Leistungsfähigkeit führten. Zudem wurden die weltweiten Logistikketten durch temporäre Ereignisse, wie zum Beispiel die Blockade des Suez-Kanals im Frühjahr und die temporäre Teilschließung einzelner Häfen, empfindlich beeinträchtigt. Die EUROGATE-Gruppe hatte bei einem Anstieg der Umschlagsmengen der vollkonsolidierten Gesellschaften in Deutschland mit den Standorten in Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven einen deutlichen Anstieg des Umsatzes um 16,1 Prozent zu verzeichnen. Neben der positiven Umschlagsentwicklung haben sich übergreifend deutlich steigende Durchschnittserlöse aufgrund von zusätzlichen und unerwartet hohen Lagergeld- und Reefererlösen sowie erste positive Transformationseffekte in der Ergebnisentwicklung niedergeschlagen. Zudem wirken sich außerordentliche Erträge im Zusammenhang mit der Teilauflösung von im Vorjahr gebildeten Rückstellungen für die Restrukturierung der Einzelbetriebe positiv auf das Gruppenergebnis 2021 aus. Das Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung lag mit TEUR 61.879 daher wie das EBT der EUROGATE-Gruppe deutlich über dem Vorjahreswert von TEUR -60.740. ERGEBNISSE FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021
Vergleich der Ertragslage 2021 mit der Prognose für das Geschäftsjahr 2021
Zum Zeitpunkt der Erstellung des Vorjahresberichts für das Geschäftsjahr 2020 befanden wir uns mitten in der Corona-Pandemie und wir konnten keine verlässlichen Prognosen abgeben, wie stark das Jahr 2021 von schwierigen Rahmenbedingungen geprägt sein wird. Nachdem das Geschäftsjahr 2020 mit einem deutlich negativen Ergebnis stark von den Einflüssen der Corona-Pandemie geprägt war, sind wir davon ausgegangen, dass wir EBT und EBT-Marge deutlich verbessern und die Umsatzerlöse in etwa auf Vorjahresniveau halten können. Wir hatten für das Geschäftsjahr 2021 ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis prognostiziert. Unseren Prognosen lagen Annahmen zugrunde, die teilweise von den eingetretenen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2021 abwichen. Durch die oben beschriebene, schwierige Situation in der Automobilindustrie lagen Volumina, Umsatz und Ergebnis im Geschäftsbereich AUTOMOBILE unter unseren Erwartungen für das Geschäftsjahr 2021. Insbesondere die Produktionsunterbrechungen der Hersteller aufgrund fehlender Vorleistungsgüter, aber auch die Kaufzurückhaltung der Verbraucher hat sich deutlich auf das Geschäftsfeld ausgewirkt. Mit einem Gesamthandlingvolumen auf Vorjahresniveau, guten Ergebnissen im High&Heavy-Umschlag und einzelnen starken Standorten konnte dennoch das Ergebnis (EBT) um TEUR 7.922 auf TEUR -1.076 verbessert werden. Erfolgreich gestartete Neugeschäfte und stark nachgefragte Dienstleistungen und Konsumgüter im Bereich E-Commerce sorgten dafür, dass der Geschäftsbereich CONTRACT das Geschäftsjahr 2021 über den Erwartungen abschließen konnte. Auch im Geschäftsfeld Industrielogistik, das an einigen Standorten von fehlenden Vorleistungsgütern in den Produktionen unserer Kunden betroffen war, war die Auftragslage insgesamt betrachtet gut. Der Geschäftsbereich verbesserte sein Ergebnis (EBT) im Vergleich zum Vorjahr deutlich um TEUR 22.608 auf TEUR 8.717. Der Geschäftsbereich CONTAINER konnte durch die Nachholeffekte aus der Corona-Pandemie den Containerumschlag deutlich steigern. Durch die Turbulenzen in den weltweiten Logistikketten und Fahrplänen der Reeder profitiert der Geschäftsbereich im Berichtsjahr außerdem von temporär hohen Lagergeldern, da die Verweildauer der Container auf den Terminals länger als üblich ist. Somit ergibt sich für den Geschäftsbereich CONTAINER ein um TEUR 137.099 deutlich über dem Vorjahr liegendes EBT in Höhe von TEUR 69.825. Insgesamt konnte das EBT der BLG-Gruppe um TEUR 168.353 auf TEUR 52.226 deutlich verbessert werden und die EBT-Marge stieg entsprechend stark von -10,9 Prozent auf 5,0 Prozent. Die Umsatzerlöse lagen mit TEUR 1.050.438 nur leicht unter dem Vorjahresniveau von TEUR 1.065.235. Vermögenslage
Bilanzstruktur
Im Berichtsjahr betrug die Bilanzsumme TEUR 1.218.177 und lag damit auf ähnlichem Niveau wie der Vorjahreswert von TEUR 1.194.093. Wesentliche Veränderungen ergaben sich unter anderem bei den Sachanlagen. Durch laufende, planmäßige Abschreibungen und die Veräußerung unserer Hochregallager-Immobilie am Handelslogistikstandort Bremen reduzierten sich die Grundstücke, grundstücksgleichen Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken um TEUR 46.675 gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt ergaben sich im Geschäftsjahr 2021 Investitionen in langfristige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von TEUR 119.904 (davon zahlungsunwirksam TEUR 51.360). Dem stehen Desinvestitionen in Höhe von TEUR 74.547 und gegenüber dem Vorjahr um TEUR 34.607 geringere Abschreibungen (insbesondere aufgrund von hohen Wertminderungen im Vorjahr) in Höhe von TEUR 80.825 gegenüber. Die Anlagenintensität hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2020 um 3,8 Prozentpunkte auf 46,7 Prozent reduziert. Die Anteile an Unternehmen, die at Equity bilanziert werden, haben sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 63.687 erhöht. Dies ist insbesondere durch das bereits beschriebene Ergebnis des Geschäftsbereichs CONTAINER begründet. Die langfristigen Finanzforderungen erhöhten sich um TEUR 19.898, was im Wesentlichen auf die Erhöhung von Leasingforderungen zurückzuführen ist. Entsprechend ist auch das langfristige Vermögen gestiegen, insgesamt um TEUR 48.960 auf TEUR 952.161. Durch Facoringvereinbarungen haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um EUR 19,4 Mio. reduziert. Entsprechend erhöhten sich die liquiden Mittel. Eine detaillierte Aufstellung der beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden sowie Angaben zu den Sicherungsinstrumenten ist im Gruppenanhang unter → Erläuterung Nummer 32 zu finden. Wie bereits oben beschrieben, konnte die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2021 von 5,0 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 12,8 Prozent gesteigert werden. Dies konnte im Wesentlichen durch das gute Jahresergebnis und die Corona-Beihilfen in Höhe von EUR 53 Mio., die wir im Berichtsjahr von der Stadt Bremen erhalten haben, gelingen. Die Nettoverschuldung der Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2021 auf TEUR 578.105 deutlich reduziert (Vorjahr: TEUR 676.904). Dies ist im Wesentlichen aus der Verringerung der Verpflichtungen aus Finanzverbindlichkeiten begründet. Insbesondere war ausreichend Liquidität vorhanden, sodass die Inanspruchnahme von kurzfristigen Kreditlinien zum Bilanzstichtag gering war. Hinsichtlich der langfristigen Bankdarlehen lagen die Tilgungen im Geschäftsjahr 2021um TEUR 9.049 höher als die Neuaufnahmen.
Finanzlage
Auf der Grundlage des im Jahr 2021 erzielten Ergebnisses vor Steuern von TEUR 52.226 ist ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von TEUR 67.565 (Vorjahr: TEUR 27.264) erwirtschaftet worden. Der Free Cashflow lag mit TEUR 102.080 im deutlich positivem Bereich und TEUR 107.705 über dem Vorjahreswert von TEUR -5.625. Insbesondere durch das in der Ertragslage beschriebene deutlich höhere Ergebnis vor Steuern (Veränderung TEUR 168.353) verbessert sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Aufgrund der indirekten Ermittlung wirken sich die geringeren Wertminderungen (vgl. Ausführungen oben) sowie das deutlich positive Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen (TEUR 62.302) gegenläufig aus. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit hat sich im Berichtsjahr um TEUR 67.404 auf TEUR 34.515 verändert. Dies ist im Wesentlichen begründet durch den Verkauf der Hochregallager-Immobilie am Standort Bremen. Hierdurch ergaben sich gegenüber dem Vorjahr höhere Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens (TEUR 82.260). Gegenläufig wirkten sich um TEUR 11.114 geringere Einzahlungen aus erhaltenen Dividenden aus. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit reduzierte sich im Berichtsjahr um TEUR 11.444 auf TEUR -26.150. Der Eigenkapitalstärkung durch den Gesellschafter in Höhe von TEUR 53.000 standen im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 18.468 höhere Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten und um TEUR 66.367 geringere Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten gegenüber. Insgesamt hat sich der Finanzmittelfonds im Geschäftsjahr um TEUR 75.381 auf TEUR 11.440 erhöht. Die Finanzierung ausstehender Investitionen erfolgt unter Berücksichtigung der operativen Cashflows, die in den Unternehmensbereichen erwirtschaftet wurden, sowie in Abhängigkeit von der Kapitalmarktsituation aus langfristigem Fremdkapital (Darlehen) sowie mittels Leasing. Zum Bilanzstichtag bestanden zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 98,9 Mio. Aus bestehenden Factoringvereinbarungen war zum 31. Dezember 2021 ein Volumen von EUR 55,6 Mio. ungenutzt Eine ausführliche Kapitalflussrechnung findet sich im → Gruppenabschluss. Für die Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung verweisen wir auch auf → Erläuterung Nummer 37 des Gruppenanhangs. Chancen- und RisikoberichtGrundlagen des Chancen- und RisikomanagementsUnternehmerisches Handeln ist mit Chancen und Risiken verbunden. Der verantwortungsbewusste Umgang mit möglichen Chancen und Risiken ist für BLG LOGISTICS Kernelement solider Unternehmensführung. Unsere Chancen- und Risikopolitik folgt dem Bestreben, den Unternehmenswert zu steigern, ohne unangemessen hohe Risiken einzugehen. ChancenVermögensmehrende unsichere Ereignisse, die aus einer im Vergleich zur Planung günstigeren Entwicklung resultieren können. RisikenMöglichkeit einer für die Erreichung der kurzfristigen und strategischen Ziele ungünstigen, gefährlichen oder sogar existenzbedrohenden zukünftigen Entwicklung durch Vermögensminderung. Das Risikomanagement der BLG LOGISTICS leitet sich im Wesentlichen aus den Zielen und Strategien der einzelnen Geschäftsfelder ab. Es ist darauf ausgerichtet, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, um mit geeigneten gegensteuernden Maßnahmen drohenden Schaden für das Unternehmen abwenden und eine Bestandsgefährdung ausschließen zu können. Die strategische Ausrichtung der national sowie international tätigen BLG LOGISTICS zeichnet sich zudem durch einen hohen Diversifikationsgrad aus. So führen die drei Geschäftsbereiche mit einer Vielzahl an darunter angebundenen Geschäftsfeldern zu einer gewissen Unabhängigkeit. Bedeutende Investitionen werden überwiegend durch Kundenverträge begründet und abgesichert. Chancen- und RisikomanagementsystemVerantwortlich für das Chancen- und Risikomanagementsystem ist der Vorstand. Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss überwachen und prüfen das System auf Angemessenheit und Wirksamkeit. Die Verantwortung für das Erkennen sowie Managen wesentlicher Chancen und Risiken wird innerhalb der BLG LOGISTICS zentral gesteuert. Dabei werden verschiedene Ebenen sowie Organisationseinheiten in das System eingebunden. Das Verhältnis zwischen Kompetenz und Häufigkeit von Entscheidungen ergibt sich aus folgender Darstellung:
Kommunikationsweg und Verantwortlichkeiten innerhalb des Chancen- und Risikomanagementsystems von BLG LOGISTICSDamit wir unsere Zielsetzungen, gemessen am Ergebnis vor Steuern (EBT), erreichen, erfordert das vielfältige Spektrum unserer logistischen Leistungsprozesse eine frühzeitige Identifikation von Chancen und Gefährdungspotenzialen. Über die Steuerungskennzahlen von BLG LOGISTICS wird monatlich im Vorstand sowie in den Führungskreisen und an den Aufsichtsrat berichtet. Auf diese Weise soll der Fokus auf eine nachhaltige Wertschöpfung sichergestellt und eine Bestandsgefährdung verhindert werden. Zentrale Bestandteile des Chancen- und Risikomanagementsystems sind der Planungs- und Steuerungsprozess, das gruppeninterne Regelwerk und das Berichtswesen. Unserer besonderen Beachtung unterliegen dabei Chancen und Risiken aus strategischen Entscheidungen, aus den Märkten, aus dem operativen Geschäft sowie aus der Finanzierung und Liquidität. Chancen- und Risikomanagement bei BLG LOGISTICS
Die Grundsätze des Risikomanagements von BLG LOGISTICS sind in einer Richtlinie dokumentiert und veröffentlicht. In den Geschäfts- und Zentralbereichen wurden Risikoverantwortliche auf Leitungsebene und Risikomanagementkoordinatoren benannt, um ein effizientes Risikomanagementsystem zu gewährleisten. Somit wird sichergestellt, dass Risiken sowie risikomindernde Maßnahmen (Risikovermeidung und -reduzierung bzw. -überwälzung durch Versicherung), aber auch Chancen dort identifiziert und beurteilt werden, wo sie tatsächlich auftreten. Das implementierte zentrale Risikomanagement ist verantwortlich für die Koordination der gruppenweiten Erfassung, Bewertung und Dokumentation von Chancen und Risiken. Dieses erfolgt auf Basis eines IT-gestützten Risikomanagementsystems. Laufend, im Sinne einer permanenten Inventur, werden die Risiken und die im Rahmen der Strategie definierten dazugehörigen Maßnahmen erfasst, bewertet und überwacht, die aus heutiger Sicht unsere Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage wesentlich negativ beeinflussen können. Dies sind nicht notwendigerweise die einzigen Risiken, denen BLG LOGISTICS ausgesetzt ist. Weitere Einflüsse, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder die wir noch nicht als wesentlich einschätzen, können unsere Geschäftstätigkeiten ebenfalls beeinträchtigen. Die Interne Revision ist als eine prozessunabhängige Überwachungsinstanz in die Risikokommunikation innerhalb von BLG LOGISTICS integriert. Als international tätiges Logistikunternehmen liegt der wesentliche Anteil der Risiken von BLG LOGISTICS bei den Leistungs- und Infrastruktur- sowie bei den finanzwirtschaftlichen Risiken. Um die finanziellen Auswirkungen eines möglichen Schadens gering zu halten, werden - soweit verfügbar und wirtschaftlich vertretbar - Versicherungen abgeschlossen. Umfang und Höhe dieser Versicherungen werden laufend überprüft. Um möglichen Risiken zu begegnen, die vor allem aus den vielfältig geografischen, arbeits-, kartell-, zoll-, kapitalmarkt-, steuer-, vertrags-, umwelt- und wettbewerbsrechtlichen Regelungen und Gesetzen im In- und Ausland entstehen können, stützt BLG LOGISTICS ihre Entscheidungen und die Gestaltung der Geschäftsprozesse auf eine umfassende rechtliche Beratung sowohl durch eigene Experten als auch durch externe Fachleute. Sofern sich rechtliche Risiken auf vergangene Sachverhalte beziehen, werden die dafür erforderlichen bilanziellen Rückstellungen gebildet und deren Angemessenheit in regelmäßigen Abständen überprüft. Zielsetzungen und Methoden des FinanzrisikomanagementsDie wesentlichen zur Finanzierung der Gruppe verwendeten Finanzinstrumente umfassen langfristige Darlehen, kurzfristige Kreditaufnahmen sowie Zahlungsmittel einschließlich kurzfristiger Einlagen bei Kreditinstituten. BLG LOGISTICS verfügt über verschiedene weitere Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die unmittelbar im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit entstehen. Das Finanzrisikomanagement wird durch den Bereich Treasury verantwortet, dessen Aufgaben und Ziele in einer durch den Vorstand verabschiedeten Richtlinie dargestellt sind. Hierzu zählen die Erstellung und Analyse von Finanzierungs- und Sicherungsstrategien sowie der Abschluss von Sicherungsinstrumenten. Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken der Gruppe bestehen aus Ausfallrisiken, Fremdwährungsrisiken, Liquiditätsrisiken und Zinsänderungsrisiken. Der Vorstand verabschiedet Richtlinien zum Risikomanagement für jedes dieser Risiken, die im Folgenden dargestellt werden, und überprüft deren Einhaltung. Auf Gruppenebene wird zudem das bestehende Marktpreisrisiko für alle Finanzinstrumente beobachtet. KapitalrisikomanagementWesentliches Ziel von BLG LOGISTICS im Hinblick auf das Kapitalmanagement ist die Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den weiteren Stakeholdern die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen. Ein weiteres Ziel ist eine optimierte Liquiditätssicherheit und die Aufrechterhaltung einer optimalen Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten im Allgemeinen und das Refinanzierungsrisiko im Speziellen langfristig zu reduzieren. BLG LOGISTICS überwacht ihr Kapital auf Basis der Eigenkapitalquote und weiterer Kennzahlen. Es bestehen Zusicherungen an alle Partnerbanken nach Gleichbehandlung und der Change-of-Control-Klausel. Beschreibung der wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess nach § 315 Absatz 4 HGBBegriffsbestimmung und Elemente des internen Kontroll- und des RisikomanagementsystemsDas interne Kontrollsystem von BLG LOGISTICS umfasst in Bezug auf die Rechnungslegung alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherstellung der bilanziell richtigen und gesetzesmäßigen Erfassung, Aufbereitung und Abbildung von unternehmerischen Sachverhalten in der Rechnungslegung. Ziel ist die Vermeidung einer wesentlichen Falschaussage in der Buchführung und in der externen Berichterstattung. Da das interne Kontrollsystem einen integralen Bestandteil des Risikomanagements darstellt, erfolgt eine zusammengefasste Darstellung. Elemente des internen Kontrollsystems bilden das interne Steuerungs- und Überwachungssystem. Als Verantwortliche für das interne Steuerungssystem hat der Vorstand der BLG LOGISTICS insbesondere den Fachbereich Financial Services (inkl. Controlling, Finanzen und Rechnungswesen) beauftragt, der unter einer Leitung eng verzahnt und prozessorientiert arbeitet. Das interne Überwachungssystem umfasst sowohl in den Rechnungslegungsprozess integrierte als auch prozessunabhängige Kontrollen. Zu den prozessintegrierten Kontrollen zählen insbesondere das Vier-Augen-Prinzip, die Funktionstrennung von abhängigen Bereichen (insbesondere Kreditorenmanagement und Treasurymanagement) und IT-gestützte Kontrollen, aber auch die Einbeziehung von internen Fachbereichen wie Recht oder Steuern sowie externer Experten. Prozessunabhängige Kontrollen werden durch die Interne Revision, das Qualitätsmanagement sowie den Aufsichtsrat, und hier vor allem durch den Prüfungsausschuss, durchgeführt. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Rechnungslegung, einschließlich der Berichterstattung und die Überwachung der Abschlussprüfung. Weitere Tätigkeitsschwerpunkte des Prüfungsausschusses sind die Risikolage, der Weiterentwicklung des Risikomanagements sowie Fragen der Compliance. Dies schließt auch die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems mit ein. Darüber hinaus werden prozessunabhängige Prüfungstätigkeiten auch von externen Prüfungsorganen wie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder der steuerlichen Außenprüfung vorgenommen. Rechnungslegungsbezogene RisikenRechnungslegungsbezogene Risiken können sich beispielsweise aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte sowie der Verarbeitung von Nicht-Routine-Transaktionen ergeben. Latente Risiken resultieren auch aus Ermessensspielräumen bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden oder aus dem Einfluss von Schätzungen auf den Jahresabschluss, beispielsweise bei Rückstellungen oder Eventualverbindlichkeiten. Prozess der Rechnungslegung und Maßnahmen zur Sicherstellung der OrdnungsmäßigkeitDie buchhalterische Erfassung der Geschäftsvorfälle in den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen von BLG LOGISTICS erfolgt im Wesentlichen über die Standardsoftware SAP R/3. Zur Aufstellung des Gruppenabschlusses wird das SAP-Konsolidierungsmodul EC-CS eingesetzt. Die Einbeziehung der Einzelabschlüsse ausländischer und nicht in das SAP-System eingebundener inländischer Tochtergesellschaften erfolgt auf Grundlage der durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geprüften, standardisierten, Excel-basierten Reporting Packages, die in das Konsolidierungssystem EC-CS überführt werden. BLG LOGISTICS hat zur Gewährleistung einer einheitlichen Bilanzierung und Bewertung Bilanzierungsrichtlinien zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und Richtlinien zur gruppeneinheitlichen Kontierung herausgegeben. Die Durchführung von Impairment-Tests für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Gruppe erfolgt zentral. Auf diese Weise wird die Anwendung einheitlicher und standardisierter Bewertungskriterien sichergestellt. Gleiches gilt für die Festlegung der für die Bewertung von Pensionsrückstellungen und sonstigen gutachtenbezogenen Rückstellungen anzuwendenden Parameter. Zur Vorbereitung der Schuldenkonsolidierung werden regelmäßig interne Saldenabstimmungen vorgenommen, um eventuelle Differenzen frühzeitig klären und beheben zu können. Auf Gruppenebene werden neben einer systemseitigen Validierung der Meldedaten aus den Einzelabschlüssen insbesondere die Reporting Packages auf Plausibilität überprüft und gegebenenfalls angepasst. Für die Erstellung der Einzelabschlüsse und des Gruppenabschlusses wird darüber hinaus eine Disclosure-Management-Software eingesetzt, die einen einheitlichen Datenpool verwendet und Validierungen, eine Nachvollziehbarkeit der Historie sowie einen fest definierten Workflow enthält. Durch einen hohen Automatisierungsgrad wird das Fehlerrisiko deutlich reduziert und die Effizienz erhöht. Für das Tax Accounting wird ebenfalls eine spezielle Software verwendet. Auf Ebene der einzelnen Tochtergesellschaften werden die laufenden und die latenten Steuern berechnet und die Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern geprüft. Einschränkende HinweiseDas interne Kontroll- und Risikomanagementsystem dient der Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Durch Ermessensentscheidungen, fehlerbehaftete Kontrollen oder dolose Handlungen kann die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems jedoch eingeschränkt werden, sodass auch die eingerichteten Systeme keine absolute Sicherheit zur Identifikation und Steuerung der Risiken gewährleisten können. ChancenUnser GeschäftsmodellBLG LOGISTICS als internationale Gruppe ist mit ihren drei Geschäftsbereichen und den Geschäftsfeldern verschiedensten Entwicklungen auf den unterschiedlichen nationalen und internationalen Märkten unterworfen. Auf der Grundlage der in diesem Bericht beschriebenen Geschäftsentwicklung sowie der Unternehmenslage ergeben sich innerhalb der vorliegenden Rahmenbedingungen verschiedene Potenziale. Von übergeordneter Bedeutung sind hier die Effekte aus einer nachhaltig positiven Entwicklung der Konjunktur. Eine hohe Priorität hat auch die Entwicklung von innovativen Lösungen für unsere Kunden im Rahmen von zukunftsweisenden Forschungsprojekten. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Abschnitt → Forschung und Entwicklung. In den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern wollen wir auch in Zukunft die Chancen, die sich uns eröffnen, optimal nutzen. Basis dafür ist weiterhin unser Netzwerk sowie das innovative intermodale Angebot im Geschäftsbereich AUTOMOBILE. Die etablierten Geschäftsmodelle in den Geschäftsfeldern Handelslogistik und Industrielogistik eröffnen uns im Geschäftsbereich CONTRACT Vertriebs- und Akquisitionsmöglichkeiten kombiniert mit weiteren Automatisierungs- und Digitalisierungsaktivitäten in Deutschland bzw. Europa. Die einzelnen Geschäftsfelder profitieren von einem weiterhin anhaltenden Wachstumsmarkt, da unsere Kunden durch verstärktes Outsourcing ihre eigenen Kostenstrukturen verbessern bzw. flexibler gestalten wollen. Für den Geschäftsbereich CONTAINER war die bereits erfolgte Anpassung des Fahrwassers der Elbe und bleibt die noch ausstehende Vertiefung der Außenweser zur Sicherung und Positionierung der deutschen Häfen in der "Nordrange" von großer Bedeutung, damit die größer werdenden Containerschiffe Bremerhaven und Hamburg problemlos anlaufen können. Im Zuge der Durchführung der Maßnahmen zur Fahrrinnenanpassung der Elbe haben sich die nautischen Probleme der nachhaltig steigenden Anzahl immer größer dimensionierter Containerschiffe insbesondere am Standort Hamburg relativ verbessert. Sollte die noch ausstehende Maßnahme zur Vertiefung der Außenweser scheitern oder sich nachhaltig verzögern, kann dies nicht unerhebliche negative Auswirkungen auf die zukünftige Umschlagsentwicklung am Standort Bremerhaven haben. Der Geschäftsbereich CONTAINER kann seinen Kunden jedoch mit dem einzigen deutschen Tiefwasserhafen, dem EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven, und dessen Fazilitäten für die Abfertigung von Containerschiffen mit entsprechenden Tiefgängen eine hervorragende Alternative bieten. Mit der Beteiligung und Akquisition von Hapag-Lloyd ist ein wichtiger Schritt in Bezug auf die weitere Entwicklung dieses Standorts erfolgt. Strategische ChancenGeschäftsbereich AUTOMOBILE: BLG LOGISTICS und Hyundai Glovis schließen Joint Venture für das AutoTerminal BremerhavenEine der weltgrößten RoRo-Reedereien, Hyundai Glovis, und BLG LOGISTICS, einer der führenden Automobillogistiker in Europa, haben eine strategische Partnerschaft für den Autoumschlag in Bremerhaven geschlossen. Nach den erfolgreichen Kooperationen im Geschäftsbereich CONTAINER ist dies das erste Joint Venture im Automobilumschlag auf einem BLG-Seehafenterminal. Im Rahmen des gemeinsamen Joint Ventures wird der Reeder Hyundai Glovis ab Januar 2022 in den nächsten Jahren den BLG AutoTerminal Bremerhaven als europäischen Hub für seine Automobiltransporte zwischen Asien und Europa einsetzen. Ziel des Joint Ventures ist es, Volumina zu bündeln und somit die Logistikketten der Automobilhersteller unter Berücksichtigung von Laufzeit, Kosten sowie Umwelteinflüssen zu optimieren. In einem schwierigen Marktumfeld hat BLG LOGISTICS damit einen starken Partner gewonnen. Dies soll Volumina sichern und den Hafenstandort Bremerhaven stärken und bildet eine gute Basis für eine strategische Weiterentwicklung. Unser AutoTerminal Bremerhaven bleibt weiterhin als Universalhafen für alle Reeder offen. Geschäftsbereich AUTOMOBILE: Drittes Autoregal am BLG AutoTerminal Kelheim in Betrieb genommenAuf dem BLG AutoTerminal Kelheim ist das dritte Autoregal ("P3") erfolgreich fertiggestellt worden. Das "P3" soll für eine noch effizientere Wegnutzung sorgen und ist nach den neuesten Baustandards errichtet worden. So ist auf dem Dach eine Photovoltaikanlage geplant - bereits die zweite auf dem Gelände. Außerdem wird das Wasser recycelt, sodass für alle anfallenden Arbeiten auf dem Terminal lediglich 20 Prozent Frischwasser gebraucht werden. Das P3 ist exklusiv für einen Großkunden gebaut worden. Das erhöht die Anzahl der überdachten Plätze auf dem Terminalgelände, was insbesondere für die Unterbringung von Neuwagen von zusätzlichem Vorteil ist. Im Zuge der Kapazitätserweiterung konnte BLG LOGISTICS auch einen langfristigen Vertrag über die weitere Zusammenarbeit mit dem Kunden schließen. Geschäftsbereich CONTRACT: BLG LOGISTICS als starker LogistikarchitektUnsere Kunden stehen heute vor riesigen Herausforderungen und Chancen. Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten in allen Bereichen der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig gibt der globale Wettbewerb ein erhöhtes Tempo vor. Immer öfter entscheiden auch logistische Prozesse darüber, wie wettbewerbsfähig Unternehmen sind. Als "Logistikarchitekt" planen, konzeptionieren, realisieren und betreiben die Experten-Teams von BLG LOGISTICS kundenindividuelle Logistikzentren; die Bandbreite reicht hierbei von klassisch bis hin zu hochautomatisiert. Wir verfügen über einen großen Stab an eigenen Fachleuten, die umfassende Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Projekten und Branchen verschiedenster Größen mitbringen. Durch dieses branchenübergreifende Logistik-Know-how konnten wir bereits herausragende und innovative Konzepte und logistische Großprojekte entwickeln und sehen dies für die Zukunft als starkes Argument für unsere bestehenden und neuen Kunden. BLG-Gruppe: Unsere Mission Klima und nachhaltiges Logistikzentrum (Geschäftsbereich CONTRACT) als LeuchtturmprojektDas Thema Klimaschutz steht weit oben auf der Agenda - in der Politik wie auch in vielen Unternehmen. Wir bilden dabei keine Ausnahme. Die Bundesregierung hat im Berichtsjahr die Klimaschutzvorgaben noch einmal verschärft und für Deutschland das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 ausgegeben. Wir wollen als Logistikunternehmen unseren Beitrag leisten - und gleichzeitig unsere Kunden beim Verbessern ihrer eigenen Bilanz unterstützen. Wir sind gemeinsam auf einer Mission für den Klimaschutz. Unser Ziel: BLG LOGISTICS wird bis 2030 zum klimaneutralen Unternehmen. Dabei haben wir unsere absolute Zielsetzung (-30 Prozent CO 2 e) innerhalb unseres Unternehmens (Scope 1+2) und -15 Prozent in der Lieferkette (Scope3), von der unabhängigen Science Based Targets initiative (SBTi) prüfen lassen. Damit ist BLG LOGISTICS der erste deutsche Logistikdienstleister mit einer wissenschaftlich anerkannten Klimaschutzzielsetzung. So sorgt BLG LOGISTICS zum Beispiel weiterhin für eine verbesserte CO 2 -Bilanz durch Transporte auf der Schiene. Pro Zug kann BLG AutoRail mehr als 200 Pkw transportieren. Und das passiert im deutschen und österreichischen Streckennetz komplett mit Grünem Strom. Im größten Güterverkehrszentrum Deutschlands, dem GVZ in Bremen, plant BLG LOGISTICS einen neuen Standort für die Industrielogistik. Ausgehend vom "C3 Bremen" wird BLG LOGISTICS die nachhaltige und effiziente Versorgung der Auslandsmontagewerke eines renommierten Automobilherstellers erbringen. "C3" steht für die Begriffe Customer, Climate und Comfort. Mit einer intelligenten Intralogistikplanung und effizienten Arbeitsabläufen wird die Logistikabwicklung auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt. Die Prozesse im Inneren der neuen Anlage folgen dem Lean-Management-Prinzip und sollen durch einen zukunftsweisenden Automatisierungs- und Digitalisierungsgrad unterstützt werden. In puncto Nachhaltigkeit wurde ein ganzheitliches Konzept entwickelt, mit dem eine Zertifizierung in Platin bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) sowie eine WELL GOLD Zertifizierung angestrebt werden. Unter anderem ist geplant, auf der kompletten Dachfläche eine Photovoltaikanlage zu installieren. Eine Solarthermie-Anlage soll die Heizungsanlage und Warmwasserproduktion unterstützen. Nicht nur gestalterisch soll das neue Projekt überzeugen. Aufenthalts- und Außenflächen werden nach einem Well-Being-Konzept für Mensch und Umwelt entwickelt, um so das Arbeitsumfeld angenehmer zu gestalten. Die Gesundheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz steht im Fokus dieses Neubauvorhabens. Geschäftsbereich CONTAINER: EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven startet AutomatisierungsvorhabenDurch den Einstieg der Hapag-Lloyd AG am EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven (CTW) ergeben sich positive Perspektiven für den Standort und die Rahmenbedingungen für die Automatisierung am CTW werden geschaffen. In den kommenden Jahren wird der Containerumschlag am CTW vom manuellen Betrieb auf ein automatisiertes System umgestellt. Das entsprechende Automatisierungsvorhaben startete im Januar 2022. Rund EUR 150 Mio. werden hierfür in den kommenden drei Jahren von EUROGATE investiert. Bereits 2024 soll ein erster Schiffsliegeplatz automatisiert betrieben werden. Durch die Automatisierung rechnen wir mittelfristig mit einem deutlichen Umschlagswachstum in Wilhelmshaven und damit sind für uns jetzt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung des Terminals gegeben. Wir wollen einen ausgebauten, erweiterten und leistungsstarken, automatisierten Terminal, dessen schlagkräftige Organisation an die neuen Erfordernisse des Betriebs angepasst ist, entwickeln. Automatisierung ist eine unaufhaltsame Entwicklung, der wir uns mit diesem Projekt stellen und die wir als Chance begreifen, unsere Kundenorientierung und unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu steigern. Dadurch gewinnen wir an Umschlagsmenge, sichern somit Beschäftigung und schaffen neue, anspruchsvolle und zukunftsgewandte Arbeitsplätze. Auch an den anderen Standorten von BLG LOGISTICS verfolgen wir konsequent unsere Digitalisierungs- und Innovationsstrategie weiter. Zum Beispiel stellen zwei autonom fahrende Stapler ab sofort im Logistikcenter Bremen die materialseitige Ver- und Entsorgung einer Beschichtungslinie sicher. Sonstige ChancenBereits im Geschäftsjahr 2012 hatte BLG LOGISTICS erstmalig verbindliche Klimaschutzziele formuliert und beschlossen. So sollte der CO 2 -Fußabdruck bis zum Jahr 2020 gegenüber 2011 (gemessen am Umsatz) um 20 Prozent gesenkt werden. Dies hatten wir bereits 2019 übertroffen. Motiviert durch diesen Erfolg und gestiegene Anforderungen haben wir uns neue, weitreichendere Ziele gesetzt und wollen bis 2030 unsere eigenen Treibhausgasemissionen gegenüber 2018 absolut gemessen um mindestens 30 Prozent, die entlang unserer Lieferkette um 15 Prozent senken. Die verbleibenden Emissionen wird BLG LOGISTICS durch zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgleichen. Damit werden wir 2030 ein klimaneutrales Unternehmen sein. Mehr Informationen finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht unter → reporting.blg-logistics.com Damit steigert BLG LOGISTICS die Transparenz über ihre Klimabilanz und gewinnt Kompetenz im Bereich der klimaneutralen Logistik. Damit bietet sich die Chance, ihrer Zielgruppe klimaneutrale Dienstleistungen anzubieten, die deren Klimabilanz nicht belasten. RisikenAnhaltende Auswirkungen durch Corona-Krise, Krieg in der Ukraine und hohe EnergiepreiseDie Corona-Krise und die dadurch ausgelösten Maßnahmen der Regierungen nehmen deutlich Einfluss auf Mengen und Ergebnisse aller Geschäftsbereiche und Geschäftsfelder von BLG LOGISTICS. Auch wenn die ökonomischen Folgen bisher von Welle zu Welle geringer ausfielen bleiben die aktuelle Lage unübersichtlich und Planungen in diesem Umfeld schwierig. Insbesondere fehlende Vorleistungsgüter in der Industrie, gestörte Lieferketten und die angespannte Personalsituation aufgrund hoher Krankenstände wirken sich auf unser Geschäft aus. Durch regelmäßige Abstimmungen innerhalb des Unternehmens und mit den Kunden passen wir uns ständig den aktualisierten Gegebenheiten an. Durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine kann es dazu kommen, dass die Lieferketten und die Produktionen unserer Kunden erneut erheblich gestört werden. BLG LOGISTICS bewertet die Lage tagesaktuell unter sozialen und finanziellen Gesichtspunkten und leitet notwendige Schritte ein. Auch die Energiepreise werden infolge des Krieges nach unseren aktuellen Einschätzungen weiter ansteigen. Diesen Anstiegen begegnen wir durch diverse Maßnahmen. Durch die laufende Beobachtung des Beschaffungsmarktes und der vorausschauenden Planung der Ressourceneinsätze halten wir die zusätzlichen Kosten so gering wie möglich. Des Weiteren sind wir mit unseren Kunden im laufenden Austausch und Abschluss von Vereinbarungen zur Kompensation. Risikokategorien und EinzelrisikenAus den für BLG LOGISTICS festgelegten Risikofeldern werden in den folgenden Abschnitten die wesentlichen Risiken der BLG LOGISTICS nach Risikokategorien dargestellt. Bei der Auswahl der Wesentlichkeit werden solche Risiken berücksichtigt, die sich bei Eintritt spürbar auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken würden. Die Bewertung und Ableitung von Maßnahmen erfolgt grundsätzlich anhand von Szenarien unter Berücksichtigung sämtlicher bekannter Einflussgrößen aus Chancen und Risiken. Ein Gesamtüberblick über die wesentlichen Risiken ist in der Tabelle dargestellt.
Risikomatrix
Strategische RisikenRisiken aus Akquisitionen und InvestitionenBLG LOGISTICS ist in den letzten Jahren durch verschiedene in- und ausländische Akquisitionen gewachsen. Im Rahmen des Prozess- und Qualitätsmanagements wurde zu diesem Zweck eine einheitliche M&A-Richtlinie über das Vorgehen verfasst, die bei sämtlichen Anteilskäufen einzuhalten ist. Hierbei kommen sowohl gruppeninterne als auch externe Berater zum Einsatz. Somit wird gewährleistet, dass alle mit einer Akquisition oder Beteiligung verbundenen Risiken berücksichtigt und bewertet werden. Trotzdem ist nicht auszuschließen, dass sich gerade bei Anteilserwerben im europäischen Ausland besonders politische, rechtliche oder konjunkturelle Risiken ergeben. Das soziale Umfeld bei der Beschaffung von Mitarbeiterkapazitäten und die Integration der jeweiligen fremden Unternehmenskulturen in die Strukturen und Prozesse von BLG LOGISTICS stellen dabei besondere Herausforderungen dar. In der Vergangenheit getätigte Investitionen können, unter Fortführung der mit den Investitionen getroffenen strategischen Entscheidungen und Aussagen, die Notwendigkeit von Folgeentscheidungen nach sich ziehen. Die mit diesen Entscheidungen verbundenen notwendigen Folgeinvestitionen sind aufgrund von zum Teil geänderten Markt- und Rahmenbedingungen insgesamt unter neuen Prämissen zu betrachten und zu bewerten. Sind diese geänderten Bedingungen nachhaltig, könnten sich hieraus zukünftig Abwertungsbedürfnisse auf die Gesamtinvestition für BLG LOGISTICS ergeben. MarktrisikenBedrohung von Marktposition und WettbewerbsvorteilenDie vertraglich vereinbarten Preise im Seehafenumschlag im Geschäftsbereich AUTOMOBILE gepaart mit dem unverändert starken Wettbewerb mit anderen Häfen stellen für uns anhaltende Herausforderungen dar. Durch die zunehmende Beteiligung von Reedern an anderen Seehafenterminals kann es durch interne Optimierung der Reeder zu Verlagerungen von Volumina zulasten des Seehafenterminals Bremerhaven kommen. Infolge des Krieges zwischen Russland und der Ukraine ist für 2022 zu erwarten, dass sich für diese Regionen bestimmte Volumina reduzieren bzw. ganz ausfallen. Für das Stückgutgeschäft und in der Projektlogistik liegen die Risiken wesentlich im hohen Wettbewerbs- und Preisdruck. Im Geschäftsbereich CONTRACT liegen die hauptsächlichen Risiken in der schnellen Austausch- und Ersetzbarkeit als Dienstleister, sofern es sich um standardisierte und nicht individuell zugeschnittene Leistungen handelt. In den Geschäftsfeldern herrscht eine starke Abhängigkeit von Großkunden. Die durchgeführten Logistikleistungen sind dort in der Regel personalintensiv. Zudem herrscht ein erheblicher Preisdruck seitens der Kunden. Diesen Herausforderungen begegnen wir mit umfangreichen kundenindividuellen Lösungen und Optimierungen, längeren Vertragslaufzeiten, dem kontinuierlichem Aufbau und der weiteren Diversifizierung des Kundenstamms. Neben den gesamtwirtschaftlichen Trends wirken sich im Geschäftsbereich CONTAINER in Bezug auf die künftige Umschlags- und Transportnachfrage und damit verbunden auch auf die Umschlagsmengen unserer Containerterminals noch weitere Einflüsse bzw. Risiken aus. Hierzu zählen wie in den vergangenen Jahren auch
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine wird sich ebenfalls auf den Containerumschlag auswirken, wenn diese Regionen nicht mehr angefahren werden oder Schiffe festsitzen. Auf Kundenseite könnten perspektivisch gesehen auch mögliche Insolvenzen Auswirkungen auf die Reedereikonsortien sowie die Dienste- und Mengenstrukturen haben. Hier dominieren unverändert drei Groß-Konsortien das Marktgeschehen:
Der Trend der Container-Reedereien zur Indienststellung weiterer Großcontainerschiffe, und zwar mittlerweile von bis zu 24.000 TEU, hält unvermindert an. Angesichts dieses Trends wird auch die Anzahl der Schiffsanläufe von Großcontainerschiffen an den Terminals der EUROGATE-Gruppe weiter zunehmen. Da die Containerterminals zumindest mittelfristig noch über Kapazitätsreserven verfügen, steigt im Zuge der Konsolidierung die Marktmacht der verbleibenden Konsortien/Reedereien und damit verbunden der Erlösdruck sowie die Notwendigkeit der Identifizierung und Umsetzung weiterer Kostenreduzierungen und Effizienzsteigerungen bei den Containerterminals sowie von Maßnahmen zur Standardisierung und Automatisierung. Sollten die im Zuge der Transformation vorgesehenen Kostensenkungen sowie die Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen im Geschäftsbereich CONTAINER in geringerem Umfang umgesetzt werden können als vorgesehen, so wäre die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsträchtigkeit der EUROGATE-Gruppe deutlich beeinträchtigt. Der bisherige Verlauf und der Abschluss der Verhandlungen erfolgte jedoch von allen Seiten sehr verständig und die Geschäftsführung ist unverändert zuversichtlich, die geplanten Maßnahmen und die damit verbundenen Effekte in dem vorgesehenen Zeitrahmen erfolgreich umsetzen zu können. Konjunkturabhängigkeit - Gesamtwirtschaftliche RisikenAls global ausgerichteter Logistikdienstleister ist BLG LOGISTICS wesentlich von der Produktion und den damit verbundenen Warenströmen in der Weltwirtschaft abhängig. Die Abhängigkeit sowohl von der produzierenden Industrie als auch vom Konsumentenverhalten kann als größtes Risiko angesehen werden. Hier beeinflussen neben den aktuellen Auswirkungen und Beschränkungen infolge des Krieges in der Ukraine und der Corona-Pandemie zusätzlich hohe Energie- und Rohstoffpreise, andauernde außenwirtschaftliche Ungleichgewichte sowie die Ausweitung von politischen Konflikten unser Geschäft. Des Weiteren ist es möglich, dass wir zukünftig auch mit neuen Virusmutationen und Pandemien umgehen werden müssen, die sich auch immer wieder auf das Wirtschaftsgeschehen und unsere Planungen auswirken können. Auch eine weitergehende Eskalation im Ukraine-Konflikt ist nicht auszuschließen. Änderungen in der Gesetzgebung sowie bei Steuern oder Zöllen in einzelnen Ländern können den internationalen Handel ebenfalls stark beeinträchtigen und erhebliche Risiken für BLG LOGISTICS mit sich bringen. BranchenrisikenDurch fehlende Vorleistungsgüter, Störungen in den Lieferketten, die Umstellung auf die Elektromobilität und die schwache Nachfrage in der Corona-Pandemie hat die Automobilindustrie derzeit umfangreiche Herausforderungen zu bewältigen, was sich auf das Gesamtvolumen unserer Geschäfte auswirkt. Durch den Krieg in der Ukraine wird diese Lage erneut verschärft und es kann zu Produktionsreduzierungen und -ausfällen der Hersteller kommen. Dem begegnen wir mit einer weiteren Optimierung unserer Prozesse und planen unsere Kapazitäten auf Basis des regelmäßigen Dialogs mit unseren Kunden. Darüber hinaus wollen wir unser Angebot für den Transport und die technische Bearbeitung von Gebrauchtfahrzeugen weiter ausbauen. Westeuropa ist der Hauptmarkt für BLG LOGISTICS. Durch die Öffnung Westeuropas zum Osten hin gelangen weiterhin vermehrt osteuropäische Transportkapazitäten in unseren Hauptmarkt. Dies führt anhaltend zu einem starken Wettbewerb und Preisdruck. Darüber hinaus besteht eine Abhängigkeit vom Exportvolumen der Automobilindustrie in Europa nach Übersee. Hier haben vor allem die Märkte China, USA, Japan und Korea eine besondere Bedeutung. Die Beschäftigung im Bereich der Autoteilelogistik (Geschäftsfeld Industrie) ist abhängig von der Produktion der ausländischen Werke der deutschen Original Equipment Manufacturer (OEM), die über unsere Logistikzentren weltweit mit Teilen versorgt werden. Hier ist weiterhin eine Tendenz zur Abhängigkeit von einigen wenigen Großkunden zu verzeichnen. Politische, rechtliche und soziale RisikenRechtliches und politisches UmfeldEs kann nicht ausgeschlossen werden, dass Zusatzkosten im Transportbereich durch einen Preisanstieg auf den internationalen Rohölmärkten, die Maut, andere verkehrslenkende Abgaben sowie fiskalische Mehrbelastungen nicht unmittelbar an unsere Auftraggeber erfolgsneutral weiterbelastet werden können. Aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine und der gegenwärtigen Sanktionen ist es möglich, dass wir unser Geschäft an den Standorten in dieser Region temporär oder langfristig einstellen müssen oder den Zugriff verlieren. Weil die Hersteller ihre Produktion in Russland überwiegend einstellen, können wir auch entsprechend weniger Fahrzeuge transportieren und die Geschäftsgrundlage ist auch aufgrund der Sanktionen in Gefahr. Es ist daher möglich, dass das Nettovermögen und der Firmenwert der BLG Logistics Automobile St. Petersburg Co. Ltd., St.Petersburg/Russland (100% - Beteiligung) sowie der Beteiligungsbuchwert der BLG ViDi LOGISTICS TOW, Kiew/Ukraine (50%-Beteiligung, Equity-Bewertung) wertberichtigt werden müssen. Der Umsatz der russischen Gesellschaft beträgt 2021 weniger als 1 Prozent des Gruppenumsatzes. Der vollzogene Brexit hat sich bisher nicht wesentlich auf unsere Geschäfte ausgewirkt. Das gilt auch für die bisher anhaltende Niedrigzinsphase. Hier besteht allerdings aktuell das Risiko eines Anstiegs, was zu einer Erhöhung unseres Zinsaufwands führen könnte. VertragsrisikenRisiken bei Verträgen ergeben sich aus der teilweisen nicht fristenkongruenten Deckung von Kundenverträgen in Verbindung mit der Anmietung von Immobilien. Kundenverträge haben oft kürzere Laufzeiten als Mietverträge für Immobilien. Die nachträgliche Änderung von gegebenen Marktverhältnissen und damit verbundene Auswirkungen auf die mit den Kunden vereinbarten Logistikprozesse haben Einfluss auf das mit dem Kunden vereinbarte Vertragsverhältnis. Dem Kunden angebotene Dienstleistungsportfolios und die kalkulierten Preise können unter Umständen nicht mehr mit von den Kunden angefragten und beauftragten Leistungen übereinstimmnen. Dadurch resultierende Unterschiede führen zu Risiken und Abweichungen von der Planung, die dann zu Nachverhandlungen mit dem Kunden führen. Aufgrund der Vertragserfüllungs- und somit Leistungsverpflichtung wird während der Verhandlungen für den Kunden weitergearbeitet, da ansonsten weitere Risiken aus Schadenersatzverpflichtungen für Ausfallzeiten bestehen. Für Risiken aus belastenden Verträgen wurden Risikovorsorgen getroffen. Die Höhe der Risiken kann infolge einer geänderten Sachlage im Zeitverlauf deutlich ansteigen. Ein solches Risiko ist nach der derzeitigen Einschätzung als gering anzusehen. Leistungs- und InfrastrukturrisikenRisiken aus GeschäftsbeziehungenIn allen operativen Geschäftsbereichen ist durch die enge Kundenbindung und die kurzen, anspruchsvollen Vertragslaufzeiten sowie -konditionen, insbesondere zu einigen Großkunden, auf Veränderungen in den konjunkturellen Entwicklungen und den Nachfrage- bzw. Produktlebenszyklen ein besonderes Augenmerk zu legen. Risiken aus hohen Preisen für EnergieZum Ende des Berichtsjahres 2021 sind die Preise für Energie deutlich angestiegen. Durch die aktuelle Ukraine-Krise und ein mögliches Embargo für Energie aus Russland ist ein weiterer deutlicher Anstieg wahrscheinlich bzw. bereits eingetreten. Dies könnte zu einer höheren Fixkostenbelastung führen, die sich bei einer weiteren Steigerung, aber auch bei der Beibehaltung der Anfang 2022 gültigen Abschlagszahlungen deutlich spürbar auf das Ergebnis auswirken kann, soweit die eingeleiten Maßnahmen sich verzögert auswirken. Durch Gespräche mit unseren Kunden und Prozessoptimierungen werden wir versuchen, die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Infrastrukturkapazität und -sicherheitAufgrund von Volumenschwankungen oder Versorgungslücken bei unseren Kunden kann es in Einzelfällen zu temporären Kapazitätsengpässen kommen. Durch aktive Marktsondierungen sind uns zusätzliche Flächen- und Hallenkapazitäten bei Dritten bekannt; diese werden bei Bedarf kostenpflichtig angemietet. Im Gegensatz dazu kann bei Minderauslastung der eigenen Kapazitäten in der Regel kurzfristig keine anderweitige Verwendung generiert werden. Dies führt zu einer Ergebnisbelastung aus nicht gedeckten Fixkosten. Die Risiken werden im Rahmen der Vertragsgestaltung und -kalkulation berücksichtigt. Die Flächen, Hallen, Transport- und Umschlagsgeräte werden regelmäßig innerhalb fest definierter Intervalle gewartet und instand gesetzt. Dadurch ist eine dauerhafte Leistungssicherheit gegeben. PersonalrisikenDurch die hohe Personal- und Kapitalintensität unserer Logistikleistungen bestehen grundsätzlich Risiken hinsichtlich einer hohen Fixkostenbelastung aufgrund mangelnder Anlagen- und Personalauslastung. Durch die aktuell hohen Inflationsraten, einem hohen Krankenstand in der Pandemie und aufgrund des Fachkräftemangels kann es in zukünftigen Tarifverhandlungen zu höheren Forderungen der Arbeitnehmerseite kommen- Dem begegnen wir unter anderen durch die Integration von Preisgleitklauseln in den Verträgen mit unseren Kunden. Der Wettbewerb der Unternehmen um qualifiziertes Personal in allen Bereichen bleibt intensiv. Schon heute können aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels offene Stellen in der Logistikbranche und auch in der BLG-Gruppe nicht immer zeitnah besetzt werden. Durch eine hohe Krankenquote, zum Beispiel während der Corona-Pandemie, wird die Situation zusätzlich verschärft und können die Produktivität und Rentabilität unserer Dienstleistungen wesentlich beeinträchtigt werden. Um dem entgegen zu wirken, entwickeln wir laufend neue Wege der Rekrutierung und betonen mit unseren Personalmanagementaktivitäten die Attraktivität von BLG LOGISTICS als Arbeitgeber. Wir streben an, Fach- und Führungskräfte langfristig an das Unternehmen zu binden. Neben leistungsorientierter Vergütung und umfangreichen Sozialleistungen setzen wir dabei insbesondere auf die breit gefächerten Perspektiven von BLG LOGISTICS durch Traineeprogramme, interdisziplinäre Karrierewege, Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Gruppengesellschaften sowie attraktive Fort- und Weiterbildungsangebote. Auch personelle Risiken hinsichtlich des demografischen Wandels der Gesellschaft sowie der Qualifikation und Fluktuation der Belegschaft wollen wir so minimieren. Diese notwendigerweise längerfristig angelegte Personalentwicklung birgt gewisse Personalkostenrisiken für den Fall, dass die mittelfristige Geschäftsentwicklung nicht wie geplant eintritt. Flexibilität wird allerdings durch den bei den gewerblichen Mitarbeitenden bestehenden Anteil der Gesamt-Hafen-Betriebe in Bremen und Hamburg (GHBG) und sonstiger Leiharbeitnehmer erreicht. Dadurch kann der Personalbedarf im gewissen Rahmen flexibel an die Geschäftsentwicklung angepasst werden. Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt beeinflussen grundsätzlich auch den Personalbestand und somit die Flexibilität und Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal bei der GHBG. Diese Veränderungen können für die GHBG zu nachhaltigen Defiziten führen, die durch die angeschlossenen Mitgliedsunternehmen und somit im Wesentlichen auch durch BLG LOGISTICS gegebenenfalls auszugleichen sind. Hierfür haben wir entsprechende Vorsorge getroffen. Risiken der InformationstechnologieEin wichtiger Erfolgsfaktor für unsere Logistik- und Serviceprozesse ist die Informationstechnologie. Die Systeme müssen jederzeit erreichbar und einsatzfähig sein; unberechtigter Datenzugriff und Datenmanipulation sind auszuschließen. Ebenso gilt es zu vermeiden, dass neue Software mit Mängeln oder nicht rechtzeitig geliefert wird. Unsere Dienstleistungen erfordern den Einsatz ständig aktualisierter oder neu entwickelter Software. Bei der Erstellung und der Inbetriebnahme von neuen, komplexen Anwendungen lassen sich jedoch Verzögerungen und mangelnde Funktionalität nie ganz ausschließen. Ein effizientes Projektmanagement - von der Konzeption bis zur Einführung - verringert dieses Risiko. Wir erwarten diesbezüglich derzeit nur geringe Auswirkungen auf einzelne Geschäftsfelder. Die sich häufenden globalen, aber auch speziellen Angriffe aus dem Internet (Cyberkriminalität) sind eine ständige Bedrohung und Gefahr für BLG LOGISTICS. Durch den Einsatz modernster Antivirensoftware verbunden mit einer eigenen strukturierten IT-Organisation (inkl. IT-Security) sieht sich BLG LOGISTICS gut aufgestellt, diesen Risiken entgegenzuwirken. Eine permanente Überprüfung, Kontrolle, Aktualisierung und Anpassung dieser Strukturen und Systeme ist dafür eine wesentliche Voraussetzung. Über entsprechende Versicherungen sichern wir uns zusätzlich gegen etwaige Schäden ab. Finanzwirtschaftliche RisikenAusfallrisikoDas Ausfallrisiko der Gruppe resultiert hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Leasingforderungen. Die in der Gruppenbilanz ausgewiesenen Beträge verstehen sich abzüglich Wertberichtigungen für die erwarteten Ausfälle. Durch die laufende Überwachung der Forderungsbestände auf Managementebene und in Abhängigkeit der Kundenbonität arbeiten wir mit Warenkreditversicherungen und sind so zurzeit keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt. Das Ausfallrisiko ist bei liquiden Mitteln und derivativen Finanzinstrumenten begrenzt, da diese derzeit ausschließlich bei Banken gehalten werden, denen internationale Ratingagenturen eine hohe Bonität bescheinigt haben, die über einen Haftungsverbund eine hohe Sicherheit ausweisen und/oder bei denen über langfristig aufgenommene Darlehen Aufrechnungsmöglichkeiten bestehen. Das maximale Ausfallrisiko der Gruppe wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte (einschließlich derivativer Finanzinstrumente mit positivem Marktwert) wiedergegeben. Des Weiteren ist die Gruppe auch durch die Übernahme finanzieller Garantien einem Ausfallrisiko ausgesetzt. Bezüglich unserer Beteiligungen in der Ukraine und Russland verweisen wir auf die o.g. Ausführungen unter "Politische, rechtliche und soziale Risiken". Zum Abschlussstichtag liegen keine weiteren wesentlichen, das Ausfallrisiko mindernden Vereinbarungen oder Besicherungen vor. FremdwährungsrisikoMit geringfügigen Ausnahmen operieren die Gruppengesellschaften in der Eurozone und fakturieren ausschließlich in Euro. Insofern kann lediglich in Einzelfällen, zum Beispiel durch ausländische Dividendeneinkünfte oder Einkauf von Lieferungen und Leistungen im Ausland, ein Währungsrisiko entstehen. Zur Absicherung gegen das Fremdwährungsrisiko aus einem im Rahmen der Gruppenfinanzierung ausgereichten variablen USD-Darlehen wurde ein Zinssatz- und Währungsswap abgeschlossen. Aufgrund der aktuellen Situation können sich durch den Kurs des Rubels und der Griwna vereinzelte negative Ergebniseffekte ergeben, die aktuell nicht beziffert werden können. LiquiditätsrisikoLiquiditätsrisiken können sich aus Zahlungsengpässen und daraus resultierenden höheren Finanzierungskosten ergeben. Die Liquidität der Gruppe wird durch das zentrale Cash Management auf Ebene der BLG KG sichergestellt. In das Cash Management sind alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen. Durch ebenfalls zentrale Investitionskontrollen und ein zentrales Kreditmanagement wird die rechtzeitige Bereitstellung von Finanzierungsmitteln (Darlehen/Leasing/Miete) zur Erfüllung sämtlicher Zahlungsverpflichtungen sichergestellt. Der Liquiditätsbedarf der Gruppe ist durch liquide Mittel und zugesagte Kreditlinien gedeckt. Parallel dazu setzt die BLG-Gruppe seit dem Berichtsjahr zur weiteren Optimierung der Bilanzstruktur den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen einer Factoringvereinbarung als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein. Die Verpflichtungen des Factors zum Ankauf bestehender und zukünftiger Forderungen sind auf einen Gesamthöchstbetrag von EUR 75 Mio. begrenzt. BLG LOGISTICS kann frei entscheiden, in welchem Umfang das revolvierende Nominalvolumen ausgenutzt wird. Die Forderungen wurden vollständig ausgebucht. Weiterhin besteht für BLG LOGISTICS die Möglichkeit zur Teilnahme am Cash-Pooling der Freien Hansestadt Bremen in Höhe von bis zu EUR 50 Mio. sowie zur Aufnahme eines langfristigen Darlehens in Höhe von EUR 50 Mio. über eine Landesbürgschaft über die Bremer Aufbau-Bank zusammen mit einer Partnerbank. Es bestehen Zusicherungen an alle Partnerbanken nach Gleichbehandlung und der Change-of-Control-Klausel. Den finanzwirtschaftlichen Risiken, die sich aus der Dynamik der aktuellen Situation ergeben, begegnen wir mit einem regelmäßigen Forecast-Prozess, aus dem entsprechende Maßnahmen - sofern erforderlich - abgeleitet werden. Von dem Beginn der Corona-Pandemie bis zum Zeitpunkt dieser Berichterstellung war die Liquidität von BLG LOGISTICS in keiner Weise gefährdet. ZinsänderungsrisikoDas Zinsänderungsrisiko, dem BLG LOGISTICS ausgesetzt ist, entsteht hauptsächlich aus den langfristigen Darlehen und den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die Steuerung der Zinsrisiken erfolgt durch eine Kombination von festverzinslichem und variabel verzinslichem Fremdkapital. Der überwiegende Teil der Bankverbindlichkeiten ist langfristig abgeschlossen bzw. es bestehen feste Zinsvereinbarungen bis zum Ende der Finanzierungslaufzeit, entweder originär im Rahmen der Darlehensverträge oder über Zinsswaps, die im Rahmen von Micro-Hedges für einzelne variabel verzinsliche Darlehen abgeschlossen werden. Darüber hinaus wurde vor dem Hintergrund des niedrigen und für Investitionen attraktiven Zinsniveaus ein Teil des Finanzierungsbedarfs der kommenden Jahre durch die Vereinbarung von Forward-Zinsswaps abgesichert. Es ist vorgesehen, hierbei Darlehen in einem Volumen von insgesamt bis zu EUR 90 Mio. in Tranchen von bis zu je EUR 15 Mio. innerhalb von sechs Jahren, begonnen im Jahr 2019, bei Partnerbanken aufzunehmen. Weitere Informationen hierzu sind im Gruppenanhang in → Erläuterung Nummer 32/Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt. Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebniskomponenten sowie auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde. Bezüglich originärer Finanzinstrumente mit fester Verzinsung wirken sich Marktzinsänderungen nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung unterliegen keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7; dies gilt für alle festverzinslichen Darlehensverbindlichkeiten von BLG LOGISTICS einschließlich der Leasingverbindlichkeiten. Bei zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken in Form von Cashflow-Hedges designierten Zinsswaps gleichen sich die durch Änderungen der Marktzinssätze induzierten Veränderungen der Zahlungsströme und der Ergebnisbeiträge der besicherten originären Finanzinstrumente und der Zinsswaps nahezu vollständig aus, sodass insoweit kein Zinsänderungsrisiko besteht. Die - erfolgsneutrale - Bewertung der Sicherungsinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert hat Auswirkungen auf die Hedge-Rücklage im Eigenkapital und wird daher bei der eigenkapitalbezogenen Sensitivitätsberechnung berücksichtigt. Marktzinsänderungen von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten, deren Zinszahlungen nicht als Grundgeschäfte im Rahmen von Cashflow-Hedges gegen Zinsänderungsrisiken gestaltet sind, wirken sich auf das Zinsergebnis aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten mit ein. Bei BLG LOGISTICS wird aus heutiger Sicht die Eintrittswahrscheinlichkeit der beschriebenen Finanzrisiken als gering eingeschätzt. Weitere Angaben zum Management von Finanzrisiken finden sich im Anhang unter → Erläuterung Nummer 32. Sonstige RisikenSonstige Risiken, die die Entwicklung nachhaltig negativ beeinflussen könnten, sind derzeit nicht erkennbar. Bestandsgefährdungspotenziale wie Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit oder sonstige Risiken mit besonderem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage liegen derzeit nicht vor. Beurteilung der GesamtrisikosituationDurch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine, aber auch durch die weiterhin bestehende Corona-Pandemie, können auch zukünftig erhebliche Beeinträchtigungen in den weltweiten Warenströmen und somit auch in den logistischen Prozessen und Dienstleistungen auftreten. Hinsichtlich der Auswirkungen auf die damit im Zusammenhang stehenden Lieferketten der Kunden von BLG LOGISTICS besteht weiter eine hohe Unsicherheit. Auch die fehlende Verfügbarkeit von Vorleistungsgütern in der Industrieproduktion kann sich durch den Konflikt 2022 erneut verstärken. Für das kommende Geschäftsjahr ist daher von temporär schwankenden Volumina in unseren Geschäften auszugehen. Ein wesentliches Risiko für das Jahr 2022 stellen in diesem Zusammenhang auch die oben beschriebenen sehr hohen Energiepreise dar. Durch ein mögliches Embargo für russische Energie ist ein weiterer deutlicher Anstieg möglich. Durch die vorherig beschriebenen Maßnahmen erfolgt eine entsprechende Gegensteuerung im Rahmen der vertraglichen Möglichkeiten. In diesem Umfeld sind die Staatsschuldenkrisen in den USA und Europa, der Handelskrieg zwischen den USA und China, die weitere Ausverhandlung des Brexits sowie weitere geopolitischen Unruhen mit ihren Auswirkungen auf die Realwirtschaft in den Hintergrund gerückt, aber noch nicht ausgestanden. So kann es hier erneut zu einer Verstärkung der Risikolage führen. Ein weiterer wesentlicher Faktor sind die erfolgreiche Umsetzung der Transformation inklusive der damit verbundenen Kostensenkungen sowie die Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen im Geschäftsbereich CONTAINER. Sollten diese nicht oder nur in geringem Umfang umgesetzt werden können, wäre die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsträchtigkeit der EUROGATE-Gruppe deutlich beeinträchtigt. Wir haben voraussichtliche Auswirkungen möglicher Effekte bewertet und notwendige Schritte eingeleitet beziehungsweise beobachten wir die Lage tagesaktuell. Über verschiedene Instrumente wie unserem Risikomanagement, dem regelmäßigen Risikobericht, den regelmäßigen Austausch mit unseren Kunden und durch einem Krisenstab für besondere Situationen sind wir nach unserer Einschätzung adäquat aufgestellt, um den Herausforderungen zu begegnen. Auf Grundlage unseres Risikomanagementsystems und übereinstimmender Einschätzungen des Vorstands waren im Berichtszeitraum keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens gefährden. Auch auf Basis der Mittelfristplanung und vor dem Hintergrund der anhaltenden, pandemischen Lage lassen sich gegenwärtig unter Berücksichtigung der bereits eingeleiteten Maßnahmen keine Anzeichen für bestandsgefährdende strategische oder operative Risiken für die künftige Entwicklung ableiten. Erklärung zur UnternehmensführungErklärung gemäß § 161 AktiengesetzCorporate Governance umfasst das gesamte System der Leitung und Überwachung eines Unternehmens einschließlich der Organisation des Unternehmens, seiner geschäftspolitischen Grundsätze und Leitlinien sowie des Systems der internen und externen Kontroll- und Überwachungsmechanismen. Corporate Governance strukturiert eine verantwortliche, an den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Leitung und Kontrolle des Unternehmens. Der Gestaltungsrahmen für die Corporate Governance der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877- (BLG AG) ergibt sich aus dem deutschen Recht, insbesondere dem Aktien-, Mitbestimmungs- und Kapitalmarktrecht, sowie der Satzung der Gesellschaft und dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Der Vorstand hat am 31. August 2021 und der Aufsichtsrat der BLG AG hat am 16. September 2021 die 21. Entsprechenserklärung zum DCGK in der Fassung vom 16. Dezember 2019 abgegeben. "Die BLG AG hat den Empfehlungen der Regierungskommission mit nachfolgenden Ausnahmen entsprochen und wird den Empfehlungen während des Erklärungszeitraums mit nachfolgenden Ausnahmen entsprechen: 1. Empfehlung C.6,Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder angehören; dabei soll die Eigentümerstruktur berücksichtigt werden. (...)' Im Aufsichtsrat der Gesellschaft sind aktuell wesentliche Großaktionäre vertreten, die einen überwiegenden Teil der Stimmrechte (> 60 Prozent) abdecken. Es sind unabhängige Mitglieder in einer angemessenen Anzahl vertreten. Die Besetzung des Aufsichtsrats ist daher sachgerecht erfolgt und es bedarf keiner weitergehenden Berücksichtigung der Eigentümerstruktur. 2. Empfehlung D.5,Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern geeignete Kandidaten benennt.' Die Befugnisse des Nominierungsausschusses hat der Aufsichtsrat dem Personalausschuss übertragen. Der Personalausschuss ist mit Vertretern der Anteilseigner und Vertretern der Arbeitnehmerseite besetzt. 3. Empfehlung F.2,Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht sollen binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die verpflichtenden unterjährigen Finanzinformationen sollen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein.' Die BLG AG kann momentan nicht alle empfohlenen Fristen einhalten. Mittelfristig ist die vollständige Verfolgung dieser Empfehlung jedoch geplant. Der Gruppenabschluss wird innerhalb von vier Monaten nach Geschäftsjahresende veröffentlicht. 4. Empfehlung F.3,Ist die Gesellschaft nicht zu Quartalsmitteilungen verpflichtet, soll sie unterjährig neben dem Halbjahresfinanzbericht in geeigneter Form über die Geschäftsentwicklung, insbesondere über wesentliche Veränderungen der Geschäftsaussichten sowie der Risikosituation, informieren.' Da nach den aktuellen International Financial Reporting Standards (IFRS) die BLG AG über keine zu konsolidierenden Tochterunternehmen verfügt, wäre eine Quartalsmitteilung nur auf Ebene der Gesellschaft zu erstellen. Aufgrund der Tätigkeit der Gesellschaft, die im Wesentlichen eine Haftungs- und Geschäftsführungsfunktion erfüllt, sind wesentliche Veränderungen in der Geschäftsentwicklung und Risikolage in der Regel nicht zu erwarten. Der Aufwand der Erstellung einer Quartalsinformation steht daher für die Gesellschaft in keinem vernünftigen Verhältnis zum Mehrwert der Information. 5. Empfehlung G.8,Eine nachträgliche Änderung der Zielwerte oder der Vergleichsparameter soll ausgeschlossen sein.' Der Aufsichtsrat hält es für erforderlich, auf außergewöhnliche Entwicklungen reagieren zu können und in diesem Falle nachträgliche Änderungen vornehmen zu können. Außergewöhnliche Entwicklungen in diesem Sinne sind Sondersituationen, die in den festgelegten Zielen nicht hinreichend erfasst sind und auf außerhalb des Einflussbereichs der Gesellschaft liegenden Rahmenbedingungen beruhen. 6. Empfehlung G.10, die dem Vorstandsmitglied gewährten variablen Vergütungsbeträge sollen von ihm unter Berücksichtigung der jeweiligen Steuerbelastung überwiegend in Aktien der Gesellschaft oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Über die langfristig variablen Gewährleistungsbeträge soll das Vorstandsmitglied erst nach vier Jahren verfügen können.' Aufgrund der gesellschaftsrechtlichen Konstellation partizipiert die BLG AG nur in einem geringen Umfang in Form der Vergütung für die Geschäftsführung am operativen Ergebnis der BLG-Gruppe. Des Weiteren ist das Handelsvolumen der Aktie der BLG AG als gering anzusehen. Da die BLG AG Nur die Haftungs- und Geschäftsführungsfunktion für die BLG LOGISTICS GROUP AG & CO. KG (BLG KG) übernimmt, wäre eine Auszahlung in Aktien oder eine entsprechend aktienbasierte Vergütung nicht sachgerecht. Es ist daher kein Aktienbezug weder in der kurzfristig variablen Vergütung noch in der langfristig variablen Vergütung vorgesehen. Es erfolgt auch keine Auszahlung in Aktien. Um im Übergang vom alten in das neue Vergütungssystem Liquiditätsnachteile aus wegfallenden Auszahlungen zu überbrücken, sieht das neue Vergütungssystem hinsichtlich der variablen Vergütung eine Übergangsregelung für vor 2020 bestellte Vorstandsmitglieder vor, die auf einem Zeithorizont von zwei Jahren basiert. 7. Empfehlung G.12,Im Fall der Beendigung eines Vorstandsvertrags soll die Auszahlung noch offener variabler Vergütungsbestandteile, die auf die Zeit bis zur Vertragsbeendigung entfallen, nach den ursprünglich vereinbarten Zielen und Vergleichsparametern und nach den im Vertrag festgelegten Fälligkeitszeitpunkten oder Haltedauern erfolgen.' Der Aufsichtsrat hält es im Sinne des neuen Vergütungssystems für sachgerecht, zwischen einem sog. "Good Leaver Fall" und einem sog. "Bad Leaver Fall" mit entsprechendem Folgeprocedere zu unterscheiden. Das Vergütungssystem sieht dafür folgende Regelung vor: ,4. Variable Vergütung (...) d) Zahlung variabler Vergütung bei (vorzeitiger) Beendigung aa) Die Zahlung variabler Vergütung bei (vorzeitiger) Beendigung des Dienstverhältnisses hängt davon ab, ob es sich um eine so genannte Good Leaver oder Bad Leaver Situation handelt. Bei Beendigung des Vertrags durch Zeitablauf, dauernde Arbeitsunfähigkeit oder Tod, Erreichen der Altersgrenze oder im Fall einer einvernehmlichen Aufhebung des Dienstvertrages wird von einer Good Leaver Situation ausgegangen. Alle sonstigen Beendigungsgründe werden als Bad Leaver Situationen klassifiziert. bb) Endet im Good Leaver Fall ein Vertrag unterjährig, erfolgt eine zeitanteilige Kürzung der in diesem Jahr begebenen kurzfristigen variablen Vergütungskomponente und der langfristig variablen Vergütungskomponente. Eine Kürzung der übrigen Tranchen findet nicht statt. Die Auszahlung erfolgt zeitanteilig mit dem Tag der Vertragsbeendigung auf Basis einer Zielerreichung von 100%. cc) Im Bad Leaver Fall verfallen mit dem Tag des Zugangs der Kündigung, Abberufung oder Amtsniederlegung sämtliche Ansprüche auf Auszahlungen, für die der Bemessungszeitraum zum Zeitpunkt des Zugangs der Kündigung oder des Widerrufs der Bestellung oder der Amtsniederlegung noch nicht vollendet ist (...)'. 8. Empfehlung G.15,Sofern Vorstandsmitglieder konzerninterne Aufsichtsratsmandate wahrnehmen, soll die Vergütung angerechnet werden.' Innerhalb der BLG-Gruppe gibt es nur bei der EUROGATE-Gruppe einen Aufsichtsrat im Sinne der Empfehlung G.15 des DCGK. Da es sich bei den Mandaten im Aufsichtsrat der EUROGATE-Gruppe zum einen um einen erheblichen zusätzlichen Aufwand neben der eigentlichen Tätigkeit handelt, und die EUROGATE-Gruppe ein wichtiger Bestandteil der BLG-Gruppe ist, hält es der Aufsichtsrat für sachgerecht, die hierfür anfallende Vergütung nicht auf die vereinbarte Vorstandsvergütung des jeweiligen Vorstandsmitglieds anzurechnen." Die Erklärung ist durch Wiedergabe auf unserer Homepage → www.blg-logistics.com/ir im Download-Bereich dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden. Code of ConductNachhaltige Wertschöpfung und verantwortliche Unternehmensführung sind wesentliche Elemente der Unternehmenspolitik von BLG LOGISTICS. Die Grundlage hierfür bildet der vertrauensvolle Umgang mit Kunden, Geschäftspartner:innen, Mitarbeitenden und Aktionär:innen. Dazu zählt neben der Einhaltung von Gesetzen auch die Einhaltung des gruppeneinheitlichen Verhaltenskodex (Code of Conduct). Der Kodex zielt darauf ab, Fehlverhalten zu vermeiden und ethisches Verhalten sowie vorbildliches und verantwortliches Handeln zu fördern. Er richtet sich an Vorstand, Führungskräfte und Mitarbeitende gleichermaßen und soll als Orientierung für regelkonformes und einheitliches Verhalten dienen. ComplianceFair mit SystemWesentliche Bestandteile unseres 2014 eingeführten Compliance-Systems sind unser Verhaltenskodex und unsere Anti-Korruptionsrichtlinie. Diese Richtlinie wird jährlich auf neue rechtliche Bestimmungen oder spezifische Erfahrungen aus dem Unternehmen geprüft und gegebenenfalls angepasst. Unsere Compliance-Richtlinie konkretisiert die Zusammenarbeit zwischen den Zentralbereichen und den operativen Bereichen. Unsere Regelwerke gelten für alle inländischen Gesellschaften, an denen BLG LOGISTICS unmittelbar oder mittelbar mehr als 50 Prozent der Geschäftsanteile hält oder die unternehmerische Führung innehat. Gesellschaften, die nicht dem deutschen Recht unterliegen, haben diese Richtlinien entsprechend ihrem Landesrecht anzuwenden. Mit unserem Compliance-System stellen wir klar, dass wir Korruption in keiner Weise dulden. Wir lassen Diskriminierung, gleich welcher Art, nicht zu. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben für uns höchste Priorität. Wir nutzen unsere Ressourcen verantwortungsvoll und stellen uns einem fairen Wettbewerb. Bei der Einführung des Systems haben alle Beschäftigten von BLG LOGISTICS den Verhaltenskodex per Post erhalten. Neue Mitarbeitende erhalten ihn in ihrer Begrüßungsmappe, Leiharbeitende werden bei der Erstunterweisung darauf aufmerksam gemacht. Zusammen mit der Anti-Korruptionsrichtlinie und der Compliance-Richtlinie ist der Kodex außerdem im Intranet nachzulesen. Informationen zum Compliance-System sowie Ansprechpartner sind darüber hinaus öffentlich im Internet einzusehen. An den ausländischen Standorten stehen die Richtlinien in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung. Der Verhaltenskodex und die Anti-Korruptionsrichtlinie sind verbindlich für alle internen und externen Mitarbeitenden sowie für beratende Personen von BLG LOGISTICS. An der Spitze unseres Compliance-Systems steht der BLG-Vorstandsvorsitzende als Chief Compliance Officer. Eine vom Vorstand beauftragte Person für Compliance entwickelt die Compliance-Strategie in Abstimmung mit dem Vorstand weiter und unterrichtet diesen regelmäßig in allen relevanten Compliance-Angelegenheiten. Als neutrale Ansprechperson steht sie den Mitarbeitenden bei Fragen zum Verhaltenskodex sowie bei Hinweisen zu Rechtsverstößen zur Verfügung. Eine extern bestellte Ombudsperson bietet sowohl den Mitarbeitenden als auch Dritten zudem die Möglichkeit, anonym Hinweise auf Compliance-Verstöße zu geben. Unter → www.blg-logistics.com/compliance stehen weitere Informationen zur Verfügung. Prävention durch SensibilisierungBei der Umsetzung und Einhaltung von Verhaltenskodex und Anti-Korruptionsrichtlinie haben der Vorstand und die Führungskräfte von BLG LOGISTICS eine Vorbildfunktion. Sie tragen die Verantwortung dafür, dass in ihrem Verantwortungsbereich alle Beschäftigten mit den Regeln vertraut sind und diese strikt einhalten. Die Mitarbeitenden sind verpflichtet, auf Missstände oder den Verdacht eines Rechtsverstoßes hinzuweisen. Elementarer Bestandteil der Korruptionsprävention ist es, die Beschäftigten zu sensibilisieren und offen über Korruptionsgefahren zu diskutieren. Zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz des Unternehmens ist in allen rechtlich relevanten Geschäftsprozessen das Vier-Augen-Prinzip anzuwenden. Jedes Handeln und jede Entscheidung hat transparent, sachlich und nach objektiven Kriterien zu erfolgen. Durch umfangreiche, regelmäßig stattfindende Schulungen minimieren wir das Korruptionsrisiko und erhöhen bei den Beschäftigten die Sensibilität für Compliance-Themen. Compliance in der LieferketteAuch unsere Allgemeinen Auftrags- und Einkaufsbedingungen berücksichtigen das Thema Compliance. Wir fordern von unseren Lieferanten und Dienstleistern, dass sie die Gesetze der jeweils anwendbaren Rechtsordnung sowie den Verhaltenskodex für Lieferanten der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, der öffentlich im Internet einsehbar ist, einhalten. Siehe auch: → www.blg-logistics. com/agbo DiversitätFür BLG LOGISTICS spielt Diversität eine große Rolle. Das Diversitätskonzept des Unternehmens schließt die gesamte Gruppe mit ein und geht damit über die Führungs- und Aufsichtsebenen hinaus. BLG LOGISTICS sieht Vielfalt als wichtigen Erfolgsfaktor und Bereicherung für ihre Unternehmens-, Führungs-, Projekt- und Mitbestimmungskultur. Diversity Management bedeutet für BLG LOGISTICS einen holistischen Umgang mit den vielfältigen Eigenschaften der Mitarbeitenden. Dabei werden die Diversity-Merkmale Gender, kulturelle Vielfalt, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Menschen mit Behinderung, demografischer Wandel und sexuelle Identität respektvoll betrachtet. Die Basis des Diversity Managements bilden der Kodex für Arbeitsbeziehungen, die Compliance-Richtlinie, der Bezug auf die Charta der Vielfalt und weitere ergänzende Vereinbarungen. Die Prinzipien dieser Bestimmungen sind in den Rekrutierungsentscheidungen sowie Qualifizierungsmaßnahmen von BLG LOGISTICS implementiert. Innerhalb von BLG LOGISTICS ist der Personalbereich für Diversität und die allgemeine Gleichbehandlung zuständig. Der Personalbereich ist verantwortlich für die strategische Ausrichtung des Diversity Managements, seine konzeptionelle Weiterentwicklung sowie die Beratung und Unterstützung des Vorstands. Darüber hinaus ist der Personalbereich Ansprechpartner für die Mitarbeitenden in allen Belangen rund um das Thema Diversität. Der Personalbereich gibt Impulse und jedem im Unternehmen eine Stimme. Der Personalbereich versteht Organisationen und Menschen - und bringt sie zusammen. Dafür setzt sich BLG LOGISTICS ein: ein partnerschaftliches und respektvolles Miteinander. Arbeitsweise von Vorstand und AufsichtsratDie BLG AG ist eine Gesellschaft deutschen Rechts, auf dem auch der DCGK beruht. Ein Grundprinzip des deutschen Gesellschaftsrechts ist das duale Führungssystem mit den Organen Vorstand und Aufsichtsrat, die durch eine strikte personelle Trennung zwischen dem Vorstand als Leitungsorgan und dem Aufsichtsrat als Überwachungsorgan gekennzeichnet und mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet sind. Vorstand und Aufsichtsrat der BLG AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Finanz- und Ertragslage und der Compliance sowie über unternehmerische Risiken.
Governance-Struktur der BLG AG zum 31. Dezember 2021Der VorstandDer Vorstand der BLG AG nimmt die Geschäftsführung der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen (BLG KG), wahr und leitet eigenverantwortlich die beiden Unternehmen und vertritt die Gesellschaften bei Geschäften mit Dritten. Der Vorstand ist im Interesse von BLG LOGISTICS sowie im Sinne des Stakeholder-Ansatzes dem Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Der Zuschnitt der Ressorts der einzelnen Vorstandsmitglieder ist im → Anhang detailliert aufgeführt. Der Vorstand ist des Weiteren zuständig für die Erstellung des Zwischenberichts der BLG AG und für die Aufstellung des Jahres- und Gruppenabschlusses sowie des Abschlusses nach § 315e HGB (BLG AG) und der dazugehörigen Lageberichte. Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat erstellt der Vorstand den Vergütungsbericht. Er hat ein angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem eingerichtet. Der Vorstand sorgt dafür, dass Rechtsvorschriften, behördliche Regelungen und unternehmensinterne Richtlinien eingehalten werden, und wirkt auf deren Beachtung durch die Gruppenunternehmen hin (Compliance). In der personellen Zusammensetzung des Vorstands haben sich im Geschäftsjahr 2021 folgende Änderungen ergeben: Herr Jens Wollesen (ursprünglich bestellt bis 30. Juni 2024), Mitglied des Vorstands für den Geschäftsbereich CONTRACT, hat das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 30. September 2021 verlassen, um sich einer neuen Herausforderung zu widmen. Seine Nachfolge hat zum 1. Oktober 2021 Herr Matthias Magnor angetreten, der in der Sitzung des Aufsichtsrats am 14. Juni 2021 für drei Jahre bestellt wurde. In seiner Sitzung am 24. Februar 2022 hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Vertrag mit Herrn Frank Dreeke um zwei Jahre, bis zu Erreichung der Regelaltersgrenze für Vorstandsmitglieder, zu verlängern. Er ist nunmehr bestellt bis zum 31. Dezember 2024. Die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften für die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sind die §§ 84, 85 AktG sowie die §§ 31, 33 MitbestG. Für die Änderung der Satzung sind die §§ 119, 133 und 179 AktG sowie § 15 der Satzung maßgeblich. Gleichberechtigung in FührungspositionenIm Rahmen des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat der Vorstand Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgesetzt. Vor dem Hintergrund, dass die BLG AG, neben dem Vorstand als Organ, keine eigenen Mitarbeitenden beschäftigt, wurde die Zielgröße von jeweils 0 Prozent festgelegt. Diese Quote soll bis zum 30. Juni 2022 beibehalten werden. Nachfolgeplanung und AltersgrenzeDer Aufsichtsrat ist gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung für die Besetzung des Vorstands verantwortlich. Die BLG AG strebt an, Vorstandspositionen auch mit im Unternehmen entwickelten Kandidat:innen zu besetzen. Aufgabe des Vorstands ist es, dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl geeigneter Kandidat:innen vorzuschlagen. Die langfristige Nachfolgeplanung der BLG AG orientiert sich an der Unternehmensstrategie. Grundlage ist eine systematische Managemententwicklung mit den folgenden wesentlichen Elementen:
Dadurch soll ermöglicht werden, dass der Aufsichtsrat bei der Bestellung von Vorständen eine hinreichende Vielfalt in Bezug auf Berufsausbildung und -erfahrung, kulturelle Prägung, Internationalität, Geschlecht und Alter sicherstellen kann und diese mit unserem Diversitätskonzept übereinstimmt. Unabhängig von diesen einzelnen Kriterien ist der Aufsichtsrat überzeugt, dass letztlich nur die ganzheitliche Würdigung der einzelnen Persönlichkeit ausschlaggebend für eine Bestellung in den Vorstand der BLG AG sein kann. Die Regelaltersgrenze für die Mitglieder des Vorstands orientiert sich an der Vollendung des 65. Lebensjahres. Der Vorstand erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung das Kompetenzprofil und die Anforderungen des Diversitätskonzepts. Der AufsichtsratDer Aufsichtsrat der BLG AG berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, beschließt das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder und setzt deren jeweilige Gesamtvergütung fest. Der Aufsichtsrat wird in Strategie und Planung sowie in alle Fragen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Des Weiteren nimmt der Aufsichtsrat der BLG AG auch eine inhaltliche Prüfung des nichtfinanziellen Berichts vor und erstellt gemeinsam mit dem Vorstand den Vergütungsbericht. DiversitätBei der Zusammensetzung des Vorstands achtet der Aufsichtsrat auf Vielfalt (Diversity; vgl. auch oben) im Sinne des DCGK. Die Umsetzung des Diversitätskonzepts für den Vorstand erfolgt im Rahmen des Verfahrens zur Vorstandsbestellung. Der Aufsichtsrat beachtet bei den Vorschlägen zur Bestellung der Mitglieder des Vorstands die Anforderungen des Diversitätskonzeptes. Der Vorstand erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung alle Anforderungen des Diversitätskonzepts. Die Mitglieder des Vorstands decken ein breites Spektrum von Kenntnissen und Erfahrungen sowie Ausbildungs- und Berufshintergründen ab und verfügen über sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen, die angesichts der Aktivitäten von BLG LOGISTICS als wesentlich erachtet werden. Der Frauenanteil im Vorstand lag zum 31. Dezember 2021 bei 50,0 Prozent (paritätisch besetzt) und hat somit das angestrebte Ziel von 16,7 Prozent deutlich übertroffen. Bis zum 30. Juni 2022 soll diese Quote beibehalten werden. Für den Aufsichtsrat selbst werden die gesetzlichen Bestimmungen der Geschlechterquote verfolgt. Gemäß § 96 Absatz 2 AktG ist für den Aufsichtsrat der BLG AG die gesetzliche Quote von mindestens 30 Prozent Frauen und mindestens 30 Prozent Männern festgelegt. Bei der BLG AG hat die Erfüllung der Mindestquote sowohl von den Mitgliedern der Aktionär:innen als auch von den Mitgliedern der Beschäftigten gesondert zu erfolgen (Getrennterfüllung). Die Vorgabe von 30 Prozent ist erreicht, wenn auf jeder Seite mindestens zwei Vertreter des jeweiligen Geschlechts vertreten sind. Zum 31. Dezember 2021 waren sechs Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Damit ist die Zielgröße des § 96 Absatz 2 AktG übertroffen. KompetenzprofilDer Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 23. Februar 2018 ein Kompetenzprofil festgelegt, welches bei der letzten Wahl zum Aufsichtsrat (Juni 2020) berücksichtigt wurde. Das Profil sieht vor, dass die zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagenen Kandidat:innen aufgrund ihrer Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen in der Lage sein sollen, die Aufgaben eines Aufsichtsratsmitglieds in einem international tätigen Unternehmen wahrzunehmen und das Ansehen von BLG LOGISTICS in der Öffentlichkeit zu wahren. Dabei soll insbesondere auf die Persönlichkeit, Integrität, Leistungsbereitschaft und Professionalität der zur Wahl vorgeschlagenen Personen geachtet werden. Ziel des Kompetenzprofils ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten von BLG LOGISTICS als wesentlich erachtet werden. Hierzu gehören unter anderem Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Management/Personal (inkl. Diversitätskonzept), Rechnungswesen/Controlling/Risikomanagement, Technik/IT/Digitalisierung (inkl. IT-Sicherheit), Häfen/Logistik und Recht/Governance (inkl. Compliance). Zudem sollen im Aufsichtsrat Kenntnisse und Erfahrungen aus den für BLG LOGISTICS wichtigen Geschäftsfeldern vorhanden sein. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollen insgesamt mit dem Sektor vertraut sein, in dem BLG LOGISTICS tätig ist. Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats soll über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung sowie über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügen. Derzeit sind alle festgelegten Kompetenzen im Aufsichtsrat vorhanden. Im Falle einer anstehenden Neubesetzung ist jeweils zu prüfen, welche wünschenswerten Kenntnisse im Aufsichtsrat verstärkt werden sollen. Unabhängigkeit/AltersgrenzeDem Aufsichtsrat soll eine angemessene Anzahl an unabhängigen Mitgliedern angehören. Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte, zum Beispiel durch Organfunktionen oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern des Unternehmens, sollen vermieden werden. Der Aufsichtsrat hat in seiner Geschäftsordnung festgelegt, dass der Aufsichtsrat so zusammengesetzt sein soll, dass eine Anzahl von mindestens fünf unabhängigen Anteilseignervertreter:innen im Sinne von C.7 DCGK erreicht wird. Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören. Die Aufsichtsratsmitglieder sollen für die Wahrnehmung des Mandats ausreichend Zeit haben, sodass sie das Mandat mit der gebotenen Regelmäßigkeit und Sorgfalt wahrnehmen können. Unter Wahrung der vom Aufsichtsrat in der Geschäftsordnung niedergelegten Altersgrenze sollen zur Wahl als Mitglied des Aufsichtsrats in der Regel nur Personen vorgeschlagen werden, die nicht älter als 70 Jahre sind. Es wird angestrebt, dass im Aufsichtsrat eine angemessene Erfahrungs- und Altersstruktur besteht. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats sind derzeit folgende Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat als unabhängig im Sinne des DCGK anzusehen: Dr. Klaus Meier, Heiner Dettmer, Wybcke Meier, Dr. Tim Nesemann und Dr. Patrick Wendisch. Die über zwölf Jahre andauernde Mitgliedschaft von Herrn Dr. Patrick Wendisch steht der Einstufung der Unabhängigkeit nach Ansicht des Aufsichtsrats nicht entgegen. Selbstbeurteilung der WirksamkeitDer Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam er als Organ insgesamt und seine Ausschüsse im Einzelnen ihre Aufgaben erfüllen. Dabei werden die Ergebnisse eingehend im Aufsichtsrat erörtert und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen abgeleitet. Die letzte Überprüfung ist im Geschäftsjahr 2021 anhand von anonymen Fragebogen und gemeinsamer Erörterung der Ergebnisse durchgeführt worden. Anhaltspunkte für wesentliche Defizite haben sich nicht ergeben. Zusammensetzung des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden zur einen Hälfte von den Aktionär:innen in der Hauptversammlung gewählt. Zur anderen Hälfte besteht der Aufsichtsrat aus von den Beschäftigten nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gewählten Mitgliedern. In der Zusammensetzung des Aufsichtsrats gegenüber dem 31. Dezember 2020 haben sich folgende personelle Änderungen ergeben: Mit Wirkung zum 30. Juni 2021 hat Herr Karl-Heinz Dammann sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. An seine Stelle ist Herr Jörn Schepull nachgerückt. Herr Jörn Schepull ist im Jahre 2018 als Ersatzmitglied für Herrn Karl-Heinz Dammann gewählt worden. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 hat Herr Klaus Pollok sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. An seine Stelle ist Herr Fabian Goiny nachgerückt. Herr Fabian Goiny ist im Jahre 2018 als Ersatzmitglied für Herrn Klaus Pollok gewählt worden. Mit Wirkung zum 28. Februar 2022 hat Frau Vera Visser ihr Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Für die Nachfolge ist Herr Martin Peter durch Beschluss des Amtsgerichts Bremen vom 11. März 2022 zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt worden. Ehemalige Vorstandsmitglieder der BLG AG sind nicht im Aufsichtsrat vertreten. Die Zugehörigkeitsdauer und die Mitgliedschaften in den Ausschüssen sind der Tabelle zu entnehmen.
Weitere Informationen zu Funktionen und Mandaten sind in der Übersicht im → Anhang aufgeführt. Die Lebensläufe der Mitglieder des Aufsichtsrats sowie die Geschäftsordnung sind auf unserer Website veröffentlicht: → https://www.blg-logistics.com/gremien Ausschüsse des AufsichtsratsNeben dem gemäß § 27 Absatz 3 MitbestG zwingend zu bildenden Vermittlungsausschuss hat der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss, einen Personalausschuss sowie einen Investitionsausschuss gebildet. Nachfolgend sind die jeweiligen Themenschwerpunkte der Ausschüsse aufgeführt. Personalausschuss
Der Personalausschuss ist paritätisch besetzt und besteht aus dem ersten Vorsitz des Aufsichtsrats und der Stellvertretung sowie sechs weiteren Aufsichtsratsmitgliedern. Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss besteht aus drei Vertretern der Anteilseigner und drei Arbeitnehmervertretern. Der im Berichtsjahr amtierende Vorsitzende des Prüfungsausschusses erfüllt die gesetzlichen Anforderungen an Unabhängigkeit und Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung, die bei einem Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses vorliegen müssen. Dieser Ausschuss tagt regelmäßig zweimal im Jahr. Investitionsausschuss
Dem Investitionsausschuss gehören sechs Mitglieder an, die mit je drei Vertretern der Aktionär:innen und der Beschäftigten des Aufsichtsrats besetzt sind. Den Vorsitz im Ausschuss führt der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Dieser Ausschuss tagt nach Bedarf. Vermittlungsausschuss
Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben gemäß § 27 Absatz 3 MitbestG bildet der Aufsichtsrat einen Vermittlungsausschuss, dem der Vorsitzende des Aufsichtsrats, die Stellvertretung des Aufsichtsratsvorsitzenden sowie je ein von den Aufsichtsratsmitgliedern der Arbeitnehmer und von den Aufsichtsratsmitgliedern der Anteilseigner mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen gewähltes Mitglied angehören. Director's DealingsMitglieder des Vorstands, Führungskräfte der Ebene 1 und des Aufsichtsrats sind nach Artikel 19 der EU-Marktmissbrauchsverordnung grundsätzlich verpflichtet, eigene Geschäfte mit Aktien der BLG AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente zu melden und offenzulegen. Der Aktienbesitz dieses Personenkreises insgesamt beträgt weniger als ein Prozent der von der BLG AG ausgegebenen Aktien. Angabepflichtige Käufe und Verkäufe haben im Berichtsjahr nicht stattgefunden. Vergütungsbericht und VergütungssystemUnter → www.blg-logistics.com/ir sind das geltende Vergütungssystem (im Bereich Corporate Governance) des Vorstands gemäß § 87a Absatz 1 und 2 Satz 1 AktG, das von der Hauptversammlung am 2. Juni 2021 gebilligt wurde, sowie das ebenfalls von der Hauptversammlung am 2. Juni 2021 gebilligte System über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats (§ 113 Absatz 3 AktG) öffentlich zugänglich. Unter derselben Internetadresse wird im Downloadbereich der Vergütungsbericht inklusive des Vermerks des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG öffentlich zugänglich gemacht. Übernahmerelevante Angaben nach § 315a Absatz 1 HGBZusammensetzung des gezeichneten Kapitals, Stimmrechte und Übertragung von Aktien der BLG AGDas gezeichnete Kapital beträgt EUR 9.984.000,00 und ist eingeteilt in 3.840.000 stimmberechtigte auf den Namen lautende Stückaktien. Die Übertragung der Aktien bedarf gemäß § 5 der Satzung der Gesellschaft ihrer Zustimmung. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Beschränkungen oder Vereinbarungen zwischen Aktionär:innen, die Stimmrechte betreffen, sind dem Vorstand der BLG AG nicht bekannt. Eine Höchstgrenze für Stimmrechte einer/s Aktionär:in oder Sonderrechte, insbesondere solche, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. Damit ist das Prinzip "one share, one vote" vollständig umgesetzt. Die Aktionär:innen nehmen ihre Mitverwaltungs- und Kontrollrechte in der Hauptversammlung wahr. § 19 der Satzung bestimmt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um als Aktionär:in an der Hauptversammlung teilzunehmen und ihr/sein Stimmrecht auszuüben. Gegenüber der Gesellschaft gilt als Aktionär:in nur, wer als solche/r im Aktienregister eingetragen ist. Jede/r im Aktienregister eingetragene Aktionär:in ist berechtigt, an der Hauptversammlung teilzunehmen, dort das Wort zu den jeweiligen Tagesordnungspunkten zu ergreifen und Auskunft über Angelegenheiten der Gesellschaft zu verlangen, soweit dies zur sachgemäßen Beurteilung eines Gegenstands der Tagesordnung erforderlich ist. Die Hauptversammlung beschließt insbesondere über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Verwendung des Bilanzgewinns, Kapitalmaßnahmen, die Ermächtigung zu Aktienrückkäufen sowie Änderungen der Satzung. Beteiligungen am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreitenAktionär:innen, deren Anteil am Grundkapital 10 Prozent überschreitet, sind die Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) (50,4 Prozent), die Panta Re AG, Bremen (12,6 Prozent), und die Finanzholding der Sparkasse in Bremen, Bremen (12,6 Prozent). Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital der Gesellschaft beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausübenDie BLG AG hat keine Mitarbeiteraktienprogramme aufgelegt. Soweit Mitarbeitende der Gruppe Aktien halten, unterliegen sie keiner Stimmrechtskontrolle. Es handelt sich hierbei um unwesentliche Anteile am Kapital der Gesellschaft. Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der SatzungWir verweisen hierzu auf die Ausführungen oben in der → Erklärung zur Unternehmensführung. Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe oder zum AktienrückkaufDer Vorstand ist derzeit durch die Hauptversammlung weder zur Aktienausgabe noch zum Aktienrückkauf ermächtigt. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines ÜbernahmeangebotsVereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, wurden nicht getroffen. Es bestehen keine Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft mit Mitgliedern des Vorstands oder Beschäftigten für den Fall eines Übernahmeangebots. PrognoseberichtAusrichtung der Gruppe in der ZukunftBeibehaltung des GeschäftsmodellsEine grundlegende Änderung unseres Geschäftsmodells ist aktuell nicht geplant. Ein strategischer Schwerpunkt wird auf den weiteren Ausbau der Geschäftsbereiche AUTOMOBILE und CONTRACT gelegt. Unser Ziel ist es, profitabel in allen Geschäftsfeldern zu sein und weiter zu wachsen. Durch die Fortsetzung unserer Akquisitionstätigkeiten, die gezielte Bildung von Kooperationen sowie den Aufbau strategischer Partnerschaften wollen wir bestehende Marktanteile ausbauen, neue Märkte erschließen und weitere Kunden gewinnen. Zusätzlich werden wir unsere Wertschöpfungsketten in den Geschäftsfeldern erweitern. Außerdem gilt es, durch konsequentes Prozess- und Qualitätsmanagement, Nutzung der Chancen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, sowie stringentes Kostenmanagement die Produktivität in allen Bereichen, auch während der Corona-Pandemie und der Ukraine-Krise, zu verbessern. Erwartete wirtschaftliche RahmenbedingungenDeutliches Wirtschaftswachstum in 2022 gefährdetNach dem historischen Einbruch der Weltwirtschaft in 2020 hat sich diese 2021 zunächst kräftig erholt. Durch die vierte Welle, die durch die Omikron-Variante hervorgerufen wurde, bremste die Corona-Pandemie zum Jahreswechsel 2021/2022 erneut die wirtschaftliche Erholung. Dies ist insbesondere auch durch viele pandemiebedingte Arbeitsausfälle begründet. Darüber hinaus behindern eine gebremste chinesische Wirtschaft und weiter bestehende Lieferengpässe den Aufschwung der Industrieproduktion, auch wenn die Lieferengpässe zum Ende des Jahres 2021 etwas nachgelassen haben. Auch unter der Annahme, dass im Frühjahr 2022 die Pandemie medizinisch so weit bewältigt ist, dass das Gesundheitssystem nicht mehr nennenswert überfordert ist und die ökonomische Aktivität deshalb nicht mehr deutlich eingeschränkt werden muss, ist damit zu rechnen, dass die Erholung der Wirtschaft kräftig gebremst wird. Durch den im Februar 2022 begonnenen Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist der weitere Verlauf der Weltkonjunktur erneut stark beeinträchtigt und die weiteren Auswirkungen wie gestörte Lieferketten und eine weiter hohe Inflation können aktuell nicht abgesehen werden. Prognosen gingen vor der Ukraine-Krise - je nach Institut - von einem Wirtschaftswachstum von über 4 Prozent aus. Durch den Krieg ist damit zu rechnen, dass die sich gerade langsam erholten Lieferengpässe in der Industrieproduktion wieder verstärken. Unter anderem befinden sich einige Zulieferfirmen der Automobilindustrie in der Ukraine und aus Russland kommen wichtige Industrierohstoffe wie Palladium. Auch ist die Konjunkturentwicklung maßgeblich von den Preisen für Öl und Gas abhängig. Preiserhöhungen wirken sich bis zum Endverbraucher und damit auf die allgemeine Nachfrage aus. Abgesehen davon, wird hinsichtlich des Konsum- und Reiseverhaltens der Verbraucher für 2022 eine zunehmende Normalisierung erwartet. Neben der Einführung des höheren Mindestlohns wird auch eine Steigerung der Tariflöhne und der Beschäftigung erwartet. Ein für die kommenden Jahre massiver Investitions- und Entwicklungsbedarf besteht aufgrund der ambitionierten Ziele der EU und der Bundesregierung zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Hier stehen besonders die Automobilwirtschaft und weitere große Teile der deutschen Industrie vor großen Herausforderungen. Die mittelfristige Abkehr vom Verbrennungsmotor hin zum Elektroantrieb bringt des Weiteren enorme Veränderungen der Produktions- und Arbeitsprozesse mit sich. Weitere Unsicherheiten im Hinblick auf die Prognose ergeben sich vor dem Hintergrund einer weitergehenden Eskalation im Ukraine-Konflikt und der angespannten Stimmung zwischen den USA, Europa und Russland sowie aufgrund der anhaltenden Differenzen zwischen den USA und China. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft können derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden. Quellen dieses Abschnitts: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Februar 2021 IMK, IMK Report Nr. 172, Dezember 2021 IMK, IMK Report Nr. 173, Januar 2022 IfW Kiel, Kieler Konjunkturberichte, Nr. 85+86 (2021|Q4) Tagesschau.de vom 25.02.2022, 18:30 Uhr "Wie der Krieg auf die Wirtschaft wirkt" Weser-Kurier.de vom 28.02.2022, 08:49 Uhr "Materialmangel hoch - Verschärfung durch Krieg befürchtet Logistikbranche insgesamt auf gutem Kurs
Zum Jahresende 2021 und vor dem Ausbruch des Krieges lag die Geschäftslage laut SCI Logistikbarometer (Dezember 2021) bei den befragten Transport- und Logistikunternehmen auf einem hohen Niveau. Trotz anhaltender Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, massiv erhöhten Energiepreisen und den Turbulenzen in den globalen Lieferketten zeige sich die Logistikbranche durchaus positiv und die Geschäftslage wird mehrheitlich gut bewertet. Auch sei durch den Regierungswechsel in den USA das ursprüngliche Vertrauen in den transatlantischen Logistikmarkt zurückgekehrt. Wichtiges Thema seien aber weiterhin die hohen Personaldefizite, insbesondere das Fehlen zehntausender Fahrer. Keine Berufsgruppe werde derzeit intensiver gesucht. Durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist damit zu rechnen, dass sich die Lage weiter verschärfen wird, wenn weniger Fahrer aus Osteuropa zur Verfügung stehen. Insgesamt wird von den befragten Unternehmen mehrheitlich eine steigende Beschäftigungsquote erwartet. Steigenden Kosten sollen adäquate Preisanpassungen entgegengesetzt werden. Der ifo-BVL-Logistik-Indikator zeigt zum Jahresende und hierbei insbesondere im vierten Quartal eine eher nach unten gerichtete Lagebeurteilung, wobei Verlader in Industrie und Handel die Lage positiver einschätzen als die Logistikdienstleister. Insgesamt liegt das Klima aber über dem Niveau des Jahreswechsels 2020 zu 2021. Steigende Preise, abnehmende Lagerbestände in Industrie und Handel und schrumpfende Auftragsbestände bei den Logistikdienstleistern verhinderten eine weitere Steigerung. Laut ifo-BVL-Logistik-Indikator bleibe die konjunkturelle Situation stark von der Corona-Pandemie beeinflusst und die deutsche Wirtschaft werde im Winterhalbjahr 2021/2022 kaum mehr wachsen. Darüber hinaus besteht eine hohe Unsicherheit hinsichtlich der Situation in der Ukraine und deren Auswirkungen auf Transporte durch diese Region und die Belieferung der Industrie sowie steigende Energiepreisen. Die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung/künstliche Intelligenz stehen immer mehr im Fokus und betreffen und begleiten uns alle. Wir sind der Meinung, dass die wichtigsten Herausforderungen, nämlich die Digitalisierung und der Klimaschutz, nicht unbedingt nur alleine sinnvoll gemeistert werden können. Gemeinsame Entwicklungen von Lösungen -auch von Marktbegleitern - sind ein wichtiger Schlüssel. Die Logistikbranche wird auch künftig von einer starken, exportorientierten deutschen Industrie und dem sehr guten Logistikstandort Deutschland profitieren. Die Aufrechterhaltung der Infrastruktur bleibt dabei eine große Herausforderung. Des Weiteren wird die Klimapolitik die Gestaltung der Lieferketten zukünftig stark beeinflussen und zusätzliche Vorgaben zur Folge haben. Quellen dieses Abschnitts: BVL-Logistik-Indikator, 4. Quartal 2021, 13.12.2021 inkl. Kommentierung DVZ vom 10. August 2021, "Diese Treiber sind 2022 relevant". Frank Dreeke, "Collaboration - die Zukunft der Logistik?", www.blg-logistics.com, Abruf am 31.01.2022 um 15:53 Uhr SCI Verkehr, SCI Logistikbarometer, Dezember 2021 Welt am Sonntag vom 27.02.2022, "Transportunternehmen stellen sich auf Engpässe ein" Entwicklung der BLG LOGISTICSim folgenden JahrZum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts war der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, den wir mit sehr großer Sorge verfolgen, im vollen Gange. Die Auswirkungen auf die Geschäfte unserer Kunden und unsere damit verbundenen Dienstleistungen können gegenwärtig noch nicht abschließend bewertet werden. Ein eigens eingerichteter Krisenstab bewertet die Lage laufend neu. Es ist aber davon auszugehen, dass sich erneut gestörte Lieferketten, Produktionsausfälle bei unseren Kunden und eine hohe Inflation (insbesondere sehr stark steigende Energiepreise) direkt oder indirekt deutlich auf unser Ergebnis auswirken werden und Planungen vereinzelt nicht erreicht werden können. Insbesondere die Automobilindustrie ist abhängig von Zulieferfirmen aus der Ukraine und die Produktion unser Kunden kann erneut für Monate gestört werden. Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass Volumina, die wir bisher für diese Regionen umgeschlagen oder bearbeitet haben, temporär oder längerfristig ausfallen. Dies gilt für alle Geschäftsbereiche der BLG-Gruppe und wird im Weiteren nicht erneut für die einzelnen Geschäftsfelder ausgeführt. Geschäftsbereich AUTOMOBILEGeschäftsfeld SeehafenterminalsFür unsere Autoumschlagsstandorte Bremerhaven und Cuxhaven im Geschäftsfeld Seehafenterminals gehen wir für 2022 davon aus, dass sich das Umschlagsvolumen auf einem ähnlichen Niveau wie in 2021 halten wird. Wegen der anhaltenden Lieferengpässe von Teilen können die Automobilproduzenten derzeit keine verlässlichen Aussagen über die geplanten Produktions- und Absatzzahlen für das Jahr 2022 geben. Aufgrund der schwierigen Marktlage und freier Flächenkapazitäten in anderen Häfen besteht weiter ein starker Wettbewerb. Ergebnisverbesserungen erhoffen wir uns unter anderem aus der Umsetzung diverser Projekte, der Optimierung externer Lagerflächen und dem Ausbau der technischen Wertschöpfung. Positive Effekte für den Standort Bremerhaven erwarten wir auch durch das Joint Venture mit einem der größten Reeder weltweit, Hyundai Glovis. Er wird im Rahmen des Joint Ventures Bremerhaven als europäischen Hub für seine Automobiltransporte zwischen Asien und Europa nutzen. Der Bereich High&Heavy wird auch 2022 von der geringen Verfügbarkeit von Containern profitieren und erneut vermehrt RoRo-Ladung verschiffen. Wir erwarten ein Umschlagsvolumen auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Die technische Wertschöpfung wollen wir weiter ausbauen. Durch Umstellung von Verkehren und Häfen seitens der Reeder erwarten wir negative Einflüsse auf das Ergebnis im Neustädter Hafen in Bremen, die wir mittelfristig durch die Akquisition von Neugeschäften kompensieren wollen. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass sich, aufgrund steigender Nachfrage nach Öl- und Gasprodukten, der Umschlag von Stahlprodukten erhöhen wird. Gegenläufig erwarten wir einen Rückgang bei Forstprodukten. Geschäftsfeld InlandterminalsAufgrund der nach wie vor schwierigen Marktlage für Neufahrzeuge in Deutschland und Westeuropa und niedriger technischer Wertschöpfung besteht zunehmend ein verstärkter Verdrängungswettbewerb. Durch unsere hohe technische Expertise und das große Terminalnetzwerk wollen wir daher den Bereich Remarketing-/Gebrauchtfahrzeuge weiter ausbauen. 2022 nehmen wir am Standort Kelheim ein neues Autoregal in Betrieb. Dadurch können zusätzliche Lagergelder erzielt und externe Lagerflächen abgemietet werden. An allen Inlandterminals bauen wir die Ladeinfrastruktur für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus, um die Wertschöpfung zu erhöhen. Hinsichtlich der Umschlagsvolumina gehen wir von einer leichten Steigerung gegenüber 2021 aus, vorbehaltlich der bereits genannten Unsicherheiten. Geschäftsfeld AutoTransporteFür das Transportvolumen auf den Straßen gehen wir ebenfalls von einem Volumen auf dem Niveau des Vorjahres aus. Ein verstärkter Verdrängungswettbewerb als auch die hohen Energiekosten führen zu einem anhaltenden, permanenten Preisdruck. Den Bestand der eigenen Lkw-Flotte halten wir konstant und setzen diese verstärkt in Fernverkehren ein, um die Auslastung zu optimieren. Geschäftsfeld AutoRailEntsprechend der allgemeinen Markterwartung und einer weiteren Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene erwarten wir eine deutliche Steigerung der Volumina gegenüber dem Vorjahr, welche aber noch unter dem Niveau von 2019 liegen werden. Das Reparaturgeschäft für Dritte wollen wir, unter anderem in der mobilen Instandhaltung, weiter ausbauen. Die ausgereifte Technik der jungen BLG-Waggonflotte ermöglicht den international flexiblen Einsatz zum Transport sämtlicher Pkw- und SUV-Modelle, hersteller- und länderübergreifend. Derzeit befinden sich rund 1.500 Autotransportwaggons im Besitz der BLG. Spotverkehre in Ergänzung zu vereinbarten Regelverkehren zählen wegen der herausragenden Funktionalität unserer Waggons immer wieder zum Portfolio. Abmessungen und Gewichte insbesondere bei den SUV erfordern von der Branche der Schienenlogistik in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen in die Waggonflotte. Die BLG hat sich so mit ihrer Flotte für die Zukunft gut aufgestellt. Geschäftsfeld Süd-/OsteuropaVor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der verhängten Sanktionen gegen Russland, möglicher Enteignungen durch den russischen Staat sowie der Tatsache, dass sich die Automobilhersteller zur Zeit aus Russland zurückziehen, werden unser Standort in St. Petersburg/Russland und unser Joint Venture in Kiew/Ukraine deutlich betroffen sein. Es ist wahrscheinlich, dass der Betrieb temporär oder längerfristig ausgesetzt werden muss bzw. die Geschäftsgrundlage ganz entfällt. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung war der Betrieb in der Ukraine ausgesetzt. Für die übrigen Standorte erwarten wir im Osteuropageschäft anziehende Volumina bei unseren Bestands- und mit Neukunden. Geschäftsbereich CONTRACTFür den Geschäftsbereich CONTRACT gilt insgesamt, dass der Preisdruck auf die Logistikdienstleister permanent steigt und die Margen entsprechend sinken. Aufgrund des hohen Wettbewerbs und durch Überkapazitäten können die Personalkostensteigerungen aus Tariferhöhungen nicht oder nur in geringem Maße über Preiserhöhungen weitergegeben werden. Zusätzlich ist die Tendenz bei den Kunden weiterhin sehr groß, möglichst alle Kosten zu variabilisieren. Im Gegenzug werden jedoch keine Mengengarantien seitens der Kunden gegeben. Geschäftsfeld Industrielogistik (Europa)Im Geschäftsfeld Industrielogistik (Europa) konnten nahezu alle auslaufenden Verträge mit Bestandskunden verlängert werden. Das Geschäft im Werk eines Automobilherstellers in Leipzig übernimmt in 2022 - inklusive der ca. 800 Mitarbeitenden - ein neuer Dienstleister. Der wirtschaftliche Verlauf des Geschäftsfelds Industrielogistik (Europa) wird im Bereich der Logistik für die Automobilindustrie weiter durch die Entwicklung der Corona-Pandemie, die Kaufzurückhaltung in der Krise sowie die Umstellung auf alternative Antriebe geprägt sein. Für den Standort Bremen erwarten wir hohe Volumina. Ende 2022 wollen wir das neue Logistikzentrum "C3 Bremen" in Betrieb nehmen, mit dem wir eine nachhaltige und effiziente Versorgung der Auslandsmontagewerke eines Automobilherstellers erbringen werden. Insgesamt rechnen wir an den meisten Standorten mit einer stabilen bis positiven Entwicklung der Geschäfte. Vor dem Hintergrund des unkalkulierbaren Pandemiegeschehens bestehen aber weiterhin gewisse Unsicherheiten. Geschäftsfeld Industrielogistik (Übersee)Im Geschäftsfeld Industrielogistik (Übersee) wollen wir uns auch im Geschäftsjahr 2022 stetig und positiv weiterentwickeln, auch wenn die globalen Herausforderungen der Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden sind. Insbesondere an die ausgebauten Geschäfte in Südafrika und Indien sowie an die stabilen Volumina in den USA wollen wir 2022 anknüpfen. Der durch die Pandemie in 2021 stark beeinträchtigte Standort in Malaysia befindet sich seit dem letzten Quartal 2021 im Aufwärtstrend und wir erkennen hier ein stetiges Ansteigen an Transportbedarfen von Fertigfahrzeugen. Geschäftsfeld HandelslogistikDie Entwicklung des Geschäftsfelds Handelslogistik ist ebenfalls weiterhin stark durch die Corona-Pandemie geprägt. Lieferkettenabrisse und Absatzprobleme auf Kundenseite stellen auch für das Geschäftsjahr 2022 große Herausforderungen dar. Insgesamt erwarten wir aber, durch die erfolgreiche Fortführung von Bestands- und Neugeschäften, einen Ergebnisbeitrag leicht über dem Vorjahresniveau. Basis der Erwartungen für das Geschäftsjahr 2022 bilden im Wesentlichen die Volumenplanungen der jeweiligen Kunden und geplanter Neugeschäfte. Auch in diesem Geschäftsfeld ist es uns gelungen, bis auf wenige Ausnahmen, mit sämtlichen bestehenden Kunden Fortführungen zu vereinbaren. Zukünftig wollen wir unsere Branchendiversifikation weiter stärken. Geschäftsbereich CONTAINERDa die Containerterminals zumindest mittelfristig noch über Kapazitätsreserven verfügen, besteht aufgrund der im Zuge der Konsolidierung erlangten Marktmacht der verbleibenden Konsortien/Reedereien und damit verbunden des Erlösdrucks unverändert die Notwendigkeit der Identifizierung und Umsetzung nachhaltiger Kostenreduzierungen und Produktivitätssteigerungen bei den Containerterminals. Dieser wird durch die Umsetzung der Transformation "Zukunft EUROGATE" Rechnung getragen. Für den Standort Hamburg wird für 2022 bedingt durch die Rückkehr eines unterjährig in 2021 temporär in Bremerhaven abgefertigten Fernost-Dienstes des 2M-Konsortiums sowie die Erwartung weitgehend stabiler Mengen der übrigen Dienste aus heutiger Sicht ein leichter Mengenanstieg erwartet. Für den Standort Bremerhaven wird aus derzeitiger Sicht für 2022 ebenfalls eine steigende Umschlagsmenge erwartet. Vor dem Hintergrund der derzeit immer noch anhaltenden Schiffsverspätungen und der dadurch bei den Containerterminals ausgelösten Kapazitäts- und Abfertigungsprobleme sind vonseiten der Containerreedereien temporäre Verlagerungen von Container-Liniendiensten zwischen den Häfen in der Nordrange nicht ausgeschlossen. Ob und in welchem Ausmaß solche Verlagerungen stattfinden, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Die Umschlagsentwicklung in Wilhelmshaven verlief 2021 bereits sehr erfreulich und war durch pandemische Effekte und eine hohe Anzahl ungeplanter Schiffsanläufe positiv beeinflusst. Wilhelmshaven ist vor dem Hintergrund der zunehmenden Schiffsgrößenentwicklung und der damit verbundenen nautischen Einschränkungen der Fahrwasser von Außenweser und Elbe - auch nach Vollzug der dortigen Maßnahmen zur Vertiefung und Verbreiterung - mehr und mehr prädestiniert für die Abfertigung von Großcontainerschiffen. Mit dem neuen Partner und Kunden Hapag-Lloyd AG bekommt der Tiefwasserhafen Wilhelmshaven aufgrund der Entwicklung zu immer größeren Containerschiffen in den kommenden Jahren eine sehr gute Wachstums-Perspektive. Zudem werden im Herbst 2022 der durch die DB Netz erfolgende zweigleisige Ausbau inklusive Erneuerung und Elektrifizierung der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven und die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten und eine leistungsfähige schienenbasierte Anbindung abgeschlossen sein. Für den Standort Wilhelmshaven wird für 2022 noch mit einer stagnierenden Umschlagsmenge gerechnet. Eine deutliche Verbesserung der Auslastungssituation wird aus heutiger Sicht ab 2023 erfolgen. Bis dahin werden die operationellen Kapazitäten durch Erhöhung der vorhandenen acht Containerbrücken und die Beschaffung von zwei weiteren Containerbrücken aufgestockt. Darüber hinaus ist bis Frühjahr 2024 die Umrüstung eines ersten Teilabschnitts des landseitigen Betriebs auf ein automatisiertes System vorgesehen. Die Entwicklung der Umschlagsmengen an den EUROGATE-Standorten kann neben den Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine durch die anhaltende Corona-Pandemie negativ beeinträchtigt werden, die wiederum von möglicherweise zu ergreifenden Maßnahmen und weiteren Pandemie-Beschränkungen abhängen. Ebenso können die Personalkapazitäten durch einen erhöhten Krankenstand bzw. aufgrund der Einhaltung von pandemiebedingten Quarantäneauflagen deutlich eingeschränkt werden. Eine Quantifizierung derartiger Auswirkungen ist derzeit nicht möglich. Für 2022 wird für den Geschäftsbereich CONTAINER unter den zuvor beschriebenen Rahmenbedingungen sowie aufgrund der im Vorjahresergebnis enthaltenen Einmal- und Sondereffekte mit einem rückläufigen, jedoch immer noch deutlich positiven Ergebnis gerechnet. Teilweise werden - wenn auch auf niedrigem Niveau - Restrukturierungsaufwendungen in den Jahren 2022 ff. noch zu Ergebnisbelastungen führen. Geplante InvestitionenWir passen unsere Investitionsvorhaben den sich stetig ändernden Marktgegebenheiten unter besonderer Betrachtung unserer Liquiditäts- und Ertragslage an. Wesentliche Erweiterungs-, Prozessoptimierungs- und Ersatzinvestitionen sind im kommenden Jahr im Geschäftsbereich AUTOMOBILE unter anderem für den kontinuierlichen Austausch von älteren Lkw und den Rückkauf von Autowaggons aus dem Leasing im Geschäftsfeld AutoTransporte und AutoRail vorgesehen. In den Geschäftsfeldern Seehafen- und Inlandterminals liegt der Schwerpunkt der Investitionen in diversen Erweiterungs- und Erneuerungsmaßnahmen von Flächen und Gebäuden sowie der Erneuerung von Umschlagsgeräten. Darüber hinaus werden Investitionen im IT-Bereich zur Optimierung des Netzwerks innerhalb des Geschäftsbereichs vorgenommen. Im Geschäftsbereich CONTRACT betreffen die Investitionen den Auf- und Ausbau neuer Logistikzentren und die Ausweitung von Bestandsgeschäften in den Geschäftsfeldern Industrie- und Handelslogistik. Im Zentralbereich ist unter anderem eine große Investition für die Erneuerung des ERP-Systems vorgesehen. Für die notwendigen Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen sowie Investitionen in Prozessoptimierungen ist ein Investitionsvolumen in der Größenordnung von etwa EUR 102 Mio. geplant. Die Investitionen werden überwiegend fremdfinanziert. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung der GruppeZum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts herrscht Krieg zwischen Russland und der Ukraine und die weiteren Auswirkungen auf Mengen, Volumina, Ergebnis und Produktionen unserer Kunden können noch nicht beziffert werden. Es ist aber davon auszugehen, dass es erneut zu deutlichen Einschränkungen kommen kann. Dadurch ist in den Hintergrund gerückt, dass sich auch die Omikron-Welle trotz zunehmendem Impffortschritts auf das weltweite Wirtschaftsgeschehen auswirkt und zu lokalen Beschränkungen und hohen Krankenständen führt. Der weitere Verlauf des vor uns liegenden Jahres wird daher stark von schwierigen Rahmenbedingungen geprägt sein und Prognosen zu Ergebnis und Volumina sind in diesem Umfeld schwierig.
Für das Jahr 2022 gehen wir davon aus, dass die Erholung der Wirtschaft und die Auflösung der Turbulenzen in den Logistikketten sowie die Erholung der Lieferengpässe durch den Ukraine-Krieg gebremst werden. Des Weiteren wirken sich die sehr hohen Energiepreise, die wir aufgrund verschiedener, vereinbarter Geschäfte und Dienstleistungen nicht immer vollumfänglich an den Kunden weitergeben können, als hohe, zusätzliche Fixkostenbelastung in allen Geschäftsbereichen spürbar aus. Weitere Einflussfaktoren sind die ambitionierten EU-Ziele zur CO 2 -Einsparung und der weitere Verlauf der "Auto-Krise". Auch der immer intensivere Fachkräftemangel wirkt sich zunehmend belastend auf unsere Geschäfte aus. In diesem unsicheren Umfeld erwarten wir nach heutigem Stand aufgrund der beschriebenen Prognose für die BLG-Gruppe-Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau. Für das Ergebnis (EBT) erwarten wir im Geschäftsjahr 2022 insgesamt eine deutliche Reduzierung, welches aber noch im positiven Bereich liegen wird. Entsprechend werden sich EBIT und RoCE und die EBT-Marge entwickeln. Vor dem Hintergrund der aktuell beschriebenen Lage, ist diese Prognose mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Erwartete Veränderungen 2022
Wir verfolgen das Ziel einer ergebnisorientierten und kontinuierlichen Dividendenpolitik. Entsprechend werden wir unsere Aktionär:innen zukünftig je nach wirtschaftlicher Entwicklung angemessen am Ergebnis beteiligen. Dieser Jahresbericht wurde auf Basis des Deutschen Rechnungslegungsstandards 20 (DRS 20) in der derzeit gültigen Fassung erstellt. Er enthält, abgesehen von historischen Finanzinformationen, zukunftsgerichtete Aussagen zur Geschäfts- und Ertragsentwicklung der BLG LOGISTICS, die auf Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen beruhen und mit Formulierungen wie "annehmen", "erwarten" oder ähnlichen Begriffen gekennzeichnet sind. Diese Aussagen können naturgemäß von tatsächlichen zukünftigen Ereignissen oder Entwicklungen abweichen. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die zukunftsgerichteten Aussagen angesichts neuer Informationen zu aktualisieren. Gruppengewinn- und -verlustrechnung
Gruppengesamtergebnisrechnung
GruppenbilanzAktiva
Gruppeneigenkapitalentwicklung
Gruppenkapitalflussrechnung
GruppenanhangGrundlagen1. Grundlagen der GruppenrechnungslegungAn der Spitze der BLG-Gruppe (BLG LOGISTICS) stehen mit der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877-, Bremen (BLG AG), und der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen (BLG KG), zwei Unternehmen, die aufgrund der Organidentität und der besonderen Eigentümerstruktur rechtlich, wirtschaftlich und organisatorisch eng verbunden sind. Da die BLG AG eine Beherrschung der BLG KG i. S. d. IFRS 10 als nicht gegeben ansieht, erstellt sie gemeinsam mit der BLG KG einen Gruppenabschluss (kombinierter Abschluss) unter der Bezeichnung BLG LOGISTICS mit der BLG AG und der BLG KG als einheitliches Mutterunternehmen. Der Gruppenabschluss der BLG LOGISTICS für das Geschäftsjahr 2021 wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten, zum 31. Dezember 2021 verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegung durch das IFRS Interpretations Committee (IFRIC) aufgestellt. Es wurden alle IFRS und IFRIC beachtet, die veröffentlicht und im Rahmen des Endorsement-Verfahrens der Europäischen Union übernommen wurden und verpflichtend anzuwenden sind. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind für alle im Gruppenabschluss angegebenen Perioden konsistent von allen Gruppengesellschaften angewendet worden. Die Geschäftsjahre der BLG AG und der BLG KG sowie deren einbezogener Tochterunternehmen entsprechen dem Kalenderjahr. Der Stichtag des Gruppenabschlusses entspricht dem Abschlussstichtag der aufstellenden Gesellschaften. Die in das Handelsregister des Amtsgerichts Bremen eingetragenen Gesellschaften BLG AG (HRB 4413) und BLG KG (HRA 21448) haben ihren Sitz in Bremen/Deutschland, Präsident-Kennedy-Platz 1. Der Gruppenabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Angaben erfolgen in TEUR, sofern nicht anders angegeben. Der Gruppenabschluss wurde grundsätzlich auf der Grundlage historischer Anschaffungskosten aufgestellt; Ausnahmen ergeben sich lediglich bei derivativen Finanzinstrumenten und Finanzinstrumenten der Kategorien "erfolgswirksam bzw. erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet". Der Vorstand der BLG AG hat den Gruppenabschluss am 29. März 2022 zur Veröffentlichung und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Gruppenabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Gruppenabschluss billigt. Ermessensentscheidungen und SchätzungenDie Abschlusserstellung in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert Einschätzungen und die Ausübung von Ermessen hinsichtlich einzelner Sachverhalte durch das Management, die Auswirkungen auf die im Gruppenabschluss ausgewiesenen Werte haben können. ErmessensentscheidungenInformationen über Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden, die die im Gruppenabschluss erfassten Beträge am wesentlichsten beeinflussen, sind in den nachstehenden Erläuterungen enthalten:
Annahmen und SchätzungsunsicherheitenDie Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen, betreffen insbesondere folgende Erläuterungen:
Bilanzierung aktiver latenter Steuern (→ Erläuterung Nummer 33)
Wesentliche versicherungsmathematische Annahmen (→ Erläuterung Nummer 26)
Die vorgenommenen Schätzungen wurden weitgehend auf Basis von Erfahrungswerten und weiteren relevanten Faktoren unter Berücksichtigung der Fortführungsprämisse vorgenommen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Schätzungen abweichen. Bestimmung der beizulegenden ZeitwerteDie zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente der Gruppe werden basierend auf den verwendeten Bewertungsverfahren in verschiedene Stufen der Fair-Value-Hierarchie eingeordnet, die wie folgt definiert sind:
Weitere Informationen zu den Annahmen bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte sind in → Erläuterung Nummer 32 enthalten. Änderungen der Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Darüber hinaus hat die Gruppe die folgenden neuen/überarbeiteten und für die BLG LOGISTICS relevanten Standards angewandt, welche im Geschäftsjahr 2021 erstmalig verbindlich anzuwenden waren:
Die Änderungen an IFRS 16 "Leasingverhältnisse" (Mietzugeständnisse im Zusammenhang mit COVID-19), die ebenfalls im Geschäftsjahr 2021 erstmalig verbindlich anzuwenden waren, wurden durch die BLG LOGISTICS bereits vorzeitig im Jahr 2020 angewendet. Das IASB hat die Erleichterungen zur Bilanzierung von Mietzugeständnissen im Zusammenhang mit COVID-19 bis zum 30. Juni 2022 verlängert. Die Änderung ist für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. April 2021 beginnen. Auswirkungen der Änderungen der Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie neuen/überarbeiteten Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen zur Folge. Eine Anpassung der Vorjahresbeträge ist insoweit nicht erfolgt. Nicht verpflichtende Anwendung neuer oder geänderter Standards und InterpretationenDie folgenden, bereits durch das IASB verabschiedeten, überarbeiteten oder neu erlassenen Standards und Interpretationen waren im Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend
anzuwenden:
1 Erstanwendungszeitpunkt laut EU-Recht, soweit
bereits in EU-Recht übernommen.
BLG LOGISTICS plant, die neuen Standards und Interpretationen ab dem Zeitpunkt der erstmalig verpflichtenden Anwendung im Gruppenabschluss zu berücksichtigen. Die für die Geschäftstätigkeit der Gruppe relevanten neuen Standards und Interpretationen werden Einfluss auf die Art und Weise der Veröffentlichung von Finanzinformationen der Gruppe haben; wesentliche Auswirkungen auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden oder die Darstellung der Ertragslage im Gruppenabschluss werden sich hieraus jedoch nicht ergeben. Segmentberichterstattung und operatives Ergebnis2. Geschäftstätigkeit der BLG-GruppeDie BLG-Gruppe ist als internationaler Seehafen- und Logistikdienstleister mit den operativen Geschäftsbereichen AUTOMOBILE, CONTRACT und CONTAINER für ihre Kunden aus Industrie und Handel in über 100 Gesellschaften und Niederlassungen in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien vertreten. Das Leistungsspektrum reicht von Seehafenterminals in Europa bis hin zum komplexen internationalen Supply Chain Management mit Value Added Services. Im Folgenden werden die wesentlichen Leistungen der Geschäftsbereiche getrennt nach Geschäftsfeldern dargestellt. AUTOMOBILEDer Geschäftsbereich AUTOMOBILE bietet in den Geschäftsfeldern Seehafenterminals, Inlandterminals, AutoTransporte, AutoRail und Süd-/Osteuropa alle Dienstleistungen in der Fertigfahrzeuglogistik an. Die Standorte des Geschäftsfelds Seehafenterminals dienen als Knotenpunkte und sind Exporthäfen für die europäische Fahrzeugproduktion nach Übersee wie China, Japan, Korea, USA, Australien, Südafrika sowie nach Russland und Skandinavien. Als Importhäfen bieten diese Terminals alle Leistungen für den europäischen Fahrzeugmarkt. Die Dienstleistungen umfassen neben dem Pkw-Umschlag klassische Lagerlogistik sowie eine Vielzahl technischer Dienstleistungen wie Pre-Delivery-Inspection (PDI), Sondereinbauten und Umrüstungen für Neu- und Gebrauchtfahrzeuge. Um die Kompetenzen für den Umschlag von Schwergütern zu bündeln, sind die Logistik für die Offshore- und Onshore-Windenergie sowie der High&Heavy-Umschlag in Bremerhaven in das Geschäftsfeld Seehafenterminals integriert. Auch der Umschlag für konventionelle Güter im Neustädter Hafen in Bremen ist den Seehafenterminals zugeordnet. Hierzu zählen der Umschlag, die Lagerung und die sachgerechte Behandlung von Papier- und Forstprodukten, Röhren, Blechen und Projektladungen sowie der Umschlag weiterer schwerer oder sperriger Güter. Die Inlandterminals bieten kurze Wege zum europäischen Autobahnnetz, eigene Bahnanschlüsse und überwiegend eine direkte Anbindung an die Wasserstraßen. Mit dem Netzwerk werden zuverlässige Logistikketten gestaltet - von den Automobilherstellern in allen Teilen der Welt bis zu den Autohändlern und privaten Endkunden in den jeweiligen Bestimmungsländern. Die Leistungen umfassen Pkw-Umschlag, Lagerlogistik und technische Dienstleistungen, z. B. die Aufbereitung von jungen Gebrauchtfahrzeugen, Auktionen, Internetverkauf. Darüber hinaus ist BLG LOGISTICS über das Geschäftsfeld Süd-/Osteuropa mit mehreren See- und Binnenterminals in Europa vertreten. Die Geschäftsfelder AutoTransporte und AutoRail bieten Transporte über Straße, Schiene und auf Binnenwasserstraßen an. Zu den Leistungen gehören auch individuelle Transporte oder spezielle Shuttle-Konzepte. Dabei steht die Modernisierung der Flotten im Vordergrund, um den Kunden emissionsarme Transportketten bieten zu können. Die Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt im Geschäftsbereich AUTOMOBILE im Regelfall in Höhe des Betrags, der in Rechnung gestellt werden darf, da die abgerechneten Beträge dem Wert der bereits erbrachten Leistungen entsprechen. Abrechnung und Zahlung der Leistungen erfolgen überwiegend monatlich. Basis sind die Anzahl bearbeiteter bzw. transportierter Fahrzeuge und die vereinbarten Stückpreise. Teilweise erfolgt die Abrechnung bereits vor der vollständigen Erbringung der Leistungsverpflichtung oder erst nach Durchführung aller Leistungsschritte. Der Teil der von den Kunden erhaltenen Gegenleistungen, für den die Leistungserbringung noch aussteht, wird als Vertragsverbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen. In diesen Fällen erfolgt die Erfassung der Umsatzerlöse erst dann, wenn die Leistungen auf den Kunden übertragen worden sind. Bereits erbrachte Leistungen, bei denen noch keine Rechnungstellung erfolgt ist, werden als Vertragsvermögenswerte in der Bilanz erfasst. CONTRACTDer Geschäftsbereich CONTRACT entwickelt kundenindividuelle Logistiklösungen. Leistungsschwerpunkte sind die Autoteilelogistik, Industrie- und Produktionslogistik, Handels- und Distributionslogistik sowie speditionelle Dienstleistungen. Die Geschäftsfelder Industrielogistik (Europa und Übersee) bilden logistische Aktivitäten für die produzierende Wirtschaft ab. Im Segment der Automobilproduzenten umfasst dieses neben der Beschaffungslogistik von den Zulieferern und der Versorgung der Produktionslinien auch Konsolidierung, Aufbereitung, Verpackung und Versand für die Versorgung der Produktionswerke. Komplexe Systemdienstleistungen sichern die zuverlässige Versorgung der Montagelinien im In- und Ausland. Mit Vormontagen von Fahrzeugkomponenten und produktionsnahen Arbeitsprozessen dient das Geschäftsfeld Industrielogistik als verlängerte Werkbank der Automobilhersteller. In Industrieunternehmen anderer Branchen werden komplexe Warenflüsse rund um die Produktion gestaltet und optimiert. Das Leistungsangebot umfasst zudem die Ver- und Entsorgung von Fertigungslinien, On-Site-Logistik zur optimalen Gestaltung der innerbetrieblichen Warenströme, Leergut-Management und komplexe Montagen. Im Geschäftsfeld Handelslogistik werden Konzeption, Implementierung, Management und Durchführung komplexer logistischer Prozesse für Handelsunternehmen realisiert. In allen Segmenten des Geschäftsfelds Handelslogistik werden den Kunden Lösungen aus einer Hand angeboten. Dies betrifft vor allem die Bereiche E-Commerce, Multi-Channel-Retailing, Aufbereitung und Value Added Services an Waren, Vereinnahmung und Bearbeitung von Retouren sowie das Handling von liegender und hängender Ware im Segment Fashionlogistik. Individuelle innovative Lösungen für renommierte Kunden sichern umfassende Informationen und Warenbewegungen durch eigene IT-Kompetenz. Darüber hinaus umfasst das Geschäftsfeld Handelslogistik den Umschlag und die Lagerung von Kühl- und Tiefkühlgütern am Containerterminal Bremerhaven sowie alle dazugehörigen Dienstleistungen. Das Geschäftsfeld Spedition ist im Zuge der Übertragung der Speditionsaktivitäten der BLG International Forwarding auf Rhenus Air & Ocean Deutschland ab April 2021 entfallen. Davon ausgenommen ist der Speditionsstandort in Bremen, der sich auf Landverkehr, Schwerguttransporte, Projektgeschäft und Seefracht konzentriert. Der Bereich Landverkehre wird nunmehr im Geschäftsfeld Industrielogistik und die Bereiche Seefracht und Special Projects im Geschäftsfeld Seehafenterminals berichtet. Die Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt im Geschäftsbereich CONTRACT regelmäßig in Höhe des Betrags, der in Rechnung gestellt werden darf, da die abgerechneten Beträge dem Wert der bereits erbrachten Leistungen entsprechen. Abrechnung und Zahlung der Leistungen erfolgen überwiegend monatlich. Kapitalintensive Leistungen wie die Bereitstellung von Flächen und Lagerplätzen werden überwiegend zu Fixpreisen, zum Teil aber auch entsprechend der tatsächlichen Nutzung abgerechnet. Basis für die Abrechnung personalintensiver Leistungen sind Preise je Leistungseinheit oder eine Kombination aus fixer Basisvergütung und variabler Vergütung je Leistungseinheit, teilweise unter Anwendung von Volumenstaffeln. CONTAINERDer Geschäftsbereich CONTAINER wird durch das Gemeinschaftsunternehmen EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG, Bremen, repräsentiert, an dem die BLG 50 Prozent der Geschäftsanteile hält. EUROGATE hat eigene Tochter- und Beteiligungsunternehmen. Die Gesellschaften der EUROGATE-Gruppe werden nach der Equity-Methode in den Gruppenabschluss einbezogen. Der Schwerpunkt der Tätigkeiten der EUROGATE-Gruppe umfasst den Containerumschlag auf dem europäischen Kontinent. EUROGATE betreibt - teilweise mit Partnern - Containerterminals in Bremerhaven, Hamburg, Wilhelmshaven, an den italienischen Standorten La Spezia, Ravenna und Salerno, in Tanger, Marokko, in Limassol, Zypern, in Ust-Luga, Russland, sowie bis Anfang November 2021 in Lissabon, Portugal. Ferner ist EUROGATE an mehreren Binnenterminals sowie Eisenbahnverkehrsunternehmen beteiligt. Als Sekundärdienstleistungen werden intermodale Dienste - Transporte von Seecontainern von und zu den Terminals -, Reparaturen, Depothaltung und Handel von Containern, cargomodale Dienste sowie technische Serviceleistungen angeboten. 3. Erläuterungen zur SegmentberichterstattungNach IFRS 8 wird für die Segmentierung auf die interne Steuerung und Berichtsstruktur abgestellt. Bezogen auf BLG LOGISTICS bedeutet dies, dass die Segmentberichterstattung entsprechend der Gruppenstruktur nach Geschäftsbereichen erfolgt, das heißt, der Geschäftsbereich CONTAINER wird in der Segmentberichterstattung unverändert als eigenes Segment ausgewiesen und in der Spalte Überleitung wieder eliminiert. Parallel dazu wird das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen, das im Wesentlichen das Ergebnis des Geschäftsbereichs CONTAINER umfasst, entsprechend der internen Steuerung als Teil des EBIT ausgewiesen. Dies gilt auch für die übrigen Gesellschaften, die nach der Equity-Methode einbezogen werden. Den Geschäftsbereichen AUTOMOBILE, CONTRACT und CONTAINER sind, mit einer Ausnahme, jeweils ganze Unternehmen zugeordnet. Diese Unternehmen stellen jeweils operative Segmente dar, die für die Berichterstattung entsprechend den Geschäftsbereichen zusammengefasst werden, da sie sich in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld bewegen und große Ähnlichkeiten in ihren Dienstleistungen, Prozessen und Kundengruppen aufweisen. Die Geschäftsbereiche AUTOMOBILE und CONTRACT waren 2021 in acht Geschäftsfelder untergliedert. Die operative Führung der Geschäftsfelder, einschließlich der Ergebnisverantwortung, obliegt den jeweiligen Geschäftsfeldleitungen der Geschäftsbereiche AUTOMOBILE und CONTRACT sowie der Gruppengeschäftsführung des Teilkonzerns EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG für den Geschäftsbereich CONTAINER. Der Geschäftsbereich AUTOMOBILE umfasst im Wesentlichen die Gesellschaften BLG AutoTerminal Bremerhaven GmbH & Co. KG, BLG AutoTerminal Deutschland GmbH & Co. KG, BLG AutoTransport GmbH & Co. KG sowie die BLG AutoRail GmbH. Die wesentlichen Unternehmen des Geschäftsbereichs CONTRACT sind die BLG Industrielogistik GmbH & Co. KG, die BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG und die BLG Sports & Fashion Logistics GmbH. Der Geschäftsbereich CONTAINER umfasst die 50-prozentige Beteiligung an der operativen Führungsgesellschaft EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG der EUROGATE-Gruppe. Die Geschäftstätigkeit der Geschäftsbereiche ist in der → Erläuterung Nummer 2 umfassend beschrieben. Die BLG AG und die BLG KG als Management- und Finanzholding der BLG-Gruppe bilden kein operatives Segment im Sinne von IFRS 8. Diese Zentralbereiche sind mit ihrem Vermögen, ihren Schulden und ihrem Ergebnis in der Überleitungsspalte enthalten. In Bezug auf Angaben zu Mitarbeitenden werden die Zentralbereiche "Services" genannt. Die entsprechenden Angaben sind dem → Gruppenlagebericht zu entnehmen. BLG LOGISTICS ist ganz überwiegend in Deutschland tätig. Vom Gruppenumsatz entfallen TEUR 1.016.393 (Vorjahr: TEUR 1.026.945) auf das Inland und TEUR 34.045 (Vorjahr: TEUR 38.290) auf das Ausland. Grundlage für die Zuordnung ist der Ort der Leistungserbringung durch die Gruppe. Von den langfristigen immateriellen Vermögenswerten und den Sachanlagen der Gruppe sind TEUR 551.089 (Vorjahr: TEUR 584.579) im Inland und TEUR 18.167 (Vorjahr: TEUR 18.934) im Ausland belegen. Mit dem größten Kunden der Gruppe wurden in den Geschäftsbereichen AUTOMOBILE und CONTRACT rund 17 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent) der gesamten Gruppenumsatzerlöse erzielt. Davon entfielen TEUR 178.956 (Vorjahr: TEUR 159.564) auf das Inland und TEUR 2.658 (Vorjahr: TEUR 2.376) auf das Ausland. Mit dem zweitgrößten Kunden der Gruppe in den Geschäftsbereichen AUTOMOBILE und CONTRACT wurden rund 11 Prozent (Vorjahr: 11 Prozent) der gesamten Gruppenumsatzerlöse erzielt. Davon entfielen TEUR 109.756 (Vorjahr: TEUR 117.074) auf das Inland und TEUR 858 (Vorjahr: TEUR 2.737) auf das Ausland. Die Steuerung von BLG LOGISTICS erfolgt auf der Grundlage der nach IFRS ermittelten Daten der operativen Segmente; die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gelten für die Segmente in gleicher Weise wie für die gesamte Gruppe. Zentrale Messgrößen für den Erfolg der Segmente sind das Ergebnis vor Steuern (EBT), die Umsatzerlöse und die EBT-Marge. Abrechnungen von Leistungen zwischen den Segmenten erfolgen wie unter fremden Dritten. Die Abschreibungen beziehen sich auf das Segmentanlagevermögen einschließlich der Nutzungsrechte. Das Segmentvermögen enthält nicht die Anteile an Unternehmen, die at Equity einbezogen werden, sowie die latenten und laufenden Steuern. Nicht betriebsnotwendiges Segmentvermögen besteht nicht. Gruppeninterne Unterleasingverhältnisse werden entsprechend der internen Steuerung nur beim Endnutzer bilanziert. Die Segmentschulden umfassen die Leasingverbindlichkeiten sowie die zur Finanzierung erforderlichen kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen ohne zinstragende Darlehen. Bei den Investitionen handelt es sich um Zugänge von Sachanlagen, Nutzungsrechten sowie langfristigen immateriellen Vermögenswerten. Die Überleitung der Summe der berichtspflichtigen Segmente auf die Gruppendaten stellt sich für die wesentlichen Posten der Segmentberichterstattung wie folgt dar:
4. Erlöse aus Verträgen mit
Kunden
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Nach Leistungsarten
TEUR |
AUTOMOBILE 2021 | AUTOMOBILE 2020 | CONTRACT 2021 | CONTRACT 2020 | Gesamt 2021 | Gesamt 2020 |
| Speditions- und Transportleistungen | 250.794 | 259.942 | 88.048 | 137.728 | 338.842 | 397.670 |
| Umschlagserlöse | 116.314 | 109.983 | 217.666 | 173.356 | 333.980 | 283.339 |
| Sonstige logistische Dienstleistungen und Beratung | 59.967 | 65.574 | 132.341 | 124.543 | 192.308 | 190.117 |
| Miet- und Lagererlöse | 41.337 | 44.720 | 36.610 | 38.852 | 77.947 | 83.572 |
| Materialverkäufe | 11.732 | 10.100 | 15.015 | 25.480 | 26.747 | 35.580 |
| Personal- und Gerätegestellung | 1.340 | 1.122 | 22.105 | 21.065 | 23.445 | 22.187 |
| Containerpacking | 2.912 | 2.629 | 3.340 | 2.325 | 6.252 | 4.954 |
| Schiffserlöse | 4.092 | 2.144 | 0 | 0 | 4.092 | 2.144 |
| Übrige | 29.487 | 25.163 | 27.674 | 29.272 | 57.161 | 54.435 |
| Summe | 517.975 | 521.377 | 542.799 | 552.621 | 1.060.774 | 1.073.998 |
| Konsolidierung | -4.804 | -4.225 | -5.532 | -4.538 | -10.336 | -8.763 |
| Gesamt | 513.171 | 517.152 | 537.267 | 548.083 | 1.050.438 | 1.065.235 |
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Nach Geschäftsfeldern
TEUR |
2021 | 2020 |
| AUTOMOBILE | ||
| Seehafenterminals | 235.527 | 160.088 |
| Inlandterminals | 52.353 | 63.763 |
| XXL Logistics | 0 | 57.010 |
| AutoTransporte | 114.172 | 122.241 |
| AutoRail | 97.421 | 98.786 |
| Süd-/Osteuropa | 13.698 | 15.264 |
| 513.171 | 517.152 | |
| CONTRACT | ||
| Industrielogistik (Europa) | 263.862 | 216.777 |
| Industrielogistik (Übersee) | 23.157 | 21.474 |
| Handelslogistik | 240.028 | 237.245 |
| Spedition | 10.220 | 72.587 |
| 537.267 | 548.083 | |
| Gesamt | 1.050.438 | 1.065.235 |
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
Vertragsvermögenswerte betreffen im Wesentlichen Ansprüche auf den Erhalt von Gegenleistungen von Kunden aus der Erfüllung von Leistungsverpflichtungen, für die am Bilanzstichtag noch keine Rechnungstellung erfolgt ist. In der Bilanz erfolgt der Ausweis unter den Sonstigen Vermögenswerten (→ Erläuterung Nummer 18).
Die Vertragsvermögenswerte werden in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, wenn der Anspruch auf Erhalt der Gegenleistung unbedingt wird. Dies ist der Fall, wenn der Zahlungsanspruch fällig ist oder die Fälligkeit automatisch durch Zeitablauf eintritt.
Erfolgswirksame Wertberichtigungen werden auf Basis der erwarteten Ausfälle nach dem vereinfachten Ansatz vorgenommen. Danach ist die Höhe der Risikovorsorge auf Basis der über die Gesamtlaufzeit erwarteten Ausfälle zu bestimmen. Änderungen des Ausfallrisikos sind nicht nachzuverfolgen. Die Wertberichtigungen werden netto als gesonderte Position in der GuV ausgewiesen. Wir verweisen hierzu auch auf → Erläuterung Nummer 32.
Da die Risikostruktur der Vertragsvermögenswerte im Wesentlichen der Risikostruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht, werden für die Wertberichtigungen dieselben erwarteten Ausfallquoten angesetzt. Die Ermittlung der Ausfallquoten ist in → Erläuterung Nummer 18 dargestellt.
Vertragsverbindlichkeiten resultieren aus Vorauszahlungen von Kunden oder bereits vor (vollständiger) Erfüllung der Leistungsverpflichtungen bestehenden unbedingten Ansprüchen auf Erhalt der Gegenleistung vom Kunden. Umsatzerlöse werden erst dann erfasst, wenn die Leistungen auf den Kunden übertragen worden sind. In der Bilanz erfolgt der Ausweis unter den Sonstigen Verbindlichkeiten (→ Erläuterung Nummer 28).
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Vertragsvermögenswerte | 7.854 | 6.429 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 1.873 | 832 |
Die nachfolgenden Tabellen enthalten Informationen zur Entwicklung der Vertragsvermögenswerte und der Vertragsverbindlichkeiten.
|
Vertragsvermögenswerte
TEUR |
2021 | 2020 |
| Stand 1. Januar (brutto) | 6.449 | 6.531 |
| Umgliederung in die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (unterjährig) | -5.321 | -6.240 |
| Veränderung aus Leistungsfortschritt des Berichtsjahres | 6.759 | 6.158 |
| Stand 31. Dezember (brutto) | 7.887 | 6.449 |
| Wertberichtigungen | -33 | -20 |
| Stand 31. Dezember | 7.854 | 6.429 |
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Vertragsverbindlichkeiten
TEUR |
2021 | 2020 |
| Stand 1. Januar (brutto) | 832 | 1.894 |
| Im Berichtsjahr erfasste Umsatzerlöse: | -676 | -1.881 |
| davon zu Beginn des Berichtsjahres in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten | -676 | -1.881 |
| Erhöhung durch erhaltene Zahlungen (ohne Beträge, die im Berichtsjahr als Umsatzerlöse erfasst wurden) | 1.717 | 819 |
| Stand 31. Dezember | 1.873 | 832 |
Das Ausfallrisiko und die erwarteten Ausfälle bei den Vertragsvermögenswerten stellten sich zum 31. Dezember 2021 und zum 31. Dezember 2020 wie folgt dar:
| TEUR | 31.12.2021 nicht überfällig | 31.12.2020 nicht überfällig |
| Erwartete Ausfallquote (gewichteter Durchschnitt) | 0,42% | 0,31% |
| Nominalbeträge | 7.887 | 6.449 |
| Wertberichtigungen | -33 | -20 |
| Buchwerte | 7.854 | 6.429 |
Die Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Stand am Geschäftsjahresanfang | 20 | 17 |
| Wertberichtigungen des Geschäftsjahres | ||
| Zuführungen | 17 | 7 |
| Auflösungen | -4 | -4 |
| Stand am Geschäftsjahresende | 33 | 20 |
5. Sonstige betriebliche Erträge
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 15.980 | 13.363 |
| Versicherungsentschädigungen und andere Erstattungen | 8.393 | 8.363 |
| Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Sachanlagevermögens | 8.261 | 1.145 |
| Erträge aus der Weiterbelastung von Aufwendungen | 7.755 | 8.689 |
| Periodenfremde Erträge | 3.262 | 2.668 |
| Erbbauzinsen und Mieterträge | 2.005 | 2.031 |
| Erträge aus Recycling | 1.328 | 494 |
| Erträge aus Personalgestellung | 824 | 873 |
| Erträge aus Kursgewinnen | 324 | 356 |
| Neutrale Erträge | 105 | 29 |
| Übrige | 6.962 | 8.179 |
| Gesamt | 55.199 | 46.190 |
Die Erbbauzinsen und Mieterträge entfallen mit TEUR 1.371 (Vorjahr: TEUR 1.425) auf Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen über eigenes Anlagevermögen und mit TEUR 634 (Vorjahr: TEUR 606) auf Erträge aus Unterleasingverhältnissen (siehe → Erläuterung Nummer 14).
6. Materialaufwand
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen | 243.462 | 277.894 |
| Aufwendungen für Fremdpersonal | 101.969 | 102.245 |
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 78.332 | 74.771 |
| Veränderung des Bestands an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen sowie fertigen Erzeugnissen | 1 | -5 |
| Gesamt | 423.763 | 454.905 |
Der Rückgang der Aufwendungen für sonstige bezogene Leistungen in Höhe von TEUR 34.432 resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf des operativen Geschäfts der BLG International Forwarding GmbH & Co. KG, Hamburg, zum 31. März 2021.
7. Personalaufwand
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Löhne und Gehälter | 394.847 | 369.299 |
| Gesetzliche soziale Aufwendungen | 79.305 | 75.567 |
| Aufwendungen für Altersversorgung, Unterstützung und Jubiläen | 5.114 | 10.225 |
| Übrige | 37 | 385 |
| Gesamt | 479.303 | 455.476 |
Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Diese sind als Bestandteil des Zinsergebnisses ausgewiesen.
In den gesetzlichen sozialen Aufwendungen sind TEUR 33.509 (Vorjahr: TEUR 31.158) für Arbeitgeberbeitragszahlungen an gesetzliche Rentenversicherungen enthalten. Davon entfallen auf Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen TEUR 199 (Vorjahr: TEUR 197) und TEUR 19 (Vorjahr: TEUR 19) auf Mitglieder, die die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat vertreten.
Die Zahl der Mitarbeitenden von BLG LOGISTICS belief sich im Jahresdurchschnitt 2021 auf 10.370 (Vorjahr: 9.991) Personen. Davon waren 8.212 (Vorjahr: 7.754) gewerblich und 2.158 (Vorjahr: 2.237) in den kaufmännischen Bereichen tätig. Weitere Informationen sind im → Gruppenlagebericht sowie in der → Segmentberichterstattung enthalten.
8. Abschreibungen und Wertminderungen auf langfristige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Planmäßige Abschreibungen | 80.609 | 89.215 |
| Wertminderungen | 216 | 26.217 |
| Gesamt | 80.825 | 115.432 |
Eine Aufteilung der Abschreibungen und Wertminderungen auf die einzelnen Anlagenklassen kann den → Erläuterungen Nummern 12 und 13 entnommen werden.
Die Wertminderungen betrafen im Vorjahr mit TEUR 10.795 insbesondere den Firmenwert der BLG Sports & Fashion und mit TEUR 8.754 den Firmenwert der CGU Spedition.
In den planmäßigen Abschreibungen sind Abschreibungen auf Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 in Höhe von TEUR 47.693 (Vorjahr: TEUR 54.538) enthalten.
Weitere Angaben können der → Erläuterung Nummer 14 entnommen werden.
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Mieten und Mietnebenkosten | 24.736 | 25.693 |
| Bewachungskosten und sonstige Grundstücksaufwendungen | 21.258 | 19.384 |
| IT-Aufwendungen | 16.207 | 14.227 |
| Aufwendungen aus Schadensfällen | 13.617 | 12.418 |
| Aufwendungen für Versicherungsprämien | 10.652 | 8.537 |
| Rechts-, Beratungs- und Prüfungskosten | 8.988 | 7.224 |
| Sonstige personalbezogene Aufwendungen | 6.770 | 5.852 |
| Vertriebskosten | 5.003 | 5.630 |
| Sonstige neutrale Aufwendungen | 845 | 605 |
| Verwaltungsaufwendungen und Beiträge | 3.282 | 2.617 |
| Sonstige periodenfremde Aufwendungen | 2.891 | 1.838 |
| Post- und Telekommunikationskosten | 2.628 | 2.784 |
| Sonstige Steuern | 2.465 | 3.156 |
| Aufwendungen für Weiterbildung | 2.053 | 2.077 |
| Buchverluste aus Anlagenabgängen | 548 | 1.952 |
| Aufwendungen für Kursverluste | 187 | 544 |
| Übrige | 926 | 15.851 |
| Gesamt | 123.056 | 130.389 |
10. Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen
Gewinnanteile aus Personengesellschaften werden unmittelbar mit Ablauf des Geschäftsjahres realisiert, es sei denn, der Gesellschaftsvertrag knüpft das Entstehen eines Entnahmeanspruchs an einen gesonderten Gesellschafterbeschluss. Dividenden von Kapitalgesellschaften werden dagegen erst nach Vorliegen eines Ergebnisverwendungsbeschlusses erfolgswirksam erfasst.
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden | ||
| Gemeinschaftsunternehmen | 61.714 | -62.775 |
| Assoziierte Unternehmen | 588 | 1.070 |
| Gesamt | 62.302 | -61.705 |
Im Ergebnis aus Gemeinschaftsunternehmen ist das Ergebnis des Geschäftsbereichs CONTAINER mit TEUR 61.879 (Vorjahr: TEUR -60.740) enthalten.
11. Zinsergebnis
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Erträge aus langfristigen Finanzforderungen | 20 | 26 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | ||
| Zinserträge aus Leasingforderungen | 6.627 | 6.330 |
| Zinserträge aus Bankguthaben | 563 | 462 |
| Zinserträge aus Zinsswaps | 3 | 13 |
| Zinserträge aus Amortisation sonstiger Aktiva | 0 | 102 |
| Übrige Zinserträge | 143 | 202 |
| 7.336 | 7.110 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | ||
| Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten | -11.423 | -11.338 |
| Zinsaufwand aus langfristigen Darlehen und sonstigen Finanzverbindlichkeiten | -2.334 | -1.709 |
| Zinsaufwand aus Zinsswaps | -952 | -894 |
| Aufzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten | -898 | -532 |
| Zinsaufwand aus kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -149 | -113 |
| Übrige Zinsaufwendungen | -963 | -1.098 |
| -16.719 | -15.685 | |
| Gesamt | -9.363 | -8.549 |
Zu den Zinserträgen aus Leasingforderungen und dem Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten wird auf → Erläuterung Nummer 14 verwiesen.
Es wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 412 (Vorjahr: TEUR 0) aktiviert. Der zugrunde gelegte Finanzierungskostensatz beträgt 2,15 Prozent.
Vermögenswerte und Leasing
12. Immaterielle Vermögenswerte
Unter den immateriellen Vermögenswerten werden neben erworbenen und selbsterstellten immateriellen Vermögenswerten auch durch Unternehmenserwerbe entstandene Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) bilanziert.
Der Goodwill stellt den Überschuss der Anschaffungskosten von Unternehmenserwerben über den beizulegenden Zeitwert der Anteile der Gruppe am Nettovermögen der erworbenen Unternehmen zum Erwerbszeitpunkt dar. Der bilanzierte Goodwill wird einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen und mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet. Wertaufholungen sind unzulässig. Gewinne und Verluste aus der Veräußerung eines Unternehmens umfassen den Buchwert des Goodwills, der dem abgehenden Unternehmen zugeordnet ist.
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert, selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte, aus denen der Gruppe wahrscheinlich ein künftiger Nutzen zufließt und die verlässlich bewertet werden können, werden mit ihren Herstellungskosten aktiviert und jeweils über die voraussichtliche Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Herstellungskosten umfassen dabei alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten werden aktiviert, soweit sie qualifizierten Vermögenswerten zugerechnet werden können.
Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen ausschließlich linear pro rata temporis und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten "Abschreibungen auf langfristige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen" ausgewiesen. Dabei werden die folgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
| 2021 | 2020 | |
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 5 - 8 Jahre | 5 - 8 Jahre |
| Softwarelizenzen | 2 - 5 Jahre | 2 - 5 Jahre |
| Selbsterstellte Software | 3 - 5 Jahre | 3 - 5 Jahre |
Für qualifizierte Vermögenswerte waren keine Finanzierungskosten zu aktivieren.
|
2021
TEUR |
Firmenwerte | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | Gesamt |
| Anschaffungskosten | ||||
| Stand 1. Januar | 28.429 | 41.447 | 7.357 | 77.233 |
| Zugänge | 0 | 2.692 | 957 | 3.649 |
| Abgänge | -8.754 | -6.121 | 0 | -14.875 |
| Umbuchungen | 0 | 2.117 | -3 | 2.114 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 35 | 0 | 35 |
| Stand 31. Dezember | 19.675 | 40.170 | 8.311 | 68.156 |
| Abschreibungen | ||||
| Stand 1. Januar | 23.345 | 36.304 | 0 | 59.649 |
| Planmäßige Abschreibungen | 0 | 2.666 | 0 | 2.666 |
| Abgänge | -8.754 | -6.000 | 0 | -14.754 |
| Umbuchungen | 0 | -33 | 0 | -33 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 24 | 0 | 24 |
| Stand 31. Dezember | 14.591 | 32.961 | 0 | 47.552 |
| Buchwerte 31. Dezember | 5.084 | 7.209 | 8.311 | 20.604 |
|
2020
TEUR |
Firmenwerte | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | Gesamt |
| Anschaffungskosten | ||||
| Stand 1. Januar | 28.429 | 65.271 | 4.566 | 98.266 |
| Zugänge | 0 | 2.043 | 3.367 | 5.410 |
| Abgänge | 0 | -25.428 | -465 | -25.893 |
| Umbuchungen | 0 | -370 | -111 | -481 |
| Währungsdifferenzen | 0 | -69 | 0 | -69 |
| Stand 31. Dezember | 28.429 | 41.447 | 7.357 | 77.233 |
| Abschreibungen | ||||
| Stand 1. Januar | 3.796 | 60.156 | 0 | 63.952 |
| Planmäßige Abschreibungen | 0 | 2.395 | 0 | 2.395 |
| Wertminderungen | 19.549 | 0 | 0 | 19.549 |
| Abgänge | 0 | -25.409 | 0 | -25.409 |
| Umbuchungen | 0 | -773 | 0 | -773 |
| Währungsdifferenzen | 0 | -65 | 0 | -65 |
| Stand 31. Dezember | 23.345 | 36.304 | 0 | 59.649 |
| Buchwerte 31. Dezember | 5.084 | 5.143 | 7.357 | 17.584 |
In den immateriellen Vermögensgegenständen sind solche enthalten, für die ein Operating-Leasingverhältnis besteht. Diese haben sich wie folgt entwickelt:
|
2021
TEUR |
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
| Anschaffungskosten | |
| Stand 1. Januar | 1.166 |
| Abgänge | -1.166 |
| Stand 31. Dezember | 0 |
| Abschreibungen | |
| Stand 1. Januar | 1.022 |
| Planmäßige Abschreibungen | 113 |
| Abgänge | -1.135 |
| Stand 31. Dezember | 0 |
| Buchwerte 31. Dezember | 0 |
|
2020
TEUR |
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
| Anschaffungskosten | |
| Stand 1. Januar | 1.175 |
| Zugänge | 12 |
| Abgänge | -21 |
| Stand 31. Dezember | 1.166 |
| Abschreibungen | |
| Stand 1. Januar | 866 |
| Planmäßige Abschreibungen | 177 |
| Abgänge | -21 |
| Stand 31. Dezember | 1.022 |
| Buchwerte 31. Dezember | 144 |
Wertminderungen - Impairments
Überblick
Sämtliche nicht finanziellen Vermögenswerte der Gruppe mit Ausnahme von Vorräten und latenten Steueransprüchen werden zum Bilanzstichtag auf Anhaltspunkte untersucht, die auf mögliche Wertminderungen im Sinne von IAS 36 hinweisen. Sofern solche Anhaltspunkte identifiziert werden, wird der voraussichtlich erzielbare Betrag (Recoverable Amount) geschätzt und dem Buchwert gegenübergestellt.
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung (Impairment) vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die immateriellen Vermögenswerte wertgemindert. Falls es nicht möglich ist, den erzielbaren Betrag für einen einzelnen Vermögenswert zu schätzen, werden die Vermögenswerte zu zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Unit) zusammengefasst.
Darüber hinaus werden für Geschäfts- oder Firmenwerte, Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer und noch nicht fertiggestellte immaterielle Vermögenswerte zu jedem Bilanzstichtag unabhängig vom Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung die erzielbaren Beträge geschätzt.
Eine Wertminderung ist nach IAS 36 erfolgswirksam zu berücksichtigen, sofern der Buchwert eines Vermögenswerts oder der zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag übersteigt.
Sofern für eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ein Wertberichtigungsbedarf ermittelt wird, werden zunächst Geschäfts- und Firmenwerte der betreffenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit reduziert. Sofern ein weiterer Wertberichtigungsbedarf verbleibt, wird dieser gleichmäßig auf die Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verteilt.
Die Wertminderungen sind in dem Posten "Abschreibungen auf langfristige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen" erfasst.
Ermittlung des erzielbaren Betrags
Der voraussichtlich erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus Nettoveräußerungspreis abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert (Value in Use). Der Nutzungswert ist der Barwert der künftig aus dem Vermögenswert beziehungsweise der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu erwartenden Zahlungsströme. Die Berechnungen werden in Euro auf Grundlage von Drei-Jahres-Planungen unter Berücksichtigung länderspezifischer Risiken vorgenommen. Die Umrechnung von Fremdwährungen erfolgt über Forward Rates. Als Diskontsatz wird der Kapitalkostensatz der Gruppe von 6,56 Prozent (Vorjahr: 6,37 Prozent) zugrunde gelegt, der länderspezifisch um den Steuersatz angepasst wird. Die Höhe des Kapitalkostensatzes (Weighted Average Cost of Capital) wird bestimmt durch die Fremd- und Eigenkapitalanteile, den risikofreien Basiszins unter Berücksichtigung der Inflation (0,17 Prozent, Vorjahr: -0,23 Prozent), die Marktrisikoprämie (7,0 Prozent, Vorjahr: 7,0 Prozent), das branchenspezifische Risiko, den länderspezifischen Steuersatz und die Fremdkapitalkosten.
Der erzielbare Betrag von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird basierend auf Berechnungen des Nutzungswerts ermittelt. Die untersuchten Geschäfts- oder Firmenwerte und die den Berechnungen zugrunde liegenden Annahmen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
| 2021 | BLG AutoRail GmbH, Bremen | BLG Logistics Automobile St. Petersburg Co. Ltd., St. Petersburg, Russland |
| Geschäftsbereich | AUTOMOBILE | AUTOMOBILE |
| Buchwert Geschäfts- oder Firmenwert (TEUR) | 4.288 | 797 |
| Umsatzwachstum p.a. in % (Planungszeitraum) | 0,0-16,3 | 23,9-44,6 |
| Weitere Parameter für die Unternehmensplanung | Auslastung, Preis pro Fahrzeug, Geschäftsausweitung | Auslastung, Produktivität, Preis pro Fahrzeug |
| Dauer des Planungszeitraums | 3 Jahre | 3 Jahre |
| Umsatzwachstum p.a. in % nach Ende des Planungszeitraums | 0,0 | 0,0 |
| Diskontierungszinssatz in % | 6,6 | 6,7 |
| 2020 | BLG AutoRail GmbH, Bremen | BLG Logistics Automobile St. Petersburg Co. Ltd., St. Petersburg, Russland |
| Geschäftsbereich | AUTOMOBILE | AUTOMOBILE |
| Buchwert Geschäfts- oder Firmenwert (TEUR) | 4.288 | 797 |
| Umsatzwachstum p.a. in % (Planungszeitraum) | 0,0-5,4 | 44,9-51,4 |
| Weitere Parameter für die Unternehmensplanung | Auslastung, Preis pro Fahrzeug, Geschäftsausweitung | Auslastung, Produktivität, Preis pro Fahrzeug |
| Dauer des Planungszeitraums | 4 Jahre | 3 Jahre |
| Umsatzwachstum p.a. in % nach Ende des Planungszeitraums | 0,0 | 0,0 |
| Diskontierungszinssatz in % | 6,4 | 6,4 |
Für die BLG AutoRail GmbH, Bremen, liegt der erzielbare Betrag ausgehend von den in der obigen Tabelle dargestellten Annahmen deutlich über dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Planungen berücksichtigen eine Auslastung der Waggons in Anlehnung an die Erfahrungswerte der Vorjahre sowie die Gewinnung von Spotverkehren als Bestandsverkehre. Auch bei einer erheblichen Reduzierung der Annahmen zum Umsatzwachstum und den weiteren Parametern oder einer Erhöhung des Diskontierungszinssatzes um einen Prozentpunkt ergäbe sich ein über dem Buchwert liegender erzielbarer Betrag. Die den Planungen im Geschäftsbereich AUTOMOBILE zugrunde gelegten Umsatzerwartungen wurden aus Marktprognosen zu Pkw-Neuzulassungen, bisherigen Marktanteilen und Kundenbefragungen abgeleitet.
Der Firmenwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit BLG St. Petersburg wurde in den Vorjahren durch außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von insgesamt TEUR 2.796 auf einen Buchwert von TEUR 797 wertberichtigt. Bei einem Rückgang des EBIT um 50 Prozent würde sich aktuell kein weiterer Abwertungsbedarf ergeben. Auch ein Anstieg des Diskontierungszinssatzes um einen Prozentpunkt würde zu keinem weiteren Abschreibungsbedarf führen. Aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine und der gegenwärtigen Sanktionen ist es möglich, dass wir unser Geschäft an den Standorten in dieser Region temporär oder langfristig einstellen müssen oder den Zugriff verlieren. Es ist daher möglich, dass der aktuell bilanzierte Firmenwert der BLG Logistics Automobile St. Petersburg Co. Ltd., St.Petersburg/Russland, wertberichtigt werden muss.
Im Rahmen der Kaufpreisallokation aus dem Erwerb der Anteile an der BLG Sports & Fashion Logistics GmbH, Hörsel, entstand ein Firmenwert in Höhe von TEUR 11.794. In den Vorjahren wurde eine vollständige Wertberichtigung des Firmenwerts in Höhe von insgesamt TEUR 11.794 vorgenommen. Hiervon entfielen TEUR 10.794 auf das Geschäftsjahr 2020.
Weiterhin wurde im Geschäftsjahr 2020 der Firmenwert der CGU Spedition in Höhe von TEUR 8.754 vollständig wertberichtigt.
Wertaufholungen
Sofern die Gründe für die Wertminderungen entfallen, besteht ein Wertaufholungsgebot. Die Wertaufholung ist begrenzt auf die um die planmäßig fortgeführten Abschreibungen verminderten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die sich ohne die Wertminderungen ergeben hätten.
Sofern die außerplanmäßigen Abschreibungen gleichmäßig auf Vermögenswerte einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit verteilt wurden, wird bei den Zuschreibungen in gleicher Weise verfahren.
Wertaufholungen auf wertberichtigte Firmenwerte sind nicht zulässig.
13. Sachanlagen
Die Bilanzierung von Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen, nutzungsbedingten Abschreibungen. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Anteile der zurechenbaren Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten werden in den Herstellungskosten erfasst, soweit sie auf qualifizierte Vermögenswerte entfallen. Abbruchverpflichtungen werden nach Maßgabe des IAS 16 in Höhe des Barwerts als Anschaffungsnebenkosten berücksichtigt. Zu erwartende Restwerte werden bei der Ermittlung der Abschreibungen berücksichtigt.
Die Neubewertungsmethode wird bei BLG LOGISTICS nicht angewendet.
Sofern die Voraussetzungen nach IAS 16 für die Anwendung des Komponentenansatzes vorliegen, werden die Anlagegüter in ihre Bestandteile zerlegt und diese einzeln aktiviert und über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben.
Vermögensbezogene Zuschüsse der öffentlichen Hand werden passiviert und über die Nutzungsdauer des bezuschussten Vermögenswerts linear aufgelöst. Wir verweisen hierzu auf → Erläuterung Nummer 25.
Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen ausschließlich linear pro rata temporis und werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in dem Posten "Abschreibungen auf langfristige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen" ausgewiesen. Dabei werden die folgenden betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
| 2021 | 2020 | |
| Gebäude Leichtbau | 10 Jahre | 10 Jahre |
| Gebäude Massivbau | 20 - 40 Jahre | 20 - 40 Jahre |
| Freiflächen | 10 - 20 Jahre | 10 - 20 Jahre |
| Übrige Umschlagsgeräte | 4 - 34 Jahre | 4 - 34 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5 - 30 Jahre | 5 - 30 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 4 - 20 Jahre | 4 - 20 Jahre |
| Geringwertige Wirtschaftsgüter | 1 Jahr | 1 Jahr |
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die Sachanlagen wertgemindert (siehe dazu ergänzend → Erläuterung Nummer 12, Abschnitt "Wertminderungen - Impairments").
Die Wertminderungen sind in dem Posten "Abschreibungen auf langfristige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen" erfasst. Im Geschäftsjahr 2021 wurden neben den planmäßigen Abschreibungen keine wesentlichen außerplanmäßigen Wertberichtigungen vorgenommen.
|
2021
TEUR |
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Umschlagsgeräte | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betrieb- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Gesamt |
| Anschaffungskosten | ||||||
| Stand 1. Januar | 708.514 | 170.185 | 174.729 | 87.230 | 7.758 | 1.148.416 |
| Zugänge | 48.783 | 29.132 | 5.500 | 7.156 | 25.684 | 116.255 |
| Abgänge | -92.951 | -16.355 | -71.424 | -13.922 | 0 | -194.652 |
| Umbuchungen | 339 | 11 | 204 | 1.652 | -4.548 | -2.342 |
| Währungsdifferenzen | 949 | 140 | 273 | 597 | 0 | 1.959 |
| Stand 31. Dezember | 665.634 | 183.113 | 109.282 | 82.713 | 28.894 | 1.069.636 |
| Abschreibungen | ||||||
| Stand 1. Januar | 301.693 | 76.539 | 121.189 | 63.065 | 0 | 562.486 |
| Planmäßige Abschreibungen | 38.547 | 24.899 | 6.137 | 8.359 | 0 | 77.942 |
| Wertminderungen | 59 | 0 | 157 | 0 | 0 | 216 |
| Abgänge | -35.146 | -14.875 | -57.043 | -13.162 | 0 | -120.226 |
| Umbuchungen | 5 | -2 | 0 | -160 | 0 | -157 |
| Währungsdifferenzen | 330 | 28 | 140 | 226 | 0 | 724 |
| Stand 31. Dezember | 305.488 | 86.589 | 70.580 | 58.328 | 0 | 520.985 |
| Buchwerte 31. Dezember | 360.146 | 96.524 | 38.702 | 24.385 | 28.894 | 548.651 |
|
2020
TEUR |
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Umschlagsgeräte | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betrieb- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Gesamt |
| Anschaffungskosten | ||||||
| Stand 1. Januar | 678.208 | 147.742 | 167.901 | 84.557 | 13.656 | 1.092.064 |
| Zugänge | 30.945 | 33.298 | 22.733 | 9.271 | 6.102 | 102.349 |
| Abgänge | -1.141 | -10.323 | -21.765 | -6.194 | 0 | -39.423 |
| Umbuchungen | 858 | 154 | 7.130 | 313 | -11.983 | -3.528 |
| Währungsdifferenzen | -356 | -686 | -1.270 | -717 | -17 | -3.046 |
| Stand 31. Dezember | 708.514 | 170.185 | 174.729 | 87.230 | 7.758 | 1.148.416 |
| Abschreibungen | ||||||
| Stand 1. Januar | 255.489 | 56.785 | 120.480 | 60.317 | 0 | 493.071 |
| Planmäßige Abschreibungen | 42.599 | 27.498 | 8.304 | 8.419 | 0 | 86.820 |
| Wertminderungen | 6.106 | 515 | 46 | 0 | 0 | 6.667 |
| Abgänge | -1.017 | -8.122 | -6.563 | -5.031 | 0 | -20.733 |
| Umbuchungen | -1.215 | -40 | -474 | -422 | 0 | -2.151 |
| Währungsdifferenzen | -269 | -97 | -604 | -218 | 0 | -1.188 |
| Stand 31. Dezember | 301.693 | 76.539 | 121.189 | 63.065 | 0 | 562.486 |
| Buchwerte 31. Dezember | 406.821 | 93.646 | 53.540 | 24.165 | 7.758 | 585.930 |
Die Geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau betreffen mit TEUR 28.894 (Vorjahr: TEUR 7.758) ausschließlich im Bau befindliche Anlagen.
Für qualifizierte Vermögenswerte wurden Finanzierungskosten in Höhe von TEUR 412 (Vorjahr: TEUR 0) aktiviert.
Die in den Sachanlagen enthaltenen Nutzungsrechte aus Miet- und Leasingverträgen sind in → Erläuterung Nummer 14 dargestellt.
Es gibt keine sonstigen unter den Sachanlagen ausgewiesenen Vermögenswerte, die zur Besicherung von langfristigen Darlehen sicherungsübereignet sind. Für nach IFRS 16 aktivierte Nutzungsrechte besteht aufgrund des rechtlichen Eigentums des Leasinggebers keine Sicherungsübereignung.
Die in den Sachanlagen enthaltenen Anlagen, für die ein Operating-Leasingverhältnis besteht, haben sich wie folgt entwickelt:
|
2021
TEUR |
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Umschlagsgeräte | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betrieb- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Gesamt |
| Anschaffungskosten | ||||||
| Stand 1. Januar | 72.023 | 1.661 | 75.497 | 8.079 | 57 | 157.317 |
| Zugänge | 6.099 | 0 | 1.802 | 0 | 0 | 7.901 |
| Abgänge | -55.576 | -1.661 | -68.463 | -7.932 | -57 | -133.689 |
| Stand 31. Dezember | 22.546 | 0 | 8.836 | 147 | 0 | 31.529 |
| Abschreibungen | ||||||
| Stand 1. Januar | 30.826 | 1.196 | 54.163 | 7.198 | 0 | 93.383 |
| Planmäßige Abschreibungen | 1.953 | 12 | 3.036 | 83 | 0 | 5.084 |
| Abgänge | -25.097 | -1.208 | -53.727 | -7.140 | 0 | -87.172 |
| Stand 31. Dezember | 7.682 | 0 | 3.472 | 141 | 0 | 11.295 |
| Buchwerte 31. Dezember | 14.864 | 0 | 5.364 | 6 | 0 | 20.234 |
|
2020
TEUR |
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Umschlagsgeräte | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betrieb- und Geschäftsausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Gesamt |
| Anschaffungskosten | ||||||
| Stand 1. Januar | 69.033 | 1.678 | 64.362 | 8.559 | 0 | 143.632 |
| Zugänge | 1.611 | 259 | 11.320 | 100 | 57 | 13.347 |
| Abgänge | 0 | -276 | -185 | -580 | 0 | -1.041 |
| Umbuchungen | 1.379 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.379 |
| Stand 31. Dezember | 72.023 | 1.661 | 75.497 | 8.079 | 57 | 157.317 |
| Abschreibungen | ||||||
| Stand 1. Januar | 28.617 | 1.354 | 50.156 | 7.464 | 0 | 87.591 |
| Planmäßige Abschreibungen | 2.209 | 118 | 4.181 | 307 | 0 | 6.815 |
| Abgänge | 0 | -276 | -174 | -573 | 0 | -1.023 |
| Stand 31. Dezember | 30.826 | 1.196 | 54.163 | 7.198 | 0 | 93.383 |
| Buchwerte 31. Dezember | 41.197 | 465 | 21.334 | 881 | 57 | 63.934 |
14. Leasing
BLG als Leasingnehmer
Leasingverhältnisse
Die Leasingverhältnisse von BLG LOGISTICS umfassen vor allem Flächen, Gebäude und Kaimauern. Sie betreffen insbesondere Erbbaurechte in den Häfen von Bremen und Bremerhaven und haben Restlaufzeiten von bis zu 27 Jahren. Die Gruppe sichert sich damit langfristige Nutzungsrechte an den betriebsnotwendigen Grundstücken. Darüber hinaus bestehen hauptsächlich Leasingverträge über Eisenbahnwaggons, Flurförderzeuge, Fördertechnikanlagen, Lkw, Pkw und Zugmaschinen, deren Laufzeiten im Wesentlichen zwischen drei und zehn Jahren betragen.
Im Bereich der Immobilien enthalten eine Reihe von Verträgen Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen. Bei der Bestimmung der Vertragslaufzeiten werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung oder Nicht-Ausübung von Optionen werden nur dann in die Vertragslaufzeit einbezogen, wenn sie hinreichend sicher sind. Da Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen regelmäßig analog zu entsprechenden Regelungen in Kundenverträgen vereinbart werden, erfolgt eine Überprüfung der Ausübung dieser Optionen parallel zu den Vertragsverhandlungen mit den Kunden. Gleichzeitig stehen möglichen zukünftigen Mittelabflüssen, die bisher nicht in den Leasingverbindlichkeiten enthalten sind, mögliche zukünftige Mittelzuflüsse aus Kundenverträgen in vergleichbarer Höhe gegenüber. Die geänderten Leasingzahlungen sind mit dem Zinssatz im Zeitpunkt der Änderung der Laufzeit abzuzinsen.
Weiterhin ist in erster Linie bei den Erbbaurechtsverträgen alle fünf Jahre eine Anpassung der Erbbauzinsen auf Basis des Verbraucherpreisindex vorgesehen. Der Ansatz der Leasingzahlungen erfolgt mit dem am jeweiligen Bewertungsstichtag gültigen Indexstand. Die letzte Anpassung wurde im Berichtsjahr vorgenommen und stellt die nachgeholte Erhöhung dar, welche zum 1. Januar 2020 vorgesehen war und zur Unterstützung der bremischen Hafen- und Logistikwirtschaft im Zusammenhang mit der Corona-Krise im Jahr 2020 ausgesetzt wurde. Es handelt sich hierbei um indexbasierte variable Zahlungen, deren Berücksichtigung ab dem Zeitpunkt erfolgt, ab dem die Anpassung der Leasingzahlungen wirksam wird, und unter Verwendung eines unveränderten Abzinsungssatzes.
Bei der überwiegenden Zahl der Leasingverträge über Eisenbahnwaggons hat die Gruppe Restwertgarantien vor dem Hintergrund der Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Veräußerungserlöse und der von den Leasinggebern geforderten Beteiligung von BLG LOGISTICS an den Risiken gewährt. Dabei werden nur die Beträge in die Leasingzahlungen einbezogen, die voraussichtlich zu leisten sind. Die Schätzungen basieren auf den erwarteten Restwerten der Waggons zum Ende der Leasinglaufzeit. Sie werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls unter Anwendung eines unveränderten Abzinsungssatzes angepasst. Für Restwertgarantien in Höhe von maximal EUR 11,8 Mio. (Vorjahr: EUR 17,8 Mio.) (undiskontiert) wird erwartet, dass diese nicht zu Zahlungen führen, sodass zum 31. Dezember 2021 keine Beträge für Restwertgarantien in den Leasingverbindlichkeiten enthalten waren. In geringem Umfang bestehen zudem Kaufoptionen für Eisenbahnwaggons zum beizulegenden Zeitwert.
Bilanzierung und Bewertung
Für Leasingverhältnisse bilanziert BLG LOGISTICS als Leasingnehmer Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen. Die Erfassung erfolgt zu dem Zeitpunkt, ab dem der zugrunde liegende Vermögenswert der Gruppe zur Nutzung zur Verfügung steht.
Auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte wird IFRS 16 nicht angewendet. Für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, macht BLG LOGISTICS von dem Wahlrecht Gebrauch und erfasst Zahlungen für diese Verträge linear als Aufwendungen in der GuV. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch andere Komponenten enthalten, wird auf eine Trennung dieser Komponenten verzichtet.
Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich aus dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen sowie bei oder vor Bereitstellung an den Leasinggeber geleisteten Leasingzahlungen abzüglich erhaltener Leasinganreize, anfänglichen direkten Kosten und gegebenenfalls den geschätzten Kosten für den Rückbau der zugrunde liegenden Vermögenswerte zusammensetzen.
In der Folgebewertung werden die aktivierten Nutzungsrechte entsprechend den Regeln für vergleichbare eigene Vermögenswerte über den kürzeren Zeitraum aus Laufzeit des Leasingvertrags und wirtschaftlicher Nutzungsdauer abgeschrieben und bei Bedarf wertgemindert (siehe dazu ergänzend → Erläuterung Nummer 12, Abschnitt "Wertminderungen -Impairments").
Der Ausweis erfolgt unter Berücksichtigung der Anlagenklassen zusammengefasst mit den erworbenen Vermögenswerten.
Die Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen bewertet. Die Abzinsung erfolgt mit dem inhärenten Zinssatz des Leasingvertrags, sofern sich dieser bestimmen lässt. Alternativ erfolgt die Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz.
Die Leasingzahlungen beinhalten feste Leasingzahlungen, abzüglich vom Leasinggeber zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, erwartete Zahlungen aus Restwertgarantien, den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die Ausübung hinreichend sicher ist, und Vertragsstrafen, die bei Inanspruchnahme von Kündigungsoptionen zu leisten sind, sofern deren Ausübung hinreichend sicher ist.
Die Leasingverbindlichkeiten werden nach dem erstmaligen Ansatz zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die Leasingverbindlichkeiten werden dementsprechend unter Zugrundelegung eines Betrags, aus dem sich ein konstanter periodischer Abzinsungssatz für die verbleibenden Verbindlichkeiten ergibt, aufgezinst. Dieser entspricht dem zum Bereitstellungsdatum festgelegten Abzinsungssatz, solange nicht eine Neubeurteilung eine Änderung des Abzinsungssatzes erforderlich macht. Dies ist der Fall, wenn sich Änderungen bei der Einschätzung der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung von Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ergeben oder Änderungen des Umfangs, der Höhe der vertraglichen Zahlungen oder der Laufzeit des Leasingvertrags vereinbart werden. Neubewertungen unter Anwendung eines unveränderten Abzinsungssatzes sind vorzunehmen, wenn Änderungen variabler Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, wirksam werden oder sich die Einschätzung der voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien zu leistenden Zahlungen ändert. Beträge aus einer Neubewertung der Leasingverbindlichkeit werden gleichzeitig als Anpassung des Nutzungsrechts erfasst. Sofern der Wert des Nutzungsrechts am Leasinggegenstand auf null reduziert wird, ist der verbleibende Anpassungsbetrag in der GuV zu erfassen. Geleistete Leasingzahlungen abzüglich der darin enthaltenen Zinsaufwendungen reduzieren den Buchwert der Leasingverbindlichkeiten.
Nutzungsrechte
In der folgenden Tabelle sind die in den Sachanlagen enthaltenen Buchwerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen separat dargestellt.
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 248.161 | 259.855 |
| Umschlagsgeräte | 27.487 | 39.202 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 0 | 153 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.081 | 1.858 |
| Gesamt | 277.729 | 301.068 |
Die Zugänge zu den Nutzungsrechten im Geschäftsjahr 2021 betrugen TEUR 51.360 (Vorjahr: TEUR 37.869).
Die korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten werden unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Wir verweisen hierzu auf → Erläuterung Nummer 24.
Gewinn- und Verlustrechnung
Die folgenden Beträge wurden im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, bei denen BLG LOGISTICS Leasingnehmer ist, in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Abschreibungen | ||
| Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 28.316 | 31.539 |
| Umschlagsgeräte | 17.797 | 20.548 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 123 | 858 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 1.457 | 1.593 |
| 47.693 | 54.538 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | ||
| Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse | 13.460 | 15.405 |
| Aufwand für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte | 1.709 | 887 |
| 15.169 | 16.292 | |
| Zinsaufwand | ||
| Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten | 11.422 | 11.338 |
| 11.422 | 11.338 | |
| Gesamt | 74.284 | 82.168 |
Die gesamten Auszahlungen für Leasing im Geschäftsjahr betrugen TEUR 97.923 (Vorjahr: TEUR 88.183).
Zusätzlich zu den oben angegebenen Beträgen wurden im Vorjahr Anpassungen der Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 121, die sich aus der Stundung von Zahlungen aus Erbbaurechts- und Kajennutzungsverträgen ergeben haben, in entsprechender Höhe in den Zinserträgen erfasst. Im Berichtsjahr ergaben sich keine derartigen Effekte.
BLG als Leasinggeber
Leasingverhältnisse
In der Gruppe bestehen Unterleasingverhältnisse über Flächen, Gebäude, Kaimauermieten und Betriebsvorrichtungen. Die Laufzeiten dieser Unterleasingverhältnisse korrespondieren im Wesentlichen mit denen der Hauptleasingverhältnisse. Darüber hinaus ist BLG LOGISTICS teilweise Leasinggeber im Rahmen von Kundenverträgen.
Die Unterleasingverhältnisse betreffen zu einem großen Teil die im Rahmen von Nutzungsüberlassungsverträgen übertragenen Rechte und Pflichten aus von der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) bestellten Erbbaurechten für betriebsnotwendige Grundstücke der EUROGATE-Gruppe. Weitere Angaben hierzu sind in → Erläuterung Nummer 15 im Abschnitt "Gemeinschaftsunternehmen" enthalten.
Bilanzierung und Bewertung
Als Leasinggeber nimmt BLG LOGISTICS zu Beginn des Leasingverhältnisses eine Klassifizierung vor, ob es sich um ein Operating-Leasingverhältnis oder ein Finanzierungs-Leasingverhältnis handelt.
Wenn das Leasingverhältnis im Wesentlichen die mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen überträgt, liegt ein Finanzierungs-Leasingverhältnis vor. Ist dies nicht der Fall, liegt ein Operating-Leasingverhältnis vor.
Als Unterleasinggeber bilanziert die Gruppe das Hauptleasingverhältnis und das Unterleasingverhältnis getrennt. Sofern der Hauptleasingvertrag ein kurzfristiges Leasingverhältnis ist, für das das Bilanzierungswahlrecht ausgeübt wird, ist der Unterleasingvertrag als Operating-Leasingverhältnis zu klassifizieren. In allen anderen Fällen erfolgt die Klassifizierung des Unterleasingvertrags auf Grundlage des Nutzungsrechts aus dem Hauptleasingvertrag anstelle des zugrunde liegenden Vermögenswerts.
Bei Operating-Leasingverhältnissen werden die vereinnahmten Leasingzahlungen je nach zugrunde liegendem Sachverhalt ertragswirksam in den Umsatzerlösen oder in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
Bei Finanzierungs-Leasingverhältnissen wird der Leasinggegenstand bzw. das Nutzungsrecht aus dem Hauptleasingvertrag ausgebucht und eine Leasingforderung in Höhe der Nettoinvestition in das Leasingverhältnis aktiviert. Zinserträge werden über die Laufzeit der Leasingverhältnisse in der Höhe erfasst, die zu einer konstanten periodischen Verzinsung der verbleibenden Leasingforderungen führt. Die Leasingforderungen werden nach dem erstmaligen Ansatz in Höhe der vereinnahmten Leasingzahlungen abzüglich der darin enthaltenen Zinserträge reduziert. Erfolgswirksame Wertberichtigungen auf Leasingforderungen werden auf Basis der erwarteten Ausfälle nach dem allgemeinen Ansatz vorgenommen. Wir verweisen hierzu auch auf → Erläuterung Nummer 16.
Leasingforderungen
In der nachstehenden Tabelle werden die undiskontierten zukünftigen Leasingzahlungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen nach Fälligkeiten dargestellt und auf die bilanzierten Leasingforderungen übergeleitet.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| bis zu einem Jahr | 23.707 | 23.045 |
| mehr als ein Jahr bis zu 2 Jahren | 22.600 | 14.136 |
| mehr als 2 Jahre bis zu 3 Jahren | 17.602 | 13.598 |
| mehr als 3 Jahre bis zu 4 Jahren | 17.234 | 11.307 |
| mehr als 4 Jahre bis zu 5 Jahren | 15.371 | 10.939 |
| mehr als 5 Jahre | 212.404 | 216.691 |
| Summe der undiskontierten Leasingzahlungen | 308.918 | 289.716 |
| Nicht realisierte Zinserträge | 74.229 | 74.591 |
| Leasingforderungen (Nettoinvestition in das Leasingverhältnis) | 234.689 | 215.125 |
Gewinn- und Verlustrechnung
Die folgenden Beträge wurden im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, bei denen BLG LOGISTICS Leasinggeber ist, in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Umsatzerlöse | ||
| Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen | 1.548 | 11.576 |
| 1.548 | 11.576 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | ||
| Erträge aus Operating-Leasingverhältnissen | 1.371 | 1.425 |
| Erträge aus Unterleasingverhältnissen | 634 | 606 |
| 2.005 | 2.031 | |
| Zinserträge | ||
| Zinserträge aus Leasingforderungen | 6.627 | 6.330 |
| 6.627 | 6.330 | |
| Gesamt | 10.180 | 19.937 |
In der nachstehenden Tabelle werden die undiskontierten zukünftigen Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen nach Fälligkeiten dargestellt.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| bis zu einem Jahr | 4.334 | 7.909 |
| mehr als ein Jahr bis zu 2 Jahren | 2.317 | 2.064 |
| mehr als 2 Jahre bis zu 3 Jahren | 1.091 | 1.509 |
| mehr als 3 Jahre bis zu 4 Jahren | 633 | 1.020 |
| mehr als 4 Jahre bis zu 5 Jahren | 504 | 633 |
| mehr als 5 Jahre | 0 | 504 |
| Summe der undiskontierten Leasingzahlungen | 8.879 | 13.639 |
15. Anteile an Unternehmen, die at Equity bilanziert werden
Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Ausgehend von den Anschaffungskosten zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile, wird der jeweilige Beteiligungsbuchwert um den Gewinn oder Verlust, die Veränderungen des sonstigen Ergebnisses und die übrigen Eigenkapitalveränderungen der Gesellschaften erhöht beziehungsweise vermindert, soweit diese auf die Anteile von BLG LOGISTICS entfallen. Bei anteiligen Verlusten, die den Buchwert einer at Equity einbezogenen Beteiligung übersteigen, erfolgt zusätzlich eine erfolgswirksame Verrechnung mit langfristigen Ausleihungen oder Forderungen, die der Nettoinvestition in die Beteiligung zuzuordnen sind. Darüber hinaus ist nach Anwendung der Equity-Methode zu überprüfen, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung der Nettoinvestition in das Beteiligungsunternehmen (Impairment) vorliegen.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Anteile an Gemeinschaftsunternehmen | 158.509 | 94.840 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 3.840 | 3.822 |
| Gesamt | 162.349 | 98.662 |
Gemeinschaftsunternehmen
Die Veränderung des Buchwerts der Anteile an Gemeinschaftsunternehmen ergibt sich im Wesentlichen aus Erhöhungen durch anteilige Jahresergebnisse (TEUR 61.714, Vorjahr: Minderungen TEUR -62.775), Veränderungen der Sonstigen Rücklagen durch Neubewertung der Pensionen (TEUR 879, Vorjahr: TEUR 565), der Zeitwertbewertung von Finanzinstrumenten (TEUR 145, Vorjahr: TEUR 107), Währungsdifferenzen (TEUR 1.480; Vorjahr: TEUR -2.928) und sonstigen Veränderungen (TEUR -50, Vorjahr: TEUR 2.023) sowie Minderungen durch Ausschüttungen (TEUR -499, Vorjahr: TEUR -536). Im Vorjahr ergaben sich zudem Erhöhungen durch Einlagen von TEUR 3.768. Veränderungen im Konsolidierungskreis ergaben sich im Berichtsjahr wie im Vorjahr nicht.
Im Folgenden werden Informationen über das wesentliche Gemeinschaftsunternehmen dargestellt.
Die EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG, Bremen, ist ein Gemeinschaftsunternehmen der BLG KG und der EUROKAI GmbH & Co. KGaA, Hamburg, das als eigenständige Einheit strukturiert ist. Der Anteil der BLG KG an dem Gemeinschaftsunternehmen mit seinen Beteiligungen beläuft sich auf 50 Prozent (Vorjahr: 50 Prozent) und repräsentiert den Geschäftsbereich CONTAINER. Dabei stehen der Gruppe anstelle von Rechten an den Vermögenswerten und Verpflichtungen aus den Verbindlichkeiten des Gemeinschaftsunternehmens Rechte an dessen Nettovermögen zu.
Der IFRS-Teilkonzernabschluss der EUROGATE-Gruppe wird at Equity konsolidiert. Die EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG einschließlich ihrer Tochtergesellschaften ist dementsprechend in der Aufstellung zum Anteilsbesitz unter dem Posten "Durch Equity-Methode einbezogene Gesellschaften" verzeichnet. Für die EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG ist kein notierter Marktpreis verfügbar.
Die Dienstleistungen des Geschäftsbereichs CONTAINER sind in → Erläuterung Nummer 2 beschrieben.
Die BLG KG hat der EUROGATE-Gruppe für betriebsnotwendige Grundstücke die Rechte und Pflichten aus von der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) bestellten Erbbaurechten im Rahmen von Nutzungsüberlassungsverträgen übertragen.
In den Nutzungsüberlassungsverträgen verpflichtet sich die BLG KG, bei Beendigung der Nutzungsüberlassung durch Zeitablauf oder außerordentliche Kündigung eine Entschädigung an die EUROGATE-Gruppe für die von ihr auf den genutzten Grundstücken errichteten Bauwerke zu zahlen. Die Entschädigung bemisst sich nach dem Verkehrswert der Bauwerke. Außerdem tritt die BLG KG unwiderruflich ihre Ansprüche auf Entschädigung bei Ausübung des Heimfallrechts gemäß Erbbaurechtsvertrag durch die Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) an die EUROGATE-Gruppe ab.
Die EUROGATE-Gruppe erbringt für BLG LOGISTICS technische Dienstleistungen und übernimmt die Abwicklung des Strombezugs. Grundlage ist die zum 1. Januar 2008 erfolgte Übernahme des Elektrizitätsversorgungsnetzes im stadtbremischen Überseehafen in Bremerhaven vom Sondervermögen Hafen.
In der → Segmentberichterstattung und → Erläuterung Nummer 3 wird dieses Gemeinschaftsunternehmen durch den Geschäftsbereich CONTAINER abgebildet.
Die nachfolgende Tabelle fasst die Finanzinformationen des IFRS-Teilkonzernabschlusses der EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG zusammen und leitet diese Informationen auf den in den Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen enthaltenen Buchwert der Beteiligung über.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Langfristige Vermögenswerte | 963.369 | 1.000.980 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 439.019 | 259.042 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | -882.042 | -897.982 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | -212.709 | -182.415 |
| Netto-Vermögenswerte | 307.637 | 179.625 |
| Beteiligungsquote in % | 50,0 | 50,0 |
| Anteilige Netto-Vermögenswerte | 153.819 | 89.813 |
| Auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallendes übriges Eigenkapital | -354 | -378 |
| Gruppenanteil am Nettovermögen (= Equity-Buchwert) | 153.465 | 89.435 |
In den kurzfristigen Vermögenswerten sind Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von TEUR 327.523 (Vorjahr: TEUR 142.719) enthalten.
Von den langfristigen Verbindlichkeiten entfallen TEUR 650.411 (Vorjahr: TEUR 663.712) und von den kurzfristigen TEUR 155.314 (Vorjahr: TEUR 108.272) auf finanzielle Verbindlichkeiten (jeweils ohne Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen). Die finanziellen Verbindlichkeiten resultieren mit TEUR 356.775 (Vorjahr: TEUR 368.358) aus langfristigen und mit TEUR 22.240 (Vorjahr: TEUR 22.438) aus kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten.
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Umsatzerlöse | 611.909 | 527.044 |
| Planmäßige Abschreibungen | -69.937 | -66.738 |
| Zuschreibungen/Wertminderungen | 3.488 | -73.968 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 1.202 | 1.901 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -10.329 | -19.500 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | -15.935 | 13.444 |
| Jahresergebnis | 123.710 | -121.103 |
| Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern | 4.538 | -3.348 |
| Gesamtergebnis | 128.248 | -124.451 |
Auf BLG LOGISTICS entfallen vom Jahresergebnis TEUR 61.879 (Vorjahr: TEUR -60.740) und vom sonstigen Ergebnis nach Ertragsteuern TEUR 2.269 (Vorjahr: TEUR -1.674).
BLG LOGISTICS hat im Berichtsjahr analog zum Vorjahr keine Dividende von der EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG erhalten.
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 149.179 | 85.809 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 12.977 | -18.961 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 22.961 | -53.737 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds | 185.117 | 13.111 |
| Finanzmittelfonds am Anfang des Geschäftsjahres | 142.406 | 129.295 |
| Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres | 327.523 | 142.406 |
| Zusammensetzung des Finanzmittelfonds | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 327.523 | 142.719 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | -313 |
| Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres | 327.523 | 142.406 |
Die übrigen von BLG LOGISTICS gehaltenen Anteile an Gemeinschaftsunternehmen sind einzeln für sich betrachtet unwesentlich. In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte, der Anteil am Jahresergebnis und der Anteil am sonstigen Ergebnis dieser Beteiligungen in zusammengefasster Form dargestellt:
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Buchwert der Anteile an übrigen Gemeinschaftsunternehmen | 5.044 | 5.405 |
| Anteil am Jahresergebnis | -165 | -2.035 |
| Sonstigen Ergebnis | 235 | -582 |
| Anteiliges Gesamtergebnis | 70 | -2.617 |
Das anteilige Jahresergebnis resultiert in voller Höhe aus fortgeführten Aktivitäten.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden negative Anteile in Höhe von TEUR 218 (Vorjahr: TEUR 1.504) und positive Anteile in Höhe von TEUR 125 (Vorjahr: TEUR 0) am Gesamtergebnis von Gemeinschaftsunternehmen nicht im Gruppenergebnis erfasst, da der Equity-Ansatz durch Verluste in Vorjahren bereits auf null fortgeschrieben wurde. Zum Abschlussstichtag betragen die nicht im Gruppenergebnis erfassten kumulierten negativen Anteile am Gesamtergebnis bei Gemeinschaftsunternehmen insgesamt TEUR 3.648 (Vorjahr: TEUR 3.440).
Assoziierte Unternehmen
Die Veränderung des Buchwerts der Anteile an assoziierten Unternehmen ergibt sich im Wesentlichen aus Erhöhungen durch anteilige Jahresergebnisse (TEUR 588, Vorjahr: TEUR 1.069), Veränderungen der Sonstigen Rücklagen durch Neubewertung der Pensionen (TEUR -5, Vorjahr: TEUR -42) sowie Minderungen durch Ausschüttungen (TEUR -584, Vorjahr: TEUR -677) und Währungsumrechnungsdifferenzen (TEUR 19, Vorjahr: TEUR -97). Im Vorjahr ergaben sich zudem sonstige Veränderungen in Höhe von TEUR 13. Veränderungen im Konsolidierungskreis ergaben sich im Berichtsjahr wie im Vorjahr nicht.
Die von BLG LOGISTICS gehaltenen Anteile an assoziierten Unternehmen sind einzeln für sich betrachtet unwesentlich.
In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte, der auf BLG LOGISTICS entfallende Anteil am Jahresergebnis und der Anteil am sonstigen Ergebnis dieser Beteiligungen in zusammengefasster Form dargestellt:
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen | 3.840 | 3.822 |
| Anteil am Jahresergebnis | 588 | 1.069 |
| Sonstigen Ergebnis | 14 | -139 |
| Anteiliges Gesamtergebnis | 602 | 930 |
Das anteilige Jahresergebnis resultiert in voller Höhe aus fortgeführten Aktivitäten.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden negative Anteile in Höhe von TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 12) am Gesamtergebnis von assoziierten Unternehmen nicht im Gruppenergebnis erfasst. Zum Abschlussstichtag betragen die nicht im Gruppenergebnis erfassten kumulierten negativen Anteile am Gesamtergebnis bei assoziierten Unternehmen insgesamt TEUR 215 (Vorjahr: TEUR 203).
16. Finanzforderungen
Für die Bewertung der Leasingforderungen verweisen wir auf → Erläuterung Nummer 14.
Die Finanzforderungen aus Gesellschafterkonten bei at Equity einbezogenen Unternehmen betreffen Gewinnanteile von Personengesellschaften, die als Fremdkapitalinstrumente einzustufen sind. Da es sich bei den Gewinnanteilen nicht um Kapitalrückzahlungen, sondern um Kapitalrenditen handelt, erfolgt die Bilanzierung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.
Die übrigen Finanzforderungen von BLG LOGISTICS umfassen Finanz- und Kapitalforderungen gegen at Equity einbezogene Unternehmen, Gesellschafter und Dritte, bei denen die Zahlungen nur aus Zins- und Tilgungsleistungen bestehen und die gehalten werden, um vertragliche Zahlungsströme zu generieren. Die Bewertung erfolgt daher zu fortgeführten Anschaffungskosten. Zinserträge werden zeitanteilig unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung in der GuV erfasst. Fremdwährungsdifferenzen sowie Gewinne und Verluste bei Ausbuchung werden ebenfalls erfolgswirksam erfasst.
Erfolgswirksame Wertberichtigungen auf Finanzforderungen werden auf Basis der erwarteten Ausfälle nach dem allgemeinen Ansatz vorgenommen. Danach ist für finanzielle Vermögenswerte, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, eine Risikovorsorge in Höhe der Ausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet wird.
Für finanzielle Vermögenswerte, bei denen sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, ist eine Risikovorsorge in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Ausfälle zu erfassen.
Bei der Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, werden qualitative und quantitative Indikatoren berücksichtigt. Hierzu zählen die Erfahrungen der Vergangenheit, die Vereinbarung von Stundungsmaßnahmen sowie Überfälligkeiten vertraglicher Zahlungen von mehr als 30 Tagen. Bei Überfälligkeiten von mehr als 90 Tagen werden finanzielle Vermögenswerte als wertgemindert eingestuft. Wertberichtigungen werden vorgenommen, wenn ein formelles Mahnverfahren eingeleitet ist oder Kenntnis von der Insolvenz eines Kunden erlangt wird.
Finanzielle Vermögenswerte werden grundsätzlich ausgebucht, wenn BLG LOGISTICS die Verfügungsmacht über die zugrunde liegenden Rechte ganz oder teilweise durch Realisierung, Auslauf oder Übertragung an einen Dritten, die für eine Ausbuchung qualifiziert, verliert. Eine Übertragung an einen Dritten qualifiziert für eine Ausbuchung, wenn die vertraglichen Rechte an den Zahlungsströmen aus Vermögenswerten aufgegeben werden, keine Vereinbarungen zur Rückbehaltung einzelner Zahlungsströme existieren, sämtliche Risiken und Chancen an den Dritten übertragen werden und BLG LOGISTICS keine Verfügungsmacht über den Vermögenswert mehr besitzt.
Die Leasingforderungen enthielten im Vorjahr in Höhe von TEUR 5.817 Forderungen für in 2020 aufgrund der Corona-Pandemie gestundete Erbbauzinsen, welche im Berichtsjahr zurückgezahlt wurden.
| TEUR | 2021 kurzfristig | 2021 langfristig | 2020 kurzfristig | 2020 langfristig |
| Leasingforderungen | 17.093 | 217.596 | 17.433 | 197.692 |
| Finanzforderungen aus Gesellschafterkonten bei at Equity einbezogenen Unternehmen | 972 | 0 | 1.003 | 0 |
| Übrige Forderungen an Gesellschafter | 735 | 0 | 2.820 | 0 |
| Ausleihungen an at Equity einbezogene Unternehmen | 500 | 0 | 12 | 0 |
| Sonstige Ausleihungen | 55 | 5 | 126 | 11 |
| Finanzforderungen aus Cash Management Beteiligungen | 0 | 0 | 7.429 | 0 |
| Übrige sonstige Finanzforderungen | 1.777 | 26 | 3.456 | 25 |
| Gesamt | 21.131 | 217.627 | 32.280 | 197.729 |
Die Ausleihungen an at Equity einbezogene Unternehmen sind mit Zinssätzen zwischen 2 und 6 Prozent (Vorjahr: zwischen 3 und 6 Prozent) zu verzinsen.
Aufgrund der festen Verzinsung unterliegen die Ausleihungen einem zinsbedingten Marktpreisrisiko, das unter Berücksichtigung von Höhe und Laufzeit der Forderungen für BLG LOGISTICS nicht wesentlich ist.
Das maximale Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten; Anhaltspunkte für signifikante Konzentrationen des Ausfallrisikos liegen nicht vor.
Das Ausfallrisiko und die erwarteten Ausfälle bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzforderungen stellen sich zum 31. Dezember 2021 und zum 31. Dezember 2020 wie folgt dar:
|
31.12.2021
TEUR |
12 Monate | Restlaufzeit | Summe | |
| nicht wertgemindert | wertgemindert | |||
| Ausleihungen an at Equity einbezogene Unternehmen | 500 | 0 | 2.599 | 3.099 |
| Sonstige Ausleihungen | 60 | 0 | 0 | 60 |
| Übrige Forderungen an Gesellschafter | 735 | 0 | 0 | 735 |
| Finanzforderungen aus Finance Lease | 234.689 | 0 | 0 | 234.689 |
| Übrige sonstige Finanzforderungen | 1.803 | 0 | 0 | 1.803 |
| Nominalbeträge | 237.787 | 0 | 2.599 | 240.386 |
| Wertberichtigungen | 0 | 0 | -2.599 | -2.599 |
| Buchwerte | 237.787 | 0 | 0 | 237.787 |
|
31.12.2020
TEUR |
12 Monate | Restlaufzeit | Summe | |
| nicht wertgemindert | wertgemindert | |||
| Ausleihungen an at Equity einbezogene Unternehmen | 0 | 12 | 4.109 | 4.121 |
| Sonstige Ausleihungen | 137 | 0 | 0 | 137 |
| Übrige Forderungen an Gesellschafter | 2.820 | 0 | 0 | 2.820 |
| Finanzforderungen aus Cash Management Beteiligungen | 7.429 | 0 | 0 | 7.429 |
| Finanzforderungen aus Finance Lease | 215.126 | 0 | 0 | 215.126 |
| Übrige sonstige Finanzforderungen | 3.482 | 0 | 0 | 3.482 |
| Nominalbeträge | 228.994 | 12 | 4.109 | 233.115 |
| Wertberichtigungen | 0 | 0 | -4.109 | -4.109 |
| Buchwerte | 228.994 | 12 | 0 | 229.006 |
Die Wertberichtigungen auf Finanzforderungen haben sich wie folgt entwickelt:
|
2021
TEUR |
12 Monate | Restlaufzeit | Summe | |
| nicht wertgemindert | wertgemindert | |||
| Stand am Geschäftsjahresanfang | 0 | 0 | 4.109 | 4.109 |
| Wertberichtigungen des Geschäftsjahres | ||||
| Zuführungen | 0 | 0 | 70 | 70 |
| Auflösungen | 0 | 0 | -80 | -80 |
| Verbräuche/Ausbuchungen gegen Forderungen | 0 | 0 | -1.500 | -1.500 |
| Stand am Geschäftsjahresende | 0 | 0 | 2.599 | 2.599 |
|
2020
TEUR |
12 Monate | Restlaufzeit | Summe | |
| nicht wertgemindert | wertgemindert | |||
| Stand am Geschäftsjahresanfang | 0 | 0 | 2.711 | 2.711 |
| Wertberichtigungen des Geschäftsjahres | ||||
| Zuführungen | 0 | 0 | 1.410 | 1.410 |
| Auflösungen | 0 | 0 | -12 | -12 |
| Stand am Geschäftsjahresende | 0 | 0 | 4.109 | 4.109 |
17. Vorräte
Der Posten Vorräte umfasst Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Leistungen und Erzeugnisse sowie fertige Erzeugnisse und Handelswaren. Der erstmalige Ansatz erfolgt zu Anschaffungskosten, die auf Basis von Durchschnittspreisen ermittelt werden, oder zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der fertigungsbezogenen Gemeinkosten und werden auf der Grundlage einer normalen Kapazitätsauslastung ermittelt. Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt.
Die Bewertung zum Bilanzstichtag erfolgt zum jeweils niedrigeren Betrag aus Anschaffungs-/Herstellungskosten einerseits und realisierbarem Nettoveräußerungspreis abzüglich noch anfallender Kosten sowie gegebenenfalls noch anfallender Fertigstellungskosten andererseits. Dabei wird grundsätzlich der Nettoveräußerungspreis des Endprodukts zugrunde gelegt.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 17.106 | 15.446 |
| Fertige Erzeugnisse und Handelswaren | 3 | 4 |
| Gesamt | 17.109 | 15.450 |
Die Vorräte sind nicht als Sicherheit für Verbindlichkeiten verpfändet. Auf den Vorratsbestand wurden zum 31. Dezember 2021 Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 229 (Vorjahr: TEUR 185) gebildet. Die als Aufwand ausgewiesenen Vorräte des Berichtsjahres beliefen sich auf TEUR 71.483 (Vorjahr: TEUR 70.075).
18. Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen, Sonstige Vermögenswerte und zur
Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ab dem Erfüllungstag bilanziert und mit dem Ziel gehalten, vertragliche Zahlungsströme zu generieren. Die Bewertung erfolgt daher zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode.
Erfolgswirksame Wertberichtigungen werden auf Basis der erwarteten Ausfälle nach dem vereinfachten Ansatz vorgenommen. Danach ist die Höhe der Risikovorsorge auf Basis der über die Gesamtlaufzeit erwarteten Ausfälle zu bestimmen. Änderungen des Ausfallrisikos sind nicht nachzuverfolgen. Die Wertberichtigungen werden als Nettoergebnis in der GuV ausgewiesen.
Die erwarteten Ausfälle werden bei BLG LOGISTICS auf Basis der historischen Ausfallquoten der letzten fünf Jahre ermittelt. Die Ermittlung erfolgt dabei nach Zeitbändern der Überfälligkeiten, angepasst um Schätzungen des Managements in Bezug auf die zukünftige Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds. Dabei werden insbesondere Einschätzungen zur Bonität der Großkunden sowie die allgemeine Wirtschaftsentwicklung berücksichtigt.
Die Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt bei Realisierung (Erlöschen) oder bei Übertragung der Forderungen an einen Dritten. Darüber hinaus werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgebucht, sofern der Zufluss von Cashflows unwahrscheinlich ist.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinst, innerhalb eines Jahres zu begleichen und dienen nicht als Sicherheiten für Verbindlichkeiten. Das durchschnittliche Zahlungsziel beträgt 61 Tage (Vorjahr: 72 Tage). Das maximale Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten; Anhaltspunkte für signifikante Konzentrationen des Ausfallrisikos liegen nicht vor.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Forderungen gegen Dritte | 175.395 | 209.640 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 17 | 26 |
| Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen | 1.580 | 1.829 |
| Gesamt | 176.992 | 211.495 |
Das Ausfallrisiko und die erwarteten Ausfälle bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen sich zum 31. Dezember 2021 und zum 31. Dezember 2020 wie folgt dar:
|
31.12.2021
TEUR |
Erwartete Ausfallquote (gewichteter Durchschnitt) | Nominalbeträge | Wertberichtigungen | Buchwerte |
| nicht überfällig | 0,4% | 152.035 | -636 | 151.399 |
| weniger als 30 Tage | 0,4% | 16.134 | -72 | 16.062 |
| zwischen 30 und 90 Tagen | 1,2% | 3.592 | -43 | 3.549 |
| zwischen 91 und 180 Tagen | 13,6% | 1.563 | -212 | 1.351 |
| mehr als 180 Tage | 1,7% | 4.710 | -79 | 4.631 |
| Gesamt | 178.034 | -1.042 | 176.992 |
|
31.12.2020
TEUR |
Erwartete Ausfallquote (gewichteter Durchschnitt) | Nominalbeträge | Wertberichtigungen | Buchwerte |
| nicht überfällig | 0,8% | 175.447 | -1.321 | 174.126 |
| weniger als 30 Tage | 0,5% | 23.180 | -106 | 23.074 |
| zwischen 30 und 90 Tagen | 1,6% | 7.076 | -112 | 6.964 |
| zwischen 91 und 180 Tagen | 6,9% | 2.925 | -202 | 2.723 |
| mehr als 180 Tage | 36,3% | 7.233 | -2.625 | 4.608 |
| Gesamt | 215.861 | -4.366 | 211.495 |
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Stand am Geschäftsjahresanfang | 4.366 | 5.036 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | 0 | -114 |
| Wertberichtigungen des Geschäftsjahres | ||
| Zuführungen | 290 | 1.174 |
| Auflösungen | -1.023 | -202 |
| Wechselkursänderungen | 2 | -7 |
| Verbräuche/Ausbuchungen gegen Forderungen | -2.593 | -1.521 |
| Stand am Geschäftsjahresende | 1.042 | 4.366 |
Im Berichtsjahr wurden ferner Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 205 (Vorjahr: TEUR 213) vorgenommen, die im Nettoergebnis aus Wertminderungen ausgewiesen werden.
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte
Unter den Sonstigen Vermögenswerten werden im Wesentlichen Vertragsvermögenswerte ausgewiesen. Sonstige finanzielle Vermögenswerte betreffen Finanzanlagen, derivative Finanzinstrumente (siehe → Erläuterung Nummer 32) und gegebenenfalls kurzfristig gehaltene Wertpapiere. Die Erfassung der Sonstigen finanziellen Vermögenswerte erfolgt jeweils am Erfüllungstag. Kurzfristig gehaltene Wertpapiere werden bei BLG LOGISTICS nur in sehr geringem Umfang gehalten.
Zu den Finanzanlagen zählen die Anteile an verbundenen Unternehmen und die sonstigen Beteiligungen. Es handelt sich hierbei um langfristige Investitionen, die nach IFRS 9 als Eigenkapitalinstrumente unter Ausübung des Wahlrechts erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet werden. Gewinne und Verluste aus der Bewertung der Beteiligungen werden auch nicht bei Abgang der Eigenkapitalinstrumente in die GuV, sondern in die Gewinnrücklagen umgebucht. Dividenden werden erfolgswirksam erfasst, sofern es sich nicht um Kapitalrückzahlungen handelt.
Von einer nach IFRS 9 verpflichtenden Bewertung von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert wird nur dann abgesehen, sofern diese unwesentlich sind und kein aktiver Markt für die Bemessung eines beizulegenden Zeitwerts existiert.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Gruppe für Vertragsvermögenswerte sind in der → Erläuterung Nummer 4 dargestellt.
Die übrigen sonstigen finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerte werden zu Nominalwerten angesetzt. Die sonstigen finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerte sind unverzinst und dienen nicht als Sicherheiten für Verbindlichkeiten.
| TEUR | 31.12.2021 kurzfristig | 31.12.2021 langfristig | 31.12.2020 kurzfristig | 31.12.2020 langfristig |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 0 | 339 | 0 | 342 |
| Sonstige Finanzanlagen | 0 | 141 | 0 | 141 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 810 | 35 | 3.005 | 45 |
| 810 | 515 | 3.005 | 528 | |
| Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Vertragsvermögenswerte (Erläuterung Nr. 4) | 7.854 | 0 | 6.429 | 0 |
| Forderungen Finanzamt und Zoll | 1.883 | 0 | 2.209 | 0 |
| Forderungen Agentur für Arbeit | 1.809 | 0 | 271 | 0 |
| Abgrenzungen | 1.171 | 59 | 946 | 0 |
| Forderungen aus Infektionsschutzgesetz | 1.169 | 0 | 423 | 0 |
| Übrige nicht finanzielle Vermögenswerte | 233 | 0 | 402 | 0 |
| 14.120 | 59 | 10.680 | 0 | |
| Gesamt | 14.930 | 574 | 13.685 | 528 |
Anteile an verbundenen Unternehmen
In den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind im Wesentlichen die nicht konsolidierten Komplementärgesellschaften der vollkonsolidierten operativ tätigen Kommanditgesellschaften enthalten.
Sonstige Beteiligungen
Unter den sonstigen Beteiligungen werden Unternehmen mit ruhender oder nur geringer Geschäftstätigkeit ausgewiesen, bei denen der BLG AG oder der BLG KG mittelbar oder unmittelbar mindestens 20 Prozent der Stimmrechte zustehen und die für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von BLG LOGISTICS nur von untergeordneter Bedeutung sind.
Als zur Veräußerung gehalten eingestufte Vermögenswerte
Mit Vertrag vom 23. Februar 2021 hat die BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG sämtliche Anteile an der BLG Logistics Solutions Italia S.r.l. mit Wirkung zum selbigen Datum veräußert. Hintergrund der Entscheidung war, dass die BLG sich in Europa strategisch stärker auf Deutschland fokussiert. Infolgedessen wurden die Vermögenswerte in Höhe von TEUR 3.403 und Schulden in Höhe von TEUR 3.812 im Abschluss zum 31. Dezember 2020 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert. Die Vermögenswerte und Schulden waren vollständig dem Geschäftsbereich CONTRACT zugeordnet und wurden im Berichtsjahr im Zuge der Entkonsolidierung der BLG Logistics Solutions Italia S.r.l. ausgebucht.
19. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Kontokorrentguthaben | 17.281 | 3.342 |
| Tages- und kurzfristige Termingelder | 15.693 | 9.966 |
| Kasse | 36 | 49 |
| Gesamt | 33.010 | 13.357 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9. Es wurden keine Wertminderungen vorgenommen, da die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente vor allem bei Banken in der Europäischen Union und vorwiegend in Euro bestehen und sich keine wesentliche Auswirkung ergibt. Da in der Vergangenheit keine Forderungsausfälle zu verzeichnen waren und auch keine Anzeichen für zukünftige Forderungsausfälle erkennbar sind, erfolgt der Ansatz zum Nennwert.
Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf der Gruppe zwischen einem Tag und einem Monat betragen. Diese werden mit den jeweils gültigen Zinssätzen für kurzfristige Einlagen verzinst.
Kapitalstruktur
20. Eigenkapital
Die Aufgliederung und Entwicklung des Eigenkapitals in den Geschäftsjahren 2021 und 2020 ist als eigenständiger Bestandteil des Gruppenabschlusses zum 31. Dezember 2021 in der Gruppeneigenkapitalveränderungsrechnung gesondert dargestellt.
a) Einbezogenes Kapital der BLG AG
Das Grundkapital (gezeichnetes Kapital) beträgt wie im Vorjahr EUR 9.984.000,00 und ist eingeteilt in 3.840.000 genehmigte und stimmberechtigte nennwertlose Stückaktien, die auf den Namen lauten. Die Übertragung der Aktien bedarf gemäß § 5 der Satzung der Zustimmung der Gesellschaft. Das Grundkapital ist wie im Vorjahr zum 31. Dezember 2021 voll eingezahlt.
Die Gewinnrücklagen beinhalten die gesetzliche Rücklage nach § 150 Aktiengesetz in Höhe von TEUR 998 (Vorjahr: TEUR 998), die vollständig dotiert ist, sowie andere Gewinnrücklagen von TEUR 10.273 (Vorjahr: TEUR 9.541). Im Geschäftsjahr 2021 erfolgten Einstellungen in die Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 697 (Vorjahr: TEUR 0).
b) Einbezogenes Kapital der BLG KG
Ausgewiesen wird das auf die Kommanditistin der BLG KG entfallende Kapital. Das Kommanditkapital und die Kapitalrücklage wurden fast ausschließlich durch Sacheinlagen erbracht.
Die Kapitalrücklage beinhaltet Verrechnungen aktivischer Unterschiedsbeträge aus der Zeit vor Umstellung des Gruppenabschlusses auf IFRS. Im Berichtsjahr erfolgte durch die Kommanditistin, die Freie Hansestadt Bremen, eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 53.000 (Vorjahr: TEUR 0).
Die Gewinnrücklagen umfassen neben thesaurierten Gewinnen der Vorjahre Dividendenzahlungen und andere Entnahmen, frühere erfolgsneutrale Änderungen des Konsolidierungskreises sowie übrige Veränderungen und Anteile am Gruppenjahresüberschuss. Darüber hinaus enthalten die Gewinnrücklagen die zum 1. Januar 2004 (Übergangszeitpunkt) bestehenden Unterschiede zwischen HGB und IFRS. Es erfolgt kein separater Ausweis des Bilanzergebnisses einbezogener Gesellschaften.
In den Sonstigen Rücklagen werden die erfolgsneutral erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der Bruttopensionsverpflichtungen nach IAS 19 sowie die Differenz zwischen der erwarteten und der tatsächlichen Rendite des Planvermögens ausgewiesen.
Die Rücklage aus der Zeitbewertung von Finanzinstrumenten beinhaltet erfolgsneutral erfasste Nettogewinne oder -verluste aus der Veränderung des Marktwerts des effektiven Teils von Cashflow-Hedges. Die Rücklagen werden in der Regel bei Abwicklung des Grundgeschäfts aufgelöst. Des Weiteren sind die Rücklagen bei Auslauf, Veräußerung, Beendigung oder Ausübung des Sicherungsinstruments, bei Widerruf der Designation der Sicherungsbeziehung oder bei Nichterfüllung der Voraussetzungen für ein Hedging nach IFRS 9 aufzulösen. Darüber hinaus enthält die Rücklage Bewertungsänderungen von Beteiligungen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Weitere Angaben zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen sind in → Erläuterung Nummer 32 im Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Stand 1. Januar | -12.951 | -8.901 |
| Veränderung der Rücklage | 4.863 | -4.050 |
| Stand 31. Dezember | -8.088 | -12.951 |
Zum Bilanzstichtag setzt sich die Rücklage aus den Zeitwerten der als Hedging qualifizierten Zinsswaps von TEUR -8.465 (Vorjahr: TEUR -13.183), den darauf erfolgsneutral abgegrenzten latenten Steuern von TEUR 453 (Vorjahr: TEUR 453) sowie aus den erfolgsneutral erfassten Zeitwerten von Finanzinstrumenten bei assoziierten Unternehmen von TEUR -76 (Vorjahr: TEUR -221) zusammen.
Der Fremdwährungsausgleichsposten beinhaltet Umrechnungseffekte aus der Umrechnung von Jahresabschlüssen einbezogener Gesellschaften in anderen Währungen als Euro.
c) Eigenkapital der nicht beherrschenden Gesellschafter
Unter diesem Posten werden mit TEUR 6.934 (Vorjahr: TEUR 5.532) die Fremdanteile am Eigenkapital an den durch Vollkonsolidierung einbezogenen Tochtergesellschaften ausgewiesen.
Zur Entwicklung der einzelnen Eigenkapitalkomponenten wird auf die separate → Gruppeneigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen.
21. Ergebnis je Aktie der BLG AG
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird nach IAS 33 mittels Division des der BLG AG zuzurechnenden Gruppenjahresüberschusses durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien ermittelt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie liegt für das Geschäftsjahr 2021 bei EUR 0,30 (Vorjahr: EUR 0,29). Dieser Berechnung liegen der auf die BLG AG entfallende Teil des Gruppenjahresüberschusses von TEUR 1.154 (Vorjahr: TEUR 1.117) und die mit 3.840.000 unveränderte Zahl an Stammaktien zugrunde.
Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird die durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien um die Anzahl aller potenziell verwässernden Aktien berichtigt. Im Berichtsjahr ergab sich wie im Vorjahr keine betragsmäßige Abweichung zum unverwässerten Ergebnis.
Das verwässerte Ergebnis je Aktie resultiert wie das unverwässerte Ergebnis je Aktie in voller Höhe aus fortgeführten Aktivitäten.
22. Dividende je Aktie
Die Hauptversammlung der BLG AG hat am 2. Juni 2021 dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt, den zum 31. Dezember 2020 ausgewiesenen Bilanzgewinn (nach HGB) in Höhe von TEUR 1.117 wie folgt zu verwenden:
| ― |
Ausschüttung einer Mindestdividende nach § 254 AktG in Höhe von EUR 0,11 je Aktie. Dies entspricht einer Ausschüttungssumme von TEUR 422 und einer Ausschüttungsquote von 37,8 Prozent. Die Dividende wurde am 7. Juni 2021 an unsere Aktionär:innen ausgezahlt. |
| ― |
TEUR 695 zur Einstellung in andere Gewinnrücklagen. |
Für das Geschäftsjahr 2021 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 1. Juni 2022 vor, den Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 1.152 zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von EUR 0,30 zu verwenden. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 99,8 Prozent.
Die Ansprüche der Anteilseigner auf Dividendenausschüttungen werden in der Periode als Verbindlichkeit erfasst, in der die entsprechende Beschlussfassung erfolgt ist.
23. Langfristige Darlehen
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Bis 1 Jahr | 21.699 | 21.049 |
| 1 bis 5 Jahre | 70.022 | 95.387 |
| Über 5 Jahre | 66.666 | 51.000 |
| Gesamt | 158.387 | 167.436 |
Von den bei Kreditinstituten aufgenommenen Darlehen waren insgesamt TEUR 65.328 (Vorjahr: TEUR 63.529) festverzinslich und TEUR 93.059 (Vorjahr: TEUR 103.907) variabel verzinslich.
Es bestehen Zusicherungen an alle Partnerbanken nach Gleichbehandlung und der Change-of-Control-Klausel.
24. Sonstige Finanzverbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten sind zu passivieren, sobald die BLG-Gruppe Vertragspartei geworden ist. Die Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt mit Ausnahme der Derivate zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Bewertung der Derivate ist in → Erläuterung Nummer 32 beschrieben.
Für die Bewertung der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen verweisen wir auf → Erläuterung Nummer 14.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
Verbindlichkeiten sind nach Abgeltung, Erlass oder Auslauf auszubuchen.
Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 kurzfristig | 31.12.2021 langfristig | 31.12.2020 kurzfristig | 31.12.2020 langfristig |
| Leasingverbindlichkeiten | 56.673 | 470.307 | 70.774 | 465.645 |
| Darlehen BLG Unterstützungskasse GmbH | 25.600 | 25.600 | ||
| Kurzfristiger Anteil langfristiger Darlehen | 21.699 | 21.049 | ||
| Termin- und Tagesgelder | 15.000 | 25.000 | ||
| Derivate mit negativem Marktwert | 8.870 | 13.386 | ||
| Verpflichtungen aus Erlösschmälerungen | 8.623 | 5.993 | ||
| Sonstige Finanzkredite | 7.999 | 55.718 | 5.816 | 44.241 |
| Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten | 6.570 | 52.298 | ||
| Cash Management gegenüber Beteiligungen | 3.949 | 2.501 | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Factoring-Gesellschaft | 2.559 | 0 | ||
| Soziales Zukunftskonzept | 1.028 | 3.454 | 936 | 3.418 |
| Abgegrenzte Schulden | 0 | 143 | ||
| Übrige | 4.005 | 0 | 4.801 | 0 |
| Gesamt | 162.574 | 529.479 | 228.297 | 513.305 |
Die durchschnittlichen Effektivzinssätze zum Bilanzstichtag der Kontokorrentverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 0,8 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent).
Die (undiskontierten) künftigen Zahlungsströme aus Leasingverbindlichkeiten und sonstigen Finanzkrediten sind in → Erläuterung Nummer 32 im Abschnitt "Liquiditätsrisiko" dargestellt.
25. Abgegrenzte Zuwendungen der öffentlichen Hand
| TEUR | 31.12.2021 langfristig | 31.12.2020 langfristig |
| Geschäftsbereich AUTOMOBILE | 2.734 | 2.671 |
| Geschäftsbereich CONTRACT | 92 | 79 |
| Gesamt | 2.826 | 2.750 |
| TEUR | 31.12.2021 kurzfristig | 31.12.2020 kurzfristig |
| Geschäftsbereich AUTOMOBILE | 70 | 70 |
| Geschäftsbereich CONTRACT | 11 | 11 |
| Gesamt | 81 | 81 |
Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand werden bilanziell berücksichtigt, sofern eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Die Zuschüsse werden nach der Bruttomethode unter den Verbindlichkeiten gesondert ausgewiesen. Die Auflösung erfolgt zeitanteilig nach Maßgabe der Abschreibungen der bezuschussten Vermögenswerte.
Bei den in den obigen Tabellen dargestellten Sachverhalten handelt es sich um Abgrenzungen für vermögenswertbezogene Zuwendungen. In den Zuwendungen des Geschäftsbereichs AUTOMOBILE sind TEUR 1.256 (Vorjahr: TEUR 1.308) für Zuwendungen des Eisenbahn-Bundesamtes für Ersatzerneuerungen in die Schieneninfrastruktur enthalten. Die Abgrenzungsposten werden analog zu den Abschreibungen der bezuschussten Vermögenswerte aufgelöst. Für das Jahr 2021 sind insgesamt Erträge aus der Auflösung der Abgrenzungsposten von TEUR 81 (Vorjahr: TEUR 98) vereinnahmt worden.
Darüber hinaus wurden unterjährig weitere Erträge in Höhe von TEUR 2.544 (Vorjahr: TEUR 3.778) erfasst, die in voller Höhe erfolgswirksame Zuwendungen betreffen. Hiervon entfallen TEUR 1.506 (Vorjahr: TEUR 2.898) auf die Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen durch die Bundesagentur für Arbeit im Zusammenhang mit dem Einsatz von Kurzarbeit. Der Ausweis erfolgt brutto unter den sonstigen betrieblichen Erträgen.
26. Langfristige Rückstellungen
Pensionsverpflichtungen sind Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Sinne von IAS 19. Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) für leistungsorientierte Altersversorgungspläne. Bei diesem Verfahren werden bei der Bewertung neben den am Bilanzstichtag bestehenden Pensionsverpflichtungen auch die künftige Entgeltentwicklung, zu erwartende Rentenerhöhungen sowie die voraussichtliche Fluktuation berücksichtigt. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden vollständig in der Periode, in der sie entstanden sind, im sonstigen Ergebnis erfasst. Die sogenannte Nettozinskomponente, die den Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Bruttopensionsverpflichtungen abzüglich der erwarteten Erträge aus dem Planvermögen enthält, wird im Finanzergebnis gezeigt. Die Verzinsung des Planvermögens erfolgt mit dem angewandten Diskontierungszinssatz, der der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zugrunde liegt. Bei den in der Bilanz dargestellten Verpflichtungen handelt es sich um Nettoverpflichtungen nach Verrechnung mit dem Planvermögen.
Bei Jubiläumsrückstellungen handelt es sich um andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer im Sinne von IAS 19. Die Bewertung erfolgt ebenfalls nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Der in den Jubiläumsaufwendungen enthaltene Zinsanteil wird im Finanzergebnis gezeigt.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Personalbezogene Rückstellungen | ||
| Direktzusagen | 5.718 | 11.986 |
| Hafenrente | 18.963 | 19.663 |
| Soziales Zukunftskonzept | 35.481 | 33.257 |
| Jubiläumsrückstellungen | 10.485 | 9.997 |
| 70.648 | 74.903 | |
| Sonstige Rückstellungen | ||
| Übrige sonstige langfristige Rückstellungen | 42 | 11 |
| 42 | 11 | |
| Gesamt | 70.690 | 74.914 |
Rückstellungen für Pensionen
Bei sämtlichen Plänen von BLG LOGISTICS handelt es sich um leistungsorientierte Pläne im Sinne von IAS 19. Mindestdotierungsverpflichtungen bestehen nicht.
Rechtsgrundlagen für die Gewährung von Versorgungsleistungen sind zum einen Einzelzusagen der Gruppengesellschaften. Zum anderen ergeben sich Verpflichtungen zur Zahlung einer Invaliden- und einer Altersrente aus dem Rahmentarifvertrag für die Hafenmitarbeitenden der deutschen Seehafenbetriebe einschließlich der Sonderbestimmungen für die Häfen im Land Bremen vom 12. Mai 1992. Zum 1. Januar 1998 wurden die bis zu diesem Zeitpunkt bei der BLG AG bestehenden Versorgungsverpflichtungen von der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) übernommen.
Des Weiteren bestehen Versorgungsverpflichtungen nach Maßgabe der Richtlinien der Siemens-Altersfürsorge für Mitarbeitende, die zum 1. Oktober 2001 von der SRI Radio Systems GmbH sowie zum 1. Mai 2003 von der Siemens AG auf die Gesellschaft BLG Logistics Solutions GmbH & Co. KG übergegangen sind.
Für Mitarbeitende, die zum 1. April 2015 von der Schenker AG sowie zum 1. Januar 2016 von der Kühne+Nagel (AG & Co.) KG auf die Gesellschaft BLG Industrielogistik GmbH & Co. KG übergegangen sind, bestehen Versorgungsverpflichtungen nach Maßgabe der Betriebsvereinbarung der Schenker AG "Vorsorgeplan 2000" vom 28. Februar 2003 sowie der Gesamtbetriebsvereinbarung "Versorgungsbaustein Mitarbeiterbeteiligung" der Schenker AG vom 9. Juni 2011.
Durch einen Betriebsübergang wurden zum 1. Oktober 2018 durch die BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG Verpflichtungen in Form von gleichlautenden Einzelzusagen von der Puma AG übernommen.
Darüber hinaus bestehen Verpflichtungen zur Gewährung und Zahlung von Alters-, Invaliden- und Hinterbliebenenbezügen aufgrund einer Konzernbetriebsvereinbarung zur Sozialen Zukunftssicherung vom 15. März 2005 (Soziales Zukunftskonzept). Wesentliche Teile dieses Vorsorgeplans werden durch jährlich neu zu vereinbarende Entgeltverzichte der am Vorsorgeplan teilnehmenden Mitarbeitenden aufgebracht, während sich die Teile aus dem Bonusplan jährlich aus einer nach Ende des Geschäftsjahres festgestellten Mitarbeitendengewinnbeteiligung ergeben.
Für Teile der Einzelzusagen sowie für die Verpflichtungen im Rahmen des Sozialen Zukunftskonzepts besteht Planvermögen in Form von qualifizierten Versicherungsverträgen im Sinne von IAS 19. Das Planvermögen wird extern von Versicherungsunternehmen verwaltet und beinhaltet insbesondere Rückdeckungsversicherungen sowie Depots für ausstehende Beiträge zur Rückdeckungsversicherung, in welchen ausstehende Beiträge zur Rückdeckungsversicherung als Einmalbetrag in einem Depot angelegt werden. Die ratierlich anfallenden Beitragszahlungen an den Rückdeckungsversicherer werden aus einem entsprechenden Verkauf der Fondsanteile finanziert. Die Fondsanteile werden, wie bereits die Rückdeckungsversicherung, an die Begünstigten verpfändet. Als beizulegende Zeitwerte werden die von den Versicherungen ermittelten Aktivwerte angesetzt.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Rückdeckungsversicherungen | 69.492 | 65.113 |
| Depot für ausstehende Beiträge zur Rückdeckungsversicherung | 4.552 | 0 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | 74.044 | 65.113 |
Die Rückstellungen werden unter Berücksichtigung der jeweils zugrunde liegenden vertraglichen Vereinbarung von qualifizierten Versicherungsmathematikern nach der Projected-Unit-Credit-Methode gemäß IAS 19 berechnet.
Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Plänen ist die Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen Risiken aus einer Veränderung der demografischen Annahmen handelt es sich hierbei insbesondere um das Zinsänderungsrisiko und das Kapitalmarkt- beziehungsweise Anlagerisiko. Risikokonzentrationen bestehen nicht.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | 135.218 | 131.023 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -74.044 | -65.113 |
| Unterdeckung (Nettoschuld) | 61.174 | 65.910 |
Barwert der Pensionsverpflichtungen
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Stand zu Beginn des Berichtsjahres | 131.023 | 124.107 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 2.847 | 8.631 |
| Aufwand aus Entgeltumwandlung | 2.774 | 2.579 |
| Zinsaufwand | 1.534 | 1.390 |
| Neubewertungen | ||
| Erfahrungsbedingte Anpassungen | -277 | -512 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Änderungen der finanziellen Annahmen | 645 | -684 |
| Inanspruchnahmen (gezahlte Versorgungsleistungen) | -3.229 | -3.777 |
| Auflösungen | -94 | -486 |
| Übertragungen | -5 | 17 |
| Umgliederungen | 0 | -242 |
| Stand am Ende des Berichtsjahres | 135.218 | 131.023 |
Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) der leistungsorientierten Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | |
| Direktzusagen | 18 Jahre | 19 Jahre |
| Hafenrente | 15 Jahre | 16 Jahre |
| Soziales Zukunftskonzept | 11 Jahre | 12 Jahre |
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens
Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens hat sich wie folgt entwickelt:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Stand zu Beginn des Berichtsjahres | 65.113 | 61.197 |
| Zinserträge | 721 | 1.204 |
| Aufwendungen/Erträge aus dem Planvermögen (ohne Zinserträge) | 657 | 326 |
| Zuführungen der in den Plan einbezogenen Mitarbeitenden (z. B. Entgeltumwandlungen) | 2.486 | 2.496 |
| Beiträge des Arbeitgebers | 7.130 | 2.787 |
| Inanspruchnahmen (gezahlte Versorgungsleistungen) | -2.097 | -2.351 |
| Auflösungen | -62 | -472 |
| Übertragungen | 96 | -74 |
| Stand am Ende des Berichtsjahres | 74.044 | 65.113 |
Nettopensionsaufwand
Der im Gewinn oder Verlust der Periode erfasste Teil der Nettopensionsaufwendungen setzt sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 2.847 | 8.631 |
| Zinsaufwendungen | 813 | 186 |
| Gesamt | 3.660 | 8.817 |
Der Dienstzeitaufwand wird in der Gruppengewinn- und -verlustrechnung als Personalaufwand, die Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen als Zinsaufwand ausgewiesen. Die erwarteten Erträge aus Planvermögen mindern den Zinsaufwand.
Der zum 31. Dezember 2021 zu verzeichnende tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen beläuft sich auf TEUR 1.378 (Vorjahr: TEUR 1.530).
Versicherungsmathematische Parameter
Die versicherungsmathematische Bewertung der wesentlichen leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen erfolgte auf Basis der folgenden Parameter (Angabe in Form von gewichteten Durchschnittsfaktoren):
|
31.12.2021
in Prozent |
Direktzusagen | Hafenrente | Soziales Zukunftskonzept |
| Diskontsatz | 1,3 | 1,2 | 1,0 |
| Gehaltssteigerungsrate | 1,6 | 0,0 | 0,0 |
| Rentensteigerungsrate | 1,6 | 0,0 | 0,0 |
|
31.12.2020
in Prozent |
Direktzusagen | Hafenrente | Soziales Zukunftskonzept |
| Diskontsatz | 1,2 | 1,2 | 1,2 |
| Gehaltssteigerungsrate | 1,6 | 0,0 | 0,0 |
| Rentensteigerungsrate | 1,7 | 1,0 | 0,0 |
Die der Berechnung des Barwerts der wesentlichen leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen zugrunde liegende Sterberate basiert wie im Vorjahr auf den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck.
Sensitivitätsanalysen
Der Barwert der Pensionsverpflichtung hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf versicherungsmathematischen Annahmen beruhen. Die bei der Ermittlung der Nettoaufwendungen (beziehungsweise -erträge) für Pensionen verwendeten Annahmen schließen den Diskontsatz mit ein. Jede Änderung dieser Annahmen wird Auswirkungen auf den Buchwert der Pensionsverpflichtung haben.
BLG LOGISTICS ermittelt den angemessenen Diskontsatz zum Ende eines jeden Jahres. Dies ist der Zinssatz, der bei der Ermittlung des Barwerts der erwarteten zukünftigen Zahlungsmittelabflüsse zur Begleichung der Verpflichtung verwendet wird. Bei der Ermittlung des Abzinsungssatzes legt die Gruppe den Zinssatz von Industrieanleihen höchster Bonität zugrunde, die auf die Währung lauten, in der auch die Leistungen bezahlt werden, und deren Laufzeiten denen der Pensionsverpflichtung entsprechen.
Ein Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen in Höhe der erwarteten zukünftigen Entwicklung hätte im Vergleich zu den tatsächlich angewendeten Parametern auf den Barwert der Pensionsverpflichtungen folgende Auswirkungen:
| TEUR | 31.12.2021 höher | 31.12.2020 höher |
| Diskontsatz (50 Basispunkte) | -8.135 | -8.219 |
| Gehaltssteigerungsrate (50 Basispunkte) | 186 | 334 |
| Rentensteigerungsrate (50 Basispunkte) | 2.132 | 3.032 |
| TEUR | 31.12.2021 niedriger | 31.12.2020 niedriger |
| Diskontsatz (50 Basispunkte) | 9.010 | 9.133 |
| Gehaltssteigerungsrate (50 Basispunkte) | -179 | -318 |
| Rentensteigerungsrate (50 Basispunkte) | -1.947 | -1.437 |
Den Sensitivitätsberechnungen liegt die durchschnittliche Laufzeit der zum 31. Dezember 2021 ermittelten Versorgungsverpflichtungen zugrunde. Die Berechnungen wurden für die als wesentlich eingestuften versicherungsmathematischen Parameter isoliert vorgenommen, um die möglichen Auswirkungen auf den berechneten Barwert der Pensionsverpflichtungen separat aufzuzeigen. Da den Sensitivitätsanalysen die durchschnittliche Duration der erwarteten Versorgungsverpflichtungen zugrunde liegt und folglich die erwarteten Auszahlungszeitpunkte unberücksichtigt bleiben, führen sie nur zu näherungsweisen Informationen beziehungsweise Tendenzaussagen.
Finanzierung der Pensionsverpflichtungen
Die Finanzierung der für den Vorstand und leitende Mitarbeitende abgeschlossenen Pensionsverträge sowie die Vereinbarungen für das Soziale Zukunftskonzept sind grundsätzlich über Rückdeckungsversicherungen sowie Depots für ausstehende Beiträge zur Rückdeckungsversicherung abgesichert, die zugunsten der Versorgungsberechtigten verpfändet sind. Die Pensionsverträge sind ausschließlich arbeitgeberfinanziert; das Soziale Zukunftskonzept wird durch Eigenbeiträge der Arbeitnehmer und durch erfolgsabhängige Bonuszahlungen des Arbeitgebers finanziert. Eine Verpflichtung zur Teilnahme am Sozialen Zukunftskonzept besteht nicht. Die Hafenrente enthält kein Planvermögen.
Für das folgende Geschäftsjahr erwartet die Gesellschaft Zahlungen an die leistungsorientierten Pläne in Höhe von TEUR 2.043 (Vorjahr: TEUR 2.249).
Jubiläumsrückstellungen
| TEUR | Langfristig | Kurzfristig |
| Stand 01.01.2021 | 9.996 | 383 |
| Inanspruchnahme | 0 | -298 |
| Auflösung | -110 | 0 |
| Zuführung | 599 | 382 |
| Übertragung | 0 | 0 |
| Stand 31.12.2021 | 10.485 | 467 |
Die Rückstellungen für Jubiläen berücksichtigen die den Mitarbeitenden der Gruppe vertraglich zugesicherten Ansprüche auf den Erhalt von Jubiläumszuwendungen. Der Bilanzierung liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde, in denen mit einem Diskontsatz von 1,0 Prozent (Vorjahr: 1,2 Prozent) gerechnet wurde. In der Zuführung des Berichtsjahres von TEUR 599 (Vorjahr: TEUR 568) ist die Aufzinsung mit TEUR 117 (Vorjahr: TEUR 84) enthalten.
Sonstige langfristige Rückstellungen
Übrige langfristige Rückstellungen bestehen in Höhe von TEUR 42 (Vorjahr: TEUR 11).
Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit einem fristenadäquaten Kapitalmarktzins abgezinst.
27. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Dritten | 62.848 | 49.813 |
| Verpflichtungen aus ausstehenden Rechnungen | 21.305 | 22.078 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen | 3.255 | 13.024 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 289 | 226 |
| Gesamt | 87.697 | 85.141 |
28. Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten
| TEUR | 31.12.2021 kurzfristig | 31.12.2021 langfristig | 31.12.2020 kurzfristig | 31.12.2020 langfristig |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| Verbindlichkeiten für variable Vergütungen | 7.226 | 1.765 | 3.899 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden aus Lohn und Gehalt | 5.794 | 0 | 5.793 | 0 |
| Sonstige Leistungen an Arbeitnehmer | 506 | 0 | 534 | 0 |
| 13.526 | 1.765 | 10.226 | 0 | |
| Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | ||||
| Verpflichtungen aus ausstehendem Urlaub | 14.743 | 0 | 13.246 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer | 11.412 | 0 | 8.941 | 0 |
| Kurzfristiger Anteil langfristiger Pensionsverpflichtungen | 1.478 | 0 | 1.386 | 0 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 1.227 | 646 | 657 | 175 |
| Vorauszahlungen | 661 | 0 | 779 | 0 |
| Altersteilzeitverpflichtungen | 598 | 157 | 855 | 242 |
| Verauslagte Zölle | 324 | 0 | 5.162 | 0 |
| Übrige nicht finanzielle Verbindlichkeiten | 271 | 0 | 1.668 | 0 |
| 30.714 | 803 | 32.694 | 417 | |
| Gesamt | 44.240 | 2.568 | 42.920 | 417 |
Verbindlichkeiten aus Altersteilzeitvereinbarungen als Verpflichtungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Termination Benefits) werden nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren bewertet.
Die Passivierung erfolgt auf der Grundlage tarif- und einzelvertraglicher Vereinbarungen. Dem Ausweis, der die Leistungsrückstände aus laufenden Altersteilzeitverhältnissen und die Aufstockungsbeträge enthält, liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Gruppe für Vertragsverbindlichkeiten sind in → Erläuterung Nummer 4 dargestellt.
29. Kurzfristige Rückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Vermögensabflüsse erwarten lässt und zuverlässig ermittelbar ist. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit dem nach bestmöglicher Schätzung ermittelten Betrag angesetzt werden. Der Rückstellungsbetrag umfasst dabei auch die erwarteten Kostensteigerungen.
| TEUR | Stand 01.01.2021 | Inanspruchnahme | Auflösung | Umgliederung | Zuführung | Stand 31.12.2021 |
| Versicherungsumlagen | 2.044 | -1.985 | -112 | 47 | 2.940 | 2.934 |
| Belastende Verträge | 8.828 | -6.628 | -1.974 | 0 | 951 | 1.177 |
| Gewährleistungsrisiken | 3.147 | 0 | -410 | 0 | 0 | 2.737 |
| Übrige sonstige Rückstellungen | 15.670 | -2.361 | -5.105 | -100 | 8.233 | 16.337 |
| Gesamt | 29.689 | -10.974 | -7.601 | -53 | 12.124 | 23.185 |
Die Versicherungsumlagen resultieren insbesondere aus Verpflichtungen gegenüber dem Haftpflichtschadenausgleich der Deutschen Großstädte.
Die Rückstellungen für belastende Verträge entfallen mit TEUR 1.177 vollständig auf den Geschäftsbereich CONTRACT. Die Rückstellungen betreffen Kundenverträge, bei denen die geschätzten Kosten durch die vereinbarten Erlöse voraussichtlich nicht gedeckt werden. Die Höhe der Risiken aus belastenden Verträgen kann infolge einer geänderten Sachlage im Zeitverlauf ansteigen. Ein solches Risiko ist nach der derzeitigen Einschätzung als gering anzusehen.
Für Gewährleistungsrisiken aus möglichen Einstandspflichten und Kulanzverpflichtungen wurden Rückstellungen in Höhe von TEUR 2.737 aus den Vorjahren beibehalten. Bei der Bemessung dieser Rückstellungen sind insgesamt weite Ermessensspielräume vorhanden, da keine vergleichbaren Sachverhalte oder andere Erfahrungswerte vorliegen.
In den übrigen sonstigen Rückstellungen sind sonstige betriebliche Steuern in Höhe von TEUR 410 (Vorjahr: TEUR 753) und Archivierungskosten in Höhe von TEUR 1.448 (Vorjahr: TEUR 1.348) enthalten. Des Weiteren beinhalten die übrigen sonstigen Rückstellungen Reklamationen von Kunden in Höhe von TEUR 1.590 (Vorjahr: TEUR 738) sowie Drittverpflichtungen an Miethallen/-flächen für Instandhaltungen in Höhe von TEUR 1.209 (Vorjahr: TEUR 1.246).
30. Eventualverbindlichkeiten
Im Folgenden werden die bei BLG LOGISTICS zugunsten von at Equity einbezogenen Unternehmen bestehenden Haftungsverhältnisse dargestellt.
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Gesamtanteil an den Eventualverbindlichkeiten | ||
| von Gemeinschaftsunternehmen | 348 | 328 |
| von assoziierten Unternehmen | 29 | 29 |
| Gesamt | 377 | 357 |
Die Eventualverbindlichkeiten sind zu Nominalbeträgen bewertet. Höchstbetragsbürgschaften werden mit ihrem Maximalbetrag angesetzt. Nach den Verhältnissen am Bilanzstichtag beläuft sich der tatsächliche Bestand der Eventualverbindlichkeiten auf Basis der zugrunde liegenden Verbindlichkeiten auf insgesamt TEUR 49 (Vorjahr: TEUR 47). Die Eventualverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen die Besicherung von Kreditlinien.
Unter Berücksichtigung der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse kann gegenwärtig davon ausgegangen werden, dass alle den Eventualverbindlichkeiten zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Das Risiko einer Inanspruchnahme ist als gering anzusehen.
31. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Bestellobligo | 57.521 | 53.120 |
| Übrige finanzielle Verpflichtungen | 1.650 | 1.170 |
| Gesamt | 59.171 | 54.290 |
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind zu Nominalwerten bewertet. Das Bestellobligo resultiert aus eingegangenen Verträgen zum Erwerb von Sachanlagevermögen sowie von Vorräten.Finanzinstrumente
32. Finanzinstrumente
Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte und
Finanzverbindlichkeiten
Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte basiert auf dem Geschäftsmodell des Unternehmens zur Steuerung und den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme der zu beurteilenden Vermögenswerte.
Eine Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten zu fortgeführten Anschaffungskosten ist nur zulässig, wenn ein finanzieller Vermögenswert im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten wird, dessen Ziel die Generierung vertraglicher Zahlungsströme aus dem Vermögenswert ist, und die vertraglichen Vereinbarungen feste Termine für die Leistung der Zahlungen vorsehen. Zudem dürfen diese Zahlungen grundsätzlich nur aus Zins- und Tilgungsleistungen bestehen.
Liegen diese Kriterien nicht kumulativ vor, erfolgt zwingend eine Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert. Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht ein unwiderrufliches Wahlrecht, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. In diesem Fall sind alle Wertänderungen, mit Ausnahme der Dividenden, erfolgsneutral im Eigenkapital ohne die Möglichkeit einer Umgliederung in die GuV zu erfassen.
Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente nach Klassen, Bilanzposten und Bewertungskategorien des IFRS 9
In den auf den folgenden Seiten dargestellten Tabellen werden die Finanzinstrumente nach den vorstehenden Kriterien einschließlich der Angabe ihrer Stufe in der Fair-Value-Hierarchie zusammengestellt. Die Bewertungskategorien sind in den → Erläuterungen Nummern 16 und 18 sowie im Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente" beschrieben.
Die Einordnung in die Stufen der Fair-Value-Hierarchie erfolgt basierend auf den verwendeten Bewertungsverfahren und ist in → Erläuterung Nummer 1 im Abschnitt "Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte" beschrieben.
Buchwerte Finanzinstrumente unterteilt nach Bilanzposten, Klassen und Kategorien
| Buchwerte | Zeitwerte | |||||
| TEUR 31.12.2021 Aktiva | Anschaffungskosten | Fair Value erfolgswirksam | Fair Value sonstiges Ergebnis | Fair Value Hedging | Summe Buchwert | Fair Value Stufe |
| Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| langfristig | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen | 0 | 0 | 480 | 0 | 480 | 3 |
| kurzfristig | ||||||
| Kurzfristige Finanzforderungen | 0 | 972 | 0 | 0 | 972 | 3 |
| 0 | 972 | 480 | 0 | 1.452 | ||
| Finanzielle Vermögenswerte, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| langfristig | ||||||
| Leasingforderungen | 217.596 | 0 | 0 | 0 | 217.596 | |
| Übrige langfristige Finanzforderungen | 31 | 0 | 0 | 0 | 31 | 3 |
| Übrige sonstige langfristige Vermögenswerte | 35 | 0 | 0 | 0 | 35 | 2 |
| kurzfristig | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 176.992 | 0 | 0 | 0 | 176.992 | |
| Leasingforderungen | 17.093 | 0 | 0 | 0 | 17.093 | |
| Kurzfristige Finanzforderungen | 3.067 | 0 | 0 | 0 | 3.067 | |
| Übrige sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 810 | 0 | 0 | 0 | 810 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 33.010 | 0 | 0 | 0 | 33.010 | |
| 448.634 | 0 | 0 | 0 | 448.634 | ||
| Zeitwerte | |
| TEUR 31.12.2021 Aktiva | Beizulegender Zeitwert |
| Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | |
| langfristig | |
| Anteile an verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen | k.A. |
| kurzfristig | |
| Kurzfristige Finanzforderungen | k.A. |
| Finanzielle Vermögenswerte, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | |
| langfristig | |
| Leasingforderungen | k.A. |
| Übrige langfristige Finanzforderungen | k.A. |
| Übrige sonstige langfristige Vermögenswerte | k.A. |
| kurzfristig | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | k.A. |
| Leasingforderungen | k.A. |
| Kurzfristige Finanzforderungen | k.A. |
| Übrige sonstige kurzfristige Vermögenswerte | k.A. |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | k.A. |
| Buchwerte | Zeitwerte | |||||
| TEUR 31.12.2021 Passiva | Anschaffungskosten | Fair Value erfolgswirksam | Fair Value sonstiges Ergebnis | Fair Value Hedging | Summe Buchwert | Fair Value Stufe |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| kurzfristig | ||||||
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 0 | 0 | 0 | 8.870 | 8.870 | 2 |
| 0 | 0 | 0 | 8.870 | 8.870 | ||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| langfristig | ||||||
| Langfristige Darlehen | 136.688 | 0 | 0 | 0 | 136.688 | 3 |
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | 470.307 | 0 | 0 | 0 | 470.307 | |
| Sonstige Finanzkredite | 55.718 | 0 | 0 | 0 | 55.718 | 3 |
| Übrige langfristige Finanzverbindlichkeiten | 3.454 | 0 | 0 | 0 | 3.454 | 2 |
| Übrige sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 1.765 | 0 | 0 | 0 | 1.765 | 2 |
| kurzfristig | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 87.697 | 0 | 0 | 0 | 87.697 | |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 43.268 | 0 | 0 | 0 | 43.268 | 3 |
| Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | 56.673 | 0 | 0 | 0 | 56.673 | |
| Sonstige Finanzkredite | 7.999 | 0 | 0 | 0 | 7.999 | 3 |
| Übrige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 45.764 | 0 | 0 | 0 | 45.764 | |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 13.526 | 0 | 0 | 0 | 13.526 | |
| 922.859 | 0 | 0 | 0 | 922.859 | ||
| Zeitwerte | |
| TEUR 31.12.2021 Passiva | Beizulegender Zeitwert |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | |
| kurzfristig | |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 8.870 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | |
| langfristig | |
| Langfristige Darlehen | 136.831 |
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | k.A. |
| Sonstige Finanzkredite | 55.256 |
| Übrige langfristige Finanzverbindlichkeiten | k.A. |
| Übrige sonstige langfristige Verbindlichkeiten | k.A. |
| kurzfristig | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | k.A. |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 43.314 |
| Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | k.A. |
| Sonstige Finanzkredite | 7.820 |
| Übrige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | k.A. |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | k.A. |
| Buchwerte | Zeitwerte | |||||
| TEUR 31.12.2020 Aktiva | Anschaffungskosten | Fair Value erfolgswirksam | Fair Value sonstiges Ergebnis | Fair Value Hedging | Summe Buchwert | Fair Value Stufe |
| Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| langfristig | ||||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen | 0 | 0 | 483 | 0 | 483 | 3 |
| kurzfristig | ||||||
| Kurzfristige Finanzforderungen | 0 | 1.003 | 0 | 0 | 1.003 | 3 |
| 0 | 1.003 | 483 | 0 | 1.486 | ||
| Finanzielle Vermögenswerte, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| langfristig | ||||||
| Leasingforderungen | 197.692 | 0 | 0 | 0 | 197.692 | |
| Übrige langfristige Finanzforderungen | 36 | 0 | 0 | 0 | 36 | 3 |
| Übrige sonstige langfristige Vermögenswerte | 45 | 0 | 0 | 0 | 45 | 2 |
| kurzfristig | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 211.495 | 0 | 0 | 0 | 211.495 | |
| Leasingforderungen | 17.433 | 0 | 0 | 0 | 17.433 | |
| Kurzfristige Finanzforderungen | 13.844 | 0 | 0 | 0 | 13.844 | |
| Übrige sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 3.005 | 0 | 0 | 0 | 3.005 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 13.357 | 0 | 0 | 0 | 13.357 | |
| 456.907 | 0 | 0 | 0 | 456.907 | ||
| Zeitwerte | |
| TEUR 31.12.2020 Aktiva | Beizulegender Zeitwert |
| Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | |
| langfristig | |
| Anteile an verbundenen Unternehmen und sonstigen Beteiligungen | k.A. |
| kurzfristig | |
| Kurzfristige Finanzforderungen | k.A. |
| Finanzielle Vermögenswerte, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | |
| langfristig | |
| Leasingforderungen | k.A. |
| Übrige langfristige Finanzforderungen | k.A. |
| Übrige sonstige langfristige Vermögenswerte | k.A. |
| kurzfristig | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | k.A. |
| Leasingforderungen | k.A. |
| Kurzfristige Finanzforderungen | k.A. |
| Übrige sonstige kurzfristige Vermögenswerte | k.A. |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | k.A. |
| Buchwerte | Zeitwerte | |||||
| TEUR 31.12.2020 Passiva | Anschaffungskosten | Fair Value erfolgswirksam | Fair Value sonstiges Ergebnis | Fair Value Hedging | Summe Buchwert | Fair Value Stufe |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| kurzfristig | ||||||
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 0 | 0 | 0 | 13.386 | 13.386 | 2 |
| 0 | 0 | 0 | 13.386 | 13.386 | ||
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| langfristig | ||||||
| Langfristige Darlehen | 146.387 | 0 | 0 | 0 | 146.387 | 3 |
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | 465.645 | 0 | 0 | 0 | 465.645 | |
| Übrige langfristige Finanzverbindlichkeiten | 47.660 | 0 | 0 | 0 | 47.660 | 2 |
| Übrige sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 2 |
| kurzfristig | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 85.141 | 0 | 0 | 0 | 85.141 | |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 98.347 | 0 | 0 | 0 | 98.347 | 3 |
| Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | 70.774 | 0 | 0 | 0 | 70.774 | |
| Übrige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 45.790 | 0 | 0 | 0 | 45.790 | |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 10.226 | 0 | 0 | 0 | 10.226 | |
| 969.970 | 0 | 0 | 0 | 969.970 | ||
| Zeitwerte | |
| TEUR 31.12.2020 Passiva | Beizulegender Zeitwert |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | |
| kurzfristig | |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 13.386 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | |
| langfristig | |
| Langfristige Darlehen | 145.737 |
| Langfristige Leasingverbindlichkeiten | k.A. |
| Übrige langfristige Finanzverbindlichkeiten | k.A. |
| Übrige sonstige langfristige Verbindlichkeiten | k.A. |
| kurzfristig | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | k.A. |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 98.103 |
| Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten | k.A. |
| Übrige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | k.A. |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | k.A. |
Unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten werden Eigenkapitalinstrumente in Höhe von TEUR 480 (Vorjahr: TEUR 483) ausgewiesen, bei denen BLG LOGISTICS das Wahlrecht in Anspruch genommen hat, die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Es handelt sich hierbei um unwesentliche Anteile an Kapitalgesellschaften, für die weder ein aktiver Markt vorliegt noch der Marktwert anhand von Bewertungsverfahren zuverlässig ermittelt werden kann. Die Anschaffungskosten stellen daher die beste Schätzung für den beizulegenden Zeitwert dar.
Im Berichtsjahr wurde die BLG International Forwarding Beteiligungs-GmbH, Hamburg, auf die BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen, verschmolzen. Darüber hinaus wurden keine Anteile an diesen Kapitalgesellschaften ausgebucht oder veräußert. Es ist auch nicht geplant, Teile der angesetzten Beteiligungen in naher Zukunft auszubuchen oder zu veräußern.
Die kurzfristigen Finanzforderungen betreffen Gewinnanteile von Personengesellschaften, die als Fremdkapitalinstrumente einzustufen sind. Da es sich bei den Gewinnanteilen nicht um Kapitalrückzahlungen, sondern um Kapitalrenditen handelt, erfolgt die Bilanzierung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.
Mit Ausnahme der langfristigen Darlehen von Kreditinstituten und sonstigen Finanzkredite bestehen keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Buchwerten und beizulegenden Zeitwerten der Finanzinstrumente. Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristigen Finanzforderungen, übrigen sonstigen kurzfristigen finanziellen Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entsprechen aufgrund der Kurzfristigkeit im Wesentlichen den beizulegenden Zeitwerten. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sowie kurzfristige Finanzforderungen aus Gesellschafterkonten wurden bereits zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sodass hier keine Abweichung zum Buchwert besteht. Bei den langfristigen Finanzforderungen entspricht aufgrund der Wesentlichkeit der Buchwert annähernd dem beizulegenden Zeitwert. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten und sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert aufgrund der Kurzfristigkeit im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert. Bei den übrigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten entspricht der Buchwert annähernd dem beizulegenden Zeitwert aufgrund der regelmäßigen Anpassung des Zinssatzes.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3 wurden die folgenden wesentlichen Methoden und Annahmen zugrunde gelegt:
Die Marktwerte werden nach der Discounted-Cashflow-Methode auf Basis der erwarteten künftigen Zahlungsströme und aktuellen Zinssätze für vergleichbare Finanzierungsvereinbarungen ermittelt, die entweder direkt oder indirekt am Markt beobachtbar sind.
Als Marktzinssatz wird die Zinskurve von risikofreien deutschen Staatsanleihen zuzüglich eines unternehmensindividuellen, laufzeitadäquaten Risikozuschlags verwendet. Bei Ratenzahlungsvereinbarungen wird der Risikozuschlag entsprechend der durchschnittlichen Laufzeit berücksichtigt.
Die Zeitwerte der Stufe 2 für derivative Finanzinstrumente basieren auf externen Zeitwertermittlungen. Für die Ermittlung der variablen Cashflows werden die Forwardsätze der verwendeten Referenzzinssätze der Sicherungsinstrumente herangezogen. Der Bonitätsaufschlag ist nicht Bestandteil der Sicherungsbeziehung.
Bei den zum Zeitwert bewerteten Finanzforderungen in Level 3 handelt es sich um die Erfassung von Gewinnanteilen von Personengesellschaften (siehe → Erläuterung Nummer 16), sodass eine gesonderte Bewertungsmethode hier keine Anwendung findet, da sich die Erfassung aus den jeweiligen Abschlüssen und Beteiligungsquoten an den Personengesellschaften ableitet. Ausgehend von den Finanzforderungen am 31. Dezember 2020 in Höhe von TEUR 1.003 erfolgte eine Zahlung der Gewinnbeteiligung von TEUR 31. Der Forderungsbestand am 31. Dezember 2021 von TEUR 972 betrifft im Wesentlichen anteilige Gewinne an Personengesellschaften.
Verschiebungen zwischen den verschiedenen Stufen der Fair-Value-Hierarchie werden am Ende der Berichtsperiode erfasst, in der sie aufgetreten sind. Im Berichtsjahr sind keine Verschiebungen erfolgt.
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
Auf die einzelnen Bewertungskategorien der Finanzinstrumente entfallen folgende Nettoergebnisse:
| Folgebewertung | |||||
|
2021
TEUR |
aus Zinsen | aus Dividenden | aus Abgang | Fair Value | Nettoergebnis |
| Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | 7.353 | 0 | -205 | 0 | 7.148 |
| Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | 0 | 82 | 0 | 0 | 82 |
| Sicherungsinstrumente (Hedging) | -949 | 0 | 0 | 3 | -946 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten | -14.833 | 0 | 0 | 0 | -14.833 |
| Gesamt | -8.429 | 82 | -205 | 3 | -8.549 |
| Folgebewertung | |||||
|
2020
TEUR |
aus Zinsen | aus Dividenden | aus Abgang | Fair Value | Nettoergebnis |
| Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten | 7.123 | 0 | -213 | 0 | 6.910 |
| Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | 0 | 92 | 0 | 0 | 92 |
| Sicherungsinstrumente (Hedging) | -881 | 0 | 0 | -6 | -887 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten | -14.416 | 0 | 0 | 0 | -14.416 |
| Gesamt | -8.174 | 92 | -213 | -6 | -8.301 |
Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements
Die wesentlichen zur Finanzierung der Gruppe verwendeten Finanzinstrumente umfassen langfristige Darlehen, kurzfristige Kreditaufnahmen, Leasingverbindlichkeiten, sonstige Finanzkredite, Factoring sowie Zahlungsmittel einschließlich kurzfristiger Einlagen bei Kreditinstituten. Im Mittelpunkt steht die Finanzierung der Geschäftstätigkeit der BLG LOGISTICS. BLG LOGISTICS verfügt über verschiedene weitere Finanzinstrumente, wie zum Beispiel Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die unmittelbar im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit entstehen.
Das Finanzrisikomanagement wird durch den Bereich Treasury verantwortet, dessen Aufgaben und Ziele in einer durch den Vorstand verabschiedeten Richtlinie dargestellt sind. Zentrale Aufgabe neben dem Liquiditätsmanagement und dem Abschluss von Finanzierungen ist die Minimierung der finanziellen Risiken auf Gruppenebene. Hierzu zählen die Erstellung und Analyse von Finanzierungs- und Sicherungsstrategien sowie der Abschluss von Sicherungsinstrumenten.
Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken der Gruppe bestehen aus Ausfallrisiken, Fremdwährungsrisiken, Liquiditätsrisiken und Zinsänderungsrisiken. Der Vorstand verabschiedet Richtlinien zum Risikomanagement für jedes dieser Risiken, die im Folgenden dargestellt werden, und überprüft deren Einhaltung. Auf Gruppenebene wird zudem das bestehende Marktpreisrisiko für alle Finanzinstrumente beobachtet.
Sofern derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden und die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting gemäß IFRS 9 vorliegen, erfolgt die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Ziel ist die Reduzierung von Ansatz- oder Bewertungsinkongruenzen, die sich beispielsweise daraus ergeben, dass Gewinne oder Verluste aus einem Sicherungsinstrument nicht an der gleichen Stelle im Abschluss wie die Gewinne oder Verluste aus dem abgesicherten Risiko erfasst werden. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Gruppe für Derivate sowie weitere Angaben zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden im Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.
Ausfallrisiko
Das Ausfallrisiko der Gruppe resultiert hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Leasingforderungen. Die in der Gruppenbilanz ausgewiesenen Beträge verstehen sich abzüglich Wertberichtigungen für die erwarteten Ausfälle. Durch die laufende Überwachung der Forderungsbestände auf Managementebene ist BLG LOGISTICS zurzeit keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt. Angaben zum Ausfallrisiko und den erwarteten Ausfällen bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Leasingforderungen sind in den → Erläuterungen Nummern 16 und 18 enthalten.
Das Ausfallrisiko bei liquiden Mitteln und derivativen Finanzinstrumenten ist begrenzt, da diese derzeit ausschließlich bei Banken gehalten werden, denen internationale Ratingagenturen eine hohe Bonität bescheinigt haben, die über einen Haftungsverbund eine hohe Sicherheit ausweisen und/oder bei denen über langfristig aufgenommene Darlehen Aufrechnungsmöglichkeiten bestehen.
Das maximale Ausfallrisiko der Gruppe wird zum einen durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte (einschließlich derivativer Finanzinstrumente mit positivem Marktwert) wiedergegeben. Zum Abschlussstichtag liegen keine wesentlichen, das Ausfallrisiko mindernden Vereinbarungen oder Besicherungen vor. Zum anderen ist die Gruppe auch durch die Übernahme finanzieller Garantien einem Ausfallrisiko ausgesetzt; zum Bilanzstichtag beläuft sich dieses auf maximal TEUR 49 (Vorjahr: TEUR 47).
In der Gruppe bestehen keine wesentlichen Ausfallrisikokonzentrationen.
Wertminderungen auf Finanzinstrumente
Die Wertminderungsvorschriften finden bei BLG LOGISTICS auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte, Leasingforderungen und Vertragsvermögenswerte Anwendung. Der Ausweis erfolgt innerhalb des Nettoergebnisses aus Wertminderungen. Darüber hinaus sind in dieser Position auch die Wertminderungen auf erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente enthalten. Die Wertminderung ergibt sich in diesen Fällen als Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem beizulegenden Zeitwert des betreffenden Eigenkapitalinstruments.
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Finanzinstrumente zu Anschaffungskosten | ||
| Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte | ||
| Zuführung zur Wertberichtigung | -307 | -1.181 |
| Auflösung in Vorjahren gebildeter Wertberichtigungen | 1.027 | 206 |
| Ausbuchungen aufgrund von Uneinbringlichkeit | -205 | -213 |
| 515 | -1.188 | |
| Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert | ||
| Wertminderungen auf erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente | ||
| 0 | 0 | |
| Gesamt | 515 | -1.188 |
Fremdwährungsrisiko
Mit geringfügigen Ausnahmen operieren die Gruppengesellschaften in der Eurozone und fakturieren ausschließlich in Euro. Insofern kann lediglich in Einzelfällen, zum Beispiel durch ausländische Dividendeneinkünfte oder Einkauf von Lieferungen und Leistungen im Ausland, ein Währungsrisiko entstehen. Zur Absicherung gegen das Fremdwährungsrisiko aus einem im Rahmen der Gruppenfinanzierung ausgereichten variablen USD-Darlehen wurde ein Zinssatz- und Währungsswap abgeschlossen. Weitere Informationen hierzu sind im Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.
Zum 31. Dezember 2021 und zum 31. Dezember 2020 bestanden in der Gruppe keine nennenswerten Währungsrisiken.
Kapitalrisikomanagement
Wesentliches Ziel von BLG LOGISTICS im Hinblick auf das Kapitalmanagement ist die Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Erträge und den weiteren Stakeholdern die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen. Ein weiteres Ziel ist eine optimierte Liquiditätssicherheit und die Aufrechterhaltung einer optimalen Kapitalstruktur, um die Kapitalkosten im Allgemeinen und das Refinanzierungsrisiko im Speziellen langfristig zu reduzieren.
BLG LOGISTICS überwacht ihr Kapital auf Basis der Eigenkapitalquote und weiterer Kennzahlen. Es bestehen Zusicherungen an alle Partnerbanken nach Gleichbehandlung und der Change-of-Control-Klausel.
Die Strategie bestand im Jahr 2021 weiterhin darin, sich den Zugang zu Fremdmitteln zu vertretbaren Kosten zu sichern.
Liquiditätsrisiko
Liquiditätsrisiken können sich aus Zahlungsengpässen und daraus resultierenden höheren Finanzierungskosten ergeben. Die Liquidität der Gruppe wird durch das zentrale Cash Management auf Ebene der BLG KG sichergestellt. In das Cash Management sind alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen. Durch ebenfalls zentrale Investitionskontrollen und ein zentrales Kreditmanagement wird die rechtzeitige Bereitstellung von Finanzierungsmitteln (Darlehen/Leasing/Miete) zur Erfüllung sämtlicher Zahlungsverpflichtungen sichergestellt.
Der Liquiditätsbedarf der Gruppe ist durch liquide Mittel und zugesagte Kreditlinien gedeckt. Zum 31. Dezember 2021 verfügte die Gruppe über ungenutzte Kontokorrent-Kreditlinien von rund EUR 86 Mio. (Vorjahr: rund EUR 53 Mio.).
Parallel dazu setzt die BLG-Gruppe seit dem Berichtsjahr auch den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen einer Factoringvereinbarung als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein. Die Verpflichtungen des Factors zum Ankauf bestehender und zukünftiger Forderungen sind auf einen Gesamthöchstbetrag von EUR 75 Mio. begrenzt. BLG LOGISTICS kann frei entscheiden, in welchem Umfang das revolvierende Nominalvolumen ausgenutzt wird. Die für den Abgang maßgeblichen Risiken betreffen das Ausfallrisiko und das Risiko der verspäteten Zahlung (Spätzahlungsrisiko). Das Ausfallrisiko wird gegen Zahlung eines Factoringentgelts vollständig auf den Factor übertragen. Ein wesentliches Spätzahlungsrisiko besteht nicht. Die Forderungen wurden daher vollständig ausgebucht. Die Cashflows aus dem Factoring wurden entsprechend über die Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erfasst. Aus dem anhaltenden Engagement hat die BLG-Gruppe Aufwendungen (Factoringentgelt, Zinsen) in Höhe von TEUR 40 erfasst. Das Nominalvolumen der zum 31. Dezember 2021 verkauften Forderungen betrug EUR 19,4 Mio.
Weiterhin besteht für BLG LOGISTICS die Möglichkeit zur Teilnahme am Cash-Pooling der Freien Hansestadt Bremen in Höhe von bis zu EUR 50 Mio. sowie zur Aufnahme eines langfristigen Darlehens in Höhe von EUR 50 Mio. über eine Landesbürgschaft über die Bremer Aufbau-Bank zusammen mit einer Partnerbank.
Im Zusammenhang mit der weltweiten Corona-Pandemie wurden im Vorjahr die Zahlungen der Erbbauzinsen für die Quartale 2 bis 4 gestundet. Gleichzeitig wurden die Zahlungen für an EUROGATE weitergereichte Erbbaurechte in derselben Periode gestundet. Die Rückzahlung der gestundeten Beträge erfolgte im Berichtsjahr. Hieraus ergab sich in 2021 im Saldo ein negativer Effekt auf die Liquiditätslage in Höhe von EUR 7 Mio.
| Cashflows | ||||||
|
31.12.2021
TEUR |
2022 | 2023 | 2024 - 2026 | 2027 - 2031 | 2032 ff. | |
| Nicht-Derivate | ||||||
| Langfristige Darlehen Kreditinstitute | Zins fix | 1.086 | 861 | 1.377 | 566 | 0 |
| Zins variabel | 704 | 634 | 1.445 | 1.427 | 0 | |
| Tilgung | 21.699 | 19.699 | 50.323 | 66.666 | 0 | |
| Leasingverbindlichkeiten | Zins fix | 10.652 | 9.724 | 25.141 | 33.397 | 52.123 |
| Zins variabel | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Tilgung | 56.519 | 48.279 | 94.923 | 77.072 | 247.771 | |
| Sonstige Finanzkredite | Zins fix | 837 | 727 | 1.540 | 687 | 0 |
| Zins variabel | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Tilgung | 7.999 | 8.448 | 24.158 | 23.112 | 0 | |
| Summe | 99.496 | 88.372 | 198.907 | 202.927 | 299.894 | |
| Derivate | ||||||
| Zinsswaps/Zinssatz- und Währungsswaps | Einzahlungen | -821 | -822 | -2.211 | -2.167 | -580 |
| Auszahlungen | 1.835 | 1.828 | 5.960 | 6.667 | 1.325 | |
| Summe | 1.014 | 1.006 | 3.749 | 4.500 | 745 | |
| Cashflows | ||
|
31.12.2021
TEUR |
Gesamt | Buchwerte (Derivate saldiert) |
| Nicht-Derivate | ||
| Langfristige Darlehen Kreditinstitute | 3.890 | |
| 4.210 | ||
| 158.387 | 158.387 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 131.037 | |
| 0 | ||
| 524.564 | 526.979 | |
| Sonstige Finanzkredite | 3.791 | |
| 0 | ||
| 63.717 | 63.717 | |
| Summe | 889.596 | 749.083 |
| Derivate | ||
| Zinsswaps/Zinssatz- und Währungsswaps | -6.601 | |
| 17.615 | -8.870 | |
| Summe | 11.014 | -8.870 |
In den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der langfristigen originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente (Zinsswaps) zusammengestellt.
| Cashflows | ||||||
|
31.12.2020
TEUR |
2021 | 2022 | 2023 - 2025 | 2026 - 2030 | 2031 ff. | |
| Nicht-Derivate | ||||||
| Langfristige Darlehen Kreditinstitute | Zins fix | 1.023 | 838 | 1.348 | 510 | 0 |
| Zins variabel | 828 | 648 | 1.243 | 904 | 0 | |
| Tilgung | 21.049 | 35.365 | 60.022 | 51.000 | 0 | |
| Leasingverbindlichkeiten | Zins fix | 14.691 | 9.319 | 24.805 | 33.756 | 55.881 |
| Zins variabel | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Tilgung | 66.225 | 45.479 | 82.683 | 87.399 | 247.873 | |
| Sonstige Finanzkredite | Zins fix | 631 | 557 | 1.215 | 641 | 0 |
| Zins variabel | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | |
| Tilgung | 5.808 | 5.882 | 17.554 | 20.802 | 0 | |
| Summe | 110.255 | 98.088 | 188.870 | 195.012 | 303.754 | |
| Derivate | ||||||
| Zinsswaps/Zinssatz- und Währungsswaps | Einzahlungen | -816 | -812 | -2.029 | -100 | -296 |
| Auszahlungen | 1.731 | 1.911 | 6.926 | 7.593 | 2.325 | |
| Summe | 915 | 1.099 | 4.897 | 7.493 | 2.029 | |
| Cashflows | ||
|
31.12.2020
TEUR |
Gesamt | Buchwerte (Derivate saldiert) |
| Nicht-Derivate | ||
| Langfristige Darlehen Kreditinstitute | 3.719 | |
| 3.623 | ||
| 167.436 | 167.436 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 138.452 | |
| 0 | ||
| 529.659 | 536.420 | |
| Sonstige Finanzkredite | 3.043 | |
| 0 | ||
| 50.046 | 50.057 | |
| Summe | 895.978 | 753.913 |
| Derivate | ||
| Zinsswaps/Zinssatz- und Währungsswaps | -4.053 | |
| 20.486 | -13.386 | |
| Summe | 16.433 | -13.386 |
Einbezogen wurden alle langfristigen Finanzinstrumente, die am Bilanzstichtag im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für künftige neue Verbindlichkeiten werden nicht einbezogen, kurzfristige Verbindlichkeiten, deren Fälligkeit bis zu einem Jahr beträgt, sind den Erläuterungen zu den einzelnen Bilanzposten zu entnehmen.
Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Bilanzstichtag gefixten Zinssätze ermittelt.
Zinsänderungsrisiko
Das Zinsänderungsrisiko, dem BLG LOGISTICS ausgesetzt ist, entsteht hauptsächlich aus den langfristigen Darlehen und den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die Steuerung der Zinsrisiken erfolgt durch eine Kombination von festverzinslichem und variabel verzinslichem Fremdkapital. Der überwiegende Teil der Bankverbindlichkeiten ist langfristig abgeschlossen bzw. es bestehen feste Zinsvereinbarungen bis zum Ende der Finanzierungslaufzeit, entweder originär im Rahmen der Darlehensverträge oder über Zinsswaps, die im Rahmen von Micro-Hedges für einzelne variabel verzinsliche Darlehen abgeschlossen werden. Darüber hinaus wurde vor dem Hintergrund des niedrigen und für Investitionen attraktiven Zinsniveaus ein Teil des Finanzierungsbedarfs der kommenden Jahre durch Vereinbarung von Forward-Zinsswaps abgesichert. Das Volumen beträgt insgesamt EUR 90 Mio., die in Tranchen von je EUR 15 Mio. innerhalb von sechs Jahren, beginnend im Jahr 2019, bei Partnerbanken aufgenommen wurden bzw. in den Folgejahren aufgenommen werden. Weitere Informationen hierzu sind im Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.
Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebniskomponenten sowie auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde.
Bezüglich originärer Finanzinstrumente mit fester Verzinsung wirken sich Marktzinsänderungen nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung unterliegen keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7; dies gilt für alle festverzinslichen Darlehensverbindlichkeiten von BLG LOGISTICS einschließlich der Leasingverbindlichkeiten. Bei zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken in Form von Cashflow-Hedges designierten Zinsswaps gleichen sich die durch Änderungen der Marktzinssätze induzierten Veränderungen der Zahlungsströme und der Ergebnisbeiträge der besicherten originären Finanzinstrumente und der Zinsswaps nahezu vollständig aus, sodass insoweit kein Zinsänderungsrisiko besteht.
Die erfolgsneutrale Bewertung der Sicherungsinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert hat Auswirkungen auf die Hedge-Rücklage im Eigenkapital und wird daher bei der eigenkapitalbezogenen Sensitivitätsberechnung berücksichtigt. Marktzinsänderungen von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten, deren Zinszahlungen nicht als Grundgeschäfte im Rahmen von Cashflow-Hedges gegen Zinsänderungsrisiken gestaltet sind, wirken sich auf das Zinsergebnis aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten mit ein.
Dasselbe gilt für Zinszahlungen aus Zinsswaps, die ausnahmsweise nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 eingebunden sind. Bei diesen Zinsswaps wirken sich Marktzinsänderungen auch auf den beizulegenden Zeitwert aus, haben somit Auswirkungen auf das Bewertungsergebnis aus der Anpassung der finanziellen Vermögenswerte bzw. finanziellen Verbindlichkeiten an den beizulegenden Zeitwert und werden bei der ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnung berücksichtigt.
Wenn das Marktzinsniveau am jeweiligen Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher (niedriger) gewesen wäre, hätte das die in der nebenstehenden Tabelle gezeigten Auswirkungen auf die Ergebnisse vor Steuern und das Eigenkapital (vor latenten Steuern) gehabt:
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Ergebniseffekte | ||
| höher | -2.145 | -971 |
| niedriger | 2.145 | 971 |
| Eigenkapitaleffekte (ohne Ergebniseffekte) | ||
| höher | 7.402 | 8.140 |
| niedriger | -7.836 | -8.803 |
Festverzinsliche Finanzinstrumente
Für die folgenden Darlehen und sonstigen Finanzinstrumente wurden feste Zinssätze vereinbart. Damit wird BLG LOGISTICS einem Zinsänderungsrisiko für den beizulegenden Zeitwert ausgesetzt.
| Restlaufzeiten | ||||
|
31.12.2021
TEUR |
bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt |
| Langfristige Darlehen von Kreditinstituten | 12.368 | 37.794 | 15.166 | 65.328 |
| Zinsswaps | 2.000 | 1.000 | 45.000 | 48.000 |
| Sonstige Finanzkredite | 7.999 | 32.606 | 23.112 | 63.717 |
| Leasingverbindlichkeiten | 56.673 | 143.613 | 326.694 | 526.980 |
| Gesamt | 79.040 | 215.013 | 409.972 | 704.025 |
| Restlaufzeiten | ||||
|
31.12.2020
TEUR |
bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt |
| Langfristige Darlehen von Kreditinstituten | 10.201 | 40.828 | 12.500 | 63.529 |
| Zinsswaps | 12.000 | 3.000 | 30.000 | 45.000 |
| Sonstige Finanzkredite | 5.816 | 23.439 | 20.802 | 50.057 |
| Leasingverbindlichkeiten | 70.774 | 128.518 | 337.128 | 536.420 |
| Gesamt | 98.791 | 195.785 | 400.430 | 695.006 |
Leasingverbindlichkeiten werden mit dem inhärenten Zinssatz des Leasingvertrags abgezinst, sofern sich dieser bestimmen lässt. Alternativ erfolgt die Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Der Abzinsungssatz entspricht dem zum Bereitstellungsdatum festgelegten Zinssatz, solange nicht eine Neubeurteilung eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten unter Anwendung eines geänderten Abzinsungssatzes erforderlich macht. Dies ist der Fall, wenn sich Änderungen bei der Einschätzung der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung von Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen ergeben oder Änderungen des Umfangs, der Höhe der vertraglichen Zahlungen oder der Laufzeit des Leasingvertrags vereinbart werden.
Variabel verzinsliche Finanzinstrumente
Für die folgenden Finanzinstrumente wurden variable Zinssätze vereinbart. Damit wird die Gruppe einem Zinsänderungsrisiko bei den Zahlungsmittelströmen ausgesetzt. Dabei werden die korrespondierenden Zinsswaps mit negativem Vorzeichen dargestellt, da das Zinsänderungsrisiko hieraus dem Zinsänderungsrisiko aus aufgenommenen Darlehen gegenläufig ist.
| Restlaufzeiten | ||||
|
31.12.2021
TEUR |
bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt |
| Langfristige Darlehen von Kreditinstituten | 9.331 | 32.228 | 51.500 | 93.059 |
| Zinsswaps | -2.000 | -1.000 | -45.000 | -48.000 |
| Gesamt | 7.331 | 31.228 | 6.500 | 45.059 |
| Restlaufzeiten | ||||
|
31.12.2020
TEUR |
bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt |
| Langfristige Darlehen von Kreditinstituten | 10.848 | 54.559 | 38.500 | 103.907 |
| Zinsswaps | -2.000 | -3.000 | -30.000 | -35.000 |
| Gesamt | 8.848 | 51.559 | 8.500 | 68.907 |
Ferner bestehen verschiedene Zinsswaps für zukünftig aufzunehmende Darlehen, die im Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt sind. Ein Zinsswap über einen Nominalbetrag von TEUR 10.000 für eine Tagesgeldlinie ist im Berichtsjahr ausgelaufen.
Die anderen Finanzinstrumente der Gruppe, die nicht in den Tabellen enthalten sind, unterliegen keinem wesentlichen Zinsänderungsrisiko.
Derivative Finanzinstrumente
Voraussetzung für den Einsatz von Derivaten ist das Bestehen eines abzusichernden Risikos. Offene Derivate-Positionen können sich allenfalls im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften ergeben, bei denen das dazugehörige Grundgeschäft entfällt oder entgegen der Planung nicht zustande kommt. Zinsderivate werden ausschließlich zur Optimierung von Kreditkonditionen und zur Begrenzung von Zinsänderungsrisiken aus variablen Zinszahlungen im Rahmen von fristenkongruenten Finanzierungsstrategien eingesetzt (Cashflow-Hedges). Derivate zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken werden ausschließlich zur Begrenzung des Fremdwährungsrisikos im Rahmen von Finanzierungen in ausländischer Währung eingesetzt (Cashflow-Hedges). Derivate werden nicht zu Handels- oder Spekulationszwecken genutzt.
Die Gruppe hat für sämtliche Sicherungsbeziehungen ein Absicherungsverhältnis von 1:1 festgelegt. Aufschläge für Länder- oder Bonitätsrisiken (Credit Spread bzw. Fremdwährungs-Basis-Spread) sind nicht Gegenstand der Sicherungsbeziehungen. Kosten der Absicherung werden zunächst in der Hedge-Rücklage im Eigenkapital erfasst und über die Laufzeit der Sicherungsbeziehung in die GuV umgegliedert.
Das Vorhandensein der wirtschaftlichen Beziehung zwischen den gesicherten Grundgeschäften und den Sicherungsinstrumenten zur Beurteilung der Wirksamkeit der Absicherung wird prospektiv auf Basis der wesentlichen Merkmale, wie Nominalbetrag, Referenzzinssatz und Fälligkeit, bestimmt. Die Messung der Ineffektivität erfolgt zu jedem Bilanzstichtag nach der hypothetischen Derivate-Methode. Ineffektivitäten können sich insbesondere aus Differenzen zwischen den Zinsanpassungsperioden der Swaps und der Darlehen ergeben.
Derivative Finanzinstrumente werden ab Vertragsabschluss bilanziell berücksichtigt. Die Bewertung bei Zugang erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls mit dem jeweils am Bilanzstichtag geltenden beizulegenden Zeitwert. Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eines Swaps werden die erwarteten Zahlungsströme auf beiden Seiten des Swaps nach Maßgabe der aktuellen Zinsstrukturkurve diskontiert. Die Differenz der beiden ermittelten Beträge ergibt den Nettomarktwert des Swaps. Diese Marktbewertung der Finanzderivate bildet den Preis, zu dem eine Partei die Rechte und Pflichten aus den bestehenden Verträgen von der Gegenpartei übernehmen würde. Die Marktwerte werden auf Basis der am Bilanzstichtag bestehenden Marktkonditionen ermittelt.
Sofern derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden und die Voraussetzungen für ein Hedge Accounting gemäß IFRS 9 vorliegen, ist deren Bilanzierung abhängig von der Art der Sicherungsbeziehung und des gesicherten Grundgeschäfts. Derivative Finanzinstrumente, die die Voraussetzungen für Hedge Accounting nicht erfüllen, werden gemäß IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert.
Zur Erfüllung der Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften werden zu Beginn der Absicherung die Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsinstrument sowie Ziel und Strategie des Risikomanagements dokumentiert. Dies beinhaltet auch eine Beschreibung, wie die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung bestimmt wird. Die fortlaufende Überprüfung, ob die eingesetzten Derivate die abgesicherten Risiken aus den Grundgeschäften kompensieren, erfolgt mittels Effektivitätstests, die zu Beginn der Sicherungsbeziehung und zu jedem Bilanzstichtag durchgeführt werden.
Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der effektiven Teile der Cashflow-Hedges werden direkt im Eigenkapital erfasst. Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der ineffektiven Teile der Cashflow-Hedges und der Zinsswaps, die nicht als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Sicherungsbeziehungen designiert sind, werden erfolgswirksam in der GuV erfasst.
Derivate werden wie andere finanzielle Vermögenswerte ausgebucht, wenn die BLG-Gruppe die Verfügungsmacht über die zugrunde liegenden Rechte ganz oder teilweise durch Realisierung, Auslauf oder für eine Ausbuchung qualifizierende Übertragung an einen Dritten verliert. Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in der Periode erfolgswirksam in die GuV umgebucht, in der das abgesicherte Grundgeschäft abgewickelt wird.
Zur Reduzierung des Zinsänderungsrisikos bestehender Bankverbindlichkeiten sowie des Fremdwährungsrisikos aus einem im Rahmen der Gruppenfinanzierung ausgereichten variablen USD-Darlehen bestanden zu den Bilanzstichtagen folgende Sicherungsinstrumente:
| Fälligkeiten | ||||
|
31.12.2021 Nominalbeträge
TEUR |
bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt |
| Zinsänderungsrisiko | ||||
| Zinsswaps | ||||
| für laufende Darlehen | 2.000 | 1.000 | 45.000 | 48.000 |
| durchschnittlicher abgesicherter Zins | 1,343% | 1,338% | 1,397% | |
| 2.000 | 1.000 | 45.000 | 48.000 | |
| Fremdwährungsrisiko | ||||
| Zinssatz- und Währungsswaps | ||||
| für internes USD-Darlehen | 810 | 2.024 | 0 | 2.834 |
| abgesicherter Kurs USD / EUR | 0,8098 | 0,8098 | 0,8098 | |
| 810 | 2.024 | 0 | 2.834 | |
| Gesamt | 2.810 | 3.024 | 45.000 | 50.834 |
| Fälligkeiten | ||||
|
31.12.2020 Nominalbeträge
TEUR |
bis 1 Jahr | 1 bis 5 Jahre | über 5 Jahre | Gesamt |
| Zinsänderungsrisiko | ||||
| Zinsswaps | ||||
| für laufende Darlehen | 2.000 | 3.000 | 30.000 | 35.000 |
| durchschnittlicher abgesicherter Zins | 1,169% | 1,135% | 1,134% | |
| für Tagesgeldlinien | 10.000 | 0 | 0 | 10.000 |
| abgesicherter Zins | 3,085% | |||
| 12.000 | 3.000 | 30.000 | 45.000 | |
| Fremdwährungsrisiko | ||||
| Zinssatz- und Währungsswaps | ||||
| für internes USD-Darlehen | 810 | 2.834 | 0 | 3.644 |
| abgesicherter Kurs USD / EUR | 0,8098 | 0,8098 | 0,8098 | |
| 810 | 2.834 | 0 | 3.644 | |
| Gesamt | 12.810 | 5.834 | 30.000 | 48.644 |
Durch die Zinsswaps werden variable Zinszahlungen gegen feste Zinszahlungen ausgetauscht. Die Gruppe ist Zahler der festen Beträge und Empfänger der variablen Beträge.
Die Nominalbeträge stellen das Bruttovolumen aller Käufe und Verkäufe dar. Bei diesem Wert handelt es sich um eine Referenzgröße für die Ermittlung gegenseitig vereinbarter Zahlungen, nicht jedoch um bilanzierungsfähige Forderungen oder Verbindlichkeiten.
Für den Finanzierungsbedarf der kommenden Jahre wurden Forward-Zinsswaps in einem Volumen von insgesamt EUR 90 Mio. in Tranchen von jeweils EUR 15 Mio. zur Absicherung gegen das Zinsrisiko aus zukünftig aufzunehmenden Darlehen abgeschlossen. Hiervon wurden drei Tranchen bereits aufgenommen. Da der Laufzeitbeginn der übrigen Swaps in den Jahren 2022 bis 2024 liegt, sind diese in der Darstellung der Fälligkeiten zu den Bilanzstichtagen nicht enthalten. Die Forward-Zinsswaps weisen jeweils Laufzeiten von zehn Jahren auf und sind endfällig. Der durchschnittliche abgesicherte Zins beträgt 1,896 Prozent.
Die zu den Bilanzstichtagen bestehenden Sicherungsinstrumente haben folgende Auswirkungen auf die Gruppenbilanz:
|
31.12.2021
TEUR |
Nominalbetrag | Buchwert | Bilanzposten | Änderung Zeitwert Basis für Erfassung von Ineffektivitäten |
| Zinsänderungsrisiko | ||||
| laufende Darlehen | 48.000 | -4.537 | 2.615 | |
| Tagesgeldlinien | 0 | 0 | kfr. Finanzverbindlichkeiten | 152 |
| geplante Darlehen | 45.000 | -4.059 | 1.951 | |
| 93.000 | -8.596 | 4.718 | ||
| Fremdwährungsrisiko | ||||
| internes USD-Darlehen | 2.834 | -274 | kfr. Finanzverbindlichkeiten | -254 |
| 2.834 | -274 | -254 | ||
| Gesamt | 95.834 | -8.870 | 4.464 |
|
31.12.2020
TEUR |
Nominalbetrag | Buchwert | Bilanzposten | Änderung Zeitwert Basis für Erfassung von Ineffektivitäten |
| Zinsänderungsrisiko | ||||
| laufende Darlehen | 35.000 | -4.162 | -1.178 | |
| Tagesgeldlinien | 10.000 | -182 | 335 | |
| geplante Darlehen | 60.000 | -8.996 | kfr. Finanzverbindlichkeiten | -3.315 |
| 105.000 | -13.340 | -4.158 | ||
| Fremdwährungsrisiko | ||||
| internes USD-Darlehen | 3.644 | -46 | kfr. Finanzverbindlichkeiten | -18 |
| 3.644 | -46 | -18 | ||
| Gesamt | 108.644 | -13.386 | -4.176 |
Die Buchwerte der Sicherungsinstrumente entsprechen den ermittelten beizulegenden Zeitwerten. Zum Bilanzstichtag erfüllten sämtliche bestehenden Sicherungsinstrumente wie im Vorjahr die Kriterien für Cashflow-Hedges.
Der Nominalbetrag des Zinssatz- und Währungsswaps in Fremdwährung belief sich zum 31. Dezember 2021 auf TUSD 3.500 (Vorjahr: TUSD 4.500).
Die im Rahmen von Sicherungsbeziehungen designierten Grundgeschäfte haben zu den Bilanzstichtagen folgende Auswirkungen auf die Gruppenbilanz:
|
31.12.2021
TEUR |
Wertänderung Basis für Erfassung von Ineffektivitäten | Hedge-Rücklage Cashflow-Hedges (brutto) |
| Zinsänderungsrisiko | ||
| laufende Darlehen | -2.526 | -4.406 |
| Tagesgeldlinien | -152 | 0 |
| geplante Darlehen | -1.791 | -4.059 |
| -4.469 | -8.465 | |
| Fremdwährungsrisiko | ||
| internes USD-Darlehen | 255 | 0 |
| 255 | 0 | |
| Gesamt | -4.214 | -8.465 |
|
31.12.2020
TEUR |
Wertänderung Basis für Erfassung von Ineffektivitäten | Hedge-Rücklage Cashflow-Hedges (brutto) |
| Zinsänderungsrisiko | ||
| laufende Darlehen | 1.272 | -4.035 |
| Tagesgeldlinien | -335 | -152 |
| geplante Darlehen | 3.690 | -8.996 |
| 4.627 | -13.183 | |
| Fremdwährungsrisiko | ||
| internes USD-Darlehen | 18 | 0 |
| 18 | 0 | |
| Gesamt | 4.645 | -13.183 |
Im Zusammenhang mit Sicherungsbeziehungen wurden folgende Beträge erfasst:
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts | Umgliederung vom sonstigen Ergebnis in die GuV | GuV-Posten | ||
|
2021
TEUR |
im sonstigen Ergebnis erfasst (effektiver Teil) | in der GuV erfasst (ineffektiver Teil) | ||
| Zinsänderungsrisiko | ||||
| laufende Darlehen | 2.615 | 0 | 0 | |
| Tagesgeldlinien | 152 | 0 | 0 | |
| geplante Darlehen | 1.951 | 0 | 0 | |
| 4.718 | 0 | 0 | ||
| Fremdwährungsrisiko | ||||
| internes USD-Darlehen | -254 | 0 | 267 | sonstige betriebliche Aufwendungen |
| -254 | 0 | 267 | ||
| Gesamt | 4.464 | 0 | 267 | |
| Änderung des beizulegenden Zeitwerts | Umgliederung vom sonstigen Ergebnis in die GuV | GuV-Posten | ||
|
2020
TEUR |
im sonstigen Ergebnis erfasst (effektiver Teil) | in der GuV erfasst (ineffektiver Teil) | ||
| Zinsänderungsrisiko | ||||
| laufende Darlehen | -1.178 | 0 | 0 | |
| Tagesgeldlinien | 335 | 0 | 0 | |
| geplante Darlehen | -3.315 | 0 | 0 | |
| -4.158 | 0 | 0 | ||
| Fremdwährungsrisiko | ||||
| internes USD-Darlehen | -18 | 0 | 37 | sonstige betriebliche Aufwendungen |
| -18 | 0 | 37 | ||
| Gesamt | -4.176 | 0 | 37 | |
Die Zusammensetzung der in → Erläuterung Nummer 20 dargestellten Hedge-Rücklage unter Berücksichtigung latenter Steuern nach Risikokategorien und weiteren Bestandteilen, die aus der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen resultieren, ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.
Da sich die Bezugsbeträge mit der Tilgung der zugrunde liegenden Darlehen parallel zur Darlehensvaluta reduzieren, findet keine Realisierung von Gewinnen oder Verlusten statt, solange die Finanzinstrumente nicht veräußert werden. Eine Veräußerung ist nicht geplant.
| Rücklage für Cashflow-Hedges | |||
|
Geschäftsjahr 2021
TEUR |
Zinsswaps / Zinssatz- und Währungsswap | Kosten der Absicherung | Gesamt |
| Cashflow-Hedges | |||
| Stand 1. Januar | -12.926 | -25 | -12.951 |
| Änderungen des beizulegenden Zeitwerts | |||
| Zinsänderungsrisiko - laufende Darlehen | 2.615 | 0 | 2.615 |
| Zinsänderungsrisiko - Tagesgeldlinien | 152 | 0 | 152 |
| Zinsänderungsrisiko - geplante Darlehen | 1.951 | 0 | 1.951 |
| Fremdwährungsrisiko - internes USD-Darlehen | -254 | -13 | -267 |
| Umgliederungen in die GuV | |||
| Fremdwährungsrisiko | 267 | 0 | 267 |
| Latente Steuern | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung des Anteils at Equity einbezogener Unternehmen | 145 | 0 | 145 |
| Stand 31. Dezember | -8.050 | -38 | -8.088 |
| Rücklage für Cashflow-Hedges | |||
|
Geschäftsjahr 2020
TEUR |
Zinsswaps / Zinssatz- und Währungsswap | Kosten der Absicherung | Gesamt |
| Cashflow-Hedges | |||
| Stand 1. Januar | -8.906 | -6 | -8.912 |
| Änderungen des beizulegenden Zeitwerts | |||
| Zinsänderungsrisiko - laufende Darlehen | -1.178 | 0 | -1.178 |
| Zinsänderungsrisiko - Tagesgeldlinien | 335 | 0 | 335 |
| Zinsänderungsrisiko - geplante Darlehen | -3.315 | 0 | -3.315 |
| Fremdwährungsrisiko - internes USD-Darlehen | -18 | -19 | -37 |
| Umgliederungen in die GuV | |||
| Fremdwährungsrisiko | 37 | 0 | 37 |
| Latente Steuern | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung des Anteils at Equity einbezogener Unternehmen | 119 | 0 | 119 |
| Stand 31. Dezember | -12.926 | -25 | -12.951 |
Ertragsteuern
33. Ertragsteuern
Die Steueraufwendungen beinhalten die Körperschaft- und Gewerbesteuer der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern der ausländischen Gesellschaften.
Die Besteuerung erfolgt unabhängig davon, ob Gewinne ausgeschüttet oder thesauriert werden. Die Durchführung der vorgeschlagenen Ausschüttung des Bilanzgewinns hat keine Auswirkungen auf den Steueraufwand der Gruppe.
Latente Steuern werden gemäß IAS 12 nach der Liability-Methode ermittelt. Nach dieser Methode werden Steuerabgrenzungsposten für sämtliche Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen gebildet, sofern sie sich im Zeitablauf ausgleichen (Temporary Differences). Sind Aktivposten nach IFRS höher bewertet als in der Steuerbilanz und handelt es sich um temporäre Differenzen, so wird ein Passivposten für latente Steuern gebildet.
Aktive Steuerlatenzen aus bilanziellen Unterschieden sowie Vorteile aus der zukünftigen Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuernde Ergebnisse erzielt werden.
Für die Berechnung der latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten werden die Steuersätze zugrunde gelegt, die im Zeitpunkt der Realisierung des Vermögenswerts beziehungsweise der Erfüllung der Schuld gültig sind. Die Bewertung erfolgt dabei anhand der unternehmensindividuellen Steuersätze der Gruppenunternehmen. Für inländische Personengesellschaften umfassen diese nur die Gewerbesteuer und variieren aufgrund unterschiedlicher Hebesätze zwischen 13,3 Prozent und 16,1 Prozent.
Für inländische Kapitalgesellschaften kommt ein Steuersatz von 31,9 Prozent (Vorjahr: 31,9 Prozent) zur Anwendung, der sich aus dem Körperschaftsteuersatz zuzüglich des Solidaritätszuschlags sowie dem für die wesentlichen einbezogenen Unternehmen geltenden Gewerbesteuersatz zusammensetzt. Die Ertragsteuersätze für ausländische Gruppengesellschaften liegen zwischen 15,0 Prozent und 28,0 Prozent (Vorjahr: zwischen 15,0 Prozent und 28,0 Prozent).
Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands setzen sich wie folgt zusammen:
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Laufende Steuern | ||
| Steueraufwand der Periode | 4.112 | 4.358 |
| Steueraufwand für Vorperioden | 162 | 98 |
| Erträge aus Steuererstattungen | -1.542 | -3 |
| Summe laufende Steuern | 2.732 | 4.453 |
| davon | ||
| Steueraufwand Inland | 4.126 | 4.364 |
| Steuerertrag Inland | -1.542 | -3 |
| Steueraufwand Ausland | 148 | 92 |
| 2.732 | 4.453 | |
| Latente Steuern | ||
| Latente Steuern auf temporäre Differenzen | -1.116 | -491 |
| Latente Steuern auf Verlustvorträge | 44 | 85 |
| Summe latente Steuern | -1.072 | -406 |
| davon | ||
| latente Steuern Inland | -1.106 | -508 |
| latente Steuern Ausland | 34 | 102 |
| -1.072 | -406 | |
| Gesamt | 1.660 | 4.047 |
Die latenten Steuern resultieren aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen den Steuerbilanzen der Gesellschaften und den Wertansätzen in der Gruppenbilanz entsprechend der Liability-Methode sowie aus der Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten latenten Steuern auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge, aus der Rücknahme von Wertberichtigungen auf temporäre Differenzen und Verlustvorträge, aus dem Verbrauch von Verlustvorträgen, auf die latente Steuern aktiviert worden waren, aus dem Untergang von Verlustvorträgen und aus dem Ansatz latenter Steuern auf Verlustvorträge.
Latente Ertragsteuern
Die zu den verschiedenen Bilanzstichtagen ausgewiesenen Posten für latente Steuern sowie die Bewegungen der Steuerlatenzen innerhalb des Berichtsjahres betreffen die in der Tabelle dargestellten Sachverhalte.
Die latenten Steuern sind in Höhe von TEUR 8.244 (Vorjahr: TEUR 11.251) als kurzfristig und in Höhe von TEUR -6.106 (Vorjahr: TEUR -9.060) als langfristig zu klassifizieren. Von den Veränderungen im Eigenkapital wurden TEUR -734 (Vorjahr: TEUR -5) mit den Sonstigen Rücklagen verrechnet und TEUR -392 (Vorjahr: TEUR -107) in den Gewinnrücklagen erfasst.
| 31.12.2020 | 31.12.2021 | |||
| TEUR | in der GuV erfasst | im Eigenkapital erfasst | ||
| Aktive latente Steuern | ||||
| Ansatz und Bewertung von Firmenwerten und anderer immaterieller Vermögensgegenstände | 859 | -790 | 35 | 104 |
| Bewertung von Sachanlagevermögen | 3.964 | -376 | 0 | 3.588 |
| Ansatz und Bewertung sonstiger Aktiva | 64.527 | -12.125 | 88 | 52.490 |
| Ansatz von Leasingverbindlichkeiten | 73.783 | 365 | 0 | 74.148 |
| Bewertung personalbezogener Rückstellungen | 4.887 | -122 | -517 | 4.248 |
| Ansatz und Bewertung übriger sonstiger Rückstellungen | 2.008 | 143 | 0 | 2.151 |
| Ansatz derivativer Finanzinstrumente | 2.155 | 32 | -759 | 1.428 |
| Ansatz und Bewertung sonstiger Passiva | 2.403 | -194 | 106 | 2.315 |
| Abwertung latenter Steuern aus temporären Differenzen | -16.049 | 1.060 | -581 | -15.570 |
| Berücksichtigung steuerlicher Verlustvorträge | 131 | -44 | 0 | 87 |
| Brutto latente Steuern | 138.668 | -12.051 | -1.628 | 124.989 |
| Saldierung | -135.900 | -122.633 | ||
| Bilanzierte latente Steuern | 2.768 | 2.356 |
| 31.12.2020 | Veränderungen | 31.12.2021 | ||
| TEUR | in der GuV erfasst | im Eigenkapital erfasst | ||
| Passive latente Steuern | ||||
| Ansatz und Bewertung immaterieller Vermögensgegenstände | -492 | 76 | 16 | -400 |
| Bewertung von Sachanlagevermögen | -54.183 | 5.232 | 5 | -48.946 |
| Aktivierung von Leasingverhältnissen | -31.663 | -2.899 | 0 | -34.562 |
| Ansatz und Bewertung sonstiger Aktiva | -7.057 | 1.056 | 29 | -5.972 |
| Bewertung personalbezogener Rückstellungen | -3.037 | -1.315 | 452 | -3.900 |
| Ansatz und Bewertung übriger sonstiger Rückstellungen | -118 | -34 | 0 | -152 |
| Ansatz und Bewertung sonstiger Passiva | -39.927 | 11.008 | 0 | -28.919 |
| Brutto latente Steuern | -136.477 | 13.124 | 502 | -122.851 |
| Saldierung | 135.900 | 122.633 | ||
| Bilanzierte latente Steuern | -577 | -218 | ||
Die folgenden latenten Steuerguthaben wurden nicht aktiviert:
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Abziehbare temporäre Differenzen | 15.570 | 16.049 |
| Verlustvorträge | 48.310 | 44.759 |
| Gesamt | 63.880 | 60.808 |
Ausschlaggebend für die Bewertung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Umkehrung der Bewertungsunterschiede und der Nutzbarkeit der Verlustvorträge, die zu aktiven latenten Steuern geführt haben. Dies ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Perioden, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren und steuerliche Verlustvorträge geltend gemacht werden können. Grundlage der Bewertung ist die Drei-Jahre-Mittelfristplanung der jeweiligen Gruppenunternehmen.
Für Tochterunternehmen, die im Berichtsjahr oder im Vorjahr Verluste erlitten haben, wurden aufgrund der verbesserten Ergebnisaussichten aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 1.339) ausgewiesen.
Die Gruppe verfügt zum 31. Dezember 2021 über steuerliche Verlustvorträge von TEUR 296.140 (Vorjahr: TEUR 275.400). Zum 31. Dezember 2021 wurden für steuerliche Verlustvorträge von TEUR 295.706 (Vorjahr: TEUR 274.853) von verschiedenen Tochterunternehmen keine latenten Steuerforderungen aktiviert. Für diese Verluste wurden keine latenten Steueransprüche erfasst, da diese Verluste nicht zur Verrechnung mit dem zu versteuernden Ergebnis anderer Gruppenunternehmen verwendet werden dürfen und in Tochterunternehmen entstanden sind, die bereits seit längerer Zeit steuerliche Verluste erwirtschaften beziehungsweise in absehbarer Zeit keine ausreichenden steuerlichen Gewinne erzielen werden.
Die abzugsfähigen Differenzen, für die zum 31. Dezember 2021 und zum 31. Dezember 2020 keine latenten Steuern aktiviert wurden, betreffen Tochterunternehmen, deren zu erwartende steuerliche Einkommenssituation voraussichtlich keine Nutzung aktiver latenter Steuern ermöglicht.
Überleitung des effektiven Steuersatzes und des effektiven Ertragsteueraufwands:
| TEUR | 2021 | 2020 | ||
| Jahresergebnis vor Ertragsteuern nach IFRS | 52.226 | -116.127 | ||
| Gruppensteuersatz in Prozent | 16,10% | 16,10% | ||
| Erwarteter Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr | 8.408 | -18.696 | ||
| Überleitungspositionen | ||||
| Auswirkungen von Steuersatzänderungen | 42 | 593 | ||
| Steuerfreie Erträge/gewerbesteuerliche Kürzungen | -12.889 | -1.380 | ||
| Nichtabziehbare Betriebsausgaben/gewerbesteuerliche Hinzurechnungen/Effekte aus der Zinsschranke | 4.674 | 10.980 | ||
| Nutzung zusätzlicher steuerlicher Sonderbetriebsausgaben | 153 | -724 | ||
| Laufender periodenfremder Steueraufwand/Steuerertrag | -1.377 | 94 | ||
| Latenter periodenfremder Steueraufwand/Steuerertrag | -953 | 403 | ||
| Auswirkungen wegen abweichender Steuersätze | 961 | 352 | ||
| Nutzung bisher nicht angesetzter Verlustvorträge | -293 | -82 | ||
| Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf laufende Verluste | 4.859 | 4.811 | ||
| Ansatzkorrekturen aktiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen | -1.060 | 2.452 | ||
| Sonstige Auswirkungen | -865 | 5.244 | ||
| Summe der Überleitungspositionen | -12,9% | -6.748 | -19,6% | 22.743 |
| Im Gruppenabschluss ausgewiesener Ertragsteueraufwand | 3,2% | 1.660 | -3,5% | 4.047 |
34. Ertragsteuern auf die direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen
| 2021 | 2020 | |||||
| TEUR | Bruttowert | Steueraufwand/-ertrag | Nettowert | Bruttowert | Steueraufwand/ -ertrag | Nettowert |
| Posten, die nachfolgend nicht in die GuV umgegliedert werden | ||||||
| Neubewertung von Netto-Pensionsverpflichtungen | -370 | -734 | -1.104 | 1.195 | -4 | 1.191 |
| Anteil at Equity einbezogener Unternehmen an Posten, die nachfolgend nicht in die GuV umgegliedert werden | 1.043 | -169 | 874 | 629 | -107 | 522 |
| 673 | -903 | -230 | 1.824 | -111 | 1.713 | |
| Posten, die nachfolgend in die GuV umgegliedert werden können | ||||||
| Währungsumrechnung | -47 | 0 | -47 | -1.273 | 0 | -1.273 |
| Bewertungsänderung von Finanzinstrumenten | 4.718 | -25 | 4.693 | -4.157 | -20 | -4.177 |
| Anteil at Equity einbezogener Unternehmen an Posten, die nachfolgend in die GuV umgegliedert werden können | 1.668 | 0 | 1.668 | -2.897 | 0 | -2.897 |
| 6.339 | -25 | 6.314 | -8.327 | -20 | -8.347 | |
| Gesamt | 7.012 | -928 | 6.084 | -6.503 | -131 | -6.634 |
35. Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern
Die Steueransprüche betreffen Erstattungsansprüche für das Berichtsjahr in Höhe von TEUR 1.169 (Vorjahr: TEUR 292) sowie Erstattungsansprüche für Vorjahre in Höhe von TEUR 1.675 (Vorjahr: TEUR 930).
Hinsichtlich der Ansprüche aus latenten Steuern wird auf die → Erläuterung Nummer 33 verwiesen.
36. Zahlungsverpflichtungen aus Ertragsteuern
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Körperschaft- und Gewerbesteuer des Berichtsjahres | 370 | 2.646 |
| Körperschaft- und Gewerbesteuer für Vorjahre | 1.272 | 3.414 |
| Gesamt | 1.642 | 6.060 |
Hinsichtlich der Ansprüche aus latenten Steuern wird auf die → Erläuterung Nummer 33 verwiesen.
Erläuterungen zur Gruppenkapitalflussrechnung
37. Erläuterungen zur Gruppenkapitalflussrechnung
Die Gruppenkapitalflussrechnung ist entsprechend den Regelungen des IAS 7 aufgestellt und gliedert sich nach Zahlungsströmen aus der laufenden Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Durch die Offenlegung der Zahlungsströme sollen Herkunft und Verwendung der flüssigen Mittel verdeutlicht werden.
Der Finanzmittelfonds ist definiert als Differenz aus liquiden Mitteln und kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die liquiden Mittel setzen sich zusammen aus Barmitteln, täglich fälligen Sichteinlagen sowie kurzfristigen, äußerst liquiden Finanzmitteln, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen.
Die Veränderung der Zahlungsmittel aufgrund von Umrechnungseinflüssen wird entsprechend IAS 7.28 separat dargestellt.
| TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Zusammensetzung des Finanzmittelfonds | ||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lt. Bilanz | 33.010 | 13.357 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (vgl. Erl. Nr. 24) | -21.570 | -77.298 |
| Gesamt | 11.440 | -63.941 |
Die folgende Übersicht stellt die Veränderungen der im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit enthaltenen Verbindlichkeiten und der dazugehörigen finanziellen Vermögenswerte dar.
| TEUR | 31.12.2020 | Cashflow | nicht zahlungswirksame Veränderungen | |||
| Zugang IFRS 16 | Aufzinsung | Währungsdifferenzen | Sonstiges | |||
| Langfristige Darlehen | 167.436 | -9.049 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 536.420 | -73.025 | 62.956 | 0 | 628 | 0 |
| Sonstige Finanzkredite | 50.057 | 13.659 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Darlehen von Beteiligungsunternehmen | 25.600 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit | 779.513 | -68.415 | 62.956 | 0 | 628 | 0 |
| TEUR | 31.12.2021 |
| Langfristige Darlehen | 158.387 |
| Leasingverbindlichkeiten | 526.979 |
| Sonstige Finanzkredite | 63.716 |
| Darlehen von Beteiligungsunternehmen | 25.600 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit | 774.683 |
| TEUR | 31.12.2019 | Cashflow | nicht zahlungswirksame Veränderungen | |||
| Zugang IFRS 16 | Aufzinsung | Währungsdifferenzen | Sonstiges | |||
| Langfristige Darlehen | 104.711 | 62.787 | 0 | 0 | -62 | 0 |
| Leasingverbindlichkeiten | 556.491 | -71.891 | 46.481 | 6.603 | -439 | -825 |
| Sonstige Finanzkredite | 23.399 | 26.658 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Darlehen von Beteiligungsunternehmen | 40.867 | -15.267 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit | 725.468 | 2.287 | 46.481 | 6.603 | -501 | -825 |
| TEUR | 31.12.2020 |
| Langfristige Darlehen | 167.436 |
| Leasingverbindlichkeiten | 536.420 |
| Sonstige Finanzkredite | 50.057 |
| Darlehen von Beteiligungsunternehmen | 25.600 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit | 779.513 |
Gruppenstruktur und Konsolidierungsgrundsätze
38. Konsolidierungskreis
Der Gruppenabschluss umfasst neben der BLG AG und der BLG KG die in der folgenden Tabelle aufgeführten Unternehmen:
| Anzahl | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
| Vollkonsolidiert | ||
| Inländisch | 14 | 15 |
| Ausländisch | 5 | 6 |
| At Equity bilanziert | ||
| Inländisch | 39 | 40 |
| Ausländisch | 19 | 19 |
Drei Gesellschaften werden wegen Unwesentlichkeit trotz Stimmrechtsmehrheit at Equity in den Gruppenabschluss einbezogen, da sie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von BLG LOGISTICS nur von untergeordneter Bedeutung sind. Bemessungsgrundlage für die Bestimmung der Wesentlichkeit ist die Bilanzsumme. Die kumulierte Bilanzsumme der drei at Equity einbezogenen Gesellschaften betrug in 2021 TEUR 1.097 (Vorjahr: TEUR 784).
Insgesamt werden elf Gesellschaften, an denen eine Anteils- und Stimmrechtsmehrheit besteht, wegen Unwesentlichkeit nicht vollkonsolidiert. Es handelt sich hierbei um Komplementärgesellschaften mit nur geringer Geschäftstätigkeit sowie zwei weitere Gesellschaften ohne bzw. nur mit geringer Geschäftstätigkeit und eine Gesellschaft in Liquidation. Diese Gesellschaften sind für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von BLG LOGISTICS nur von untergeordneter Bedeutung und werden daher nicht in den Gruppenabschluss einbezogen. Bemessungsgrundlage für die Bestimmung der Wesentlichkeit ist das Jahresergebnis. Das kumulierte Jahresergebnis der nicht einbezogenen Tochterunternehmen beträgt TEUR -15 (Vorjahr: TEUR -426).
Die Struktur von BLG LOGISTICS mit den Geschäftsbereichen AUTOMOBILE, CONTRACT und dem at Equity einbezogenen Geschäftsbereich CONTAINER ist in → Erläuterung Nummer 3 dargestellt.
Eine vollständige Aufstellung der Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen ist diesem Gruppenanhang als Anlage beigefügt.
Im Folgenden werden die Annahmen zur Beherrschung bei Gesellschaften dargestellt, bei denen die Beteiligungsquote 50 Prozent nicht überschreitet.
BLG AutoRail GmbH, Bremen (Beteiligungsquote: 50 Prozent)
Die Anteile an der BLG AutoRail GmbH werden von der BLG Automobile Logistics GmbH & Co. KG gehalten. Durch gesellschaftsvertragliche Stimmrechtsbindungen übt BLG LOGISTICS die Kontrolle über diese Gesellschaft aus. Die Gesellschaft wird daher durch die Vollkonsolidierungsmethode erfasst.
BLG RailTec GmbH, Uebigau-Wahrenbrück (Beteiligungsquote: 50 Prozent)
Die BLG RailTec GmbH wurde als 100-prozentige Tochter der BLG AutoRail GmbH, Bremen, gegründet. Der mittelbare Anteilsbesitz beträgt 50 Prozent. Es ist Beherrschung an der BLG AutoRail GmbH, Bremen, gegeben, sodass mittelbar ebenfalls Beherrschung an der 100-prozentigen Tochter BLG RailTec GmbH gegeben ist. Da die unternehmerische Führung dieser Gesellschaft aufgrund eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags übernommen wurde, erfolgt die Berücksichtigung im Wege der Vollkonsolidierung.
39. Konsolidierungsgrundsätze
Der Erstkonsolidierungszeitpunkt wird auf den Tag abgestellt, an dem nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise erstmals die Voraussetzungen gemäß IFRS für das Vorliegen eines Tochterunternehmens, eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens gegeben sind. Ebenso bestimmt sich der Entkonsolidierungszeitpunkt nach dem Wegfall der Beherrschung, der gemeinsamen Führung oder des maßgeblichen Einflusses.
Tochterunternehmen
Tochterunternehmen sind Gesellschaften, die von BLG LOGISTICS beherrscht werden.
BLG LOGISTICS beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn eine Risikobelastung durch oder ein Anspruch auf schwankende Renditen aus dem Beteiligungsengagement gegeben ist und die Verfügungsgewalt über die Beteiligung zur Beeinflussung der Höhe der Rendite eingesetzt werden kann.
Alle wesentlichen Tochterunternehmen sind in den Gruppenabschluss einbezogen.
Tochterunternehmen werden grundsätzlich gemäß IFRS 10 vollkonsolidiert. Abweichend davon werden bestimmte Gesellschaften von BLG LOGISTICS aus Wesentlichkeitsaspekten nicht konsolidiert (siehe → Erläuterung Nummer 38).
Bei erstmaliger Konsolidierung von Tochterunternehmen werden die Anschaffungswerte der Beteiligungen dem Gruppenanteil am gemäß IFRS 3 neu bewerteten Eigenkapital der jeweiligen Gesellschaft gegenübergestellt. Dabei werden Vermögenswerte und Schulden mit ihren Zeitwerten angesetzt und bisher nicht bilanzierte immaterielle Vermögenswerte, die nach IFRS bilanzierungsfähig sind, sowie Eventualschulden mit ihren beizulegenden Zeitwerten aktiviert beziehungsweise passiviert. Im Rahmen der Folgekonsolidierungen werden die so aufgedeckten stillen Reserven und Lasten entsprechend der Behandlung der korrespondierenden Vermögenswerte und Schulden fortgeführt, abgeschrieben beziehungsweise aufgelöst. Ein Überschuss der Anschaffungskosten der Beteiligung über die anteiligen Nettozeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden (positiver Unterschiedsbetrag), der sich im Rahmen der Erstkonsolidierung ergibt, wird als Firmenwert aktiviert und einem jährlichen Impairment-Test unterworfen (siehe → Erläuterung Nummer 12).
Bei Verbleib eines negativen Unterschiedsbetrags erfolgt eine erneute Überprüfung der Identifikation und Bewertung der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten sowie der Ableitung des Kaufpreises. Verbleibt nach dieser Überprüfung weiterhin ein negativer Geschäftswert, wird dieser sofort erfolgswirksam vereinnahmt.
Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden
Die nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen umfassen Anteile an Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen.
Gemeinschaftsunternehmen liegen bei Vereinbarungen vor, bei denen BLG LOGISTICS die gemeinschaftliche Führung mit mindestens einem Partnerunternehmen ausübt, wobei der Gruppe anstelle von Rechten an den Vermögenswerten und Verpflichtungen aus den Verbindlichkeiten der Vereinbarung Rechte an deren Nettovermögen zustehen. Dies betrifft insbesondere den Geschäftsbereich CONTAINER, der über die Beteiligung an der operativen Führungsgesellschaft EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG, Bremen, at Equity einbezogen wird.
Assoziierte Unternehmen sind Gesellschaften, bei denen BLG LOGISTICS einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik hat, aber keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung ausübt.
Die Buchwerte von nach der Equity-Methode einbezogenen Beteiligungen werden jährlich um die auf BLG LOGISTICS entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals des Joint Ventures oder assoziierten Unternehmens erhöht beziehungsweise vermindert. Auf die Zuordnung und Fortschreibung eines in dem Beteiligungsansatz enthaltenen Unterschiedsbetrags zwischen den Anschaffungskosten der Beteiligung und dem anteiligen Eigenkapital der Gesellschaft werden die für die Vollkonsolidierung geltenden Grundsätze entsprechend angewendet.
Nicht beherrschende Anteile
Die nicht beherrschenden Anteile umfassen die Fremdanteile am Eigenkapital vollkonsolidierter Tochterunternehmen.
Nicht beherrschende Anteile an erworbenen Unternehmen werden anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst.
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen werden wie Transaktionen mit Eigenkapitaleignern von BLG LOGISTICS behandelt. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen der gezahlten Leistung und dem betreffenden Anteil an dem Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Veräußerung von nicht beherrschenden Anteilen entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst.
Übrige Beteiligungen
Übrige Beteiligungen werden zu Marktwerten gemäß IFRS 9 angesetzt. Sofern weder ein aktiver Markt vorliegt noch der Marktwert anhand von Bewertungsverfahren zuverlässig ermittelt werden kann, stellen die Anschaffungskosten einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert dar.
Verlust der Beherrschung
Wenn BLG LOGISTICS entweder die Beherrschung oder den maßgeblichen Einfluss über ein Unternehmen verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemeinschaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts ermittelte beizulegende Zeitwert.
Darüber hinaus werden alle im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt würde, wenn das Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapital ins Ergebnis umgegliedert wird.
Wenn sich die Beteiligungsquote an einem assoziierten Unternehmen verringert hat, dies jedoch ein assoziiertes Unternehmen bleibt, so wird nur der anteilige Betrag der zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinne beziehungsweise Verluste in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.
Eliminierung von Transaktionen im Rahmen der Konsolidierung
Die Auswirkungen gruppeninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert:
Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet, Zwischengewinne und -verluste im Anlage- und Vorratsvermögen werden eliminiert. Gruppeninterne Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Auf temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.
Die Konsolidierungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten.
40. Veränderungen im Konsolidierungskreis
Unternehmenszusammenschlüsse
Unternehmenszusammenschlüsse nach IFRS 3 liegen vor, wenn ein Unternehmen durch den Erwerb von Anteilen oder andere Ereignisse die Beherrschung über einen oder mehrere Geschäftsbetriebe erlangt. Geschäftsbetriebe im Sinne des IFRS 3 sind integrierte Gruppen von Tätigkeiten und Vermögenswerten, die mit dem Ziel geführt werden, Erträge, Kostenreduzierungen oder andere wirtschaftliche Nutzen für die Anteilseigner oder andere Eigentümer, Gesellschafter oder Teilhaber zu erzielen. Die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen und der Zusammenschluss von Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung stellen keinen Unternehmenszusammenschluss im Sinne des IFRS 3 dar.
Bei einem sukzessiven Unternehmenszusammenschluss wird der zuvor erworbene Eigenkapitalanteil des Unternehmens mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu bestimmt. Der daraus resultierende Gewinn oder Verlust ist in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.
Im Berichtsjahr fanden keine Unternehmenszusammenschlüsse statt.
Sonstige Veränderungen im Konsolidierungskreis
Geschäftsbereich CONTRACT
Vollkonsolidierte Unternehmen (Tochterunternehmen)
Die BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG, Bremen, hat mit Vertrag vom 23. Februar 2021 ihre Anteile an der BLG Logistics Solutions Italia S.r.l., Mailand, Italien, mit Wirkung zum selbigen Datum veräußert. Infolge der damit verbundenen Entkonsolidierung ergaben sich Aufwendungen in Höhe von TEUR 63, die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen im neutralen Ergebnis ausgewiesen werden.
Mit Vertrag vom 11. Februar 2021 hat die BLG International Forwarding GmbH & Co. KG, Hamburg, im Rahmen eines Asset Deals ihr operatives Geschäft mit Wirkung zum 1. April 2021 veräußert. Im Zuge der nachfolgenden Umstrukturierung schied die Gesellschaft durch Anwachung auf die BLG KG mit Wirkung zum 6. Oktober 2021 aus dem Konsolidierungskreis aus.
Zur Ausweitung der Dienstleistungstiefe hat die BLG Logistics, Inc., Atlanta, USA, im Berichtsjahr die BLG Freight, LLC, Hoover, USA, gegründet. Gegenstand der Gesellschaft ist die Erbringung von Distributions- und Transportdienstleistungen. Aufgrund des geringen Geschäftsumfangs wurde die Gesellschaft zunächst nicht in den Gruppenabschluss einbezogen.
41 . Nicht einbezogene strukturierte
Unternehmen
BLG Unterstützungskasse GmbH, Bremen
(Beteiligungsquote: 100 Prozent)
Die BLG KG hält 100 Prozent der Anteile an der BLG Unterstützungskasse GmbH, Bremen. Gegenstand des Unternehmens ist die Gewährung laufender Unterstützungen an ehemalige Mitarbeitende und ehemalige Vorstandsmitglieder der BLG sowie an Hinterbliebene dieser Personen. Die dazu notwendigen Mittel werden der Gesellschaft von der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) zur Verfügung gestellt, da diese die Verpflichtungen aus den Pensionsansprüchen übernommen hat. Eine Risikobelastung durch oder ein Anspruch auf schwankende Renditen aus dem Beteiligungsengagement ist damit ebenso wie eine Einflussnahme auf die Tätigkeit der BLG Unterstützungskasse GmbH, Bremen, vertraglich ausgeschlossen. Demnach ist eine Beherrschung trotz des Stimmrechtsanteils von 100 Prozent nicht gegeben, sodass keine Einbeziehung in den Konsolidierungskreis erfolgt.
Der Buchwert der Anteile beträgt TEUR 30 (Vorjahr: TEUR 30) und entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der Ausweis erfolgt innerhalb der sonstigen finanziellen Vermögenswerte unter den sonstigen Finanzanlagen. Das maximale Verlustrisiko entspricht dem Buchwert der Anteile.
42. Währungsumrechnung
Die in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währungen in Euro umgerechnet. Bei allen ausländischen Gesellschaften der BLG-Gruppe ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen, die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
| EUR | Stichtag 31.12.2021 | Durchschnitt 2021 | Stichtag 31.12.2020 | Durchschnitt 2020 |
| 1 amerikanischer Dollar | 0,8829 | 0,8455 | 0,8149 | 0,8755 |
| 1 brasilianischer Real | 0,1585 | 0,1568 | 0,1569 | 0,1697 |
| 1 britisches Pfund | 1,1901 | 1,1633 | 1,1123 | 1,1240 |
| 1 chinesischer Renminbi Yuan | 0,1390 | 0,1311 | 0,1246 | 0,1270 |
| 1 indische Rupie | 0,0119 | 0,0114 | 0,0112 | 0,0118 |
| 1 malaysischer Ringgit | 0,2119 | 0,2040 | 0,2027 | 0,2085 |
| 1 polnischer Zloty | 0,2175 | 0,2190 | 0,2193 | 0,2251 |
| 1 russischer Rubel | 0,0117 | 0,0115 | 0,0109 | 0,0121 |
| 1 südafrikanischer Rand | 0,0554 | 0,0572 | 0,0555 | 0,0533 |
| 1 ukrainischer Griwna | 0,0323 | 0,0310 | 0,0288 | 0,0325 |
Zum 31. Dezember 2021 werden Währungsumrechnungsdifferenzen von TEUR 9.441 (Vorjahr: TEUR 10.895) im Eigenkapital ausgewiesen (vergleiche hierzu auch die Eigenkapitalveränderungsrechnung). Der Währungsumrechnung liegen die der Tabelle zu entnehmenden Wechselkurse zugrunde.
In den in lokaler Währung aufgestellten Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften werden Forderungen und Verbindlichkeiten gemäß IAS 21 zum Bilanzstichtagskurs umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen erfasst. Nicht-monetäre Vermögenswerte, die auf der Grundlage der Anschaffungskosten bewertet werden, werden zum Umrechnungskurs am Tag der Transaktion bewertet.
43. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen
Identifikation nahestehender Personen
Nach IAS 24 müssen Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen, die BLG LOGISTICS beherrschen oder von ihr beherrscht werden oder auf die BLG LOGISTICS einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, angegeben werden.
Nahestehende Personen stellen insbesondere Mehrheitsgesellschafter, Tochterunternehmen, sofern sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Gruppenabschluss einbezogen werden, Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen oder zwischengeschaltete Unternehmen dar.
Des Weiteren stellen auch Vorstand und Aufsichtsrat der BLG AG sowie Führungskräfte der Ebene 1 nahestehende Personen im Sinne des IAS 24 dar; hierzu zählen auch Familienangehörige des vorgenannten Personenkreises. Eine Aufstellung der Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie weitere Informationen zu diesen Personengruppen sind in → Erläuterung Nummer 45 aufgeführt. Berichtspflichtige Geschäftsvorfälle zwischen Vorstand, Aufsichtsrat, Führungskräften der Ebene 1, deren Familienangehörigen und BLG LOGISTICS lagen im Geschäftsjahr 2021 nicht vor.
Wesentliche Transaktionen mit Gesellschaftern: Beziehungen mit der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde)
Die Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) ist zum 31. Dezember 2021 Mehrheitsgesellschafterin der BLG AG mit einem Anteil am gezeichneten Kapital von 50,42 Prozent (Vorjahr: 50,42 Prozent). Die Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) hat aufgrund des Beschlusses über die Verwendung des Bilanzgewinns 2020 eine Dividende in Höhe von EUR 11,3 Mio. (Vorjahr: EUR 11,0 Mio.) erhalten. Vor dem Hintergrund der pandemiebedingten Einflüsse sowie erheblicher Einmalaufwendungen im Vorjahr hat die Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) zur Stabilisierung des Eigenkapitals der BLG LOGISTICS eine Dotierung der Kapitalrücklage in Höhe von EUR 53,0 Mio. beschlossen. Die Zahlung ist im Berichtsjahr erfolgt. Im Rahmen eines Private-Investor-Tests wurde festgestellt, dass die Kapitalerhöhung nicht die Merkmale einer staatlichen Beihilfe erfüllt. In diesem Zusammenhang wurde ein Maßnahmenpaket definiert, um eine marktübliche Rentabilität der BLG LOGISTICS sicherzustellen.
Der Bremer Senat ist gemäß Artikel 148 der Verfassung der Freien Hansestadt Bremen zugleich Landesregierung und gesetzliches Organ der Stadtgemeinde Bremen. Aufgrund der Identität der Organe der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) und der Freien Hansestadt Bremen (Land) sind diese demzufolge als nahestehende Person beziehungsweise oberstes beherrschendes Unternehmen im Sinne des IAS 24 zu beurteilen. Die Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) hat der BLG KG Erbbaurechte mit einer Restlaufzeit von bis zu 27 Jahren an den von der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften genutzten Grundstücken bestellt. Zum 31. Dezember 2021 bestehen Leasingverbindlichkeiten für Erbbaurechte in Höhe von EUR 290,4 Mio. (Vorjahr: EUR 303,0 Mio.) gegenüber der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde). Von der BLG-Gruppe wurden für das Jahr 2021 insgesamt EUR 15,8 Mio. (Vorjahr: EUR 3,8 Mio.) Erbbauzinsen entrichtet. Im Vorjahr wurden Erbbauzinsen in Höhe von EUR 11,1 Mio. gestundet, welche im Berichtsjahr zusätzlich zu den EUR 15,8 Mio. zurückgezahlt wurden. Die Erbbauzinsen unterliegen alle fünf Jahre turnusmäßigen Erhöhungen auf Basis des Verbraucherpreisindex. Die für das Vorjahr vorgesehene Erhöhung wurde zur Unterstützung der bremischen Hafen- und Logistikwirtschaft im Zusammenhang mit der Corona-Krise ausgesetzt und im Berichtsjahr nachgeholt. Weiterhin besteht für BLG LOGISTICS die Möglichkeit zur Teilnahme am Cash-Pooling der Freien Hansestadt Bremen in Höhe von bis zu EUR 50 Mio. sowie zur Aufnahme eines langfristigen Darlehens in Höhe von EUR 50 Mio. über eine Landesbürgschaft über die Bremer Aufbau-Bank zusammen mit einer Partnerbank.
Rechtsgeschäfte mit verbundenen Unternehmen der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) und (Land)
Einzelne Unternehmen von BLG LOGISTICS unterhalten laufende Geschäftsverbindungen zu der Freien Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) verbundenen Unternehmen.
Bei der BLG Unterstützungskasse GmbH, Bremen, hat die BLG KG verschiedene Darlehen aufgenommen. Die Darlehensverbindlichkeiten betrugen zum 31. Dezember 2021 TEUR 25.600 (Vorjahr: TEUR 25.600). Im Berichtsjahr wurden weder Darlehensverbindlichkeiten getilgt noch neu aufgenommen. Es wurden Zinsen in Höhe von TEUR 505 (Vorjahr: TEUR 505) gezahlt. Zusätzlich ist die BLG Unterstützungskasse GmbH seit dem 1. September 2012 in das zentrale Cash Management der BLG KG einbezogen. Die Verzinsung der zur Verfügung gestellten Mittel erfolgt zu unveränderten Konditionen. Zum Bilanzstichtag betrugen die Verbindlichkeiten aus Cash Management TEUR 2.195 (Vorjahr: Forderungen aus Cash Managament TEUR 7.429).
Beziehungen zu nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen
Die Transaktionen der Gruppenunternehmen mit Gemeinschaftsunternehmen, assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen sind ausnahmslos der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der jeweils beteiligten Gesellschaften zuzurechnen. Die Erbringung von Dienstleistungen an diese nahestehenden Unternehmen fand auf Basis der jeweils auch für Dritte geltenden Preise und Bedingungen statt. In den Forderungen sind Leasingforderungen in Höhe von TEUR 180.317 (Vorjahr: TEUR 183.835) enthalten. Die ausstehenden Salden sind, mit Ausnahme von langfristigen Leasingforderungen in Höhe von TEUR 176.314 (Vorjahr: TEUR 174.320), unbesichert und kurzfristig fällig. Der Umfang der Geschäftsbeziehungen der Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen ist in der folgenden Übersicht dargestellt:
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Verbundene Unternehmen | ||
| Erträge | 0 | 1 |
| Aufwendungen | 10 | 12 |
| Forderungen | 17 | 26 |
| Verbindlichkeiten | 449 | 226 |
| Gemeinschaftsunternehmen | ||
| Erträge | 21.730 | 21.572 |
| Aufwendungen | 18.998 | 20.631 |
| Forderungen | 186.530 | 192.067 |
| Verbindlichkeiten | 4.162 | 5.148 |
| Assoziierte Unternehmen | ||
| Erträge | 1.857 | 1.971 |
| Aufwendungen | 1.508 | 1.385 |
| Forderungen | 156 | 142 |
| Verbindlichkeiten | 660 | 34 |
Für erwartete Ausfälle bei den Forderungen gegen Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen wurden nach dem vereinfachten Ansatz Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 36) erfasst. Weiterhin wurden im Berichtsjahr Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von TEUR 1.500 (Vorjahr: TEUR 0) ausgebucht und Ausleihungen an Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen in Höhe von TEUR 70 (Vorjahr: TEUR 1.410) wertberichtigt. Forderungen gegen nicht konsolidierte verbundene Unternehmen wurden wie im Vorjahr weder wertberichtigt noch ausgebucht.
Sonstige Erläuterungen
44. Stimmrechtsmitteilungen
Folgende Stimmrechtsmitteilungen von direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital der BLG AG sind dem Vorstand der BLG AG gemeldet worden:
Die Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) hat uns am 7. Februar 2019 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der BLG AG zum 31. Januar 2019 50,42 Prozent (entsprechend 1.936.000 Stimmrechten) betrug.
Herr Peter Hoffmeyer hat uns am 7. Februar 2019 gemäß § 33 Absatz 1 WpHG mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der Panta Re AG, Bremen, an der BLG AG am 31. Januar 2019 die Schwelle von 10 Prozent überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 12,61 Prozent (entsprechend 484.032 Stimmrechten) betrug. Sämtliche Stimmrechte sind gemäß § 34 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 WpHG Herrn Peter Hoffmeyer zuzurechnen.
Die Waldemar Koch Stiftung, Bremen, hat uns am 18. November 2016 gemäß § 21 Absatz 1 WpHG (a. F.) mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der BLG AG am 15. November 2016 die Schwelle von 5 Prozent überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 5,23 Prozent (entsprechend 200.814 Stimmrechten) betrug.
Die Finanzholding der Sparkasse in Bremen, Bremen, hat uns am 8. April 2002 gemäß § 41 Absatz 2 Satz 1 WpHG (a. F.) mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der BLG AG am 1. April 2002 12,61 Prozent (entsprechend 484.032 Stimmrechten) betrug.
Weitere Detailinformationen sind auf unserer Homepage veröffentlicht: → www.blg-logistics.com/de/investor-relations/aktie
45. Aufsichtsrat und Vorstand
Zusammensetzung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der BLG AG besteht nach der Satzung aus sechzehn Mitgliedern, und zwar aus acht Aufsichtsratsmitgliedern, deren Wahl nach den Vorschriften des Aktiengesetzes erfolgt, und aus acht Aufsichtsratsmitgliedern der Arbeitnehmer, die nach den Vorschriften des Mitbestimmungsgesetzes gewählt werden.
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie die Mitgliedschaften der Aufsichtsräte in anderen Gremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG ist in der → Anlage 1 zum Anhang dargestellt.
In der Zusammensetzung des Aufsichtsrats gegenüber dem 31. Dezember 2020 haben sich folgende personelle Änderungen ergeben:
Mit Wirkung zum 30. Juni 2021 hat Herr Karl-Heinz Dammann sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. An seine Stelle ist Herr Jörn Schepull nachgerückt. Herr Jörn Schepull ist im Jahre 2018 als Ersatzmitglied für Herrn Karl-Heinz Dammann gewählt worden.
Mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 hat Herr Klaus Pollok sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. An seine Stelle ist Herr Fabian Goiny nachgerückt. Herr Fabian Goiny ist im Jahre 2018 als Ersatzmitglied für Herrn Klaus Pollok gewählt worden.
Mit Wirkung zum 28. Februar 2022 hat Frau Vera Visser ihr Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Für die Nachfolge ist Herr Martin Peter durch Beschluss des Amtsgerichts Bremen vom 11. März 2022 zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt worden.
Zusammensetzung des Vorstands
Die Zusammensetzung des Vorstands sowie die Mitgliedschaften des Vorstands in anderen Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG sind in der → Anlage 2 zum Anhang dargestellt.
In der personellen Zusammensetzung des Vorstands haben sich gegenüber dem 31. Dezember 2020 folgende Änderungen ergeben:
Herr Jens Wollesen (ursprünglich bestellt bis 30. Juni 2024), Mitglied des Vorstands für den Geschäftsbereich CONTRACT, hat das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 30. September 2021 verlassen, um sich einer neuen Herausforderung zu widmen. Er war seit dem 30. Juni 2021 freigestellt. Seine Nachfolge hat zum 1. Oktober 2021 Herr Matthias Magnor angetreten, der in der Sitzung des Aufsichtsrats am 14. Juni 2021 für drei Jahre bestellt wurde.
In seiner Sitzung am 24. Februar 2022 hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Vertrag mit Herrn Frank Dreeke um zwei Jahre, bis zu Erreichung der Regelaltersgrenze für Vorstandsmitglieder, zu verlängern. Er ist nunmehr bestellt bis zum 31. Dezember 2024.
Transaktionen mit Vorstand und Aufsichtsrat
Die Transaktionen mit Vorstand und Aufsichtsrat beschränkten sich auf die im Rahmen der Organstellung und der arbeitsvertraglichen Regelungen erbrachten Leistungen und die dafür geleistete Vergütung.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die aktiven Mitglieder des Aufsichtsrats wurden wie folgt vergütet:
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Fixe Bezüge | 179 | 179 |
| Sitzungsgelder | 63 | 52 |
| Vergütungen für gruppeninterne Aufsichtsratsmandate | 44 | 39 |
| Gesamt | 286 | 270 |
Darüber hinaus erhalten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat teilweise ein reguläres Gehalt aus dem jeweiligen Arbeitsverhältnis in der Gruppe, wobei die Höhe einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätigkeit der Gruppe entspricht. Sie haben diesbezüglich im Berichtsjahr TEUR 34 (Vorjahr: TEUR 31) an Beitragszahlungen für die gesetzliche Rentenversicherung erhalten.
Zum 31. Dezember 2021 sind Mitgliedern des Aufsichtsrats wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden. Ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.
Vergütung des Vorstands
Die Gesamtbezüge des Vorstands nach § 314 Absatz 1 Nr. 6a HGB betrugen für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2021 TEUR 3.892 (Vorjahr: TEUR 2.575). Darin enthalten sind die Grundvergütung, Nebenleistungen und kurzfristig auszuzahlende, variable Vergütungen (inklusive im Rahmen von Austrittsvereinbarungen vereinbarte Vergütungen). Darüber hinaus wurden für langfristige, variable Vergütungen für das Geschäftsjahr 2021 zum 31. Dezember 2021 TEUR 1.748 (Vorjahr: TEUR 0) zurückgestellt. TEUR 699 betreffen hiervon die Übergangsregelung für vor dem Jahr 2020 bestellte Vorstandsmitglieder. Der jeweilige Anspruch ist mit der Tätigkeit im Berichtsjahr vollständig erdient, wobei sich die tatsächliche Auszahlung anhand der vom Aufsichtsrat auf Grundlage des geltenden Vergütungssystems festgelegten Zielerreichung bemisst und im Jahr 2023 (Übergangsregelung) bzw. 2025 (Langfristkomponente) erfolgt. Die Festlegung erfolgt aus Basis finanzieller (70 Prozent Gewichtung) sowie ökologisch und sozialer (30 Prozent Gewichtung) Leistungskriterien.
Den Mitgliedern des Vorstands wurden Pensionsansprüche eingeräumt, die zum Teil gegen Gesellschaften der BLG-Gruppe bestehen. Im Übrigen richten sich die Ansprüche gegen nahestehende Personen.
Zum 31. Dezember 2021 betrug der Barwert der Pensionsverpflichtungen der am 31. Dezember 2021 aktiven Vorstände TEUR 5.752 (Vorjahr: TEUR 5.811).
Die Versorgungszusagen sehen eine Alters- und Invalidenrente in Höhe von 10 Prozent des Grundgehalts vor. Weiterhin ist eine Hinterbliebenenrente in Höhe von 60 Prozent der vereinbarten Altersrente vorgesehen. In Nachträgen vom Januar 2020 wurde mit jedem einzelnen Vorstandsmitglied vereinbart, dass im Falle des vorzeitigen Ausscheidens, ohne dass ein Leistungsfall vorliegt, bei Erfüllung der Unverfallbarkeitsbedingungen keine zeitanteilige Kürzung der zugesagten Leistungen mehr erfolgt.
Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen der Gruppe umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und des Aufsichtsrats.
Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:
| TEUR | 2021 | 2020 |
| Kurzfristig fällige Leistungen | 3.867 | 2.575 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 0 | 5.305 |
| Andere langfristig fällige Leistungen | 1.748 | 0 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 25 | 241 |
| Gesamt | 5.640 | 8.121 |
Als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden der aus den Pensionsrückstellungen für die aktiven Vorstandsmitglieder resultierende Dienstzeitaufwand (service cost) ausgewiesen. Die anderen langfristig fälligen Leistungen betreffen die Vorsorge für die langfristigen, variablen Vergütungskomponenten des Vorstands.
Zum 31. Dezember 2021 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden. Ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.
Den (am 31. Dezember 2021) früheren Vorstandsmitgliedern wurden im Geschäftsjahr 2021 Gesamtbezüge (insbesondere Versorgungsleistungen) in Höhe von TEUR 175 gewährt. Der Barwert der Pensionsverpflichtungen nach IAS 19 für frühere Vorstandsmitglieder betrug zum 31. Dezember 2021 insgesamt TEUR 5.108.
Vergütungsbericht und Vergütungssystem
Weitere Angaben und Ausführungen zur individualisierten Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats finden sich im Vergütungsbericht, der auf unserer Internetseite → www.blg-logistics.com/ir im Download-Bereich öffentlich zugänglich ist.
Die Vergütungssysteme von Aufsichtsrat und Vorstand sind auf unserer Internetseite → www.blg-logistics.com/ir im Bereich Corporate Governance abrufbar.
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind nach Artikel 19 der EU-Marktmissbrauchsverordnung gesetzlich verpflichtet, eigene Geschäfte mit Aktien der BLG AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente offen zulegen. Dies gilt dann, wenn der Wert der Geschäfte, die ein Organmitglied und ihm nahestehende Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigt haben, die Summe von EUR 5.000,00 erreicht oder übersteigt.
Das gilt auch für Führungskräfte der Ebene 1 und die mit ihnen in enger Beziehung stehenden Personen.
Im Rahmen ihrer Meldepflichten haben die Mitglieder des Vorstands, Führungskräfte der Ebene 1 und Mitglieder des Aufsichtsrats der Gesellschaft sowie diesen nahestehende Personen im Geschäftsjahr 2021 keinen Erwerb von Aktien sowie keine Veräußerung von Aktien der BLG AG mitgeteilt. Der Aktienbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder beträgt wie im Vorjahr weniger als 1 Prozent der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.
46. Inanspruchnahme von Befreiungsmöglichkeiten durch Tochterunternehmen
Die folgenden Tochterunternehmen, die in den vorliegenden Gruppenabschluss im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen sind, nehmen die Möglichkeit von Befreiungen nach § 264 Absatz 3 HGB beziehungsweise § 264b HGB in Anspruch:
| ― |
BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen |
| ― |
BLG Automobile Logistics GmbH & Co. KG, Bremen |
| ― |
BLG Industrielogistik GmbH & Co. KG, Bremen |
| ― |
BLG AutoRail GmbH, Bremen |
| ― |
BLG AutoTec GmbH & Co. KG, Bremerhaven |
| ― |
BLG AutoTerminal Bremerhaven GmbH & Co. KG, Bremerhaven |
| ― |
BLG AutoTerminal Cuxhaven GmbH & Co. KG, Cuxhaven |
| ― |
BLG AutoTerminal Deutschland GmbH & Co. KG, Bremen |
| ― |
BLG AutoTransport GmbH & Co. KG, Bremen |
| ― |
BLG Cargo Logistics GmbH, Bremen |
| ― |
BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG, Bremen |
| ― |
BLG Logistics Solutions GmbH & Co. KG, Bremen |
| ― |
BLG RailTec GmbH, Uebigau-Wahrenbrück |
| ― |
BLG Sports & Fashion Logistics GmbH, Hörsel |
47. Geschäftsvorfälle nach dem Bilanzstichtag
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, der im Februar 2022 begonnen wurde, wird sich erneut auf die Weltwirtschaft, globale Handelsströme und Lieferketten auswirken. Insbesondere gestörte Lieferketten hinsichtlich Vorleistungsgütern für die Produktionen unserer Kunden, steigende Energiepreise und ein noch stärker werdender Mangel an Lkw-Fahrern und anderen Fachkräften können sich negativ auswirken. Aufgrund der verschiedenen Geschäfte und Dienstleistungen, die wir mit unseren Kunden vereinbart haben, können insbesondere Energiepreiserhöhungen nicht immer vollumfänglich weiterbelastet werden, was zu einer deutlich höheren Fixkostenbelastung führt. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass sich für die Regionen Ukraine und Russland bestimmte Volumina reduzieren bzw. ganz ausfallen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt können die genauen Auswirkungen noch nicht beurteilt werden. Ein wesentlicher negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist wahrscheinlich.
Des Weiteren ist es möglich, dass wir unser Geschäft an den Standorten in Russland und der Ukraine temporär oder langfristig einstellen müssen oder den Zugriff verlieren. Die Geschäftsgrundlage ist gefährdet. Es ist daher möglich, dass das Nettovermögen und der Firmenwert der BLG Logistics Automobile St. Petersburg Co. Ltd., St.Petersburg/Russland (100% - Beteiligung) sowie der Beteiligungsbuchwert der BLG ViDi LOGISTICS TOW, Kiew/Ukraine (50%-Beteiligung, Equity-Bewertung) wertberichtigt werden müssen. Der Umsatz der russischen Gesellschaft beträgt 2021 weniger als 1 Prozent des Gruppenumsatzes.
48. Honorar des Gruppenabschlussprüfers
Das Honorar des Gruppenabschlussprüfers nach § 314 Absatz 1 Nummer 9 HGB für das Geschäftsjahr 2021 gliedert sich wie folgt auf:
| TEUR | 2021 |
| Abschlussprüfungen | 389 |
| davon für Vorjahre | 25 |
| Andere Bestätigungsleistungen | 8 |
| Sonstige Leistungen | 38 |
| Gesamt | 435 |
49. Corporate Governance Kodex
Der Vorstand hat am 31. August 2021 und der Aufsichtsrat der BLG AG hat am 16. September 2021 die 21. Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 abgegeben. Die Erklärung ist durch Wiedergabe auf unserer Homepage → www.blg-logistics.com/ir dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht worden.
Bremen, 29. März 2022
BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT-Aktiengesellschaft von 1877-
DER VORSTAND
Anlage zum Anhang des Gruppenabschlusses zum 31. Dezember 2021
Anteilsbesitz BLG LOGISTICS
| Name, Sitz |
Beteiligungsquote
in Prozent |
Mittelbare Beteiligung (M) | Gehalten über lfd. Nummer |
| 1. BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen | 0,0 | ||
| Durch Vollkonsolidierung einbezogene Gesellschaften | |||
| 2. BLG Automobile Logistics GmbH & Co. KG, Bremen | 100,00 | 1 | |
| 3. BLG Cargo Logistics GmbH, Bremen 1 | 100,00 | 1 | |
| 4. BLG Handelslogistik GmbH & Co. KG, Bremen | 100,00 | 1 | |
| 5. BLG Industrielogistik GmbH & Co. KG, Bremen | 100,00 | 1 | |
| 6. BLG Logistics Solutions GmbH & Co. KG, Bremen | 100,00 | 1 | |
| 7. BLG Automobile Logistics Süd-/Osteuropa GmbH, Bremen | 100,00 | M | 2 |
| 8. BLG AutoRail GmbH, Bremen | 50,00 | M | 2 |
| 9. BLG AutoTerminal Bremerhaven GmbH & Co. KG, Bremerhaven | 100,00 | M | 2 |
| 10. BLG AutoTerminal Deutschland GmbH & Co. KG, Bremen | 100,00 | M | 2 |
| 11. BLG AutoTransport GmbH & Co. KG, Bremen | 100,00 | M | 2 |
| 12. BLG Sports & Fashion Logistics GmbH, Hörsel | 100,00 | M | 4 |
| 13. BLG Logistics, Inc., Atlanta, USA | 100,00 | M | 5 |
| 14. BLG Logistics of South Africa (Pty) Ltd, Port Elizabeth, Südafrika 2 | 84,07 | M | 5 |
| 15. BLG AutoTerminal Gdansk Sp. z o. o., Danzig, Polen | 100,00 | M | 7 |
| 16. BLG Logistics Automobile St. Petersburg Co. Ltd., St. Petersburg, Russland | 100,00 | M | 7 |
| 17. BLG RailTec GmbH, Uebigau-Wahrenbrück 1 | 50,00 | M | 8 |
| 18. BLG AutoTec GmbH & Co. KG, Bremerhaven | 100,00 | M | 9 |
| 19. BLG AutoTerminal Cuxhaven GmbH & Co. KG, Cuxhaven | 100,00 | M | 9 |
| 20. BLG AUTO LOGISTICS OF SOUTH AFRICA (Pty) Ltd., Port Elizabeth, Südafrika | 84,07 | M | 14 |
| 21. dbh Logistics IT AG, Bremen | 27,32 | M | 1 |
| 22. EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG, Bremen | 50,00 | M | 1 |
| 23. Kloosterboer BLG Coldstore GmbH, Bremerhaven | 49,00 | M | 1 |
| 24. ZLB Zentrallager Bremen GmbH & Co. KG, Bremen | 33,33 | M | 1 |
| 25. BLG-Cinko Auto Logistics (Tianjin) Co., Ltd., Tianjin, Volksrepublik China | 50,00 | M | 2 |
| 26. BLG Logistics (Beijing) Co., Ltd., Peking, Volksrepublik China | 100,00 | M | 2 |
| 27. DCP Dettmer Container Packing GmbH & Co. KG, Bremen | 50,00 | M | 3 |
| 28. Hansa Marine Logistics GmbH, Bremen | 100,00 | M | 3 |
| 29. ICC Independent Cargo Control GmbH, Bremen | 50,00 | M | 3 |
| 30. Schultze Stevedoring GmbH & Co. KG, Bremen | 50,00 | M | 3 |
| 31. AutoLogistics International GmbH, Bremen | 50,00 | M | 5 |
| 32. BLG Parekh Logistics Pvt. Ltd., Mumbai, Indien | 50,00 | M | 5 |
| 33. BLG SWIFT LOGISTICS Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia 3 | 60,00 | M | 5 |
| 34. Autoterminal Slask Logistic Sp. z o.o., Dabrowka Gornicza, Polen | 50,00 | M | 7 |
| 35. BLG ViDi LOGISTICS TOW, Kiew, Ukraine | 50,00 | M | 7 |
| 36. ATN Autoterminal Neuss GmbH & Co. KG, Neuss | 50,00 | M | 10 |
| 37. BLG CarShipping Koper d.o.o., Koper, Slowenien | 100,00 | M | 11 |
| 38. BLG Interrijn Auto Transport RoRo B.V., Rotterdam, Niederlande | 50,00 | M | 11 |
| 39. Hizotime (Pty) Ltd, East London, Südafrika | 41,19 | M | 14 |
| 40. SWIFT MEGA CARRIERS Sdn. Bhd., Kuala Lumpur, Malaysia | 60,00 | M | 33 |
| Name, Sitz |
Beteiligungsquote
in Prozent |
Mittelbare Beteiligung (M) | Währung 5 |
Eigenkapital
in Tsd. |
Jahresergebnis
in Tsd. |
Gehalten über lfd. Nummer |
| Nicht einbezogene Gesellschaften | ||||||
| 41. BLG Automobile Logistics Beteiligungs-GmbH, Bremen | 100,00 | M | EUR | 105 | 0 | 1 |
| 42. BLG Handelslogistik Beteiligungs GmbH, Bremen | 100,00 | M | EUR | 32 | 1 | 1 |
| 43. BLG Industrielogistik Beteiligungs-GmbH, Bremen | 100,00 | M | EUR | 33 | 1 | 1 |
| 44. BLG Logistics Solutions Beteiligungs-GmbH, Bremen | 100,00 | M | EUR | 27 | 1 | 1 |
| 45. EUROGATE Beteiligungs-GmbH, Bremen | 50,00 | M | EUR | 39 | 1 | 1 |
| 46. EUROGATE Geschäftsführungs-GmbH & Co. KGaA, Bremen | 50,00 | M | EUR | 73 | 1 | 1 |
| 47. ZLB Zentrallager Bremen GmbH, Bremen 4 | 33,33 | M | EUR | 48 | 2 | 1 |
| 48. BLG AutoTerminal Deutschland Beteiligungs-GmbH, Bremen | 100,00 | M | EUR | 50 | 0 | 2 |
| 49. BLG AutoTransport Beteiligungs-GmbH, Bremen | 100,00 | M | EUR | 25 | 0 | 2 |
| 50. Schultze Stevedoring Beteiligungs-GmbH, Bremen 4 | 50,00 | M | EUR | 31 | 1 | 3 |
| 51. BLG Automobile Logistics Italia S.r.l. i. L., Gioia Tauro, Italien | 98,97 | M | EUR | -481 | -22 | 7 |
| 52. BLG AutoTec Beteiligungs-GmbH, Bremerhaven | 100,00 | M | EUR | 27 | 1 | 9 |
| 53. BLG AutoTerminal Cuxhaven Beteiligungs-GmbH, Cuxhaven | 100,00 | M | EUR | 12 | 1 | 9 |
| 54. BLG Freight, LLC, Hoover, USA | 100,00 | M | USD | 27 | 2 | 13 |
| 55. BLG Logistics of Alabama, LLC, Vance, USA | 100,00 | M | USD | --- | --- | 13 |
| 56. DCP Dettmer Container Packing GmbH, Bremen 4 | 50,00 | M | EUR | 104 | 7 | 27 |
| 57. ATN Autoterminal Neuss Verwaltungs-GmbH, Neuss | 50,00 | M | EUR | 29 | 0 | 36 |
1 Ergebnisabführung aufgrund von
Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen
2 Der Anteil der Stimmrechte beträgt
75,04%, zusätzlich werden stimmrechtslose
Vorzugsaktien gehalten
3 Der Anteil der Stimmrechte beträgt
40,00%, zusätzlich werden stimmrechtslose
Vorzugsaktien gehalten.
4 Vorjahreswerte
5 Die Umrechnungskurse sind in →
Erläuterung Nummer 42 des Gruppenanhangs enthalten.
Segmentberichterstattung
| TEUR | AUTOMOBILE 2021 | AUTOMOBILE 2020 | CONTRACT 2021 | CONTRACT 2020 | CONTAINER 2021 | CONTAINER 2020 |
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 517.975 | 521.377 | 542.799 | 552.621 | 305.955 | 263.522 |
| Intersegmenterlöse | 4.804 | 4.226 | 5.532 | 4.538 | 2.103 | 2.002 |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | -202 | -56 | 123 | -1.382 | 14.867 | -5.733 |
| EBITDA | 49.836 | 50.386 | 47.720 | 42.319 | 109.120 | 11.768 |
| Abschreibungen | -42.263 | -51.435 | -35.231 | -52.013 | -34.968 | -33.369 |
| Segmentergebnis (EBIT) | 7.573 | -1.049 | 12.489 | -9.694 | 74.152 | -21.601 |
| Zinserträge | 56 | 239 | 2.707 | 2.309 | 601 | 950 |
| Zinsaufwand | -8.705 | -8.188 | -6.560 | -6.597 | -5.164 | -9.750 |
| Ergebnis aus übrigen Beteiligungen | 0 | 0 | 81 | 91 | 111 | 111 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | 0 | 0 | 0 | 0 | 125 | -36.984 |
| Segmentergebnis (EBT) | -1.076 | -8.998 | 8.717 | -13.891 | 69.825 | -67.274 |
| EBT-Marge (in %) | -0,2 | -1,7 | 1,6 | -2,5 | 22,8 | -25,5 |
| Andere Informationen | ||||||
| Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge | -5.509 | 3.408 | -18.182 | -3.228 | -2.799 | -671 |
| Wertminderungen | 0 | -6.303 | -216 | -11.160 | -766 | -163 |
| Anteile an Unternehmen, die at Equity bilanziert werden | 5.112 | 5.525 | 1.930 | 2.180 | 93.900 | 84.451 |
| Im Segmentvermögen enthaltene Firmenwerte | 5.084 | 5.084 | 0 | 0 | 512 | 512 |
| Segmentvermögen | 536.425 | 531.228 | 307.930 | 349.717 | 594.506 | 527.583 |
| Investitionen | 72.782 | 38.945 | 44.602 | 63.659 | 14.540 | 35.837 |
| davon zahlungsunwirksam | 18.705 | 9.547 | 31.014 | 27.400 | 1.324 | 1.324 |
| Segmentschulden | 402.507 | 416.714 | 276.008 | 289.954 | 378.411 | 381.579 |
| Eigenkapital | 58.324 | 57.966 | 4.182 | -3.278 | 153.819 | 89.813 |
| Mitarbeitende | 3.397 | 3.331 | 6.599 | 6.287 | 1.582 | 1.618 |
| TEUR | Summe Segmente 2021 | Summe Segmente 2020 | Überleitung 2021 | Überleitung 2020 | Gruppe 2021 | Gruppe 2020 |
| Umsatzerlöse mit externen Dritten | 1.366.729 | 1.337.520 | -316.291 | -272.285 | 1.050.438 | 1.065.235 |
| Intersegmenterlöse | 12.439 | 10.766 | -12.439 | -10.766 | 0 | 0 |
| Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen | 14.788 | -7.171 | 47.514 | -54.534 | 62.302 | -61.705 |
| EBITDA | 206.676 | 104.473 | -64.344 | -96.711 | 142.332 | 7.762 |
| Abschreibungen | -112.462 | -136.817 | 31.637 | 21.385 | -80.825 | -115.432 |
| Segmentergebnis (EBIT) | 94.214 | -32.344 | -32.707 | -75.326 | 61.507 | -107.670 |
| Zinserträge | 3.364 | 3.498 | 3.992 | 3.638 | 7.356 | 7.136 |
| Zinsaufwand | -20.429 | -24.535 | 3.710 | 8.850 | -16.719 | -15.685 |
| Ergebnis aus übrigen Beteiligungen | 192 | 202 | -110 | -110 | 82 | 92 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | 125 | -36.984 | -125 | 36.984 | 0 | 0 |
| Segmentergebnis (EBT) | 77.466 | -90.163 | -25.240 | -25.964 | 52.226 | -116.127 |
| EBT-Marge (in %) | 5,7 | -6,7 | k.A. | k.A. | 5,0 | -10,9 |
| Andere Informationen | ||||||
| Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge | -26.490 | -491 | -2.248 | 555 | -28.738 | 64 |
| Wertminderungen | -982 | -17.626 | 766 | -8.591 | -216 | -26.217 |
| Anteile an Unternehmen, die at Equity bilanziert werden | 100.942 | 92.156 | 61.407 | 6.507 | 162.349 | 98.663 |
| Im Segmentvermögen enthaltene Firmenwerte | 5.596 | 5.596 | -512 | -512 | 5.084 | 5.084 |
| Segmentvermögen | 1.438.861 | 1.408.528 | -388.232 | -317.087 | 1.050.629 | 1.091.441 |
| Investitionen | 131.924 | 138.441 | -12.020 | -30.683 | 119.904 | 107.758 |
| davon zahlungsunwirksam | 51.043 | 38.271 | 317 | -403 | 51.360 | 37.868 |
| Segmentschulden | 1.056.926 | 1.088.247 | -212.815 | -169.568 | 844.111 | 918.679 |
| Eigenkapital | 216.325 | 144.501 | -60.036 | -84.760 | 156.289 | 59.741 |
| Mitarbeitende | 11.578 | 11.236 | -1.208 | -1.245 | 10.370 | 9.991 |
Der Aufsichtsrat und seine Mandate
Die Besetzung der Ausschüsse ist der → Erklärung zur Unternehmensführung zu entnehmen.
| Name | Ort | Funktion/Beruf | Mandate 1 |
| Dr. Klaus Meier | Bremen | Vorsitzender | Deutsche Windtechnik AG, Bremen, Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| bestellt seit 31.05.2012 | Geschäftsführender Gesellschafter der wpd windmanager GmbH & Co. KG, Bremen | wpd AG, Bremen, Vorsitzender des Aufsichtsrats | |
| Rechtsanwalt | EUROGATE Geschäftsführungs-GmbH & Co. KGaA, Bremen | ||
| Christine Behle | Berlin | Stellvertretende Vorsitzende | Deutsche Lufthansa AG, Köln, stellv. AR-Vorsitzende |
| bestellt seit 23.05.2013 | Stellvertretende Vorsitzende der ver.di | Die Autobahn GmbH des Bundes, Präsidium | |
| Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Berlin | |||
| Sonja Berndt | Ritterhude | Stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats der | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| bestellt seit 24.05.2018 | BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen | ||
| Heiner Dettmer | Bremen | Geschäftsführender Gesellschafter Dettmer Group KG, Bremen | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| bestellt seit 24.05.2018 | |||
| Fabian Goiny | Geestland | Supervisor Automobilumschlag | Gesamthafenbetrieb im Lande Bremen GmbH, Bremerhaven |
| bestellt seit 01.01.2022 | BLG AutoTerminal Bremerhaven GmbH & Co. KG, Bremerhaven | ||
| Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen | |||
| Mitglied des Betriebsrats der BLG AutoTerminal Bremerhaven GmbH & Co. KG, Bremerhaven | |||
| Melf Grantz | Bremerhaven | Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven, Bremerhaven | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| bestellt seit 01.03.2011 | |||
| Udo Klöpping | Bremen | Leiter Personal BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| bestellt seit 24.05.2018 | |||
| Wybcke Meier | Hamburg | Vorsitzende der Geschäftsführung TUI Cruises GmbH, Hamburg | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| bestellt seit 24.05.2018 | |||
| Dr. Tim Nesemann | Bremen | Vorsitzender des Vorstands Finanzholding der Sparkasse in Bremen | Deutsche Factoring Bank GmbH & Co. KG, Bremen |
| bestellt seit 01.04.2011 | Vorsitzender des Vorstands von Die Sparkasse Bremen AG, Bremen | GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen, Bremen | |
| Beate Pernak | Bremen | Sachbearbeiterin Personalabrechnung der | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| bestellt seit 01.07.2020 | BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen | ||
| Mitglied des Betriebsrats der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen | |||
| Martin Peter | Hannover | Landesbezirksfachbereichsleiter Fachbereich Verkehr ver.di | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| bestellt seit 11.03.2022 | Landesbezirk Niedersachsen-Bremen | ||
| Jörn Schepull | Bremerhaven | Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats EUROGATE Container Terminal | EUROGATE Geschäftsführungs-GmbH & Co. KGaA, Bremen |
| bestellt seit 01.07.2021 | Bremerhaven GmbH, Bremerhaven | ||
| Dr. Claudia Schilling | Bremerhaven | Senatorin für Wissenschaft und Häfen sowie | bremenports Beteiligungs-GmbH, Bremerhaven |
| bestellt seit 13.01.2020 | Senatorin für Justiz und Verfassung der Freien Hansestadt Bremen, Bremen | bremenports GmbH & Co. KG, Bremen | |
| WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, Bremen | |||
| Dietmar Strehl | Bremen | Senator für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen, Bremen | EUROGATE Geschäftsführungs-GmbH & Co. KGaA, Bremen |
| bestellt seit 13.01.2020 | BREBAU GmbH, Bremen | ||
| BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, Bremerhaven | |||
| Performa Nord, Bremen (Betriebsausschuss) | |||
| Immobilien Bremen, AöR, Bremen (Verwaltungsrat) | |||
| Reiner Thau | Hamburg | Vorsitzender des Betriebsrats | EUROGATE Geschäftsführungs-GmbH & Co. KGaA, Bremen |
| bestellt seit 15.10.2013 | EUROGATE Container Terminal Hamburg GmbH, Hamburg | ||
| Vera Visser | Bremen | Gewerkschaftssekretärin Fachbereich Verkehr ver.di | EUROGATE Geschäftsführungs-GmbH & Co. KGaA, Bremen |
| bestellt seit 24.01.2020 | Bezirk Bremen-Nordniedersachsen, Bremen | ||
| bestellt bis 28.02.2022 | |||
| Dr. Patrick Wendisch | Bremen | Geschäftsführender Gesellschafter der Lampe & Schwartze KG, Bremen | OAS Aktiengesellschaft, Bremen |
| bestellt seit 05.06.2008 | |||
| Im Berichtsjahr 2021 ausgeschiedene Mitglieder des Aufsichtsrats: | |||
| Karl-Heinz Dammann | Geestland | Ehemaliger Vorsitzender des Konzernbetriebsrats | EUROGATE Geschäftsführungs-GmbH & Co. KGaA, Bremen |
| bestellt bis 30.06.2021 | EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG, Bremen | EUROGATE Container Terminal Bremerhaven GmbH, Bremerhaven | |
| Ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats | (beide Mandate jeweils bis 31.03.2021) | ||
| EUROGATE Container Terminal Bremerhaven GmbH, Bremerhaven | |||
| Klaus Pollok | Bremerhaven | Prozessmanager | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| bestellt bis 31.12.2021 | BLG AutoTerminal Bremerhaven GmbH & Co. KG, Bremerhaven |
Der Vorstand und seine Mandate
| Name | Ort | Funktion/Zuständigkeiten | Mandate 1 |
| Frank Dreeke | Ganderkesee | Vorsitzender | EUROGATE Geschäftsführungs-GmbH & Co. KGaA, Bremen |
| geboren 1959 | Compliance | Vorsitzender | |
| bestellt bis 31.12.2024 | Führungskräfte | ||
| IT | |||
| Kommunikation | |||
| Koordination Vorstand | |||
| Nachhaltigkeit und Digitalisierung | |||
| Revision | |||
| Unternehmensstrategie | |||
| Verkehrspolitik | |||
| Michael Blach | Bremen | Geschäftsbereich CONTAINER | EUROGATE Container Terminal Bremerhaven GmbH, Bremerhaven |
| geboren 1964 | Vorsitzender | ||
| bestellt bis 31.05.2026 | EUROGATE Container Terminal Hamburg GmbH, Hamburg | ||
| Vorsitzender | |||
| EUROGATE Technical Services GmbH, Hamburg | |||
| Vorsitzender | |||
| Andrea Eck | Bremen | Geschäftsbereich AUTOMOBILE | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| geboren 1963 | |||
| bestellt bis 31.12.2024 | |||
| Christine Hein | Bremen | Vorstand Finanzen | EUROGATE Geschäftsführungs-GmbH & Co. KGaA, Bremen (seit 1 7.02.2021) |
| geboren 1967 | Einkauf | ||
| bestellt bis 31.10.2023 | Financial Services | ||
| International Corporate Finance/M&A | |||
| Legal & Insurance | |||
| Treasury | |||
| Matthias Magnor | Bremen | Geschäftsbereich CONTRACT | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| geboren 1974 | |||
| bestellt seit 01.10.2021 | |||
| bestellt bis 30.09.2024 | |||
| Ulrike Riedel | Bremen | Arbeitsdirektorin | Gesamthafenbetrieb im Lande Bremen GmbH, Bremerhaven |
| geboren 1972 | Personal | Vorsitzende | |
| bestellt bis 30.06.2025 | Sicherheit/Umweltschutz | Jacobs University Bremen, gGmbH, Bremen (bis 14.12.2021) | |
| Jens Wollesen | Lilienthal | Geschäftsbereich CONTRACT | keine Mitgliedschaft in anderen Gremien |
| geboren 1967 | |||
| bestellt bis 30.09.2021 |
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877-, Bremen, und die BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen
Prüfungsurteile
Wir haben den Gruppenabschluss der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877 -, Bremen, und der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen, und ihrer Tochtergesellschaften (die Gruppe) - bestehend aus der Gruppenbilanz zum 31. Dezember 2021, der Gruppengesamtergebnisrechnung, der Gruppengewinn- und Verlustrechnung, der Gruppeneigenkapitalentwicklung und der Gruppenkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Gruppenanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Gruppenlagebericht der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877 - und der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Gruppenlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
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entspricht der beigefügte Gruppenabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gruppe zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und |
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vermittelt der beigefügte Gruppenlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gruppe. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Gruppenlagebericht in Einklang mit dem Gruppenabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Gruppenlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Gruppenlageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Gruppenabschlusses und des Gruppenlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Gruppenabschlusses und des Gruppenlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Gruppenabschlusses und des Gruppenlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Gruppenunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Gruppenabschluss und zum Gruppenlagebericht zu dienen.
Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts
Wir verweisen auf die Ausführungen der gesetzlichen Vertreter in Abschnitt "Grundlagen der Gruppenrechnungslegung" des Gruppenanhangs und Abschnitt "Grundlagen der Gruppe" des Gruppenlageberichts, welche darstellen, dass die Gruppe aus der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877-, Bremen, und aus dem Konzern der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen, besteht. Der Jahresabschluss und Lagebericht der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877-, Bremen, und der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG, Bremen, zum 31. Dezember 2021 wurden auf freiwilliger Basis zu einem Abschluss (Gruppenabschluss) und Lagebericht (Gruppenlagebericht) zusammengefasst. Insofern beziehen sich der Gruppenabschluss und Gruppenlagebericht auf die Gruppe als Ganzes und nicht auf die einzelne Gesellschaft und den einzelnen Konzern mit seinen Mutter- und Tochterunternehmen.
Unsere Prüfungsurteile zum Gruppenabschluss und zum Gruppenlagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Gruppenlageberichts:
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die in Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung" des Gruppenlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB |
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den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b Abs. 3 HGB und § 315b Abs. 3 HGB |
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den Nachhaltigkeitsbericht |
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Finanzberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Gruppenabschlusses, des geprüften Gruppenlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unsere Prüfungsurteile zum Gruppenabschluss und zum Gruppenlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
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wesentliche Unstimmigkeiten zum Gruppenabschluss, zum Gruppenlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
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anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Gruppenabschluss und den Gruppenlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Gruppenabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Gruppenabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Gruppenabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Gruppenabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gruppe zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht die Gruppe zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Gruppenlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gruppe vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Gruppenabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Gruppenlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Gruppenlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gruppe zur Aufstellung des Gruppenabschlusses und des Gruppenlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Gruppenabschlusses und des Gruppenlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Gruppenabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Gruppenlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gruppe vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Gruppenabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Gruppenabschluss und zum Gruppenlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Gruppenabschlusses und Gruppenlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Gruppenabschluss und im Gruppenlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
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gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Gruppenabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Gruppenlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
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beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
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ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gruppe zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Gruppenabschluss und im Gruppenlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gruppe ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
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beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Gruppenabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Gruppenabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Gruppenabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe vermittelt. |
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holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb der Gruppe ein, um Prüfungsurteile zum Gruppenabschluss und zum Gruppenlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Gruppenabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
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beurteilen wir den Einklang des Gruppenlageberichts mit dem Gruppenabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gruppe. |
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führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Gruppenlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Verwendungszweck
Wir erteilen diesen Bestätigungsvermerk auf Grundlage des mit der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877- und der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG geschlossenen Auftrags. Die Prüfung wurde für Zwecke der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877- und der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG durchgeführt und der Bestätigungsvermerk ist nur zur Information der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877- und der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG über das Ergebnis der Prüfung bestimmt. Der Bestätigungsvermerk ist nicht dazu bestimmt, dass Dritte hierauf gestützt (Vermögens-)Entscheidungen treffen. Unsere Verantwortung besteht allein der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877- und der BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG gegenüber. Dritten gegenüber übernehmen wir dagegen keine Verantwortung.
Bremen, den 30. März 2022
PricewaterhouseCoopers
GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dr. Thomas Ull, Wirtschaftsprüfer
Stefan Geers, Wirtschaftsprüfer
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Gruppenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BLG-Gruppe vermittelt und im Gruppenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gruppe so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gruppe beschrieben sind.
Bremen, den 29. März 2022
DER VORSTAND
Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender
Michael Blach, Geschäftsbereich CONTAINER
Andrea Eck, Geschäftsbereich AUTOMOBILE
Christine Hein, Finanzen
Matthias Magnor, Geschäftsbereich CONTAINER
Ulrike Riedel, Arbeitsdirektorin
Feststellung des Gruppenabschlusses
Der Gruppenabschluss wurde in der Vorstandssitzung am 29. März 2022 festgestellt.
Bericht des Aufsichtsrats 2021
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach dem das Vorjahr massiv von der ausgebrochenen Corona-Pandemie geprägt war, bestanden auch im Geschäftsjahr 2021 noch viele Herausforderungen fort. Neben der Bewältigung der unternehmerischen Anforderungen, die die Einschränkungen der Pandemie mit sich brachten, hat insbesondere die weltweite Knappheit von Vorleistungsgütern bei den Herstellern unser Geschäft beeinflusst. Trotzdem konnten wir das Geschäftsjahr 2021 über den Erwartungen abschließen. Den Mitarbeitenden der BLG-Gruppe gilt daher in dieser herausfordernden Zeit ein besonderer Dank, da sie wesentlich dazu beigetragen haben, dass wir die Herausforderungen gemeinsam gemeistert haben.
Im Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat der BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT -Aktiengesellschaft von 1877- (BLG AG) die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben engagiert wahrgenommen und sich regelmäßig sowie ausführlich mit der Lage und der Entwicklung des Unternehmens befasst. Der Aufsichtsrat hat die Arbeit des Vorstands im Geschäftsjahr kontinuierlich überwacht und beratend begleitet. Grundlage hierfür waren die ausführlichen, in schriftlicher und mündlicher Form erstatteten Berichte des Vorstands. Außerdem stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem regelmäßigen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand, sodass der Aufsichtsrat stets zeitnah und umfassend über die beabsichtigte Geschäftspolitik, die Unternehmensplanung, die aktuelle Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie die Lage der Gesellschaft und der BLG-Gruppe informiert wurde.
Den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) entsprechend, unterstützte der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Geschäftsführung und beriet ihn in Fragen der Unternehmensleitung.
Soweit für Entscheidungen oder Maßnahmen der Geschäftsführung aufgrund Gesetzes, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung erforderlich war, haben die Mitglieder des Aufsichtsrats - unter anderem vorbereitet durch seine Ausschüsse - die Beschlussvorlagen in den Sitzungen geprüft oder aufgrund von schriftlichen Informationen verabschiedet. Entsprechend den Empfehlungen des DCGK tagt der Aufsichtsrat auch ohne Teilnahme des Vorstands, wie insbesondere bei Angelegenheiten den Vorstand betreffend. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für BLG LOGISTICS war der Aufsichtsrat frühzeitig und intensiv eingebunden. Die in den Berichten des Vorstands geschilderte wirtschaftliche Lage einschließlich der Risikolage und die Entwicklungsperspektiven von BLG LOGISTICS, der einzelnen Geschäftsbereiche und Geschäftsfelder sowie der wichtigen Beteiligungsgesellschaften im In- und Ausland waren Gegenstand sorgfältiger Erörterung.
| Sitzungsteilnahmen 2021 | Aufsichtsrat | Investitionsausschuss | Personalausschuss | Prüfungsausschuss |
Gesamt
in Prozent |
| Dr. Klaus Meier | 5/5 | 1/1 | 4/4 | 100,0 | |
| Christine Behle | 5/5 | 1/1 | 4/4 | 100,0 | |
| Sonja Berndt | 5/5 | 1/1 | 4/4 | 100,0 | |
| Karl-Heinz Dammann (bis 30.06.2021) | 3/3 | 3/3 | 100,0 | ||
| Heiner Dettmer | 5/5 | 4/4 | 100,0 | ||
| Melf Grantz | 5/5 | 4/4 | 100,0 | ||
| Udo Klöpping | 5/5 | 100,0 | |||
| Wybcke Meier | 4/5 | 80,0 | |||
| Dr. Tim Nesemann | 5/5 | 2/2 | 100,0 | ||
| Beate Pernak | 5/5 | 1/1 | 2/2 | 100,0 | |
| Klaus Pollok (bis 31.12.2021) | 5/5 | 4/4 | 100,0 | ||
| Jörn Schepull (seit 01.07.2021, Personalausschuss seit 16.09.2021) | 2/2 | 100,0 | |||
| Dr. Claudia Schilling | 5/5 | 1/1 | 4/4 | 100,0 | |
| Dietmar Strehl | 5/5 | 1/1 | 2/2 | 100,0 | |
| Reiner Thau | 5/5 | 2/2 | 100,0 | ||
| Vera Visser | 4/5 | 2/2 | 85,7 | ||
| Dr. Patrick Wendisch | 5/5 | 2/2 | 100,0 | ||
| Gesamt in Prozent | 97,5 | 100,0 | 100,0 | 100,0 | 98,4 |
Der Aufsichtsrat trat im Jahr 2021 zu insgesamt fünf turnusmäßigen Sitzungen zusammen. Aufgrund der besonderen Umstände der Corona-Pandemie bestand bei einzelnen Präsenzsitzungen die Möglichkeit der Teilnahme in virtueller Form. Die Präsenzquote betrug insgesamt 98,4 Prozent; kein Mitglied des Aufsichtsrats hat an weniger als der Hälfte der Sitzungen teilgenommen. Die Teilnahmequote (physisch bzw. virtuell) bei den Ausschusssitzungen lag 2021 erneut bei 100 Prozent. Die von den Aktionär:innen und die von den Beschäftigten gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats haben die Sitzungen zum Teil in getrennten Besprechungen vorbereitet. Die Details der Sitzungsteilnahmen sind der obigen Tabelle zu entnehmen.
Der Vermittlungsausschuss (Ausschuss nach § 27 Absatz 3 MitbestG) hat im Geschäftsjahr 2021 nicht getagt. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind und über welche die Hauptversammlung zu informieren ist, traten nicht auf.
Der DCGK verlangt vor der Übernahme von Nebentätigkeiten, insbesondere externer Aufsichtsratsmandate, durch Mitglieder des Vorstands die Zustimmung des Aufsichtsrats. Bei den übernommenen Mandaten waren keine Interessenkonflikte erkennbar, sie lagen vielmehr durchweg im Interesse von BLG LOGISTICS.
Beratungspunkte im Aufsichtsrat
Im Vordergrund der Beratungen des Aufsichtsrats in seinen fünf Sitzungen im Jahr 2021 standen immer wieder die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und die fehlenden Vorleistungsgüter in den Produktionen der Hersteller. Des Weiteren wurden wichtige Fragen der Strategie, der Geschäftstätigkeit der BLG LOGISTICS und ihrer Geschäftsbereiche sowie Personalthemen behandelt. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich in seinen einzelnen Sitzungen schwerpunktmäßig mit strategischen Themen und geopolitischen Einschätzungen, wie dem Ausbau der Geschäftsfelder Industrielogistik, Handelslogistik, Seehafenterminals und Inlandterminals sowie dem weiteren Wachstum von BLG LOGISTICS durch Neugeschäfte, Partnerschaften und Investitionen, der aktuellen Risikolage des Unternehmens einschließlich des Risikomanagementsystems und der risikobewussten Steuerung der Unternehmensentwicklung.
Im Speziellen befasste sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 25. Februar 2021 auch mit dem Verkauf der internationalen Speditionsaktivitäten sowie in der Sitzung am 15. April 2021 mit dem neuen Vorstandsvergütungssystem, welches in der Hauptversammlung am 2. Juni 2021 gebilligt und rückwirkend zum 1. Januar 2021 eingeführt wurde. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat in der Aprilsitzung auch intensiv mit dem Jahres- und Gruppenabschluss, mit der Tagesordnung für die Hauptversammlung 2021 sowie der Vorbereitung der nichtfinanziellen Gruppen-Erklärung. Die Entsprechenserklärung zum DCGK wurde in der Sitzung am 16. September 2021 verabschiedet.
Außerordentlich kam der Aufsichtsrat am 14. Juni 2021 zusammen, um im Wesentlichen über die Nachfolge des Mitglieds des Vorstands für den Geschäftsbereich CONTRACT zu entscheiden.
Alle wesentlichen Geschäftsvorfälle, die Unternehmenslage, die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Abweichungsanalysen zur Unternehmensplanung (inkl. Forecasts) wurden zeitnah und intensiv gemeinsam mit dem Vorstand erörtert. In der Sitzung am 9. Dezember 2021 wurden die Unternehmensplanung sowie die kurzfristige Ergebnis- und Finanzplanung eingehend diskutiert. Des Weiteren berichtete die Leitung der Abteilungen Interne Revision und Compliance in der Sitzung im Aufsichtsrat.
In der Zusammensetzung des Aufsichtsrats gegenüber dem 31. Dezember 2020 haben sich folgende personelle Änderungen ergeben:
Mit Wirkung zum 30. Juni 2021 hat Herr Karl-Heinz Dammann sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. An seine Stelle ist Herr Jörn Schepull nachgerückt. Herr Jörn Schepull ist im Jahre 2018 als Ersatzmitglied für Herrn Karl-Heinz Dammann gewählt worden.
Mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 hat Herr Klaus Pollok sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. An seine Stelle ist Herr Fabian Goiny nachgerückt. Herr Fabian Goiny ist im Jahre 2018 als Ersatzmitglied für Herrn Klaus Pollok gewählt worden.
Mit Wirkung zum 28. Februar 2022 hat Frau Vera Visser ihr Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Für die Nachfolge ist Herr Martin Peter durch Beschluss des Amtsgerichts Bremen vom 11. März 2022 zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt worden.
Ehemalige Vorstandsmitglieder der BLG AG sind nicht im Aufsichtsrat vertreten.
In der personellen Zusammensetzung des Vorstands haben sich im Geschäftsjahr 2021 folgende Änderungen ergeben:
Herr Jens Wollesen (ursprünglich bestellt bis 30. Juni 2024), Mitglied des Vorstands für den Geschäftsbereich CONTRACT, hat das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 30. September 2021 verlassen, um sich einer neuen Herausforderung zu widmen. Er war seit dem 30. Juni 2021 freigestellt. Seine Nachfolge hat zum 1. Oktober 2021 Herr Matthias Magnor angetreten, der in der Sitzung des Aufsichtsrats am 14. Juni 2021 für drei Jahre bestellt wurde.
In seiner Sitzung am 24. Februar 2022 hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Vertrag mit Herrn Frank Dreeke um zwei Jahre, bis zu Erreichung der Regelaltersgrenze für Vorstandsmitglieder, zu verlängern. Er ist nunmehr bestellt bis zum 31. Dezember 2024.
Arbeit der Ausschüsse
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat zusätzlich vier Ausschüsse eingerichtet. Als Ausschüsse des Aufsichtsrats bestehen ein Prüfungsausschuss, ein Personalausschuss, ein Investitionsausschuss sowie ein Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Absatz 3 MitbestG. Sie bereiten die Beschlüsse des Aufsichtsrats im Plenum vor und entscheiden, soweit zulässig, in Einzelfällen an seiner Stelle. Für den Prüfungsausschuss und den Investitionsausschuss gelten jeweils separate Geschäftsordnungen. Sämtliche Ausschüsse sind paritätisch besetzt.
Der Prüfungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2021 zu zwei Sitzungen zusammengetreten. Gegenstand der Sitzung am 13. April 2021 war vor allem die umfangreiche Erörterung und Prüfung des Jahresabschlusses, des Gruppenabschlusses sowie der Lageberichte für das Geschäftsjahr 2020. Bei der Befassung mit dem Jahresabschluss waren Vertretende der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft anwesend und haben entsprechend über die Ergebnisse der Abschlussprüfung berichtet. Des Weiteren hat der Prüfungsausschuss die Verwendung des Bilanzgewinns (HGB) sowie die Einberufung zur Hauptversammlung erörtert und dem Aufsichtsrat Beschlussempfehlungen unterbreitet.
Der Prüfungsausschuss überwacht die Auswahl, Unabhängigkeit, Rotation und Effizienz der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie die von dieser erbrachten Leistungen und befasst sich mit der Überprüfung der Qualität der Abschlussprüfung. Diesbezüglich werden entsprechende Fragen im Plenum erörtert. Zusätzlich wurde im Berichtsjahr erstmalig ein entwickelter Fragebogen zur Überprüfung der Qualität der Abschlussprüfung eingesetzt. Es wurden keine Hinderungsgründe bekannt, die einer Wahl der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bremen, für das Geschäftsjahr 2021 entgegenstehen.
BLG LOGISTICS wechselt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft regelmäßig. Der Prüfungsausschuss beschäftigt sich im Rahmen der jeweiligen Ausschreibungen intensiv mit den Kompetenzen, Erfahrungen und der Unabhängigkeit der Kandidaten.
In der Sitzung am 7. Dezember 2021 beschäftigte sich der Prüfungsausschuss im Wesentlichen mit der Unternehmensplanung inklusive der mittelfristigen Ergebnis- und Finanzplanung und der Genehmigung von Nichtprüfungsleistungen durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Einen weiteren Schwerpunkt der Tätigkeit bildeten die Berichterstattung der Revision und zum Compliance-System.
Der Personalausschuss hielt im Berichtsjahr vier Sitzungen ab. Er befasste sich in allen Sitzungen im Wesentlichen mit Personalangelegenheiten des Vorstands. Ein Schwerpunkt der Beratungen lag auf der Ermittlung und Bestellung der Nachfolge für die Vorstandsposition für den Geschäftsbereich CONTRACT. In der Sitzung am 15. April 2021 wurde insbesondere das neue Vergütungssystem behandelt, welches von der Hauptversammlung am 2. Juni 2021 gebilligt wurde.
Der Investitionsausschuss kam am 7. Oktober 2021 zu einer Sitzung zusammen und hat hinsichtlich Investitionen für die Erweiterung von Dienstleistungen für einen Kunden entschieden.
Der Vermittlungsausschuss (Ausschuss nach § 27 Absatz 3 MitbestG) ist im Berichtsjahr nicht zusammengetreten.
Die Sitzungen und Entscheidungen der Ausschüsse wurden durch Berichte und andere Informationen des Vorstands vorbereitet. Mitglieder des Vorstands nahmen an den Ausschusssitzungen regelmäßig teil. Die leitenden Personen der Ausschüsse haben im Anschluss an die jeweiligen Sitzungen an den Aufsichtsrat über die Tätigkeiten und deren Ergebnisse berichtet und Beschlussempfehlungen unterbreitet.
Weiterbildung und Selbstbeurteilung
Die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, wie beispielsweise zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und zu neuen Technologien, nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich wahr und werden dabei von BLG LOGISTICS unterstützt. Zur gezielten Weiterbildung werden bei Bedarf interne Schulungen oder Informationsveranstaltungen angeboten. Im Vorjahr erfolgte eine interne Schulung insbesondere zu den Themen Organisation und Aufgaben (inkl. Vorstandsvergütung), Rechte und Pflichten sowie Haftung. Neue Mitglieder des Aufsichtsrats können die Mitglieder des Vorstands und fachverantwortliche Führungskräfte zum Austausch über grundsätzliche und aktuelle Themen treffen und sich so einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens verschaffen ("Onboarding"). Für einen zusätzlichen, weiteren Einblick in das Unternehmen sollen regelmäßige Tagungen auch an anderen Standorten des Unternehmens erfolgen, sofern es die pandemische Lage zulässt.
Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam er als Organ insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Dabei werden die Ergebnisse eingehend im Aufsichtsrat erörtert und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen abgeleitet. Die letzte Überprüfung anhand eines anonym auszufüllenden Fragebogens und Bewertung der Ergebnisse im Plenum ist im Geschäftsjahr 2021 erfolgt. Anhaltspunkte für wesentliche Defizite haben sich hierbei nicht ergeben.
Corporate Governance und Entsprechenserklärung
Der Aufsichtsrat hat sich mit der Anwendung des DCGK im Unternehmen beschäftigt. Die vom Aufsichtsrat und Vorstand zusammen verfasste 21. Entsprechenserklärung vom 16. September 2021 nach § 161 AktG zu den Empfehlungen des DCGK entspricht der am 20. März 2020 veröffentlichten Fassung vom 16. Dezember 2019. Die gemeinsame Entsprechenserklärung ist auf der Internetseite der BLG LOGISTICS unter → www.blg-logistics.com/ir im Download-Bereich dauerhaft zugänglich sowie in der Erklärung zur Unternehmensführung enthalten.
Jahres- und Gruppenabschlussprüfung
Bei der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021 und der vorbereitenden Sitzung des Prüfungsausschusses waren die Vertreter der ordnungsgemäß gewählten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bremen, anwesend und haben die Ergebnisse ihrer Prüfung eingehend dargestellt.
Der Jahresabschluss und Lagebericht sowie der Abschluss zur Erfüllung der Konzernrechnungslegungspflicht der BLG AG und der Gruppenabschluss sowie -lagebericht der BLG LOGISTICS sind nach den gesetzlichen Vorschriften und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung vom Vorstand aufgestellt, von der durch die Hauptversammlung gewählten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Bremen, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand für das Geschäftsjahr 2021 erstatteten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) geprüft und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:
"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."
Jahresabschluss und Lagebericht, der Abschluss zur Erfüllung der Konzernrechnungslegungspflicht nebst Lagebericht, Gruppenabschluss und Gruppenlagebericht sowie die Prüfungsberichte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Gesellschaft haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats fristgerecht vorgelegen.
Der Aufsichtsrat hat seinerseits den Jahresabschluss, den Gruppenabschluss, den Abschluss zur Erfüllung der Konzernrechnungslegungspflicht, die Lageberichte und den Gruppenlagebericht des Vorstands sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns (HGB) geprüft. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses, des Gruppenabschlusses und des Abschlusses zur Erfüllung der Konzernrechnungslegungspflicht einschließlich der Lageberichte durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft an. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt und damit festgestellt. Ebenso hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Abschluss zur Erfüllung der Konzernrechnungslegungspflicht sowie den Gruppenabschluss gebilligt. Mit den Lageberichten und insbesondere der Beurteilung zur weiteren Entwicklung der BLG LOGISTICS ist er einverstanden. Dies gilt auch für die Dividendenpolitik und die Entscheidungen zu den Rücklagen in der BLG AG.
Der Aufsichtsrat hat ferner den Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen und das Ergebnis der Prüfung dieses Berichts durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft schließt sich der Aufsichtsrat an. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen gegen die Schlusserklärung des Vorstands im Abhängigkeitsbericht zu erheben.
Nichtfinanzieller Bericht
Seit dem Geschäftsjahr 2017 gibt BLG LOGISTICS eine nichtfinanzielle Gruppen-Erklärung im Sinne von § 315b HGB ab. Die Erklärung für das Geschäftsjahr 2021 ist als gesonderter nichtfinanzieller Bericht im Nachhaltigkeitsbericht 2021 integriert und wurde vom Aufsichtsrat inhaltlich geprüft. Die Prüfung führte zu keinen Einwendungen. → reporting.blg-logistics.com
Der Aufsichtsrat dankt in diesem erneut besonders herausfordernden Jahr dem Vorstand sowie allen Mitarbeitenden für das große Engagement und das nachhaltige Bestreben, unser Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass BLG LOGISTICS auch in Zukunft alle Herausforderungen gemeinsam meistern wird und die Ertragskraft der Gruppe langfristig sichern kann.
Bremen, im April 2022
Für den Aufsichtsrat
Dr. Klaus Meier, Vorsitzender
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