Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 80341
Eingetragen
7.1.2014
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von pharmazeutischen Erzeugnissen, medizinischen Artikeln, Krankenhaus-, Dental- und AltenpflegebedarfGroßhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, Dental- und LaborbedarfGroßhandel mit pharmazeutischen Erzeugnissen
Gegenstand
der Handel mit medizinischen- und dentalmedizinischen und pharmazeutischen Produkten und Arzneimitteln für Unternehmen, Gewerbetreibende, Freiberufler und öffentliche Institutionen, sowie der Verkauf, die Vermittlung von Dienstleistungen für den medizinischen und dentalmedizinischen Bereich und der Verkauf, die Vermittlung, der Service und die Wartung von dental- & medizinischen Produkten, die Entsorgung von dental- & medizinischen Produkten für dental- und medizinische Betriebe sowie die Vermittlung und der Verkauf von Hard- und Software für den medizinischen und dentalmedizinischen Bereich.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Renate Fohrn-Höver
seit 16.1.2024
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

41.50% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
41.50%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Anton Gerl GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Anton Gerl GmbH

Köln

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

der Anton Gerl GmbH, Köln

I. Grundlagen des Konzerns

1. Geschäftsmodell des Konzerns

Die Anton Gerl GmbH ist ein bundesweit tätiges Familienunternehmen.

Der Unternehmenssitz ist in Köln. Es bestehen Filialen in Augsburg, Berlin, Bernau am Chiemsee, Bielefeld, Bremen, Dresden, Erfurt, Essen, Hamburg, Hannover, Kiel, Leipzig, Malchow, München, Nürnberg, Plauen, Stuttgart und Würzburg und durch die Verschmelzung der Altschul Dental GmbH auf die Anton Gerl GmbH zum 01.01.2021 auch Standorte in Frankfurt a.M., Mainz und Saarbrücken.

Das Unternehmen ist ein Dental-Depot. Als solches bezeichnet man einen dentalmedizinischen Groß- und Einzelhandel mit angeschlossenen technischen Kundendienstleistungen sowie spezialisierten Serviceleistungen, um die Kundschaft allumfassend von der Existenzgründung bis hin zur Existenzabgabe aus einer Hand zu begleiten. Die Kundschaft besteht hauptsächlich aus Zahnarztpraxen und Dentallaboren, Kieferorthopädischen Praxen, Mund-Kiefer-Gerichtschirurgischen Praxen, aber auch weitere medizinische Gesundheitseinrichtungen wie Arztpraxen, medizinische Versorgungszentren, Podologen, Apotheken, Kliniken, Universitäten, öffentliche Auftraggeber, die Bundeswehr und weitere Unternehmen. Es erfolgt kein Verkauf an Privatpersonen.

Die Geschäftsfelder der Anton Gerl GmbH liegen im Schwerpunkt im stationären Handel mit aktiven und nicht-aktiven Medizinprodukten, Arzneimitteln, Gesundheitsprodukten, persönlicher Schutzausrüstung, Geräten und Einrichtungsgegenständen inkl. IT-Produkten (Hard- und Software) sowie stark digitalisierten Hightechprodukten aus den Bereichen 3D-Druck, 3D-Röntgen und CAD/CAM. Im stationären Handel beschäftigt das Unternehmen über 200 Medizinprodukteberater:innen und/oder Pharmareferent:innen.

Durch die Anwachsung der Refit Medizintechnik GmbH & Co.KG auf die Anton Gerl GmbH in 2021 wird der im Portfolio des Konzern befindliche Bereich der gebrauchten Einrichtungsgegenstände und Geräte effizienter tätig sein. Gerade in Krisenzeiten sind diese Produkte schnell verfügbar und zukünftig wird das Thema Wiederverwendung und Ressourcen-Schonung deutlich zunehmen.

Über die 100%ige Tochtergesellschaft Gerl VDB Dental B.V., Velp bietet der Konzern die gleichen Leistungen auch in den Niederlanden an.

Die Konzernmutter betreibt neben dem stationären Handel zwei Online-Handelsplattformen. Die eine ist eine hochmoderne Bestell- und Lagersoftware, die die Kundschaft kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt. Diese dient der Kundschaft als Unterstützung im Warenbezug und in der Lagerabwicklung, bis hin zur Unterstützung im Bereich des kundeneigenen Qualitätsmanagementsystems.

Die zweite ist ein moderner Shop neuester Generation mit der größten Angebotsvielfalt im Markt.

Beide Systeme werden fortlaufend hinsichtlich der Angebotsbreite sowie der Funktionalität ausgeweitet und technisch aktualisiert.

Die Kundenbetreuung der Konzernmutter erfolgt somit hochmodern über umfangreiche Online-Aktivitäten gepaart mit traditioneller, persönlicher und regionaler Betreuung mit hoher Beratungs- und Servicequalität.

Ebenfalls hat der Konzern zwei weitere, europaweit tätige Onlineshop-Firmen. Diese zählen zu den bekanntesten und führenden Shop-Anbietern in der Branche. Die DENTALVERSENDER GmbH wird hierbei als 100%ige Tochter von der Dentalerie GmbH gehalten, welche wiederum eine 100%ige Tochter der Anton Gerl GmbH ist. Die SD - Shopping Dental GmbH ist eine 100%ige Tochter der Anton Gerl GmbH ist.

Die Anton Gerl GmbH sowie die zwei weiteren Onlineshop-Firmen besitzen die jeweilige Erlaubnis zum Großhandel mit Arzneimitteln und auch jeweils die notwendige ISO 13485 Zertifizierung für Organisationen, die ganz oder teilweise am Lebenszyklus von Medizinprodukten beteiligt sind.

Die Anton Gerl GmbH ist Gesellschafterin der Dental Union GmbH, einem der größten Zentrallager für dentalmedizinische Verbrauchsmaterialien, Instrumente, Zähne und Kleingeräte in Europa.

Über die Dental Union GmbH liefern die Anton Gerl GmbH sowie ihre Onlineshop-Firmen bis zu 3.000 Pakete täglich nach ganz Europa. Die beauftragten Transportunternehmen GLS, trans-o-flex und DB Schenker liefern entsprechend Pakete, Großgebinde, Paletten, Gefahrgut und auch temperatursensible Produkte entsprechend den aktuellen Gesetzen, die entsprechende Lager- und Transportvorgaben beinhalten sowie den gültigen Leitlinien wie der Medical Device Regulation, PSA-Verordnung, Kosmetikverordnung, Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern (RGS 510), Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor den Risiken, die durch Chemikalien entstehen können (REACH), des Arzneimittelgesetzes und der guten Vertriebspraxis bzw. Distribution sämtlicher Arzneimittel- und Healthcare-Produkte (GDP konform) aus, so dass alle Vorschriften eingehalten werden und die entsprechenden Produkte in der höchsten Qualität auch bei Frost oder Hitze sicher und pünktlich bei den Kund:innen ankommen.

Ebenfalls bietet die Anton Gerl GmbH bundesweit umfangreiche, technische Dienstleistungen und Kundendienst an, inkl. mehrerer Anwendungs- und Notfall-Hotlines für den Firstlevel- und auch größtenteils für den Secondlevel-Support der einzelnen Spezialbereiche. Die technischen Dienstleistungen umfassen die Montage und Installation nach allen gesetzlichen Vorschriften wie die Erstellung eines Bestandsverzeichnisses nach MPBetreibV § 13, Sicherheits- und messtechnische Kontrollen der Gerätschaften nach EN 62353 und DGUV Vorschrift 3 sowie die Einweisung von Medizinprodukten. Den technischen Kundendienst, inklusive Wartung, Prüfung, Validierung und Instandsetzung von Medizinprodukten nach der Medical Device Regulation (MDR), der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV), der Trinkwasserverordnung (TrinkwV), dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG), Infektionsschutzgesetz (IfSG) sowie weiteren Gesetzen und Normen. Die fachlichen Schwerpunkte liegen hier im Bereich der Elektrotechnik und der Mechatronik. Hierzu ist die Anton Gerl GmbH nach der Ordnung des Handwerks (HwO) in die Handwerksrolle eingetragen.

Für den Bereich der IT-Produkte bietet die Gerl-Gruppe ein eigenes IT-Systemhaus inkl. bundesweiten Techniker:innen und Anwendungsberater:innen sowie einer Anwendungs- und Notfall-Hotline für den First- und Secondlevel-Support an. Auch für den Bereich der stark digitalisierten Medizinprodukte wie dem digitalen Röntgen, der CAD/CAM-Systeme und des 3D-Drucks unterhält sie eine eigene Hightech-Sparte inkl. bundesweiten Techniker:innen und einer Anwendungs- und Notfall-Hotline für den First- und Secondlevel-Support.

Die Anton Gerl GmbH bietet zudem die berufliche Weiterbildung mit eigenen Dozent:innen im Bereich der Gesundheitsbranche an, unter anderem auch unter den Leitsätzen der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) sowie der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK).

Zudem bietet Sie das Coaching und die Prozess-Optimierung von Praxen, Laboren und sonstigen Gesundheitseinrichtungen im Bereich der Abrechnung, Betriebswirtschaftslehre, Hygiene, Personalführung, Prophylaxe, der Organisation von Gesundheitseinrichtungen inkl. Qualitätsmanagement bis hin zum externen Datenschutzbeauftragten an.

Auch unterhält sie eine Online-Akademie mit einem umfangreichen e-learning Angebot und bietet darüber Webinare, e-teaching und Blended Learning an.

Im Bereich der Akademie werden zudem europaweite Fortbildungsreisen angeboten.

Die Anton Gerl GmbH ist zudem 100%ige Gesellschafterin der AGUNUMA GmbH, einer auf Beratung und damit verbundenen Dienstleistungen spezialisierten Firma, über die die Fortbildungsmaßnahmen an die Kundschaft förderfähig berechnet werden können. Gefördert werden die Beratungsleistungen mit bis zu 50% unter anderem durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie den Europäischen Sozialfonds für Deutschland. Der spezialisierte Bereich innerhalb der AGUNUMA GmbH tritt unter der Marke www.go4.life auf.

Die Anton Gerl GmbH bietet ebenfalls qualifizierte und anspruchsvolle Consultingdienstleistungen mit eigenen Betriebswirt:innen und Consultants an. Der Anspruch ist es, alle benötigten Consulting-Leistungen von der Existenzgründung mit Objekt- und Personalvermittlung, über die Laufbahnberatung mit Wirtschaftsberatung, Standortanalyse, Unternehmensbewertung und Investitionsberatung, bis zur Abgabe der Gesundheitseinrichtung (Medizinisches Versorgungszentrum, Praxis oder Labor) wiederum mit Objekt- und Personalvermittlung allumfassend anzubieten, um der Philosophie - die Kund:innen während der gesamten Karriere unterstützend zu begleiten - nachzukommen. Hierzu unterhält das Unternehmen zwei eigene Online-Plattformen www.team.dental und www.immo.dental und verwendet Spezialsoftware zur Optimierung von Prozessen und zur professionellen und gerichtlich verwertbaren Ausführung von Unternehmensbewertungen.

Gemäß der Unternehmensphilosophie - alles aus einer Hand - unterhält die Anton Gerl GmbH auch ein eigenes Architekturbüro mit dem Schwerpunkt Hochbau und Innenarchitektur inkl. Baubetreuung für Gesundheitseinrichtungen (Medizinische Versorgungszentren, Praxen und Labore).

Die Anton Gerl GmbH unterstützt zudem bei der Vermittlung und dem Abschluss von Verträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, Wohnräume und gewerbliche Räume und unterhält hierzu eine Erlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung (GewO).

Das Leistungsspektrum wird mit der eigenen Marketingagentur www.brandelicious.net abgerundet, welche ebenfalls in der AGUNUMA GmbH angesiedelt ist. Heute sind Website, Firmenlogo und personalisierte Geschäftsausstattung Voraussetzung für einen zeitgemäßen und professionellen Auftritt von Unternehmen und somit auch von Gesundheitseinrichtungen. Kund:innen und Patient:innen informieren sich heutzutage online über Unternehmen und Gesundheitseinrichtungen sowie deren angebotene Produkte und Dienstleistungen. Für den Bereich der Gesundheitseinrichtungen bietet die spezialisierte Marketingagentur an, über die medizinische Behandlung hinausgehende Services, wie Online-Terminvergabe oder Online- Anamnese in die Websites einzubauen. Hier bewährt sich die enge Zusammenarbeit mit dem eigenen Systemhaus und dem Vertrieb aller Bereiche und Firmen.

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Anton Gerl GmbH als Familienunternehmen und deren Unternehmensphilosophie des ganzheitlichen Angebotes aller benötigten Produkte und Dienstleistungen aus einer Hand, von der Existenzgründung bis hin zur Abgabe, mit hybriden Angebotsmodellen im stationären Handel und Onlinehandel machen die GERL.-Gruppe erfolgreich. Die weitgehend mittelständische Kundschaft steht im Fokus mit dem Ziel diese ein Berufsleben lang zu begleiten und betriebswirtschaftlich erfolgreich zu entwickeln. Mit dem Erfolg der Kundschaft wird damit auch für die Gesellschaft die langfristige Kundenbeziehung gestärkt und diese von Generation zu Generation weitergegeben.

Die Dienstleistungen der AGUNUMA GmbH ergänzen das Angebot der Muttergesellschaft. Die Onlineshop-Firmen DENTALVERSENDER GmbH und SD - Shopping Dental GmbH ergänzen das Angebot des Konzerns für Käuferschichten, die entweder nicht zu den Stammkunden der Anton Gerl GmbH zählen oder welche das traditionelle Preis-Rabattmodell ablehnen und einen transparenten Endpreis bevorzugen. Durch das ergänzende Warenangebot der Gebrauchtgeräte und die jahrelange Expertise in dem Bereich der Gebrauchtgeräteaufbereitung ist die Gerl-Gruppe einer der Marktführer in diesem Segment.

So kann der Konzern nun alle Käuferschichten und alle nachgefragten Waren- und Dienstleistungswünsche der Dentalhandelsbranche optimal bedienen.

Das Geschäftsjahr aller Konzernfirmen ist das Kalenderjahr.

2. Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft tätigt keine Forschung oder Produktentwicklungen.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Gesundheitswirtschaft in Deutschland ist mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3,3 Prozent eine Wachstumsbranche und gehört zu den größten Märkten in Europa. Mit rund 7,6 Millionen Erwerbstätigen ist etwa jeder 6. Arbeitsplatz in Deutschland in der Gesundheitswirtschaft vorzufinden. Mehr als 1,2 Millionen Stellen wurden seit 2011 geschaffen. Gemessen an den Gesundheitsausgaben als Anteil am Bruttoinlandprodukt im internationalen Vergleich belegt Deutschland mit 11,7 % den dritten Platz. An erster Stelle liegen hier die USA mit 17% und die Schweiz mit 12,1%.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit erwirtschaftete die deutsche Gesundheitswirtschaft im Jahr 2020 12,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (364,5 Mrd. Euro). Der Anteil der medizinischen Versorgung an der Bruttowertschöpfung beträgt 53,9 % (196,4 Mrd. Euro), wovon 11,2 % (22,0 Mrd. Euro) auf Zahnarztpraxen entfallen. Die Zahnarztpraxen verzeichneten damit einen Wertschöpfungsanteil von 4,5%.

Grundlage für die hohe Bruttowertschöpfung ist insbesondere der umfassende Leistungsanspruch für über 73 Millionen gesetzlich und fast 9 Millionen privat Krankenversicherte.

Der industrielle Teil der Gesundheitswirtschaft macht 20,6 Prozent der Gesundheitswirtschaft aus und umfasst Medizinprodukte, Arzneimittel sowie Einzelhandels- und Großhandelsleistungen, aber auch Waren zur Gesundheitsversorgung, Bauinvestitionen, erweiterte Handelsleistungen und Geräte für E-Health und digitale Anwendungen. Fast ein Fünftel der Wertschöpfung in der industriellen Gesundheitswirtschaft wird durch Medizinprodukte und Medizintechnik erzeugt. Produktion und Großhandel von Humanarzneimitteln und Medizintechnikprodukten sichern gegenüber 2019 mit rund 490.000 Arbeitsplätze im Jahr 2020 572.000 Arbeitsplätze. (vgl. Gesundheitswirtschaft; Fakten & Zahlen, Ausgabe 2020)

Der Trend ist hier weiter steigend. Damit sind weiterhin Vertrieb und Großhandel größter Wachstumstreiber. Der Vertrieb über den Großhandel und die damit verbundene Expertise in der Handelskette ist unverzichtbar und wird ausgebaut.

Innerhalb der günstigen Rahmenbedingungen der Gesundheitswirtschaft ist die Entwicklung des Dentalmarktes im Inland in den letzten Jahren durch eine deutliche Ausweitung des Angebotes - insbesondere durch ausländische Anbieter - gekennzeichnet. Grundsätzlich war der Markt in 2021 weiterhin durch einen Verdrängungswettbewerb der Fachhändler und den wachsenden Online-Handel geprägt. Eines der Top 5 Dental-Depots in Deutschland musste bereits im März 2020 Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden und hatte auch in 2021 starke Probleme den Umsatz zu halten, obwohl umfangreich in den Online-Handel investiert wurde. Investoren beteiligen sich vermehrt an Unternehmen auf dem Markt, sowohl in der Industrie, als auch im Handel und vor allem auch auf Seiten des größten Klientels der Branche, den zahnärztlichen Praxen. Eine Zentralisierung der Marktteilnehmer im Bereich der Investoren- und aktiengesteuerten Unternehmen ist zu beobachten.

Der Internethandel hat hierbei im Bereich der Verbrauchsmaterialien weiter zugenommen und führt weiterhin zu Margenverlusten mit immer günstiger werdenden Preisen. Zusätzlich nehmen Vergleichsplattformen im Internet zusätzlich die Bereiche Investitionsgüter als auch den technischen Service ins Visier.

Im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern befindet sich die Digitalisierung im Gesundheitswesen in Deutschland weiterhin im Aufbau. Hierzu hat der Gesetzgeber das E-Health- Gesetz beschlossen, um den digitalen Fortschritt gezielt zu fördern. Ziel ist es, die verschiedenen Leistungserbringer/-innen wie z.B. die Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäuser zu vernetzen und den Datenaustausch zu vereinfachen. Die elektronische Gesundheitskarte soll hierbei den Patient:innen die Möglichkeit geben, gesundheitsrelevante Daten und Untersuchungsergebnisse digital jederzeit verfügbar zu haben. Die Digitalisierung in den Praxen führt zu immer komplexeren Vernetzungen, so dass in der Beratung und im technischen Service der Anton Gerl GmbH IT-Fachkompetenz immer wichtiger wird.

Die Tätigkeit am Dentalmarkt steht in direkter Abhängigkeit zum staatlichen Reformbestreben im Gesundheitswesen. Die Kostendämpfungsbestrebungen seit den 1990ern haben die Branche grundlegend reformiert und aktuelle Gesetzes- und Normenänderungen, wie die Einführung der EU-MDR, der EU-DSGVO, dem nationalen e-Health Gesetz, und den RKI-Hygienemaßnahmen betreffen die Kundschaft und die Gesellschaft direkt. Wirtschaftliche Entwicklungen Deutschlands und der EU haben großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. So bestehen aktuell durchaus Risiken durch die Auswirklungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges.

Die entsprechenden ökonomischen Einflüsse auf die Gesundheitswirtschaft in Deutschland und die gesamte Welt durch die Corona-Pandemie sind im Jahr 2021 weiterhin besonders hervorzuheben. Anders als in der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009, in der die Gesundheitswirtschaft der stabilisierende Faktor der deutschen Wirtschaft war, hat die Corona-Krise einen direkten Bezug auf die Gesundheitswirtschaft. Dabei ist die Gesundheitswirtschaft in mehreren Bereichen betroffen.

Einerseits werden medizinische Versorgungen in bestimmten Bereichen, wie Kliniken, auf die unbedingt notwendigen Behandlungen reduziert, andere Dienstleistungen werden durch Kontaktbeschränkungen zeitweilig komplett ausgesetzt. Gleichzeitig wird durch Beherbergungsverbote auch der Bereich des Wellness- und Gesundheitstourismus besonders getroffen.

Auf der anderen Seite ist die Nachfrage nach Medizinprodukten, Impfstoffen und Intensivpflege maximal.

Das Zusammenspiel dieser Faktoren mit der globalen Abhängigkeit von Lieferketten führt zu zeitweiligen Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Medizinprodukten, Behandlungsgeräten und Verbrauchsmaterialien wie persönlicher Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln, die auch die Anton Gerl GmbH in Gänze zu spüren bekam. Die Ukraine-Krise verstärkt die Schwierigkeiten in der Lieferkette enorm.

2. Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2021 war für den Konzern unter Berücksichtigung der vorhandenen Umstände sehr erfolgreich. Nach dem schwachen Nachfrageverhalten des gesamten Marktes im Jahr 2018, einer positiven Markt-Entwicklung 2019 und einer weiter deutlich positiven Entwicklung in 2020, konnten die 2021er Umsatz- und Ertragsziele des Konzerns wie geplant umgesetzt werden. Die Gerl-Gruppe agierte überdurchschnittlich im Vergleich zu den direkten Wettbewerbern und konnte Marktanteile gewinnen.

Im Berichtsjahr kamen mehrere Faktoren zusammen, die einen besonderen Effekt hatten. Das Jahr 2021 war geprägt durch die internationale Corona-Pandemie. Der wichtige und kundenbindende Bereich der Dienstleistungen der Konzernmutter, vor allem der technischen Dienstleistungen konnte signifikant erweitert und professionalisiert werden. Die neuen Angebote wurden sehr gut angenommen und diese werden vor allem in 2022 enorm ausgebaut.

Der Umsatz der Anton Gerl GmbH konnte im Vergleich zu den Vorjahren auch im Bereich der Investitionsgüter deutlich gesteigert werden. Die Kundschaft der Konzernmutter schätzt das breite Spektrum an Produkten, die modernen Show-Rooms, die hohe Beratungskompetenz und die attraktive Preisgestaltung. Im Bereich des Handels mit Verbrauchsmaterialien bei der Anton Gerl GmbH wurde der Umsatzrückgang der Vorjahre durch gezieltes Online-Marketing weiter aufgeholt. Ebenfalls konnte der gesamte Konzern durch die Vermarktung von Artikeln aus dem Bereich der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und Antigen-Schnelltests zusätzlichen Umsatz generieren.

Durch die planmäßige Umsatzausweitung bei der Anton Gerl GmbH, vor allem bei Investitionsgütern und den technischen Dienstleistungen, hat sich die Strategie in Dienstleistungen und Kundenbindung zu investieren als sehr erfolgreich herausgestellt. Die Onlineshop-Firmen konnten ihren Umsatz signifikant und nach Plan ausweiten.

Die Konzernfirmen haben im vergangenen Geschäftsjahr ihr Angebot an Dienstleistungen und Online-Angeboten deutlich weiter ausgebaut und mit umfangreichen Online-Lösungen und geschultem Fachpersonal für die Kund:innen Lösungen erarbeitet und so den eigenen Wettbewerbsvorteil weiter ausgebaut. Zusammenfassend führten die Aktivitäten der Anton Gerl GmbH und ihrer Tochtergesellschaften zu einer sehr guten Nachfrage und Investitionsbereitschaft und dadurch zu einer Erhöhung der Umsätze und einer Festigung der Einnahmen der Gesellschaft auf hohem Niveau.

Die Erweiterung der Angebote der Konzernfirmen im Bereich des Internethandels, verbunden mit einem moderneren Shop- und hybriden Preissystem, einer Fokussierung auf Customer Centricity und Data Driven Marketing wurden sehr gut von der Kundschaft angenommen und werden als einer der Erfolgsfaktoren gesehen. Dem Konzern ist es dadurch gelungen, preissensible Kunden:innen zu halten und zusätzlich neue Kund:innen zu gewinnen. Zusammen mit den Angeboten an Dienst- und Serviceleistungen konnte die sehr gute Marktposition des Konzerns gefestigt werden.

Es wurde bundesweit verstärkt in Personal investiert, und es konnten Grundsteine für weitere Standorte der Konzernmutter in Deutschland mit erheblichem Personal- und damit verbundenen Umsatzzuwachs gelegt werden. Gerade die Schwäche des Wettbewerbs wird hier genutzt, um erfolgreiche Strukturen zu übernehmen und die eigenen Standorte zu verstärken.

Es wurden weitere Investitionen getätigt, um die digitalen internen Prozesse zu verbessern und die Effizienz der Arbeitsprozesse bis hin zur Kundschaft zu ermöglichen. Diese werden als Teil eines langfristigen Programmes weiterverfolgt.

Zum Ende des Geschäftsjahres hat die Anton Gerl GmbH wieder einen starken Anstieg der Auftragslage verbuchen können, aber in dem Berichtsjahr nicht mehr zur Verarbeitung bringen können.

3. Einkauf

Der wesentliche Einkauf ist im Dentalhandel auf eine Anzahl von ca. 100 Herstellern und Lieferanten konzentriert.

Das Artikelsortiment der Verbrauchsmaterialien, Instrumente und Zähne ist dabei sehr groß und umfasst mehr als 90.000 Artikel, die zu etwa 40% zur sofortigen Auslieferung gelagert werden müssen. Der Einkauf, die Lagerung, die Logistik und die Auslieferung an die Kundschaft dieser ca. 36.000 Produkte werden durch das Zentrallager der Dental Union GmbH in Rodgau durchgeführt. Durch diese Struktur besteht für die Anton Gerl GmbH und deren Tochtergesellschaften sowie ca. einem Dutzend weiterer mittelständischer Gesellschafter, alle Dentalfachhändler, die Möglichkeit im Preiswettbewerb gegenüber den großen, internationalen Dentalhandelsfirmen mitzuhalten.

Im Bereich der ca. 54.000 Beschaffungsartikel für den Verbrauchsmaterialbereich hatte der Konzern durch den enormen Zuwachs an Marktanteilen aus den Vorjahren und durch eine stark erweiterte eigene Einkaufsabteilung und deren guten Verhandlungen, auch im Berichtsjahr absolut wettbewerbsfähige Einkaufskonditionen. Der Warenumschlag und die Verrechnung finden unmittelbar zwischen Lieferanten und den Konzernfirmen statt, oftmals auch als Streckengeschäft.

Bei Investitionsgütern, also Medizintechnikgeräten und Einrichtungsgegenständen, sind ca. 25 marktführende Lieferanten vorhanden, wobei mit diesen der Warenumschlag und die Verrechnung unmittelbar stattfinden. Auch hier konnten im Jahr 2021, unter anderem wegen der wachsenden Unternehmensgröße, sehr gute Einkaufskonditionen mit den Lieferanten verhandelt werden.

Im Bereich der ca. 300.000 Beschaffungsartikel für den Ersatzteilbereich hatte der Konzern ebenfalls durch den enormen Zuwachs an Marktanteilen aus den Vorjahren und durch die stark erweiterte, eigene Einkaufsabteilung und deren gute Verhandlungen, auch im Berichtsjahr konstant wettbewerbsfähige Einkaufskonditionen. Der Warenumschlag und die Verrechnung finden unmittelbar zwischen den Lieferanten und den Konzernfirmen statt, oftmals auch als Streckengeschäft.

4. Lage des Konzerns

Die Umsatzerlöse sind gegenüber dem Vorjahr um 33,5 % gestiegen. Das Jahresergebnis liegt bei TEUR 4.677,3 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.417,0 verbessert.

Die Umsatzerlöse konnten im Vergleich zum Vorjahr in den drei größten Absatzbereichen Verbrauchsmaterial, Instrumente, Zähne sowie Praxis- und Laboreinrichtungen und dem technischen Kundendienst deutlich gesteigert werden. Die größte Steigerung ergab sich bei Verbrauchsmaterial, Instrumente und Zähnen, wodurch sich der Umsatzanteil dieser Produkte erhöht hat. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf den Handel mit Schutzausrüstungen und Antigen Schnelltests im Rahmen der Corona-Pandemie.

Es wurden gezielte Investitionen in moderne IT-Lösungen im Bereich Kundenansprache wie Online-Shop-Plattformen getätigt. Gleichzeitig wurden auch in die Arbeitsprozesse IT- Lösungen eingebaut, die die Prozessabläufe erleichtern und damit auch die Auftragsverarbeitungen in der Zukunft bei steigendem geplantem Umsatz im operativen Bereich effizienter gestalten. Hier sind zusätzliche Programmier- und Lizenzkosten entstanden.

Zur Optimierung der Unternehmenssteuerung sowie zur verbesserten Abwicklung von Geschäftsprozessen wurde weiterhin verstärkt in den Bereich des Projektmanagements und der Prozessoptimierung investiert.

Im Jahresrückblick gab es erneut regional und produktspezifisch sehr unterschiedliche Entwicklungen, welche allerdings in Gänze positiv waren.

Dem Wettbewerb gegenüber Mitbewerbern begegnet der Konzern durch innovative Produktideen, vor allem den Vertrieb von Haus- und Eigenmarken und durch verstärkte Aktivitäten im Service- und Dienstleistungsbereich.

Die im Geschäftsjahr erreichten Ergebnisse, die Marktposition und die Produktinnovationen im Haus- und Eigenmarkensegment bestätigen diese Geschäftspolitik. Die weitere Umsetzung dieser Strategie wird konsequent weiterverfolgt, dabei ist die Abhängigkeit von Investitionsentscheidungen der Kundschaft und deren Vollzug hervorzuheben.

Die kaufmännische und technische Ausstattung des Unternehmens ist nach wie vor der Unternehmensgröße absolut angemessen.

Der Konzern befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs und findet an allen Konzern-Standorten und für alle Unternehmensbereiche, aufgrund der Attraktivität aller Konzernfirmen, genügend Mitarbeiter:innen und bildet zusätzlich umfangreich eigenes Personal aus. Auch online wird der Konzern als attraktiv und für die Medizintechnikbranche als überdurchschnittlich guter Arbeitgeber dargestellt.

5. Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen

Der Konzern ist weitestgehend bundesweit mit einem Filialsystem vertreten und verfolgt weiterhin den Expansionskurs der vergangenen Jahre. Die Aktivitäten der europaweit tätigen Online-Firmen wurden sehr verstärkt und mit den Dienstleistungsangeboten der Konzernschwestern verbunden.

Der Konzern hat auf dem stark umkämpften Dentalmarkt eine sehr gute Wettbewerbsposition. Unter den weltweit agierenden Dentalfachhandelsgesellschaften gehört der Konzern zu den größten Anbietern in Deutschland und weltweit zu den Top 10.

Die für den Konzern wesentlichen Absatzmärkte sind durch eine Vielzahl von Mitbewerbern geprägt. Es ist jedoch zu beobachten, dass die Konzentration weiter zunimmt, was die Geschäftsführung aller Konzernfirmen als positiv für die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten einschätzt.

6. Rechtliche und wirtschaftliche Einflussfaktoren

Die staatlichen Eingriffe in das Gesundheitswesen sind für den Konzern weitestgehend nicht kalkulierbar. Die Gesetzesplanungen und entsprechende Regierungsvorschläge werden fortlaufend beobachtet und deren Auswirkungen auf die Geschäftsfelder simuliert.

Die Umverteilung der Kosten weg von den Krankenkassen hin zum Patienten könnte beim nächsten konjunkturellen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt bei den betroffenen Patienten zu Ausgabenzurückhaltungen führen, was wiederum die Investitionsbereitschaft unserer Kunden beeinflussen würde. Generell ist die Gesundheitsbranche, hier speziell die Dentalbranche allerdings innerhalb der letzten 70 Jahre extrem stabil geblieben und es gab lediglich geringe Abweichungen im Bereich der Stimmungslage in Bezug auf die Investitionsbereitschaft bei der Kundschaft der Anton Gerl GmbH sowie deren Tochtergesellschaften. Dies bestätigt sich gerade auch im Berichtsjahr, in dem die Corona-Pandemie starken Einfluss auf alle Wirtschaftsakteure hatte und der Konzern sogar von dieser Situation profitieren konnte. Die aktuelle Ukraine-Krise führt zu Lieferengpässen, die bei den Konzerngesellschaften zwar zu spüren sind, aber durch das breite Spektrum an weltweiten Lieferanten kompensiert werden können. Preissteigerungen der Hersteller werden 1 zu 1 an die Kundschaft weitergereicht.

Die Investitionsbereitschaft der Kundschaft in den zunehmenden technologischen Umbruch, 3D-Technik, CAD/CAM Systeme, die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitsprozesse und die Dienstleistungen im Service-Bereich sind wesentliche Impulse für das Wachstum unseres Konzerns. Diese Investitionen werden teilweise durch staatliche Investitionsprogramme gefördert, andere Digitalisierungsprozesse werden staatlich gefordert. Von beiden Entwicklungen profitiert die Anton Gerl GmbH und deren Tochtergesellschaften.

Der demografische Wandel und die damit verbundene Änderung in der Kundenstruktur wird verfolgt und beobachtet. Es ist damit zu rechnen, dass auch hier ein Fachkräftemangel bei den Kunden der Gesellschaft auftritt. Unser Dienstleitungsangebot gibt unseren Kunden die Möglichkeit Leistungen zuzukaufen und damit auf den Fachkräftemangel zu reagieren.

7. Vermögenslage

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
Anlagevermögen
-immaterielle Vermögensgegenstände 694,3 949,1
-Sachanlagevermögen 3.196,4 3.638,0
-Finanzanlagevermögen 255,6 266,9
4.146,3 4.854,0
Umlaufvermögen
-Vorräte 17.643,1 13.637,8
-Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 25.311,6 24.075,4
-Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 3.464,1 4.069,1
46.418,8 41.782,3
Rechnungsabgrenzungsposten 315,3 250,6
AKTIVA 50.880,4 46.886,9
Eigenkapital 21.421,6 17.558,3
Rückstellungen 7.171,9 7.265,3
Verbindlichkeiten 22.286,9 22.063,3
PASSIVA 50.880,4 46.886,9

Die immateriellen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Konzessionen für die Finanzbuchhaltung, das Warenwirtschaftssystem, das Intranet und Lizenzen für die mobile Auftragsabwicklung. Außerdem werden Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von TEUR 279 ausgewiesen. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Unterschiedsbeträge aus der Erstkonsolidierung. Nach den hohen Investitionen in den Vorjahren in die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und die Optimierung des Internethandels waren die Abschreibungen im abgelaufenen Geschäftsjahr höher als die Investitionen.

Im Sachanlagevermögen sind im Wesentlichen EDV-Hardware, Mietereinbauten, Firmenfahrzeuge und Büromöbel aktiviert. Nach den hohen Investitionen der Vergangenheit waren auch hier die Abschreibungen höher als die Zugänge im Jahr 2021.

Das Finanzanlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr geringfügig vermindert.

Die Vorräte (abzüglich der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen) sind gegenüber dem Vorjahr unter anderem zur Aufrechterhaltung der Lieferbereitschaft erhöht. Ihr Anteil an der Bilanzsumme hat sich bei einer gestiegenen Bilanzsumme von 29,1 % im Vorjahr auf 34,7 % erhöht.

In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind überwiegend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 14.492,5, Vorjahr: TEUR 14.708,4) enthalten, die gegenüber dem Vorjahr fast unverändert sind. Die ebenfalls in dieser Position enthaltenen Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betragen TEUR 4.132,1. Sie haben sich im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 3.758,) wegen höherer Bonusansprüche erhöht. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden im Wesentlichen Forderungen aus Lieferantenboni und Steuererstattungsansprüche ausgewiesen.

Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 3.863,3 erhöht. Der Erhöhung des Eigenkapitals durch den Konzernjahresüberschuss des Jahres 2021 in Höhe von TEUR 4.677,3 stehen eine Gewinnausschüttung der Muttergesellschaft in Höhe von TEUR 700,0 und die Auflösung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 114,0 gegenüber. Die Eigenkapitalquote beträgt bei einer höheren Bilanzsumme 42,1 % gegenüber 37,5 % im Vorjahr.

Die Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Steuerrückstellungen (TEUR 2.328,5), Personalkostenrückstellungen (TEUR 3.137,0) und Rückstellungen für Gewährleistungen (TEUR 1.325,1).

Die Verbindlichkeiten haben sich insgesamt um TEUR 223,6 vermindert. Dabei sind die Bankverbindlichkeiten um TEUR 1.286,6 verringert, während sich insbesondere die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+ TEUR 778,5) und die sonstigen Verbindlichkeiten (+ TEUR 592,0) erhöht haben. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Steuern (TEUR 2.198,7), Verbindlichkeiten aus Gutscheinen (TEUR 2.365,6) und Privatdarlehen (TEUR 5.132,4).

Die Bilanzsumme der Gerl-Gruppe ist um 8,5 % auf TEUR 50.880,4 (Vorjahr: TEUR 46.886,9) gestiegen.

8. Finanzlage

Zur Finanzierung standen auch im Jahr 2021 jederzeit ausreichend liquide Mittel zur Verfügung. Es werden soweit möglich Lieferantenskonti genutzt. Gegenüber den Kunden wird darauf geachtet, dass die Forderungen innerhalb der Zahlungsziele vereinnahmt werden.

Zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit stehen der Gerl-Gruppe neben dem Eigenkapital in Höhe von 21,4 Mio EUR Gesellschafterdarlehen und Darlehen aus dem Familienkreis (zusammen 5,5 Mio EUR), und lang- und kurzfristige Kredite von Banken, die zum Bilanzstichtag mit 4,6 Mio EUR valutieren, zur Verfügung.

Der Cash-Flow hat sich wie folgt entwickelt:

2021 2020
TEUR TEUR
Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1.938 8.995
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit -641 -765
Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit -1.902 -5.986
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds - 605 2.244

9. Ertragslage

2021 2020
TEUR TEUR
Umsatzerlöse 277.069,9 207.475,3
Sonstige betriebliche Erträge 3.550,1 2.781,3
Aufwendungen für bezogene Waren -197.818,1 -141.444,1
Rohergebnis 82.801,9 68.812,5
Personalaufwand -42.725,3 -37.826,5
Abschreibungen auf Anlagevermögen -1.525,8 -1.659,8
Abschreibungen auf Umlaufvermögen -4.201,9 0,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -28.372,7 -22.926,4
Beteiligungserträge 40,7 92,1
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 125,7 94,9
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -451,6 -467,9
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -949,2 -1.535,7
Sonstige Steuern -64,5 -166,2
Konzern-Jahresüberschuss 4.677,3 4.417,0

Im Rahmen unserer weiterhin verfolgten Wachstumsstrategie haben wir unsere Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 33,5 % steigern können. Die Umsatzerlöse verteilen sich im Wesentlichen auf die Produkte Einrichtungen, Verbrauchsmaterialien und Zähne sowie technische Dienstleistungen. Dabei sind alle Umsatzerlöse absolut erhöht, die Anteile der Einrichtungen und der technischen Dienstleistungen haben sich vermindert, während sich der Anteil der Verbrauchsmaterialien und Zähne erhöht hat. Die auf die Umsatzerlöse bezogene Wareneinsatzquote beträgt 71,4 % gegenüber 68,2 % im Vorjahr. Die erheblich höheren Umsatzerlöse führen trotz einer erhöhten Wareneinsatzquote bei leicht erhöhten sonstigen betrieblichen Erträgen zu einer Erhöhung des Rohergebnisses um TEUR 13.989,4.

Die Personalaufwendungen haben sich entsprechend unserer Expansionsstrategie wie geplant entwickelt. Die Personalkostenquote beträgt 15,4 % (Vorjahr 18,2 %). Die Personalkosten sind aufgrund von Investitionen in neues Personal sowie Lohnsteigerungen, Provisionszahlungen und Sozialaufwendungen um TEUR 4.898,8 gestiegen.

Die Abschreibungen auf Anlagevermögen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr um TEUR 134,0 vermindert, da die Investitionen ins Anlagevermögen geringer waren als die Abschreibungen. Die im Berichtsjahr ausgewiesene Abschreibung auf Umlaufvermögen in Höhe von TEUR 4.201,9 betrifft die Wertberichtigung auf eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 5.446,3 erhöht. Ihr Anteil an den Umsatzerlösen beträgt 10,2 % gegenüber 11,1 % im Vorjahr. Wesentlichen Einfluss auf die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben Vertriebs-, Fahrzeug- und Raumkosten sowie für die Verwaltung erbrachte Dienstleistungen. Die Erhöhung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist wesentlich auf höhere Provisionen (+ TEUR 1.576,8), gestiegene Versandkosten (+ TEUR 987,6), gestiegene EDV-Kosten (+ TEUR 673,3) und erhöhte Fahrzeugkosten (+ TEUR 535,5) zurückzuführen.

Zinsen und ähnliche Erträge sind gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Zinsen und ähnliche Aufwendungen beinhalten Zinsen auf Gesellschafterdarlehen, Bankverbindlichkeiten und sonstige Darlehen. Wegen einer geringeren Inanspruchnahme von Fremdmitteln sind die Zinsaufwendungen um TEUR 16,3 geringer als im Vorjahr.

Nach Berücksichtigung von Ertragsteuern ergibt sich ein Konzern-Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 4.677,3 gegenüber TEUR 4.417,0 im Vorjahr.

Das EBIT des Jahres 2021 (Ergebnis vor Ertragsteuern, Zinsen und Erträgen aus Beteiligungen) beträgt TEUR 5.911,7 gegenüber TEUR 6.233,6 im Vorjahr. Die auf die Umsatzerlöse bezogene EBIT-Rendite beträgt 2,1 % (Vorjahr: 3,0 %). Die deutliche Erhöhung des Rohergebnisses führte bei gestiegenen Personalkosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen insbesondere wegen einer unüblichen Abschreibung auf Umlaufvermögen zu einem Ergebnis auf Vorjahrsniveau.

10. Investitionen

Im Geschäftsjahr 2021 erfolgten Investitionen in den Aufbau neuer Standorte, den Umbau von Ausstellungen, in EDV-Hard- und Software und in die Betriebs- und Geschäftsausstattung zum Ausbau der technischen Ausstattung.

Ein zentraler Punkt der Investitionen war die verstärkte Investition in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter im Zusammenhang mit IT-gestützten Arbeitsprozessen.

Der Einsatz von weitergehenden modernen IT-Lösungen steht im Fokus in der Zukunft bei der umfassenden Kundenorientierung mit dem aktuellen Serviceangebot. So soll die Kundschaft die Möglichkeit bekommen, selber zu entscheiden, wieviel von dem angebotenen Service automatisiert oder mit persönlicher Betreuung stattfinden soll.

11. Marketing

Das Vertriebsmarketing verläuft professionell überwiegend zielgruppenspezifisch und Data Driven. Customer Centricity steht im Mittelpunkt des Marketings.

Die Anton Gerl GmbH und Ihre Tochtergesellschaften werben jeweils für sich, aber auch teilweise untereinander, um so der Kundschaft das Netzwerk besser bekannt zu machen und die vielen Themen, die das Netzwerk aus einer Hand anbietet, vermitteln zu können.

Damit verbunden wurde im Bereich Social Media weiter investiert und die Zielgruppenansprache deutlich erweitert. Mittlerweile sind Facebook, Instagramm und LinkedIn ein fester Bestandteil der Kundenansprache.

12. Personal und Soziales

Die Stammbelegschaft ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Unternehmen tätig. Im Rahmen des Generationswechsels werden die Möglichkeiten genutzt, die Organisationsabläufe zu verändern, um die Produktivität zu steigern. Die Anzahl der Mitarbeiter:innen lag im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich bei 621 Mitarbeiter:innen. Dieses entspricht einer Erhöhung um 7 Mitarbeiter:innen gegenüber dem Vorjahr. Zum Jahresende wurden 630 Mitarbeiter:innen beschäftigt.

Die einzelnen Konzernfirmen und Unternehmensbereiche bieten während des Geschäftsjahres interne und externe Qualifikationsmöglichkeiten an. Dies geschieht, um betriebliche Abläufe zu optimieren und gleichzeitig durch die Fortbildung zukunftsorientierte Berufsperspektiven zu schaffen und somit die Zukunft der Gesellschaft zu sichern. Investitionen werden wie in der Vergangenheit auch für die Zukunft zur Schaffung von Arbeitsplätzen vorgenommen, um das stetige Wachstum der Gesellschaft zu fördern. Gleichzeitig wird ein KVP-Prozess (kontinuierlicher Verbesserungsprozess) in allen Firmen, Standorten und Abteilungen gelebt. Die Verbesserungen werden dadurch den anderen Firmen und Standorten weitergegeben.

Investitionen in die Zukunft des Konzerns, die den Wettbewerbsvorsprung weiter ausbauen, vor Fachkräftemangel und Überalterung schützen, wurden weiter getätigt. Gezielte Ausbildungsmaßnahmen zur Entwicklung von Fachkräften wurden in strukturierte Ausbildungspläne umgesetzt. Die Ausbildung von eigenen, spezialisierten Fachkräften wird als Schlüsselbereich für den Fortbestand des Konzerns gesehen und wird gerade auch aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels bundesweit stark weiterentwickelt, hier vor allem im Bereich der Kaufleute, wie Großhandel und Büromanagement sowie Medizinprodukteberater:innen und vor allem im Bereich der technischen Berufe des Dentalkundendienstes, wie Informations- und Telekommunikationssysteme-Spezialist:in, Elektrotechniker:in, Fachinformatiker:in und Mechatroniker:in. Aber auch die interne Weiterentwicklung steht in der Unternehmung an vorderster Stelle. Hier wurde sehr stark in den e-learning-Bereich und ein eigenes, umfangreiches Learnmanagement-System investiert. Ebenfalls bauen wir den Bereich der Personalentwicklung inklusive einem Mentoring, einem Train-the-Trainer Modell und der Master-Slave-Methode, weiter aus und schulen bereits heute zu über 40% mit eigenem Personal.

Die Personalfluktuation im Gerl-Konzern ist sehr gering.

13. Umweltschutz

Die Anton Gerl GmbH und deren Tochtergesellschaften unterhalten ein Umweltmanagement in Anlehnung an die DIN EN ISO 14001, werden durch die Dekra überprüft und ein Umweltmanagementsystem nach der europäischen EMAS-Verordnung befindet sich im Aufbau.

Verpackungen, Datenträger, Batterien, Elektroschrott, Amalgamabscheider, Röntgenröhren, Klein- und Großgeräte, ob aus den eigenen Unternehmen oder der Kundschaft werden nach gesetzlichen Vorgaben, unter anderem ElektroG, VerpackG, BattG, recycelt oder entsorgt und entsprechende Mengenstromnachweise als Nachweis der Pflichterfüllung gegenüber der für die Abfallwirtschaft jeweils zuständigen Behörde, gemeldet. Altgeräte, soweit von Kunden übernommen, werden gegen Nachweis durch Fachfirmen entsorgt.

Nach dem Kenntnisstand der Gesellschaft bestehen keine weiteren Rücknahme- und Entsorgungsverpflichtungen von Altlasten. Die Lagerung und Lieferung von Batterien und Gefahrstoffen erfolgt unter Beachtung der gesetzlichen Auflagen. Es erfolgt eine regelmäßige, stichprobenhafte Überprüfung der Fachfirmen durch die Gesellschaft.

14. Finanzielle Leistungsindikatoren

Der Geschäftsführung der Anton Gerl GmbH und der Tochtergesellschaften stehen tagesaktuelle Kennzahlen zur Unternehmensführung zur Verfügung. Monatlichen werden umfangreiche internen Berichterstattungen auf Grundlage kompletter, betriebswirtschaftliche Auswertungen und umfangreiche SOLL-IST-Analysen mit Vorjahresvergleichen durch das Controlling erstellt.

Quartalsweise werden umfangreiche betriebswirtschaftliche Auswertungen inkl. Inventuren für die Geschäftsführung und die Hausbanken erstellt. Die Geschäftsleitung erstellt zusätzlich je Firma, Gebiet und Bereich einen kurzen Lagebericht inkl. einer Einschätzung in Bezug auf das restliche Geschäftsjahr und der SOLL-IST-Analysen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die für unsere Unternehmenssteuerung besonders relevanten Kennzahlen sehr zufriedenstellend entwickelt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die deutliche Umsatzerhöhung um 33,5 % die Ermittlung der Kennzahlen beeinflußt. Die Wareneinsatzquote hat sich zwar von 68,2 % im Vorjahr auf 71,4 % erhöht, das Rohergebnis wurde aber absolut deutlich erhöht. Die Personalkostenquote hat sich von 18,2 % auf 15,4 % verringert. Die Umsatzrendite auf der Grundlage des EBIT hat sich von 3,0 % im Vorjahr auf 2,1 % vermindert. Dabei ist zu beachten, dass das Ergebnis durch eine unübliche Abschreibung auf Umlaufvermögen belastet ist.

Für die interne Unternehmenssteuerung werden außerdem die Kennzahlen Umsatz pro Mitarbeiter, Umsatzrendite und der Cash-Flow herangezogen. Auch diese Kennzahlen haben sich verbessert.

15. Gesamtaussage

Unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage schätzen wir als gut und überdurchschnittlich gut in Bezug auf die Branche ein.

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Jahr 2021 ist sehr positiv. Unser Finanzmanagement und unsere Kapitalstruktur sorgen dafür, dass wir jederzeit über ausreichende Liquidität zur Begleichung unserer Verpflichtungen verfügen.

V. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

1. Risikobericht

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die Abhängigkeiten einer globalen Zuliefererkette werden keine nennenswerten Einflüsse auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung der Anton Gerl GmbH oder deren Tochtergesellschaften haben. Ausreichende Vorräte und Alternativprodukte stehen zur Verfügung.

Dem Wettbewerb am Markt, derzeit im Wesentlichen durch Onlineaktivitäten beeinflusst, begegnet die Gesellschaft weiterhin durch Erfahrung, Innovationen, Zuverlässigkeit und durch ein hohes Maß an Qualität sowie eigenen Aktivitäten in diesem Bereich.

Um Risiken frühzeitig zu erkennen, ist ein sehr ausgereiftes Controlling und Risikomanagement vorhanden. Die tagesaktuelle Entwicklung der Erlöse und Aufwendungen, der Auftragsbestände samt Umsatzerwartungen werden gemeinsam mit einer permanenten Liquiditätsentwicklung in monatlichen Auswertungen erfasst und von der Geschäftsführung ausgewertet. Gerade im Zuge des softwaregestützten Controllings mit dem vertieften Berichtswesen können Risiken erkannt, verifiziert und schnell bekämpft werden. Geeignete Maßnahmen können schnell und effizient umgesetzt werden.

Durch die gute Eigenkapitalausstattung, die Strategie des originären Wachstums und der weiteren Qualifizierung der eigenen Belegschaft, der nun geschaffenen grundsätzlich bundesweiten Marktabdeckung durch 23 Standorte sowie des erreichten Umsatzes aller Konzernfirmen, sieht die Geschäftsführung keine bemerkenswerten, unternehmerische Risiken.

Als wesentliche externe Risiken des unternehmerischen Umfelds sind zu nennen:

1.

Die Allgemeinwirtschaftslage, damit verbunden das Verhalten der privaten Haushalte. Hier sind aktuell keine Änderungen für unsere Branche erkennbar.

2.

Die Ukraine-Krise ist zum Zeitpunkt der Berichtserstellung kurzfristig einschätzbar. Die Preissteigerungen der Lieferanten um durchschnittlich 6% sind absehbar und werden an die Kundschaft weitergereicht. Auch Lieferengpässe der Industrie können eingeschätzt werden und werden durch Alternativprodukte weitestgehend ausgeglichen. Die Erhöhung der Gas-, Diesel- und Strompreise ist signifikant und wird bei der Gerl Gruppe zu einer Erhöhung der Kosten von voraussichtlich 1,2 Mio. € führen. Diese Kosten werden weitestgehend über Preiserhöhungen weitergegeben. Die langfristigen Risiken des Krieges sind aktuell nicht einzuschätzen und könnten die Allgemeinwirtschaftslage, damit verbunden das Verhalten der privaten Haushalte, stark negativ beeinflussen.

3.

Mögliche negative Einflüsse der staatlichen Gesundheitspolitik. Hier sind keine Änderungen erkennbar.

4.

Die weitere Konzentration im Dental-Fachhandel mit intensiverem Preisdruck. Hier wird durch ein stabilisiertes diversifiziertes Preis- und Dienstleistungsgefüge, welches in den Vorjahren eingeführt wurde, sowie der Weiterentwicklung der Bestellsoftware easyScan und dem starken Ausbau des eigenen Internetshops einem internen Preisverfall vorgebeugt.

5.

Die steigende Gefahr von Forderungsausfällen, gerade durch die Corona-Pandemie. Dieser wurde weiter begegnet mit einer sehr konsequenten internen Verfolgung der Forderungen. Alle Kunden werden stets zu Beginn der Geschäftsaufnahme sowie regelmäßig im Nachhinein bei Verdacht und stichprobenartig überprüft. Das Mahnwesen ist stark gestrafft und die Zahlungsziele sind sehr kurzgehalten.

6.

Die Abhängigkeit von Lieferanten.

Im Rahmen der Lieferantenstruktur sind alle wesentlichen Hersteller der Branche vertreten, so dass hier keine Abhängigkeit von einem Lieferanten besteht. Zusätzlich sind Alternativen vorsorglich geplant und Maßnahmen vorbereitet.

7.

Die Liquiditätsausstattung.

Die Liquiditätsausstattung der Gesellschaft war und ist durch ein Stammkapital in Höhe von 7,1 Mio. Euro, eine Kapitalrücklage von 2,9 Mio. Euro, langfristig zur Verfügung stehende Investitionsdarlehen und hervorragende Geschäftsbeziehungen zu den Banken für die Zukunft stabil aufgebaut.

8.

IT-Risiken.

IT-Risiken sind durch die Verwendung von Standardsoftware, extremer Sicherheitsvorkehrungen und durch die Unterhaltung einer eigenen Systemadministrations-Abteilung bestmöglich begrenzt.

9.

Personalrisiken.

Zur Vermeidung von Personalrisiken sorgen wir im Rahmen unseres Personalmanagements für Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, modern ausgestattete Arbeitsplätze und gute Entlohnung.

2. Chancenbericht

Die besondere Chance sieht der Konzern in der mittelständischen Struktur als Familienunternehmen, die der Kundenkreis vermittelt bekommt und die sich bei den Mitarbeitern im Betriebsklima widerspiegelt. Hohe Beratungskompetenz, hohe Qualitätsstandards der angebotenen Produkte, marktgerechte Preise durch diversifizierte Angebote der unterschiedlich agierenden Konzernfirmen, ein exzellenter Service und innovative Dienstleistungen sind die Grundlagen für eine weitere positive Entwicklung.

Die Beurteilung der zukünftigen Entwicklung ist sehr positiv. Die demografische Entwicklung in Deutschland wird insbesondere in der Alterszahnheilkunde günstige Rahmenbedingungen schaffen, die es gilt als weiteres Entwicklungspotential zu nutzen.

Auch wegen des weiterhin technischen Fortschritts in der Medizintechnik sieht der Konzern für den gesamten Dentalhandel gute Wachstumsmöglichkeiten durch die Einführung neuer Technologien: IT, Bild gebende Systeme, dentale CAD/CAM Systeme, die IT-Vernetzung der Praxen und Labore wie z.B. Behandlungseinheiten moderner Bauart.

Bei zahntechnischen Laboratorien ist die starke Strukturveränderung weitestgehend abgeschlossen. Alle Konzernfirmen werden diese Zielgruppe stärker betreuen, was zu weiterem Umsatzzuwachs führen wird.

Der hohe Anteil der von den Krankenversicherungen geleisteten Zahlungen bei den Kunden des Konzerns gewährleistet diesen ein gesichertes Einkommen. Daher sehen wir in Kombination mit unseren gestärkten Strukturen beste Möglichkeiten die Entwicklung der Marktposition und die Verbesserung der Rentabilität voranzutreiben.

Der bundesweite, flächendeckende Bekanntheitsgrad der Marken und die Standorte werden weiter im Fokus bleiben, um den Wachstumskurs weiterzuverfolgen. Etablierte Standorte werden effizienter gestaltet und jüngere Standorte werden weiter ausgebaut, um neue Kundenkreise mit gezielten Akquise-Maßnahmen zu gewinnen.

Die Geschäftsbereiche der Akademie, des Architekturbüros sowie die Unternehmensberatung sollen weiter professionalisiert werden. Die eigenen Börsen des Konzerns werden in Zukunft über alle Konzerngesellschaften vertrieben und beworben. Das Potential in diesem Bereich wird als sehr groß eingeschätzt. Daher wird der Weg der Intensivierungen von Dienstleistungen als Kundenbindungsinstrument weiterverfolgt.

Der Ausbau des ausländischen Marktes wird durch diverse Fiskalpartnerschaften unterstützt. Dabei wird mittelfristig eine Positionierung im Auslandsumsatz-Segment verfolgt. Es bleibt aber bei der Strategie in Zukunft neben der existierenden Tochtergesellschaft in den Niederlanden keine weiteren Firmen im Ausland zu eröffnen, sondern Partnerschaften zu forcieren.

3. Prognosebericht

Die Entwicklung des Konzerns bewerten wir als sehr positiv. Die Branche des dentalen Fachhandels bietet ein gutes Wachstumspotential.

Den Risiken von Lieferengpässen wird durch kapitalstarke Lieferanten, Partnerschaften und Vertriebskooperationen begegnet.

Auf die weiterhin bestehenden Risiken der Corona-Pandemie sowie des Ukraine Krieges wurde mit geeigneten Maßnahmen und Kostensenkungen reagiert, so dass die Grundlage für eine weitere positive wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns gelegt werden konnte.

Die aktuelle Auftragslage zeigte eine konstante Investitionsbereitschaft des Kundenkreises der Gesellschaft. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine Krieges auf die Prognosen für das Jahr 2022 und die folgenden Jahre sind unter der aktuell vorliegenden Auftragslage neutral zu betrachten. Der Konzern geht davon aus, dass die getroffenen Maßnahmen als Antwort auf die Auswirkungen der aktuellen Gefahren einen erfolgreichen Kurs der Konzernfirmen weiter unterstützen werden.

Im Geschäftsjahr 2022 wird eine weitere Steigerung des Umsatzvolumens aller Konzernfirmen erwartet, da die erfolgreiche, gezielte, ganzjährige und wöchentliche Zielgruppenansprache mit ausgewählten Angeboten und Aktionen den Erfolg der Gesellschaft und Ihrer Tochtergesellschaften weiter vorantreiben wird. Durch ein stetiges Kostenmanagement wird wieder auf ein gutes Ergebnis hingearbeitet. Es wird mit einer weiteren Verbesserung der Umsatzrendite geplant.

Der Konzern wird auch zukünftig in der Lage sein, die finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen.

4. Gesamtausblick

Insgesamt werden die ständige Optimierung unseres Vertriebs und die stetigen Konsolidierungsprozesse zur Kostenreduzierung das Ergebnis kurz bis mittelfristig steigern. Die Abwägung unserer Chancen und Risiken stützen diese Einschätzung.

Unsere grundsätzliche Expansionsstrategie werden wir weiter fortsetzen. Die darin enthaltenen Prognosen über die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis werden weiterhin Bestandteil der zukünftigen Planung bleiben.

Für das Jahr 2022 erwartet der Konzern aufgrund von starkem Personalzuwachs und trotz der anhaltenden Ukraine- und Corona-Auswirkungen weitere Umsatzsteigerungen von ca. 34 Mio. €. Aufgrund weiterer Investitionen in Nachwuchskräfte und dem Ausbau der neuen Standorte, vor allem in Hamburg, Offenbach und Villingen-Schwenningen geht die Geschäftsleitung von einem Ergebnis vor Steuern von etwa 2,5 bis 3,0 Mio. € aus.

IV. Zweigniederlassungsbericht

Es bestehen zurzeit keine Zweigniederlassungen. Unsere Filialen an den verschiedenen Standorten sind keine Zweigniederlassungen.

 

Köln, den 18. Juli 2022

Dr. Henning Richter, Geschäftsführer

Jürgen K. Richter, Geschäftsführer

Rainer Göbel, Geschäftsführer

Alexander Schmitt, Geschäftsführer

Hillar Schuh, Geschäftsführer

Michael Semmler, Geschäftsführer

Harry Weiss, Geschäftsführer

Michael Wulff, Geschäftsführer

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2021

Stand 31.12.2021 Stand 31.12.2020
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 415.681,56 621.092,56
2. Geschäfts- oder Firmenwert 278.594,50 327.970,50
694.276,06 949.063,06
II. Sachanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.196.415,52 3.638.041,53
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,51 0,51
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1,00 1,00
3. Beteiligungen 193.000,00 193.000,00
4. sonstige Ausleihungen 62.649,26 73.897,68
255.650,77 266.899,19
4.146.342,35 4.854.003,78
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren 22.872.222,50 15.466.811,46
abzüglich erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -5.229.129,53 -1.829.002,46
17.643.092,97 13.637.809,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.492.478,54 14.708.437,59
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4.132.147,90 3.758.199,53
3. Sonstige Vermögensgegenstände 6.686.924,93 5.608.782,28
25.311.551,37 24.075.419,40
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 3.464.107,42 4.069.082,19
46.418.751,76 41.782.310,59
C. Rechnungsabgrenzungsposten 315.312,40 250.587,43
50.880.406,51 46.886.901,80
Stand 31.12.2021 Stand 31.12.2020
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 7.100.000,00 7.100.000,00
II. Kapitalrücklage 2.966.467,95 2.966.467,95
III. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 551.590,94 665.540,40
IV. Gewinnvortrag 6.126.255,30 2.409.294,36
V. Konzernjahresüberschuss 4.677.324,26 4.416.960,94
21.421.638,45 17.558.263,65
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 2.328.541,00 1.427.935,00
2. Sonstige Rückstellungen 4.843.376,00 5.837.339,00
7.171.917,00 7.265.274,00
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.570.089,17 5.856.656,83
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.371.049,79 5.592.536,22
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 225.702,39 171.068,98
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 343.724,68 258.762,30
5. Sonstige Verbindlichkeiten 10.776.285,03 10.184.339,82
- davon aus Steuern: € 2.198.675,32 (Vorjahr: T€ 3.938) -
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 0,00 (Vorjahr: T€ 0) -
22.286.851,06 22.063.364,15
50.880.406,51 46.886.901,80

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
1. Umsatzerlöse 277.069.892,91 207.475.280,93
2. Sonstige betriebliche Erträge 3.550.126,45 2.781.304,25
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Waren -197.818.112,99 -141.444.117,27
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -36.304.050,76 -32.267.379,12
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -6.421.240,92 -5.559.069,64
-42.725.291,68 -37.826.448,76
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.525.754,86 -1.659.818,95
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die im Konzern üblichen Abschreibungen überschreiten -4.201.880,00 0,00
-5.727.634,86 -1.659.818,95
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -28.372.685,83 -22.926.441,26
7. Erträge aus Beteiligungen 40.702,39 92.054,90
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 125.669,45 94.886,17
- davon Erträge aus der Abzinsung: € 1.247,22 (Vorjahr: T€ 1) -
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -451.648,93 -467.865,14
- davon Aufwand aus der Abzinsung: € 0,00 (Vorjahr: T€) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -949.154,84 -1.535.688,98
11. Ergebnis nach Steuern 4.741.862,07 4.583.145,89
12. Sonstige Steuern -64.537,81 -166.184,95
13. Konzernjahresüberschuss 4.677.324,26 4.416.960,94

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

1. Allgemeine Angaben

Der Konzernabschluss der Anton Gerl GmbH, Köln (Amtsgericht Köln, HRB 10129), wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt.

Der Stichtag des Konzernabschlusses - 31. Dezember 2021 - entspricht dem Stichtag des Jahresabschlusses der Anton Gerl GmbH. Das Konzerngeschäftsjahr - 1. Januar bis 31. Dezember 2021 - entspricht ebenfalls demjenigen der Muttergesellschaft.

Für die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung haben wir das Gesamtkostenverfahren verwendet.

2. Grundsätze der Konsolidierung

a) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss der Anton Gerl GmbH zum 31. Dezember 2021 werden folgende Tochtergesellschaften einbezogen:

Firma Sitz Anteil am Kapital
Refit Medizintechnik GmbH & Co. KG Köln 100,0 %
SD - Shopping Dental GmbH Köln 100,0 %
Adolf Haupt & Co. GmbH Würzburg 100,0 %
Dentalfachhandel "Vogtland" GmbH Köln 100,0 %
DENTALERIE GmbH Köln 100,0 %
AGUNUMA GmbH Köln 100,0 %
DENTALVERSENDER GmbH Köln 100,0 %
Gerl-VDB Dental BV Velp, NL 100,0 %

Im Geschäftsjahr 2021 hat sich der Konsolidierungskreis verändert: Die bisherigen Tochtergesellschaften Altschul Dental GmbH, Mainz, die Dentoflex Dental-Handel Verwaltungsgesellschaft mbH, Köln, und die Refit Medizintechnik GmbH, Köln, sind mit Wirkung zum 1. Januar 2021 auf die Muttergesellschaft verschmolzen worden. Nach dem Austritt des Komplementärs aus der Refit Medizintechnik GmbH & Co. KG zum 31. Oktober 2021 sind das Vermögen und die Schulden dieser Gesellschaft auf die einzig verbliebene Kommanditistin, die Anton Gerl GmbH, im Wege der Anwachsung zum Buchwert übergegangen. Die bis zum Stichtag der Anwachsung verzeichneten Erträge und Aufwendungen der Refit Medizintechnik GmbH & Co. KG Dentoflex Dental-Handel GmbH & Co. Kommanditgesellschaft sind im Konzernabschluss enthalten.

Die Einzelabschlüsse der zum Konsolidierungskreis gehörenden Tochterunternehmen wurden nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen, d.h. an die Stelle der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile an den einbezogenen Unternehmen treten die Vermögensgegenstände, Schulden sowie Rechnungsabgrenzungsposten der Tochterunternehmen.

Das verbundene Unternehmen Dentoflex Gerl Usti GmbH, Usti/Tschechische Republik, an dem der Gerl-Konzern 90 % der Anteile hält, wurde gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da es für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gerl- Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist. Die Gesellschaft hat bereits vor Jahren ihren Geschäftsbetrieb eingestellt.

b) Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung für die Tochterunternehmen erfolgte nach der Neubewertungsmethode. Dabei den übernommenen Vermögensgegenständen und Schulden nicht zurechenbare positive Unterschiedsbeträge wurden als Geschäfts- oder Firmenwerte aktiviert. Sie werden über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren linear abgeschrieben. Diese Nutzungsdauer wurde im Rahmen der erstmaligen Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2008 aufgrund der in der Regel betriebsgewöhnlich langfristigen Kundenbindung festgelegt und danach beibehalten. Negative Unterschiedsbeträge wurden als Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung in das Eigenkapital eingestellt. Diese werden entsprechend § 309 Abs. 2 HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) beginnend im Jahr 2016 ratierlich über eine Dauer von 10 Jahren ertragswirksam aufgelöst.

Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften wurden eliminiert. Zwischengewinne waren nicht zu verzeichnen.

c) Erstkonsolidierung

Da der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 erstmalig aufgestellt wurde, erfolgte die Erstkonsolidierung auf den Beginn des Geschäftsjahres 2008 (1. Januar 2008). Die Erstkonsolidierung der nach dem 1. Januar 2008 erworbenen Gesellschaften wurde jeweils auf den Erwerbszeitpunkt vorgenommen. Entsprechende Zwischenabschlüsse lagen vor.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Den einbezogenen Jahresabschlüssen der Tochterunternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde.

Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte nach §§ 266 und 275 i.V.m. § 298 HGB sowie den hierzu ergangenen Nebenvorschriften.

Ansatz und Bewertung der Vermögensgegenstände erfolgten auf der Grundlage des Anschaffungskosten- und des Niederstwertprinzips.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet, vermindert um planmäßige Abschreibungen, die sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer richten. Die Abschreibungen erfolgen ausschließlich linear. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben.

Die sich aus der Erstkonsolidierung ergebenden Geschäfts- oder Firmenwerte werden über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren linear abgeschrieben. Diese Nutzungsdauer wurde im Rahmen der erstmaligen Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2008 aufgrund der in der Regel betriebsgewöhnlich langfristigen Kundenbindung festgelegt und danach beibehalten.

Die Finanzanlagen sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet.

Die Bewertung der Vorräte erfolgte zu Anschaffungskosten abzüglich von Wertabschlägen, die zur Beachtung des Niederstwertprinzips notwendig waren.

Bei der Bewertung der Forderungen sind alle erkennbaren Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Darüber hinaus besteht eine Pauschalwertberichtigung.

Die Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie berücksichtigen alle bis zur Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken, Verluste und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind mit den Werten angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig sind.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

4. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung und die Entwicklung des Anlagevermögens ergeben sich aus dem nachstehenden Anlagespiegel.

Zusammensetzung und Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021

Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.570.977,09 162.049,52 0,00 0,00 3.733.026,61
2. Geschäfts- und Firmenwert 1.709.998,28 0,00 0,00 0,00 1.709.998,28
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
5.280.975,37 162.049,52 0,00 0,00 5.443.024,89
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.433.781,65 681.777,13 0,00 707.935,91 12.407.622,87
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,51 0,00 0,00 0,00 0,51
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1,00 0,00 0,00 0,00 1,00
4. Beteiligungen 193.000,00 0,00 0,00 0,00 193.000,00
5. sonstige Ausleihungen 73.897,68 0,00 0,00 11.248,42 62.649,26
266.899,19 0,00 0,00 11.248,42 255.650,77
17.981.656,21 843.826,65 0,00 719.184,33 18.106.298,53
Abschreibungen
Stand 01.01.2021 Zugänge Abgänge Stand 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.949.884,53 367.460,52 0,00 3.317.345,05
2. Geschäfts- und Firmenwert 1.382.027,78 49.376,00 0,00 1.431.403,78
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
4.331.912,31 416.836,52 0,00 4.748.748,83
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.795.740,12 1.108.918,34 693.451,11 9.211.207,35
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
5. sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
13.127.652,43 1.525.754,86 693.451,11 13.959.956,18
Buchwerte
Stand 31.12.2021 Stand 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 415.681,56 621.092,56
2. Geschäfts- und Firmenwert 278.594,50 327.970,50
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
694.276,06 949.063,06
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.196.415,52 3.638.041,53
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,51 0,51
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1,00 1,00
4. Beteiligungen 193.000,00 193.000,00
5. sonstige Ausleihungen 62.649,26 73.897,68
255.650,77 266.899,19
4.146.342,35 4.854.003,78

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen das nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommene Unternehmen Dentoflex Gerl Usti GmbH, Usti/Tschechische Republik.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden von den Vorräten offen abgesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat ein Betrag von T€ 121 eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Forderungen sind zinslos und wurden daher abgezinst. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten einen Betrag von T€ 852 mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Diese Forderungen werden verzinst. Der restliche Forderungsbestand ist innerhalb eines Jahres zur Zahlung fällig.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Personalkosten (T€ 3.137), Garantieverpflichtungen (T€ 1.325), Berufsgenossenschaftsbeiträge (T€ 136), die Kosten der Prüfung und Erstellung der Jahresabschlüsse und der Steuererklärungen (T€ 94), sowie weitere Rückstellungen (T€ 151).

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel zu entnehmen:

Stand: 31.12.2021 Gesamtbetrag erwartete Restlaufzeiten
bis 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.570.089,17 3.947.279,32 622.809,85 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.371.049,79 6.371.049,79 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 225.702,39 225.702,39 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 343.724,68 343.724,68 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 10.776.285,03 10.776.285,03 0,00 0,00
22.286.851,06 21.664.041,21 622.809,85 0,00

Die Vergleichszahlen des Vorjahres sind dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel zu entnehmen:

Stand: 31.12.2020 Gesamtbetrag erwartete Restlaufzeiten
bis 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.856.656,83 3.788.209,87 2.068.446,96 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.592.536,22 5.592.536,22 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 171.068,98 171.068,98 0,00 0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 258.762,30 258.762,30 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 10.184.339,82 10.184.339,82 0,00 0,00
22.063.364,15 19.994.917,19 2.068.446,96 0,00

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch eine Sicherungsübereignung des Warenlagers und eine Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besichert. In den sonstigen Verbindlichkeiten mit einem Betrag von T€ 30 enthaltene Darlehen sind durch Pfandrechte auf den Fuhrpark besichert.

5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse entfallen zu 41 % auf Einrichtungen und Dienstleistungen und zu 59 % auf Verbrauchsmaterialien und Zähne.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die Abschreibungen entfallen in Höhe von T€ 43 auf Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Rahmen der Erstkonsolidierung entstanden sind.

6. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Unser Konzern beschäftigte im Jahresdurchschnitt 621 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon entfielen im Jahr 2021 auf den Außendienst (Vertrieb sowie technischer Kundendienst) 371 und auf den Innendienst 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Geschäftsführung der Muttergesellschaft besteht aus

 

Dr. Henning Richter, Köln

 

Dipl.-Kfm. Jürgen K. Richter, Köln

 

Dipl.-Kfm. Rainer Göbel, Rösrath

 

Dipl.-Betriebsw. (BA) Alexander Schmitt, Egelsbach (ab 10.09.2021)

 

Dipl.-Jurist Hillar Schuh, Erlabrunn

 

Dipl.-Ing. (BA)/MBA Michael Semmler, Dresden

 

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (BA) Harry Weiss, Köln

 

Kaufmann Michael Wulff, Odenthal

Bezüge der Geschäftsführung der Muttergesellschaft

Für das Geschäftsjahr 2021 wurden Geschäftsführerbezüge in Höhe von T€ 1.725 gewährt.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das für das Geschäftsjahr 2021 berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt T€ 47 und entfällt ausschließlich auf Abschlussprüferleistungen.

Befreiungswahlrechte nach §§ 264 Abs. 3 bzw. 264 b HGB

In Anwendung der §§ 264 Abs. 3 bzw. 264 b HGB verzichten die nachfolgenden Tochtergesellschaften auf die Offenlegung der Jahresabschlussunterlagen:

 

Refit Medizintechnik GmbH & Co. KG, Köln

 

SD - Shopping Dental GmbH, Köln

 

Adolf Haupt & Co. GmbH, Würzburg

 

Dentalfachhandel "Vogtland" GmbH, Köln

 

DENTALERIE GmbH, Köln

 

AGUNUMA GmbH, Köln

 

DENTALVERSENDER GmbH, Köln.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen im Wesentlichen aufgrund der Verpflichtungen aus den langfristigen Mietverträgen für die Geschäftsräume an den Standorten unserer Unternehmensgruppe. Zum Bilanzstichtag beliefen sich diese Verpflichtungen auf T€ 9.775. Weitere finanzielle Verpflichtungen außerhalb des laufenden Geschäftsbetriebs oder des geschäftsüblichen Rahmens bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

Über Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, ist nicht zu berichten.

Ergebnisverwendungsvorschlag der Muttergesellschaft

Die Geschäftsführung schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn der Muttergesellschaft eine Gewinnausschüttung in Höhe von T€ 300 vorzunehmen.

 

Köln, den 18. Juli 2022

Anton Gerl GmbH

Dr. Henning Richter, Geschäftsführer

Jürgen K. Richter, Geschäftsführer

Rainer Göbel, Geschäftsführer

Alexander Schmitt, Geschäftsführer

Hillar Schuh, Geschäftsführer

Michael Semmler, Geschäftsführer

Harry Weiss, Geschäftsführer

Michael Wulff, Geschäftsführer

Konzern-Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2021

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung Gewinnvortrag Konzerngewinn Summe Eigenkapital
Stand 1.1.2021 7.100.000,00 2.966.467,95 665.540,40 2.409.294,36 4.416.960,94 17.558.263,65
Konzerngewinn 2020 4.416.960,94 -4.416.960,94 0,00
Auflösung des Unterschiedsbetrags aus der Kapitalkonsolidierung -113.949,46 -113.949,46
Konzernjahresüberschuss 2021 4.677.324,26 4.677.324,26
Gewinnausschüttung -700.000,00 -700.000,00
Zugang aus Kapitalkonsolidierung 0,00 0,00
Abgang aus Kapitalkonsolidierung 0,00 0,00
Stand 31.12.2021 7.100.000,00 2.966.467,95 551.590,94 6.126.255,30 4.677.324,26 21.421.638,45

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
T€ T€
Konzernjahresüberschuss 4.677 4.417
Abschreibungen aus Einzelabschlüssen 5.685 1.617
Buchgewinne, -verluste aus Anlagenabgängen -177 -135
Veränderungen von Wertberichtigungen auf Forderungen 395 357
Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 43 43
Ertrag aus der Auflösung des Unterschiedsbetrages aus Kapitalkonsolidierung -114 -114
nicht zahlungswirksame Veränderungen aus Kapitalkonsolidierung 0 0
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind. -9.902 -6.415
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind. 1.331 9.225
Mittelzu/-abfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1.938 8.995
Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens 203 239
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sowie den Erwerb von Anteilen -844 -1.004
Mittelzu/-abfluss aus der Investitionstätigkeit -641 -765
Aufnahme/Tilgung von Bankdarlehen -1.287 -5.460
Gewinnausschüttung an Gesellschafter des Mutterunternehmens -700 -700
Ein-/Auszahlungen im Rahmen der Gesellschafterfinanzierung 85 174
Mittelzu/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit -1.902 -5.986
zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -605 2.244
Finanzmittelfonds zu Beginn des Geschäftsjahres 4.069 1.825
Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres 3.464 4.069

Als Finanzmittelfonds ist die in der Konzernbilanz ausgewiesene Position "Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten" definiert.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Anton Gerl GmbH, Köln

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Anton Gerl GmbH, Köln, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Anton Gerl GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bonn, den 22. Juli 2022

kks reVision gmbh
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christine Schüller, Wirtschaftsprüferin

Bernd Kucera, Wirtschaftsprüfer

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