PolyTech
Wind Power Technology Germany GmbH
München
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
Lagebericht
für das Geschäftsjahr 2022
PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH
1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen
1.1 Geschäftsmodell der PolyTech Wind Power
Technology Germany GmbH / Stilllegung des
Geschäftsbetriebs
Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH (im
Folgenden auch "Gesellschaft" oder "Unternehmen") ist ein
international operierender Anbieter und Hersteller
faseroptischer Messtechnik zur Überwachung von
verschiedenen physikalischen Größen wie
Beschleuni-gung, Dehnung, Temperatur oder Druck und darauf
aufbauender Datenanalyse zur Optimie-rung von
Industrieanlagen. Seit 2010 baut das Unternehmen
Domänenwissen, technische und digitale Kompetenz sowie
Prozess- und Methodenwissen kontinuierlich aus und agiert
als Technologie- und Innovationspartner mit dem Schwerpunkt
Windenergie. Hauptziel des Un-ternehmens ist,
Windenergieanlagen mit Hilfe von Sensorik in Kombination
mit der Datenana-lyse generierter oder anderweitig zur
Verfügung stehender Informationen intelligenter und
effizienter zu machen. Dabei wird das
Neuanlagengeschäft
(Marktsegment
Greenfield) über die Hersteller, sowie das
Bestandsanlagengeschäft
(Marktsegment
Brownfield) über die Be-treiber von
Windenergieanlangen adressiert. Das Leistungsportfolio
umfasst den Verkauf fa-seroptischer Messprodukte,
Entwicklungsdienstleistungen, Software,
Zusatzausrüstung und Software-as-a-Service-Angebote.
Seit 2018 ist die Firma mit einer eigenen
Tochtergesellschaft in China präsent.
Im Jahr 2020 kam es zu einer Akquisition von 100% der
Gesellschaftsanteile durch die dänische VC VIII
PolyTech Holding ApS, mit Sitz in Bramming. Zum Ende des
Geschäftsjahres 2021 wurde die eigene
Technologie/Intellectual Property an das Mutterunternehmen
verkauft und die Ge-sellschaft zu Beginn des
Geschäftsjahres 2022 mit Intercompany-Verträgen
(bezogen auf Li-zenznutzung, Contract Manufacturing sowie
Forschung- und Entwicklung) enger in die PolyTech Gruppe
integriert.
Am 17. März 2023 hat die Gesellschafterin den
Beschluss gefasst, den Geschäftsbetrieb der
Gesellschaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt
stillzulegen und die Geschäftsführer angewiesen
den Beschluss umzusetzen. Diese Entscheidung führt zu
einer Abkehr von dem Rechnungsle-gungsgrundsatz der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die
Gesellschaft bilanziert ihre Vermögensgegenstände
und Verpflichtungen somit zum Bilanzstichtag 31. Dezember
2022 zu Veräußerungswerten. Wertobergrenze sind
dabei die fortgeführten Anschaffungs- und
Her-stellungskosten. Veräußerungswerte bei der
Bilanzierung und Bewertung von
Vermögensge-genständen und Verpflichtungen haben
sich im Bereich der immateriellen
Vermögensgegen-stände, der Sachanlagen und der
sonstigen Rückstellungen ausgewirkt. Neben den bislang
zu passivierenden Schulden wurden auch solche
Verpflichtungen berücksichtigt, die durch die Abkehr
von der Prämisse der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit verursacht wurden.
Die Vertriebs- sowie Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten wurden zur Muttergesellschaft
nach Dänemark verlagert und die
Produktionsaktivitäten ausgelagert. Bis zum März
2023 wurde der Geschäftsbetrieb unverändert
fortgeführt. Anschließend wurden die
Aktivitäten sukzessive verlagert, der Prozess war Ende
2023 weitgehend abgeschlossen.
1.2 Forschung und Entwicklung (FuE)
Auch konnten in 2022 wieder Technologie- und
Innovationsprojekte, teilweise in gemeinsa-mer Entwicklung
mit Kunden und namhaften Forschungseinrichtungen, in den
Bereichen Effi-zienzsteigerung von Windenergieanlagen,
Datenanalyse und Machine Learning realisiert wer-den. Die
Entwicklung der GPS-Tracker (Logistic Hub) zur
Überwachung und Ortung von Trans-portgestellen
für Rotorblattanlagen sowie die Entwicklung des
LightningKeyDataSystems (LKDS3) zur Überwachung und
Messung von Blitzeinschlägen im Rotorblatt wurden im
Laufe des Jahres 2022 gemeinsam mit der dänischen
Muttergesellschaft kontinuierlich weiterentwi-ckelt. Die
Gesamtstrategie und Priorisierung der Entwicklungsprojekte
werden durch die dä-nische Muttergesellschaft
bestimmt.
Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH
verfügt über eigene Abteilungen so-wohl für
die Neu- und Weiterentwicklung von Hardwareprodukten als
auch für die Erstellung hochwertiger, digitaler
Datenanalyse-Software zur Schaffung und zum Betrieb
ganzheitlicher IoT-Lösungen.
2. Wirtschaftsbericht
2.1 Branchenbezogene Betrachtung
Das Jahr 2022 war für die europäische
Windindustrie ein herausforderndes Jahr. Trotz des
allgemein schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und der
Schwierigkeiten in der Lieferkette stiegen die
Installationen in Europa im Vergleich zum Vorjahr um 4 %.1
Für Polytech Deutsch-land liegt der Anstieg um 7,5 %
im Rahmen der Entwicklung der Marktbranche.
Größere Wind-kraftanlagen verringern zwar die
verkauften Mengen, dennoch wird diese Tendenz durch die
Synergien mit anderen Kunden von Polytech ausgeglichen.
Aus der Umsatzentwicklung der PolyTech Wind Power
Technology Germany GmbH ist ersicht-lich, dass die
Betreiber und Hersteller von Windenergieanlagen, eine
wachsende Investitions-bereitschaft für sensor- und
softwaregestützte Überwachungs- und
Steuerungslösungen ha-ben. Dabei stellen sowohl das
Neugeschäft mit den OEMs von Windenergieanlagen
(Green-field) als auch das Geschäft mit den Betreibern
von bestehenden Windenergieanlagen (Brown-field), im
Geschäftsjahr 2022 Wachstumsfelder für die
PolyTech Wind Power Technology Ger-many GmbH dar.
2.2 Geschäftsverlauf
Das Geschäftsjahr 2022 ist erfolgreich für
die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH verlaufen.
Das Unternehmen konnte im Wesentlichen durch das
Seriengeschäft mit den OEMs ein Umsatzwachstum von
insgesamt 7,5% zum Vorjahr verzeichnen.
Die Treiber des
Greenfield-Geschäfts blieben
Sensorlösungen in der Serienintegration, die dank der
guten Auftragslage der Hersteller verstärkt
nachgefragt wurden. Dabei positionierte sich insbesondere
die chinesische Tochtergesellschaft fos4X Wind Power
Technology (Beijing) Co., Ltd. weiterhin erfolgreich bei
neuen chinesischen Herstellern.
Die im Vorjahr begonnenen Restrukturierungs- bzw.
Reorganisationsmaßnahmen wurden im Berichtsjahr u.a.
mit Personalabbau abgeschlossen. Infolgedessen hat sich die
Anzahl der Mit-arbeiter von durchschnittlich 86 Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen im Geschäftsjahr 2021 auf 62
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Geschäftsjahr 2022
verringert.
2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH hat sich im
Berichtsjahr operativ leicht verbessert.
Das aktive Management des Working Capital aus dem
Geschäftsjahr 2021 wurde auch in 2022 fortgesetzt. Die
wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der PolyTech
Wind Power Technology Germany GmbH sind die
Umsatzerlöse sowie das Jahresergebnis nach Steuern.
2.3.1 Vermögenslage
Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum
Vorjahr um 3.231 TEUR auf 22.078 TEUR.
Zusammen mit dem Jahresfehlbetrag des
Geschäftsjahres 2023 führte die Erhöhung der
Bi-lanzsumme zu einem Rückgang der Eigenkapitalquote
von 72 % zum 31. Dezember 2021 auf 56 % zum 31. Dezember
2022.
Im Anlagevermögen mussten aufgrund der
Bilanzierung zu Veräußerungswerten
außerplan-mäßige Abschreibungen in
Höhe von TEUR 145 erfasst werden.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
stiegen stichtagsbedingt (deutlich gestiege-ner Umsatz im
vierten Quartal 2022 im Vergleich zu 2021) um 1.089 TEUR
auf 2.408 TEUR. Die Forderungen gegen verbundene
Unternehmen stiegen um 1.828 TEUR auf 15.696 TEUR. Diese
Entwicklung resultiert insbesondere aus der oben
beschriebenen Veränderung der
Geschäfts-tätigkeit durch die stärkere
Integration in die PolyTech-Gruppe und der entsprechend
erfolg-ten Rechnungsstellung für im Konzern erbrachte
Leistungen. Gegenläufig haben sich die sons-tigen
Vermögensgegenstände um 382 TEUR verringert.
Dieser Posten entfiel im Vorjahr mit 506 TEUR auf
Forderungen gegen Personal, die im Geschäftsjahr 2022
vereinnahmt wurden.
Der Lagerbestand an Komponenten, unfertigen und
fertigen Erzeugnissen stieg um 765 TEUR auf 2.265 TEUR.
Dies ist zum einen auf Preiserhöhungen
zurückzuführen, zum anderen gezielt aufgebaut
worden, um auf kurzfristige Lieferausfälle oder
Verzögerungen reagieren zu kön-nen.
Die Rückstellungen erhöhten sich um 1.721
TEUR auf 4.693 TEUR. Der Anstieg ist insbesondere auf die
sonstigen Rückstellungen zurückzuführen, bei
denen sich die personalbezogenen Rück-stellungen
aufgrund der Kosten für den Sozialplan um 1.809 TEUR
erhöht haben. Gegenläufig hat sich der Verbrauch
der im Vorjahr gebildeten Rückstellungen für
Restrukturierung ausge-wirkt. Zudem musste zum 31. Dezember
2022 eine Rückstellung für die vorzeitige
Beendigung von Mietverträgen in Höhe von 420 TEUR
erfasst werden.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
verringerten stichtagsbedingt um 638 TEUR auf 518 TEUR.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
stiegen um 3.343 TEUR auf 3.978 TEUR. Diese Entwicklung
resultiert vor allem aus Konzernumlagen, die auf die
Nutzung der im Vorjahr an die Muttergesellschaft verkauften
Technologie entfallen.
Das Working Capital (Differenz aus
Umlaufvermögen ohne liquide Mittel und kurzfristigen
Ver-bindlichkeiten) stieg im Jahr 2022 aufgrund des
Wachstums sowie des Anstiegs der Forderun-gen gegen
verbundene Unternehmen, teilweise kompensiert von dem
Anstieg der Verbind-lichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen auf 15.539 TEUR (Vorjahr: 15.027 TEUR).
2.3.2 Finanzlage
Die Grundsätze des Finanzmanagements beruhen auf
einer ausgewogenen liquiditätsbezoge-nen
Vertragsgestaltung mit den Kunden und einem konsequenten
Forderungsmanagement. Seit 11. Februar 2021 liegt eine
Kreditrahmenvereinbarung in Höhe von 2.000 TEUR
zwischen der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH
und der VC VIII PolyTech Holding ApS in Form eines
"intragroup facility agreement" vor, um sicherzustellen,
dass die Gesellschaft jederzeit in der Lage ist, ihren
Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Der Zinssatz für
jedes in Anspruch genommene Darlehen wird mit einem
Zinssatz von 6 % zuzüglich EURIBOR pro Jahr verzinst.
Im Rahmen der Veräußerung der immateriellen
Vermögensgegenstände wurde der VC VIII PolyTech
Holding ApS zum 31. Dezember 2021 ein Darlehen in Höhe
von 12.600 TEUR gewährt. Das Darlehen hatte eine
Laufzeit bis 30. Juni 2022, die bis zum 30. Juni 2023
verlängert wurde. Das Darlehen wird mit einem Zinssatz
von 3,25 % pro Jahr verzinst.
Die Bankguthaben haben sich von 851 TEUR auf 1.005
TEUR erhöht.
2.3.3 Ertragslage
Die Umsatzerlöse lagen bei 19.342 TEUR (Vorjahr:
17.997 TEUR) und betreffen das Kernge-schäft (Blades
Monitoring & Optimization - BM&O). Die Steigerung
um 7,5 % liegt im Rahmen der Entwicklung in der
Marktbranche. Größere Windkraftanlagen
führen allerdings zu gerin-geren Verkaufsmengen. Diese
Tendenz wird durch die Synergien mit anderen Kunden der
Po-lytech-Tochtergesellschaft ausgeglichen, die für
höhere konzerninterne Umsätze innerhalb des
BM&O-Geschäftsbereichs sorgen. Insgesamt wurden so
die Erwartungen (Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau)
überschritten.
Unter Berücksichtigung der Bestandserhöhung
in Höhe von 440 TEUR (Vorjahr: 101 TEUR) stieg die
Gesamtleistung auf 19.782 TEUR (Vorjahr: 18.098 TEUR).
Der sonstige betriebliche Ertrag entfiel im Vorjahr
mit 10.813 TEUR auf den Verkauf von im-materiellen
Vermögensgegenständen an die Muttergesellschaft
(Sondereffekt des Vorjahres).
Der Personalaufwand betrug 6.817 TEUR (Vorjahr: 7.242
TEUR). Der Rückgang ist insbeson-dere auf den
erfolgten Personalabbau sowie im Vorjahr erfasste
Abfindungsleistungen zurück-zuführen.
Gegenläufig hat sich die im Berichtsjahr erfasste
Rückstellung für die Kosten des Sozialplans im
Zusammenhang mit der Betriebsstilllegung ausgewirkt.
Der Materialaufwand erreichte 8.227 TEUR (Vorjahr:
6.578 TEUR) und ist im Verhältnis zur Gesamtleistung
(Umsatzerlöse zuzüglich
Bestandsveränderungen) von 36,3 % auf 41,6 % vor allem
aufgrund von Kostensteigerungen gestiegen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen
sich im Berichtsjahr auf 6.164 TEUR (Vor-jahr: 2.751 TEUR).
Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf die oben
beschriebe Veränderung der
Geschäftstätigkeit durch die stärkere
Integration in die PolyTech-Gruppe und damit ver-bundene
Konzernumlagen in Höhe von 3.253 TEUR
zurückzuführen. Zudem entfällt der An-stieg
mit 420 TEUR auf die Bildung einer Rückstellung
für die vorzeitige Beendigung von Miet-verträgen
im Zusammenhang mit der Betriebsstilllegung.
Der Zinsertrag von 415 TEUR resultiert aus der
Verzinsung des an den Gesellschafter gewähr-ten
Darlehens.
Das Ergebnis nach Steuern betrug -1.271 TEUR
(Vorjahr: 10.522 TEUR).
Während für das Geschäftsjahr 2022 der
Rückgang des Jahresergebnisses auf die Reduzierung der
sonstigen betrieblichen Erträge, die Verschlechterung
der Materialaufwandsquote, die ge-ringeren
Personalaufwendungen, die deutlich erhöhten
Konzernumlagen und die reduzierten Steuern vom Einkommen
und vom Ertrag zurückzuführen ist, war das
Geschäftsjahr 2021 ins-besondere von einem
außerordentlichen Verkauf von immateriellen
Vermögensgegenstän-den betroffen. Insgesamt wurde
so die Erwartung aus dem Vorjahr (deutliche Steigerung des
Jahresergebnisses nach Steuern von TEUR 1.384 im Jahr 2021,
ohne den Sondereffekt des Vor-jahres und den daraus
resultierenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag) vor
allem aufgrund der Auswirkungen der Abkehr von der
Prämisse der Fortführung der
Unterneh-menstätigkeit deutlich verfehlt.
3. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht
3.1 Chancen- und Risikobericht
Aufgrund des Beschlusses der Gesellschafter, die
Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2023
einzustellen, sieht die Geschäftsführung für
die Gesellschaft operativ keine eigenständigen Chancen
mehr, die nachhaltig verfolgt werden können. Es
besteht die zum Aufstellungszeit-punkt bereits realisierte
Chance im Zusammenhang mit der Veräußerung des
Kundenstamms an das Mutterunternehmen einen Gewinn zu
erzielen. Für erwartete Belastungen aus der
Still-legung des Geschäftsbetriebs (Kosten für
den Sozialplan sowie die Beendigung der Mietver-träge)
wurden Rückstellungen zum 31. Dezember 2022 gebildet.
Aufgrund der Einstellung des Geschäftsbetriebs
besteht das im Vorjahr berichtete wesentliche Risiko
für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH,
der hohe Umsatzanteil mit einigen wenigen Kunden, nicht
mehr.
Der zum Stichtag bestehende Serienliefervertrag mit
chinesischen Kunden bindet Ressourcen für
Produktanpassungen sowie Logistik und Trainings. Der
Vertrag wurde im Zusammenhang mit der Stilllegung des
Geschäftsbetriebs von der Muttergesellschaft
übernommen. Das im Vorjahr berichtete Risiko, des
Verlusts dieses Kunden an einen Wettbewerber stellt daher
nun kein Risiko für die PolyTech Wind Power Technology
Germany GmbH mehr dar.
3.1.1 Unternehmensspezifische Risiken
Folgende unternehmensspezifische Risiken werden
absteigend nach ihrer Bedeutsamkeit im Vorjahr dargestellt.
Im Geschäftsjahr 2023 war die Gesellschaft diesen
während ihrer operati-ven Aktivitäten noch
ausgesetzt. Aufgrund der Stilllegung des
Geschäftsbetriebs verbleibt als
unternehmensspezifisches Risiko im Anschluss das
Liquiditätsrisiko, d.h. die Möglichkeit die
Vermögensgegenstände zu liquidieren und die
Verbindlichkeiten zu begleichen. Diesem Risiko hat die
Gesellschaft mit dem Verkauf von
Vermögensgegenständen einschl. Vorräten
sowie des Kundenstamms an das Mutterunternehmen und der
Möglichkeit von Zwischenfinanzie-rung über das
Mutterunternehmen begegnet. Das Risiko wird gering
eingestuft.
Die Polytech Wind Power Technology Germany GmbH
unterliegt mit ihren Produkten einem begrenzten
Produkthaftungs- und Gewährleistungsrisiko für
Serienfehler. Obwohl die Firma der Auffassung ist, durch
die eingerichteten Versicherungsprogramme angemessen vor
Haf-tungsansprüchen geschützt zu sein, kann nicht
abschließend ausgeschlossen werden, dass künftig
Forderungen entstehen und die Versicherungsdeckung nicht
vollkommen ausreichend ist.
Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH ist
den allgegenwärtigen IT-Risiken z.B. durch
Cyberattacken ausgesetzt. Der Konzern wirkt diesen durch
einheitliche Schutzpro-gramme (aktuelle
Virenschutzsoftware, Schulungsprogramme etc.) entgegen.
Darüber hinaus stellt die steigende
Abhängigkeit von Lieferanten zur termingerechten
Leis-tungserbringung vor allem bei Serienlieferungen ein
ernst zu nehmendes Risiko dar. Dieser Herausforderung
begegnet die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH,
indem sie das Lieferantenmanagement von der Auswahl
über die Qualifizierung bis hin zur Auditierung
verstärkt, und schwerpunktmäßig nur mit
Lieferanten zusammenarbeitet, die sich in der
Ver-gangenheit als zuverlässig erwiesen haben. Um
einer weitergehenden Abhängigkeit vorzubeu-gen, werden
konsequent Erst- und Zweitlieferanten qualifiziert und
aufgebaut. Zudem wird die Versorgungssicherheit durch den
Abschluss von Rahmenverträgen im Sinne einer
langfris-tigen Kooperation abgesichert. Dennoch steigt
grundsätzlich das Risiko für
Lieferverzögerun-gen und Preissteigerungen durch
kurzfristige lokale Lockdowns insbesondere in Asien oder
Problemen auf dem Logistikweg.
Bedingt durch den nötigen Aufbau von Working
Capital im Zuge der Produktions- und Absatz-steigerung
sowie die laufenden Investitionen in neue
Geschäftsmodelle stellt die zunehmende Bedeutung der
Liquiditätssteuerung eine weitere wichtige
Herausforderung dar. Die PolyTech Wind Power Technology
Germany GmbH wird diesem Anspruch durch ein aktives
Lagerma-nagement, laufende Verhandlungen zu
Zahlungsbedingungen, einem aktiven Forderungsma-nagement
sowie dem Einrichten von Kreditlinien innerhalb der
Polytech Gruppe gerecht.
Die durch den Wettbewerb um Talente verstärkt
auftretenden Engpässe an Führungskräften und
Spezialisten bleiben ein weiterer immanenter Risikofaktor,
dem durch globale Recruiting-maßnamen innerhalb der
Gruppe sowie durch externe Personaldienstleister
entgegengewirkt wird.
3.1.2 Risikoberichterstattung in Bezug auf die
Verwendung von Finanzinstrumenten
Bezogen auf die originären Finanzinstrumente, zu
denen im Wesentlichen die liquiden Mittel und die
Forderungen sowie Verbindlichkeiten gehören, bestehen
insbesondere Ausfall- und Liquiditätsrisiken in
üblichem Umfang, maximal bis zur Höhe der
jeweiligen Buchwerte. Aus-fallrisiken werden durch
Wertberichtigungen begegnet, Liquiditätsrisiken durch
die Prüfung und Überwachung der Solidität
der Kunden. Derivative Finanzinstrumente wurden nicht
ein-gesetzt.
3.1.3 Risikomanagementsystem
Risikomanagement ist ein fundamentales Element der
Geschäftspraxis auf allen Ebenen des Unternehmens und
integraler Bestandteil der Geschäftsplanung und der
Controlling Prozesse der PolyTech Wind Power Technology
Germany GmbH.
Das bestehende Risikomanagementsystem wurde im Jahr
2022 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich
verändert. Wesentliche Risiken werden überwacht
und regelmäßig zwischen der
Geschäftsführung und den Vertretern des
Gesellschafters diskutiert, um Maßnahmen zur
Ab-wendung dieser zu implementieren. Risiken werden zudem
durch Versicherungen abgesi-chert, insoweit dies
möglich ist.
Die Gesamtverantwortung für die Einrichtung und
Aufrechterhaltung eines angemessenen und zielgerichteten
Risiko-Früherkennungssystems trägt die
Geschäftsführung der PolyTech Wind Power
Technology Germany GmbH.
3.2 Compliance
Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH
unterliegt einer Vielzahl von gesetzli-chen Regelungen und
Vorschriften. Compliance allgemein steht für
Regeltreue der Organisa-tion gegenüber
Compliance-Sachverhalten, d. h., für die Einhaltung
von Gesetzen, öffentli-chen bzw. behördlichen
Verordnungen, Normen und Richtlinien.
Der "Compliance Code of Conduct" zeigt jedem
Mitarbeiter die für die PolyTech Wind Power Technology
Germany GmbH zentralen Werte, Vorschriften und
Verhaltensweisen auf und un-terstreicht deren
Verbindlichkeit. Wie schon in 2021 konnten die Mitarbeiter
auch im Jahr 2022 das Hinweisgebersystem, das ihnen
erlaubt, anonym auf möglicherweise nicht mit dem
"Compliance Code of Conduct" vereinbare Vorgänge
hinzuweisen, nutzen. Seit der Über-nahme gelten die
Compliance Regeln der Polytech Gruppe.
3.3 Prognosebericht
Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023
reflektiert die Entscheidung, die
Geschäftstätigkeit auf die Muttergesellschaft zu
verlagern und die Aktivitäten der Gesellschaft zu
beenden. Im ersten Halbjahr 2023 hat die PolyTech Wind
Power Technology Germany GmbH ihr Geschäft
unverändert fortgeführt, während im zweiten
Halbjahr 2023 begonnen wurde, die
Geschäfts-aktivitäten, Produktion und
Vorräte sukzessive zu verlagern. Zum Ende des
Geschäftsjahres 2023 wurden sämtliche
Vermögensgegenstände sowie der Kundenstamm der
Gesellschaft entweder an die Muttergesellschaft
veräußert oder verschrottet (Liquidationswerte
unter den fortgeführten Anschaffungs- und
Herstellungskosten wurden bereits zum 31. Dezember 2022
berücksichtigt) und im Rahmen eines Sozialplans
sämtlichen Mitarbeitern gekündigt. Zudem wurde
der bestehende Mietvertrag im Geschäftsjahr 2023
vorzeitig beendet.
Vor diesem Hintergrund erwartet die
Geschäftsführung der PolyTech Wind Power
Technology Germany GmbH für das Geschäftsjahr
2023 einen leichten Umsatzrückgang. Das
Jahresergeb-nis nach Steuern soll sich im
Geschäftsjahr 2023 auf der Grundlage des
vorläufigen Abschlus-ses im Vergleich zum Vorjahr, das
in Summe mit 2.374 TEUR negativ durch die Abkehr von der
Prämisse der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit beeinflusst war, insbesondere
aufgrund der erzielten Veräußerungserlöse
signifikant verbessern und im niedrigen einstelligen Mio.
EUR-Bereich positiv sein. Für das Geschäftsjahr
2024 werden lediglich laufende Aufwendun-gen im
Zusammenhang mit der Einstellung des Geschäftsbetriebs
erwartet.
Bilanz
Aktiva
|
|
31.12.2022
EUR |
31.12.2021
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
466.956,64 |
666.858,14 |
| I.
Immaterielle Vermögensgegenstände |
8.211,14 |
10.851,14 |
| II.
Sachanlagen |
208.745,50 |
406.007,00 |
| 1.
technische Anlagen und Maschinen |
163.416,50 |
275.502,00 |
| 2.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
45.329,00 |
130.505,00 |
| III.
Finanzanlagen |
250.000,00 |
250.000,00 |
| 1.
Anteile an verbundenen Unternehmen |
250.000,00 |
250.000,00 |
| B.
Umlaufvermögen |
21.597.678,57 |
18.143.579,28 |
| I.
Vorräte |
2.265.483,86 |
1.500.064,62 |
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
18.327.503,85 |
15.792.092,56 |
| 1.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
15.696.111,49 |
13.868.126,53 |
| 2.
sonstige Vermögensgegenstände |
2.631.392,36 |
1.923.966,03 |
| III.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks |
1.004.690,86 |
851.422,10 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
13.737,09 |
36.565,07 |
| Summe
Aktiva |
22.078.372,30 |
18.847.002,49 |
Passiva
|
|
31.12.2022
EUR |
31.12.2021
EUR |
| A.
Eigenkapital |
12.314.344,97 |
13.585.625,45 |
| I.
Gezeichnetes Kapital |
108.235,00 |
108.235,00 |
| II.
Kapitalrücklage |
11.876.156,85 |
11.876.156,85 |
| III.
Gewinnvortrag |
1.601.233,60 |
-8.920.854,08 |
| IV.
Jahresfehlbetrag |
1.271.280,48 |
-10.522.087,68 |
| B.
Rückstellungen |
4.693.074,39 |
2.972.197,20 |
| C.
Verbindlichkeiten |
5.053.627,94 |
2.265.554,84 |
| 1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten |
|
9.303,25 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
|
9.303,25 |
| 2.
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern |
0,00 |
124,88 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
0,00 |
124,88 |
| 3.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen |
3.977.590,82 |
635.077,01 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
3.977.590,82 |
635.077,01 |
| 4.
sonstige Verbindlichkeiten |
1.076.037,12 |
1.621.049,70 |
| davon
mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
1.076.037,12 |
1.621.049,70 |
| D.
Rechnungsabgrenzungsposten |
17.325,00 |
23.625,00 |
| Summe
Passiva |
22.078.372,30 |
18.847.002,49 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR |
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
11.635.853,38 |
22.471.754,61 |
| 2.
Personalaufwand |
6.816.784,90 |
7.241.682,41 |
| a)
Löhne und Gehälter |
6.068.568,73 |
6.167.009,65 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
748.216,17 |
1.074.672,76 |
| davon
für Altersversorgung |
|
98,52 |
| 3.
Abschreibungen |
289.283,90 |
222.969,40 |
| a)
auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
289.283,90 |
222.969,40 |
| davon
außerplanmäßige Abschreibungen |
144.616,50 |
|
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
6.163.879,67 |
2.751.257,54 |
| davon
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung |
17.146,25 |
10.328,87 |
| 5.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
414.642,12 |
2,96 |
| davon
aus verbundenen Unternehmen |
414.517,87 |
|
| 6.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
28.676,51 |
58.524,56 |
| davon
an verbundene Unternehmen |
|
58.521,26 |
| 7.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
23.151,00 |
1.675.235,98 |
| 8.
Ergebnis nach Steuern |
-1.271.280,48 |
10.522.087,68 |
| 9.
Jahresfehlbetrag |
1.271.280,48 |
-10.522.087,68 |
Anhang
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31.
Dezember 2022
der
PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH
München
I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Der Jahresabschluss der PolyTech Wind Power
Technology Germany GmbH, München, wurde nach den
Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches in der
aktuellen Fassung sowie ergänzenden Regelungen des
GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die PolyTech Wind Power
Technology Germany GmbH, München, ist beim Amtsgericht
München im Handelsregister unter der Nummer HRB 189218
geführt.
Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die
Größenmerkmale einer mittelgroßen
Kapitalgesell-schaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB
auf. Sie stellt ihren Jahresabschluss nach Maßgabe
der für mittel-große Kapitalgesellschaften
geltenden Vorschriften auf.
Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und
Verlustrechnung wurde entsprechend § 266 Abs. 2 und 3
HGB bzw. § 275 Abs. 2 HGB vorgenommen.
Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das
Gesamtkostenverfahren angewandt.
II. Abkehr von der Prämisse der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit
Die Gesellschafterin hat am 17. März 2023 den
Beschluss gefasst, den Geschäftsbetrieb der
Gesell-schaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt,
voraussichtlich zum 30. Juni 2023, stillzulegen und die
Ge-schäftsführer angewiesen den Beschluss
umzusetzen.
Diese Entscheidung der Gesellschafterin führt zu
einer Abkehr von dem Rechnungslegungsgrundsatz der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die
Gesellschaft bilanziert ihre Vermögensgegenstände
und Verpflichtungen somit zum Bilanzstichtag 31. Dezember
2022 zu Veräußerungswerten. Wertober-grenze sind
dabei die fortgeführten Anschaffungs- und
Herstellungskosten. Veräußerungswerte bei der
Bilanzierung und Bewertung von
Vermögensgegenständen und Verpflichtungen haben
sich im Bereich der immateriellen
Vermögensgegenstände, der Sachanlagen und der
sonstigen Rückstellun-gen ausgewirkt. Neben den
bislang zu passivierenden Schulden wurden auch solche
Verpflichtungen berücksichtigt, die durch die Abkehr
von der Prämisse der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit ver-ursacht wurden.
Die Vertriebs- sowie Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten wurden zur Muttergesellschaft
nach Dänemark verlagert und die
Produktionsaktivitäten ausgelagert. Bis zum März
2023 wurde der Ge-schäftsbetrieb unverändert
fortgeführt. Anschließend wurden die
Aktivitäten sukzessive verlagert, der Prozess war Ende
2023 weitgehend abgeschlossen.
III. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die immateriellen Vermögensgegenstände sind
zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige
Abschreibungen, angesetzt. Als Nutzungsdauer wurden
zwischen drei und acht Jahre angesetzt. Zum 31. Dezember
2022 wurden außerplanmäßige Abschreibungen
auf den Veräußerungswert erfasst.
Das Sachanlagevermögen ist zu
Anschaffungs-/Herstellungskosten vermindert um
planmäßige Ab-schreibungen angesetzt. Die
Abschreibungen wurden linear pro rata temporis über
eine Nutzungs-dauer zwischen drei und zwanzig Jahren
ermittelt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit
Einzelanschaf-fungskosten bis zu 800 Euro wurden im Jahr
des Zugangs voll abgeschrieben. Zum 31. Dezember 2022
wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf
den Veräußerungswert erfasst.
In den Finanzanlagen werden die Anteile an der
100%-igen Tochtergesellschaft fos4X wind power technology
Beijing Co. Ltd., Peking in China mit den
Anschaffungskosten bilanziert.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren
wurden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den
durchschnittlichen Anschaffungskosten angesetzt. Sofern die
Marktwerte am Bilanzstichtag nied-riger waren, kamen diese
zum Ansatz.
Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu
Herstellungskosten (Einzelkosten, angemessene Material- und
Fertigungsgemeinkosten sowie Werteverzehr des
Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung
veranlasst) bewertet, sofern nicht nach § 253 Abs. 4
HGB um noch anfallende Aufwendun-gen geminderte
Verkaufswerte anzusetzen sind.
Die geleisteten Anzahlungen sind zu ihrem
Rückzahlungsbetrag angesetzt.
Die Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten
angesetzt. Für erkenn-bare Risiken sind
Einzelwertberichtigungen vorgenommen worden. Zur Abdeckung
des allgemeinen Kreditrisikos bei Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen wird eine angemessene
Pauschalwert-berichtigung auf den nicht
einzelwertberichtigten Netto-Forderungsbestand gebildet.
Der Kassenbestand und das Guthaben bei
Kreditinstituten sind zum Nennwert bilanziert.
Als aktive Rechnungsabgrenzung werden Ausgaben vor
dem Abschlussstichtag gezeigt, sofern sie einen Aufwand
für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert.
Die Rückstellungen werden in ausreichender
Höhe mit dem nach vernünftiger
kaufmännischer Beur-teilung notwendigen
Erfüllungsbetrag angesetzt und berücksichtigen
alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.
Zudem wurden Rückstellungen für durch die
Einstellung des Betriebs verursachte zukünftige
Aufwendungen (Sozialplanverpflichtungen, Zahlungen zur
vorzeitigen Beendi-gung eines Mietvertrags) gebildet,
insofern sie nach vernünftiger kaufmännischer
Beurteilung abzuse-hen sind.
Die erhaltenen Anzahlungen sind zu
Erfüllungsbeträgen angesetzt. Die erhaltenen
Anzahlungen sind um die darin enthaltene Umsatzsteuer
vermindert (Nettomethode).
Die Verbindlichkeiten werden gemäß §
253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem Erfüllungsbetrag
passiviert.
Geschäftsvorfälle in fremder Währung
werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und
Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit
nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem
Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. In
anderen Fällen werden eventuelle Kursverluste am
Bilanzstichtag berücksichtigt.
Als passive Rechnungsabgrenzung werden Einnahmen vor
dem Abschlussstichtag gezeigt, sofern sie einen Ertrag
für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Das Aktivierungswahlrecht nach § 274 HGB
für latente Steuern wurde nicht ausgeübt.
IV. Angaben zur Bilanz
Die Entwicklung der einzelnen Posten des
Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen
des Geschäftsjahres im Anlagespiegel (Anlage zum
Anhang) dargestellt.
Unter den Finanzanlagen ist der Anteil an der
folgenden Gesellschaft bilanziert:
| fos4X wind power
technology Beijing Co. Ltd. Peking (China) |
100 % |
Euro |
1.976.150 |
1 |
255.717 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
beinhalten vollständig einzelwertberichtigte
Forde-rungen in Höhe von 211.704,98 Euro (Vj.
202.417,49 Euro).
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen
resultieren aus Darlehensforderungen gegen die
Gesellschafterin in Höhe von 13.014.517,87 EUR sowie
aus Forderungen aus Lieferungen und Leis-tungen in
Höhe von 2.681.593,62 EUR gegen verbunden Unternehmen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände
beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuer in der Höhe
von 98.635,20 Euro (Vj. 26.598,56 Euro), debitorische
Kreditoren in der Höhe von 49.174,42 Euro (Vj.
13.019,47 Euro), Kautionen in der Höhe von 46.084,58
Euro (Vj. 46.084,58 Euro), Forderungen im Rahmen der
sozialen Sicherheit in der Höhe von 13.807,02 Euro
(Vj. 11.053,50 Euro). Im Vorjahr waren zudem Forderungen
gegen Personal (bis 1 Jahr) von 506.354,34 Euro enthalten.
Die ausgewiesenen Forderungen sind wie im Vorjahr
innerhalb eines Jahres fällig.
Bei den sonstigen Rückstellungen handelt es sich
um Rückstellungen für Personalkosten in der
Höhe von 222.814,97 Euro (Vj. 987.374,55 Euro),
übrige sonstige Rückstellungen in der Höhe
von 300.800,00 Euro (Vj. 174.145,89 Euro), die im
Berichtsjahr im Wesentlichen auf Rechtsstreitigkeiten
entfallen, Rückstellungen für
Gewährleistungen in der Höhe von 96.700,00 Euro
(Vj. 89.981,56 Euro), Rückstellungen für
Abschluss und Prüfung in der Höhe von 55.800,00
Euro (Vj. 37.650,00 Euro), Rückstellungen für
ausstehende Rechnungen in Höhe von 82.263,22 Euro (Vj.
0,00 Euro) und Rück-stellungen für
Aufbewahrungspflicht in der Höhe von 7.810,00 Euro
(Vj. 7.810,00 Euro). Darüber hin-aus entfallen
Rückstellungen im Zusammenhang mit der Beendigung des
Geschäftsbetriebs in Höhe von 1.808.500,00 Euro
(Vorjahr 0,00 Euro) auf Verpflichtungen aus dem Sozialplan
und 420.000,00 EUR (Vorjahr 0,00 Euro) auf die vorzeitige
Beendigung des Mietvertrags.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen entfallen mit 3.710.860,57 Euro (Vj. 635.077,01
Euro) auf Verbindlichkeiten auf Lieferungen und Leistungen
und darüber hinaus auf sonstige Verbindlichkeiten.
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten
Verbindlichkeiten für Lohn- und Kirchensteuer in der
Höhe von 41.740,91 Euro (Vj. 88.112,39 Euro) und
kreditorische Debitoren in der Höhe von 346.193,04
Euro (Vj. 348.039,55 Euro).
Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr
Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr.
V. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im
Wesentlichen Erstattungen aus dem
Aufwendungs-ausgleichsgesetz in Höhe von 15.849,46
Euro (Vj. 0,00 Euro), Erträge aus der
Währungsumrechnung in Höhe von 11.503,55 Euro
(Vj. 1.786,86 Euro), Erträge aus der Auflösung
von Rückstellungen in Höhe von 51.943,21 Euro
(Vj. 22.653,74 Euro), Erträge aus
Schadensersatzzahlungen in Höhe von 2.000,00 Euro (Vj.
0,00 Euro) und Erträge aus dem Verkauf der
immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 0,00
Euro (Vj. 10.813.428,66 Euro), enthalten.
Außerplanmäßige Abschreibungen auf
immaterielle Vermögensgegenstände und
Sachanlagevermö-gen betragen 144.616,50 EUR
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten
im Wesentlichen Aufwendungen aus Konzer-numlagen in
Höhe von 3.253.000 Euro, Rechts- und Beratungskosten
in Höhe von 825.577,72 Euro (Vj. 832.541,38 Euro),
Mietkosten in Höhe von 260.270,49 Euro (Vj. 251.684,35
Euro), Reisekosten für Arbeitnehmer in Höhe von
141.855,18 Euro (Vj. 248.229,41 Euro), Kosten der
Warenabgabe in Höhe von 123.965,26 Euro (Vj.
200.204,05 Euro), Aufwendungen für Lizenzen und
Konzessionen in Höhe von 131.977,39 Euro (Vj.
155.469,20 Euro) sowie Aufwendungen aus
Währungsumrechnung in Höhe von 17.146,25 Euro
(Vj. 10.328,87 Euro).
Im Geschäftsjahr 2022 haben insbesondere auf
Grund der Entscheidung der Gesellschafter folgende
Aufwendungen von außergewöhnlicher
Größenordnung und außergewöhnlicher
Bedeutung das Er-gebnis beeinflusst:
- außerplanmäßige Abschreibung auf
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in
Höhe von 144.616,50 EUR; § Bildung einer
Rückstellung für künftige
Sozialplanverpflichtungen in Höhe von 1.808.500,00
EUR, § Zuführung von Rückstellungen für
die vorzeitige Beendigung von Mietvertragen in Höhe
von 420.000,00 EUR
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Patente an die
Gesellschafterin veräußert. Im
Geschäftsjahr 2022 wurde der Gesellschaft für die
Nutzung der veräußerten Patente sowie
ausgelagerte Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
3.252.871,00 EUR in Rechnung gestellt.
Periodenfremde Erträge bestehen in Höhe von
51.943,21 EUR auf Grund der Auflösung von in
Vor-jahren gebildeter Rückstellungen. Periodenfremde
Aufwendungen bestehen im Geschäftsjahr 2022 in
Höhe des Aufwands für die Bildung einer
Rückstellung für Sozialplanverpflichtungen in
Höhe von 1.808.500,00 EUR; eine
Außenverpflichtung ist erst mit dem Abschluss eines
Sozialplans im Ge-schäftsjahr 2023 entstanden.
VI. Sonstige Angaben
1. Name und Sitz des Mutterunternehmens
Die Gesellschaft gehört dem Konsolidierungskreis
der BJP Holdco AB, Stockholm, Schweden, an und wird in
deren Konzernabschluss einbezogen. Dies ist der
Konzernabschluss für den kleinsten und
größten Kreis von Unternehmen, in den die
Gesellschaft einbezogen wird. Der Konzernabschluss der BJP
Holdco AB ist im schwedischen Unternehmensregister
(www.bolagsverket.se) unter der Regis-ternummer 559261-2948
erhältlich.
Die Gesellschaft ist aufgrund des Unterschreitens der
Größenkriterien gemäß § 293 Abs.
1 HGB von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit.
2. Mitarbeiter
Während des Geschäftsjahres wurden
durchschnittlich 62 Arbeitnehmer beschäftigt. Diese
setzen sich wie folgt zusammen:
| Gewerbliche
Angestellte |
11 |
| Angestellte |
50 |
| Leitende
Angestellte |
1 |
|
Gesamt
|
62
|
3. Geschäftsführung
Bis 21. August 2024 erfolgte die
Geschäftsführung durch Herrn Mads Kirkegaard,
CEO, Ribe/Däne-mark.
Ab dem 21. August 2024 erfolgt die
Geschäftsführung durch Herrn Allan Jan Formann
Kristensen, CEO PolyTech A/S, Kopenhagen/Dänemark.
Hinsichtlich der Angabe zur Gesamtvergütung der
Geschäftsführung nimmt die Gesellschaft die
Be-freiungsvorschrift gem. § 286 Abs. 4 HGB in
Anspruch.
4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen nach
§ 285 Nr. 3a HGB bestehen aus Mietverträgen in
der Höhe von 251.249,40 Euro und entfallen
vollständig auf das Jahr 2023.
5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die Gesellschafterin hat am 17. März 2023 den
Beschluss gefasst, den Geschäftsbetrieb der
Gesell-schaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt,
voraussichtlich zum 30. Juni 2023, stillzulegen und die
Ge-schäftsführer angewiesen den Beschluss
umzusetzen.
Diese Entscheidung der Gesellschafterin führt zu
einer Abkehr von dem Rechnungslegungsgrundsatz der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die
Gesellschaft bilanziert ihre Vermögensgegenstände
und Verpflichtungen somit zum Bilanzstichtag 31. Dezember
2022 zu Veräußerungswerten. Wertober-grenze sind
dabei die fortgeführten Anschaffungs- und
Herstellungskosten. Veräußerungswerte bei der
Bilanzierung und Bewertung von
Vermögensgegenständen und Verpflichtungen haben
sich im Bereich der immateriellen
Vermögensgegenstände, der Sachanlagen und der
sonstigen Rückstellun-gen ausgewirkt. Neben den
bislang zu passivierenden Schulden wurden auch solche
Verpflichtungen berücksichtigt, die durch die Abkehr
von der Prämisse der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit ver-ursacht wurden.
Die Vertriebs- sowie Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten wurden zur Muttergesellschaft
nach Dänemark verlagert und die
Produktionsaktivitäten ausgelagert. Bis zum März
2023 wurde der Ge-schäftsbetrieb unverändert
fortgeführt. Anschließend wurden die
Aktivitäten sukzessive verlagert, der Prozess war Ende
2023 weitgehend abgeschlossen.
Im Geschäftsjahr 2022 haben insbesondere auf
Grund der Entscheidung der Gesellschafter folgende
Aufwendungen von außergewöhnlicher
Größenordnung und außergewöhnlicher
Bedeutung das Er-gebnis beeinflusst:
§ außerplanmäßige Abschreibung
auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
in Höhe von 144.616,50 EUR; § Bildung einer
Rückstellung für künftige
Sozialplanverpflichtungen in Höhe von 1.808.500,00
EUR; § Zuführung von Rückstellungen für
die vorzeitige Beendigung von Mietvertragen in Höhe
von 420.000,00 EUR.
Die Veräußerung der
Vermögensgegenstände sowie des Kundenstamms wird
im Geschäftsjahr 2023 zu einem Gewinn im niedrigen
einstelligen Mio. EUR-Bereich führen.
6. Ergebnisverwendungsvorschlag
Die Geschäftsführung schlägt der
Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag mit dem
Ge-winnvortrag zu verrechnen.
Entwicklung des Anlagevermögens im
Geschäftsjahr 2022
|
Anschaffungs- / Herstellungskosten
|
Abschreibungen
|
Bilanzwerte
|
|
Wert
|
|
Wert
|
Wert
|
|
|
|
01.01.2022
|
Zugang
|
31.12.2022
|
31.12.2022
|
31.12.2022
|
31.12.2021
|
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
|
|
|
|
|
|
Entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche
|
|
|
|
|
|
|
Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie
|
|
|
|
|
|
|
Lizenzen an solchen
Rechten und Werten
|
36.012,44
|
0,00
|
36.012,44
|
27.801,30
|
8.211,14
|
10.851,14
|
|
36.012,44
|
0,00
|
36.012,44
|
27.801,30
|
8.211,14
|
10.851,14
|
II. Sachanlagen
|
|
|
|
|
|
|
1. Technische Anlagen
und Maschinen
|
343.412,89
|
0,00
|
343.412,89
|
179.996,39
|
163.416,50
|
275.502,00
|
2. Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäfts-
|
|
|
|
|
|
|
ausstattung
|
509.465,27
|
89.382,40
|
598.847,67
|
553.518,67
|
45.329,00
|
130.505,00
|
|
852.878,16
|
89.382,40
|
942.260,56
|
733.515,06
|
208.745,50
|
406.007,00
|
III. Finanzanlagen
|
|
|
|
|
|
|
Anteile an verbundenen
Unternehmen
|
250.000,00
|
0,00
|
250.000,00
|
0,00
|
250.000,00
|
250.000,00
|
|
1.138.890,60
|
89.382,40
|
1.228.273,00
|
761.316,36
|
466.956,64
|
666.858,14
|
Bericht des Aufsichtsrats
Es existiert kein Aufsichtsrat.
sonstige Berichtsbestandteile
München, 16.12.2024
Allan
Jan Formann Kristensen
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 28.01.2025 festgestellt.
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH,
München
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der PolyTech Wind Power
Technology Germany GmbH , München, - bestehend aus der
Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und
Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang,
einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus
haben wir den Lagebericht der PolyTech Wind Power
Techno-logy Germany GmbH, München, für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
• entspricht der beigefügte Jahresabschluss
in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für
Kapitalgesell-
schaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften
und vermittelt unter Beachtung der deutschen
Grund-sätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermö-gens-
und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022sowie
ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar bis zum 31. Dezember 2022 und
• vermittelt der beigefügte Lagebericht
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser
Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht
den deut-schen gesetzlichen Vorschriften und stellt die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungs-mäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Ab-schnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unse-res Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Überein-stimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonsti-gen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prü-fungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts
Wir verweisen auf die Ausführungen der
gesetzlichen Vertreter in Abschnitt "II. Abkehr von der
Prämisse der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit" des Anhangs und in Abschnitt
"1.1 Geschäftsmodell der PolyTech Wind Power
Technology Germany GmbH / Stilllegung des
Geschäftsbetriebs" des Lageberichts, welche den am 17.
März 2023 von der Gesellschafterversammlung gefassten
Beschluss zur Stilllegung des Geschäftsbetriebs der
Gesellschaft und die darauf basierende Bilanzierung unter
der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der
Fort-führung der Unternehmenstätigkeit
beschreiben. Unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebe-richt sind
diesbezüglich nicht modifiziert.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den
Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Überein-stimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf-grund
von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Stilllegung
des Geschäftsbetriebs zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verant-wortung, Sachverhalte im Zusammenhang
mit der geordneten Stilllegung des Geschäftsbetriebs,
sofern einschlä-gig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage der
Abkehr vom Rechnungsle-gungsgrundsatz der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern der
Fortführung der Unter-nehmenstätigkeit nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahres-abschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vor-kehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lagebe-richts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebe-richt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belan-gen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutref-fend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstim-mung mit § 317 HGB unter Beachtung
der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Dar-über hinaus
• identifizieren und beurteilen wir die Risiken
wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und
im
Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken
durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als
das Risiko, dass aus Irrtümern re-sultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
da dolose Handlungen kollusives Zu-sammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen bzw. das
Außer-kraftsetzen interner Kontrollen beinhalten
können.
• gewinnen wir ein Verständnis von dem
für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten
internen Kontroll-system und den für die Prüfung
des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungs-handlungen zu planen, die
unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch
nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
• beurteilen wir die Angemessenheit der von den
gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsme-
thoden sowie die Vertretbarkeit der von den
gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten
Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
• ziehen wir Schlussfolgerungen darüber, ob
die Aufstellung des Jahresabschlusses durch die
gesetzlichen Ver-treter unter Abkehr von der Annahme der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit angemessen
ist, sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im
Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht,
die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der
Gesellschaft zur geordneten Stilllegung des
Geschäftsbetriebs aufwerfen können. Falls wir zu
dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen An-gaben im Jahresabschluss und
im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemes-sen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Er-eignisse oder
Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die
Gesellschaft die geordnete Stilllegung des
Geschäftsbetriebs nicht mehr fortführen kann.
• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt
des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der
Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt,
dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsäch-lichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermit-telt.
• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts
mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das
von ihm vermittelte Bild von der Lage der
Gesellschaft.
• führen wir Prüfungshandlungen zu den
von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
zukunftsorientierten
Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender
geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei
insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den
gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten be-deutsamen
Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeit-planung der Prüfung
sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
München, den 17.
Dezember 2024
Deloitte
GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dr.
Thomas Reitmayr
Wirtschaftsprüfer
Julius
Pinckernelle
Wirtschaftsprüfer
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