PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH

Thalkirchner Straße 210, 81371 München, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 189218
Vorher
fos4X GmbH
Eingetragen
7.12.2010
Branche
Herstellung von TurbinenHerstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenForschung und Entwicklung im Bereich Biotechnologie
Gegenstand
Entwicklung, Umsetzung, Vertrieb und Implementierung von Lösungen zur Überwachung und Automatisierung von technischen Strukturen sowie damit verbundene Dienstleistungen, insbesondere im Bereich Windkraft.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Polytech Group ApSDNK
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Polytech Group ApS
Denmark
108.235 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

1.1 Geschäftsmodell der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH / Stilllegung des Geschäftsbetriebs

Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH (im Folgenden auch "Gesellschaft" oder "Unternehmen") ist ein international operierender Anbieter und Hersteller faseroptischer Messtechnik zur Überwachung von verschiedenen physikalischen Größen wie Beschleuni-gung, Dehnung, Temperatur oder Druck und darauf aufbauender Datenanalyse zur Optimie-rung von Industrieanlagen. Seit 2010 baut das Unternehmen Domänenwissen, technische und digitale Kompetenz sowie Prozess- und Methodenwissen kontinuierlich aus und agiert als Technologie- und Innovationspartner mit dem Schwerpunkt Windenergie. Hauptziel des Un-ternehmens ist, Windenergieanlagen mit Hilfe von Sensorik in Kombination mit der Datenana-lyse generierter oder anderweitig zur Verfügung stehender Informationen intelligenter und effizienter zu machen. Dabei wird das Neuanlagengeschäft (Marktsegment Greenfield) über die Hersteller, sowie das Bestandsanlagengeschäft (Marktsegment Brownfield) über die Be-treiber von Windenergieanlangen adressiert. Das Leistungsportfolio umfasst den Verkauf fa-seroptischer Messprodukte, Entwicklungsdienstleistungen, Software, Zusatzausrüstung und Software-as-a-Service-Angebote. Seit 2018 ist die Firma mit einer eigenen Tochtergesellschaft in China präsent.

Im Jahr 2020 kam es zu einer Akquisition von 100% der Gesellschaftsanteile durch die dänische VC VIII PolyTech Holding ApS, mit Sitz in Bramming. Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 wurde die eigene Technologie/Intellectual Property an das Mutterunternehmen verkauft und die Ge-sellschaft zu Beginn des Geschäftsjahres 2022 mit Intercompany-Verträgen (bezogen auf Li-zenznutzung, Contract Manufacturing sowie Forschung- und Entwicklung) enger in die PolyTech Gruppe integriert.

Am 17. März 2023 hat die Gesellschafterin den Beschluss gefasst, den Geschäftsbetrieb der Gesellschaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt stillzulegen und die Geschäftsführer angewiesen den Beschluss umzusetzen. Diese Entscheidung führt zu einer Abkehr von dem Rechnungsle-gungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die Gesellschaft bilanziert ihre Vermögensgegenstände und Verpflichtungen somit zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 zu Veräußerungswerten. Wertobergrenze sind dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Her-stellungskosten. Veräußerungswerte bei der Bilanzierung und Bewertung von Vermögensge-genständen und Verpflichtungen haben sich im Bereich der immateriellen Vermögensgegen-stände, der Sachanlagen und der sonstigen Rückstellungen ausgewirkt. Neben den bislang zu passivierenden Schulden wurden auch solche Verpflichtungen berücksichtigt, die durch die Abkehr von der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit verursacht wurden.

Die Vertriebs- sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden zur Muttergesellschaft nach Dänemark verlagert und die Produktionsaktivitäten ausgelagert. Bis zum März 2023 wurde der Geschäftsbetrieb unverändert fortgeführt. Anschließend wurden die Aktivitäten sukzessive verlagert, der Prozess war Ende 2023 weitgehend abgeschlossen.

1.2 Forschung und Entwicklung (FuE)

Auch konnten in 2022 wieder Technologie- und Innovationsprojekte, teilweise in gemeinsa-mer Entwicklung mit Kunden und namhaften Forschungseinrichtungen, in den Bereichen Effi-zienzsteigerung von Windenergieanlagen, Datenanalyse und Machine Learning realisiert wer-den. Die Entwicklung der GPS-Tracker (Logistic Hub) zur Überwachung und Ortung von Trans-portgestellen für Rotorblattanlagen sowie die Entwicklung des LightningKeyDataSystems (LKDS3) zur Überwachung und Messung von Blitzeinschlägen im Rotorblatt wurden im Laufe des Jahres 2022 gemeinsam mit der dänischen Muttergesellschaft kontinuierlich weiterentwi-ckelt. Die Gesamtstrategie und Priorisierung der Entwicklungsprojekte werden durch die dä-nische Muttergesellschaft bestimmt.

Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH verfügt über eigene Abteilungen so-wohl für die Neu- und Weiterentwicklung von Hardwareprodukten als auch für die Erstellung hochwertiger, digitaler Datenanalyse-Software zur Schaffung und zum Betrieb ganzheitlicher IoT-Lösungen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Branchenbezogene Betrachtung

Das Jahr 2022 war für die europäische Windindustrie ein herausforderndes Jahr. Trotz des allgemein schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und der Schwierigkeiten in der Lieferkette stiegen die Installationen in Europa im Vergleich zum Vorjahr um 4 %.1 Für Polytech Deutsch-land liegt der Anstieg um 7,5 % im Rahmen der Entwicklung der Marktbranche. Größere Wind-kraftanlagen verringern zwar die verkauften Mengen, dennoch wird diese Tendenz durch die Synergien mit anderen Kunden von Polytech ausgeglichen.

Aus der Umsatzentwicklung der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH ist ersicht-lich, dass die Betreiber und Hersteller von Windenergieanlagen, eine wachsende Investitions-bereitschaft für sensor- und softwaregestützte Überwachungs- und Steuerungslösungen ha-ben. Dabei stellen sowohl das Neugeschäft mit den OEMs von Windenergieanlagen (Green-field) als auch das Geschäft mit den Betreibern von bestehenden Windenergieanlagen (Brown-field), im Geschäftsjahr 2022 Wachstumsfelder für die PolyTech Wind Power Technology Ger-many GmbH dar.

2.2 Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2022 ist erfolgreich für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH verlaufen. Das Unternehmen konnte im Wesentlichen durch das Seriengeschäft mit den OEMs ein Umsatzwachstum von insgesamt 7,5% zum Vorjahr verzeichnen.

Die Treiber des Greenfield-Geschäfts blieben Sensorlösungen in der Serienintegration, die dank der guten Auftragslage der Hersteller verstärkt nachgefragt wurden. Dabei positionierte sich insbesondere die chinesische Tochtergesellschaft fos4X Wind Power Technology (Beijing) Co., Ltd. weiterhin erfolgreich bei neuen chinesischen Herstellern.

Die im Vorjahr begonnenen Restrukturierungs- bzw. Reorganisationsmaßnahmen wurden im Berichtsjahr u.a. mit Personalabbau abgeschlossen. Infolgedessen hat sich die Anzahl der Mit-arbeiter von durchschnittlich 86 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Geschäftsjahr 2021 auf 62 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Geschäftsjahr 2022 verringert.

2.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH hat sich im Berichtsjahr operativ leicht verbessert.

Das aktive Management des Working Capital aus dem Geschäftsjahr 2021 wurde auch in 2022 fortgesetzt. Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH sind die Umsatzerlöse sowie das Jahresergebnis nach Steuern.

2.3.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3.231 TEUR auf 22.078 TEUR.
Zusammen mit dem Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2023 führte die Erhöhung der Bi-lanzsumme zu einem Rückgang der Eigenkapitalquote von 72 % zum 31. Dezember 2021 auf 56 % zum 31. Dezember 2022.

Im Anlagevermögen mussten aufgrund der Bilanzierung zu Veräußerungswerten außerplan-mäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 145 erfasst werden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen stichtagsbedingt (deutlich gestiege-ner Umsatz im vierten Quartal 2022 im Vergleich zu 2021) um 1.089 TEUR auf 2.408 TEUR. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen um 1.828 TEUR auf 15.696 TEUR. Diese Entwicklung resultiert insbesondere aus der oben beschriebenen Veränderung der Geschäfts-tätigkeit durch die stärkere Integration in die PolyTech-Gruppe und der entsprechend erfolg-ten Rechnungsstellung für im Konzern erbrachte Leistungen. Gegenläufig haben sich die sons-tigen Vermögensgegenstände um 382 TEUR verringert. Dieser Posten entfiel im Vorjahr mit 506 TEUR auf Forderungen gegen Personal, die im Geschäftsjahr 2022 vereinnahmt wurden.

Der Lagerbestand an Komponenten, unfertigen und fertigen Erzeugnissen stieg um 765 TEUR auf 2.265 TEUR. Dies ist zum einen auf Preiserhöhungen zurückzuführen, zum anderen gezielt aufgebaut worden, um auf kurzfristige Lieferausfälle oder Verzögerungen reagieren zu kön-nen.

Die Rückstellungen erhöhten sich um 1.721 TEUR auf 4.693 TEUR. Der Anstieg ist insbesondere auf die sonstigen Rückstellungen zurückzuführen, bei denen sich die personalbezogenen Rück-stellungen aufgrund der Kosten für den Sozialplan um 1.809 TEUR erhöht haben. Gegenläufig hat sich der Verbrauch der im Vorjahr gebildeten Rückstellungen für Restrukturierung ausge-wirkt. Zudem musste zum 31. Dezember 2022 eine Rückstellung für die vorzeitige Beendigung von Mietverträgen in Höhe von 420 TEUR erfasst werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten stichtagsbedingt um 638 TEUR auf 518 TEUR. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 3.343 TEUR auf 3.978 TEUR. Diese Entwicklung resultiert vor allem aus Konzernumlagen, die auf die Nutzung der im Vorjahr an die Muttergesellschaft verkauften Technologie entfallen.

Das Working Capital (Differenz aus Umlaufvermögen ohne liquide Mittel und kurzfristigen Ver-bindlichkeiten) stieg im Jahr 2022 aufgrund des Wachstums sowie des Anstiegs der Forderun-gen gegen verbundene Unternehmen, teilweise kompensiert von dem Anstieg der Verbind-lichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auf 15.539 TEUR (Vorjahr: 15.027 TEUR).

2.3.2 Finanzlage

Die Grundsätze des Finanzmanagements beruhen auf einer ausgewogenen liquiditätsbezoge-nen Vertragsgestaltung mit den Kunden und einem konsequenten Forderungsmanagement. Seit 11. Februar 2021 liegt eine Kreditrahmenvereinbarung in Höhe von 2.000 TEUR zwischen der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH und der VC VIII PolyTech Holding ApS in Form eines "intragroup facility agreement" vor, um sicherzustellen, dass die Gesellschaft jederzeit in der Lage ist, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Der Zinssatz für jedes in Anspruch genommene Darlehen wird mit einem Zinssatz von 6 % zuzüglich EURIBOR pro Jahr verzinst. Im Rahmen der Veräußerung der immateriellen Vermögensgegenstände wurde der VC VIII PolyTech Holding ApS zum 31. Dezember 2021 ein Darlehen in Höhe von 12.600 TEUR gewährt. Das Darlehen hatte eine Laufzeit bis 30. Juni 2022, die bis zum 30. Juni 2023 verlängert wurde. Das Darlehen wird mit einem Zinssatz von 3,25 % pro Jahr verzinst.

Die Bankguthaben haben sich von 851 TEUR auf 1.005 TEUR erhöht.

2.3.3 Ertragslage

Die Umsatzerlöse lagen bei 19.342 TEUR (Vorjahr: 17.997 TEUR) und betreffen das Kernge-schäft (Blades Monitoring & Optimization - BM&O). Die Steigerung um 7,5 % liegt im Rahmen der Entwicklung in der Marktbranche. Größere Windkraftanlagen führen allerdings zu gerin-geren Verkaufsmengen. Diese Tendenz wird durch die Synergien mit anderen Kunden der Po-lytech-Tochtergesellschaft ausgeglichen, die für höhere konzerninterne Umsätze innerhalb des BM&O-Geschäftsbereichs sorgen. Insgesamt wurden so die Erwartungen (Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau) überschritten.
Unter Berücksichtigung der Bestandserhöhung in Höhe von 440 TEUR (Vorjahr: 101 TEUR) stieg die Gesamtleistung auf 19.782 TEUR (Vorjahr: 18.098 TEUR).

Der sonstige betriebliche Ertrag entfiel im Vorjahr mit 10.813 TEUR auf den Verkauf von im-materiellen Vermögensgegenständen an die Muttergesellschaft (Sondereffekt des Vorjahres).

Der Personalaufwand betrug 6.817 TEUR (Vorjahr: 7.242 TEUR). Der Rückgang ist insbeson-dere auf den erfolgten Personalabbau sowie im Vorjahr erfasste Abfindungsleistungen zurück-zuführen. Gegenläufig hat sich die im Berichtsjahr erfasste Rückstellung für die Kosten des Sozialplans im Zusammenhang mit der Betriebsstilllegung ausgewirkt.

Der Materialaufwand erreichte 8.227 TEUR (Vorjahr: 6.578 TEUR) und ist im Verhältnis zur Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderungen) von 36,3 % auf 41,6 % vor allem aufgrund von Kostensteigerungen gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 6.164 TEUR (Vor-jahr: 2.751 TEUR). Die Erhöhung ist im Wesentlichen auf die oben beschriebe Veränderung der Geschäftstätigkeit durch die stärkere Integration in die PolyTech-Gruppe und damit ver-bundene Konzernumlagen in Höhe von 3.253 TEUR zurückzuführen. Zudem entfällt der An-stieg mit 420 TEUR auf die Bildung einer Rückstellung für die vorzeitige Beendigung von Miet-verträgen im Zusammenhang mit der Betriebsstilllegung.

Der Zinsertrag von 415 TEUR resultiert aus der Verzinsung des an den Gesellschafter gewähr-ten Darlehens.

Das Ergebnis nach Steuern betrug -1.271 TEUR (Vorjahr: 10.522 TEUR).

Während für das Geschäftsjahr 2022 der Rückgang des Jahresergebnisses auf die Reduzierung der sonstigen betrieblichen Erträge, die Verschlechterung der Materialaufwandsquote, die ge-ringeren Personalaufwendungen, die deutlich erhöhten Konzernumlagen und die reduzierten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zurückzuführen ist, war das Geschäftsjahr 2021 ins-besondere von einem außerordentlichen Verkauf von immateriellen Vermögensgegenstän-den betroffen. Insgesamt wurde so die Erwartung aus dem Vorjahr (deutliche Steigerung des Jahresergebnisses nach Steuern von TEUR 1.384 im Jahr 2021, ohne den Sondereffekt des Vor-jahres und den daraus resultierenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag) vor allem aufgrund der Auswirkungen der Abkehr von der Prämisse der Fortführung der Unterneh-menstätigkeit deutlich verfehlt.

3. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

3.1 Chancen- und Risikobericht

Aufgrund des Beschlusses der Gesellschafter, die Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2023 einzustellen, sieht die Geschäftsführung für die Gesellschaft operativ keine eigenständigen Chancen mehr, die nachhaltig verfolgt werden können. Es besteht die zum Aufstellungszeit-punkt bereits realisierte Chance im Zusammenhang mit der Veräußerung des Kundenstamms an das Mutterunternehmen einen Gewinn zu erzielen. Für erwartete Belastungen aus der Still-legung des Geschäftsbetriebs (Kosten für den Sozialplan sowie die Beendigung der Mietver-träge) wurden Rückstellungen zum 31. Dezember 2022 gebildet.

Aufgrund der Einstellung des Geschäftsbetriebs besteht das im Vorjahr berichtete wesentliche Risiko für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, der hohe Umsatzanteil mit einigen wenigen Kunden, nicht mehr.

Der zum Stichtag bestehende Serienliefervertrag mit chinesischen Kunden bindet Ressourcen für Produktanpassungen sowie Logistik und Trainings. Der Vertrag wurde im Zusammenhang mit der Stilllegung des Geschäftsbetriebs von der Muttergesellschaft übernommen. Das im Vorjahr berichtete Risiko, des Verlusts dieses Kunden an einen Wettbewerber stellt daher nun kein Risiko für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH mehr dar.

3.1.1 Unternehmensspezifische Risiken

Folgende unternehmensspezifische Risiken werden absteigend nach ihrer Bedeutsamkeit im Vorjahr dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 war die Gesellschaft diesen während ihrer operati-ven Aktivitäten noch ausgesetzt. Aufgrund der Stilllegung des Geschäftsbetriebs verbleibt als unternehmensspezifisches Risiko im Anschluss das Liquiditätsrisiko, d.h. die Möglichkeit die Vermögensgegenstände zu liquidieren und die Verbindlichkeiten zu begleichen. Diesem Risiko hat die Gesellschaft mit dem Verkauf von Vermögensgegenständen einschl. Vorräten sowie des Kundenstamms an das Mutterunternehmen und der Möglichkeit von Zwischenfinanzie-rung über das Mutterunternehmen begegnet. Das Risiko wird gering eingestuft.

Die Polytech Wind Power Technology Germany GmbH unterliegt mit ihren Produkten einem begrenzten Produkthaftungs- und Gewährleistungsrisiko für Serienfehler. Obwohl die Firma der Auffassung ist, durch die eingerichteten Versicherungsprogramme angemessen vor Haf-tungsansprüchen geschützt zu sein, kann nicht abschließend ausgeschlossen werden, dass künftig Forderungen entstehen und die Versicherungsdeckung nicht vollkommen ausreichend ist.

Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH ist den allgegenwärtigen IT-Risiken z.B. durch Cyberattacken ausgesetzt. Der Konzern wirkt diesen durch einheitliche Schutzpro-gramme (aktuelle Virenschutzsoftware, Schulungsprogramme etc.) entgegen.

Darüber hinaus stellt die steigende Abhängigkeit von Lieferanten zur termingerechten Leis-tungserbringung vor allem bei Serienlieferungen ein ernst zu nehmendes Risiko dar. Dieser Herausforderung begegnet die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, indem sie das Lieferantenmanagement von der Auswahl über die Qualifizierung bis hin zur Auditierung verstärkt, und schwerpunktmäßig nur mit Lieferanten zusammenarbeitet, die sich in der Ver-gangenheit als zuverlässig erwiesen haben. Um einer weitergehenden Abhängigkeit vorzubeu-gen, werden konsequent Erst- und Zweitlieferanten qualifiziert und aufgebaut. Zudem wird die Versorgungssicherheit durch den Abschluss von Rahmenverträgen im Sinne einer langfris-tigen Kooperation abgesichert. Dennoch steigt grundsätzlich das Risiko für Lieferverzögerun-gen und Preissteigerungen durch kurzfristige lokale Lockdowns insbesondere in Asien oder Problemen auf dem Logistikweg.

Bedingt durch den nötigen Aufbau von Working Capital im Zuge der Produktions- und Absatz-steigerung sowie die laufenden Investitionen in neue Geschäftsmodelle stellt die zunehmende Bedeutung der Liquiditätssteuerung eine weitere wichtige Herausforderung dar. Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH wird diesem Anspruch durch ein aktives Lagerma-nagement, laufende Verhandlungen zu Zahlungsbedingungen, einem aktiven Forderungsma-nagement sowie dem Einrichten von Kreditlinien innerhalb der Polytech Gruppe gerecht.

Die durch den Wettbewerb um Talente verstärkt auftretenden Engpässe an Führungskräften und Spezialisten bleiben ein weiterer immanenter Risikofaktor, dem durch globale Recruiting-maßnamen innerhalb der Gruppe sowie durch externe Personaldienstleister entgegengewirkt wird.

3.1.2 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Bezogen auf die originären Finanzinstrumente, zu denen im Wesentlichen die liquiden Mittel und die Forderungen sowie Verbindlichkeiten gehören, bestehen insbesondere Ausfall- und Liquiditätsrisiken in üblichem Umfang, maximal bis zur Höhe der jeweiligen Buchwerte. Aus-fallrisiken werden durch Wertberichtigungen begegnet, Liquiditätsrisiken durch die Prüfung und Überwachung der Solidität der Kunden. Derivative Finanzinstrumente wurden nicht ein-gesetzt.

3.1.3 Risikomanagementsystem

Risikomanagement ist ein fundamentales Element der Geschäftspraxis auf allen Ebenen des Unternehmens und integraler Bestandteil der Geschäftsplanung und der Controlling Prozesse der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH.

Das bestehende Risikomanagementsystem wurde im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Wesentliche Risiken werden überwacht und regelmäßig zwischen der Geschäftsführung und den Vertretern des Gesellschafters diskutiert, um Maßnahmen zur Ab-wendung dieser zu implementieren. Risiken werden zudem durch Versicherungen abgesi-chert, insoweit dies möglich ist.

Die Gesamtverantwortung für die Einrichtung und Aufrechterhaltung eines angemessenen und zielgerichteten Risiko-Früherkennungssystems trägt die Geschäftsführung der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH.

3.2 Compliance

Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH unterliegt einer Vielzahl von gesetzli-chen Regelungen und Vorschriften. Compliance allgemein steht für Regeltreue der Organisa-tion gegenüber Compliance-Sachverhalten, d. h., für die Einhaltung von Gesetzen, öffentli-chen bzw. behördlichen Verordnungen, Normen und Richtlinien.

Der "Compliance Code of Conduct" zeigt jedem Mitarbeiter die für die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH zentralen Werte, Vorschriften und Verhaltensweisen auf und un-terstreicht deren Verbindlichkeit. Wie schon in 2021 konnten die Mitarbeiter auch im Jahr 2022 das Hinweisgebersystem, das ihnen erlaubt, anonym auf möglicherweise nicht mit dem "Compliance Code of Conduct" vereinbare Vorgänge hinzuweisen, nutzen. Seit der Über-nahme gelten die Compliance Regeln der Polytech Gruppe.

3.3 Prognosebericht

Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2023 reflektiert die Entscheidung, die Geschäftstätigkeit auf die Muttergesellschaft zu verlagern und die Aktivitäten der Gesellschaft zu beenden. Im ersten Halbjahr 2023 hat die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH ihr Geschäft unverändert fortgeführt, während im zweiten Halbjahr 2023 begonnen wurde, die Geschäfts-aktivitäten, Produktion und Vorräte sukzessive zu verlagern. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 wurden sämtliche Vermögensgegenstände sowie der Kundenstamm der Gesellschaft entweder an die Muttergesellschaft veräußert oder verschrottet (Liquidationswerte unter den fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten wurden bereits zum 31. Dezember 2022 berücksichtigt) und im Rahmen eines Sozialplans sämtlichen Mitarbeitern gekündigt. Zudem wurde der bestehende Mietvertrag im Geschäftsjahr 2023 vorzeitig beendet.

Vor diesem Hintergrund erwartet die Geschäftsführung der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH für das Geschäftsjahr 2023 einen leichten Umsatzrückgang. Das Jahresergeb-nis nach Steuern soll sich im Geschäftsjahr 2023 auf der Grundlage des vorläufigen Abschlus-ses im Vergleich zum Vorjahr, das in Summe mit 2.374 TEUR negativ durch die Abkehr von der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit beeinflusst war, insbesondere aufgrund der erzielten Veräußerungserlöse signifikant verbessern und im niedrigen einstelligen Mio. EUR-Bereich positiv sein. Für das Geschäftsjahr 2024 werden lediglich laufende Aufwendun-gen im Zusammenhang mit der Einstellung des Geschäftsbetriebs erwartet.

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 466.956,64 666.858,14
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 8.211,14 10.851,14
II. Sachanlagen 208.745,50 406.007,00
1. technische Anlagen und Maschinen 163.416,50 275.502,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 45.329,00 130.505,00
III. Finanzanlagen 250.000,00 250.000,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 250.000,00 250.000,00
B. Umlaufvermögen 21.597.678,57 18.143.579,28
I. Vorräte 2.265.483,86 1.500.064,62
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 18.327.503,85 15.792.092,56
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 15.696.111,49 13.868.126,53
2. sonstige Vermögensgegenstände 2.631.392,36 1.923.966,03
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.004.690,86 851.422,10
C. Rechnungsabgrenzungsposten 13.737,09 36.565,07
Summe Aktiva 22.078.372,30 18.847.002,49

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 12.314.344,97 13.585.625,45
I. Gezeichnetes Kapital 108.235,00 108.235,00
II. Kapitalrücklage 11.876.156,85 11.876.156,85
III. Gewinnvortrag 1.601.233,60 -8.920.854,08
IV. Jahresfehlbetrag 1.271.280,48 -10.522.087,68
B. Rückstellungen 4.693.074,39 2.972.197,20
C. Verbindlichkeiten 5.053.627,94 2.265.554,84
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   9.303,25
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr   9.303,25
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00 124,88
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 124,88
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.977.590,82 635.077,01
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 3.977.590,82 635.077,01
4. sonstige Verbindlichkeiten 1.076.037,12 1.621.049,70
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.076.037,12 1.621.049,70
D. Rechnungsabgrenzungsposten 17.325,00 23.625,00
Summe Passiva 22.078.372,30 18.847.002,49

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Rohergebnis 11.635.853,38 22.471.754,61
2. Personalaufwand 6.816.784,90 7.241.682,41
a) Löhne und Gehälter 6.068.568,73 6.167.009,65
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 748.216,17 1.074.672,76
davon für Altersversorgung   98,52
3. Abschreibungen 289.283,90 222.969,40
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 289.283,90 222.969,40
davon außerplanmäßige Abschreibungen 144.616,50  
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 6.163.879,67 2.751.257,54
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 17.146,25 10.328,87
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 414.642,12 2,96
davon aus verbundenen Unternehmen 414.517,87  
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 28.676,51 58.524,56
davon an verbundene Unternehmen   58.521,26
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 23.151,00 1.675.235,98
8. Ergebnis nach Steuern -1.271.280,48 10.522.087,68
9. Jahresfehlbetrag 1.271.280,48 -10.522.087,68

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH München

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, München, wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches in der aktuellen Fassung sowie ergänzenden Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, München, ist beim Amtsgericht München im Handelsregister unter der Nummer HRB 189218 geführt.
Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesell-schaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf. Sie stellt ihren Jahresabschluss nach Maßgabe der für mittel-große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften auf.
Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurde entsprechend § 266 Abs. 2 und 3 HGB bzw. § 275 Abs. 2 HGB vorgenommen.
Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewandt.

II. Abkehr von der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Die Gesellschafterin hat am 17. März 2023 den Beschluss gefasst, den Geschäftsbetrieb der Gesell-schaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt, voraussichtlich zum 30. Juni 2023, stillzulegen und die Ge-schäftsführer angewiesen den Beschluss umzusetzen.
Diese Entscheidung der Gesellschafterin führt zu einer Abkehr von dem Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die Gesellschaft bilanziert ihre Vermögensgegenstände und Verpflichtungen somit zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 zu Veräußerungswerten. Wertober-grenze sind dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten. Veräußerungswerte bei der Bilanzierung und Bewertung von Vermögensgegenständen und Verpflichtungen haben sich im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände, der Sachanlagen und der sonstigen Rückstellun-gen ausgewirkt. Neben den bislang zu passivierenden Schulden wurden auch solche Verpflichtungen berücksichtigt, die durch die Abkehr von der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ver-ursacht wurden.
Die Vertriebs- sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden zur Muttergesellschaft nach Dänemark verlagert und die Produktionsaktivitäten ausgelagert. Bis zum März 2023 wurde der Ge-schäftsbetrieb unverändert fortgeführt. Anschließend wurden die Aktivitäten sukzessive verlagert, der Prozess war Ende 2023 weitgehend abgeschlossen.

III. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Als Nutzungsdauer wurden zwischen drei und acht Jahre angesetzt. Zum 31. Dezember 2022 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf den Veräußerungswert erfasst.
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs-/Herstellungskosten vermindert um planmäßige Ab-schreibungen angesetzt. Die Abschreibungen wurden linear pro rata temporis über eine Nutzungs-dauer zwischen drei und zwanzig Jahren ermittelt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaf-fungskosten bis zu 800 Euro wurden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Zum 31. Dezember 2022 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf den Veräußerungswert erfasst.
In den Finanzanlagen werden die Anteile an der 100%-igen Tochtergesellschaft fos4X wind power technology Beijing Co. Ltd., Peking in China mit den Anschaffungskosten bilanziert.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren wurden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten angesetzt. Sofern die Marktwerte am Bilanzstichtag nied-riger waren, kamen diese zum Ansatz.
Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten (Einzelkosten, angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst) bewertet, sofern nicht nach § 253 Abs. 4 HGB um noch anfallende Aufwendun-gen geminderte Verkaufswerte anzusetzen sind.
Die geleisteten Anzahlungen sind zu ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt.
Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt. Für erkenn-bare Risiken sind Einzelwertberichtigungen vorgenommen worden. Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine angemessene Pauschalwert-berichtigung auf den nicht einzelwertberichtigten Netto-Forderungsbestand gebildet.
Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bilanziert.
Als aktive Rechnungsabgrenzung werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag gezeigt, sofern sie einen Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert.
Die Rückstellungen werden in ausreichender Höhe mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beur-teilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Zudem wurden Rückstellungen für durch die Einstellung des Betriebs verursachte zukünftige Aufwendungen (Sozialplanverpflichtungen, Zahlungen zur vorzeitigen Beendi-gung eines Mietvertrags) gebildet, insofern sie nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung abzuse-hen sind.
Die erhaltenen Anzahlungen sind zu Erfüllungsbeträgen angesetzt. Die erhaltenen Anzahlungen sind um die darin enthaltene Umsatzsteuer vermindert (Nettomethode).
Die Verbindlichkeiten werden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.
Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. In anderen Fällen werden eventuelle Kursverluste am Bilanzstichtag berücksichtigt.

Als passive Rechnungsabgrenzung werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag gezeigt, sofern sie einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Das Aktivierungswahlrecht nach § 274 HGB für latente Steuern wurde nicht ausgeübt.

IV. Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.
Unter den Finanzanlagen ist der Anteil an der folgenden Gesellschaft bilanziert:

fos4X wind power technology Beijing Co. Ltd. Peking (China) 100 % Euro 1.976.150 1 255.717

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten vollständig einzelwertberichtigte Forde-rungen in Höhe von 211.704,98 Euro (Vj. 202.417,49 Euro).
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus Darlehensforderungen gegen die Gesellschafterin in Höhe von 13.014.517,87 EUR sowie aus Forderungen aus Lieferungen und Leis-tungen in Höhe von 2.681.593,62 EUR gegen verbunden Unternehmen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuer in der Höhe von 98.635,20 Euro (Vj. 26.598,56 Euro), debitorische Kreditoren in der Höhe von 49.174,42 Euro (Vj. 13.019,47 Euro), Kautionen in der Höhe von 46.084,58 Euro (Vj. 46.084,58 Euro), Forderungen im Rahmen der sozialen Sicherheit in der Höhe von 13.807,02 Euro (Vj. 11.053,50 Euro). Im Vorjahr waren zudem Forderungen gegen Personal (bis 1 Jahr) von 506.354,34 Euro enthalten.
Die ausgewiesenen Forderungen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.
Bei den sonstigen Rückstellungen handelt es sich um Rückstellungen für Personalkosten in der Höhe von 222.814,97 Euro (Vj. 987.374,55 Euro), übrige sonstige Rückstellungen in der Höhe von 300.800,00 Euro (Vj. 174.145,89 Euro), die im Berichtsjahr im Wesentlichen auf Rechtsstreitigkeiten entfallen, Rückstellungen für Gewährleistungen in der Höhe von 96.700,00 Euro (Vj. 89.981,56 Euro), Rückstellungen für Abschluss und Prüfung in der Höhe von 55.800,00 Euro (Vj. 37.650,00 Euro), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 82.263,22 Euro (Vj. 0,00 Euro) und Rück-stellungen für Aufbewahrungspflicht in der Höhe von 7.810,00 Euro (Vj. 7.810,00 Euro). Darüber hin-aus entfallen Rückstellungen im Zusammenhang mit der Beendigung des Geschäftsbetriebs in Höhe von 1.808.500,00 Euro (Vorjahr 0,00 Euro) auf Verpflichtungen aus dem Sozialplan und 420.000,00 EUR (Vorjahr 0,00 Euro) auf die vorzeitige Beendigung des Mietvertrags.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen mit 3.710.860,57 Euro (Vj. 635.077,01 Euro) auf Verbindlichkeiten auf Lieferungen und Leistungen und darüber hinaus auf sonstige Verbindlichkeiten.
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten für Lohn- und Kirchensteuer in der Höhe von 41.740,91 Euro (Vj. 88.112,39 Euro) und kreditorische Debitoren in der Höhe von 346.193,04 Euro (Vj. 348.039,55 Euro).

Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr Restlaufzeiten von weniger als einem Jahr.

V. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Erstattungen aus dem Aufwendungs-ausgleichsgesetz in Höhe von 15.849,46 Euro (Vj. 0,00 Euro), Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 11.503,55 Euro (Vj. 1.786,86 Euro), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 51.943,21 Euro (Vj. 22.653,74 Euro), Erträge aus Schadensersatzzahlungen in Höhe von 2.000,00 Euro (Vj. 0,00 Euro) und Erträge aus dem Verkauf der immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 0,00 Euro (Vj. 10.813.428,66 Euro), enthalten.
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermö-gen betragen 144.616,50 EUR
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen aus Konzer-numlagen in Höhe von 3.253.000 Euro, Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 825.577,72 Euro (Vj. 832.541,38 Euro), Mietkosten in Höhe von 260.270,49 Euro (Vj. 251.684,35 Euro), Reisekosten für Arbeitnehmer in Höhe von 141.855,18 Euro (Vj. 248.229,41 Euro), Kosten der Warenabgabe in Höhe von 123.965,26 Euro (Vj. 200.204,05 Euro), Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen in Höhe von 131.977,39 Euro (Vj. 155.469,20 Euro) sowie Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von 17.146,25 Euro (Vj. 10.328,87 Euro).
Im Geschäftsjahr 2022 haben insbesondere auf Grund der Entscheidung der Gesellschafter folgende Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung und außergewöhnlicher Bedeutung das Er-gebnis beeinflusst:

- außerplanmäßige Abschreibung auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von 144.616,50 EUR; § Bildung einer Rückstellung für künftige Sozialplanverpflichtungen in Höhe von 1.808.500,00 EUR, § Zuführung von Rückstellungen für die vorzeitige Beendigung von Mietvertragen in Höhe von 420.000,00 EUR
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Patente an die Gesellschafterin veräußert. Im Geschäftsjahr 2022 wurde der Gesellschaft für die Nutzung der veräußerten Patente sowie ausgelagerte Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 3.252.871,00 EUR in Rechnung gestellt.
Periodenfremde Erträge bestehen in Höhe von 51.943,21 EUR auf Grund der Auflösung von in Vor-jahren gebildeter Rückstellungen. Periodenfremde Aufwendungen bestehen im Geschäftsjahr 2022 in Höhe des Aufwands für die Bildung einer Rückstellung für Sozialplanverpflichtungen in Höhe von 1.808.500,00 EUR; eine Außenverpflichtung ist erst mit dem Abschluss eines Sozialplans im Ge-schäftsjahr 2023 entstanden.

VI. Sonstige Angaben

1. Name und Sitz des Mutterunternehmens

Die Gesellschaft gehört dem Konsolidierungskreis der BJP Holdco AB, Stockholm, Schweden, an und wird in deren Konzernabschluss einbezogen. Dies ist der Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird. Der Konzernabschluss der BJP Holdco AB ist im schwedischen Unternehmensregister (www.bolagsverket.se) unter der Regis-ternummer 559261-2948 erhältlich.
Die Gesellschaft ist aufgrund des Unterschreitens der Größenkriterien gemäß § 293 Abs. 1 HGB von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit.

2. Mitarbeiter

Während des Geschäftsjahres wurden durchschnittlich 62 Arbeitnehmer beschäftigt. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

Gewerbliche Angestellte 11
Angestellte 50
Leitende Angestellte 1
Gesamt 62

3. Geschäftsführung

Bis 21. August 2024 erfolgte die Geschäftsführung durch Herrn Mads Kirkegaard, CEO, Ribe/Däne-mark.
Ab dem 21. August 2024 erfolgt die Geschäftsführung durch Herrn Allan Jan Formann Kristensen, CEO PolyTech A/S, Kopenhagen/Dänemark.

Hinsichtlich der Angabe zur Gesamtvergütung der Geschäftsführung nimmt die Gesellschaft die Be-freiungsvorschrift gem. § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch.

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen nach § 285 Nr. 3a HGB bestehen aus Mietverträgen in der Höhe von 251.249,40 Euro und entfallen vollständig auf das Jahr 2023.

5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Gesellschafterin hat am 17. März 2023 den Beschluss gefasst, den Geschäftsbetrieb der Gesell-schaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt, voraussichtlich zum 30. Juni 2023, stillzulegen und die Ge-schäftsführer angewiesen den Beschluss umzusetzen.

Diese Entscheidung der Gesellschafterin führt zu einer Abkehr von dem Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Die Gesellschaft bilanziert ihre Vermögensgegenstände und Verpflichtungen somit zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 zu Veräußerungswerten. Wertober-grenze sind dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten. Veräußerungswerte bei der Bilanzierung und Bewertung von Vermögensgegenständen und Verpflichtungen haben sich im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände, der Sachanlagen und der sonstigen Rückstellun-gen ausgewirkt. Neben den bislang zu passivierenden Schulden wurden auch solche Verpflichtungen berücksichtigt, die durch die Abkehr von der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ver-ursacht wurden.
Die Vertriebs- sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden zur Muttergesellschaft nach Dänemark verlagert und die Produktionsaktivitäten ausgelagert. Bis zum März 2023 wurde der Ge-schäftsbetrieb unverändert fortgeführt. Anschließend wurden die Aktivitäten sukzessive verlagert, der Prozess war Ende 2023 weitgehend abgeschlossen.
Im Geschäftsjahr 2022 haben insbesondere auf Grund der Entscheidung der Gesellschafter folgende Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung und außergewöhnlicher Bedeutung das Er-gebnis beeinflusst:
§ außerplanmäßige Abschreibung auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von 144.616,50 EUR; § Bildung einer Rückstellung für künftige Sozialplanverpflichtungen in Höhe von 1.808.500,00 EUR; § Zuführung von Rückstellungen für die vorzeitige Beendigung von Mietvertragen in Höhe von 420.000,00 EUR.
Die Veräußerung der Vermögensgegenstände sowie des Kundenstamms wird im Geschäftsjahr 2023 zu einem Gewinn im niedrigen einstelligen Mio. EUR-Bereich führen.

6. Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag mit dem Ge-winnvortrag zu verrechnen.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022


Anschaffungs- / Herstellungskosten
Abschreibungen
Bilanzwerte

Wert

Wert
Wert



01.01.2022
Zugang
31.12.2022
31.12.2022
31.12.2022
31.12.2021

EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände






Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche






Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie






Lizenzen an solchen Rechten und Werten
36.012,44
0,00
36.012,44
27.801,30
8.211,14
10.851,14

36.012,44
0,00
36.012,44
27.801,30
8.211,14
10.851,14
II. Sachanlagen






1. Technische Anlagen und Maschinen
343.412,89
0,00
343.412,89
179.996,39
163.416,50
275.502,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-






ausstattung
509.465,27
89.382,40
598.847,67
553.518,67
45.329,00
130.505,00

852.878,16
89.382,40
942.260,56
733.515,06
208.745,50
406.007,00
III. Finanzanlagen






Anteile an verbundenen Unternehmen
250.000,00
0,00
250.000,00
0,00
250.000,00
250.000,00

1.138.890,60
89.382,40
1.228.273,00
761.316,36
466.956,64
666.858,14

Bericht des Aufsichtsrats


Es existiert kein Aufsichtsrat.

sonstige Berichtsbestandteile

 

München, 16.12.2024

Allan Jan Formann Kristensen


Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 28.01.2025 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS


An die PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH, München

Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH , München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der PolyTech Wind Power Techno-logy Germany GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesell-
schaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grund-sätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermö-gens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und
• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deut-schen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungs-mäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Ab-schnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unse-res Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Überein-stimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonsti-gen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prü-fungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts
Wir verweisen auf die Ausführungen der gesetzlichen Vertreter in Abschnitt "II. Abkehr von der Prämisse der Fortführung der Unternehmenstätigkeit" des Anhangs und in Abschnitt "1.1 Geschäftsmodell der PolyTech Wind Power Technology Germany GmbH / Stilllegung des Geschäftsbetriebs" des Lageberichts, welche den am 17. März 2023 von der Gesellschafterversammlung gefassten Beschluss zur Stilllegung des Geschäftsbetriebs der Gesellschaft und die darauf basierende Bilanzierung unter der Abkehr vom Rechnungslegungsgrundsatz der Fort-führung der Unternehmenstätigkeit beschreiben. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebe-richt sind diesbezüglich nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Überein-stimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf-grund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Stilllegung des Geschäftsbetriebs zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verant-wortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der geordneten Stilllegung des Geschäftsbetriebs, sofern einschlä-gig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage der Abkehr vom Rechnungsle-gungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern der Fortführung der Unter-nehmenstätigkeit nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahres-abschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vor-kehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lagebe-richts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebe-richt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belan-gen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutref-fend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstim-mung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Dar-über hinaus
• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern re-sultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zu-sammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außer-kraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontroll-system und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungs-handlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsme-
thoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
• ziehen wir Schlussfolgerungen darüber, ob die Aufstellung des Jahresabschlusses durch die gesetzlichen Ver-treter unter Abkehr von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit angemessen ist, sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur geordneten Stilllegung des Geschäftsbetriebs aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen An-gaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemes-sen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Er-eignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft die geordnete Stilllegung des Geschäftsbetriebs nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsäch-lichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermit-telt.
• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das
von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten
Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten be-deutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeit-planung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 17. Dezember 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Thomas Reitmayr
Wirtschaftsprüfer

Julius Pinckernelle
Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

27 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.